'8 Erscheint wöchentlich btet-- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Erveditton: Cauzleiberg Zit. B. 9ti. 1 Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 kr. r- m s- ;g r- e- e- i, d. iir er m t- Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen. 1S6S, Donnerstag den 9. Juli . Nr. SO. Amtliche Bekanntmachungen. Brodpreife: 4 Pfund gemischtes Brod 19 kr. 4 Pfund Roggenbrod 16 kr. Gießen, am 6. Juli 1868. I Betreffend: Die Ausgleichung der Kricgskosten des Jahres 1866. Dzg Großher^oglicheKreisaml Gießen e- !N >ß dt !" r- ni ib h- r- d- tn e- er a- rs ir- S ;b >e n u rt r- 1. ed i- ?n lt er e- te e- uf ?n v- e- ne r- er lg 'N 'S u ö )t n l, ?r l, l, >e le g u N e x V e 7 lt e e k t i t die Großheyoglichen Bürgermeistereien. »i, beauftragen ble. im RH-runa-bla» S.WÄK TL"LL)L?N». bMäÄÄ”“«»"?»» «SÄ S M- ÄlU Veen Wo« ...» ble mit beuMbe» mbänb.tou Sru,,,« Sri,a«laf«„, , aub.ru S Truppen ”er«ula»t.u fc „ Bekanntmachung, die Auöqleicbung der Kriegskosten des Jahres 1866 betreffend. Unter «M auf to. 7 bett > »VÄlÄ'Ä'ÖÄ «Sffi 88Ä&8Ä MaSStÄ^ÄÄ ÄbwÄÄÄ'M. . Gemeinden und Besitzer besonderer Gemarkungen welche “XÄÄwÄ Vergütung ansprechen zu kpnnen glauben, auf, ihre deßfallstgen Ansprüche lasten der in dem Art- 4 des Gesetzes vom 12- Mat d-I- . ~,J ) be§ Erscheinens dieser Bekanntmachung im Regierungsblatte an, durch die betreffenden Burgel- bei Vermeidung des Verlustes derselben binnen jedp 180^1 , ordnunasmäßlger Beurkundung (Art. 8 erster Absatz des Gesetzes vom 12. Mai d. I.) liquid zu stellem ...... “«^e^^nden SommO}«” in dem Gesetze vom 12. Mai d. I. berücksichtigten Art glauben geltend iduna des Ausschlusses bimM drei Wachen, vom Erscheinen die,er Bekanntmachung !t die Commission innerhalb der für die Gemeinden rc. anberaumten Frist, anzuzcigeu. ;s Wocyen bei der Commission die ausdrückliche und bestimmte schriftliche Ertlarung abgeben, 1. December 1866 schon bei der früher bestandenen Commission und m Gemäßheit gleichen meistereien bei der umer3«4nrt«t (£olnnu|,tonl)o^■51.mltngy inw mmifb v. » W^lMiyJ®J^^^en^K1if,,|itim!n‘!urlsrl<« »•tbe». »«rmfiabt, ben 27. S»m 18» Eommisflon für «uSgleichMg »er Kriegslasten des Jahres 1S66. p/0° Selbmann. tf 44 Körner, Bezirksbauaufseher. 308 608 1 52 48 48 44 23 30 10 fl. 27 „ 18 „ 22 „ 69 „ Schlosserarbcit: Abtheilung I, Abtheilung 11, Glaserarbeit, 12'/- 1 */4 l‘/4 6'/- Abtheilung I, Abtheilung II, 4763) Dienstag den 21. d. Mts-, Vormittags 10 Uhr, läßt die Unterzeichnete ungefähr 100 noch im besten Zustande befindliche Branntwein- sässer von verschiedener Größe Geschäftsaufgabe halber öffentlich versteigern. Londorf a- d. Rabenau, den 3. Juli 1868- Jettchcn Rothschild. Arbeitsversteigerung zu Klein-Linden. 4782) Die seither von der Fraul. Christine Loos bewohnte Hofraithe m der Brandgasse, 1/849, 9 oKlstr-, soll nächsten Freitag, den 10. b. Mts., Nachmittags 2 Uhr, auf dahiesigem Ortsgericht, nach den vorher verlesenen Verkaufsbedingungen, öffentlich versteigert werden. Carl Wusetzki, Großh- Hosg.-Advocat- anschlagt zu .... - • Lieferung von 38 Cubikklaftern Steinschotter ebendahin, ver- kr. 52 28 49 Weiß bind erarbeit, Spenglcrarbeit, Pflasterarbeit, „ r » Beifuhr von 44 Cubikklaftern Schlackensand vom hiesigen Bahnhof in's Erdgeschoß, ver- 4779) Montag den 13. d. Mts-, Nachmittags um 5 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhause nachstehende^ Bauarbeiten in Accord gegeben werden, als: Maurerarbeit, veranschlagt zu hier erforderlichen Arbeiten sollen auf dem Submissionswege vergeben werden: Maurer- und Steinhauerarbeit, fl. veranschlagt zu.....7j41 Zimmerarbeit, veranschlagt zu 2965 Dachdeckerarbeit, „ » Schreinerarbeit: ----- " • 3158 3893 544 1012 984 3201 84 168 -kr. 33 „ 12 „ 26 „ 26 „ Vergebung von Bauarbeiten. 4760) Folgende zur Einrichtung des Erd-,. geschosses und Dachstockes im Zeughause da-'nenstangen versteigert werden. veranschlagt zu -. • .. Klein-Linden, den 6. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Klein-Linden. Feilgebotenes. E Herbftrübensamen, lange weiße und halblange weiße, in bester Qualität, empfiehlt die Samenhandlung von Carl Deiiies, am Markt, neben dem Rathhaus. Versteigerung von Fruchten. 4762) Nächsten Samstag.Nachmittags 3 Uhr, soll in dem ehemals Engelbach - schen Hause, bez. Garten : Korn auf dem Halm, Kartoffeln im Felde (etwa 60 Malter, zum großen Theil Frühkartoffeln, welche schon reif sind), Dünger m der Grube, cm Bienenstock (Dzierzon) und eme Partie Boh- Inrnftnnnen versteinert werden. Zimmerarbeit, Dachdcckcrarbeit, Schreinerarbeit, Weißbinderarbeit, „ Steinbrechen, Fahren, Setzen und Zerschlagen der Steine, Setten. lVkltl)0 ftd) selbft ruftvcti» Kais. König!. Oesterr- privflcgirten chemifch elastlschei 1 n(d)t 2 Minuten Stahlgestcllen nut Schraubm, wodurch das stumPl Qadn @ic^en und *“«'«■ 3nttn.met.ton* In W*» zu den Fabrikpreisen zu habe». Goldschmidt, alleiniger Streichriemen-Fabrikant in Berlin. Klafter Eichen-Knüppel, II. Klasse, „ Buchen-Kloben, „ Anbrnch, „ „ Knüppel, I. Klasse, '.. II- ii anschlagt zu - . c. Pläne, Voranschläge und Bedingungen liegen in unserem Geschäftslocal zur Einsicht offen und können daselblt Offerten bis zum Samstag den 11-d- Mts-, Vormittags 10 Uhr, eingereicht werden. Dieselben müssen wohlversiegelt und mit der Aufschrift : „Submission für das Zeughaus zu Gießen , unter Bezeichnung der betreffenden ,21rbett, versehen sein. Die Eröffnung der Submissionen wird bei uns in obigem Termine erfolgen und können die Interessenten denselben beiwohnen. Später ernlaufcnde Offerten finden keine Berücksichtigung. Gießen, den 7- Juli 1868. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel.__________ Stöcke, x „ „ Reiser, II. Klasse. Krofdorf, den 7. Juli 1868- Der Königliche Oberförster. _______gcz. v- Meibom. °) Das Muster zu den Liquidationen istlaus dem Regierungsblatt Nr. 35 zu ersehen. 1■■■II I................ im||—n, «I1UM— Berfteigerungen. 