Preis vierteljährlich 36 fr. mit Vringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlicb dreimal: Dienstags, Donn.er- stagS und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und AmtsTatt für den Freis Sieben. Nr. 30. Dienstag den 10. März 186$. Amtliche Bekanntmachungen. Nr. 5 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes von 1868, ausgegeben zu Berlin den 5. März 1868, enthält: Nr. 67. Verordnung, betreffend die Einberufung des Bundesrathes des Norddeutschen Bundes. Vom 4. März 1868. Nr. 68. Verordnung, betreffend die Einberufung des Reichtages des Norddeutschen Bundes. Vom 4. März 1868. Nr. 69. Bekanntmachung, betreffend die Beglaubigung des am Konigl. Preuß. Hofe beglaubigten Königl. Großbritannischen außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafters, Nr. 70 des am Königl. Preuß. Hofe beglaubigten Königl. Dänischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers, in der gedachten Eigenschaft zugleich beim Norddeutschen Bunde. Nr. 71. Bekanntmachung, betreffend die Ertheilung des Exequatur Namens des Norddeutschen Bundes an den Schwedisch-Norwegischen Viceconsul zu Neustadt in Holstein. Gießen, den 9. März 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des Kreisraths: Kekulä, Kreisassessor. Gikßcn, am 2. Man 1868. Betreffend: Die Hufschmiede. Das Groß herzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Annerod, Burkhardsfelden, Hattenrod, Lang-Göns und Watzenborn. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 29. Januar 1868 binnen 8 Tagen. In Verhinderung des Kreisraths: Kekulö, Kreisassessor. Gießen, dm 2. Mär? 1868. Betreffend: Die Revision der Hypothekenbücher in den Gemeinden des Landgerichtsbezirks Gießen, hier die Uebernahme von Bürgschaften Seitens der Gemeinden gegenüber den Sparkassen. Das Großherzogiiche Kreisamt Gießen a n die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Alten-Buseck, Annerod, Beuern, Burkhardsfelden, Eberstadt, Garbenteich, Gießen, Großen-Linden, Hausen, Lang-Göns, Lich, Lollar, Mainzlar, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Ober- Hörgern, Oppenrod, Steinbach, Watzenborn und Wieseck. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 30. Januar 1868 binnen 8 Tagen. In Verhinderung des Kreisraths: Kekulö, Kreisassessor. Bekanntmachung. Das Großherzogliche Ministerium des Innern hat außer der seit mehreren Jahren bestehenden gegenseitigen Hagelschadengesellschaft für das Großherzogthum Hessen in Darmstadt auch noch einer Anzahl ausländischer Hagelversicherungs-Anstalten den Geschäftsbetrieb im Großherzogthum gestattet. Da nun durch diese bestehenden Anstalten allen Landwirthen genügende Gelegenheit zur Versicherung ihrer Felderzeugnissc gegen Hagelschaden geboten worden ist, so wird gedachtes Ministerium in Zukunft keinerlei Collekten für Hagelbeschädigte mehr gestatten. Indem wir diese Entschließung zur allgemeinen Kenntniß bringen, empfehlen wir daher die Benutzung der betreffenden Versicherungs-Anstalten zur Bewahrung vor Schaden durch Hagelschlag. Gießen, den 2. März 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. I. Nr. 189. 1. Bat. Gießen. Gießen, den 6. Mär? 1868. Betreffend: Gesuch des Kaufmanns Philipp Overlack in Cöln um Anerkennung seiner im Interesse süddeutscher gefangener Soldaten angeblich geleisteten Dienste. Das Grsir herzogliche Brzirks-Lommsndo ersucht hiermit die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises Gießen auf ortsübliche Weise diejenigen Großherzoglich Hessischen Militärs, welche im Feldzüge 1866 in oder um Cöln entweder als Verwundete verpflegt, oder als Gefangene behandelt wurden, aufzufordern, bei dem Bezirks-Oberfeldwebel anzugeben, ob einer oder der andere einem gewissen Kaufmann Overlack zu Cöln für empfangene Pflege oder Unterstützung zu besonderem Danke verpflichtet ist. Gandenberger, Oberstlieutenant und Besondere Bekanntmachungen 1. Landwehrregimcnt. 1. Bat. Gießen. Gießen, den 7. Mär? 1868. Die Stelle eines zweiten Universitätsdieners an der Großherzoglichen Ludcwigs-Universität dahier, womit ein Gehalt von jährlich 500 fl. verbunden ist, soll anderweit besetzt werden. Diejenigen versörgungsberechtigten Militärpcrsonen, welche sich um diese Stelle zu bewerben wünschen, haben ihre Gesuche innerhalb vierzehn Tagen hierher vorzulegen. Großherzogliches Bezirks-Commando. Gand enberger, Oberstlieutenant und Bezirks-Commandeur. Die Vertheilung der Zinsen aus den v. Krug'schen Stiftungen. 1428) Diejenigen Bedürftigen, welche bei der Vertheilung der vorbemerkten diesjährigen Zinsen berücksichtigt werden wollen, haben sich binnen 10 Tagen bei der unterzeichneten Stelle zu melden. Gießen, den 6. