Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 fr. Gießener Erscheint wöchentlich vret-- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Cauzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 68. Donnerstag dm 11. Ium 1868. Brodpreife: 4 Pfund gemischtes Brod 21 fr. 4 Pfund Roggenbrod 18 fr. Besondere Bekanntmachungen. Gläubiger- Aufforderung. 4106) Alle Diejenigen, welche Forderungen an den Nachlaß der ledigen Christine Loos dahier zu bilden vermeinen, werden hiermit ausgefordert, solche innerhalb 8 Tagen sogewiß bei hiesigem Gerichte anzumelden, als sie sonst bei Vertheilung der Erbmasse nicht berücksichtigt werden. Gießen, den 4. Juni 1868. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, v- Notsmann, Stadtrichter. Stadtgerichts-Assessor- 4064) Im Firmen - Register des unterzeichneten Gerichts sind folgende Einträge vollzogen worden: Am 25. Mai 1868: 1) Johannes Sauerbier zu Gießen hat am 1. April l. I- seinen Mehl- und Brodhandel freiwillig aufgegeben. Die Firma: „I. Sauerbier" wurde gelöscht- 2) Susanne Margarethe Weiß zu Gießen, ledige Tochter des Georg Weiß zu Homburg v- d- H-, betreibt zu Gießen unter der Firma ihres Namens seit 1. März v- I. die Fabrikation und den Verkauf von Hüten. Am 8. Juni 1868: 3) Die Firma: „H- Rudolph" zu Gießen ist durch dessen am 16- Juli 1867 erfolgten Tod erloschen. 4) Die Wittwe des Heinrich Rudolph, Selma, geborne John, zu Gießen, setzt seit dem am 16. Juli 1867 erfolgten Tode ihres genannten Ehemannes dessen Musikalien-, Instrumenten- und Schreibmaterialien-Hand- lung unter der Firma: „H. Rudolph Wittwe" fort. 5) Heinrich Stumpf I. zu Garbenteich betreibt daselbst seit 1- October 1867 unter der Firma seines Namens einen Specereihandel. Gießen, den 8. Juni 1868. Großherzogliches Stadtgericht Gießen- _____________Muhl.___________ Betr.: Die Besetzung der Thor- schreiberstelle am Neustadter Thor. 4088) Vorbemerkte Stelle ist erledigt und wird für deren Wicdcrbesetzung Concurrenz mit dem Bemerken eröffnet, daß mit derselben ein fixer Gehalt von 450 fl. und freie Wohnung verbunden ist. — Meldungen werden bis zum 13. d. Mts. von uns entgegengenommen. Gießen, den 5. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Versteigernngen. Die Vergebung von Maurerarbeit bei der Stadt Gießen. 4113) Montag den 15. Juni 1868, des Vormittags 9 Uhr, soll die Aufführung eines Stücks Kirchhofmauer, veranschlagt zu 920 fl. 24 Vz fr., aus dem Rathhause dahier an den Wenigstfor- dernden vergeben werden. Gießen, den 10. Juni 1868. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen _____________Vogt.____________ Holz- u. Gras Versteigerung. 4063), Die Holzversteigerung vom 4. und 5. Juni ist genehmigt. Die Abfuhrscheine sind vom 13. bis 27. Juni bei Gr. Rentamt Gießen einzulösen. Die lieber; Weisung des Holzes findet am 15. Juni, Vormittags 8 Uhr, statt. Donnerstag den 18. Juni wird in der Dommtialwaldabthcilung Schindanger nachverzeichnetes Holz versteigert: Schcidh. Prügelh. Stockh. Reish. Stecken Stecken Stecken Wellen Eichen — 2 4 150 Nadelholz 161 129 147 5650 Dornen — — — 200 Juiammenkunft Morgens 9 Uhr auf dem Vtemalweg von Gießen nach Steinberg. Freitag den 19. Juni wird daselbst ferner versteigert: Scheidh. Prügelh. Stockh. Reish. Stecken Stecken Stecken Wellen Eichen — — 16 300 Nadelholz 178 94'/4 108 4125 Dornen — — — 25 Ferner 13 Nadelstämme mit 215 Cubikf., sowie das Gras von Schneißen, Wegen und Pflanzungen des Domanialwalds. Die Versteigerung wird mit dem Gras begonnen, welches vorher an Ort und Stelle eingesehen werden kann. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf dein Vieinalweg von Gießen nach Steinberg. Credit für beide Versteigerungen bis 1. September d. I. Gießen, am 8. Juni 1868. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. ®raubt Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 4067) Dienstag den 16. Juni d. I., von Nachmittags 3 Uhr an, wenn die Heugrasversteigerung beendigt ist, soll in beut Gießener Stabtwalbe, Schutz- bezirk Fernewald, District Strangswiese, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, und zwar: 1 Stecken Nadel-Prügelholz, 23 „ „ Stockholz, 1400 Wellen „ Reisholz, 177 Fichten-Stämme mit 3567 Cnbikfnß, 199 „ Stangen „ 1342 „ darunter Weißbinderstangen. Die Zusaminenkunft ist an der Strangswiese auf dem Wege von Annerod nach Steinbach. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1- October d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 8. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt- Holz-Lieferung. 4087) Montag den 15. Juni c., Vormittags 10 Uhr, wird die^Liefernng von 10 Stecken Buchen- unb 6 Stecken Kiefern-Scheibholz für bie hiesige Garnison im Soumissionswege vergeben. Die Liefernngsbebingungen liegen auf beut Bürcau der unterzeichneten Verwaltung zur Einsicht offen. Gießen, den 7- Juni 1868. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Zimmer, Quartiermeister. Heiigraöversteigeruug der Fürstlich Solmsischen Rentei Lich am 12., 15. und 17. Juni l. I. Heugrasversteigerung bei der Stadt Gießen. ,4068) Montag den 15. und Dienstag den 16. Juni d. I., ! jedesmal von Morgens 9 Uhr an, soll das Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich versteigert wdrden, und zwar: Montag den 15. Juni von den Wiesen vor der Neustadt, amNenen- wegcr Thor, am Fürstenbrunnen, im Wie- seckthale uno Hegstrauch; Dienstag den 16. Juni von den Ochsenwiesen, den Wiesen im vorderen und hinteren Stolzenmorgen, am Altentisch und Fernewald. Die Zusammenkunft ist am ersten Tage am Neustädter Thor und am zweiten Tage in den Ochsenwiesen. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 8. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Vogt.__ 4082) Montag den 15. Juni wird bei der Heugrasversteigerung am Philosophenwald das Heugras von den Wiesen des JohannHeinrich Busch mitversteigert- Die Vergebung von Wegbauarbeit bei der Stadt Gießen. 4093) Freitag den 12. Juni 1868, des Morgens 9 Uhr, sollen auf dem Rathhause dahier folgende Arbeiten an den Wenigstforderndcn vergeben werden, als: Planirarbcit, veranschl. zu 40 fl. 30 fr- Chaussirarbcit, „ „ 87 „ 30 „ Gießen, den 6. