rtion s zu Bür- ahier, 4 I- aus Aug. ioche eorge Stic- jmal- R. & tri E. h tisch 0 fr.,, us L. von cteur 2 fl, */» fr. von örfter 8 fr., Seel 2 fl. uper- teiber von n Br. , von isium ostein 5 fr-, 1 fl. spritz Ist. >olph Vogt von von 1 fl- von von rffier lllen- h fr- iden. idcn- ier- m- Preik vierteljährlich 36 kr. mit Nringcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljäbrlick 51 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dr«- mal. Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition; (kanzleibera Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Sieben. Nr. Dienstag den 11» August 1868 Brodpreife: 4 Pfund gemischtes Brod 18 fr. 4 Pfund Roggenbrod 15 fr. Amtliche Bekanntmachungen. Das Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes Nr. 26, ausgegeben am 22. Juli 1868, enthält: (Nr. 139.) Gesetz, Bett- die Feststellung des Haushalts-Etats des Norddeutschen Bundes für das Jahr 1869. Vom 29. Juni 1868. (Nr. 140.) Verordnung, betr. die Feststellung des Etats der Militärverwaltung des Norddeutschen Bundes für das Jahr 1869. Vom 29. Juni 1868. (Nr. 141.) Bekanntmachung, betr. den unterm 24. Juni 1868 zu Madrid unterzeichneten Zusatzact zu dem Handels- und Schiffs-Verträge vom 30. März 1868 zwischen dem Norddeutschen Bunde und den zu diesem Bunde nicht gehörenden Staaten des Deutschen Zollvereins einerseits und Spanien anderseits (Bundes-Gesetzblatt S. 322.) Vom 16. Juli 1868. Gießen, den 6. August 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Goldmann. Gießen, am 3. August 1868. Betreffend: Die Revision der Hypothekenbücher des Landgerichtsbezirks Gießen. Aas Grohhersügliche Landgericht Gießen an die Großherzoglichen Msgerichte seines Bezirks. Bei der diesjährigen Revision der Hypothekenbücher haben wir wahrgenommen, daß das Verzeichnis:, welches Sie nach Vorschrift des §. 28 der Ortsgerichts-Jnstruction über die in Ihrem Dienstbczirke vom Gerichte bestellten Vormünder zu führen haben, theils gar nicht, theils unvollständig geführt worden ist. Auf Grund unserer Vormundschaftstabelle müssen diese Verzeichnisse richtig gestellt werden und fordern wir Sie darum auf, solche binnen längstens 14 Tagen an uns einzusenden. Nach ersolgter Richtigstellung werden wir Ihnen fragliche Verzeichnisse wieder zusenden und erwarten wir von Ihnen, daß Sie dieselben alsdann vorschriftsmäßig weiter führen. Bötticher. Gießen, am 30. Juli 1868. Betreffend: Die Geschäftsführung der Großherzoglichen Ortsgerichte. Das Groß^h ermögliche Landgericht Gießen an die Großherzoglichen Drlsgerichte des Bezirks. Verschiedentlich werden von Ihnen nach öffentliche Versteigerungen, insbesondere auch von Immobilien, in Wirthslocalen abgehalten. Dies hat schon öfters zu Unge- örigkeiten und Beschwerden geführt und um Dem vorzubeugen, untersagen wir Ihnen hiermit die Abhaltung von Versteigerungen irgend welcher Art in Wirthshäusern. Da so ein Gemeindehaus vorhanden, ist Dies der Ort, wo Versteigerungen abzuhalten, wo dagegen ein Gemeindehaus nicht vorhanden, werden Sie am zweckmäßigsten-die Schulzimmer zur Abhaltung von Versteigerungen benutzen. Die Verwaltungsbehörde hat gegen diese Benutzung der Schulzimmer nichts einzuwenden, selbstverständlich darf :6er durch solche der Schulunsterricht nicht Noth leiden und erwarten wir in dieser Beziehung von Ihnen, daß Sie die Versteigerungen stets zu einer Zeit vornehmen, wenn Interricht in der Schule nicht ertheilt wird. Bötticher. Gefundene Gegenstände: Em Rastrmesser, cm unsrankirter Brief, adresstrt an Joseph Muth in Dehan, Amts Limburg, ein grauer wollener Wamms, ein alter blauer gestreifter Kittel nebst einer Dutte Kaffee und einem Stück Limburger Käs, in ein rothbraunes Taschentuch gebunden, ein Gummigürtel mit Hornschnalle, ein brauner Glacehandschuh, mehrere Schlüssel verschiedener Größe, ein Notizbuch, ein Portemonnaie mit 1 fr. und eine goldene Brache. Die Eigenthümer werden aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder später zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. Gießen, den 10. August ^868- Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. \.■ Nover. Besondere Bekanntmachung. Grünberger Bartholomäusmarkt. 5522) Der vorbemerkte Markt, welcher tm Kalender irrthüm- auf den 25. August 1868 eingetragen ist, wird Donnerstag 2 7. August 1868 abgehalten. Gießen, den 6. August 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Versteigerungen. 553) Dienstag den 25. August, Nachmittags 2 Uhr, oll auf hiesigem Rathhause die Hofraithe, um Nachlasse der Christine Stohr gehö- ig, als: ilur Nr. oKlftr. V« 10 Hofraithe in der Löwengasse, gießt 173/4 fr. abgelöste Grundrente, ffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 10. August 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. _______________Ebel. __________ 537) Dienstag den 25. August, Nachmittags 2 Uhr, ollen auf dahiesigem Rathhause die Grund- iücke der Kinder erster Ehe des Ernst Lud- oig Kämmerer nochmals öffentlich meistbie- enb versteigert werden. Gießen, den 7. August 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. 5536) Dienstag den 25. August, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die Hofraithe des Joh. Joseph Langsdorf, als: Flur Nr. OKlftr. V47U.4S 32 Hofraithe, Hofraum und Scheuer in der Neustadt, gibt 2 hlr, nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden, unter dem Anfügen, daß dem Meistbietenden der Zuschlag ertheilt werden wird, wenn das Gebot auch nicht die Taxation erreicht- Gießen, den 1. August 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. 