Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn Durch die Post bezoacn vierteljährlich ' 51 ft. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich oret- mftt: D.ensmgs, Donnerstags und Samstags. Erpedition: Canrleibcrg 8tt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Sieben. Rr. «7. Dienstag dm 9. Juni 1S<»8. Brodpreife: 4 Pfund gemischtes Brod 21 kr. 4 Pfund Roggenbrod 18 kr. v. Rotsmann, Muhl, Versteigerungen. Die Vergebung von Wegbauarbeit bet der Stadt Gieren. 4023) Freitag den 12. Juni 1868, des Morgens 9 Uhr, sollen auf dem Rathhause dahier folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben werden, als: Planirarbeit, veranschl. zu 40 ff. 30 kr. Chausstrarbeit, „ „ 87 „ 30 „ Gießen, den 6. Juni 1868. Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Gläubiger-Aufforderung. 4051) Alle Diejenigen, welche Forderungen an den Nachlaß der ledigen Christine Loos dahier zu bilden vermeinen, werden hiermit ausgefordcrt, solche innerhalb 8 Lagen sogewiß bei hiesigem Gerichte anzumelden, als sic sonst bei Vertheilung der Erbmasse nicht berücksichtigt werden. Gießen, den 4. Juni 1868. Großhcrzogliches Stadtgericht Gießen- Stadtrichter. Stadtgerichts-Assessor- Betr.: Die Besetzung der Thor- schreiberstelle am Neustadter Thor. 4016) Vorbemerkte Stelle ist erledigt und wird für deren Wiederbesetzung Concurrenz mit dem Bemerken eröffnet, daß mit derselben ein fixer Gehalt von 450 fl. und freie Wohnung verbunden ist- — Meldungen werden bis zunt 13- d- Mts. von uns entgegengenommen. Gießen, den 5. Juni 1868. Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Besondere Bekanntmachungen. Den Nachlaß des Rechnungs- rathes Konrad Martin von Gießen betr. 4030) Der Nachlaß des am 14. April d. I- verstorbenen Großh. Rechnungsrathes Martin ist um circa 11,800 fl. überschuldet. Auf Antrag seiner Erben soll vor resp- zur Abwendung der Concurserkennung ein Arrangement versucht werden. Zu diesem Be- hufe werden daher sämmtliche Gläubiger des genannten Rechnungsrathes Martin hiermit aufgefordert, in dem auf Freitag den 26. d. Mts-, Morgens 8 Uhr, bestimmten Termin bei dem hiesigen Gericht ihre Forderungen speciell anzugeben und etwaige Vorzugsrechte geltend zu machen, sowie der weiteren Verhandlung gewärtig zu sein- Hierbei wird noch besonders bemerkt, daß die nicht erscheinenden bekannten Gläubiger als den Beschlüssen der Mehrheit der erschienenen Gläubiger beigetreten angesehen werden. Gießen, den 6- Juni 1868. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, v. Rotsmann, Stadtrichter. Stadtger. - Assessor- E d i c t a l l a d u n g. 4029) Nachdem über das Vermögen des Levi Kaufmann zu Ettingshausen der Concursprozeß erkannt worden ist, wird Liquidationstermin auf Montag den 3- August l- I-, Vormittags 9 Uhr, bestimmt, worin alle Forderungen und sonstige Ansprüchen an die Masse, bei Meidung des stillschweigend erfolgenden Ausschlusses, anzuzeigen und zu begründen sind- Zugleich soll in diesem Termin ein Gläubiger- Ausschuß und Massecurator gewählt werden, weßhalb alle nicht persönlich Erscheinenden ihre Vollmachten hierauf sogewiß auszudehuen habe«, als sie sonst der Wahl der Mehrheit der Erschienenen bcistiminend werden angenommen werden. Lich, am 26- Mai 1868. Großherzogliches Landgericht Lich. Sartorius. 4031) Dienstag den 30. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die Hofraithe der Konrad Ferber's Eheleute, als: Flur Nr. lUKlftr. VsM 13 Hofraithe in der Katharinengasse, nochmals unter der ausdrücklichen Vorschrift versteigert werden, daß der Letztbietende den Zuschlag erhalten wird, auch wenn das Gebot die Taxation nicht erreicht. Gießen, den 6. Juni 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. __Ebel.__ 4019) Die Gras-Erndte von den Schneißen im Gießener Stadtwalde soll Samstag den 13. Juni d. I-, Vormittags 10 Uhr, im Rathhaussaale öffentlich versteigert werden. Gießen, den 6. Juni 1868. Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. ____________________Vo-g t-_________________ Holz-Lieferung. 4014) Montag den 15. Juni c., Vormittags 10 Uhr, wird die Lieferung von 10 Stecken Buch eirund 6 Stecken Kiefern-Scheidholz für die hiesige Garnison im Soumissionswege vergeben. Die Lieferungsbedingungen liegen auf dem Bureau der unterzeichneten Verwaltung zur Einsicht offen. Gießen, den 7. Juni 1868. Großherzoglichc Garnison-Verwaltung. _______Zimmer, Quartiermeister.__ Heilgrasvelsteigerllug der Fürstlich Solinstschen Renlei Lich am 12., 15. und 17. Juni l. I. Gemarkung Lich. Freitag den 12. Juni Vormittags präcis 8 Uhr, Wiesen der Peinmühle gegenüber, den Wiesengrund herab bis zum Bräuerberg, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft an der Saubrücke, nächst der Peinmühle. Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Rieder-Bessingen. Montag den 15. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Hainwiese, Riedchen, Seewiese, Sautenkor, im Ganzen 130 Morgen. Zusammenkunft zu Mühlsachsen. Gemarkung Burkhardsfelden. Mittwoch den 17. Juni, Vormittags präcis 9 Uhr, Mönchmiese und Strauchwaldwiese, im Ganzen 67 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Die Ausgebote geschehen in Abtheilungen von ein bis zwei Morgen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini l. I. gestattet. Lich, den 4- Juni 1868. Fürstlich Solmsische Rentei daselbst. (4052)___________Kreutzer.____________ Holzverkanf in der Königlichen Oberförsterei Krofdorf. 