Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen. Ne. 18. Dienstag den 11. Februar' 1868. ZS (803) bei C- W- Nowack, Neuenbäuen 101. 781) Die Stockholz, 806) Harzer Kanarienvögel sind zu verkaufen bei W-Burk in Butzbach. R P r l n z e n C a r l zu Gießen Prügelholz, Stockholz, Reisholz, sich sich 22 2350 Wellen ’ versteigert werden. Besondere Bekanntmachungen. 785) Das Befahren der neu planir- ten 6. Schneiße zwischen der neuen Sicher Straße und der Wannschneiße ist bis auf Weiteres verboten. Gießen, den 7. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt- Feilgebotenes. 784) Durch einen Gelegenheitskauf bin ich in den Stand gesetzt: Cigarren-, Näh- und Häkel-Etuis, Necessaires, Brieftaschen und Notizbücher bester Qualität und neuester Fapon weit unter dem Fabrikpreise abgeben zu können, und bitte um geneigten Zuspruch. E. Eichenberg. 640 Eichen-Stangcn, zu Leiterbäumen eignend, Die Vertheilung der Zinsen aus der Lony'schen Stiftung. 778) Diejenigen, welche bei der Verkeilung der Zinsen berücksichtigt werden wollen, haben sich binnen 14 Tagen am unserem Bureau zu melden. Gießen, den 4. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Vogt- Vermischte Anzeigen. 804) Eine frequente Wirthschaft wird zu ) B^ltts gesucht' Näheres bei der Exped. 767) Ein Familienlogis ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen.bei Fr. Fürst, in der Neustadt. Zahlung der Hundesteuer kann zu Folge einer Benachrichtigung der Großherzoglichcn Districts-Einnehmerei Gießen I im Monat Februar ohne Kosten geschehen. Gießen, den 5. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Holzverstetgerung im Wiesecker Gemeindewalde. 795) Freitag den 14. Februar 1868, von Morgens 10 Uhr an, sollen in dem Brächter Privatwalde bei Damm, 3A Stunde von der Station Frohnhausen entfernt: 76 EichemStämme von 10 bis 40 Fuß Länge und 14 bis 24 Zoll mittlerem Durchmesser, meistbietend verkauft werden. Bemerkt wird, daß sich unter dem Stammholz zwei Stämme befinden, welche sich zu Mühlen-Wellen und sehr viele zu gutem Schreiner- und Küferholz eignen. Damm, am 3. Februar 1868. Der Vorsteher: Spies. _ 782) Um mit meinen vorjährigen Damen-Kleider- stoffen vor Beginn der Saison zu räumen, verkaufe ich solche zu bedeutend herabgesetzten Preisen. I> <8 S. Hirsch Sohu. Z- x 783) Nächsten Mittwoch, den 12. d. Mts. sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, stricien Hegwald und Haide: 61 Eichen-Siämme bis zu 17 Zoll Durch Messer, meistens zu Wagnerholz eignend, ! Ausverkauf! 770) Wegen Aufgabe des Geschäfts Vollständiger Ausverkauf sämmtlicher Waaren bei Gebrüder Heß, Kreuz. S x u ff (SpccB, Prima - Cervelatwurst, Geschnittene Fleischwurst, 187 Nadel-Stämme, 217 „ Stangen, 27 Stecken Eichen-Prügelholz, 11 ' 805) Zwei gute große 8 Pferde, 7- und 9jährig, 8 ß und ein Victoria-Waqen g stehen zu verkaufen un Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lick. 801) Künftigen Montag, den 17. d. Mts-, . „ , ^.Morgens 9 Uhr, e "Münchwald", zunächst Burkhardsfelden, auf dem Schlagweg anfangend, versteigert werden • 69 Stecken 10- und löfüßiges Eichen- Prugelholz, .„^4 wichen- u. Tannen-Si.ckholz, 6oaa A/.ßen „ , „ „ Reisholz, 300 Stamme geringes Eichen - Bauholz — 4722 Cubikfuß. L-ch, am 10. Februar 1868. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt. Der Anfang ist des Morgens um 9 Uhr am Wege zwischen dem Hegwald und der Clause, und des Mittags um 12 Uhr am Wege beim Hangelstein. Vormittags wird das Eichen- und Nachmittags das Nadelholz versteigert. Wieseck, den 6. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. Lang. D e r ft e i g e r u n g e n. Versteigerung von Straßenarbeiteu. 786) Die zur Unterhaltung der Straßen in dem Baubezirk Gießen für das Jahr 1868 erforderlichen Arbeiten, bestehend in dem Brechen, der Beifuhr und dem Zerschlagen der Steine, sowie der Anlieferung von Sammelsteinen, sollen an nachbenannten Tagen und Orten an die Wenigstfor- dernden versteigert werden, und zwar: I. Dienstag den 11. Februar, Morgens 10 Uhr, in dem Bramm'schen Wirthslokale in der Neustadt dahier, für die Straßen von Gießen gegen Klein-Linden, von Gießen gegen Rodheim, von Gießen bis Nr. 10 gegen Reiskirchen, von Gießen gegen Steinbach und von Klein-Linden gegen Wetzlar: II. Donnerstag den 13. Februar, Morgens 9>/2 Uhr, zu Lich im Gasthaus zum Engel, für die Straßen von Steinbach über Lich gegen Langsdorf und vom Hessenbrücker Hammer über Lich bis zum Klosterwald; III. Freitag den 14. Februar, Morgens 9'/r Uhr, zu Eberstadt in dem Hause des Wirth Görlach, für die Straße von Lich gegen Butzbach; Angekommen: Gesalzenes westphl. Schweinefleisch, pr. Pfd. 12 kr-, Geräucherter „ Schinken, IV. Montag den 17. Februar, Morgens 9'/2 Uhr, au Lollar in dem Gasthaus zur Krone, für die Straße von Gießen gegen Marburg. V. Dienstag den 18. Februar, Morgens 9'/2 Uhr, }u Lang-Göns in dem Gemeindehause, für die Straße von Klein-Linden gegen Butzbach; VI. Donnerstag den 20. Februar, Morgens 10 Uhr, auf ber Gansenburg, für die Straße von Gießen gegen Grünberg. Die resp. Großherzoglichen Bürgermeister werden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse chrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. Gießen, den 7. Februar 1868. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. „ „ 26 „ „ 28 „ „ 35 „ 28 Lebens verflcherungsbank f. D. in Gotha. 775) Die Geschäftsergebniffc dieser Anstalt im Jahre 1867 waren sehr günstiger Art- Durch einen reichen Zugang an neuen Versicherungen (2379 Pers, mit 5,052700 Thlr.), roelcber nächst dem Jahre 1865 größer war als in irgend einem anderen Jahre, ist die Zahl der Versicherten auf 31000 Pers., die Versicherungssumme auf 56,400000 Thlr., , , der Bankfonds auf 14,600000 Thlr- gestiegen. _ Bei einer Iahrescinnahme von 2,600000 Thlr. waren nur 1,140000 Thlr. für gestorbene Ve rsicherte zu vergüten, welcher Betrag wesentlich hinter der rechnungs- maßigen Erwartung zurücksteht und den Versicherten eine abermalige hohe Dividende m Aussicht stellt. In diesem und den nächsten Jahren werden über Zwei und eine halbe Million Thaler ?