Preis vierteljährlich 36 ft. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 32 ft. ohne Postaufschlag. Gießener Anzeiger. Etscheint wöchentlich drei- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen. Nr. a. Donnerstag den 9. Januar , HIHI MM Amtliche Bekanntmachungen. 1868. Betreffend - Das Landgestüt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler für 1868. Das Groß herzogliche Kreissmt an Gießen, sm 6. Isnusr 1868. Gießen die Großherzvglichen Bürgermeistereien Beuern, Dorf-Gill, Gießen, Hattenrod, Lang-Göns und Sich. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 12. December 1867 binnen drei Tagen bei 30 kr. Strafe. Dr. G o l d m a n n. In der Gemeinde Lang-Göns sind 6 fl. 12 kr. einmalige Beiträge für die Anstalt für blödsinnige Kinder eingegangen. Gießen, den 4. Januar 1868. Dr. Goldman n. Betreffend: Die Führung des Handelsregisters bei dem Großherzoglichen Stadtgerichte Gießen, in speoie: Einträge der im Jahre 1867 hinzugekommenen Gewerbtreibenden. Das Gießen, den 5. Isnusr 1868. Groß herzogliche Stadtgericht Gießen SN ' die Größtmöglichen Bürgermeistereien des Bezirks. Sie wollen uns ein, auf Grund der Ihnen von dem Großherzoglichen Steuercommiffariate zukommenden Liste der Gewerbetreibenden Ihrer Gemeinde zu fertigendes Verzeichniß über diejenigen Gewerbetreibenden, welche sich im Jahre 1867 neu etablirt oder ihr bereits bestandenes Gewerbe in irgend einer Weise geändert, insbesondere durch Handelsbetrieb erweitert haben, mit Beifügung der Art des Gewerbes eines jeden Einzelnen, baldigst vorlegen, um etwa nöthig scheinende Einträge in das Handelsregister vollziehen zu können. M u h l. Besondere Bekanntmachungen. Oeffentliche Aufforderung. 139) Für die verschollene, am 23. August 1773 geborene Anna Elisabetha, Ehefrau des Johannes Atzbach von Hausen, geborene Jammer, welche vor länger als 30 Jahren sich mit ihrem Ehe- manne und ihren 4 Kindern, a) Helene Henriette, b) Kath arina, c) Joh an- nes, d) Anna Maria, nach Amerika begeben hat, wird dahier noch ein Vermögen von 314 fl. curatorisch verwaltet. Auf Antrag der als erbberechtigt ausgetretenen Geschwisterkinder rotfb dieselbe hiermit aufge- sordert, binnen 3 Monaten sich zur Empfangnahme ihres Vermögens dahier zu melden, widrigenfalls angenommen wird, sie sei mit Zurücklegung des 70. Lebensjahres gestorben. — Zugleich werden alle Diejenigen, welche Erbansprüche an das Vermögen der Verschollenen bilden wollen, insbesondere ihre oben benannten unbekannt wo? abwesenden Kinder und folgende gleichfalls unbekannt wo? abwesende Geschwisterkinder: a) Helene Marie Elisabetha, Ehefrau des Johannes Rinn von Heuchelheim, b) Elisabetha, Ehefrau des Friedrich Beck von Bellersdorf in Preußen, c) Johann Ludwig Jammer von Hausen, sämmtlich Kinder des verstorbenen Johannes Jammer von Hausen, d) Stephan Jammer, Sohn des verstorbenen Konrad Jammer zu Steinbach, hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche binnen gleicher Frist, bei Meldung der Annahme des Verzichtes auf solche, dahier geltend zu machen. Gießen, den 2. Januar 1868. Großhcrzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Oppermann, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. 135) Die Gemeinde Reichelsheim in Oberhessen sucht einen Veterinärarzt unter günstigen Bedingungen anzunehmen. Lusttragcnde können das Nähere entweder persönlich oder schriftlich, unter portofreier Zusendung, auf hiesiger Bürgermeisterei erfahren. Reichelsheim in Oberhessen, 4. Jan. 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Reichelsheim. Vogt- D e r st e i g er u n g e n. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 155) Montag den 13. und Dienstag den 14. Januar d. I., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an,, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Faulerboden, nachverzeichnetcs Holz öffentlich versteigert werden, als: 7Vz Stecken Buchen-Scheidholz, 31/4 „ „ Prügelholz, 8% „ „ Stockholz, 175 Wellen „ Reisholz, 33 Stecken Eichen-Scheidholz, 833/4 „ „ Prügelholz, 118 „ „ Stockholz, 3936 Wellen „ Reisholz, 532 Eichen-Stämme mit 17517 Cubikfuß, 7 Buchen- „ „ 258 „ 117 Nadel- „ „ 1508 9 Eichen-Stangen „ 38 „ 14 Nadel- „ „ 66 DieZusammenkunft ist amLumpenmanns- brunnen auf der Chaussee nach Lich. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juni d. I. gestattet. Bemerkt wird, daß am ersten Tage die Stämme und Stangen und am zweiten Tage das Brennholz versteigert wird, und daß sich unterdenEichen-Stämmen Stücke befinden, welche sich sehr gut als Werkhölzer für Küfer und Glaser eignen. Die Großherzoglichcn Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 6. Januar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Main - Weser - Bahn. 151) Zur Uniformirung der Wärter und Portiers soll die Lieferung von 36 Röcken, 88 Hosen, 74 Mützen und 14 Paletots, veranschlagt zu 1484 fl. 24 kr., auf dem Submiffionswege vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen können auf dem Bureau des Großherzoglichen Maschinenmeisters dahier eingesehen werden und sind die Gebote bis längstens 22. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, versiegelt und mit der Aufschrift: „Uniformirung betreffend", ein- zureichen. Gießen, den 7. Januar 1868. Großherzogliche Magazins-Commission. Eickemeper. Holzversteigerung. 150) Im Licher Stadtwalde, District Großenhäuserberg, kommt den 16. und 17. d. Mts. folgendes Holz zur Versteigerung, und zwar Donnerstag den 16. Januar: 266 Eichen-, Buchen-, Nadel-, Elsbecr- und Linden-Stämnre, Bau und Werkholz, von 8 bis 18 Zoll Durchmesser und 15 bis 35 Fuß Länge, 195 Eichen- und Fichten-Stangen, 210 Buchen-Langwied, 20 Stecken Eichen von 10 und 15 Fuß Länge; Freitag den 17. Januar: 400 Stecken Buchen-, Eichen- und Weich- holz-Scheid- und Prügelholz, 190 Stecken desgleichen Stockholz, 17000 desgleichen Wellen. Der jedesmalige Anfang ist Morgens 9 Uhr auf dem Kreuz des Nonnenröthcr und Langsdorfer Heuwegs. Lich, den 6. Januar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Helm. Wiesen auf der Au. 140) Montag den 13. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, lassen die Erben des Müller Ph. Christ zu Wieseck ihre sämmtlichen Güterstücke auf hiesigem Rathhaus öffentlich versteigern. Wieseck, im Januar 1868. Feilgebotenes. 154) Gegen Husten und Brustleiden empfiehlt Bruftmalz-Bonbons u. Lakritzcn- Bonbons Robert Sattler, Conditor. 124) Wasserdichten Gummistoff zu Unterlagen für Kinder und Krankenbetten empfiehlt I. Schellenberg, Seltersweg. Coaks für Zimmerheizung, ä 32 kr. pr. Ctr. ab Fabrikhof, 34 „ „ „ an's Haus geliefert, bei Entnahme von mindestens 5 Ctrn-, ist fortwährend zu haben beim (141) Gießener Gaswerk. 146) Meine sämmtlichen Möbeln, worunter ein sehr gut erhaltener Flügel, aus der Fabrik von Biber in München, sowie sämmtliches Haus- und Küchengeräthe, bin ich Willens sofort zu verkaufen. Adolph Hecker, im „Russischen Hof." 123) Respiratoren in allen Qualitäten empfiehlt I. Schellenberg, Seltersweg. 119) Junge Metzgerhunde sind zu verkaufen bei Balth. Malkomesius, am Wallthor- Universitäts-Wand- und Adretzkalender sind, 8 Kreuzer pr. Stück, zu haben in der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch.) Wiederverkäufer erhalten Rabatts Dermiethungen. 142) Das von Frau Bender bewohnte Logis ist zu vermiethen und am 1. März zu beziehen. Georg Scharmann, zum Schützenhof. 132) Eilt möblirtes Zintmer mit Cabinet auf dem Brand ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. 128) Ein freundliches, möblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartenwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Näheres bei der Exped. d. Bltts- IO) Ein Laden mit Logis ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. -. Bltts. 133) Ein Familicnlogis ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bet Fr. Fürst, tn der Neustadt. 127) Ein kleines Fantilienlogis ist zu ver- miethm bei Alexander Mayer. Vermischte Anzeigen. 131) Eine ordentliche Frau wird für einige Stunden des Tages als Aufwärterin gesucht. Zu erfragen bei der Exped- d- Bltts- 1 44’/8-45i/8 1864r '<2 Exped. b'- Bltts. EB 37-39 29-30 9 9 9 9 5 9 57V2-58V2 49-51 50-51 Pr. Cass. Sch. Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. Pistolen . . „ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Frankenst. Verladung nach allen überseeischen Plätzen. aqq'i smir hrinaen hierdurch tur Anzeige, daß wir vom 2. Januar 1868 ab einen kSZ-'ML-NMW-DS • pi micr Kveien betraat 5 Sar- pr 100 Pfund, Partieen billiger- Die Güter bitten wir an unsere Firma in Hcribnrg oder Altona zusstejlnl.—_ 136) Weber'S Weltgeschichte, neuere Ausgabe, und George's Lexikon werden zu kaufen gesucht. Offerten bei der Exped- d- Bltts. abzugeben. __________________ 120) Es wird ein braves Mädchen in einen Laufdienst gesucht- Näheres bet der Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold. 2 27-28 Turnverein. 125) Donnerstag den 9. Januar, Abends 8 Uhr, im Promenadehaus: Generalversammlung. Tagesordnung: Beschwerde und Wahl- anfechtung- — Ball-' Der Vorstand. An die Bewohner Gießens und der Umgegend. aÄlBBSsiB HESS 129) Altes Zeitungspapier in großen . 126) und kleinen Partieen kauft I. Rothenberger, Lmdenplatz. DberhesNsche Grselischnst für Natur- und Heilkunde. 147) Generalversammlung Samstag den 11. Januar, Abends 6 Uhr, in der kleinen Aula. . „ Anaekündiater Vorlrag: ^Die Organisation der Thteie. Nach der Sitzung gemeinsames Abendessen im Rappen. Einen Gulden Belohnung erhält der Finder eines kleinen Notizenbuchs. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 143) Eine Mühle oder ein Oeconomie- gut in hiesiger Gegend wird zu kaufen gesucht- Gefällige schriftliche Fianco-Anerbre- tungen befördert die Exped- d- Bltts- unter Nr- 143. Börsennachriciiten. 7. Januar 1868. äss**® wi» «s* w» Müller, Oberzoll« Inspektor. Arnold Mil e . » ^vr ^Seel Pfarrer. Dr. Simon, Superintendent. 