üßieiS Bttrtcljäbrlicb 36 fr. mit ®rirtflerlobn. Durch die lieft bktoqkn olerteljLbrlick 51 Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich Dvtt= mal; Dienstags, Donnerstag« und Samstags. — th'cetmcn: Canzleiberg 8it. B. Nr. 1 Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. 1868 Dienstag den 4. August Nr. V1 4 Psunv gemischter Brov 18 fr. 4 Pfund Roggenbrot, 15 fr. Amtliche Bekanntmachungen. ~ Gieße», am 29. Juli 1868 Keireftrnd: Die Feuervisiiationen im Jahr 1868. Das Grokherrvgliche Kreisami G i e h e n an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendors a. b. Vba., DorfGiU, Heuchelheim, Vich und Wieseck. Wiederholt erinnern wir Sie an bescheinigte Rücksendung der Feuewisitations'Protokolle vom lausenden Jahre binnen 8 Tagen. Dr. Goldman n. 5®ä **4 Äh Äh ML Mi- M Äh Äh aMi KL Äh Äh ML ML Äh Ä Äfc M-L Md MM V W M M W M M HO HO MM M M M M M M M M WOGOOGOOGOG Julius Wallach. 5370) Feinsten Einmachessig empfehlen I. A. Busch Söhne. 516 44 32 die 14 85 Hälfte der Immobilien, als: 40 7 24 89 im 40/211c öffentlich 35 fl- 1 „ 36 fr- 30 „ 5336) Im Cafe Kuhlmann sind mehrere Zimmer an ledige Herren, mir oder ohne Möbel, zu vermietbeu und Mitte October d. I. zu beziehen. 5341) Ein im schreibenden Fache geübter Mann sucht auf einem hiesigen Comptoir oder einer Advocatur Beschäftigung, und wünscht derselbe sogleich einzutreten. — Nähere Ausfunfi ertheilt die Expedition dieses Blattes. Versteigerungen 5356) Dienstag den 15. September, Nachmittags 2 Uhr, Gießen, am 1. August 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Ebel. a-Rlftr. 53 Hofraithe, Grabgarten, Stall, Hofraum u. Miststätte auf dem Asterweg, gibt 13 Vz fr-, 152 Acker, Lag - Gärten, am Wismarer und Krofdorfer Weg, 116 Wiese im Gartfeld, meistbietend versteigert werden. 2 6 „ 1 ft Wilhelm Gossi. ■S’4 M M An die Herren Bürgermeister des Kreises Gießen. 5346) Sämmtliche zum Militär - Crfatz - Geschäft nöthigen Formularpapiere, uameutlich Militär - Stammrollen und Geburtslisten können Sie von jetzt an forlwahrend wieder bei nur auf Lager finden, so daß Sie nicht uöthig haben, Porto für Briefe und Geldsendungen nach Darmstadt zu verausgaben. Der Preis pr. Buch ist der alte seitherige wie bei allen übrigen Formu- larien 24 Kreuzer. Wilhelm Klee, Mäusburg. ii 13 „ neuen Pflasterarbeit rc., veranschlagt zu - . . . - ■ • Fertigung einer neuen Pumpe, veranschlagt zu..... die bei Herstellung eines neuen Schulsaales und einer Leh- rerwohnuug vorfommenden Arbeiten: a. Maurerarbeit, veranschlagt M - • • • • • • ■ ■ b. Zimmerarbeit, oeranschl- zu c. Schreinerarbeit, oeranschl. zu......... d. Schlosserarbeit, oeranschl. zu....... - • e. Glaserarbeit, oeranschl. zu r. Weißbinderarbeit, veranschlagt zu.....- Die Zusammenkunft findet Loose hierzu a 1 st- 45 fr. bei (5330) Flnr Dir. */959 , 960 . 9691 U-970 "V69 Arbeitsversteiqerunq. 5339) Künftigen Mittwoch, den 5. August, Vormittags 11 Uhr, ollen dahier folgende Arbeiten mittelst öf- entlichen Ausgebots vergeben werden, als: Chaussirung einer Strecke Weges nach Geilshausen, im Ganzen 290 Cubik-Klafter, veranschlagt zu.....812 fl. — fr. Unterhaltung der Straßen in und außer dem Orte, als: Steinfahren, Steiuklopfen, Schullocal statt. Beuern, am 30. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Beuern. Otto. sollen auf unserem Ortsgerichts-Büreau der Balthasar Gans Wittwe zustehende Zur Beachtung. 5347) Briefe, die unter der Adresse: Bernhard Loeb, Gießen, der Post übergeben werden, werden mir im Kalle meiner Abwesenheit sofort nachgesendet. Bernhard Loeb. 5357) Dienstag dm 25. August, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die Hofraithe des Joh. Joseph Langsdorf, als: Flur Nr. ülKlftr. '/i-u-t, 32 Hofraithe, Hofraum und Scheuer in der Neustadt, gibt 2 hlr., nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden, unter dem Anfügen, daß dem Meistbietenden der Zuschlag ertheilt werden wird, 5345) Ein möbtiries Zimmer ist zu ver- miethen bei G. H. Balser, Seltersweg. 5365) Ein Familienlogis von 3 Zimmern ist zu vermietheu bei ______Karl Gerlipp. 9 Z Trausportfiiffer: E " Vie Ohm ft. - 45 fr; */e Ohm fl. 1 12 fr.; G V« „ „ 1 36 „ v M Vi „ » 3 — „ l’/z d in Partien billiger bei wenn das Gebot auch nicht die Taxation erreicht. Gießen, den 1. August 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. _ ___Ebel. -__ 5340) Donnerstag den 6. August l- I-, Vormittags um 11 Uhr, sollen nachbenannte dem Kugelhausfonds gehörigen Gegenstände einer nochmaligen öffentlichen Versteigerung gegen gleich baare Zahlung ausgesetzt werden, als: 1) ein Braukessel, 7 bis 8 Ohm haltend, circa 160 Pfund schwer, 2) ein kleinerer Braukessel, 132 Maaß haltend, circa 40 Pfund schwer, 3) eine Malzdarre und 4) ein Kühlschiff nebst Zugehör, (sämmtliche Gegenstände sind noch wenig gebraucht.) Butzbach, am 30. Juli 1868. Großherzogliches Ortsgericht Butzbach- Küchel- Vermischte Anzeigen. 5353) In einem Eifenwaaren- und Spezereigeschäft ist eineLehrlinasstelle offen. Nähe- res bei______Carl Munch, am Kreuz. 23 Mechaniker, Büchsenmacher, Instrumentenmacher und Dreher finden dauernde und lohnende Beschäftigung in der Wcrtheim'schen Nähmafchinenfabrtk in Frankfurt a- M-_______ (5364) FeilgeboteneS. 