^^Eue reine Ucberschüsse an die Versicherten vertheilt, was für daS Jahr 1868 eine Dividende von 36 Proz. und für 1869 eine solche von 39 Proz. ergibt. Versieh erring en werden vermittelt durch : Hofger.-Advocat F. Krauskopf in Gießen, Gutspächter Dr. Groß in Lich, Oskar Ehrhardt in Marburg. 1325 Wellen „ Reisholz, ?9 Stecken Kiefern-Scheidholz, Holzversteigerung. 800) Donnerstag den 20. und Freitag >en 21. Februar l. I. sollen in ber Ober- örfterei Rabenau, Districte Kahleberq unb Holzapfeltrusch: 1091 Nabelholz - Stämme mit 37,005 Cubikfuß Inhalt unb von ö'/2 bis 18 Zoll Durchmesser unb einer Länge bis zu 80 Fuß Großh. Hess. Maaßes an bte Meistbietenben öffentlich versteigert werben. Der Zusammenkunftsort ist Donnerstag 9 Uhr Morgens im District Kahleberg unb Freitag 9 Uhr Morgens im District holzapfeltrusch. Beibe Districte liegen ohnweit bes Dorfes Lonborf unb in ber Nähe eines chausstrten Vicinalweges. Kesselbach, am 8. Februar 1868. Der Oberförster: Hopps. Jeder Zahnschmerz, ohne Unterschieb, wirb burch mein in allen beutschen Staaten rühmlichst bekanntes Zahn-Mundwasser binnen einer Minute 'scher unb schmerzlos vertrieben, was unzählige Danksagungen ber höchsten Personen bekunden» E. Hückftädt in Berlin, . Oranienstraße 57, am Marktplatz. Zu haben in Flaschen ä, 18 und 36 kr. bei (810) Carl Frech in Gießen. 811) Ein Divan, bequem zum Schlafen, ist wegen Mangels an Raum zu verkaufen. Näheres bei der Exped. b. Bltts. Zwei Hobelbänke, neue, stehen zu verkaufen. Näheres Neuenweg Lit. B. Nr. 87 im Hinterhause. (787) 790) Drei neue 12ohmige Lagerfaß aus ungarischem Holz find preiswürbig zu verkaufen. Näheres bei ber Exped. d. Bltts. Marmor-Arbeiten. 791) Alle Arten feine unb untabelhafte Marmor-Arbeiten finb bei ben Unterzeichneten jeberzeit zu haben; ebenso sind Grab- Monumente, sowie Schrift-Tafeln von allen beliebigen Marmorfarben, bei denselben stets vorräthig. Villmar a. d-Lahn (Nassau), int Febr. 1868. I- P- Leonhard & Söhne, Marmorier. 797) Samstag den 22. Februar, Nachmittags 1 Uhr, lasse ich eine gute, von Holz erbaute Scheune dahier öffentlich meistbietend versteigern. Launspach, den 9. Februar 1868. Ludwig Will- 794) Montag den 17. Februar und die darauf folgenden Tage, jedesmal von Nachmittags 2 Uhr an, lassen die Simon Löb's Erben in der Behausung des Herrn Einil Junker auf dem Asterweg gut gehaltene Mobilien, darunter ein Piano, eine goldene Stanouhr, ein Secretär, sowie Weißzeug, Bettzeug, Kleidungsstücke u. s- w., gegen baarc Zahlung öffentlich meistbietend versteigern- Vermiethurrgen. 812) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- Mlethen bei G- H- Balser, Glaser, Seltersweg, 776) „Russischen Hof" sind me^ rere moblirte Zimmer zu vermiethen, 779) Ein freundliches Familienlogis mit allem Zugehör, Sommerseite, ist zu ver- mlethen unb batbigft zu beziehen. Näheres bc, ber Expeb. b. Bltts. _______________ 815) Ein Logis, bestehenb aus einer Stube, zwei Kammern, Küche unb Keller, ist zu vermiethen bei __________Reallehrer Dickors Wittwe. 773) Zwei möblirte Zimmer sind zu ver- Mlethen bei Wernhard Brück, ____________________ Flügelsgasse. 777) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet -st Zu vermiethen und am 1. März zu be- ziehen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 771) Im „Russischen Hof" sind La- gerraume zu vermiethen. _________ 772) Zwei möblirte Zimmer mit einem Eabmet sind, getrennt ober zusammen, in ber neuen Anlage zu i vermiethen. Näheres bei ber Exped. b. Bltts.___________________ 768) Ein freunbliches, möblirtes Zimmer imttCabinet in einer Gartenwohnung ist zu vermiethen unb sogleich zu beziehen. Näheres bet der Exped. b. Bltts. 769) Ein freundliches, möblirtes Zimmer ist am Canzleiberg Lit. B. Nr. 67 billig zu vermiethen. MerhefMe Gesellschaft für Natur- uuh Heilkunde. 808) Sitzung Mittwoch den 12. Februar, Abends 6 Uhr, in der kleinen Äula. Vortrag: „Die Organisation der Thiere" (Fortsetzung). Pferde-Markt !« Frankfurt a. M. am SO» und 31. März und 1. April 1808, 802) Pramitrung (am 30. März), sowie Vcrloosung von Pferden, Reit- und Fahrzeug, finden auch bei bevorstehendem Markte wieder statt- Die feineren Pferde werden in den vollständig für 400 Pferde hergerichteten neuen prachtvollen Stallungen ausgestellt. Anfragen und Bestellungen sowohl auf Stallungen, als auf Looie ä 1 Rthlr. (1 fl. 45 fr.) pr. Stück beliebe man -franco an das (Secret ar tat unterzeichneten Vereins, Kleine Hochstraße Nr- 10, zu richten, wo auch Ueberneh- mer einer größeren Anzahl Loose die näheren Bedingungen erfahren können. Den Aufträgen für Loose ist der Betrag sofort beizufügen. Der Vorsitzende des landwirthschaftlichen Vereins: __»r. I. G. Haag.______________ Im Lin-enhof. 813) Dienstag den 11. Februar 1868: Alischieds-Concert der Geschwister Mucker und Grckrath. Anfang halb 8 Uhr. NM AKt'; OG Ö- ~ G <> Ä'tiZSG Ci 814) Dem Fräulein TI ’ Seit...... in Wieseck zu seinem 5 ■£ heutigen 17. Wiegenfeste die herzlichsten -5 D Glückwünsche und ein donnerndes Hoch! 7 | 8. W. St. I V sAH C :v“ -WjxC'O -V (y Turnvrrkin. 796) Donnerstag den 13- Februar, Abends 8 Uhr, im Darmstädter Haus: Generalversammlung. Tagesordnung: Wahl eines Abgeordneten zum Turntag in Hanau, eines Zeugmarts und des 2. Turnwarts. ____________Der Vorstand. Beachtenswert!® X 793) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie gegen Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane. Specialarzt Dr. Kirchhoffer, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz.) 809) Ein schwarzer rauhhaariger Dachshund ist entlaufen. Der Wiederbringer erhält eine sehr gute Belohnung von Jäger Zinßer bei Herrn Baron v. Rabenau in Friedelhausen. 