3»«"^ Andrea« W-idig IN. Preuss. 41/2°/o Obi- 96 Frankf. 31/2% Obi. 811/2 Nass. 41/2% ObL 95 ’/g Kurh. 40/0 Obi. 90 V4 Hess. 40/0 Obi. b. Roths. 90 ich, °» w». ,ch .m We d» itz.uP, fnuTiicrlid)t-nuu|öbank für Deutschland in Gotha. 149) Zufolge der Mittheilung der Feuerversicherungsbarck für^ Deutschland zu Gotha wird dieselbe nach vorläufiger Berechnung ihren Theilnehmern für 1867 circa 80 Proceut SSOwä« ^ai Zu?Annahme von Versicherungen für die Feuerversicherungsbank bin ich reder- d.« 8- zm,-.- m a: Cb«ries van IMemen «& C#inp., Spediteure. Altona. Hamburg. Harbnrg. Bremen. Directe Wechsel. Amstcrd. k. 8. 1001/4 Augsb. k. 8. 100 Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 975/g Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88*/t Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119V2 Lyon k. S. — Paris k. 8. 95Vg Wien k. 8. 98 Vg Disconto 30/0 G. Geldsorten. Feuilleton. (Fortsetzung.) Vetter und Base. Eine Familiengeschichte. für Paulinen, und dem Papa selbst war damit gedient, denn er hatte einen Narren an dem Mädchen gefressen, und die kleine Katze hat sich auch seither so qanr in Papa's Gunst einzuschmeicheln gewußt, daß er in diesem einzigen Stucke Len eigenen Willen durchsetzt und sie im Hause behält. Deßhalb können wir sie leider Gottes nicht ganz aus dem Wege halten und muffen dulden, daß sie bei Gesellschaften aufwarte. . . ." Wo fie sich übrigens niemals vordrängt," wandte Ida ein. ''Einerlei! schon ihre Anwesenheit genügt, um uns zu schaden." sagte Hen- nette kalt. Hast Du denn noch nie bemerkt, Schwester, daß Pauline hübsch ist, hübscher'als wir beide — und daß sie es weiß? Erst neulich fragte mich der junge Bondörfer, wer denn das allerliebste Mädchen fei, das Morgens auf unserem Balkon die Blumen begossen habe; und ich mußte emc Geschichte er« finden von einem armen Mädchen, dem unser Papa ein Obdach .n unserem Hause gegeben habe. Wenn ds aber so fortgebt, so werden die Mgen Herren aus der Stadt bald ihr Fensterparaken machen und nur ihretwegen unfern Salon besuchen. Der junge Moritz Muller hat ,a schon Verse auf ihre Augen gemacht, die im Jntelligenzblatte gestanden haben ßollen! ... „Wirklich? Ei, das ist ja fürwahr romantisch!" sagte Ida schmachtend. „Jenun, wenn die jungen Männer sich für Paulinen mteressiren wollen, liebe Glaubst Du, Ida?" versetzte Henriette und warf stolz den Mund auf ; D »"suchst allerdings ein gewisses Verdienst darin, großmuthig und edelherzig zu erscheinen, weil Du ganz von Deinen Roman°Jveen erfüllt bist- Ich glaube, die Heldinnen der Romane sind immer arme, unglückliche iunge Mädchen, die nach unzähligen Verfolgungen und Kümmernissen reiche edle Manner heirathen. Das schwebt Dir vor, und Du wurdest am Ende selbst die Hand dazu bieten, Paulinen zu einer guten Parthie zu verhelfen, nicht wahr? — Jenun, mein Standpunkt ist ein ganz anderer. Eine Heirath mit hinein Gewerbsmann, einem Fabrikaufseher, ja sogar einem der Buchhalter Papa s wurd ich Paulmen mc.)t mißgönnen; aber aus unseren Kreisen hier oben m/rde ich sie fern halten, ich nicht gleich von Anbeginn dagegen, daß sie im Hause bleibe? Bat ich nicht Papa, er soll Paulinen nach Friedrichsfeld schicken und zu einer Gouvernante ausbilven lassen, wenn er ja absolut die Rolle der Vorsehung bei seinen armen Verwandten spielen wolle? Aber da kamst Du mir in die Quere und batest Politische Rundschau Gießen, 6, Jan. Den Neujahrsbetrach, tungen der „Südd. Pr." entnehmen wir folgende Stelle: Der Norddeutsche Bund, im vorausgehenden Jahre entstanden und von mancher Seite als eine eintägige Bildung betrachtet, hat sich in dem Jahr, an dessen Ende wir stehen, innerlich geordnet und gekräftigt. Wie man auch über seine Bedeutung für die deutsche Nationaleinheit denken, wie man seine Verfassung beurtheilen mag: das Jahr 1867, welches ihn als eine vielleicht nicht zweifelfreie Thatsache von seinem Vorgänger empfangen, überliefert ihn als eine zweifellose seinem Nachfolger. Als ein fertiger politischer Körper ist er in die Gesellschaft der europäischen Mächte eingetreten. Das besondere Verhältnis der süddeutschen Staaten zu ihm ist durch die Beschlüsse der süddeutschen Kammern über die Militärverträge außer Zweifel gestellt worden. Die erneute Gründung des Zollvereins hat nicht nur nationalen Wünschen und Bedürfnissen entsprochen, sie hat auch einen halbpolitischen Organismus hergestellt, auf den sich, soweit von friedlichen Entwickelungen die Rede ist, die weiteren politischen Einhcitsbestrcbungen der deutschen Nation allein stützen können, und an den sie also werden anknüpfen müssen. Gießen. Es ist die Rede davon, daß an Stelle des Professor I Hering, welcher einen Ruf nach Wien angenommen hat, Professor Neuner von Kiel, ein geborner Hessen-Darmstädter, auf der Lehrstuhl des römischen Rechts berufen werden soll. Darmstadt, 4. Jan. Für die Provinz Ober- Hessen gilt seit dem 14. Nov. 1867 ras Bundesgesetz, welches alle Zinsbeschränkungen aufhebt, während