5362) Erbsenstroh und Spreu von Frucht verkauft H- Becker, Schnlgaffe. 5371) Neue holländische Bollhäringe empfingen I- A- Busch Söhne. 5348) Kelterschrauben in allen Di- mensionen bei Flick & Kröll. 5343) Eine kleine eiserne Drehbank ist billig zu verkaufen bei ________I. Th. Haubach. 5331) Ein noch sehr gut erhaltenes Cfa- vier ist wegen Wegzugs zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped- d. Bltts- Besondere Bekanntmachungen. Die Jnsolvenzanzeige der Wittwe des verstorbenen Bierbrauers Wilhelm Loos zu Gießen betr. 5351). Forderungen an die Wittwe des verstorbenen hiesigen Bierbrauers Wilhelm Loos, welche diese sowohl in eigenem Namen, als auch als natürliche Vormünderin ihrer beiden minderjährigen Kinder schuldet, sind sogewiß binnen 14 Tagen bei hiesigem Stadtgerichte anzumelden, als sie sonst bei dem Abschlüsse des Status activorum et passivorum unberücksichtigt bleiben. Gießen, den 27. Juli 1868. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, vr. A- v. Grolman, Siadtrichter. Stadtger.-Assessor. Veröffentlichung aus dem Handelsregister des unterzeichneten Stadtgerichts Gießen- 5352) Mit dem 9. d- Mts. ging das „Gießener Gaswerk" von dem seitherigen Eigenthümer August Heß zu Gießen an eine offene Handelsgesellschaft über, deren Theilhaber sind: 1) genannter August Heß zu Gießen, und 2) Christian Scholz zu Mainz. .Die neue,Firma heißt: Gießener Gaswerk, August Heß & Comp. Die Gesellschaft bat mit dem 9. b. Mts. begonnen. Alleiniger Vertreter derfelben ist August Heß zu Gießen. Die seitherige Firma „Gießener Gaswerk" und der Name ihres seitherigen Inhabers „August Heß zu Gießen" sind gelöscht worden- Gießen, den 30- Juli 1868. Großherzogliches Stadtgericht Gießen- Muhl. 5359) Junge Rattenpinscher sind zu verkaufen Neuenweg B- 134.______________• 5360) In dem Hause der Frau Actuar Euler auf dem Brande ist ein gut erhaltener großer Küchenschrank mü Glasaus- . satz billig zu verkaufen. _____________________ ' 5338) Salz-Verkauf zu 3 fr. das Pfund bei ________L. Fr. Handwerk, Neustadt. 5350) Mehrere Voifenster, einen Schied- karren und eine Gartenfpritze verkauft Wilhelm Gossi. Vermiethungen 5361) Ein freundliches Familienlogis, bestehend aus 2 bis 3 Zimmern, Küche Bodenkammer u. s. w-, ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Bei wem? sagt die Exped. d- Bltts.___________________________ 5357) In meinem neuerbauten Hause auf der Anlage ist die Bel-Etage zu vermiethen und am 1. October zu beziehen. _______________Fr. Schwaab- —5358) Ein Familienlogis und ein möblir- tes Zimmer sind zu vermiethen bei H. Sauer, Neuenweg. 5363s"Jn^B ecker's neuem Hause auf der Anlage sind noch Logis mit allen Bequemlichkeiten, Bleichplatz und Waschküche zu vermiethen und den 1. October beziehbar; auf Verlangen kann auch Stallung dazu abgegeben werden.__________ 5366) Auf dem Seltersberg ist eine möblirte Stube mit Cabiuet zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts-__ 5342) In Lii- A- Nr- 98 am Afterweg : ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen- Carl Wallenfels I. 5341) Drei möblirte Zimmer mit Cabi- net sind zu vermiethen bei C- Becker. 5326) miethen. Ein Familienlogis ist zu ver- Näheres bei der Exped. d- Bltts- zweimal eine WU! drei fach »ich gut, Fri, mit daß Ihr toul Sui und mor bitt, stau mol 4) Offenbach. von Zur Cisenbahnfrage. Programm 5) 6) 2) 3) 4) 5259) Ein Zapfjunge wird gesucht. Von wem k sagt Ausg. d. Bltts. Lebensverstcherungsliank f. D. in GMa 5369) VerstcheruwAsstand........ 101500000 ff Enecttver CapitalfondS 25 900000 Versicherungen werden vermittelt durch ^ A. Ricker, _______________ __ _________________ Buchhändler in Gießen. MerhMchc Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 5355) Sitzung: Mittwoch den 5. August, Abends 6 Uhr in Nr. 9 der Aula. J Angekundigter Vortrag: Kleber den Regen.' Zweite Abteilung. Prels-Ouverture von Gurtner. „Freundliche Grüße an Gießen', Polka von Reifert Phantasie aus „Freischütz' von C M. v. Weber. „La rose Manche“. Polka-Mazurka von Hager. Kavatine aus der Oper „Giovana d'Arco' von Verdi „Alte und neue Zeit', Melange von Reisert. 7) 8) 9) 10) U) 12) 3 intze rfcher Garten. Donnerstag den 6. An g u st: Großes s Auswanderer natö Amerika, sowie Güter erpedire ich schentlrch durch die Post-Dampfschiffe über g, bei reelster Behandlung billigst. C h r. W a l l e n fe ls, sim. Motette iachtstimmig) von ^rte für ^enor aus „Paulus', von . . Duett für zwei Bässe aus „Israel' von . Recitativ (Tenor! und Chor aus der „-Schöpfung' von . 5) Quintett für Pianoforte, zwei Violinen, Viola und Violoncello von 6) Terzett für Sopran, Tenor und Bass aus „Fidelio', 2) Ouvertüre zur Oper „la gaza ladra“ von Rossini. 