\ WM Preis vierteljährlich 36 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Expedition: Lanzleibcra Lit. B. Nr. l. Anzeige- und Arntsölatt für den Areis Kielen. Nr. 28. Donnerstag dm 5. März 1868. AmtLiehe Bekanntmachungen. Nr. 2 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes von 1868, ausgegeben zu Berlin den 21. Februar 1868, enthält: Nr- 47. Bekanntmachung, betreffend die Ernennung von Bevollmächtigten zum Bundesrathe des Norddeutschen Bundes. Vom 15 Februar 1868 Nr. 48. Bekanntmachung, betreffend die Beglaubigung des Königl. Preuß. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers bei dem ßerrtt Präsidenten der Veremlgten Staaten von Nordamerika, ' v ' Nr- 49 deS König!- Preuß. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers bei Seiner Majestät dem Könige der Niederlande Nr. 50 des Königl. Preuß. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers bei Ihrer Majestät der Königin von Spanien ' Nr- 51 des Königl. Preuß. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers bei Seiner Majestät dem Könige von Schweden und Norweaen Nr- 52 des Königl. Preuß. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers bei der Ottomanischen Pforte, 8 ' Nr. 53 des Königl. Preuß. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers bei dem Bundesrathe der schweizerischen Eidgenossenschaft Nr. 54 des Königl. Preuß. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers bei Seiner Heiligkeit dem Papste ' Nr- 55 des Königl. Preuß. außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafters bei Ihrer Majestät der Königin von Großbritannien und Irland Nr- 56 des Königl. Preuß. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers bei Seiner Majestät dem Könige von Dänemark ' als außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister, resp. Botschafter des Norddeutschen Bundes. Nr. 57. Bekanntmachung, betreffend die Beglaubigung des am Königl. Preuß. Hofe beglaubigten Kaiserlich Russischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Nr. 58 des am Königl. Preuß- Hofe beglaubigten Königl. Niederländischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers Nr- 59 des am Königl. Preuß. Hofe beglaubigten Königl. Schwedischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers ' in der gedachten Eigenschaft zugleich beim Norddeutschen Bunde. Nr- 3 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes von 1868, ausgegeben zu Berlin den 25. Februar 1868, enthält: Bundes^ 60‘ gr[a$ Dont ig. November 1867, betreffend die Uebertragung Pes Vorsitzes am Bundesrathe des Zollvereins an den Kanzler des Norddeutschen Gießen, am 2. Mär) 1868. N Sui K. G. 1138. ^Betreffend: Das Landgestüt, nunmehr die Untersuchung der als Beschäler zu benutzenden \v Hengste von Privatpersonen für 1868. Nr- 61. Verordnung, betreffend die Einberufung des Bundesrathes des deutschen Zollvereins. Vom 22. Februar 1868. Nr. 62. Bekanntmachung, betreffend die Beglaubigung des Königl- Preuß. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers bei Seiner Majestät dem Köniae von P. mgal zugleich als außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister des Norddeutschen Bundes. ' 8 Das G r o ß h e rio g l i ch e Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir benachrichtigen Sie, daß von den untersuchten Privathengsten der Hengst des Pachters Puth zu Londorf, von Farbe Schimmel, 7 Fabre alt zum Bedecken von Stuten für 1868 tauglich befunden und deshalb mit Erlaubnißschein zum Bedecken versehen worden ist. ; Ä $Um "öeDecren neben diesem Hengst keine weiteren Hengste von Privatpersonen zum Bedecken von Stuten für 1868 verwendet und die Eiaenthümer solcher Hengste, welche nicht mit Erlaubnißschein verjehen sind, demohngcachtet aber ihre Hengste zum Bedecken benutzen, zur Anzeige gebracht werden. In Verhinderung des Kreisraths: Kekul 6, Kreisassessor. Bekanntmachung. »ul »•"> '■**•» *«* « Dr. G o i d m a n n. Dleni. Weigerungen. V iriteigenntg im Gießener Stadttvalde. 1305 "'Nontag den 9- März d. I-, .von Vormittags 9 Uhr an, soll in ' 'm Gießener Stadtwalde, District HaingeP.,den (abgeholzte Schießbahn) nach- verzeichnues Holz öffentlich versteigert werden, als: ■*494 Nadel-Stämme mit 13226 Cubikfuß, 1024 „ Stangen „ 4400 „ Die Zusammenkunft ist auf der Grünberg er Straße an der 2. Schneiße, rechts. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli d. I. gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 4. März 1868- Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Die Bersteigerung von Obstbäum- chen bei der Stadt Gießen. 1307) Dienstag den 10. März 1868, des Morgens 11 Uhr, sollen auf dem Wochenmarktplatze am Rathhause dah " 130'vkredelte Aepfel-, 56 „ Birn- und 20 Kirschen-Stämmchen an den Meistbietenden gegen Baarzahlung versteigert werden. Die Herren Bürgermeister werden um Bekanntmachung dieser Versteigerung ersucht. Gießen, den 3. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V- b- 58.: Felsing, lr. Beigeordneter- Bauholzversteigerung. 1325) Donnerstag d en 12. März wird im Domanialwalddistrict Schindanger nachverzeichnetes Holz versteigert: 10 Eichenstämme mit 184 Cubikf., 384 Nadclstämme mit 11498 Cubikf., 324 Nadelstangcn mit 945 Cubikf. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr auf dem Vicinalweg von Gießen nach Steinberg. Freitag den 13. März werden ebendaselbst weiter versteigert: 53 Eichenstämme mit 850 Cubikf., 372 Nadelstämme mit 9852 Cubikf., 1 Birkenstamm mit 8 Cubikf-, 2 Eichenstangen mit 8 Cubikf- und 31 Nadelstanqen mit 61 Cubikf. Zusammenkunft wie oben. Credit für beide Versteigerungen bis 30- Juni. Gießen, am 3. März 1868. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. ___________Dr. Drnudt.___________ Holzversteigerung im Lollarer Gemeindewalde. 1298) Freitag d en 6- März, Morgens 9 Uhr, sollen int Districte Pfaffenstranch, in der Nähe des Hofes Heibertshausen anfangend, versteigert werden: 27 Stecken Buchen-, Eichen- u. Kiefern- Scheidholz, 333/t Stecken Buchen-, Eichen- u. Kiefern- Prügelholz, 27‘/4 Stecken Buchen-, Eichen- u. Kiefern- Stockholz, 3314 Wellen Buchen-, Eichen- u. Kiefern- Reisholz, 21 Eichcn-Stämme von 7 bis 18 Zoll Durchmesser und 15 bis 45 Fuß Länge, mit 1066 Cubikfuß, 296 Nadel-Stämme von 5 bis 12 Zoll Durchmesser und 20 bis 86 Fuß Länge, mit 4767 Cubikfuß, 60 Buchen-Stangen mit 12 Cubikfuß, 93 Nadel- „ 402 Lollar, den 28. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Lollar. __________Geißler. ________ Holz Versteigerung. 1305) Dienstag den 10. d. Mts. des Morgens von 9 Uhr an, fommen in dem Freiherrlich v. Rabenau'- schen Walddistrict Hoherwald bei Reiskirchen ,. unmittelbar an der Staatsstraße von Gießen nach Grünberg gelegen, zur Versteigerung: 16 Stecken Buchen-Scheidholz, 10 „ Kiefern- „ 7 „ Buchen-Prügelholz, 4 „ Eichen- „ 2o „ Kiefern- „ 5 „ Eichen-Stockholz, 4 „ Buchen- „ .26 „ Kiefern- „ 1500 Wellen Buchen-Reisholz, 900 „ Eichen- „ 6500 „ Kiefern- „ 23 Stämme Eichen-Bau- und Werkholz von 8 bis 17 Zoll Durchmesser und 10 bis 45 Fuß lang 551 Cbkf. enthaltend, 287 Stüinnie Kieferit-Bau- und Schnittholz von 6 bis 19 Zoll Durchmesser und 10 bis 60 Fuß lang = 7108 Cbkf. enthaltend. Sodann nach Beendigung dieser Versteigerung in dein District Kernberg, der sog. Gansenburg gegenüber: 4 Stecken Kiefern-Prügelholz, 4 „ „ Stockholz, 475 Wellen „ Reisholz. Die Zusammenkunft ist im Hohenwald an der Staatsstraße, wo auch das int District Kernberg befindliche Brennholz versteigert wird, welches dieserhalb vorher von dm Steigliebhabern eingesehen werden kann. Londorf, den 3. März 1868. Der Rentmeister: _____________________W. Engel. Holzversteigerung im Häuser Gerneindewalde. 1326) Montag den 9. März l. I., von Morgens 9 Uhr an, soll int Häuser Gemeindewalde, Districten Bruch und Beckerswald, nachverzeichnetes Holz versteigert werden, als: 1 Stecken Buchen-Prügelholz, 8‘/i „ giabel-- 193/4 „ „ Stockholz, 3125 Wellen „ Reisholz, 125 „ Buchen- „ 1041 Nadel-Stangen von 1 bis 5 Zoll Durchmesser und 12 bis 70 Fuß Länge, 1303 Cubikfuß enthaltend. Die Zusainmenkunft ist bei dem Wegweiser auf der Licher Straße vor dein Gießener Stadtwald. Hausen, am 3- März 1868. Großhcrzogliche Bürgermeilterei Hausen. _______Dern.____________ Holzversteigerung. 1313) Mittwoch den 11. d MtS-, Vormittags 9 Uhr, werden in der Gemarkung Friedelhausen, District Burgwald, unmittelbar an der Gießener Chaussee: 15000 Wellen Buchen-Reisholz an den Meistbietenden versteigert. Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee in der Tiefenbach. Friedelhausen, den 2. März 1868. 9 c. 40 72 t). Meibom. 1324) 82V« 1864r 9 5 9 5% National 557/b 5% Metall. Obi. — M. steuert'. 51 Vz 23 V 2 1 9‘/2 7 118 9Vz CM co co 45 146 Holl. fl. 10 St. Ducaten . . 20 Frankens!. Holzverkauf in der Königlichen Oberförsterei Krofdorf. 1258) Schutt zum Auffüllen kann gegen Trinkgeld abgeladen werden bei B- Katzenstein. Bermiethungen. 1292) Im „Russischen Host ist ein kleines Familienlogis zu vermiethen. befördert billigst Christian Wallenfels, Jam Vorträge im Club-Saale pur Besten des Frauenvereins. 1333) Der auf nächsten Freitag den 6. März angekündigte Vortrag des Herrn Professor Dr. Mangold aus Marburg ist wegen eines Concerts im Club-Saale auf nächsten Sonntag 'den 8. März, Abends um 7 Uhr, verlegt worden. ZLnßer'schev Garten. Sonntag den 8. März 1868: Tagesordnung: Berichte. Beisitzermahl. Schauturnen. Der Vorstand. Kloben, Knüppel, n. Klasse, 7- 8 8 Theater in Gießen. (Im Cafv Leib.) 1311) Donnerstag den 5. März 1868. Zum ersten Male: Ein edles Mädchenherz, oder: Die Stühe des Großvaters. i Charakterbild mit Gesang in 3 Abtheilun- gen, von Megerle. W. Kern, Direktor. b. Altersversorgungen, Versicherung von Studien- und Lehrgeldern, d. Versicherung von Capitalien, e. Aussteuer - Verträge, 3) Kinderversorgungs-Verein. Die Versorgungs - Anstalt hat einen Sicherheitsfonds von gegen 9 Millionen Gulden auf doppelte Hypotheken angelegt und bietet unter specieller Staatsaufsicht ganz besondere Sicherheit und Vortheile. Der Gewinn der Anstalt kommt ausschließlich den Versicherten, welche sämmtlich zugleich Mitglieder derselben sind, zu gut. Den Abschluß von Verträgen vermitteln die Unterzeichneten, bei welchen auch specielle Auskunft, sowie Prospecte, Antragsformulare rc. zu haben sind. Jean Boeck in Gießen. v. Sack in Wetzlar. _____________ Gerichts-Secretär Schellenberg in Braunfels. Fünftes Coneert int Winter-Abonnement des Gießener Concert-Vereins Freitag den 6. März 1868, Abends präcis 6 Uhr, im Glnb - Saale, 44’/8-45'/8 57 72-58'/- 49-51 50-52 54-56 37-39 31 i/2-32 Vz 54-58 50-52 271/2-28-/2 1) 2) 3) 4) Programm: Symphonie in C-dur von Fr. Schubert. Recitativ und Arie der Donna Anna: „Ich grausam" aus der Oper „Don Juan" von W- A- Mozart. ' Ouvertüre der Oper „Olympia" vou Spontini. a) Lied von Soltaus, b) Lied von Fr. Schubert. Jubel-Ouverture von C. M-v. Weber- , Dre Concertdirectro». 