Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 49 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint wöchentlich dreimal : Dienstags, Donnerstags und SamstagS. — Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen. Ne. 14. Samstag den 1. Februar 1868. Amtliche Bekanntmachungen. Gietzrn, sm 31. Isnusr 1868. Betreffend: Die Erhebung der Feldstrafen bei Großherzoglichem Rentamte Gießen von der 6. Periode 1867. . Das G r o Ij I) e r y o tj l i d) e Rentamt Gießen an ssmmtliche Grostherzotzliche Bürgermeistereien des Rentamisbezirks Giesten. Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden alsbald durch die Schelle bekannt machen zu lassen, daß die Bezahlung der Feldstrafen von der 6. Periode 1867 bis zum 15. Februar l. I. zu geschehen hat, widrigenfalls den gesetzlichen Bestimmungen gemäß das Zwangsverfahren eintritt. L y n ck e r. Besondere Bekanntmachungen. Vorladung. 580) Da Wilhelm Christian Hudeler aus Grüningen, Kreis Gießen, beurlaubter Offizierstrainsoldat des 1. Jäger- Bataillons, sich ohne Erlaubniß an unbekannte Orte begeben hat, so daß ihm die Ordre, durch welche er zum Dienst einberufen ist, nicht zugestellt werden kann, so wird derselbe hierdurch öffentlich vorgeladen und angewiesen, sich längstens innerhalb vier Wochen von dem untersetzten Tage an bei seiner Compagnie zu stellen, widrigenfalls er als Deserteur in Abgang gebracht, und das im Gesetze vorgeschriebene Verfahren gegen ihn eingeleitet werden wird- Gießen, den 29. Januar 1868. Großherzogliches Kommando des 1. Jägerbataillons. A n s ch ü tz, Major- Warnung. 589) Der über die Wiesen nach dem Philosophenwald führende Weg, den der Staat sür Fußgänger mit einem gewissen Kostenaufwand hat in Stand setzen lassen, wird, wie uns angezeigt worden ist, mißbräuchlich mit Schiebkarren rc. befahren und verdorben. Wir sehen uns hierdurch veranlaßt, zu erklären, daß eine derartige Benutzung dieses Wegs unstatthaft ist und jeder ferner vorkommende derartige Mißbrauch desselben zur Bestrafung gebracht werden wird. Gießen, den 29. Januar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Versteigerungen. 571) Dienstag den 18. Februar, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die Hofraithe des Johann Joseph Langsdorf, als: Flur Nr. oKlftr. ' Vi7 21 Hofraithe in der Neustadt, gibt */2 kr., V48 11 Hofraum mit Scheuer das., öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 2. Januar 1868. Großhcrzogliches Ortsgericht Gießen. ________________Ebel.___________ 600) Dienstag den 17. März, Nachmittags 2 Uhr, soll ans dahicsigem Rathhause die den Conrad Ferber's Eheleuten zustchcnde Hofraithe: Flur Nr. ijÄlftr. V325 13 Hofraithe in der Kathari- ncngasse, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, am 30. Januar 1868. Grotzherzogliches Ortsgericht Gießen. ________________Ebel._____________ 566) Nachdem der Müller Johannes Wissig au Lang-Göns seine Zahlungsunfähigkeit dahier angezeigt hat, sollen dessen sammtliche Immobilien, bestehend aus einer Hofraithe, der Lochmühle (*/< Stunde von Lang-Göns) und 30 dazu gehörigen Aeckern und Wiesen, ferner verschiedene Mobilien desselben, Mittwoch den 5. Februar l. I., Morgens halb 10 Uhr, auf dem Gemeindehause zu Lang-Göns öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Bedingungen werden unmittelbar vor der Versteigerung bekannt gemacht. Gießen, den 14. Januar 1868. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Becker, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. Versteigerung von Straßenarbeiten. 579) Die zur Unterhaltung der Staatsstraßen im Baubezirk Grünberg für das Jahr 1868 erforderlichen Arbeiten, bestehend in: 1) Steinfahren, 2) Steinschlagen und 3) Handarbeiten, sollen an den nachbenannten Tagen und Orten, jedesmal Vormittags 10 Uhr, an die Wenigstnehmenden versteigert werden, und zwar: I. Mittwoch den 5. Februar in dem Hause des Wirths Hoos zu Flensungen, für die Straße Gießen — Hersfeld, von Nr. 93 bis Nr. 128. II. Donnerstag den 6. Februar in dem Hause des Wirths Philippi zu Ruppertenrod, für dieselbe Straße, von Nr-128 bis Nr-156, und für die Straße Ruppertenrod — Ulrichstein bis Nr. 152,93. III. Freitag den 7. Februar im Gasthaus zum Hessenbrücker Hammer, für die Straße Grünberg — Hungen, von Nr. 88,5 bi? Nr. 109,23 und 177,5 bis 182,4, und für die Straße Hessenbrücker Hammer — Gedern bis Nr. 120. IV. Montag den 10. Februar in dem Rathhause zu Grünberg, für die Straße Gießen — Hersfeld, von Nr. 52 bis Nr. 93, und für die Straße Grünberg — Marburg bis Nr. 98. V. Dienstag den 11. Februar in dem Hause des Wirths Müller zu Geilshausen, für die Straße Grünberg — Marburg, von Nr. 98 bis Nr. 141,8. VI. Mittwoch den 12. Februar in dem Hause des Wirths Carle zu Laubach, für die Straße Hessenbrücker Hammer — Gedern, von Nr. 120 bis Nr. 164,88. VII. Donnerstag den 13. Februar in dem Hause des Wirths Hofmann z« Freienseen, für die Straße Flensungen — Laubach, von Nr. 110,07 bis Nr. 153,98. VIII. Montag den 17. Februar in dem Hause des Wirths Lenz zu Atzenhain, für die Straße Grünberg — Lehrbach, von Nr- 98,9 bis Nr- 148. IX. Dienstag den 18. Februar in dem Hause des Wirths Schweiker zu Homberg, für dieselbe Straße, von Nr- 148 bis Nr. 196,4. X. Mittwoch den 19. Februar in dem Hause des Wirths Dürbeck zu Kirtorf, für die Straße Marburg — Fulda, von Nr. 0 bis Nr. 54,31. XI. Donnerstag den 20. Februar in dem Hause des Wirths Pfeiffer zu Wahlen, für die Straße Kirtorf — Neustadt, von Nr. 31,2 bis Nr. 66,9. Die resp. Großherzoalichen Bürgermeistereien werden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. Grünberg, den 27. Januar 1868. Großherzogliches Kreisbauamt Grünberg. ____________l>r. Dieffenb ach.