3) Morgenblatter-Walzer von Joh. Strauß. n Potpourri aus der Oper „Der Troubadour' von Verdi. Quadrille aus der Oprette „Die Herzogin von Gerolstein' „Schone Gelffer begegnen sich', Charivari von Zulehn er. VcrleMna VffJÄ Lottes gemachten Vorschlags der Zerlegung des Bahnhofs tu die Schwarzlach wollen wir nur erwähnen um charan zu zeigen, wie leicht man auf Absondcrlichkeiten und Seltsamkeiten aerätb m“n richtigen, zunächstliegenten Standpunkt außer Acht läßt° 25k fÜr Me ^"eßliche Entscheidung in dieser wlwrlgcn Angelegenheit! Gedenken wir der Worte Göthe'S- ^Willst du stets in's Weite schweifen, ' Sich, das Gute liegt so nab? . . . ""saeff'hrt voin gaiizcii Musik-Corps («2 Mann) des Grosih 2. Infanterieregiments von Offenbach (unsere demnächstige Garnison), unter Leitung seines Dirigenten Herrn Reisert. Anfang 5*2 11hr. — Cntree ä Person 15 fr. Programm. , Erste Abt Heilung. 1) Schützen-Marsch von Faust. 5332) Zwei geübte Cigarren-Sortirerinnen tonnen noch in meiner Fabrik Arbeit er- balten.__Arnold Mütter. 5333) Ein bravesHkädchen, welchU Em Hausarbeiten erfahren ist, sucht eine Stelle. Ntaheres bei der Exped. d. Bltts. 5324) Schreinergesellen können Beschäftigung erhalten bei C. Seipp. (Eingesandt.) Cie ** ^uenBahnhois in die Stephansmark ist nunmehr durch die Beschösse des Gememderaths, die eingereichte Vorstellung bei Grosib Mini, st-rium des Innern und durch die nach Darmstadt entsendete städtisch? Deputa' febaf?n^/ipzlelleni Programm der ungeheueren Mehrheit der Gießener Bürger, ch ft geworden W-r begrüßen diese, in unfern Augen einzig richtige Entsche. bung mit aufrichtiger Freude und Anerkennung. Das Zweckmäßig/ und Gute Erdrück gefunden, und es wäre also unnütz, nochmals auf die Sache im Allgemeinen zurückzukommen. ; ' SJlUetn, obgleich bei uns kein Zweifel darüber besteht, daß unsere Reaierun, 3nter7ss/ d!r Stadt GÄe? unzweifelhafte unv ihr klar motivirte b "" ^ge hat und den begründeten Wünschen der des akademischen Gesangvereins I ocr Stadt sein ^stein 9? rft ^.uwuehr der feste Entschluß der Vertreter iMN Frau »»SS w 6 V LL-Ö*6 U6t' tää sä ää unter gefälliger Mitwirkung muß, daß der Bahnhof in die^ a lle7m vg - WMmW - teäfe PLZWMMM dolz und Steiner von hier. Ei“.?1, Cr^nef wirb- Rm Capricc und Gründe die das L.cht d O-ff ntl-chkeit scheuen, konnten für eine ferner-Verlegung sprechen. Das Telrain Abtram.n" 6»t, wie weiter zurück; etwas Ausfüllung und Trockenlegung oder Joh. Chr. Bach. Einflußsein to,Ct,Ortn^i8 toerbcn' und kann von keinem entscheidenden Zu» Schluß müssen wir noch, obgleich wir keine Freunde von Brophereiun- F c. Hande l. h; J, b' SIknuber der sehr schatzcnswerthen Arbeit über die Sache, welche als Beilage lL»Lerf?1r%Un6 6er?n Ausführungen wir im Ganzen entfcbteC^ bXffiXeS 3 HaPd N. L ste uns zu wenig Gewicht auf die Wichtigkeit und den Werth a k! neue» Bahnen selbst zu legen, etwas stiefmütterlich und zweifelnd R. Sch„ma»tt. h-k,-- °L MLn";,°L° N» "Ä'L ÄTVrint «' »iuie (SMn - r« ? < ? ‘<9um. Lu Linie Coln-Gießen-Fulva und die __ggy*-* d°- Un9^X| W. Spindler'« Fävbevei irr BerLin. 5367) Nächste Absendung : Donnerstag den 6- August. Kath. Münch, Kirchenplatz 5354) Eine Wohnung von 3 Hinmsll mit Küche, Keller und Speicher oder Svei- -perzimmer ivirb bis zum 1. September -n miethen gesucht. Näheres bei der Erved die es Blattes. lpetL . schwarzer Zeugschirm ist auf dein Rathhaus stehen geblieben und kann v°n dem sich legitimirenden Eigenthümer daselbst in Empfang genommen werden. 5337) G e s u eh t wird mährend der akademischen Ferien ein Pharmaeeut zur Anshülfe in einer Apotheke m der Nähe von Worms bei eni- sprechendem Salair und sehr angenehmer Stellung. Näheres durch die Exped. d. Bi. 5372) Für meine Brauerei suche ich einen lungen kräftigen Burschen. g. Kauf. 5334) Ein tüchtiger Schuhmachcrgeselle sucht dauernde Beschäftigung. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 5335) Altes Zeicungspapier kauft I- Rothenberger, Lindenplatz/ Lin. tag den mplatz. mmern Spei- ber zu Exped. ist auf 1 kann chümer den. en ein Apo- *i ent; lehmer d. iöl. I einen auf. geselle es bei er, innen it er= er. les in schäft pp. Von 'ttrch tint- mta- •ger- chci- 8ute die ■ung Jirte der Dem gelinde ■eter gel! ihn- >ro- der '0- wm eine tit- der ain der den in- igc en, th nd Sir Die nd en de es 4 ist in ii- ig », er |6 er n l, it r Eckstein, Di- G old in an n Provmzialdirector. Schildköter, Dlftricts-Einnehmer. Lyncker, Rentamtmann Hofgei lchtsrath. Fe cd. Burk. An die Bewohner der Stadt «nd des Kreises Gießen. keme zwei Jahre seit dem furchtbaren Brandunglück, welches unsere Nachbargemeinde Heuchelheim betroffen, verflossen und Xr ? jammervoll, wie er kaum gedacht werden kann, aus der Nähe zu uns. Das Dorf Laifa in dem HeWchen Kieise Biedenkopf ist am verflossenen Sonntag den 26. d. M. bis auf wenige Häuser ein Raub der Flammen aewor- R ba! $e?cr il"ff so rasch um üch, daß die ohnehin nicht wohlstehenden Bewohner nur das nackte Leben retten konnten daß selbst Ebranntlst, )a daß es nicht möglich war, die Feuerspritze den Flammen zu entreißen. Unbeschr^ bte. bei ^^bbrannten, welche tn nothdUrfttg errichteten Baracken untergebracht sind, von dort'nach dem Grabe ihrer Habe Hinsehen' und welche großtentheils nicht einmal die Beruhigung haben, daß sie für ihre Gebäulichkeiten eine Entschädigung erhalten da in Preußen fiiff ff1 * * * * ®eba,,br nbeit?t, unb nac^ glaubhaften Nachrichten Viele nach Aufhören ihrer Versicherung in der Grvßh - Hess. Biandverftcherungscasse es unterlasten haben, anderwärts ihre Immobilien zn versichern. «ci^ , llnterzeichneten, welche theilö durch Geburt, theils durch frühere Dienststellung dem Bezirk Biedenkopf nahe stehen fühlen fid) verpflichtet bet diesem namenlosen Unglück die Mildthätigkeit der Bewohner der Stadt und des Kreises Gießen anzurufen und recht her^ lieh zu bitten, durch Gaben au Geld oder Kleidungsstücken zur Steuerung der Roth beantragen. Lange Jahre hindurch'gehörte das abgebrannte Dorf dem Großherzogthum an, und wenn auch jetzt dieses Baud, welches uns mit ihm vereinigte, zerrissen ist so ist doch das Band geblieben, welches alle Menschen miteinander verbindet, das Band der Bruderliebe, iv lebe gern und rasch hilft wo Hülfe Istott) thut. Und hier thut Hülfe Noth, darum helfet gerne, helfet rasch! ' , fz roo *9uire Jeder der Unterzeichneten und die Redaction dieses Blattes ist bereit, Gaben in Empfang au nehmen Gießen, den 30. Juli 1868. 10 6 Feuilleton. Die Verschwörer non 1799. Roman von de Saint-Felix. , (Fortsetzung) — Nicht im Geringsten, Bürger. Aber gebt Euch nur Mühe, Euch selbst ,u verstehen und, wenn es Eure Lunge verstattel, die Summe zu wiederholen, welch- ich mit lauter und deutlicher Stimme genannt habe. " 3'1' Bü-Bü-Bürger.' versetzte der Anctionator, welcher aus dem Stammeln nicht herauskam. Wir sagen also vierhunDert-ta-ta-ta-tausenD--- ~ Franes! Vierhunderttausend Francs! wiederholte Reymond. Ist denn das so schwer auszusprechen? Der Friedensrichter, ein gesitteter und ehrlich aussehender Mann, glaubte sich in's Mittel legen zu müssen, da er sah, bis zu welchem Grade der Bürger Auetionator außer Fassung war, der in der Thai Stimme, Kops und Schärpe verlor. - Wir sagen also: vierhunderttausend Francs für das Schloß von Reneev mit allen Pertinentien, sowie für die ganze Domalne. Den Bürgern Kauflieb. Habern Diene zur Nachricht, vierhunderttausend Francs-- Das Gezischel wurde noch lebhafter, als zuvor. — Bierhunderttausend Francs zum ersten — zum zweiten Male! fuhr der Friedensrichter fort. Vierhunderttausend Francs, Bürger, zum ersten — zum zweiten — bietet Keiner mehr? — vierhundert--- — Bü-Bü-Bürger Friedensrichter! schrie zittternd der Auktionator, Ihr erlaubt Euch Eingriffe in meine Fu-Funktivnen! — Gut, verfitzte der Friedensrichter mit ernsthaftem Tone, verkündet denn selbst das Gebot des letzten Bieters! — Ja, versucht es, fiel Reymond ein, versucht es, uns dasselbe zu verkünden, ohne Euch die Zähne zu zerbrechen! Silentium! schrie der Auciionator, welchem der Zorn diesmal die Kinnbacken auseinanderriß. Silentium! — So sprecht dock! spottete Reymond. — Ich sagte: Silentium! — Silentium! Silentium! wiederholten der Protokollführer unk die Gens- d'armen. — Die Verhandlung nimmt ihren Fortgang, fügte der Friedensrichter hinzu. . , Bürger, rief endlich der Auktionator, von seinem Kehlkrampfe ein wenig befreit, also wir sagen viermalhunderttausend Francs — zum ersten — zum zweiten — viermalhunderttausend Francs — Niemand mehr? — Zum "sten — zum zweiten — viermalhunderttausend Franes für das Schloß von Rcncey mit seinen Pertinentien, ferner für die ehemalige Herrschaft in ihrer ganzen Ausdehnung nach den angegebenen Grenzen — zum ersten, zum zweiten Male Keiner bietet mehr? zum ersten, zum zweiten — zum — dritten I Für viermalhunderttausend Francs! Die letzte bis zum Stumps aufgebrannte Kerze erlosch. — Zugeschlagen für viermalhunderttausend Franes! schloß der Auctiona- tor mit einer grabesseierlichen Stimme. — Zugeschlagen! wiederholten der Maire und der Friedensrichter Ein ungeheurer Lärm folgte dieser Scene. Man stieß sich, man fragte einander; Alles sprach zu gleicher Zeit. Jeder wollte mit eigenen Augen diesen wunderbaren Käufer sehen,-der von Ansang an durch ein einziges Gebot von dreihunderttausenv auf vierhunderttausend gesprungen war. Eine unerhörte That- fache, ein Phänomen, das sich gewiß in den Annalen der gerichtlichen Verkäufe nicht wiederholen würde! Was Reymond betraf, so bewies er so viel Ruhe, als wenn er ein Paar gute Pistolen gekauft hätte. Jndeß wurde er an den Tisch beordert und der Friedensrichter theilte ihm dort alle die Klauseln und Bedingungen mit, welche mit dem eben von ihm geschlossenen Kaufe verknüpft waren. . ~ Ihr wißt, Bürger, fügte die ehrliche Magistratsperson lächelnd hinzu, daß Euch das Gesetz eine Frist von zehn Tagen bewilligt, nach deren Verlauf vthr die ganje Kaufsumme bezahlen müßt — wohlverstanden, in geprägtem und coulantem Silber. Ihr wißt, daß, wenn nach zehn Tagen nicht Die ganze summe bezahlt wird, das Gesetz Euch zu einer sechsmonatlichen Gesängnißstrafe und einer Geldbuße von---- Ich weiß alles dies zur Genüge, Bürger Friedensrichter, versetzte Reymond. Nichtsdestoweniger danke ich Euch für so gütige Benachrichtigung. Ich oitte nur um Erlaubniß, die Summe in Paris entrichten zu Dürfen. , _ ®crn/ Bürger, an Den Staatsschatz. Das Protokoll wiro Diesen Um- stanc erwähnen. Jetzt, fuhr Der FrieDenSrichter fort, noch Die gebräuchliche For- malitat! Euer Name und Vorname, Bürger Käufer? Der Hauptmann war auf Diese Frage nicht gefaßt gewesen. Er