Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kiefzen. Nr. 6 Dienstag den 14 Januar 1868. Amtliche Bekanntmachungen. Gießen, am 9. Januar 1868. Betreffend: Die Vollziehung des Gesetzes vom 6. Juni 1853, die Versicherung der Gebäude gegen Brandschäden betr- Das Groß herzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Bersrod, Beuern, Ettingshausen, Garbenteich, Gießen, Hattenrod, Hausen, Lang-GönS, Lich und Nieder-Bessingen. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 9. December 1867 binnen drei Tagen bei 30 kr. Strafe. Dr. G o l d m a n n. Wegen Geschästsüberhäufung der bisherigen Feuervisitatoren Maurermeister AiMst Nauheimer und Zimmermeister Joh. Alker dahier ist der Weißbindermeister Julius Loch und der Schreinermeister Jakob Köhler I. dahier mit der Untersuchung der Feuerungsanlagen in der Stadt und Gemarkung Gießen beauftragt worden. Dieselben sind zugleich ermächtigt worden, die Feuervisitatoren Maurermeister Christian Haubach und Zimmermeister Joh. Alker in den Bezirken der Bezirksbauaufseher Körner und Hahn in Verhinderungsfällen zu vertreten. Die Vornahme der Feuervisitationen in den Orten des Hl. Bezirks bau aufseh er bezirks, mit Ausschuß der Stadt Lich, ist dem Bezirksbauaufseher Schon zu Lich in Gemeinschaft mit den bisherigen Feuervisitatoren, Maurermeister Johannes Winn und Mmmermeister Friedrich Eise daselbst, übertragen worden. Gießen, den 7. Januar 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. ® o Ite m a n m' - Das Großherzoglicht L a n mg e'r'i ch t Gießen bringt hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß das neu errichtete Großherzogliche Ortsgericht zu Treis an der Lumda, als dessen Vorsteher Johannes Becker VI., und als dessen weitere Mitglieder Nicolaus Opper, Christoph Findt und Karl Wagner von dort ernannt worden sind, mit dem 15. I. Mts. seine Thätigkeit beginnt. Gießen, den 11. Januar 1868. Bötticher. Besondere Bekanntmachungen. 211) Die Schulgelder aus den städtischen Schulen und der Realschule pro IV. Quartal 1867 können in den ersten 8 Tagen ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden. Gießen, am 9. Januar 1868. Der Stadtrentmeister: Enders. 233) Die Vorschriften de? Lokalgütertarifs vom 1. Februar 1866 Seite 7 alinea 4 und 5, sowie Seite 34b, werden vom 1. Februar 1868 ab aufgehoben, und treten an deren Stelle von diesem Zeitpunct an folgende: 1) Die Verwaltung ist befugt, die Güter der Wagenladungsklassen in unbedeckten Wagen zu befördern. Der Versender gibt sein Einverständniß mit dieser Beförderungsart zu erkennen, falls er nicht bei der Aufgabe durch schriftlichen Vermerk auf dem Frachtbriefe die Beförderung des betreffenden Gutes in bedeckt gebauten, oder, wenn solche vorhanden, mit Decklaken versehenen Wagen verlangt — Confr. §. 22, Ziffer 2 des Betriebsreglements. — In diesem Falle werden folgende Zuschlagsgebühren neben den gewöhnlichen Frachtsätzen erhoben: a) bei Beförderung in gedeckt gebauten Wagen: 33>/g"/o von der Fracht der berteffen- den Tarifklasse, b) bei Beförderung in mit Decklaken versehenen Wagen: eine Miethe von 15 Sgr- pro Decke und jede angefangene 25 Meilen. Die Verwendung eigener Decken bleibt den Versendern vorbehalten. Die im Maaren-Verzeichniß mit lateinischen Lettern gedruckten Artikel werden vorzugsweise nur in offenen Wagen transportirt. 2) Als Provision für Nachnahme wird 2 Pf. pro Thaler bei der Thalerwährung und */2% bei der Guldenwährung mit einem Minimalsatz von 1 Sgr., beziehungsweise 3 Kreuzer eingezogen. (Confr. §. 9 des Betriebsreglements.) Nachnahmbeträge von 5 Sgr., resp. 18 Kreuzer und darunter sind provisionsfrei. Kassel, am 6. Januar 1868. Die Central-Direction der Main-Weser-Bahn. Versteigerungen. Holzversteigerung in der Fürstlichen Obekförsterei Lich. 212) Künftigen Freitag, den 17. d. Mts., Morgens 9 Uhr, soll im District „Fuchsstrauch" und „Koln- häuserkopf" folgendes Brennholz versteigert werden: 1 1 4 6 Eichen - Schmiedklotz von 44 Zoll Durchmesser — 46 Cubikfuß, Nüstern- oder Ulmen-Stamm von 40 Zoll Durchmesser — 624 Cubikfuß, Stecken Rüstern-Prügelholz, „ „ Stockholz, 75 Wellen ., Reisholz. Der Anfang und die Zusammenkunft der Versteigerung ist jedesmal im Distrit Fuchsstrauch. Lich, am 11. Januar 1868. Fürstliche Oberförsterei Lich. 113 Stecken Eichen-Scheidholz, wobei 30 Stecken schönes Werk-Scheidholz, 66 Stecken Buchen- und Eichen-Prügelh., 56 „ „ „ „ Stockholz, 11450 Wellen „ „ „ Reisholz. Alsdann wird nächsten Samstag, den 18. d. Mts., Morgens 9 Uhr, im District „Fuchsstrauch" und „Mühlberg" folgendes Stamm- u. Brennholz versteigert: 79 starke Eichen-Stämme bis zu 40 Zoll Durchmesser — 8628 Cubikfuß, Eigenbrodt. Lieferung von Schuhen. 224) Dienstag den 21. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, wird die Lieferung von 500 Paar Schuhen nach vorliegenden Bedingungen und Mustern auf unserem Bureau auf dem Soumissionswege in Accord gegeben. Gießen, den 11. Januar 1868. Die Bekleidungs-Commission des 1. Jägerbataillons. Dondistel, Hauptmann und Compagniechef. 