Preis vierteljährlich 36 ft. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen Vierteljährlick 51 fr- Gitßmer Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Canzleibcrg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Sichen. 9h?- Dienstag den 5. Mai Amtliche Bekanntmachungen. 1888. (Nr- 88.) (Nr. 89.) (Nr- 78.) (Nr. 79.) (Nr. 80.) (Nr. 81.) (Nr. 82.) (Insel Celebes) (Nr- 83.) (Nr. 84.) (Nr- 85.) (Nr. 86.) (Nr. 87.) fcfjen Bunde. $ bctr. die Beglaubigung eines Ministerresidenten des Norddeutschen Bundes am Kaiserlich Brasilianischen Hofe. Gießen, den 1. Mai 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des Kreisraths: Kekule, Kreisassessor. INr. 76.) Gesetz, betr. die Abänderung des Haushalts-Etats des Norddeutschen Bundes für das Jahr 1868. Vom 30. März 1868. _ Mr. 77.) Convention, abgeschlossen zwischen den Postverwaltungen des Norddeutschen Bundes und der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika Behufs der Vervoll- kommnuna des Postdienstes im gegenseitigen Verkehr. Vom 21. October 1867. ~ ™8 Gesetz, die Unterstützung der bedürftigen Familien zum Dienste einberufener Mannschaften der Ersatzreserve betr. Vom 8. April 1868. Verordnung, betr- die Einberufung des Zollparlameuts. Vom 13. April 1868. Bekanntmachung, betr. die Beglaubigung des Kgl. Spanischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers 6et dem Norddeutschen Bunde. Desgl. betr. die Beglaubigung des Kgl. Portugiesischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers bei dem Norddeutschen Bunde. Desgl-' die Ernennung von Generalkonsuln und bezw- Konsuln des Norddeutschen Bundes zu Amsterdam, Rotterdam, Vlissingen, Batavia und Makassar Nr. 6 des Bundes-Gesetzblattes für den Norddeutschen Bund, ausgegeben zu Berlin den 20. März 1868, enthält: (Nr. 72.) Bekanntmachung, betr. die Ernennung eines Bevollmächtigten zum Buudesrathc des Deutschen Zollvereins. Vom 7- März 1868. (Nr- 73.) Bekanntmachung, betr. den provisorischen Gebührentarif für die Konsuln des Norddeutschen Bundes. Vom 15. März 1868. (Nr. 74.) Bekanntmachung, die Ernennung von Generalkonsuln, bezw. Konsuln des Norddeutschen Bundes für Aegypten, in Bosnien, in Beirut und in Smyrna betr. (Nr'. 75.) Desgl., die Ernennung von Konsuln des Norddeutschen Bundes in Aarhus, Svaneke, Rönne, Fanö, Friedrichshafen, Helsingör, Hjöring, Horsens, Kopenhagen, Randers, Ringkjöbing und Thisted betr. Nr. 7 des Bundes-Gesetzblattes, ausgegeben den 14. April 1868, enthalt: bett. Desgl-, die Ernennung von Konsuln des Norddeutschen Bundes zu Antwerpen, Brüssel, Gent und Ostende betr- Nr. 8 des Bundes-Gesetzblattes, ansgegeben den 20. April 1868, enthält: Postvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde, Bayern, Württemberg und Baden. Vom 23. November 1867. Postvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde, Bayern, Württemberg und Baden emersetts und Oesterreich andererseits- Vom 23- November 1867- Vertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und dem Kaiserthum Oesterreich, betr- die geschlossenen Posttransite- Vom 30- November 1867- Bekanntmachung, betr. die Ernennung von Bevollmächtigten zum Bundesrathe des Deutschen Zollvereins. Vom 15. April 1868. Nr. 9 des Bundes-Gesetzblattes, ausgegeben am 25. April 1868, enthält: Postvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und Luxemburg. Vom 13. November 1867. . . Bekanntmachung, betr- die Beglaubigung des außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers der Ottomamscheu Pforte bei dem Norddeut- Bekanntmachung. (3109) Christian Wallenfels in. zu Gießen hat die seither,geführte Unteragentur des Hauptagenteu Karl Gerschlauer zu Darmstadt zur Beförderung von Aus- Wanderern über Bremen nach Nordamerika niederaekeat und um Nüekgabe der gefteüten Cautian gebeten. , < Ansprüche, welche der Rückgabe dieser Kaution etwa entgegengesetzt werden sollen, sind daher innerhalb 6 Monaten ber der unterzeichneten Behörde mit einer Nachweisung darüber anzumelden, daß deshalb bei dem zuständigen Gerichte Klage erhoben worden ist, widrigenfalls nach Ablauf dieser Frist die Kaution zuruckgegeben werden wird. Gießen, den 21. April 1868. Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des KreiSraths: Kekulä, Kreisassessor. Besondere Bekanntmachung. 3091) Durch die Herstellung der Ortsstraße zu Heuchelheim wird dieselbe längere Zeit unfahrbar. Das Fuhrwerk durch Heuchelheim wird bis auf weitere Nachricht abgesperrt. Heuchelheim, den 26. April 1868. Großh erzo glich e Bürg ermeisterei Heuch elh eint Jung. Versteigerungen. 3096) Donnerstag den 7. Mai, Nachmittags 2 Uhr, soll _nuf dem hiesigen Rathhause die den I. Schmuck's Erben gehörende Hofraithe auf dem Tiefeuweg, nach einer Verfügung Großherzoglichen Kreisamtes, auf den Abbruch versteigert werden. Gießen, den 29. April 1868. In Auftrag: Weidig, Ortsgerichtsmann. Arbeitsversteigerung. 3125) Freitag den 8. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, sollen auf hiesigen Rathhause nachstehende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: Schreiuerarbeit an der Kirche, veranschl. zu......6 fl. 55 kr. Dachdeckerarbeit daselbst, ver- auschl. zu.......47 „ 34 „ Schreinerarbeit an dem Rathhause, veranschl. zu . . . 6 „ 30 „ Weißbinderarbeit das., veranschlagt zu.......150 „ 51 „ Maurerarbeit an der Weiterbrücke, veranschlagt zu . . 12 „ 45 „ Pflasterarbeit au den Ortsstraßen, veranschlagt zu. . 110 „ 54 „ Steiufahren, Aufsehen und Zerschlagen derselben zur Unterhaltung der Wege, veranschlagt zu......44 „ — „ Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Hörgern. I. A-: K. Schön, Bezirksbauaufscyer. Arbeilsversteigernng bei der Stadt Gießen. 