4015) Mittwoch den 24. Juni er., um 9 Uhr Vormittags, kommen zu Krofdorf in der A b c l'schcn Brauerei zur öffentlichen Vcrsteigcrnng. Aus der Totalität der Schutzbezirke Krofdorf und Wismar, District 4 (Jungferanneuwald), 5b (Hauptmannsstrauch), 19 (Küh- bett), 67ab (Münzcnhau), 72abc, 73a, 74acu.b, 75abd (Lindenschied): l‘/2 Klftr. Eichcn-Anbrnch, V* „ „ Knüppel, II. Klasse, 2 „ „ Reiser, II. „ 13 „ Buchen-Kloben, 3 „ „ Anbruch, >/4 „ „ Knüppel, I. Klasse, 13 " „ „ Reiser, 11. Klasse, 114 „ Weichholz- „ II. „ 1 Stamm Nadelholz, III. Klasse. Krofdorf, den 5. Juni 1868. Der Königliche Oberförster: (gcz.) v. Meibom. Arbeitsversteigerung. 4032) Mittwoch den 10. d. Mts., Mittags 12 Uhr, soll auf hiesiger Bürgermeisterei Chaussir- arbeit, Pstaslerarbcit, Sand- und Steinfahren, sowie Maurerarbeit, insbesondere Anfertigung mehrerer Durchlässe, an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Alten-Buscck, am 5. Juni 1868. Großherzoglich Bürgermeisterei Alten-Buseck. Wagcnbach. Verkauf eines Brauhauses. 4017) Die am 11. Mai abgehaltene Versteigerung des Gemeinde-Brauhauses zu Heuchelheim ist nicht genehmigt worden und soll zur Veräußerung desselben abermals der Termin auf Donnerstag den 11. Juni, Nachmittags um 2 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause anberaumt werden. Heuchelheim, den 4. Juni 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Heuchelheim Jung. Feilgebotenes. 4060) Deni Herrn W. Stuppel in Alpirsbach wird hiermit bezeugt, daß seine Brustbonbons (Arabische Gummi-Kugeln) bei chronischem Katarrh der Athmungsorgane, veraltetem Husten, Heiserkeit rc. von ausgezeichnet guter Wirkung sind und vor anderen derartigen Fabrikaten den Vorzug haben, daß sie nicht blos auflösend, sondern auch stärkend wirken. Dr. Müller, Oberamtsarzt in Oberndorf. Die Arabischen Gummi-Kugeln sind stets vorräthig in Gießen bei Julius Wallach. 4053) Schöne große Dickwurzel-Pflanzen, sowie verschiedene andere Gemüse- Pflanzen, sind zu haben bei _______Gg. Scharmann, Schützenhof. 4033) Alle Tage frische Kirschen auf der Liebigshöhe. 4049) Das Heu- und Grummctgras von zwei Morgen Wiesen am Sandkauter Weg, desgl. von drei Morgen im Hegstrauch, i)t zu verkaufen bei P. Vogt 1. Wittwe. 4056) Die Heu- und Grummet-Erndte von einer Wiese ist billig zu verkaufen bei Römer, wohnhaft in Lik- A- Nr. 258. V e r m i e t y u u g e n. Die Vermlelhung einer Wohnung. 4059) Das von der Stadt Gießen wohnlich eingerichtete linksseitige Wachthaus am Wallrhor wird vcrmiethet und kann alsbald bezogen werden. Näheres ist auf der Bürgermeisterei zu erfahren. Gießen, den 23. Mai 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen ______________Vogt.__ 4039) Das von Fran Domänenrath Melchior seither bewohnte Logis ist durch deren Wegzug von hier anderweit zu ver- mietheu- Louis 9 gegen l’rankirte Einsendung des ® * Betrages oder gegen Post- j® Z Vorschuss, selbst nach den ent- y ferntesten Gegenden von mir ® versandt. I Es werden nur Gewinne g Sgezogen. ® 8 U e winngelder und amtliche ® Ziehungslisten sende nach Ent- g S Scheidung prompt u. verseh w ie- <; ® gen. ?? S Unter meiner überall belieb- $ teil Glücks-Devise : « 8 „Gottes Segen bei Cohn !" » 3 habe allein meinen Interessenten in 8 ® ileutschland die allerhoch- g ft Sten Haupttreffer von 300,000, S 3 @e»,OOO, 18»,500, 153,500, -j 8150,000, 130,000, 135,000, ® H 103,000, 100,000 und jüngst § ;< am 14. Mai schon wieder Anfrage. 4026) Wann werden sich die Gießener Bäcker bequemen, mit den Brodpreisen entsprechend herunterzugehen, nachdem die Brodfrüchte theilweije um einige Gulden pr. Malter abgeschlagen sindX Wäre es nicht an der Zeit, daß bei der Regierung Schritte um Wiedereinführung dec polizeilichen Brodtaxc gethan würden, nachdem sich gezeigt hat, daß das Publikum unter der Coalirion der Bäcker zu bereu alleinigem Vortheil den größten Schaden leidet X Von einer freien Concurrenz kann hier in Gießen nicht die Rede sein, denn wir haben vor 1 oder 2 Jahren erlebt, daß ein Bäcker, welcher zu niedrigerem Preise liefern will, von seinen Zunftgenosscn gezwungen wird, höhere Preiie zu fordern. Und wenn der Geldbeutel dabei profitirt, ist der Widerstand jedenfalls kein kräftiger. i Bank für Süddkutschland. Verbreitung von falschen IO - fL - Bankscheinen. Nachdem in den letzten Wochen in der Provinz Oberhessen und den angrenzenden Theilen des Regierungsbezirks Wiesbaden eine Anzahl van falschen Zehn-Guldcn-Notcn unserer Bank verbreitet worden waren, ist eS der Umsicht und Energie der Großhcr- zoglichen Polizeiverwnltung der Provinzialhauptstadt Gießen gelungen, den Verfertiger und die Verbreiter der Falsificate zu ermitteln und zur Verhaftung zu bringen. Obwohl nach den seitherigen Ermittelungen nur noch eine kleine Anzahl von Falsifikaten im Umlauf sein wird, sehen wir uns doch verpflichtet, die Kennzeichen der Fälschung zur öffentlichen Kenntniß zu bringen und vor weiterer Verbreitung und Annahme der Falsificate zu warnen. Die ganze Nachahmung, insbesondere die Zeichnung und Ausführung der auf der Vorderseite der Note befindlichen Figuren ist höchst unsauber und incorrect gearbeitet. Die Zahlen der Folio und Nr. in den oberen kleinen Täfelchen der Vorderseite sind nicht wie bei den ächten Scheinen gedruckt, sondern mit Tusch eingeschrieben, und zwar in höchst ungleichen Ziffern. Die in einem Bogen im Mittelfelde der Vorderseite erscheinenden Worte „Die Bank für Süddeutschland" machen das Falsificat sofort daran erkenntlich, daß die mittleren schwarzen Streifen innerhalb eines jeden Buchstabens mit Tusch eingeschrieben find, anstatt gedruckt, wie bei den ächten Scheinen. Alle bis jetzt conffscirten falschen Banknoten tragen tu der unteren linken (trete der Vorderseite die gedruckte Ziffer Lit. H. Serie XXIII und