Gießener Anzeiger Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen Nr. 95. Donnerstag den 13. August 1868. 4 Pfund gemischtes Brod 18 fr. 4 Pfund Roggenbrot 15 fr. Preis vierteljährlich 36 ft. mit Bringerlohn. Durch die Polt bezogen vierteljährlich 51 fr. Erscheine wöchentlich dreimal Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleibtrg Lit. B. Nr. t. Amtliche Bekanntmachungen. Betreffend: Erlaß eines Regulativs gegen das zu frühe Einerndtm des Obstes. G-kßtN, am 10. August 1868. DäS GroßherjoglicheKreisamt Gießen an ' vie Großherzoglicheri Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Alten-Buseck, Bersrod, Burkhardsfelden, Dorf-Gill, Garbenteich, Großen-Buseck, Hansen, Heuchelheim, Holzheim, Münster, Ruttershausen, Staufenberg und Treis a. d. Lda Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 29. Zuli 1868 binnen 3 Tagen. Dr. Goldman n. Bekanntmachung, die Verbreitung künstlicher Dungmittel betreffend. e„ Die Herren Bürgermeister, in deren Gemeinden der auf Kosten des landwirthschastlichen Bezirksvereins im Herbst v. I anaefchaffte künstliche Guano Verwendung gefunden hat, werden gebeten, über die Resultate Erkundigungen einzuziehen und darüber umaebend dem Unterzeichneten möglichst ausführliche Mitcheilung machen zu wollen. umgeyeno Gießen, den 11. August 1868. Der Direktor des landw. Bezirks-Vereins für den Kreis Gießen. Dr. G o l d m a n n. Besondere Bekanntmachung. 5594) Die Stadtbauaufseherstelle dahier, mit welcher ein jährlicher Gehalt von 300 fl. verbunden ist, wird mit dem 1. October l. I. erledigt. Concurrenzfähige Bewerber wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse bei der unterzeichneten Stelle amnelden. Grünberg, den 27. Juli 1868. Grobherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Arnold. Versteigerungen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 5597) Montag den 17. August d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Heingesboden, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 14 Stecken Eichen-Prügelholz, sog. Lohprügel, 1725 Wclttn „ Reisholz, 40>/2 Stecken Nadel-Prügel- u. Stockholz, 2951 Wellen „ Reisholz, 193 Ftchten-Stämme mit 3944 Cubikf., 52 Eichen-Stangen „ 215 „ 150 Fichten- „ „ 726 Die Zusammenkunft iftjnif der Grünberger Chaussee an der 5. Schneiße. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Decbr. d. I. gestattet. Die Grobherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 11. August 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Vogt. Seit Regelung der Ressortverhältnisse des Großherzoglichen Divisions-Commandos und des Großberroalicben G'rienci'Wimfferhmia sn,.», Gesuche von Soldaten und Marschpflichtigen oder deren Angehörigen um Versetzung innerhalbderDiviswn•0C^ten bestimmten Garnison re. lediglich zum Geschäftskreise des Großherzoglichen Divisions-Commandos ' ' Beurlaubung, früheren Eintritt oder Eintritt m einer b«5 <Ä“Ä «ÄSK.Ä •**' ®mfl™ -«» «I* Gießen, den 7. August 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Goldmann. SuKÄ»« b" ****** "«f ganz ergebenst ein. p J Außer einigen geschäftlichen Gegenständen werden folgende Fragen zur Berathung kommen • 1) Abänderung der Statuten des Bezirksvereins und eventuell Wahl des Vorstandes. 2) Verwendung der dem Bezirksverein zur Verfügung stehenden Mittel. 3) lieber die Verwendung von künstlichem Dünger und über die mit demselben gemachten Erfabrunaen 4) Bei welchem Grade der Reife des Getreides sollte mit der Erndte desselben begonnen werden? ° 5) LNNVLLlÄffULL'.LS" ®'"”b •*"* **•=" *-*w. miwbriff" d,"In' ”* “bm ®,« d-» «««»„„ d-r b«r,ff.«».,, , in m-inbch.n M d-m Darmstadt, am 27. Juli 1868. ' Für das Ausstellungs - Comit«: _________ A. E. Schenck. Jeder Zahnschmerz, ohne Unterschied, wird durch mein in allen deutschen Staaten rühmlichst bekanntes Zahn-Mundwasser binnen einer Minute sicher und schmerzlos vertrieben, was unzählige Danksagungen der höchsten Personen bekunden. E. HückstAt in Berlin, Oranienstraße 57, am Marktplatz. Zu haben in Flaschen ä 18 und 36 fr. bei (5596)Carl Frech in Gießen. 5601) Ausgezeichnetes Kornstroh, pr. Gebund 12 bis 13 kr., ist zu verkaufen bei Johannes Moser, wohnhaft bei Ph. Vo gt Wittive, Neuenweg. 5611) Gut gebrannte Nussenstcine können abgegeben werden bei L- & A. Petri. Mittwoch -en 19. August: Möbel - Versteigerung in dem von Rabenau'schen (früher Ko ch'fchen) Hause aus dem Seltersberg.________(3380) 5605) Die ans Donnerstag den 13. d. Mts. anberaumte Versteigerung von Kleidungsstücken re. in dem Universitäts-Canzlei-Locale auf dem Brand findet nicht Statt. Gießen, den 10. August 1868. Feilgebotenes. 5574) Eine Chaise und ein Waaen sind z,i verkaufen bei __H M. Jughardt, Reustadt D. 218. 5557) Bestes Brauermalz ungarischer Gerste empfiehlt Pitthan, im Adler. I Bureau des Dierrstmanner-Jnstituts K> Wechsel auf Mew-Tork te empfiehlt Bei Abnahme grösserer Technicum Mittweida Ed. Lind, Kirchenplatz. ziehen bei 5369) •■r in 00 rs hinter der 8. August co 05 Half-Canas ter I. Zoort a 24 a 28 ä 36 Kirche. 