3133) Donnerstag den 7. Mai 1868, Morgens 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden vergeben werden, als: Spenglerarbeit, veranschl. zu 14 fl. 28 kr- Schlofserarbeit, „ „ 4 „ 58 „ Weißbinderarbeit, „ „ 3 „ 6 „ Dachdeckerarbeit, „ „ 3 „ 6 „ Pflasterarbeit, „ „ 36 „ 54 „ Gießen, den 4. Mai 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B.: Felsiug, Ir Beigeordneter- Stammholz - Versteigerung in den Domanialwaldungen der Oberförsterei Maulbach. 3120) Die Herren Bauunternehmer der Gießen-Fuldaer Eisenbahn machen wir darauf aufmerksam, daß Montag den 18-, Dienstag dm 19. und Mittwoch den 20. Mai zum öffentlichen Ausgebot kommen: 90 Eichen-Stämme bis zu 27 Zoll Durchmesser und 50 Fuß Länge, 426 Kiefern-Stämme bis zu 19 Zoll Durchmesser und 92 Fuß Länge. Sämmtliche Stämme lagern etwa eine Stunde von Nieder-Gemünden entfernt und können auf guten Wegen leicht abgefahren werden. Maulbach, am 1. Mai 1868. Großherzogliche Oberförsterei Maulbach. Koch. Verkauf eines Brauhauses. 3105) Die Gemeinde Heuchelheim beabsichtigt, das Gemeinde-Brauhaus an der daneben herfließeuden Bieberbach, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, zum Stehenbleiben, zu verkaufen. Das Gebäude ist 45 Fuß laug, 42Vs Fuß breit, einstöckig mit Kniestock, von Stein erbaut und mit Ziegeln gedeckt. Die Brau- geräthe sind sämmtlich gut. Der Kessel hält 7 Ohm 51 Maas. Die große Maischbütte hält 20 Ohm. Die kleine „ „ 15 „ Die Darre wird mit warmer Luft geheizt. Zur Veräußerung wird Termin auf Montag dm 11. Mai, Vormittags um 10 Uhr, auf dem hiesigen Rathhaus anberaumt. Heuchelheim, den 26. April 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Heuchelheim __Jung. ___________ Holzversteigerung. 3121) Donnerstag den 7. Mai, - Morgens 9 Uhr, werden int Großen-Lindmer Gemeiudewaldc beim Bergwerk: 64 Stecken Eichm-Scheidholz, 122 „ „ Prügelholz, worunter sich 40 Stecken von 10 Fuß Länge befinden, 30 Stecken Eicheu-Stockholz, 1800 Weichholz-Welleu und 50 Eichm-Baustämme mit 1030 Cubikfuß versteigert. Großen-Linden, den 4. Mai 1868. _____________Menges, Bürgermeister. Klee - Bersteigermrg. 3103) Mittwoch den 6. Mai, Nachmittags 4 Uhr, soll au der Gail'scheu Wollenspinnerei die diesjährige Kleecrndte von ca. 5 Morgen in Abthcilungeu öffentlich versteigert werden. Holzverkauf in der Oberförsterei Marburg. 3107) Dienstag den 12. Mai d. I., von Morgens 9 Uhr an, soll im hiesigen Oberförstereibezirke folgendes Material, unter den vor dem Termine im Bureau des Unterzeichneten einzuseheuden Bedingungen, öffentlich versteigert werden: S ch l a g N r. 55, Wittstrau ch. Ab th. a: a. 159 Stück Nadclholzabschnitte (Kiefern, Weißtannen und Fichten) von 21 bis 50 Fuß Länge und 6 bis 10 Zoll Durchmesser = 2159 Cubikf., b. 94 Stück dergleichen von 22 bis 66 Fuß Länge und 10‘/2 bis 19 Zoll Durchmesser = 3330 Cubikfuß. Die Zusammenkunft findet im Ronemy'- schen Gasthause zu Cappel statt. Das Holz ist zum Thcil von vorzüglicher Qualität und sitzt günstig zur Abfuhr, sowohl nach Marburg, wie auch nach Fronhausen u. s. w. Der Schutzbeamte zu Cappel ist angewiesen, das Holz den Kaufliebhabern auf Verlangen vor dem Termine vorzuzeigen. Marburg, am 25. April 1868. Der Königliche Oberförster: Welen- 26 50 2 110 165 9 100 Holzversteigerung in ben Gräflich Solms-Rodelheim'- schen Waldungen. 3108) In dem Revier Einartshausen gelangen zur öffcutlichm Versteigerung: 1) Donnerstag den 14. Mai l. I. in den Distrietm Waidheckm, Dickenstrauch, Häsels, Strutwald und Schotterberg: 54 Stecken Buchen-Scheidholz, = 2260 Cubikfuß. , 2) Freitag den 15. Mat I- I- im District Dörnberg: 150 Stecken Buchen - Durchforstungs-Reis- holz, 20 „ Nadel-Astreisholz. Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird Zahlungsfrist bis 11. November l. I. gestattet. Zusammenkunft am ersten Tage Morgens präcis 9 Uhr int District Waidhecken auf dem vom Ruttertshäuser Jägerhaus nach Eiuartshausen führenden Fußpfad ohnweit der Kiliansherberge — und am zweiten Tage Morgens präcis 9 Uhr tut District Dörnberg. Wickstadt, den 30. April 1868. Schallas, Gräflich Solms-Rödelheim'scher Oberförster. „ „ Prügelholz, „ Eichen- „ „ Buchen-Stockholz, „ „ Astreisholz, „ Eichen- „ „ Nadel - Durchforstungs - Reisholz (15 Fuß lang), Stück Bucheu-Stäimue und Staimn- abschnitte von 12 bis 40 Fuß Lange und 18 bis 28 Zoll mittl. Durchmesser, 3123) Ein gutes Triebviertel ist zu verpachten. Näheres bei.der Exped. d. Bl wä Markttage statt. M. Sclieiier aus Frankfurt a. M § fr di fi bei A- K. Worms, Seltersmeg. Büreau eintreten. kochen kann, wird gegen guten Lohn vom 15. Mai d. I. an, Frau Landrichter Ploch am Asterweg. Sie über Hän O- Weidig, Hofger--Advokat. We Sä den bitt abs Ja an 3)ii foi we mi >h> Ai fei ge de bc so g u ßl Dl d ei steht ten Ane ich sitz als Sch nim kan gef' 3122) Eine große Auswahl von Vogel- fäftficit bringt in empfehlende Erinnerung Will). Orbig, Neuenbäuen 85. 3110) Täglich frisch gestochenen Spar> gel bei Gärtner Schaum- s 8 3111) Heute, Dienstag den 5. Mai, Abends 7 Uhr, sollen bei Herrn August Noll die noch vorhandenen Jnventarstücke der früheren Lesegesellschaft einer Versteigerung ausgesetzt werden. Feilgebotenes. 3115) Früh - Genlüse - Pflanzen, als : Blumenkohl-, Rosenkohl-, grüne Kohl-, Römischkohl-, Würsing-, Oberkohlraben- und Lattig-Pflanzen (Blut-Forellen) bei L. Hartmann, in der Schanz. 3101) Bei Frau Ferber auf dem Seltersberg ist ein Wiesenviertel, sehr nahe bei der Stadt, sowie die Gras-Erndte in deren Garten, ’/2 Morgen haltend, zu verpachten und kann damit der Anfang gemacht werden. 