Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 51 fr. Gießmer Anzeiger. Erscheint wöchentlich dret- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen. Donnerstag den 7. Mai 18«8. Nr. 53. Besondere Bekanntmachungen. 3159) Durch Verfügung Großherzoglichen Hofgerichts der Provinz Oberhessen vom 21. Januar l. I. ist Heinrich Stein von Climbach wegenverschwenderischenLebens- wandels unter Curatel gestellt worden, was hiermit unter dem Aniügen bekannt gemacht wird, daß Rechtsgeschäfte für denselben gültig nur mit dessen Curatoren Jacob Stein und Heinrich Backhaus von Climbach abgeschlossen werden können. Zugleich werden Alle, welche Ansprüche an denselben haben, aufgefordert, solche binnen 4 Wochen bei Meldung der Nicht- berücksichtiguna bei dem unterzeichneten Gerichte anzumelden. Grünberg, den 18. April 1868. Großherzogliches Landgericht Grünberg. Erdmann, Dr. Zimmermann, Landrichter. Landg.-Assessor. 3169) Die Holzversteigeruug im Franzenwald vom 1. Mai ist genehmigt. Die Abfuhrscheine sind vom 9. bis 23. Mai bei Großherzoglichem Rentamt Gießen einzulösen. Die Ueberweisung des Holzes findet Montag den 11. Mai, Morgens 9 Uhr, am Viehtrieb statt. Gießen, am 4. Mai 1868. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Dr. Draudt. Versteigerungen. Arbeilsoersteigerung bei der Stadt Gießen. 3151) Donnerstag den 7. Mai 1868, Morgens 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben werden, als: Spenglerarbeit, veranschl. zu Schlosserarbeit, „ „ Weißbinderarbeit, „ „ Dachdeckerarbeit, „ „ Pflasterarbeit, „ „ Gießen, den 4. Mai 1868. 14 fl. 28 kr. 4 „ 58 „ 3 „ 6 „ 3 „ 6 „ 36 „ 54 „ Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B.: Felsing, lr Beigeordneter. Main - Weser - Bahn. 3170) Für das Magazin der Main- Weser-Bahn soll die Lieferung von 25 Stück Eicheu-Werkholz, 110 Zoll lang, ll'lt Zoll breit, 5>/2 Zoll stark, 25 Stück Eichen-Wcrkholz, 110 Zoll lang, 12'/z Zoll breit, 5'/z Zoll stark, 20 Stück Eichcn-Werkholz, 80 Zoll lang, 9 Zoll breit, 4 Zoll stark, 18 Stück Eichendielen, 325 Zoll lang, 13 Zoll breit, l'/2 Zoll stark, 60 Stück Eichcndielen, 200 Zoll lang, 13 Zoll breit, 2 Zoll stark, 200 CjFuß Eichendielen, IV2 Zoll stark. g 100 „ 31/2 „ „ I? aOO Stück Kiefern- oder Fichtendielen, 100 Zoll lang, 11—12 Zoll breit, 2 Zoll stark, 25 Stück Kiefern- oder Fichtendielen, 105 Zoll lang, 13 Zoll breit, l34 Zoll stark, 25 Stück Kiefern- oder Fichteudiclen, 105 Zoll lang, 10 Zoll breit, l3/4 Zoll stark, 75 Stück Kiefern- oder Fichtendicleu, 85 Zoll lang, 10 Zoll breit, l3/4 Zoll stark, auf dem Submissionswegc vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen können auf dem Büreau deS Großherzoglichen Maschinenmeisters dahier ciugesehen werden und sind die Gebote, welche versiegelt und mit der Aufschrift „Lieferung von Werkholz betreffend" versehen sein müssen, bis längstens den 14. Mai, des Nachmittags 3 Uhr, bei Großherzoglicher Magazins-Commission dahier einzureichen. Gießen, den 3. Mai 1868. Großhcrzogliche Magazins - Commission. ___________________Eickemeyer._______________ Lieferung eiserner Bettstellen. 3160) Donnerstag den 14. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, 1°U die Lieferung von 35 Stück eisernen Bettstellen zur Einrichtung eines Garnisonhospitals zu Gießen durch Soumission vergeben werden. Voranschlag und Lieferungsbedingungen, sowie die Muster-Bettstelle, können vom 11. l. Mts. an bei der unterzeichneten Verwaltung eingesehen werden. Gießen, den 5. Mai 1868. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Zimmer, Quartiermeister. Holzversteigeruug im Anneröder * Gemeiudewalde. 3161) Dienstag den 12. Mai 1868, von Vormittags 8 Uhr an, soll in dem Anneröder Gemeindewalde, Di- stricten Köpfeln, Wolfskaut und Baracken, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 1/2 Stecken Eichen-Scheidholz, 12 „ „ Stockholz, 1394 Wellen „ Reisholz, IV2 Stecken Erlen - Prügelholz, 400 Wellen „ Reisholz, 11 Stecken Nadel-Prügelholz, 22 „ „ Stockholz, 5315 Wellen „ Reisholz, 25 „ Dornholz, 97 Nadel-Stämme von 6 bis 16 Zoll Durchmesser und bis zu 85 Fuß Länge, mit 2543 Cubikfuß, 70 Nadel-Stangen mit 467 Cubikfuß, 50 Eichen-Reifstangen, für Küfer geeignet- Die Zusammenkunft ist an der Grünberger Chaussee am Wege nach Annerod. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini d- I. gestattet. Annerod, den 2. Mai 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Groß. Holzverkaus in der Oberförsterei Marburg. 3144) Dienstag den 12. Mai d. I-, von Morgens 9 Uhr an, soll int hiesigen Oberförstereibezirke folgendes Material, unter den vor dem Termine im Bureau des Unterzeichneten einzusehenden Bedingungen, öffentlich versteigert werden: Schlag Nr. 55, Wittstrauch, Abth. a: a. 159 Stück Nadelholzabschnitte (Kiefern, Weißtannen und Fichten) von 21 bis 50 Fuß Länge und 6 bis 10 Zoll Durchmesser = 2159 Cubikf-, b. 94 Stück dergleichen von 22 bis 66 Fuß Länge und 10'/2 bis 19 Zoll Durchmesser = 3330 Cubikfuß. Die Zusammenkunft findet irrt Ronemy'- schen Gasthause zu Cappel statt. Das Holz ist zum Theil von vorzüglicher Qualität und sitzt günstig zur Abfuhr, sowohl uach Marburg, wie auch nach Fronhausen u. s. w- Der Schutzbeamtc zu Cappel ist angewiesen, das Holz den Kaufliebhabern auf Verlangen vor dem Termine vorzuzeigen. Marburg, am 25. April 1868. Der Königliche Oberförster: W e l c n. Feilgebotenes. Besten Medicinalthran, pr. Schoppen 24 kr., empfiehlt (3155) Ernst Hermes, Materialist. 3149) Ein sog. Ordonnanzftutzcn, noch wenig gebraucht, ist billig zu verkaufen. Wok sagt die Exped. d. Bltts.___________ Z Aepfetwein vorzüglicher Güte; dieses so liebliche Getränk, ganz besonders zu Maiwein geeignet, wird auch im Kleinen abgegeben und empfiehlt solchen bestens H- Schm all, __Lindcnplatz- Wagen-Verkanf 3148) Ein ganz neuer, sehr gut gearbeiteter, für ein Pferd oder Kühe eingerichteter Wagen steht billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts.____________ 3168) Zu verkaufen: 1 Reitsattel mit neusilberncm Zaum und Steigbügel, 1 Stoßtrog mit eisernem Stößer, 1 Winde und mehrere Ketten. Näheres bei der Exped- d- Bltts. Jeder Zahnschmerz, ohne Unterschied, wird durch mein in allen deutschen Staaten rühmlichst bekanntes Zahn-Mundwasser binnen einer Minute sicher und schmerzlos vertrieben, was unzählige Danksagungen der höchsten Personen bekunden. E. Hückstädt in Berlin, Oranienstraße 57, am Marktplatz. Zu haben in Flaschen ä 18 und 36 kr. bei (3154)Carl Frech in Gießen. 3163) Gartenmöbel von Guß- und Schmiedeeisen empfiehlt Emil Pistor. 3146) Für Wirthe Aepfelwein, erste Qualität, eigener Fabrik, wird in größeren und kleineren Quantitäten abgegeben und empfiehlt solchen bestens H. Sch mall, Lindenplatz. Vermiethungen. 3162) Das seither von Herrn Professor Dr. Clebsch bewohnte Logis ist durch dessen Wegzug von hier anderweit zu vermiethen bei______Louis Noll, an der Schoor. 3153) Ein schönes unmöblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei __Carl Plank, Lederhändler. 3165) Ein möblirtes Mansarden-Zimmer ist zu vermiethen bei ______________Louis Busch Wittwe. 3141) Ein vollständiges Fantilienlogis, bcsteheitd aus 4 Zimmern nebst Zugchör, ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei____A. K- W'orms, Seltersweg. 3143) Im Russischen Hof sind zwei möblirte Zimmer zu vermiethen.__________ 3138) Möblirte Zimmer mit Cabinet, auf Verlangen mit einem Flügel, sind zu vermiethen bei M. Heß, Lindenplatz. 3139) Ein freundlich möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei __________Franz Tippel, Lindengasse. 3135) Mehrere gut möblirte Zimmer mit Cabineten sind zu vermiethen bei __________________Wittwe Martin. 3136) Ein hübsch und freundlich möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bet Friedr. Decker. Vermischte Anzeigen. 3164) Ein mit guten Vorkenntnissen versehener junger Mann wird als Lehrling in ein größeres Geschäft gesucht- Näheres bei der Exped- d- Bltts._______________________ 3140) Englischer Unterricht, die Stunde zu 20 fr-, wird ertheilt- Von wem? sagt die Exped- d- Bltts. Freiburger f Staats-Prämien-Anleihe. | 3142) Der Verkauf der Prämien- ® ® Obligationen ist von allen Regie- ® rungen des In- und Auslandes gestattet. Die Haupt-Gewinne betragen Francs aj » 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000,® Z 32,000,30,000,25,000,20,000,18,000, ® a 16,000, 15,000, 6000, 5000, 4000, t S 3000, 2000, 1000 u. s. W. ® ® Beginn der Ziehung am 14. d. M. ® | Nur « Thaler g S kostet ein wirkliches Original- ® ® staats - I.OOS, (nicht von den ver- N botenen Promessen) und werden solche @ ,6 gegen frankirte Einsendung des ® ® Betrages oder gegen Post- Z Vorschuss, selbst nach den ent- s ferntesten Gegenden von mir ® ® versandt. 8 | Es werden nur Gewinne Sgezogen. ® ® Gewinngelder und amtliche ® I Ziehungslisten sende nach Ent- g Scheidung prompt u. verschwie- ® ® gen. ® Unter meiner überall belieb- V, teil Glücks-Devise : ® I „Gottes Segen bei Cohn!“ I ® habe allein meinen Interessenten in® 8 Deutschland die allerhoch- S Z Sten Haupttreffer von 300,000, ® » riä.OOO, 181,500, 153,500, ® ® 150,000, 130,000, 135,000, ® §103,000, 100,000 und jüngst § <8 am 11. September schon ® ® wieder das grosse Goos von ® I 50,000 Thaler ausbezahlt. I Laz. Sams. Lohn ® * in Hamburg, A Bank- und Wechselgeschäft. ® Gasthaus zum Adler. 3172) Einem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich von jetzt an die Wirthschaft im Adler im Namen des Herrn E. Pitt Han fortführen werde. Mit guten frischen Getränken und vorzüglichen Speisen werde ich den geehrten Gästen stets aufwarten können. B. Oswald. Schlesische Feuerverstcherungsgesellschafl in Breslau. Gnmdcapital fl. 5,250,000. Versichertes Capital ultimo 1867 . . fl. 626,776,120. 15 kr. Prämien-Einnahmc int Jahre 1867 . . „ 1,660,729. — „ Versicherung von Haus-Mobilien, Waaren, Fabrikgeräthschaftcn, Felderzeug- nissen in Scheunen und Schobern, Vieh und landwirthschaftlichen Gegenständen jeder Art gegen Feuerschaden, Transportversicherung, «piegel- glasversicherung gegen feste billige Prämien. Antragsformulare und Versicherungsbcdingungen, sowie jede gewünscht werdende Auskunft, werden jederzeit von der General-Agentur I. Gg. Schröder in Darmstadt, sowie den Herren Iran Boeck in Gießen, Phil. Garde in Friedberg, M. Fröhlich II. in Ulrichstein, Hcinr. Dietz in Kestrich bei Alsfeld, bcreitwilligst ertheilt- ' (31o9j | Auswanderer nach Amerika befördert wöchentlich vermittelst Damps- und Segelschiffen bei reeller und billigster Bedienung I. M. Schulhof, am Rathhaus. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen. Schnlprkfungen. Die öffentlichen Prüfungen unserer städtischen Schulen werden nm 7. b. M. beginnen, und zwar sollen Donnerstag den 7. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die vierte und dritte Klasse, Nachmittags von 2 bis 5 Uhr die Zweite Klasse und Freitag den 8. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die erste Klasse der Stadt- knabenschnle (Schulstraße), Montag den 11. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die vierte und dritte Klaffe, Nachmittags von 2 bis 5 Uhr die zweite Klaffe und Dienstag den 12. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die erste Klasse der Stadtmädchenschule (Neustadt), Mittwoch den 13. Mai, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, die vierte Klasse, und Nach- mittags von 3 bis 5 Uhr die dritte Klasse, Donnerstag den 14. Mai, Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, die zweite Klasse und Freitag den 15. Mai, Nachmittags von 2 bis. 5 Uhr, die erste Klasse der höheren Mädchenschule geprüft werden. Indem wir Vorstehendes zur Anzeige bringen, laden wir Aeltern und Schulfreunde zur Theilnahme an diesen Prüfungen freundlichst ein. Gießen, den 4. Mai 1868. Der evang. Schulvorstand. I>r. Seel. I Hu«" Perger. Photograph und Portraitmater, Asterweg 104, zeigt sein Scheiden aus dem Geschäft des Herrn H. Stix ergebenst au und empfiehlt sich dem geehrten Publikum unter Zusicherung vorzüglicher Bedienung. 