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. D e r st e i g er u n g e n. A r b e i t s v e r st e i g e r u n g. 1454) Freitag den 13. März, Nachmittags 1 Uhr, sollen auf hiesiger Bürgermeisterei nachverzeichnete Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: I. An der Kirche: Zimmerarbeit, veranschl. zu 6 fl. 17 kr. Schreinerarbeit, „ „ 31 „ 52 „ Spenglerarbeit, „ „ 49 „ 35 „ Weißbinderarbeit, „ „ 16 „ 40 „ II. An dem Kirchgarten: Maurerarbeit, veranschl. zu 27 fl. 36 kr. Steinhauerarbeit, „ „ 72 „ 28 „ Schreinerarbeit, „ „ 14 „ — „ Schlosserarbeit, „ „ 12 „ — „ Weißbinderarbeit, „ „ 6 „ 7 „ Steinbach, den 8. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Steinbach. K. Schön, Bezirksbauaufseher. Die Versteigerung von Obstbäumchen bei der Stadt Gießen. 1420) Dienstag den 10. März 1868, des Morgens 11 Uhr, sollen auf dem Wochenmarktplatze am Rathhause dahier 130 veredelte Aepfel-, 56 „ Birn- und 20 „ Kirschen-Stämmchen an den Meistbietenden gegen Baarzahlung versteigert werden. Die Herren Bürgermeister werden, um Bekanntmachung dieser Versteigerung ersucht. Gießen, den 3. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. rx5* B' d. B-. Felsing, lr- Beigeordneter. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 1442) Künftigen Montag, den 16. d. Mts., Morgens halb 9 Uhr, sollen im District „Kühunter" und „Graudorn", bei'm Albacher Hof auf der Gießener Straße zusammenkommend, versteigert werden: 14 Stecken Aspen- u. Tannen-Brennholz, 28575 Wellen Buchen- und Eichen-Stamm- Reisholz und 320 Stück Birken- und Fichten-Wagner- Stangen. Lich, am 9. März 1868. Fürstliche Obcrförsterei Lich. Eigenbrodt- Reisholz, circa Stockholz, Wellen Zoll Bank- und Wechselgeschäft. BeacliteaisweHh! 108 182 5:®Ö 1459) In einer Gartenwohnung ist eine möblirte Stube mit Cabinet, aus Verlangen auch ohne Möbel, zu vermrethen. Näheres bei der Exped- d. Bltts- Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms. sind zu verkaufen bei . , Lehrer Rabenau m Stembach- 1434) Auf der Obermühle bei Königsberg sind 6 schwere Wagen und 4 Zugpferde zu verkaufen. lIeorg Will- Dermiethuugen 1458) Ein Haus, auf Verlangen auch ein Theil Garten dazu, ist zu vernuethen m,d 1« 1453) 10 bis 15 Stecken Hain-Buchenholz werden baldigst zu kaufen gesucht und das Nähere zu erfragen bei I. Rothen- berger, Lindenplatz. 1430) Außer meinem Bier, die Flasche zu 6 und 7 fr-, halte ich von letzt an auch achtes Wiener Bier, die Flasche zu 8 kr. E. Pausch, am Asterweg. 1422) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen und sogleich zu beziehen. Nähere^ bei der Exped. d. Bltts. men und einem Häuschen roirB zu pachten gesucht. Näheres bei der Exped- d- Bltts- 1417) Ein freundliches, möblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartenwohnung ist zu >W vermiethen und sogleich zu beziehen- Nahe- res bei der Exped- d. Bltts. 1427) Kalbleder, schwarzes und braunes, preiswürdig, zu haben bei . Daniel Planck, am Tiesenweg- Pflanzgarten. „ Annerod, den 5- Marz 1868.. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Groß-_____________ 1457) Ein kleines Logis ist zu Flügelsgasse Lit- A- Nr. 90- 1426) Portland - Cement in frischer Waare, Duug-Gyps, Steinkohlen und 9 kr Hicrönymi, W., I>» Theater und im Dome, oder ans der Buhnenwelt auf die Weltbuhnc. 3. Stuft W. Spinäl c r's Färberei in Berlin. 1456) Nächste Absendung: Donnerstag den 12. März. Kath. Münch. 1425) In Lit. E. Nr- 4 auf dem ©et: tersberq ist ein freundliches Mansarden- Ä Zimmer mit Cabinet von Ostern an zu vermiethen.________________ __ 133/i 18Vt 1400 3/4 20'/- 16'/« Wellen „ Reisholz, Stecken Birken-Scherdholz, „ Nadel - Prügclholz, „ „ Stockholz, für Herren. 12 prachtvolle Photographicen, Frauengruppen in reizender Stellung für uur^^^o) 2 fl- 30 kr. Serail-Album, die pikantesten Tableaux, photographirt, 8 Blätter für nur 5 fl. Venus-Album, 24 Photographicen, Frauenschönheiten in anmuthigster Grup- pirung in prachtvollem Album nut Bronceschloß für nur 8 fl. Diese 3 Piecen zusammen für nur 12 fl. gegen Einsendung des Betrags in Coupons, Freimarken oder Banknoten zu beziehen durch G L. Renting, in Frankfurt a. M- 9 fr« v, Kettcler, Freiherr, Bischof von Mamz, Die wahren Grundlagen des rciv aiöfen Friedens. 2. Slufl. 24 kr. Katholicismus und Protestant,smus Jagdverpachtung. 1438) Dienstag den 17. März, Nachmittags 1 Uhr, soll die der Gemeinde Hattenrod zustehende Jagd auf weitere 6 Jahre nochmals verpachtet werden. Hattenrod, den 7. Marz 1868- Großherzogliche Bürgermeisterei Hattenrod. Menget Holzversteigerung im Anneröder Gemeindewalde. 1437) Freitag den 13. März l. I- soll int hiesigen Gemeindewalde, Districten -rempel und Köpfel, nachstehendes Holz versteigert werden, als: li/. Stecken Buchen-Stockholz, 86' Wellen „ Reisholz, 23/« Stecken Eichen - Scheidholz, - Prügelholz, 1435) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie gegen Schwächezustände der Harn- li«),»®«.»»it srjwsd**-tÄfisr&iNM. in Kuppel bei St. Gallen (Schweiz.) Hänschen." U— — .- den Herrn Bischof von Mamz, Fretherrn v. Kettcler. Antwort auf „Die öffentl. Beschimpfung" rc. 2. Aufl. 8 Bauholz-Versteigerung. 