5530) Nächsten Dienstag, Nachmittags 5 Uhr, soll das sämmtliche Obst auf dem Hamm im Garten des Herrn Geh. Justiz- raths Jhcring versteigert werden. Gießen, den 7. August 1868. I. A.: Weidig, Ortsgerichtsmann. Versteigerung von Arbeiten und Materiallieferungen. 5521) Die zur Herstellung einer Waffer- leitung und Umpflasterung einer Gosse in Lang-Göns vorzunehmenden Arbeiten und Materiallieferungen, als: Erdarbeit, veranschlagt zu 41 fl. 24 fr. Brunnenmacherarbeit, veranschlagt zu.....64 „ 10 „ Maurerarbeit, veranschl. zu 2 „ 30 „ Pflasterer- und Chaussirar- beit, veranschagt zu . . 274 „ 44 „ • , Lieferung von 560 laufenden Fuß 1% Zoll weiten eisernen Brunnenröhren, desgl. von circa 7,3 CubiMaftern Schichtpflastersteine, desgl. von circa */4 CubiMaftern Kalfsteine, desgl. „ „ 8,25 „ Lahnsand, desgl. ,, „ 1,5 „ Auffüllerde und das Aufsetzen der obigen Steine und Messen des Sandes sollen Mittwoch den 12. August, Morgens 10 Uhr, in dem Gemeindehaus zu Lang-Göns an die Wenigstnehmenden versteigert werden. Die Voranschläge und Bedingungen liegen in unserem Geschäftslocale zur Einsicht offen. Gießen, den 7. August 1868. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. Holzversteigerung. 5533) Donnerstag den 13. d. Mts., von Nachmittags 2 Uhr an, sollen in Folge der BetriebS-Regulirung /im hiesigen Gemeindewalde, Districten Hoyer- berg und Dorfwiese: 54 Stecken Buchm-Scheidholz, 10Vi , „ Prügelholz, 16 „ „ Stockholz, 1107 Wellen „ Reisholz, 1 Stecken Eichen-Prügelholz, meistbietend versteigert werden. Die Znsammenfunft ist zur bestimmten Stunde im District Hoherberg. Großm-Buseck, am 4. August 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Großm-Buseck- Wagner. Cigarren - Versteigerung. 5531) Heute, Dienstag den 11. August 1868 und morgen Mittwoch, jedesmal Nachmittags 2 Uhr, lasse ich in Auftrag im Gasthaus zum Darmstädter Haus eine große Partie Cigarren verschiedener Qualitäten gegen gleich baare Zahlung meistbietend versteigern. C. Pietsch I. Mittwoch den 19. August: Möbel - Versteigerung in dem von Rabenau'schen (früher Ko ch'schen) Haufe auf dem Seltersberg.________(55'15) 5544) Die Obstversteigerung bei Herrn Geh. Justizrath Professor Dr. I Hering kann, eingetretener Hindernisse wegen, nicht abgehalten werden. Feilgebotenes. 5535) Kelterschrauben in allen Dimensionen bei Flick L Kröll. 5558) Gebrauchte Fenster, sowie 25 Einmachbüchsen, wenig gebraucht, sind billig zu verkaufen bei Pitthan, im Adler. 5562) Loose für den Münsterbau in Ulm sind i> 1 fl. zu haben bei Justin Eberhardt. Gewinne: 1 Gewinn 20,000 10,000 ,, ff 5,000 2 Gewinne a 1000 fl. 2,000 10 500 „ 5,000 40 250 „ 10,000 50 100 „ 5,000 100 25 „ 2,500 1000 ,, 5 „ 5,000 und außerdem noch eine Anzahl Werke lebender deutscher Künstler rc. rc. Ziehung am 15. August 1868. Jnearnat - Kleesamen einpfiehlt die Samenhandlung von Earl Deines, (5548) am Markt neben dem Rathhaus. 5515) Em noch gut erhaltener Flüael steht wegen Wegzugs zum Verkauf. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 5512) Em noch sehr gut erhaltenes Ela- v.er ist wegen Wegzugs zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped- d. Bltts. Pserde-Verloosung in Frankfurt a. M. den 25., 26. und 27. August d. I. Loose hierzu ä 1 fl. 45 fr. bei (55H)_______________________________Julius Wallach. 5540) Die Hofraithe Lit- A- Nr. 105 auf dem Asterwcg, Flur Vgt-t, 12 DÄIftr. hast teub, -st aus freier Hand zu verkaufen und wollen sich Kaufliebhaber an mich wenden. Kraft, Gensd'arm. 5826) Eine Ehaise und ein Wagen sind zu verkaufen bet H. M. Iughardt, Neustadt D. 219. 5557) Bestes Brauermalz ungarischer Gerste empfiehlt Pitthan, im Adler. 5518) Dreimal- und Haushaltungswaagen, Kelterschrauben :c. einpfiehlt Emil Pi stör. 5523) Gute Betten, sowie alle Arten Möbel, sind zu verkaufen bei Heinemann Hermann. awr- Ausverkauf. Künftigen hiesigen Jahrmarkt, am 12. August: soll eine Partie seidener Hut- und Haubenbänder spottbillig ausverkauft werden, pr. Elle von 3 — 18 fr., die sonst 12 fr. bis 1 fl. kosten, sowie auch eine große Partie Rockbejatze, die Elle von 6 fr. an. ö ' v Stand: Auf dem Jahrmarkt vor dem Schulhaufe. (5565) Dermiethungen. 5550) Eine separate Wohnung in meinem Nebenhause, bestehend aus 3 geräumigen Zimmern, Küche, Keller, 2 Bodenkammern, nebst Mitgebrauch der Waschküche u. s. w-, ist zu vermiethen hei Georg Herbert- 5516) Ein Familienlogis, bestehend aus 5 Zimmern und den nöthigen Bequemlichkeiten, ist zu vermiethen und den 1. October zu beziehen bei Georg Malkomesius, Marktstraße. 5529) Ein Familienlogis, aus 5 heizbaren Zimmern, Küche, Keller u- s- w- bestehend, ist zu vermiethen bei F. C. Loos. 5541) Zu vermiethen eine Wohnung, aus 4 Zimmern, großer Küche und Zuhehör bestehend, pr. 15. Sep- temher. Wilhelm Gossi. 5513) In Becker's neuem Hause auf der Anlage sind noch Logis mit allen Bequemlichkeiten, Bleichplatz und Waschküche zu vermiethen und den 1. October beziehbar; auf Verlangen kann auch Stallung dazu abgegeben werden. 5514) Im Russischen Hofe sind zwei ineinandergehende große Zimmer, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen und sogleich zu beziehen._______________________________________ Zu vermiethen: zwei gut möblirte Zimmer, vornheraus, und ein kleineres möblirtes Zimmer bei (5560) E- Eichenberg, Lindenplatz. 5510) Ein Familienlogis ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5551) Ein freundliches Familienlogis, mit allem Nöthigen versehen, ist zu vermiethen und sogleich oder auch später zu beziehen bei Ed- Lind, Kirchenplatz. 