3166) Ein kräftiger Jung-Schmied fin« det dauernde Beschäftigung in der Maschinenfabrik von Georg Nenzel, in Gießen. 3137) Ein gesitteter Junge kann als Hausbursche eintreten bei ___________ H. Hochstätter. 3171) Ein Junge, der das Schuhmachergeschäft erlernen will, kann in die Lehre treten bei Ph. Becker, Weidgasse. g CoiiconSia. Samstag den 9. Mai, Abends 8 Uhr: Generalversammlung. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes, Rechnungsablage. Vorstandswahl. Der Vorstand. Lurnverem. 3174) Freitag den 8. I. Mts., Abends 9 Uhr, in der Turnhalle: Generalversammlung. Tages-Ordnung: Bericht, Schauturnen, Zehntes Stiftungsfest. __Der Vorstand. 3150) Ein junger Mann, der sich als Scribent ausbilden will, kann auf meinem Büreau eintreten. O. Wcidig, Hofger. - Advokat. Tanzunterricht. 3145) Unterzeichneter ist gesonnen, den 11. Mai einen Tanzkursus zu eröffnen. Anmeldungen beliebe man bis dahin an ihn ergehen zu lassen. Röse, Univ.-Tanz- und Fechtlehrer. 3167) Ein Uhrmacher-Lehrling wird gesucht von Ehr. Leo. Beachtens werth! 3158) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie gegen Schwächezustände der Harnblase nnd Geschlechtsorgane. Speeialarzt Dr. Kirchhoffcr, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz.) 3092) Ein braver Junge kann in die Lehre treten bei Fr. Berg, Schuhmacher. FraHtdriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mausburg. Börsennachricliten. 5. Mai 1868. i Preuss. 41/30/0 Obi. 95* * 3 * * * * * * * */4 I Frankf. 3«/2% Obi. 81% Nass. 41/2% Obi. 943/j Kurh. 4O/o Obi. 89 Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 89% - 3%% do. do. 83% Bayer. 5°/„ Obi. 101% » 41/-0/0 1jährige 93 . » 41/26/0 i/jjährige 93% Würtemb. 4%0/g Obi. 93% ! Baden 4%% Obi. c. E.L. 93% 1 Oestr. 50/0 b. R. 62% „ 56/o National 53% j „ 50/0 Metall. Obi. — ! „ M. steuert. 50% ! Amer. 6% 1882r Bds. 75% I „ 66/0 1885r 751A________ Actien. | Frankf. Bank 124% । Oester. Bank 704 „ Creditact. 191 [ Darmst. Bankact. 223% Prioritäten. 50/o östr. F. St. E. B. 265% Ludwigsh.-Bexbach 148% Maxbahn 105% Bayer. Ostbahn 123% Hess. Ludwigsbahn 134% 3% östr. Stsb.-Prior. 51% 3% östr. s. Lombard. 42% 3O/o Livorneser 28% Toscaner — Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 97 50/g Elisabeth-Prior. 73% do. II. Emiss. 71 % Anleliensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 56 Nassau fl. 25 b. Roth. 35 % Gr. Hess. fl. 50 b. R. 145 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38 4O/o bayr. Präm. Anl. 99% 40/o badische Loose 97 Badische fl. 35 Loose 511/4 1858r Prioritätsloose 133 1860r Loose 70% £86ti „ 87 Wechsel. Amsterd. k. 8. 100% Augsb. k. 8. 99% Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 98 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88 % Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 95 Wien k. 8. 101% Disconto 3°/o G. Geldsorten. Pr. Gass. Sch. 1 44%-15 Div. Cass.-A. —- Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 49-51 „ doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankens!. 9 29-30 Engi. Souver. 11 55-59 Russ. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 28%-29% Schützengesellschaft in Gießen. 3152) Die Schießübungen werden von jetzt an wieder regelmäßig Sonntags und Donnerstags, Nachmittags von halb 3 Uhr an, bei günstigem Wetter abgehalten. Zugleich wird hiermit ein für allemal bestimmt, daß Sonntags nur auf 300 Meter und Donnerstags aus 175 Meter Distance nach den vom deutschen Schützenbund bestimmten Scheibenbildern geschossen wird. Der V o r st a n d. _________________Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenaunten Orten und Fruchtmärkten. Watzen. Korn. Gerste. Spelz. Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffel, 5 Fruchtmärkte. Mai Aus dem Markt Mit- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- prcis Auf dem Markt Mit preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt MD- preis Auf dem Markt Mit.- pveio Auf dem Markt Mit'- preis Auf dem Markt Mit. preis Ak o AS 'S' L \ \ X — — 5 aus I gef P fl. kr. auf gef p fl. kr. p fl. kr. auf ges p fl. kr. S a p fl. kr. 1 auf gef fl. kr. g« p fl. fr. aus geß p ft.fr. auf. gef. verl fl. kr. ft. kr. fl. kr. Alsfeld Grün berg 2. 2. ÄS I M. 9 66 16 17 40 22 M. 18 M. 18 47J 14 — 13 45 M. 17 M. 17 102 10 10 45 M. M. — — M. 38 M. 36 53f 6 6 35 38 M. 20 M. 17 11] 11 11 50 M. M. — — M. M. — M. M. 194 3 3 3 36 — — — — Lauterbach Mainz 2. 1. 14) 11 323 17 17 8 22z 12? 108 14 30 1320 26z 71 1 11 8 38 15 __ ___ _ — 581 39f 15 6 6 30 38 50 j _3i’ 11 50 — — - 6z 2] 8 40 4z 12 24 - — — — Normalgemicht per Malter : Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. Gießen zur Zeit des siebenjährigen Krieges. Bei den sehr spärlichen Nachrichten, welche wir über die Geschichte der Stadt Gießen während des siebenjährigen Krieges besitzen, dürsten die folgenden Auszüge aus den Aufzeichnungen des französischen Militär-Schriftstellers Bourcet, der seine Erlebnisse als commandirender Brigade-General in Deutschland unter dem Titel: „Mdmoires Historiques, sur la guerre quo les 1* rangois ont soutenue en Allemagne depuis 1'757 jusqu’en 1762, par M. de Bourcet, Lieutenant-General etc. etc. Paris 1792“, veröffentlicht hat, nicht ohne allgemeines Interesse sein. Berschen wir uns kurz in die politische Lage der Dinge im Jahr 1758. Die für die Franzosen so unglückliche und schmachvolle Schlacht von Roßbach war im November des vorhergehenden Jahres, ebenso die Schlachten bei Leuthen gegen bte Oesterreicher und bei Zorndvrf gegen die Russen waren von Friedrich dem Großen glänzend gewonnen worden, er stand auf dem Höhepunkt seines Ruhmes auf