Udes lrfte all- »it- !N." daß »er» ccr- enf fen. der cth- |6H- Ne. and der and sin- >em tze. us. pro cs» :in- zu Sen zu ds- je zu hre are ka- ier I, ?r te- icf, in. an r» ■? >te n- l>g tu n, se ■ft 'S ls ch c» 5- t- ie ls ch h n ch n Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich ' 51 ft. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich drei-, mal. Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Lanzlciberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kießen. Nr. 106. Dienstag den 8. September 1868. Brodpreife: 4 Pfund gemischtes Brod 17 kr. 2 Pfund gemischtes Brod 81/2 kr. 4 Pfund Noggenbrod 14y2 kr. 2 Pfund Roggenbrod 71/4 kr. Sämmiliche Bäcker. B e k a n n t m a ch u n q. Kaufmann Ludwig Bersch zu Gießen hat die seither geführte Unteragentur des Hauptagenten C- F. Schwarz in Echzell zur Beförderung von Auswanderern über Bremen nach Nordamerika durch die Kaufleute und Schiffsbefrachter I. H- P. Schröder & Comp. in Bremen niedergelegt und um Rückgabe der gestellten Caution gebeten. Ansprüche, welche der Rückgabe dieser Caution etwa entgegen gesetzt werden sollen, sind daher innerhalb 6 Monaten bei der unterzeichneten Behörde mit einer Nachweisung darüber anzumelden, daß deßhalb bei dem zuständigen Gerichte Klage erhoben worden ist, widrigenfalls nach Ablauf dieser Frist die Caution zurückgegeben werden wird. Gießen, den 18. Juli 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Gold m a n n. Die Mekerbüufchule zu Friedberg wird nach Beschluß des Ausschusses des landw. Vereins von Oberhessen in diesem Jahre durch einen Beitrag aus der Kasse des oberhessischen Provinzial-Vereins subventio- nirt, auch können an unbemittelte aber befähigte Besucher dieser Ackerbauschule Stipendien verwilligt werden- Diejenigen, die solche in Anspruch nehmen wollen, haben sich an das unterzeichnete Präsidium des landw. Vereins unter Mittleilung von Zeugnissen über genossenen Unterricht :c. zu wenden. Der Wintercursus der Friedberger Ackerbauschule, welche sich seit 14 Jahren durch ihre Leistungen das Vertrauen der Landwirthe erworben hat, beginnt am 2. November d. I. Die Lchrgegenstände, welche in entsprechender Weise auf zwei Semester vertheilt worden sind, umfassen: 1) Allgemeine Experimental- und Ackerbau-Chemie; 2) Physik; 3) Anatomie und Physiologie der Pflanzen und Hausthierc; 4) Allgemeinen und spcciellen Pflanzenbau; 5) Bodenkunde und Bodenbearbeitung; landwirthschaft- liche Maschinen- und Geräthekunde; 6) Grundzüge der Betriebslehre und Volktzwirthsckaft; 7) Landwirthschaftlich-technsiche Gewerbe; 8) Allgemeine und specielle Thierzucht; 9) Exterieur des Pferdes und des Rindes, Anatomie und Physiologie, sowie Gesundheitspflege der Hausthiere rc.; 10) Rechnen; 11) Feldmessen, Mvelliren und Planzeichnen; 12) Buchführung, sowie Anleitung und Hebung im Briesschreiben und Geschäftsaufsätzen. Verschiedene Sammlungen, sowie Excursionen auf benachbarte Güter stehen dem Unterricht ergänzend zur Seite. Die Zöglinge wohnen im Hause des Vorstandes und haben für Schulgeld und Wohnung 45 Thaler pro Semester zu entrichten. Anmeldungen sind an den Vorstand der Ackerbauschule Herrn Dr. Henkelmann zu Friedberg zu richten. Laubach, am 1. September 1868. Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen. * O t t o , Graf zu Solms-Laubach. Besondere Bekanntmachungen. Edictalladuna. 6369) Die am 9. December 1866 ohne Leibeserben verstorbene Wittwe des Konrad Kahl, Wilhelmine, geb. Mcngel, von Burkhardsfelden, hat in einem am 12." Mai 1858 vor dem unterzeichneten Gerichte errichteten Testamente die Ehefrau und die Kinder des Johannes Karl von Burkhardsfelden zu ihren Erben eingesetzt. Zu dem Nachlasse der Konrad Kohl's Wittwe sollen auch folgende in der Gemarkung /Burkhardsfelden gelegene Grundstücke ge- Mören: 1) 1/215 Grabgarten am Hain, 2) VI11/49 Acker im Schmittsstück, 3) IX/450 Acker zwischen den Wegen, 4) 1/133 Grabgarten im Ort. 'Die drei zuerst bezeichneten Grundstücke sind im Flurbuch dem Philipp Mcngel, Vater der Konrad Kahl's Wittwe, und das letztere dem Konrad Kahl (Ehemann der Konrad Kahl's Wittwe) und der Katharine Mengel (Schwester derselben) zugeschrieben, doch wird von dem Großherzoglichen Ortsgericht Burkharddfelden bescheinigt, daß die Konrad Kahl's Wittwe die sub Nr-1, 2, 3 bezeichneten Grundstücke bereits seit 60 Jahren, dasjenige unter Nr. 4 seit etwa 40 Jahren im Besitz gehabt habe. — Es werden nun alle Diejenigen, welche Eigenthumsansprüche an die vorbezeichneten vier Grundstücke bilden können, aufgefordert, dieselben sogewiß binnen sechs Wochen von heute an dahier vorzubringen, als sonst der Eintrag dieser Grundstücke auf den Namen der Konrad Kahl's Wittwe und beziehungsweise auf die Namen ihrer Testamentserben in das Mutationsverzeich- niß verfügt werden wird. Gießen, den 4. September 1868. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher, A. B r a m m, _________Landrichter. Landger.-Assessor. Oeffentliche Aufforderung. 6357) Lu dwig Schmidt von Hausen, geboren am 1. Februar 1796, Sohn der verstorbenen Joh. Wilhelm Schmidt's Eheleute zu Hausen, seit vielen Jahren unbekannt wo? abwesend, wird hiermit aufgefordert, sich binnen drei Monaten, von heute an, zur Empfangnahme feines bisher curatorisch verwalteten Vermögens zu melden, widrigenfalls angenommen wird, er sei mit Zurücklegung des 70. Lebensjahres gestorben. Zugleich haben alle Diejenigen, welche Erbansprüche an dessen Vermögen bilden wollen, solche bei Meidung der Nichkberück- sichtigung binnen gleicher Frist dahier anzumelden. Gießen, den 23. Juli 1868. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Oppermann, Stadtrichter. Stadtger. - Assessor. Edictalladun g. 6360) Nachdem Großherzogliches Hosge- richt der Provinz Oberhessen über das Per- mögcn des Buchbinder Karl Orth zu Gießen den förmlichen Concursprozeß erkannt hat, sind Forderungen und Ansprüche jeder Art an dieses Vermögen in dem auf Mittwoch den 4. November d. I., Morgens 9 Uhr, angesetzten Liquidationstermine nebst etwaigen sonst nicht zu berücksichtigenden Vorzugsrechten bei Meidung stillschweigenden Ausschlusses von der Masse gehörig dahier anzumelden und zu begründen. Im Termin soll zugleich Vergleich versucht und geeigneten Falls ein Massecurator und Gläubiger-Ausschuß bestellt werden und wird von den nicht erschienenen und auch nicht durch gehörig Bevollmächtigte vertretenen Gläubigern in dieser und allen anderen Beziehungen Beitritt zu den Beschlüssen der Mehrheit unterstellt. Gießen, den 2. September 1868. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Becker, Stadtrichter. Stadtger.-Afsessor. Wersteigerungen. Die Lieferung eines Ofens für die Stadt Gießen. 6348) Mittwoch den 9. September 1868, Vormittags 9 Uhr, soll auf Hiesigem Rathhause die Lieferung eines Friedrichshütter Luftheizungs-Ofens, veranschlagt zu 28 fl., an den Wenigstfor- derndcn vergeben werden. Gießen, den 3. September 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Vogt. 6342) Donnerstag den 10. September, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung des Bauanfsehers Straub die zum Nachlaß der Wilh. Loos Wittwe gehörenden Mobilien,, bestehend in Weißzeug, Bettung, Hausgeräthe u. s. w., öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 2- September 1868- Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel- Triebviertel-Verpachtung. 6367) Freitag den 9. October d- I-, Nachniittags 3 Uhr, sollen die der Großherzoglichen Landes- Universität zustehenden 40 Triebviertel auf weitere 6 Jahre, von Martini 1868 bis dahin 1874, verpachtet werden- Die Zusammenkunft ist an der Ziegelhütte- Gießen , am 5. September 1868- Großherzogliches Universitäts-Rentamt. I. E- d- R. St-: Schmitt, Univ.-Gerichts-Actu^r. Die Vergebung von Arbeiten bei der Stadt Gießen. 6349) Mittwoch den 9. September 1868, des Vormittags 9 Uhr, werden auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben , als: Brnimengrüberarbeit, veranschlagt. zu......104 fl. 48 kr. Pumpenmacherarbeit, veranschlagt zu......78 „ 45 „ Maurerarbeit, verauschl. zu 22 „ 6 „ Schlosserarbeit, „ „ 2 „ — „ Pflasterarbeit, ;, „ 24 „ — „ Gießen, den 2. September 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Oberhessische Eisenbahnen. Sektion Gießen. 6381) Die Anfertigung von 30 Stück Schubkarren soll vergeben werden. Ueber- nahmslnstige können den Musterkarren auf dem Sectionsbürean einsehen und werden ersucht, ihre Offerten bis Ende dieser Woche einzureichen. Gießen, den 7. September 1868. Der Sections-Jngenieur: H. Lippold. Gkummetgras-Versteigerung der Fürstlich Solmsischrn Rentei Lich am 15., 16. und 17. September l. I. A. Gemarkung Lich. 6370) Dienstag den 15. September, Vormittags präcis 8 Uhr anfangcnd, Wiesen am Bräuerberg, Bleichgarten, Neuwiese, Lohmühlswiese, den Wiesengrund aufwärts, Stockwiese, Großer Wörth, Schlüsselwiese, Sänmagen, Mittelgraben, bis Wiesen der Pcimnühle gegenüber, zusammen 120 Morgen. Zusammenkunft ander Bräuerbergsbrücke, Chaussee nach Gießen. B. Gemarkung Mühlsachsen, Ober- u n d N i e d e r - B e s s i n g e n. Mittwoch den 16. September, Vormittags präcis 8 Uhr anfangend, Hainwiese, Riedchen, Seewiese, Sautenkor, im Ganzen 130 Morgen. Zusammenkunft zu Mühlsachsen. 0. Gemarkung Burkhardsfelden. Donnerstag den 17. September, Vormittags 9 Uhr, die Mönchwiese, die Strauchwaldwiese, 67 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Die Ausgebote geschehen in Abtheilungcn von ein bis zwei Morgen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungs- srist bis Martini l- I. gestattet. Lich, den 5. September 1868. Fürstlich Solmsische Rentei daselbst. Kreutzer- Obstverfteiaerunq. 6371) Das Gemeinde-Obst zu Annerod, bestehend in einer großen Quantität Aevfelu und Zwetschen, soll Freitag den 11- September, des Morgens 8 Uhr anfangcnd, an Ort und Stelle öffentlich meistbierend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im Ort bei der Kirche. Annerod, am 5. September 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Groß. Obstversteiqernng. 6372) Nächsten Freitag, den 11. September, Morgens 10 Uhr, sollen auf dem Gräfl. Hofgnte zu Arnsburg bei Lich einige Hundert Malter Aepfel an den Bäumen öffentlich meistbietend versteigert werden. Arnsburg, den 6. September 1868. _________________________________Seitz. Obstverfteinerunq. 6361) Das Gemeinde-Obst der Gemeinde Oppenrod, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetichen, soll Mittwoch den 9. d. Mts., Morgens 10 Uhr anfangend, an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden. Oppenrod, am 4. September 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Oppenrod- Weis- 6374) Das diesjährige Grummetgras von den Wiesen der Gemeinde Wieseck soll Donnerstag den 10. d. Mts. versteigert werden. Der Anfang zu denjenigen Wiesen bei Wieseck ist des Vormittags 10 Uhr in dem Dorfeld'schen Garten, und zu denjenigen bei Badenburg des Nachmittags 5 Uhr auf der Badenburg. Wieseck, den 7. September 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. Lau g.______________ Obstverfteiaerunq 6366) Donnerstag den 10. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, soll das hiesige Gemeinoe-Obst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert werden. , Jnnn Eberstadt, am 4. September 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Eberstadl. G ö r l a ch. 6373) Dienstag den 8. d- Mts-, Nachmittags 5 Uhr, lasse ick meine sümmtliche Obst-Erndte, namentlich Zwetschen, in meinem Garten am Hamm versteigern. Gießen, den 6. September 1868. Bäckermeister Georg Balser's Witlwc- I ■!!' 