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________Vogt-__ Brod-Lieferung. 4109) Dienstag den 16- Juni c., Vormittags 11 Uhr, wird der Bedarf an Brod für das 1. Jägerbataillon auf das 3. Quartal er. auf dem Soumissionswege in Lieferung vergeben- Die Bedingungen liegen auf dem Bureau des Zahlmeisters zur Einsicht der Interessenten offen- Gießen, den 5. Juni 1868. Grvßherzogliches Commando des 1- Jagerbataillons. Ansch Ü tz, Major- 4090) Die Gras-Erndte von den Schneißen int Gießener Stadtwalde soll Samstag den 13. Juni d- I-, Vormittags 10 Uhr, im Rathhaussaale öffentlich versteigert werden- Gießen, den 6- Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen- Vogt. Gemarkung Lich. Freitag den 12. Juni Vormittags präcis 8 Uhr, Wiesen der Peinmühle gegenüber, den Wie- scugrund herab bis znm Bräucrberg, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft an der Sauhrücke, nächst der Peinmühle. Gemarkungen Mühlsachsen, Obcr- nnd Nieder-Bessingen. Montag den 15. Juni, Vormittags präeis 8 Uhr, Hainwiese, Riedchcn, Seewiese, Sautenkor, im Ganzen 130 Morgen. Zusammenkunft zu Mühlsachsen. Gemarkung Burkhardsfelden. Mittwoch den 17. Juni, Vormittags präcis 9 Uhr, Mönchwiese und Strauchwaldwiefc, im Ganzen 67 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Die Ausgebote geschehen in Abtheilungen von ein bis zwei Morgen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini l. I. gestattet. Lich, den 4. Juni 1868. Fürstlich Solmsische Rentei daselbst. (4107) Kreutzer. Verkauf eines BranhauseS. 4089) Die am 11. Mai abgehaltene Versteigerung des Gemeinde - Brauhanses zu Heuchelheim ist nicht genehmigt worden und soll zur Veräußerung desselben abermals der Termin auf Donnerstag den 11. Juni, Nachmittags um 2 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause anberaumt werden. Heuchelheim, den 4- Juni 1868. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Heuchelheim Jun g. HeugraSverfteigeiung. 4066) Montag den 15. Juni d. I., Vormittags 8 Uhr, soll die diesjährige Heugras - Erndte von den Gräflich Solins -Laübach'schcn Stock- wiescn bei Lich in 31 Loosen ä 1 Morgen öffentlich meistbietend versteigert werden. Zusaminenkunft an der Stockbrücke. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft Zahlungsfrist bis Martini d. I. Arnsburg, den 8. Juni 1868. Trautwein, Oberförster. Holzversteigerung in den Domanial - Waldungen der Oberförsterei Eichelsdorf. 4065) Montag den 15. und Dienstag den 16. d. Mts. werden in den Distrieten Jonasköpfchen, Hailoh, Lindes, Katzenberg rc. nachverzeichnete Holzfortimente versteigert: A. Brennholz: Scheidh. Prügelh. Stockh. Reish. Holzart. Stecken Buchen 71V2 I.Cl. 130 36‘/4 230 „ 16‘/2 II. „ - - - Eichen — 10*4 3 12 Nadelholz — 13 Aspen 2483/i 66 Vz 34 192 B. Bau-, Werk- und Nutzholz: Eichen 25 Stämme von 5!/2—27" Durchmesser und 12 — 50' Länge, mit 559 Cubikftlß, Buchen 7 Stämme von 24—34" Durchmesser und 3—35' Länge, mit 934 Cubikfuß, Nadelholz 31 Stämme von 5>ft—^"Durchmesser und 30 — 80' Länge, mit 850 Cubikfuß, Aspen 32 Stämme von 9—20" Durchmesser und 10 — 30' Länge, mit 698 Cubikfuß, 1 Eichen-Stange mit 6 Cbkf. und 58 Nadel-Stangen mit 149 Cbkf. Anfang der Versteigerung jedesmal Morgens präcis 9 Uhr. Zusammenkunft am ersten Tag im District Jonasköpfchen bei den ersten Holznummern. Das in verschiedenen Distrieten liegende Windfallholz kommt am zweiten Tage zuletzt zum Ausgcbot. Steigliebhaber wollen sich dasselbe vorher von Forstwart Adolph in Langd vorzeigcn [affen. Eichelsdorf, den 5. Juni 1868. Großherzogliche Oberförsterei Eichelsdorf. Heyer. Arbeilövecsteigerung zu Großen- Buseck. 5101) Montag den 15. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung des Wirths Geng- naget nachfolgende Arbeiten mittelst öffentlicher Versteigerung in Akkord gegeben werden: Steindcckerarbeit an der Kirche, veranschlagt zu.....20 fl. — fr- Weißbinderarbeit daselbst, veranschlagt zu......17 „ — „ Schreinerarbeit in den Schulgebäuden, veranschlagt zu . 30 „ 20 „ Spenglerarbeit daselbst, veranschlagt zu.......8 „ 6 „ Weißbinderarbeit daselbst, veranschlagt zu . . . - - . 9 „ 54 „ Pflasterarbeit an den Orts- straßeu, veranschlagt zu . . 40 „ — „ Unterhaltung der Wege, bestehend in Fuhr- und Handarbeit, veranschlagt zu . . 229 „ 36 „ Reinigung der Steingasse, veranschlagt zu......86 „ — „ Aufräumung des Reitseegrabens, veranschlagt zu.....27 „ 54 „ Planirarbcit am Weg nach Alten-Buseck, veranschlagt zu 123 „ — „ Chaussirarbeit daselbst, veranschlagt zu....... 555 „ / Steinfahren und Aufsetzen der- selben daselbst, veranschl. zu 548 „ Maurerarbeit das., veranschl. zu 189 „ Großen-Buscck, am 10. Juni 1868. , Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buscck. I- A.: L. Hahn, Bczirksbauanfseher. Holzversteigerung. 4083) Freitag den 12. Juni l. I-, des Nachmittags um 1 Uhr cmsangend, sollen in den hiesigen Gemeindcwaldungen, Distrikten Geiselstrauch, Altenfeld und Bcrg- wald, nachstehende Holzsortimente versteigert werden, als: 2500 Wellen Bnchen-Reisholz, 3/4 Stecken Eichen-Prügclholz, 212 „ „ Stockholz, 675 Wellen „ Reisholz, 2 Stecken Kiefern-Prügclholz, 2 „ „ Stockholz, 525 Wellen „ Reisholz, 425 „ Fichten- „ 17 Eichen-Stämme von 6—16 Zoll mittlerem Durchmesser und 36 Fuß Länge, mit 356 Cubikfuß, 11 Kiefern - Stämme von 6 —1512 Zoll mittlerem Durchmesser und 30 Fuß Länge, mit 214 Cubikfuß, 2948 Kiefern-Stangen von 1—5 Zoll mittlerem Durchmesser und 35 Fuß Länge, mit 654 Cubikfuß, 25 Fichteu-Staugen mit 1 Zoll mittlerem Durchmesser und 15 Fuß Länge, mit 7 Cubikfuß. Der Anfang ist im Geiselstrauch. Rödgen, am 9. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. __Jnd erth al.