Gießemr Anzeiger ■v Mnzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen Dienstag den 14. Inti 1868 M. 82 i: * i r ‘•I Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 21, ausgegeben am 7. Zull 1868, enthalt: n e fi n Gießen, am 7. Juli 1868. t n b r Gefundene Gegeuände Gießen, den 13. Juli 1868. n n It h •e' n Verfteigerungen am Markt, neben dem Rathhaus. □Slftr. will wliuil» iiivm v v111 i/iiuyi/uuj. *£ m - f. " ri 4906) Baumstützen, das Stück 4, 6 und ständige Bcfchafl ! fr-, sind auf dem Platze des Herrn Tr II n r r n r n r Flur Nr. 17/203 M 0 S »r n n n r r d n n tl g e löi ■' M vih u it LMftr. 89 Hofraithe auf dem Seltersberg, 44) 156 Garten und Bauplatz das-, 351s 76 Acker zwischen dem Wetzlarer Pfad und der Lahn, 240" Acker in den Schwarzlachsgärten, am Fluthgraben, 179 Acker auf dem Sandfeld, 3 Ubr Nachmittags zu haben. H. I. Köhler. | Herbstrübensamen, lange weiße und halblange weiße, in bester Qualität, empfiehlt die Samenhandlung von Carl Deines, Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Nover- Dienstag den 28. Juli, Vormittags 10 Uhr, unter den im Termine näher bekannt gemacht werdenden Bedingungen, einer einmaligen und letzten Versteigerung ausgesetzt werde». Die Versteigerungsobjecte können schon vorher durch Vermittlung des Herrn Expedienten Schwarz dahier eingesehen werden. Die Versteigcrungsbedingnngen liegen bei der unterzeichneten Behörde zur Einsicht offen- Gießen, am 10. Juli 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. Die Bestellung von Leicheneinkleidern. 4889) Es dient dem hiesigen Publikum jur Nachricht, daß die Ehefrau des Jacob Jünger mit Zustimmung der betreffenden Behörden das Einkleiden von Leichen besorgen wird. Gießen, den 7. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Vogt. «rei» vierteljährlich 36 !r. Bringerlohn. Durch di. «oft bezogen vierteljährlich 51 fr. Cigarren-Verfteigernng. 4872) Dienstag den 14. d. Mts. und die darauf folgenden Tage, Nachmittags 2 Uhr, lasse ich in Auftrag im Gasthaus zum Darmstädter Haus eine große Partie Cigarren, verschiedener Qualitäten, meistbietend gegen gleich baare Zahlung versteigern. Besonders werden die Herren Wirthe hierauf aufinerksam ge- macht. E. Pietsch 1. Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Sit. B. Nr. 1. Brodpreife 4 Pfund gemischtes Brod 19 fr. 4 Pfund Roggenbrod 16 fr. Besondere Bekanntmachungen. Die muthwillige Beschädigung von Bäumen. 4838) I» der Zeit vom 10. auf den 11. Juni d. I. sind in der Gemarkung Gießen an der Chaussee von Gießen nach Bromskirchendrei Lindenbäumchen abgebrochen und der hierdurch entstandene Schaden ist auf 6 fl. abgewürdigt worden. Die stattgefundene Untersuchung hat auf die Spur des Thäters nicht geführt und darum ist die Gemeinde Gießen nach dem Gesetze vom 3. Februar 1797 zuni Ersätze des Schadens verpflichtet. Wir bringen dieses in der Absicht zur Kenntniß der hiesigen Einwohner, um diesen Gelegenheit zu bieten, Angaben zur Ermittelung des Thäters machen zu können oder Einwand gegen den Schadenersatzbetrag vor- iubringen. Gießen, den 10. Juli 1868. Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 12 fr., ..... ..... ..... .... , Katzenstein in der Schwarzlach von 2 bis 4914) Da cs mir an Ränmlichfeiten fehlt, so suche ich gute Schuhmacher, sowohl Herren- wie Damenarbeiter, auf Logts für be- .. .. .. - —-^tigung. »reise: Hcrrenzugstiefel ... 1 sl. 12 fr. Damenstiefel ■ ■ • • ~ « 48 „ Grünebaum, Sonnenstraße. ,8/i« 30 'M M/32U.12 4880) Zwei neue Mahagoni-Commo- dcn und eine tannene Bettlade sind billig (Nr. 123.) Gesetz, betr. die Schließung und Bcschränfung der öffentlichen Spielbanken. Vom 1. Juli 1868. (Nr- 124.) Telegraphen-Vertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und Luxemburg. Vom 25-/28. Mai 1868. sNr. 125.) Bekanntmachung, die Beglaubigung des König!- Preuß- außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers v- Stehfues als außerordentlichen Ge- fandten und bevollmächtigten Ministers des Norddeutschen Bundes bei Se- Majestät den Kaiser von China betr. . m (Nr- 126.) Bekanntmachung, die Ernennung von Generalconsuln und bezw- Consuln des Norddeutschen Bundes zu Chrffttana, Tromsoe, Dronthetm, Bergen, Sta- B(mßet^Bekanntmachung, dü Ernennung von Generalconsuln, bezw- Consuln und Viceconfuln des Norddeutschen Bundes zu Genua, Livorno, Neapel, Ancona, Cagliari, Florenz, Messina, Palermo, Venedig, Bari, Tarent und Brmdisi betr- Gießen, den 13- Juli 1868- Großherzogüches Krersamt Gießen. vr. G o l d m a n n. Ein weißes Taschentuch, ein desgleichen, ein Portemonnaie mit Inhalt, ein Perlenkettchen für ein Kind um den Hals, ein weißes Strümpfchen, mehrere Schlüssel, zwei ! Taschenmesser, ein Federmesser mit 2 Klingen und ein schwarz-leinenes Schürzenzeug. , , . ... v Die Eigenthümer werden aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die r/mder zurückgegeben oder spater ju Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. Zugelaufen: Ein gelber Pinscher. 