1868. Die Direktion A. Wallenfels Gießen, den 5613) Ein ordentliches Dienstmädchen, das häusliche Arbeiten versteht, wird sogleich oder auf Michaeli in Dienst gesucht- Näheres bei der Exped. d. Bltts- bestehend in Pfeifen, Meerschaumspitzen, Äparierstöcken rc., unter den y preisen. Earl Schaf f st ä d t Wittwe, Drechsler. bei den Wirthen Jakob Kröck und Jakob Krailing Wittwe. 'Wegen Aufgabe meines Geschäftes verkaufe ich meine noch vorräthigen Maaren, . . ..... — -- - ■ ~ .. unter den Fabrik- 5586) Forderungen an den Nachlaß der verstorbenen Christian Grube Wittwe wollen innerhalb 14 Tagen bei mir einge- rcicht werden, andernfalls sie keine Berücksichtigung finden können, und ersuche ich gleichfalls alle Schuldner derselben, in obiger Frist Zahlung an mich zu leisten. Gießen, den 11. August 1868. Georg Plank, als Testaments-Vollstrecker. Beginn des Wintercursus den 15. October. Weimar. Weimar. Mittweida. Mittweida. zum Tageskurse sind stets zu haben bei Mayer Mayer, in Frankfurt a. M. bei Chemnitz, Königr. Sachsen, Director Ing. C. Weitzel (nicht zu verwechseln mit einer ähnlichen Anstalt in Frankenberg). Einzige höhere technische Privat-Lehranstalt Deutschlands für theoretische und practische Ausbildung im Maschinen- und Ingenieurfach, Auswanderer nach Amerika befördert wöchentlich vermittelst Dampf- und Segelschiffen bei reeller und billigster kr. n n Posten 5579) Agentur-Gesuch für England. Ein junger routinirter Kaufmann, Agent für England, wünscht noch ein leistungsfähiges Haus mit couranten Artikeln in England zu vertreten. Gute Referenzen können gegeben werden. Sofortige Franco-Offerten unter Nr. 5513 befördert die Erped. d. Bltts. Vermischte Anzeigen. Germania^ Lebensverficherungs - Aktien - Gesellschaft in Stettin Prospecte und Antragsformulare gratis durch die Haupt-Agentur: Wilh. Balser Gießen, und durch die Agenten: PH. Zimmer in Lich, Rechner Schmidt in Londorf, I. 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Zoon $ Co Kirchweihfest zu Großen Linden. 5599) Dasselbe findet Sonntag den 16. und Montag den 17. August statt, wozu freundlichst einladen: Joh. Dern. Philipp Schaum. Georg Schmelz. 5573) Ein schön möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen; auch kann ein Pferdestall in Benutz gegeben werden. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. Zu vermiethen: zwei gut möblirte Zimmer, vornheraus, und ein kleineres möblirtes Zimmer bei (5587) E- Eichenberg, Lindenplatz. Amsterdam <*. (*. Spruch.) alleiniges Depot für Giessen. Canaster Nr. 1 ä — fl. 42 kr., Herr Feustel, Abgeordneter für das Zollparlament in Bayreuth. - ■ ■ — - . - « Weimar. Dr. Kunze, Geheimer Hofrath, Professor Dr. Tröbst, Professor, Realschul-Director Hecht, Bau-Inspector Leonhard, Advokat Dr. Stumme, Bürgermeister 5572) Das befindet sich von heute an im Hause des Herrn 8> Gulden 5,250,000. „ 4,526,846. „ 3,582,565. „ 80,643,635. „ 2,549,892. „ 2,344,757. entsprechenden Rabatt und Verpackung nach Wunsch des Bestellers. (5591) 5568) In Becker's neuem Hause auf der Anlage sind noch Logis mit allen Bequemlichkeiten, Bleichplatz und Waschküche zu vermiethen und den 1. October beziehbar; auf Verlangen kann auch Stallung dazu abgegeben werden. 5569) Im Russischen Hofe sind zwei ineinandergehende große Zimmer, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Friedberg. 5606) Auf der breiten Straße Nr. 114 sind zwei ineinandergehende Zimmer, mit oder ohne Möbel, sowie ein möblirtes Zimmer, zu vermiethen. 5609) Ein kleines Logis in meinem Hinterhause ist zu vermiethen. H. Kühn. Vermiethungen. 5584) Zwei große möblirte Zimmer, das eine mit Cabinet, sowie ein kleineres, sind zu vermiethen und am 1. September zu beziehen Canzleiberg Lit- B- Nr- 67. 5583) Ein freundliches Familienlogis, mit allem Nöthigen versehen, ist zu vermiethen und sogleich oder auch später zu be- Lebensverstchermrgsbank f. D. in Gotha. Versicherungsstand........... 101,500000 fl. Essectiver Capitalsonds......... 25,900000 ,, Versicherungen werden vermittelt durch A. 9ncrer, Buchhändler in Gießen. Varinas „ 1 h —■ „ 56 „ Varinas „ 0 ä i „ 10 „ II. „ 5617) Nr. 177 hat die goldene Uhr gewonnen. Schmidt, Polizeidiener. 5622) Ein gesitteter kräftiger Bursche findet gegen guten Lohn dauernde Beschäftigung bei Jean Leierzapf- 5610) Taglöhner finden dauernde Beschäftigung bei L- & A- Petri. 5575) Ein gebildeter junger Mensch, welcher sich dem Rechnungsfache widmen will, kann auf dem Bureau des Großherzoglichen Universitäts-Rentamtes dahier sofort Verwendung finden. Gießen, den 5. August 1868. Schmitt, Univ. - Gerichts - Actuar. Jnearnat - Kleesamen empfiehlt die Samenhandlnng von Carl Deines, (5581) am Markt neben dem Rathhaus. 5570) Ein noch gut erhaltener Flügel steht wegen Wegzugs zum Verkauf. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 5619) 5 — 6 Fuder gutes Haferstroh sind zu verkaufen bei Andreas Möhl, Kaplansgasse. 