__ 4086) Das zur Stierhof - Concursmasse gehörige Leder, sowie eine Pretzmaschine mit 43 Messern und circa 500 Paar Herren-, Damen- und Kinder-Stiefel und Schuhe jeder Art und Größe, sollen 10-paarweise am 22. Juni und an den folgenden Tagen, von Nachmittags 2 Uhr an, in der Wohnung des Schlossers, Herrn Schneider dahier, Weidenhausen Str. 706, gegen baare Zahlung versteigert werden. Marburg, am 8. Imst 1868. Zeiß, Ntassecuratur. Feilgcboteues. Fliegenpapier, beste Sorte; Pomit-e Fevre, zur leichten Bereitung von Selterswasser, a Paguet zu 20 Flaschen 54 kr.; Enioiiriioire, das beste Mittel, sich gegen Mücken, Wespen und andere Insekten zu schützen, ä Flacon 18 kr.; 'Neues Hühnerauaenntittcl, befreit ohne Messer sicher und schnell von diesem Nebel, a Flacon 21 kr.; Weissen flüssigen Leim, ä Flacon 18 kr.; Fluide imperiale, das vorzüglichste Mittel, die Haare in 20 Minuten natürlich braun oder schwarz zu färben, a Etuis fl. 1. 28 kr.; Rechtes Klettenwurzelöl, a Flacon 27 kr.; Glycerin-Pomade, ä Flacon 21 fr.; RicinuSöl-Pomade, h. Topf 18 kr.; lLomprimirte Rosen-Pomade, a Dose 18 kr.; Concentrirte Gallenseife, zur völligen Reinigung aller seidenen und wollenen Stoffe durch kalte Wäsche, ä Stück 9 kr.; Aromatische^Kräuterseifc, ä Stück 18 kr.; Kumrnerfeld'sche Seife, h Stück 18 fr.; Zahnpasta, ä 21 fr.; Unauslöschliche Tinte zum Zeichnen der Wäsche, a Flacon 27 fr., (4081) empfiehlt Carl Frech. 4116) Militär-Cravatten, Cravatten für ältere Herren, Herrenwäsche, als: Kragen und Hemden, habe ich wieder in neuer Sendung erhalten und empfehle solche in großer Auswahl bestens. H. Rübsainen, _________vonnals H. Eiff. 4117) Dick-Milch und Süss-Milch bei Geoxg Zughardt, Marktplatz. Jeder Zahnschmerz, ohne Unterschied, wird durch mein in allen deutschen Staaten rühmlichst bekanntes Zahn-Mundwasser binnen einer Minute sicher und schmerzlos vertrieben, was unzählige Danksagungen der höchsten Personen befunden. E. Hückstädt in Berlin, Oranienstraße 57, am Marktplatz. Zu haben in Flaschen a 18 und 36 fr. bei (4110). Carl Frech in Gießen. 4097) Alle Tage frische Kirschen auf der Liebigshöhe. Versendung der Jüi r (s 6 a il e r natürlichen Mineralwasser. Die nicht feiten an das Wunderbare grenzende Heilkraft des Mineralwassers von Karlsbad ist zu bekannt, als daß es noch nöthig wäre, selbes anzupreisen. Es ist dies eine durch die Erfahrung mehrerer Jahrhunderte erwiesene Thatsache. Man gebraucht das versendete Karlsbader Wasser auf dieselbe Art zu Hause, wie an der Onelle selbst. Die gewöhnliche Dosis ist an jedem Morgen eine Flasche Mineralwasser, das man in Zwischenräumen von je 20 Minuten entweder kalt oder erwärmt bei Bewegung im Freien, wenn es zulässig, oder zu Hause und tzöthigcnfalls im Bette genießt. Um die abführende Wirkung des versendeten Karlsbader Wassers zu verstärken, braucht man demselben nur einen Theelösfcl voll Sprudelsalzes zuzusetzen. Alle Bestellungen auf Mineralwasser, Sprudelsalz , Sprudelseife werden pünktlichst effcktuirt durch die Depots in jeder größeren Stadt und direkt durch die Brunnen. - Vpr- sendungsdirektion Heinrich Mattoni in Karlsbad (Böhmen). (4111) 4105) Das Heu- und Grummetgras von zwei Morgen Wiesen am Sandkauter Weg, desgl. von drei Morgen im Hegstrauch, ist zu verkaufen bei P. Vogt I. Wittwe. 4073) Die Heu- und Grummet -Erndte in meinem Garten ist zu verkaufen. Ludwig Scheid, wohnhaft bei Herrn Metzger H. Weidig. 4118) Ein cirea 6 neue Morgen haltender Acker am Wiesccker Weg ist zu verkaufen. L. Kauf. Nauheimer Kochsalz. 4074) Die Preise des Salzes in der Niederlage zu Meßen (seitheriges Salz- magazin) sind vom Großh. Salinen-Amt Nanheim vom 1. Juni l. I. ab, wie folgt, bestimmt morden: 1 Sack Kochsalz ä 2 Ctr. nebst Sack zu 1 v „ ä 1 „ „ „ „ 1 ri v ä 1 2 „ tt u „ . 9 fl. 40 fr., • 4 ii 55 „ . 2 „ 29 „ Vermiethungen. 4080) Das seither vou Herrn Landrichter Bötticher bewohnte Logis im Welcker'- schen Hause in den Neuenbäuen ist ander- weit zu vermiethen und im October d. I. zu beziehen. Gießen, den 9. Juni 1868. __Dr. Eckstein. 4085) Das seither von Frau v. Truch- ses bewohnte Logis ist durch deren Wegzug von hier anderweit zu vermictheu und alsbald zu beziehen bet F. Löhr, _____________________in Großen-Linden. 4099) Das von Herrn C- Pietsch (Dienstmann - Institut) seither bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und am 11. August zu beziehen. F. Fürst. 4071) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- mietheu und sogleich- zu beziehen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Vermischte Anzeigen. 4092) Ich habe mich dahier als Arzt niedergelassen und wohne: Neue Anlage int Hause des Herrn Prof. Lange, 2. Stock. Bestellungen können auch im Hause meiner Schwiegermutter im Laden der Herren Gebr. Michel in der Wallthorstraße abgegeben werden. Gießen, den 6. Juni 1868. Dr. med. Gustav Brüel, pract. Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer. 4094) Nosenblättcrankauf, 2 Pfund zu 5 fr-, in hiesiger Engelapotheke. 4095) Ein Lehrling kann eintreten bei Heinr. Brauburger, Lackirer. 4045) Zwei Glaser- oder Schreinergesellen können dauernde Beschäftigung gegen Hohen Lohn erhalten. Chr. Dan. Fillinann. | Auswanderer nach Amerika befördert wöchentlich vermittelst Dampf- und Segelschiffen bei reeller und billigster Bedienung I. M. Schulhof, am Rath Haus. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen. Kaltwasserheilanstalt NASSAU. 4112) Römische und Kieferbäder. Heilgymnastik, Pneumat. Apparate, Molkenkuren. Pension incl. Cur IVa bis 2*/a Thlr. täglich. — Station bei Ems. — Br. Runge. Grermaiiia^ sksiensverllchcrungs - Aktien - Gesellschaft in Stettin. Grund-Eapital..............Gulden 5,250,000. Reserven Ende 1867 ............. „ 4,526,846. Seit Eröffnung des Geschäfts bis Ende 1867 bezahlte Versicherungssumme........... „ 3,582,565. Versichertes Capital Ende 1867 ......... „ 78,199,275. Jahres-Einnahme............. „ 2,518,253. Im Monat Mai sind eingegangen 2633 Anträge auf „ 2,044,403. Mäßige Prämiensätze. Schleunige Ausfertigung der Policen. Darlehen auf Policen. Prompte Auszahlung bei Todesfällen. Prospecte und Antragsformulare durch die Haupt-Agentur: Wilh. Balser in Gießeu, und durch die Agenten: PH. Zimmer in Lich, Rechner Schmidt in Londorf, I. Henrich in Lang-Göns. Landwirthschaftliches Fest in Wetzlar. 