1 H Xi i‘3 e > i zu verkaufen bei Heinrich Dörr, Schuhmachermeister in der Mühlgasse- 4874) Ein Handwägelchen ist zu ver- kaufen- Bei wem? sagt die Exped. d. Bl- Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden des Kreises Gießen für 1869. Das au die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nachdem nun die Gemeinde-Rechnuttgen von 1867 an Sie abgeliefert fein müssen, empfehlen wir Ihnen, mit Stellung der Gemeinde-Voranschläge für 1869 ungesäumt zu beginnen und dieselbe so zeitig zu vollenden, daß die Einsendung längstens bis 30. August l- I. erfolgen kann. , „ , . Neben Hinweisung au die Bestimmungen der Instruction vom 2. Mai 1836, ,ouue die Aeitderungen und Zusatze zu derselben, deren pünktliche Beachtung wir erwarten, eröffnen wir Ihnen noch, daß die Ansätze an Hebgebühren der Gemeinde-Einnehmer zufolge Verfügung Großherzogltchen Mtmstermms des Innern mittelst Ipecteller Beratbungen, welche am zweckmäßigsten unter den Rubriken 104 und 156 in dem Berathungs - Protokoll aufgenommen werden, zu begründen find und daß Couvertgebuhren vom Regierungsblatt wie in den meisten vorigen Voranschlägen noch gesehen, fortan nicht mehr vorgeschehen werden sollen. Sie wollen hiermit geeignete Rücksicht nehmen und mi Uebrigen den Voranschlagsarbeiten alle Sorgfalt zuwenden, damit die bisher vorgekommenen Ausstellungen möglichst vermieden werden. In Verhinderung des Kreisraths: fttfule, Kreisassessor. ', chen Garten-____________________________ 4905) Eine Obstdarre steht zu verkau- :en bei Mayer Rothenberger, Neuenweg. 2O3a 106 107 sowohl im Ganzen, als in verschiedenen! 4873) Stachelbeeren und Johannis- Parzellen (Bauplätze) eingethcilt, Ibeeren, ffisch vom Stock, im Korner'- Wermifchte Anzeigen. 4909) Ich bin Willens, in der Nähe der Stadt eine Dampfdrefchmaschine aufzustellen. Reflectanten wollen sich baldmög- lichst bei mir melden. Georg Ncnzel. 4910) Im Gießener Anzeiger Nr. 75 vom 27. Juni d. I. wird ein Ludwig Heinrich Christian Wilhelm Scherer unter den Verstorbenen aufgeführt. Ich erkläre hiermit, daß dies mein Bruder ist und ich mich noch bestens wohlbefinde- Ich empfehle mich m allen in meinem Fach vorkommenden Arbeitenauf'sBeste- Christian Scherer. 4890) Dienstag den 28. Juli, , Nachmittags 2 Uhr, Wen auf hiesigem Rathhause die Grundstücke des Christian Petri H., als: «lut Nr. aSlftr. Bermiethuugen. 4899) Ein Logis, bestehend aus zwei Zimmern, Küche, Kammer, Keller und Holz- raum ist zu vermiethen bei Ludwig Friedel, ____________________in der Sandgasse. 4884) Ein Zimmer mit Cabinet und ein einzelnes Zimmer, beide möblirt, sind für nächstes Semester zu vermiethen- Näheres bei der Exped- d- Bltts-_____________________ 4885) Zwei Familienlogis sind zu ver- miethen- Näheres bei der Exped. d- Bltts- 4879) Ein möblirtes Mansarden-Zimmer ist zu vermiethen bei Louis Busch Wittwe. : Ul V ' -'I 4 1 W ti.i i nochmals, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 13. Juni 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen- _________________Ebel.______________ 4891) Auf freiwillige? Anstehen der Erben des Großh- Oberappellationsgerichtsraths Dr. Knorr soll die, zu dessen Nachlaß gehörige, aus dem Seltersberg dahier gelegene Hofraithe nebst Garten: Feilgebotenes. 4894) Große Kopfsalat-Pftanzen und franse breite Endivien - Pflanzen sind zu haben bei____________________C- Pipp. 4888) Cement, Viehsalz bei Flick & Kröll. 4902) Gute Frühkartoffeln sind zu verkaufen bei Emil Loos, Flügelsgasse. 4881) Mehlverkauf in allen Sorten int Laden des Herrn Katz in der Neustadt-___________________________ 4876) Eine Partie in gutem Zustande erhaltene Herrenkleider sind zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped- d- Bltts- I Gewerbebank zu Gießen Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben pro Januar bis incl. Juni 1868. Einnahme. 1) Kassevorrath Ende 1867 .....fl. 1015. 2) Rückzahlungen auf gewährte Vorschüsse „ 152407. 3) Zinsen für dieselben „ 6365. 4) Rückzahlungen auf gewährte Vorschüsse von Vereinen.........„ 1000. 5) Zinsen für dieselben „ 62. 6) Aufgcnommene Darlehen „ 71020. 7) Verkaufte Staatspapiere.....„ 5886. 8) Zinsen für dieselben.......„ 1402. 9) Zurückempfangcne Gerichtskostcn . . „ 437. 10) Eintrittsgelder.........„ 17. 11) Jahresbeiträge „ 16. 12) Monatsbeiträge „ 670. 57) fr. 10 „ 39 „ 47 12 52 81 15 30 48 40 Ausa a 1) Gewährte Vorschüsse . . . 2) Desgleichen an Vereine . . . 3) Rückgezahlte Darlehen • . . 4) Zinsen für dieselben .... 5) Angekaufte Staatspapiere. . 6) Zinsenvergütung für dieselben 7) Rückzahlung auf Guthaben . 8) Vorgclegte Gerichtskosten . . 9) Angekaufte Mobilien . . . 10) Reservefond....... 11) Verwaltungskosten .... 12) Kassevorrath ...... b t. fl. 141075. „ 5375. „ 66526. „ 448. „ 22017. „ 127. „ 400. „ 81. „ 8. „ 92. „ 470. „ 3682. 12 fr. -- H 13 39 9 27 10 6 31 fl. 240302. 591 fr- fl. 240302. 