Anzeige WM für die Provinzialhanptstadt Gießen. (Amkblall hcs Zimses fließen.) ®rf♦ Mittwoch den 27. November 1SG7. Gerichtliche und Privat Bekanntmachungen. JSe|oiii)ere ReKaniltmachungett. Berlin, den 15. November 1867. Bekanntmachung. Die Privot-Brieffendungen an Personen der Preußischen Schiffobesatznngen im Auslande betreffend. 4321) Bei dem Hvf-Post-Amte in Berlin ist ein Marine-Posi-Büreau in Wirksamkeit getreten, wcläeS die bei den einzelnen Landes-Postanstalten aufgeliefertcn Briese an Personen der Preußischen SchiffS-B e- satzungen im Auslande zu sammeln und demnächst nach dem Bestimmungsorte zu befördern hat. Die gedachten Briespostsendungen werden zu dem Zwecke von der Postanstalt, bei welcher die Auflieferung Seitens des Ab- fenderS stattfindet, dem Marine-Post-Büreau in Berlin überwiesen. Don dem Marine-Post-Bureau erfolgt die Weitersendung der in Rede stehenden Briefe nach dem Auslande am 1. und 15. eines jeden Monats. Kür gewöhnliche Privatbriefe — bis zum Gewichte von 4 Loth einschließlich — aus der Heimath an Personen der Schiffs-Besatzungen im Auslande besteht ein ermäßigtes Porto. Es wird erhoben: B. für einen Brief, bis zum Gewichte von 4 Loth incl., an Ober-Steuerleute und Steuerleute, Ober-Feuerwerker und Feuerwerker, Ober-Bootsleute und Bootsleute, Ober-Maschinisten und Maschinisten, Ober-Meister und Meister, Feldwebel, Ser- Kadetten, 'Stabs-Wachtmeister, Steuermanns-Maoten , Feuerwerks-Maaten, Bootsmanns-Maaten, Maschinisten - Maaten, Meisters-Maaten, Ober-Lazareth-Gchülfen und Lazareth-Gehülsen, Stabs-Sergeanten, Kadetten, Matrosen, Schiffsjungen, Maschinisten-Applicanlcn, Heizer, Handwerker und Untcr-Lazarcth-Gehülfen, sowie an die bei der Marine im Dienste stehenden Militair-Personcn vom Feldwebel abwärts bis auf Weiteres der Betrag von. 3 Sgr., B. für einen Brief, bis zum Gewichte von 4 Loth incl., an Offiziere und die int Offiziersrang stehenden Marine-Beamten bis auf Weiteres der Betrag von 6 Sgr. Die Adresse der Briefe, für welche die vorstehend bezeichnete Porto-Ermäßigung in Anspruch genommen wird, muß enthalten: a. den Grad und Dicnst-Charactcr des Adressaten oder das Amt, welches derselbe in der Marine-Verwaltung bekleidet, b. die Angabe: „an Bord Seiner Majestät Schiff (Name des Schiffes) per Adresse d es Königlichen Hof-Pvst-AmtS in Berlin." Die Berichtigung des vorgedachten Betrages muß bei der Post-Anstalt am Aufgabeorte erfolgen. Die in Rede stehenden Briese unterliegen somit, in Ansehung dieses Betrags, dem Franco-Zwange. Recommantirte Briefe, ferner Geld- und Packetsendungcn sind von der gedachten BesörderungSweise und Porto-Ermäßigung ausgeschlossen, ebenso die den vorstehenden Bestimmungen nicht entsprechenden Briefsenkungen. General-Post-Amt. • von Philipsborn. 4230) Zufolge Erlasses des Herrn JustizministcrS vom 12. v. Mts. ist genehmigt worden, daß in Rodheim monatlich ein Gerichtstag von je zweitägiger Dauer abgehalten werde. Es wird dies mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß die Gerichtstage in dem Ge- mcindehause wie seither statlfinden werden, und zwar jedesmal Freitags und Samstags. Die Gerichtstage werden auf folgende Tage festgesetzt: 1 8 6 7. November: 29. und 30., Dccembcr: 20. und 21. 1 8 6 8. Januar: 24. und 25., Februar: 21. und 22., März: 20. und 21., April: 17. und 18., Mai: 15. und 16., Juni: 12. und 13., Juli: 10. und 11., August: 7. und 8., September: 4. und 5, Octobcr: 2. und 3., November: 6. und 7. Die Gerichtstags-Commission hat für die Dauer der Gerichtstage die Kompetenz des Amtsrichters. Auf den Gerichtstagen können nur. solche Angelegenheiten erledigt werten, welche ohne erhebliche Belästigung ty: Ge- richtsangesessencn nicht an den eigentlichen Sitz des Gerichts vciwiesen werden können. Proceßverhaydlungen gehören nur dann vor die Gerichtstags - Commission, wenn sämmtliche streitenden Thcile im Bezirke derselben wohnen. Processe, in welchen sich eine der Parteien durch einen Rechtsanwalt am Sitze des Gerichts vertreten läßt, bleiben von der Verhandlung am Gerichtstage ausgeschlossen. Gladenbach, am 9. November 1867. Königliches Amtsgericht Gladenbach. Abtheilung L Klingelhöffer. (ßbictaCCaÖung. 