4070) Das diesjährige Fest des hiesigen landwirthschaftlichen Vereins wird mit der damit verbundenen Thierschau, Prämiirung und Verloosung nach Inhalt des ausgegebenen Festprogrammes im Hofpital-Wald „Finsterloh" an» 18. Juni stattfinden. Die Bewohner der benachbarten Städte und der Umgegend werden zur Theilnahme freundlichst eingeladen. Wetzlar, den 29. Juni 1868. Das Fest-Comite. MM" Am 1. Juli 1868 4lNte Ziehung1 der österr. Credit-Loose. Höchster Treffer fl. 250,000, niedrigster fl. 165 östr. Währ. Einlage 3 Tlilr. — 11. 5. 15 süddeutsch pr. Loos. Sieben Loose kosten nur Thlr. 80 — 11. 35 südd. Mit k. k. Stempel versehene Loose empfehlen VOELCKER & O Bankgeschäft in Wien, Kolowratring Nr. 4. NB. Nachnahmen können nicht erhoben werden. (4096) Lebensversicherungsbank für Deutschland in Gotha. 4103) Nachdem Herr Hofgerichts-Advokat Friedr- Krauskopf in Gießen die Verwaltung unserer Agentur daselbst niederlegen zu wollen erklärt hat und dieselbe von uns Herrn Buchhändler A. Ricker übertragen worden ist, so bringen wir Solches mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnitz, daß die bis Ende des Monat Mai fälligen Prämien gegen Empfangnahme der vorschriftsmäßigen Bankquittungen noch an unseren bisherigen Vertreter, Herrn Hofgerichts-Advokaten Fr. Krauskopf zu entrichten sind. Gotha, den 25. Mai 1868. Das Bureau der Lebensversicherungsbank. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung empfehle ich mich den zur hiesigen Agentur gehörigen Versicherten zur Vermittelung ihrer Angelegenheiten mit der Bank und lade zu weiterer Theilnahme an derselben ein. In Folge ununterbrochen lebendigen Zugangs ist die Bcrsicheruuassumme auf 101,500,000 fl., der Bankfonds „ 25,900,000 „ gestiegen. Dividende der Versicherten im Jahre 1868 .... 36 Procent, „ „ 1869 .... 39 „ A. Ricker. Turnverein. 4114) Sonntag den 14. l. Mts., Nachmittags, feiert der Verein sein mit einem Wettturnen verbundenes zehntes Stiftungsfest auf dem Schisfenberg. Abmarsch dahier mit Musik Mittags 1 y4 Uhr von der Turnhalle aus. Die Angehörigen unserer Mitglieder sind sreundlichst eingeladen, und Alle bestens willkommen, die sich durch Vereinsmitglieder einführen lassen. Karten für die männlichen Theilnehmer zu je 6 kr. bei den Herren H. Nübsamen, Mäusburg, und L. Stohr, Schloßgasse. Gießen, im Juni 1868. Vorstand des Turnvereins Gießeu. Im Chai. Lony scheu Garteusaale. 4115) Heute, Donnerstag den 13. Juni: Großes Extra -Concert, ausgeführt von den Mitgliedern der hiesigen Capelle, verbunden mit einer großen Humoristisch - musikalisch - dramatischen Soiree ä ia I^evassor, gegeben vom Gesang- und Genre-Komiker Herrn Eugen Hübsch vom Wallner- Theater in Berlin. Anfang 8 Uhr. Entree ä Person 18 kr. Tagesbillete ä 15 fr. sind vorher bei den Herren Gebr. Wenzel, Arnold im Löwen und Chr. Lony zu habeu. _____________________Näheres besagen die Tageszettel. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eiftnbahn, sowie sammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mausburg. K ® ® 54 » in Hamburg, Bank- und Wechsolgeschäft. 4078) QJ 6 | II t wird zu sofortigem Eintritt oder auf Johanni ein Mädchen, welches perfekt kochen kann und sich der Hausarbeit unterzieht. Nähcrcs bei der Expcd- d- Bltts. S den allergrösste» Haupt R gewinn ausbezahlt. Lax. Sams. C'olin | Freiburger ® $ Stoats-Prämien-Anleilie. 8 ® 4102; Der Verkauf der Prämien- >; ® Obligationen ist von allen Kegle- ® ® rungen des In- und Auslandes gestattet, g ® Die Haupt-Gewinne betragen Francs @ M 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000,® 8 32,000,30,000,25,000,20,000,18,000, ® f 16,000, 15,000, 6000, 5000, 4000, Z ® 3000, 2000, 1000 u. s. w. ® ® Beginn der Ziehung am iS. J uni <1. J". ® ß »ur r Tlialer Z ® kostet ein wirkliches Original- ® ® Staats - Loos, (nicht von den ver- g g botenen Promessen) und werden solche ® ® gegen franhirte Einsendung des ® ® Betrages oder gegen Post- g g Vorschuss, selbst nach den ent- U gs ferntesten Gegenden von mir ® ® versandt. S g Es werden nur Gewinne® ®gezogen. ® ® Gewinngelder und amtliche g § Ziehungslisten sende nach Ent- g I Scheidung prompt u. verschwie- L ® gen. S ® Unter meiner iiliCi'ftll IJClÄdl- § teil GlikckS-Devise: | „Gottes Segen bei Cohn !“ I ® habe allein meinen Interessenten in ® ® Deutschland die allerhöeh- & stell Haupttreffer von 300,000, g»»3,OOO, iS«,300, 833,500, « » 150,000, 130,000, 135,000, ® I 103,000 , 100,000 und jüngst.. 8 am 14. Mai schon wieder® 4084) Ein junger Mann, z- Z- in einer- achtbaren auswärtigen Wein-Groß-Handlung als Buchhalter thätig und mit verschiedenen Branchen vertraut, sucht zum 1. Juli a. c. Stellung sür's Comptoir in einem größeren hiesigen Geschäft. Gefällige Adressen beliebe man bei der Exped- d. Bl. sub -A. W. niederzulegen._____ 4104) Ein braves Mädchen, in allen häuslichen Arbeiten erfahren, sucht Stelle Näheres bei der Exped. d. Bltts.__________ 4119) Ein Vorderpflug ist bei mir entliehen worden; ich bitte um dessen Rückgabe- __________________________L- Kauf. 4069) Mit dem Inserat in Nr. 67 d. Anz., die Brodpreise betreffend, erklären sich einverstanden _______mehrere Brodesser. 4098) Eine Köchin wird gegen guten Lohn gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.______________________________________ 4100) Ein Knecht, mit Pferden vertraut, wird zu sofortigem Eintritt in Dienst gesucht- Näheres bei der Exped- d- Bltts- 4072) Ein Zapfjunge wird auf den Loos'schen Felsenkeller gesucht-_____________ 4079) Auf Becker's Bauplatz kann immer Schutt abgeladen werden und wird ent- sprechend hoch bezahlt-_______________________ 4076) Ein ordentliches Mädchen wird sogleich oder auf Johanni in Dienst ßcfudjt Von wem? sagt die Exped. d- Bltts.______ 4077) Ein Hausbursche, welcher sogleich eintreten kann, wird gesucht von F- Fürst. Feuerverstcherungsbank für Deutschland in Gotha. 