sah plötz- lich, Daß sein Jncognito vor ten Flammen Der Oessentlichkeit in Rauch aufgehen werDe. Aber mit einem hastigen Blick Die AusDehnung Der Gefahr unD Die energischen Mittel ermessenD, Deren es beDurfte, um dieselbe zu desieaen, zögeree er keinen Augenblick, sondern antwortete mit lauter und klangvoller Stimme, während er das Haupt stolz erhob: — Ich heiße Franyois Reymond, sechsundzwanzig Jahre alt, Hauptmann Der Eavallerie unD OrDonnanz-Offizier im Generalstab Bonaparte's, Des Gene- rals en Ehef Der egyptischen Armee. Feierliche Stille folgten diesen Worten. Alle entblößten ihre Häupter vor dem Offizier, welcher Die Gefahren unD den Ruhm eines großen Mannes, einer unsterblichen Armee getheilt hatte. Nachdem das Protokoll aufgesetzt, verlesen und unterzeichnet war, begann stch die Menschenmasse zu entfernen, und Die Beamten hoben Die Sitzung auf, al« man einen hohen Greis in vollständigem Jagdhabit und mit einer Reitgerte in Den Saal treten sah. Es war Der ehemalige Marquis De Rcncey; es war Der frühere Besitzer Der eben verkauften Herrschaft; es war Der Tolle, Der arme Tolle, welcher, diese ganze geräuschvolle Scene für ein Fest haltend, Dessen HelD er selbst wäre, beim- lich aus dem Zimmer, wohin man ihn geführt hatte, entschlüpft war, um sich, wie einst, unter seine glücklichen Vasallen zu mischen. Ein Lächeln aus Der Lippe und mit stolz und freudig glänzenken Augen grüßte Der Marquis Die Versammlung mit Herablassung unD leutseliger Würde, indem er seine Hände gegen Diejenigen ausstreckte, welche ihn umringten, unD sich in huldvollen Worten bei ihnen bedankte. Es war selbst für Die Gleichgültigsten ein jammervoller Anblick. Die Menge entfernte sich schweigend; nur die Beamten blieben zurück. Plötzlich erschien Helene, und indem sie den Arm des Herrn De Reneev ergriff, sprach sie bleich, aber ihre Aufregung völlig beherrschenD: — Kommen Sie, mein Vater, kommen Sie! Alle hier sinD glücklich, Sic zu sehen, aber Keiner hat etwas dagegen, daß Sie Ihre Jagdpartie ausführen. Kommen Sie, mein Vater! Sie führte den Marquis aus dem Schlosse. Zwei gesattelte Pferde harrten feiner auf Dem Hofe. Herr ce Reneev schwang sich aufs Roß und sprengte, von einem Diener begleitet, von Dannen. Helene kehrte, abermals von einer heftigen Aufregung ergriffen, in Den Saal zurück. Reymond schwatzte vergnügt mit Den Beamten. ' Der Friedensrichter schüttelte ihm Die Hände mit der Versicherung, daß die ganze ÜmgegenD ihn mit Freuden seinen Wohnsitz im Canton würde anfschlagen sehen — UnD das, Herr Hauptmann, fügte er leise hinzu, Das läßt wohl auf eine glückliche Verbindung schließen — ? Reymond verbeugte sich, ohne zu antworten. Plötzlich glaubte Der abgeorDnete Auctionator, dessen Mißniuth Den höchsten G'-Pfel erreicht hatte, noch einmal unseren Offizier stören zu müssen, um ihn aus Den ganzen Ernst Der Angelegenheit in welche er sich eingelassen hatte, zu verweisen. — Bürger, antwortete neckisch Der Hauptmann, es ist sehr erlaubt, sich über das Glück seines Nächsten zu ärgern, besonDers wenn Dies Glück uns einen Strich durch Die Rechnung macht; aber glaubt mir, es gehört nicht zum guten Tone, seinen Verdruß zu offenbaren. Ob ich vierbunderttaufend Francs in meiner Tasche habe oder nicht das geht Euch zehn Tage lang nichts an. Jeden- falls — beschaut mich nur recht — bin ich weder ein Elf, noch ein Dämon oder Kobold, unD wenn ich am Verfalltage nicht zahle, könnt Ihr mich in's Loch stecken, ohne Euch Die Finger zu verbrennen. Das ganze Gerichtsperfonal entfernte sich unter vielen schmeichelhaften Flos- kein gegen Den Bürger Käufer. Helene blieb allein im Saale zurück. Hoch aufgerichtet, mit bleichem Antlitz und starrem Ange stand sie Da, reglos und schweigend, wie ein schönes Mar- morbilD. Reymond näherte sich ihr ehrerbietig unD sprach: — Verzeihen Sie mir, Fräulein, Daß ich mich zum Käufer des Besitzthumes eines Emigrirten gemacht habe; es war nöthig. Ihr Herr Vater wird mir vielleicht eine Schurkerei mehr aufbürDen, aber ich hoffe, vor Ihren schönen Augen Gnade zu finken, unk darin besteht mein ganzer Ehrgeiz. — Leben Sie wohl; ich reise nach Paris, wo ich, wie Sie hören, ernsthafte Dinge besorgen muß. Ich richte eine Bitte an Sie, lassen Sie Herrn de Rcncey nichts von Dem Vorgefallenen erfahren, sonDern nach wie vor ruhig in diesem Hause wohnen, Da Der E.genthümer eine lange Reise im Dienste Des Staates zu unternehmen hat. Leben Sie wohl. Fräulein! Ich werDe Die Ehre haben, Ihnen binnen wenigen Tagen neue Nachrichten zu geben (5ortf. folgt.) Darmstadt, 1. August. Der Vertrag mit den ; Vereinigten Staaten von Nordamerikg wurde eben von Hrn. o. Lindeloff und Hrn. Bancrost unterzeichn net. Der Austausch der ratificirten Verträge erfolgt in Berlin. — Das Finanzministerium erläßt eine Aufforderung zur Uebernahme einer Anleihe von 1 Million Gulden mit der Alternative einer 5 < oder 4*/2 pCt. Verzinsung, welche im Wege der Submis. sion bis zum 21. August zu begeben ist. Berlin, 31. Juli. Der „Staatsanzeiger" bestätigt die neuliche Mittheilung der „Nordd. Allg. Ztg.", daß die Note Usedom's an Lamarmora Seitens der preußischen Regierung