1443) Freitag den 13. März, Nachmittags 1 Uhr, . werden im Ruttershäuser Gemeindewalde, District Mausberg: ~ 21 Eichen-Stamme von 10 bis M Fuß Länge und 9 bis 34 Zoll Durchmesser öffentlich versteigert. „ Das Holz ist von vorzüglicher Qualität und nicht allein zu Bauholz,sondern auch zu Werkholz für Schreiner, Kuter und Gla- 6 Mch^Beendigung der Bauholz-Versteige- rung werden noch 4 Stecken Eichen-ischeid- holz (Küferholz) daselbst versteigert. Ruttershausen, den 6. Marz 1868- . Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen. K l i n f et Epileptische Krämpfe ($alb sucht) heilt Dr. O. Killisch, Spezialarzt für Epilepsie, Berlin, Jägerstr. 75/76. Auswärtige brieflich. (1433) 5975 Wellen „ Reisholz, 5 Eichen-Baustämme von 189 Cublksuß, 1 Buchen - Werkholzstamm von 90 Cbks. Hohensolms, am 9. Marz 1868. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. Dörmer, Förster. 1436) Künftigen Montag, den 16. d- Mts., Morgens 9 Uhr, soll im District „Holfholz", m dem sogenannten Dachsboden anfangend, folgendes Gehölz versteigert werden: 344 Stecken Buchen-Scheidholz lr. Klasse, Prügclholz, Stockholz, Für Uhrmacher. 1431) Ein tüchtiger Gehülfe findet bei hohem Salair dauernde Condition. Fran- kirte Offerten sub u. K. Nr. 1404 nimmt die Exped. d. Bltts. entgegen. 1444) Eiii braves Dienstmädchen, wo- möglich von gesetztem Sllter, welches mit Gartenarbeiten umgehen kann, wird zu mietheu gesucht. Näheres bei der Exped- d- Bltts- _______________ Lheaier in Gießen. 1418) Mittwoch den 11- März 1868: Zum ersten Male: Gute "Nacht, Häuschen, oder: Maria Theresia und ihr Hos. Historisches Lustspiel in 5 Akten, von Arthur Müller. W. Kern, Direktor. 788 ' Wellen „ Reisholz, 102 Eichen-Stämme von 7 bis 18 Durchmesser und des 50 Fuß Lange, 3407 Cubikfuß enthaltend. Die Zusammenkunft ist im Tempel beim 1464) Ein Hausbursche wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts._____________ 1423) Ein tüchtiger Schweizer wird gesucht. Näheres im Darmstadter Haus. ® teil GlikclfcS-Deviso : ® »„Gottes Segen bei Cohn!“® § habe allein meinen Interessenten in G A Deutschland die ailerhocla- g » Sten Haupttreffer von ® 8 885,00», 189,500, ? v 150,000, 130,000, 185,000, S 103,000, 100,000 und jüngst- ® am 11. September schon ;< wieder das grosse loos von ® 50,000 Thaler ausbezahlt. g |,su. Sanas. Colm ® in Hamburg, % 1455) G e funden ein Portemonnaie mit einigem Geld- Georg Röber, am Kreuz. 1463) Ein großer Haufen Kehricht und Asche, sowie das Auspumpen einer Latrine, ist auf ein Jahr zu vergeben. Näheres bei der Expcd- d- Bltts. 1447) Ein junger Mensch wünscht in seinen freien Abendstunden noch einige, seinen Kenntnissen entsprechende Arbeiten an- zunehmen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 1448) Ein älteres zuverlässiges Mädchen, welches mit Kindern umzugehen versteht, wird gegen hohen Lohn in Dienst gesucht. Näheres bei der Expcd. d. Bltts. Feilgebotenes. 1460) Bouquets mit schönen Camellien, sowie Bouquets mit gefüllten Veilchen, sind stets zu haben Bet __Gartner Schau m. Photographie - Album, Rahmen und Goldleilten, in größter Auswahl zu auffallend billigen Preisen, empfiehlt 1462) Georg Lüdeking- 1446) Zwei Ladentische mit Schubladen, mehrere Gaslampen zu verkaufen Kreuz Lit. C- Nr. 234. Holzverkauf 1421) Mittwoch den 11. März, 1 Morgens 10 Uhr, i sollen im Oberwalger Gemeindewalde : 62 Stück Eichen-Bau- und Werkholz- Stämme von 17 bis 45' Länge und 6 bis 26" mittl. Durchmesser, öffentlich meistbietend verkauft werden. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden bekannt machen ^Oberwalgern, am 29. Februar 1868. I. Bepperling, Bürgermeister- S Pferdeversteigeruug. g 1424) Donnerstag den 12- März l- I-, H Vormittags 10 Uhr, § läßt die Unterzeichnete in ihrer Woh- g H nung ein zweijähriges Pferd (Wallach) g* 1 freiwillig versteigern- & F Forstwart Hernr- D ern Wittwe, g in Annerod- | 1419) Mein in der Marktstraße gelegenes elterliches Wohnhaus, Lit- D- Nr- 211, ist int Ganzen zu vermiethen; auch bm ich Willens, wenn sich Liebhaber dazu finden, dasselbe aus freier Hand zu verkaufen. Fritz Mühl, Metzger. Vermischte Anzeigen. I der Stadt Mailand, « ' ® genehmigt durch Decret der K-onigl. g , ® Italienishen JKegierung vom ‘ Z 11. März 1866. ® . § 1432) . Der Verkauf der Prämien- 8 Obligationen ist von allen Regie- g Irungen des In- und Auslandes gestattet.® ® Die Haupt-Gewinne betragen 15mal « ® Francs 100,000, 76mal Francs aO,OOO, g .typuwmwv ..... - — fi 24mal Francs 30,000, .^4m»l lranvs« Ein Wort zur Abwehr und Verstandi- 1OOO, 134mal Francs »00, H95bmalfe ßung von einem evangelischen ® Francs 100, 50, 20 etc. etc. ee lichen. 