__________ Mobilien - Versteigerung. 578) Mittwoch den 5. Februar, Vormittags um 9 Uhr anfangend, sollen in der früheren Dörfler'schen Behausung in der Martelgasse 7 Bütten, eine Schrotmühle, 67 Fässer, ein vollständiges Küferwerkzeug, eine große Partie Tische, Stühle und Bänke, Kleidungsstücke, Weißzeug, Bettwerk, Haus-, Küchen- und Oeco- nomie-Geräthschaften rc. öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden, wobei bemerkt wird, daß die Mobiliargegenstände bei annehmbaren Geboten sofort genehmigt und weggebracht werden können. Butzbach, den 28. Januar 1868. Großherzogliches Ortsgericht Butzbach. Küchel. Lieferung von Buchen-Scheidholz. 570) Mittwoch den 5. Februar l. I., Vormittags 10 Uhr, werden dahier zur Lieferung 100 Stecken Buchen-Scheioholz, I. Classe, öffentlich versteigert. Marienschloß, den 17. Januar 1868. Großherzogliche Landeszuchthaus-Direction. Knisp el. Z a g d v e r p a ch t u n g. 585) Samstag den 15. Februar l. I., Nachmittags 1 Uhr, soll die Feld- und Waldjagd in der Gemarkung Hattenrod auf weitere 6 Jahre ander- weit verpachtet werden. Unbekannte Pachtliebhaber haben sich über ihre Qualification im Termin zu legitimiren. Hattenrod , am 28. Januar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Hattenrod. Petry. 561) Künftigen Dienstag, den 4. und Mittwoch den 5. Februar d. I., jedesmal von Morgens 9 Uhr an, sollen in der Behausung der Georg Kissel I. Wittwe von Garbenteich folgende Mobilien gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert werden, als: 2 Pferde, 2 Kühe, 1 trächtiges Rind, 2 kleine Rinder, 2 Mastschweine, 1 trächtiges Schwein, 3 Ferkel, 13 Stück Schafe, 2 Wagen mit Zugehör, 1 Pflug, 1 Egge, 1 Pfuhlfaß, 40 Centner Dickwurzeln, 5 Malter Kartoffeln, 50 Centner Heu, 30 Centner Grummet, Stroh aller Art, 3 Malter Korn, 1 Malter Waizen, 8 Malter Gerste, 12 Wagen Dünger und sämmt- liche Hausgeräthschaften. Garbenteich, am 28. Januar 1868. Grobherzogliches OrtSgericht Garhcnteich. Hinterländer, OrtsgerichtSmann. 595) Erbvertheilungshalber soll Montag den 17. Februar a. c., um 10 Uhr beginnend, das Gossi'sche Besitzthum in Großen- Linden, bestehend aus: Wohnhaus für zwei Familien, Fabrikgebäude, großen Keller- und Lagerräumen, Scheune, Stallung, Remise rc-, nedst zw ei angrenzenden Gärten, mit guten Obstbäumen bcflanzt, öffentlich meistbietend versteigert werden. Uebernahme bei sehr günstigen Zahlungsbedingungen pr. 1 April a. c. Bemerkt wird, daß in diesem Besitzthum seit 30 Jahren mit bestem Erfolge Essig-, Sprit- und Liqueur - Fabrikation betrieben wird und es sich vermöge seiner Räume auch zu jedem anderen Geschäft eignet. Ferner kommen noch mehrere Grundstücke, in dortiger Gemarkung gelegen, zum Verkaufe. Bau- und Werkholz-Versteigerung im Steinbacher Gemeiudewalde. 591) Donnerstag den 6. Februar, _DDn Morgens 9 Uhr an, soll im Steinbacher Gemeindewalde, District Helgenwald, nachverzeichnetes Holz meistbietend versteigert werden, als: 458 starke Fichten- und Kiefern-Baustämme von 6 bis 15 Zoll Durchmesser und und 30 bis 75 Fuß Länge, zusammen 12,432 Cubikfuß enthaltend, 641 Fichten- und Kiefern - Stangen von 1154 Cubikfuß, 31 Eichcn-Stämme, für Wagner sich eignend, von 489 Cubikfuß, 15 Eichen-Stangen von 70 Cubikfuß, 10 Eichen-Baustämme von 20 bis 28 Zoll Durchmesser und 10 bis 30 Fuß Länge, zusammen 1001 Cubikfuß enthaltend, 6 starke dichen-Klötze, für Glaser und Küfer sich eignend, von 5 Fuß Länge. Der Anfang ist um die bestimmte Stunde im angegebenen Districte nach Steinbach zu. Das Holz liegt an einer guten Abfahrt. Steinbach, am 30. Januar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Steinbach. ______________Hör n.______________ 577) Montag den 17. Februar d. I. sollen in dem Fürstlichen Walddistrict Thiergarten bei Hungen: 233 Stück Eichcn-Stämme = 11881 Ebkf., 37 „ gemischte „ = 521 „ 49 „ Eichen- und Buchen-Stangen = 130 Cubikfuß, und Dienstag den 18. Februar d. I. ebendaselbst : 3 Stecken Eichen- u. Buchen-Nutzholz, 12 „ „ Buchen und gemischtes Scheidholz, 2333/4 Stecken Eichen-, Buchen- und gemischtes Prügelholz, 90‘/z Stecken Eichen-, Buchen- und gemischtes Stockholz, 142 Stecken Eichen-, Buchen- und gemischtes Reiserholz, 280 Schichten Eichen-, Buchen- unb gemischtes Reiserholz öffentlich verkauft werden. Der Anfang ist jedesmal Vormittags präcis 10 Uhr. Hungen, den 28. Januar 1868. Fürstliches Rentamt. __Dcmme.______ Holzversteigerung im Amreröder Gemeiudewalde. 556) Montag den 3. und Dienstag den 4. Februar 1868, jedesmal von Morgens 9 Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewalde, District Köpfet, an der Grünberger Straße, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 5 Stecken Buchen-Prügelholz, 1% „ „ Stockholz, 150 Wellen „ Rcisholz, 3/4 Stecken Eichen-Prügelholz, l'/r „ Nadel - Schcidholz, 393/4 Prügelholz, 50 „ „ Stockholz, 4025 Wellen „ Reisholz, 255 Kiefern - Stämme von 18 Zoll Dicke und 80 Fuß Länge, mit 7946 Cubikf., 55 Fichten-L-tämme von 18 bis 20 Zoll Dicke und 80 Fuß Länge, mit 1745 Cubikfuß, 106 Nadel-Stangen mit 803 Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist auf der Grün- bergcr Straße. Leipriger Fkuer-Versichcrungs-Anstalt, gegründet 1819, Gefammt-Garantiemittel circa fl. 5,000,000» 599) Der Unterzeichnete beehrt sich hiermit zur Kenntniß zu bringen, daß ihm die Conceffion zum Betriebe einer Agentur für obige altrenommirte Anstalt ertheilt worden