3131) Wegen bevorstehender Geschästsverändernng werden gestickte Weckwasren, als: Kragen und Manschetten, Striche, Cinsätze, Rockborden, Taschentücher re. gänzlich ausverkaust. Be- fatzartikel und Knöpfe in großer Auswahl werden ganz billig abgegeben. _________'___I. H. F u h r. Schutzengesellschaft in Gießen. 3134) Die Schießübungen werden von jetzt an wieder regelmäßig Sonntags und Donnerstags, Nachmittags von halb 3 Uhr an, bei günstigem Wetter abgehalteu. Zugleich wird hiermit ein für allemal bestimmt, daß Sonntags nur auf 300 Meter und Donnerstags auf 175 Meter Distance nach den vom deutschen Schützenbund bestimmten Scheibenbildern geschossen wird. 3118) Bei Friedrich Lampus sind Dickwurzeln und Kartoffeln zu verkaufen. Nnternchw-Anzeige. 3028) Neben meinem seitherigen Privatunterrichte in der französischen und englischen Sprache, der für das Sommerhälb- jahr wieder begonnen hat, ertheile ich auch Unterricht in allen den Lehrgegenständen, die bei dem Examen der Einjährigen gefordert werden. Lehrer Mayer. Mr Auswanderer. 3106) Die Haupt-Agentur von C. W. Dietz am __Markt in Gießen cxpedirt wöchentlich mit den vorzüglichsten Dampf- und Segelschiffen Passagiere und Güter nach allen Häfen von Amerika und Australien. Preise billigst. Behandlung anerkannt reell. 3116) Donnerstag den 7. Mai, Nachmittags 2 Uhr, lasse ich in meiner Wohnung in der Katharinengasse : 2 Commoden, 2 Bettladen, 3 Tische, 6 Stühle, 1 Kleiderschrank und verschiedene andere Hausmobilien, gegen gleich baare Zahlung versteigern. __Fr. Wermatz Wittwe. 3006) Meinen geehrten Kunden und Gönnern bringe ich mein Geschäft hierdurch in empfehlende Erinnerung und bemerke, daß ich jetzt bei Herrn Unverzagt in der Wallthorstraße wohne. G- H. Ledermann, Herrenkleidermacher. Ausverkauf fertiger Herreu-Meider während dee zwei Mnektnge, Dienstng und Mittworh, im Luden des «Geren A. Kutz in der Neustadt. Von einer der bedeutendsten Fabriken wurde mir ein reichhaltiges Lager elegante «Herren - Kleider zum schleunigsten Verkauf übertragen und werden solche daher während des Gießener Marktes zu folgenden außerordentlich billigen Preisen verkauft: Elegante Frühjahrs- und Sommer-Ueberzieher ä Itt' 2, 12‘/2, 15, 18—21 st.; neueste englische Jaquets und Säcke in modernsten Stoffen ä 61 /2, 8‘/2, 10, 14-18 fi.; Hans- und Comptoir - Röcke ä 3, 4—6 ft.; seine schwarze Tuchröcke ä 12, 14, 18 — 21 ft.; vollständige Anzüge (Nock, Hose und Weste), das Neueste für die Saison, a 14, 17‘/2, 21—28 ft.; Buckskin-Hosen in besten Stoffen ä 4, 5, 7—10 ft.; hierzu vassende Westen, sowie einzeln, ä 2’/2, 3, 4 ft.; Arbeits-Hosen in allen möglichen Stoffen ä 1 ft. 24 fr., 1 ft. 36 fr., 1 ft. 48 fr., 21/2—3V2 ft. Sämmtliche Artifel sind in gediegensten Stoffen und modernster Fayon angefertigt, und findet der Verkauf nur während der zwei Tanzunterricht. 3095) Unterzeichneter ist gesonnen, den 11. Mai einen Tanzkursus zu eröffnen. egen guten Lohn vom Anmeldungen beliebe nuin bis dahin an gesucht. Näheres bei ihn ergehen zu lassen. .— nrfx-.....Röse, Univ.-Tanz- und Fechtlehrer. Schulprüfungen. Die öffentlichen Prüfungen unserer städtischen Schulen werden am 8. d. M. beginnen, und zwar sollen Donnerstag den 8. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die vierte und dritte Klasse, Nachmittags von 2 bis 5 Uhr die zweite Klasse und Freitag den 9. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die erste Klasse der Stadtknabenschule (Schulstraße), Montag den 11. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die vierte und dritte Klasse, Nachmittags von 2 bis 5 Uhr die zweite Klasse und Dienstag den 12. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die erste Klasse der Stadtmädchenschule (Neustadt), Mittwoch den 13. Mai, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, die vierte Klasse, und Nachmittags von 3 bis 5 Uhr die dritte Klasse, Donnerstag den 14. Mai, Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, die zweite Klasse und Freitag den 15. Mai, Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, die erste Klasse der höheren Mädchenschule geprüft werden. Indem wir Vorstehendes zur Anzeige bringen, laden wir Aeltern und Schulfreunde zur Theilnahme an diesen Prüfungen freundlichst ein. Gießen, den 4. Mai 1868. Der evang. Schulvorstand. I>r. Seel. 3100) Im Russischen Hof sind zwei möblirte Zimmer zu vermiethcn.__________ 3085) Mehrere gut möblirte Zimmer mit Cabineten sind zu veriniethen bei Wittwe Martin. FreilHirger | Staals-Prämien-Anleilic. | § 3098) Der Verkauf der Prümieil- g ;< Obligationen ist von allen Regie- L fi rungen des In- und Auslandes gestattet, ft S Die Haupt-Gewinne betragen Francs ® 60,000,50,000,45,000,40,000,35,000,® « 32,000,30,000,25,000,20,000,18,000,« Z 16,000, 15,000, 6000, 5000, 4000, tz g 3000, 2000, 1000 u. s. w. s 8 Beginn der Ziehung am 44. «1. M. Z ® Mur S 'i'lsaicr & ££> kostet ein wirkliches Original- ä Staats -IjOOS, (nicht von den ver-g @ boten en Promessen) und werden solche h gegen frankirte Einsendung des ® I Betrages oder gegen Post- 'ft I Vorschuss, selbst nach den ent- g & ferntesten Gegenden von mir® ® versandt. fi | Es werden nur Gewinne k gezogen. ® fi Gewinngelder und amtliche ® y Ziehungslisten sende nach Ent-1 8 Scheidung prompt u. verschwie- tz, ® gen. f A Unter meiner ullvar und schon kleinere Reisen besorgte, sucht anderweitig Engagement, am liebsten in Gießen oder in der Nähe. Gefällige Franco-Offerten sub 1.. 103 besorgt die Exped. d. Bltts. 