213/4 u Vz Holzversteigerung. 1312) Im Sicher Stadtwaldc, Districten Plattenwald und Dörrenseif, kommen den 11. und 12. d. Mts. nachverzeichnete Holz- sortimeute zur Versteigerung: Mittwoch den 11. März: 113 Eichen-Stämme von 7 bis 18 Zoll Durchmesser und bis zu 45 Fuß Länge, 2 Fichten-Stämme von 16 und 18 Zoll Durchmesser und 80 Fuß Länge, 767 Eichen-, Buchen - und Nadelholz- Stangen, ~ , 15 Eichen zehn Futz lauge Stecken, zu Bau- und Werkbolz geeignet; Donnerstag den 12. März: 259 Stecken Buchen-, Eichen- u. Nadel- Scheid- und Prügelholz, 62 Stecken desgleichen Stockholz, 18225 desgleichen Wellen, 23 desgleichen Haufen. Der jedesmalige Anfang ist Morgens 9 Uhr am Sicher Feld auf dem Hattenrod er Vicinalweg. Sich, den 2. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Ltch. Helm. 1331) Freitag den 20. März er., um 9 Uhr Vormittags, kommen zu Krofdorf in der Abel'schen Brauerei zur öffentlichen Versteigerung: I. Schutzbezirk Salzböden, Di stricte 77 und 78, Hohenschred: Stück Eichen-Stämme mit 382 Cbkf., „ Anbruch, „ Knüppei, II. Klasse, „ Stöcke, „ Reiser, H. Klasse, Buchen-Kloben, „ Anbruch, „ Knüppel, II. Klasse, „ Stöcke, „ Reiser, II- Klasse. 1320) Die Badische allgemeine Versorgungsanstall in Karlsruhe, gegründet im Jahre 1835, schließt unter ganz vortheilhaften Bedingungen alle Arten von Lebens- und Rentenversicherungen nach dem Princip der Gegenseitigkeit mit Anspruch auf Dividenden und Zinsengenuß b des Geschäftskreifes: 1) Lebensversicherungs - Verträge, 2) Versorgungs-Verträge: a. Leibrenten verschiedener Art, VPrioi-itüiien. 5% östr. F« St. E. B. 262*/2 Ludwigsh .-Bexbach 1563/« Maxbahn 107 Bayer. Ostbahn 1203/8 Hess. Ludwigsbahn 131 */8 3°/o östr. Stsb.-Prior. 53'/- 3% östr. s. Lombard. 433/8 3% Livorneser 281/« Toscaner 413/g Frankf. Hypoth.-Baitk — Frankf. Vereins-Kasse —- 5% Elisabeth-Prior. 751/« do. II. Emiss. 74 Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 541/8 Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. 143*/« Gr. Hess. fl. 25 b. R. 39 40/q bayr. Präm. Anl. 983/« 4% badische Loose 983/« Badische fl. 35 Loose 501/2 1858r Prioritätsloose 1331/« 1860r Loose 72-/8 .. Turnverein. ! 1278) Freitag den 6. März, Abends! Uhr, in der Turnhalle: G e n er a l v e r sa m in l u n g. Engi. Souver. 11 IRuss. Imper. 9 |Do11. in Gold 2 Großes Coneert , K G Unter meiner ial>eieall lieflieto- 8 teil CHneBiS-Devise : § y „Gottes Segen bei Cohn!“ ® H habe allein meinen Interessenten in ® Ilentschland die alleriiiiela- ® ® Sten Haupttreffer von 3490,IMS©, ä8»5,»O», 18'3,5»», fl®5,5»», g K 13»,»»«, 185,WO», G ® 103,000, 100,000 und jüngst® A am iS. September schon g wieder das grosse ILoos von K K 50,000 Thal er ausbezahlt. ® ILaz. Sams. Colm ® H in Hamburg, ® ® Bank- und Wechselgeschäft, g • ®®/8 Aetieia. Frankf. Bank 126 Va Oester. Bank 723 „ Creditact. 191*/2 Darmst. Bankact. 223 unter gefälliger Mitwirkung der Frau Jenny Soltans, Königs. Hofopernsängerin aus Cassel. Vermischte Anzeigen. 1295) Zur Ordnung des Nachlasses des Fabrikanten August Burk vou hier werden. Diejenigen, welche Forderung an denselben haben, aufgefordert, ihre Rechnungen binnen 8 Tagen bei dem Unterzeichneten einzureichen. Derselbe ist von den Erben ermächtigt, die Ausstände einzucassiren, wetzhalb die betreffenden Schuldner sich mit mrr in Benehmen setzen wollen. Eckstein, Hofgerichtsrath. 1314) Ein braves Dienstmädchen wird zum Eintritt in den Dienst, vom 25. März c. ab, gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl- 1328) Ein tüchtiger Schweizer wird gesucht. Näheres im Darmstädter Haus. Börsennachrichten. 3. März 1868. Preuss. 4*/2°/o Obi. — Frankf. 3Vz°/o Obi. 81>/z Nass. 4 4Vz% 1jährige 933/« „ 41/2% ’/ziährige 933/« Würtemb. 41/2ij/q Öbl. 941/s Baden 4V2% Obi. c. E.L. 94 Oestr. 5% b. R. 66 1329) Gefunden ein Haarring mit Goldblättchen. ______Walter, Feldwebel. 1322) Dem nllerbravsten Friedrich die herzlichsten Glückwünsche zu seinem morgen stattfindenden Geburtstage.©•_ 1330) Der Ceutral-Viehvcrsichcrungs- Vcrein zu Nordhausen sucht für alle größeren Orte thätige Agenten unter annehmbaren Bedingungen. Frankirte Offer- teu erbittet sich die Direction. 1310) Für einen Gymnasiasten kann von Ostern an ein Zimmer abgegeben werden. Näheres bei der Exped. d- Bltts. 1297) Ein Lehrling wird in ein hiesiges Fabrikgcschäft gesucht. Näheres bei der Exped.' d. Bltts-_____________________________ 1309) Eiu Dienstmädchen mit guten Zeugnissen wird gesucht und kann alsbald cintrcten- Näheres bei der Exped- d- Bltts. 1316) Eine möblirte Stube mit Cabinet, Sommcrseite, ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d- Bltts. ___________________ 1315) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Näheres bei der Exped- d- Bltts. ________________ 1318) Zwei Zimmer sind zusammen oder getrennt zu vermiethen und sogleich ober zu Ostern beziehbar. Ur. Stein. 1296) Das Logis meines Nebenhauses ist anderweit zu vermiethen; demselben können noch zwei große Zimmer im Haupthause beigegeben werden. _______Dr. A- Mettenheimer- 1291) Ein freundliches, möblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartenwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen- Näheres bei der Exped- d- Bltts- 1294) Mein in der Marktstraße gelegenes elterliches Wohnhaus, Lit- D. Nr- 211, ist im Ganzen zu vermiethen; auch bin ich Willens, wenn sich Liebhaber dazu finden, dasselbe aus freier Hand zu verkaufen. Fritz Möhl, Metzger. Feilgebotenes. 