dem Schlachtfeld. In Folge der am 23. Juni 1758 von den Franzosen unter dem Grafen von Clermont gegen Prinz Ferdinand von Braunschweig verlorenen Schlacht bei Erefelo erhielt kurz darauf, nachdem dem Marquis de Contades der französische Oberbefehl übertragen worden war, der Prinz de Soubise, der Günstling der Pompadour und. Besiegte von Roßbach, dessen Heeresabtheilung eigentlich nach Baiern und Böhmen bestimmt war, von Contades den Befehl, zunächst eine Scitenbewegung nach Hessen (Kurhesscn) zu machen. Demgemäß sammelten sich seine Truppen vom Rhein und unteren Main aus bei Frankfurt und Friedberg. „Bon da brach man am 15. Juli nach Butzbach auf, cantonnirte den 16. in Großen - Linden, in der Gegend von Gießen. Am 17. marschirte die Armee nach Wieseck und am 18. in zwei Colonnen theils nach Marburg, theils nach Kirchhain." „Anfang Winters 1758 erhielt der Marquis du Mesnil vom Hof in Paris den Befehl, nach Darmstadt zu gehen, um den Landgrafen zu der Erlaubniß zu bewegen, französische Garnison.nach Gießen legen zu dürfen: Dieß wurde iur die Dauer des Kriegs zugestanden, und den 16. December durch eine Schein- capitulatton des Commandanten der Stadt, der nur der Gewalt zu weichen vorgab, auSgefuhrt." Bon da an bleibt Gießen, von den Franzosen in besseren Verthcidigungs- zustand gesetzt, unausgesetzt in ihren Händen, und bildete so unter Anlegung und Unterhaltung bedeutender Magazine und Spitäler häufig einen Stützpunkt für ihre Operationen sowohl im Norden, als im Süden. October 1759 finden wir das Hauptcvrps der französischen Armee unter dem Herzog de Broglie nahe bei Gießen, hauptsächlich um Klein-Linden herum im Quartier. Es scheint nach der verlorenen Schlacht von Wesel auf ihrem unausgesetzten Rückzüge der erste sichere und längere Ruhepunkt derselben gewesen zu sein. Das Hauptquartier war in Annerod. Die Armee war auf's Aeußciste durch Märsche und Verluste geschwächt, und war dieser Zustand der Erschöpfung und Auflösung um so be- denklicher, als jenseits der Lahn in ihrer nächsten Nähe Ferdinand von Braunschweig in Ueberzahl schlagfertig stand. Seine Linie dehnte sich vom Gleiberg an bis auf die Höhe des Staufenbergs aus. Dabei lagen die Franzosen zu weit ausgedehnt aus einander, und fürchtet.n den Angriff des Feindes, sobald der Frost die Lahn und die umliegenden Moräste gangbar machen würde. „Gießen, eine schlechte Festung („mauvaise place“), an der Lahn gelegen, war der Haupt- sächlichste und einzige Punkt, um das Centrum zu decken. Diese Statt, mit starker Garnison ausgerüstet, konnte haltbar werden ; aber durch ihre Lage zwischen den Armeen wurde sie zum Zankapfel, von dem schließlich nur der Theil Gewinn zog, der am längsten seine Stellung zu behaupten im Stande war. Es war die Rede davon gewesen, Gießen zu räumen und zu schleifen. Die Marschälle d’Estrees und de Contades waren für diesen Plan, der Herzog von Broglie aber zeigte die Unthunlichkeit desselben, indem er die Unmöglichkeit bewies, die Armee »uf dem rechten Ufer des Mains während der Winters zu halten, im Falle dieser Platz (Gießen) vom Feind besetzt würde. Der Marschall und Kriegsminister de Belle-ile stimmte dieser Ansicht bei, und ließ den französischen General seinen Plan verfolgen. Um ihn auszuführen, mußte man las Feld von Klein-Linden behaupten, trotz ter wieder angedeuteten Schwierigkeiten." Zwei Monate später, in den ersten Tagen des December 1759, war dieser Plan aufgegeben. „Der Herzog von Broglie, im Begriff, das Feld von Klein- Linden zu verlassen, warf 3000 Mann nach Gießen, aus Abtheilungen von Infanterie und leichten Truppen zusammengesetzt, und versah den Platz mit jeder Art Munition für 6 Monate. Da seine ganze Anlage und Befestigung äußerst schlecht war, so setzte man die alten Schleußen in Stand, um wenigstens die Umgegend unter Wasser setzen zu können; eine Vorsicht, welche die Stadt haltbar machte. Der Baron du Blaisel, welcher daselbst commandirte, erhielt den 1 1 1 i t s v b e: 3 li n v t t t t c ss m 2 h Das Testament des Großonkels. Sechstes Kapitel. (Fortsetzung) „Wozu aber dann noch diese teuflische Verstellung am gestrigen Abend, wozu riese Drohungen gegen John in Deinen letzten Briefen?" „Weil ich mit der Ausführung oder Nichtausführung dieses löblichen Entschlusses, mich mit meinem Bruder zu versöhnen, noch eine kleine Bedingung verbinde, deren Erfüllung von Dir abhängt." „Und diese Bedingung wäre?" „Ich wünsche mich zu verheirathen." „DaS ist Alles? Habe ich doch selbst schon daran gedacht und mich unter den Töchtern unserer ersten Familien hier um eine passende Partie für Dich umgesehen." „Gieb Dir keine vergebliche Mühe, liebe Mutter! Ich bin Dir allerdings sehr dankbar für Deine Fürsorge, doch ich habe selbst schon meine Wahl ge- troffen." „Also eine Engländerin, eine überseeische, kaufmännische Geschäftsverbindung; — hat vielleicht Schröder Sohn in London eine Tochter, oder ist es eine andere Schönheit aus der City, welche Dich in Fesseln geschlagen hat?" „Dieses weniger, liebe Mutter, meine Wahl ist längst vorher getroffen, und leider ist sie etwas plebejischer Natur." „Das wäre! Jedoch, wenn es eine Fremde, vorzüglich wenn es eine Engländerin ist, so ist man nicht gewohnt, so genau nach dem Stammbaum zu fragen." „Du irrst Dich schon wieder, liebe Mama, es ist keine Engländerin, es ist eine hiesige und zwar eine alte Bekannte--" „Und die wäre?" „Eine frühere Nachbarin von uns." „Den Namen, sage mir den Namen!" „Maria Ve Witt." „Die Bäckertochter!" rief Mad. Gratman aus, „mit der Du seit fünf Jahren in wilder Ehe gelebt hast?" „Dieselbe, liebe Mutter; ich sehe, daß Du sehr gut unterrichtet bist." „Ich bin stets nachsichtig gegen Deine Schwächen gewesen, mein Sohn, doch zu Vieser Verbindung werde ich nie und nimmer meine Zustimmung geben, nie und nimmermehr!" „So werde ich diese Verbindung also ohne den mütterlichen Segen schließen