228) Donnerstag den 16. Januar, Nachmittags von 2 Uhr an, sollen im „Russischen Hof" allerlei gut erhaltene Möbeln, bestehend in einem Flügel, Sopha's, Tischen, Bettladen mit Matratzen, Schreibtisch, Bücherschrank, Etagere, Spiegeln, Stühlen 2C., alles fast ganz neu, sowie verschiedenes Haus-undKüchengeräthe, wegen Wegzugs gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Die Gegenstände können Mittwoch den 15. d.IMts. von 2 bis 4 Uhr Nachmittags eingesehen werden. Große Leinwand-Versteigerung. Dienstag den 14. d. Mts. und die darauf folgenden Tage, Vormittags 9 Uhr, werden im Saale des Gasthauses „Zum Prinzen Carl" eine große Partie Leinen von der geringsten bis zur feinsten Sorte, bestehend in: 30,000 Ellen Leinwand, 10,000 Ellen gebleichtem und ungebleichtem Zwilch zu Handtüchern, 500 Dutzend weißen leinenen Taschentüchern in verschiedenen Sorten, ferner in einer großen Partie Tafelgedecken mit 6, 12, 18 und 24 Servietten, Tischtüchern, Tisch-, Thee- und Kaffeeservietten von dem gewöhnlichsten Zwilch bis zu den feinsten Damastgeweben, gegen gleich baare Zahlung versteigert. Weidig, Ortsgerichtsmann. Ksr" Zur Beachtung. Aus dem großen Leinwandlager im Saale des Prinzen Carl habe ich heute nach eigener Wahl von den verschiedenen Sorten zwanzig Stück bezeichnet, von denselben Proben genommen und dieselben auf einen Zusatz von Baumwolle mikroscopisch untersucht. In keiner der zwanzig Leinwandproben zeigte sich eine Spur Baumwolle. Dies bezeugt hiermit (214) Gießen, 9. Januar 1868. Dr. Otto Buchner, Großh. Reallehrer. Feilgebotenes. Comprimirte Ricinusölpomade in Stangen, a 18 kr. pr. Stück. 235) Diese Pomade theilt die nämlichen allseitig anerkannten haarwuchsbcförderndcn Wirkungen mit der allbekannten Ricinusölpomade in Büchsen, bietet noch den Vor- tl)eil bequemer Anwendung und dient gleichzeitig als Cosmetique für Bärte. Zu haben bei__________Carl Frech. 226) Malztreber in kleinen und größeren Quantitäten zu haben in der Brauerei von Georg Heß & Comp. Für alle Schreibende empfehle ich mein Lager der allein ächten patcntirten Alizarin- Tinte, Anilin- Tinte, Tintenextract, Dresdener veil- chenblauschwarzcr Schreib-, Copir-, Stahlfeder- und Archiv-Tinte, sowie rother und blauer Carmin-Tinte, aus der rühmlichst bekannten Fabrik von August Leonhardi in Dresden, in den verschiedensten Füllungen zu den bekannten Preisen. (239) Carl Frech. Coaks für Zimmerheizung, a 32 kr. pr. Ctr. ab Fabrikhof, ä 34 „ „ „ an's Haus geliefert, bei Entnahme von mindestens 5 Ctrn-, ist fortwährend zu haben beim (223) ___Gießener Gaswerk. 247) Frisch gewässerte Stockfische bei ______________I. A- Busch Söhne. Beachtenswerth für Hühneraugen-Leidende. 236) Neues Hülineraugen- mittel, befreit ohne Messer, sicher, schnell und schmerzlosvon diesem penn- genden liebel. Rach 'kurzem Gebrauch lost sich nach ein- oder zweimaligem warmem Fußbad das Hühnerauge ganz von selbst ab. In Flacons ä 21 kr. zu haben bei Carl Frech. Zcugniss: Nachdem ich länger als 20 Jahre an einem hartnäckigen Hühnerauge litt, was mir manche bittre Stunde bereitete und oft die schönsten Parthien verdarb, brachte ich vorstehendes Mittel zur Anwendung und bin jetzt glücklich, über das nach kurzem Gebrauche ohne Schmerzen radical beseitigte liebel. Dresden, Monat October 1867. Eduard Vogel. 1 . _ , -i Damentasche, enthaltend: einen goldenen Aecht englische Stiefel- ein Portemonnaie mit Geld, 12 u v 7 • i! ,.a; k mtA Zurückgabe Belohnung. 9 Vermischte Anzeigen cntc arzen rugeschnittene Kinderhemdcn, ein Strickzeug, ein Schildkrotkämmchen, schwarze Spitzenbarbe, Nadelbüchscheu, mit rothem Leder überzogen, desgl. Scheere und andere Klei- niqkeiten, verloren worden. Der ehrliche Finder erhält 6 fl. Belohnung. Abzuliefern entweder an die Exped. d. Bltts., oder an Gärtner Seitz in Arnsburg bei Lich. Im Monat December sind eingegangen: 2102 Anträge über.......... Jahres-Einnahme.......... Versichertes Capital......... Bis 31. December 1866 bezahlte Versicherungssumme ............. 240) Am 9. Januar ist auf dem Wege von Lich nach Laubach eine braune lederne fl. 2,116,107. „ 2,625,761. „ 78,791,232. „ 2,728,603. wichse in Vi und Vr Füllungen ä 6 und 9 fr. 237) Diese neue Wichse,, welche in kürzester Frist den schönsten tiefschwarzen Glanz giebt, ist frei von allen schädlichen Säuren und hat vermöge ihres passenden Gehalts an Paraffin und Glycerin die vortreffliche Eigenschaft, dem Leder stets eine vorzügliche Elasticität zu erhalten und das Austrocknen und Springen desselben gänzlich zu verhüten. Alleiniges Depöt bei Carl Frech. 