59] fr. 5 Emil Dörr in Gießen, 4912) Es wird einer äl- Ecke des Kreuzes und der Sonnenstraße, teren, braven und reinlichen Per- empfiehlt einem geehrten Publikum sein, in dem Laden der Herren Gcbr. Busch son, welche Laufdienste auf dem errichtetes Geschäft <. ' < . m fertiger Dame» und Kinder-Garderobe, ^eltersberge Hat, gegen Ver- verbunden mit einer mchtung von leichter Hausarbeit K u r) w a a r e n h a n d l u n g, Schlafstübchen und Essen ange- sowie allen in dieses Fach cinschlagenden Artikeln. — Reelle Bedienung wird zugesichert, hotett VvN WkM? sagt Aus- 1 Germania; geber dieses Blattes. Lebensverficherungs-Actien-Gesellschaft in Stettin. Verloren Reallehrer. 4887) Ein erfahrener Lehrer, unverheiratet und gesetzten Alters, welcher Deuhck Algebra, die Weltgeschichte u. Geographie tüchtig zu lehren versteht, wjrj gesucht. Kenntnisse im Latein oder in tfen lebenden Sprachen erwünscht. Auskunft über Befähigung und frühere Verhältnisse erbittet sich franco der Vorstand des International- Lehrinstituts in Bruchsal (Baden.) 4917) Ein Damenschirm ist gesandt» worden. Von wem? sagt Ausg. d. BM 4871) Ein Junge, der das Schlossers schäft erlernen will, kann sofort eintreten Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. ' 4892) Ein braver Junge kann unter günstigen Bedingungen das Barbiergeschäft er= lernen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4901) Ein Mädchen, welches im Weißzeugnähen, Flicken, sowie auch im Kleidermachen erfahren ist, wünscht noch einige Tage in der Woche besetzt zu haben. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 4893) Ein junger Mann kann Kost und Logis erhalten. Näheres bei der Exped. 4904) Ein Canarienvogel ist entflogen Der Wiederbringer erhält eine gute Belohnung Seltersweg Lit- C- Nr. 102. 4883) Altes Zeitungspapier kauft I. Rothenberger, Lindenp latz. Policen-Gebühren oder sonstige Aufnahme-Kosten werden dem Versicherten Gießen, im Juli 1868. (4907) Mts. den 16. und 17. d. Festessen Mittags V/2 Uhr. Abends Lall in meinem Locale. Gulden 5,250,000. „ 4,526,846. „ 3,582,565. „ 80,643,635. „ 2,531,540. „ 2,189,952. b i e Agenten: Emil Gail in Gießen, Buchbinder Wagner in Altenstadt 4875) Ein solides Mädchen, welches in allen häuslichen Arbeiten erfahren ist und kochen kann, wird gegen guten Lohn zu mietheu gesucht. Das Nähere ist zu erfahren bei der Exped. d. Bltts. 705,500. 24,251,000. 4,000,000. 1,000,000. gegeben von der Gesellschaft Blechfchmidt Anfang Abends halb 8 Uhr.. ein goldenes Halskettchen mit goldenem Kreuze. Gegen eine Belohnung abzugeben Seltersberg im Hause des Herrn Maurermeister Kanu int 2. Stock. (4911) Landwirthfchaftliches Fest und Pferderennen in Butzbach Bedlenung I. M. Schulhof, am Ratyhaus. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, (4878) jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen. ------- Prospekte und Antragsformulare gratis durch die Haupt-Agentur: Wilh. Balser in Gießen, und durch die Agenten: Ph. Zimmer in Lich, - Rechner Schmidt in Londorf, I. Henrich in Lang-Göns. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie fammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg. Grund-Capital Reserven Ende 1867 Seit Eröffnung des Geschäfts bis Ende 1867 bezahlte VersicherungssummkN........... Versichertes Capital Ende Juni 1868 auf 100,393 Versicherungen ................ Jahres-Einnahme Im Monat Juni sind eingegangen 2408 Anträge auf Mäßige Prämiensätze. Schleunige Ausfertigung der Policen. Darlehen auf Policen. Prompte Auszahlung bei Todesfällen. Auswanderer nach Amerika befördert wöchentlich vermittelst Dampf- und Segelschiffen bei reeller und billigster von Pferden, Equipagen, Reit- und Fahr- Requisiten und sonstiger Gegenstände den 25, 26. und 57. August d. I. Loose hierzu sind bei Unterzeichnetem ä 1 fl. 45'fr. in Empfang zu nehmen. Auswärtigen Aufträgen beliebe man den Betrag franco, sowie eine Marke für Francatur der Loose, belznfugen. Julius Wallach, in Gießen. A. Joutz, im „Hessischen Hof/ 4896) Das Wetzlarer Eisenwerk von m .... -- Hessischer Hof in Butzbach. Geschäfts-Eröffnung. wollen, an dem bei mir ftattfinbentem Festester?einen Platz zr? findens werden^h flächst -x m P Einem verehrlichen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich im Kaufe der gebeten, sich bis spätestens Donnerstag den 16. d. Mts., Morgens 10 Uhr, eine Karte Fraur/t udolph auf dem Neuenweg einen n meinem Lokale zu lösen. A. Joutz. Salon zum Rasiren, Haarsohneiden und Friskren % habe und einem recht zahlreichen Zuspruch entgegensehe. Zugleich empfehle ich mein Lager von Parfümerie» und Toilettenartikel», ächt abgelagerten feine» Rolle»-Varmas, pr. Pfund 1 fl. 24 fr., sowie mein reichhaltiges Lager der besten Cigarren. Georg Petri. 4903) Zwei tüchtige Schlossergesellen können bei Unterzeichnetem dauernde Beschäftigung erhalten; ferner kann auch ein braver Junge, der das Schlossergeschäft erlernen will, daselbst in die Lehre treten. ___________ Carl Lehrmund. 