müssen." „Nicht blos ohne den mütterlichen Segen, Harri, sondern mit dem mütterlichen Fluch! Ich werde hinfort keinen Sohn, sondern nur noch zwei Töchter haben." „Desto besser, so bleibt der weibliche Zweig des Hauses auf der einen Seite und der männliche auf der andern Seite, d. h. Fletcher und Drydeck contra Gratman Brothers." „Von meinem Vermögen werdet Ihr nie einen Heller erhalten." „Schadet Nichts, wenn wir nur das Vermögen des Alten kriegen; wir haben den Brief an Schröder, und Schröder und dieß Document in Veercn- borg's Händen ist eine gefährliche Waffe, denn Du weißt selbst, Veerenborg ist ein so rechtschaffener Advokat." „Harri — Du bist — Du bist — ein Dämon!" „Danke schön für das Compliment, und doch bin ich kein so schlimmer Dämon als Du glaubst, denn ich erlaube Dir, diese von mir eingegangene Verbindung abzubrechen. Wie Du das vollbringen wirst, ist Deine Sache, nur diese eine Bedingung stelle ich, Maria de Witt darf nie wissen, daß ich es war, der Dir die Erlaubniß dazu gab; sie muß die feste Ueberzeugung haben, daß | Befehl, sich bis auj's Aeußerste zu vertheidigen, und im Falle ein Ausbruch möglich sei, sich mit der Garnison, nach geschehener Sprengung der Befestigungswerke und Zerstörung des schweren Artillerieparks durch Minen, hcrauszuziehen." „Die französische Armee brach endlich den 5. Deeember von Klein-Linden auf. Die Infanterie cantonnirte in der Umgegend von Friedberg, und die Ca- vallerie hinter ihr. Alle Dragoner, ein Theil der leichten Truppen und der Grenadiere, unter dem Befehl des Grafen von St. Germain, verblieben in Butzbach, zwischen der Armee und Gießen, dessen aufgezehrte Magazine von Friedberg aus frisch gefüllt wurden. Hungen wurde von zwei Jnfanteriebrigaden besetzt, und Langsdorf durch leichte Tiuppen. Der französische General veranlaßte den Herzog von Württemberg, sich von Fulda aus zu nähern, seine leichten Truppen seitwärts nach Crainfeld und Herbstein zu ziehen, und, Schotten und Ulrichstein an der Quelle der Ohm und der Fulda räumend, seine Kerntruppen zu Salmünster, Steinau und Neuhof zu halten." „Der Prinz Ferdinand ließ den Prinzen von Holstein - Gottorv mit einem starken Corps die Lahn überschreiten, und die Höhen von Klein-Linden besetzen, eine Bewegung, welche die Belagerung von Gießen anzudeuten schien. Die leichten Truppen der Alliirten besetzten Lich, Laubach und einige andere Orte weiter vorwärts und zu ihrer Linken Die Furcht vor einer Belagerung von Gießen verlor sich jedoch bald im Hinblick auf die Unthätigkeit des Feindes, der in seiner alten Stellung blieb, Infanterie und Cavallcrie in's Bivouak brachte und weit weniger, als die französische Armee, an Mangel von Fouragc litt, da der Prinz Ferdinand im Gefolge seines Heeres 700 — 800 Wagen, meist von den Ufern der Weser her, sührte, welche beständig Lieferungen vermittelten. Die Absicht der Alliirten ging dahin, den Feldzug möglichst in die Länge zu ziehen, um die durch Mangel an Lebensmitteln und die rauhe Jahreszeit erschöpften Franzosen zu verhindern, sich in den Winterquartieren zu erholen. Die Besorgniß wegen einer Belagerung Gießens nöthigte den Marschall de Broglie, seine Truppen eoneentrirt zu halten, und verhinderte ihn, nach seiner Linken hin größere Corps zu entsenden, um sich mit dem Marquis d’Armentieres zu vereinigen, oder sich in den Rücken der Feinde zu werfen, um ihnen ihre Zufuhr abzuschneiden und abzufangen. Sie machten keine Anstalten zur Belagerung, weil der König von Preußen in Sachsen zwei Schläge erlitten (ver- muthlich ist hiermit Fink's Verlust — 20. Nov. — und Kapitulation - 21. No». — bei Maxen gemeint), in Folge deren Prinz Ferdinand genöthigt ich wider meinen Willen definitiv von meiner stolzen Mutter gezwungen worden, diese Verbindung aufzugeben. Sollte sie nur die geringste Idee davon bekommen, baß ich dazu meine Zustimmung gegeben, so bin ich von demselben Augenblicke an der Verbündete meines Bruders. Jetzt, liebe Mama, überlege, wie Du es am besten einrichten willst, die Sache hat gerade keine Eile, reife ruhig mit Evelinen nach Saratoga, und da wird Dir schon guter Rath über Nacht kommen. In wenigen Tagen men e ich bei Euch sein, Du wirst Dir bis dahin schon einen Plan ausgedacht haben, und wir werden dann von Neuem einig werden. So- bald Du mich von diesem meinem weiblichen Feinde befreit hast, werde ich Dich von Deinem männlichen Feinde, Deinem Sohne, befreien. Somit Gott befohlen, liebe Mama, glückliche Reise und viel Vergnügen." Nach diesen Worten eilte er davon, Mad. Gratman saß lange stumm und in sich gekehrt da, doch ihr Auge blieb trocken und nicht ein Mal eine Thräne der Wuth gab ihr Linderung; sie hatte zum ersten Male in ihrem ganzen Leben ihren Meister im Princip te« Bösen gefunden. Wunderbares Verhängniß! Eine Mutter erfüllt das Maas der Sünde an ihrem Erstgeborenen, und in dem Augenblicke, wo sie sich dem Ziele nahe glaubt, da erfüllt der Jüngstgeborue das Maas der Sünde an seiner Mutter, — in der Hand der ewigen Gerechtigkeit aber liegt es, wer einst wiederum ihr rächender Engel sein wird. Siebentes Kapitel. Wenn man, dem Gewühle New-Aorks zu entgehen, der 42. Straße zueilt, gelangt man zum Hudson, auf dessen Fläche die unzähligsten Ferrybvote bereit stehen, den Ruhesuchenden dem gegenüberliegenden Ufer zuzuführen. Kaum hat der Fuß bas Dampiboot betreten, so würdigt man die Stadt keines Blickes mehr, man eilt nach dem Vordertheil des Schiffes und die Augen schweifen genießend über den Wasserspiegel hinüber nach jenen buchenumkränzten Höhen; nach wenigen Augenblicken ertönt das Signal, das Boot setzt sich in Bewegung und den Strom quer durchschneidend eilt es dem gegenüberliegenden Ufer zu. Oben auf der Spitze des Berges ragt der Thurm des Waldschlosses kühn in die Luft, auf dem Rande des Felsens, der sich senkrecht über dem Wasserspiegel erhebt, erblickt man das halbvollendete Mauerwerk eines