in den beiden andern Provinzen des Großherzog- thums die Wuchergesctze noch fortbestehrn. Berlin. Der Bundeskanzler hat an sämmtliche verbündete Regierungen die Mittheilung gerichtet, daß die in Kiel gainisonirenden Kommando's der Flot- tenstammdivision, der Werftdivision, des Seebataillons und der See-Artillerieabtheilung angewiesen sind, von Angehörigen des norddeutschen Bundes Gesuche um Einstellung in die Bundesmarine anzunehmen, zu prüfen und zu erledigen. Diesem Gesuche müssen die Papiere der betreffenden Personen und die bezüglichen Ausweise beigefügt sein. Die Einstellung der Mannschaften erfolgt bei dem Seebataillon und der See- Artillerieabtheilung im October, bei der Werftkompagnie der Werstdivisioii im Januar und bei der Handwerkerkompagnie der Werstdivision, sowie bei der Flotte der Stammdivisivn, im Februar. Berlin. Die von den Deutschen in New - Orleans dem Reichstage verehrte Fahne ist, wie ter „Publ." mittheilt, etwa 6 Ellen lang, von schwerem Seidenstoff in den Farben des norddeutschen Bundes: Schwarz-Weiß-Roth, auf drei Seiten mit sil- benen Franzen verziert und enthält in der Mitte mit gelber Seide gestickt, die Inschrift: Dem deutschen Parlament, 1867, die Deutschen in New-Orleans." Die Flaggenstange ist mit massiv silberner Spitze und silbernen Quasten geschmückt. Das Geschenk ist, da gegenwärtig der Reichstag nicht tagt, einstweilen in dem Bureau des Herrenhauses niebergelegt. — In Anbetracht der eingetretenen strengen Kälte sollen bis auf Weiteres alle ausstehenden Militär-Wachtposten von Stunde zu Stunde abgelöst werden. Ebenso sind für dieselben in Betreff ihrer Bekleidung fürsorgliche Anordnungen durch Verabfolgung doppelter Mäntel, Filzschuhe u. s. w. getroffen worden. Berlin. Den Schutz der Deutschen im Auslande hat Preußen sich zwar allezeit angelegen sein lassen, ganz besonders aber seit den Ereignissen des Jahres 1866 und bekanntlich liegen längst von allen Seiten Aeußerungen der Befriedigung von den Deutschen im Auslande hierüber vor. Immerhin aber ist es ein bedeutungsvolles Ereigniß, daß nun auch in aller Form für diesen Schutz gesorgt ist durch die Bestellung von Gesandten des norddeutschen Bundes. Der weitere Ausbau und Ausdehnung der norddeutschen Flotte wird hierin das Beste thun und es Preußen ermöglichen, überall die Deutschen, auch in fernen Ländern, zu schützen. Berlin, 3. Jan. Hier wir died politische Situation als eine durchaus friedliche in den Regie- rungskreisen betrachtet. Die französische Presse und die chauvinistischen Reden im gesetzgebenden Körper zu Paris spielen freilich mit einem Kriege wie mit einem Federballe, aber es, scheint dieses Spiel nur zu einer künstlichen Aufregung zu dienen, die zum Theil hervorgegangen ist aus der Besorgniß, daß Preußen, um Italien zum Umsturz der weltlichen Herrschaft des Papstes zu verhelfen, sogar einen Krieg nicht scheuen würde. Es giebt keine khörichtere Auffassung, und die clerieale und chauvinistische Presse Frankreichs müßte sich bei einigem Nachdenken sagen, daß die Herrschaft des römischen Stuhles über ein kleines Territorium für Preußen nicht den allermindesten Nachtheil im Gefolge hat. Selbst in Italien liefert die Haltung der Regierung zu Florenz den Beweis, daß die Existenz des Königreichs nicht von dem augenblicklichen Besitze der Sieben-Hügelstadt abhängig betrachtet wird. Tausende von wichtigen Angelegenheiten des jungen Reiches können geregelt werden, ohne daß sie auch nur eine entfernte Verbindung mit der römischen Frage aufzuweisen haben. Frankreich hat als katholische Macht seinen Entschluß, die weltliche Macht des römischen Stuhles zu schützen, genugsam zu erkennen gegeben. Das ist eine Thatsache, mit welcher Italien zu rechnen hat. Die Ausregung in einzelnen Preßorganen wegen eines möglichen Hereinbrechens der orientalischen Krisis ist eigentlich eine seit einem Menschenalter herkömmliche. Sie ist kon- tinuirlich. Aber augenblicklich fehlt ihr der Brennpunkt, um von demselben die Entzündung des alten aufgehäuften Stoffs der gegenseitigen Erbitterung herbeizusühren. Was von den Rüstungen der Russen an der galizischen Grenze, an der Grenze der Moldau und sonst int Reiche gemeldet wird, gehört ins Reich der Fabeln. Eine Regierung, welche mit solchen Maßregeln zur Unificirung des Reichs beschäftigt ist, wie die russische, denkt schwerlich an den Beginn eines Krieges, welcher geeignet ist, alle Plane über den Haufen zu werfen. Berlin, 4. Jan. Gestern ist hier die Commission für die Ausarbeitung der Civilprozeßordnung des Nordbunkes zusammengetreten. — Der „Staatsanz." veröffentlicht eine Kriegsministerial-Versügung betreffend die den Officieren (sowie deren Wittwen und Waisen) der früheren schleswig - holsteinschen Armee, soweit sie dem Norddeutschen Bunde angehörig, zu gewährenden Unterstützungen. Berlin, 6. Jan. lieber die im BundeS-Militär- etat zu erwartenden Mehrforderungen bringt das „Mi- litär-Wochenblatt" einige Aufklärungen. Die