4877) Eine Köchin wird zu sofortigem Eintritt gesucht. Von wem? sagt die Exped. o. Bllls. Rudolph Buch in Wehlar ......... empfiehlt seine Eisengießerei zur Anfertigung von Maschinenguß aller Art, sowie Bau- nicht berechnet. — Zu weiterem Beitritt' laden ein gegenständen, Hunderadern u. s. w. den Herren Fabrik-, Gruben-, Mühlen- und Brauerei- "" " ' ......~ Besitzern, Braumeistern, Mühlenbauern, Mühlärzten, Pumpenmachern u. s. w. zu den billigsten Preisen und reellster Bedienung. Im Chr. Lony'fchen Bierfaale 4913) Heute, Dienstag den 14. Juli: Lkbenüverstcherungs- u. Ersparnißbank in Stuttgart. Neuer Zugang im laufenden Jahre...... 1,527 Anlage mit fl. 3,021,000. darunter allem im Monat Juni........ 326 Versicherungsstand 13,402 Policen für 11,186 Personen . . .". . Bankfonds pr. ult. Juni circa ............... Jahres-Einnahmen an Prämien und Zinsen über Zur Vertheilimg kommende Dividenden in diesem und in den nächsten 4 Jahren 757 000 . m Die Prämien stellen sich durch die hohen Dividenden (Durchschnitt 38 Pröcent der Prämie), welche ungeschmälert den Versicherten selbst wieder zu gut kommen au! das niedrigste Maß. — ' 1 Ci ao 00 Dasselbe iss seiner Vollendung nahe und wird Ende Juli den geehrten Abonnenten zugestellt werden. Da dieses Buch ü u"!!* lo 3ntMe.?en bient' Indern auch für die auswärtige Geschäftswelt bestimmt ist, so liegt es wohl im Interesse der hiesigen Geschaftstreibenden ihre Abreß- oder EmpfehlungSkarten in dem Adreßbuch abdrucken zu lassen. Wir berechnen Elm'le 4 L“1!? ftc,LEä H»"" GeschäMreidende» frei, >|4, $ oder eine ganze Seite zu SX L sch'istiichen Einsendung der Ad-eßkarten binnen Vierzeh« entgegen, da spater emlaufende ferne Beruckuchtigung mehr finden können. BrühFsche Druckerei (Fr. Ohr. Pietsch.) Nur zwei Vorstellungen. Z Zinste r scher Garten. Dienstag den 14. und Mittwoch den 15. Juli 1868: Großes Concert, ausgeführt von der ganzen Capelle des Großh. Hessischen 1. Jäger-Bataillons, sowie Darstellung der rühmlichst bekannten Wunder-Fontaine, genannt: KIMMEtmOMMEMi oder: Die CryStallgrotte der Najaden, cvnstruirt und arrangirt vom Unterzeichneten. 1. Die Wunder-Fontaine, 4. die Waffer strahlende CrystaUkrone, getragen von Najaden, 2. die Crystallgrotte, 5. der Goldregen. 3. die Wasser-Nymphe (lebendes Bild), 6. Zum Schluß: Die elektrische Sonne. Anfang des Coueerts 6 Uhr, der Wunder - Fontaine 9 Uhr. Entree ä Person 12 Kr., Kinder 6 kr. Hierzu ladet ergebenst ein: Gustav Petsch, F e u t l Die Verschwörer von 1799. Roman von de Saint-Felix. (Fortsetzung) — Daran thut Ihr recht, sagte der Hauptmann. Das sind ehrenhafte Gesinnungen. — Ich sehe, Bürger, es sind gleichfalls die Eurigen. — Mit dem Unterschied, Bürger, versetzte der Hauptmann, daß ich bei der Revolution nichts verloren zu haben meine. Der Unbekannte warf einen verstohlenen Blick auf unseren Offizier, welcher diesem nicht entging. Um seine Gleichgültigkeit und Unbefangenheit zu beweisen, pfiff der Hauptmann einen Marsch. — Ihr dient in der Kavallerie? forschte der Fremde weiter. — Ja, Bürger, und ich komme von der egyptischen Armee. Biele Leute wissen das seit vorgestern. — Euer Pferd hatte mich das sogleich errathen lassen, Herr Oberst. — So weit sind wir noch nicht, antwortete Reymonv; vielleicht später — ich bin Hauptmann. — Sie werden Oberst und General werden, mein Herr. Ich verstehe mich auf Pcophezeihunzen. Da Sie von Egypten kommen, haben Sie die neuesten Nachrichten von der Armee und dem großen General en Chef. Man spricht nur von seiner beoorstehenden Rückkehr —! — So ? versetzte Reymond. Kündigen die öffentlichen Blätter dieselbe an? Ich lese gar keine Zeitungen. — Lieber Himmel! antwortete der Unbekannte, die Zeitungen sind immer nur das Echo wohlunterrichteter Leute. Sie zum Beispiel, Herr Hauptmann, müssen sich eine Meinung über die fernere Dauer unserer Besetzung gebildet haben. — Gewiß, sagte Reymond. Der Unbekannte ritt so nahe heran, daß sein linker Stiefel fast den rechten des Hauptmanns berührte. — Verzeihen Sie meiner Neugier, hob der Fremde an. Ich habe dabei ein großes Interesse. Ich habe die Ehre, ein wenig mit dem General Desaix verwandt zu sein — einem Manne — — Von bewunderungswürdigen Eigenschaften, ergänzte der Offizier. Ich gratulire Ihnen zu dieser Verwandtschaft, mein Herr. —' Meine Mutter war eine Cousine der Mutter des Generals. — Nun, mein Herr, betheuerte Reymond, Ihr erlauchter Verwandter verrichtet Wunderthaten, und seine Beziehungen zu Bonaparte sind von der freund- lichsten Art. — O, das interessirt mich auf's Lebhafteste, Herr Hauptmann! Ein edler Mann, dieser Herr Desaix! Der Unbekannte fuhr sich mit der Hand über die Augen. Er schien tief kleinste Indiskretion, nicht einmal eine Aufregung herbeigeführt! Der Herr des normännischen Kleppers war augenscheinlich „geleimt", wie am Abend zuvor eine höchst angesehene Persönlichkeit. Er konnte sich mit TituS sagen: „Ich habe meinen Tag verloren." Was aus dem Hauptmann Reymond ward, nachdem er den Fallstricken der Polizei entschlüpft war, werden wir vermuthlich im Verlaufe dieser Erzählung erfahren. Wenn aber unser Offizier auch ein guter Diplomat war, konnte e» doch l e t o n. ebenfalls kein normannischer, englischer, türkischer oder andalusischer Renner an Schnelligkeit und Kraft mit seinem vortrefflichen Schlachtrosse Sultan aufnehmen. 