799) Strohhüte nehme ich zum Waschen und Färben an und erhalten dieselben die neueste Fa?on. H. Holberg, in der Löwengasse. 798) Ein gesittetes, braves Mädchen, welches bürgerlich kochen kann und alle Hausarbeit versteht, wird sogleich in Dienst gesucht bei Ph. Uhl, Seltersberg. 789) In eine stille Haushaltung wird ein mit guten Zeugnissen versehenes Mädchen, welches bürgerlich kochen und alsbald eintreten kann, gegen guten Lohn in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d- Bltts. Epileptische Krämpfe (Fall- \ sucht) heilt Dr. O. Kritisch, Spezial- | arzt für Epilepsie, Berlin, Jägcrstr. I 75/76. Auswärtige brieflich. (792) I --------- 788) Ein Kindermädchen, das gut nähen und bügeln kann, wird gegen guten Lohn in Dienst gesucht. Eintritt sofort. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 780) Ein Garten oder ein Stück Grabland auf dem Hamm oder dem Sand wird zu leihen gesucht. Das Nähere ist bei der Exped. d. Bltts. zu erfahren. $ Viertes Coneert im Winter-Abonnement des Gießener Concerl-Vereins Mittwoch den 12. Februar 1868, Abends präcis 6 Uhr, im Club - Saale : Trio-Soiree der Herren A. Kömpel, Großh. Sachs. Hofconcertmeister, I. -e Swert, Großh. Sachs. Kammervirtuos, Cd. Lassen, Großh. Sachs. Hofmustkdlrector ans Weimar, unter Mitwirkung des akademischen Gesangvereins. Programm: 1) Trio (B-dur) op. 97 von L. v. Btzethhoven. 2) a. Barcarole 1 b. Scherzo für Violine von L- Spohr. c. Sarrabande s 3) Lieder für Chorgesang von F. Mendelssohn- 4) bi Zwei Gavotten | für Violoncell von I- S- Bach. 5) Trio (Es-dur) von Fr. Schubert. Für Nichtabounenlen sind Billets ä 48 kr. in der Ricker'schen Vuchhandlung zu haben. Die Concertdirection. p Auswanderer befördert billigst Christian Wallenfels, Jun. Börsenuachrichten. 7. Februar 1868. Preuss. 4V2.o/o Obi. 951 4 Frankf. 31/2% Obi. 82-/2 Nass. 4'720/0 Obi. 941/2 Kurh. 40/0 Obi. 90 Hess. 4»/0 Obi. b. Roths. 90y4 „ 31/2% üo. do. —- Bayer. 5% Obi. 101 '■]1 „ 41/2% 1jährige — » 41/2% ',2jährige 94 4 . Oester. Bank 690 „ Creditact. 186 V» Darmst. Bankact. 221 y2 Prioritäten. 50/0 östr. F. St. E. B. 245 Ludwigsh.-Bexbach 157 >/8 Maxbahn — Bayer. Ostbahn 1191/2 Hess. Ludwigsbahn 130//g 3°/o östr. Stsb.-Prior. 521 4 3% östr. s. Lombard. 42 3% Livorneser 28 Toscaner 40 */a Frankf. Hypotb.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 50/o Elisabeth-Prior. 75 do. II. Emiss. 73 Anleliensloose. Kurh. 10 Thlr. Loose 53»,4 Nassau fl. 25 b. Roth. 38 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 423/j 40/0 bayr. Präm. Anl. 997/g 4°/q badische Loose 99'/8 Badische fl. 35 Loose 541/4 1858r Priorit'ätsloose 130 1860r Loose 703/4 I864r „ 8O.1/2 Wechsel. Amsterd. k. S. 100.3/tz Augsb. k. S. 993/4 Berlin k. S. 105 Bremen k. S. 975/ä Cöln k. S. 105 Hamburg k. S. 881/2 Leipzig k. 8. 105 London k. S. 1193/8 Lyon k. 8. .— Paris k. S. 95 Wien k. S. 995/g Disc.onto 3O/o G. tieldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 44i/8-45’/g Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 57I/2-58i/2 Pistolen . 9 49-51 „ doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . , 5 37-39 20 Frankenst. 9 29 ‘/z-SO */j Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 27-28 Feuil Vetter und Base. Eine Familiengeschichte. (Fortsetzung.) Das FrühstückSzimmer lag im Erdgeschoß, und im Hinuntergehen flüsterte Henriette: „Vetter Robert hat nicht ganz Unrecht, obschon er vielleicht uns, allzuviel Schuld beimißt. Wenn ich wüßte, wat sein Ideal ist von einer Frau, so würd' ich mir alle Mühe geben, demselben nachzustreben. Und welch ein Unstern, daß er gerade heute wieder abreisen muß, wo wir uns nur vor Fremden, nur auf dem Ball gesehen haben! Welche Unannehmlichkeit, daß wir selbst heute durch die Anwesenheit der Gäste gleichsam beengt und getrennt . . „Sein Sie überzeugt, daß er dieß nicht weniger fühlt als Sie, Cousine!" fiel ihr der Buchhalter in die Rede. „Das eben ist ja der Fluch jeder naturwidrigen Handlung, daß sie ihren verderblichen Einfluß nach allen Seiten hin geltend macht. „Sein Sie edel und großmüthig, Vetter," bat Henriette, „und versichern Sie ihn, daß ich diesen Glanz missen kann und daß ich Alles aufbieten werde, ihn bei seiner Wiederkehr in einfachere, herzlichere und gemüthlichcre Verhältnisse einzuführen. Es war ein Mißgriff der Mama, ihn durch solch ein rauschendes Fest ehren zu wollen, weil sie in ihm nur den anspruchsvollen Großstädter ver- muthetc. Und nun hat er die Comtesse zu Tische geführt, und ich verliere ibn." „Und auch mich, Cousine! ich will die Abgunst der Tante nicht noch höher steigern, indem ich neben Ihnen eine Stelle am Tische einnehme. Mein Platz ist dort unten !" Alle hatten sich schon gesetzt und ihre Servietten ausgebreitet, nur der Buchhalter stand noch vor dem einzigen leeren Couvert. „Nun, Rudolph! was zögerst Du?" fragte der Commerzienrath. „Ich sehe kein Couvert für mich hier, denn dieses ist ohne Zweifel für Paulinen crwiederte er. Die Commerzienräthin erglühte, warf ihm einen gehässigen Blick zu und wollte eine bittere Bemerkung machen; aber ihr Gatte kam ihr zuvor, nickte ihm bedeutsam zu und sagte lächelnd und bestimmt: „Du hast Recht, Rudolph ; Pauline fehlt noch. Legen Sie ihr ein Couvert auf, Franz, und rufen Sie sie. Ich Will die ganze Familie um mich sehen." Die Commerzienräthin wollte vor Grimm bersten, mußte aber um des Scheins von Frieden willen diese Weisung bestätigen. Der Buchhalter setzte sich erst, als Pauline erstaunt und erröthend eintrat und nur durch wiederholte Befehle des Oheims und der Tante bewogen ward, sich mit an den Tisch zu setzen. l e t 0 n. 9. „„Es ist zum Todtärgern — ich bin nicht mehr Herrin in meinem Hause, mein Kind!" sagte die