3130) Ein junger Mann, der sich als Scribent ausbilden will, kann auf meinem 3094) Ein schönes möblirtes Zimmer ist auf dem Seltersberge zu vermiethcn. Das Nähere bei Verwalter Pcppler._________ 3097) Ein vollständiges Familienlogis, bestehend aus 4 Zimmern nebst Zugehör, ist zu vermiethcn und sogleich zu beziehen fi Deutschland die allerhöch- fi I Sten Haupttreffer von 3110,000, $- «6 885,000, 18»,5OO, 158,500,® fi 150,000, 130,0001 185,000. ® § 103,000, 100,000 und jüngst fi S am 11. September schon g ® w ieder das grosse Eoos von ® fi 50,000 Thaler ausbezahlt. ® 8,az. Sams. Colm » in Hamburg, fi Bank- und Wechselgeschäft. K Dermiethnngen. 3117) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen bei_______________A. Dickor«. 3132) Ein unmöblirtes Zimmer ist zu vermiethcn. Näheres bei der Exped. d. Bl. 3089) Ein freundlich möblirtes Zimmer ist zu vermiethcn bei ___________Franz Tippel, Lindengassc. 3124) Botanistrbüchsen empfiehlt Wilh. Orbig, Neuenbäuen 85. 3113) Schöne Erbscn-Reiser, 350 Stück Reifstangen für Küfer, 34 L-tück Schießerstangen , sowie eine Partie Korbweiden, verkauft L. Hartmann, in der Schanz. Wagen Berkans 3128) Ein ganz neuer, sehr gut gearbeiteter, für ein Pferd oder Kühe eingerichteter Wagen steht billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 1 Turnunterricht. Mein Privat - Turnunterricht beginnt Mittwoch den 6. Mai. Anmeldungen hierzu werden täglich entgegcngenommen. L. C- Rübsamen. 3092) Ein braver Junge kann in die Lehre treten bei _______Fr. Berg, Schuhmacher. 3087) Ein gesitteter Junge kann als HanSdursche cintrcten bei __________________H. H o ch st ä t t e r. 3 Aepselmein vorzüglicher Güte; dieses so liebliche Getränk, ganz besonders zu Maiwein geeignet, wird auch im Kleinen abgegeben und empfiehlt solchen bestens H. Schmall, __Lindenplatz. 3129) Ein sog. Ordonnanzstntzen, noch wenig gebraucht, ist billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts.___________ 3114) Einen Haufen Stroh zum Streuen und 8 Centner sehr gutes Heu verkauft billig L. Hartmann, in der Schanz. 3126) Für Wirth e Aepfclwein, erste Qualität, eigener Fabrik, wird in größeren und kleineren Quantitäten abgegeben und empfiehlt solchen bestens H. Schmall, Lindenplatz. 3099) In einem kleinen Haushalt findet ein ordentliches Mädchen sogleich Stelle. Wo? sagt die Exped. d. Bltts.____________ 3093) Ein braves Mädchen, welches 3086) Ein hübsch und freundlich möblirtes Zimmer ist zu vermiethcn bei ____Fri cdr. D eck er. 3088) Möblirte Zimmer mit Cabinct, auf Verlangen mit einem Flügel, sind zu vermiethcn bei M- Heß', Lindenplatz. -------- Vermischte Anzeigen. 3io4) Alle Diejenigen, welche sich für Gründung eines Eonsnm- Vereins interessiren, werden zu einer Besprechung auf Dienstag den 5. Mai, Abends 8 Uhr, im oberen Locale des Herrn L- Lonv (Neustadt) eingcladeu. ______________Mehrere Bürger. 3090) Englischer Unterricht, die Stunde zu 20 fr., wird ertheilt. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts._________________________ Feuilleton. Temperatur in Gießen, April 1868: - 2,5” B. • 6,27 . 6,51 „ - 16,0 „ . 1,58 Par. Zoll- . 1,31 „ , Das glaube ich selbst," unterbrach ihn Jansen, „aber erlauben Sie mir Die Bemerkung, Herr Gratman, ein so guter Commis Lincoln auch ist, so ist er doch kein Mann für Mad. de Witt. Er ist noch zu jung und sie muß einen erfahrenen, ernsten Geschäftsmann haben, der kein Schwärmer mehr ist, der von ihr keine Liebe, sondern nur eine gute Hausfrau verlangt." , „Ja," sagte Harri, „das ist sehr schön geredet, aber wo sollen wir gleich einen solchen Musterehemann finden?" „Verlassen Sie sich auf mich, Herr Gratman,' antwortete Jansen, „ich habe so manches für Sie zu Ende geführt, ich werde auch dieses für Sie zu Ende führen; ich stehe Ihnen dafür ein, daß ich Ihnen den Mann finden werde Lassen Sie mich nur bei Zeiten wissen, wann Ihre Frau Mutter mit Ihrer Freundin reden wird; sobald diese sie von dem Unvermeidlichen in Kenntmtz gesetzt hat, bringe ich Ihnen den Mann." „Wohlan, lieber Jansen, so verlasse ich mich ganz auf sie. Sie haben eine große Last von meinem Herzen genommen, und ich will jetzt sofort in die obere Stadt zu meiner Mutter, um ihr diese gute Nachricht mitzutheileu. Ich werde heute nicht wieder herunterkommen, da die Meinigen diesen Nachmittag wahr^ scheinlich auf kurze Zeit nach Saratoga gehen werden, und so denke ich, daß meine Mutter nach ihrer Rückkehr von da die ganze Angelegenheit ordnen wird. Morgen werde ich in der Frühe hier sein, um mir von Ihnen die Bucher vor- ^Nach diesen Worten nahm Harri Abschied von seinem würdigen Buchhalter und eilte rasch nach dem Broadway, wo er sich in -inen Omnibus setzte, der ihn bald nach der fünften Avenue vor das Haus seiner Mutter M e. Auf seine Frage erfuhr er von den Zofen, welche mit dem Packen der Koffer für d e Tour nach Saratoga beschäftigt waren, daß seine Mutter au ihr Zimmer gegangen sei, wohin er sich sofort begab. Er wünschte seiner Mutter, die er vor dem bereits früher erwähnten Sekretär mit Lesen beschäftigt fand, einen freund- lichen guten Morgen und setzte sich auf ein stummes Zeichen von ihr tn den ihm angedeuteten Armstuhl. . . „ Duck , Ich hätte Dich heute Morgen zuerst zu sehen erwartet," begann sie, „doch man sagte mir, Du seiest bereits auf'S Comptoir gegangen." „Allerdings, Mama, drängte es mich, zu wissen, tote die Geschäfte standen, jetzt aber bin ich den ganzen Tag zu Deiner Verfügung. .. ... Ich tadle Deinen Geschäftseifer nicht," erwiederte sie , „obgleich ichi nicht einsehe, warum Du nicht eben so gut einen Tag langer ^"estwaitenkonnen, doch qethan ist gethan, laß uns von anderen Drngen reden, hier lies d f pesche über Deinen Bruder, und sie reichte ihm die von Veerenborg erh Copie. Als Harri dieselbe gelesen, rief er aus: „Jetzt weiß ich schon, wo er zu finden ist!" niederste................. mittlere................. Mittel früherer Jahre............ höchste................. Niederschlag: an 16 Tagen . • • • • • • • " Mittel früherer Jahre : an 11 Tagen . ■ „Und wo meinst Du?" fragte sie. . Dort oben auf dem Berge wohnt jetzt das Schiffervolk, und da wird er natürlich nicht weit sein ; ich werde noch heute Veerenborg davon Nachricht geben, damit er ihm wieder auf die Spur komme. Ob ich einen andern wichtigen Umstand, der gleichfalls auf John's Verhältnisse zu uns Bezug hat, ihm auch mittheilen soll, möchte ich Deiner Entscheidung überlassen." „Und der wäre?" fragte Mad. Gratman. Ich habe denselben in London erfahren," erwiederte er, „und derselbe er« schien'mir von solcher Wichtigkeit, daß ich ihn Dir nur selbst und zwar mund, lieb mittheilen wollte. Um die Geschäfte unseres HauscS mit dem Hause Ash- bum & Co. zu regeln, bedurfte ich sehr häufig der Hülfe unserer alten Freunde John H Schröder & Co., und ich war nicht wenig erstaunt als eines Tage« Der alte Schröder, als die Rede auf Onkel und auf feinen Tod kam, mich fragte: Wann ist denn Ihr Herr Bruder von seinen Reisen zurückgekehrt? — Ich stutzte und war glücklich genug, meine Verlegenheit zu verbergen und ausweichend zu antworten, daß er augenblicklich gerade wieder auf Reisen sei, worauf der alte Schröder gleich hinzusügte: So ist er doch also noch zur rechten Zeit gekommen, um seinem würdigen alten Großonkel die Augen zuzudrücken? — Ich war glücklicher Weise gefaßt genug, um mit einem Seufzer zu antworten: Er war aller- rings tn den letzten Augenblicken des Seligen zugegen. - Woraus Schroder fortfuhr: Nun, so freut es mich, daß unser Brief ihn in Petersburg erreicht bat. — Denke Dir meine Lage, hier Dinge zu Horen, von denen ich nicht die entfernteste Ahndung hatte, und doch mußte ich mir den Schein geben, um Alle« ! iu wissen und antwortete deßhalb aufs Gerathewohl hin: Wie wußten Cie, Cafe er in St. Petersburg war?" - Durch einen Zufall, antwortete er mir, Denn Ihr Herr Bruder war während seines Aufenthalts hier mit Einem unserer Korrespondenten, Herrn Row, intim liirt worden und stand mit ihm tu Briefwechsel; außerdem hatte er uns selbst seine Aufwartung gemacht, um eme Trat k, die Sie ihm gegeben hatten, einzukassiren. — Um kurz zu sein, hebe Mutter, wir Beide haben uns in dem Alten sehr bedeutend geirrt." „Weiter, Harri, weiter, laß mich nicht länger in der Erwartung. Früher pflegte der Alte mit jeder Post selbst einige Zeilen privatim an den allen Schröder zu schreiben, das wurde jedoch, als fein Besicht schwach wurde, immer seltener; denke Dir jetzt mein Erstaunen, al- «chroder endlich da- mit herauskam: Es schien dem Herrn sehr daran gelegen zu sein, Ihren Bru dir noch ein Mal zu sehen, denn obgleich ich lange keinen Brief mehr von ihm erhalten, wurde ich plötzlich durch einen eigenhändigen überrascht, es war der letzte den ich von ihm erhalten. Ich schien natürlich ganz gerührt, und> begehr e diese mir so theuren Schriftzüge noch ein Mal zu sehen. Er holte dann aus seinem Schreibtische den alten Brief hervor, und richtig, es standen die großen, geraden, steifen Buchstaben vor mir. Er erlaubte meiner Pietät eine Abschrift von dem Briefe zu nehmen, hier ist sie.» ... Mad. Gratman nahm das Papier und ihre Hand bebte leicht, als ihre Auam darüber hinglitten, endlich reichte sie es ihrem Sohne zurück. Da steht es schwarz auf weiß, liebe Mama," fuhr dieser fort, „da mein Großneffe John William Gratman von hier auf London abgereist ist und Wechsel auf dero Haus iu Händen hatte, so dürfte ich vielleicht annehmen, daß Ihre werthe Firma mit dem augenblicklichen Aufenthaltsorte desselbigen lungen Man- nes bekannt ist, und würden mich dieselben höflichst verpflichten, wenn Sie besag- ten John William Gratman veranlassen könnten, unverwerlet auf hier zurück- kehren, alldieweil ich gesonnen bin, testamentarische Verfügung zu treffen, die für 1 Denselben von höchster Wichtigkeit sind. Sollte selbiger irgend welcher Mitte benöthigt fein, so werden Sie mich verpflichten, ihm einen Credtt »on Hundert PfD. Sterling zur Disposition zu stellen und dieselben uns schuldigst zu belasten u s w Was meinst Du wohl, liebe Mama, was John darum geben wurde, wenn er diesen Brief, oder das Original des alten Schröder mHanden hatte? Der alte Schröder, weißt Du, ist ein ehrlicher Mann, er wäre tm Stande, ’t)m Mas^könnte un/das schaden," antwortete Mad. Gratman ruhig," und wenn der Alte fünfzig solcher Briefe geschrieben hätte; es existirt kein TEtuuent. Das weiß ich ebn, so gut mie Du, liebe Mutter, daß kein Testament existirt, obgleich der Alte eben so gut, wie er ohne unser Wissen einen solchen «Brief geschrieben hat, auch ein solches Testament hatte machen können. Doch das bleibt sich ganz gleich, jedenfalls wäre das Original eine« solchen Briese« in Johns Händen eine furchtbare Waffe gegen uns." Gottlob, daß er sie nicht besitzt! Um so mehr siehst Du ent, daß er v schwinden muß, sobald als möglich verschwinden muß. Selbst Beerenborg darf von diesem Briefe nichts wissen, derselbe muß nur em Sporn für uns selbst sein, feinet fo fd)nell nibßlicfy Aber gesetzt den Fall," antwortete Harri, „ich hätte zu dieser Entledigung keine Lust? Gesetzt den Fall, ich wäre von dem Rechte meine» Bruders überzeugt, und wünschte ihm zu diesem Rechte zu verhelfen?" Mad. Gratman sah ihren Sohn sprachlos an. ... „Bist Du wahnsinnig geworden?" sagte sie flüsternd nach enter langen Pause. Äbenft Ivenig wahnsinnig, als Du selbst," erwiederte er, „doch im Ernste, ich glaube es ist besser, wir versöhnen uns mit John, wir decken die ganze Der aanaenheit