3658) Nachdem Großherzogliches Hofgericht dahier über das um 3075 fl. 31 fr. überschuldete Vermögen des Schaafhänblers Johannes Schmidt II. in Garbenteich den förmlichen Concursprozeß erkannt hat, so werden alle Diejenigen, welche Ansprüche an das gedachte Vermögen zu bilden ver- meinen, ausgefordert, solche tn dem auf Freitag den 29. November l. I., Morgens 9 Uhr, bestimmten Termin sogewitz anzumelden und etwaige Vorzugsrechte geltend zu machen, als sie sonst stillschweigends ausgeschlossen, von der Masse keine Lesriedigung zu erwarten haben. Im genannten Termine soll zugleich an- gelegentlichst die Güte versucht, ein Masse- curator bestellt und ein Gläubigerausschuß gewählt werden, und werten hierbei die nicht erschienenen Gläubiger oder deren nicht gehörig legitimirten Vertreter als den Be- schlüssen ter erschienenen Gläubiger beige- treten angesehen. Gießen, den 30. September 1867. GrosiherzoglicheS Stadtgericht Gießen. Muhl, v. Rotsmann, Stattrichter. Stadtgcr. - Assessor. Versteigerungen 4129) Dienstag den 31. December, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhause die Hofraithe des Philipp Zörb, als: Flur Nr. OÄlftr. »7 c 26 Hofraithe am Brennofen, stößt auf die Wiesen, "/,» 196 Hofraithe mit Zügelhütte, an der Chaussee, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 11. November 1867. Großherzogl'chcs OrtSgcricht Gießen. 1868, als: warmes Essen, Brod, Holz und Stroh, an die Wenigstnehmenden im EntbintungShaufe vergeben werken. Gießen, am 19. November 1867. Der Rechner Großherzoglicher Sntbindungs- Anstalt: Stumpf. 4311) Donnerstag den 5. December, Mittags 12 Uhr, läßt ter Unterzeichnete seine Mühle mit zwei Mahlgängen, einem Schlaggang und etlichen Parzellen Gelände öffentlich verstei- gern. Dieselbe liegt an der Landstraße nach Großen-Linden und eignet sich durch ihre Räumlichkeiten und günstige Lage zu einem sonstigen großen Fabrikgeschäft. Jacob MagnuS, zur UniversitätSmühle. 4317) Montag den 2. December, Nachmittags 2 Uhr, soll in der alten Synagoge dahier eine gebrauchte noch gut erhaltene Orgel, welche sich für eine kleinere Gemeinde eignet, meistbietend gegen baare Zahlung' versteigert werden. Gießen, den 25. November 1867. Der Borslaiid der israelitischen Gemeinde Gießen. 4330) Die Versteigerungen werden wie folgt fortgesetzt: Freitag den 29. November und Dienstag den 3. December. Beidemal im Saale des Gasthofs znm Prinz Carl. Anfang 10 Uhr Bormittags. Theodor Küchler. tfeifflcöoteiies. I Weiße Blouson, Morgenhauben, Kragen mit Manschetten, Guipure-Kragen mit und ohne Manschetten, gestickte Streifen und Einsätze in Leinen und Jaconct, sowie gestickte Tazchcn- tiieher in neuer Sendung und großer Auswahl, empfiehlt I. CH. Retter. .... v....... - - ■ ' 4093) Ich unterhalte auch dieses Jahr wieder ein reich- S- haltiges Lager in den anerkannt besten Qualitäten Filz- •£ ♦i? schuhe und Stiefel mit Filz, Leder und Doppelsohlen in ; £--■ ganz frischer W aare und bitte, unter Znstcherung ° S' billigster Preise, um geneigte Abnahme. --7 - W. Seuling, in den Neuenbäuen. Ebel. Vergebung des Düngers aus den Senkgruben und des Kehrichts der beiden Casernen zu Gießen. 4285) Donnerstag den 28. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, , soll das Auslccren der Senkgruben mit Uebcrlassung des Düngers und des Kehrichts der beiden Casernen zu Gießen, unter den auf unserem BerwaltungSlocal in der Zeug- hauscaserne zur Einsicht offen liegenden Bedingungen, auf dem Soumissionsweg an den Meistbietenden in Aeeord gegeben weiden. Gießen, den 22. November 1867. Großherzoglicher Verwaliungsrath des 1. Jägerbataillons. Anschütz, Major. Lieferung von Schulbesoldungs-Korn zu Albach. 4318) Donnerstag den 28. November l. I., des Vormittags um 10 Uhr, soll auf hiesiger Bürgermeisterei die Lieferung von 10 Maltern Schulbesoldungs- Korn öffentlich an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Albach, am 25. November 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Albach. Balser. Z Ungarischen Rothwein in •/, und '/, Originalflaschen, ä 40 und 20 fr., wie abgelagerte Bordeauxweine zu bekannten Preisen bei Gebr. Ebel. 4336) I. (LH. Netter empfiehlt sein Lager in wollenen .Hemden, Sayet-Jacken, gestrickten Kinder-Jacken, Palatins und Cachc-ncz, Winter- und Glacehandschuhen, letztere mit 2 Knöpfen tn vorzüglicher Qualität.___________________________ Spielwerke mit 4 bis 48 Stücken, worunter Prachtwerke mit Glockenspiel, Trommel und Glockenspiel, mit Hiinmelsstimmen, mit Mandolinen, mit Expression u. s. w. mit 2 bis 12 Stücken, ferner Necessaires, Cigairenstanter, Schweizerhäuschen, Photographie - Albums , Schreibzeuge, Cigarrenetuis, Tabaks- und Züntholzdosen, tanzende Puppen, Arbeitstischchen, alles mit Musik, ferner Stühle, spielend, wenn man sich darauf setzt, empfiehlt I. H. Heller in Bern. Franco. Diese Werke, mit ihren lieblichen Jenen jedes Gemülh erheiternd, sollten in keinem Salon und an keinem Krankenbette fehlen; — großes Lager von fertigen Stücken. — Reparaturen werken besorgt. FrcS. 10,000. (4255) Lieferungen. 