4794) Sieben noch brauchbareFenster, sieben Paar Läden, ein Ofen und eine Thüre, welche durch Umänderung des Wachthauscs links am Neuenweger Thor überflüssig werden, sollen, Samstag den 11. d- Mts-, Vormittags 11 Uhr, im Hofe bei der Realschule öffentlich versteigert werden. Gießen, den 8. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt- Holzverkauf in der Königlichen Oberforsterei Krofdorf. 4793) Nachdem die Königliche Regierung die am 24. Juni er. abgegebenen Mindergebote nur theilweis genehmigt hat, sollen am Montag den 20. Juli er., Morgens 10 Uhr, , in der Abel'schen Brauerei hierselbst nachstehend bezeichnete Hölzer nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden: I. Schutzbezirk Krofdorf, Totalität, District 5b: 1 Nadelholz-Stamm, III. Klasse, mit 24 Cubikfuß. II. Schutzbezirk Wismar, Totalität, District 67ab, 72abc, 73a, 74bac, 75abd ; Besondere Bekanntmachungen, j 4775) Der circa 250 fl. betragende Nachlaß des am 20. März d- I. dahier verstorbenen Großhcrzoglichen Conservators, Johannes Neiß, ist sehr bedeutend überschuldet. Zur Abwendung desi.. Con- cursprozesscs werden daher dessen sämmt- liche Gläubiger hiermit ausgefordert, ihre Forderungen im Termin Montag den 20. Julr l. I-, Vormittags 9 Uhr, bei dahiesigem Stadtgericht so gewiß speciell änzumelden und etwaige Vorzugsrechte geltend zu machen, als sie sonst bet Abschluß des versucht werdenden Arrangements nicht berücksichtigt werden, resp. aus der Nachlaßmasse keine Befriedigung zu erwarten haben- Gießen, den 29. Juni 1868. Großhcrzoglichcs Stadtgericht Gießen- Muhl, v- Rotsmann, Stadtrichter. Stadtger--Assessor. Die Bertheilung der Zinsen der H a st'schen Stiftung. 4785) Wer aus obiger Stiftung eine Unterstützung beanspruchen will, kann dieses bis zum 14. Juli 1868 bei uns anzeigen. Gießen, den 6. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. ■ i;«M t f! Feinen holländischen Tabak der Firma Henricus Oldenkott H. Zoon § Co. te Amsterdam empfiehlt Half - Canaster a 24 kr. I. Zoort ä 28 „ II. „ a 36 „ G. C. Sprock) alleiniges Depot für Giessen. Canaster Nr. 1 ä — fl. 42 kr., Varinas „ i h. — s 56 „ Varinas „ 0 ä 1 B 10 , Bei Abnahme grösserer Posten entsprechenden Rabatt und Verpackung nach Wunsch des Bestellers. (4772) Englisch Wasch-Crystall, zur Verschönerung und Conservirung der Wüsche und Ersparung von Zeit, Arbeit und Kosten beim Waschen, ä Paquet 4 kr.; Amerikanischer Stärkeglanz, ein Zusatz dieses Fabrikats zur Stärke macht die Wäsche spiegelglänzend und blendend weiß, ä Tafel 12 kr.; Küchenpulvcr, zur Verhütung des Sauerwerdens von Suppen, Milch und anderen Flüssigkeiten, und zum rascheren Weichkochen von Fleisch und Gemüse, ä Schachtel 9 kr., bei (4776)*Carl Frech. 4765) Umzugshalber steht ein feuerfester Geldschrank zzu 70 fl. und eine Dräsine für Kinder zu 7 fl. zu verkaufen. Adresse bei der Exped. d. Bltts. 4774) Eierfpiegel zum Untersuchen der Eier empfehlen Flick & Kröll. Vermiethungerr. 4797) Eine geräumige Stube nebst Mitgebrauch der Küche, Keller und Holzstall ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Nä- heres bei der Exped. d. Bltts.______________ 4764) Der obere Stock in meinem Hause, von Herrn Prof. Köllner bewohnt, ist vom 1. October d. I. an anderweit zu ver- miethen.____________________Kempff. 4781) Das seither von Herrn Secretär Eckstein bewohnte Logis ist zu vermiethen und kann schon Anfangs August bezogen werden._________________L. Bramm. 4783) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen bei Christine Vetzberger, Neustadt. 4766) Jn H. Becker's nduem Hause auf der neuen Anlage sind noch Logis zu vermiethen von je 8 Zimmern und den nöthi- gen Räumen, sodann wird auf 2 Mcmsar- den-Wohnungen aufmerksam gemacht von je 5 Zimmern, Küche nebst Mitgebrauch der Waschküche und des Bleichplatzes, das Ganze beziehbar den 1. October. Auf Verlangen kann auch Stallung dazu abgegeben werden. 4770) Ein Zimmer mit Cabinet und ein einzelnes Zimmer, beide möblirt, sind für nächstes Semester zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4769) Ein Logis, bestehend aus 4 Stuben, 2 Kammern, Küche, Keller und Holzstall, nebst Mitgebrauch der Waschküche, ist zu vermiethen und am 1. September d. I. zu beziehen bei Balth. Lenz, _____________(Restauration zur Erholung.) 4768) Zwei Familienlogis sind zu ver- miethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4788) Eine Stube, mit oder ohne Möbel, ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.__________________________ 4789) Eine Wohnung (Mansarde), bestehend aus 4 Zimmern, Küche re., ist zu vermiethen und Anfangs August zu beziehen bei G- Ehr- Spruck, am Marktplatz. 4791) Eine Scheuer nebst Stallung ist zu vermiethen. Bei wem? sagt Ausgeber dieses Blattes. Vermischte Anzeigen. Reallelirer. 4786) Ein erfahrener Lehrer, unverhei- rathet und gesetzten Alters, welcher Deutsch, Algebra, die Weltgeschichte u. Geographie tüchtig zu lehren versteht, wird gesucht. Kenntnisse im Latein oder in den lebenden Sprachen erwünscht. Auskunft über Befähigung und frühere Verhältnisse erbittet sich franco der Vorstand des International- Lehrinstituts in Bruchsal (Baden.) man Die Direktion. (4792) SchlrstschkFruernkistchtrlmgsgeseilschasl Geleisorten. 1 447/8-451/8 Engi, Souver. 11 9 9 9 9 5 9 5% National 54 5"/g Metall. Obi. — M. steuert. 53 58-59 48-50 49-51 54-56 38-40 28-29 53-57 Bursenmichridilcu. 7. lull 1868. Pr. Gass. Sch. Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . „ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Frankenst. Wechsel. Amsterd. k. S. 100*/4 Augsb. k. S. 100 Berlin k. 8. 1047/s Bremen k. S. 98 Cöln k. S. 1047/4 Hamburg k. S. 88I/4 Leipzig k. S. 105 London k. S. 119 Lyon k. S. — Paris k. S. 94/o Obi. b. Roths. 9O'/4 „ 3 ’/2°/o äo. do. 841/4 Bayer. 5»/0 Obi. 1023/4 n 41/2% 1jährige 96 r 4Vz% '/2jährige 963/8 Würtemb. 41/a°/o Öbl. 945/g Baden 4>/2o/o Obi. c. E.L. 943/4 Oestr. 