Commerzienräthin nach dem Frühstück zu ihrer jüngern Tochter. „Hast Du bemerkt, welch impertinente Frechheit dieser Wetterfelder Bauernjunge hatte, um es zu ertrotzen, daß Pauline an den Familientisch komme, und sogar noch angesichts der vornehmen Gäste. Er that es nur um mich zu quälen und zu kränken und sich bei eurem schwachen Vater einzuschmeicheln, den er gegen mich aufhetzt. Aber nur Geduld, Bürschchen! wir wollen Dir dieß nicht vergessen! Wir haben schon mehr solcher Neffen wieder aus dem Hause geschafft." „Sie sollten mit diesem hier eine Ausnahme machen, theuerste Mama!" versetzte Ida schmachtend, „ßr scheint mir von einem zähern Schlage als die Anderen, und Sic dürsten nicht so leicht mit ihm fertig werden. Er ist ein bedeutender Mensch, beste Mama, ein wahrer Held ! Sahen Sie nicht, mit welcher klassischen göttlichen Ruhe er das Ding wegen Paulinens vorbrachte, wie fest und ruhig er mit seinem scharfen dunkelgrauen Auge Ihren Blick aushielt? Das hätte ein gewöhnlicher Mensch nicht vermocht, und seine Besonnenheit, Ruhe und Willensfestigkeit haben mir eine wahre Bewunderung abgenöthigt. „Gänschen!" versetzte die Commerzienräthin unmuthig. . ,-,Was Du mit so hochtönenden Namen belegst, das ist mir nur eine maßlose Frechheit und Unverschämtheit. Hat man je eine solche Anmaßung erlebt, daß ein Mensch, der kaum eine Nacht in unserm Hause als Gast ist, sich vermißt, die wohlerwogene Haus- ordnung umzustoßen?" „Aber gestehen Sie wenigstens, beste Mama, daß er es mit einer bewun- dernswerthen Würde und einem unzerstörbaren Aplomb that!" wandte Ida ein. „Und hernach, als die Rede auf das Reisen kam und auf englisches Leben, sprach er da nicht wie ein Buch ? — er, den wir für einen ungehobelten Bauernjungen hielten, frisch vom Pfluge hinweg!" „Das eben ist es ja, was mich noch am meisten empört!" sagte die Corn- merzienräthin; „gestern spielte er oen dummen Jungen, um uns zu vemüthigen, und heute sucht er uns zu beschämen durch Eigenschaften, die wir ihm nicht zu- trauten , — das eben ist es, was ihn mir so fatal und unausstehlich macht. Und sahst Du, wie er sich sogar bei Henrietten injtnuirt hat?" „Das wundert mich gar nicht, liebe Mama!" versetzte Iva; „wenn ich ihn erst näher kennen würde, wäre ich im Stande, für ihn zu schwärmen. Er ist so kühn, so sicher, so ... so ganz wie der Held eines Romans." „Jenun, Jochen, der Roman soll kurz sein, den er in unserm Hause spielt!" sagte ihre Mutter mit mühsam verhaltenem Ingrimm. „Der Lump, der unser Politische Rundschau mit einem Gehalte von 300 fl. 32 fr., nebst 4 Stecken Holz zur Heizung des Schullocals. Darmfkadt, 7. Februar. Dem Bankhaus von Erlanger und Söhne in Frankfurt a. M. und der von demselben gebildeten Actiengesellschaft ist die landesherrliche Concession zum Bau und Betriebe der Eisenbahnen von Gießen nach Fulda und von Gießen nach Gelnhausen, vorbe- hältlich ständischer Zustimmung, eriheilt worden. Darmstadt, 7. Februar. Der General Lieutenant v. Plonsky, Commandeur des XI. Armee- corps des norddeutschen Bundes, wozu die hessische Division gehört, ist heute früh aus Kassel hier ein- getroffen und im Hotel „zur Traube" abgestiegen. Darmstadt. Zu der am 10. d. M. in Berlin stattgefundenen Confercnz zur Prüfung des Entwurfs einer Militär-Ersatz-Instruction für den Rorddeut- scheu Bund sine als diesseitige Commiffäre Ministe- rialrath Dr. Hallwachs im Gr. Kriegsministerium und Geheime RegierungSrath Neuling im Gr. Ministerium des Innern bestellt worden. Darmstadt, 8. Jan. General v. Plonski, kommandirender General des 11. norddeutschen Bun- desarmeecorps, wurde gestern zur Großh. Tafel gezogen und wohnte heute Vormittag nebst dem Prinzen Ludwig von Hessen dem Abexerciren der Infanterie bei. Ein Besuch des Generals in den übrigen hessischen Garnisonsorten ist für diesmal nicht in Aussicht genommen. Berlin, 8. Februar. Was wir auf der einen Seite, die jetzt in ihren Consequenzen vor uns liegt, -gefürchtet, auf der anderen gehofft, ist eingetreten; der Conflict der conservativen preußischen Partei mit Graf Bismarck ist in Hellen Flammen ausgebrochen, Graf Bismarck hat einen Urlaub auf unbestimmte Zeit erbeten und erhalten und der in den verschiedensten Ministerien schon thätig gewesene Finanzminister v. d. Heydt hat das Präsidium im Ministerium übernommen. — Die Nachrichten, welche uns bis heute Morgen »erliegen, sind folgende- Im Abgeordnetenhaus verliest der Präsident ein Schrei- ben des Grasen Bismarck, worin derselbe anzeigt, baß er aus Gesundheitsrücksichten einen Urlaub auf unbestimmte Zeit erbeten und erhalten habe, und daß während seiner Abwesenheit der Finanzminister den Vorsitz im Staatsministerium übernelunen werde. Eine andere Nachricht sagt, daß Graf Bismarck, diesen Urlaub auf seinem Gute Wanzin zubringen' werbe und daß er um Urlaub bis zur Eröffnung des Zollparlaments nachgesucht habe. — Inzwischen Darmstadt, 3. Februar. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 8 enthält: I. Verordnung, den Gradationsstempel in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend. II. Uebersicht der im Jahre 1867 in den Irrenanstalten des Großherzogthums verpflegten Kranken. Der Bestand der Pfleglinge im Großh. Landeshospitale (Hofheim) war beim Beginne des Jahres 1867 218 Männer und 184 Frauen, am Schluffe 211 Männer und 183 Frauen. Der Zugang im Laufe des Jahres betrug 25 Mr., 17 Fr., der Abgang a. durch Entlassung 14 Mr., 12 Fr., b. durch Tod 18 Mr., 6 Fr. Ausländer (Preußen) waren in der Anstalt 16 Mr. und 12 Fr. Der Bestand der Pfleglinge in der Großh. Landes-Irrenanstalt (Heppenheim) war bei Beginn des Jahres 1867 30 Mr., 24 Fr., am Schlüsse 52 Mr., 48 Fr. Der Zugang im Laufe des Jahres betrug 61 Mr., 50 Frauen; der Abgang a. durch Entlassung 30 Mr., 25 Frauen, b. durch Tod 9 Mr., 1 Fr. Ausländer waren 5 männliche und 4 weibliche Pfleglinge. Darmstadt, 8. Februar. Das heute ausgegebene Regierungsblatt Nr. 9 enthält: I. Eine Bekanntmachung Gr. Ministeriums des Großh. Hauses und des Aeußercn, worin es die Gesetze und Verordnungen des Norddeutschen Bundes zur allgemeinen Kenntniß bringt, namentlich aber die Verordnung über die Einführnng Preußischer Militärgesetze im ganzen Buntesgebiete; das Gesetz über die Verpflichtung zum Kriegsdienste; die Verordnung über die Feststellung des Etats der Mili- tärverwaltung des Norddeutschen Bundes für das Jahr 1868 und den Präsibial-Erlaß über die Ver- waltung des Post- und Telegraphenwesens des Norddeutschen Bundes vom 1. Januar 1858. II. Bekanntmachung, den Steuerausschlag zur Bestreitung der Bedürfnisse der Ladenjubenschaftskaffe zu Darmstadt für 1868 betreffend. III. Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmig, ten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürf- nisse in den israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Büdingen. IV. Promotionen an der Großherzoglichen Lan- deS-Universität Gießen. V. Dienstnachricht. Am 24. Januar wurde dem Johannes Lohnes aus Höchst das Patent als Geometer der zweiten Klasse für den Kreis Neustadt ertheilt. VI. Concurrenzeröffnung. Erledigt ist die katho- lische Schulstelle zu Dornbiel, im Kreise Dieburg, ist im Abgeordnetenhaus bei der Schlußabstimmung über das Gesetz betr. den hannöverischen Provinzial- fonvs, dasselbe, gemäß dem Amendement Kardoff mit 200 gegen 168 Stimmen angenommen worden; desgleichen auch eine Resolution Franke's, betreffend die Einführung der Selbstverwaltung in allen Pro- vinzen. Von keiner guten Vorbedeutung für den friedlichen Verlauf der nächsten Jahre wäre die Aeußerung des württembergischen Ministers v. Varn- büler in der vorgestrigen Sitzung der Abgeordneten- kammer, wenn wir nicht ein gut Theil der ministe- riellen Expectoration auf die Absicht rechneten, das Contingentsgesetz in der Kammer unter allen Umständen durchzubringen. Der Minister sagte: „Zweijährige Präsenz und wenig Recruten, bas würde bedeuten, baß Württemberg in ganz Europa seinen .eigenen Weg gehe. Die Folge wäre im Fall eines Krieges, baß Württemberg sich blamiren würde und bei dem Friebensschluß, daß Württemberg annectirt würbe. Man möge doch auch Rücksicht nehmen auf den Geist des Württembergischen Heeres, man möge doch den württembergischen Truppen nicht zumuthen, eine schlechtere Rolle zu spielen als Cie übrigen Heere. Er sage, was die Frage von Krieg ober Frieden betreffe, ganz einfach, wenn eine Erschütterung stattgefunden hat, wie im Jahre 1866, so wirkt eine solche Erschütterung eine Zeit lang nach, wir müssen also auch gefaßt fein, daß bas Gewitter noch einmal komme. Nichtsdestoweniger müsse er sagen , daß er im Hinblick auf die durchdringende Macht der Humanität das Vertrauen auf die Er- Haltung des Friedens nicht verloren habe. Man müsse aber, wie alle übrigen Staaten, die Gefahr in's Auge fassen und des Nöthige vorkehren. Verziehen sich die Wolken wieder, dann werbe man wieder zu dem früheren Maß zurückkehren können." Berlin. Wie der „K. Z." geschrieben wird, dürfte nunmehr die Bewaffnung der Landwehr mit Zündnadelgewehren als vollendet angesehen werden können. Für die Festungsbesatzungen ist ein Theil ber_ in den Beständen befindlichen gezogenen Percussionsgewehre in Zündnadelwaffcn umgeformt worden. Dieselben haben ein größeres Kaliber, als das Zündnadelgewehr (um 0,12 rh. Zoll). Sämmtliche Landwehr-Infanterie hat das Seitengewehr verloren und trägt dafür das gewöhnliche Bayonnet in der Scheide — eine unstreitig wesentliche Vereinfachung ver Ausrüstung. Die Infanterie des stehenden Hee- res hat jetzt drei verschiedene Modelle von Zündnadelgewehren, die Musketierbataillone das M/.41, die Gnadenbrod ißt! Wie ganz anders ist doch Vetter Robert! Wie fein und freund- iungen?!"erbtnl)11^ unD er gegen diesen Wetterfelder Bauern- . ®er Buchhalter, welchem diese Angriffe galten, saß mittlerweile mit dem Hollander Vetter und dem Oheim an einem Fenster des Frühstückszimmers und plauderte über Geldmarkt uno Handelskrisen. Es entging ihm nicht, baß die Blicke der Tante auf ihm weilten, aber ihr grimmiger Ausdruck störte ihn nicht in: mindesten, und sein Auge begegnete dem ihrigen gelassen und unbefangen. Henriette widmete sich den vier fremden Damen, welche sich zur Abreise anschick- ten, uno Pauline räumte den Frühstückstisch ab. Jetzt kamen Frau v. Seewald und ihre Töchter und die junge Comtesse in Reisemänteln und Pelzen herein, verabschiedeten sich laut und mit einem ungeheuren Aufwand von Herzlichkeit von ihren Wirthen, und wurden von der ganzen Familie des Commerzienraths an den harrenden Wagen begleitet; selbst der Holländer Neffe ging in aufopfernder Artigkeit mit. „Nun, Väschen, habe ich es nicht fertig gebracht, Sie zur Tischnachbarin zu bekommen ?" fragte der Buchhalter, sobald er mit Paulinen allein war „Sie, Vetter? Also tote haben es gethan?" erwiederte sie. „Ich danke Ihnen für Ihre Freundlichkeit, aber ich wünschte, Sie hätten es nicht gewagt. Die Tante vergißt das nie wieder." "Bah, sie soll Ihnen nichts dafür anhaben, Väschen," sagte der Buchhalter. „Sie stehen unter meinem Schutz!" c r k^uiiX #on m*r' Better? Ich meinerseits fürchte die Tante gar nicht ° . k * erwiederte Pauline, „lieber kurz oder lang vertreibt sie mich doch aus dem Hause ; darauf bin ich längst gefaßt. Aber ich finde dann leicht ein untertommen als Putzmacherin, als Ladenmädchen u. dgl., und wenn ich auch oen Unfel ungern verlasse, so verliert er selber doch an mir nicht viel. Wie ganz anders dagegen an Ihnen, Vetter? Er bedarf Ihrer so sehr, und hat sich 1? l,an^.aui 3hr Eintreffen gefreut, und wenn es der Tante nun dennoch gelingt, Sie aus dem Hause zu beißen? . . ." fte nicht fertig, Väschen," sagte der