Gießener Anzeiger Anzeige- und AmtsölaLL für den Areis Kichen Nr. 3. 1868 Amtliche Bekanntmachungen Meßen, den 8. Januar 1868. Gießen, am 9. Januar 1868. Betreffend: Die Musterung der Militärpflichtigen im Jahre 1868. Dss 2. t it theils bestraft, theils über Nacht bis zur Nüchternheit eingesperrt. » n Werfens Personen. NB. nicht begriffen. in den ersten 8 Tagen ?" ind Samstag den 11. Januar in an eit >n in ein Fremder- Ausländer. M. Heberer von Daubringen, mit 10 Jahren Zuchthaus bestraft, theils bestraft, theils verwarnt- 6 von Gießen, 58 Fremdeln, lier >aß n ck m ib n, Der Stadtrentmeister: C n d,e r s. Körperverletzung und Drohung . ...... Diebstahls Betrugs, Unterschlagung und Fälschung . 8an?ftS"r0eifremben ®ißeil^uin§ unb unbefugten Löschens der'Straßenlaternen Bettelns ....... 9°"^, ^2I?Ä>e, meist Handwerksbursche und Vaga- Go"rectioiMau§ra0^n6eit§BCttIer famen auf längere Dauer in'S stehenden sechs Wachthäuser in der Stadt Gießen wird hiermit in Erinnerung gebracht- Gießen, den 10. Januar 1868. Großherzogliches Rentamt Gießen. Lyncker- Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Großherzogliche Polizei-Verwaltung. Nover- Holzversteigerung. 183) Im Licher Stadtwalde, District Großenhäuserberg, kommt den 16. und 17. b. Mts- folgendes Holz zur Versteigerung, und zwar 108) Dre im Gießener Stadtwalde, Dlstrlct Faulerboden, auf den 13. und ^. Januar c. ausgeschriebene Holr- versteigerung kann des bedeutenden Schneefalls wegen an diesen Tagen nicht abgehalten werden. Gießen, am 10. Januar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — . Expedition: Canzleibera Lit. B. Nr. 1. Betreffend: Die Unterhaltung der Vicinalwege, insbesondere Erforderniß des Schneeschöpfens. Das 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. Ruhestörung ......... Uebertretung der Feierabendstunde . . . ' ' Störung der Sonntagsfeier Völlerci - Thierquälerei zu leicht gebackenen Brodes .... unterlassener Fleischbeschau .... .... unterlassener Verwahrung bissiger Hunde . M2S SS.**“*ber s*™6 u.ÄuÄbÄS«,uni “nb robMm* Sd,l*iä ; : unerlaubter Aufnahme von Fremden . ' unerlaubten Gewerbebetriebs und Defraudation der Gewerbesteuer Hundesteuer-Defraudation .... 1 Hazardspiels ’ sonstiger Polizei-Vergehen .... Octroi-Defraudation . Besondere Bekanntmachungen °h°- Kchm z^hi°L"'L»5 Lm w'L" m ber 3,ra,f*e 1V- 1887 -°m." Gießen, am 9. Januar 1868. 173) Die Gemeinde Reichelsheim in Veterinärarzt unter günstigen Bedingungen auzunchmen. ^.^usttragende können das Nähere entweder persönlich oder schriftlich, unter portofreier ^hi-ndung, auf hiesiger Bürgermeisterei cr- Reichelsheim in Oberhessen, 4. Jan. 1868. Großherzogliche Bürgernieisterei Reichelsheim. Vogt. a n die ®rof)l)cr)(iglidjrii Bürgmimlkrrmi iirr, Kreist». Bel dem dlesj-h-lg-n hohen Schneefall i,l es erf°-d-rllch, dle W-gsamk-ll de- A-mnlweg- dnech SchneeschSnfen zu erhalten Sie werden angewiesen, dies sofort m geeigneter Werse vornehmen zu lassen. v ä v UCIb öie Zn Verhinderung des Kreisraths: ___________________________________________ Kekulo, Kreisassessor. Versteigerungen. Domänen- Versteigerung. ,186) Die auf Mittwoch dm 12. Februar 1868 l „Vormittags um 9 Uhr, in Folge Allerhöchsten Befehls nach den Formen des Domanenveräußerungs-Gesetzes vom 2. Juni 1821, auf dem Rathhause zu Gießen abgehalten werdende nochmalige Versteigerung der dem Großherzoglichen Centralfiscus zu- * R k „ ?liin 2ahr 1867 in der Stadt Gießen angezeigten Verbrechen und Vergehen betreffend Nachstehende Ueberstcht wird hiermit veröffentlicht: Di- Lokal-Polizei der Stadt Gießen hat im Jahr 1867 zur Bestrafung angezeigt, beziehungsweise verhaftet und ermittelt: 432 542 1 18 6 21 2 32 431 18 38 119 43 6 11 11 21 2448 1. Wegen Majestätsbeleidigung Q Desertion....... Widersetzung und Verletzung der Amts- und Dienstehre .' Brandstiftung Nothzucht und widernatürlicher Unzucht . Concubinats...... an 1 1 - die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Die Vezirksliste über die Militärpflichtigen des Kreises Gießen für 1868 liegt vom 13. bis zum 28 Januar l I auf W Sk in @metoe" -ur W« w -u h-mL und den Befolg . Dr. G o l d m a n n. Gieren, den 7^ Januar" 86? " ®eric5te °orgenommenen Verhaftungen ^hierunter Personen. 1 4 10 1 2 36 3 64 25 27 139 384 Bderhkssische GkMschäfl für Natur- und F e i l g e b o t e n e s Amerikanische P r o g 209) Zinßer'scher Garten. Sonntag den 12. I a n u a r: Bei diesem Concerte wird Baierifches und Frankfurter Bier verabreicht' , ____ 208) Eisenbahn - Fahrpläne (Westen taschenfoxmat), vorräthig bet Will). Klee. Mausburg. Niederlage von obigem Brust-Syrup befmbet fiel) >n Gießen r,H Fr. Bieler, am Kreuz. 161) Weber's Weltgeschichte, neuere Ausgabe, und George's Lexikon werden zu kaufen gesucht. Offerten bei der Exped. d. Bltts. äbzugeben. Bermi et hange n. 189) Vor dem Neuenweger Thor, nahe der Stadt, ist ein Garten zu vermicthen. Lusttragende wollen sich in Lik. B- Nr. 109 melden. 10C113 Stecken Eichen-Scheidholz, wobei 30 Stecken schönes Werk-Scheidhotz, Deserr und Kochherds in allen Arten und großer Auswahl empfiehlt (160) 3- G. D. B a p st. 176) Ein Laden mit Logis rn vermiethen. Bei wem? agt die Exped. d. Bltts. r a m in. H. Theil: 6. Ouvertüre von Conradi. 7. Lied für Trompete. 8. Traumbilder-Fantasie von Lumb.ye. 9. Marien-Polka von Faust. 10. Nacht und Morgen, Potpourri v. H a m m. 11. Columbanus-Galopp von Parlow- Geschäftsbücher jeder Art, aus der Fabrik von König und Ebhardt in Hannomr, mnpstchtt 166) Ein kleines Familienlogis ist zu ver^ micthen bet Alexander Mayer. Weiften Must-Syrup in sehr vielen Krankheiten der Re- svirationsoraane, wie veralteten Lun- gencatarrhen, Heiserkeit w. mit dem besten Erfolge »«gewendet habe. Kainenit; a. d. Linde in Böhmen. Rovak, StadtphyftkuS. NähmLschinen Glasfuß und sämmtlichen Apparaten, früher fl. 105 letzt fl. 90. Handmnschincn mit Kettenstich, Doppelkettensttck) und Doppelsteppstich nebst Trittvorrichtungen, unter vrn- jähriger^ Garantie, erleichterten Zablungsbedmgungen, freier Instandhaltung und freiem Unterncht. Raparmuren werden billigst besorgt. I. Th. Haubach. ..... 167) Ein freundliches, möblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartenwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Näheres bet der Exped. d. Bltts- "...... I—........................... So spricht cm Arzt! I 187) Endesgefertigter gibt hiermit der 8 leidenden Menschheit kund, daß er den g G. A W. Mayer'schen g Feuerversicherung«^'!!! für Dentschland in Gotha. 181) Zufolge der Mittheilung der Feuerversicherungsbank für Deutschland zu Gotha wird dieselbe nach vorläufiger Berechnung ihren Therlneymern für 1867 circa 80 Procent Theilnehmer der Bank so wie der vollständige Rechnungsabschluß derselben für 1867 wird am Ende des Monat- 3Jhd Sur'.Äte von Versicherungen für die Feuerversicherungsbank bin ich jeder. (Auszug aus einem Briefe.) fierrn Ze. W. 58®«Stions in Otterberg. Mainz, den 5. October 1867. 157) .......... Ich und meine Frau sind Ihnen ebenfalls sehr dankbar für Ihren „weißen Kränter-Brust-Syrnp", denn unser lieber Sohn von l'/z Zahr hatte schon mindestens achtmal den Erupp- husten, das heißt: furchtbaren Husten mit Heiserkeit und festgesetzter Verschlennnng, und Ihr „Kräuter - Brust - Syrust" war jederzeit sein Retter. , Joseph Loew, Kaufmann. In Flaschen zu 24 fr., 35 fr. und fl 1. io fr. ist dieser von vielen Aerzten empfohlene „Kränter-Brust-Syrup" allem zu haben in Gießen bei Ernst Hermes, „ Butzbach bei A. Gimbel, „ Friedberg bet Jean Huber, „ Lich bei F. L. Förster, „ Grünberg bei Geom. Ritter Wtw. Alsdann wird nächsten Samstag, den 18. d. Mts-, Morgens 9 Uhr, ,, int Distriet „Fuchsstrauch" und'MMberg folgendes Stamm- u. Brennholz verstetgert. 79 starke Eichen-Stamme bm zu u0 Zoll Durchmesser --- 8628 Cnbtkmß, 1 Eichen - Schmiedklotz von 44 Zoll u vd)HTC1f Ct == 4:6 ($UvltfU|3z 1 Rüstern- oder Ulmen-Stamm von 40 8oll Durchmesser — 624 Eubtkfuß, 4 Stecken Rüstern-Prügelholz, ß „ Stockholz, 75 Wellen „ Reisholz. Der Anfang und die Zuiainmenkunft der Versteigerung ist jedesmal im Distrit stuchs- strauch Lich, am 11. Januar 1868, ; Fürstliche Oberförstern Ltch. Eigenbrodt- Wiesen auf der An. 182) Montag den 13. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, lassen die Erben des Müller PH- Christ Zi Wieseck ihre sämmtlichen Guterstucke auf hiesigem Rathhaus öffentlich versteigern- Wieseck, im Januar 1868. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. 196) Künftigen Freitag, den 17- d- Mts, Morgens 9 Uhr, soll int Distriet „Fuchsstrauch" und „Kolm hänserkops" folgendes Brennholz versteigert Vermischte Anzeigen. 207) Diejenigen Mitglieder des Hiesiges Turnvereins, welche bei dem am 9. d. Mtn- gefaßten Beschlüsse die Minderheit bildeten, werden zu einer Besprechung auf Sonntag den 12. d. Mts-, Nachmittags 4 Uhr, in das Local zum Lindenhof, 1 -rreppe hoch, eingeladen. vom ganzen Musik-Corps des hiesigen 1. Jager-Bataillons. Anfang 4 Uhr. Entrse für Herren 9 U., für Damen 6 kr. Länge; „ Freitag den 17. Januar: 400 Stecken Buchen-, Eichen- und Wetch- Holz-Scheid- nud Prngelholz, 190 Stecken desgleichen Stockholz, 17000 desgleichen Wellen- Der jedesmalige Anfang ist Morgeii., 9 Uhr nur dem Kreuz des Nonuenrother und Laugsdorfer Heuwegs- Lich, den 6- Januar 1868- ... .. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich- Helm. 192) Ein kleines Familienlogis ist in Lit- C- Nr. 131, Reichensand, zu vermiethen. 172) Ein Familienlogis ist zu vermiethen und sogleich zn beziehen bei • Fr- Fürst, tn der Neustadt- 171) Ein möblirtes-Zimmer mit Cabinet auf dem Brand ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Das Nähere bet der Exped. d- Bltts. , n . । ßß Stecken Buchen- und Cichcn-Prügelh., Donnerstag den ^. JanugL . Stockholz, 266 Eichen-, Buchen-, Nadel-, ElsbeerU 56 » Reisholz. rrVMMsssK "sä» »«-»..... utib 15 bi*o 35 Länge, 195 Eichen- und Fichten-Stangen, 210 Buchen-Langwied, 20 Stecken Eichen von 10 und 1J Futz ** ‘»kn, dm». I— 1» »“'SÄ- Stiftungsfest der freiwilligen städtischen Feuerwehr im Leibl'chen Saale Samstag den M. Januar, Abends 7 Uhr beginnend. Die Einführung von Nichtmitgliedern ist Zulässig. ^ „ Tbeilnehmerkarten bet beit Herren E. Gail undjy. E. Winter. . Einlaß findet bei allen Theilnehmerii nur gegen Bprzetgmtg^ der An? dem gtzo^nLeintvMdlager im Saale des Prinzen Carl habe ^nte nach «- •gayt&w iS» P,. em 193) Herr Otto Streckner in Mainz hat mir den Verkauf einer neu erfundenen violetten Cvpir - Tinte übergeben, die nie schimmelt noch vergilbt und sobald sie trocken ist, tief schwarz tvird. Dieselbe wird in Original-Flaschen von 5 bis zu 3o kr. abgegeben. PH- Schlatter. Steinkohlen und Braunkohlen in ganzen und getheilten Ladungen zu gleich billigen Preisen empfiehlt (188) ___________I- C- D. Bapst. ^Irbeiterb ldungs-Verein. 199) Montag den 13. Januar, Abends 8 Uhr: Monatliche Hauptversammlung im Locale des Herrn C. Heil. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes. Stiftungsfest. Vortrag. _______Der Vorstand. 191) In meinem Material- und Farb- waaren-Geschäft ist eine Lehrlingsstelle zu besetzen. W. Zur buch. 164) Ein zuverlässiges Mädchen, in Hausarbeiten und in der Pflege von Kindern erfahren, wird gegen guten Lohn tn Dtenst gesucht. Von tu ein ? ist bei der Exped. d. . Bltts. zu erfahren.____________________. 205) Verflossenen Mittwoch sind im Club- gebände ein Paar Ueberschuhe abhanden gekommen, und bittet man um Zurückerstattung . derselben bei dem Hausverwalter Sack. 159) -Weine, Arrac, Rum und Cognac, sowie Punsch-Essenze, Li- quciire, Kmisthcfc und Essige von anerkannter Güte, eigene Fabrication, zu den billigsten Preisen, empfiehlt , Pitthan, tm Adler. I 179) GeneralvsrsKMmlttng Samstag den ii. Januar, Abends 6 Uhr, in der kleinen Aula. Angekündigter Vortrag: „Die Organisation der Threre/ Nach der Sitzung gemeinsames Abendessen im Rappen. Ini grossen Saale des flUafe Leih. 291) Sonntag den 12. Januar 1868: Großes Extra-Csucert, ; ausgefuhrt von den Mitgliedern der früheren Gießener Musik-Capelle mit Zuziehung auswärtiger Kräfte. 1. Monöver-Marsch von E. Bach. 2. Fest-Oüverture von Leutner. 3. Cavatine ans „Nedueadnezar v. Verdi. 4. Walzer, Erinnerung an Peterhof, von 5. Solo^für Flöte von Th. Böhm. Anfang halb 4 Uhr. 194) 20 Ctr. gutes Heu, 6 (vr. Gruimuet, sowie Dickwurzeln, verkauft _________L. Hartmann, iit der Schanz. 174) Meine sämmtlichen Möbeln, worunter ein sehr gut erhaltener Flügel, aus der Fabrik von Biber in München, sowie iämmtliches Haus- und Küchengeräthe, bin ich Willens sofort zu verkaufen. Adolph Hecker, im „Russischen Hof." Gutta - Percha - Firnis?, bei Nässe oder Schnee alles Schuhwerk wasserdicht zu machen, ä Topf 18 kr-, Frostballenseife von M. ßejeune, a, Stück 12 fr-, Mittel gegen Gicht, & 9 fr,, - . Rheinische Mattrankesfenz, zur Bereitung von 6 Flaschen Maitrank, a Flacon 27 fr-, . ... Syrap pectoral ftalsamiqwe für Brustkranke und an Husten Leidende, ä Flasche 45 fr-, Praktischen Zahnkitt, das Beste zum Ausfüllen hohler Zähne, a 18, 27 und 36 fr., Glyccrinseif-, das Beste für rauhe und aufgesprungene Haut, a Stuck 18 fr., Kummerfeld'sche Seife, rühmlichst bekannt, das Kummerfeld sche Waschwasser vertretend, a Stück 18 kr., Parfsa ebb royal, feinstes Räuchermittel, ä Flacon 27 kr., Königs-Räucherpulver, ä Flacon 9 und 18 fr., , ~ , (195) empfiehlt Carl Frech. 198) Ein Schlittengeläute ist zu ver- . kaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 175) Gegen Husten und Brustleiden em- ' pfiehlt Brustmalz-Bvnbons u. Lakritzen- Bonbons Robert Sattler, Conditor. „HLiterkeit." 200) Sonntag den 12. Januar, Nachmittags- 5 Uhr: Außerordentliche Versammlung. ___________Der Vorstand. 210) Ein Mädchen kann das Kleidermachen erlernen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. ' »«. m: d. Mts. .Md d!° d---uf Tag«, w Sfa «rn- «** « der geringsten bis zur feinsten Sorte, bestehend tu. 10 000 Ellen gebleichtem und ungebleichtem Zwilch öu Hsindtüchem, , lokale zur Ansicht atstgestellt. 7 V 1 447/8.45«/8 in 753/8 1864r 9 9 5 9 9 571/8-58«/, 9 49-51 5% National 53% 5% Metall. Obi. — M. steuert. 48 50-52 54-56 37-39 29-30 54-58 50-52 27-28 BÖrsennachrichten. 9. Januar 1868. Pr. Gass. Sch. Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . „ doppelte Holl. fi. 10 St. Ducaten . . 20 Frankens!. 170) Eine ordentliche Fran wird für einige Stunden des Tages als' Aufwärterin gesucht- Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. Beerdigte. Den 5. Januar. Luise Koch, geborue Bötticher, des verstorbenen evangelischen Pfarrers zu Homberg an der Ohm, Georg Koch, hinterlassene Wittwe, alt 75 I. 4 M- 20 T-, gestorben den 3. Januar. Den 8- Januar. Friedrich Rausch, Bürger in Friedberg und Locomotivführer an der Main-Weser-Bahn dahier, alt 47 I. 3 M- 9 T., gestorben den 6. Januar. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Dr. Seel. Katholische Gemeinde. Kopulirte. Den 28. December. Wilhelm Ludwir Milbrand, Freiherrlich Frankenstein'scheg Zu den kirchlichen Anzeigen. Berichtigung. Kopulirte den 29. December. Karl Hardt,Bürger und Küfer dahier, ein Wittwer; und Katharine Roßmann, des pensionirten Großh. Geiängnißwärters dahier, Johannes Roßmann, eheliche Tochter. Den 5. Januar- Dem Ortsbürger Wilsbach und Oekonomen dahier, Peter Schmidt/ ein Sohn, Karl Emil Jakob Daniel, geboren den 19- December. Engl. Souver. 11 Russ. Imper. 9 Doll, in Gold 2 Preuss. 4%<% Obi. — Frankf. 3«/a°/o Obi. 81% Nass. 41/2% Obi. 943/4 Kurh. 40/0 Obi. 90«/g Hess. 40/0 Obi. b. Roths. 90«/3 P „ 31/2% do. do. 863/s Bayer. 5% Obi. 1011/4 „ 41/2% 1jährige 94«/, „ 41/2% «/aiährige 94% Würtemb. 4%% Öbl. 941/4 Baden 4'/zO/o Obi. c. E.L. 937/g Oestr. 5% b. R. 59V2 Amer. 6% 1882r Bds. 76i/2 Oberförster zu Ockstadt, Kr- Friedberg, des Großh. Professors der Medicin, Dr. Franz Joseph Julius Milbrand, ehelicher Sohu; und Elise Katharine Karoline Natalie Louise Keim, des Großh. Rechnungsrathes, Georg Friedrich Ludwig Keim, eheliche Tochter. Getaufte. Den 25. December- Dem Bürger zu Hamm und Zugführer bei der Cöln-Gießeuer- Eisenbahn, Bernhard Fehring dahier, ein Sohn, Alwin Bernhard Friedrich Hubert, geboren den 27. November. Den 26. December. Dem Bürger zu Neustadt und Bergmann dahier, Nikolaus Elm, eine Tochter, Maria Margaretha Johanna Louise, geboren den 21. November- Beerdigte. Den 6. December. Ein unehelicher Sohn, Peter, alt8T., gestorben den 4. Decbr. Den 17- December. Jakob Kunz, Bürger und Ackersmann zu Thalheim, kgl- vreuß. Amt Hadamar, alt 54 I-, gestorben ■ ben 15. December. Prioritäten. 