ist aller Grund anzunehmen, daß andere Falsificate, als solche, welche diese Bezeichnung tragen, nicht existiren. Die klein gedruckten Worte über den Namen „von Bechtold" und „Kehrer", nämlich die Worte „Der Regierüngscomnnssär" und „Der Director" sind fast ganz unleserlich, namentlich der Schluß des Ersteren. Die Farbe der Rückseite ist bei beit falschen Scheinen sehr verschieden, bald bräun- lichroth, bald bräunlichgelb, bald gräulich, immer fehlt indessen in dem Unterdrück der vielfache Eindruck der Ziffer „10." Ueberall fehlen die Wasserzeichen, welche erkennbar werden, wenn man die ächte Note gegen das Licht hält. Die Controlunterschrift auf der Rückseite ist derjenigen des Herrn Cassiers Sammet nachgemacht, sie liest sich in den Falsificaten jedoch als „Sammy." Darmstadt, den 5. Juni 1868. Direktion der Bank für Süddentfchland. SchlrsischkFeutlnrrsicherungggkseiischafi hi Breslau. Grundcavital fl. 5,250,000. Versichertes Capital ultimo 1867 . fl. 626,776,120. 13 fr. Prämicn-Einnahme im Jahre 1867 . „ 1,660,729. — „ Versicherung von Haus-Mobilion, Waaren, Fabrikgeräthfchaften, Felderzeng- niffen in Scheunen und Schobern, Vieh und landwirthschaftlichen Gegenständen jeder Art gegen Feuerschaden, Transportversicherung, Spiegelglasversicherung gegen feste billige Prämien. Antragsformulare und Versicheruugsbedingungen, sowie jede gewünscht werdende Auskunft, werden jederzeit von der General-Agentur I. Gg. Schröder in Darmstadt, sowie den Herren Jean Boecf in Gießen, Phil. Garde in Friedberg, M. Fröhlich II. in Ulrichstein, Hoinr. Dietz in Kestrich bei Alsfeld, bercttwilligst ertheilt. (4055) Dtirrheffischk GrstllschaNMr Natur- und Helllnmde. 4024) Sitzung: Mittwoch den 10. Juni 1868, Abends 6 Uhr in der kleinen Aula. Angekundigter Vortrag: „ lieber die bildliche Darstellung der Erdoberfläche, verbunden mit einer Ausstellung von Blättern der bedeutendsten Kartenwerke. '* 41ste Ziehung der osten*. Oredit - JHio®se. Höchster Treffer fl. 250,000, niedrigster fl. 165 östr. Währ. Einlage 3 Thir. — fl. 5. 15 sihldeutscii pr. Iwos, Sieben Loose kosten nur Thir. KO — fl. 35 ssiflfl. Mit k. k. Stempel versehene Loose empfehlen VOELCKER & O Bankgeschäft in Wien, Kolowratring Nr. 4. NB. Nachnahmen können nicht erhoben werden. ' (4028) Feuerverjicherungslmnk für Deutschland tu Gotha. 4021) Nachdeli: Her?Hofgerichts-Ädvokat F. Krauskopf in Gießen die Vertretung unserer Anstals niedergelegt hat, bezwecken wir hierdurch zur öffentlichen Kennt- *1*8 ist bringen, bnö wir dem Herrn Buchhändler A. Ricker eine Agentur der Bank für die Stadt Gießen und Umgegend übertragen haben. Gotha, den 1. Juni 1868. Dir Fcuci Versicherungsbank f. D. _ „ auf obige Bekanntmachung empfehle ich mich zur Vermittlung von Veriicherungen bei der o'euerversicherungsbank f. D. in Gotha und zur Ertheilung sonst gewunicht werdender Auskunft. 1 Gießen, den 5. Juni 1868. U. Ricker. C o n c e r t - A n z e i g e. 3038) Donnerstag den 11. Juni c., von Nachmittags 5 Uhr ab, findet im Schützengarten zu Wetzlar Großes Militär-Loneert für die Pensions-Zuschus-Kaffe der Musikmeister des Königs. Preufi. Heeres, durch das Musikeorps des Rhein. Jäger-Bataillons Nr. 8 statt. Entrse 0 Kr. Programme an der Kasse. Hierzu ladet ganz ergebenst ein W. Merstedt, Musikmeister. Consum-Verein. 4061) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß wir eine Verkaufsstelle (Firma: K. Münch, 'Kirchcnplatz) für gutes Brod errichtet haben, und sind 4 Pfund Weißbrod zu 19 kr., _ , 4 „ Schwarzbrod „ 17 „ gegen Marken von morgen an zu beziehen. Bis jetzt abgeschlossene Verträge mit: W. Kurz, Neustadt, Specereihandlung rc. K Lonh, Neuenweg, „ „ Gebr. Busch, Kreuz, „ „ K. Münch, Kirchcnplatz, Cigarrenhandlung. H. Weivig, Flügelsgasse, Schweine- und Rindsmetzger. Da derVerein gewillt ist, auch mit anderen Geschäften (Handwerkern rc.) Verträge abzuschlicßcn, werden Reflcctantcn ersucht, ihre Offerten bei dem Rechner, Herrn G. Dörr (Firma: K- Münch, Kirchcnplatz), abgeben zu wollen. Bei demselben sind auch die Vereins-Marken zu beziehen und werden Anmeldungen daielbst entgegengenommen. Zugleich ersuchen mir die Mitglieder, von jetzt ab nach größter Möglichkeit ihre Bedürfnisse bei obigen Lieferanten zu decken. — Weiter abgeschlossene Verträge werden wir veröffentlichen. • Der Vorstand. Mil'luwrrlid)enmgobank für Deutschland in Gotha. 4047) Nachdem Herr Hofgerichts-Advokat Friedr. Krauskopf in Gießen die Verwaltung unserer Agentur daselbst niedcxlegen zu wollen erklärt hat und dieselbe von uns Herrn Buchhändler A. Ricker übertragen worden ist, so bringen wir Solches mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß die bis Ende des Monat Mai fälligen Prämien gegen Empfangnahme der vorschriftsmäßigen Bankquittungen noch an unseren bisherigen Vertreter, Herrn Hofgerichts-Advokaten Fr. Krauskopf zu entrichten sind. Gotha, den 25. Mai 1868. Das Bureau der Lebensversicherungsbank. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung empfehle ich mich den zur hiesigen Agentur gehörigen Versicherten zur Vermittelung ihrer Angelegenheiten mit der Bank und labe zu weiterer Theilnahmc an derselben ein. In Folge ununterbrochen lebendigen Zugangs ist die Versicherungssumme auf 101,800,000 fl., der Bankfonds „ 23,000,000 „ gestiegen. Dividende der Versicherten im Jahre 1868 .... 36 Procent, „ „ 1869 .... 39 „ A. Ricker. Auswanderer nach Amerika befördert wöchentlich vermittelst Dampf- und Segelschiffen bei reeller und billigster- Bedienung I. M. Schulhof, am Nathhaus. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen. 4022) Ich habe mich dahier als Arzt niedergelassen und wohne: Neue Anlage im Hauie des Herrn Prof. Lange, 2. Stock. Bestellungen können auch int Hause meiner Schwiegermutter im Laden der Herren Gebr. Michel in der Wallthorstraße abgegeben werden. Gießen, den 6. Juni 1868. ■ Dr. med. Gustav Brücl, pract. Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer. 4027) Ein Lehrling kann eintreten bei Heinr. Brauburger, Lackircr. 4025) Roscublätterankauf, 2 Pfuud zu 5 fr., in hiesiger Engelapotheke. 4034) Zur'Bedienung eines Herrn, welche käglich Morgens früh circa eine Stunde in Anspruch nimmt, wirb eine zuverlässige Person gesucht. Von wem? ist bei der Expcd d. Bitts. zu erfahren. 4020) Ein ziemlich großer Heuboden wird zu miethen gesucht. Näheres bei der Expcd. dieses Blattes. 4035) Eine Köchin wird gegen guten Lohn gesucht. Von wem? sagt die Expcd. d. Bltts. ___________________________________ 4041) In einem hiesigen Material- und Farbwaaren-Geschäft ist für einen befähigten jungen Mann eilte Lehrlingsstclle offen. Näheres bei der Expcd. d. Bltts. 4062) Wegen Erweiterung meines Schul- locals kann der Unterricht an meiner Lehranstalt erst Montag den 15. Juni seinen Anfang nehmen. C. Franz. 4058) Für einen gesitteten Jungen von 14 Jahren wird bei einer ordentlichen Familie Schlafstelle gesucht. Näheres bei der Expcd. d. Bltts. 4080) In eine hiesige Cigarrenfabrik kann ein mit guten Schulzeugnissen versehener junger Mann als Lehrling cintretcn, Näheres bei der Exped. o. Bltts. 4042) In meiner Färb- und Matcrial- waaren-Handlung kann ein junger Mensch sofort m die Lehre treten. Ernst H ermcs, Mäusburg. 4045) Zwei Glaser- ober Schreincrge- scllen können dauernde Beschäftigung gegen hohen Lohn - erhalten. Ehr. Dan. Fillmann. 4044) Ein Knecht, mit Pferden vertraut, wird zu sofortigem Eintritt in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 3955) Einen Lehrling sucht L. Frohnhäuscr. 4054) In eine hiesige Wirthschaft wird ein braver Junge vom Lande gesucht. Das Nähere bei der Expcd. d. Bltts. Börscnnackrichten. 6. Juni 1868. Preuss. 4>/2% Obi. 95% Frankf. 31/ao/o Obi. 82 Nass. 4i/z0/o Obi. 94’/« Kurh. 4% Obi. 887/b Hess. 40/0 Obi. b. Roths. 893/4 „ 3*/2% do. do. 841/4 Bayer. 5% Obi. 101 Hz n 4'/Wo 1jährige 95>/z „ 4'/2% '/-jährige 953/4 Würtemb. 41/2ü/q Öbl. 94 Baden 4;2 „ M. steuert. 50>/6 Arn er. 6% 1882r Bds. 775/8 „ 60/p 1885r 761/a Aetlen. Frankf. Bank 1243/4 Oester. Bank 716 „ Creditaet. 1951 2 Darmst. Bankact. 2261/z Prioritäten. 'ileciisei. 5O/o östr. F. St. E. B. 258*/2 Ludwigsh.-Bexbach 1531/4 Maxbahn 1 OG1/) Bayer. Ostbahn 123>/2 Hess. Ludwigsbahn 130 3% östr. Stsb.-Prior. 52% 3% östr. s. Lombard. 43 3% Livorneser 30 Toscaner 453,s Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. 73sig do. II. Emiss. 72 Aiilelieiasloosie. Kurh. -0 Thir. Loose 543/4 Nassau fl. 25 b. Roth. 35 i/g Or. Hess. fl. 50 b. R. 1 16 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38% 40/o bayr. Präni. Anl. 10Ö1 4 4°/o badische Loose 987/fi Badische fl. 35 Loose 51% 1858r Prioritätsloose 135 V, l860r Loose 71 >/8 1864r j,853/6 Amsterd. k. 8. 1003/ö Augsb. k. 8. 993/4 Berlin k. S. 104’/8 Bremen k. 8. 98‘/8 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88*/4 Leipzig k. 8. 104/4 London k. 8. 1193/8 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 947/g Wien k. 8. 102 Dis conto 30/0 Q. Geldsorten. Pr. Cass. Sch. 1 447/8-45V9 Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 56l;'2-57*/2 Pistolen . . 9 48-50 „ doppelte 9 49-51 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 38-40 20 Frankenst. 9 281/2-291/2 Engi. Souver. 11 55-59 Russ. Imper. 9 49-51 Doll, in Gold 2 27s sie über den Fluß letzten, Augen für die schöne vor ihnen liegende Landschaft, ^edes schien ernst mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Erst als sie am andern Ufer ankamen und der Wagen vom Landungsplätze der großen Straße zufuhr, um dann dieselbe rechts herum weiter den Berg hinauf zu verfolgen, brach Perry endlich das Schweigen mit den Worten: ^„Wenn ich nicht fürchtete, daß es See zu heftig angreifen würde, möchte ich xlhnrn den Vorschlag mach.n, den Wagen hier halten zu lassen, um dort unten jenen Platz am Ufer aufzusuchen, wo man die Kleider des unglücklichen John gefunden hat." „Sie haben Recht, lieber Myers, ich würde zu viel leiden, wir besuchen jenen Platz ein Mal in späteren Tagen, wenn die Wunde vernarbt und uns nur D'e sänftigenve Erinnerung geblieben ist." Der Wagen fuhr langsam die Höhe hinan, kreuzte die oben an der Seite des Berges sich hinziehende Landstraße und bog wieder in den Wald ein, bis er an die schon früher erwähnte Lichtung anlangte, von wo er sich langsam bis zum Waldschloß hinaufbewegte. Hier bat Perry die beiden Damen auszusteigen, da John's Wohnung ganz in der Nähe im Holze lag. Langsam wanderten sie derfelbcn zu, und als sie ihrer ansichtig wurden, sah nur Perry's Auge hinter dcrfelben einen Strohhut mit blauem Bande im Gehölz verschwinden. Eine ehrliche Bauernfrau stand an ter Thüre des Hauses und begrüßte Perry als alten Bekannten, während sie sich gegen die beiden Damen linkisch verneigte. "D"ß ist die Mutter und Schwester des Herrn John, gute Frau," sagte Perry, „welche angekommen sind, um die Sachen ihres unglücklichen Sohnes und Bruders mitzunehmen." „Es steht oben noch Alles unangerührt, wie er es Vas letzte Mal verlassen. Ich habe Niemanden hinaufgehen lassen, hier ist der Schlüssel zum Zimmer," fagtc sie, einen Schlüssel aus ter Tasche ziehend und denselben Perry gebend, „wollen Sie die Damen hinaufführen, mein Herr?" »Lassen wir das," sagte Mad. Gratnian, ihr den Schlüssel aus der