11 'n ikii '■I w Obstversteiqerunq. 6365) Freitag den 11. September, Morgens 9 Uhr anfangend, soll das Gemeinde - Obst der Gemeinde Watzenborn und Steinberg, bestehend in einer großen Quantität Aepfeln und Zwet- schen, auf Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist am Waldtrisch. Watzenborn, am 5. September 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Watzenborn. Schäfer. Obstverfteiqerunq. 6364) Das Gemeinde-Obst zu Staufenberg, bestehend in Aepfeln und Zwetschen, soll Mittwoch den 9. September, Nachmittags 1 Uhr anfangend, an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert werden. Der Anfang ist zunächst bei dem Schulhaus. Staufenberg, den 5. September 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Staufenberg. I. A.: Vogel, Beigeordneter. Grummetgras - Versteigerung. 6362) Mittwoch den 9. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, soll das hiesige Gemeinde - Gruminetgras von circa 111 Morgen an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde bei der Fußmühle. Großen-Buseck, am 5. September 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. Wagner. 6375) Das diesjährige Grummetgras von den Wiesen des Herrn Carl Mü ller's Erben zu Gießen soll Donnerstag den 10. d. Mts-, Vormittags 11 Uhr, in dem Dorfeld'schen Garten dahier versteigert werden. Wieseck, den 7. September 1868. Lang, Bürgermeister. 6376) Die Versteigerung der zum Nachlasse des Georg Balser gehörigen Hofraithe und Grundstücke ist nicht genehmigt worden. Anderweile Versteigerung Dienstag den 15. September, Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhaus. Bei annehmbaren Geboten wird die Genehmigung ertheilt- Th. Batst. Feilgebotenes. 6380) Weingrüne Stückfaß, Fuder, Zulast, Zweiohm und Oxthoft verkauft E- Pausch, am Asterweg. 6337) Du wohlerhaltener Flügel ist auswandeckmgshalber wohlfeil abzugeben. Näheres bei der Exped- d. Bltts. Lützen Aepfelwein, pr. Schoppen 3 fr., bei (6391)__________________Karl Heil. 6354) Kelterschraubeu in allen Dimensionen bei Flick L Kröll- 6352) Schöne gebrochene Acpfel (Kaiserkronen) bei C. Rahn. 6338) Durch größere Einkäufe wurde es mir möglich: Vorschusimehl, pr. Pfd- zu 7 u. 8 fr., Blüthenmehl, pr. „ „ 8*/2 fr. zu verkaufen. Markus Engel, in den Neuen-Bauen. 6379) Gute Kochäpfel, die Metze zn 12 kr-, bei C- Wallenfels II., an der Wcttergasse. 6340) Mein anssortirtes Lager von Schuhen und Stiefeln in allen - Größen bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. K. Grüne bäum, Sonnenstraße. 6368) Haarlemer Blumenzwiebeln, als: Hyazinthen, Tazetten, Tulpen und Crocus, in den schönsten Sorten und Farben, empfiehlt die Samenhandlung von Carl Deines, am Markt, neben dem Rathhaus. 6336) Eine neue Uniform ist wohlfeil abzugebcn. Bei wem? sagt die Expedition dieses Blattes-______________________________ 6378) Aepfel, und zwar schöne Kaiserkronen, die Meste gebrochene zu 21 fr., desgleichen gefallene zu 18 fr., sind zu haben bei G. Reiber, am Seltersweg. 6377) Ein gutes Clavier ist zu verkaufen. Bei wem? sagt Ausgeber d. Bltts. 6384) Grlanger .Bier und einen guten Wein, pr. Schoppen 12 fr., int Lindenhof- 6343) Eine sehr wenig gebrauchte ganz ächte amerikanische Wheeler & Wilson (Doppelsteppftich)-Maschine steht zu verkaufen. Näheres bei der Exped- d. Bltts- 6346) Ich habe 7 Stücke Ackerland, circa 4Vz Morgen haltend, nebst Schäferei, zu verpachten und bitte ich darauf Refleetirende, sich mit mir zu benehmen. Louis Labroisse. Brauerei - Verpachtung. 6382) Meine im besten Betrieb befindliche Brauerei, nebst allen Brau-Utenstlien, Lager-, Transport- und Schankfaß, sowie meinen Felsenkeller an der Hardt, bin ich Willens, auf eine Reihe von Jahren zu verpachten- Liebhaber wollen sich birect an mich wenden- Gießen- Ludw. Herbert. 1 Ungarisches Faftholz in allen Dimensionen, en gros et en detail, empfehle zu den billigsten Preisen. Georg MsUtlBt in Mainz. __________Lagerplatz: im Eisenbahnhof am Holzthor. Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie fäßumtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg. Vermiethurrgen. 6385) In dem früher Hey cr'schen Hause in den Neuenbäuen ist ein Familienlogis zu vermiethcn-_____________Dr. Fel sing. 6383) Bei Frau Ferber auf dem Seltersberg ist ein Zimmer im Seitenbau, pro Monat zu 3 sl-, zu vermiethen und sogleich zu beziehen-___________________________________ 6341) Zwei möblirte Zimmer und ein Cabinet, zusammen oder auch getrennt, sind an eine Person zu vermiethen und den 1. October beziehbar. (Neue Anlage.) Näheres bei der Exped. d. Bltts. 6351) Ein Familienlogis ist zu vermiethen Kirchenplatz Lit- A. Nr. 26. 6335) Zwei große möblirte Zimmer, das eine mit Cabinet, sowie ein kleineres, sind zu vermiethen und am 1. September zu 6e= ziehen Canzleiberg Lit. B. Nr. 67._________ 6339) Ein freundliches Mansarden-Zim- mer ist zu vermiethen. Wo ? sagt die Exped. dieses Blattes.________________________________ 6363) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen und den 15. September zu beziehen. ___Wilhelm Ockel. 6334) In Becker's neuem Hause auf der Anlage sind noch Logis mit allen Bequemlichkeiten, Bleichplatz und Waschküche zu vermiethen und den 1. October beziehbar; auf Verlangen kann auch Stallung dazu abgegeben werden. _______ Vermischte Anzeigen. 6388) Dem Locomotivführer Karl K .. .. l zu seinem morgen stattfindenden 49. Wiegenfeste die herzlichsten Glückswünsche und ein dreifach donnerndes Hoch! ____________ Einige Freunde. 6386) Eine gesunde Amme sucht Dienst. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 6390) Ein Zimmermädchen wird in einen hiesigen Gasthof gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts.__________________ 6387) Bei mir kann gekeltert werden. E- Pausch, am Asterweg. 'S Freihiiiser | Staats-Prämieu-Aiileihe. 1 ® 6345,1 Der Verkauf der .Prämien- ® ® Obligationen ist von allen Regie- ® rungen des In- und Auslandes gestattet. g Die Haupt-Gewinne betragen Francs S L 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000,® ® 32,000,30,000,25,000,20,000,18,000,® 116,000, 15,000, 6000, 5000, 4000, Z | 3000, 2000, 1000 u. s. w. Z ® Beginn der Ziehung am 15. <1. Mts. ® Z S Tlialer Z ® kostet ein wirkliches Original-® Staats - I.OOS (nicht von den ver-§ K botenen Promessen), und werden solche G 3® gegen fraukirte Einsendung des ® 8 Betrages oder gegen Post- 8 A Vorschuss, selbst nach den ent- ® ® ferntesten Gegenden von mir ® D versandt. ® ® Es werden nur Gewinne | 5 gezogen. H ® Gewinngelder und amtlielie ® g Ziehungslisten sende nach Ent- R Scheidung prompt u. verschw'le- Z ® gen. ® g Unter meiner überall belieb- U I ten Glücks-Devise: H I „Gottes Segen bei Cohn !“ I ® habe allein meinen Interessenten in® ® Beutsehland die allerhöeh- ® I Sten Haupttreffer von 3®O,@OO, I » 885,000, 18V,500, 158,500, ® ® 150,000, 130,000, 185,000, ® g 103,000, 100,000 und jüngst g am 5. August d. J. schon wieder den allergrössten ® ) Hauptgewinn ausbezahlt. I A 5S3;' «lede Bestellung kann I auch olane Brief einfach ® durch die jetzt üblichen Post- A karten gemacht werden. H LiAlN. Sams» Oollm A in Hamburg, || M Bank- und Wechselgeschäft. 6389) Ein braves Mädchen wird bei Kinder gesucht. Zu erfragen bei der Exped- d. Bltts. 6350) Unterzeichneter empfiehlt seine neu errichtete Metzgerei und wird durch gute Waare, pünktliche und prompte Bedienung sich das ihm geschenkt werdende Vertrauen stets zu erhalten suchen. . Samstags ist das Geschäft bis 6 Uhr Abends geschlossen. Levi Löwenstein, Neustadt Lit. D. Nr. 206, im Magel'schen Hause. SchleflscheFeuerverstchenmgsgeseUschaft hi Breslau. Grundkapital fl. 5,250,000. Versichertes Capital ultimo 1867 . fl. 628,776,120. 13 kr. Prämicn-Einnahme im Jahre 1867 . „ 1,660,729. — „ Versicherung von Haus-Mobilien, Waaren, Fabrikgeräthschaften, Felderzeugnissen in Scheunen und Schobern, Vieh und landwirthschaftlichen Gegenständen jeder Art gegen Feuerschaden, Transportversicherung, Spiegelglasversicherung gegen feste billige Prämien. Antragsformulare und Versicherungsbedingungen, sowie jede gewünscht werdende Auskunft, werden jederzeit von der General-Agentur I. Gg. Schröder in Darmstadt, sowie den Herren Jean Voeck in Gießen, Phil. Garde in Friedberg, M. Fröhlich II. in Ulrichstein, Heinr. Dietz in Kestrich bei Alsfeld, bereitwilligst ertheilt- (6356) i Dir Magdeburger Feuerversicherung« - Gesellschaft mit einem Grmrdkapit rle von Fünf Millionen Thalern H-reuß Court. in 5000 Aktien ä 1000 Thaler, welche vollständig ansgegebeu sind, übernimmt zu billigen, festen Prämien Versicherungen gegen Feuersgefahr sowohl in Städten, als auf dem Lande, auf bewegliche und unbewegliche Gegenstände. Jn der Billigkeit ihrer Prämiensätze steht dieselbe gegen keine andere solide Anstalt nach, auch gewährt sie bei Versicherungen auf längere Dauer bedeutende Vortheile. Bei Gebäude-Versicherungen ist dieselbe bereit, durch Uebereinkunft mit den Hypothekgläubigern deren Interesse für den Fall eines Feuerschadens auf's Vollständigste zu sichern, in welcher Beziehung dieselbe besonders vorsorgliche Einrichtungen getroffen hat. Bei landwirthschaftlichen Versicherungen werden den Versicherten sehr erhebliche Begünstigungen gewährt. Beschädigungen durch Gas-Explosion werden den Feuerschäden gleich erachtet und vergütet- lieber die sehr blühenden Zustände der Gesellschaft giebt der nachfolgende kurze Auszug aus dem diesjährigen Rechnungs- Abschlüsse vollständige Auskunft- Auszug aus dem Abschlüsse der Magdeburger Feuerversicheruligs-Gesettschaft für das Rechnungsjahr 3867. Grund-Kapital, vermehrt zufolge des Revidirten Statuts von 1857 auf....... 5,000,000 Rthlr. — Sgr. — Psi Reserven: Kapital-Reserve.............. 626,022 Rthlr. 13 Sgr. 9 Pf. Prämien-Reseroe.............. 1,685,151 „ 6 „ — „ Brandschaden-Reserve........... 279,813 „ — „ — „ . 2,170,225,784 18,928,994 5,195,458 1,993,692 21 12 26 und 2,590,986 Rthlr. 19 Sgr. 9 Pf. 3,703,715 „ 21 „ - „ Betrag sämmtlicher baar vorhandenen Reserven Prämien-Reserve der noch zu vereinnahmenden Prämien ... Summe der im Jahre 1867 laufend gewescnenen Versicherungen Prämien-Einnahme r baar........... 3,727,233 Rthlr. 1 Sgr. — Pf. Vortrag aus dem Jahre 1866 . . . . 1,468,225 „ 20 „ — „ lr 5 „ sind zu jeder Bezahlte Brandschäden, einschließlich des Vortrages für noch schwebende .... Während des 24jahrigen Bestehens wurden bis zum Schlüsse des Jahres 1867 an 40,398 Brandbeschädigte Ersatz baar ausgezahlt.................... „ Die Unterzeichneten empfehlen sich zur Annnahme von Versicherungs-Anträgen für genannte Gesellschaft werter über dieselbe gewünscht werdenden Auskunft gerne bereit. Gtetzen, Lich und Londorf im September 1868. Echternach 84 Hanstein in Gießen, PH. Zimmer in Lieh, I. H. Schmidt in Londorf, Agenten der Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft. Im Darmstädter Haus. 6393) Heute, Donnerstag den 8. d. Mts.: Musik- und Gesang-Vorträge von der Gesellschaft Rudler aus Böhmen, bestehend aus 4 Damen und einem Herrn. Anfang halb 8 Uhr Abends. Anzeige. 6347) Während meiner zweimonatlichen Ferienreise (3. September bis 1. November) wird Herr Prof. Dr. Pflug meine dienstamtlichen und Privat-Geschäfte besorgen. — Die Wohnung desselben befindet sich in der Löwengasse bei G- Windecker. Gießen, den 3. September 1868. Dr. Leonhardt, Großh. Kreisveterinärarzt- 6353) Im H emp el'schen Hause (Hirschapotheke) wird auf Mitte October ein mit guten Zeugnissen versehenes und im Kochen erfahrenes Dienstmädchen gesucht.