249) Eingesandt! Mit Rücksicht aus die Annonce des Gießener Anzeigers vom 11. d. Mts., „große Leinwand-Versteigerung betreffend", macht man das Publikum darauf ausmerksam, daß ein auch noch so sorgsalttge mikroskopische Untersuchung des Lernen - Gesprnnstes keine ausreichende und sichere Gewähr sür dre Dauer- hastigheit und Gute des Gewebes bietet. ä la Slratiss, angeführt von der Capelle des 34. Znfanterie-Negiments aus Fran furt, unter persönlicher Leitung bes Capellmeisters Herrn Parlow Entree ä Person 30 fr. Bei Abnahme von mindestens 10 Karten auf einmal (bis zum 17. d. Mts., Abends) ä Karte 24 fr. Anfang 6 Uhr. Hierzu ladet ergebenst ein H* I» Srmon, in Friedberg. 238) Vorigen Sonntag, den 12. Januar, ging beim Aus gang der Kirche ein Taschentuch, S. D. 12 gezeichnet, verloren. Man bittet den redlichen Finder um desselben unter entsprechender Belohnung. Abzugeben an die Exped. d. Bltts. Turnverein. 230) Dienstag den 14. I. Mts., Abends Uhr, im Promenadehaus: Generalversammlung. Tagesordnung: Ball. ______ Der Vorstand. O e r m a n i a 5 t'kbensvechcheruligs - Aktien - Gesellschaft in Stettin. Grund-Capital: 3,250,000 Gulden Süd. Währ Mäßige Prämiensätze. Schleunige Ausfertigung der Policen. Darlehne auf Policen. Prompte Auszahlung bei Todesfällen. 242) Ein junger Mann, der die Buchführung gründlich versteht, sucht für ferne freie Zeit Beschäftigung. Auch erbietet sich derselbe, Kindern Unterricht im Rechnen -c. zu ertheilen. Wer? sagt die Exped. d. Bl. 222) Unterzeichneter empfiehlt sich einem verehrlichen Publikum im Aufsetzen und Reinigen von Oefen und bittet um geneigten Zuspruch. Seine Wohnung betmdet sich im vormals Kranz'schen Hause«! der Katharinengasse-Carl Raube r. Beachtenswerte ° 232) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie gegen Schwächezustände 'der Harnblase und Geschlechtsorgane. Specialarzt Br. Kirchhoffer, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz). 234) Ein Portemonnaie mit einigein Geld ist gefunden worden und kann solches in Lit. B. Nr. 130, Neuenweg, in Empfang genommen werden. Arbeits-Gesuch. _ | 253) Ein im Rechnen, Buchführen, Bei- 243) Ein Schlittschuh ist gefunden war- treibung von Ausständen rc. erfahrener den und kann deifielbe in Lit. C. Nr. 86, Schreiber (verhe.rathet) sucht Beschäftigung. Wolkengasse, abgeholt werden.Näheres sagt die Exped. d. Bltts. 220) Ein freundliches, möblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartenwohnung ist zu 216) Ein Familienlogis ist zu vermiethen gig) Altes Zeitunaspapier in großen und sogleich zu beziehen bei . , unb Heinen Partieen kauft Fr- Fürst, m der Neustadt. Rothenberger, Lindenplatz. Nicht M Acischcu imb wohl zu beachten! 253) Je mehr man die Hühneraugen schneidet, desto mehr wachsen sie. Kerne Hühneraugen, Schwielen, Krähenaugen und Frostleiden an den Fußen, sowie Harzen an den Händen mehr. Allen an diesen Uebeln Leidenden empfehle ich Mich, sie gründlich schmerzlos und auf Garantie zu entfernen, ohne zu schneiden, nur vermittelst Auf. leaüna eines Pflasters, wodurch die Wurzeln der so lästigen Hühner- oder Krahenaugen in einer Zeit von 2 Minuten gänzlich entfernt wird. Die, vollständige Heilung wird garantirt. concessionirter und approbirter Hühneraugen-Operateur aus Saarlouis. Sprechstunde: Von Montag den 13. d. Mts. an, Morgens von 8 bis 12 Uhr, Nackmittaas von 2 bis 6 Uhr, bis Montag den 20. d. Mts. mt Gasthaus zum Lm- denhof. — Auf Verlangen werde ich auch die geehrten Herrschaften in ihren Wohnun- gen besuchen. --------------------------------------------------- FeuerversicherungsbankstrDeutschland in Gotha. GeschDs-Eröffnung. - "8&Ä Äku,,b® Schreib - Unterricht. 250) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mich einige Zeit zur Ertheilung des Schreib-Unterrichts hier aufI)alten werde. Durch meinen nur achtstündigen Unterricht garantirc jedein Schlechtschreibenden im Alter von 10 bis 61fahren, möge dessen Handschrift anch noch so mangelhaft und unleserlich und die Hand et schwert oder zitternd sein, eine schöne und geläufige Handschrift. Wer sich hwivon nicht schon in den ersten 4 Stunden überzeugen kann, der mag auf Verlang n gratis aufhören. Amtlich beglaubigte Resultate hangen m der Ricker scheu Buchhandlung zur geneigten Einsicht aus- Das Honorar betragt im Zirkel Vieler 5 Thlr., in besonderem Unterrichte 8 Thlr-, in Schulen 2 Thlr. a Person und wird nur nach vollständiger Leistung des Versprochenen beansprucht- Em besonderer Cursus ist für Damen arrangirt- Sprechstunden nur Mittags 1—2 Uhr. Um frühzeitige Anmeldungen wird gebeten. /a Toscaner 40 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 75% do. II. Emiss. 72 Vs Wechsel» Amsterd. k. 8. 100 Augsb. k. 8. 100 Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 97% Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88^/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119*/z Lyon k- 8. — Paris k. 8. 95 Wien k. 8. 98 Disconto 3% G. Preuss. 41/2°/o Ohl. Frankf. 31 /2°/o Obk &21/4 Nass. 41/2°/o Okk 95 — Kurh. 4% Obi. 90 V4 Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 90*/2 P. „ 31/2% do. do. 86% Bayer. 5% Obi. 101 ’/4 n 41/2% 1jährige 93siz „ 41/2% Viiäürige 933/4 Würtemb. 4 r/g0/0 Obi. 94 V4 Baden 4*/2°/o Obi. c. E.L. 937/y Oestr. 