Hand nehmend, „Sie wissen, Eveline ist sehr nervös, ich möchte sie dieser Aufregung nicht aussetzen; thun Sic mir den Gefallen und bleiben Sie mit Evelinen hier unten, fahren Sie sie ein wenig in den Wald und lassen Sie mich oben allein die traurige Pflicht erfüllen. Jahre sind verflossen, daß ich meinen John nicht gesehen, und wenn ich oben auf seinem Zimmer allein bin mit meinen Gedanken, werde ich mir denken, daß sein Geist mich unsichtbar umschwebt und sich mit mir versöhnt." „Sie können nicht fehlen," antwortete Perry, „gehen Sie die Treppe hinauf, cs ist die erste Thüre." Dann reichte er Evelinen den Arm und führte sie in den Wald, während Mad. Gratman die Treppe hinanstieg. Oben angekommen, öffnete der Schlüssel leicht die Thüre, und sie stand in Johii's Zimmer. HForts. folgt.) „Sie haben einen schweren Verlust erlitten, liebe Freundin, und dieß gerade in einem Augenblicke, wo Sie ihm von Neuem die schlagendsten Beweise Ihrer Herzensgüte geben wollten, venu denken Sie sich nur, Ehrwürven, meine brave Elieutin hier hatte mich vor ein Paar Tagen beauftragt, Ihren Sohn John aufzusuchen, ihm ihre Verzeihung zu bringen und ihm die Thore der mütterlichen Wohnung wieder zu öffnen. Sie beabsichtigte, Alles zu vergessen und ihn wie den verlornen Sohn wieder aufzunehmen." „Auf daß Friede im Haufe sei," ergänzte der Geistliche salbungsvoll, „unter allen Brüdern und allen Schwestern." „Leider können Ihre wohlwollenden Absichten jetzt nicht mehr in Ausführung kommen," fügte der Advokat hinzu, „und werden sich darauf beschränken müssen, der Leiche, wenn man sie findet, die letzte Ehre zu erweisen." Es fuhren nach und nach mehrere Wagen vor mit Eondolenzbesuchen; auch Perry und Eveline waren in den Salon getreten, um ter Mutter den Empfang der Gäste zu erleichtern, die sämmtlich den Eindruck mit von dannen nahmen, daß Mad. Gratman, so hart und schroff dieselbe zuweilen auch fein mochte, doch im Ganzen eine musterhaft christliche und in dem Willen des Herrn ergebene Fran sei. Perry batte, so weit sich dieß ohne auffallend zu werden thun ließ, sich ihr so viel als möglich genähert, er gab ihr Cie deutlichsten Zeichen der tiefsten Theilnahme, und ließ es sich besonders angelegen sein, sich über den Brief zu vergewissern, den sie noch immer in ihren Händen hielt. Als er sich hierüber klar geworden zu sein schien, fuhr er fort, die Honneurs in derselben zarten Weise zu machen, wie vorhin, so daß sein Benehmen selbst die Aufmerksamkeit von Evelinen's Mutter auf sich ziehen mußte. „Herr Myers, Sie könnten mir eine Gefälligkeit erweisen," redete sie ihn an. „Was in meinen Kräften steht," erwiederte er, „steht zu Ihrer Verfügung; Sie haben nur zu befehlen." „Sie haben meinen John gekannt, Herr Myers, Sie haben sogar in letzter Zeit intim mit ihm gestanden — nun, Sie brauchen nicht verlegen zu werden, ich wußte Alles, daß Sie ihn gleich nach seiner Ankunft aufgesucht und ihn oben auf dem Berge besucht haben, um so mehr gedachte ich Sie zu überraschen, wenn ich Ihnen eines Tages den Auftrag geben würde, mir meinen John wieder zuzuführen. Das ist freilich jetzt unmöglich geworden," fügte sie mit einem Seufzer hinzu, „doch ich habe statt dessen eine andere Bitte an Sie. Sie wissen, wo er droben gewohnt hat; wollen Sic mich zu jener Wohnung begleiten, auf daß mir wenigstens die Erinnerung bleibt des Ortes, au welchem er »ulekt geweilt." 8 „SRit dem größten Vergnügen," antwortete Perry, Sie haben nur zu be- stimmen, wann Sie hinüber zu fahren wünschen." „Ich danke Ihnen, Herr Myers, ich denke in einigen Stunden im Stande ju sein, auch dieser Prüfung mich noch zu unterwerfen." „So erlauben Sie mir zwei Stunden, mich zurückzuziehen, um einige unaufschiebbare Geschäfte zu besorgen, damit ich mich für den ganzen Abend frei machen kann." „Gehen Sie, lieber Myers, in zwei Stunden werden Sie mich mit Eve- linen bereit finden, ich glaube nicht, daß Hani uns begleiten kann, da ihm die Erfüllung anderer trauriger Pflichten in dieser selben Angelegenheit obliegt." Perry empfahl sich, und auch die anderen Gäste, welche Ohrenzeugen des ovigen Gespräches gewesen waren, entfernten sich bald Einer nach dem Andern. I Das Testament des Großonkels. Zehntes Kapitel. , „ (Fortsetzung) „Sie wurden mir meine schwere Pflicht sehr erleichtern, wenn Sie die Güte haben wollten, in den gelesensten New-Iorks - Anzeigen veröffentlichen zu wollen, dahin lautend, daß ich dem eine Belohnung — von 500 Dollar — anssetze, wer mir die Leiche meines Sohnes bringen wird, damit ich ihm die letzte Ehre erzeigen und der Weit gegenüber beroeifen kann, daß ich endlich vergeben und vergessen W; Lassen Sie es gleich morgen bekannt machen, und zwar in solchen Ausdrucken, daß die Welt sogleich daraus entnehmen kann, daß ich mit ihm »er» fbi’nt bin. Sein Andenken soll nur heilig fein, und ich werde durch neue Wohl- ttyaten gegen die Armen seinen verklärten Schatten, wenn er mir zürnen sollte, zu sühnen suchen." „Ich werde mit Freuden thun, was in meinen Kräften steht, um Sie in diesem edlen Vorhaben zu unterstützen, und was ich dazu beitragen kann, daß biefer Ihr löblicher Entschluß unter unserer Gemeinde bekannt werde, soll geschehen, denn Vergebung ist der Ehristcn Pflicht und Sie, meine thenre Tochter, werden der Gemeinde vorieuchten als ein würdiges Beispiel." „Ich komme soeben von Hoboken zurück, wohin ich sogleich gefahren, um cje am toUance gefundenen Sachen des Verstorbenen in Empfang zu nehmen. In feiner Brieftasche fand ich einen an mich gerichteten Brief, der leider wieder in jenem unkindlichen Tone geschrieben war, mit dem er, ach, nur