ist. Derselbe empfiehlt sich zum Abschluß von Versicherungen gegen Feuerschaden, Blitzschlag 2c., auf Mobilien, Waaren, Vieh, Erndteerzeugnisse zu den billigsten, festen Prämien. Antragsformulare, sowie Anleitung zur Aufstellung von Versicherungen, ertheilt bereitwilligst gratis Gießen, im Februar 1868. I- H- Fuhr, Agent. Gesangverein „Harmome " 569) Zu der am 9. Februar, Abends 7 Uhr, im Prinzen Carl stattfindenden Aben - unterhSlt u it g können Karten bei den Herren L. Bramm, Neustadt, H. Schnell, Marktplatz und Th. Schneider, Maigasse, für Herren zu 18 kr. und für Damen zu 6 kr. gelöst werden. Der Vorstand. Zucht- und Mast-Vieh-Ausstellung mit Prämiirung. Internationale Maschinen-Ausstellung und Markt von Maschinen, Geräthen rc. für Land-, Forst-, Garten- und Haus-Wirthschaft in Frankfurt a. M. am 9. und 10. Mai 1868 von der Süddeutschen Ackerbau-Gesellschaft und dem Frankfurter Laud- wirthschaftlicheu Verein. 572) Programme, Prämienliste und allgemeine Bestimmungen für beide Ausstellungen, Formulare zu Anmeldungen werden auf franco einlaufende Bestellungen gratis verabfolgt: 1) Von dem General-Sekretariat der Süddeutschen Ackerbau-Gesellschaft, Schwanenstraße 11 in Frankfurt a. M. 2) Von dem Sekretariat des Landwirthschaftlichen Vereins, kleine Hochstraße 10 in Frankfurt a. M. 3) Von der Expedition dieses Blattes. Die Ausstellungs-Commission Tunoaranhia! - 8. LS. - 603) Reifende nach Amerika befördert billigst CH r. Wallenfels, jun. 557) Unterzeichneter Macht hiermit bekannt, daß er fick seit dem 25. Januar d. I. in Treis a. d. L. als praktischer Arzt niedergelassen hat. LS-'. C. Dickorv. Zur gefälligen Beachtung! 562) In vorkommcnden Fällen empfehle ich mich hiermit einem geehrten Publikum als Taxator bei Versteigerungen vonHaus- geräthschaften aller Art, als : Möbeln, Betten, Weißzeug, Gold- und Silbersachen rc., unter Zusicherung der pünktlichsten und gewissenhaftesten Besorgung des mir Aufge- tragenen. — Zugleich offerirc ich meine Dienste als Mithelfer bei Versteigerungen. Isaak Rothenberger, ________________________Lindenplatz.__________ 558) Ein junger Mann, welcher bei der Musterung des Jahres 1867 ein Freiloos gezogen, wird sofort als Einsteher gesucht. Ven wem? sagt die Exped. d. Bltts. Lansum-Verein. . 590) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß die Rückzahlung ihrer Einlagen von heute an und in den nächstfolgenden 14 Tagen (mit Ausnahme Sonntags) bei Herrn Ehr. Petri III. in Empfang genommen werden können; zugleich kann daselbst Einsicht von der Rechnung genommen werden. Gießen, den 1. Februar 1868. _________________Der Vorstand. 565) Ein Mädchen vom Lande, welches sich auszubilden wünscht, kann bei einer Wittwe, bei weicheres zugleich alle Handarbeiten erlernen kann, gegen angemessene Vergütung Kost und Logis erhalten. Nä- heres bei der Exped. d. Bltts.__ 594) Ein ordentlicher junger Mensch findet dauernde und leichte Beschäftigung in meinem Atelier. Hans Stix. ,frifcf)6äcäer zu gießen. Sonntag den 2. Februar. Louis Keil in den Neuenbäuen. Emil Noll in der Löwengasse. Daniel Rühl am Rathhaus. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde zu Hießen. Gottesdienst. Am 2. Februar. Morgens: Pfarrer Landmann. Nachmittags: Mitprediger-Vicar Drescher. (Feier des heil. Abendmahls.) K o p u l i r t e. Den 26. Januar. Heinrich Rübsamen, Bürger und^Kappenmacher dahier, des Bürgers und Schneidermeisters zu Homberg a. d. O., Heinrich Rübsamen, ehelicher Sohn; und Elisabeth Eiff, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Kappenmachers, Heinrich Eiff, geborne Theis. Den 28. Januar. Franz Albrecht Haustein, Bürger und Postbureaudiencr dahier, ein Wittwer; und Karoline Möhl, des verstorbenen Bürgers und Metzgermeisters, Jakob Melchior Möhl, eheliche Tochter. Getaufte. Den 26. Januar. Dem Zug-Oberfeldwebel im 1. Großh. Jägerbataillon dahier , Philipp Thomas, ein Sohn, Adolf Emil Ehristian Johann Adam Apollonius, geboren den 13. December 1867. D enselben. Dem Bürger zu Klein- Linden und Gensd'arm zu Pferd I. Classe, Johann Röder, ein Sohn, Georg Karl, geboren den 25. December 1867. Beerdigte Den 24. Januar. Christine Wagner, geborne Bender, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Schneiders, Martin Wagner, alt 76 1.1 M. 5 T-, gestorben den 22. Januar. Den 26. Januar. Johann Ludwig Scheid, Bürger zu Steinbach und Schäfer dahier, alt 69 I. 2 M-, gestorben den 24. Januar. . Denselben. Ein ungetauft verstorbener Sohn, des Bürgers und Schreinermeisters, Ferdinand Krailing, geboren den 24., gestorben den 25. Januar. Den 28. Januar. Wilhelmine Sophie Cäcilie Backhaus, des Großh. Hofgerichts- Canzlisten, Friedrich Backhaus, eheliche Tochter, alt 2 I. 6 M. 5 T-, gestorben den 26. Januar. Denselben. Ludwig Philipp König, Bürger und Bierbrauer dahier, alt 42 I. 7 M. 28 T-, gestorben den 26. Januar. Den 30. Januar. Anna Rohm aus Wetzlar, alt 7 I., gestorben den 28. Januar. Denselben. Wilhelm Hillgärtner aus Climbach, alt 22 I-, gestorben den 29. Jan. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann. Börsennachrichten. 30. Januar 1868. Preuss. 4l/2% Obi. — Frankf. 3 >/3% Obi. 823/g Nass. 4i/3% Obi. 941/g Kurh. 40/0 Obi. 891/2 Hess. 40/g Obi. b. Roths. 