4091) Nachdem Herr Hofgerichts-Advokat F- Krauskopf in Gießen die Vertretung unserer Anstalt niedergelegt hat, bezwecken wir hierdurch zur öffentlichen Kennt- niß zu bringen, daß wir dem Herrn Buchhändler A. Ricker eine Agentur der Bank für die Stadt Gießen und Umgegend übertragen haben. Gotha, den 1. Juni 1868. Die Feuerversicherungsbank f. D. Mit Bezug aus obige Bekanutmachung empfehle ich mich zur Vermittlung von Versicherungen bei der Feucrversicherungsbank f. D- in Gotha und zur Ertheilung sonst gewünscht werdender Auskunft. Gießen, den 5. Juni 1868. A. Ricker. Antwort auf die „Anfrage" sub 4026 in Nummer 67 dieses Blattes. Bestehender Vorschrift gemäß müssen die Angebote für die summisstonsweise Lieferung des Brodbcdarfs an hiesiges Jägerbataillon dergestalt gemacht werden, daß sich der Summittent erbietet, um eine bestimmte Summe unter dem demnächstigen Ladenpreise des Brodes in Gießen den nöthigen Brodbedarf zu beschaffen. Dieser Vergcbungsmodus mag für größere Städte, wie Berlin, Frankfurt, Cöln re-, ganz zweckmäßig sein, weil dort die große Anzahl der Bäcker und die Verschiedenheit deren Interessen eine Coalition derselben und insbesondere eine Vereinigung zur gemeinsamen Uebernähme der Lieferung unmöglich macht; — anders dagegen an kleineren Orten, hier wird gerade der entgegengesetzte Erfolg erzielt und jede andere Concurrenz als die der coalicirten einheimischen Bäcker ausgeschlossen, und wenn wirklich ein Auswärtiger als Wenigstnehmcnder den Zuschlag erhalten sollte; dann würde es den gegen den auswärtigen Eindringling geeinigten Bäckern ein Leichtes fein, diesem den Geschmack an ferneren Brodlieferungen durch vorübergehendes Herabsetzen des Ladenpreises für Brod auch selbst unter den wahren Werth gründlich zu verderben. Wenn nun, wie dieß von den hiesigen 19 Bäckern geschehen, die Brodlieferung um einen nach dem obigen Modus zu berechnenden Preis von allen hiesigen Bäckern zusammen übernommen wird, dann geht deren Interesse selbstverständlich dahin, den Ladenpreis des Brodes für das Publikum möglichst hoch zu halten, weil ja hiernach auch der von dem Militär zu zahlende Preis zu berechnen ist, und da alle Bäcker das nämliche Interesse verfolgen, somit jede Concurrenz ausgeschlossen ist; so leidet unter dieser Coalition sowohl das Publicum wie die Militärverwaltung. — Diesen Verhältnissen ist es zuzuschreibcn, daß an hiesigem Platze das Brod um mehrere Kreuzer per 4pfündigen Laib theuerer ist als in den benachbarten Städten. Eine Abhülfe dieses Mißstandes ist nicht durch Wiedereinführung des glücklich abgeschnittenen Polizei-Tax-Zopfes, sondern nur dadurch möglich, daß fernerhin die Militärbrodlieferungeu um von vornherein fest zu fixirende Preisangebote vergeben werden und hierdurch eine wirklich freie Concurrenz einheimischer und auswärtiger Lieferanten ermöglicht und die einheimische Bäckercoalition gesprengt wird. Gießen, dm 9. Juni 1M8. F e u t 1 1 e t o n. Das Testament des Großonkels. (Fortsetzung) Das Bauernhaus war ein einfaches Brettcrhaus von drei Etagen und drei Fenster breit; in ver zweiten Etage waren zwei Zimmer, eines mit zwei, das andere mit einem Fenster, welche die Aussicht auf den Walv gewährten. John hatte beide Zimmer bewohnt und das kleinere zum Schlafen benutzt. Beide waren durch eine Mittelthür verbunden, hatten aber auch jedes einen besonderen Eingang auf den Corridor. Mad. Gratinan war auf der Schwelle stehen geblieben und ließ ihre Blicke prüfend durch's Zimmer schweifen. Das Meublement lvar sehr einfach, doch an- stänvig, und Alles stand und lag gerade so, als ob der Bewohner das Zimmer erst wenige Augenblicke vorher verlassen hatte. Ohne dasz sich ein Zug in ihrem Gesichte rührte, schweiften ihre Augen langsam über die einfachen hölzernen Stühle, das Sopha, in dessen einer Ecke ein Hausen von Büchern und in dessen anderer Ecke ein Schlafrock lag, über den Schreibtisch, auf dem eine Menge Papiere und ein angefangenes Manuscript sich befanden, über ein Büchergestell und andere Gegenstände, bis sie auf einem Tisch in der Mitte des Zimmers haften blieben, auf welchem eine Art Reise- Necessaire in Form einer Schatulle stand. Sie schloß die Thiire hinter sich zu, und einen Stuhl nehmend, setzte sie sich an diesen Tisch, um den Inhalt der Schatulle, in welcher ein Schlüssel steckte, mit Muße untersuchen zu können. Sic saß, den Rücken der Schlafzimmcrthüre zugewandt, gerade dem zwischen den beiden Fenstern hängenden Spiegel gegenüber. Sie öffnete die Schatulle mit Hast, die mit Papieren ungefüllt war. Sobald sie einen Blick auf die Handschrift geworfen, schob sie dieselben eines nach dem andern zur Seite, bis ihr endlich das rothe Buch in die Hände fiel und sie, sobald sie ihres verstorbenen Mannes Schriftzüge erkannt hatte, einen Schrei der Freude ausstieß. Bald war sie so in Vie Lcctüre Vieser Blätter vertieft, daß sie cs gar nicht gewahr geworren war, wie sich hinter ihr Vie Kammerthür leise unv lautlos geöffnet hatte. Sie unterbrach ihre Lectüre hie und da durch einzelne abgerissene Worte, Ausdrücke des Zornes und der Wuth, bis sie endlich, bei der letzten Seite angelangt, Vas Buch mit den Worten schloß: „Vernichtet werde auch dieses letzte Zeugniß, wie ich Euch Alle vernichtet habe!" — — — ______Da blickte sie auf, ihr Auge fiel auf den gerade ihr gegenüber hängenden Spiegel, mit einem lauten, gellenden Angstschrei sank sie zusammen, Venn bleich wie ein Tovtcr, mit klaffender, blutiger Wunde am Kopfe, stand vor ihr mit drohenden Augen ihr ältester Sohn John. ElfteS Kapitel. „Schnell, schnell, Deliah," sagte John Gratman, sobald er seine Mutter ohnmächtig sah, „komm und hilf mir, diese Ohnmacht wird nicht lange dauern!" Sie war schon neben ihm und führte ihn zu dem Sopha unbjegte, die Bandage von Neuem um seinen geschwollenen Kopf, an dessen rechter «eite eine große zugenähte Wunde sichtbar war. Dann brachte sie eine Schaale mit Eis, auf welchem leinene Umschläge lagen, von welchen sic einen über die ganze rechte Seite von John's Kopf legte. „Jetzt nimm das Buch auf, was sie hat fallen lassen, und verschließe die Thüren," fuhr er fort. Und als sie seinen Wunsch erfüllt hatte, fügte er hinzu: „Spritze ihr einige