großen Gebäudes, welches das Ansehen einer Ruine hat und den Fremden unwillkürlich an die Ufer des Rheines in kleinerem Maßstabe erinnert; unten am Fuße zwischen Felsabhang und Fluß zieht sich der Fahrweg hin und dicht bei der Landung liegen drei weiße Häuser, in denen ehrenfeste, plattdeutsche Wirthe ihr Quartier aufgeschlagen haben, um vorzüglich an Sonn- und Festtagen an den Börsen der bei ihnen Einkehrendcn eine reiche Ernte zu halten. Einige verlassene Austernstände würzen durch die Ausdünstung der in ihnen zurückgebliebenen Schalen die sie umgebende Atmosphäre gerade nicht mit balsamischen Düften ; d'rum eilt auch der einsame Wanderer rasch an ihnen vorüber; wir nennen den Wanderer einsam, weil es an einem Wochentage ist, an welchem diese Orte gar wenig besucht werden. Doch auch das große einladende Schild des ersten Hauses lockt ihn nicht einzukehren, er eilt weiter, ein Haus zu feiner Linken und zwei zu feiner Rechten liegen lassend und steigt langsam die vor ihm liegende steile Höhe hinan, an der sich der enge Fußpfad durch das Unterholz dahinschlängelt; hie und da springen Felsstücke hervor, deren er sich wie einer Treppe bedient, rechts und links die Zweige der Bäume erfassend, um sich emporzuziehen. Endlich ist er oben, er geht noch einige Schritte, bleibt dann hochaufalhmend stehen und wendet sich um, das vor ihm ausgebreitet liegende Gemälde zu betrachten, — die Manhattaninsel und die Handelsmetropole der neuen Welt. Er wirft einen langen, langen Blick über die Riesenstadt, in der er seine Sorgen zurückgelassen und eilt dann in die traulich stille Waldeinsamkeit des sich ihm öffnenden Buchenhaines. (Fortsetzung folgt.) war, ihm 10,000 Mann Verstärkung zu schicken, und den Prinzen von Holstein- Gottorp den 25. Deeember über die Lahn zuruckgehen zu lassen." „Im Laufe des Monats Februar machte die Garnison von Gießen einen Ausfall gegen einen der feindlichen Posten, welcher jedoch ohne jeden Erfolg blieb." „Gegen Mitte Mai setzte Prinz Ferdinand feine Truppen in Bewegung. Die Alliirten hatten sich durch englische Rekruten und Vermehrung der deutschen Truppen bis auf über 100,000 Mann verstärkt. Das 12 — 15,000 Mann starke Corps bei Kirchhain, und der daselbst angehäufte Artilleriepark ließen annehmen, Prinz Ferdinand wolle den Feldzug mit der Belagerung von Gießen beginnen. Fast alle Gegenmittel, welche der Marschall de Broglie zur Durchkreuzung dieses Unternehmens anwenden konnte, wurden durch unübersteigliche Hindernisse vereitelt. Der Prinz Ferdinand konnte in 10 bis 12 Tagen seine Kräfte zusammenraffen, sich Gießen nähern, es angreifen und nehmen. Die Stellung der französischen Armee, deren einer Theil am Rieder-Rhein stand und Verstärkungen aus Frankreich erwartete, ließ ihre Vereinigung nicht so rasch zu, um den Feind vor Ucbergabe der Festung anzugreifen. Auch der Mangel an Lebensmitteln stand dem Zuzug der Truppen des Nieder-Rheins zu denen der Nieder-Lahn entgegen. Die Alliirten vermehrten die Unruhe des französischen Generals, indem sie den General Luckner mit 3 oder 4000 Mann nach Butzbach cirigirten, was zu dem Glauben einer Umschließung Gießens Anlaß gab; aber er griff Butzbach an, verjagte die dasselbe vertheidigencen Truppen, machte einige Gefangene und zog sich wieder auf die andere Seite der Lahn zurück." — Wir ersehen aus diesen das Interessanteste enthaltenden Auszüaen, daß selbst für größere Truppenbewegungen und strategischen Pläne der Besitz von Gießen für durchaus nicht gleichgültig erachtet und feine Behauptung von den Franzosen sogar mit einer gewissen Aengstlichkeit und Sorgsamkeit im Auge behalten wurde, wie denn in der Thal das Verhaltniß der Stadt als ein selbst damals sehr exceptionelles erscheint. Benn Hinblick auf so trübe Zeiten deutscher Zerrissenheit und gegenseitiger Befeindung möge uns die Zuversicht trösten, daß jemehr wir uns dem Ziele nationaler Einheit und Freiheit nähern, ein solcher Zustand für die Zukunft immer mehr zu den Dingen der reinen Unmöglichkeit gehören wird. Gießen, 2. Mai. An die Stelle des nach Heidelberg abgegangenen Professors Gaß soll der bisherige Privatdocent Dr. theol. N itzsch zu Berlin den Ruf als ordentlicher Professor in die hiesige theologische Facultät erhalten und angenommen haben. Berlin. 1. Mai. (Zollparlament.) Der Präsident eröffnet um 1 Uhr 10 Minuten eie Sitzung mit den üblichen geschäftlichen Mittheilungen. Unter den neueingetretenen Mitgliedern befindet sich der würtembergische Minister Kreihr- v. Varnbüler, während unter den auf 8 Tage beurlaubten Mitgliedern der baierische Staatsminister Fürst von Hohenlohe angeführt wird. Von den Abgeordneten Metz, Bamberger, Bluntschli, Pfanncbecker und mehr als 60 Mitgliedern des Parlaments ist ein Antrag auf Erlaß einer Avresse an den König von Preußen gestellt, unv der Entwurf einer Adresse eingereicht worden, über dessen geschäftliche Behandlung das Haus nach erfolgtem Druck des Entwurfes beschließen wird. Das Haus beschließt nunmehr, in die Tagesordnung eintretend, in Betreff des Gesetzeniwurss wegen Abänderung einzelner Bestimmungen der Zollorcnung und der Zollstrafgesetzgebung nach dem Vorschläge des Präsiventen die Borveraihung im Plenum. Der am 30. März d. I. zu Madrid abgeschlossene Handels- und Schifffahrts- verirag zwischen dem nordoeutschen Bunde unv dem Zollverein einerseits und Spanien andererseits nebst Zusatzartikel wird zur Schlußberathung im Plenum gestellt und vom Präsidenten der Abg. v. Meixner zum Referenten unv der Abg. Linau zum Eorrefe- renten ernannt. Als zweiter Gegenstand der Tagesordnung folgen Wahlprüfungen. Zunächst berichtet der Referent der 2. Abtheilung, Abg. Dr. Weigel, über die Wahlen der baierischen Abgeordneten Gürster (Amberg), Frhr. v. Schrenk (Neunburg v. W.), Dr. Jörg (Neumarkt) und der Badener Abgeordneten Dennig (Gernsbach. Ettlingen), Dissens (Philippsburg-Mannheim), und