90 e s. ordentlich vielkcimig oder buschig wuchsen. Durch Hcrausnchmen eines Stockes überzeugte ich mich, daß an jeder Stelle, wo ein alter Keim ausgcbro» chen war, 3 — 4 Keime stch gebildet hatten, in Folge dessen denn an« einer solchen Sehkartoffel oft 12 — 15 Stengel entstanden Waren. — Während ich nun bei ter in dieser Woche stattgehabten Erndte dieser Kartoffeln von den abgewelkten Steckkartoffeln durchschnittlich den Ikfachen Ertrag erhalten habe, bekam ich ^von den nicht abgewclkten und gekeimten Kartoffeln nur die vierfache Erndte. Neues habe ich damit allerdings nicht entdeckt, allein, wie ich Weiß, daß noch gar viele Landwirthe da« Abwelkcn der Setzkartoffeln außer Augen lassen, und daher bereit« gekeimte Kartoffeln zum Setzen nehmen 'müssen, so ist e« doch gut, von Zeit zu Zeit auf Die Wichtigkeit de« besseren Verfahrens aufmerksam machen. (Durch die allgem. land- u. forstw. Ztg.) Anlage zu Ar. 14 des Kießener Anzeigers. .«' । mmmMiimmiMMmmBaHamgggaaaMgagi Politische Nundschau. Darmstadt, 24. Jan. Das heute erschienene Regierungsblatt enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums de« Innern, die Bestätigung von Schenkungen an das Diakonissenhaus „Elisabe- thenstift" in Darmstadt betreffend. II. Bekanntmachung Großherzoglichen KriegSmi- nisteriums, die Stellvertretung der Militärdienstpflichtigen 186 7/68 betreffend. Die Zahl der für die nächste Truppenergänznng d. I. angenommenen Einsteher reicht nicht hin, um für diejenigen im Jahre 1867 gemusterten rc, Militär- dienstpflichtigen, welche sich durch Zahlung der gefetz- lichen Bertretungssumme zur Einstandskasse (bezic- hungsweise Staatsversicherungskasse) vertreten lassen wollten!, Stellvertreter zu verwenden. Auf Grund des §. 9 der Allerhöchsten Verordnung vom 8. d. Mts., Abänderungen des Recrutirungtgesetzes betreffend, wird daher hiermit den bezeichneten Dienstpflichtigen eine Frist von vier Wochen vom Heutigen an eröffnet, um innerhalb derselben nach Maßgabe des Art. 16 des Stellvertretungsgesetzes vom 14. Juli 1851 und beziehungsweise des §. 7 der genannten Verordnung vom 8. d. Mts. Stellvertreter zu präfentiren. Die Präsentation von Unterofficieren oder Spielleuten hat bei dem betreffenden Compagnie- rc. Commando oder Kreisamte, diejenige von freige- loosten Militärpflichtigen der Altersklasse 1867/1868 aber nur bei dem Kreisamte zu erfolgen. In den hiernach zu errichtenden Protokollen ist die Erklärung des sich anmeldenden Einstehers auszunehmen, von wem er präsentirt wird, sowie daß er sich nach Maßgabe der mehrerwähnten Verordnung zu siebenjähriger Dienstzeit im activen Heere verpflichte. Gelingt es dem Militärpflichtigen nicht, innerhalb der anberaumten Frist einen Einsteher zu präsentiren, der angenommen und verwendet wird, sv hat er seiner Militärpflicht selbst zu genügen und der ihm zugehenden Einberufungsordre Folge zu leisten. — Hinsichtlich der persönlichen Ableistung der Militärpflicht wird auf die Bekanntmachung vom 10. October v. I., die Bestimmung über den einjährigen, freiwilligen Militärdienst betreffend, aufmerksam gemacht. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien wollen die vorstehende Bekanntmachung unverzüglich in ihren Gemeinden zur allgemeinen Kenntniß bringen. III. Bekanntmachung Großherzoglicher Commission für Post-Angelegenheiten, die Korrespondenz nach dem KönigreicheJtalicn betreffend. Nachstehende Bestimmungen in Betreff der Correspondenz aus dem diesseitige» Postgebiete nach dem Königreiche Italien und vice versä — soferne dieselbe auf den Wegen über Wien resp. JnSbruck befördert wird — werden hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Das Gesammtporto beträgt: für frankirte Briefe nach dem Königreiche Italien 3 Sgr. beziehungsweise 12 fr., für unfrankiete Briefe aus dem Königreiche Italien 5 Sgr. beziehungsweise 18 fr., — bis zum Gewicht vou 1 Loth excl. Bei Briesen, welche das Gewicht von 1 Loth erreichen oder übersteigen, tritt für jedes Loth Mehrgewicht ein einfacher Portosatz hinzu. Recommandirte Briefe unterliegen demselben Porto, wie gewöhnliche fran- firte Briefe nach Italien unter Hinzutritt einer Re- commandationSgebühr von 2 Sgr., beziehungsweise 7 fr.; dieselben müssen bis zum Bestimmungsort ftankirt, und mit einem Kreuz-Couvert versehen fein, welches mindestens mit zwei gleichen Siegeln mittelst Siegellacks zu verschließen ist. Der Absender eines recommandirten Briefes nach Italien kann verlangen, daß ihm das vom Empfängcc vollzogene Recepisse zugestellt werde; — für solche Beschaffung des Recepisse ist vom Absender ein weiterer Betrag von 2 Sgr., beziehungsweise 7 fr., zu entrichten. Sendungen mit Waarenproben und Mustern können gegen ein ermäßigte« Gesammtporto von y2 Sgr., bezie- hungsweise 2 fr., für je 2% Loth incl. versandt werden, sofern dieselben an sich feinen Kaufwerth haben, unter Band gelegt oder anderweitig dergestalt verpackt sind, daß über den Inhalt fein Zweifel ob- walten fann. Den Waarenproben und Mustern darf fein Brief beigefügt werden; hingegen dürfen dieselben die Fabrik- oder Handelszeichen, sowie Nummern und Preise tragen. Waarenproben und Mustersendungen müssen, wenn das ermäßigte Porto darauf Anwen- düng finden soll, ftankirt werden, thunlichst unter Verwendung von Postfreimarken. Dergleichen Sendungen können bis zum Gewicht von 15 Loth mit der Briefpost expedirt werden; der Beifügung von Inhalts-Declarationen bedarf es nicht. Zeitungen, Preis-Courante, Circulare, Kataloge, gedruckte Anzeigen unv sonstige gedruckte, lithographftte oder me» tallographirte Gegenstände, auch brochirte oder gebundene Bücher, sowie Correcturbogen nebst den dazu gehörigen Manuscripten unterliegen bet der Versendung unter Kreuz« und Streifband einem Gesammtporto von y2 Sgr., beziehungsweise 2 fr., für je 2% Loth incl. Die derartigen Sendungen unter Band müssen vom Absender ftankirt werden, thunlichst