5525) Ein schön möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen; auch kann ein Pferdestall in Benutz gegeben werden. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 5538) Im Russischen Hofe ist ein kleines Familienlogis zu vermiethen und am 1. September zu beziehen. 5552) Zwei große möblirte Zimmer, das eine mit Cabinet, sowie ein kleineres, sind zu vermiethen und am 1. September zu be- ziehen Canzleiberg Lit. B. Nr. 67._________ 5520) Das seither von Frau Prof. Zimmer bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und am 1. November, auf Verlangen auch früher, beziehbar. Ehr. Reiber, am Kreuz. Vermischte Anzeigen. 5555) Forderungen an den Nachlaß der verstorbenen Christian Grube Wittwe wollen innerhalb 14 Tagen bei mir eingereicht werden, andernfalls sie keine Berücksichtigung finden können, und ersuche ich gleichfalls alle Schuldner derselben, in obiger Frist Zahlung an mich zu leisten. Gießen, den 11. August 1868. Georg Plank, als Testaments-Vollstrecker- 5539) Ein Mädchen, welches im Flicken erfahren ist, sucht Beschäftigung. Näheres bei Herrn Ä reit stad t in der Hintergasse, . 11. MI 5556) Unserem ließen H .... die herzlichsten Glückwünsche zu seinem 22. Wiegenfeste!_______________________________________ 5549) Es wird ein Kindermädchen für auswärts gesucht- Näheres bei der Exped. d. Bltts._____________________________________ 5554) Ein junger Mann, welcher einige Stunden des Tags mit schriftlichen Arbeiten ausfüllen will, sucht Beschäftigung. Wer? sagt die Exped. d. Bltts. 5532) Ein gebildeter junger Mensch, welcher sich dem Rechnungsfache widmen will, kann auf dem Bureau des Großherzoglichen Universitäts-Rentamtes dahier sofort Verwendung finden. Gießen, den 5. August 1868. Schmidt, Univ. - Gerichts - Actuar. Zur Beachtung. 5534) Briefe, die unter der Adresse: Bernhard fneb, Gießen. der Post übergeben werden, werden mir im Falle meiner Abwesenheit sofort nachgesendet. _________________Bernhard Loeb. 5517) Auf Michaeli wird ein braves Mädchen, das etwas kochen kann, gegen hohen Lohn gesucht. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 5519) Altes Zeitungspapier kauft I. Rothenberger, Lindenplatz. 5437) Eine Wohnung von 3 Zimmern mit Küche, Keller und Speicher oder Speicherzimmer wird bis zum 1. September zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. dieses Blattes. 5559) Von Herrn S. Frank in Frankfurt a. M., Holzhandlung, Lager in Böhmen und Baiern, ist mir die Agentur zum Verkauf aller Gattungen Bretter, Dielen, Spalter- und Dachlatten, Bauhölzer rc. übertragen und bin ich in der Lage, zu billigsten Preyen Abschlüsse zu machen. Zur Entgegennahme von Aufträgen halte ich mich empfohlen.______________________________________ E. Eichenberg. 5561) Einem verehrlichen Publikum zeige ich hiermit ergebenst an, daß ich von dem Heutigen an mein Geschäft meinem Sohne Hermann Roloff übergeben habe. _____________________ C. Roloff, am Lindenplatz. 5543) Agentur-Gesuch für England. Ein junger routinirter Kaufmann, Agent für England, wünscht noch ein leistungsfähiges Haus mit couranten Artikeln in England zu vertreten. Gute Referenzen können gegeben werden. Sofortige Franco-Offerten unter Nr. 5513 befördert die Erped. d. Bltts. wWa. SchühengeseUschast ru Glichen. 5564) Die Mitglieder werden hiermit zu einer Generalversammlung m das Cafö Ebel auf Donnerstag den 13. August, Abends 8 Uhr, dringend emgeladen. Tagesordnung: Finanzangelegenheiten. Gießen, 10. August 1868. Der Vorstand. An die Mitglieder der Schützengefellschaft zu Gießen 5565) Nächsten Montag, den 17. August, wird der Schützenverein in Butzbach ein kleines Cinlageschießen abhalten, wozu alle Gießener Schützen freundlichst eingeladen sind. Das Schießen beginnt Mittags nm 12 Uhr. Es wird auf 3 Ständen geschossen: 1) Feldscheibe (freihändig), 2) Standscheibe (freihändig), 3) Standscheibe (aufgelegt) und kostet die Einlage auf jede Scheibe 1 fl. 45 fr., wofür der Schütze 12 Schuß erhält. Indem wir dies hiermit zur Kenntniß unserer Mitglieder bringen, glauben wir zugleich den Wunsch aussprechen zu müssen, daß die Betheiligung an diesem Schießen eine recht zahlreiche werden möge. Anmeldungen sind bei unserem I. Schützenmeistec zu machen. Gießen, 10. August 1868. Der Vorstand. PB 41 §> befindet sich von heute an im Hause des Herrn |> A. Wallenfels hinter der Kirche. I Gießen, den 8. August 1868. || Die Direktion. k Z Kirchweihfest zu Weilburg. Zu der am Mittwoch den 12. und Donnerstag den 13. August stattfindenden altberühmten Kirchweihe zu Weilburg, und der am Sonntag den 16. August abzuhaltenden Nachkirchweihe laden wir von nah und fern freundlichst ein. H. Görtz. H. Lemp Wittwe. C. Weber. | North British und Mercantile Feuer-Versicherungs-Gesellschast in Edinburg und London (gegründet 1809) mit Domicil Darmstadt. Grund-Kapital ........ 13 Millionen Thaler. Reserve-Fond Ende 1867 - ... 17 Millionen Thaler. .Die Gesellschaft schließt Feuerversicherungen jeder Art zu festen und billige« Prämien. — Für Landwirthschaft und Fabriken besonders loyale Bedingungen- — Sicherstellung der Hypotheken-Gläubiger. — Bei mehrjähriger Versicherung unter Vorausbezahlung bedeutender Rabatt. — Zur Ertheilnng jeder wimschenswerthen Auskunft, sowie zur Vermittelung von Versicherungs-Anträgen empfehlen sich: Gießen, den 3. August 1868. der Agent Röder, Großh. Steueraufseher in Gießen, sowie Earl Gaul«, General-Agent in Darmstadt- Ä 5566) Unserem Haupt- und Ober-Rind zu seinem morgen stattfindenden 22. Wiegenfeste ein dreifach don- nerndes Hoch !! Am 1. September 1868 ’L.yfF 88*te Ziehung1 der österr. Staats-Loose. vom Jahre ISG'L Höchster Treffer fl. 200,000, niedrigster fl. 155 östr. Währ. Einlage S Thlr. — fl. 3. 