5% b. R. 60 5% National 53*/2 „ 50/0 Metall. Obi. — 1, „ M. steuerf. 48V4 Amer. 6% 1882r Bds. 75"/a „ 6% 1885r 755/8 CSeldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 447/g-45l/g Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 Pistolen . - 9 49-51 „ doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankenst. 9 29-30 Engi. Souver. 11 54-58 Buss. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 27-28 Anlelieneloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 53 Vs Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. 41 40/g bayr. Präm. Anl. — 40/o badische Loose 97V« Badische fl. 35 Loose 51V4 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 70 1864r „ 76 Actien. Frankf. Bank 125siz Oester. Bank 668 „ Creditact. 180siz 1 Darmst. Bankact. 204________ w bei Herrn Göbel im Lindmhof, eine Treppe hoch, wozu die Mitglieder recht zahlreich erwartet werden. Tagesordnung: 1) Vorstandswahl, 2) Rechnungsabhör, 3) Abänderung der Schießordnung, 4) Vorlage über die nicht eingegangenen Ertra-Beiträge, 5) Uebergabe des Schießplatzes an das 1. Jägerbataillon. Gießen, 14. Januar 1868. Der Vorstand. w Gießen. Morgen, Mittwoch -en IS. Januar, Abends 8 Uhr: Vetter und Base. Eine Familiengeschichte. (Fortsetzung.) „Ja, krank am Herzen und am Willen, halb verrückt vor Sorgen," murmelte Balder, und wandte sich ab. „Ich habe heute Abend fünfzig Arbeiter entlassen müssen — es war ein Jammer auf der Fabrik, daß mir die Ohren davon gellen! Es waren Verheirathete darunter, und der Winter ist vor der Thüre! Und wie bitter muß den Leuten erst die Armuth werden, wenn sie heute Abend die Fronte und die Fenster dieses Hauses im hellsten Kerzenschein über das Thal hin werden leuchten sehen, wenn der Nachtwind ihnen die fröhliche Tanzmusik hinüberträgt in die Vorstadt, und wenn sie ahnen, daß ich mit dem Gelde, was dieses Fest mich kosten muß, sie noch einen Monat länger hätte beschäftigen können! — Albertine, die Verwünschungen, welche heute Nacht über mich ausgestoßen werden dürften, kommen zum Theil auf Dein Haupt!" „Mich berühren sie nicht, und wenn sie so laut schrieen, daß sie unsere Tanzmusik übertönten," erwiederte Frau Balder kalt- „Unser Ball ist allerdings theuer, allein der Zweck, den ich dabei im Auge habe, Roberts und unserer Kinder Zukunft . . ." „Und Deine ungemessene Eitelkeit und Prunkliebe, Albertine!" fiel ihr Gatte ihr düster in's Wort- „Ich fürchte, Du irrst Dich in Robert gewaltig, und er billigt so wenig als ich den ungemeffenen unsinnigen Aufwand, welchen Du und Deine Töchter machen! Er ist Kaufmann und eines Kaufmanns Sohn; er kennt den Werth des Geldes besser als Du wähnst. Er wird mich verdammen und meine lächerliche Schwäche, daß ich in solche tolle Verschwendung willigte, und er hat Recht — ich verdiene den herbsten Tadel über meine Nachgiebigkeit; aber was soll ich thun, um mir Ruhe zu schaffen, jene Ruhe, die ich zu meinen Unternehmungen bedarf? Von Dir jedoch, Albertine, ist es unverantwortlich, daß Du mit meiner Ehre und mit meinem Kredit so frevelhaft spielst, und um Deines zügellosen Ehrgeizes willen . . . „Schweig', Balder!" fiel ihm seine Gattin herb in die Rede; „Du hast allein alle Schuld. Früher hast Du mich verwöhnt — ich mußte Aufwand machen, Dir Kredit zu schaffen; ich that es und kann folgerichtig nicht wieder abbrechen und zurückgehcn, zumal nicht jetzt, wo wir zwei Töchter zu verheirathen haben. Warum hast Du meinen Rath nicht befolgt? Vor zehn Jahren verlangte ich, Du solltest einen Theil Deines Kapitais aus dem Geschäfte ziehen, das Gut Sommerau dafür kaufen und auf mich und die Kinder einschreiben lassen, anstatt von Jahr zu Jahr neue Gebäude zu errichten, neue Maschinen anzuschaffen und die Fabriken und damit das Ristco zu vergrößern .... Wenn nun Deine Berechnungen fehlschlagen, und wenn ich den letzten Wurf thue, um wenigstens unsere beiden ältesten Töchter zu versorgen, so ist mein Gewissen um so ruhiger, als ich ja damals wirklich Recht hatte, wo ich meinen Willen wegen Sommerau durchsetzen wollte .... ein ganz praktischer Plan, welcher nur an Deinem Eigensinn, Deiner Kurzsichtigkeit und Verblendung scheiterte, aber Dir je länger desto mehr als gerechter Vorwurf auf der Seele brennen wird. Wie viel ruhiger könntest Du nun sein, wenn unsere Zukunft durch den Besitz eines Ritterguts gesichert wäre! . . ." Eine Pause entstand; der Vorwurf mochte etwas gegründet sein und dem Fabrikherrn zu Herzen gehen; aber das heutige Fest, das so seltsam und ver- hängnißvoll mit der Entlassung der Arbeiter zusammenfiel, schien den Geist des Mannes ausschließlich zu beschäftigen. „Ich rede nicht von vergangenen Dingen," sprach er dumpf; „es handelt sich nur um die Gegenwart — dieses Fest ist ein ganz nutzloses, eine rein muthwillige Ausgabe. Irgend ein Zufall kann Robert unterwegs aufgehalten haben, und er kommt gar nicht, und dann sind nicht nur Deine Erwartungen vereitelt, Albertine, sondern meine Feinde und Neider