schon zu oft mein Herz verwundet hat; doch ich verzeihe ihm, wie ich ihm alles Andere verziehen habe, und dieser selbe Brief wird mir ein ewiges Andenken an ihn fein und mich nie verlassen." »Hoffen wir, daß der Herr ihm ein milder Richter fein möge, und Ihnen möge es zuni Trost gereichen, daß dieser frühe Tod ihn vor manchen, manchen Leiden bewahren mag." »3ch höre," fuhr Mad. Gratman fort, „er soll oben auf dem Berge über Newhawken gewohnt haben, ich werde in diesen Tagen auch dort hinausfahren, um die guten Leute zu belohnen, bei denen er gewohnt, und Die Kleinigkeiten, Die er hinterlassen hat, an mich zu nehmen, Die nur für immer liebe, thenre Andenken bleiben werden." „Sie sind Die Wohlthätigkeit und christliche Liebe selbst, meine Tochter, und Ihr Name wird in Der Hütte Der Armen nur mit Ehrfurcht genannt." „UnD Doch ist es leichter," antwortete sie, „Daß ein Kameel durch's NaDel- öhr gebe, als daß ein Reicher in's Himmelreich komme." Nur Veerenborg war zurückgeblieben. Mad. Gratman gab ihrer Tochter einige H"&e,d-ese das Zimmer verließ; dann ihre Maske der Frömmigkeit plötzlich abwerfend, fragte sie den Advokaten: 8 „Veerenborg, was denken Sie von dieser ganzen Geschichte?" .. . das Glück Ihnen Ihr ganzes Leben hindurch treu bleiben zu wollen scheint, denn letzt stehen Sie am Ende der Erfüllung Ihrer Wünsche." „Glauben Sie wirklich, Veerenborg, daß er ertrunken ist? Man hat keinen Leichnam gefunden." * „Als ob man Die Leichen aller Derer fände, Die im Hudson ihr Grab finden." 1 7 „Und doch muß ich gestehen, daß ich das Ganze noch unerklärlich finde, denn es hat mich wirklich zu unerwartet betroffen." „Ich hege nicht den geringsten Zweifel daran, daß er ertrunken ist, ob nun be,m Baden oder auf andere Weise, das bleibt sich gleich, so viel ist gewiß, wir sind ihn los, und ich wünsche Ihnen noch einmal Glück dazu. Haben Sic mir sonst noch Etwas aufzutragen, worin ich Ihnen behülflich fein könnte?" „Nein, Herr Veerenborg, ich fahre nachher mit Myers auf den Berg, um feine Hinterlassenschaft in Empfang zu nehmen, und sollten wir irgend etwas von Wichtigkeit finden, so erhalten Sie gleich morgen früh von mir einige Zeilen." u Hierauf trennten sich die würdigen Verbündeten. Während dieser Zeit war Perry Myers, so schnell die Pferde nur laufen wollten, in einem Mietbwagen nacb seiner Wohnung geeilt, und hatte dort eine Stunde dazu benutzt/ einen ^ries zu schreiben. Als er denselben geschlossen, rief er seinen vertrauten Kommt« und hatte mit diesem eine längere ausführliche Besprechung über die Besorgung dieses Briefes. Als der letztere ihn endlich verstanden zu haben schien, eilte er rasch mit dem Briefe von dannen, welcher die Aufschrift trug: , Miß Deliah McLane. U. H.—" ® Ein wenig länger als zwei Stunden nach feinem Weggehen war Perry wieder im Gratman'fchen Hause. Der Wagen stand bereits vor dem Hause, der Kutscher ohne Livrcke und im einfachen schwarzen Anzuge. Mad. Gratman und Eveline, Beide in tiefster Trauer, empfingen Perry im Salon. »Harri kann nicht vor Abend abkommen," sagte die Erstere, „er bleibt unten in Der Stadt, um etwaige Nachrichten in Bezug auf die Auffindung der Leiche entgegen zu nehmen, wozu die umfassendsten Befehle gegeben worden sind. Sie werden daher der traurigen Last sich allein unterziehen müssen, auf diesem schweren Gange unser Führer zu fein." »Wenn cs auch eine traurige Pflicht ist," antwortete Perry, „so bin ich doch stolz darauf, Ihnen nützlich fein zu können, und auf der andern Seite ehrt mich Ihr Vertrauen." Gießen. (Sitzung des Gemeinderaths vom 4. Jun i.) Der Semeincfratb erklärt fii mit den Vorschlägen res Direktoriums ter Großh. Realschule einverstanden und beauftragt den Bauausschuß mit der AuS ührung derselben. Da Großh. Kreisamt die bestimmte Zusicherung erthrilt habe, daß der in Betreff der Reinigung de» des Kanals in den Rcuenbäucn beregtc Mißstand (Abfluß der Aborte in die städtischen Wassercanäl-) durch ein zu erlassendes polizeiliches Regulativ in der Kürze werde beseitigt werten, so will ter Ge- ineiiiteralh tie Reinigung durch städtische Arbeiter nochmal» vornehmen lassen. In Gemäßheit res §. 23 des Gesetzes vom 8. Januar 1852 wurden turch's Loos tie Mitglieder des Gemeinderaths Berg und Löber für die Wahl- comMission zur Bermehrung der Mitglieter des Gemeinderaths bestimmt. Der Gemeintcrath beschließt für tie durch den Too des Thorschreibers Eimer erledigte Stelle Gon» curreuz zu eröffnen, und solche bis zur Wievcrbc- setzung durch dessen Sohn fvrtsersehen zu lassen. Nachdem Gemeinoerath Fächer berichtet, daß seine M sllvn in Betreff des Laagesuchs des Dr. Königer bei tem Großh. Kreisamt und dem Kreisbauamt von keinem besonderen Erfolg gewesen sei, beschloß der Gemeintcrath, sich in dieser Sache nochmals an ren Dirigenten des Kreisamts zu wenden, und gemäß der erfolgenden Resolution Borstellung bei Großh. Ministerium zu machen. Der Gemeinoerarh erklärt, daß, obgleich Vicar Albach nur als Stellvertreter sungire, doch im Interesse der Schule die letzten Bestimmungen bezüglich der Lehrergehalte auf ihn Anwendung finten sollten. Dec Feuerwehr tollen luO Wachholderwellen aus dem Stavlwalv zu cer vorhabencen Probe eines „Extineteurs" abgegeben werden. In Betreff eines Bavcplatzes für das hiesige Jägerbataillon beauftragt der Gemeinkerath das Mitglied Ferber, sich in dieser Angelegenheit mit dem Bataillonscommando zu benehmen. Der Gemeinderath gibt zue Ausführung deS vor- gclcgtcn KöftenübcrschlagS zur Verbesserung der Wege im Wallpförter Feld, im Betrag von 128 fl., seine Zustimmung. Der mit Chr. Wagner abgeschlossene Vertrag