1323) Fleckige Apfelsinen, pr. Stück 4 kr., Crtroncn, pr. Stück 3 und 4 kr., bei ___________I. A. Busch Söhne. 1327) Frühlattig bei Gärtner Schaum. Wechsel. Amsterd. k. 8/ 1005/8 Augsb. k. S.' 993/« Berlin k. S. 105 Bremen k. 8. 977/8 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88*/2 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1195/s Lyon k. 8. — Paris k. 8. 9ö3/8 Wien k. 8. 101 "/3 Disconto 30/0 G. Geldsorten. Künstliche Dünger. 1300) Knochenmehl, Phosphat, Kali, ) Wiesen- und Blumendünger, rohen und , aufgeschlossenen Guano empfiehlt - .________________Emil Pi stör. : 1299) Weinarüne Stück- und Fuder- ) faß verkaufen billig__Gebr. Ebel. 1321) Ein Haufen Pferdemist ist zu verkaufen. Wo'/ sagt die Exped. d. Bltts. 1301) Cement in frischer Waare bei _____Emil Pist0r. 1303) Fertige Tannen-Bauhölzer in allen Dimensionen, hiesige pr. Cubikfuß 18 kr., Böhmische, geflößt und ungeflößt, pr. Cubikfuß 21 fr., empfiehlt S- Katz'enstein, ______im „Russischen Hof." 1308) Bei Frau Ferber auf dem Sel- tersberg ist Grummet zu verkaufen. 1302) Ein Wagen, noch in gutem Zustande, ist zu verkaufen bei L. Klingelhöffer Wittwe, _________________in der Neustadt._________ 1319) Eine Anzahl guter medicinischer Werke, Nachlaß eines jungen Arztes, sind einzeln oder im Ganzen billig zu verkaufen von______________________Dr. Stein. 1317) Ein guter Obstgarten mit Häuschen, am Rodberg gelegen, ist unter guten Bedingungen zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d Bltts. Feuilleton. Vetter und Base. Eine Familiengeschichte. (Fortsetzung) „Und darf man denn fragen, Herr Vetter, was Sie in einem einfältigen Gesichtchen lesen?" fragte Pauline lächelnd. „Ich lese darin, daß Sie ein edles, gutes, reines Gemüth sind, gerade und offen, bieder und treu, das streng gegen sich und mild gegen Andere ist, das für Andere zu jedem Opfer bereit ist, das nie undankbar und selbstsüchtig sein kann, der Wahrheit unerschütterlich anhängt und . . ." „Genug, genug, Schmeichler!" rief Pauline und suchte ihm ihre Hand zu entreißen, die er in seine beiden gefaßt hatte und an sein Herz drückte. „Nein, lieb Väschen, Sie müssen mich ruhig enden lassen- Sie sind eine reine starke Seele, im Denken und Handeln eins. Sie sind ein Wesen, ganz geschaffen, einen Mann zu beglücken; Sie sind mir gut, und wissen, daß ich Sie im Stillen anbete und vergöttere . . ." „Falsch gelesen, grundfalsch!" siel sie ihm beinahe heftig in's Wort. „Es ist wahr, ich verehre in Ihnen den Retter Jva's und des Oheims, den ehrlichen wackern Vetter, den edlen Freund, der mich vor den Unbilden der Tante und der Cousinen beschützt hat, — aber über diese Gefühle der Achtung hinaus kann und darf Ihnen das arme Waisenkind nichts zollen?" „Pauline, liebes Väschen, ist dieß Ihr voller Ernst?" fragte der Buchhalter beinahe wehmüthig und vorwurfsvoll. „Dürfen Sie mir denn nicht so gut sein, wie ich Ihnen? Hat ein Anderer Rechte auf Ihr Herz?" „Mein Herz?" erwiederte sie mit einem beinahe wehmüthigen Lächeln; „ach Du lieber Himmel, wer hat sich je um solch ein dummes Mädchenherz wie das meinige bekümmert? Mein Herz ist noch frei, und soll frei bleiben! Wie trüg' es denn zu dem Leiv der Verlassenheit noch das einer unglücklichen oder vergeblichen Liebe?" „Einer vergeblichen, liebes Väschen?! Und wenn ich Ihnen nun sage, daß . . . ." „Sagen Sie mir nichts, Herr Vetter!" fiel sie ihm erschrocken und heftig in die Rede: „ich will und darf nichts hören! Sein Sie barmherzig! Sie wissen ja, daß ein armes, abhängiges Mädchen wie ich, gar sehr seines Kopfs und seiner Kraft bedarf — wollen Sie mir beide rauben?" „Zweifeln Sie denn an der Redlichkeit meiner Absichten, Pauline?" „Nein, Vetter, aber dennoch . . „Dennoch mißtrauen Sie mir?" „Offen gestanden, ja, Herr Vetter!" sagte sie mit einem geraden Blick und ziemlich fester Stimme, obschon eine deftige Röthe über ihre Wangen hinflog. „Seien Sie erst was Sie scheinen, oder überzeugen Sie mich, daß Sie nicht mehr sind als Sie scheinen wollen, dann . . „Nun? was dann? . . ." „Dann soll Ihnen Antwort werden!" sagte sie hastig, und eilte aus der Thüre. Der Buchhalter sah ibr betroffen nach, als er vergebens sie znrückzuhalten versucht hatte. „Da haben wir es, murmelte er; „sie ist scharfblickender und umsichtiger als alle anderen — oder sic hat irgend eines meiner Geheimnisse belauscht, ;— oder Vetter Rudolph hat mich ihr verrathen. Doch gleichviel, ich habe eine Tugend und einen Vorzug mehr an ihr kennen gelernt!" Und er ging nun gedankenvoll und tiefsinnig im Zimmer auf und ab, bis der Oheim herüberkam. Der Commerzienrath schien noch aufgeregt vom vielen Reden und sein Auge flämmte, seine Wange glühte. „Rudolph, Junge!" Hub er an, „wenn Du einmal heiratbcst, so wähle Dir nur eine gescheidte, einsichtsvolle, gemüth- reiche Frau von anspruchslosem Wesen und starkem Charakter und halte sie lebenslang fein niedrig. Eine winzige Nachgiebigkeit, ein einziges Entgegenkommen von Deiner Seite bei einem schwachen Weibe, und der Hochmutysteufel hat sie mit Haut und Haar, und Du mußt in alles willigen!" Der Buchhalter betrachtete seinen Oheim lächelnd und fragte: „Haben Ihnen die Damen noch tüchtig zugesetzt wegen des Verkaufs, lieber Onkel?" „Nicht so sehr, Rudolph ! Meine Henriette ist ein kluges, wackeres Mädchen; sic begreift die Sachlage, und sie vermittelte sehr ernstlich bei ihrer Mutter, die natürlich noch allerhand Bedenken hat. Jetzt ist sie zwar leidlich ruhig geworden,^ aber wer bürgt mir dafür, daß ihr nicht über Nacht ein anderer Kopf wächst? Darum will ich konsequent sein und so entschieden und rasch zu Werke gehen, daß kein Rücktritt möglich bleibt!" Sie haben ganz Recht, lieber Onkel! nur ein einziges Mal sein Sie fest und brechen Sie den Eigenwillen der Tante. Haben Sie erst die alte richtige Position wieder gewonnen, so ist cs ein Kleines, dieselbe zu behaupten. — Aber was gedenken Sie zuerst zu thun?