6. In der Tourraine. Ein arabisches Roß, das mit voller Geschwindigkeit seines Laufes dahin sprengt, oder ein Hirsch, der in schnellstem Lauf über das Blachfeld setzt, machen den Eindruck des Unberechenbaren. Wohin eilen sic? Was ist das Ziel dieses blitzschnellen Fluges? Niemand weiß cs zu sagen. Kann der Schütze die Tragkraft des Pfeiles bestimmen, der von seiner Bogensehne schnellt und die Lüfte vurchschneidet? Fünfzehn oder sechszehn Stunden waren seit dem Verschwinden des Hauptmanns Reymond enteilt. Blendender Sonnenschein erhellte die Hügel, welche in der Gegend der Stadt Tours die Loire begrenzen. Es war etwa neun Uhr Morgens, als unser Offizier in die Hauptstadt jener reichen Provinz Tourraine ritt, welche so reich an Erinnerungen des alten Frankreichs ist. Er war die ganze Nacht hindurch gereist, jedoch nicht, ohne dem Ungestüm Sultans mehrmalige Erholung zu gönnen. Der Hauptmann sorgte mit Aufopferung für seinen Freund aus der Wüste. Es bestand zwischen ihnen eine gegenseiiige Liebe und Anhänglichkeit. Als sie in der großen Hauptstraße von Tours anlangten, welche der Brücke über die Loire gegenüberliegt und die Stadt nach ihrer ganzen Länge in zwei Hälften trennt, schienen der Reiter und sein Roß, das frisch gelenkig und kaum ein wenig bestaubt war, von einem Morgenritle heimzukehren. Reymond hatte hinter seinem Sattel nur einen kleinen Mantelsack, der unter den langen Schößen seines Rockes verschwand. Man erblickte freilich in der Holster zwei Reitcrpistolen; aber diese Vorsicht nahm keinen Wunder in einer Zeit, wo sich Jeder auf den Landstraßen gegen einen Ueberfall sicherte. Auch wurde unser Offizier in dem Hötel zum Fasanen — dem früheren Hotel Royal — wie ein Herr empfangen, der von irgend einem Landsitze in der Umgebung käme, um einige Stunden in der Stadt zu verbringen. Der Wirth begrüßte ihn mit gewähltester Höflichkeit. Die Schönheit des Pferdes hätte für den Rang und die gute Erziehung des Reiters gebürgt, auch wenn Reymodd selbst nicht ein Mann gewesen wäre, ter auf den ersten Blick einen vornehmen Eindruck machte. Die Hauptstraße nach Versailles burchschnitt hier eine liebliche Ebene, welche mit fast reifem Getreide und dunkelgrünen Weinstöckcn bedeckt war. Ein erfrischender Luftzug wehte, und der in Gold und Purpur erglühende Abcndhimmcl bildete einen prächtigen Hintergrund zu dem Bilde. Bei dem Namen, welchen der Fremde aussprach, war Reymond betäubt, als wenn plötzlich eine Bombe zu den Füßen seines Pferdes geplatzt wäre. Bei den Details, welche der Fremde hinzufügte, zuckte das Herz des Hauptmanns blutend empor. Als diese erste heftige Aufwallung wie ein Blitzstrahl verflogen war, umkrampfte Reymond seine Reitgerte und wollte aueholen, um dem Betrüger einen derben Schlag in das Gesicht zu versetzen. Aber wir haben schon gesagt, der Hauptmann, welcher auf dem Schlachtfelde keine Furcht kannte, war zugleich mit jener bewunderungswürdigen Willens- kraft begabt, welche heldenmüthig den stürmischen Aufwallungen des Blutes und der aufbrausenden Leidenschaft zu gebieten weiß. In einem Nu sand seine Seele wieder die gelassenste, unerschütterliche Ruhe. Nicht einmal einen Blick auf den Unbekannten werfend, nicht einmal bewegter als vorher athmend, senkte Reymonv in natürlicher Weise das Haupt und erwiedertc: (Forts, folgt.) Berlin, 11. Juli. Ueber den Gesundheitszustand des Grafen Bismarck gibt ein Gommuniquö der „Kreuzzeitung" nachstehende Auskunft: „Wie wir hören, gehen aus asten LandeStheilen in Varzin täglich eine Menge an den Ministerpräsidenten Grafen Bismarck gerichtete Zuschriften ein, in welchen seine geschäftliche Vermittelung zur Erfüllung persönlicher Wünsche in Anspruch genommen wird. Da dem Herrn Ministerpräsidenten aber jede geschäftliche Thätigkeit ärztlich auf das strengste untersagt, irgend eine Schreibhülfe auch in Varzin nicht vorhanden ist, so hat die Anordnung getroffen werden muffen, daß alle dort eingehenden Briefe uneröffnet nach Berlin zur ressortmäßigen Erledigung befördert wer- den. Diejenigen Personen also, welche den Gesund- heitSzustanv des Ministerpräsidenten ignorirend, den Letzteren mit Gesuchen zu behelligen beabsichtigen, werden in jedem Falle Zeit ersparen, wenn sie ihre Anträge direct nach Berlin richten." München, 11. Juli. Die Ulmer Convention ist, in der Voraussetzung, daß die Bildung einer süddeutschen Militärcommission stattfinden werde, von Würtemberg noch nicht ratificirt worden. Es scheint danach, daß die officiöserseitS hier gegebenen Versicherungen, Würtemberg verhalte sich gegen den baieri- schen Vorschlag nicht ablehnend, sehr zweifelhafter Natur sind. Die