Frhr. v. Göler, die sämmtlich nach dem Antrag für gültig erklärt werden. Der Referent der 3. Abtheilung, Abgeordneter Dr. Harnier, Hai ebenso, wie bei den baierischen Wahlen, aus Anlaß der würtembergische» Wahlen zunächst eine generelle Frage zur Entscheidung des Hauses zu bringen. Auch bei diesen Wahlen ist gegen den Wortlaut des Zollvereinsvertrags verstoßen; besonders sollen zwei Erlasse der königlich würtemdergi- schen Regierung nicht unbedeutende Beschränkungen der Wahlberechtigung herbeigeführt haben. Die Abtheilung ist nun zwar der Meinung gewesen, daß aus sämmtlichen in Folge dieser Erlasse entstandenen Verstößen nirgends ein Grund zu einer allgemeinen Beanstandung der vorgenommenen Wahlen abzuleiten sei, sie meint vielmehr, daß die Consequenz zu folgendem Antrag führt: „Das Zollparlament wolle beschließen, den Bundeszollrath zu veranlassen, daß Die von der königlich würtembergischen Staatöregie- rung hinsichtlich der Wahlen getroffenen Bestimmungen mit dem Inhalt des Art. 9 §. 1 des Vertrages vom 8. Juli in Uebereinstimmung gebracht werden." Der Präsident theilt mit, daß zu dem eben ge- hörten Antrag der 3. Abtheilung die 4. Abtheilung folgenden Antrag gestellt habe: „Das Zollparla- ment wolle beschließen, an den Herrn Vorsitzenden des Zollbundesrathes das Ersuchen zu stellen, vurch Vernehmung der königl. würtembergischen Regierung darauf hinzuwirken, daß hinfort im Königreich Wür- temberg eine dem Sinne des Vertrages vom 8. Juli 1867 und des Reichswahlgesetzes, sowie der Praxis der meisten anderen zoüverbündeten Staaten hvmo- genere Ausführung der Wahlen veranlaßt werde." — Die 5. und 6. Abtheilung hat in der Voraussicht, daß eine der vorhergehenden Abtheilungen einen solchen Antrag stellen werde, ihrerseits von der Einbringung desselben Abstand genommen." (Mittnacht rechtfertigt das Verfahren. Auch der Norvbunv mache das Wahlrecht von der Staatsangehörigkeit abhängig. Der Wahlprotest hätte sich gegen bestimmte Wahlen, nicht generell gegen alle richten müssen. — Braun (Wiesbaden) sucht den Protest zu rechtfertigen, unv wünscht die Prüfung sämmtlicher Beschwerden wegen Wahlbeeinflussungen, damit Wiederholungsfällen vorgebeugt werde. — Bethusy-Hue tadelt den heftigen Ton Braun's und empfiehlt Den sehr allgemein gehaltenen Antrag der 4. Abtheilung. — Braun zieht seinen Antrag zurück. — Metz tadelt die Verbindung der Regierungspartei mit der demokratischen Partei, welche die Einigung Deutschlands bekämpfe. Er empfiehlt die Abtheilungsanträge. Nach erregter Debatte, wobei Die Herren v. LinDen und Varnbüler das Verfahren der würtembergischen Regierung vertheivigten, wird Der Antrag der 4. Abtheilung mit 162 gegen 105 Stimmen angenommen.) Berlin. Die national-liberale Fraktion im Zollparlament hat Den Entwurf einer Adresse eingebracht, dessen Wortlaut folgender ist: „Allerdurchlauchtig- ster, Großmächtigster König, Allergnävigster König und Herr! Das von Ew. Majestät berufene deutsche Zollparlament fühlt sich als Vertretung des deutschen Volkes gedrungen, Zeugniß abzulegen von dem Streben der Nation. Ew. Majestät bestätigen, wie das Bedürfniß des deutschen Volkes nach der Freiheit Innern Verkehrs und Die Macht des nationalen Gedankens Den Deutschen Zollverein allmählig über Den größten Theil Deutschlanvs ausgeDehnt hat. Wir leben Der Ueberzeugung, Daß jenes Bevürfniß unserer Nation Die Freiheit auf allen Gebieten för- Dern unb Die Macht dieses nationalen Gedankens auch die vollständige Einigung des ganzen Deutschen Vaterlandes in friedlicher unv gedeihlicher Weise herbeiführen wird. Eine naturgemäße Entwickelung hat zur Vertretung der gesammten deutschen Nation bezüglich ihrer wirthschaftltchen Interessen geführt. Die seit Jahrzehnten vom deutschen Volke erstrebte und seiner Zeit von sämmtlichen deutschen Regierungen als unabweisbares Bedürfniß anerkannte nationale Vertretung für alle Zweige des öffentlichen Lebens kann unserem Volke auf Die Dauer nicht vorenthalten werden. Die Liebe zum deutschen Va- terlanve wird die inneren Hinvernisse zu beseitigen wissen. Die nationale Ehre wird oas ganze Volk ohne Unterschied der Parteien zusammenführeit, falls von außen versucht werden sollte, dem Drange des deutschen Volkes nach größerer politischer Einigung entgegenzutreten. Unsere Nation achtet fremdes Recht und wünscht friedlichen Verkehr mit allen ihren Nachbarn. Sie darf daher Gleiches von Anderen erwarten, falls ihr das eigene Wohl eine Aenderung in ihren inneren Einrichtungen nöthig erscheinen läßt. Die angekündigten Vorlagen werden wir mit pflicht- mäßigem Ernst prüfen. Das gemeinsame deutsche Interesse wird unsere Beschlüsse leiten. Den Handelsvertrag mit Oesterreich nehmen wir mit besonve- rer Genugthuung entgegen. Wir legen auf die freundlichen Beziehungen zu deut durch Stammes- Verwandtschaft und mannigfache Bande eng mit uns verbundenen Nachbarlande einen hohen Werth. — Wir vertrauen, daß es Ew. Majestät vergönnt sein werde, getragen durch Die vereinte Kraft Der Deutschen Nation unv im Einverstänvniß mit Ew. Majestät hohen Verbündeten, den Ausbau des gemeinsamen Werkes zu vollenden, dessen Abschluß Sicherheit, Macht unv Frieden nach außen, wie materielle Wohlfahrt und gesetzliche Freiheit nach innen verbürgt. Ew. Majestät re." Etwas Bestimmtes über Annahme oder Ablehnung dieser Adresse läßt sich heute noch nicht sagen. Die Freiconservativen scheinen sich dem Erlaß einer Adresse hinzuneigen, dagegen soll die süvdeutsche Fraktion der Föderalisten (Vorsitzender Freihr. v Thüngen) beschlossen haben, wenn auf Die ADresse eingegangen werDe, unter Protest gegen Die Compet nz des Zollparlaments den Saal zu verlassen, jedoch nicht das Mandat niederzulegen. Die Fortschrittspartei verhält sich bis jetzt invifferent. Die Conservativen sollen, nach einigen Blättern, dafür fein, daß über den Antrag auf Erlaß einer Avresse zur Tagesordnung übergegangen werde, nach