■' „Das sollst Du sogleich hören, Rudolph! Ich will Robert überzeugen, wie sehr ich ihm für seine wackere Hülfe verbunden bin, und wie sehr es mir mit dem Vorhaben Ernst ist, durch die vernünftigste Sparsamkeit die alten Scharten auszuwetzen. Ich will mich seines Vertrauens würdig zeigen. Daher sollst Du morgen alsbald das ganze Schlingelsvolk von Dienerschaft entlassen und ablohnen, sollst die Equipagen und Wagenpferde verkaufen, alle bis auf die Paar Braunen auf der Fabrik und die alte Droschke. Der Hausstand wird re- ducirt; Pauline als Wirthschaftcrin bleibt im Hause, dazu eine, Köchin, ein Stubenmädchen, ein Mädchen für meine beiden Töchter, — kein Lakai und kein anderer Müssiggänger wehr. Verstehst Du?" „Vollkommen, lieber Oheim ! geben Sie mir nur Vollmacht I hab' ich diese schwarz auf weiß, so'hat es größeres Ansehen!" „Ich schreibe sie Dir sogleich..— Hier! Genügt Dir das?" „Gewiß, lieber Onkel! und was nun weiter?" „Wenn mein Neffe zurückkommt, soll er uns bereits auf der Fabrik angesiedelt finden," fuhr Der Commerzienrath eifrig fort. „Ich lasse morgen früh die Zimmer ausräumen und scheuern — das Ausbessern und Verschönern verschieben wir auf die bessere Jahreszeit — Nachmittags aber sollst Du im Verein mit Paulinen und Jettchcn diejenigen Möbeln hinunterschaffeii lassen, welche früher in der alten Wohnung standen; Henriette soll sie Dir bezeichnen; ich will alles so eingerichtet wissen, wie es vordem war, ehe ich den thörichten Einfall hatte,. die Villa zu bauen. Hörst Du? Nur diejenigen Möbeln, welche allfällig nicht mehr vorhanden wären, sind aus den neueren in dem Salon droben zu ersetzen, und auch dann nur von den bescheidensten . . . Warum schüttelst Du den Kopf, Junge?" „Weil ich befürchte, lieber Onkel, daß ich selbst mit Ihrer Vollmacht diesem Auftrag nicht werde nachkommen können," erwiederte der Buchhalter. „Wird mich die Tante gewähren lassen?" „Hm, Du hast Recht, Rudolph. Sie wird sich wie rasend geberden, wie immer. Und doch muß alles in ihrer Abwesenheit geschehen, wenn ich meinen Willen durchsetzen soll! Wie aber greife ich es an, daß ich sie beseitige?" „Ganz einfach, lieber Onkel! bitten Sie sie, wenigstens in den ersten Tagen des Geredes, welches der Verkauf Hervorrufen wird, sich von hier zu entfernen ! Schicken Sie sie nach Erlau zu Ida, oder in die Residenz, oder wohin Sie wollen, ■— nur fort von hier!" „Gut, Du hast ganz recht: sie soll auf einige Tage nach Erlau. Du weißt doch für alles Rath. Und dann sogleich eine Versteigerung von allem andern entbehrlichen Mobiliar und Inventar in der ganzen Villa!" „Mit nichten, lieber Onkel! Damit mag es noch Verzug haben, bis der Vetter hier ist," versetzte der Buchhalter. „Lassen Sie uns nicht zuviel auf einmal wollen. Geben Sie mir nur noch Vollmacht wegen des Wohnungswechsels und Ausräumens. Und dann, wozu auch jetzt zu schlechten Preisen den ganzen Werth verschleudern, lieber Onkel? Wenn Robert das Landhaus vermiethen will, wie er beabsichtigt, so wird er ein Inventar von Möbeln, Taftlgeräthe, Betten, Silbergeschirr u. dgl. m. bedürfen, welches er Ihnen gerne abmiethen oder abkaufen wird! „Um so besser, Rudolph! sagte Herr Gottfried Balder fröhlich. „Ich sehe schon, daß ich am besten thun werde, Dich allein gewähren zu lassen. Jetzt schreibe ich Dir eine Generalvollmacht, und lasse für alles Weitere Dich sorgen. Rur dieß will ich auf mich nehmen, daß Albertine Dir morgen den Platz räumt. Und dann genug für heute) Du braver treuer Junge Du! Ist doch wahrlich heute einer Der ereignißreichsten, fröhlichsten Tage, die mich Der liebe Gott Hai erleben lassen!" 16. Der Buchhalter hatte sich angelegen fein lassen, den Weisungen des Oheims rasch und pünktlich nachzukommen. Sobald die Frau Commcrzienräthin auf das Anrathen ihres Gatten sich bequemt hatte, für einige Tage dem Gerede in Stocksheim auszuweichen und ihre jüngere Tochter in Erlau >u besuchen, wurde die Dienerschaft entlassen, abgelohnt unr jedem noch Der Lohn für zwei Monate vorausbezahlt; dann ward Der Umzug vorgenommen, und am Abend des zweiten Tages war die Villa öde und beherbergte niemand mehr als den alten Gärtner Zirkler und dessen Gehülfen, welche der Buchhalter beibehalten und Denen er Die Bewachung Der Villa überantwortet hatte. Am Dritten Tage war man in Der frühem behaglichen Wohnung auf Der Fabrik ganz eingerichtet. Das Herrenhaus war zwar nicht so groß und prunkvoll wie Die stolze Villa Balder auf Dem Morgenbühl, aber äußerst wohnlich und sonnig. Auf Drei Seiten des Hauses Überschaute der Blick die Fabrikgebäude, die im Hufeisen um dasselbe her lagen; auf der vierten lag ein kleiner Garten mit einer englischen Anlage um einen See hemm, welcher das Wasserreservoir zu Den technischen Zwecken der Fabrik und gegen etwaiges Brandunglück bildete. Henriettens und Panlinens ordnende Hand hatte alle Möbeln und