Angaben über daS Projcct eines pfälzifchkn Fesinngsdreiecks sollen aller Begründung entbedren. München, 12. Juli. Der Minister des In- nern erließ ein Rescript über die Behandlung der Presse. Dasselbe will keineswegs gegen die politische Opposition als solche vorgegangen wissen, sondern nur gegen die gesetzwidrigen Ausschreitungen und falschen Insinuationen derselben. Stuttgart, 10. Juli. Die Wahlen sind jetzt alle bekannr. ES wurden gewählt: 37 Demokraten, 9 National-Liberale, 17 konservative. Es ha- ben noch 7 Nachwahlen stattzufinden. Außer den bereits Genannten wurden von der demokratischen Partei gewählt: Schwarz, Bürk, Nüssele, Geiger und Diethammer. Wegen der Wahl Hölder'S und Beckh's wird in Göppingen eine Nachwahl stattfinden. Paris, 10. Juli. Bei der Berathung des CultuSbudgetS im gesetzgebenden Körper bezeichnet Ollivier die Zusammenberufung der Erzbischöfe durch den Papst, ohne baß gleichzeitig eine Einladung an die Fürsten ergangrn sei, als den besten Schritt zur Trennung der Kirche vom Staate. Der CultuS- Minister Barsche antwortet, der Staat habe in seinen Beziehungen zur Kirche als Richtschnur das Concondat unc die Principien von 1789, welche die Eultusfreiheit garantirten. Die Regierung studire die durch rie Einberufung des Coucils entstandenen Fragen und werde ihre Endentschließung über die Zulassung oder Nichtzulassung der Beschlüsse des Concils in Frankreich mittheilcn. Paris, 10. Juli. Das „Journal de Paris" will wissen, daß die Kaiserin beabsichtigt habe, einige Feste in Fontainebleau zu veranstalten, daß der Kai- ser aber dagegen ist, weil die gewichtigeren Sorgen des Budgets und der Geschäfte im Allgemeinen ihn zu sehr in Anspruch nehmen. Es heiße sogar, der Kaiser werde seine Rückkehr nach Paris oder nach Saint-Cloud beschleunigen. Der Kaiser interessirt sich so lebhaft für die BudgetbiScussion, daß jede Nacht ein Courier von Fontainebleau gesandt wird, um ihm sogar vor der Veröffentlichung des „Moniteurs" die Sitzungsberichte mitzuthcilen. — Der „France" zufolge wäre es nicht unmöglich, daß die Session des gesetzgebenden Körpers am 25. oder 31. d. M. geschlossen würde. — Die „Epoca" vom 7. v. M. meldet, raß am Morgen desselben Tages die Generale Herzog Ve la Torre, Marquis de Caftell- floride, Marquis de Sierra Ballones, Marquis de Mendigorria, Serrano, Bedoya unv der Brigade- general Letona verhaftet und in's Militairgefängnrß von San Francisco gebracht worden sind. Außerhalb Madrids seien, sagt sie, auch einige Verhaflun- gen vorgenommen worden. Es heiße, diese Gefangenen sollten zum Theil nach den Canarien, zum Theil nach verschiedenen Punkten der Halbinsel ge- bracht werden. Paris, 11. Juli. Im gesetzgebenden Körper greift Picard die osficiellen Candidaturen an, die man an die Stelle der freien Wahl der Bürger ge- fetzt habe. Picard sagt, die Regierung vertheidige nur ihr konstitutionelles Terrain. Sic vermeide cs vollständig, Personen anzugreifen. Pelletan fragt, ob vic Neuwahlen noch in diesem Jahre stattsinden würden. Rouher antwortet, es liege gegenwärtig nicht das Projekt der Kammerauflösung vor. Die Prärogalivc, vie Kammer aufzulösen, stehe übrigens dem Kaiser zu. — Die „France" dcmentirt die Nach- richt, daß Mon an Moustier das Verlangen gestellt habe, an der Gränze gegen Spanien Vorsichtsmaßregeln anordnen zu lassen. — Der Kaiser hat heute einer Sitzung des Cabinetsrath präsidirt und ist darauf nach Fontainebleau zurückgekchrt. Loudon, 8. Juli. Sir Robert Napier wird am 27. b. in Guilrhall feierlichst mit dem Bürger- recht der City beschenkt werden. Am Abend dessel- ben Tages gibt der Lordmayor zu dessen Ehren ein Banket, für welches die Anwesenheit des Herzogs von Cambridge in Aussicht steht. Sir Robert Napier wird in die Pcerage erhoben werden und den Titel erhalten: Baron Napier von Magdala. — In beiden Häusern wurde heute eine Botschaft verlesen, welche denselben ancmpfiehlt, für Napier 2000 Pfund jährlich auszusetzeu. — DiSraeli hat die am Montag erfolgte Verwerfung der Bill zur Verhütung von Wahlbestechungen acceptirt und »orgeschla- gen, drei WahlbestechungSfäüe den ordentlichen Richtern zu unterbreiten. Florenz, 10. Juli. In der Deputirtenkammer brachte Lamarmora eine Interpellation ein über eine vom preußischen Generalstab bezüglich des Feldzuges von 1866 gemachte Bemerkung. Menabrea wird Montag darauf antworten. Madrid, 10. Juli. Der Herzog und die Herzogin von Montpenfler haben sich gestern in Cadix nach London cingeschifft. (Der Herzog von Mont- pensier, der jüngste Sohn von Louis Philipp, ist mit der Schwester der Königin Isabella verheirathet. Er ist des Landes verwiesen worden, weil man fürchtete, daß sein Name der drohenden Erhebung als Fahne dienen könnte.) Vermischte s. Gieße». (Schwurgericht der Provinz Ober- Hessen vorn III. Quartal 18 6 8.) Urtheile: Am 10. Zuli wurde Heinrich Hild aus Ortenberg, wegeu ansge- zeichneten Diebstahls, in eine geschärfte CvrrectionShauSstrafe von 21/2 Zähren