__________ Zur Beachtung. 6355) Briefe, die unter der Adresse: Bernhard Loeb, Gießen. der Post übergeben werden, werden mir im Falle meiner Abwesenheit sofort nachgesendet. Bernhard Loeb. Warnung. Seither ist es öfter vorqekommen, daß Leute vom Lande oder Knaben durch die Umzäunung des Schießplatzes am Trieb hindurchgeschlüpft sind, um den Weg abzukürzen. Wir zeigen wiederholt hiermit an, daß Vas Betreten des Schießplatzes verboten ist und die Forstwarte und Feldschützen angewiesen sind, jeden derartigen unbefugten Durchbruch der Umzäunung zur Anzeige zu bringen. Zugleich machen wir darauf aufmerksam, daß es für Jeden lebensgefährlich ist, welcher während der Schießübungen den Schießplatz betritt, oder unmittelbar hinter den Schießmauern sich herumtreibt. Gießen, im September 1868. Der Vorstand -er Schützengesellfchaft. Die Renten- und Lebensversicherungs-Anstalt zu Darmstadt übernimmt: 50 Jahren: 45 Jahren: 40 Jahren: 35 Jahren: 2 fl. 48 fr. 2 fl. 21 fr. 3 fl. 26 kr. 4 fl. 18 fr. 1) die Versicherung steigender Renten gegen beliebige Kapitaleinlagen. 2) Lebensversicherungen in Beträgen von 100 bis 10,000 fl. auf ein einzelnes Leben gegen feste, zu feiner Nachzahlung verpflichtende Versickerungsbeiträge. Für eine lebenslängliche Versicherung von 100 fl. betragen die jährlichen Verstcherungsbntrage bei einem Alter von 20 Jahren: 25 Jahren: 30 Jahren: 1 fl. 34 fr. 1 fl. 45 fr. 2 fl. 1 fr. 3) Leibrenten - Versicherungen. _ L _. , , , 4) Depositengelder bis zu Beträgen von 25 fl. herab, welche vom 30. Tage nach der Hinterlegung bis zur Zurücknahme mit 3y2°/o verzinst und auf Verlangen ganz oder stückweise zurückbezahlt werden- Wegen näherer Ausfunft, sowie wegen des unentgeltlichen Bezugs von Prospecten und Statuten der Anstalt, beliebe man sich an deren Herren Bevollmächtigte zu wenden *). Darmstadt. Die Drrectton. *) In Gießen an Herrn A. L. Balser, Buchbinder. „ Lich „ „ <$. Volp, Gemeindeeinnehmer. „ Butzbach „ „ I. I. Setppel, Kaufmann. (03c>8) Oberhessische Eisenbahnen. Sektion Gießen. 6394) Die Abmessung des Bahngeländes, resp. die Anfertigung der Meßbriefe, nimmt morgen, Dienstag den 8. September, ihren Anfang und zwar in den Gemarfungen Gießen, Hausen, Garbenteich und Rödgen. Die Besitzer der betreffenden Grundstücke werden gebeten, ihre Grenzen entweder mit festen Warfen zu bezeichnen, oder bei der Abmessung gegenwärtig zu sein. Gießen, den 7. September 1868. Der Sections-Jngenieur: H. Lipp old. 6344) Altes Zeitungspapier faust I, Rothenberger, Lindenplatz. Feuilleton. Die Verschwörer von 1799. Roman von de Saint-Felix. (Fortsetzung) Die beiden Dragoner sprangen schon herbei, und es gelang ihnen, die Zügel zu ergreifen. Allein in dem Augenblicke, wo das Pferd sich gepackt fühlte, schlug es so wild mit den Hinterbeinen aus und schüttelte so toll seinen Kopf, daß der aus dem Sattel gehobene Schüler über den Hals weg sechs Schritte weit, so lang wie er war, in den Sand flog. Das Schauspiel war ebenso betrübend, wie komisch und unvermuthet. Die beiden Soldaten, welche mehr als genügend mit der Bändigung des Pferkes zu thun hatten, das jetzt eine wahrhafte Wuth an den Tag legte, hörten zu ihrem Erstaunen ein lautes Gelächter in der Orangerie, offenbar von oben herab, erschallen. Der Bürger Direktor, sehr zerschlagen von seinem Falle, stand mit Pistoie's Hülfe langsam und mißmuthig auf, während Tranchard das Pferd mit der Reitpeitsche zu züchtigen begann. Jedes sanftere Mittel hatte sich nutzlos erwiesen. Die kräftige Faust des Dragoners und die Autorität der Peitsche schüchterten endlich den normännischen Gaul ein, der in der That heute seltsam seinen gewöhnlichen Charakter verleugnet hatte. Auf einem Säulenstumpf in einer Ecke des Gewächshauses sitzend, wischte der Abbe den Schweiß von seiner Stirn, löste Vie Halsbinde und knöpfte seinen Rock auf. Pistole wischte mit einem Schnupftuche den Sand von den Kleidern des so grausam zu gaU gekommenen Direktors. Was Tranchard betrifft, so hielt er sich von dem guten Willen und Benehmen seines Schülers überzeugt, und suchte daher anderswo die Ursache der so ungewöhnlichen Aufregung des Pferdes. Das schallende Gelächter hatte ihn überrasclst, aufgebracht, aber zugleich auf die richtige Fährte gebracht. — Es muß Jemand bei dem Pferde gewesen sein. Sacrament, wenn ich den Lump erwische! — Du meinst also, Kamerad . . . ? fragte der Abbe, immer noch mit zerschlagenen Gliedern dasttzend. — Ich meine, Bürger Direktor, daß ich der Sache auf den Grund gehen will. Und ich werde die Wahrheit herauskriegen, wo sie auch versteckt sein mag . . . Diese Worte mit drohendem Ton aussprechend, hatte Tranchard das Pferd abgezäumt, und warf den Sattel auf den Sand, um sich zu überzeugen, ob das Kreuz oder der Widerrist des Pferdes verwundet sei. Er entdeckte nichts Ungewöhnliches. Auch beim Gebiß und Zügel fand er Alles in Ordnung. Das Pferd war jetzt beruhigt; er konnte daher die Untersuchung noch weiter sortsetzen. Tranchard, der erfahrene und schlaue Mann, warf einen mißtrauischen Blick au, die Croupe des Pferdes. — Ich wette fast, murmelte er, daß hier der Knoten steckt. Wenn ich dahinter komme . . . Sapperlot, welch' eine Nichtswürdigkeit! Tranchard hatte den Schwanz des Pferdes erfaßt und Vie £>aare desselben kräftig aufgehoben. Sein prüfendes Auge hatte auf den ersten Blick nichts Ber- dächtiges bemerkt. Aber sein Blick drang weiter und entdeckte jetzt die geheimnißvolle Ursache der plötzlichen Wildheit des Pferdes: — eine Jngwerbohne lagerte verrätherisch an einer Stelle des Verdauungskanals, deren technische Bezeichnung der Thier- arzt