50/0 östr. F. St. E. B. 238 Ludwigsh.-Bexbach 1567/g Maxbahn 1071/4 Bayer. Ostbahn 1191/4 Hess. Ludwigsbahn 128 30/0 östr. Stsb.-Prior. 511/2 3% östr. s. Lombard. 41% 3% Livorneser 27«/g Tosqaner — Frankf. Hypoth .-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 50/0 Elisabeth-Prior. 74% do. II. Emiss. 72% Anlelieiialooee. Kurh. 40 Thlr. Loose 53% Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. 41 4O/o bayr. Präm. Anl. — 40/0 badische Loose 971/4 Badische fl. 35 Loose 51% 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 70 168) Altes Zeituugspapier in großen und kleinen Partieen kauft I. Rothenberger, Lindenplatz. 165) Es wird ein braves Mädchen in einen Lausdienst gesucht- Näheres bei der Exped. d- Bltts.___ 177) Zwei Pferdeknechte werden auf ben Hardthof gesucht- efrifdjöÄcäer zu gießen. Sonntag den 12. Januar. Carl Wallenfels I am Asterweg. Georg Busch am Kreuz. Jakob Ronstadt in der Neustadt. Kirchliche Mrzeigen Evangelische Gemeinde zu Hieben. Gottesdienst. Am Landesmissionsfest, den 12. Ianuar. Morgens: Pfarrer Dr. Seel. Nachmittags: Pzarrer Landmann. (Collecte für die Mission.) Getauft. Wechael. Amsterd. k. 8. 100% Augsb. k. S. 100 Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 97% Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 881/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119% Lyon k. 8. — Paris k. S. 95 Wien k. 8. 98 Disconto 3% G. Geldsorten. „ 6% 1885r 75% Actien. Frankf. Bank 1253/4 Oester. Bank 671 „ Creditact. 180% Darmst. Bankact. 204 202) Ein Taschentuch , gez. E. B. 12, ist gefunden worden. Auskunft 6et der Exped. d. Bltts.__ 204)' Im Anfertigen von Damenkleidern, fowic auch im Weißzeugnähen, empfiehlt sich E- Loos, Flügelsgasse. *~T62) Unterzeichneter empfiehlt sich einem verehrlichen Publikum im Aufsetzen und Reinigen von Oefen und'bittet um geneigten Zuspruch. Seine Wohnung befindet sich im vormals Kr a nz'schen Hause tn der Kätharinengasse- Earl 91(101) ei'- 169). Ein Zapfjunge wird gesucht im Darmstädter Haus. Nicht M übersehen und wohl zu bcochten! 184/ Je mehr man die Hühneraugen schneidet, desto mehr wachsen sie. Kerne stübnerauaen Schwielen, Krähenaugen und Frostleiden an den Füßen, sowie Warzen an den statden mehr. Allen an diesen Uebeln Leidenden empfehle ich mich, fre grund- ttch schmerilos imd auf Garantie zu entfernen, ohne zu schneiden, nur vermittelst Auf- leaüna einK Pflasters, wodurch die Wurzeln der 10 lästigen Husner- ober Krahenangen in einer Zeit von 2 Minuten gänzlich entfernt wird. Die.vollständige Heilung wird garantirt- F. J. SB HSSIO. concessionirter und approbirter Hühneraugen-Operateur aus Saarlouis. Svrechstunde' Bon Montag ben 13. d. Mts. an, Morgens von 8 bis 12 Uhr, Nackmiittacs von 2 bis 6 Uhr, bis Montag den 20. d. Mts. int Gasthaus zum Lin- deuhof. - Auf Verlangen werde ich auch die geehrten Herrschaften in ihren Wohnun- gen besuchen. _______________________________________________________________________ Leimiger Feuer-Verstcherungs-Anstalti aeqründet 1819, Gesammt-Garankiemmittel circa fl. 5,000,000. U 1 206) Der Unterzeichnete beehrt sich hiermit zur Kenntniß zu bringen, daß ihm die Concesston zum Betriebe einer Agentur für obige altrenommtrte Anstalt ertheilt worden ist. Derselbe empfiehlt sich zum Ablchlutz von Verstchcrungen gegen Feuerschaden, Blitzschlag rc., auf Mobilien, Waaren, Vieh, Erndteerzeugnrsse zu den billigsten,^festen^Ptami Anleitung zur Aufstellung von Versicherungen, ertheilt 1868.I. «. Feuilleton. D i e Versöhnung. Zwei Nachbarn waren feindlich sich gesinnt: Sie suchten sich zu schaden und zu kränken, Ein jeder wollte schlecht vom Andern denken, Und reizte so des Andern Weib und Kind- So blieb es leider! lange — lange Zeit. Jndeß die Zeit läßt niemals 'was beim Alten, Sie will beständig Alles neu gestalten, Was gestern galt, gilt selten auch noch heut'- — Die Kinder nahmen zu an Alter und Verstand: Sie spielten liebreich oft auf ihrer Väter Grenzen; In ihrer Mutter Äug' sab man die Freude glänzen: Die Kinder knüpften fest der Eintracht gold'nes Band- — Verlassen stand der Feindschaft Oberhaupt! — „Verlassen 1" sage ich, ein jedes von den Seinen; Sie mochten Thränen der Verzweiflung meinen; Der „Frieden" kam, sie hattm's nicht geglaubt- Der „Eintracht" Segen stellte bald sich ein: Es glänzten neu des Wohlstands Helle.Strahlen; Ein Jedes wollt' des Andern Schuld bezahlen. Ein Jedes wollt' der Freundschaft würd'ger sein. Jetzt endlich kam den Nachbarn der Verstand: Sie achteten der Kinder edles Streben. — „Wer Feindschaft hegt, der ist nicht werth — zu leben So sprachen sie — und reichten sich die Hand- — Wer Waffen schmiedet, Andern zum Verderben, Setzt ungeahnt das „Gegentheil" zum Erben. — Vetter und Base. Eine Familiengeschichte. (Fortsetzung.) „An Alfred Dönning?" rief Henriette überrascht; „ist er ein Freund vom jungen Dönning, so ist er jedenfalls nicht weit her, — vielleicht ein Abenteurer, ein Spieler, in irgend einem Bade aufgelesen! Dönning ist ein Windbeutel, und seine Freunde sind selten etwas besser!" — „Nicht, doch Henriette! Alfred Dönning hat ja in den besten Häusern Zutritt, seit sein Onkel starb und ihm sein ganzes Vermögen hinterließ," er- wicderte Ida überrascht. „Nun ja, man ist ihm aus Rücksicht für sein Vermögen anfangs entgegen- gekommen, liebes Kind; allein wenn er es so forttreibt, so soll er bald mit seinem Erbe fertig sein und wird dann wieder ausgeschlossen werden. Papa sagt, er sei ein unverbesserlicher Spieler. Und Dein interessanter Fremder war in seiner Gesellschaft?" — „Allerdings, Jettchen, er ging mit Alfred Dönning, aber nur so wie jemand, der sich von einem Andern die Stadt oder Gegend zeigen läßt, in welcher er fremd ist," entgegnete Ida bewegt und mit einem gewissen warmen Eifer, um ihren 'Unbekannten' zu entlasten. „Ich bin ganz überzeugt, daß der interessante Fremde nicht zu Alfred Dönning's näheren Freunden gehört. Er sieht so bleich aus und so ernst, — es ist als ob er einen geheimen Kummer in sich trüge — und dabei hat er etwas so edles, vornehmes, distinguirteS an sich. Ich bin überzeugt, daß er ein Ausländer von Stande sein muß. — Und als ich schnell in den Salon zurücktrat, weil ich über mein eigenes Erröthen und seinen Gruß so verwirrt war, und nur durch die Vorhänge nach ihm hinunter zu sehen wagte, da sah ich beide weiter gehen, und wähnte zu hören, wie Alfred Dönning zu ihm sagte: 'Es ist heute Abend großer Ball in jenem Hause, Herr v. Damiani, und da ich selbst eine Einladung dazu erhalten habe, werde ich mir das Vergnügen machen, Sie daselbst einzuführen!' — Du magst nun selbst sehen, ob ich es nicht als eine Schickung betrachten darf, daß ich ihm heute Abend begegnen soll! Mir ahnt wenigstens in meinem Herzen, daß es keine gewöhnliche Begegnung sein wird!" setzte Iva mit einem Seufzer und mit einem leichten Erröthen und gesenktem Blicke hinzu. Henriette lachte laut und äußerte spöttisch: „Fürwahr, ich muß sagen, für ein Mädchen, das in einigen Stunden dem Wendepunkt seines Lebens entgegensieht, bist Du merkwürdig gefaßt und kaltblütig! Warum aber, wenn Du doch heute Abend einen gewissen bleibenden Eindruck auf diesen Herrn v. Damiani zu machen wünschest, Lenkst Du noch nicht an Deine Toilette? Ist es da nicht doppelt angezeigt, Dich auf's beste hcrauSzuputzen? Er kann doch glauben, daß Du ihn erwartest, nachdem Du die vielleicht absichtlich laute Aeußerung von Alfred Dönning vernommen Der Eintritt der Mutter, der Commerzienräthin Balder, machte der Unterredung der beiden Mädchen ein Ende. „Kommt, Kinder, sputet euch!" rief sie; „der Friseur ist da, den ich eigens für euch aus der Residenz habe kommen lassen, daß er euch cotffire. Du, Jettchen, trägst heute Abend breite griechische Scheitel, die Zöpfe über der Stirne um den Kopf geschlungen und das goldene Stirnband mit den Brillanten! Dich, liebes Jdchen, werden die langen englischen