30 süddeutsch. Sieben Betheiligungen kosten nur Thlr. 1® — fl. 91 süddeutsch. Mit k. k. Stempel versehene Loose empfehlen VOELCKER & Co Bankgeschäft in Wien, Kolowratring Nr. 4. NB. Nachnahmen können nicht erhoben werden. (4547) Geschäfts - Gmpfehlurrg. 5546) Einem geehrten Publikum zur Nachricht, daß ich an hiesigem Platze ein mechanisches Geschäft errichtet habe. — Durch gediegene Arbeit werde ich stets das mir geschenkt werdende Zutrauen zu erhalten suchen und halte mich in vorkommenden Fällen bestens empfohlen. W. Hosch, Mechanikus, im Nehmeyer'schen Hause, Neuenbäuen. ___________________________________*____________________________ 5542) Lehrlings - Stelle gesucht für einen jungen mit den nöthigen Lorkenntnifsen versehenen Mann aus anständiger Familie zum sofortigen oder baldigen Eintritt. Franco- Offerten befördert unter Nr. 5512 die Erped. d. Lltts. Einsendungen. Gießen, 6. August. Nachdem von den Technikern cingeräumt ist, daß der von der Stadt propo- nirte Bahnhossplatz nicht nur in seiner Lage, Ausdehnung und Zugänglichkeit allen Anforderungen entspricht, sondern bei einer Steigung von 1:100 der in gerader Linie fortgehenven Verbindung mit der Cöln-Gießener-Bahn und mit dem Main-Weser-Bahnhof, keine Schwierigkeiten mache, hört man dem Wunsche der Stadt immer entgegenhalten, daß man den Main-Weser-Bahnhof nicht her- unter in die Stephansmark verlegen könne, und daß der Uebergang von Personen und Gütern von der Main-Weser-Bahn und der Cöln-Gießener, also der Verkehr, darunter leide. Und dcch liegt die Lösung so nahe: Man lasse den Main-Weser- Bahnhof wo er ist, es wäre freilich Blödsinn, ihn (sammt einem Stück Bahnkörper) verlegen zu wollen, und doch läßt sich die Verbindung so leicht und so regelrecht Herstellen, daß der Uebergang von Personen und Gütern nicht leidet. Die oberhessischen Bahnen müssen in jedem Falle (der Bahnhof komme hin, wo er wolle) bis an da« Cöln-Gießener Stationshaus gehen. Man lasse nur bei dieser Station (durch die dortigen oder eigenen Beamten) auch Billete ausgeben für die oberhesstschen Bahnen, und lasse nur — kurz ehe die Züge von Cöln oder Kassel oder Frankfurt ankommen, oder vielmehr, ehe die Züge auf den vberhes- sischen Bahnen abgehen, und während der Zug in der Stephansmark arrangirt wird — einige Wagen hinaufgchen an die Cöln-Gießener-Bahn und den Main- Weser-Bahnhof, und nehme so Personen und Güter auf — die Entfernung beträgt nur 3, höchstens 4 Minuten —, und umgekehrt fahre man die Wagen mit Personen und Gütern, die auf die Main-Weser-Bahn und auf die Cöln-Gießener Bahn wollen, nur die 3 Minuten weiter bis an diese Bahn, und lasse die Wa- gen dann die drei Minuten zurückgehen, — und alle angeblichen Schwierigkeiten fallen weg. Das läßt sich ja arrangiren. Man möge in Darmstadt diese Sachlage wohl beachten. __________________________________________________________ Der Main - Weser - Bahnhof und -er nene Bahnhof. Unsere leidige, noch immer der Entscheidung harrende Bahnhofsfrage ist in den letzten Wochen im Privatverkehr wie in diesen Blättern vielfach Gegenstand der verschiedenartigsten Besprechungen gewesen, und im Allgemeinen gewiß nicht zum Nachtheil der Sache selbst. Wie uns scheinen will, ist jedoch eine Seite derselben zu wenig beachtet und klar hervorgehoben worden. Selbst von vielen verständigen Beurtheilern wird nämlich fast stets geltend gemacht, daß eine Zusammenlegung aller Bahnhöse von der allergrößesten Wichtigkeit sei, daß wenn man der Ueberzeugung sein müßte, daß der Main-Weser- und in seiner Erweiterung der einstige Cöln-Gikßener-Bahnhof unabänderlich auf dem Seltersberg liegen blieben, daß dann allerdings aus praetifchen und finanziellen Gründen sich die Anlage auch des neuen Bahnhofs auf den Seltersberg empfehle, denn das centrale Zusammenliegen sei von entscheidender Wichtigkeit. Doch dem ist keineswegs so. Daß es wünschenswerth wäre, wir hätten einen Centralbahnhof, wer wollte das bezweifeln? Allein nothwendig, selbst bei dem allerlebhaftesten Personen- und Güterverkehr ist es keineswegs. Der neue Bahnhof für die Oberhessischen Linien kann, abgesehen von dem Verbindungstrain, welchen letztere mit dem Main-Weser-Bahnhof unterhalten, in voller Unabhängigkeit in der Stephansmark stehen, ohne daß ein Abreißen und Wiederaufbauen des Main-Weser-Bahnhofs ebenfalls in der Stephansmark nöthig wäre. Vor allen Dingen widerlegt sich hierdurch am besten der Vorhalt, der auch unserer städtischen" Deputation in Darmstadt sicherem Vernehmen nach gemacht worden fein soll, daß die Anlage des neuen Bahnhofs in die Stephans- mark und die dadurch früher oder später nöthig werdende gleiche Verlegung des Main-Weser-Bahnhofs eine abermalige beträchtlich- Ausgabe für die Großherzogliche Regierung als Zinszicherin vom 3. Theil der Main-Weser-Bahn verursachen würde, und solche bei dem jetzigen finanziellen Stand unseres Landes wo möglich auf jede Weise zu vermeiden seien. Von diesem Standpunkt aus seien eben der Deputation von Mitgliedern der Regierung keine tröstlichen Aussichten auf Erfüllung ihrer Wünsche eröffnet worden, und wären dieser unvermutheten Vermengung der Frage über die Lage des alten und des neuen Bahnhofs gegenüber die Mitglieder der Deputation leider nicht mit der entsprechenden, wünsckens- werthen Klarheit