4264) Freitag den 29. d. MtS., Vormittags 11 Uhr, soll die Lieferung ter Bedürsniffe für die hiesige Entbindungsanstalt auf das Jahr | Fabrik fertiger Wäsche. Hemden, blaue und weiße, Brusttcinsätze, Kragen, Man- chetten, Unterhosen, Jacke» re. empfiehlt zu billigen und festen Preisen Aug. Montanus. GEBRUEDER WENZEL Kreuz Lit. C. Nr. 1, Gicßrn. Prompte i reellste Bedienung.. (1192) Lager in ächt iinportirlen Havanna-Cigarren. Cigaretten und Tabaken. Reiche Auswahl in Meerschaum-, Bernstein- und Portefeuille - Waaren. _ 4316) Um «witachem Wunsch- zu enichrechen, hnb- i» n„» -n,schloffen, to, Vorkauf -E- fertiger HerrenKIetder im Gasthof uim (Einhorn I Stiege hoch, Ä«; Um """ d-ge- ,u ränmm, n-rk-nfo ,» Wintcr-Ucberzicher ä fl.12, fl. 15, fl. 18'/2, fl. 20, d.e feinsten schon in fl 24 Iaquetö und Säcke ä st 6. 30 fr., fl. 7. 30 fr., fl. 9, fl u' ' t" fl " Aoppcn ä fl. 4 30 fr, fl. 5%, fl. 7 Nr. 134._________________________________ 4210) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei H. Ei ff Wittwe, Mäusburg. 4211) Ein Logis mit drei Zimmern, Küche nebst Zugehör ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4133) Ein freundliches, möblirtes Zimmer in einer Gartenwohnung ist zu vermiethen und sogleich zn beziehen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Vermischte Anzeigen. 4312) Ein weiß, und schwarzseideneS Halstuch ist am verstossenen Sonntag auf dem Wege von der Peppler'schcn Kunst- mühle au« über den LooS'schen Felsenkeller nach der katholischen Kirche verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen eine Belohnung an die Exped. d. Bitt«, abzugeben. Zur Nachricht. 4334) Samstag den 30. November schicke ich wieder einen Transport Gegenstände zum Färben und Drucken an die Bloch'sche Hofschönsärbcrei in Darmstadt ab. I. Schlund, Schloßgaffe. 4329) Ein Zapfjunge wird gesucht im Darmstädter Hau«. 4283) Zur Wartung eines Kindes wird gegen Kost und Monatslohn ein braves Märchen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. _______________________ 4315) Ein weißes kleines Kätzchen mit einem schwarzen Streifen am Hintcrkopf ist entlaufen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 4295) Ich wohne von heute an bei Herrn Th. Vetzberg er in der Mühlgassc. Hebamme Arnold. 4305) Zn einem kleinen Städtchen des Hinterlandes werden in einem größeren gemischten Waarcngcschäfte zwei Lehrlinge zum sofortigen Eintritt gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. Gitstkncr Conrrrhicrcin. Sperrsitze 4296) Die Liste zur Einzcichnung der Sperrsitze wird in den nächsten Tagen zugleich mit der Abonncmentelistc durch den Vcrcinsdicncr prascntirt werden. Sollte die Liste bei der Kürze der Zeit bis zum Donnerstag (den 28.), Vormittags, noch nicht überall hin gelangt sein, so werden die verehelichen Abonnenten gebeten, ihre Bestellungen timt an den Unterzeichneten gelangen zu lassen. Die Verloosung der Sperrsitze findet Donnerstag den 28. d. MtS., Abends 6 Uhr, in dem Dorstandszimmer des ClubgebäudeS statt, bis zu welcher Zeit auch anzuzeigcn ist, ob und welche Gesellschaften ü 10 Personen ganze Stuhlreihen zu belegen wünschen. Gießen, im November 1867. Der Vorstand des Eoncertvereins. Geschäfts - Verlegung. 4222) Hiermit die ergebene Anzeige, daß sich von jetzt an mein Geschäftslocal in dem Hanse des Herrn EliaS Meier, SelterSweg, befindet. Eduard Spier. Geschäfts-Empfehlung. 4165) Wir empfehlen einem geehrten Publikum unsere neu eingerichtete und ver- besserte D a nr p fr e i n i g u n ft S - Nt a sch i n e, geeignet für Bcttfcdcrn, Roßhaare, Seegras und Wolle. Dieselbe entspricht dem Zwecke ficherer Befreiung von Motten und aller ansteckenden Krankheiten, unter Garantie der Aerzte. Besagte Maschine ist täglich mit unserer Bedienung bei Herrschaften tn ihren Häusern in Benutzung zu nehmen; auf Verlangen kann die Arbeit auch in unserer Werkstätte vorgenommen werden. Bestellungen werken in unserer Wohnung, Wolkcngasse Nr. 91, sowie auck zu jeder Zeit im Laden des Kaufmann Herrn Karl W e n z e l und der Frau S a r t o r i u S am SelterSweg, entgegengenommcn. Für reelle und solide Bedienung garantiren Gießen, im November 1867. *1« Horn ST Eomp. (vormals Henriette Tippel.) (Hierzu