verurtheilt. Am 11. Juli wurde Marie, Daniel Walther's Ehefrau aus Freienseen, von der gegen sie wegen Meineids erhobenen Anklage, nachdem die Geschwornen das „Nichtschuldig" erklärt hatten, freigesprochen. Gießen. (Sitzung des Gemeinderaths vom 9 Juli. Anwesend: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Gemeinderathsmitglieder Bücking, Ferber, Hanstei», Nagel, Petri, Ricker, Rosenberg, Silbereisen und Weidig. Der Gemeinderath nimmt Kenntniß von der Verfügung des Großh. Kreisamts vom 8. Juli, betreffend die Pensioni- rung des Lehrers an der ersten Mädchenschule. Der Gemeiderath erklärt sich in Bezug der Reinigung der Straßen, insbesondere des Kanzleibergs, mit dem von Großh. Kreisanit vorgeschlagenen Zusatz zu dem Localpolizeireglement einverstanden. Nachdem der Großh. Bürgermeister über die Verhandlungen mit Großh. RegierungScommiflär, Ministerialrath Schleiermacher, Bericht erstattet hatte, und fdieser Gegenstand unter Zuziehung des Vorstandes des hiesigen Handelsvereins ausführlich besprochen worden war, beschloß der Gemeinderath, nächsten Samstag eine Berathung unter wiederholter Zuziehung des Handelsvereins und der gegenwärtig hier anwesenden Land- tagSabgeordneten eintreten zu lassen. Der Gemeinderath beschließt auf die Verfügung Großh. Kreisamts vom 8. Juli zu erklären, daß durch die von dem Großh. Kreisbauamt dahier gestellten neuen Bedingungen das Bauen an der Grünberger Straße zur Unmöglichkeit gemacht werde. Die Ausführung des vorgelcgten KvstenüberschlagS für Anfertigung von Gurten für die Feuerwehr im Betrag von 30 st. 30 fr. soll erfolgen. Der Voranschlag zur Erbauung eines Durchlasses am Burgweg wird an den Bauausschuß zur Begutachtung überwiesen. Der Gemeinderath nimmt Kenntniß von dem Schreiben de« Großh. Oberstlieutenants Kraus vom 6. Juli in Betreff der Einquartierung der nicht zu caseruirenden Mannschaften deS 2. Infanterieregiments. Die Bitte de« Kaufmann Schweitzer zu Darmstadt um Ermäßigung des Wiegegclees für die von ihm contractlich übernommene Lieferung von 1600 Centncrn Steinkohlen für den Bedarf de« hier zu garuisonireudeu zweiten Infanterieregiments wird mit Rücksicht auf die hier wohnenden Concurrenten des Bittstellers, welche durch eine Preisermäßigung der Wiegegebühren in Bezug aus die hier in Frage stehende Lieferung im Nachthcil sich befinden würden und wegen der Geringfügigkeit der Lieferung selbst abgeschlagen. Der Gemeinderath entscheidet sich nach Vorlage de« Gutachtens des Cantors Schwabe und Mufiklehrers Zimmer für Ausführung der Verbesserungen an der Kirchenorgel für die billigeren Vorschläge de« OrgelbamrS Forster in Lich. Die übrigen Vorlagen und Beschlüsse betreffen Angelegenheiten persönlicher Art. Gießen, 11. Juli. In der Nacht von vorgestern auf gestern sind in der Obstbaum - Allee auf der Straße nach Wieseck 10 Bäume abgebrochen worden. Der heute von der hiesigen Polizei ermittelt« und verhaftete Thäter (ein wegen Gewohnheitsbettelns ic. schon ost bestrafter Bursche auS Alten- Buseck) ist der nämliche, welcher vor 2 Jahren mehrere Bäume auf dieser Straße mit einem Säbel abgehauen hatte und deß- halü in eine ((monatliche MilitärarbeitSstraf« verurtheilt worden ist. Dießmal dürft« ihn eine schwerere Strafe treffen. Gießen, 14. Juli. Wir verfehlen nicht, ein kunstsinnige« Publikum aufmerksam zu machen, daß heute und morgen die letzte Darstellung der Wunderfontainc des Herrn Gustav Petsch int Zinßer'schen Garten stattfinden soll, und glauben, daß das lebhafte Interesse, welches diese« Wunderwerk überall hervorgerufen hat, auch hier auf eine zahlreiche Betheiligung schließen läßt. — Es ist unbeschreiblich, welchen Eindruck diese« in den schönsten Farben strahlende Zuuberwerk auf denjenigen hervorbringt, welcher dasselbe zum erstenmal« sieht und wieder sieht. Man glaubt sich unwillkürlich in das Feenhafte, in die Mährchenzeit unserer Kindheit, in tausend und eine Nacht »ersetzt, wo di« Phantasie, in schönster Weise angeregt, uns immer wieder zum Wunderbrunnen zieht. Darmstadt, 8. Juli. Das Regierungsblatt Nr. 36 vom gestrigen Datum enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums de« Innern, die Organisation der Ersatzbehorden betreffende II. Oeffentliche Anerkennung. Der Badehausbesitzer und Schwimmlehrer Philipp Lenz zu Offenbach hat in den Jahren 1827 bis 1854 in verschiedenen Fällen eine Anzahl von Menschen, welche im Main und der Nidda in die Gefahr des Ertrinkens gerathen waren, mit eigener Lebensgefahr vom Tode gerettet. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Philipp Lenz in Anerkennung dieses muthvollcn und menschenfreundlichen Benehmens, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift : „Für Rettung von Menschenleben" Allergnä- digst zu verleihen geruht. III. Bekanntmachung Grvßherzoglichen Kriegsministeriums, die Zahlung der Vertretungssummen für Militärpflichtige, welche sich bei der nächsten Truppenergänzung vertreten lassen wollen, betreffend. Mit Bezug auf den Artikel 1 deS Gesetzes vom 8. November 1860, die Erhöhung der Militär-Stellvertretungs- und Einstandssummen betreffend und auf §. 