haben einen gegründeten Vorwurf mehr gegen mich in Händen, wenn . . . ." „Kein Wenn und kein Aber, Balder!" unterbrach ihn die Commerzienräthin, um ihn das gräßliche Wort nicht aussprechen zu lassen, vor welchem ihr selbst graute. „Wenn Robert heute Abend nicht ankommt, von irgend einem Hinderniß aufgehalten, so sind wir außer aller Schuld; aber es wäre ärgerlich, wenn wir uns mit diesem Ball vergebliche Mühe und Kosten gemacht hätten, um ihn zu bewillkoinmen!" „Rieth ich nicht, die Soirse noch um einige Tage hinauszuschieben, wenn sie je so unerläßlich war, wie Du sagtest? ...."" »Ja, dqmit Du Zeit gewannst, sie ganz zu vereitelen — abgeneigt wie Du warst gegen mein ganzes Vorhaben!" sagte die Commerzienräthin. „Aber genug davon! Die Sache ist nun einmal so, und zu geschehenen Dingen muß man das beste reden! — Aber was für ein Brief ist das, den Du eben öffnest? Neue schlimme Nachrichten?" „Nein, nur ein Brief von meinem Bruder. Christian schreibt mir, sein Sohn Rudolph, den ich als zweiten Buchhalter in's Geschäft nehmen will, weil ich in solchen Zeiten nur zuverlässige und discrete Leute um mich haben muß, wo jede Indiskretion meinen Ruin herbeisühren kann," setzte er wie eine mildernde Entschuldigung hinzu, denn er wußte, daß er seiner Frau eine sehr unangenehme Mittheilung mache; „Christian schreibt mir also, daß Rudolph heute Abend eintreffen wird, und ich wollte Dir nur sagen, Albertine, daß, wenn der junge Mensch noch nicht da ist . . . er jedenfalls noch heute kommen und bei uns hier absteigen wird „Hier? bei uns? und gerade heute, an unserm Gesellschafts-Abend? .. sagte die Commerzienräthin und ihr Gesicht erglühte vor Entrüstung. „Als ob Rudolph und fein Vater dieß hätten errathen können?" versetzte Balder trocken. „Uebrigens kommt er vielleicht erst spät an und wird eure Freude nicht stören, woran jedoch auch nichts läge, denn ich denke, mein Geschäft geht vor eurem Vergnügen, und ich werde den Jungen schon hier unten beschäftigen. Du wirst also die Güte haben, einstweilen ein Zimmer für ihn Herrichten zu lassen, daß er ein Unterkommen findet, wenn er eintrifft! „Aber wir haben alle Gastzimmer voll, Gottfried! ich weiß ihn nicht mehr unterzubringen," sagte Frau Balder kalt und entschieden. „Das beste Gastzim- wer haben wir natürlich für Robert gerüstet, und in den andere» beiden übernachten die Fräulein v. Seewald mit ihrer Mama und die junge Gräfin Spaneck, denen wir doch nicht zumvthen können, bei solchem Wetter nach dem Balle zwei Meilen weit auf ihr Gut zurückzufahren. Also wird es wM das gerathenste sein, wenn ich im Englischen Hof ein Zimmer für den neuen Vetter vom Lande bestelle. . . ." „Nichts da! was fällt Dir ein! meines leibhaftigen Bruders Sohn sollte im Gasthof einquartiert werden, während wir hier landfremde Personen beherbergen, die keinen anderen Anspruch an unsere Gastfreundschaft haben, als die Befriedigung Deiner Eitelkeit, einige adelige Damen auf eurem Balle zu sehen! Ich sage, Albertine, der Neffe Wird hier Aufnahme finden!" „Dann sorge Du für ihn — ich weiß nicht Rath zu schaffen! Ich habe noch so viel zu sorgen und zu ordnen, daß ich kaum weiß wo mir der Kopf steht, und mich nicht um das Unterkommen eines solchen täppischen Bauern» burschen bekümmern kann!" „Bauernburschen? täppisch ?" wiederholte Herr Balder und die Galle ward ihm warm, so daß er seiner Fran einen Blick voll Entrüstung zuwarf; da sie aber denselben mit der kältesten Gleichgiltigkeit erwiederte, so begnügte sich Herr Balder am Ende mit einem Seufzer und stummen Kopfschütteln, und sagte: „Nun denn — auch gut! Wir Wollen einmal sehen, wer seinen Willen durchsetzt ! Ich werde mich an Paulinen wenden, damit Du und Deine vornehmen Töchter nicht von dem Bauernburschen behelligt werden!" Damit eilte er hinaus. Die Commerzienräthin sah ihm erstaunt nach. „Bah, es lohnt nicht der Mühe, sich darüber zu ärgern. Wenn nur Robert gewiß kommt, was liegt dann an dem Andern?!" Und so rauschte auch sie aus dem Zimmer und ging zu ihren Töchtern hinauf, um diesen die unholde Kunde zu bringen. „Das sind erbauliche Nachrichten!" rief Henriette ärgerlich; „es ist doch abscheulich, daß uns jede Freude in's Wasser fallen muß. Nicht genug, daß Robert nicht zu kommen scheint, für den wir uns so sehr angestrengt haben, so muß uns Papa's Schwäche für feine Verwandten auch noch diesen Bauernbur- schen da auf den Nacken setzen! Natürlich wird ihn Papa nun schon uns zum Trotz in die Gesellschaft einführen, und er wird nicht so viel Takt haben, entweder Wegzubleihen oder sich wenigstens nicht für unfern Verwandten auszugeben. Mama, was ist da zu machen?" Die Commerzienräthin zuckte die Achseln. „Papa ist heute Abend so gereizt , Kinder! ich kann es nicht umgehen, diesen Rudolph hier aufzunehmen, aber wir geben ihm ein Dachstübchen . . ." „Und Du sagst, Stephan, er solle ihm bedeuten, daß er auf seinem Zimmer bleiben möge, da Du ihn heute Abend nicht empfangen