unter Verwendung von Freimarken. Die vorstehend bezeichneten Portosätze für die Correspondenz nach und aus dem Königreich Italien bei der Beförderung via Oesterreich sind erheblich billiger, als bet der Beförderung durch die Schweiz oder durch Frankreich. Da nach den gegenwärtigen Verbindungen der größte Theil der Correspondenz nach dem Königreiche Italien auf dem Wege durch Oesterreich schneller oder eben so schnell befördert werden kann, als durch die Schweiz, oder durch Frankreich, so gilt als Regel, daß die Briefe nach dem Königreich Italien via Oesterreich spedirt werden, es sei denn, daß der Absender auf der Adresse die Beförderung des Briefes via Schweiz oder via Frankreich ausdrücklich verlangt hat. Wegen der im Transit durch das Königreich Italien zu befördernden Correspondenz — z. B. nach und aus dem Kirchenstaat — tritt vorläufig eine Aendetung des Bestehenden nicht ein. IV. Bekanntmachung Großherzoglicher Commission für Post-Angelegenheiten, die Correspondenz nach den Vereint gten Staaten von Nord- Amerika betreffend. Nachdem der zwischen der Postverwaltung des Norddeutschcn Bundes und der Postverwaltung der Vereinigten Staaten von Nord- Amerika unterm 21. Oktober v. I. abgeschlossene Postvertrag mit dem 1. d. M. in Kraft getreten ist, werden die nachfolgenden Bestimmungen für die Korrespondenz des diesseitigen Postgebietes nach Nord- Amerika hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Dabei wird bemerkt, daß die erwähnte Correspondenz, wohin zu rechnen sind: 1) gewöhnliche und recommandirte Briefe; 2) Zeitungen, Bücherpackele, gedruckte Sachen aller Art (einschließlich brr Karten, Pläne, Kupferstiche, Zeichnungen, Photographien, Lithographien und aller anderen ähnlichen, auf mechanischem Wege hergestellten Gegenstände, Musikalien- Blätter u. s. w.), sowie Muster ober Waarenproben, einschließlich Korner nnd Sämereien, auf bem bie größte Beschleunigung gewährenben Wege über Bel- gien unb England befördert wird, wenn nicht der Absender bie Beförderung über Bremen oder Hamburg ausdrücklich vorgeschrieben oder seine deSfallsige Absicht durch Verwendung entsprechender Freimarken oder Couverts zu erkennen gegeben hat. 1) Beförderung in direkten Briefpacketen via Belgien und England. A. Gewöhnliche Briefe. Dieselben können unfrankirt ober bis zum Bestimmungsorte ftankirt abgcfanbt werden. Unzulänglich durch Freimarken ober Franco-Couverts frankirte Briefe werden wie unfranfirte Briefe behandelt und taxirt, jedoch unter Abzug de« Werths der verwendeten Freimarke». Portosätze: Das Gefammtporto beträgt für unfranfirte Briefe nach den Vereinigten Staaten 6 Sgr. oder 21 fr. pro Loth incl., für unfranfirte Briefe aus den Vereinigten Staaten 6 Sgr. ober 21 fr. für je 15 Grammen i9/10 Loth) incl. unb 2 Sgr. ober 7 fr. Zuschlag pro Brief ohne Rücksicht auf bas Gewicht. B. Recommanbirte Briefe. Dieselben müsse» bis zum Bestimmungsorte ftankirt werben. Dem Porto für gewöhnliche frankirte Briefe tritt eine Reeommanbations-Gebühr von 2 Sgr. ober 7 fr hinzu. Der Absender kann eine Empfangsbestätigung der Adressaten verlangen. Eine besondere Gebühr ist für bie Beschaffung ber EmpfangS- Bescheinigung nicht zu entrichten. C. Waarenproben unb Muster. Dieselben müssen bis zum Bestimmungsorte ftankirt werben. Handschriftliche Bemerkungen dürfen die Waarenproben und Muster nicht enthalten, ausgenommen die Angaben, von totm die Sendung herrührt und an wen dieselbe gerichtet ist, sowie auf jeder Waarenprobe ober jedem Muster die Nummer und den Preis. Im Uebrigen unterliegen diese Sendungen denselben BersendungS-Bedingungen, welche für den inneren Verkehr des Norddeutschen Postge- biets vorgeschrieben sind. Portosatz: Das Gesammt- Porto beträgt 1 */2 Sgr. resp. 6 fr. für je 21/2 Loth incl. Waarenproben unb Muster sollen auch recom» manbirt werben. In biesem Falle tritt bem obigen Porto eine RecommandationS - Gebühr von 2 Sgr. oder 7 tr. hinzu, die stets vom Absender zu entrichten ist. D. Drucksachen. Dieselben müssen bis zum Bestimmungsorte ftankirt werden. Handschriftliche Bemerkungen dürfen die betreffenden Sendungen nicht enthalten, ausgenommen die Angaben, von wem die Sendung herrührt und an wen dieselbe gerichtet ist. Im Uebrigen unterliegen diese Sendungen denselben Bersendungsbedingungen, welche für den inneren Verkehr de« Norddeutschen Postgebietes vorgeschrieben sind. Portosatz: Das Gesamint - Porto beträgt: li/2 Sgr. resp. 6 fr. für je 2*/2 Loth incl. Drucksachen können auch recommanbirt werben. In diesem Falle tritt dem obigen Porto eine RecommandationS- Gebühr von 2 Sgr. resp. 7 fr. hinzu, bie stet« vom Absender zu entrichten ist. 2) Beförderung in direkten Briefpacketen via Bremen ober Hamburg. A. Gewöhnliche Briefe. Dieselben können unfrankirt ober bi« zum Bestimmungsort ftankirt abgesandt werden. Unzulänglich durch Freimarken oder Franco - Couvert« frankirte Briefe werden wie unfranfirte Briefe behandelt und taxirt, jedoch unter Abzug de« Werthe« ber verwendeten Freimarken. Portosätze: Da« Gesammt- Porto beträgt für frankirte Briefe au« den Vereinigten Staaten 4 Sgr. oder 14 fr. pro Loth incl, für unfranfirte Briefe ans den Vereinigten Staaten 4 Sgr. oder 14 fr. pro 15 Grammen (9/10 Loth) incl. und 2 Sgr. ober 7 fr. pro Bries ohne Rücksicht auf bas Gewicht. B. Recommandirte Briefe. Dieselben müssen bis zum Bestimmungsorte ftankirt werben. Dem Porto für gewöhnliche frankirte Briefe tritt eine Recommanvations-Gebuhr von 2 Sgr. ober 7 fr. hinzu. Der Abfenber kann eine Empfangs- Bescheinigung des Adressaten