Locken am besten kleiden, denn sie passen ganz zu Deinem Style von nachdenklicher ruhiger Schönheit. Ihr sollt mir heute Abend Effekt machen, Kinder!" setzte sie zuversichtlich hinzu und betrachtete mit mütterlichem Stolze ihre beiden ältesten Töchter; „ich wünsche, daß ihr alle anderen jungen Damen der Stadt überstrahlet! Ihr sollt gleichsam die Mittelpunkte sein, zu denen Roberts Blicke immer zurückkehren müssen, wenn er sich unter den anderen umgesehen hat. Aber nun kommt, Kinder! Laßt Herrn Seuvin nicht zu lange warten." Und während Henriette und ihre jüngere Schwester die Häupter unter die kunstreiche Hand des Friseurs beugten, durchwandelte die Commerzienräthin noch einmal ihr Haus und musterte die getroffenen Anordnungen zu dem Feste. Hier wo es galt, dem Gesinde und den Handwerkern zu imponiren, legten sich ihre Züge wieder in eherne strenge Falten, unv sie war ganz die stolze, herrschgewohnte, reiche Frau, die von ihrer eigenen Bedeutung und ihrem Werthe mehr als erfüllt ist, — ganz dieselbe Emporkömmlingin, für die sie in vcr ganzen Stadt galt. Auch heute war sie wieder mit gar nichts zu befriedigen. Nirgends war ihr genug Glanz und Pracht, überall hatte sie noch zu tadeln, zu verbessern, und der alte Gärtner, welcher gerade mit Kränzen beladen die Hintertreppe heraufkam, warf seine Gewinde von Fichtenreisern nur in einen Heizwinkel und schlich sich wieder hinab, als er ihre tiefe Stimme drinnen in den Sälen frei- sch en und tadeln hörte. „Wir wollen warten, bis sie aus dem Wege ist!" flüüerte er drunten Paulincn zu, welche in der Wirthschaftsstube die papiernen Rosen auf die Guirlanden und Kränze nähte. „Der Drache ist los und da thun wir am besten, ihm auszuweichen I" Verhandlungen des landwirthschaft- lichen Bezirksvereins. In der am 5. Oktober 1867 zu Lich stattgefundenen Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Gießen, welche unter Leitung des ersten Direktors Provinzial-Director Dr. Goldmann, in Anwesenheit der Herren Kreisassessor Kekulch Secretär Groß zu Arnsburg und gegen 70—80 Mitgliedern des landw. Vereins und Freunden der Landwirthschast, abgehalten wurde, kamen folgende Gegenstände zur Verhandlung. I. Bewirkung größerer Theilnahme am landw. Vereine von Seiten der Landwirthe. Der Dircctor forderte die Versammlung auf, es sich eifrigst angelegen sein zu lassen, möglichst viele Landwirthe dem Vereine als Mitglieder zuzuführcu, indem das immer segensreichere Wirken desselben von größerer Zahl der Mitglieder abhänge. II. Verwendung der im vorigen Jahre vorgesehenen Mittel zur Anschaffung künstlicher Dünger, zum Zwecke damit anzustellender Versuche. Es wurden im vorigen Jahre hierzu im Ganzen vorgesehen 190 fl., jedoch nur 18 fl. verwendet und sollen die, von den Herren Bürgermeister Balser zu Albach, Bürgermeister Hämmerle zu Daubringen und einigen Landwirthen zu Heuchelheim mit künstlichem Guano gemachten Versuche recht günstige Resultate geliefert haben. Als Grund so geringer Betheiligung wurde angesehen, daß die Wichtigkeit der Anwendung künstlichen Düngers von den kleineren Landwirthen noch nicht genügend erkannt und daß der Dünger nicht gratis abgegeben worden sei, sondern zur Hälfte des Preises hätte bezahlt werden müssen, wobei der Wunsch laut wurde, daß man auch diesmal eine Summe zu diesem Zwecke vorsehen, den Dünger jedoch gratis abgeben möge, um demselben in dem Bezirke Eingang zu verschaffen. III. Verwendung der im vorigen Jahre zur Anschaffung und Versteigerung kleiner bewährter landw. Geräthschaften vorgesehenen Summe von 70 fl. Diese Summe ist zu fraglichem Zwecke verwendet worven und wurden die angeschafften Gegenstände gelegentlich der in Lich stattgehabten landw. Preis- vertheilung verlooft. IV. Rechnungsablage. Nach der Rechnungsablage in 1865 verblieben zur Verwendung pro 1866 — 260 fl. Hierzu die pro 1866 weiter zu verwendenden Mittel, so daß in 1868 gcgvn 400 fl. zur Verwendung kommen können. V. Anschaffung künstlicher Dünger pro 1868. Nach einer längeren Berathung, an welcher sich außer dem Director, die Herren Secretär Groß, PH. Möhl von Gießen, Schullehrer Schlapp von Rödgen, Bürgermeister Sommer von Ettingshausen und der als Gast anwesende Herr Occonom Hoffmann von Hof-Gill betheiligtcn, Wurde beschlossen, auch für dießmal eine bestimmte Summe zu frag- lichem Zwecke vorzusehen, nämlich 150 fl., den Dünger jedoch gratis an solche Landwirthe abzugeben, welche über die Resultate ihrer Versuche dem Directvr des Bezirksvereins Mittheilung machen wollen. Dabei wurde festgesetzt: 1) daß an einen einzelnen Landwirth nicht mehr als ein Gentner abgegeben werden soll, 2) daß bei Anmeldungen aus verschiedenen Orten die Vertheilung in der Weise vorzunehmen ist, daß möglichst viele Orte berücksichtigt werden, 3) daß im Uebrigen die ersten Anmeldungen den Vorzug erhalten, daß aber nur solche Landwirthe Berücksichtigung finden sollen, von wel- chen nach Bescheinigung der Bürgermeisterei die sachgemäße Anstellung von Versuchen zu erwarten ist. VI. Anschaffung landw- Geräthschaften pro 1868. Auch hierfür wurden 30 fl. vorgesehen und bestimmt, daß durch eine, von dem Director zu bestimmende Commission, geeignete Geräthschaften ausgewählt und gelegentlich landw. Versammlungen verlost werden sollten. Bei der vorangegangenen Berathung wurde namentlich auf die in der landw. Zeitschrift schon mehrmals empfohlenen billigen Psuhl- pumpen, welche im Kreis Biedenkopf in neuerer Zeit in Gebrauch gekommen sind, aufmerksam gemacht. VII. Unterstützung der Lehrer des Kreises Gießen, welche sich an dem in diesem Herbste zu Darmstadt stattgefundenen landw. Lehr-Cursus betheiligt haben. In Rücksicht darauf, daß die beiden Lehrer Gompf zu Staufenberg und Wagner zu Großen-Buseck, welche sich daran betheiligt haben, mit der ihnen vom Provinzial-Verein gewordenen Unterstützung von 60 fl. den gehabten Aufwand nicht hätten bestreiten können, wurde beschlossen, jedem derselben aus un- seren Bezirks-Vereinsmitteln eine weitere Unterstützung von 20 fl. zu gewähren. VIII. Die Anstellung eines landw. Wanderlehrers für die Provinz Oberhessen. Nachdem darauf aufmerksam gemacht worden war, daß für die Provinz Starkenburg ein besonderer Wanderlehrer angestellt sei; auch in Rheinhessen, sowie in einem Theile unserer Provinz (im Kreise Friedberg), Wandervorträge gehalten worden seien, welche die regste Theilnahme gefunden und darum auch die Anstellung eines Wanderlehrers für Ober- Hessen in Aussicht stehe, und nachdem insbesondere von Herrn Secretär Gros über den Stand der Verhandlungen des Provinzialvereins wegen Anstellung eines Wanderlehrers ausführlich referirt hatte, wurden 60 fl. vorgesehen, um nach erfolgter Anstellung die Thätigkeit des Wanderlehrers im Kreis Gießen für einen Monat in Anspruch nehmen zu können. IX. Besichtigung der Fasselochsen durch eine vom Bezirks-Verein gewählte Commission. Die Noth- wendigkeit einer strengen Controle des Fasselwesens durch den Bezirksverein wurde allseitig anerkannt, und in der ausführlichen Berathung, au welcher sich unter Andern die Herrn Secretär Gros, PH. Möhl, Bürgermeister Vogt von Gießen, Bürgermeister Jn- derthal von Rödgen und der Direktor beteiligten, hauptsächlich hervorgehoben, daß diese Controle nur dann wirksam sei, wenn die Ochsen nicht in den einzelnen Orten und Ställen besichtigt, sondern an einzelnen Besichtigungsstationen zusammenoeführt würden. Bezüglich der Ausführbarkeit dic'er Art der Besichtigung wurde auf die in andern Kreisen genialen Erfahrungen, und weiter darauf dingewiesen, daß zu Preisvertheilungen viele Ochsen, selbst auf weite Entfernungen, zusammengebracht würden, und daß schon hieraus die Ausführbarkeit erhelle. Die Besichtigung in dieser Weise wurde auch beschlossen, und es wurden zu Besichtigungsstationen die Orte Lich, Großen-Linden, Großen-Buseck und Mainzlar bestimmt. Weiter wurde beschlossen: 1) für 1868 durch die intj Jahr 1867 in Thätigkeit gewesenen Commissionen, welche zu einer Commission zusammentreten, die Besichtigung vornehmen zu lassen und als Vergütung für die denselben erwachsenden Trans- Portkosten 25 fl. vorzusehen; 2) zu Prämien 75 