kennen wird. Eine Jngwerbohne, v- h. eine Pille von höllischem Pfeffer! Der Gaul hatte dieselbe von einer verborgenen und dreisten Hand fünf Minuten, ehe er den Stall verließ, um nach der Reitbahn geführt zu werden, empfangen. Jeder Pferdekundige weiß recht wohl, daß die Roßkämme, wenn sie ihrem pflegmatischen Klepper ein scheinbares Feuer einflößen wollen, sich dieses schändlichen Mittels bedienen, um ihre Kunden zu tauschen. Das sanfteste Pferd, welchem man eine Jngwerbohne unter den Schwanz schiebt, wird nach Verlauf von zehn Minuten und besonders durch die Erhitzung beim Traben, anfangs ausgelassen lustig und allmälig ganz wild und ungestüm. Dieser fieberhafte Zustand verschwindet jedoch mit der Zeit, wenn die Bohne ihre erste beißende Scharfe durch den Einfluß der sie umgebenden Feuchtigkeit verliert. Tranchard also entdeckte diese Bohne und wußte sie mit einer unvergleichlichen Geschicklichkeit zu entfernen. — Komm, Pistoie! rief er. Sein Kamerad eilte herbei und nahm Vas corpus delicti in Augenschein, welches er als kundiger Mann sofort als solches erkannte. Sein Unwille war nicht geringer als der seines Kameraden. — Und dies Gelächter, welches von droben erklang, als mein Schüler kopfüber flog? fragte Tranchard. — Ja, ja, Kamerad, versetzte Pistoie, die Mauer hat offenbar gelacht, wenn sich droben nicht irgend ein heimliches Dachfenster befindet. — Es ist eins da, Kamerad, antwortete Tranchard. Willst Du sehen? Paß auf! Einen kleinen Kieselstein aus dem Sande hcrvorsuchend, zielte der Dragoner so vorsichtig und sicher, daß der in die Höhe geworfene Stein gerade unter dem Karnieß der gewölbten Decke in einen Winkel flog und dort eine Scheibe zerbrach, deren Splitter klirrend herabsielen. — Was ist das? fragte der Direktor, indem er zu ihnen hcrantrat. Man hatte mich versichert, daß diese Orangerie keine anderen Fenster, als Vie großen an der Fayade besäße. Es war also droben ein Dachfenster? — Ja wohl, Bürger Direktor, antwortete Pistoie. Ein kleiner Judas, wie man zu sagen pflegt, hatte sich dort versteckt, um Euch nach Belieben heimlich reiten zu feben Das war allerdings ein etwas indiskreter Mensch . . . — Das war ein Bösewicht! schrie Tranchard; denn ich zweifle gar nicht, daß derselbe Judas Jemanden dazu erkauft hak, vie Jngwerbohne an den bewußten Ort zu praktisiren. — Wie? Was? fragte der Abbe. Ich verstehe Euch nicht . . . — Bürger Direktor, versetzte Tranchard, das ist eine Sacke, die uns persönlich betrifft, und wir werden dem Schuldigen eine Lektion ertheilen, wie er sie verdient hat. Euck aber, Bürger Schüler, kann ich nur das unbedingteste Lob spenden. Eine zufällige Veranlassung hatte Euer Pferd wild gemacht; allein Ihr habt die größte Kaltblütigkeit und die seltenste Unerschrockenheit an den Tag gelegt. Ich möchte sogar behaupten, daß Ihr Dank Eurer guten Haltung und Euren Prinzipien bis ans Ende den Sieg davon getragen hättet . . . — Nein, nein, unterbrach in der Abbe, halt ein, Kamerad! Ich habe gar keine Haltung bewiesen. Da jedoch eine zufällige Veranlassung vorlag, ist das Princip gerettet und die Ehre nicht minder. Adieu bis morgen! Hier ist mein Dank! ‘ Sorge dafür, daß der Gaul besser erzogen wird, oder nimm ihn selbst in die Lehre. Bei den letzten Worten ließ er einen blanken Louisd'or in Tranchard's Hand gleiten, und deutete durch einen Blick an, daß er seinem Kameraden Pi- stoie einen Theil davon geben möge, was von Beiden sofort verstanden ward. Der Direktor entfernte sich mit langsamen Schritten; sein Fall hatte keine ernsthaften Folgen gehabt, aber ihn doch etwas aufgeregt und ihm einige leichte Kontusionen beigebracht. Was die Entdeckung des Dachfensters betrifft, so be- schäftigte dieselbe sehr seine Gedanken . . - und doch wußte er nicht, daß ein lautes Gelächter seinen Sturz begrüßt hatte. Die beiden Dragoner führten den Gaul fort. Sie waren fest entschlossen, sich nichts merken zu lassen und jegliche List anzuwenden, um den Urheber dieses Ingwer-Attentats zu entdecken. Pistoie meinte, es sei ein schlechter Witz, den man durch einen anderen Schabernak vergelten müsse; aber Tranchard bestand daraus, es sei ein verbrecherischer Schurkenstreich, welcher die schwerste «träfe verdiene. — O, wenn der Gaul nur reden könnte! rief der brave Dragoner, das Pflrd liebkosend. Unglücklicherweise aber konnte der Gaul nicht reden. Die beiden Kameraden, welche neben dem Pferde hergingen, das sie führten, sahen sich demnach aus einfache Vermuthungcn angewiesen. Um sich mehr geistige Klarheit zu verschaffen, luden sie, Dank dem Louisd'or ihres vortrefflichen Säcklers, einander gegenseitig zum Abendessen ein. (Fortsetzung folgt.) Darmstadt, 5. Sept. Auf dem hiesigen Exer- cierplatz fand heute Vormittag eine Inspektion der sämmilichen^wcgen der bevorstehende» Herbstmanöver in unserer Stadl und deren nächster Umgebung con- centrirlen Truppen statt, welcher außer dem Großherzog und seiner Familie auch der ganze russische Hof beiwohnte. Die Absperrung des Platzes durch Gendarmerie wurde auf das Strengste durchzuführen gesucht, und machte sich die Thätigkeit der Organe der öffentlichen Sicherheit in einer für das hiesige Publikum, welches dem militärischen Schauspiel in großer Zahl zuschaute, ganz ungewohntem Umfang geltend. Dich, sowie die Schwärme von Polizeibeamten , deren Obhuk die Sicherheit der kaiserlichen Villeggiatur in Jugenheim anvertraut ist, scheinen zu bestätigen, daß man am russische Hofe einen neuen Racheact des mißhandelten polnischen Volkes vorerst noch nicht zu den Unmöglichkeiten zählt. Berlin, 8. Sept. Der König beabsichtigt nach der Rückkehr aus den Elbherzogthümern einen etwa zweitägigen Aufenthalt in Hamburg zu nehmen und somit den Wünschen der