verlangen. Eine besondere Gebühr ist für die Beschaffung der Empfangs- Bescheinigung nicht zu entrichten. C. Waarenproben und Muster. Dieselben müssen bis zum Bestimmungsorte ftankirt werben. Handschriftliche Bemerkungen dürfen bie Waarenproben unb Muster nicht enthalten ausgenommen bie Angaben, von wem bie Sendung herrührt unv an wen dieselbe gerichtet ist, sowie auf jeder Waarenprobe oder jedem Muster bie Nummer unb den Preis. Im Uebrigen unterliegen diese Sendungen denselben Versendungs-Bedingungen, welche für den inneren Verkehr de« Norddeutschen Postgebiets vorgsechrieben sind. Portosatz: Da« Gesammt-Porto beträgt 1 Sgr. resp. 4 fr. für je 2j/2 Loth incl. Waarenproben und Muster können auch recommandirt werben. In biesem Falle tritt bem obigen Porto eine Recommanbations- Gebühr von 2 Sgr. ober 7 fr. hinzu, welche stet« vom Ab- fenber zu entrichten ist. D. Drucksachen. Dieselben müssen bis zum Bestimmungsorte franfirt werben Hanbfchriftliche Bennrkungen bürfen die betreffenden Sendungen nicht enthalten, ausgenommen die Angaben, von wem die Sendung herrührt und an wen dieselbe gerichtet ist. Im Uebrigen unterliegen diese Sendungen denselben Versendung« - Bedingungen, welche für den inneren Verkehr des Norddeutschen Postgebietes vorgeschrieben sind. Portosatz: Da« Gesammtporto beträgt 1 Sgr. resp. 4 fr. für je 2y2 Loth incl Drucksachen fönnen auch recommanbirt werden. In diesem Falle tritt dem obigen Porto eine RecommandationSgebühr von 2 Sgr. ober 7 fr. hinzu, welche stets vom Absender zu entrichten ist. V. Bekanntmachung, die Nichterheb ung von katholischen Kirchspielskosten in b^en Gemeinden Altenstadt, Oberau und Stamm- Heim im Jahre 1867 betreffend. VI. Namensveränderungen. Seine Königliche Hoheit Der Großherzog haben allergnädigst geruht: 1) am 31. December 1867 dem Heinrich Roos von Echzell (jüngerem Sohne des Johann Georg Roos VI.) zu gestatten, in Zukunft bie Vorname» Philipp Heinrich — und 2) am 3. Januar dem Georg Sill Hardt von Offenbach zu gestalten, in Zukunft statt feine« bisherigen Familiennamens Den Familiennamen Reich zu führen. VII. Versetzung in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergna- digst geruht: am 3. Januar den Salzmagazinsverwalter der Salzmagazinsverwaltung Langen Jacob Neukirch in den Ruhestand zu versetzen. VIII. Concurrenzeröffnung. Erledigt ist die Districtseiniiehmerei Büdingen I., wofür eine Dienstcaution von 2500 fl. erfordert wird; concur« renzfähige Bewerber haben sich innerhalb 14 Tagen anzumelden. Darmstadt, 28. Jan. Als Consequenz der mit Preußen am 7. April vorigen Jahres abge- schioffenen Militärconvention werden von dem Kriegsministerium nunmehr zwei Gesetzentwürfe über Pen- sionserhöhungkn und Unterstützung von Wittwcn und Kindern der Militärpersonen den Ständen zur Gutheißung vorgelegt. Hiernach erhält jeder Officier oder obere Militärbeamte, der im Krieg invalid geworden, eine Erhöhung der gesetzlichen Pension um 175 fl., sofern er unter dem Rang eines Hauptmanns erster Classe, um 350 fl. jährlich. Dergleichen erhalten dieselben, wenn sie verstümmelt oder erblindet sind, außerdem 350 bis 700 fl. jährlich. Wittwen gebliebener oder verwundeter Officierc erhalten neben der statutenmäßigen Pension eine Beihülfe aus Staatsmitteln von 350 bis 700 fl. überdies für jeden Sohn bis zum vollendeten 17. Lebensjahr jährlich 87 fl. 30 fr. und für jede Tochter 70 fl. Wittwen von Oberfeldwebeln und Unterofficieren erhalten jährlich 75 bis 100 Thalcr, solche der übrigen Soldaten 50 Thlr. Für deren Kinder werden bis zum 15. Lebensjahr für jedes Kind im Falle des Bedürfnisses 25 Thlr. jährlich gewährt. Das Gesetz soll innerhalb der entsprechenden Chargen auch auf die bereits pensionirten Militärpersonen unk überhaupt von Anfang dieses Jahres an zur Geltung kommen. Militärbeamte jeder Art rangiren je nach der Kategorie, welcher sie ih>er Stellung nach angehören. Darmstadt, 28. Jan. An den auch für das 11. preußische Armeecorps in Aussicht genommenen KönigS-Manoevres, welche im Sommer nächsten Jahres stattfinden sollen, wird auch die jenem Heer- körper zugetheilte großherzoglich hessische Division theilnehmen. Berlin. Die Unification des Wcchselstempels für den gelammten nordkeuttzhen Bund ist nunmehr fest beschlossene Sache und es liegt, wie wir hören, eine vollständig ausgcarbcitete Vorlage über diese Angelegenheit für den nächsten Reichstag bereits vor. Die Stiche wird namentlich für Hessen und Sachsen Bedeutung haben, da dort z. Z. ein Wechselstempel überhaupt noch nicht eristirt. Berlin. Die Unterhandlungen zwischen Amerika und dem Norddeutschen Bunde wegen Regelung der NaturalisationSsrage mit Bezug auf die preußischen und norddeutschen Miiitärverhältnisse, welche der Präsident der Vereinigten Staaten in seiner letzten Botschaft erwähnte, sollen durch Eröffnungen Seitens Amerika's bevorstehen oder schon eingelcitet sein. Berlin, 28. Jan. Der „Staatsanzeiger" meldet, daß bei der jüngst stattgefundenen Ueberrei- chung einer Adresse der westpreußischen Katholiken der König der Deputation geantwortet habe: „Bekanntlich haben meine Vorfahren und ich die Confessions- parität sorgfältig geachtet, was das sichtbare Kirchenoberhaupt schon anerkannte. Ich werde auch fernerhin durch den Einfluß der preußischen Politik das Interesse meiner katholischen Untertanen an der Würde und Unabhängigkeit des Papstes wahren." Köln. KriegSläufte haben oft merkwürdige Erlebnesse auch in der Familie gebracht. So kommt jetzt die Nachricht von Jmmraty (Kreis Jülich), em dortiger verheirateter Reservist, der