5567) Ein noch sehr gut erhaltenes Cla- vier ist wegen Wegzugs zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. Bedienung I. Mk. Schulhof, am Rathhaus Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen. 5620) Sonntag den 16. und Montag den 17. August: 5578) Zu vermiethen eine Wohnung, aus 4 Zimmern, großer Küche und Zubehör bestehend, pr. 15. September. Wilhelm Gossi. 5615) Ein möblirte? Zimmer ist zu vermiethen bei Domänen - Pfandmeister Sehrt, am Wallthor. Zur Nachricht. 5614) Samstag den 15. d. Mts. schicke ich wieder Gegenstände zum Färben und Drucken an die Bloch'sche Hofschönfärberei in Darmstadt ab. __________ I. Schlund, Schloßgasse. 5604) Eine tüchtige Köchin wird gegen guten Lohn zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. b- Bltts. 5603) Einen kräftigen Packer suchen zu sofortigem Eintritt Müller & Kauffmann. 5582) Es wird ein Kindermädchen für auswärts gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.______________________________________ 5585) Ein junger Mann, welcher einige Stunden des Tags mit schriftlichen Arbeiten ausfüllen will, sucht Beschäftigung. Wer? sagt die Exped. d. Bltts.__________________ 5577) Ein Mädchen, welches im Flicken erfahren ist, sucht Beschäftigung. Näheres bei Herrn Br eit st ad t in der Hintergasse, Nr. 32. 5600) Für ein Auswanderer - Geschäft, welches für Bremen, Hamburg, Liverpool und Antwerpen concessionirt ist, wird in Gießen ein thätiger Agent gesucht. Wenn gewünscht, wird die gesetzliche Caution geliefert- — Offerten unter B. und H. besorgt die Exped- d- Bltts- 5616) Weißbindcrgesellen und Handlanger finden gegen hohen Lohn dauernde Beschäftigung bei Heinrich Demuth Wittwe. 5621) Eine Schenkamme wird zu sofortigem Eintritt gesucht. Wo ? sagt die Exped. d. Bltts.______________________________________ An epileptischen Krmnpsen (Fallsucht), Kopf-, Brust- und Magen- krampf Leidende werden sicher und dauernd hergestellt. Beweis mehrere Hundert Danksagungsschreiben aus allen Staaten Europas. Näheres unter genauer Angabe der Adresse durch Frau Ww. I. Plaumann, Neander-Str. Nr. 18, Berlin. (5593) 5602) Die Stelle eines dritten Scriben- ten ist wieder zu besetzen bei F. Barth, Hofger.-Advocat. 5612) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei __________________Wittwe Strauch. 5571) Ein Familienlogis, bestehend aus 5 Zimmern und den nöthigen Bequemlichkeiten, ist zu vermiethen und den 1. October zu beziehen bei Georg Malkomesius, ____________________Marktstraße._________ 5576) Im Russischen Hofe ist ein kleines Familienlogis zu vermiethen und am 1. September zu beziehen. 05 1O in Ü in \ drin r Sct abhc Das den dig) Schi glau Bett Ann Wää genh- sorge und Acter Aufti Besitz der t anbei neu, cey e bald werd dere werd Kaus rung er ih zu d und Sim nig ' gung tote hier must nuna feit" Tror des i toied ehrli send« gend streit Mor der i verscs hatte ten, in ( fester men- Hau Schützengesellschast ?u Gießen 5588) Die Mitglieder werden hiermit zu einer Generalversammlung in das (Safe Ebel auf heute, Donnerstag den 13. August, Abends 8 Uhr, dringend eingeladen. Tagesordnung: Finanzangelegenheiten. Gießen, 10. August 1868. Der Vorstand. Anzeige. Die von einer Anzahl Frauen veranstaltete Verloosung zur Ausschmückung des Altars in der Stadtkirche findet künftigen Montag, Nachmittags um 3 Uhr, in der Wohnung des Pfarrers Landmann Statt und werden die zu verloosenden Gegenstände vorher daselbst zur Besichtigung aufgestellt sein. 25 Mechaniker, Büchsenmacher, Instrumentenmacher und Dreher finden dauernde und lohnende Beschäftigung in der Wertheim'schen Nähmaschinenfabrik in Frankfurt a. M. (5590) An die Mitglieder der Schützengesellschaft zu Gietzen 5589) Nächsten Montag, den 17. August, wird der Schützenverein in Butzbach ein kleines Cinlagefchießen abhalten, wozu alle Gießener Schützen freundlichst eingeladen sind. Das Schießen beginnt Mittags um 12 Uhr. Es wird auf 3 Ständen geschossen: 1) Feldscheibe (freihändig), 2) Standscheibe (sreihän- dig), 3) Standscheibe (aufgelegt) und kostet die Einlage auf jede Scheibe 1 ft. 45 kr., wofür der Schütze 12 Schuß erhält. Indem wir dies hiermit zur Kenntniß unserer Mitglieder bringen, glauben wir zugleich den Wunsch aussprechen zu müssen, daß die Betheiligung an diesem Schießen eine recht zahlreiche werden möge. Anmeldungen sind bei unserem I. Schützenmeister zu machen. Gießen, 10. August 1868. Der Vorstand. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie fammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mausburg. Briefka^en. Dem Einsender eines Artikels 1) Über die Bahnhossfrage, 2) über nächtliche Ruhestörungen hiermit zur Nachricht, daß in Betreff des ersten Artikels nichts unversucht gelassen wurde, um den geeigneten Persönlichkeiten die Berufung einer Bürgerversammlung an's Herz zu legen, welchen der Verfasser des Artikels: „Der Main-Weser-Bahnhof und der neue Bahnhof" die Anregung dazu überlassen zu müssen glaubt. Was den anderen Artikel: „Die nächtlichen Ruhestörungen" anlangt, so glauben wir, daß eine Ermahnung an die über die gesetzliche Feierabendstunde hinaus im Wirths- haus fest und lärmend Sitzenden eher am Platze wäre, als die Polizei-Offizianten und Nachtwächter dafür verantwortlich zu machen. Diese können doch am Ende nichts weiter thun, als die Ruhestörer zur Anzeige zu bringen, und davon hört der Spektakel doch nicht auf; den Mund können sie den Ruhestörern nicht verstopfen und arretiren noch viel weniger. Die Redaction. F e u i l Die Verschwörer von 1799. Roman von de Saint-Felix. (Fortsetzung) Reymonv verschloß die Thür seines Zimmers, was den Groll seines treuen Wächters noch verdoppelte. Aber cs handelte sich um eine sehr ernste Angele- genheit, und Reymonv hatte vor allen Dingen für deren Geheimhaltung zu sorgen. Beide unterhielten sich eine halbe Stunde lang mit flüsternder Stimme und in vorsichtigster Weise. — Alles ist vortrefflich, Herr Clement, sagte endlich der Hauptmann. Beide Aktenstücke scheinen mir völlig in Ordnung. Das eine bestätigt, daß Sie mir Auftrag und Vollmacht gegeben haben und daß Sie der wirkliche Käufer der Besitzungen des Herrn von Rencey sind; denn stehe ich nicht immer noch auf der Liste der Emigrirten und kann man nicht meine Habe confisciren? — Das andere ist eine Bescheinigung in aller Form Rechtens, durch welche Sie anerkennen, daß Sie die fragliche Besitzung nur mit dem Gelde des Fräulein de Rencey erworben haben und sich verpflichten, dieser Alles wieder einzuhändigen, so- bald der rechte Zeitpunkt erscheinen wird. Sehr gut ! Rur das erste Actenstück werde ich vor der Commission der öffentlichen Versteigerungen provuciren, das andere werde ich für mich behalten. Also morgen um zehn Uhr, Herr Clement, werden Sie sich im Bureau der Versteigerungen einfinden, damit wir dort die Kaufsumme bezahlen. Herr Clement erhob seine thräncnfeuchten Augen gen Himmel. Bewunderung und Dank erstickten seine Stimme. Bevor er den Hauptmann verließ, bat er ihn um Erlaubniß, dem Wohlthäter der Familie de Rencey die Hand küssen zu dürfen. Der Offizier antwortete, die Arme gegen ihn ausbreitend: — Umarmen Sie mich, mein guter Clement! Ich bin nur ein Soldat und kein schönes Mädchen! So viel Güte und Herzlichkeit, so viel schlichter und wahrhaft adeliger Sinn konnten wohl den ehrlichen Clement in Erstaunen setzen, welcher nur wenig in der Welt umhergekommen war; allein unser Leser wird diese Vereinigung trefflicher Eigenschaften nicht überraschen, da sie vermuthlich eben so gut wie wir erfahren haben, daß der wahre Typus eines edlen Kriegers gerade die hier angegebenen Merkmale umsaßt: Größe ohne Prahlerei, fröhlichen Helden- muth, erhabenste Kraft und Tapferkeit, die sich aber nie mit künstlicher Berech- nung vortheilhaft zu drapiren sucht. Ach, wie fremd ist diese schöne Natürlich- keit so vielen Charlatanen unserer Zeit, welche nur unter Begleitung der großen Trommel oder bei Trompetenschall den Mund aufthun. Herr Clement empfahl sich dem Hauptmann, der ihm zum großen Erstaunen des Pförtners bis an die Hausthür das Geleite gab. — Sie erweisen ihm ja viel Ehre! sagte Bernard, nachdem er die Thür wieder verschlossen hatte. Man sollte fast glauben, er stäke in der Haut eines ehrlichen Manne«! — Bernard, Bernard! erwiederte Reymonv, Du bist um einige Jahrtau- sende zu spät in die Welt gekommen, mein Freund. Mit einer so starren Tu- gend, wie der Deinigen, hättest Du einem Cato oder Cincinnatus den Rang streitig gemacht. Der Hauptmann schrieb wieder bis in die Nacht hinein. Um sechs Uhr Morgens war er schon auf den Beinen. Um halbzehn Uhr erschien ein Wagen, der ihn abholen sollte. Er stieg eilig in denselben hinein, nachdem er unter verschieoenen Vorwänden den unbeugsamen Bernard aus dem Hause entfernt hatte, dessen Augen durch ein Paar Brillengläser eben so scharfsichtig d'reinlug. ten, wie seine rauhe Tugend unbequem war. — Die Uhr auf dem Thurme der FeuillantS schlug zwölf, als unser Offizier in gewöhnlicher Kleidung, mit freudestrahlenden Augen, ruhigen Zügen und festem Gange in den Tuilerien-Garten trat. Reymond athmete wonnig die frischen Lüfte, welche im Schatten der Kastanien- und hohen Ulmenbäume fächelten. Er schritt langsam, mit erhobenem Haupte und den Hut in der Hand, von einer Allee in die andere, vielleicht mit l e t o n. den Turteltauben redend, welche von Zweig zu Zweig flatterten, oder mit den unsichtbaren Genien seiner Freude und seiner Hoffnung. Nachdem er sich nach Gefallen an der frischen Luft und seiner fröhlichen Stimmung ergötzt hatte, schlug der Hauptmann den Weg nach der Pforte ein, welche zu der Drehbrücke in der Nähe der Straße St. Florentin führt. Er mußte heute den Bürger Tallcyrand sprechen, und mit heiterer Gelassenheit schritt er über die Thorschwelle des Hauses, in welchem der Minister der auswärtigen Angelegenheiten refidirte. Wir versuchen nicht, unserem Offizier