15 kr. ® Beginn der Ziehung am L« 31Ä1VZ. ■■________« d. s. ® ® lur Ä Tiialea- Z 5 kostet ein wirkliches Original- ® ® Staats - liOOS, (nicht von den ver-g » botenen Promessen) und werden solche $ 1 gegen frankirte Einsendung des y, S Betrages oder gegen Post- g ---------------;— “ 71U -versandt. e w 1461) Eine möblirte Stube mit Cabinet, werden nur Gewinne g Sommerseite, ist zu vermiethen. Näheres K gezogen. ® bei der Exped- d- Bltts- _____ y Gewinngelder und amtliche ® Dermietßen|® Ziehungslisten sende nach Ent-g ® Scheidung prompt u. verschwie- G '5 Unter meiner iiIicaeÄll Iselicls- Mr Psrrdelikühaüer. 1451) Bei am 30- m31- März und 1. Wril ----- A markt werden von dem unterzeichneten Conut« für circa 40,OUO Tfialer ^1466) Ern gut er- m0It til her schönsten Reit- und LLr.ngenpserde, 10 voll- haltenes, halb ver- ständige vier-, zwei- und einspännige Equrpagen decktes einspänniges „^bst completen Geschirren, sowie sonstige Reit- und Sattler Ferber. !öffentlich vor N^tar und^mgm^am I1>s^ose direkt durch ba§ lmUT^ "1439) In allen hiesigen Buchhandluugen^ichnete Secretariat beziehen,»hZ^A^eich^^ y Kettcler, Freiherr, Bischof von Mamz Den Bestellungen auf Loose -, Thlr.1 — P- F «• n- ift Die öffentliche Beschimpfung der ]'oroie die genaue und deutliche Adresse, und find folcki i z ch katloi. Kirche aus der Buhne. Das Secretariat des Lanvwrtyscyasri. ^»ere«,v 5. Ausl- 4 kr. in Franzfurt a. M. _ Müller, A., Vermfier von „Gute Nacht, ---------------------—---------------— Ein^VademecrE^fur^.^A^KKT«KKKAAKNK8ÄTGÄM | Neueste Priiniien-Anleihe SlenoMaphen-Berem. 1467) Den Btitgliedern die Nachricht, daß die Uebungskränzchen und Sitzungen von nächstem Btittwoch an in dem Lokale der Frau Busch Wittwe am Seltersweg stattfindeu.__Der Vorstaud. 1465) Ein gebildetes Frauenzimmer mit allen erforderlichen Kenntnissen, welches schon größerem Haushalte vorgeftanden, sucht eine passende Stelle. Näheres bei Frau Schneider, Neustadt Nr. 94 m Gießen. . MrheUche Gtsellschafi für Matur- und Htl^kuuöe. Sitzung am 11. März, Abends 6 Ufyr, in der kleinen Aula. Angekündigter Vortrag: „Mrdicmische Mittheilungen.' Aachener und Münchener Fenrr-Versichernngs- Gesellschaft. L-MMGEAMMMW Ä sssw?«. SÄ™,.,»?dm »,-m Bezugnehmend auf Obiges empfehle ich mich zur Vermittlung von Versicherungen L>berbesfische Eisenbahnen __-MUMAMW KU MiSSW 1441) Einige Malter Setzkartoffeln,! sonen verfochten werden. ... s Gewisser Leute zu suchen sein, 25 CentnL Korn- und Futterstroh Sollte ^ad)^ über verkaufen bei ..... Idie^durch chre Mrmrp^ «L^^^cksicht-n scheitern machen möchten. IVouveatiäe Mit Paulinen ist es ein andres; sie steht meinem liebe Tante! Der Sie fortfahren, in SCben Wit nickten,« sie hat geschworen, sie und wir Beide könnten nicht unter Einem'^Dache leben," sagte Pauline. „Und ich will kein Zankapfel zwischen v keiven Gatten sein und dem Oheim eine Ungerechtigkeit ersparen - ich gehe W »lisch-». BS-ch-«.--i-f d" Buchh-lh- l-. - ÄWÄ ?*** - MMM Ä WLK MMWZS MMK MU MMstKK aen Welt!" „Wo denken Sie hin, Vetter? wie könnte ich bei Ihnen bleiben, das lediae Mädchen bei dem ledigen Manne?" . , Ö „Sßie ? Oh es gibt ein Mittel, Pauline, ein sehr praktisches. heirathen schmerzlich- g^ter! Sie haben mich getäuscht und das verzeihe ich Ltunpn niÄt " entaeanete Pauline, und ihre Stimme bebte vor mühsam bewal- m H>.™ W» b»"«--. -D- BE-U» SRnhnTtth märe9 d, rum Altäre gefolgt und hätte mit Freuden sein bescheidenes L ,m«°7 ™9™ ...» »V- M D-».t verliest sie das Zimmer unter lautem Schluchzen. Robert wollte ihr nacheilen, ober der Oheim hielt ihn zuruck. „ fe 1 einstweilen lieber Robert!" sagte er; „Du mußt sie nicht überrumpeln wollen. Briitine ist ein Mädchen von festem Willen und starren Grundsätzen; >ck kenne ki R--- " SV” •*»»'■ «- « »"1'6' 1 l«6Je * » «*• mir's so schön ausgemalt, wie wir beide Paare mit einander unsere Verlobung ^bC“ Schweigen Sie, böser Geist!" fiel ihm die Tante in's Wort; „bring' .ich «»f mrih W. '» »-»- »h DI. gj»™; SÄSAÄK - ,W “ h “ giflter ,u reden ! — Geh' einstweilen au; Dein Zimmer, jca. " Rudolvb und Robert waren bald allein im Wohnzimmer, denn Pauline war Ungeduld, daß das Gewitter so lange nur von ftrne donner und mch- übcr seinem Haupte losbrach. Plötzlich hörte er ein schen, und sich umwendenv erblickte er Paulinen, Vie leise vom Flure her ane^T- wir müssen beide auOnn Hause,"^hub^sie gcktJhnen'die'Llichsten Namen, u^nd sie läßt' dem Oheim keine andere Wahl, als daß er uns, d,e Schmarotzer, aus Hause weise, wenn er nicht wolle, daß sie, die Taute ron chm gehe , s~ihn Näschen das ist nur die Sprache blinder Wuth, sag ) wÄÄM rt sich di-T--i- W« w ** * WKKMM beinahe mit einer Ohnmacht. (Fortsetzung folgt.) Sie bedenken, daß nun Robert Balder Besitzer dieser Liegenschaften ist und daß Sie bei ihm in der Miethe sind!" Elender, mich an diesen schmachvollen erschlichenen Verkauf nock zu erinnern, der hinter meinem Rücken abgeschlossen wurde, Den man meinem schwachen kurz, sichtigen Mann abgedrungen hat! . - •" . „Um Gotteswillen, Mama, ball' ein!" rief Henriette und warf sich m der höchsten Angst an den Hals der Mutter; „Du weißt nicht, was Du thust. Sie ahnen nicht, wen Sie vor sich haben, beste Tante. rief der