eine Beilage.) Beilage zu Nr. 95 des Anzeigeblattes. ü f r m ischle Anzeige n. 4333) Die Verhältnisse in dem hiesigen Club bedürfen in vielfacher Beziehung einer Neorganisation. Co ist namentlich absolut erforderlich, dasi endlich einmal für die Herüellnng geräumiger dazu anständiger Nestaurationszimmer und für die Bestellung eines tüchtigen Restaurateurs Sorge gelrageu wird. Der jetzige Zustand des Clubs in den so eben angedeuketen Beziehungen ist ein wahrhaft kläglicher. Das so genannte ,Fel stübcheu^ verdient seinen Namen in aller und jeder Beziehung mit vollem Rechte. Ein M i t g l i c t> deS Club s. Publicität! Wir tmvfefjltn unser Institut dem inserirenden Publikum - 342 200 16 40 119 180 12 4 2 160 8 45 33 120 6 19 — 200 3 18 Rundschau. Darmstadt/ den 22. November. Da« Regierungsblatt Nr. 45 enthält: I. Gesetz, die Erhebung einer Abgabe von Salz betressend. II. Verordnung, die Ausführung Le« Gesetze« über die Erhebung einer Abgabe von Salz betreffend. III. Bekanntmachung Großherzoglichen Miniiierium« 6t« Innern, die amtliche Benennung der Dienst^ellen dec «krei« - Velecinärärjte betreffend. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigff ju bestimmen geruht, daß die Dienststellen der Kreis. Veterinärärzte von nun an di« amtliche Benennung „KreiS-Veterinärämter" zu führen haben. IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Finanzministerium«, den Anschluß der Herzogthümer Holstein und Schleswig an den Zollverein betreffend. V. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamt« Heppenheim, die Erhebung einer weiteren Umlage zur Bestreitung der Flur- und ParcelleuvermeffungS- und sonstigen Kosten für 1866 68 in der Gemeinde Seehof, Kreises Heppenheim, betreffend. VI. Eoncurrenz für: die katholische Schulstelle zu Neu-Bamberg, im Kreise Alzey, mit einem Gehalte von 300 st. nebst einer Vergütung von 30 st. für Heizung des Schulsaals. (Hießen. Die „Darmst. Ztg." bringt folgende Erklärung: Die Einladung Frankreichs zur Theilnahine an einer Conferenz behufs definitiver Ordnnng der Römischen Frage ist auch an die Großherzoglich Hessische Regierung gelangt, und von dieser unbedingt angenommen worben. Gegenüber den Urtheilen gewisser Blätter freuen wir uns aufrichtig dieses Entschlnsies. Eine Regierung, wie die Großherzoglich Hessische, auf deren Gebiet 250,000 Katholiken wohnen, würde, unseres Erachtens, ihre Pflicht verkannt haben, wenn sie die ihr dargebotene Möglichkeit, ihre Stimme für das politische und religiöse Recht selbstständig zu erheben, zurückzewiesen hätte. Das Groß- herzogthurn Hessen befindet sich in einer anderen Lage, als Sachse». Seine südlich des Maines liegenden Provinzen, welchen die katholische Bevölkerung des Landes vorzugsweise ange- \ hört, bilden keine Bestandtheile des Norddeutschen Bundes. Es lag also für Hessen anch kein formeller Grund vor, sich durch einen anderen deutschen Staat auf den bevorstehenden Confe- ! renzen vertreten zu lassen. Bedingungen zu stellen, wie sie aus der politischen Situation anderer Regierungen sich erklären, dazu hatte Hessen wohl nicht die mindeste Veranlassung. — — In Betreff der Conferenz tauchen jetzt Nachrichten auf,, welche ein Zustandekommen derselben möglich erscheinen lassen und soll von Seiten des französischen Cabinets jetzt München als Conferenzort vorgeschlagen sein. Eigenthümlicher Weise, lagt die „Krztg.", scheint auf Seite des römischen Stuhls jetzt mehr Geneigtheit zu sein, auf den Conferenz-Vorschlag ein- zngehen als früher. Während man doch zuerst Jeden von der Conferenz ausgeschlossen wissen wollte, welcher den Zustand von 1860 anerkannt hatte, gibt man jetzt der Conferenz die Auslegung , daß dieselbe sich überhaupt nur mit Italien und gar nicht mit Rom beschäftigen solle. Wie es scheint, hat der Kaiser Napoleon dem Römischen Stuhle weitere Garantieen gegeben und nach einem Telegramm würde in der Conferenz der Päpstliche Stuhl von den Mächten die Wiederherstellung» der Grenzen und die Rückgabe von Umbrien unter Garantie derselben verlangen. Mainz. Am 21. d. M. fand dahier im Saale des Frank- । furter Hofes eine etwa von 900 Personen besuchte Versammlung zur Berathung über die gegenwärtige Lage des Papstes statt. Von auswärts waren Aachen, München, Coblenz, Cöln, Speyer, Heidelberg, Frankfurt, Limburg, Wiesbaden rc. vertreten. Unter den Theilnehmern an der Versammlung wird genannt Graf Arco und Dr. Freitag von München, Wilderich ! v. Ketteler aus Speyer, Maler Vaudry aus Cöln, Baron