den böhmischen Feldzug mitgemacht habe, und dessen Tod optima forma bescheinigt worden, sei vor einigen Tagen wohlbehalten zurückgekehrt, zu spät, um der Hochzeit seiner Frau beizuwohnen, die seinen beklagten vermeintlichen Verlust zu ersetzen zu einem neuen Ehebund geschritten war. Hamburg, 29. Jan. Die Bürgerschaft ging in ihrer heutigen Sitzung auf Antrag des Senates auf die Auflösung des Hamburger Militärs ein. Wien. Man schreibt der „Südd. Pc.": Nach den vielen falschen Nachrichten über die Ebergenyi kann ich Ihnen nachfolgende zuverlässige Mittheilung geben. Sie hat bis jetzt noch gar nichts gestanden, als daß sie in München war und eine Frau, die sie als die wahrscheinliche Mörderin der Gräfin Chorinky bezeichnet und Baronin Horvath nennt, bis zu dem Hause, in welchem die Gräfin wohnte, begleitet habe. Sie ist im Gefängniß sehr ruhig, benimmt sich sehr anständig und taclvoll, und ißt die gewöhnliche Kost der Häftlinge, obwohl für sie 400 Gulden im Depositenamte liegen. Wien, 26. Jan. Eine sonderbare Rolle spielen die Reichsminister, ocer, wie die Ungaren sagen, die gemeinsamen Minister Beust und Becke, während sie den Sitzungen der ungarischen Delegation anwohnen. Sie müssen Verhandlungen in ungarischer Sprache anhören, von denen sie kein Wort verstehen. Der Finanz - Minister Frhr. v. Becke mußte sogar einige magyarische Worte sprechen, die auf Deutsch heißen: „Ich bitte geehrter Herr Präsident, dieses vorlesen zu lassen." Der Minister hatte diese Worte wie ein Papagei auswendig lernen müssen; dafür belohnten ihn die Magyaren mit Eljen-Rufen. Ein Wunder, daß die Herren v. Beust uuv Becke in der ungarischen Delegation anders als im Schnürrock erscheinen dürfen. Wie lange wird die Comödie dauern? Denn die Herren Magyaren verstehen sammt und sonders hinlänglich Deutsch. UebrigenS scheinen sie es nicht darauf anzulegen, in Wien die Herzen zu gewinnen. Die Einladungen zu einem gemeinschaftlichen Bankette waren bereits ergangen, als die Ungarn ablehnten. Will man nicht einmal mit einander speisen? In ihrer gestrigen dritten Sitzung ist die ungarische Delegation in den Besitz einer Geschäftsordnung und, was noch wichtiger ist, der Budgetvorlage gelangt. Der Kriegsminister Feldmarschall-Lieutenant Freiherr v. Kuhn soll, wie der Pester Lloyd erfährt, bereits den Antrag gestellt haben, den österreichischen Officieren die Civilkleidung außer Dienst zu gestatten. Es sollen jekoch von militärischer Seite selbst noch Einwendungen vorgebracht werden. Nichtsdesto weniger glaubt man, baß die Sache doch durchgeführt werden würde. Im letzten Falle werde der Kaiser auf dem am 11. Februar stattfinkenden Bürgerballe in Civilkleidung erscheinen, womit einer der sehnlichsten Wünsche der Residenzbevölkerung in Erfüllung ginge. Pest, 28. Jan. Der croatische Landtag beschloß die Absendung einer Ausgleichsdeputation zum ungarischen Landtag nach Pest. — Die Ankunft des Königs ist unbegründet. Rom, 28. Jan. Das „Giornalc di Roma" sagt, Deutschland schließe sich den katholischen Demonstrationen der anderen Nationen in der Lebensfrage der Unabhängigkeit des Papstes an, und führt als Beweis dafür an: die Adresse der Katholiken Preußens an den König, die Resolution Der Universität von Münster zu Gunsten des Papstes, die nach Rom gesandten zahlreichen Gaben und Die Münchener Adresse an Den König von Baiern. Diese Hingebung erfreue den Papst und tröste ihn für den Kummer, den unverständige und undankbare Söhne der Kirche ihm bereiten, weßhalb er auch Gott für Die Einigung Der Treuen innigst danke und diejenigen segne, welche sich bei kiesen Demonstrationen betheiligen. Paris, 26. Jan. Der General Baille, welcher Die zweite Division des römischen Expekitionscorps befehligt, ist (wie schon gemeldet) auf sein Verlangen zur Verfügung gestellt worden. Wie man hört, verlangte derselbe seines Commandos enthoben zu werden, da er bei Dem anti-päpstlichen Geiste, Der unter Den französischen Truppen im Römischen herrscht, und der sich bei mehreren Gelegenheiten in sehr ernsten Demonstrationen kund gab, die Verantwortlich- feit für gewisse Vorfälle, die sich ereignen könnten, nicht länger tragen will. — Der kaiserliche Prinz, Dem man mehrere Male Den ersten Preis bei den Arbeiten Der siebenten Klasse des Gymnasiums Bonaparte hat zukommen lassen, wird sich an Dem nächsten Banqnette betheiligen, welches das Gymnasium Char- lemagne geben wird. Man will ihn bei Der jungen Generation absolut populär machen. Bei Der allgemein herrschenden Stimmung sind aber solche Mittel Tropwn in Den Rhein. Paris, 27. Jan. Das allgemeine Tagesgespräch bildet natürkich Der Finanzbericht Des Herrn Magne, welcher sich keiner sehr günstigen Beurtheilung erfreut. Man sinDet cS recht lobenswerth, Daß Die traurigen finanziellen Zustande Frankreichs so unverhüllt Dar- gestellt sind; man hätte aber gewünscht, Daß auch einige Heilmittel für Diese Mittel angegeben wären und Daß Herr Magne sich nicht blos begnügt hatte, zu sagen: „Wir haben sehr bedeutende Deficits, also machen wir eine Anleihe von einer MiliarDe! —: Es giebt hier immer noch Blätter, Die so gewissenlos sind, zum Kriege anzureizen. So theilt das „Journal de Paris" mit, in Deutschland gingen Die Rüstungen sehr stark vorwärts nnD so würde Die Festung Mannheim in VertheidigungszustanD versetzt. Paris, 29 Jan. Im Senate sprach in Der Verhandlung über Das Militärgesetz Der Aomiral Bouet-Willaumctz für das Gesetz; Michel Chevalier gegen Dasselbe. Michel Chevalier glaubt, Daß Das Gesetz von 1832 für Die Verteidigung des Landes