Tropfen kaltes Wasser in's Gesicht, damit sie sich erhole.' Deliah that, wie ihr geheißen, und als John's Mutter endlich die Augen wieder aufschlug, sah sie ihren Sohn vor sich auf dem Sopha liegend und Dc- liah zu seinen Häupten sitzen. Beider Augen begegneten sich, doch die ihrigen mußten sich senken vor den Flammenblicken des Mädchens, welches ihr in ihrer erhabenen Schönheit wie ein vom Himmel hernieder gestiegener Engel der Rache erschien. „Welch ein schändlicher, namenloser Betrug!" rief Mad. Gratman aus, und begrub das Gesicht in ihre Hände. „Ich habe Sie schriftlich um eine Unterredung gebeten, meine Mutter — der Brief ist Ihnen auf sonderbare Weise wie aus einer anderen Welt in die Hände gekommen — ich hatte beabsichtigt, Sie aufzusuchen, hatte nicht erwartet, daß Sie mich aufsuchen würden, hatte nicht geglaubt, daß es Sie so zu mir hinziehen würde — kommt freilich ein wenig spät, doch besser spät als gar nicht — hören Sie daher jetzt ruhig an, was ich Ihnen mitzutheilen habe. Mad. Gratman blickte ihren Sohn an und antwortete: „Sollte das, was wit uns zu sagen haben, John, nicht besser unter vier Augen abgemacht werden können?" Wozu sollen wir Fremde mit in unsere Familienangelegenheiten blicken lassen?" „Sie haben dieselben leider nur schon zu lange Fremden anvertraut, Mutter, als daß ich nicht wünschen sollte, dieselben meinen Freunden zu überlassen. Deß- halb verlaß mich nicht, Deliah, Du weißt, ich bin noch schwach und ich fürchte mich vor ibr. Und jetzt, Madame, hören Sie, fürchten Sie nicht, daß man uns überraschen werde, Venn Perry Myers ist mit im Geheimniß und er wird Evelinen schon passende Gründe für Ihr Warten hier anzugeben wissen." „Als ich vor Jahren meine Heimath verließ und mich selbst verbannte, als ich Sic und Ihren ehrenwerthen Advokaten in dem Glauben ließ, daß ich durch Unterzeichnung jenes teuflischen von Ihnen entworfenen Schriftstückes mich Ihnen auf Gnade und Ungnade ergeben habe, dachte ich wirklich selbst nicht daran, je wieder nach den Vcre. Staaten oder wenigstens nach New-Aork zurückzukehren; als mich aber ein Zufall, oder besser gesagt, die waltende Hand der Vorsehung mit der Absicht des alten Großonkels bekannt machte, ein Testament zu meinen Gunsten haben machen zu wollen, da änderte sich mit einem Male die Lage der Dinge; von diesem Augenblicke an stand ich auf dem Boden des Rechts, wenn ich gegen Sie auftrat, und der Entschluß wurde in mir fest, Ihnen Ihren Raub um jeden Preis wieder abznjagen." „Wie ich Kenntniß von der Absicht und dem Willen meines Großonkels erhielt, mögen Sie wissen, oder nicht wissen, das bleibt sich hier gleich, doch jedenfalls werden Sie darum wissen, da des Alten Papiere ja in Ihre Hände gefallen sind. Ich hatte von je daran gezweifelt, daß er zu ihren Gunsten testiren werde, denn nach der Art und Weise, wie Sie diejenigen, welche mit Ihnen unter einem Dache zu leben gezwungen sind, behandeln, hatte mir das sehr zweifelhaft geschienen. Ich kehrte deßhalb jetzt nach New-Iork zurück, und obgleich ich, mit den hinterlassenen Papieren meines Vaters in Händen, mit den Zeugnissen der Firma „John H. Schröver & Co. in meinem Besitz Sie zwingen konnte, wozu ich Sic zwingen wollte, so zog ich es doch vor, einen Weg der Güte einzuschlagen, denn ich bin es stets gewesen, Madame, der die Oeffentlich- keit gescheut hat, nicht Sie. Sie haben von jeher jedem Skandal die Stirn geboten unv in schamloser Weise getrotzt." „Ich schrieb Ihnen jenen Brief, in welchem ich Sie um eine Unterredung bat, und in welchem ich, wenn Sie mir dieselbe versagen würden, Sie durch die Drohung, meines Vaters Manuskripte der Oeffentlichkcit zu übergeben, mir dieselbe zu gewähren. Sie werden mir erwiedern, Madame, ich hatte kein Recht dazu, Sie zu einer solchen Unterredung zu zwingen, Sie durch solche Mittel zu zwingen, denn Ihr Verhältniß zu meinem Vater habe nichts mit Ihrem Verhältnisse zu mir zu thun. Antworten Sw mir, Mavame, wann haben sie ie» mals in Ihrem ganzen Leben, meinem Vater gegenüber, mir gegenuoer, der Welt gegenüber, Ihre Handlungsweise von der Beantwortung von Rechtsfragen abhängig gemacht? Antworten Sic mir, Madame! Sie schweigen. Sic können cs nicht! Wie dürfen Sie also, deren ganze Handlungsweise gegen meinen Vater cink einzige lange Kette des Unrechts war, auf Recht von Andern Anspruch machen! Sie haben roch jene Memoiren gelesen, Madame? Nicht wahr, sie sind fürchterlich? Hat er Ihren Charakter richtig gezeichnet, oder ist er noch hinter der Wahrheit zurückgeblieben? Jetzt beantworten Sie mir eine andere Frage; denken Sie, daß die Menschen diese Memoiren, wenn sie veröffentlicht würden, glauben würden oder nicht?" Ein unmerkliches Beben durchfuhr ihren ganzen Körper. (Forts, folgt.) Politische Rundschau Darmstadt, 5. Juni. Die „Darmst. Ztg." wiederholt in einem halbamtlichen gegen die „Nordd. 3tg." gerichteten Artikel, durch Annahme des Bamberger'schen Antrags habe das Zollparlament seine Kompetenz überschritten, indem jener Antrag nicht auf die Verwirklichung des Artikels V, sondern gegen das System der indirecten Steuern Hessens gerichtet gewesen sei. Die Regierung stelle sich air den Standpunkt des Vertrags. Last Hr. v. Warn- boldt Regierungscandivat gewesen, wird in Abrede gestellt. — Die Kammern werden um die Mitte dieses Monats auf einige Tage zusammentreten, um das Militärbudget zu erledigen. Die gemeinschaftlichen Sitzungen der Finanzausschüsse beider Kam- mein beginnen am 10. c. M. Sßtmpfctt, Hier wurde in voriger Woche beim Graben eines Fundaments auf der Bahnlinie von mehreren Arbeitern ein Knochen zu Tage gefvr- vcrt, den Sachverständige sofort als einen Stoßzahn eines Mammuths erkannt haben. Dieser Zahn wiegt 170 Pfund, ist 3' 7" hessisches Maß lang und noch ganz gut erhalten. Berlin, 5. Juni. Die vereinigten Cominissto- nen für Handel und Gewerbe, Zölle und Finanzen haben Bericht erstattet über einen von der Regie, rung vorgelegten Vertrag zwischen dem nordveut- schen Bunde und dem Großherzogthum Hessen, die Besteuerung des Biers