Buchhalter mit ironischem Lächeln; „ich furchte sie nicht." „Oh, sie setzt bei dem guten Onkel alles durch," meinte Pauline; sie ver- gißt nie eine Beleidigung und ihr Groll kenni keine Rücksicht. Und der Gedanke, Vetter, daß Sie um meinetwillen so viel gewagt und der Onkel Gefahr laufen soll, Sie wieder zu verlieren, ist mir unerträglich." „Diese Uneigennützigkeit ist rührend, Väschen; aber ich versichere Sie, Ihre Besorgmß um mich ist ungegründet," sagte der Buchhalter. „Ich trotze der Dante tn ihrem eigenen Hause und es soll nicht die letzte herbe Lehre sein, die ■ r 8"cn rocr^e' um ihren Hochmuth herunterzustimmen. Und dennoch gehe ich zeve Wette ein, daß sie mich nicht aus diesem Hause vertreiben soll, oder oatz ich dieses Haus nicht anders verlasse, als mit Ihnen, Büschen!" «Wie soll ich das verstehen ?" fragte sie verwundert und blickte ihm betroffen in die Augen. «Stille! man kommt! flüsterte er; „aber behalten Sie es im Gedächtniß: ich nicht ohne Sie, Sie nicht ohne mich!" Die Entfernung der Gäste schien einen gewissen Zwang von den Mitgliedern des kleinen Kreises genommen zu haben, und es bildeten sich sogleich zwanglose Gruppen nach freier Wahl und Neigung. Henriette gesellte sich zu dem Holländer Vetter und ging mit ihm in den Gartensalon, bis die Räume im oberen Stockwerke von den Domestiken gereinigt und geräumt, und die Spuren des gestrigen Festes daraus entfernt worden waren. Die Conimerzienräthin ging bjnauf, um dieß zu betreiben, und ihr Gatte vertiefte sich in Zeitungen, welche Cie Morgenpost gebracht hatte. Pauline ging ihren häuslichen Geschäften nach, und so ward es dem Buchhalter leicht, sich Ida zu nähern, die in den „Flic- genben Blättern" blätterte und sichtlich erwartete, von Cem Vetter angeredet zu werden. Bald hatte der Buchhalter auch den Ton gefunden, um Ida in eine angelegentliche Unterhaltung zu verwickeln, in deren Verlauf sie ihn in den Gartensalon hinüberführte, wo sie Henrietten und den Vetter Robert schon im angelegentlichsten Gespräche fanden. Der vermeintliche Holländer Vetter beobachtete gegenüber von Henrietten jene schüchterne , beeiferte, verehrungsvolle Ergebenheit, welche namentlich dann ungemein schmeichelhaft und inftnutrenC wirkt, wenn sie von einem Manne von sicherer Stellung und begründetem Ansehen ausgeht. Es liegt darin ein Ver- jidtt auf die Geltendmachung der eigenen Persönlichkeit und des persönlichen Werthes, welche den Frauen stets eine gewisse dankbare Anerkennung abnöthigt. Seine Huldigungen hatten etwas eigenthümlich demüthiges, werbendes, so zwar, daß Henriette anfangs darob erstaunt und verblüfft gewesen, und erst nach und nach ahnend diejenige Erklärung davon gefunden hatte, welche für ihr Selbstbe- wußtsein so schmeichelhaft und befriedigend sein mußte. Sie gab sich daher die größste Mühe, ihm gegenüber denselben Ton anzuschlagen, und so gewann dieser Verkehr ohne beider Wissen und Willen eine Zartheit und Warme, welche eine mehr als vorübergehende Wirkung ausüben mußten. Ganz anders war die Unterhaltung Jda'S und des Buchhalters. Sie ver- ehrte ihn mit einer erzwungenen Bewunderung ; sie legte in ihn ein Ideal hinein dem er nicht gerecht werben konnte und wollte, denn er gab sich offen, gerade und natürlich. Und dazwischenhincin bestürmte Ida ihn wieder mit Fragen, englische Zustände und Sitten betreffend, von denen sie durch Lectüre vieler englischen Romane ein verworrenes, schiefes, der Wahrheit eher entrücktes Bild gewonnen hatte, oder befragte ihn über Italien und seine Zustände, oder plauderte von dem gestrigen Balle, auf dem sie sich so köstlich amüsirt habe. Dabei gedachte sie mebrfach ihres vorzugsweisen Tänzers, des Grafen Damiani, von dessen feinen Manieren und großer Welterfahrung sie nicht genug zu rühmen wußte. (Fortsetzung folgt.) Füsilierbataillone das M/62, die sogenannten Füsi- lierrcgimenter das M/60. Das M/60 und M/62 sind kürzer, als das ältere M/41 und eleganter, z. B. ist der Lauf äußerlich gebräunt. Sie haben Gußstahllauf, M/60 ein Haubahonnet. In Bezug auf Schußweiten stehen sie gleich. Für die Jäger ist das M/54, die sogenannte Pickenbüchse wegge- fallen. Hierbei war der dreikantige Ladestock so eingerichtet, um als Bayonnet zu dienen, eine Einrichtung , die sich als wenig solid erwies. An ihre Stelle tritt die Büchse M/65, bei welcher der Hirschfänger aufgepflanzt werden kann. Die Büchsen sind so visirt, baß man bis tausenv Schritt damit schießen kann (Gewehre bis 800). Die Büchse M/54 ist durch Verkürzung zu einem Pionnier - Gewehr umgearbeitet worben, bei Vem Vas Seitengewehr aufgesteckt werben kann (bekanntlich ist letzteres auf vem Rücken sägcnförmig eingeschnitten). Dragoner und Husaren haben Den Zünbnavcl- Earabiner, ver bis 400 Schritt reicht. Sämmtliche hier genannte Modelle haben dasselbe Caliber von 0,58 rh. Zoll, die für Infanterie, Jäger unv Pionniere bestimmten auf gleiche Patronen, so daß die Modell-Differenzen nur unerheblich die Einheit der Bewaffnung verringern. In den Festungen unb zum Gebrauch bei Belagerungen giedt es noch Zünbnadel-Wall- ober Staub» büch>en, mit deren eisernen Geschossen man Schanzkörbe, Schartenlaven rc. Durchschießen kann. Es existirt eine ältere, die im Felbzug 1864 oft erwähnte Amü- sette, mit zwölflöthigem unv eine neuere mit sechs- löthigem Geschoß. Das Granatgewehr Ves unlängst verstorbenen Dreyse scheint nicht angenommen worven zu sein. Es soll für ein gewöhnliches Jnfanterie- gewehr zu schwer sein. Königsberg, 4. Februar. Wie die „K. H. Z." hört, wird Der commanbirenve General Vogel v. Falkenstein am 1. April aus dem Militärbienste ausscheiben. Stuttgart, 7. Februar. Die Kammer der Stanbesherren beschloß in ihrer heutigen Sitzung die Aufhebung der Stellvertretung im Militärdienst unv Befreiung von der KriegSbienstpflicht für die stanbesherrlichen