weder autorisirt noch genehmigt worden sei, und sagt: „Hieraus folgt, daß der Text jener Note keine sichere Unterlage für Schlußfolgerungen über die politischen Intentionen der königlichen Regierung zu gewähren vermag." — Mit der Einführung ständischer Institutionen behufs der Selbstverwaltung der Provinzen soll in Hannover uud Kurhessen ein Anfang gemacht werben. — Nächste Woche beginnen die Ferien des Staatsministeriums. Berlin, I. August. Der „Staatsanzeiger" publicirt einen Ministerialbeschluß vom 21. Juli, welcher bestimmt, daß auf Grund des Art. 3 der Verfassung des norddeutschen Bundes, Ausländer, welche dem norddeutschen Bunde angehören, behufs Zulassung zu öffentlichen Aemtern in Preußen der höheren Genehmigung nicht mehr bedürfen. — Nach der „Vossischen Ztg." wird der König sich am 4. August zur Grundsteinlegung des Jnvalidenhauscs nach Wiesbaden begeben. Kiffingen, 29. Juli. Der Kaiser von Ruß. land ist gestern Abend hier eingetroffen. Die Kai- serin mit den beiden jungen Großfürsten Sergiu« und Paul, sowie der Bruder der Kaiserin, Prinz Alexander von Hessen, waren dem Kaiser bis Poppenhausen entgegengefahren. Wien, 30. Juli. Heute wurden die Versammlungen de« Gesammtau-schusses des deutschen Schiitzen- b und es eröffnet. Es waren 80 Mitglieder anwesend. Justizrath Sterzing aus Gotha wurde mit Acclama- lion zum Vorsitzenden gewählt; derselbe dankt und erklärt, das Ziel des SchützenbundeS sei dessen Einwirkung aus Vie Geschicke des deutschen Volkes, die er auch wirklich ausübe; der Schützenbund vertrete die Zusammengehörigkeit aller deutschen Stämme. — Es wurde einstimmig beschlossen, Leipzig um Uebernahme des nächsten Bundesschießens zu ersuchen. Wien, 31. Juli. Bei dem gestrigen Besuche der Schießhalle redete der Kaiser zuerst zwei Schützen aus Nancy an, welche versicherten, die Lothringer wÜ!ven die Wohlthaten, welche sie unter den Vorfahren des Kaiser« genossen hätten, nie vergessen. Zu Fadricius (Frankfurt) sagte der Kaiser: „Ich denke gerne an Frankfurt zurück, es ist eine gute deutsche Stadt." Za dem Präsidenten de« Central- (omtte’e, Dr. Kopp, sprach der Kaiser beim Fortgehen die Worte: „Wien ist Ihnen großen Dank für dar Fest schuldig, da« beitragen wird zur Anknüpfung von Handelsbeziehungen." — Für den nach- sten Sonntag beabsichtigen Kurauva, Trabert, Mayer und Frese eine Volksversammlung einzuberusen, als deren Programm eine Demonstration gegen die LoS- retßung Oesterreichs von Deutschland bezeichnet wird. — Die „Wiener Ztg " veröffentlicht das sanctionirte Gesetz, die Ruhegehalte der Minister betreffend. — Der vor Kurzem au» Pesth in geheimnißvoller Weise verschwundene Honved - Oberst Beniczky befindet sich wohlbehalten in Hermannstadt. — Herr v. Beust hat in Bezug auf da» deutsche Schützenfest Veranlassung genommen, in einer Depesche an Vie Gesandt- schäft m Berlin, das Verhältniß Ver katserl. Regie- rung zu dem Feste klar zu bezeichnen, um sich im Voraus gegen alle eventuellen Anschuldigungen in Folge etwaiger Demonstrationen zu verwahren. Wien, 2. August. Wie die heutige „Amtsztg." meldet, sind Vie bisherigen Statthalter: Chorinsky in Oberösterreich, Bach in Triest und Philippovich in Dalmatien, sowie der Landesches Merkt in Schlesien ihrer Functionen al« Chefs der Vcrwaliungsbe- hörven enthoben; dagen wurden ernannt: Feldmar- schallieutenant Möring zum Statthalter in Triest, Generalmajor Wagner zum Statthalter von Dalmatien, Frhr. v. Wüllersdors zum Landeschef von Schic- sie» und Graf Hohenwarth zum Statthalter von Obe Österreich. Paris, 30. Juli. Der „Moniteur" schreibt: Am verstossenen Montag begab sich der Kaiser nach der „-Schlucht" (col de la Schlucht), einem hohen Punkte de« Vogesen-Departements, von dem auS man Vas Elsaßthal und in der Ferne die Gefilde des Großherzogtbums Boden erblickt. Se. Maj. war um 1272 Uhr von Plombieres abgereist und gegen 5 Uhr Abends auf der „Schlucht" angekommen, nachdem sie unteiwegs einige Augenblicke angehalten hatte, um die schönen Seen von Gerarvmer, Longemer und Tournemcr zu bewundern. — Der Kaiser soll künftigen Sonntag dem Preisschießen der Freischützencom- pagnic von Plombieres beiwohnen. Er hat bereits die Schießstätte besucht, seinen Schuß , gcthan und auf das Wohl der Freischützen ein Glas Bier, welches die Marketenderin der Gesellschaft ihm auf- wartete, getrunken. Seit einigen Tagen befindet sich ver Marschall Bazaine bei ihm. Auch ver Prinz Napoleon, der von seiner Reise zurückgekchrt und in Meudon Residenz nahm, wird demnächst in Plombiere« erwartet. — Man versichert, daß der König von Hannover da« Schloß Beauregard bei Versailles, welches einer kürzlich verstorbenen Dame, Vie ihrer Zeit in nahen Beziehungen zu einem großen Sou- verän stand, gehört hatte, käuflich erstanden hat. Paris. 