mit dem Mantel der christlichen Liebe zu, und schlachten ^da« beste Kalb zur Feier der Rückkehr des zurückgekommenen verlorenen Sohnes. Wenn Du ein anderes Mal," sagte Frau Gratman kalt, »,n t ® Des Wiedersehens mit Deinen Freunden eine Flasche Wein zu „viel genoss h st, so habe die Güte und verschone mich mit Deiner Gegenwart. ' „Ich war nie in meinem Leben nüchterner, als zetzt, Hebe Mutt r unc schon "auf der ganzen Reise habe ich mich mit dem ESdJ" Firma „Fletcher und Drydeck" in die Firma „Gratman Brothe^z^ Das Testament des Großonkels. Sechstes Kapitel. (Forts-pung) Sie müssen dem Wunsche ihrer Mutter gehorchen, Herr Gratman, finden Sie sich mit Mad. de Witt ab, und wenn Sie selbst zu delikat suhlen, mit ihr über diesen Punkt zu reden, so legen Sie d,e ganze Angelegenheit in meine ^"^Jch bin Jh^n sehr dankbar für Ihr gütiges Anerbieten, doch mein Ruf Hebt Gottlob so felsenfest und so makellos da, daß auch nicht der leiseste Schat- ten auf ihn fallen könnte. Ich glaube nicht, daß Mana je gutwillig in em Anerbieten der Art willigen wird, und wenn ich ihr auch trotzen konnte, wenn ich sie auch zwingen könnte, eine Abfindungssumme anzunehmen, welche das Ge- sm ihr bestimmen würbe, wenn ich auf diese Weise auch in den Augen der Belt al« gerechtfertigt dastehen würde, so will ich doch, daß nicht em Mal dieser Schatten auf mir haften soll. Maria muß so gestellt werben, ^ß sie nie und nimmer auch nur ein Wort der Anklage oder des Tadels gegen mich erheben kann. Nein, Jansen, daran ist nicht zu denken, ich glaube einen besseren Plan gesunden zu haben." Und der wäre?" fragte Jansen. 'Man muß ihr einen Mann suchen, Jansen. Lassen Sie mich ausreden. Weder Sie noch ich sind im Stande, die sanften Worte zu finden, die mit dem Schmerz, den wir verursachen, zugleich die Tröstung verbinden. Dem M luhlen- den Weibe muß der Mund eines Weibes, das benkt unb suhlt wie sie, diese bittere Nachricht mitgetheilt werden, unb meine Mutter selbst wird es nur meht abschlagen, ihrem einzigen Sohne jenen schweren wcdntt zu ersparen. Sie wissen, Jansen, daß ich es ihr in den vier bis fünf Jahren, seit denen ich sie kenne an Nichts habe fehlen lassen, und wenn ich einen passenden Mann fur sie finden werde, beabsichtige ich, Seiber Zukunft für immer zu sichern. Was ist Ihre Meinung von diesem Plane?" , , , „Ich finde denselben für annehmbar und Sie könnten keine zartere Weise mahlen, sich von Mad. de Witt zu trennen." . „Auch sollte ich nicht denken, daß es so schwer halten mochte,' fuhr Harn fort," ihr einen passenden Mann zu finden. Erstens ist wem Verhältniß zu ihr wenig oder fast gar nicht bekannt. Ich hatte sie absichtlich m Hoboken einge« miethet, wo fast nur Deutsche wohnen, denn so sehr diese Nation auch sich unter ihren eigenen Landsleuten beklatscht, so wenig kümmern sie sich doch umi une Amerikaner. Eine Uebersievlung z. B. von Hoboken nach Brooklyn wurDe gar keine böse Nachrede aufkommen lassen. Unb sollte wirklich auch das noch nicht genügen, so würbe ich auch Nichts dagegen haben, sie nach Boston, oder Ph> a- delphia, oder sonst wohin zu schicken, denn die Aussteuer die ich ihr me jugeben beabsichtige, wird jeden Mann in den Stand setzen, ein eigenes Geschäft anz - fangen, ich würde ihm dazu meine Agentur geben, würde alle meine Berschiffun- gen an ihn consigniren, kurz, ich würde thun, was m memen Uralten stände, um dem jungen Paare das Leben so angenehm als möglich zu machen. Jetzt gilt es nur, ihr einen passenden Mann zu finden.» „Und Haden Sie Ihre Augen schon auf eine bestimmte Person geworfen. fragte Jansen. , ,, . „Ich muß natürlich Jemanden wählen," antwortete Harri, „den ich kenne, — und da habe ich hier an unseren ersten Commis gedacht, an Lincoln, der die auswärtige Correspondenz bislang zu unserer größten Zufriedenheit versehen hat. Er ist einfach, anspruchslos, ohne Mittel und wurde sich gewiß willig Politische Rundschau Total Britische . Deutsche . Französische Belgische . Holländische gegangenen unv von Deutschland gekommenen Briefe die Correspondenz der übrigen Länder bei weitem überflügelt. Aus Galizien, 24. April. Wie Briefe aus der Bukowina melden, gibt in dem angrenzenden Siebenbürgen unter der dortigen rumänischen Be- Berlin, 29. April. Sitzung des Zoll- Parlaments. Es werden 59 Wahlprüfungen genehmigt. Die dritte Abtheilung constatirt die Abweichung des baierischen Wahlgesetzes von dem norddeutschen, da die Staatsangehörigkeit von der Steuerzahlung abhängig gemacht werde. Miquel beantragt mit Rücksicht hieraus, den Bundeskanzler aufzusorvern, für vollständige Ausführung des neunten Artikels des Zollvertrags zu sorgen. Es ent- spinnt sich eine lebhafte Debatte, wobei Feustel und MaUinchrot gegen Duncker, Patow und Ehrhardi für den Antrag sprechen. Der Antrag wird schließ- °n9enomn'en. Der Präsivent macht alsdann die Mittheilung, daß bezüglich sämmtlicher wiirtem- I bergischer Wahlen eine Erklärung eingelaufcn sei, welche sämmtlichen Mitgliedern zugehcn werde. Berlin, 30. April. Bom vorgestrigen Diner bei Hose erzählt man sich, der König habe den Fabrikanten Kugler aus Offenbach mit einer Bemerkung über die blühende Industrie seines Ortes angeredet, aber auf dessen Antwort, dieselbe bedürfe die Aufnahme in den Norvbunv, nur kurz entgegnet: „Da sprechen Sie ein großes Wort gelassen aus !" Aenn. Bon hier schreibt man dem Stuttgarter „Beobachter" : Zu Enve vorigen Jahres wurde aus Weimar ein Bataillon hierher verlegt, um den Studenten die Ableistung ihrer Militärpflicht zu erlnchtern. Einer der dabei fungirenven Hauptleute befiehlt eines schönen Tages einem dem Corps der Thüringer angehörigen