Napel, ! Major in päpstlichen Diensten, Fürst Zsenburg, Advocat-Anwalt ! Lingens aus Aachen, Domeapitular Molitor aus Speyer, Stadt- ; Pfarrer Thissen von Frankfurt, Lindau ans Heidelberg, Freiherr 5 v. Wainbolt, Gesandter in Dresden, Monsignore Boone aus । Brügge, Justizrath Worle, Abgeordneter Bake aus Darmstadt, j Maler Veit aus Mainz. Der Curatclerus ans Mainz und ; auch aus den übrigen Theilen des Großherzogthums hatte sich sehr zahlreich eingefunden. Dr. Lingens wurde durch Äcclama- I tion zum Vorsitzenden gewählt, als Redner traten außer ihm noch Metzger Falk, Bischof Freiherr v. Ketteler und Regens Moufang ans Mainz, Freitag ans München, Lindau aus Heidelberg, W. v. Ketteler aus Westphalen, Stadrath Vaudry aus Cöln auf; Bischof Kettelet, Moufang, Lindau und Vandry erregten am meisten Applaus. Einige die Herrschaft und Unab- hängigkeit des Pabstes und seines weltlichen Besitzes, die Unterhaltung und Unterstützung der päpstlichen Armee betreffende Resolutionen wurden von Regens Moufang vorgelesen und von; der Versammlung ohne Widerspruch angenommen. Am Vormittag waren in den Pfarrkirchen und im Dom Seelenämter für die vor Tivoli und Mentana gefallenen päpstlichen Soldaten abgehalten worden. Berlin, 22. Nov. Die Spielbankenpächter scheinen es sich sehr viel (5clb_ kosten zu lasten, um eine möglichst lange Dauer ihres Etablistements, eventuell eine recht bedeutende Entschädigung für die Aufhebung derselben zu erlangen. Gestern brachte eilt hiesiges Blatt in einer Extrabeilage das ganze Gutachten der Heidelberger Juristenfakultät aus dem Jahre 1848, welcher den berühmten Mittermaver zum Verfaster hat. In demselben wird den Spielbanken das Recht einer Entschädigung zugesprochen, aber man übersieht dabei, daß damals nicht von Spielbanken in Ländern die Rede war, in denen das öffentliche Spiel einfach verboten ist. Heute gilt in Nastau und Hessen-Homburg das preußische Strafgesetzbuch und die Regierung scheint uns gar nicht nöthig zu haben, irgendwelche Unterhandlungen mit den Pächtern wegen Aufhebung der Danken zu pflegen; sie kann die Banken ganz rnhig bestehen lasten und braucht dabei nur einfach dem Gesetz seinen Lauf zu lasten. Wenn heute der Staatsanwalt in Homburg oder Wiesbaden gegen den Bankhalter eine Klage wegen öffentlichen gen'erb mäßigen Hazardspiels anstellt, so wird ihn voraussichtlich jedes Gericht verurtheilen, und seine schnelle Wiederholung solcher Proteste würbe dem spiele bald gründlich ein Ende machen. Natürlich will die Regierung einen solchen Weg nicht gern ein schlagen, aber es mögen die Verwaltungen jener Danken es sich wohl überlegen, ob sie gut thun, durch ihre Hartnäckigkeit die Behörden auf jenen Weg hinzudrängen. Und selbst wenn die Regierung das nicht thun wollte, ein Punkt der Coutracte bietet ihr eine bequeme Handhabe, das Spiel allen dort Verkeb renden gründlich zu verleiden. So viel wir wissen, ist an jenen Banken den Laiidesangehörigen das Spiel untersagt. Nun gut, das gilt jetzt für ganz Preußen, und wie kann der die Aufsicht führende Polizeibeamte wissen, wer ein Preuße ist und wer nicht? Will er sich darüber informiren, so braucht er die Spieler nur täglich um Feststellung ihrer Eigenschaft als Ausländer zu ersuchen : wir denken, das würde so Manchem daö Spiel bald verleiden. (Fr. I.) Köln. Die im Interesse des Papstes an den König gc richtete Petition ist, nachdem sie 2290 Unterschriften erlangt, nach Berlin abgeschickt worden. Hannover, 19. Nov. Gestern, am Sterbetage des Königs Ernst August, sind an dessen Denkmal Demonstrationen mit Kränzen und weißgelben Schleifen vorgefallen. Die „D- Volksztg." berichtet darüber, daß anfangs Kränzspen derinnen Unannehmlichkeiten von Seite der Schutzmannschaft ausgesetzt waren, indem sie ihren Namen angeben und die Kränze abliefern mußten. Später, wo der Zudrang größer wurde, ließ die Polizei jedoch, wahrscheinlich auf höbcre Weisung, gewähren. „Um 12 Uhr war bereits das Monument förmlich mit Schmuck überladen. Den ganzen Tag hindurch aber umstanden dasselbe zahlreiche Gruppen des Volks." Dresden, 21. Nov. Ein königliches Decret ziebt die der Ständeversammlung früher vorgelegten Gesetzentwürfe einer bürgerlichen Proceß-, einer Gerichts- und einer Concnrsordnnng zurück, weil die Verfassung des Norddeutschen Bundes gemeinsame Gesetze darüber verheißt und auch schon beim Bundesratb einleitende Schritte dafür gethan sind. Karlsruhe, 22. Nov. Die Abgeordnetenkammer nahm das dem preußischen nachgebildete Wehrgesetz