und Festigkeit ausgetreten — durch einfache Darlegung, daß die Anlage des neuen Bahnhofs in der Stephansmark ganz unabhängig fei von dem Verbleiben oder Nichtverbleiben des Main-Weser-Bahnhof« auf dem Seltersberg, durch die feste Entgegnung, daß die Anlage des neuen Bahnhofs in der Stephansmark eben eine Lebensfrage für Gießen sei, die mit der Lage des Main- Weser-Bahnhofs gar nichts zu thun habe. Wir wissen nicht, wie viel Wahres an diesem der Deputation gemachten Vorwurf ist, können ihn jedoch bei der so gut und zweckmäßig getroffenen Wahl ihrer Mitglieder kaum für begründet halten. Um so mehr müssen wir uns aber über die Haltung der maßgebenden Persönlich- feiten in Darmstadt wundern. Unsere Erinnerung wird lebhaft auf das Jahr 1846 zurückgeführt. Es will uns berünfen, daß dieselben Erscheinungen von damals sich heute in derselben Sache wiederholen sollen. Heute wie damals ge- schah von Seiten des Stadtvorstanves in Verbindung mit dem Hanvelsverein gegen die Verlegung des Main-Weser-Bahnhofs auf den Seltersberg, was nur immer geschehen konnte, keine Schritte wurden für zu mühsam, keine unversucht gelassen- Was geschah? Man nahm die Wünsche theils ruhig und selbstbewußt hin, theils wies man sie als nicht von „competenten, sachkundigen" Leuten ausgehend lächelnd oder auch schroff zurück, that im Uebrtgen ganz, was einzelne Persönlichkeiten anzurathen für gut fanden, und ließ die Wünsche der Bürgerschaft als für die Erwägungen solch hoher Sachverständiger ganz gleichgültig bei Seite liegen. Dieser abermals drohenden Gefahr gegenüber muß die Stellung des Stadtvorstandes und der Bürgerschaft eine um so festere und sich durch Nichts beirren lassende sein. Es muß das klar formulirte und offen ausgesprochene Programm der Stadt sein: 1) Der Bahnhof für die neuen Oberhessischen Bahnen gehört in die Stephansmark, 2) und zwar in die allernächste Nähe der Stadt, also in die Gärten und Wiesen nächst dem Zinßer'schcn Garten. 3) Er darf auf keinen Fall weiter zurück nach den Riegelpfaden zu gelegt werden, zu denen keine directcn Verbindungswege und Straßen von der Stadt aus führen, während fast alle bestehenden und neu projectirtcn städtischen Straßen von selbst und auf die natürlichste Weise in die Stephansmark münden; denn die Anlage des neuen Bahnhofs in den Riegelpfad würde wohl ebensoweit von der Stadt sein, als die Lage des Main-Weser-Bahnhofs. 4) Das Verbleiben des Main - Weser - Bahnhofs auf dem Seltersberg und die etwaige Anlage eines definitiven Cöln - Gießener - Bahnhofs ebendaselbst steht in gar keinem sachlichen Zusammenhang mit der die Zukunft der Stadt Gießen bedingenden, nothwendigen Anlage des neuen Bahnhofs in der Stephansmark. Die Brodpreise in Gissten betreffend. Rach dem heute ausgegebenen Gießener Anzeiger verkaufen die hiesigen Bäcker das gemischte Brod zu 18 fr., und das Roggenbrod zu 15 fr. Wie verhält sich dieser Preis zu den seitherigen Fruchtpreisen? Nach diesen ist der Waizen in den letzten drei Wochen in unserer ganzen Umgegend im Durchschnitt pr. Malter zu 12 fl. 48 fr., das Korn im Durchschnitt zu 8 fl. 48 fr. und die Gerste int Durchschnitt zu 7 fl. 40 fr. verkauft worden. Wie können die Bäcker nun mit solchen Fruchtpreisen die seitherigen Verkaufspreise in Einklang bringen ? Eine gründliche Ausrechnung, wie diese nach Recht und Billigkeit zu stellen sind, ist keineswegs eine so schwierige Sache, wie die Herren Brodfabri- kanten vielleicht glauben, und lassen wir im Interesse des Publikums eine solche hier folgen, wie sie für Jedermann verständlich sein wird: Waizen. Korn. Gerste. 1 Malter kostet durchschnittlich 12 fl. 48 fr., 8 fl. 48 fr. 7 fl. 40 fr. A. Das Roggenbrod wird aus 2/3 Korn- u. 1/z Gerstenmehl gebacken. 2 Malter Korn wiegen ' . . . . 380 Pfd. und fosten 17 fl. 36 fr. ab : V10 für Moller .... 38 Psv. an Kleie und Staub . . 54 „ 92 „ 92 „ es bleiben 288 Psd. Mehl. 1 Malter Gerste wiegt . . 170 Pfd. u. kostet 7 „ 40 „ ab: an Molter, Kleie und Staub 40 „ es bleiben 130 „ 130 Pfd. Mehl. zusammen 418 „ „ Für Ociroi 12 fr. pr. Malter............— „ 36 „ „ Backlohn incl. Verdienst, Heizung rc. 1 fl. 30 fr. pr. Malter . 4 „ 30 „ Wenn 3 Pfd. Mehl 4 Pfund Brod geben, so werden aus 418 Pfd. Mehl 557 Pfd. Brod gebacken und wenn diese zusammen . . ■ 30 „ 22 „ fostm, so fommen 4 Psd. auf 13 fr. B. Das gemischte Roggenbrod wird aus i/3 Walzen- und 2/3 Roggenmehl gebacken. 1 Malter Walzen wiegt..... 200 Psd. und kostet 12 fl. 48 fr. ab: an Molter, Kleie und Staub .... 50 „ es bleiben 150 Psd. Mehl. 2 Malter Korn geben (s. oben). . . .288 „ „ und fosten 17 „ 36 „ für Backlohn incl. Verdienst, Heizung, Octroi von 3 Maltern........ ......3 „ 6 „ Wenn 3 Psd. Mehl. 4 Psd. Brod ge-__ bett, so werden aus....... 438 Psd. Mehl 584 Psd. Brod gebacken und wenn diese zusammen........35 fl. 30 „ kosten, so kommen 4 Psd. auf 14‘/z Er. Hiernach würde also der vierpfündige Laib Kornbrod auf 13 fr., der vier- pfündigc Laib gemischtes Brod auf 141/3 fr. kommen. Die Differenz von 2 fr. bei ersterem, und von 34/2 fr. bei letzterem erscheint uns bedeutend genug, um hiermit öffentlich Anfrage an die hiesigen Bäcker zu thun, durch welche Gründe sie diese Höherstellung der Preise zu rechtfertigen gedenken, da sie an unserer Berechnung wohl Nichts auszusetzen haben werken? Mögen sie uns also eines Besseren belehren, oder, wie ihre Mitbürger zu verlangen ein Recht haben, tbre Preise obiger Zusammenstellung entsprechend herabsetzen! Denn wir glauben, daß die Bäcker sich durch die seither über die Gebühr