Einrichtungen so anfgestellt und arrangirt, wie sie ehedem gewesen waren, und Henriettens Gedächtniß hatte Die alten Eindrücke noch treulich genug bewahrt, um jedem Zimmer so viel wie möglich seine frühere Gestalt und Möbeln wieder zu geben. Ms Der Commerzienrath diese Räume nach ihrer neuen Besiedlung zum ersten Male wieder betrat, überkam ihn eine tiefe Rührung; er ergriff die Hand Henriettens, welche ihn durch die ganze Wohnung führte, und sagte mit innig bewegter Stimme: „Mein liebes Kind, mir ist zu Mnthe, wie einem Manne, Der von einer langen, planlosen Wanderung in die Heimath zurückkehrt; so traulich und heimisch grüßen mich Diese Räume, in denen ich mein Glück erblühen unD mein Geschält um mich her wachsen und gedeihen sah! Mir ist wieder so wohlig und behaglich hier, tote wenn mir ein Alp von Der Brust genommen wäre. Wollte Gott, Dir und Deiner Mutter ginge es ebenso!" • Henriette blickte mit ihren großen Augen voll Thränen zu Dem Vater auf unD sagte: „Was mich anbelangt, Papa, so theile ich ganz Dein Gefühl. Auch mir ist so frei unD behaglich hier, als wäre wirklich ein böser Traum unD ein beengenDer Zwang von mir abgestreift. Ich fühle mich so zufrieden in diesen natürlicheren Verhältnissen, und wir wollen zu Gott hoffen, daß die liebe Mutter auch zu dieser Einsicht kommt!" „Ja, Gott gebe es!" sagte der Commerzienrath mit einem Seufzer, der aber nicht sehr sanguinische Hoffnungen aussprach. „Aber sich', sich', mein Jett- chcn! tote Du umgewandelt bist! das einfache Thibetkleiv steht dir besser, als die seidenen Fahnen mit all den Garnirungen und Falbalas, und das schlichtge- cheitelte Haar mit Dem Samnttbande paßt hübscher als Die früheren kunstreichen Coiffuren nach Dem Modejournal. Du bist ein gutes KlnD, Jettchcn, und Du wirst Dem Vetter nun noch besser gefallen als vvrDcnt! setzte er liebreich hinzu und streichelte ihr zärtlich Die erglübenDe Wange. „Glaubst Du, bester Papa?" fragte sic unD lächelte durch ihre Thränen zu ihm herauf. „Ob ich ihm aber in Dieser Erscheinung besser gefalle oder nicht, Papa, ist mir am Ende gleichgültig, wenn nur mein Gewissen ruhig und zufrieden ist unD ich mir bewußt bin, meine Pflicht gethan zu haben. DieBor- schung hat mir die Augen geöffnet und wird mir helfen, daß ich sic nicht wieder gegen Die Pflicht verschließe." „Amen!" sagte Herr Balder und umarmte sein gutes Kind. „Gott erhalte Dir nur immer ein einfältiges Herz und lasse Dich niemals wieder vom Satan des Goldes und des Stolzes geblendet werden!" Sic barg ihre Wange an seinem Herzen und umfing mit ihren Armen so zärtlich seinen Hals, als ob sie ihm ein Gelübde ablegen wollte. (Fortsetzung folgt.) Temperatur in Gießen, Februar 1868 : niederste.................~~ $,0° R' mittlere.................+ 3,24 „ Mittel früherer Jahre............— 0,05 „ höchste.................+ 10,5 „ Niederschlag: an 16 Tagen.......... 1.00 Par. Zoll. „ ‘ Mittel früherer Jahre: an 13 Tagen . . 1,35 „ „ Politische Rundschau Darmstadt. Die „Hess. Volksbl." haben vernommen, daß bei dem Ministerpräsidenten Frei Herrn von Dalwigk eine Petition des Ausschusses des deutschen HandclStags auf Erweiterung der Compe- tenz des Zollparlaments eingegangen. Gleichlautende Schreiben sollen an die sämmtlichen Ministerpräsidenten der süddeutschen Staaten ergangen sein. Darmstadt. Die „Hess. Ldsztg." widerspricht der dem „Fr. I." entnommenen Mittheilung, wonach die auf Erhaltung der niedrigen Portvtaxe für „Stadtbriefe" gerichteten Bemühungen unserer „Post- commission für das Großherzogthum Hessen" nun- mehr als gescheitert zu betrachten und die den Briefen der bezeichneten Art seither noch gewährte Begünstigung von August l. 3. an in Wegfall kommen soll. Es seien bis jetzt dieserhalb keinerlei Verhandlungen geführt, vielmehr bestimmte Anweisung getroffen worden, die in Bezug auf Stadtbriefe bestehenden billigen Portosätze vorerst unverändert fortbcste- hen zu lassen. Darmstadt. Ein hiesiges Blatt gibt den Mehraufwand für die hessische Armeedivision für das laufende Jahr auf 900,000 fl., die M e h r aus- gabc für neue militärische Anschaffungen aus ebensoviel , die Matricularbeiträge für die Provinz Oberhessen auf nahezu 200,000 fl., den Gesammt-Mehr- aufwand also auf zwei Millionen an. Mainz, 2 März. Auf einer Reise nach Norv- deutschland kam gestern Abend Prinz Jerome Napoleon mit dem Dampfboote dahier an und nahm sein Absteigequartier im Rheinischen Hofe, woselbst er übernachtete. Der Prinz halte in Bingerbrück Vie Eisenbahn verlassen und war zu Fuß nach Bingen gegangen, woselbst er das Dampfboot bestieg und die Fahrt hierher auf dem Rhein machte, während ein Theil seines aus acht Personen bestehenden Gefolges die Ludwigseisenbahn bis hierher benutzte. Heute Vormittag mit dem um W35 Uhr nach Frankfurt abgehenden Eisenbahnzuge setzte der Prinz nebst seinem Gefolge die Reise fort. Berlin, 1. März. „Die Nachrichten, welche bis jetzt über die Bestimmungen der neuen Ge- Werbeordnung in die Oeffentlichkeit gedrungen sind, schreibt die Berliner „Liberale Correspondenz", lassen erkennen, daß viele und sehr berechtigte Forderungen dabei unerfüllt bleiben sollen. Man hat sich zwar im Allgemeinen zu dem Princip der Gewerbefreiheit bekannt, aber man will aus der Vergangenheit doch noch manche Beschränkungen nut hinübernehmen, deren Beseitigung von allen Seiten dringend gefordert wird. Hwrzu gehört vor Allem die Beschränkung der Preßgewerbe, über