vermeintliche Holländer Vetter, welcher auf den Lärm des Wortwechsels_ mtt $en. rietten und Ida herbeigeeilt war; „der, den Sie aus dem Hause weisen wollen, ist Robert Balder, der Retter Ihrer Familie!" „Robert ?!" riefen alle aus Einem Munde. „Ja, suwahr, er lst es . Und Du 2" rief Die Dame vom Hause beinahe athemloS; „wer bist Du? "Ich bin Rudolph Balder, der Sohn Ihres Schwagers Christian, — Der präsumtive Buchhalter unD Fabrikdirektor welcher alle seine Kenntmsse und Er. fahrungen dem edelmüthigen Onkel Gottfried verdankt und vor Begierde brennt, feine Schuld nun durch die treuesten, eifrigsten Dienste abzutragen . Und Sie konnten sich eine solche frevelhafte Täuschung erlauben? . . . ' Um Vergebung, Frau Tante!" fiel ihr Robert in's Wort. „Der Frevler bin abermals ich, unD den Anlaß zu dieser Mummerei habe» Sie «egebm Nebmen Sie Platz und schenken Sie mir einige Augenblicke s > gelaffn^Geho^ als Sie es in dieser aufgeregten Stimmung vermögen . . . Sie ernnerrsich alle des Empfangs, Der mir bei meiner Heimkehr aus der neuen Welt hier z Theil wurde, weil man mich wegen meines unscheinbaren Auszugs- sm J « Vetter vom Lande, für einen .Schmarotzer' hielt, wahrend Rudolph s elegant re Außenseite ihn für mich gelten machte. Ich gestehe, liebe 4-ante, daß d-eß mich corleftte und daß Die Huldigungen, welche dlos meinem Vermögen galten, mir Säi 44 D-h., siS,-«- »l»"* nnfSbrem Balle aufführte, um eine kleine Rache an Ihnen zu nehmen. Nun ätte ich es gerne hiebei bewenden lassen und am andern Morgen die Ma e abaeleqb wenn nicht zuvor schon und während jener Verwechslung unserer Per- soucn mir Dinge bekannt geworden wären, welche mich über Dm Stand des Vermögens meines Obeims, Dem ich von jeher vonH«zen zugeth'an war und Über Wohl unD Wehe Der ©einigen mit begründeter Furcht erfüllten. Des OhelinS eigene Mittheilungen über fein Geschäft zwangen mich, die angenommene Rolle fortruspiclen, und ich bewog Rudolph, seine Maske ebenfalls nicht fallen zu lassen unD mir seinen Platz zu Überlassen. Welchen Gebrauch ich davon gemacht habe, darüber dem igt mich mein Gewissen. Die Ehre und Wohlfahrt meines Oheims mußte gerettet werden, und so handelte ich im Einverstandniß mit meinen beiden Vertrauten, Pauline und Rudolph, deren Mitwirkung allein den Erfolg memer Bemühungen sicherte. Namentlich Paulinen gebührt das Verdienst, ida vor einem irnparabeln Fehltritt bewahrt und mir Den Weg gezeigt zu haben, auf w lckern Der Oheim am sichersten zu retten. Und nun, lieber Onkel, leg' ich t» .»kW», -di« M f»"' »“ »" Btrlrag^n E rojr 9„„nng-Iommcn sind, mein lieber guter Robcrt!" rief der Commerzienrath und umarmte seinen Neffen. Wackerer junge.em Mann ein Wort! Und Verzeihung für Die|e hier, Die allzu scharfblickende Unter einer Bedingung, Tante! Rudolph soll Henrirtten heirathen; die beiden Leutchen lieben ft», und es erscheint gleichsam wie eine höhere Fügung, daß aus Der beabsichtigten Convenienz- und Spekulattons-Yeirath el,nc ebe aeworden ist. Mick können Sie ja leicht verschmerzen, Denn einmal bin ich ia ettl Mephistopheles, und zum andern ist es gegen meine Grundsätze, eine leibliche Base" zu heirathen. Mit Paulinen ist es ein andres; sie steht meinem Xn um so Diel näher, als sie meinem Blute ferner .st. Begrüßen S.e Pau- 1P-»>i-- * und mit dem Ausdruck eines energischen Entschlusses auf dem Antlitz indem streife vor „Herr Robert Balder ist allzu großmukhig, aber nicht ganz bei der Wahrheit geblieben. Um mir eine Demüthigung und Beschämung zu ersparen, stellte er mich Ihnen als seine Verlobte vor; aber noch habe > ch ihm fein Ge- ff»ij. Ä»*. «'» ®'16b». «W Ruch si« hl». Sch»»« «... wirklich jurütftreten?" rief Robert vorwurfsvoll und Vetter und Base. Eine Familiengeschichte. (Fortsetzung) SU Pauline erschrack und sah erstaunt zu ihm auf, aber sie fand keine Antwort. — „Pauline stoßen Sie diese Freundschaft nicht von isich, s - liebes, herrliches Mädchen! laß mich Dein Beschützer und Freund fein für „O, Vetter, was fällt Ihnen ein? . . . ich, die arme Waise. „Hassest Du mich denn? Kannst Du mir nicht von Herzen gut ,e , chen?" flüsterte er, schlang keck Den Arm um sie unD druckte sie mtt sa , walt an sich; „kannst Du mir nicht noch gut werden fuße kleine Paula? Nickt wobl mehr als ich Ihnen schon gut bin, Rudolph , aber Denno» S, Mn SS! W“ !