im Wesentlichen nach den Commissionsvorschlägen mit allen gegen zwei Stimmen (Moll, Kaiser) nach viertägigen Debatten an. — —In Baden sind die Frauenzimmer jetzt förmlich in den Staatsdienst eingereiht, und es wird ihre Anstellung nun auch im Regierungsblatte, wie bei den Männern mitgetheilt. Würzburg. Das LlrtbeU in dem Brodvergif t u n g s p r o z e s s e ist verkündet. Bäckermeister Sauer wurde grober Fahrlässigkeit in der Anfbewabrnng von Arsenik und des Verkaufs vergifteten Brodes schuldig erkannt, zu sechs Monaten Gcfängnißstrafe, auf einer Festung zu erstehen, ferner zu einer Geldbuße von 150 fl. und zu sämmtlichen Kosten vernrtheilt. Derselbe wird appelliren. Wien, 19. Nov. Heute, am Namenstag der Kaiserin, fand in sämmtlichen Strafanstalten des Reichs die feierliche Kundmachung des Gesetzes statt, welches die Kettenstrafe und die Strafe der körperlichen Züchtigung aufbebt. Mitglieder zählen darf. Auch daß im fünften Bureau Berryer in den Straßen versammelt. Nach Abhaltung eines solennen Gottesdienstes wurden den bis- her gefesselten Sträflingen die Eisen abgenomme». — — Die wiener Adresse gegen das Conkotdat zählt bereits 30,000 Unterschriften. --Der Landtag von Kroatien soll im Januar eröffnet werden, die Landtagswahlen sind in Folge umfaßender Einwirkung zwar etwas günstiger für den Ausgleich mit Ungarn ausgefallen; die Bevölkerung ist namentlich auf fctm Lande je- dvch entschiedener dagegen als jemals. _ Bern, 22. Nov. Ter große Nach hat nach zweitägiger Discussion über Ertheilnng des Privatunterrichts an öffentlichen Schulen durch Angehörige religiöser Orden bei Namensaufruf mit 12« gegen 75 Stimmen den Commissions-Mchrhcitsantrag angenommen, lautend: Ter große Rath des Cantons Bern, in Betracht, daß die Beobachtung der Gesetze und Vorschriften dcS öffentlichen Schulwesens, welche der Staat aufzustcllen berechtigt imb verpflichtet ist (Art. 21 der Verfassung), mit dem unbedingten Gehorsam, welchen die Mitglieder religiöser Crbcii ihren daherigen Obern schuldig sind, sich unvereinbar erwiesen hat, beschließt: Als Privatlchrer oder Lehrerinnen dürfen von nun an nicht patentirt oder angcstellt werden, Personen, welche religiösen Orden angehörcn; ebenso sind in Zukunft bereits pateiitirte oder an öffentlichen Privatschulen angestcllte Lehrer und Lehrerinnen, welche religiösen Orden Beitreten, als auf Patent und Anstellung verzichtend anzuschen. Die gegenwärtig in Kraft bestehenden definitiven Wahlen werden durch diese» Beschluß uicht aufgehoben. Florenz. Die „Italic" glaubt, Frankreich habe nur deßhalb eine Eonfer en z iu Vorschlag gebracht, um sich seiner Verantwortlichkeit zn entladen und seine ganze Actionsfreiheit wieder zu nehmen. Denn wenn Europa sich weigere, sich mit der römischen Frage zn beschäftigen, so stehe es Frankreich frei, zu handeln, wie es für gut finde. Ucbrigens braucht Italien hierüber nicht weiter besorgt zu sein, denn in der Thal bleibe Frankreich nur die Alternative, entweder beständig und auf seine eigene Gefahr hin die weltliche Macht des Papstes zu schützen oder auch die von General Menabrca formulirte Lösiiug anzu- nehmen. — Briefe aus Florenz sprechen davon, daß die Opposition gegen das neue Ministerium im Abnehmcn begriffen ist. Die diplomatischen Handlungen des Generals Menabrea haben das seltene Glück, fast Jedermann zu gefallen. Man hat gefunden, daß in Betracht der mißlichen Lage, in welcher sich augenblicklich das Land befindet, die Sprache des Ministerpräsidenten die Ehre des Landes hinlänglich schütze und daß sie wenigstens klar seine Rechte und Ansprüche bezüglich der römischen Frage darlcge. Alles scheint indeß darauf hinzudeuten, daß Hr. Rattazzi zum Präsidenten der Deputirteukammer für die bevorstehende Session gewählt werden wird. Tas ist eine ernstlich? Drohung für das jetzige Ministerium. Das Ministerium verschiebt so lauge, als es kann, die Einberufung der Kammer, zum Theil um den voraussichtlichen Kampf zu verzögern, zum Theil aber auch wohl, um Zeit zu haben, in der römischen Frage etwas zu beschließen. Denn was soll man den König in seiner nächsten Thronrede sagen lassen, wenn Italien durchaus keine günstige Zusicherung erhalten hat, wenn die französische Occupation fortdauert? — Nach Berichten aus Neapel werden dort Unruhen befürchtet. Die bourbonische Partei ist sehr thätig. Das Militär beobachtet die größte Wachsamkeit und ist in den Straßen und auf den Plätzen mit dem Aussuchen der festen Punkte beschäftigt. Man