bis in das Zimmer des Herrn de Tallcyrand zu folgen, denn höchst wahrscheinlich würde ein Thürsteher uns Höf- lich ersuchen, uns wiever die Treppe hinunter zu bemühen. Wir schlagen viel- mehr die entgegengesetzte Richtung ein, und über die verlassenen Boulevard« de la Madeleine und vcS Capucin« schreitend, gehen wir im Schatten der alten Rüstern bis zum Pavillon de Honorö, galanten Andenkens, und biegen in die Straße der Chaussee d'Antin, um vor einem kleinen Gitter anzuhalten, das den Vorhof eines Hauses im sogenannten italienischen Baustiele jenes Zeitalter« umschließt. Dies elegante, zwischen Hof und Garten gelegene Haus wurde von einer jungen Dame bewohnt, deren Schönheit zu bewundern wir schon Gelegenheit gehabt haben. Coraly hatte ihren Wohnsitz nicht fern von dem reizenden Hause gewählt, in welchem dar sechsunddreißigjährige Fräulein Guimard leider nicht mehr den Hof und die Stadt, sondern Berühmtheiten von neuerem Datum empfing, denen aber trotz dessen weder ein gefälliges Benehmen, noch Reichthum oder Talent abgingen. Die Chaussee d'Antin nahm nach den Schrecken der Re- volution allmälig wieder ihr glänzendes und luxuriöses Aussehen an. Coraly hatte sich als angesehene Persönlichkeit dort einlogirt, weil die Tradition btt« Quartier als die Wohnstätte der vornehmen Galanterie bezeichnete. Es war gegen vier Uhr Nachmittags. Ein vortreffliche« Diner hatte bei Coraly stattgefunden, die neben anderen großen Verdiensten auch den Vorzug hatte, einen ausgezeichneten Koch zu besitzen. Es wird ein ewiger Ruhm nnb vielleicht eine unsterbliche Ehre für die Herrschaft des Direktoriums fein, daß sic in Frankreich jenen sinnlichen und fein- schmeckerischen Gott, den EpikuräiSmuS, wieder in'S Leben rief, welchen die strenge Revolution bis zu dieser Zeit so lieblos zu Tode gepeitscht hatte. Die Conventmitglieder hatten die Natur der französischen Nation vollstän» dig verkannt; sie wird nie eine spartanische, sondern stets eine atheniensische im gewähltesten Sinne des Wortes fein. Coraly hatte am heutigen Tage nach erneuter griechischer, aber deswegen nicht minder französischer Sitte, den Perikles und Alcibiades der Republik ein Festmahl gegeben. In einem schönen Salon des unterste« Stockwerkes, auf Sesseln mit dorischem Schnitzwerk und auf einem Divan, genossen einige Berühmtheiten der Staatsgewalt bei den Harfenklängen Coraly'S den Nachgeschmack des kostbaren Mahles. Barras, einer der Gäste, spielte mit vieler Prätension den Kenner und Lieb- Haber der schönen Künste; seine Collegen Gohier und Moulins, Naturen aus gröberem Stoffe, suchten auch für aufgeklärte Beschützer dieser auf'S Neue in die Mode gekommenen Talente zu gelten; Ouvrard, der Lukullus aller General-Intendanten der Armee, wandte ihnen reichliche Unterstützungen aus seiner Börse zu; Lareveillisre-Legaux rechnete es sich zur Ehre, für einen Athenienser zu gelten, und der Bürger Roger DucoS wollte als Busenfreund des Slbbe SieyöS ebenfalls nicht als ein Barbar angesehen sein und affectirte daher ein höchst komisches Interesse für metaphysische Wissenschaften und Staatsökonomie. Wer hätte aber auch sonst am heutigen Tage den Lockungen der Töne widerstehen können, da Coraly auf ihrer Harfe den bewundertsten und unwiderstehlichsten der Sänger, Garat, begleitete! (Fortsetzung folgt.) Darmstadt, 10. Aug. Am 9. k. M. werden die sämmtlichen Truppentheile unserer Armcedivlsion in der Gegend von Reinheim, Dieburg und Groß- Umstadk behufs Abhaltung von Felvmanövern ton- centrirt werden. Dieselben werden neun Tage dauern, von welchen 5 Brigademanövern, 3 solchen Gefechtsübungen, bei denen die Division in zwei gegen ein- anker operircnve Corps getheilt ist, ein Tag einem Manöver mit supponirtem Feind gewidmet sein wer- den. Zweimal bivuakiren die sämmtlichen Truppen. Die Uebungen werden nach Maßgabe von Operationsplänen ausgeführt werden, welche der preußische Generalmajor v. W ttich auSgearbcitet bat. Berlin, 10. Aug. Welches die „VerhÄtniffe besonderer Art" sind, die cs dem General Vogel v. Falkenstein wünschenswerth gemacht haben, von dem Commando des 1. Armeecorps zurückzutretcn, bildet hier seit gestern den Gegenstand vielfacher Diskussion, ohne daß Jemand im Stanke gewesen wäre, eine genügende Antwort darauf zu geben. Was den Rücktritt besonders auffallend macht, das ist die Wahl seines Nachfolgers. Man erinnert sich daran, daß im Sommer 1866 der General Vogel v. Falkenstein plötzlich den General v. Mantcufel zum Nachfolger im Commando der Main-Armee erhielt, und seit jener Zeit hat das Gerücht wiederholt von einer Gegnerschaft dieser beiden Generale gesprochen. Es muß daher natürlich Befremden erregen, daß gerade dieser General sein Nachfolger wird, um so mehr, als General v. Manteuffel im Volke sehr wenig beliebt ist, man hält ihn mehr für einen Diplomaten, als für einen Militär, und die Zeit seiner Wirksamkeit in der unmittelbaren Nähe des Königs steht in keinem guten Andenken. Wir