gestellten Verkaufspreise bereits hinlänglich aus Kosten des Publikums bereichert haben, um wenigstens jetzt zu jenen oben ausgestellten Preisen herabgehen zu können. Politische Rundschau Berlin, 6 Aug. Die „Zeidler'sche Lorrespon- denz" Dementirt Das Gerücht, wonach dem nächsten Zollparlamcnt wieder eine Regierungsvorlage wegen Erhöhung der Tabakssteuer unk des Tabakzolles zu- gehen solle; es sei nur eine Steuervorlage beabfich- tigt, welche den vorhandenen Bedürfnissen abhelfen dürfte. Berlin, 8. Aug. Wie das heutige „Militärwochenblatt" melket, ist der General der Infanterie Bogel v. Falkenstein auf feinen Wunsch vom General - Commanko des 1. Armcecorps entbunken und der General v. Mantcufel zu seinem Nachfolger ernannt worden. Ems, 7. Aug. Die Abreise des Königs nach Homburg ist auf kommenden Donnerstag festgesetzt worken. Der Hofmarschall, Graf Perponcher, hat sich heute bereits dorthin begeben, um die nöthigen Vorbereitungen zu treffen. Der Kultusminister v. Wühler ist gestern hier eingetroffen. Derselbe wurke von Seiner Majestät zum Vorträge empfangen unk karauf zur Tafel gezogen. Der Finanzminister v. k. Heydt, sowie ver vielseitige Gesandte am russischen Hofe, Prinz Reich, sind heute von hier wieder abgereist. Aus Baiern, 6. Aug. Die Bahn Gemünden-Schweinfurt rückt ihrer Ausführung nun wirklich näher. Die königliche Generalkircetion hat den Befehl erlassen, die Terrainerhebungen sofort »orzuneh- men. — In Kissingen scheint sich um den Kaiser von Rußland ein Fürstcncongreß zu versammeln. Außer dem König von Baiern ist auch der Großherzog von Oldenburg, ker Großherzog von Darmstadt, Prinz Albrecht von Preußen daselbst anwesend. Noch eine Reihe anderer deutscher Fürsten wird in den nächsten Tagen erwartet. Auch die Königin Mutter von Baiern hat der Kaiserin ihren Besuch erstattet. Wien, 6. Aug. Bei dem heutigen letzten Schiitzenbankette erschien der Reichskanzler v. Beust. Nach Toasten Kurti'S (Schweiz) „auf das österreichische Ministerium, dessen Devise Recht vor Macht, Ehrlichkeit vor Tücke, Licht vor Finsterniß" und Freysleben's (Würtemberg) „auf das freiheitliche Oesterreich" brachte Hr. v. Beust einen Toast aus, kessen Hauptinhalt folgender: Er sei ein guter Oester- reicher geworden und ein guter Deutscher geblieben; alsdann betonte der Reichskanzler die Nothwendig- feit der Erhaltung des Friedens und einer versöhnlichen Politik. Oesterreich, erklärte der Reichskanzler, mische sich nicht in deutsche Angelegenheiten und kenne keine Politik der Rache. „Nicht nur als Deutscher", fuhr ker Redner fort, „sondern so recht eigentlich als Oesterreicher, wünsche ich Oesterreich mit Deutschland in Verbindung zu halten, was gewiß keine Partei in Deutschland und keine Nationalität der österreichischen Gesammtmonarchie zurückweisen wird. Soll aber das deutsche Element in Oesterreich der Träger dieses Gedankens sein, dann darf man es nicht von den anderen Stämmen trennen, welche mit gleicher Bc- rechtiguna, Treue, Tapferkeit und Hingebung dem Reiche angchören. Die Vereinigung und Eintracht aller unter dem Scepter des österreichischen Kaisers lebenden Völker kann allein die Erfüllung jener cul- turhistorischen Mission Oesterreichs verbürgen, welche im Interesse Deutschlands wie Oesterreichs ist. Herr ». Beust brachte sodann ein Hoch „auf den Frieden und die Versöhnung" aus, die die Träger einer geregelten Fortschrittes, die Hüt-r einer gesunden Freiheit, die Grundpfeiler einer gesicherten Ordnung seien. Die Reee res Herrn v. Beust wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. Der Präsident Kopp schloß die Tischreden mit einigen Worten des Lebewohls an die Gäste. Wien, 9, Aug. Die amtliche „Wiener Ztg." publicirt einen kaiserlichen Befehl an den Reichs- Kriegsminister, welcher anordnet, daß in den ungarischen Regimentern in dem Rayon des einzuführenden Wehrsystems möglichst aus den ungarischen Ländern gebürtige Offiziere cinzutheilen sind, und baß bei der Eintheilung der Offiziere auch namentlich die Kennt- niß der bei den einzelnen Renimentern üblichen Sprachen zu berücksichtigen ist. Pesth, 6. Aug. Der Reichstag hat das neue Wehrgesetz auch bei der Specialdebatte mit großer Majorität angenommen. Bern, 6. Aug. Der Bundesrath hat den eid- genöfsischen Oberst Hammer definitiv zum Gesandten bei dem nordceuischen Bunde, der preußischen Regierung, sowie bei den süddeutschen Regierungen ernannt. Der Oberst Hammer hat dieses Amt angenommen. Zum Gesandt.n bei ker Wiener Regierung ist Tschudi ernannt. Paris, 6. Aug. Die Königin von England traf heute Morgen hier ein, blieb jedoch wegen großer Ermüdung den ganzen Tag über im Hotel der englischen Gesanvtschaft. Nachmittag« gegen 4 Uhr stattete ihr die Kaiserin einen kurzen Besuch ab und reiste eint Stunde später nach Fontainebleau ab. Die Königin Victoria reiste, vom Grafen Loftus nach dem Bahnhofe begleitet, um 7>/2 Uhr wieder ab. Paris, 6. Aug. Im großen Publikum knüpft man an die Thatsache, daß der Kaiser den dießjäh- rigen Napoleonstag in Paris verleben will, mancherlei Combinationen. Allgemein rechnet man auf irgend eine außergewöhnliche Manifestation, welche nach den Chauvinisten in kriegerischem, nach den Wünschen der Majorität in entschieden friedlichem Sinne ausfallen werde, und man glaubt diese Kundgebung gelegentlich der auf den 14. anberaumten großen Revue erwarten zu dürfen. Genauer informirte Persönlichkeiten theileu dagegen diese Erwartungen nicht, sie sind vielmehr ker Voraussetzung, daß bei der Revue entweder gar keine, oder eine in ganz