zur Reinigung des JahrmarktplatzcS erhielt die Zustimmung dcS Gemeinderaths. Der von Großh. Oberförsterei zu Gießen in ihrem Schreiben vom 23. Mai verlangte ErgänzungScrckit von 186 si. zu Euliurcn im Stactwald wurde bewilligt. Der Gemeinderath setzt een Preis eines Steckens tannener Prügel aus dem städtischen Holzmagazin auf 4 fl. und von 100 Bohnenstangen aus 2 fl. fest. Die von dem Gemeinderath für die Abtretung von Gelände zum Bau an die Firma F. Peppler u. Gomp gestellten Bedingungen sollen derselben mit» getheilt werden, um sich über die Annehmbarkeit derselben auszusprechen. Der Gemeinderath beschließt, den Bewohnern des Seltersbcrg« auf deren Gesuch um Beseitigung des Staubs zu antworten, daß der Gemeinderath sich nicht für befugt halte, zu Lasten der Stabt einem einzelnen Theil eine Begünstigung, wie sie verlangt, zu gewähren; cs sei jedoch der Stadtvorstand nicht abgeneigt, an eine Gesellschaft, welche das Begießen der fraglichen Siabttheile übernehmen wolle, einen Beitrag zu bewilligen. Die übrigen Vorlagen und Beschlüsse betreffen Angelegenheiten persönlicher Art. Berlin, 2. Juni. Was das Unwohlsein des Grasen Bismarck angcht, so war dasselbe am stärk- sten in der Nacht vom Freitag auf Sonnabends Es haben sich nämlich wieder Spuren des alten rheu- malischen Leidens eingestellt, unv dazu dürfte wohl noch der Umstand hinzukommen, daß Graf Bismarck vielleicht selbst zu viel arbeiten muß, was mit der Zeit nothwendig eine große Abspannung bedingt. UebrigenS hat sich der Graf feit Sonnabend merklich gebessert, wenn auch sein Unwohlsein denn noch ein derartiges ist, daß er für Vie nächste Zeit der größten Schonung bedürfen wird, und auch schwerlich in der Lage fein dürfte, sich an den Verhandlungen des Reichstags betheiligen zu können. Berlin, 3. Juni. Der König tritt am 25. d. M. seine Badereise an. Graf Bismaick ist Recon- valescent und hat heute das Bett verlassen. Osfi- ciös wird mitgetheilt, daß er den Reichctagesitzungen nicht mehr beiwohnen werde. Der Reichstag hält morgen wieder Sitzung. Zunächst wird über das Reichsdudget und über die Hülfsmitlel zur Entwickelung der Marine berathen. Der Schluß der Session findet wahrscheinlich am 20. v. M. statt. Berlin, 5. Juni. Der BunkeSrath genehmigte den Antrag des sechsten Ausschusses, welcher den Bundeskanzler ersucht, ein gemeinsames Strafgesetzbuch, sowie eine gemeinsame Strafprozessordnung des norddeutschen Bundes ausarbeitcn zu lassen. Berlin, 5. Juni. Der Reichstag bericth heute über das Penfionsgesetz für die ehemaligen Offiziere der schleswig-holsteinischen Armee. Nach Ablehnung verschiedener Anträge von Löwe und Vincke (Olben- dorf) wrrb die Regierungsvorlage in ihrer wesentlichen Fassung angenommen. Die Vorlage bezüglich der Mirgarantie des Bundes bei einer Anleihe zur Herstellung der Fahrbarkeit des SulinaarmS der Donaumündungen wird ohne Discussion genehmigt. Außerdem wird der Postvcrtrag zwischen dem norddeutschen Bunde, Baiern, Würtemberg, Baven einer» fett» und Cer Schweiz andererseits in der Schluß- berathung genehmigt. Homburg, 29. Mai. Seit dem Verbot des Spiels an Sonntagen in den preußischen Badeorten hat dasselbe in dem benachbarten Nauheim an diesen Tagen so zugenommen, daß die dortige Admini- strat on mit ihrem Personal nicht mehr ausreicht und solches von hier in Anspruch nehmen muß. Flörsheim, 31. Mai. Blühende Trauben sind heule in allen Lagen unserer Gemarkung anzutreffen, über welche der bekannte aromatische Traubcndlüthen- gernch hindustet. Binnen vier Tagen sind sie verblüht — eine Erscheinung, die seit 1834 noch nicht da war. Am 1. Mai waren sämmtliche Reben noch blind und heute allgemeine Traubenblüihe! Bremen, 2. Juni. Zum Protestantentage waren gestern Abend, 7 Uhr, bereit» über 200 Theil- nehmcr aus den verschiedensten Theilen Deutschlands einget,offen. Zahlreich ist besonders Schleswig-Holstein vertreten. Aus B sanyon, aus Biclitz (Oestcr- reichisch-Schlesien) und Biala (Galizien) hat sich je ein Vertreter eingesunben. München, 1. Juni. An der von der „We- ser-Zeit." zuerst mitgetheilten Nachricht, daß Preußen gegen die Niederlegung der Festungswerke von Landau Einsprache erhoben habe, weil dadurch sein Saarlouis an Bedeutung verlöre, ist kein wahres Wort. Das baierische Kriegsministerium hat von jeher betont, daß Landau als Festung nicht ohne Werth sei und jedenfalls als sturmfreier Depotplatz erhalten werden müsse. Und wenn auch der Lanv.ag Vie für Vie Dotation der Festung geforderten 26,000 fl. nicht bewilligte, so wird das KriegSministerium schon aus Vern Grund die Festungswerke nicht niederlegen, weil es über so bedeutende Summen nicht verfügen kann, wie sie für die Durchführung eines solchen Demon- tirungs-ProjecteS erforderlich wären. Somit wird Vie Festung in dem Zustand erhalten, in welchem sie sich zur Zeit befindet, und es fehlt für Preußen jeder Eirund zu einer derartigen Einsprache. München, 1. Juni. Zu der heule hier statt- findenden Sitzung des ständischen Ausschusses des deutschen Juristentags sind die Auswärtigen Mitglieder aus Wien, Berlin tc. hier eingetroffen. Es wird hierbei insbesondere Vic Frage zur Entscheidung kommen, ob in diesem Jahr ein Juristentag abgebalten werde, unv Cann in welcher von den Städten, Cie sich hierzu angemeiCet Haven. — Dem Vernehmen nach wird gegen das Tragen von Givilkleidern von Seiten Cer Offiziere, Vie sich in Urlaub befinden, ein entschieden gehaltenes Rescript des Kriegsministe- riums dieser Tage zu erwarten sein. München, 3. Juni. Prinz Napoleon wird heute Abend hier ankommen. Der Prinz wird strengstes Jncognito bewahren,, und werden