theilen nicht die schwarzen Befürchtungen, welche verschiedentlich an seine Reactivirung geknüpft werden, wir glauben, die Zeit einer Wiederherstellung der heiligen Allianz mit all ihren früheren Zielen und Mitteln sei vorüber; aber daß sich derartige Befürchtungen zeigen, das wollen wir doch nicht verschweigen. Karlsruhe, 8. Aug. Die Ernennung des Ober- instructors der schweizerischen Artillerie, Obersten Hammer, zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister der Eidgenossenschaft bei dem norddeutschen Bunce und den süddeutschen Regierungen ist bereits der hiesigen Negierung durch eine Note des Bundesrathes notificirt worden. — Der badische Geschäftsträger in Stuttgart und zugleich bei der Schweiz, Hr. v. Dusch, ist aus Bern zurückgekehrt und wird noch einige Zeit in Heidelberg verweilen, ehe er auf seinen Posten nach Stuttgart zurückkehrt. — Die Mittheilung der „Oesterr. Corr.", die österreichische Gesandtschaft bei der hiesigen Regierung, welche bisher mit derjenigen Würtemberg vereinigt gewesen sei, werke wieder eine selbststäuge werden, versteht man für's Erste hier nicht recht. Oesterreich Hai hier einen interimistischen Geschäftsträger, Lega- tionsrath Pfusterschmit, Ritter von Harktenstein, wie Laden einen solchen in Wien; eine Vereinigung mit der kaiserl. Gesandtschaft in (Stuttgart ist nicht vorhanden. Die Notiz soll wahrscheinlich besagen, daß Oesterreich beabsichtige, an Stelle des interimistischen Geschäftsträgers wieder einen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister zu ernennen, refp. Hrn. v. Pfusterschmtv letzteren Rang zu verleihen. Bis jetzt weiß man aber hier noch nichts von dieser Veränderung. — Konstanz hält immer noch das Andenken seines edlen Weffenbcrg in Ehren. Wie alljährlich, findet heute in cer Munsterkirche der Trauergottesdienst zum Andenken an denselben statt. Kisftngen, 8. Aug. Gestern ist auch der König von Würtemberg als Graf von Teck hier ange- kommen und hat mit einem Gefolge von 11 Personen bei Hrn. Hailmann Wohnung genommen. Für den 14. August ist die Ankunft des Großherzogs von Weimar angemeldet, der im „Baierischcn Hof" wohnen wird. Heute waren die sämmtlichen hier anwesenden Monarchen im Speisesaal des Kurhauses zu einem gemeinsamen Diner vereinigt. Paris, 8. Aug. Heute wurde die „Lanterne" auf Befehl der Untersuchungsbehörde mit Beschlag belegt. Etwa 50,000 Exemplare wurden in der Druckerei weggenommen. Es scheint jedoch eine nicht unbedeutende Anzahl von Laternen vorher schon in Paris, wie in den Departements, unter das Publikum gelangt zu sein. Polizeidiener umstanden die- sen Nachmittag die Druckerei, was natürlich eine ziemlich bereutence Menschenmenge heranzog. Be- Bereiis wird mit den Exemplaren, welche der Hand der Gerechtigkeit sich zu entziehen gewußt, ein ganz einträglicher Äeheimhandel getrieben. Gegen 2 Uhr bezahtte man die incriminirte Nummer, Die an und rür sich 40 Cent, kostet, mit 2 Francs, und voraussichtlich wird, der starken Nachfrage gegenüber, in den nächsten Tagen sich noch eine stärkere Hausse in Der verbotenen Waare kundgeben. Paris, 9. Aug. Der Kaiser hat sich auf der Rückreise von Plombiörcs nach Fontainebleau in Troyes aufgehalten. Die Antwort des Kaisers auf die Anrede des Maire von Troyes lautet wörtlich, wie folgt: „Ich habe nicht nach Troyes kommen wollen, ohne einen Augenblick hier zu verweilen, um der Bevölkerung der Champagne, welche von so pa- triotischen Gefühlen erfüllt ist, einen Beweis meiner lebhaften Sympathien zu geben. Ich habe im letzten Jahre mit Freuden wahrgenommen, welche Fortschritte in der Industrie Ihres Departements stattge- funken haben. Ich fordere Sie auf, Ihre erfolgreichen Bestrebungen fortzusetzen, Da Der FneDc Europa's heute durch nichts bedroht ist. Haben Sie Vertrauen in die Zukunft und vergessen Sie nicht, daß Gott Frankreich beschützen wird " Paris, 10. Aug. Rochefort ist den Krallen der kaiserlichen Polizei wirklich entgangen — das „Journal de Paris" hat Recht gehabt, er sitzt bereits in Brüssel. Der „Figaro, sein Alter-ego, wollte gestern noch nicht daran glauben; heute meldet er dasselbe. Nun wird wohl Ritter Rochefort die Rolle des Herrn Rogeard, vergessenen Andenkens, eine Zeitlang zu spielen haben, aus einem Staate in Den anDern gejagt werDen und schließlich von seinen lieben leichtfertigen Parisern vergessen werden. Da« ist Das L-chicksal schon so mancher heißblütigen Journalisten Des zweiten Empire gewesen. Man hat sich, wie Der „Figaro" erzählt, auf der Polizeipräfektur erkunDigt, ob man die Fenster Dieses Gebäudes am 15. August nicht mit den am verflossenen Sonnabend mit Bischlag belegten 50,000 Laternen zu illumiui- ren gedenke. London, 10. Aug. Die „Times" sagt bezüg- lich der Rede des Hrn. v. Beust auf dem Schützenfest, daß das beharrliche Widerstehen desselben gegen alle Versuche, um Zwietracht zwischen Preußen und Oesterreich zu stiften, zu loden sei. Eine schließliche Allianz sei nicht