fl. vorzusehen, welche an die Halter ausgezeichneter Fasselochsen in Beträgen von ca. 5 fl. gegeben werden sollen. Die genauere Festsetzung und Vertheilung bleibt der Commission überlassen. Der bei dieser Gelegenheit von Hrn. Phil. Möhl gemachte Vorschlag zur Erleichterung des Ankaufs guter Fasselochsen einzelne Gießener Märkte bestimmt als Fasselmärkte zu bezeichnen, wurde auf Bemerkungen des Herrn Secretär Gros und des Directors mit Rücksicht darauf, daß der Gegenstand nicht genügend vorbereitet war, vorerst fallen gelassen. X. Die Wahl von Ausschußmitgliedern für den Provinzial-Verein. Es wurden als Ausschuß - Mitglieder für den Provinzial-Verein vorgeschlagen: die Herren Bürgermeister Geißler zu Lollar, Oberförster Theobald zu Lich, Bürgermeister Wagenbach zu Alten-Buseck und Bürgermeister Menges zu Großen-Linden. Zum Schlüße wurde noch Gießen als Versammlungsort für die nächste Generalversammlung bestimmt. Ein von Herrn Bürgermeister Helm zu Lich gestellter Antrag auf Abänderung des Gesetzes über Zusammenlegung der Grundstücke kam mit Rücksicht daraus, daß der Provinzial-Verein diese Angelegenheit schon in die Hand genommen und eine Commission zur Erörterung dieser wichtigen Frage ernannt hat, nicht weiter zur Berathung; doch sprach sich die Ansicht, daß das Gesetz in seiner jetzigen Fassung, die zur Ausführung desselben erlassene Instruction und einige demselben von dem Staatsrath gegebene Interpretationen die Ausführung von Zu» sammenlegungen sehr erschweren und daß deshalb eine Aenderung in hohem Grade erwünscht sei, ganz allgemein aus. „Ah, pfui doch, Thomas! so über die Tante zu sprechen!" sagte Pauline mißfällig. „Sie thun mir wirklich weh mit solchen Ausdrücken. Wir essen ja beide das Brod dieser grau, und wir sind auch nicht ohne Fehler." 3. Die Commerzienräthin war eben mit ihrem Rundgang fertig und hatte noch die Verzierungen der Hausflur im Erdgeschosse und der großen Treppe gemustert, als durch den dämmernden nebeligen Abend, eine hohe, etwas vornüber gebeugte Männergestalt in's Haus trat. „Ah, Du bist es, Balder?" rief sie ihm zu, den sie jetzt, wo er auf die gaserleuchtete Rotunde am Fuße der Treppe heraustrat, für ihren Gatten erkannte, den großen Fabrikherrn. „Was bringst Du, Gottfried? ist Robert angekommen ?" „Noch nicht — er wird vermuthlich erst mit dem Abendzug eintreffen. — Eine Lampe auf mein Zimmer, Stephan!" wandte er sich an den Diener. „Sogleich, Herr Commerzienrath!" „Wie, Balder, Du willst nicht heraufkommen und Dich umkleiden?" fragte Frau Balder, einigermaßen überrascht von dem ernsten, ja beinahe traurigen Ausdruck seines Gesichts und dem tiefen bewegten Ton feiner Stimme, und folgte ihm den Gang neben der Treppe entlang bis in fein Privatzimmer, das nach dem Garten hinausging. „Ist dieß die festliche Miene, mit welcher Du Deinen Neffen empfangen willst?" fragte sie mit einem kalten verwurfsvollen Blick, als der Diener die Lampe auf den Confoletifch gestellt und sich wieder entfernt hatte. „Mir ist nicht festlich zu Muthe, Albertine," entgegnete der Commerzien- rath, nachdem er ein Päckchen Briefe aus der Tasche seines UeberrockS genommen und diesen abgelegt hatte, und stellte sich mit dem Rücken an den wärmespendenden Porzcllanofen. Und wie er so dastund, gesenkten Hauptes, die Blicke starr auf den Lichtkreis gerichtet, welchen die Lampe auf die bunten Blumen und Arabesken des Fußteppichs warf, ein bleicher, hagerer Mann, früh gealtert und mit sorgengefurchtem Gesicht und spärlichem grauem Haar, da erschien er minder heimisch in diesem eleganten Zimmer, als in seinem Comptoir Drunten auf der Fabrik, wo er dreißig Jahre lang rastlos und mit Aufgebot aller Kräfte gearbeitet hatte, um der bedeutendste Fabrikherr der Provinz zu werden; — ja, ba schien es sogar, als ob alle Größe und aller Gewinn, alles Ansehen und alle äußere Bedeutung doch diesem Manne den inneren Frieden und die Ruhe nicht hätten geben können, welche einem Manne seines Alters, so den Sechzigen nahe, nach solch angestrengter Arbeit von Rechts wegen zukäme. Das hartnäckige Schweige« ihres Gatten und sein stierer Blick, seine besorgte Miene übten einen liefern Eindruck auf feine Frau, als die beredtesten Vorstellungen gethan haben würden, die er ihr über eine Geldverschwendung hätte machen können, worüber ihr Gewissen in ruhigeren Momenten nicht ganz ruhig war. „Was hast Du, Gottfried?" fragte sie; „warum gerate heute so düster, wo ich Dich fröhlich gewünscht hätte, um Robert, Deinem Neffen, einen herzlichen Empfang zu bereiten ? „Laß mich fein, wie ich bin, Albertine! Die Zeit ist nicht dazu angethan, zu lachen und zu scherzen, wenn jeder Tag neue Verlegenheiten und Verdrieß- lichkeiten schafft, wenn jede neue Zeitung aus Amerika Nachrichten bringt, welche den Einsichtsvollen ahnen lassen, daß die Krisis, die sich auf dem Geld- und Weltmärkte vorbereitet,, zu riesigen Verhältnissen anwachsen muß! — Ihr thö- richten, leichtsinnigen, einsichtslosen Weiber könnt allerdings noch tanzen und lächeln, selbst wenn ihr wißt, daß euch nur ein schwankes dünnes Brett vom Abgrunde trennt!" „Bah, das sind wieder die alten krankhaften Visionen, Gottfried!" sagte die Commerzienräthin kalt. „Dein Unterleib ist wieder in Unordnung, Balder! Du mußst wieder Rakoczi trinken. Aber zwinge Dich wenigstens, heute etwas heiterer zu fein! Was muß denn Robert, was müssen unsere Gäste denken, wenn sie Dich mit solchem Jammergestchte sehen?" „Robert ist Kaufmann genug, um zu begreifen, daß ich dermalen nicht aus Rosen gebettet bin, Albertine," versetzte ihr Gatte düster; „er wird ahnen, was mich ernst und sorgenvoll macht. Der Junge müßte kein Balder sein, wenn er nicht ein tüchtiger Geschäftsmann wäre, und er ist sicher nicht aus der Art geschlagen. Und was Deine Gäste anlangt, Albertine, so sind sie mir alle zusammen zu gleichgültig, dieses Pack von Schmarotzer« und aufgeblasenen Weibern und verzogenen Töchter«, als daß ich mir ihretwegen auch nur eine halbe Stunde lang Zwang anthun und aus meinem Genmth eine Komödie machen sollte, wenn sich mir die bängsten Befürchtungen mit unausweichbarer verhängnißvoller Hartnäckigkeit durch die Seele wälzen und mich fast erdrücken!" „Ich werde zum Arzte schicken, Gottsried, Du bist krank! . . ." (Forts, folgt.) (Hierzu eine Beilage.) Anlage zu Ar. 5 des Hießener Anzeigers. P o l Gießen, 8. Jan. Die „Times" berechnet aus den Reden Rouher's, daß Napoleon Frieden halten werde, weil er nicht genug Soldaten für den Krieg habe. Die Frage: ob Krieg oder Frieden? sei da- durch, daß Frankreich nicht Truppen genug hat, allein einen Kampf durchzufechten, eine diplomatische geworden und das beste Mittel, dem Welttheile die Leiden eines Krieges zu ersparen, liege in der Einigung Deutschlands und einem engen Bündnisse zwischen Preußen und Oesterreich. „Die leichten Erfolge," sagt das „Cityblatt", „welche Frankreich über Italien errungen hat, müssen auch als Sieg für Deutschland erkannt werden. Die üble Behandlung, welche Frankreich der Nation, welche ihm ihre Wiedererste, hung verdankt, widerfahren ließ, muß jener, die ihm zum Trotze wiederauferstanden, als Warnung dienen. Das undcfinirbare Gefühl des „Hodie mihi, cras tibi“ muß die Bande der deutschen Einheit fester schlingen. Bedroht durch die französische Armeeorganisation müssen die kleineren deutschen Höfe alle Eifersüchtelei fahren lassen. Die Diplomatie kennt sie nicht mehr, oder schmeichelt ihnen, um sie zu ihrem Untergange zu verlocken." — Oesterreich habe Großes zu leisten, müsse aber seine Stellung auf dem Boden des Prager Friedens nehmen, sein Centrum ostwärts verlegen, allen Ansprüchen auf Deutschland entsagen und sich wahrhaft mit Preußen versöhnen. „Oesterreich ist König der Donan und nur jene Verblendung, welche es verleitete, seine Kraft in Italien und Deutschland aufzuzehren, haben es um das Uebergewicht über die südslavischen Stämme gebracht. Preußen und Oesterreich sind beide Noth- wendigkeiten für die Welt, sie ergänzen einander. Von der Ostsee bis zu den Alpen und an die Donau ist die große teutonische Familie dazu auSersehcn, das Bollwerk Europa'- zu sein. So lange die beiden deutschen Großmächte gegen einander stehen, kann Niemand Rußlands Vordringen gegen den Balkan und Bosporus hemmen. Wenn Napoleon die Gegnerschaft zwischen Wien und Berlin nährt, • hofft er vergeblich die orientalische Frage glücklich zu lösen. Hat Preußen nichts mehr von Oesterreich oder Frankreich zu fürchten, so wird es auch nicht mehr an der Seite Rußlands stehen. Ein Bündniß zwischen Oesterreich und Frankreich ist eben so unnatürlich als jenes zwischen Preußen und Rußland. Die Tendenz in Europa geht auf natürliche Bündnisse aus. Was man einst StaatSraison nannte, ist durch das NationalitätSprincip überwunden, und weil man diesem Principe nicht genügend Rechnung trägt, herrscht Verwirrung im Rathe der Diplomaten und ist eine Politik an der Tagesordnung, die nicht der Friede ist und nicht Krieg zu sein wagt.