Familien. Stuttgart. Eine große Anzahl von Land- tagsabgeordnetcn unv Notabeln Ves ganzen LanveS Haven einen Wahlaufruf für die bevorstehenden Zollparlamentswahlen veröffentlicht, Ver als Ziel Ver Bestrebungen die nationale politische Einigung hinstellt. Karlsruhe. Dem überaus glänzenden Leichcn- conduct des Staatsministers Mat Hy wohnte der Großherzog in Person unv zu Fuß unter Ven Haupt- leivtragenven an. Die Vcrkaufsläben waren ge- schloffen. Wien. Eine an Vie Delegationen vertheilte Darlegung über Vie Politik der österreichischen Regierung, welche zur Erklärung Ver im „Rothbuche" enthaltenen Aktenstücke dient, sagt über die Deutschen Angelegenheiten: Oesterreich hegt seit vem Prager Frieven Preußen unb Italien gegenüber vieselben friedliebenden und freunvschastlichen Gesinnungen, Vie es Ven andern Mächten gegenüber bethätigt. Wenngleich Ver Verlust Ver Stellung in Deutschlanv für O-sterreich baS Ende der Sympathien für seine vormaligen BunVeSgenossen beveutete, so konnte Voch Vie kaiserliche Regierung in vem Streite wegen Luxemburgs nicht Partei für Preußen ergreifen, wollte aber ebensowenig aus einem Kriege zwischen Frank- reich unv Preußen Vortheil ziehen, und sie sorgte daher dafür, baß bei dem Kaiser Napoleon unv ven französischen Staatsmännern der Glaube an eine Mitwirkung Oesterreichs im Kampfe gegen Preußen nicht aufkvmmen konnte. Die parteilose unv neutrale Haltung Oesterreichs mußte wesentlich zur Erhaltung ves Frievens beitragen. — lieber Vie Verhältnisse zwischen Preußen und Ven süddeutschen Staaten wirv bemerkt: Die kaiserliche Regierung ließ sich, ohne von dem Standpunkte des Prager Frievens zurückzutreten, durch Die in Folge der preußisch-süddeutschen Allianzverträge geschaffene neue Lage Der Thatsachen von Der Fortsetzung ihrer friedlichen Bemühungen weder abhalten, noch glaubte sie auf Grund ihres formellen Rechtes bestimmte Proteste entgegenstellen zu sollen. — Schließlich ist die Thatsache nicht zu übergehen, daß unter dem Ein- drucke der Gefahr eines europäischen Krieges in Berlin unv München mancher ernste Blick nach Oesterreich gewenvet würbe. Die bezüglich eines neuen Bundesverhältniffes erfolgten Andeutungen lauteten zu unbestimmt unv zu einseitig im Interesse des einen Theiles, als daß Oesterreich ihnen die seit dem Untergange ves deutschen Bundes übernommenen Rechte und Pflichten sowie die eingetauschte Freiheit Ver Bewegung hätte opfern können. Ueber Vie Beziehungen zu Italien und die römische Frage sagt vas Aktenstück: Ebenso wie Oesterreich entschie- venen Werth auf gute freundschaftliche Beziehungen zu Italien legte, ebenso entgegenkommend war letzteres. Dem Papst würben die offensten Erklärungen über Vie Unmöglichkeit eines materiellen Beistandes von Oesterreich gegeben. Florenz, 3. Februar. Von Rom ist angeblich an Die italienischen Bischöfe Der Befehl ergangen, zum Gedächtniß an den päpstlichen Sieg bei Mentana eiü Tedeum abzuhalten, wogegen jedoch die italienische Regierung ein Verbot habe ergehen lassen. Nach anderen Berichten haben in Padua in Folge jener kirchlichen Verordnungen Ruhestörungen stattgefunden, weßhalb die Minister Maßregeln ergriffen, um weitere Unordnungen zu verhüten. Paris, 8. Febr. Die Regierung hat die hannöverischen Officiere in Bourges, Die Gemeinen in der Champagne internirt. Paris, 8. Febr. Dem Vernehmen nach werden die hannoverschen Legionäre von per Regierung äuf- geforvert werden, Frankreich zu verlassen, wenn sie nicht in die französische Fremveniegion eintreten. Das französische Gouvernement zeigt sich gegen Preußen sehr entgegenkommenv, ohne daß Dieses Schritte Veß- halb gethan. London, 8. Febr. Die „Times" enthält einen Brief des Präsidenten des provisorischen Comites Der mexikanischen Aktieninhaber, wonach derselbe die Absicht hegt, zur Herbeiführung der Wiederaufnahme Der Dividendenzahlung für mexikanische Obligationen von Seiten Mexicos Schritte zu thun. Der Brief fordert zur Unterzeichnung eines Memorials an Lord Stanley auf, um denselben zu ersuchen, Die konsularischen Beziehungen mit Mexieo wieder herzustellen. Vermischtes. Darmstadt. Der Großherzogliche Geheime Justizrath Prof. Dr. Wassers chl eben in Gießen ist Seitens der Großherzoglichen Regierung mit Der Ausarbeitung eines rechtlichen Gutachtens über Die von der zweiten Kammer Der Stände angeregte Frage: ob das Großherzogthum Hessen, nach Wegfall Der Rheinschifffahrtsabgaben, zur Leistung Der auf dem Reichsbeputakionsabschluß vom 25. Febr. 1803 beruhenDen s. g. Rheinzollrenten rechtlich verpflichtet erscheint, — betraut worden. Darmstadt. Nach Der Durch Das Großherzog, liche Regierungsblatt Nr. 8 veröffentlichten Ver- ordnung tritt mit Dem 15. D. M. in Den betDen Provinzen Starkenburg unD Oberhessen ein veränderter Gradationsstempel bei gerichtlicher Ausfertigung von Urkunden über Verträge und freiwillige Hypotheken in Kraft. Es hatte sich nämlich bei Bern- thung des Einnahmebudgets Der laufenDen Finanzperiode ergeben, Daß Der Stempel in Rheinhessen im Vergleich zu Den beiDen anDeren Provinzen viel zu hoch fei, und ist Deßhalb Der Antrag auf Gleichste!