könntest! Nicht wahr, Mama?" fiel Henriette ein. „Nein, nicht so, Mama," bat Adelheid; „wir führen ihn lieber hier ein und bitten einen unserer älteren Herren, ihn zu beschäftigen." „Wir haben feine älteren Herren eingeladen, denen wir ihn anvertrauen könnten," sagte Henriette schnippisch. „Die alten Herren, welche der Vetter vom Lande heute hier trifft, sind lauter Männer, die sich ein Vergnügen daraus machen würden, diesen täppischen Vetter mit Champagner betrunken zu machen und ihn dann plaudern zu lassen — ihm 'die Würmer aus der Nase zu ziehens, wie sie es nennen — und dann morgen alles gleich weiter zu erzählen, damit die ganze Stadt auf unsere Kosten lache. Es ist abscheulich von Papa, daß er uns dieß angethan hat," setzte sie ärgerlich hinzu, so daß ihr die Thränen in die Augen traten; „aber ich bin dafür, daß dieser Vetter vorn Lande nicht in die Beletage herab komme." „Sei ganz ruhig, meine Siebe!" erwiederte die Commerzienräthin mit eisiger Gelassenheit. „Ich werde meine Maßregeln schon nehmen. Wenn euer Vater darauf besteht, seine ganze Sippschaft vom Dorfe hier einzunisten und ihnen Unterkunft zu geben, so werde ich gewiß dafür sorgen, daß sie der Familie keine Schande machen. Ich werde Papa schon den Kopf zurecht sehen. Aber nun ärgert euch nicht mehr, meine Kinder, sondern sputet euch, daß ihr mit dem Ankleiden fertig werdet." (Forts, folgt.) Politische Rundschau Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Chr- Pietsch) in Gießen. um die Procentantheile der einzelnen Postgebiete an den gemeinschaftlichen Einnahmen der Fahrpost fest- zustellcn. Der norddeutsche Bund ernennt 14, Oesterreich und Baiern je 2, Württemderg und Baden je 1 Mitglied. Der Vorstand der Commission wird Berlin, 9. Jan. Auf Grund der Postver- träge vom 23. Nov. v. I. findet der Zusammentritt der aus zwanzig Beamten betheiligten Postver- Paris, 9. Jan. Die Majorität der fanzösi- schen Kammer-Redner haben bei Berathung des Mi. lilärgesetzes die widersinnigsten Urtheile über das Verhältniß Deutschlands zu Frankreich verlauten lassen. Die meisten der Reden athmen Kneg, als wenn Frankreich dadurch geholfen würde. Der größte Schreier, Thiers, möchte Mobil- und Na- tionalgarde dran geben, um Alles auf eine überwältigende active Armee zu verwenden; Girardin dagegen schreibt heute in der Liberte: „Um die erste Schlacht zu gewinnen, müssen alle französischen Sol- baten, die vor dem Feinde stehen, kriegstüchtig sein, und hinter ihnen muß der nationale Aufschwung lodern, den die Freiheit entzündet." Mit andern Wor- ten: bevor der Krieg eröffnet wird, muß Frankreich statt der Kapuze wieder die phrygische Mütze aus- setzen! ... Daß der Kaiser dieses Recept nicht zur Hofapotheke schickt, begreift sich von selbst und daher ist er klüglich für die Homäopathie, er läßt den Li- beralen die Kriegslust durch die Kriegswuth der Kle- rikalen und Legitimisten verleiden. Die Vogelbeeren, die Thiers in den Sprenkel hängt, um den Kaiser zu fangen, sind die deutschen Kleinstaaten: das sei, ruft der moderne Marius aus, Frankreichs ureigenste Politik von je her gewesen. Die Liberte beweist ihm in ihrer Neujahrsbetrachtung die Frechheit dieser Doctrin. „Wann", fragt sie, „hat Frankreich je- mals die Kleinstaaten, die es so sehr geliebt haben soll, geschont? Hat es etwa unter Ludwig XI. mit solcher Waare mehr Federlesens gemacht, als Bismarck neuerdings? Hat es etwa die Bretagne unge- schluckt, die Bourbogne uneinverleibt gelassen? Hat es nicht bei Marignano nach der Schweiz geschnappt, hat es nicht Mailand und Neapel verschlingen, ja, hat cs nicht sogar den Niederlanden, als sie gegen Spanien sich erhoben, einen französischen Prinzen einpflanzen wollen? Schonte es die Guisen und das Haus Lothringen? Annectirte es nicht die drei Bisthümer und griff es nicht nach dem Herzogthum Buillon und Luxemburg? Hat es unter Ludwig XI V. nicht Holland einsacken, Genua bombarviren lassen und Vie Jesuiten und Jacob II. gegen den Statt- Halter von Holland unterstützt, ja, unter Ludwig XV. sich mit Oesterreich verbunden, um Preußen in den Windeln zu ersticken, und hat Bonaparte Venedig nicht an Oesterreich verschenkt? Annexion war Frankreichs Protektion gegen seine kleinstaatlichen Nachbarn, und so geht es in der ganzen Welt: Bismarck protektorirt die deutschen Kleinstaaten gegen Frankreich, Victor Emanuel die italienischen gegen Oesterreich, Rußland will Bulgarien, Griechenland Kandia „pro- tegiren", wie die Vereinigten Staaten Mexico." Spanien. Auch in Spanien hat man dies Jahr einen sehr strengen Winter. Der „Llopd bi Espana" meldet, baß Vie Wölfe von der Sierra Morena herabkommen und die Umgegend von Cordova beunruhigen; ein Gärtner hatte neulich einen harten Kampf mit einem dieser Thiere zu bestehen. Das „Journal de Barcelona" meldet, daß in Villa- Franca (Catalonien) am 3. und 4. d. M. die Kälte so streng war, daß man die öffentlichen Brunnen mit heißem Wasser auflhauen mußte. Viele Fabriken mußten