5% b. R. — Telegraphische Schiffs berichte, mitgetheilt von Chr. Wallenfels jun. Angekommen in New-Uork r Das Bremer Postdampfschiff Deutschland, Reisedauer 12 Tage. Das Hamburger Postdampfschiff viin»hrl«, Reisedauer 10 Tage, 2 St- Das Bremer Postdampfschiff Hansa, Reisedauer 12 Tage. 4795) Ein braves Mädchen, welches auch etwas Gartenarbeit versteht, wird als Magd in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Russ. Imper. 9 49-51 Doll, in Gold 2 27-28 4790) Die Neuenweger Schäferei-Gesellschaft beabsichtigt, einen ihr zustehenden Stall auf dem Neuenweg abreißen und baldigst wieder neu aufbauen zu lassen, im oberen Stock mit einer Wohnung. Uebernehmer zu dieser Arbeit werden ersucht, ihre Soumissionen bei dein Unterzeichneten, bei welchem auch die Pläne und Voranschläge zur Einsicht offen liegen, alsbald einzureichen. G. Chr. Spruck. Die Renten- und Lebensversicherungs-Anstalt zu Darmstadt übernimmt: Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 541/2 Nassau fl. 25 b. Roth. 35 */2 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 1481/2 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 39 4O/o bayr. Präm. Anl. 102/2 Ludwigsh.-Bexbaoh 1575/j Maxbahn 1075/s Bayer. Ostbahn 1303/4 Hess. Ludwigsbahn 135*,'2 3O/o östr. Stsb.-Prior. 53V4 3% östr. s. Lombard. 44 3% Livorneser 31 >/2 Toscaner 471/4 Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5O/o Elisabeth-Prior. 74% do. II. Emiss. 723/4 An epileptischen Krämpfen (Fallsucht), Kopf-, Brust- und Magen- krampf Leidende werden sicher und dauernd hergestellt. Beweis mehrere Hundert Danksagungsschreiben aus allen Staaten Europas. Näheres unter genauer Angabe der Adresse durch Frau Ww. I. Plaumann, Nrandrr-Str. Nr. 18, Berlin. (4796) N 4787) - Herzlichen Dank allen W Denen, welche so freundlich waren, K unfern theuren Sohn, Gatten und W Vater, Peter Kreiling, am ver- S flössen en Sonntage zu seiner letzten W Nnhestätte zu geleiten. B Die trauernden Hinter- M . bliebenen. 1) die Berfichcrung steigender Renten gegen beliebige Kapitaleinlagen. 2) Lebensversicherungen in Beträgen von 100 bis 10,000 fl. auf ein einzelnes Leben gegen feste, zu keiner Nachzahlung verpflichtende Versicherungsbeiträge. Für eine lebenslängliche Versicherung von 100 fl. betragen die jährlichen Versicherungsbeiträge bei einem Alter von 20 Jahren: 25 Jahren: 30 Jahren : 35 Jahren: 40 Jahren: 45 Jahren: 50 Jahren: 1 fl- 34 kr. 1 fl. 45 kr. 2 fl. 1 kr. 2 fl. 21 kr. 2 fl. 48 kr. 3 fl. 26 kr. 4 fl. 18 kr. 3) Leibrenten - Versicherungen. 4) Depositengelder bis zu Beträgen von 25 fl. herab,-welche vom 30. Tage nach der Hinterlegung bis zur Zurücknahme mit 3>AO/o verzinst und auf Verlangen ganz oder stückweise zurückbezahlt werden. Wegen näherer Auskunft, soivie wegen des unentgeltlichen Bezugs von Prospecten und Statuten der Anstalt, beliebe sich an deren Herren Bevollmächtigte zu wenden *). • Darmstadt. Concert-Anzeige. 4781) Das Concert für die Pensions - Zuschuß - Kasse der Musikmeister des Königs. Preuß. Heeres, welches wegen der ungünstigen Witterung am 11. v. Mts. nicht ausgeführt werden konnte, findet bei geeigneter Witterung Donnerstag den 9. Juli c., von Nachmittags 6 Uhr an, im Schützengarten zu Wetzlar durch das ganze Musik-Corps des Rhein. Zäger-Bataillons Nr. 8 statt. Programme an der. Kasse. — Entröe ä Person 9 kr. Zu zahlreicher Theilnahme ladet ganz ergebenst ein _________ W. Merstedt, Musikmeister. Grundcavitnl fl. 5,250,000. Versichertes Capital ultimo 1867 . fl. 626,776,120. IS kr. Prämicn-Einnahine int Jahre 1867 . „ 1,660,729. — „ Versicherung von Haus-Mobilien, Waarcn, Fabrikgcräthschaften, Felderzeug- nissen in Scheunen und Schobern, Vieh und landwirthschaftlichen Gegenständen jeder Art gegen Feuerschaden, Transportversicherung, Spicgcl- glasversicherung gegen feste billige Prämien. Antragsformulare und Versicheruugsbedingungen, sowie jede gewünscht werdende Auskunft, werden jederzeit von der General-Agentur I. Gg. Schröder in Darmstadt, sowie den Herren Aean Boeck in Gießen, Phil. Garde in Friedberg, M. Fröhlich II. in Ulrichstein, Hciur. Dietz in Kestrich bei Aisfeld, berestwilligst ertheilt. (4778) Kaltwasserheilanstalt NASSAU. 4759) In eine hiesige Holz- und Steinkohlen-Handlung wird ein Lehrling gesucht. Das Nähere bei der Expedition die- ses Blattes.___________________ 4767) Ein tüchtiger Wagnergeselle findet dauernde Beschäftigung bei Wilhelm Velten, Wagnermeister in Groß en-Lind en. Rl eil de bei G nu etr tit M bu we At W alt so bet W bi« bei zu pa bo sch D' rec bei zen sch mi ges zw rüi 0C| Hc ih> ku Hi Pi ich en toi zu Hi Sie sei M Re tot sch sch (!t the ga da trc 99 Frucht- und Mtehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Waizen. Gerste. Spelz. Erbsen Linsen Kartoffeln. Wicken. Fruchtmärkte. Juli Markt preis fl. kr. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl.fr. M. | M. M. M. M. M. M. M. yji. M. M. M. M. M. M. M. 6 3t) 23 4 20 Hl 95 261 24 3 3 24 Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Körn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Mit.- preis Auf dem Markt 16 14 14 Auf fient Markt Mit./ preis 42 30 4 6 6 6 11 9 138) 77) 158 7 8 7 Auf dem Markt Auf dem Markt Auf dem Markt Auf dein Markt Auf dem Markt 64] 7 7 ioL 10 30 9'25 Mit.- preis 11| 2 Mit.- preis Ntit-- preis Mtü preis Mt7- preis Mit-- preis 54] 13 36 __Hafer. Auf dem Mit. ü Alsfeld Grünberg Lauterbach Mainz — 97z 34 28" — 540 Korn Auf dein Markt 4. 5. 