-" Darmstadt, 7. Jan. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 1 enthält: I. Edict, die Mitglieder des Staatsrathes für 1868 betr., dahin lautend: Ludwig III. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. ic. Nachdem wir beschlossen haben, daß zu Unserem Staatsrathe außer den in dem Edicte vom 28. Mai 1821 in Artikel X unter Nr. 1 bis 4, in den Bekanntmachungen im Regierungsblatt vom 11. Juli 1823 unter Nr. 4 der Dienstnachrichten, im Regierungsblatt vom 17. März 1862 unter Nr. 2 der Dienstnachrichten und in dem Edict vom 5. Januar 1866 — Nummer 1 des Regierungsblattes — als bleibend bezeichneten Mitgliedern berufen fein sollen, und zwar: 1) der Präsident des Oberapellations- und Cassationsgerichts, wirkliche Geheimerath Dr. v. Hesse, 2) der Präsident des Ober - ConsistoriumS Frhr. v. Starck, 3) der Präsident der Ober-Medicinal-Direction Dr. Gvlvmann, 4) der Präsident des Hofgerichts der Provinz Starkenburg Dr. Krug, 5) der Director des Oberappellations- und Caffationsgcrichts Geheimerath Benner, 6) der Geheimerath Dr. Creve, 7) der Geheimerath Schenck, 8) der Geheimerath Kritzler, 9) der Ministerialrath Schleierma° cher, 10) der Ministerialrath Frhr. v. Rodenstein, so ist sich hiernach gebührend zu achten. II. Edict, die Fortsetzung der Verhandlungen des XIX. Landtages betreffend, dahin lautend: Ludwig III. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. rc. Nachdem wir beschlossen haben, daß die durch Unsere Verfügung vom 19. August d. I. vertagten Verhandlungen des neunzehnten Landtags mit dem 15. Januar 1868 wieder beginnen sollen, so verkünden wir solches hierdurch öffentlich und gesinnen an Unsere getreuen Stände, daß Sie sich an dem festgesetzten Tage zur Ausübung Ihrer itische Rundschau verfassungsmäßigen Rechte in Unserer Residenz wieder vereinigen mögen. III. Edict, d. d. 2. d., die Ergänzung der Feldtruppen int Jahre 1868 betreffend, folgenden Inhalts: Zur Ergänzung der Feldtruppen im Jahre 1868 sind 2835 Mann erforderlich, welche aus den Aufrufsfähigen des Jahres 1867 (einschließlich der Relativtauglichen) ausgehoben werden sollen. IV. Bekanntmachung der Großherzoglichcn Ministerien des Innern und des Krieges, die Verthei- lung des Recrutenbedürfnisses für das Jahr 1868 auf die Provinzen betr. Zum Vollzüge des Allerhöchsten Edicts vom 2. d. M. und in Gemäßheit der Art. 36 des Recru- tirungsgesetzes wird Nachstehendes zur öffentlilichen Kenntniß gebracht: 1) Rach den von den Recruti- rungsräthen eingesendeten Tabellen über das Ergeb- niß der Musterung von 1867 sind an tauglichen Militärpflichtigen, einschließlich der in das Depot versetzten, vorhanden: in der Provinz Starkenburg 1814 Mann, Oberhessen 1492 Mann, Rheinhessen 1432, zusammen 4738 Mann. 2) Im Verhältnis; dtr Gesammtzahl aller tauglichen Dienstpflichtigen, wornach dem Art. 36 des Recrutirungsgesetzes zufolge der evictmäßige Bedarf von 2835 Recrnten auf die drei Provinzen zu vertheilen ist, hat demnach zu stellen: die Provinz Starkenburg 1085 Recrnten, Oberhessen 893, Rheinhessen 857, zusammen 2835 Recruten. 3) Die Provinzial - Direktionen werden nunmehr nach Art. 37, 39 und 40 des Recrutirungsgesetzes, nach §. 100 bis einschließlich 107 oer Verordnung vom 30. April 1831 und nach der Bekanntmachung vom 1. November 1855 (Regierungsblatt Nr. 37) die also bestimmten Contingente auf die verschiedenen Bezirke vertheilen und das Weitere besorgen. V. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Ordens. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben am 2. December 1867 dem Director der Kaiserlauterer Ultramarinfabrlk Dr. Herrmann Wilkens zu Kaiserslautern die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Könige von Baiern verliehenen Ritterkreuzes II. Classe des Verdienst-Ordens vom heiligen Michael allcrgnädigst zu ertheiien geruht. VI. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allcrgnädigst geruht: am 3. December 1867 dem Schulamts-Aspiranten Michel aus Hambach Vie katholische Schulstelle zu Löhrbach zu übertragen; —. an demselben Tage den von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Werthheim- Rvsenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg auf die zweite evangelische Schulstelle zu Kirch- Brombach präsentirten Schulamts-Aspiranten Schafnit aus Höchst für diese Stelle zu bestätigen; — am 6. Dec. den Kreiswundarzt der Kreismedicinalämter Mainz 1. und II. Dr. Helwig zum Kreisarzt des Kreismedicinalamtes Mainz 1. zu ernennen; — an demselben Tage dem Schulamts-Aspiranten Ki r n aus Maenz die katholische Schulstelle zu Ossenheim zu übertragen — und den von dem Hrn. Grasen zn Erbach-Erbach auf die evangelische Schulstelle zu Kirch-Beerfurth präsentirten Schulamts - Aspiranten Kaiser aus Zeilhardt für diese Stelle zu bestätigen; ■— am 10. Dec. den Revisionscontroleur bei dem Hauptzollamt Mainz Eberhard zum Revisions- inspector bei diesem Hauptzollamt, — den Hauptzoll- amtS-Assistenten erster Klasse bei diesem Hauptzollamt S eippel zum Revisionscontroleur bei demselben, — den Hauptzollamts-Assistenten zweiter Klasse bei diesem Hauptzollamt Herrmann zum Hauptzollamts- Assistenten erster Klasse bei demselben, — den Haupt- zollamtS-Assisten.'en erster Klasse bei dem Hauptzollamt Offenbach von Buri zum Rendanien bei dem neu zu errichtenden Nebenzollamt erster Klasse Bensheim und der damit verbundenen Ortseinnehmerei erster Klasse, — den Hauptzollamts-Assistenten zweiter Klaffe bei dem Hauptzollamt Darmstadt, Rippert, zum Hauptzollamts-Assistenten erster Klasse bei dem Hauptzollamt Offenbach und der damit verbundenen Ortseinnehmerei erster Klasse, — den Steueraufseher Grimm zu Wörrstadt zum Hauptzollamts- Assistenten zweiter Klasse bei dem Hauptzollamt Mainz — und den Quartiermeister im 3. Inf. - Regiment Balzer aus Echzell zum Hauptzollamts-Assistenten zweiter Klasse bei dem Hauptzollamt Darmstadt und der damit verbundenen Ortseinnehmerei erster Klasse zu ernennen; — am 13. Dec. den Districtseinneh- mer der Districtseinnehmcrei Herbstein, Greiffcn- stein in gleicher Diensteigenschaft in die Districts- einnehmerei Fürth zu versetzen; an demselben Tage den Finanz-Aspiranten Rieß aus Thal-Itter zum Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Herbstein und den Finanz-Aceessisten Bähr aus Mörstadt zum Districtseinnehmer ter Districtseinnehmerei Wörrstadt II. zu ernennen; — am 17. Dec. den Stadtgerichts-Assessor Langsdorf in Gießen zum Landrichter des Landgerichts Wald - Michelbach, — am 21. Dec. den Hotgerichts-Assessor bei dem Hofgcrichte der Provinz Starkenburg Knorr zum Hofgcrichts- rath bei diesem Gerichtshöfe — und an demselben Tage den Einnehmer auf der Station Lollar der Main - Weser-Eisenbahn Rettig zum Expedienten auf der Station Gießen dieser Eisenbahn zu ernennen. VII. Militärdienstnachrichten. VIII. Charakterertheilungen. Seine Königliche Hoheit ter Großherzog haben geruht: am 23. November 1867 dem Kreisarzt bei dem Kreis- medicinalamte Pfeddersheim Dr. RaYß den Charakter als Medicinalrath, — am 10. Dec. dem Weißbindermeister Voigt zu Darmstadt den Charakter als Hofweißbinder, — an demselben Tage den Weinhändlern Nathan und Maas — Firma Nathan und Maas — den Charakter als Hoflieferanten, — am 13. Dec. dem Dr. jur. Levita aus Mainz, dermalen Anwalt in Paris, den Charakter als Geheimer Juftizrath — und an demselben Tage dem praktischen Arzt Dr. Walter zu Offenbach den Charakter als Hofrath — zu verleihen. IX. Versetzungen in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 30. Novemb. 