befestigt Cagua und Gaeta. — Der Vesnv ist tu voller Eruption. — — Es heißt, Garibaldi fei schwer erkrankt. Seine i Söhne mit 3 berühmten Aerztcn sind unterwegs nach Varignano. ■ Paris, 20. Nov. Die Regierung scheint sich in die Unvermeidlichkeit gewisser Debatten fügen zu wollen, und die von Jules Favre gestellten Interpellations-Gesuche werden von ihrer Seite und somit auch von Seiten der Majorität des gesetzge- ! beuten Körpers keine Schwierigkeiten erfahren. Man zählt, was die Vertheidigung der inneren Zustände betrifft, auf die energische Beredsamkeit des Herrn Pinard! Auch Rouhcr, so erwartet man, werde nach wie vor das Wunder bewirken, mit Gründen, die Niemanden überzeugen, mit Angaben, an die Niemand glaubt, mit Versicherungen, denen Niemand Vertrauen schenkt, parlamentarische Schlachten zu gewinnen. Als ein be- achtenswerthcs Anzeichen sei erwähnt, daß ein linkes Centrum in der Kammer in der Bildung begriffen ist, welches auf 82 tung. Pinard hat dem Staatsminister erklärt, „er wolle Herr in seinem Ministerium sein und werde von Niemanden Rath- schläge oder Weisungen annehmen." — Heute fanden in Paris w'eder neue Verhaftungen und Hausuntcrsuchungen statt. Auch wurden besonders mehrere Italiener cingezogcn. Zugleich wurden auf der Post zahlreiche Abdrücke von Proclamationen mit Beschlag belegt, welche Mazziiii an eine große Anzahl von Personen in Paris gesandt. Was die Aufregung in Paris anbclangt, so ist dieselbe nach wie vor sehr groß; in den offi- ciellen Kreisen selbst herrscht ein sehr eigener Geist: es geben sich dort gcwisic Befürchtungen kund, und die hohen Pvlizci- bearnteu* halten sich plötzlich a» den Wortlaut des Gesetzes und trete» nicht mehr so willkührlich auf, wie früher, wo Alles in tiefster Ruhe lag. Der „Temps" hat wohl ganz Recht, wenn er beute sagt: „Es ist, als ständen wir am Vorabende von 1789, wo Siös ansrief: „Was ist die Nation? Nichts! Was soll sie fei» ? Alles!" — Mit Rom, das im Augenblicke der einzige Verbündete Frankreichs ist, steht man auch nicht mehr gut. Man hat die Absicht, den Erzbischof von Paris »ach Rom z» sende», um dem römischen Hofe einige Concessionen herans- zupressen und so Italien ein neues Abkommen bieten zu können. — — 21. Nov. Dem gesetzgebenden Körper ist gestern der neue Armeegesetzentwurf nütgctheilt worden. Tie Taner des Dienstes für die jungen einberufenen Leute beträgt 9 Jahre. In Friedenszeiten werden die Soldaten nicht länger als 5 Jahre unter den Fahnen bleiben. Die entlassenen oder verabschiedeten Leute werden sich während der zwei letzten Jahre der Dienstzeit verheirathen können. Der Loskauf und die'Stellung von Ersatzmännern auf der Kantonalliste sind nach den Bestimmungen des Gesetzes von 1832 erlaubt. Die Dienstzeit der mobilen Nationalgarde beträgt fünf Jahre. Tie meiste» übrige» Verfügungc» si»d dem Entwurf der Commission gemäß. --21. Nov. Ter in jüngster Zeit viel genannte Chef der persönliche» Sicherheitspolizei des Kaisers,' Hicroy, ist urplötzlich i» Ungnade gefallen. Er hatte auf Grund der Mittheilung untergeordneter Agenten einen Bericht über die Vorfälle auf dem Montmartre und vor dem Stadthaufe abgefaßt, in welchem gesagt war, daß die Menge auch u. A.: „a bas l’dtrangcre!“ ans die Kaiserin bezüglich, gerufen habe. Die Kaiserin, welche Marie Antoinette zwar verehrt, aber nicht in gleicher Weise wie jene behandelt werden möchte, erhielt Kenut- niß von diesem Rapport und fühlte sich darüber so unglücklich, daß sie Hicroy nicht mehr in den Tuilericn scheu wollte, um so mehr, da in de» Berichten der Polizeipräfecitir von solchem Rufe keine Notiz zu finden war. Napoleon 111. trennte sich nur schwer von einem treuen Anhänger, der schon zur Zeit, da er noch im Hotel Vendame und im Elisäe wohnte, ihm sehr ergeben war und später das ultrabonapartistischc Batt „Le 10 Decembre" redigirt hatte. Er willigte schweren Herzens darein, diesen Mann von sich zu lassen, und suchte ihn dadurch zu trösten, daß er ihn zum Generaleinuehmer in St. Brieuc ernannte. — Der Kaiser ist übrigens sehr düster und arbeitet fast den ganzen Tag. Die schlechte Aufnahme, die sein Con- ferenzproject bei den verschiedenen Mächten fand, soll ihn besonders mißstinimt haben, und es wäre nicht unmöglich, daß schon dieser Tage ein Cirenlär des Herrn Mousticr abgehcn dürste, worin die französische Regierung ihre Beschlüsse bekannt macht, für den Fall, daß die Confercnz nicht zu Staude kommt. Die Fortdauer der Besetzung Roms dürfte darin angekündigt