- lang gestellt worDen. Da unter Den jetzigen Ver- hälinissen Der Regierung eine Kürzung Der Einnahmen nicht angenehm, so wurDe, eine Gleichstellung zu erzielen, Die Erhöhung Der erwähnten Stempelsteuer verordnet. Bei Verträgen zwischen 100 und 150 fl. ‘betrügt Der Stempel 2 fl. 15 fr. unD steigt mit jedem HunDert um Durchschnittlich 15 kr.; bei Verpflegungsbeträgen, Deren GegenstanD einen Kapitalwerth von mehr als 600 fl. hat, um je 20 kr., unD bei Schenkungsverträgen im gleichen Falle je 30 fr. für je 100 fl. Die Einnahme für Stempelgebühr wirD hierdurch sich bebeutend steigern. Aus dem Kreise Alsfeld. Am 1. Febr. d. I. ereignete sich zu Köddingen ein höchst betret- benDer Vorfall. Ein Kind von 7 Jahren stand mit einem langen spitzen Messer beschäftigt auf einer Bank in Der Wohnstube seiner Eltern. Durch Die Bewegungen De« KinDes fiel Die Bank um, Der Knabe fiel zur ErDe, Das Messer Drang ihm in Die Brust, verwunDete Denselben, wenige Minuten später war er eine Leiche. Mainz, 7. Februar. Mit Den Gaben für Den Papst will's doch nicht mehr ziehen unD mit Den Werbungen für Die „Armee" Desselben geht es noch weniger. Einer unD Der Andere ist, auf Dem Wege schon „Kehrt" machenD toieDer eingetroffen. Wie Die französischen ComiteS vas fromme WerbungSgeschaft betreiben, läßt sich aus Briefen eines in Rom garni- sonirenven Wormsers (Protestanten) ersehen, Den man mit neun anderen Reisegefährten kurzer Hand in Belfort aufpackte. Jammer, Hunger und Krank- heit sind Vie täglichen Erlebnisse dieser Leute. Mainz. Die T aunuS b a h n ist in der Nacht von Freitag auf Samstag abermals und zwar auf eine rasfinirte Weise bestohlen worden. Zwischen Hattersheim und Flörsheimsverschwanden von dem nach Mitternacht dort passirenven Güterzuge sechs Säcke Walzen, ohne daß das Zugspersoual dies gewahr wurde, indem, während Der Zug in Bewegung war, sich muthmaßlich zwei Kerle auf Den betreffen« Den Wagen machten, die Sacke herunterwarfen unD auf einen mitgebrachten Karren luDen, Dessen im Fahrweg verlorene RaDspur Die einzige ist, Die man bis jetzt von Diesem kecken Ueberfall hat. Berlin, 31. Jan. Die hannover'schen Mitt' tärflüchtlinge in Der Schweiz sammeln sich in vollen Massen unD treten nach Frankreich über. Jetzt erhält Die „Zuk." eine längere Zuschrift ans Der Schweiz, welche Die Dortigen Vorgänge als eine moDernc Wie- Derholung Des hessisch-englischen Menschenhandels be- zeichnet und den die Hannoveraner befehligenden Hauptmann v. Harwig als den Mann hinstellt, Der Das verächtliche Geschäft abgeschlossen hat. Düsseldorf, 2. Februar. Ein Aufsehen erregender Vorfall ereignete sich gestern im Schwurge- richtssaal. Ein Mann stanD vor Den Assisen, des Mordes angeklagt. Wegen Mangel an Beweisen wurde derselbe freigesprochen. In dem Augenblicke al« das Urtheil verkündet wurde, stürzte der Angeklagte zu Boden unD war eine Leiche. Frankfurt, 7. Februar. Es geht uns von amtlicher Seite nachstehende Mittheilung zu, mit Dem Anheimstellen, dieselbe im Interesse des bethei« ligten Publikums zu veröffentlichen: „Bekanntlich hat zwischen Der hiesigen unD Der Lotterie- Direktion in Braunschweig bezüglich Des Absatzes ihrer Loose ein Reciprocitätr-Verhältniß bestanden, auf Grund dessen Der Vertrieb Der Braunschweiger Loose im Frankfurter Gebiete bisher gestattet gewesen ist. Nachdem indeß jenes ReciprocitätS-Verhältniß Dahin gekündigt worDen, Daß Dasselbe mit BeenDigung Der Spiels Der 66. Braunschweiger Lotterie außer Wirkung tritt, wird Der Vertrieb Braunschweiger Loose zu Den weiteren Lotterien und Das Spielen in Diesen Lotterien auch Hierselbst den auf Das Spielen in auswärtigen Lotterien unD Den Verkauf Der Loose zu solchen Lotterien gesetzten Strafen unterliegen." Homburg, 4. Februar. Gestern kam Der Herr Regierungsrath Wohlers hier an unD fanD bereits gestern Nachmittag eine erste Sitzung mit dem von Den Aktionären Des Kurhauses gewählten Comitö statt. Die BeDingungen, welche Der Regierungs- kommissär stellt, sinD sehr hart und Haden wenig Aussicht, angenommen zu werden, nämlich: Fortdauer Des Spiels bis 31. December 1872, Dafür sollen 800,000 Thlr. für einen KurunterstützungSfonDS gezahlt unD das nicht unbeDeutenDe Mobiliar an Die Commune abgetreten werDen. Heute um 4 Uhr fanD bereits Die zweite Sitzung statt, unb wurden die Bedingungen von einem Theil Des Comitö'S abgelehnt, fo Daß auf morgen Nachmittag nochmals eine Sitzung anberaumt wurDe. (Rh. K.) Freiburg, 1. Februar. Dem Vorstand Des neu zu gründenden katholischen Studentenvereins wurde vom Senat Der Universität eröffnet, Daß auf Das gestellte Gesuch um Genehmigung Der Statuten Des acaDemischen Vereins zur Unterstützung Der päpstlichen Armee nicht eingegangen werDen könne. Wien. Auf AnorDnung des Ministers soll in allen Volksschulen Oesterreichs von Ostern an da« Turnen eingeführt und regelmäßig betrieben werden. Wenn Der alte Jahn Das erlebt hätte, dessen Turnfchüler Der alte Metternich theils als Narren verfolgen, theils als politische Unruhestifter einsper- ren ließ! Brüssel. Am 27. Januar hat auf Der belgt- scheu Staatsbahn bei Boussn ein fürchterlicher Unfall stattgefunDen. Eine Lokomotive kam von Quievrain, um auf Der Station Jemappes zum Rangiren zu Dienen. Sie begegnete Dem Schnellzuge von Brüssel, jeDoch nicht auf Demselben Gleise. Etwa 120 MetreS vor Dem Zuge entgleiste Der Tender, Der mit voller Schnelligkeit heranfahrenDen einzelnen Lokomotive unD warf sich auf Das Gleis Des Zuges; etwa 25 Metres vor Dem Zuge entgleiste auch Die Lokomotive unD fuhr mit ihren Rädern in Die RäDer Der a»Deren, woDurch Der Zug plötzlich stillstanD unD Die beiDen Lokomotiven wie Glas zersplitterten. Der Packwagen Des Zuges zerschellte an Dem TcnDer, Der Postwagen unD Der folgenDe Passagierwagen hoben sich Darauf und über einander und zertrümmerten. Die Darin befindlichen Personen fanden sich auf meh- rere Metres Entfernung in Dem Graben wieDer, meistens sehr schwer verwunDet; eine derselben, weniger verletzt, fanD sich auf Den Trümmern Der zu- sammengehäuften Wagen sitzenD. Eine Frau war auf Der Stelle toDt geblieben mit zerschmettertem Kopfe, Der Maschinist Der einzelnen Loeomokive warD ebenfalls sofort gelobtet. Elf Passagiere ftnb fürchterlich verletzt, einige berfelben nachträglich schon gestorben. Etwa 40 anbere ftnb mehr ober minber leicht verwunbet. Der Maschinist unb ber Heizer bes Schnellzuges würben weit fortgeschleubert, ohne schwere Verletzungen zu erleiben. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'sch en Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.