unglaublich, sobald zwischen beiden Staaten wieder freundschaftliche Beziehungen einge- treten seien, welche eine solche ermöglichen und dadurch Den Frieden Europa's sichern würden. Wilna, 5. Aug. Der „Ostd. Ztg. wird ge. schrieben: „Nach Dem neuen Recrutirungsgesetze für die westlichen Gouvernements wird Die Confiscirung des Vermögens Desjenigen ausgesprochen, Der sich Der Gestellung entzieht. Bei JuDen geht das Ge- setz noch weiter; Die Confiscirung kann sogar auf Das Vermögen Der Eltern auSgeDehnt werden, wenn sich nachweisen läßt, Daß sie von Der Absicht ihres dienstpflichtigen Sohnes, sich Der Gestellung Durch Flucht zu entziehen, Kenntniß gehabt und kieß nicht verhindert, oDer Der Behörde zeitig genug jur Anzeige gebracht haben. Vermischtes. Giessen, 11. Aug. Gestern Abend verließ ein Mann, der lange Jahre an unserer LandeSuniversttät gewirkt hat, Herr Geh. Justizrath Prof. Jhering, unsere Stadt, um seiner neuen Stellung als Professor der Universität Wien entgegenzureisen. Wer Zeuge de« Abschiedes war, den Jhering'« Freunde, Eollegen und Schüler am Bahnhofe von ihm nahmen, der konnte gewahren, welche Liebe und Anhänglichkeit sich dieser Lehrer während seiner 17jährigen Thätigkeit dahier erworben hat. Diese Anhänglichkeit bekundete sich auch in einem Festbankette, welches die ehemaligen Schüler Jhering'« zu dessen Ehren am Abend des 8. August im festlich geschmückten Saal« des Zinßer schen Gartens veranstalteten. Das durch die Anwesenheit des Rectors der Universität und der Lehrer der Ju- ristenfacultät als Gäste verschönerte Fest, zu dem außer den hiesigen älteren und jüngeren Schülern Jhering'« auch auswärtige aus Mainz, Darmstadt, Offenbach, Friedberg herbeigeeilt waren, und zu dem andere wenigstens telegraphisch und brieflich ihre Grüße sandten, zeigte in seinem Verlaufe in erhebender Weise, daß es einem Lehrer galt, der schöne Beziehungen zwischen sich und seinen Schülern geschaffen und sich in deren Herzen ein unvergängliches Andenken gegründet hat. Möge der Willkomm in der neuen Heimath ein eben so herzlicher sein, als das Lebewohl, das Jeder, der ihn kannte, dem Scheidenden nachruft l Darmstadt, 9. Aug. (Thierquälerei.) Au« Ober- heffen wird uns berichtet, daß in den Gemeinden Dauernheim, Blofeld, Ockstadt und Nieder-Florstadt sich mehrere der Toll- wuth verdächtige Hunde gezeigt haben, und sollen auch in jeder dieser Gemeinden einzelne Hunde von solchen anscheinend wü- thenden Hunden gebissen worden worden sein. Der Einsender des Artikels führt besonders Klage über die dort übliche Benutzung der Hunde zur Fortschaffung schwerer Lasten, ein Gebrauch, der allerdings, namentlich im hohen Sommer, eine bis an Tollwuth grenzende krankhafte Erregung der Thier« zur Folge haben kann. Kassel. Die „H. V. 3." erzählt vom 31. Juli unter ihren Localnotizen: Zwei Damen, die in der Aue promenirten, seien an einer Schaakheerde vorübergekommen, die sich gesättigt hatte und der Ruhe Pflegte; nur ein einzige« Schaaf, ein schwarze«, mit weißen Streifen am Kopf, lief umher und rupfte Gras. „Sieh' einmal, Julie!" sprach die eine Dame zu der anderen, „das Schwarzwelße frißt alles auf!" Es war dee Notiz die Bemerkung belgefügt: „Wir graiuliren der holden Schönen, daß ein gewisse« Polizeigenie nicht an unserer Stell« Zeuge dieser naiven Antwort war....." Jetzt meldet di« Red. der „H. V. Z.", daß ein Polizei-Commiffär In der ®«. peditiou de« Blattes gewesen sei und zu wissen »erlangt habe wer die beiden Damen gewesen, «in Verlangen, dem indessen nicht gewillfahrt worden ist. Hanau, 10. Aug. Unter Begünstigung de« herrlichsten Wetters halte die Feier des sechsten mittelrheinischen Turnfestegestern den Anfang genommen, die aber leider ein« große Störung erleiden mußte. Gegen 10'/, Uhr Vormittags brach j, der Hospitalgaff« hiesiger Neustadt in dem Hause eine« Oeco- nomen Feuer aus, das im Augenblick fast sämmtliche Hinter-' gebäude des ganzen Quadrates anzündete. Durch die schnelle Hülfe der Löschmannschaft und der vielen anwesenden Turner gelang eS, das Feuer bald zu bemeistern, so daß weitere Gefahr nicht mebr vorhanden war. Der Festzug mußte deßhalb eine Stunde später Aufstellung nehmen und setzte sich erst gegen 4 Uhr Nachmittag« in Bewegung und kam derselbe nach 9 Uhr gestern Abend vom Festplatz wieder zurück. Tausende von Menschen hatten sich am Festplatz «ingefunden und war für Erfrischun.!en bei dieser großen Hitze hinlänglich Sorge getragen. Die Eisenbahnzüge au« Baiern und Frankfurt "hatten eine große Menge von Festtheilnehmern zugeführt. Das Fest verlief in der heitersten Stimmung, und ist außer dem Brandunglück nicht das Geringste vvrgesallen. Heute werden nun die Preisturnen fortgesetzt, zuerst aber wird die hiesige Turner- Feuerwehr ein Manöver ausführen, was zwar für heute Wegfällen könnte, da dieselbe bereits gestern in Wirklichkeit Probe ihrer Schlagfertigkeit abgelegt hatte. Wien, 8. Aug. Nach dem Festjubel kommt das Deficit. Es ist jedoch