deren Un- zweckmäßigkeit wohl wenig Meinungsunterschied herrscht. Die Bestimmungen, welche die Errichtung von Buchhandlungen, von Buchcruckercien und der- gleichen mehr von einer Prüfung und von einer Concession abhängig machen, haben, darüber herrscht wohl kein Zweifel, ausschließlich eine politische Bedeutung und man sollte doch jetzt auf dem Punkt angelangt sein, wo man volkswirthschastliche Fragen nicht nach poliiischen Motiven entscheidet. Gerade die Beschränkung der Gewerbefreihelt bei Den Preß- gewerben. so wie die Unsicherheit des Besitzes, welche die mit der Concessions - Ertheilung eng verbundene Möglichkeit der ConcessionS-Entziehung erzeugt, haben einen so nachtheiligen Einfluß auf Vie Entwickelung ves preußischen Buchhanvels gehabt, vaß eS wahrscheinlich großer Anstrengungen bevürfen wirv, um ven Schaven, welcher davurch Vem Nationalwohlstande zugefügt worden ist, nach Aufhebung der bestehenden Beschränkungen wieder gut zu machen. Statt nun aber diesen Zeitpunkt zu beschleunigen, will man in der neuen Gewerbeorvnung vic alten Bestimmungen beibehalten, und so, während man der Mehrzahl der Gewerbetreibenden die volle Freiheit gibt, eine Claffe derselben in den Fesseln lassen, unter denen sie jetzt leidet. Selbst wenn der Bundesrath jetzt in dem Entwürfe keine Abänderung treffen sollte, so hoffen wir doch, daß das Parlament die richtigen wirthschastlichen Grundsätze zur Geltung bringen wird. Damit dies aber gefchehe, scheint es uns vor Allem wünschenswerth, daß die betheiligten Gewerbetreibenden ihre Meinung in dieser Sache kund geben. Schweigen Sie jetzt, wo noch eine Einwirkung auf den Beschluß ter gesetzgebenden Körperschaften möglich ist, so haben sie es sich nachher selbst zuzuschreiben, wenn ihre so dringenden Wünsche nicht erfüllt werden." Berlin, 1. März. Der Bundesrath des Zollvereins, der nächsten Montag seine Sitzungen eröffnet, besteht nach dem Vertrag vom 8. Juli 1867 aus den Vertretern der süddeutschen Staaten und der norddeutschen Bundesländer. Die letzteren zählen 42 Stimmen, wozu 16 uns dem Süden treten: 6 für Baiern, 4 für Württemberg, 3 für Baven, und ebensoviel für Hessen-Darmstadt. Der Bundesrath besteht zur Zeit aus nachstehenden Mitgliedern. Für Preußen: 1) Graf Bismarck, Vorsitzender, 2) der Präsident des Bundeskanzleramts, Wirkliche Geheime- rath Delbrück, 3) der Generallieutenant und Director ves allgemeinen Kriegsvepartemenls, v. Povbielski, 4) ver Contreavmiral Jachmann, 5) der General- virector v. Pommer-Esche, 6) ver Generalpostvirector v. Philipsborn, 7) ver Geh. Oberjustizrath Dr. Page, 8) ver Ministerialdirektor, Wirkt, Geh. Obersinanz- rath Günther, 9) der Ministerialdirektor Wirkt. Geh. Legativnsrath v. Philipsborn, 10) ver Geh. Oberfinanzrath Wollny, 11) Ver Geh. RegierungS- rath Graf zu Eulenburg, 12) ver Geh. Oberfinanzrath Henning. Für Baiern: 1) der Staatsminister Ves Handels und Ver öffentlichen Arbeiten, v. Schlör (ver aber nun als Zollparlamentsabgeorvneter in ven Bunvesrath nicht eintreten wirv), 2) ver StaatS- rath v. Weber, 3) der Oberzollrath Gerbig. Für Sachsen: der Staatsminister Frhr. v. Friesen, 2) der Ministerialdirector Geh. Rath Dr. Weinlig, 3) ver Geh. Finanzrath v. Thümmel, 4) ver Oberst und Militärbevollmächtigte in Berlin, v. Brandenstein. Für Württemberg: 1) der außerord. Gesandte und bevollm. Minister, Geh. Legationsrath Frhr. v. Spitzem- berg, 2) ver Oberregierungsrath v. Bitzer, 3) der Oberfinanzrath Riecke. Für Baden: 1) der außerord. Gesandte und bevollm. Minister Frhr. v. Türck- heim, 2) der Ministerialrath Kilian. Für Hessen:, 1) ver außerord. Gesandte unv bevollm. Minister, Geh. Legatlonsrath Hofmann, 2) ver Geh. Obersteuerrath Ewalv. Für Mecklenburg-Schwerin: der Staatsrath v. Müller. Für Großherzogthum Sachsen: der Staatsminister, Wirkl. Geh. Rath Dr. v. Watzdorf. Für Mecklendurg-Strelitz: ver Drost unv Kammerherr v. Oertzen. Für Olvcnburg: ver Minifterialvirector Geh. Rath v. Liebe. Für Braunschweig: 1) Ver Staatsminister v. Campe, 2) der Ministerresivent, Geh. Rath v. Liebe. Für Sachsen- Meiningen: der Staatsminister, Wirkl. Geh. Rath Frhr. v. Krosigk. Für Sachsen - Altenburg: der Staatsminister v. Gerstenberg-Zech. Für Sachsen- Koburg-Gotha: der Staatsminister, Wirkl. Geh Rath Frhr. v. Seebach. Für Anhalt: ver RegierungSrath Dr. Sintenis. Für Schwarzburg -Ruvolstavt: Ver Staatsminister v. Berirab. Für Schwarzburg-Son- vershausen: ver Staatsrath und Kammerherr v. Wolffersvorff. Für Waldeck: der köuigl. Preuß. Landrath, commiffarischer Landesdirector v. Flottwell. Für Reuß ält. L.: der Regierungspräsident Dr Herrmann. Für Reuß jüng. L.: ver Staatsminister v. Harbou. Für Schaumburg-Lippe: ver Geh. Regierungsrath Höcker. Für Lippe: der Cabinetsmi- nister v. Oheimb. Für Lübeck: Ver Senator Dr. Curtius. Für Bremen: der Senator Gilvemeister. Für Hamburg: der Senator Dr. Kirchenpauer. Frankfurt, 2. März, lieber Cie Reise des Prinzen Napoleon nach Deutschland liegen heute widersprechende Nachrichten vor. Die „Libertä", das Blatt Girardin's, der mit dem Prinzen auf vertrautem Fuße steht, meldete, daß derselbe mit einer Mission an den Berliner Hof betraut sei. Von Berlin verlautet, daß die Mission keine officielle sein könne, da sie der preußischen Regierung nicht officiell angekün- vigt war. In diplomatischen Kreisen wird versichert, ver Prinz werde sich einige Tage incognito in Berlin aufhalten unv im Hotel logieren. Wenn der