1867 den cvang. Schullehrer Freimann zu Stammheim — und am 21. Dec. den Ortseinnchmer 2. Classe Budde in Heppenheim auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen. X. Concurrenz für: die evangelische Schulstelle zu Dirlammen mit einem Gehalte von 300 fl. 45 fr., nebst 4V4 Stecken Holz zur Heizung des Schullocals. Berlin, 8. Jan. Das Abgeordnetenhaus hat den Antrag Lasker's über den Paragraphen 84, die Redefreiheit betreffend, bei namentlicher Abstimmung mit 174 gegen 144 Stimmen angenommen. Berlin, 8. Jan. Die „Provinzial-Correspondenz" berichtet das Ergebniß der von der Regierung angestellten Nachforschungen in Ostpreußen constatire, daß daselbst Nothstand und daraus entstandene Krankheiten herrschen, aber kein Hungertyphus. Berlin, 8. Jan. Die „Provinzial-Correspondenz" bestätigt die vemnächstige Vorlegung von Ge- setzentwürfen, betreffend die fernere Geltung der Wahlverordnung von 1849, sowie Vie Feststellung der Wahlbezirke der ganzen Monarchie zum Zwecke der Vereinfachung der Wahlbezirke; jeder Wahlkreis soll einen Abgeordneten wählen. Aus Thüringen, 1. Jan. Allen in dem Ge- biete der thüringischen Staaten lebenden Officieren a. D-, gleichviel welcher Armee solche früher angehörten, wurde kürzlich von dem betreffenden preußischen Landwehrbezirkscommandanten ein genaues Formular vorgelegt, in welchem sie alle ihre früheren Verhältnisse eintragen und zugleich auch die Erklärung abgeben mußten: ob sie im Fall eines zukünftigen Krieges Dienste in der norddeutschen Bundesarmee ne buten wollten, und für welchen Posten sie sich tauglich hielten? Verschiedene österreichische Officierc, welche jetzt in ihrer Heimath Thüringen leben, haben erklärt: sie würden in jedem zukünftigen Kriege, wenn die Noth es geböte, gern in das norddeutsche Bundesheer eintreten, jedoch mit dem Vorbehalt, daß sie unter keinen Umständen gegen die österreichische Armee oder deren Verbündete zu fechten brauchten. München Die „D. A. Z." meldet uns, daß gegenwärtig eine Predigt des Bischofs von Passau nicht geringe Sensation macht. Er ver- urtheilte in dieser Rede das Treiben der Ultramontanen mit scharfen Worten, indem er sich speciell gegen die Redaction der in Passau crschet- nenden ultamontanen „Donau-Zeitung" wendet. Das Blatt, sagt er, kämpfe mit den Waffen der Luge und Verleumdung für Partcizwccke; es stelle Grundsätze auf und vertdeidige dieselben, die nicht blos den bestehenden Gesetzen, sondern auch den Lehren der christlichen Religion widersprächen; cs führe seine Polemik in der niedrigsten und unwürdigsten Weise. Dabei maße sich das Blatt den Namen eines „katholischen,, an, während es durch die von ihm ange- Vermischtes. ist per neue Preistarif von der festgestellt netto 42 fr. 9 netto die Zücht' Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen- fl- ft fl- fl- Sack Sack Sack Sack Sack Sack 4 2 1 56 27 19 40 weil „sie aber ans neu 1 mit 1 mit 1 1 1 worden: Kochsalz zu 200 Pfd. Kochsalz zu 100 Pfd. Bern, 3. Jan. Heute hat der Bundesrath seine erste Sitzung im neuen Jahre abgehalten, in welcher er die Wiederherstellung des diplomatischen Verkehrs mit der Schwester-Republik Mexiko beschloß, zu welchem Zwecke er ein neues Kreditiv für den dortigen schweizerischen General-Consul Stutier berieth, der dieses Amt auch während der Regierung des Kaisers Maximilian bekleidete. Um Herrn Stutier seine Stellung bei der republikanischen Regierung zu er- leichtern, ward derselbe ermächtigt, bei der Abgabe feiner neuen Creditive im Namen des Bundesrathes die Erklärung abzugeben, daß die Schweiz, getreu ihrem republikanischen Grundsätze der Selbstbestimmung der Völker jedem Lande die freie Wahl seiner Verfassung und Regierungsform überlasse und sie sich von allen Legitimationsstreitigkeiten fern halte, daher sie auch niemals anstehe, sich mit den jeweilig bestehenden Landesbehörden in Verbindung zu setzen, wobei jedoch ihre Sympathien selbstverständlich sich auf Seiten der republikanischen Staatsformen befänden. Neapel, 4. Jan, Gestern nahm der Ausbruch des Vesuvs beunruhigende Dimensionen an. Bestan- dige Stöße und Detonationen fanden statt. Großer Schrecken herrscht in den Dörfern am Fuße des worden ist. Gießen. Der in voriger Woche zwischen Rau- heim und Butzbach verunglückte Locomotivsührer Rausch ist in der hiesigen Klinik gestorben. Hamburg, 7. Jan. Dem „Hamb. Corr." zufolge wird bei der Aufnahme Mecklenburgs in den Zollverein eine Nachverzollung der jetzt massenhaft dort aufgespeicherten Vorräthe stattsinden. wandten Mittel den katholischen Glauben entehre und beschimpfe. Der Bischof erklärte nicht nur, daß er i selbst mit der „Donau-Zeitung" in gar keiner Ver- < bindung stehe, sondern bittet auch seine Zuhörer, wei- i ter zu verkünden, daß er das der Religion und den Gesetzen widerstreitende Getriebe der „Donau - Zei- tung" und der dahinter stehenden Vereine verwerfe, verurtheile und verdamme. München, 8. Jan. Die Ratifications-Urkunden über die Beschlüsse der hier stattgehabten süddeutschen Militäreonferenz wurden heute im Ministerium res Aenßeren zwischen dem Fürsten Hohenlohe und dem württembergtschen Gesandten ausgetauscht. Stuttgart, 7. Jan. Die Abgeordnetenkammer hat die Civilproceßordnung en bloc mit 79 gegen 2 Stimmen angenommen und die Aushebung der körperlichen Züchtigung mit 77 gegen 3 Stimmen de- beschlossen. „ , Karlsruhe, 3. Jan. Die heutige „Karlsr. Zeitung" veröffentlicht eine von vielen Mitgliedern der beiden badischen Kammern unterzeichnete Erklä- rnng betreffs des Zoll-Parlaments, der wir das Fol- gende entnehmen: Das Zollparlament bedeutet die wirthschaftliche Einigung der deutschen Nation im Verhältniß zum Ausland. , In dem früheren Zollverein, wie er am 16. Mar 1865 wieder erneuert wurde, gab es keine einheitlichen Organe der Leitung. Damals traten nur gelegentlich Abgesandte der verbündeten Regierungen zu Conferenzen zusammen und suchten sich vertragsmäßig über gemeinsame Maßregeln zu vereinen. Jeder einzelne Staat konnte durch seinen Widerspruch alle Gesammtbeschlüsse verhindern. Wenn es aber glückte, zu einer gemeinsamen Entschließung zu kommen, was fast nur in den Zeilen bedrängender Noth geschah, wenn die Vertragsdauer des Zollvereins fast zu Ende ging, und seine Erneuerung gefährdet war, dann mußte der Beschluß nach der Berathung und Zustimmung von fast doppelt so viel Kammern ausgesetzt werden, als es verbündete Zollstaaten gab. Diese schwerfällige Einrichtung eines bloßen Staatenbundes in Zollsachen, welcher die deutschen Interessen gegenüber dem Ausland nur sehr unvollständig vertreten konnte, ist nunmehr durch die Gründung einer deutschen Zollunion ersetzt und verbessert worden. Die Zollunion hat nun die Fähigkeit, wirkliche Gesetze zu geben und Die wirthschaftlichen Angelegenheiten der Nation selbststäntig zu besorgen. Die Aufgabe der badischen Abgeordneten zum Zoll- । Parlament wird nicht blos die sein, bei den Gesetzen der Zollunion mitzuwirken und die besonderen badischen Interessen mit den allgemeinen deutschen in richtiger Weise auszugleichen: das Zollparlament soll überdem dazu dienen: 1) Ueberhaupt das wechselseitige Verständniß und die Verbindung von Nord- und Süddeutschland durch persönliche Annäherung und Umtausch der Meinung zu fördern; 2) darauf hinzuwirken, daß die Zollunion, die gegenwärtig nur bis zum Jahre 1877 gesichert ist, in eine dauernde Einigung umgewandelt werde, indem nur dadurch dem deutschen Gewerbefleiß und Handel eine sichere Grundlage verschafft wird, während die periodische Erneuerung des Zollvereins gar keine Vortheile, aber den großen Nachtheil hat, einer periodischen Erschütterung aller Kreditverhält- nijfe; 3) zu bewirken, daß das deutsche Zollgebiet so bald als möglich durch die endliche Aufnahme derjenigen Staaten des Nordbundes vervollständigt werde, welche zur Zeit noch außerhalb unserer Zollgrenzen liegen; 4) die Wege zu suchen, auf denen theils die Ausbildung, lheils die erforderliche Erweiterung der