andern Blättern, darunter die „Wes. Ztg.", sollen sie geneigt sein, ebenfalls für eine Die politische Einigung ganz Deutschlanvs betonenDe Adresse zu voiiren. Was Die „Krztg." anlangt, so ist sie überhaupt gegen eine Adresse, weil die „Adreßvebatte zu einem Kampf der Leidenschaften wird, welcher zunächst sehr viel Zeit kostet" und nur dazu Dient, „den Gegensatz Der politischen Bestrebungen SüdDeutschlanDs unv Nord- DeutschlanDs zum scharfen Ausdruck zu bringen." Da Das aber — wenn Der Antrag auf Erlaß einer ADresse angenommen werDe — nicht zu vermeiden sei, so sei „es jedenfalls die Aufgabe der conservativen Partei, ihrerseits eine Avresse in Vorschlag zu bringen, welche die Antipathieen des Süvens entwaffne, indem sie den Grund ihres Mißtrauens und Widerstandes beseitige. Wolle man eine Adresse auf die Thronrede, so sei sie Der Ausdruck der Zustimmung, nicht der des Wiverspruchs." Es sei nicht „national", die „politische Einheit dem widerwilligen Theile Deutschlands aufzwingen zu wollen, welche nur — so es GotteS Wille wäre — als reife Frucht eines geschichtlichen Prozesses gewonnen werden könnte." Also, so schließt die „Krzztg." : „Eine Adresse nur, wenn sie durchaus nicht zu vermeiven ist. Dann aber eine Adresse, Die Den Süden nicht verletzt, sondern versöhnt." Berlin, 2. Mai. Die Familie Rothschild soll gefürstet werden, so lautet der „Trib." zufolge, das neueste Börsengerücht. Die großen böhmischen und schlesischen Besitzungen ves Hauses sollen zu einem Fiveieornmiß vereinigt und Dem jedesmaligen Besitzer des FiDeieommisscs die Fürstenkrone übertragen werden. Berlin, 2. Mai. Die Berathung über den nationalliberaler Seils eingelegten Protest gegen die Zollparlamentswahlen in Württemberg hat in der gestrigen Sitzung des Zollparlaments zu sehr stürmischen Debatten geführt. Hannover, 1. Mai. Von den wegen Falsch- werberei in Berlin in Untersuchungshaft befindlichen Hannoveranern sind weiter entlassen: der Kellner Bähre, die Maurer Kreis und Oppermann, der Hausknecht Lange und der Arbeiter Deppe. In Haft verbleiben 22, welche jetzt nach Aussage der Zurückkehreilven vor Gericht gestellt werden sollen. Anhalt-Dessau hat bekanntlich auch einen Nothstanv, cer jedoch im Ueberfluß seinen Grund hat, im Ueberfluß an allerhöchstem Roth - und Schwarz- wilv. Volk und Stände haben schon seit Jahren um Abstellung dieses Nothstandes petitionirt — immer vergebens, denn Serenissimus erkannte denselben nicht an. Jetzt endlich — der neue Premier, Hr. v. Larisch, ist kaum warm geworden — bringt das „Bernd. Wochenbl." die Nachricht, „daß die herzoglichen Oberförster des Landes den Befehl erhalten haben, vas sämmtliche aus den Forsten (d. h. zum Besuch der Felder der Bauern) tretende Wild zu erlegen." — Allgemeiner Jubel natürlich im Bereich Der „sämmtlichen Staaten" Anhalts und noch natürlicher Der Ruf: „Das danken wir dem neuen Minister — der verftehts." Hr. v. Larisch war in der größten Gefahr, populär zu werden; da erbarmt sich seiner die officielle Zeitung von Anhalt unv rettet — Vas persönliche Regiment Serenissimi von Cen „bösen Zungen" mit Den Worten, „Daß „Alles" aus Höchsteigenem Landesväterlichem Antriebe Sr. Hoheit des Herzogs geschehen sei." Und nicht zufrieden damit, fügt der Officielle noch die mahnenden Worte bei: „Wir müssen überhaupt davor warnen, zuviel auf das Conto des eben erst eingetrete» neu Ministervorstandes zu setzen, und zwar gilt dieß sowohl vom Credit als vom Debet." Serenissimus leidet keinen Hausmeier und ent- und belastet sein Conto höchsteigen. Wien. Die Hülfsquellen des Hietzinger Hofes scheinen vom Versiegen sehr fern zu sein, Denn, wie die „Spen. Ztg." erfährt, hat sich wieder eine be« deutende Zahl von Mitgliedern der hannoverschen Legion aus Frankreich eingefunden, welche in Wien und in Hietzing auf Kosten des Königs Georg Quartiere bezogen haben. Sie sind erkennbar an den französichen Käppis, welche sie mit dem Buchstaben G geschmückt tragen. Die Leute sprechen an öffentlichen Orten ungenirt vom nahen Feldzuge gegen Preußen. Paris. Das Ausstellungsgebäude auf dem MarS- felde ist jetzt seines Daches vollständig entkleidet. Auch Die Marquise, welche sich um Den äußern Ring herum- zog unv eine LängenausDehnung von 1425 Metern hatte, ist beinahe gänzlich verschwunDen. Die Ma- schinenhalle ist Durchaus geleert unD in Den übrigen Galerien ist schon der größere Theil ves Eisenwerks entfernt. Das Geripp Des Gebäudes hatte nicht weniger als 18,500,000 Kilogr. Gußeisen erfordert, von Denen 10 Millionen allein auf Die Maschinenhalle unD 500,000 Kilogr. auf Das Dachwerk Der beiten inneren Galerien, in Denen sich Die Kunst- gegenstänve unD Die archäologischen Sammlungen befanDen, vcrwanDt worben waren. Im Park stnD nur noch wenige Gebäulichkeiten zu sehen. Der Raum zwischen Dem Paläste selbst und Der Militärschule ist völlig frei und toirb gegenwärtig wieDer geebnet, um, wie früher, als Exerzierplatz Dienen zu können. London. Kaum Daß Die abyssinische Expedi- iion zu Ende ist, so scheint Veranlassung zu einer neuen geboten zu werden. Der provocirende Theil sind dießmal die Japanesen. Nachdem jüngst von Den Einwohnern von Osaka ein so brutaler Angriff auf die französische Corvette „Dupleix" auSgesührt worden war, ist gegenwärtig auch das Gefolge des englischen Gesandten, Sir Harry Parker, infultirt worden. Der Herr Gesandte hatte dem Micavo einen Besuch gemacht unv wurde freundlich angenommen. Auf cer Rückkehr wurde er von einem Haufen Japanesen angegriffen. Mehrere von der Escorte erhielten Wunden. Drei der Angreifer wurden gefangen genommen. Es scheint in der That, daß es dem Micado nicht so gut gelingt, als dem früherem Reqimente des Taikun, diejenigen Elemente der japanesischen Bevölkerung, welche Der Zulassung Der FremDen widerstreben, im Zaume zu halten. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Chr. Pietsch) in Gießen.