einjährigen Freiwilligen, Zeitungen zu einem andern Offizier zu tragen, und als der Freiwillige sich dessen weigerte, da er Militär-, nicht Botenbienste zu leisten habe, bekommt er allerlei zu hören, wovon auch auf die ganze Verbindung etwas abfällt. Da der Freiwillige natürlich selbst nichts dagegen thun kann, so schweigt er; kurze Zeit darauf rückt dem Hauptmann die ganze Verbindung vor's Quartier, SatiSfaction verlangend. Diese soll verweigert sein, unv nun fallen Seitens der Stu- deuten einige Deutlichkeiten. Natürlich wird die ganze Affaire sofort ruchbar und erregt großes Aufsehen; der Capitän meldet den Vorfall selbst dem Bataillonscommandeur, von dem er den guten Rath erhält, auf Urlaub nach Berlin zu gehen und um seine Versetzung zu bitten. Bis jetzt scheint der Hauptmann noch auf Urlaub zu sein. ^Paris, 28. April. Einig ist die hiesige officielle Welt in dem Verdruß, den ihr der schnelle und entscheidende Sieg der Engländer in Abyssinien verursacht. Man hatte sich so sehr gefreut, der Welt und besonders der französischen Opposition ein Gegenstück zu der unglücklichen mexikanischen Expedition aufwei- sen zu können. Mit schadenfroher Miene hatte die „Patrie" verkündet, den Engländern würde das Un- tcrnchmen mit Abpssinien noch viel theurer zu stehen kommen, als den Franzosen Mexiko. Und nun ist in wenigen Monaten der Feldzug zur größten Ehre Englands geendet, währcnv die langen Jahre des mexikanischen Kriegs Frankreich nur ungeheuren Verlust an Menschen und Geld und außerdem Schmach unv reichlichen commerziellen Schaden eingetragen haben. Der „Constitutivnnei", der einen langen Artikel über die Ereignisse von Magdala bringt, weiß denn auch den Engländern kein einziges Wort Ver Beglückwünschung zuzurufen, vielmehr nennt er jene Vorgänge „ausnehmend tragisch und Mitgefühl erweckend." Der Negus hatte freilich die ganzen Sym- pathieen der Besiegten von Puebla auf seiner Seite. Einen weiteren Gegenstand des Kummers bildet der Die „Newyorkcr Staatszeitung" schreibt über den Postverkehr mit Europa Folgendes: Die Zahl ver in der Woche vom 14. bis 2i. März in Newyork empfangenen und von hier abgesendeten Briefe, welche die außerordentliche Höhe von 211,159 Gießen, den 4. Mai. (Sitzung des Gemeind eraths vom 30. April.) Der Ge- meinverath erklärt sich mit der von dem Dirigenten des Schulvorstandes in dem Schreiben vom 25. April in Betreff der Regulirung der Lehrerbesoldungen gegebenen Auskunft einverstanden. Wegen der städtischen Lastwaagc wurde auf weitere Vorlagen beschlossen: 1) den städtischen Magazinsverwalter, Ludwig Schwan, als Waagenmeister provisorisch anzunehmen und verpflichten zu lassen, die Bestimmung der demselben zu gewährenven Der- gütung aber später zu treffen; 2) der Großh. Bür- germeistcrei zu empfehlen, die Waageordnung und den Tarif in möglichster Kürze zu veröffentlichen und die isache in's Leben zu führen. . Der Gcmeinvcrath hält es für angemessen, daß die Geschäftsstunvcn des Siadtrechners in der W-ise bestimmt wercen, daß solche an den bestimmten drei Zahltagen (Dienstag, Donnerstag, Samstag) vom 1. März bis 1. Oct. von Morgens 8 bis Abends 6 Uhr, unv vom 1. Oct. bis 1. März von Morgens 8 bis Abenvs 5 Uhr vaucrn, aber Mittags 2 Stunden (von 12 bis 2 Uhr) unterbrochen werden. Der Gemeinderath erklärt, daß er mit dem Ankauf der 6 Wachthäuser zu dem Preise von 12260 fl. nach dem VersteigerungSprotokvll vom 12. Februar 1868 einverstanden sei. Die übrigen Beschlüsse betreffen Gegenstände persönlicher unv untergeordneter Art. Aus dem Großherzogthum Hessen. In Friedberg fanv Vieser Tage die evangelische Cvnferenz für das Großherzogthum statt. Die Cvnferenz nahm die Erklärungen des Ausschusses bezüglich des Streites zwischen dem Bischof v. Kttteler und unseren drei Superintendenten an, bezeichnete als unerläßliche Be- dingung des Zustandekommens eines wahren religiösen Friedens die Entfernung der Jesuiten und sprach sich für vollständige Verschmelzung der refor- mirien Confessivnen zu einer evangelischen Kirche, jcvoch ohne irgenv welchen Zwang aus. Die übrigen Verhandlungen bezogen sich auf den Materialismus, Union, Conföderation re. Der oben erwähnte Streit zwischen den Superintendenten und dem Bischof von Mainz bezieht sich auf die Bcschulvigung des Letzteren, dem Protstantismus sei ras Gewissen abhanden gekommen, gegen chelche die Supennten- d-nten eine Broschüre gerichtet haben, deren Inhalt die Cvnferenz durch Annahme der AuSschußanträge gut geheißen hat. Darmstadt, 28. April. Das Regierungsblatt Nr. 23 enthält: I. Bekanntmachung der Großherzoglichen Ministerien des Innern und des Kriegs, die Militär-Ersatz- Jnstruction für den norddeutschen Bund vom 26. März 1868 betreffend. Mit Allerhöchster Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Grvßherzvgs wirv hiermit in Ausfüh- rung des §. 