dortigen Behörden zu entsprechen. — Die Gerüchte, die sich auf eine Abdankung des Königs von Sachsen beziehen, sind ganz gehaltlos. Es wird der vermeintlichen Absicht, die Regierung niedcrzulegen, das Motiv unterlegt, daß derselbe seine Souveränetät zu sehr beeinträchtigt sehe durch die immer weiter gehenden Forderungen Preußens, namentlich auf militärischem Gebiete. Wir können indessen versichern, daß dergleichen Forde- ruugen gar nicht gestellt sind und das Verhältniß zwischen Sachsen und Preußen fast nichts zu wün- scheu übrig läßt. Wiesbaden, 5. Sept Der vom Bischof von Limburg erlassene Hirtenbrief verlangt die Sonderung der katholischen und protestantischen Schulen und fordert die Katholiken Nassau's auf, bei der am 13. d. M. zu Limburg stattfindenden Landesversammlung gegen die Beibehaltung der konfessionslosen Schulen zu protestiren. Ferner droht der Hirtenbrief den Lehrern, welche bei der Landesversammlung für Beibehaltung des nassauischen Schuledicts stimmen würden, den Religionsunterricht in den Schulen zu entziehen. Aus Baden, 3. Sept., schreibt man dem „Schw. Merk." : Die Straßenmeister Badens erhielten den Auftrag, die Straßenwarte anzuweisen, Personen, welche sie mit Terrainaufnahmen beschäftigt finden, zur Anzeige zu bringen. Wien, 4. Sept. Beim gestrigen Festbankette der deutschen Land - und Forstwirthe drückte der Reichkanzler v. Beust die Hoffnung aus, die in ihre Heimath Abreisenden würden die Ucberzeugung gewonnen haben und mitnehmen, daß gegenwärtig in Oesterreich ei» reges Bestreben nach vorwärts herrsche, daß Volk und Regierung einig seien und beide ein und dasselbe Ziel hätten: die Entwickelung des Staatslebens im freiheitlichen Sinne. Diese Bestrebungen sollen den Land- und Forstwirthcn ein Unterpfand des Friedens und des Fortschrittes fein. Paris. 4. Sept. Der „Conftitutionnel" citirt die „Norddeutsche Allg. Ztg.", welche sich dahin ausspreche, daß das deutsche Volk den Frieden wolle. Der „Conftitutionnel" fügt hinzu : Dieselben Gefühle beseelen auch die ungeheure Majorität des französisLen Volkes, ebenso wie ressen Regierung. Constatiren wir mit um so mehr Genugthuung diese Sprache der „Norvv. Allg. Ztg.", als sie genau mit den jüngsten Auslassungen des „Conftitutionnel" übereinstimmt. — Der Prinz Napoleon landete gestern in Havre und besuchte inkognito die maritime Ausstellung. — Der Graf Girgenti empfing heute das diplomatische Corps. Darauf gab derselbe ein Diner, dem Marquis Mou- stier beiwohnte. — Der „Moniteur" theilt mit, baß der Kaiser vom Bahnhof in Chalvns bis zum Lager, einer Strecke von 28 Kilometer, auf einer mit Petroleum geheizten Lokomotive fuhr. Es ist dieß der erste derartige Versuch in Frankreich. — Die „Liberte" veröffentlicbt heute einen Artikel von Girard in, welcher pomphaft überschrieben ist: „Der Kaiser." Darin wird gesagt, daß der Kaiser im höchsten Grade zwei Eigenschaften besitze: die Güte und die Sanftmuth; Niemand habe bessere Intentionen, Niemand ein so sympathisches Verständniß für die Wünsche und Bedürfnisse der Massen. Wenn man in unserer Zeit den Fürsten noch Beinamen ge- ben würde, so müßte der Kaiser Napoleon le bien- intentionne (der Gutwillige) heißen. Leider würden diese Eigenschaften durch einen Jrrthum verdunkelt, daß nämlich Napoleon III., durch das Beispiel seines Oheims verleitet, Alles selbst entwerfen und selbst ausführen wolle. Nicht aus Furcht vor der Freiheit und vor ihren sogenannten Ausschreitungen sei er der Freiheit abgeneigt, sondern weil er meint, dieselbe würde ihn verhindern, die großen Dinge auszuführen, von welchen er träumt. „Ich sage nicht, welche er entwirft," fährt Girardi» wörtlich fort, „sondern von welchen er träumt. Rauchen heißt wachend träumen. Der Kaiser raucht eine Un- zahl von Cigarren; wenn er raucht, so scheint ihm Frankreich so groß unter seiner Regierung, daß es ihm unter der Regierung Ludwig Philipps klein vorkommt. Da ihm Frankreich groß scheint, so überredet er sich, daß es in der That groß ist. Dann findet er es undankbar; dann kann er sich in dem beste» Glauben von der Welt nicht erklären, wie es noch Deputirte geben kann, welche nicht der zufriedengestellten Majorität angehören, und wie Paris, wenn es neun Abgeordnete zu wählen hat, neun Oppositionsmänner wählt. London, 4. Sept. Die Todtenschau- Commission betreffs der bei dem Eisenbahnunglücke bei Aber- gele Getödteten gab das Verdikt „Todtschlag" ab gegen die zwei Eisenbahnbeamten, welche verhaftet sind. Dieselben wurden dem Geschwornengerichte überwiese». Cork, 5. Sept. Eine Farm in der Nähe der Stadt wurde Nachts mit griechischem Feuer in Brand zu stecken versucht. Es ist dieß seit einer Woche die vierte Brandstiftung in hiesiger Gegend. — Einige Trupps von Feniern wurden Nachts beim Exerciren ertappt und mehrere verhaftet. Nom, 4. Sept. Die Truppen werden aus dem Lager von Rocca di Papa morgen Abend hierher zurückkehren. Das Lager wird aufgehoben. — Aus Lüttich sind als Geschenke der Diöcesen der Bretagne und Vendve sechs zwölffündige Kanonen und 134 Munitionsbehältnisse angelangt. Aus England und Belgien wird eine neue Sendung Gewehre erwartet. — Der französische Botschafter, Hr. v. Sartiges, wird sich morgen in einer Audienz vom Papste verabschieden. Florenz, 4. Sept. Wie man in gutunterrichteten Kreisen versichert, handelte es sich in den häufigen Miniftereonseils der letzte» Tage um einen Be- schloß in der noch schwebenden Frage der Räumung Rom's durch die Franzosen. Man will wissen, daß die Majorität für ein energisches Vorgehen in dieser Sache gestimmt ist. Petersburg, 30. August. Der Polizeimeifier der hiesigen Polizei hat in Betreff der zahlreichen Brände in Rußlgnd, insonderheit in Petersburg, eine Bekanntmachung erlasse», nach