Gehalte der Ofsiciere sind, wie die „Spen. Ztg." dazu bemerkt, um 60 bis 400 Thlr. erhöht, woraus sich schon etwa 800,000 Thlr. fummiren; der Verpfle- gungszuschuß für die Soldaten, drei Pfennige pro Kopf und Tag, beziffert sich mit 900,000 Thlr. Dazu kommen Erhöhung des Pferdestandes bei den Fußbatterien, des Lieutenantstandes bei den Kavallerieregimentern, Erhöhung gewisser Reisegelder, so daß hieraus allein die anfänglich offieiös zugestandene Erhöhung um zwei Millionen erschöpft ist, ohne daß dabei die Mehrausgabe für die Ernährung der Pferde bestritten wäre. — Den sämmtlichen Contingents- staaten ist preußischerseits aufgegeben worden, schiert- nigst in den auf ihrem Gebiete gelegenen GamisonS- städten die erforderlichen Bauten an Exercierhäusern, Lazarethen, erweiterten KasernementS :c. auszuführen. Ebenso muß von denselben für die Ueberweisung an ausreichenden und zweckmäßigen Exercierplätzen und Schießständen Sorge getragen werden. Der dadurch diesen kleinen Staaten auferlegte Kostenaufwand muß zweifelsohne als sehr beträchtlich erachtet werden und wird z. B. für Coburg-Gotha allein auf weit über 200,000 Thaler veranschlagt. — Graf v. d. Goltz kehrt morgen nach Paris zurück. Gotha, 31. Dec. Der hier wohnende Erbprinz Friedrich von Augustenburg soll, nach der „Köln. Ztg.", jetzt einsehen, welch' falsche Rath- zchläge ihm früher ertheilt worden und er soll jetzt su einer Aussöhnung mit dem König von Preußen, auch zu einer Abtretung seiner Rechte auf Schles- wig-Holstein, natürlich gegen eine Apanage bereit sein. (K. Z.) Karlsruhe, 3. Jan. Die „K. Z." schreibt halbamtlich: An unserer Grenze, in St. Louis und in Straßburg, sind Werbebureaus für die römische Armee errichtet und in inländischen Tagesblättern und Vereinen werden junge Badener aufgefordert, sich dort anwerben zu lassen. Die Personen, welche diese Werbungen fördern und betreiben, an ihre Pflichten gegen ihr deutsches und ihr badisches Vaterland zu erinnern, würde wohl nicht der Mühe lohnen; dagegen mag ihnen der §. 40 des Polizeistrafgesetzbnches ins Gedächtniß zu- rückgerufen sein, welcher lautet: „Wer ohne Staatserlaubniß für fremde Kriegsdienste wirbt, wird an Geld bis zu 100 fl. oder mit Gesängniß bis zu 4 Wochen bestraft." Es vergeht übrigens kaum ein Monat, ohne daß die Gr. Regierung meist von blutjungen Inländern, die in römische Kriegsdienste gerathen sind oder von deren Angehörigen angefleht wird, die Entlassung derselben und ihre Rückkehr in die Heimath zu vermitteln. Es ist dies auch in nicht wenigen Fällen mit Erfolg geschehen. Natürlich befreit die ihnen geleistete Hülfe die jungen Verführten nicht von den Strafen, welche sie durch eine Verletzung der Con- scriptionsgesetze verwirkt haben. Wien, 4. Jan. Die „N. fr. Pr." meldet: Der Minister Giskra empfing heute die Beamten des Mi- nisteriums des Innern. In feiner Ansprache betonte Giskra, daß mit seinem Amtsantritte der Geist der Verfassungsmäßigkeit und Verfassungstreue in die Verwaltung einziehen müsse. Giskra erwarte und fordere von den Beamten, daß dieselben vollständig zum neuen System stehen würden. Wem dieser unbedingte Anschluß mit seiner Ueberzeugung nicht ver- einbarlich, möge sich zurückziehen. Von Denjenigen, welche trotzdem im Amte blieben, erwarte der Minister unbedingte treue Unterstützung der Maßnahmen, welche das Wohl des constitutionellen Staates erhei- scheu. Auch der Minister Haßner hielt eine Ansprache an die Beamten des CultusministeriumS, in welcher er betonte, daß im Geiste der sanctionirten Grundgesetze gewirkt werden müsse. Wien, 5. Jan. Ein Präsidialrundschreiben des Finanzministers Brestei hebt die Schwierigkeiten der Aufgabe der Finanzleitung hervor und spricht die Hoffnung aus, daß das in den konstitutionell und freiheitlich regenerirten Königreichen und Ländern hierher vergeblich angestrebte Gleichgewicht zwischen Henriette, so können wir beide es ihnen doch nicht verwehren oder sie daran verhindern. Mir gefällt das allerliebst, denn gerade in diesem Roman hier heirathet auch eine arme Gouvernante, die Tochter eines armen Landpfarrers, den reichen Lord Rochester, während die vornehme, reiche, stolze Gräfin Clara Ormond. . ." „Um's Himmels willen, Ida, laß mich mit Deinen verrückten Romangeschichten in Ruhe!" fiel ihr Henriette unwillig in's Wort. „Ich glaube, wenn Robert, den wir heute noch erwarten, es sich in den Kopf setzte, sich in dieses Landmädchen zu verlieben, Du würdest ihm aus lauter Romantik noch die Hand dazu bieten und Dich gar darüber freuen!" „Unb warum nicht, Henriette? Ich bin Fatalistin, Schwesterchen; ich glaube felsenfest, daß unser Schicksal droben über den Sternen im Voraus bestimmt wird, und daß es nicht in der Macht der Sterblichen liegt, etwas daran zu ändern," erwiederte Ida schmachtend und gedehnt und wickelte eine ihrer langen Locken um den feinen Finger. „Wenn es also im Rathe des Schicksals beschlossen ist, daß Vetter Robert Paulinen bewnndre, so kann