genüge; Die Ereignisse von 1866 hätten bewiesen, daß keine von allen Nationen mehr Der Schiedsrich- ter in Europa sein könne; Preußen, Frankreich, Oesterreich uttD England müßten einig sein und sich nicht in Streitigkeiten erschöpfen, um nicht von Den beiden Kolossen, Amerika und Rußland erdrückt zu werden, Die zu Ende Des Jahrhunderts jeder 100 Millionen Einwohner haben würden. Chevalier will, Daß man nochmals proklamiren solle, das Kaiserreich sei Der Friede, und auf ein Gesetz verzichte, welches kostspielig und beunruhigend sei. Der Marschall Niel antwortet, Chevalier habe früher behavpet, der Krieg sei unmöglich geworden; seitdem hätten die Kriege von Sebastopol, Italien und Deutschland stattgefunden. Chevalier könne sich wohl einmal irren, wenn er die Unmöglichkeit neuer Kriege be« Haupte. Niel fügt hinzu: „Sie sprechen von den guten Absichten Der Mächte Die uns umgeben, seien Sie sicher, Daß nichts diese guten Absichten mehr befestigen wird, als das neue Gesetz; auf diese Weise wird der Friede sicher." Niel erklärt nochmals Das Gesetz, welches der Senat Darauf mit 125 gegen eine Stimme annimmt. Constantinopel, 28. Jan. Das Verbleiben Des Fürsten Gortschakoff im auswärtigen Amte wirD hier als ein Zeichen türkenfeindlicher Politik gedeutet. — Auf Kreta fanden unbedeutende Scharmützel statt. In der letzten Woche brachten zwei türkische Fregatten frische Truppen und Vorräthe nach Kreta. Der Flügel-Adjutant des Sultans überbrachte einen Fir- man, der die jüngst verheißenen Concessionen der Pforte bestätigt. Vermischtes. Berlin. Berliner Blätter melden, daß vor einigen Tagen der Dortige Apotheker Cöhn verhaftet und seiner Apotheke ein Verwalter gesetzt worden ist, weil er sich bei der Lieferung von Arznei an Die Armeeverwaltung im Jahr 1866 arger Gewissenlosigkeiten schuldig gemacht habe. Cöhn hatte — ihnen zufolge — dem Johanniter-Orden Unentgelt» üch Medikamente geliefert, und zwar in so namhafter Menge, Daß diese scheinbare patriotische Opferwilligkeit Veranlassung dazu gab, ihm auf fein Ansuchen einen großen Theil der Arzneilieferung für das Heer zu übertragen. Als nach Beendigung des Feldzuges die nicht zur Verwendung gekommenen Arzneien an die Medicinaldepots abgegeben werden sollten, stellte sich bei der Prüfung, welche in solchen Fällen rücksichtlich deren Brauchbarkeit, bezw. Unverdorbenheit vorgenommen wurde, heraus, daß die von Cöhn gelieferten Medikamente theils vorschriftswidrig zusammengesetzt, theils Die BestanDtheile, welche sie enthalten sollten, gar nicht oDer Doch nur in sehr geringem Grad enthielten, so daß deren Wirkung fast gleich Null oder in gewissen Fällen sogar eine ganz entgegengesetzte, als die zu erwartende, war, wie z. B. bet Morphium. Letzteres hat bekanntlich Die Eigenschaft, zu beleben, wenn es in geringer Dosis genommen wirD; hier aber hatte es die Bestimmung, Den SchwerverwunDeten als betäubenDes, schmerzstillenDeS Mittel zu Dienen. Gerade mit solchen theuren Medikamenten, wie Morphium, Chinin ic., ist der meiste Betrug verübt worden. Abgesehen, von der bedeutenden Summe, um welche die Militärverwaltung auf diese Weise betrogen worden, erscheint dieses Verbrechen , welches dadurch an Den armen verwundeten .und erkrankten Soldaten begangen wurde, als ein nichlswürDiges und abscheuliches. Nach ungefährer Schätzung soll der von Cöhn Durch Diesen Betrug erworbene Gewinn sich auf 200,000 Thlr. belaufen. Berlin, 21. Jan. Seit Begründung des nord- Deutschen BunDes ist Das deutsche Seewesen in einem recht erfreulichen Aufschwünge begriffen und namentlich hüt auch das Rettungswesen zur See große Fortschritte gemacht. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat Die NorDseeküsle mit Rettungsstationen gleichsam cernirt, und sie hat Das schone Verdienst aufzuweisen, im vorigen Jahre an 200 Menschenleben Dem sicheren WellentoDe entrissen zu haben. Die Deutsche Seefischerei hat ebenfalls neue Impulse erhalten. Für Die Nordsee bestehen bereits 3 Fischerei-Gesellschaften unD für Die Ostsee haben sich kürzlich 2 solche Gesellschaften gebilDet. Augenblicklich geht man in Hamburg Damit um, einen allgemeinen Deutschen nautischen Verein in'S Leden zu rufen. Breslau, 24. Jan. Mit Dem heutigen Personenzuge der Posener Bahn kamen 300 ostpreußische Arbeiter hier an. Sie waren sämmtlich von kräftigem Körperbau unD standen meistens in einem Alter von 20 bis 30 Jahren. Nachdem sie in den Wartezimmern des Bahnhofgebäudes eine gute Fleischsuppe, Reiß, Rindfleisch und Brod erhalten hatten, wurden sie mittelst Extrazuges nach Oberschlesien, zunächst nach Katkowitz, befördert, wo sie in Den kgl. Steinkohlenbergwerken verwendet werden sollen. Loudon. Der berühmte Schauspieler Charles Kenn ist heute gestorben, erst 57 Jahre alt. Er war Der zweitgeborene Sohn des großen Tragöden Edmund Kenn, mit Dem er zuletzt im Jahre 1833 in Shakespeare's Othello aufgetreten war. Die kon- Doner Bühne hatte er schon 1827, somit im Alter von 16 Jahren, betreten, einen Ruf aber erlangte er erst nach Dem Jahre 1835, bei seiner Heimkehr von Amerika, und seine größte Blüthezeit begann im Jahre 1838 mit seiner Darstellung des Hamlet. Vor fünf Jahren machte er mit feiner Frau, Die ebenfalls Schauspielerin ist, eine große Kunstreise Durch CanaDa, Die Vereinigten Staaten, Die westinDischen Inseln und Australien, Die ihm einen Reingewinn von 12,000 L. eingebracht haben soll, doch er hat sich von Den Strapazen dieser Reise nie wieder erholt. Redaction, Druck und Verlag der Bruhl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.