allgemeinen Formen sich bewegende Ansprache gehalten werden dürste, und diese Auffassung bat insofern viel Wahrscheinlichkeit für sich, als die allgemeine Situation gar keinen Anhaltspunkt für die entgegengesetzte Ansicht karbietet. — Der Prinz Napoleon scheint den 15. August nicht in der Haupistakt zubringen zu wollen, da aus dem Palais Royal verlautet, der Prinz werde übermorgen eine Reise nach Havre antreten, kort die maritime Ausstellung besichtigen und alsdann einige Wochen die Secbäver genießen. London, 6. Aug. Das atlantische Kabel ist an derselben Stelle, wie früher, wahrscheinlich durch das Sinken eines Eisbergs, beschädigt. Newyork, 29. Juli. Die Kaufsumme für Alaska (russisches Amerika), 7,200,000 Dollars, wurde gestern ausbezahlt. Der Senat bestätigte ein- stimmig Watts als Gesandten für Oesterreich und General Rosenkranz als Gesandten in Mexico unk nahm ferner den mit den chinesischen Bevollmächtigten geschlossenen Vertrag an. Der Congreß passirte das Gesetz Betreffs Aufhebung der Negerschutz - Bu- reaux über Johnson's Veto hinaus. Das Reprä- sentantenhaus nahm die Vorlage an, durch welche der Golkverkauf Seitens des Finanzministers verboten wirt. Durch Hamilton, eines Der neu eingetretenen Mitglieder aus Florida, ist nochmals ein Antrag auf Versetzung des Präsidenten Johnson in Anklagezustand eingebracht und Darauf Dem Justiz- Ausschüsse überwiesen worden. Vermischtes. Berlin, 31. Juli. Sin Vergleich über den gegenwärtigen Stand der norddeutschen Handelsmarine mit dem Stande der Marine anderer Länder ergibt folgende Zahlen : Der norddeutsche Bund verfügt zur Zeit über etwa 7107 Seeschiffe mit einem Gehalte von 1,336,719 Tonnen. Großbritannien und Irland zählen 28,632 Seeschiffe mit 5,328,073 Tonnengehalt. Die Marine der Vereinigten Staaten Nordamerika'S hat annähernd dieselbe Stärke. Frankreich zählt 15,092 Seeschiffe mit 985,235 Tonnengehalt. Italien mit Venetien 17,911 Seeschiffe mit einem Gehalt von 718,561 Tonnen. Die Niederlande 2231 Seeschiffe mit 510,152 Tonnen, und Oesterreich 8132 Schiffe in der Stärke von 300,525 Tonnen. Sine Tonne ist gleich 2000 Pfund. Die norddeutsche Handelsmarine steht also im Tonnengehalte nur den Marinen Englands und Nordamerika's nach. Berlin. Herr Gerstäcker hat von seiner letzt unternommenen Reise über den transatlantischen Oeean aus Earracas mit heimgebracht, was auf dem dortigen Markte am wenigsten zu »ermutheu: ein Portrait d-S Grafen Bismarck in ganzer Gestalt, beinahe in Lebensgröße. Der deutsche Staatsmann ist in den^ südamerikanischen Republiken eine populäre Persönlichkeit. In Einöden, wohin früher kaum der Name Alemannia gedrungen, hörte Gerstäcker gegenwärtig von Bismarck erzählen, in den Lianas am Oriuoco hatte er Hirten, Jägern, Fischersleuten Fragen nach dem deutschen Bundeskanzler zu beantworten. In den größeren Städten der ehemaligen Kolonien Spaniens wird Bismarck'« Bildniß als gangbarer Artikel zum Zimmerschmuck verkauft. Da« von Gerstäcker in Venezuela erworbene Stück ist allerdings mehr billiges Fabrikat als irgendwie kostbares Kunstwerk. Eine Figur auf Papier in bürgerlicher, etwas bunter, dem Geschmack von Pflanzern angepaßter Tracht. Es ließe sich ein hohes und nicht zu breites Fenster damit verhängen. Aber eben diese tapetenartigc Verwendung bezeugt den vertrauten Gebrauch für's Alltagsleben. Westphalen. Bei Ealcum, Station zwischen Düsseldorf und Duisburg, hat sich am 25. Juli um die Mittagszeit etwas zugetragen, was auf Eisenbahnen bisher wohl noch nicht »or- gekommen ist. Ein Sachverständiger, der als Passagier des an jenem Tage um 1 >/2 Uhr von Köln abgelaffenen Schnellzuges selbst Augenzeuge gewesen ist, berichtet uns: In Folge der ungemeinen Sonnenhitze halten sich auf einer Strecke bei Caleum die Eisenbahnschienen derartig gestreckt, daß sie den für derartige Fälle bekanntlich vorgesehenen Spielraum nicht nur vollständig ausgefüllt, sondern auch sich auf einander gestemmt und vollständig geworfen hatten. Gut befestigt, wie sie waren, hatten sie nicht ausspringen können, sondern sich schlangenartig winden müssen Da das Geleise dadurch un- fahrbar geworden war, mußte jener Schnellzug anderthalb Stunden halten bleiben, bis neue Schienen eingczvgen waren. Frankfurt, 2. Aug. Wie wir vernehmen, hat das Comite der Gesellschaft zur Erwerbung der Älebricher Wintergärten die Betheiligten auf Montag den 3. August, Abends 7 Uhr, zu etnet Versammlung eingeladen (Saal der polytechnischen Gesellschaft), um über den vollzogenen Ankauf 1.60,000 st.) der Wintergärten Bericht zu erstatten. Baiern. Wie nah ist uns Deutschen Rußland auf den Leib gerückt. Kaiser Alerander ist am 28. Juli in Bad Kissingen eingetroffen und legte die ungeheure Reise von Petersburg nach Kissingen mittelst Ertrazuge« in 493/4 Stunden zurück, dabei find 4>/, Stunden Zeit für Mittagessen >c. eingerechnet. Baiern. Aus Kronach erfährt der „Fränk. Cour." über den Festungssträfling Chorintky: „Chvrinsky wird wie jeder andere Eivilsträfling gehalten; er hat nur einfache Fournituren und Requisiten der Easernen-Einrichtungen; feine täglichen Spaziergänge macht er, wie die Anderen, nur in Begleitung des Aufsichtssoldaten; seine Verpflegung ist gleichfalls die der anderen Gefangenen, täglich 27 fr." Heilbronn. Sehr selten hat man hier vom 1. Mai an solche Hitze erlebt, wie in diesem Jahre. Unter 88 Tagen gab e« 60 Sommcrtage. Der heißeste Tag bis jetzt, mit 27—28 Graden, war der 23. Juli, an welchem hier zwei Schnitterinnen auf dem Felde am Sonnenstiche starben. Solche heiße