■ fiel .. ihr in'. Wort und wollt- ♦ zhn.n nicht rasch Den Mund mit einem Kusse verschließen. . , . , Da rief eine Stimme hinter ihm höhnisch und schneidend: ,,W Auftritte kommen hier vor? Ei steh'doch, Gottfried, da P Mamsell Pau- Geschöpfe, die Du noch in dieser Minute so warm vertheidigtest? line in Den Armen des Mosjeh Buchhalters? Was hat das zu bedeuten. „Eine Verlobung, Frau Tante — einfach nur eine er o "tu . bette der Buchhalter gelassen und begegnete ruhig und mtt Wur der Commerzienräthin; „Pauline Ham und ick haben s al8 Cem ger Siebe und Treue wechseln wollen. , Onkel, ich werb Fanülienältesten um die Hand Ihrer Nichte!" f . „Es kommt mir überraschend, Kinder, aber nicht unwi E" ' , it.r Herr Balder. „Meinen Glückwunsch und Segen, meine lieben K • 9 feib eiNMider Werth . ffirflbc ritf tic Commerzienräthin mit beißendem Hohn'und funkelnden Augen. „Du blinder, bethörter Mann u, Denn nicht, Daß dieß nur eine Maske ist unD eine A"sr ' ...JL{er unC kommene Ueberraschung zu bemänteln? Daß diese frech ) Decke der saubere Tugendspiegel von Neffen langst mi etnanter un er stecken, was nur Deiner Kurzsichtigkeit entgehen konnte, > b Ihnen, Gemahl? Aber ieh werde nun mein Hausrecht gebrauchen, und b f hl Herr Rudolph Balder, noch heute unser Haus zu verlassen, l> ® Gastrecht« unwürdig gezeigt haben! Und was Dich anbelangt, Kreatur, so werde ich Dir morgen sagen, was ich mit Dir vorh • „Bemühen Sie sich nicht wegen meiner Verlobten, ^«u »rante. ® für Paulinens Zukunft ist meine Sache," «tötetet e b« Buchhalter klein thig. ,Und was das Hausrecht anbelangt, auf welches Sie pochen, f feierten^n Robert, so verschieben wir beide noch die unserige; «icht«-^ Rudolph?" sagte Henriette. „Papa, Mama, ich lass ihn n $ 9 > Herzensfreund hier. Unsere Seelen haben sich a's""d"> ' " z^aenblicke als der will ich ihn empfangen in einem ruhigem und passendere g Zu geschehenen Dingen soll man das Beste reden, Schritt war nothwendig, die Ersparnisse geboten. Jurben twAalaftäbnlicben Villa zu wohnen, inmitten von so viel nutzloser Pracht unv Politische Rundschau Aus Rheinhessen, Anfang März. Sicherem Vernehmen nach beabsichtigt der Finanz» Ausschuß der zweiten Kammer unserer Landstände, zur Deckuna im Finanzhaushalt des Großhcrzogthnms für 1867 und 1868 mit circa 3 Millionen Gulden ermittelten Deficits, der großherzoglichen Staatsregierung die Erhebung neuer drückender Steuern noch für das laufende Jahr vorzuschlagen. In Berücksichtigung der gegenwärtig im ganzen Lande herrschenden Noth, Tbcuerung und GeschäftSlogsikeit müßte ein solcher Vorschlag in der That als unbegreiflich erscheinen und halten wir die alsbaldige Aufnahme eines ausreichenden Anlehens für die unter den vorliegenden Verhältnissen zweckmäßigste und vernünftigste Maßregel Warum sollte denn die gegenwärtige Generation allein für die traurigsten Folgen des Jahres 1866 büßen? Berlin, 6. März. Die Anwesenheit des Prin- zen Napoleon zieht im Ganzen weniger die Aufmerksamkeit auf sich, als man wohl erwartet hat. Nicht als ob man daran glaubte, daß seine Reise gar keinen politischen Zweck hat, im Gegentheil, man ist allgemein überzeugt, daß derselbe nicht nur hier, sondern in ganz Deutschland das Terrain und die Stimmung für einen etwaigen Krieg sondiren soll, aber man meint, er werde nicht viel Erfreuliches an seinen Vetter zu berichten haben. Wir wissen nicht, welcher Art die Eindrücke gewesen sind, welche er in Frankfurt, Kassel und Hannover empfangen hat; es hängt das wesentlich ab von den Personen, mit denen er dort zusammengekommen ist, aber schwerlich wird ihm doch Jemand Hoffnung gemacht haben, daß Frankreich bei einem Kriege gegen Preußen auf eine Unterstützung Seiten- des Volkes in den neuen Provinzen rechnen kann. Das mag man in Hietzing glauben, in der Nähe sehen sich die Dinge doch etwas anders an, und wenn man auch vielleicht mit dem Regierungssystem nicht zufrieden ist, an eine Losreißung mit Hülfe des Auslandes denkt man nicht. Berlin, 6. März. Der „Staatsanzeiger" enthält zwei Präsicialverordnungen, betreffend die Einberufung der Buncesrathr des Norddeutschen Bundes zum 7ten und des Reichstages zum 23sten v. M. Den Verordnungen geht ein Bericht des Bnn- dcskanzlcrs voran, der die Abänderung der anfänglich beschlossenen Reihemolge (Berufung des Zollparla- ments zum 20. d. M. und erst nach dessen Schließung Berufung des Reichstags) durch die Verzögerung der Wahlen zum Zollparlament in Württemberg und Hessen motivirt. — Der Handelsvertrag mit Oesterreich wird die Bestimmung enthalten, daß die beiderseitigen Staatsangehörigen in Ausübung des Handels und der Gewerbe nur denselben Beschränkungen wie einheimische unterworfen werden sollen. — Das Jncognito, welches der Prinz Napoleon bei seiner Anwesenheit in Berlin beobachten wollte, wie man der „Kölnischen Zeitung" schreibt, ist völlig aufgegebcn. Bei seiner Ankunft am Potsdamer Bahnhöfe war freilich nur der französische Gesandte zugegen, und der Prinz stieg als Privatmann im Hotel Royal ab; dagegen sah man ihn gestern Morgen bereits von königlichen Dienern umgeben und in königlichen Hofcquipagen Besuche bei den königlichen Prinzen machen, welche diese sofort im Hotel Royal crwie- derten. Um 1 Uhr war der Prinz bei dem Könige und hatte mit diesem eine Unterredung, welche nahezu eine Stunde währte und als Anhalt für die Ver- muthung dient, daß der Prinz doch wohl nicht ohne Auftrag hierher gekommen sein möchte. Um 5 Uhr war zu Ehren des Prinzen Gala-Diner bei dem Könige. Graf Bismarck