5. M. jei hei mt bit un hi< Vt 3 zu 8H bei M sie Feuilleton. Die Verschwörer von 1799. Roman von de Saint-Felix. (Fortsetzung) In der Thal, man verliert sich zuweilen in Conjuncturen. Hatte sich dar Recept zu dieser Ananasbrühe im Gelaß einer alten Schicblade, in der Ritze eines Getäfels, oder hinter einem Spiegelrahwcn versteckt? War es der besondere Wille der Vorsehung, daß dies werthvolle Papierschnitzelchen aus der Zeit deS Direktoriums durch einen der Köche der edlen Pairskammer im Jahre der Gnade 1840 wiedergefunven ward? Fürwahr, wenn die Pairskammer sich durch nichts als durch diese Restauration ausgezeichnet hatte, dürfte sie doch auf die ewige Dankbarkeit der Feinschmeckcrwelt zählen, und man weiß, daß Frankreich diese Welt nicht ohne Einfluß und Bedeutung ist. Aber kehren wir zu unserem Mahle zurück! Ein Goldfasan, ein Apfelsinen-Gel6e, durchsichtig wie Ambra, eine Straßburger Pastete, Pfirsichkuchen mit Xereswein, ein Salat ä la Chapsal, und ich weiß nicht wie viele Delikatessen reizten nach einander den Appetit der Gäste. Auch hatte der Gastgeber seinem Haushofmeister empfohlen, die ausgesuchtesten Weine dem Kellerschatze zu entnehmen. Es versteht sich, daß unser Offizier als wackerer Zechbruder seinem Wirthe und der schönen Bacchantin Bescheid that, so oft sic ihn ermunterten, sein Glas zu leeren. Ach, man trank herrlich unter dem Directorium! Es war die glückliche Zeit, wo Bacchus und Momus, mit Weinlaub gekrönt, sich die Hand gaben und durch die Stadt zogen, indem sie die Refrains von Colls und Bads mit der ganzen heiteren Sorglosigkeit zweier der Schule oder vielmehr der Revolution entronnenen Duzbrüder sangen. Mittlerweile erschien das Dessert. Wir beabsichtigen nicht, hier den Küchenzettel zu geben. Sei es indessen bemerkt, daß man nach in Eis gestelltem Champagner einen Malagawein trank, welcher sicherlich aus der Regierungszeit des bourbonischen Königs Philipp V. datirte, und das war für eine Weinflasche schon ein recht vornehmer Adel. Der Direktor BarraS hatte sich trotz seiner energischen Vorsätze von dem Duft der aromatischen Blume seiner Weingeister etwas betäuben lassen. Er rechnete auf die Geistesgegenwart, die Verschlagenheit und den scharfen Verstand der schönen Coraly — diese Frau betrank sich nie! — und er hielt sich überzeugt, daß es ihr gelingen würde, über den Rückhalt des EmiffairS zu trium- phiren und von ihm in einem Augenblicke des Selbstvergessens, wo das Herz mit der Zunge davongeht, wichtige Aufschlüsse für das Directorium zu erhalten. Da Barras den Tag über viel gearbeitet und Abends mehr als viel ge- gessen und getrunken halte, wurde ihm das Haupt allmälig schwer, und sanft zwischen zwei Weinsoeten gewiegt, lehnte er sich ein wenig in seinem Sessel zurück, streckte die Beine aus, faltete tue Hände über dem Bauche, stützte den Kopf gegen den Sammet der Rücklehne und — schlief ein. — Wie! sagte der Offizier mit halblauter Stimme, der große Mann schläft! — Pst! antwortete Coraly nnv legte ihren zarten, rosigen Finger auf des Hauptmanns Mund. Wenn er so schläft, ist er sehr schlecht gelaunt, wenn man ihn ausweckt. Lassen Sie uns forlplauvern; unser Schweigen hätte die Wirkung eines Geräusches, cs würde Barras Schlaf stören. Nun, mein schöner Hauptmann, sagen Sie mir die Wahrheit, ich bitte Sie, was gedenken Sie in Paris zu thun? Ich interessire mich so lebhaft für Sie. — Ich, versetzte der Offizier, fast besiegt von den Blicken der Bajadere, ich bin nach Paris gekommen, um dem Directorium Depeschen des Generals en Chef zu überbringen, welcher an Geld und Proviant Mangel leidet; und gleichzeitig bin ich hcrgekommen, um dir Republik die drei Roßschweife von Murad-Bey und die zwei Roßschweife von Ibrahim - Bey zu überbringen, zwei Wilden mameluckischen Kriegern, welche wir erst nach gewaltigen Schwertstreichen zur Vernunft gebracht haben. — Das ist Alle» recht schön, erwiederte Coraly und legte ihre gefährliche Hand auf die des Hauptmanns; aber Sie geben mir keine Antwort. Also, lieben Sie ehrlich die Republik? — Gewiß, ich verehre sie. — Sind Sie ihr ebenso ergeben, wie Ihrem General en Chef? — Beim Himmel, noch weit mehr, da mein General en Chef nur durch seine Aufopferung für sie groß ist. — Und wünschen Sie nicht, daß eines Tages der General en Chef-- — Jn's Direktorium gelange? Nein. — Aber zur Diktatur? — Noch weniger. — Und warum nicht, mein Hauptmann? — Weil mein General viel Besseres als das zu thun hat. — Sie drücken sich höchst unklar aus, mein schöner Krieger. — Aber ich weiß recht wohl, was ich sage, meine reizende Sirene. — Also haben Sie kein Vertrauen zu mir und befürchten vielleicht, daß ich Ihre Geheimnisse morgen früh diesem großen Schläfer verkaufe? — Wenn etwas an Ihnen mir Furcht erweckt, meine schöne Versucherin, so ist es sicherlich nicht Ihre Perfidie — es sind Ihre prächtigen dunklen Augen mit dem feuchten Glanze. — Wahrhaftig! Sie könnten mich also wohl lieben? — Nein, Fräulein. Nicht? Wissen Sie, daß manche Herren weniger bedenklich wären? — Wer möchte das Gegentheil behaupten, Coraly? Ich zweifle nicht, daß Sie alle Männer außer Einem erobert haben. — Und dieser Eine? — Bin ich. — O, Bösewicht! sagte Coraly, ihre Hand förtnehmend und ihre Augen mit derselben bedeckend. — Haben Sie Kummer, mein Fräulein? fragte der Offizier. — Ja, antwortete Coraly, ernstlich aufgeregt. Ja — Sie haben mir sehr wehe gethan! — Haben Sie einen Bleistift und ein Blättchen Papier? — Hier ist ein Blatt aus meiner Schreibtafel und ein Stift. Coraly schrieb hastig drei Zeilen, welche sie dem Osfizier zu lesen gab. — Wirklich? sagte dieser erstaunt, aber als tapferer Held sich schnell entschließend, sprach er: Wohlan, es sei! Coraly legte vorsichtig das von ihr beschriebene Blatt auf ein Glas vor dem schlafenden Barras. Dann stand sie leise auf, legte ihren Finger an de» Mund und blickte auf den Offizier, der sich eben so geräuschlos erhob. Beide waren jung und gewandt genug, um so leise wie zwei Elfen über den parquettirten Fußboden zu schreiten. Drei Minuten nachher rollte rin Wagen im scharfen Trabe aus dem Hofe des Palastes Klein-Luxembourg. Nach Verlauf einer Viertelstunde erwachte der Director. Sein erstes Lebenszeichen war ein lautes Gelächter. Er glaubte, seine ausgelassenen Gäste hätten sich einen muthwilligcn Spaß gemacht. — Wo mögen sie sich versteckt haben, die jungen Thoren? fragte er sich. Plötzlich erblickte er das Billet auf seinem Glase. Er ergriff es und las die Worte: „Sie schlafen wie der olympische Jupiter. Ihren Schlaf stören, hieße die Weltordnung stören. Wir entfernen uns respektvoll. Dank für das tresfliche Abendessen! Der Offizier ist entschieden eine Sphinx, und ich bin kein Oedipus — aber (ich muß es bekennen — weßhalb haben Sie mich der Gefahr ausgesetzt?) ich liebe diese furchtbare Sphinx und habe sie entführt." — Tod und Teufel! schrie Barras, roth vor Zorn, und zerschlug mit einer Bewegung seines silbernen Messers eine Crystallschale. Zwei Lakaien stürzten auf dies Getöse herbei. Barras wollte einen strengen Befehl crthcilcn — er besann sich. — Schon gut! sagte er. Ich will zu Bette. In sein Schlafzimmer tretend, noch unschlüssig, ob er sein Abenteuer belachen oder sich darüber ärgern sollte, murmelte der Präsident des Direktoriums vor sich hin: — Der König Franz I. hatte, Gott verdamm' mich, recht: „Veränderlich sind alle Frauen, Und Narren sind's, die ihnen trauen." — Ich bin einmal geleimt! fügte er hinzu, indem er seine Manschetten zerriß. Nun — guter Rath kommt vielleicht über Nacht! (Fortsetzung folgt.) Politische Rundschau Darmstadt, 6. Juli. Das Bezirksgericht in Mainz am 3. Juli ein Urtheil gefällt, welches mit Recht großes Aufsehen erregt. Prediger Czerski wurde nämlich wegen Herabwürdigung der katholischen Religion, die in einer bereits vor Jahren er- schienenen Schrift enthalten sein soll, zu 6 Monaten CorrecticnShaus und 100 Gulden Geldstrafe verur- theilt. Nach der „Hess. Voltsbl." soll das Urtheil gar auf 8 Monate lauten. — In Folge des furchtbaren Hagelschlags im Vogelsberg ist den davon betroffenen Gcmcinven ein Steuerniederschlag bewilligt. Kassel. Aus hiesiger Stadt wird der „Volkszeit." nritgetheilt, daß hier allgemeine Unzufrieden- heit herrsche über verschiedene Polizeimaßrcgeln, namentlich über eine unerhört strenge Sonntagsfeier, die sich bis in das Innere der Häuser erstreckt. Das unglaublichste leistet aber eine am 22. Juni 1868 dahier erlassene (vom „Franks. Beobachter" mitgetheilte) Verordnung, welche bestimmt, baß jeder Wirth mit 3 Thalern Geldbuße oder entsprechendem Gefängniß zu belegen sei, der bei den polizeilichen Anmeldungen zu bemerken unterläßt, ob ein bei ihm lo^iren- der Gast ehelich oder unehelich geboren ist. Die Wirthe sind in Verlegenheit, weil sie glauben, daß sie nicht jedem Gast die Frage vorlegen könnten: ftvb er ehelich oder unehelich geboren ist." Man könnte die ganze Nachricht. für apogryph halten, wenn sie nicht von Kasseler Blättern selbst bestätigt würde. München, 7. Juli. Die „Süddeutsche Presse" beharrt, dem von Stuttgart ausgegangenen Dementi gegenüber, darauf, daß die baie'rische Regierung die Bildung einer süddeutschen Militärcommission vorgeschlagen habe. Das Blatt spricht die Vermuthung aus, daß diesem Dementi ein Uebelwvllcn der wür- tembergischen Negierung zu Grunde liege. Stuttgart, 5. Juli. Bei einer Wählerver- sanunlung in Weikersheim hielt Staatsrath Mitt- nacht eine Rede, in welcher er hinsichtlich der deutschen Frage eine sütbündlerische Staatenbildung verwirft; Würtembeig müsse abwarten, wie sich die Dinge gestalten würden. Aus Nordteutschland werde entweder ein Einheitsstaat, oder Preußen müsse feine Annexionspolitik verlassen und den Süddeutschen ein wahres BunceSvcrhältniß proponiren, wonach eine nationale Einigung unter annehmbaren Bedingungen erfolgen könne. Um in Sicherheit warten zu kön- neu, sei cs nothwendig, daß Volk und Regierung zusammengehe, weßhalb die Bestrebungen der De- mokratic gefährlich feien. Hoffentlich werde Wür- temberg da» Parteitreiben und die Ausschreitungen der Presse nicht einstens büßen müssen. Konstanz, 6. Juli. Gestern sind dir Tscheche» in Lindau angekommen und haben daselbst übernachtet. Dem Programm gemäß langen sie heute per Dampfboot hier an und begeben sich in feierlichem Zug nach dem Huß-Stein. Hier hält Sladoweky eine tschechische, Leger aus Paris eine französische und Fritsch aus Berlin eine deutsche Rede; dazwischen werden Lieder gesungen; dann findet ein Festmahl, wahrscheinlich im Conciliumssaalc statt. AbendS 7 Uhr erfolgt die Abfahrt nach Romanshorn und von da nach Zürich. Es scheint, daß nicht mehr «IS 150 bis 200 böhmische Gäste kommen. Wie«, 7. Juli. Die „Wiener Zeitung" publi- zirt die kaiserliche Sanktion der Gesetze, betreffend: die Durchführung der birectcn Wahl n für da« Abgeordnetenhaus, die Ermächtigung des MinisteriumS zur provisorischen Abänderung ter iLiatuten der Nationalbank und die Ermächtigung des Minlsierium» zu einem Uebereinkommen mit dem ungari>chen Ministk- rium wegen Ausprägung neuer Scheidemünze. Paris, 5. Juli. Im gesetzgebenden Körper sagte Rouher in Antwort aus die Rede von JuleS Favre: „Wir haben in Bezug auf Deutschland fein? Einheit zum Prinzip genommen. In den Fragen, welche die unseren Grenzen nächstliegenden Theilr bewegen, haben wir das Prinzip der nationale» Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen- losiqkeit des Werks, was wir mit einem Ausdruck unserer Kunstsprache die innere Form nennen könnten, dafür müssen wir dann bitten, uns Jüngern Gutenbergs die Verantwortung zu erlassen. Wir machen euch wohl hie und da ein n für ein u, die Herren Gelehrten und Schriftsteller aber machen euch noch viel häufiger ein r für ein u vor. Es gibt zweierlei Druckfehler. Wenn z. B. vor etwa zwei Jahren die „Hessische Morgen-Zeitung- statt „Heffische- Husarenregiment" durch erne kleine Auslassung etwas ganz Anderes zu Stande brachte, so war das — von einer Bosheit des Setzers abgesehen — ein allerdings arges Versehen, und doch ein leicht erklärliches und sehr verzeihliches. Wenn ferner — Beispiele aus eigener Erfahrung — der Setzer aus einem „Menfchenhaffer" ein „Waschwasser", aus „Wollverbeffe- rung" eine „Weltvecbefferung" macht, so vermuthet der Leser nicht mit Unrecht, daß da tin schlecht und undeutlich geschriebenes Manuskript vorlag. Der Setzer ist dabei vollkommen schuldfrei; er kann sich nicht viel mit Sinn und Zusammenhang abgeben: er muß rasch arbeiten; sein Auge muß fest, seine Hand muß flink sein; sein Griff muß sicher und blitzschnell zwischen Kasten und Winkelhaken hin und wider fahren, und seine Linke darf nicht wissen, was die Rechte thut; er muß rasch arbeiten, um etwas vor sich zu bringen und sein