68 ver Militär-Ersatz-Jnstructivn für den norvdeutschen Bund vom 26. März 1868 bestimmt, daß jeder Kreis-Ersatz-Commission zwei von dem Gemeinderath der Kreisstadt aus seiner Mitte zu wählende Gcmeinderathsmitglieder und zwei von dem Bezirksrath des Kreises zu wählende ländliche Grundbesitzer des Kreises als außerordentliche Civil- Mitglievcr hinzuzutreten haben. II. Ueberstcht der für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfnisse in den Gemeinven des Kreises Nidda. Darmstadt, 25. April. Die „Main-Z." schreibt: „Der Gehalt ves Kriegsministers ist vor nicht langer Zeit von 4600 fl. auf 7000 fl., mit rückwirkender Kraft vom 1. Juli 1867 ab, erhöht worden. Es I ist demselben sonach nicht nur kurz vor seiner Pen- sionirung ein Zuschuß von 2400 fl. aus der Staatskasse verwilligt, sondern hierdurch möglich gemacht I h>ort>en, taß die Pension auf den enormen Betrag von 5000 fl. — nahezu das Doppelte der regelmäßigen äußersten Gränzen von Pensionsgehalten — festgesetzt ward." ' । unerwartete allgemeine Beifall, welcher dem preußi- scheu Kronprinzen in Italien zu Theil wird, unv besonders der Ruf: „Hoch für Sadowa" macht hier einen unangenehmen Eindruck. Auf die empfindliche Aeußerung, die man hier hört: „Die Italiener zeigen mehr Dankbarkeit für Sadowa, als für Sol- fenno," haben zwei hier lebende Italiener, geborene Römer und ehemalige Kämpfer von Mentana, einen Bries an den „Courier Fran?ais" gerichtet, worin sie sagen: „Sadowa hat für uns nicht, wie Sol- ferino, ein Mentana zur Folge gehabt. Die preußische Fahne weht nicht aus italienischem Boden, um unserem Volke ein ihm gehöriges Gebiet vorzuenthalten. Darum gehören unsere Sympathieen mehr Preußen, als der französischen Regierung, die wir indefien von deren großmüthigem Volke wohl zu unterscheiden wissen." Paris, 30. April. Eine Anzahl von Dcputirten geht mit dem Gedanken um, die Regierung wegen der allgemeinen Lage zu interpelliren, und die Frage an sie zu stellen, ob es in Anbetracht der amtlichen friedlichen Erklärungen, die von allen Seiten gegc- den wurden, nicht möglich sei, eine ovcr zwei Altersklassen auf Urlaub zu entlassen. Wie es scheint, hat die Regierung die Absicht, diese Interpellationen nicht abzuwarten sondern eine derartige Maßregel zu ergreifen , ehe diese Interpellationen gestellt werden können. Dieß wird selbstverständlich nicht verhindern, daß die Rüstungen des Marschalls Niel mit demsel- den Eifer fortbetrieben werden, wie dieß bisher geschah, und er Alles so in Bereitschaft setzen wird, taß man weiter nichts nöthig habe, als die beurlaubten Soldaten, die Reserven und Mobilgarde einzuberufen, um, wenn es erforderlich ist, in's Feld rücken zu können. erreichen: Abgesandt. 38,855 41,814 19,796 . 922 . 1052 102,439 211,159 Gesammtzahl Diese Briefe kamen in vier Dampfern und gingen in fünf Dampfern nach Europa. Es ist jedenfalls bemerkenswerth, daß die Zahl der nach Deutschland Empfangen. 41,478 . 47,973 . 17,543 . . 619 . . 1107 . 108,720 ■ I völkerung eine auffällige Agitation sich kund. Die. selbe ist gleichzeitig gegen Ungarn und Oesterreich ' gerichtet und scheint durch russische Emissäre genährt welche von der Moldau unv Bessarabien her die Grenzgebiete Siebenbürgens durchstreisen. Es wimmelt von revolutionären Aufrufen und Flugschriften in rumänischer Sprache, die, wie amtlich festgestellt worven, gar nicht in Siebenbürgen, sondern wahr- scheinlich in der Moldau oder Bessarabien gedruckt sind. Selbst die österreichischen Journale haben, nach dem Szekler Közlöny, vor einigen Tagen eine für die Stimmung unter der rumänischen Bevölkerung höchst bezeichnende revolutionäre Proklamation gebracht, die den siebenbürgischen Behörden in die Hände gerathen war. Anvererseits behauptet man, diese Umtriebe gingen von Kossuth aus, der mit den rumänischen Führern sich dahin verständigt hatte, Siebenbürgen, falls Ungarn ein von Oesterreich ganz unabhängiger Staat würde, der rumänischen Nation zu überlassen. Schon während ves Krieges im Jahre 1849 ließ Kossuth c en Rumänen durch ven damali- en Deputirten Dragos ein ähnliches Anerbieten, wie das obenerwähnte stellen. Auch längs der oberun- garisch-galizischen Grenze regt sich unter der slovaki- sehen Bevölkerung der Geist ves Wiverstandes gegen die Pesther Regierung.________________ Telegraphischer Schiffs-Bericht, milgetheUl von Chr. Wallenfels, jun. Das Bremer Postdampfschiff Hermann, Capitän Wenke, von der Linie des norddeutschen Lloyv, welches am 11. April von Bremen via Southhampton abging, ist nach einer glücklichen Reise von 12 Ta- gen wohlbehalten in Newyork angekommcn. Das Bremer Postdampfschiff Bremen, Capitän Neynaber, von der Linie des norddeutschen Lloyv, welches am 17. April Newyork verließ, ist nach einer schnellen glücklichen Reise von 10 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgesetzt. — Dasselbe bringt 145 Passagiere und 800 Tons Ladung. Das Hamburger Postvampfschiff Cimbria, Capitän Hebisch, trat am 29. April wieverum eine Reise via Southhampton nach Newyork an, und hatte außer einer starken Brief- und Packetpost, 400 Tons Ladung und die Cajüte, sowie Zwischcnveck, ganz mit Passagieren besetzt. Herrieden. Die ebenso interessanten als wichtigen Wetterberichte des praktischen Arztes, Hrn. Dr. Heidenschrcidcr in Herrieden, enthalten regelmäßig die Ausvriicke: Lufiberg, Luftthal, Luftwelle. Da viele unserer geehiten Leser diese Ausdrücke nicht genau verstehen, so geben wir hier die von dem gelehrten Herrn Verfasser selbst ertheilte Auskunft. „Ein Luftberg befindet sich in derjenigen Gegenv der Erve, über welche die höchste Luftsäule hinzieht. Diese übt nun auch den größten Druck auf die Quecksilbersäule aus und hat Ven höchsten Barometerstanv zur Folge. Ein Luftthal bietet Vie entgegengesetzten Ver- hältnisse, der Luftberg und das Luftthal zusammen geben eine Luftwelle. Letztere bedecken in der Regel eine große Fläche Landes, so daß sich selten mehr als zwei Luftwcllcn zugleich über Europa bewegen. Im Bereiche des Luftthales herrscht gewöhnlich der feuchte Antipassat, und in dem des trockenen Luft- bergeö der trockene Passat." — Untcrm 27. April, schreibt Dr. Heivenschreider: Das europäische Luftmeer ist noch immer sehr bewegt, es wird daher auch kas gegenwärtig schöne Wetter wieder seine baldigen Unterbrechungen erleiden. Die abermals kühlere Temperatur rührt von erneuten Schneefällen in Schweden her. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.