machte dem Prinzen Vormittags in seinem Hotel einen Besuch und hatte eine längere Unterredung mit ihm. Berlin, 7. März. Den Verhältnissen in Deutschland wird namentlich von „Daily News" in einem Artikel besondere Aufmerksamkeit gewidmet, welcher zunächst die Schwierigkeit beleuchtet, mit denen Graf Bismarck dem aus den verschiedenartigsten Elementen bestehenden Zollparlamente gegenüber zu kämpfen haben werde. Nichtsdestoweniger, sagt das Blatt weiter, sei der Erfolg des Grafen Bismarck nicht zu bezweifeln, da es ihm ein Leichtes sein werde, die Geschäftsleute zu überzeugen, daß die commerciellen und öconvmischen Interessen Nord- und Sücdeutsch- lands von einander unzertrennbar sind. Wenn man alle Zollschranken niederreiße und vollkommene Freiheit in den commerciellen und industriellen Verkehr zwischen all' den Staaten, meint das Blatt, herstelle, so werde das separatistische Rivalckätsbestreben und das Gefühl separater Unabhängigkeit in dem zur' Realität gewordenen deutschen Gemeinwesen untergehen Zugleich sei auch nicht zu befürchten, daß die neue.Regierung von Oesterreich diese allmälige und friedliche Ueberwucherung des Prager Friedens mit Mißfallen oder Besorgniß ansehen werde. Vielmehr glaubt das Blatt, daß die, durch die Salzburger Zusammenkunft unterbrochenen Unterhandlungen zu Gunsten eines Bündnisses zwischen Preußen und Oesterreich, welch- Graf Tauffkirchen mit Unter- stützung von einem anderen diplomatischen Vertreter an demselben Hofe eingeleitet, in nicht gar ferner Zeit mit Rücksicht auf die deutschen Interessen in Friedenszeiten eher als zum Zwecke einer offensiven und defensiven Verbindung für Kriegseventualitäten wieder ausgenommen werden könnten. Hannover, 4. März. Das Gerücht über die Abdankung des Herzogs Wilhelm von Braunschweig veranlaßt die officiöse „Sp. Z.' in Bezug auf die angeblich angeregte Thronfolge des Kronprinzen von Hannover auf dem braunschweigischen Herzogsstuhle zu folgender Bemerkung: „In wie weit es richtig ist, der Herzog unterhandle mit dem Kronprinzen über die Thronfolge wissen wir nicht. Wir haben gehört, daß der Herzog ein Testament gemacht habe, durch welches er den König Georg oder dessen Sohn zu Erben seines gesammten Privatvermögens und des Staates Braunschweig bereits eingesetzt habe, und diese Nachricht entspricht der Haltung, welche der Herzog von Braunschweig 1866 und auch nachher vielfach an den Tag legte. Diese Nachrichten, welche übrigens gleich nach der Einverleibung Hannovers austauchten, gewinnen jetzt größeres Interesse, wo Vie Publicisten des Königs Georg uns mit der Mittheilung überraschen, daß der Welfenfürst sich noch mit Preußen im Kriegszustände befinde. Das Recht der testamentarischen Verfügung über den Pri- vatnachlaß wird Niemand dem Herzog von Braunschweig bestreiten, in so fern dadurch nicht Rechte Dritter verletzt werden, worüber die Gerichte zu entscheiden haben würden. Ob aber eine testamentarische Verfügung über das Herzogthum ohne Wei- teres als rechtsgiltig Platz greifen dürfe, darüber wird uns ja die Zukunft belehren." In Bezug auf obiges „Testament" kann die „Ztg. f. N." hinzufügen, daß man in Braunschweig einer ganz anderen Vermuthung lebt: ihr zufolge habe der Herzog Wilhelm die österreichische Krone zum Erben seines Pri- vatvermögcns eingesetzt. Aus Hamburg, 2. März, wird der „Kreuzztg." von massenhafter Patronenbestcllung für die italienische Armee geschrieben. Ueber 100 Millionen Patronen sollen mit der Forderung der größten Beschleunigung bei der Anfertigung derselben bestellt worden sein. Hamburger und benachbarte Kautschukfabriken sollen den Auftrag zur Lieferung von 40 bis 50 Millionen Gummiplättchen, als Patroncnbi- standtheile verwendbar, erhalten haben. Wenn hier keine Uebertreibungen vorliegen, so werden da Kriegs- vorräthe angeschafft, welche nicht einmal langes Liegen vertragen; und wenn Italien daher nicht nahe vor einem großen Kriege steht, so macht es Aufwände, welche mit einer ihm dringend gebotenen Sparsamkeit nicht im Einilang stehen. Warschau, 27. Februar. Es ist den Gouvernements im Königreiche Polen die Weisung zugegangen, die Beamten katholischer Confcssion darauf vorzubereiten, daß sie werden aufhören müssen, die katholischen Feiertage zu feiern, da diese neben eenen der Staatskirche (der griechisch orthodoxen) viel zu viel Zeit wcgnehmen. Höchstens, heißt es in der Zustellung, werden vorerst ein Paar ter wichtigsten katholischen Feiertage noch gestattet sein. Im Publicum hält man dieses um so mehr als gleichbedeutend mit der Einführung des russischen Kalenders, als auch die Gerichte an den katholischen Feiertagen thätig sein werden, wonach natürlich Vas Publikum seinerseits an der Feier ver Feiertage gestört werden muß. (Dr. I.) Vermischtes. Darmstadt, 29. Februar. Das Regierungsblatt Nr. 12 enthält zum Schluß noch: IV. Bekanntmachung Großherzvglichen Ministc- riums ves Innern, die Erbauung einer Eisenbahn von Darmstadt nach Worms betreffend. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst einer Allerhöchst vollzogenen Urkunde vom 20. d. M. der Hessischen Ludwigsbahn - Gesellschaft die Landesherrliche Concession zur Erbauung und zum Betrieb einer Eisenbahn von Darmstadt nach Worms auf die Dauer von neunzig Jahren zu er» theilcn geruht. Es wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß (in Gemäßheit des Gesetzes vom 18. Juni 1836, die Anlegung von Eisenbahnen in dem Großherzogthum durch Privatpersonen betreffend) die Bestimmungen des Gesetzes vom 27. Mai 1821 über die Abtretung der Privateigenthums zu öffentlichen Zwecken betreffend, sowie auch die Bestimmungen des, die Aufbringung der Kosten für das zur Erbauung von Eisenbahnen erforderliche Gelände betreffenden Gesetzes vom 14. August 1867 auf die erwähnte Eisenbahn-Anlage Anwendung zu finden haben. V. Bekanntmachung Großherzvglichen KreisamtS Büdingen, die Ausstellung eines Supplementarvor- anschlags für Bedürfnisse der israelitischen Reli- gionSgemeinde zu Bindsachsen, im Kreise Büdingen, betreffend. VI. Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmig- ten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreifes Darmstadt. VII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 1. Februar den HülfSlehrer an dem katholischen Schullehrer-Seminar zu Bensheim Köpp zum ordentlichen Lehrer an dieser Anstalt zu ernennen; — den von dem Herrn Grafen zu Erbach. Erbach auf die evangelische Stadtpfarrstelle zu Erbach präsentir- ten zweiten evang. Pfarrer zu Reichelsheim Landman u für die Stelle, — und den von dem Hrn. Fürsten zu Solms-Braunsfels auf die evang. Pfarrstelle zu Bellersheim präsentirten PfarramtS-Candidaten Kiß- ner aus Bromskirchen, im Königreich Preußen, für diese Stelle zu bestätigen; — am 8. Februar dem Schullehrer an der 4. evang. Schule zu Groß-Bie- berau Gö ttmann die dasige 1. evangelische Schulstelle;— dem Schulamts-Aspiranten Made aus Wersau die 4 evang. Schulstelle zu Langen; — dem Schulamts - Aspiranten Ramge aus Uebcrau die evang. Schulstelle zu Wackernheim zu übertragen ; — den von dem Hrn. Grafen zu Erbach-Schönberg auf die 2. evang. Schulstelle zu König präsentirten Schullehrer an der 3. evang. Schule daselbst Kadel für diese Stelle zu bestätigen; — den von dem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Birstein auf die 22. kath. Schulstelle zu Zell präsentirten Schulamts-Aspiranten Müller aus Mainz für diese Stelle zu be- (tätigen. — Den von Dem Herrn Grafen zu Erbach- Schönberg auf Die evang. Schulstelle zu Zell prä- sentirten Schulamts-Aspiranten Horst aus Nicder- GemünDen für Diese Stelle zu bestätigen; — Den von Dem Herrn Fürsten zu Psenburg unD BüDingen auf Die 2. Elementarschulstelle zu Büdingen präsentirten Schulamts-Aspiranten Fink aus Kohden für diese Stelle zu bestätigen; und am 12. Febr. Dem Schulamts-Aspiranten Voltz aus Auerbach Die 6. evangelische Schulstelle zu Pfungstadt zu übertragen. Gießen, 9. März WieDerum hat uns gestern Herr Zinßer im Garten gezeigt, Daß er es versteht, feinen Gästen stets neue Genüsse zu bieten. Davon Herrn Musikmeister MersteDt uns vorgeführte Orchester leistete Vorzügliches und die Solovorträge waren meisterhaft. Wir hätten nur gewünscht, daß Das Violoncell-Solo in erster Abtheilung erschienen unD Dadurch zur verdienten Geltung gebracht worden wäre. Möge Herr Zinßer fortfahren auf dem betretenen Wege, die Anerkennung Des Publikums wird nicht fehlen. Berlin, 5. März. Prinz Napoleon besuchte heute Mittag Das Königspaar unD erhielt sodann Den Gegenbesuch des Königs. Heute wird er mit Gefolge beim König diniren. Auf Allerhöchsten Befehl wird auf Der Werft in Danzig mit Dem Bau zweier Corvetten vorgegangen roerDen, unD zwar eine gepanzerte Corvettc zu 8 Geschützen und 450 Pferde- frä'ften, die den Namen „Hansa" erhalten soll, und eine gepanzerte Corvettc zu 6 Geschützen und 150 Pferdekräften, für Die Der Name „Ariadne" erwählt ist. Kassel, 5. März. Prinz Napoleon hat bei seinem Hiersein die ehemalige Sommerresidenz seines Vaters, Wilhemshöhe, damals „Napoleonshöhe" genannt, Das Museum, das Maxmorbab re. in Augenschein genommen. Als Führer diente ihm der Professor an ter Aeademic Der bilDenDen Künste, Fr. Müller. Er hatte fein Absteigequartier im Gasthofe zum „König von Preußen" genommen. — Der „Staatsanzeiger" enthält eine Bekanntmachung Des Finanzministers, wonach Der König Die Errichtung einer zweiten Forstaeademie zu Münden, zwischen Cassel und Göttingen, genehmigt und zum Director unD ersten Lehrer Der Forstwissenschaft bei Derselben Den Prof. Dr. Gustav Heyer ernannt hat. Der Un- richt an dieser neuen Forst-Academie wird für Da« Sommersemestcr 1868 am 27. April beginnen. Hiermit ist Denn nun auch endgültig das Schicksal der vielfach besprochenen seitherigen Forstlehranstalt zu Melsungen besiegelt. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.