und Branntweins betreffend, und über einen Gesetzentwurf über die Besteuerung des Biers und Branntweins für den zum norvdent- schcn Bunde gehörenden Theil des Großherzogthums Hessen. Der Zweck des Gesetzentwurfs ist eine gleiche Besteuerung herbeizuführen, und da Südhessen be- kauntlich nicht Bundesgebiet ist, so war hierfür ein besonderer Vertrag erforderlich. Mit Ausnahme von drei Paragraphen ist die Vorlage von den Commis« stonen unverändert angenommen unv der Antrag gestellt worden, den Gesetzentwurf auch auf die beiden Mecklenburg, auf Lauenburg, Lübeck unv dessen Ge- bietstheile, sowie auf die noch in die Zolllinie zu ziehenden preußischen und hamburgischen Gebiets- thcile auszudehnen. — Es verweilt zur Zeit der hessen-darmstädtische Rath Schleiermacher hier, welcher mit dem Geheimerath Heise, als Commissär der diesseitigen Regierung, wegen Nebertragung des Betrie- bes auf der Main-Weser-Bahn an Preußen verhandelt. Es ist dem Vernehmen nach aus den Verhandlungen bis jetzt das Ergebniß hervorgegangen, daß die Hessen - darmstädtische Regierung der unsrigen den Betrieb auch auf ihren Strecken überläßt, wogegen sic an den Reinerträgen der Bahn nach Verhältniß der Höhe des von ihr verwendeten Baucapitals partieipiren soll. — Die königliche Ordre in Bezug auf die Feststellung eines Termins für die straffreie Rückkehr der hannöverischen Ligionäre, welche ihrer Dienstpflicht noch nicht genügt, catirt vom 30. Mai und bezeichnet den 1. Juli, als den äußersten Zeitraum, bis zu dem die Rückkehr straffrei erfol- gen soll. Berlin, 5. Juni. Die „Kreuzzeitung" thcilt bezüglich ces Gesundheitszustandes des Grafen Bis- marck das Urtheil seines Arztes mit, nach welchem der Graf an einer hohen Nervenabspannung leide unv einer vollständigen Zurückgezogenheit und Ruhe bedürfe. Die hinzugetretene Rippenfellentzündung sei zwar beseitigt, ein Fernhalten von den StaatSge. schäften jedoch unter allen Umständen erforderlich. — Im Reichstage ist der Antrag des Abgeordneten Reincke, wonach der Reichstag die Berechtigung er» fallen soll. Untersuchungscommissionen einzusetzen unv die Behörden gehalten sein sollen, diese Commissionen zu unterstützen, abgelehnt worden. Es sprachen dagegen Twesten und Lasker; dafür Waldeck, Hoverbeck und Reincke. Berlin, 6. Juni. (Reichstag.) Bericht der Geschästsvrdnungscommission. Die Anträge der Commission werden mit dem Amendement, welches die Aufstellung von Rednerlisten durch das Loos besei» tigt, und den englischen Parlamentsgebrauch der Wahl der Redner durch den Präsidenten einführt, angenommen. Montag findet die Vorberathung über das Budget statt. — Der „Staatsanzeiger" sagt, der Bundesrath hätte den Gesetzentwurf des Reichstags, die privatrechtliche Stellung der Erwerbs - und Wirth- schaftsgenossenschaften betreffend, an die Civilprozeß- eommission verwiesen. Berlin, 7. Juni. Die Regierung wird dem Reichstage voraussichtlich schon Dienstag Vorlagen machen, worin sie eine Anleihe zu Marinezwecken unter der Bedingung verlangt, daß die preußische Finanzverwaliung die Controle ausübe. Die Majorität des Reichstags ist der Vorlage, bereits durch die Fraetionsberathungen gesichert. Berlin, 8. Juni. In der heutigen Reichstags, litzung sprachen ferner Gumbrecht unv Schultze, um Vie Haltung der liberalen Partei bei 6er Berathung des Bunvcsschulvengesetzes zu vertbeikigen. Fries erklärt sich für Erhöhung der Matneularbeiträge zur Deckung der Marinebedürfuisse. Camphausen spricht für Verständigung in 6er Marinefrage. Die Generaldebatte wird geschloffen. — Der Bundesrath genehmigte den Antrag seines Ausschuffes, den Bundeskanzler zu ersuchen, er möge einen Entwurf eines gemeinsamen Strafgesetzbuches und einer gemeinsa- men Strasprozeßordnung für die Staaten vcs norddeutschen Bundes ausarbeiten lassen und dem Bun- desrathc ju weiterer Beschlußfassung vorlegen. Berlin, 8. Juni. Im Reichstag wurde die GeneralViseufsivn über das Budget eröffnet. Ge- genüber verschiedenen Anträgen erklärte Delbrück, das Bundesgesetz, betreffend die Bundesrechnungsbehörde, werde demnächst vorgelegt werden, ebenso die drin- geudsten Bestimmungen aus dem Bundesbeamtengesetz. Bezüglieh der Marinebeschränkung habe die Re- gierung verfahren müssen, wie sie verfuhr, der Weg der Anleihe sei dringend geboten gewesen. Uebri- gens 1)fttten die Bundesregierungen die äußerste Fürsorge . für die Entwickelung der Marine. Die Ge° neraldiSeussion wurde geschlossen. Morgen Beginn der Speeialdiseussion. — Der König dürfte in Folge einer Einladung wohl in nächster Zeit auf einige Tage das Schloß Fürstenstein in Schlesien besuchen- Ueber die weiteren Reisepläne des Königs läßt sich zur Zeit noch nichts Bestimmtes sagen, unv namentlich muß es noch vahin gestellt bleiben, ob derselbe sich in Ems oder Karlsbad einer Kur unterziehen werde. Das Befinden des Grafen Bismarck schreitet in recht erfreulicher Weise fort und namentlich neh. men die rheumatischen Affectionen ab. Hochheim, 31. Mai. Blühende Trauben sind heute in allen Lagen unserer Gemarkung anzutreffen, über welche der bekannte aromatische Traubenblüthen- geruch hinduftet. Binnen vier Tagen sind sie verblüht — eine Erscheinung, die seit 1834 noch nicht va war. Am 1. Mai waren sämmtliche Reben noch blind und heute allgemeine Traubenblüthe! Kiel, Wie man hört, wird die projeelirte stärkere Befestigung des Hafens von Kiel bald fortgesetzt werden. Die dort schon zu Stande gekommenen Armirungen bestehen der Mehrzahl nach aus 72- Pfündern von gezogenem Gußstahle, doch sollen noch 96-Pfünver zugefügt werden. Weiterem Vernehmen nach würden auf dem holsteinischen Ufer zwei Forts angelegt werden, um die vorhandenen Werke auch von der Landseite aus zu decken. Ein groß angelegtes Kirnwerk wird gleichfalls noch projeetirt. Ueberhaupt soll Kiel mit der Zeit, sowohl Stadt als Hafen, zu einer Festung ersten Ranges gestaltet werden. Wien, 8. Juni. In der heutigen Sitzung des Unterhauses wurde der von der Minorität des Ausschusses gestellte Antrag, über den Gesetzentwurf be» züglich der Vermögenssteuer