1. August. Die Kaiserin präsidirre dem Mimsterrath und kehrte hierauf nach Fontainebleau zurück — Graf v. d. Goltz wird am nächsten Mittwoch nach Fontainebleau abreisen, um daselbst den Monat August zu verweilen. — Fürst Metternich ist gestern nach dem Schloß Johannesberg abgereist. London, 31. Juli. Im Unterhause erwieeertc Stanley auf die Interpellation Otway'S, daß nach den Mittheilungen de« belgischen und holländischen Ministers, das Gerücht einer Allianz zwischen Frankreich, Belgien und Holland unbegründet sei. — In ver Botschaft, durch welche das Parlament vertagt wird, sagt die Königin: Die auswärtigen Bezie- Hungen sind freundlich und befriedigend. Es sei kein Grund zu Kriegsbesürchtungen in Europa vorhanden. Die Regierung werde fortfahren, Vie Segnungen des Frieden« zu sichern. Die Königin drückt ihre Befriedigung über den Erfolg der abyssinischen Expedition aus, sowie darüber, daß die Bemühungen, in Irland eine Rebellion bervorzurufen, aufgehört haben, so daß die Anwendung von Ausnahmemaß- regeln unnöthig gcworven sei. Es werven nun die Hauptgesetze, welche in der Session zu Stande kamen, aufgezählt, eine frühe Auflösung d»s Parlaments angekündigt, und das Vertrauen ausgesprochen, daß es das Ziel der Neuwahlen sein wird, die politische und religiöse Freiheit, gesichert durch Lau- desgcsetz und Herkommen, ungeschvächt zu erhalten. London, 31. Juli. Die Morgenblätter bestä- tigcn, daß die Königin am 5. August von England abrcisen und in Cherbourg landen, sodann nach mehrstündigem Aufenthalt sich zum Besuch der Kaiserin Eugenik nach Fontainebleau begeben wird. Vermischtes. Gießen. (Sitzung de« G elm ein d er a t hl vom 2 8. 3uli. Anwesend: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Ge- meinderath«mitglieder Berg, Bücking, Haustein, Keller, Löber, Möhl, Nagel, Petri, Ricker, Rosenberg und Silbereisen. Die von dem Großh. Hosgerichttodvokaten Diery dahier verfaßte Vorstellung an Großh. Ministerium de« 3nnern welche die Verlegung de« neuen Bahnhof» für die beiden Oberhesst- schen Bahnen in die SiephauSmark befürwortet, wurde »erlesen und gebilligt. Dieselbe soll alsbald ausgefertigt, morgen noch an ihre Adresse abgesendet und dem Herrn Baurath Sickemeyer eine Abschrift davon mitgetheilt, sodann nächsten Donnerstag Mittag nach Abhaltung einer Conferenj in dieser Angelegenheit mit Letzterem und dem Vertreter der Ballgesellschaft für die Oberhessischen Bahnen, Herrn Ingenieur Lange, eine Deputation, bestehend au« dem Großh. Bürgermeister und zwei Ge- meinderathSmitgliedern nach Darmstadt gesendet werden, um der vorau-geschickten erwähnten Vorstellung persönlich bei ®. K. H. dem Großherzog und dem Großh. Ministerium de« Innern den erforderlichen Nachdruck zu geben. Nachdem da« GemeinderathSmitglied Keller schriftlich Bericht erstattet, beschließt der Gemeinderath, eine Begießung und Reinigung der Universität« - und Bahnhofsstraße von der Ecke de« Dietzsschen Hause« versuchsweise vornehmen zu lassen, und auf die letzte Vorstellung der Bewohner de« EelterSberg« im Sinne de« GemeinderathSmitglied« Keller zu erwiedern. Dem Gemcinderath wurde die Verfügung Großh. Krei«- amt« vom 15. Juli in Betreff de« wiederholten Baugesuchs de« Dr. Königer, worin er auf die Ausstellung eine« Reverse« zur genauen Einhaltung der ihm auferlegten Verpflichtungen bei seinem projectirten Bau eingeht, zur Einsicht vorgelegt. Der Gemeinderath ermächtigt den Großh. Bürgermeister, die Reinigung der Stadtcanal«, soweiß dieß absolut nothwen- dig ist, vornehmen zu lassen. Von den Gießener Stadtobligationen wurden durch da« Loo« zur Rückzahlung bestimmt — 3V,Proc«ntige: ll.it. A. 15, 66, 106 ..... 3000 ff. „ B 81, 99, 138, 227 ... 2000 „ „ C. 36, 39, 43, 60, 135, 228, 158 700 „ „ D. 105. 113 100 „ 5800"ff. — 4procentige: Lit. B. 10 ......... 500 fl. „ C. 6, 24, 47, 70 .... 400 „ 900 ff. Der Gemeinderath gibt zur Auflösung de« Vertrag« mit Fr. Simon und Eonsorten wegen de« noch anzufahrenden Kiese« zur Unterhaltung de« Lehmkautenweg« seine Zustimmung, genehmigt die Versteigerung der Anfuhr diese« Kiese« für den Betrag von 90 fl. und bewilligt den fehlenden Eredil zu Lasten der Ueberschüffe de« Jahre« 1868. Der Gemeinderath bewilligt den zur Ausführung der Anfuhr von Sand auf den Schweinemarkt erforderlichen Credit. Der Gemeinderath erklärt sich für Verwendung von 3 Cu- bik Klafter Lahnkic« zur Verbesserung de« Wismarer Wegs. Die übrigen Beschlüsse betreffen Angelegenheiten persönlicher Art. Gießen. Bei dem deutschen Turntag, der in Weimar abgehaltcn wurde, stellte sich heraus, daß dermalen in Deutsch, land 2053 Turnvereine mit gegen 200,000 Mitgliedern eristj, ren. Den erfreulichsten Aufschwung soll die Turnerei in Oestn, reich genommen haben. Es ist in Weimar ein neue« Grundgesetz für die deutsche Turnerei entworfen und genehmigt worden. Für da« Jahr 1870 soll Kassel zum Festort gewählt werden. In Weimar weilten 163 Abgeordnete der deutschen Turnvereine. Darmstadt, 29 Juli. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 40 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministerium« der Finanzen, das Regulativ über die zollamtliche Behandlung des Postverkehrs betreffend. — Dasselbe tritt mit dem 1. August 1868 in Kraft, und tritt das Regulativ vom 26. Juni 1828 über die Behandlung der mit den Staatsposten versendet werdend, n Packete auf die Zolleinrichtungen mit dem genannten Zeitpunkie außer Wirksamkeit. ll. Versetzungen in den Ruhestand: Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 19. Juni den Oberrechnungs-Revisor bei der zweiten Justificatur- Abtheilung der Oberrechnungskammer, Friedrich Schwab, unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste, — am 27. Juni den Lehrer an der ersten Klaffe der höheren Töchterschule zu Gießen, Mitprediger Johann Daniel Carl Balser — und am 21. Juli den Hofkutscher Christoph Andreß wegen gestörter Gesundheit in den Ruhestand zu versetzen. Mainz, 29. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." schließt einen Bericht über die jüngsten Vorgänge bei dem Abzug der Schützen »ach Wien mit folgender bemerkenswerthen Drohung: „Es find einige Verhaftungen vorgenonrmen und heute ist auch eine Untersuchung eröffnet worden. Diejenigen aber, denen die intellectuelle Urheberschaft und da« planmäßige Schüren de« Haffe« gegen Preußen und feine Angehörigen zugeschrieben werden muß, wird sie nicht erreichen. Da« frevelhafte Spiel, da« blinder Parteigeist mit den höchsten Interessen der Stadt treibt, indem er den Haß und das Borurtheil der Garnison aufstachelt, muß gelegt werden. Liegt dieß nicht in der Absicht und der Macht der hessischen Regierung, dann liegt, wie erst kürzlich der Gouverneur dem Territorial - Eommiffär angedeutet haben soll, im Festung«-Reglement da« Mittel, solchen Skandalen ein Ende zu machen." Sachsen. Die Furcht vor der evangelischen Union läßt die alt-lutherische streng-kirchlich und buchstaben-gläubig gesinnte sächsische Geistlichkeit nicht ruhig schlafen. Der alte Glaubenseifer, welcher den reformirten kursächsischen Kanzler Crell ien Jahre 1601 auf da« Blutgerüst schleppen ließ, scheint wieder erwacht zu sein. Gegen 80 dieser unchristlich gesinnten Männer wollen, daß keinem Anhänger der evangelischen Union das Abendmahl in den sächsischen Kirchen gereicht werde, und sie beweisen sich damit weniger duldsam, al« einzelne katholische Geistliche in Böhmen, welche 1866 den feindlichen Preußen die katholifchen Altäre zu jener feierlichen Handlung überließen. Zum Glück bilden die Fanatiker nur einen kleinen Theik der sächsischen Geistlichkeit, und ba« Volk zumal will nicht» von ihnen wissen, wie au« den mehr oder weniger freisinnig ausfallenden Kirchenvorstandswahlen ersichtlich ist. Marburg, 30. Juli. Vergangene Nacht ist der Confi- storialrath und Professor der Theologie Dr. Vilmar dahier an den Folgen eines Schlagfluffe«, 68 Jahre alt, gestorben. Derselbe war bekanntlich in der kurhesfischen Reactionsperiode ein treuer Gefährte Hassenpffugs. Hauptführer de« Treubunde« und des späteren HeffenvereineS, wie auch bi« an fein Ende da« Haupt der ultra-orthodoren Partei KurheffenS. Hat er sich dadurch auch gerade keinen beneidenSwerthen Ruf erworben, so ist er doch durch feine „Deutsche Literaturgeschichte" auch über die Gränze Hessen« hinan« in rühmlicherer Weise bekannt geworden. Wien. Die „Neue freie Presse" fährt fori, der Annäherung zwischen Preußen und Oesterreich da« Wort zu reden. In ihrem Leitartikel vom 26. d.. „Da« große Deutschland", geht dieselbe von der Ansicht au«, daß die Bande der msfisch-preußischen Allianz bedeutend gelockert sind, und andererseit« die Beziehungen zwischen Pari« und Petersburg anfangen, einen minder schroffen Charakter zu tragen. „Die Ereignisse — meint die „Neue freie Pr." — die auf eine Trennung bet russisch-preußischen Allianz Hinweisen, finb bauernd und ihre Action erfolgt mit der Sicherheit einer Natnrkrast." Sie ist überzeugt, daß früher ober später die Verhältnisse in den russischen Ostseeprovinzen zu einer Auseinandersetzung zwischen Rußland und Deutschland hinbrängen werben. Die naturgemäße Allianz Oesterreich« unb Deutschlands könne nicht umhin, eine Wahrheit zu werden. Belgien. Am 26. Juli wurde in Lüttich da« Monument Karl« »e« Großen enthüllt, welche« die Stadt und die Provinz diesem großen Kaiser errichtet haben, den sie zu ihren specielle» Landsleuten zählen, weil die Vorfahren desselben bekanntlich in dortiger Gegend Besitzungen hatte», nach welchen sich einige derselben benannten, wie z. B. die Orte Herstall und Landen. Karl« de« Großen Gebnrt«»rt ist übrigen« nicht mit Sicherheit bekannt. Da« Monument ist eine Reiterstatue in Bronte auf einem Postamente von weißem französischem Sandstein; an dem Postamente befinden sich sechs kleine Broncestatuen. welche die Vorfahren Karl« des Großen barstellen. Die Reiterstatue mißt 5 Meter in ihrer ganzen Höhe, ba« Postament ist 7 M hoch. Da« Denkmal ist bas Werk be« Bildhauer« Jehotte, Professor an »er Akademie von Brüssel. E« ist in Brüssel gegossen. Newyork, 11. Juli. Die Mitglieder de« berüchtigten „Ku-Klur-Klan-Club" haben den 4. Juli durch eine Reihe von Grceffen an Republikanern und Negern gefeiert, welche sie in Banden von etwa 400 Mann vor den Augen der gegen sie ohnmächtigen Civilbehörden begingen. So statteten sie einem Sckmllehrer in Shelbyville einen Besuch ab, knebelten ihn und zählten ihm 200 Hiebe auf, weil er — einer aufblühende» Schule für Farbige Vorstand. In Tennessee prügelten, ja tod- teten sie Neger in großer Zahl. Redaction - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. C hr. Pietsch) in Kietzen.