Sommer bringen un« auch große Schwärme spanischer Fliegen lEauthandcn) auf unsere Eschen, und im August entsteigen. Millionen Eintagsfliegen unserem Neckar. Im Juli 1857 hatte man auch den seltenen Anblick des Oleander-Schmetterlings. Man sollte daher jetzt recht aufmerksam auf solch« Fremdlinge sein. Auch in diesem Juni sah man hier, in Bönnigheim ic. einen unserer seltenen Gäste, die Sing-Eieade (Cicada haematodes. Linn). Das Männchen bringt Töne hervor, welche ungefähr wie feine Töne einerMaultrommel klingen. Luzern, 31. Juli. Kürzlich kehrte ein Schweizer aus dem Eamon Luzern in seine Heimath zurück, nachdem er mehr als zehn Jahre in Amerika gewesen und ein große« Vermögen erworben hatte. Er wohnte auf kurze Zeit bei seiner verhei- ratheten Schwester, welche ein allerliebstes Mädchen von drei Jahren bemß. Eben hatte er fein mitgebrachtes Geld gegen Staatspapiere umgewechselt und diese zum Zählen auf den Tisch gelegt, da ging er in den Hof, und als er zurückkehrte, sah er nur noch ein Häufchen rauchender Asche vvn seinem Gelde. Da« Kind hatte ihn kurz zuvor mit dastehenden Zündhölzchen feine Pfeift anzünden sehen und ihm nachahmend den Geldhauftu in Brand gesetzt. Der Mann schmetterte das unglückliche Wesen mit einem einzigen Faustschlage todt zu Boden und fitzt nun als Mörder im Gefänguiß. Frankreich. Der transatlantische Kabel, zu dessen Legung die durch den Baron Erlanger und Herrn Reuter vertretene Gesellschaft coneessivnirt ist, wird von Brest aus nach der französischen Insel St. Pierre-Miquelon und von da nach der Küste von Neubraunschweig, durch die nordamerikanischen Staaten Maine, Neu-Hampshire, Massachusetts und Connecticut nach Newyork gehen. Das Kabel muß am 1. September 1869 vollständig gelegt fein. Es wird also das Geschäft des TinlassenS in den Monaten Juli und August 1869, in der besten Jahreszeit vor sich gehen. — Das Witzblatt „Laterne" ist zum Abdruck einer amtlichen Berichtigung genüthigt worden, die nicht weniger als 52 Seiten einnimmt. Paris. Ter alte Kaiser beschäftigt sich in Plombiere» mit frommen Studien. Er hat sich den Bischof Maret hin- kommen lassen und eonversirt mit ihm über da« öcumenisch« Cvncil und über die _ Erfordernisse, um heilig gesprochen zu werden. Henri Rochefort läßt inzwischen unbehindert in den französischen Blättern eine Riesenannonce seiner „Laterne" erscheinen. Neben den großen Buchstaben des Titels de» Journals „La Lanterne“ befindet sich eine wirkliche Laterne. Ein Strick verbindet das Bild mit dem Titel und zwar so, daß er allein um die Buchstaben L. N. geschlungen ist. Paris. In Betreff der Erklärungen, welche Rouher über die friedlichen Gest, nnngen der französischen Regierung gegeben hat, ist eine kleine Episode, welche sich in Fontainebleau zuge- tragen, nicht ganz ohne Bedeutung. Man belustigte sich dort eines Abends mit Gesellschaftsspielen, und es war die Frage gestellt: Wie lann man die Wahrheit von der Lüge unterscheiden ? — „Dadurch, daß man sie alle beide durch die nämliche Thüre gehen läßt", erwiederie der Kaiser — ; „Sie können sich darauf verlassen, daß die Lüge immer zuerst eintritt.* In diesem selben Augenblicke öffnete sich die Thüre und — Rouher und Pinard erschienen an derselben. Jeder wollt« dem Andern den Vortritt lassen, bis Pinard sich auf sein jüngeres Alter berief und Rouher somit als der Aeltere zuerst eintrat. Ein unbändiges Gelächter, an dem der Kaiser ebenfalls herzlichen Antheil nahm, empfing sie. Rouher lachte mit, ohne daß er wußte, worüber. Bern, 3. Aug. Nach einem ziemlich starken Gewitter in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag sah man am Donnerstag Morgens auf dem von einer starken Brise aufgeregten und vvn dichtem Gewölbe überdeckten Murtner See sich plötzlich eine prächtige Wassersäule bilden, die sich senkrecht erhob, zwei bi« drei Minuten jang ruhig in dieser großartigen Stellung mit den Wolken verbunden blieb, dann in der Richtung nach Westen sich bewegte und endlich mit einem anhaltenden dumpfen Getose wieder zusammenfiel. E« war eine Wasserhose, eine auf Landseen seltene Erscheinung. England. Es ist gegenwärtig im Werke, in London ein sogenanntes „Teetotaller-Hospital" zu errichten, d. h. ein Hospital, in welchem Krankheiten ohne Anwendung von Medicinen oder Alcoholen curirt werden sollen. Eine Deputation des Comite's des „Temperance-Hygiene-Hospitals" machte am 11. Juni dem Erzbischof Manning ihre Aufwartung, um ihn zu bitten, diesem Systeme Behufs dessen probeweiser Einführung in den Hospitälern der Londoner Armenhäuser seine Unterstützung zu leihen. ES wurde hervorgehoben, daß das hygienische System sich bis jetzt überall, wo eS eingeführt, namentlich in Amerika, als sehr praktisch und heilsam erwiesen habe. Der Erzbischof erkannte die Wvhlthätigkeit des System« an und versprach der Deputation, seinen ganzen Einfluß BehulsS baldiger Anwendung und Einführung desselben aufbieten zu wollen. Rom, 28. Juli. Dem „Mainzer Journal" wird geschrieben : „Die Einberufung des Concils ist auf die Häupter der orientalisch-schiSmatischen Kirche nicht ohne Eindruck geblieben. Von mehreren derselben weiß man bereits, daß sie in osfieiöser Weise hier anfragten, wie man bezüglich ihrer eventuellen Theilnahme an der Kirchenversammlung denke. Natürlich konnte hierüber nur die einladendste Auskunft erfolgen. Vielleicht darf man von der beiderseits vorherrschenden versöhnlichen Stimmung noch weitere Symptome einer erfreulichen Annäherung erwarten." Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gietzen.