geringer ausgefallen, als man befürchtet hatte, da es sich nur auf 97.000 fl. beläuft; e« kommen davon auf die Antheilscheine der Gemeinde Wien 20,000 fl., auf die Eisenbahn- und Industrie-Gesellschaften 36,000 fl. und auf die Comitömitglieder 15,000 fl. Es ist Aussicht vorhanden, daß der Kaiser di« Schützenhallc im Prater der Wiener Schützcn- gesellschaft ais permanenten Schießplatz überläßt. Das durch das Fest angeregte Project, eine Jugendwehr in Wien zu errichten, soll demnächst in einer öffentlichen Versammlung weiter besprochen werden. Oesterreich. In Wien ist der Jesuiten-Pater B en isch, «in Mährer von Geburt, der seit 29 Jahren dem Orden ange- hörte und, was schon auf «inen Auserkorenen deutet, bis zu dem vierten Grade in der Skala der Gelübde zugelaffen worden war, zu der freien religiösen Gemeinde übergetreten und wird dieser Tage den Uebertritt öffentlich bekennen und motiviren. Luzern, 8. Aug. Am 7. August um 10 Uhr Vormittag« traf hier, auf dem Bahnhof, mit dem Dampfwagen des Kaiser» der Franzosen, die Königin Victoria von England wohlbehalten, bei bester Witterung, mit ihren jüngern Kindern und großem Gefolge ein. Sie ließ den Behörden Anzeige machen, daß sie incognito, unter dem Namen einer Gräfin von Kent, den Sommer in der Pension Wallis, die, ganz nahe der Stadt Luzern, jüngst neu erbaut wurde, ihren Aufenthalt zu nehmen gedenke. Empfang hatte keine Behörde gemacht-, ei weht auf der Wohnung der Königin die eidgenössische Flagge. Lüttich, 5. Aug. Die Polizei machte heute einen wichtigen Fang, als der Bahnzug aus Deutschland eintraf. Sie verhaftete nämlich ein Individuum, das zu einer Bande Betrüger gehört, welche namentlich den belgischen Handel ausbeuten. Die Summe, weiche sie sich zueignetcn, ist ungeheuer; man spricht von mehr al« drei Millionen. Der Sitz dieser Bande ist Deutschland, und die Zahl der Betrüger beläuft flch auf zwanzig. Die Justiz hat jetzt zwei dieser Helden in Händen. Der erste ward in NivelleS gepackt, wohin er von einem seiner Schlachtopfer gelockt worden unter dem Vorwande, eine Geschäftsangelegenheit freundschaftlich zu schlichten. Der gestern gefaßte traf in Folge einer Depesche ein, die ihn benachrichtigte, daß einer seiner Genossen beim Besuche einer Fabrik von einem Unfälle betroffen worden sei. Man fand eine Masse Valuten in Gold und Papier bei ihm vor; in einer Tasche fand man ebenfalls einen Diamanten von großem Werthe in Papier gewickelt. Florenz, 3. Aug. Di« Negierung beschäftigt sich angelegentlich mit der Einleitung von Maßregeln zur Hintauhäl- tung des schändlichen Mlßbrauchs, der seit undenklichen Zeiten mit der Ausfuhr — da« Wort bezeichnet die Sache — von Kinder beiderlei Geschlechtes getrieben wird. Ueber 1000 Kindern werden alljährlich zum Bettel und Vagabundenthum in fremden Ländern verwendet. Dl« Provinz Basilicata und einige Bezirke Ligurien« geben hiezu das Hauptcontingent. Parma, das ehedem ebenfalls eine große Anzahl solcher jugendlicher Emigranten in die Welt schickt«, liefert in Folge der seiner Zelt noch von dem ermordeten Herzog von Parma getroffenen Maßregeln jetzt weit weniger. Gänzlich Einhalt wird jedoch diesem Handel mit weißen Sclaven nur dann ge- than werden können, wenn, wie die „Corr, ital." meint, ein eigenes Gesetz ausdrücklich die Vermiethung der Kinder al« Affensührer ic direkt untersagt.. London, 3. Aug. In Ballincollig bei Cork erhob kürzlich ein Pachter, Namens Murphy, gegen den Husaren-Offi- zier Dorrien die Klage, daß derselbe, von der Jagd zurückkehrend, ihm durch ein Wickenfeld geritten sei, und auf die Mahnung, einen anderen Weg zu nehmen, ihm einen Schlag mit der Peitsche versetzt habe. Der Husaren-Offizier bekannte sich offenbar schuldig; denn er hatte beim Gerichtshöfe 5, Shilling Schmerzensgeld für den Pächter und 1 L. als Strafe für die Betretung des Feldes deponirt. Die Jury aber nahm die Sache ernster, und der Angeklagte wurde, indem er nebenbei einen scharfen Verweis des Richter« binnehmen mußte, zu einer Geldbuße von 170 L. (1133 Thlr. Pr. Et.) verurtheilt. So theuer wird der Nebermuth wohl selten gestraft. London. Auf Anordnung der Polizei find eine Anzahl obscöner Bücher, Pamphlet« und Kupferstiche, im Werthe von etwa L. 800—1000, confiscirt und verbrannt worden. Dieselben gehörten einem gewissen Dugdal«, welcher noch in Folge eines früheren UrtheilS für eine ähnliche WesetzeSüberschreitung hinter Schloß und Riegel fitzt. Es ist hier nicht von der verderbten Jugendliteratur die Rede, von der wir zur Zeit ge- prochen haben, sondern 6ort geradezu gegen alle Sittlichkeit verstoßenden Büchern und Bildern. Das Brennmaterial bestand aus nicht weniger den 35,000 Bänden, 318 Lithographien und 7—800 Kupferstichen. Außerdem wurden 46 Litho- graphiesteine und 15 Kupferplatten zerstört. Redaktion, Druck und Verlag der Brübl'schen Druckerei (Fr. Chr. Bietsch) m Giessen. Prell mit 2 Post chel Reg hab sche kür der gan mit W zu •I 56L IN 4 29t IS 1£ 8« ( Zo