stillstehen, weil das von Wasserfällen herabkommende Wasser, welches sonst immer stießt, in diesem Winter eingefroren ist. Bei Monistral ist der Lobregat dermaßen gefroren, daß die Arbeiter, welche dort eine eiserne Brücke bauen, auf dem Eise stehend arbeiten können. Petersburg, 10. Jan. Der „Russische In- valide" schreibt: Die Frievensversicherungen der französischen Publicisten seien fruchtlos und beruhigten Niemanden. Ungeachtet der FreundschaftSbetheuerun- gen Frankreichs sei das Mißtrauen zwischen den Mächten stärker als jemals. Die fortdauernden De- batten über die Armeereform zu Paris bewiesenver- hängnißvolle Geheimpläne Frankreichs für's künftige Jahr. werden dem Wohlstände und der sittlichen Bildung alles das zuwenden, was die Vertreter des Volks ihnen zur Verfügung stellen. (Bravo!) Zu reder Zeit werden sie handeln, wie cs überzeugungstrmen, ehrenhaften, im politischen Leben geworbenen Cha- rakteren zu thun geziemt." Aaram, io. Jan. Der Landtag wurde gestern . „ rr - «X k ©rtwtAÄ hortAnntP T)tß vom Nordbund ernannt. Berlin, 10. Jan. Das Verhältniß zwischen Lauenburg und Preußen dürste in nicht allzu langer Zeit Anlaß zu Verwickelungen geben, wenn nicht schon vorher, vielleicht bei Gelegenheit des Gesetzes über die Bildung der Wahlkreise, die Personal-Union aufgehoben und Lauenburg dem preußischen Staate einverleibt wird. Geschieht dies> nicht, so dürfte die von Preußen durch die vom Abgeordnc- tenhause in dem betreffenden Gesetze vorgenommene Acnderung beantragte Uebernahme eines Theiles der dänischen Staatsschuld Seitens des Herzogthums Lauenburg Grund zu einer Differenz werben, welche ganz besonbers interessant sein bürste wegen ver Persönlichkeiten, welche die Verhandlung führen werden. Der preußische Minister des Auswärtigen muß sich, nach der Bundesverfassung, an den Bundeskanzler wenden, welcher wiederum den, Minister für Lauenburg zur Begründung der Weigerung, die Schuld ru übernehmen, aufforbern muß. Diese Begründung wird alsdann der Bundeskanzler dem preußrschen Minister übermachen, dieser wirb sic zu widerlegen suchen und endlich wird der Bundeskanzler die Entscheidung abgeben. Das ist der correcte Weg, der nun aber in diesem Falle dadurch so interessante Seiten bietet, daß der preußische Minister des Auswärtigen, der Bundeskanzler und der Minister für Lauenburg ein und dieselbe Person sind, nämlich Hr. v. Bismarck. Hoffentlich macht man dem sonderbaren Verhältniß auf die natürlichste Werse von der Welt, nämlich durch die Annexion, ein Ende, die Finanzen Lauenburgs scheinen so schon jetzt eine solche Maßregel dringend zu fordern. Berlin, 11. Jan. Die „Norbd. Allg. Ztg. hält es für verfehlt, wenn den Wahlen zum Zoll- parlamcnt in Süddeutschlanb ausschließlich em fach- uiännischer Charakter gegeben würde, da bei Han- delssachen auch die politische Seite bedeutend sei. Frankfurt, 10. Jan. Wir erfahren von authen- M LM L KMtzWL i MKStzWSLSML y*** - LK ää eine weite Gasse amtlichem Wege dahier eingetroffen ist. nulten-' sie werden auch nach ihren Kräften durch Aus Kurheffen, 9 Jan. Wir erfahren von alt n^^ sie werdens $ bie fluf Kurhessen und den neuen Provinzen überhaupt, welche dieselben durch Fixirung ihrer Gehalte nach preußischem Modus erlitten haben, diesen Beamten eine Quote von den Gerichtssporteln zuweisen will, wovon sie zunächst die Kosten für die Hülfsarbetter, für Beleuchtung und Schreibmaterialien rc. zu decken haben und den Ueberschuß als Zulage erhalten sol- । Rescrivt des Königs' verlangte die ,n. w“US XÄ m>, Uns«™ Soge dieser Beamtenklasse wefentlicy autvepern, namentlich wenn Cie anzuweisende Sportelquote, wie wir wünschen wollen, nach liberalen Grundsätzen bemessen und dabei die früheren Einkünfte der Beamten in Rechnung und Berücksichtigung gezogen werden. Hannover, 6. Jan. Bekanntlich stehen die sich aus der Provinz Hannover rekrutireuden Regt- > meuter nur zum geringen Theile in d"" selbst, sondern in Westphalen und am Rhein (circa 6500 Mann). In letzter Zeit sind nun die höheren Offiziere sämmtlicher nicht in der Provinz stehender hannov. Regimenter aufgefordert worden, ihr, Gutachten abzugeben, ob die Stimmung der Regimenter der Art sei, daß es schon jetzt an der Zeit scheine, den jungen hannoverischen Soldaten zu gestatten, ihre Jahre am Orte, ober doch dessen Nähe abzu- Vienen. Das Gutachten würbe der „Ztg. f. N." zufolge überall im bejahenden Sinne abgegeben. München, 9. Jan. Das Centrum des Ab- georbneienhauses erkennt anläßlich der Wahlen in s Zollparlament einstimmig sein allgemeines Programm an, wonach die aufrichtige Durchführung des Schutz- und Trutzbündnisses als selbstverständlich den Eintritt in den norddeutschen Bund dermalen weder für notwendig noch für wünschenswerth erachtet, während ferner die durch den Zollvereinsvertrag begründete Einheit als die politisch - wixthschaftliche Grundlage der nationalen Entwickelung aber nicht als zweckmäßig angesehen wird, schon jetzt auf wesentliche