zur Tagesordnung überzugehen, mit großer Majorität angenommen. Ohne Debatte genehmigte sodann das Haus den Gesetz- entrourf, welcher die Erhöhung der Gebühren bei Gewinnsten der Staatslotterien auf 20 Proeent, bei Privatlotterieloofen auf 25 Proeent festgesetzt. — Das Abgeordnetenhaus nahm in feiner heutigen Sitzung nach langer Debatte folgende Resolution an: Die Regierung aufzufordern, zur Deckung des De- ficits im Jahr 1868 im Besteuerungswege geeignete Vorlagen ungesäumt zu machen. Zur Deckung des DesieitS der folgenden Jahre möge die Regierung Gesetzvorlagen betreffs Reform der Directen Steuern, Erhöhung der Zuckersteuer und Einführung der Clas- senstcuer einbringen. Der Finanzminister verspricht ungesäumte Einbringung der betreffenden Gesetzvorlagen. — Prinz Napoleon machte heute in Beglei- tung des Kaisers eine Rundfahrt durch den Park von Schönbrunn und besuchte Abends vas Etablisse- ment Schwenver in Hietzing. Rostock, 28. Mai. Aus dem in der Versammlung des Ausschusses der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger erstatteten Jahres- bericht pro 1867 ist Nachstehendes heröorzuheben. Die Mitgliederzahl betrug im Jahre 1867 14,800 gegen 12,692 im Jahre 1866. Von jenen befanden sich in Cartes-Vereinen 38, in Küstenbezirks- Vereinen 9142, in Binnenbezirks-Vereinen 3938, in Vertreterschaft en 1658, vereinzelte Mitglieder 24. Die Beiträge beliefen sich auf 16,922 Thalcr. Das Verwaltungswesen der Gesellschaft hat eine Ausgabe von 5794 Thalcr erfordert. Jin Ganzen sind bis 24 wohlausgerüstete Stationen hergestellt, von denen 11 mit Böten und Geschoßapparatcn, 8 nur mit Böten und 5 nur mit Geschossen versehen sind. Vvl. diesen Stationen aus wurden in 1867 128 Perso- neu gerettet, und zwar 79 zu Boot, 49 durch Rettungsgeschosse. Aus den Verhandlungen sind , besonders die Beschlüsse über das revidirte Statut bemerkenswerth, welches, 46 statt der bisherigen 16 Paragraphen umfassend, mit großer Mehrheit angenommen wurde. Brüssel, 8. Juni. Nach hierher gelangten Nach, richten aus Nom soll Vas allgemeine Coneil am 8. September 1869 zusammentreten. Die päpstliche Ein- berusungsbulle wird die griechischen unv anglikanischen Bischöfe ermahmen, das Schisma zu verlassen. Paris, 4. Juni. Marschall Niel hat die Corps- befehlshaber bevollmächtigt, den Militärs, welche händelsüchtigen Charakter over Neigung zum Trünke haben, auf unbestimmte Zeit Vas Tragen des Sei- tengewehrs außer Dienst zu verbieten. Diese An- vrdnung wird zum Frieden der Schenkstuben und Straßen beitragen. — Der Marschall Bazaine, welcher am 26. v. M. seine JnspeetionSreise durch seinen Militärbezirk, welcher die 11 nach Deutschland hin liegenden Departements umfaßt, beginnen sollte, hat vicselbe in Folge eines Unwohlseins erst heute angetreten. Die Garnisonen, welche in diesen De- partements liegen, bestehen aus 22 Infanterie-Regimentern, 5 Bataillonen Jäger zu Fuß, 10 Kavallerie - und 7 Artillerie-Regimentern und einem Regiment Genie, im Ganzen 70,000 Mann. Darin sind die Kranken und Beurlaubten nicht mit einbegriffen. Besonders viele Truppen liegen in den Departement der Meurthe (Meuse), 6er Mosel und vcs Niederrheines. Zwei Infanterie - und ein Ca- vallerie-Regiment liegen in Nancy, obgleich es eine offene Stadt ist, 12,000 Mann in Metz und in Thivnville zwei Regimenter, Vie dessen Einwohner- zahl verdoppeln. — Der Kaiser befinvet sich ernstlich unwohl. Zu der Erregung, in welche ihn der Tod feines Hundes Nero versetzt hat, sind noch rheuma- tische Schmerzen hinzugetreten. Paris, 7. Juni. Dem Wettrennen, welches heute im Walde von Boulogne stattfand, wohnten der Kaiser, die Kaiserin, der kaiserliche Prinz, sowie der Graf unv Vie Gräfin von Flandern bei. Den großen Preis von 100,000 Frcs gewann der „Earl," dem Marquis v. Hastings gehörig. Der Enthusias- mus unter ven Anwesenven war gering. — Der „Patrie" zufolge würde ven Vorschriften ves Kriegs- ministers bezüglich des Tragens der Waffen außer dem Dienst eine solche Ausdehnung gegeben werden können, daß „in Zeiten innerer Ruhe" alle Soldaten einer Garnison ganz ohne Waffen gehen würden. Den 8. Der russische Botschafter wurde im kaiserlichen Gallawagen abgeholt und nach den Tuilerien gefahren, wo er um 1 Uhr Mittags Vein Kaiser seine Accreditive überreichte. Türkei. Aus Constantinopel eingetroffene Te- legramnie bestätigen die Nachricht, daß Vie Looists G&idrale in Paris ver türkischen Regierung eine temporäre Anleihe von 400,000 L. bewilligt hat, und es verlautet, dieselbe sei auf 4 Monate zu 15 pCt. unv ohne besonvere Sicherheit contrahirt worden. In dieser Zeit könnte sich die ottomanische Regierung mit Muße nach einer großen Staatean- leipe um seh en, falls eine solche ganz unvermeidlich wäre. Einige Correspondenten sind der Ansicht, daß es noch eine Möglichkeit der Vermeidung gebe. Als Hauptgrund des Projccts habe der Umstand gegolten, daß der kretensische Krieg 3,000,000 L. verschlungen habe; es sei aber Grund zu glauben, daß Vie na- türliche Vermehrung der Staatseinnahmen und die in der allgemeinen Verwaltung eingeführte Spar- famleit eine allmählige Deckung der Rückstände ermöglichen werde, ohne eine Vermehrung der Staats- schulv nöthig zu machen. Konstantinopel, 5. Juni. Der Vicekönig von Ägypten kam gestern Abend hier an und hat dem Sultan heute einen Besuch abgestattet. Er wird morgen nach Brussa abreifen. Amerika. Der größte Weingarten der Welt ist der „Bucna Vista Vineyard" in Soyoma County in Kalifornien. Derselbe ist 6000 Acker groß, hat 272,000 Weinstöcke, die schon vor 1865 angepflanzt waren, unv 700,000, welche 1866 gepflanzt wurden. Im Jahre 1865 ergab die Traubenlese 42,500 Gallonen Wein, dann 60,000 Flaschen Schaumwein und 12,000 Gallonen Brandy. Mehr als 100 Personen sind beständig in diesem Etablissement be- chäftigt, die doppelte Anzahl aber zur Zeit der Weinlese. Nebenbei sind auch 8000 Obstbäume gepflanzt, und toiro eine beträchtliche Varietät Wein- trauben gezogen. Redaetion, Druck und Verlag der Bruhl'schcn Druckerei (Fr- Chr. Pietsch) in Gießen.