6 der Allerhöchsten Verordnung vom 8. Januar d. I., Abänderungen der Recru- tirungSgesetzeS betreffend, wird bekannt gemacht, daß die Vertretungssummen für Militärpflichtige, welche sich bei der nächsten Truppenergänzung vertreten lassen wollen, vom 16. Juli an in die Einstandskaffe gezahlt werden können. IV. Bekanntmachung der Großherzoglichen Commission für Postangelegenheiten, die Veränderung des PersonengeldtarifS aus dem Course zwischen Alsheim und Alzey betreffend. V. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Alzey, den Ausschlag des Gehalte« des Großherzoglichen Rabbinen zu Alzey für das Jahr 1868 betreffend. VI. Verzeichniß rechtskräftig gewordener, in Gemäßheit der Art. 30 des Strafgesetzbuchs im Regierungsblatt bekannt zu machender Strafeckenutnisfe der Gerichte der Provinz Starkenburg. VII. Ermächtigung zur Annahme fremder Or, den. Sein« Königliche Hoheit der Großherzog haben alier- gnädigst geruht: am 14. Juni dem Professor Dr. VullerS zu Gießen die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Kaiser von Rußland verliehenen St. Stanislaus - Ordens zweiter Klaffe, — dem Hoföcv- nomie-Jnspector Jäger die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Könige von Preuße» verliehenen rothen Adlerordens vierter Klasse zu ertheilen. VIII. Namensveränderunggen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 19. Juni der Elisabeth K r i ck s e r aus Pfiiffligheim zu gestatten, statt ihres bisherigen Familiennamens Krickser in Zukunft den Familiennamen Christ, — an demselben Tage dem Adam Diefenthäler zu Framersheim zu gestatten, in Zukunft statt seine« bisherigen Familiennamens Di.fenthäler den Familiennamen Bechtolsheimer — und am 23. Juni der Margarethe Tron aus Walldorf zu gestatten, iu Zukunft statt ihres bisherigen Familiennamen« Tron den Familiennamen Zwilling zu führen. IX. Militärdienstnachrichten. X. Concurrenz für: die reformirte Schulstelle zu Leng- eld mit einem Gehalte von 451 ff. 15 fr., nebst vier Stecken Holz zur Heizung de« SchullocalS; — die evangelische Schul- stelle zu Hohberg und Kailbach, mit einem Gehalte von 300 ff., nebst vier Stecken Holz zur Heizung de« SchullocalS; dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; — die evangelische Schulstelle zu Merfen- fritz mit einem Gehalte von 300 ff., nebst vier Stecken Holz; dem Heirn Fürsten zu Isenburg - Birstein steht das Präsenta- tionsrecht zu dieser Stelle zu; — die zweite evangelische Schulstelle zu Wenings mit einem Gehalte von 300 ff., nebst vier Stecken Holz zur Heizung de« SchullocalS; dem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Birstein steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; — die dritte fatholische Schulstelle zu Nieder-Olm mit einem Gehalte von 300 fl., für Heizung de» SchullocalS wird durch die Gemeinde gesorgt; — die vierte evangelische Schulstelle zu Vilbel mit einem Gehalte von 365 ff., nebst einer Vergütung von 40 fl. für Heizung des SchullocalS. Herrieden, 6. Juli. Das jetzt herrschende fühl« und unfreundliche Wetter ist dermalen fast über ganz Europa ver. breitet. Demselben gingen im Westen und Norden heftige Gewitter voran. Mit Ausnahme der Westküsten steht der Barometer in ganz Europa unter dem Mittel, und kann sich bei dem unruhigen Luftmeer nur allmählig wieder bessere Witte- rung einstellen. - , Eine durchaus rationelle Methode ist die Butterbereitung mittelst der sich durch die Einfachheit ihrer Constructivn auszeichnenden Cliftonschen atmosphärischen Buttermaschine. Durch Zufuhr atmosphärischer Luft wird hier eine Ausscheidung der Fettkügelchen bewirkt, und die ganze Butterbereitung erfordert, wenn man frisch« Milch dazu nimmt. 10, bei langsamerem Arbeiten 15 Minuten; verwendet man Rahm, dem man Milch ober Wasser zugießt, so ist die Arbeit in noch kürzerer Zeit vollendet. Die gewonnene Butter ist von vorzüglicher Güte und hat einen sehr angenehmen Geschmack. Die atmosphärische Buttermaschine hat sich bei den vielen mit ihr angestellten Versuchen so bewährt, und die ihr nachgerühmten Vorzüge vor anderen Arten der Butterbereitung so augenfällig dargethan, daß sich zu ihrer Verbreitung in London eine eigene Gesellschaft gebildet, welche sie auf der dortigen Ausstellung von 1866 und im vorigen Jahre in Pari« ausgestellt hat, in Folge dessen sie in England mehrere Preise und in Paris als besondere Auszeichnung di« silberne Preis- Medaille erhalten hat. Auf Grund eigener, von uns ange- stcllter Versuche nehmen wir feinen Anstand, die „atmosphärische Buttermaschine" als ein für ben praftischen Gebrauch vollfommen geeignetes, sehr nützliches und dabei nicht thenere« Oeconomie- und Hausgeräthe zur Anschaffung und Benutzung zu empfehlen. Red actio», Druck und Verlag der Brübl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pirtfck) in Gießen.