Kompetenzen der Zollunion und daher des Zollparlaments am ehesten zu erreichen ist, insbesondere mit Bezug auf Freizügigkeit, Heimaths- und N eder- laffungsverhältnisse, Paßwesen, Kolonisation, Auswanderung, Gesetze über Handels- und Wechselrecht, ein gemeinsames Maß-, Münz- und Gewichtssystem, Erfindungspatente, Schifffahrt, Consularwesen, Eisenbahn-Verbindungen Posten, Telegraphen und derartige gemeinsame Interessen des wirthschaftlichen und bürgerlichen Verkehrs. Karlsruhe, 7. Jan. Die erste badische Kammer hat heule das dem preußischen analoge Militärstrafgesetz nach den Vorschlägen der Commission einstimmig angenommen. Wie», 9. Jan. Das „Tagblatt" meldet: Es fand auf Äandia ein bedeutendes Gefecht statt. Die Türken haben eine Niederlage erlitten. Der Blokade- bruch eines russischen Dampfers in den kandiotischen Gewässern veranlaßte Die Pforte, den Mächten amtlich diesen Fall mitzutheilen. Die Pforte fordert die Abberufung des Admirals durch Rußland. Kaiser zum Prügelknaben für alle Aufregungen, die durch Thorheiten und Ausschweifungen der spanischen Partei hervorgerufen wurden. Brüssel, 7. Jan. Der König wird nicht zur Leichenfeier des Kaisers Maximilian sich nach Wien begeben, sondern bei derselben durch den Oberhofmar- schall vertreten werden. London, 4. Jan. Die „Anglo-amerikanische Correspondenz" meldet: Gestern Nacht wurde bei Cork ein Pulvermagazin erbrochen und 10 CeMer Schießpulver gestohlen. Von den Dieben zeigte sich keine Spur. — Neue Vorsichtsmaßregeln sind in Chatam getroffen. Eine große Anzahl Truppen kön- nen zu jeder Zeit versammelt werden. Die Berichte aus den Grafschaften Englands lauten beruhigend. Kopenhagen, 7. Jan. Be.de Häuser des Reichstags sind wieder eröffnet. Der Conseilprüsi- dent hat dem Reichstag gestern über den vollzogenen Verkauf der westindischen Besitzungen Dänemarks Mittheilungen gemacht. Bukaress, 4. Jan. Der Senat und die Ab- georDnetenkammer sind durch fürstlichen Erlaß zum 15. d. M. einberufen worden. Ein zweiter fürstli- cher Erlaß ordnet die Gründung einer Bildungsan- ftait für Dorfschullehrer aus einem früher vom Für- sten gespendeten Fonds von 12,000 Ducaten an. Eine größere Summe hat Der Fürst zur GrünDung eines Deutschen Theaters bewilligt. Constantinopel, 3. Jan. Aus Canea wird gemeldet, Daß Der Admiral Vessim-Pascha an Bord der Fregatte „Osmanie" bei Armyro eine russische I Corvette unter dem Cvmmando des Marineosficiers Zelonoi angetroffen, welche ohne Erlaubmß Vor- räthe ausschiffte, somit Die Blokade gebrochen hatte. Zelonoi erbet sich, Die Ausschiffung von Vorräthen einzustellen und veßsallsige Ordres des russischen Con- suls in Suda abzuwarten, worein der türkische Admiral willigte. New-Hork. Im Repräsentantenhaufe passirte eine Resolution, in welcher Dem General Sheridan für die dem Lande geleisteten Dienste der Dank des Hauses ausgesprochen und PräsiDent Johnson wegen der Enthebung Sheridan's getadelt wird. Gleichzeitig wurde das Comite des Auswärtigen beordert, Die Mißhandlung amerikanischer Bürger durch Die groß- britannischen Behörden in JrlanD in Erwägung zu ziehen. Vesuvs. ,, m Paris, 4. Jan. Die officrösen Provinzralblatter bringen folgende gleichlautende Pariser Correspon- denz: „Jedes Jahr schreibt einen neuen Erfolg des Hm. v. Bismarck ein; im Jahr 1866 Sadowa, 1867 den deutschen Nordbund. Der Minister des Königs Wilhelm ist nicht der Mann, auf so gutem Wege still zu stehen; er wird daher bald in die Dritte Etappe eintreten, welche sich Die deutsche Einheit nennt, wenn .... aber man hat hier wenig Glauben an den Erfolg dieser dritten Campagne, und Herr v. Bismarck thäte im Interesse seines Herrn wohl daran, sich hier Einhalt zu thun. Aber der Main ist so schmal, daß ihn Doch t>ie Versuchung überkommen Dürfte, ihn zn überschreiten. Sie haben bemerkt, daß die Antwort des Kaisers an den Grasen v. d. Goltz ziemlich kalt lautete. In den diplo- matischen Kreisen ccmmentirt man allgemein die cere- momöse und fast zweifelhafte Phrase, welche Bezug auf die Freundschaftsversicherungen des Königs von Preußen hat, als dem guten EinverstänDniffe der beiden Cabinete wenig günstig, wie auch die Schlußphrase, in welcher der Kaiser in der Thal ziemlich klar es auszusprechen scheint, daß die Fortsetzung vergüten Beziehungen namentlich von Dem Verhalten l Preußens abhänge. Konnte Graf v. d. Goltz, offen gesagt, Anderes erwarten? Hier glaubt Dies Niemand." Auch an anderen ähnlichen Demonstratio- nen fehlt es nicht, und so sagte Der Senator Baron Dupin' am Grabe des Generals Poncelet Folgendes: „Der General Johann Victor Poncelet wnrDe 1788 am Vorabenve unserer großen politischen Stürme in jener Stadt Metz geboren, wo alles zugleich Wissenschaft und Krieg athmet, einem der Hauptpunkte unserer Vertheidigungsrnacht, gegen die sich einst Die Bemühungen Karl's V. zersplitterten, und gegen die auch noch die Bemühungen irgend eines improvistrten Kaisers an Den Ufern des Rheines unv der Mosel zerschellen würden, wenn die großen Kämpfe des sechszehnten Jahrhunderts sich in unseren Tagen erneuern sollten." An den Grenzfestungen im Norden unD Osten wird übrigens fortwährend aus's eifrigste gearbeitet. So erhält das Fort des Rousses im Jura hundert Kanonen von neuem Kaliber. In den Seehäfen ist man auch sehr geschäftig. Schiffe mit Munition gehen dieser Tage nach Toulon ab, ohne daß man ihren Bestimmungsort kennt. Paris, 7. Jan. Die „Epoque" glaubt zu wissen, Lord Stanley habe vergangene Woche eine Depesche an den englischen Gesanbten in Petersburg geschickt, worin er denselben auffordert, mit dem Fürsten Gortschakoff über Die Gerüchte zu sprechen, welche über Die russischen Umtriebe gegen Die Pfortenregie, rnng in den Donaufürstenthümern und auf Kreta in Umlauf sind. Die Depesche spricht den Wunsch aus, es möge der russischen Regierung gelingen, diese Gerüchte ofsiciell zu dementiren. Paris, 8. Jan. Graf v. d. Goltz . kehrt heute hierher zurück und wird sich in den nächsten Tagen einer Operation durch Herrn Nelaton unterwerfen. Paris, 8. Jan. Wie sehr der Neujahrsgruß des Kaisers selbst in Frankreich einer zweideutigen Lesung unterliegt, das beweisen uns die verschiedenen Organe der Parteien. Die liberalen Blätter sagen: Der Eindruck könnte ein beruhigender fein, wenn der legitimistisch-clericale Gegenstrom nicht wäre, der nun einmal den Kaiser in kriegerische Bahnen hineindrän- gen will. Sagt Napoleon, bas Kaiserreich ist der Friede, so heißt das auch heute noch, in's Spanische oder Lateinische übersetzt: „Euch alle soll der Teufel holen, sobald die Chaffepots fertig sind!" Mit diesen Auslegern ist nicht zu streiten. Traurig aber bleibt es, daß der Minister des Innern in seinen Preßbe- Maßregelungen immer weiter schreitet und die Paragraphen des alten Preßgesetzes, dessen Unleidlichfeit schon nun seit bald einem Jahre selbst der Kaiser erkannt hat, noch als Daumschrauben gegen die liberalen Blätter abnutzt. Die Zeitungen sollen bekanntlich nach dem Februar-Decrete keine eigenen Kammerberichte veröffentlichen, sondern nur als Heerde Dein „Moniteur" -Leithammel folgen. Jetzt ließ Pi- nard ein ganzes Dutzend Blätter vor Gericht stellen, sie Bemerkungen über Sitzungen gebracht haben: haben die Debatten beurteilt!" Da man nun gewissenhaft nicht beurteilen kann, ohne etwas den Sitzungen vor dem „Moniteur" Durchschei- zu lassen, so ließ man dergleichen Notizen ungehudelt passiren; das soll jetzt aufhören. Für das neue Preßgesetz ist dies ein schlechtes Augurium. Der Haß des Hofes gegen die liberale Presse ist blind, wie unter der Restauration; man macht sie beim fr. fr. fr. fr. Giessen. Das Salzmagazin dahier wird als Rieberlage für die Saline Nauheim fvrtbestehen und - Saline, wie folgt, Viehsalz ä 200 Psd. Viehsalz b 100 PsD. . Viehsalz a 50 PsD. Giessen. Mit Anfang d. I. sind . . finge aus dem Gebiete Der freien Stadt Franf- furt von Marienschloß nach Dietz transfcrirt worben. Es waren 31; bie weiblichen Sträflinge sinv in Eberbach untergebracht worben. Zur Verpflegung und Detention der Sträflinge hatte Frankfurt bekanntlich mit Hessen-Darmstadt einen Vertrag abgeschlossen , der demnach von Preußen nicht erneuert