saures Brod zu verdienen. Anders würde die Sache, wenn nun der erste und zweite Eorrector, oder wenn die revidirenden Redacteure jenes „Waschwasser", jene „Weltverbefferung" übersähen. Sie lesen nach dem Sinn und werden lächelnd oder lachend augenblicklich den Fehler erkennen und trotz schlechter Handschrift aus dem Zusammenhang das naheliegende Richtige finden. Wie nun aber, wenn nach einigen Tagen ein zürnender Brief des Autors kommt, des Inhalts: er habe nichts von „Wvllverbefferung", er hübe von „Wiesenwässerung" geschrieben! Man sucht das Mannscript hervor und findet, daß der Zusammenhang jenes so gut wie dieses gestattet, aber auch, daß die Handschrift nach wie vor die gleiche Wahl läßt. Das sind die Druckfehler, welche die Autoren machen. I Und wenn nun vollends von einer Entzifferung aus dem Zusammenhang gar keine Red- sein kann, z. B. bei den oft |o hochwichtigen Zahlen und Eigennamen? Namentlich im letzten Punkt — und hier sprechen wir ganz allgemein — ist -s geradezu unglaublich, was die sogenannte gebildet- Menschheit in naiver Unbefangenheit, in vornehm sein sollender Af- fectation und Rücksichtslosigkeit zu leisten vermag. Da kommt . ein Brief, der irgend etwas von uns verlangt, zum mindesten eine Antwort. Aus der Schlußzeile kann ich zur Roth entziffern, daß Hr. R. mein hochachtungsvollst ergebener Diener. fei. A-ußerst erfreut über diese interessante Nachricht, beeil- ich mich auch den verehrten Namen meines neuen Dieners zu erfahren und finde eine Hieroglyphe vor,, vor welcher die Herren Ehampollion und Grotefend, LepfiuS, Lauth, Brugsch und Rawlinson und vielleicht sogar der neue Keilschrift-Prophet, Hr. Gaugengigl in München ewig starr und rathlos stünden. Ich suche auf Pult und Boden nach, ob nicht etwa eine eingelegt gewesene Visitenkarte mit dem gestochenen Namen mir entfallen, ich suche in den Ecken des Papiers nach dem einge- preßtcn Namen, oder wenigstens nach den Anfangsbuchstaben. I Ich suche und finde zum Glück noch das Couvert, finde aber I weder Siegel noch Oblate, noch sonst ein Zeichen; ja der I Poststempel ist auch unleserlich und nun soll ich dem — Ein- I falt von „Diener" antworten. Er verlangt vielleicht eine für I ihn sehr wichtige, für mich vielleicht nicht unbeschwerliche I Dienstleistung von mir, und er mag sich nicht einmal di- Mühe geben, seinen Namen — deutlich zu unterzeichnen. Da meint irgend ein beliebiger Amtmann ober Schultheiß, ein I Notar oder Revierförster oder sonstige« Individuum in Amt I und Würde, es gehöre zu den Attributen dieses Amtes, daß I alle Welt den Namen und Namenszug seines Trägers so gut I kenne, wie die Worte Schiller und Göthe, Cäsar und Napo- I keon.' Sitzt vollends dieser homo obscurus in irgend einem ebenso obscuren Neste, dessen Namen er auch nur so hinsudelt, bann soll die Zeitungserpeditivn schuld sein, wenn er seinen I ausgeschriebenen Spitzbuben nimmer fängt, sein Holz nicht an I den Mann bringt, zur Erbschaft keine Erben findet u. s. w. (Trunkenbolde.) Der „Newyorker Abendzeit." entnehmen ! wir die nachstehenden Not zen. Zur Aufnahme in das „Asyl für - I Trunkenbolde" des Staates Newyork wurden nach officiellen I Berichten der Anstalt angemeldet: Geistliche 39, Richter 8, I Kaufleute 340, Aerzte 226, Gentlemen 240. Töchter von I reichen Männern 1300, zusammen 211:3! Das Blatt macht I zu dieser Statistik folgende Bemerkungen: Es ist sehr leicht I möglich, daß das Newyorker Institut für Trunkenbolde nicht I alle Klaffen von Säufern und Säuferinnen repräsentirt. Aber unwiderleglich geht aus obiger Statistik hervor, daß die Un- I Mäßigkeit bei uns weit mehr unter den vornehmen Klaffen grasfirt, als unter den eigentlichen Volksklassen, weit mehr nn- I ter denen, die zu Hanse in üppig ausgestatteten Palästen spe- I culiren, als unter den sogenannten mittleren und unteren Klassen, welche zu Hause keine geistigen Getränke halten, sondern I im Wirthehause solche zu sich nehmen. Am auffallendsten ist die Ueberhandnahme des sich bis zur förmlichen Krankheit stei- I ^rnden unmäßigen Trinkens unter unseren vornehmen Damen. I Man denke an die in obiger Tabelle figurirenden 1300 reichen I Frauenspersonen aus dem Staate Newyork, die den Trunk so weit treib n, daß ihre Versetzung in -ine Heilanstalt für Trun- I fenbolbe unvermeidlich wird. (Gestohlene Lo-omotive.j Schwieriger rst wohl nichts zu stehlen als eine Lokomotive; und doch Haden vier I Knaben, von denen drei vierzehn, der vierte zwölf Jahre alt, I (n Yen Bereinigten Staaten von Amerika es ausgeführt. Um oon Freesvld nach Jamesbury zu fahren, beschlossen sie, sich I einer Lokomotive zu bedienen. Sie stiegen zur Nachtzeit in I Freesold durchs Fenster des LocomotivenhaufeS, beizten die I Lokomotive Monmouth, öffneten die' Thore des Hauses von innen und traten ihre nächtliche Reise ordnungsmäßig an, denn I sie pfiffen bei den Weichen und läuteten auf den Uebergängen. Die Beamten der Bahn waren über den ungewöhnlichen Zug um so mehr erstaunt, als derselbe mit rasender Geschwindigkeit vorüberjagte. Vor Jamesbury ging der Lokomotive das Wasser aus. drei der Knaben liefen davon, der vierte nahm eine Laterne mit und legte sich in der Nähe schlafen. AIS am. andern Morgen di- Lokomotive vermißt und deßhalb telegraphisch- Anfragen erlassen wurden, suchte man auch in Jamesbury, wo man dieselbe fammt dem schlafenden Knaben fand, der daS Unternehmen erzählte und nur befeuerte, er habe di- mitgenommene Laterne nicht stehlen wollen. . Das Homburger ABC. Die drei Advokaten in Homburg heißen: AntheS, Bing und Cäsar. Die Homburger neu- neu das scherzweise ihr ABC. Der praktische CursuS zur Er- | lernung desselben soll ziemlich thener sein._____________ _ ein Unterschied zwischen acciclent (Unfall) und maliiear (Unglück) fei, antwortete der Kaiser: Liebes Kind, wenn Dein Onkel Plon-Plon in’. Wasser fiele, so wäre eS ein accident, wenn et aber wieder herausgezogen würde, fo wäre das ein malheur. Wer macht die Druckfehler? so fragt mit einer gewissen Berechtigung sehr