ich nichts daran ändern und ergebe mich geduldig darein, obschon ich gestehe, daß ich ihn Dir lieber gönnen würde, Henriette, weil ich weiß, daß es ein Lieblingsgedanke der Mama ist, ihn zum Schwiegersöhne zu haben, und weil Du wirklich auch ganz trefflich für ihn passen würdest!" „Sehr verbunden, meine Liebe, für dieses Wohlwollen gegen mich," sagte Henriette spöttisch. „Ich bin dagegen keine Fatalistin, sondern ein einfaches praktisches Mädchen, das recht gut weiß was es will, und seinen Willen durchzusetzen versteht, und ich sage Dir, daß ich meinen Kopf darauf gesetzt habe, den Vetter Robert zu heirathen, — daß ich den Anstoß zu dieser Soiröe gege« ben habe, womit ich dem Vetter eine Ehre bereiten will, und daß ich mir wahrlich alle diese Mühe n.cht gegeben haben würde, wenn ich so thöricht wäre, eine solch' gute Parthie wie Robert durch die Finger schlüpfen zu lassen! Ich bin meines Erfolges schon ganz sicher!" „Das glaub' ich, Schwester, und gönne Dir'S von Herzen!" sagte Ida; „was eine Frau will, das will ja auch der liebe Gott! sagt ein französisches Sprüchwort. — Und doch befremdet es mich, Liebe, wie Du solch' ernste Geschäfte, von denen Dein ganzes zukünftiges Lebensglück abhängt, so keck und entschlossen und kaltblütig entwerfen und ausdenken kannst. Mir ist der Gedanke, daß ich die Liebe eines Mannes missen sollte, nur um die Vortheile des Reich- thums und einer geachteten Lebensstellung einzutauschen, geradezu peinlich. Ich wäre außer Stande, einen solchen Kompromiß zwischen Herz und Verstand einzugehen ! Nur dann, wenn ich ein wohlverwandtes reiches Gemüth und einen reichen Geist in einem Manne gepaart fände mit edler männlicher Schönheit, könnte ich mein Herz und meine Hand mit Begeisterung vergeben!" „Wahlverwandte Seelen! lachte Henriette spöttisch. „O kleine unpraktische Träumerin, man sollte nicht glauben , daß Du Deiner Mutter leibliche Tochter bist. Reiches Gemüth und reichen Geist! Bah, das sind Phrasen, liebe Ida! Meinen Anforderungen an einen Gatten kann nur derjenige Mann entsprechen, der im Stande ist, ein angesehenes Haus zu machen, und mir alle-Behaglichkeiten von Reichthum und Wohlleben zu verschaffen, ein Mann, der mir in allen // // Stuben 6520 Vermischtes. 172 n fl- 5. - 7299 Stuben von II II Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr- Pietsch) m Gießen. II u II II V H II II II H II II II U u II II n u ii n u II Frau 3. 30 2. — 10. — 1. — 2. — — 18 2. — 1. 45 1. 45 1. — 1. 45 1. 10 und Kammern. , , Unbewohnt waren 17 Wohnungen mit 67 Stuben, die theils im Umbau begriffen und die meist klein, für einzelne Personen bestimmt, sind. Außerdem waren in Gasthöfen 120 Fremdenzimmer Unter der anwesenden Bevölkerung befinden sich 3 Blinde, 6 Taubstumme, 5 Blödsinnige, 6 Geisteskranke und 136, welche ständige Unterstützungen aus der Armenkasse beziehen. Vier weitere Geisteskranke befinden sich im Landeshospital Hofheim. Gießen, 8. Jan. 1868. Während die Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Starkenburg dem Vernehmen nach etwa vierzehn Tage andauern sollen, dürfte es in Oberhessen als eine sehr erfreuliche Erscheinung zu begrüßen sein, daß die auf den 6. d. M. anberaumt gewesenen Assisen des 1. Qua» tals d. I. wegen mangelnder Strafsachen sistirt und demzufolge die zur Function berufenen Geschwornen abbestellt werden mußten. Gießen. Die hiesige freiwillige städtische Feuerwehr wird nächsten Samstag im Leib'schcn Saale die Feier ihres elfjährigen Bestehens abhalten. Wie in früheren Jahren so werden auch dießmal an den Stadtvorstand und die Kreisbehörde, sowie an den Vorstand der Gail'schen Feuerwehr, die Officiere und überhaupt an Solche Einladungen ergehen, die zu dem Corps in Beziehungen stehen oder sich um dasselbe Verdienste erworben haben. Man erwartet, da auch Nichtmitglieder eingeführt werden können, 3 Personen waren obdachlos. Demnach waren in 911 Gebäuden eine recht lebhafte Betheiligung und fröhlichen Der- lauf des Festes. Bei der am vergangenen Montage stattgehabten Wahl sämmtlicher Chargen wurden Vie seitherigen Inhaber derselben größtentheils, und der seitherige Hauptmann, Herr Advocat Weidig einstimmig wie» vergewählt. , ,, Gießen. Unsere Stadt hat sich tn vielen Beziehungen gegen früher bedeutend gehoben und manche Einrichtungen sind geschaffen worden, welche sich würdig denen anderer Städte an die Seite stellen können, jedoch darf hierbei nicht stehen geblieben oder gar ein Rückschritt gemacht werden. Heute wollen 'wir aber einen Rückschritt der öffentlichen Besprechung übergeben und hoffen wir, daß es nur dieser Anregung bedarf, um unseren Stadtrath zu veranlassen, Abhülfe zu schaffen. Vor undenklichen Jahren waren hier die Straßen sämmtlich mit Tafeln versehen, worauf die Namen der Straßen und Plätze »er- zeichnet waren; traurige Ueberbleibsel hie und da i sprechen noch hierfür. In der neueren Zeit aber sind diese Tafeln nach und nach verschwunden und nicht wieder durch neue