Umgestaltung des Zollvereins hinzuwirken. Augsburg, 10. Jan. Einer anscheinend wohlunterrichteten Berliner Correspondenz der „Allge- Markt-Berichte. Gießen, 11. Jan. Walzen pr. Mltr. — fl. — fr. Korn pr. Mltr. 12 fl. 35 kr Geeste pr. Mltr. - fl. - kr. Hafer pr. Mltr. 5 ff. 50 kr. Erbsen pr. Mltr. — fl. — kr. Kartoffeln p^ Mltr. — fl. — kr. Bretter pr. Pfd. 28 kr. Käs pr. Stuck 2 kr. Eier pr. Stück l3/* kr. Butzbach, 11. Jan. Walzen pr. Mltr. 17 fl. -- kr. Korn pr. Mltr. 12 kr. 40 kr. Gerste pr. Mltr. 9 fl. 15 kr. Hafer pr. Mltr. 5 fl. 30 kr. Erbsen pr. Mltr. 11 fl. 30 kr. Kartoffeln pr. Mltr. 3 fl. 15 kr. ButtB pr. Pfd. 26 kr. Käs pr. Pfd. 12 und 13 kr. Eier pr. Stück 2 kr. Main;, io. Jan. Walzen pr. Mltr. 16 fl. 27 kr. Korn pr. Mltr. 13 fl. 18 kr. Gerste pr. Mltr. 8 fl. 50 kr. Spelz pr. Mltr. — fl. — kr. Hafer pr. Mltr. 6 fl. 15 kr. Kartoffeln pr. Mltr. 3 fl. 35 kr. Butter pr. Pfd. 25-27 kr. Eier pr. Biertelhnndert 48—50 kr. Kvrnstroh pr. 100 Grund 21 6. 22 kr. b Fortsetzung der Ausgleichsverhandlung mit Ungarn durch Einsendung einer Landtagsdeputatlon nach Pcsth. Das Rcscript wurde mit Beifall aufgenommen. Klorenr, 10. Jan. Die Hauptforderungen des Finanzcxpofä's sind: Einführung der Mahlstcucr 100 Millionen, Erhöhung der Grundsteuer 30 Mil- icuocn mcgr- , lionen, Erhöhung der Einrcgistrirungs- und Stcm- dcr Provttiz peisteucr 20 Millionen, Einnahme aus den Kirchcn- -- ■ - • ’ 1 gutem 400 (?) Millionen. Dagegen soll das Tabaksmonopol aufgehoben werden. Paris, 8. Jan. Der gesetzgebende Körper be- willigte gestern dem Kricgsministerium einen außer- ordentlichen Credit von 400,000 Frcs. behufs Unter- stützunq der nothlcidendcn eingcbornen Bevölkerung Algeriens. Die Roth der Araber, namentlich in den militärischen Bezirken muß fürchterlich sein; Herr Lanjuinais gibt nach einer ihm zugekommenen Pn- vatinitiheilung die Zahl der Opfer auf 200,000 an. Auch hält Herr Lanjuinais die geforderte Summe für unzulänglich, wogegen der Regierungskommissär General Allard geltend macht, daß mit dieser Summe nur Greise und Kranke unterstützt werden sollen, da alle Arbeitsfähigen in den verschiedenen Werstättcn der Colonie Beschäftigung fänden. Der Credit wurde auch diesmal einstimmig bewilligt. Paris, 9. Jan. Wie die „Patrie" meldet, hat Graf v. d. Goltz heute Vormittag eine Zusammenkunft mit dem Marquis de Moustier gehabt; die Gesundheitsverhältnisse des Ersteren gestatten cs ihm aber nicht, die Leitung der preußischen Gesandtschaft sofort wieder zu übernehmen. Dieselben werden durch den Grafen Solms weitcrgeführt.__________________ ""Wien. 11. Jan. Ein Privattelcgramm des „Tagblatts" aus Semlin sagt: Die Kriegsvorbereitungen Serbiens seien nahezu vollendet. Trotz der Abmahnungen und Drohungen Seitens Oesterreichs, Frankreichs und Englands fahre man mit den Rüstungen fort. Die Aufregung im Lande sei groß. Brünn. Aus der Rede, welche der osterretchl- schc Minister Giskra am 5. Januar bei dem ihm u Ehren gegebenen Festmahle hielt, theelen wir Folgendes mit: „Nicht mehr hat man zu furchten, daß das frische und lebendige Wesen eingeengt werde durch ängstliche Sorgfalt der Regierung vor sc bststan- tiger Gestaltung im Leben. Eine freie Verfassung, wie sich deren wenige Völker von Europa zu erfreuen vermögen, ist, Dank sei es unserem gerechten, gute, gen und weisen Fürsten, den Vol ern Oesterreichs gegeben worden. Die Fesseln, welche den genügen Aufschwung in weiteren Kreisen beirren, sind gefallen; der Kaiser rief in Den Rath seiner Krone Manner welche die Aufgabe unverrückbar festhalten, an dem, was als Staatsgrundgesetz verkündet worden [i । ist, die Verfassung sortzubilden und zu entwickeln im Sinne und Geiste der Freiheit, in welcher die Bestimmungen jener Staatsgrundgesetze erlassen wurden und die es auch im Geiste selbst fühlen und dies auch ernstlich gewillt sind. — Ich kann versichern, sie werden es thun! (Minutenlanges Bravo.) Der Selbstbestimmung der Länder, Gemeinden und Jndl- viduen ist in den durch VaS Gesetz weit gezogenen Kreisen freier Spielraum gegeben; den nationalen Bestrebungen wird innerhalb der Grenzen, wie sic denselben durch den Staat und durch den Selbstcr- meinen Zeitung" zufolge war die Reise des Grafen v. d. Goltz nach Berlin keineswegs bedingt durch tritt der aus zwanzig ceammi yvr- i bie französisch-preußischen ^^iehungen,^wM>e^ n^ waltungen bestehenden Posttaxirungskomnnssio^statt, | wentan befn d ^ ^onen bezüglich der Rolle der poL chcn Emigration in dem bevorstehenden Orient- confl.cte. Die preußische Botschaft hatte mit der cl° den Anknüpfungen gesucht, um möglichen Belästigungen vorzubeugen, während andererseits die lei- teuren Kreise in Frankreich ernstlich beabsichtigen, die antipreußischen Reste des Polenthums zu acttvem Auftreten auf einem eventuell osteuropäischen Kriegs- s^' WiÜ»zud"cJai>aVlactj der „Neuen freien Presse" hat sich General Jguatieff bei seiner Anwesenheit tu Wien beruhigend über die orientalische Frage ge-