oft das abonnirenbe unb kaufende Publikum. Die Aniwvrt aber ist nicht so einfach; es geht uns ungefähr wie wenn die Kinder fragen, woher ihr neues Geschwister ein gekommen; und fast möchten wir antworten:. Verehrtes Publikinn, die Druckfehler macht der liebe Gott. Der die Lauf - und Druckerbuben, di-Setzer, die Buchdrucker, die Corrcctoren, di- Faktoren, Redaktoren und Autoren, die Prosaiker unb Poeten und in feiner Langmuth sogar Orthographie verachtende Bürgermeister geschaffen hat, der neben dem Guten das Böse duldet, zwischen dem Waizen das Unkraut wachsen läßt, bet läßt zwischen den Lettern auch die Druckfehler gedeihen. Der Druckfehler ist eine Naturerscheinung, wie Hagelschlag, Pestilenz und thcuere Zeit; er ist eine physische Macht, wie der Blitz und eine metaphysische Nothwcndig- feit, wie das Uebel; er wurzelt in der Unvollkommenheit der irdischen Dinge und in der Schwachheit des menschlichen Fleisches. Seine Abwesenheit beruht darauf, daß 1) der Verfasser oder Einsender das Richtig- geschrieben, 2) dieses Richtige deutlich geschrieben hat, baß 3) der Setzer in alle Fächer des Setzkastens lauter richtige Lettern geworfen hat, 4) die richtige Letter greift, 5) sie richtig -infetzt, 6) der Eorrector richtig liest; 7) der Setzer di- erste Correctur richtig verbessert, 8) der Cor- rector die zweite Correctur richtig liest, 9) die zweite Correctur richtig verbessert, 10) die Revision richtig gelesen wikd, unb baß 11) noch ein Dutzend andere Umstände sich ebenf) glücklich abmachen. Und da nun ein Großoctavbogeu in gewöhnlicher Schrift 50- bis 55,000 Buchstaben zählt, fo müssen jene 10 bis 20 günstigen Umstände sich 50—55,000mal wiederholen, um dem lieben Publikum einen einzigen fehlerfreien Bogen in die Hand zu liefern. Für die größten unb häufigsten und am wenigsten beachteten Druckfehler aber, für die innere Jnhalts- fechte, stattfinden. Oesterreich. Zur Charakteristik des Erzbischofs von Olmutz, des Grafen Schafgotsch, welcher jetzt die Civilehe als Concubinat und die aus ihr entsprossenen Kinder für unehelich erklärt hat, wird daran erinnert, daß dieser selbige Herr Fürstbischof die Ehe seines Neffen, eines Grafen Schafgotsch, mit I ter unehelichen Tochter des Bergwerksbefitzers Godulla einfeg- I nete. Dieses Kind hatte freilich die vortreffliche Eigenschaft, daß es die einzige Erbin dieses reichen Mannes war und ihrem I Gatten ein Vermögen von 14 Millionen Thaler zuführen konnte. I ' Oesterreich. Prinz Napoleon spielte in Wien und Pesth seinen großen Oheim inkognito. Plancher verspätet heimkehrende lustige Wiener unb Ungar sah den Schatten Napoleons an sich vorüberhufchen, aber nicht um nächtliche Heerschau I über sein Geisterheer zu halten. Der Prinz scheint außer sei- I nem Gesicht- vorzüglich die Jncvgnitv - Eigenschaften seines Oheims geerbt zu haben, denen Graf Morny, WalewSky u. A. I ihr Dasein verdankten. Paris. Der „Moniteur" gibt in einem aus Honolulu, 5. Mai, datirten Schreiben eine kurze Schilderung der furchtbaren Naturerscheinungen, die sich auf der großen Hawai-Jns-l zug-tragen haben. Der erste gewaltige Erdstoß ward am 2. April verspürt. Innerhalb fünf Minuten kaum waren einunddreißig Personen und mehrere Hundert Stück Vieh von einer Erbmasse überschüttet, die eine Dicke von 5 bis zu 30 englisch- Fuß hatte. Um 4 Uhr Nachmittags schwoll der Oceau plötzlich auf 25 Fuß über fein gewöhnliches Niveau an, brach in das Land ein und spült- über 50 Eingeborene mit sich fort. Der Vulkan Kilanea, der in fortwährender Thätigkeit ist, ver- stegte, nachdem er am 2., 3. und 4. gewaltige Lavaströrne aufgeworfen, am 5. unb am 7. brach 15 Stunden vom Krater entfernt an den letzten Abhängen des Maunu-Loa eine mächtige Lavamaffe aus dem Boden unb durchströmte, Alles vernichtend, innerhalb weniger Stunden ein etwa 9 Meilen langes Thal. Der König Kamahameha V., der sich gerade zur Eröffnung der Kammern der Sandwichs-Jnseln in Honolulu befand, bestieg sofort in Begleitung verschiedener Beamten und des katholischen Bischofs einen kleinen Dampfer, um di- am meisten mitgenommenen Küstenpuukte zu besuchen unb d-n Noihleidcn- den Kleider, Nahrungsmittel unb sonstige Unterstützungen zu spenden. Seine Schwägerin, die Königin Emma, hat Sammlungen veranstaltet, die sich bis jetzt auf 15,000 Fr. belaufen. Der König war am 25. April von seiner Rundreise wieder nach der Insel Oahu zmückgekommen. Paris. Den Prinzen Napoleon, der als politischer Commis Voyageur in der Welt umherreist, nennen di- Pariser Plon-Plon. Das ist einfach ein« Verballhornung des Namens Napoleon, eine zärtliche Verkleinerung; Fürst Demidoff pflegte feine Napoleonische Frau, die Prinzeß Mathilde, Plon-Plon zu rufen. Die Pariser aber nannten den Prinzen, als er 1854 I die Krimm plötzlich verließ, Croiir-Plon d. h. Fürchteblei. Der Prinz unb sein Vetter, bet Kaiser, stehen ost auf dem KriegS- I fuß, vielleicht nur aus Politik, jedenfalls hat der Prinz ein I böses Maul. Als Louis Napoleon mit feinem Staatsstreich zu lange zögerte,. machte ihm fein Vetter den Vorwurf, daß I er nichts von dem Blute Napoleons I. in sich habe. „Aber feine Familie habe ich auf dem Halse!" fertigte ihn LouiS Napoleon ab. — Eines Tages, als sich das Kaiserreich in Gefahr befand, riech der Prinz zum Kriege mit Deutschland. I „Ich fürchte den Rhein," sagte Louis Napoleon, „wir können leicht in ihm ertrinken! „Besser wir ertrinken im Rhein als I in einer Goffe!" meinte der Prinz. — Der Kaiser soll es feinem Vetter lang nachgetragen haben, daß dieser, nachdem er seine Gemahlin Clotllde (Tochter Victor Emanuels) bei Hofe I vorgestellt, daS Wort hingeworfen: „Jetzt haben wir doch wieder eine ordentliche Prinzessin in unserer Familie." Der I Kaiser soll sich damals durch einen bekannten Witz gerächt haben. Als der kleine Napoleon seinen Vater fragte, was für Vermischtes. - Gießen, 8. Juli. Heute Morgen hat der Befehlshaber des 11. Armeecorps, General-Lieutenant v. Pionski aus Kassel, das hier garnifonitenbe 1. Großh. Hessische Garde - Jäger- Bataillon inspicirt, und seine volle Zufriedenheit über die eract ausgeführten Hebungen ausgesprochen Derselbe wohnt heute Mittag den Turniibungeu des Bataillons bei. Gießen. August . Wehrmann, jener 22jährige Abenteurer aus dem Wupperthal,- der u. A. dahier als Arthur Beresford Lyndhurst, Lieutenant auf Ihrer Majestät Schiff „En- ryalus" auftrat, der iw Amerika, Italien, Frankreich, Spanien, England, selbst in fremden Erdiheilen gelebt haben will, und endlich in Kassel verhaftet und in Gießen wegen Führung eines falschen Namens und Gebrauch eines auf feinen Namen nicht ausgestellten Paffes zu 8. Wochen Gefängniß verurtheilt, auf -in Zminebiaigesilch hin aber begnadigt wurde, ist feit einigen Tagen dahier ein getroffen. Der mit reichen Geistesgaben aus- gefiattete junge Alaun hat es, ohne regelmäßigen Schulunterricht genossen zu haben, dahin gebracht, daß er sechs Sprachen redet, und beachfichtigt nun vorerst seiner Militärpflicht in Wesel zu genügen. Darmstadt. Den „p. V." entnehmen wir die mteres- sante Alittheilüpg, daß ein hiesiger Ingenieur kürzlich eine Sendung von baarem Gelbe aus Indien ohne Werthangabe erhielt bei der ein 20 Franc-Stuck fehlte. Man stellte auf der Post Recherchen an und es ergab sich, daß bei dem Auslceren des indischen PostbeutclS in London ein 20-Franc-Stück h-rausge fallen war; das dem Adressaten nachträglich zugestellt wurde. Durch die schlechte Verpackung war das Geld aus dem Packet entkommen. Jedenfalls ist eine Organisation bewundernswerth, bei der es mög ich, ein auf dem Weg von Indien nach Darmstadt verloien gegangenes Geldstück wieder aufzufinden. Ostpreußen. Auch ein Beitrag zur Geschichte des NotbstandeS ist folgende Miltheilung: Als man dieser Tage in Königsberg einen; Handlungslehrling wegen Unterschlagung gefänglich einziehen ließ, wollte der Beamte durchaus nicht glauben, daß die Person die richtige sei, denn er hatte gehört, kaß sie im Besitze zweier Augen sich befinde, während der Arrestant sich -ihm einäugig repiäsentirte. Der Zweifel löste sich, jedoch, als der ck-tztere treuherzig gefianb, allerdings bisher zweiäugig umhergegangen zu fein, nämlich ein natürliches und ein künstliches Auge getragen, das letztere aber in seiner Noth bei einer Höckern: für 4*/2 Sgr. versetzt zu haben. , Hamburg, i. Juli. B n den setzt im Betriebe befind- lichen 15 Smacks der ,,norddeutschen Seefischerei-Gesellschaft" wurden im »ersoffenen Monat 111,175 Fische gefangen und Lno ' «ensungen hierher gebracht. Dieselben bestanden aus stos-37.Schollen, 57,572 Zungen, 12,528 Schellfischen, 1465 1430 etembutten, 24 Kabeljau unb 19 diversen anderen Fischen. Die Fische finden imfhcr mehr Begehr, da sie, ans Eis transportirt, vorzüglich schön und frisch sind, und regelmäßig jeden Morgen an den Marit kommen. LauberbischosSheim, 1. Juli. Den bei Hundheim, sfßallourn und Werbach gefallenen badischen Soldaten werden zwei gleiche Denkmäler errichtet, das eine bei Hunsheim, das andere bei Werbach. Letzteres ist bereits voilendet und tragt auf dem Sockel di- Inschrift: ,,DaS dankbare Vaterland den Tapfern, welche in den Gefechten bei Werbach und Walldürn am 24. Juli 1866 den Tod auf dem Selbe der Ehr- fanden." Auf den beiden S-itenfeldern des pyramidenförmigen Mvnu- ments sind die Namen der Gefallenen eingehanen. Di- Enthüllung des Denkmals in Hundheim wird am 23., desjenigen in Werbach am 24. Juli, als an den Jahrestagen der G-- Freiheit und Unabhängigkeit angenommen. Indem I w r erklären, Dass wir uns zurückzuhalten beabsichtigen, haben wir verlangt, daß Ankere sich ebenfalls zurückhalten, unv somit den Aulonomiecn ihre Unabhängigkeit unb damit ihre Macht zurückgeben. Wir begreifen einen Krieg nur in ven Grenzen der Bertheidigunz, ich sage nicht, unseres Gebiets, sondern unserer Würde, unserer Ehre und unseres Einflusses in Europa. Opposition und Majorität wollen den Frieden; die Regierung theitt diese Gesinnung. ' I Rouher stellt den politischen Charakter der Regierung in einem Gesammtbiloe dar und schliesst mit den Worten: „Ucbrigens find wir durchaus Willens, den Frieden in Europa mit der Würde zu wahren, welche Der großen Regierung eimS großen Landes geziemt." Paris, 6. Juli. „Reuter's Telegramm Com- pany' in London und das Bankhaus v. Erlanger u. Komp. dahier erhielten heute die Concejston für Anlage und Betrieb eines franko-amerikanischen Ka- bels auf die Dauer von 20 Jahren, — Die „Presse" I sagt, Die Angelegenheit Der hannöver'schen Legion würbe bei Gelegenheit DeS BuDgetS für auswärtige Angelegenheiten in Der Kammer Diseutirt werDen. Die Regierung missbillige diese Diseussion. London, 2. Juli. Zu Dem gestern Abend im Buckingham-Palaee stattgehabten Hofball waren etwa 1800 Einladungen ausgegeben worden. — Herzog und Herzogin d'Aumale sind nach dem Kontinente | abgereist. — Im Krystallpalaste wird nächsten Sonnabend ein grosser Empfang zu Ehren des Herzogs von Edinburgh unb des glücklichen Ausganges der Ayfsinifchen Expebition stattfinden. Außer Ersterem und Dem Prinzen von Wales wirD wahrscheinlich auch Sir Rob. Rapier, Der heute von Paris hier eingetroffen ist, an Der Festlichkeit jtheilnehmen. (Rach dem Blatte „Drol" WirD er zum Pair ernannt werden.) Die Trophäen von Der Abyssinischen Expeci- tivn sine von gestern ab im SüD-Kensington-Museum öffentlich ausgestellt. Rom. Dem Korrespondenten der „Pall-Mall- Gazette" in Rom zu'vlge hat GarDinal Antonelli wieder über seine Gegner triumphirt und WirD seinen Posten behalten. Vor einigen Tagen habe der Papst gesagt: „Ich bin zu alt lür einen Minifterwechsel und habe mich übrigens auch einmal an Antonelli gewöhnt. Es ist nicht Der Mühe werth, für Die mir noch übrig bleibende Lebensspanne einen neuen Rathgeber anzunehmen." Washington, 4. Juli. Allen noch nicht amiieftirten Tyeiliiehmern an Der Rebellion Der SüD- staaten, ausgenommen diejenigen, welche Des Hoch- verratbs angeklagt sind (also Jeffersohn Davis)^ Hut Der Präsident ans Anlaß Des heutigen Unabhängigkeitsfestes die BegnaDigung verkündet.