ersetzt worden. Daß dich ein Uebelstand ist, wird Niemand leugnen wollen und gerade jetzt umsomehr, da mit jedem Jahr dre Frequenz der Stadt zunimmt und sonach auch der I Fremdenverkehr stärker wird. Geborene Gießener wissen wohl, wenn sie Jemanden in der Wolkengasse, Reichensand, Löwengasse, Katharinengasse, Maigasse, Sonnenstraße, Lindengasse, Hintergasse, Judengasse, Tiefenweg oder Mühlgasse re. re. zu suchen haben, wo diese Straßen liegen; aber wie sieht es mit den Fremden aus, welche hier Aufenthalt nehmen, irren dieselben nicht manchmal Tage lang umher, ehe sie die Wohnung von Jemandem gefunden haben, der gerade nicht an der Hauptstraße wohnt? jft es denn so schwer, das, was gewesen ist und sich als gut bewährt hat, wieder herzurichten und darauf zu achten, daß solche Tafeln auch für die Folge unter- halten werden? __ Gg. E. ... Kfm. W. . - - Pfr. S. - - - P- P..... N. N..... Geh.-J.'R. Dr. P. St.-R. H. . - Access. W. . - v. R..... , Darmstadt, 4. Jan. Zusammenstellung säinmt- licher hohen Gewinnste der Gr. Hess. ö0-fl.°Loost bis tu 400 fl Nr. 27,901 50,000 fl., Nr. 40,728 10,&TV 66,961 MX» fl., 9ir. 104,192 b<«°W 3000 fl-, Nr. 18,238, 19,819, 20,492, 21,639, 24,984, 55,980, 62,528, 100,712, 110,476, 127,458 je 1000 fl., Nr. 1126, 18,769, 19,092, 19,855, 25,142, 26,468, 29,404, 31,904, 32,731, 35,086, 38,105, 61,234, 69,305, 72,792, 81,109, 88,079, 88,424, 98,447 , 100,966, 101,315, ! 105,434, 107,262, 107,522, 10:,417, 117,278, 122,292 je 400 fl. Darmstadt, lieber das Vorkommen falsch en hessischen Papiergeldes werden der ,,Fr. Z-" folgende Mittheilungen gemacht: Einem Leipziger Hause und einer hiesigen Firma ist die Anfertigung des neuesten hessischen Papiergeldes übertragen worden. Von der letzten Lieferung wurde eine größere Anzahl Scheine als Ausschuß zurückgestoßen und unter Aufsicht eines Finanzbeamten in einer Papiermühle bei Großzimmern eingeftampft. Einem Arbeiter gelang es, ein Packet von 300 Scheinen mit 10-, 5- unv l-fl.-Scheinen rasch zu sich zu stecken. Die noch fehlende — stets geschriebene — Unterschrift pes Controlbeamten wurde gefälscht und im Verein mit 2 Mitschuldigen in Wiesbaden gespielt. Die dortige Bank soll sich, wie im Publikum verlautet, im Besitze fast des ganzen entwenveten Packeis von 1500—2000 fl. befinden. An dem grünen Tisch wurde durch die Wachsamkeit des rühmlichst bekannten Pottzeiraths Leichtweiß von Mainz ein Spieler verhaftet, der im Besitz von falschen, noch des Trockenstempels entbehrenden Scheinen war, drei weitere Complicen wurden durch hessische Gerichte Summe fl. 33. 13 Diesen Betrag werden wir dem sich hier gebildet habenden Comitö zur Weiterbeförderung übergeben. Die Expedition. „ Access. D. . Frl. Sch. . • . Herrn Prof. Sch. suchung ist in vollem Gange. Fabrikant Büchner von Pfungstadt hat sich bereit erklärt, im Laufe des Winters dem darbenden Arbeiterstand seiner Heimath den Gesammtbetrag von 1000 fl. zinsenfrei darzuleihen. Der einzelne Familienvater kann Raten von 30 kr. bis 3 fl., jedoch im Ganzen nicht über 20 fl. erhalten. Die Rückzahlung hat bis Ende Ociober 1868 zu erfolgen und werden Rückzahlungen bis zu 30 kr. herab an- Rotorisch Arme und Trunkenbolde blei- Für die Ostpreußen ist bei der Expeditions diese Blattes eingegangen: Herrn Ph. S. De^Herr Expeditionsrath ist auch in Paris gewesen und theilt seine Erlebnisse und Beobachtungen in köstlichen Briefen mit, welche an den vahrer Hinkenden Boten gerichtet sind und in der Lahrer Jllustr. Dorf- reitunq mit Bildern geschmückt, erscheint. Er hat Stoff für den ganzen Winter und seine Freunde werden nichts verfehlen ihm auf seinen Irrfahrten nach und durch Paris zu folaen Die Jllustr Dorfzeitung, welche außerdem Origmal- Enählunqeii von Burklin, Temme, Gerstäcker, Gustav Hocker 2C. und einen großen Stahlstich als Prämie liefert, ist von allen Buchhandlungen und Postämtern zu beziehen (monatlicher Preis nur 3'/- Sgr. - 12 kr ). Subscriptrons- listen für diese absatzfähigste Zeitschrift sind IN allen Bi,ch- handlungen zu haben. Bei 50 Bestellungen 11 Thlr. 20 Sgr. = 20 Gulden Provision. Der Jahrgang 1868 hat soeben be- gönnen. __________ Stücken willig folgt und seinen Willen nie über den meinigen setzt! Ob er dann jung oder alt, schön oder häßlich ist, gilt mir ganz gleich ; denn was 'männliche Schönheit' anlangt, so kann ich Dir sagen, meine kleine Romanheldin, dast in der ganzen weiten Welt das Gold das beste Lebenselixir ist, um steh jung und schön zu erhalten! — Liebe in einer Hütte, Jdchen, und Annuth nut Wassersuppe und Liebe, ländliche Einfachheit und stilles Gluck, das sind Phrasen und Juqencthorheiten, die man in reiferen Jahren doch nur bitter bereuen wurde. UnC ehe Du solchem Wahn Dich hingäbest, mein liebes Kind, wäre Dir besser, Du heirathetest Papa's letzten Commis — auch solch einen entfernten armen Vetter vom Lande, der in diesen Tagen hier eintreffen soll , um bet uns fein Glück zn machen. Da wäre doch wenigstens noch