deßhalb keinerlei Empfangsfeierlichkeiten stattfinden. Vom Oberrhein, 1. Juni. Den nächsten Monat werden die Abgesandten der böhmischen Nation nach Gonstanz kommen, um am 6. Juni d. I. den Todestag des Johannes Huß, welcher am 6. Juni 1415 in Gonstanz verbrannt worden ist, auf dem Platze selbst zu sei rn. Wir sind sehr begierig, wie die Bürger der Stadt Gonstanz diese böhmischen Wallfahrer, die Nachfolger jener Hussiten, empfangen werden, welche unter Ziska gegen Deutsche kannibalisch wütheten, unv Vie auch heute noch durch haßerfüllte Schmähu gen gegen Vie Deutschen, durch die schmachvollsten Judenhetzen und durch ihre Begeisterung für den Feudalhandel und Vas österreichische Goncorvat sich auszeichnen. Wie», 4. Juni. Die Finanzdebatte wurde im Reichsrathe fortgesetzt. Für den Majoritätsantrag auf einen 25procentigen Goupvnabzug sprachen zwei, dagegen vier Redner, worunter Baron Beust von der Abgeordnetenbank aus. Hr. v. Beust erklärte vorhergeschen zu haben, daß ihm die Maßregel bezüglich cer Gouponstrucr manche schwere Stunden bereiten werde. Das Ministerium des Auswärtigen müsse den Nothwendigkeiten Rechnung tragen, die aus Cer inner« Lage Ce» Reiches hervorgehen, er glaube dagegen, cer Reichsrath werve es nicht al- feinen Beruf betrachten, die so schwierige Aufgabe des Ministeriums des Aeußern zu erschweren, und durch Potenzirung einer allerdings unwillkommenen, aber durch zwingende Umstände gebotenen Maßregel deren Vertretung nach Außen fast zur Unmöglichkeit zu machen. Wie», 5. Juni. Prinz Napoleon kam heute Abend hier an, ward von dem französischen Botschafter, Herzog v. Gramont, dem Botschafi-personale und Marquis Pcpoli an der Bahn empfangen und begab sich daraus in seine Wohnung im „Hotel Lamm." Wie», 6. Juni. In der heute Abend anbe» räumten Sitzung des Abgeordnetenhauses wird die Finanzdebatie fortgesetzt. Es spricht zunächst Rechdauer als Generalredncr gegen die Majoritätsanträge de« BudgetauöschuffeS und betont hierbei besonverS die Nvthwendigkeit einer rabiealen Umwandlung de« Heerwesens zur gänzlichen Beseitigung des Deficit«. Tinti beantragt eine Resolution dahin lautend, die Regierung solle bemüht sein, durch Eisparung im Heerwesen das Deficit zu decken. Krzeckenowiez spricht gegen die Resolution Tinli's, weil Oesterreich eines mächtigen Heeres bedürfe. Der Berichterstatter der Ausschußminorität Banhaus vertheidigt in feiner Schlußrede den Minoritätsantrag und betont dabei, daß die Minorität keine Zinfenrecuction wolle. Die Fortsetzung der Debatte wird auf morgen angefetzt. Wie», 6. Juni. Bei namentlicher Abstimmung wird der Antrag der Majorität mit 113 gegen 46 und der verbesserte Majoritätsantrag mit 100 gegen 58 Stimmen abgelehnt. Der verbesserte Minoriiäts- antrag, dem sich die Regierung anschloß, wird mit großer Majorität in folgender Fassung angenommen: „Sämmtliche Gattungen der funCirten allgemeinen Staatsschuld, ausgenommen die Loose von 1854, 1860 und ce» Steueranlehens vom Jahre 1864, werden in eine fünfproceniige einheitliche Schuld um» gewanveit, Cie mit einer sechszehnprocenligen Steuer, wtlche nicht erhöht werden kann, belastet wird." Paris, 3. Juni. Im Lager von St. Maur, wie in jenem von Ehalons, sind in Folge der starken Hitze gefährliche Krankheiten unter den Soldaten ausgebrochen. — Trotz vcs Berichtes des Marschall« Niel ist Frankreich noch keineswegs kampfbereit. Die Soldaten, selbst Cie befteingeübteften, haben es bis jetzt noch keineswegs bis zu 14 und 16 Schüssen mit dem Ehassepol gebracht, wie Niel sagt, sondern höchstens 5 bis 6 Schüssen; die weniger gut geschulten schießen kaum viermal, selbst wenn sie nicht zielen. Man braucht daher wenigstens noch 4 Monate, damit Der französische Soldat sich nur einigermaßen feiner neuen Waffen bedienen kann. Paris, 4. Juni. Der „Abend-Moniteur" war gestern wieder einmal falsch berichtet; der auf gestern angesetzte Minssterrath wurde in der That wegen Unwohlseins des Kaisers wieder abdestellt. Heute soll eine Besserung in dem Befinden des Kaisers rin» getreten fein; doch ist zu bemerken, daß derselbe soeben der Stadt Havre, welche neue Schritte bet ihm thun ließ, daß er ihre Ausstellung besuche, antwortete, er könne für jetzt Paris nicht verlassen, und werde den Prinzen statt seiner nach der Haicnstudt schicken. — Dem „Journ. ce Paris" zufolge wird in gewissen diplomatischen Kreisen versichert, Hr. von der Goltz dringe noch immer bei Hrn. de Moustier auf eine Ausweisung Cer hannöverischen Flüchtlinge. Genannte» Blatt, das übrigens gar viel Lügen in Cie Welt setzt, will auch vernommen haben, Caß Hr. Ronher nach Beendigung der Session nach Earlsbad gehen und kort mit Graf Bismarck zusammentreffen werde. — Dir Kaiser, die Kaiserin und der kaiserliche Prinz würden gegen Ende August nach Biarritz abgehen. London, 3. Juni. Napier tclegraphirt an Norihcote aus Atrigrath vom 21. Mai, daß einige Truppen vorläufig in Zulla zurückbleiben, während alle anderen sich am 1. Juni einschiffen. Herrieden. Der Wetterbeobachter schreibt untern, 1. Juni: Noch dauert das schöne Wetter, von Gcwcktern unterbrochen, fort. Letztere sind an den einzelnen Orten ungemein heftig. Jin europäischen Luftmeer noch immer wenig Veränderung. Der Monat Mai hatte dahier eine Mitteltemperatur von 21,590 07,97» Rj, um 6,08» (4,86» R) wärmer als im Durchschnitt, was in den 57 Jahren, feit meteorologische Beobachtungen vorliegen, noch nicht vorkam, indem bis jetzt cer Mai des guten Wein, j,ihres 1811 die höchste mittlere Wärme von 20,26« (16,21° R) hatte. Redaktion, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr- Pietsch) in Gießen.