Prinz überhaupt etwas in Berlin zu thun hat, so wirvfvs wohl auf Vie Form VeS Besuches nicht ankommen; Graf Bismarck ist ohne Zweifel darauf vorbereitet. Ein bekannter Pariser Correspondent der „K. Z.", der cs wissen kann, schreibt, der Prinz habe eine sehr positive Sendung; er solle die seit etwa vier Monaten zwischen Frankreich und Preußen bestehenden guten Beziehungen dadurch befestigen, daß er für den Fall des Krieges zwischen den Westmächten und Rußland von Preußen eine wohlwollende Neutralität verlangt. Es handelt sich also, um ein vermuthetes preußisch-russisches Bündniß in der orientalischen Frage. Nach demselben Correspondenten soll General Fleury dem Prinzen demnächst nach Berlin nachfolgen. „Die Lage, schreibt er, ist ernst genug. Das Tuilerieen-Cabinet ist entschlossen, die jetzige Situation zu benutzen, um seinen gesunkenen Einfluß im Orient ebenso zu heben, wie es ihn im Westen durch den luxemburger Streit und durch die Aufrechthaltung des Papstes erneut zu haben glaubt. Man wird also von Rußland ausdrücklichen und ga- rantirten Verzicht auf alle seine Bestrebungen gegen die Integrität der Türken forvcrn, und sollte Rußland einen solchen nicht ertheilen wollen, so wird der Krieg sicherlich beginnen. Die Vorbereitungen zu demselben sind schon seit lange getroffen und werden mit dem größten Eiser fortgesetzt. Die Urlauber werden einberufen, die Gewehrfabriken arbeiten mit Anstrengung aller ihrer Kräfte, die Ausrüstung der Marine ist beinahe vollendet. Doch könnte eine befriedigende und zuverlässige Erklärung Rußlands der ganzen gespannten Lage ein Ende machen." Die „Köln. Ztg." überläßt ihrem Correspondenten die Verantwortlichkeit für diese Nachrichten, die, wenn sie sich bestätigen sollten, uns unmittelbar vor einen Krieg stellen würden, der eben so sehr Preußen unv Deutschland wie Rußland bedroht. Ja, man könnte sagen, ver Krieg sei eigentlich gegen Preußen gerichtet, unv Rußland biete nur vcn Vorwand. Denn wenn ein Mann, wie Prinz Napoleon nach Berlin gesandt wird, um dort wohlwollende Neutralität zu erbitten, so klingt das schon fast wie eine Sommation; man weiß ja, welche Politik der Prinz vertritt und wie er sich noch vor Kurzem mit seinem kaiserlichen Vetter wegen eines Briefes an den Senator St. Beuve überwarf, in welchem er im Innern eine liberale Politik und nach Außen die Zurückvrängung Frankreichs und die Lederherstellung Polens verlangte. Der vertrauliche Charakter feiner Mission, die scheinbare Formlosigkeit, mit welcher er in Berlin erscheint, kann die Bedeutung feiner Sendung nur erhöhen. Die Börse hat 'daher auch zu dem unerwarteten Besuch ein bedenkliches Gesicht gemacht und nimmt die officiöse Versicherung, es handle sich blos darum, den Prinzen von den Preßgesetz-Debatten im Senat fern zu halten, mit einem kalten Lächeln auf. Doch wir müssen unserem Gedankengange Halt gebieten, denn es tritt uns ein Dementi entgegen, welches die ganze Mission nach Berlin als ein Hirngespinnst erklärt. Die officiöse „Patrie" erklärt nämlich, Se. Kaiser!. Hoheit, welche von Dem Kaiser ermächtigt worden, eine Reise in's Ausland zu machen, fei mit keiner Mission, also auch nicht nach Berlin, betraut. Vermöge der engen Verwandtschaftsbande, welche den Prinzen mit der königlichen Familie von Württemberg verknüpfen, werde S. K. H. einige Tage am Hofe zu Stuttgart zubringen. Die „Patrie" hatte nun aber Tags vorher gemeldet, der Prinz werde eine Reise nach Norddeutschland machen, und das officiöse Blatt ist genugsam in der Geographie bewandert, um nicht Stuttgart im Bereich des norddeutschen Bundes zu suchen. Sollte man sich in Berlin den Besuch Sr. Kais. Hoheit »erbeten haben? Frankfurt, 2. März. Heute Mittag traf Prinz Napoleon, von Mainz kommend, hier ein. Derselbe wurde von dem französischen Consul auf dem Main-Ncckar-Bahnhof empfangen und in dessen Wohnung geleitet. Weimar, 29. Februar. Der Landtag beschloß in seiner heutigen Sitzung die auf den Bestimmungen des ehemaligen deutschen Bundes beruhenden Gesetze über Vereins- und Versammlungsrecht aufzuheben; gleichzeitig wurde die Abschaffung der Todesstrafe genehmigt. Wien, 1. März. Dem Vernehmen narb ist der Admiral Tegetthoff an Stelle des bisherigen Flotten- inspectors, Erzherzog Leopold, zum Obercommandan- ten der Marine ernannt worden. Stockholm, 29. Febr. Die 2. Kammer hat sich heute mit 100 gegen 69 Stimmen für die Beibehaltung Der Todesstrafe ausgesprochen. London, 24. Febr. Nach Amerika ausgewanderte Handwerker, zumal aus den schottischen Eisen- bezirken, senden traurige Berichte an ihre Angehörigen über die Noth unter den arbeitenden Classen dort und widerrathen allen Auswanderungslustigen, ihren Vorsatz auszuführen, da in manchen Jndustrie- bejirfen drei Viertel der Arbeiter ohne Beschäftigung seien. Madrid. Die Unruhen in Folge der Hunger- zustänve dauern fort und haben, wie die spanischen Blätter melden, bereits hier und da zu blutigen Conflicten geführt. Wie ein Telegramm aus Granada meldet, sind dort am 25. v. M. Volksbaufen unter dem Verlangen nach Brod und Arbeit vor das Haus des CivilgouverneurS gedrungen. Letzterer suchte sich damit zu helfen, daß er die RegierungS- gcwalt an die Militärbehörden übergab, welche den Belagerungszustand über die Provinz verhängt haben. Es gab 1 Todten, 15 Verwundete und eine Anzahl Verhaftungen, worauf die Ruhe wieder hergestellt wurde. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.