ein Bischen Vernunft bet Cer Romantik, cenn Ihr könntet dann drüben im alten Gartenpavillon wohnen, hättet einen Garten, einen Springbrunnen, ein Mooshüttchen und eine Flieder- laube, um darin Abends zu kosen und Mittags Siesta zu halten, und es wäre ein köstliches Intermezzo, wenn ihr dann eines Mittags mit etuem Hornissen- stich auf der Nasenspitze erwachen würdet!" — „Ach geh', Jettchen, nun wirst Du wieder bitter und sarkastisch! versetzte Ida, die nun erst merkte, daß die Schwester sie neckte. — »Laß mich doch mit dem neuen Commis und Vetter in Ruhe, der ein ganz braver Mensch fein mag, denn Du weißst ja, caß auch unser Papa einst nur ein armer junge »om Lande war und ein armer Commis. Und Du solltest mich mit diesem Vetter schon gar nicht necken, liebe Henriette," fuhr sie beinahe bittend fort und dampfte ihre Stimme zu einem geheirnnißvollen Flüstern, „seit ich Dir mein Herzensge- hcimniß halb und halb anvertraut habe! Denke Dir, ich sah den wunderschönen fremden Herrn, der mich neulich im Concert so sehr interesstrte und keinen Blick von mir verwandte, heute schon zweimal unter unseren Fenstern vorüber und dem Garten entlang gehen. Das eine Mal war ich gerave auf dem Balkon, da blieb er stehen betrachtete unsere Blumen und warf dann einen langen, schmachtenden, seelenvollen Blick zu mir herauf, der dem meinigen gerade begegnete • • • • Unter dem Einfluß einer vom Himmel gesandten Schickung, natürlich ( fiel ihr Henriette lächelnd in's Wort, konnte aber doch ein gewisses Interesse an den Mittheilungen der Schwester nicht verhehlen. __ HjiC marum sollte es keine Schickung von oben sein, Jettchen. fragte Jd'a ernst. „War es nicht in hohem Grade auffallend, daß er schon m . dem Concert, wo es doch nicht an schönen reichen Mädchen fehlte , die mir an äußeren Vorzügen weit überlegen sind, nur mir seine ungeteilte Aufmerksamkeit widmete und mich keinen Moment aus den Augen ließ!" . „Nun ja, es mag eine Schickung sein, Kind; aber was geschah weiter? drängte^ Henriette.^ir, unsere Augen sich so in einem langen, freundlichen, seelenvollen Blicke begegneten, da grüßte er mich herauf mit einer eichen Grazie und Verbindlichkeit, mit einer so ausgezeichneten Höflich ett, daß ich über unb über erröthcte und es mich wie ein elektrischer Schlag durchbebte.... -^annVaZte’er sich an Alfred Dönning, der neben ihm stand und schien eine Frage an diesen zu richten . . . ." (ffortf. folgt.) ben Ausgaben und den Einnahmen endlich berzustelleu I hinter Schloß und Riegel gebracht. Die Unter- gelingen werde. Hiervon hänge die finanzielle Wie- > vollem Ganae. Cergeburt des Vaterlandes ab. Zur Erreichung Cicser Zieles seien möglichste Ersparungen in allen BcrwaltungSzweigen, sowie die möglichste Hebung des Staatseinkommens, unter kräftiger Unterstützung Cer Finanzbeamten, nothwenCig. Auch Becke erließ als Reichsfinanzminister ein PräsiCialrundschrelben, welches an der provisorischen Organifirung des Reichs- •XÄ*1® .,$>*■ 8»i. I --»mm-- N-Wnsch «,m- m scheu Frankreich und Italien stehe eine Verständigung \ ben unberücksichtigt. bevor. Schon nächster Tage solle eine neue Eonven- I ——.»»—"? ■■ tion, welche die Beziehungen Italiens zum Papst- Locales. thum auf neuen Grundlagen regele, abgeschlossen und Gießen, 6. Januar 1868. Das Ergebniß der sodann einer europäischen Konferenz als Berathungs- n yD1Ig^^ung cer Stadt Gießen ist folgendes: grundlage vorgelegt werden. Italien erkläre, sich $ December 1867 waren ausschließlich der Lneren Reorganisation widmen und @tQfct ^wesend: 10,233 Personen jedes Eingreifen in europäische Fragen vermeiden zu . ^6 Inländer, 1527 Ausländer). wollen, wogegen Frankreich seine gruppen ans dem ^r Zählung vom 3. Decem- Kirchenstaate zurückziehen werde. „ her 1864 waren anwesend: 9>459----n---- daß' ca^mue Sabine"' endlich "zu Stande gekommen folglich hat sich die Seelenzahl ver- " Da "aber früher nur 37 Militär- Eambray Digny, Finanzen; De Philippi,Justiz; p-rsonen anwesend warcn, wahrend Ribotti, Marine; Bertholo Male, Krieg; Cantelli, fetzt 464, nuthm öffentliche Arbeiten; Broglio, Unterricht. mehr anwesend sind, so hat sich die Moren; Aus Dokumenten, betreffend die Amts- Eivilbevölkerung vermehrt nm 347 Personen, tut™ ces Ministeriums Rattazzi, soll hervorgehen, Jene 10,233 Personen wohnen tn 43 öffentlichen daß cie jüngste Jnsurrcction durch Regierungs-Agen- Gebäuden und in 868 Privathausern, unter welchen ten unterstützt wurde. — Graf-Usedom überreichte cie freistehenden Neben- und Hmterhaufer mitge- heute Morgen dem König seine Beglaubigungsschrei- zählt sind. ben als Gesandter des norddeutschen Bundes. 1887 Haushaltungen von 2 und Haag, 30. Dec. Der König von Hannover mehr Personen nut 9206 Seelen ve- fod ein Schloß bei Arnheim gekauft haben und dort wohnen _ eine Residenz nehmen wollen. 472 einzeln lebende Personen bewohnen 607 ' Ä ----■ 552 Personen m Casernen, Hospitälern, Gefängnissen, im Entbindungshaus und in Gasthöfen bewohnten