welcher die Brände -nur auf die Dürre und Unvorsichtigkeit der Bevölkerung, nicht aber auf organisirte Banden von Brandstiftern zurückzuführen sind. Am 24. August brannten wieder in Kronstadt 15 Häuser und 117 Buden des Viehmarktes ab. Mkadrid, 1. Sept. Eine Zusammenkunft zwischen der Königin und dem Kaiser der Franzosen an der Grenze wird als wahrscheinlich betrachtet. Newyork, 3. Sept. I. F. Hoffmann wurde zum Gouverneur ernannt; ferner wurde» Resolutionen angenommen zu Gunsten der baldigen Wieder- Herstellung der Baarzahlung, der allgemeinen Amnestie für politische Vergehen und Verbrechen und der Besteuerung der Nationalschuld, sowie gegen das Wahl- recht der Neger und den Reconstructionsplan des Con- greffes. Vermischtes. Darmstadt, den 1. September. Ein von Herrn Carl Gaule an das Direktorium der Leipziger Lebensversicherungs- Gesellschast erstatteter Bericht über die General-Versammlung der Darmstädter Rentenanstalt am 24. August lautet: „Nach dem Vortrage deS Rechenschaftsberichts der abgelauftnen Periode, welchen Herr Obersteuer-Director Hügel, Vorsitzender der Direc- tion, erstattete, nahm Herr Hofgerichtsadvocat Vvlhard das Wort, um in zahlreichen Punkten der Direction Ungehörigkeiten und den Statuten Mangelhaftigkeiten vorzuwerfen. Nach deren Begründung verlas er eine Eingabe an den Ausschuß mit verschiedenen Unterschriften, die auf Beseitigung dieser Uebelstände drang. — Herr Steuer - Connnissär Rau erkennt an, daß im Laufe der Zeit die Geschäftsführung der Rentenanstalt überflügelt worden sei durch andere Formen der neueren Gesellschaften, daß die Anstalt krank sei, allein in einer Weise, wo- nr die Direktion nicht könne verantwortlich gemacht werden, und weil die Anschuldigungen, die Herr Volhard erhoben, zu voluminös seien, um verlangen zu können, daß sie noch während dieser Generalversammlung erledigt werden könnten, so wurde von ihm vorgeschlagen, es sollten 3 Mitglieder ernannt werden, welche die Rechnungsführung zu prüfen hätten, wobei zu erwarten wäre, daß manches anders als suppvnirt gefunden und wobei eine Rechtfertigung der Direktion sich ergeben werde. Hierauf erhielt das Wort Stabsauditeur Eigenbrodt, welcher sich als Präsident der Ludwigö-Wilhelnnnen^Stiftung gedrungen fühlte, im Interesse der Stiftung, die auf die Rentenanstalt übergegangen ist, im Interesse der Pensionen, welche im Betrag von ff. 260 daraus bewilligt werden, den Operationen der Direction der Rentenanstalt eine strenge Aufmerksamkeit zu widmen. Die alariuireudsten Zeitungsnachrichten habe die Direktion unberichtigt gelassen, obwohl ihr vorgeworfeu worden sei, daß sie sich selbst mit Capitalien beliehen hätte auf Depvniruna solcher Speculationspapiere, die durch die Instruction und na“ mentlich durch die Statuten ausgeschlossen wären von der De- Positencasse: als so beliehene Jndustrieactien hat man genannt „die Aktien der Brey'schen Brauerei," welche gegenwärtig ganz werihlos seien. Er müsse die Erwartung aussprechen, daß die Direction gegenüber solchen Vorwürfen, auf die sie keine Antwort habe, znrücktrete. Thue sie dies nicht, so müsse man mit allen gesetzlichen Mitteln gegen sie Vorgehen. Redner con- statirt die Fahrlässigkeit dieser Maßregeln, welche auch vom Ausschüsse gerügt worden sei. Dec Vorsitzende sucht zu vermitteln, was nicht gelingt während Herr Geheimerath Frank mit folgendem Antrag durchdringt : .„Der Ausschuß prüft in Gemeinschaft mit drei Vertrauensmännern, welche die heutige Generalversammlung wählt die Anträge des Herrn Dr. Volhard und berichtet der demnächst , spätestens in drei Monaten, zusammen zu berufenden Generalversammlung." Dem Antrag entsprechend wurden sofort als Vertrauensmänner von der Generalversammlung erwählt: Herr Moritz Wolfskehl, Geheimerath Maurer, Hofgerichtsadvocat Volhard. „ (Deutsche Verstch.-Ztg.j Speyer, 29. Aug. Der Großherzog von Sachsen-Wei- mar hat unter Bezeugung lebhafter Theilnahme an dem Unternehmen, zum Gedächtnisse an die 1529 dem Speyerer Reichstage übergebene Prvtestativn hier ein Gotteshaus zu bauen, dem Retscherverein die Summe von 200 fl. auszahlen lassen. Oesterreich. Vor einiger Zeit machten die Mitglieder eines Wiener Rudervereins eine Uebungsfahrt stromaufwärts gegen Greifenstein. Die Mitglieder dieses Vereins tragen Mützen, welche in Schnitt und Farbe denen der preußischen Kownivdekappen ähnlich sind. Ein Bauernjunge sah in der Nähe von Höflein an der Donau die kühnen Schiffer, er hatte aber auch im Jahre 1866 die Preußen gesehen, und hielt daher die Mitglieder des Wiener Rudervereins für nichts weniger als für feindliche Preußen, welche mitten im Frieden auf Requisitionen ausfahren. „Hoda, die Preußen kema", rief er einem Manne zu, und Beide setzten nun die ganze Gegend in Furcht und Allarm. Ein Urlauber von Heß-Infanterie klärte endlich die erschreckten Landleute, die mit Roß und Wagen bereits die Flucht ergreifen wollten, genügend auf, und erst im Gasthause überzeugten sich die tapferen Bauern, daß sie eine Gesellschaft von fidelen Wienern vor sich hatten, welche blvS Requisitionen in der Küche und dem Keller des WirtheS gegen baare Bezahlung Vornahmen. (Senf. Wie einem Korrespondenten der „A Ztg." versichert wird, werden am nächsten internationalen Friedens- und Freiheltscongreß zu Bern wirklich Frauen Theil nehmen, sicherlich zum nicht geringen Schrecken der biederen Berner, welche in Betreff des „Wibervolks" an dem alten Grundsatz: „mulier taceat in ecclesia“ (Weiber haben Nichts mitzureden) streng festhalten, so emancipationSlustig auch das „Wibervolk" sein möchte. In Genf hat Frau Goegg eine zahlreiche Amazonen- section der internationalen Friedens- und Freiheitsliga gegründet. . London. Eine Reise um die Welt kann in 2