werden. Ucbrigens hat dieselbe gänzlich ihren provisorischen Charakter verloren, denn die hohen französischen Offiziere lassen bereits ihre Familien und Mobiliar nach Rom kommen. London, 22. Nov. Ein Moustrcmeeting, dem 20,000 Personen beiwohnten, hatte gestern Abend bei Fackelschein zu Clerkeuwall Green statt und genehmigte eine Petition an die Königin für Begnadigung der in Manchester vernrtheil- ten Fenier. Wenn die Hinrichtung dennoch erfolgt, wird am Sonntag in London eine Trauerprocession abgehalten werde». Eine vo» dem Meeting ernannte Deputation, bestehend aus den Herren Clcgg, Coffey und Graham, begab sich heute Vormittag nach Windsor, um der Königin die Petition zu überbringen. Ter Ceremonienmeister erklärte der Deputation, die Königin könne Petitionen nur durch Vermittlung der verantwortlichen Minister empfangen. General Grey, Privatfecretär der Königin, nahm die Petition an, die er dem Minister über- schicke» zu wolle» versicherte. Eine ungeheuere Volksmenge war Die Deputation fand eine schlechte beinahe zum Vorsitzende» gewählt worden ist, verdient Beach- i Aufnahme Seitens der Bevölkerung. Der Mayor der Stadt aejtofccn, daß Der Schädel sprang und den andcr.-n a.az noch VKU und con- latentere Theile des Kopfes an biescr Stelle sichtbar waren, -heipuptlo« ,ank er zu Boden und nun trat finn der Unmenschen mit den Fußen aus seiner Brust und seinem Gesicht herum, daß letzterer bei seinem Au,finden eine fast unerkenntliche Masse bitdere. Das Leden Des Verletzten, eines Katers von 2 Kindern, steht in ernster Gefahr- Sm Burfchc, «amen» R-, der Sohn eines reichen Lanvwirthes, ist in gerichtlichem Gewahr,am und wirr er als der Hauptattentäter bezeichnet. ... Offenbach, 15. Nov. Am vergangenen Sonntag genetb in unicrem benachbarten Ort Hainhausen, e,n Baier mit seinem Sohn, - letzterer alS - ■ ■ - -- - ' • -*—* . in Streit. Der »ohn schlug den Vermischte Nachrichten. Darmstadt, 13. Nov. Hinter den sichern Mauern unseres Provin zialarresthauses ist dermalen ein Verbrecher verwahrt, dessen Tl,atcn geradezu ein psvckologisckcs Räthsel bilde». Der Fall ist folgende^ Schon ,eit etwa drei Jabrcn wurden aus den Kirchen zu Groß-Gerau, Worfelden, ®«ttel- born ErfclDcn, Goddelau, Trebur re. zuin gottesdienstlichen Gebrauch bestimmte Gegenstände, wie Altarbibeln, Gesangbücher, Altardecken -e. entwendet, o n da» es im der eifrigsten Recherchen und der Aussetzung einer »am hasten Prämie gelingen wollte die Person des mysteriösen Diebes zu ermatten. Sonderbarer Weise blieben Gegenstände von hohem metallischem Werthe, wie Kelche Cruzifire re. verschont, ein Beweis, das, nicht gemeine Habsucht, sondern gdiosunliasie das Motiv der verbrecherischen Einbrüche war. Die entwendeten Gegenstände blieben sammtlich spurlos verschwunden. Bor etwa Jahresfrist entdeckten spielende Kinder in der Scheuer cmes sehr wohlhabenden Landivirths in Büttelhorn, Namens Peter Keller, eine Anzahl der abhanden gekommenen Kirchenutensilien; die tingele,tctc gerichtliche Unter tichung batte kein Resultat, indem der Schcuerbcsitzer fcdc Wi,,en,ckaft, wie Die Sachen in den Versteck gekommen, beharrlich in Abrede stellte und bei dem sonst unbescholtenen Charakter desselben und einem Vermogensstand von etwa IOO 000 st doch Anstand nahm, ihn als den Urheber der seit Jahren syste- matisch sortgescuten diebischen Einbrüche anzusebcn. Erst dieser Tage ist es den. G-nbarmeriebrigadier Bauer in Groß-Gerau gelungen, d.e weiteren Adlaten in dem Besitze desselben Mannes ausfindig zu machen und lhdite die alsbald wieder aufgegriffenc gerichtliche Untersuchung zur gerichtlichen Festnahme der Person des jetzt doppelt verdächtig gewordenen Land,»MH«. Derselbe bat jcvt in der That sich als den Urheber der verschiedenen D,eb- stäblc bekannt die sich, da sie (wenigstens theilweise) mit gewaltsamem Einbruch in Kirchen verübt wurden, als ausgezeichnet erweisen, zu deren Ab urtbcilunq die Schwurqerichtshöfe berufen sind. Peter Keller ist dersclbe Buttclborncr Krautbaner", der in dem Prozes, Warburg eine Rolle spielt. Das Motiv zur verbrecherischen That ist in einem M-men Aberglauben ,« (neben- Keller glaubte die eutwcndcteu Gegenstände bei Krankheiten als sym- patbischc Mittel mit Erfolg gebrauchen zu können. — Brigadicr Bauer wird tic von Seiten der Verwaltungsbehörden auLgcsetzte Prämie von 3W st. erhal^u 20 g^v. Bei den Verhandlungen über die Eiscn- babnanlagcu wurde mehrseitig bezweifelt, ob cs der TaunusdahngesAl schäft mit dem Projekte einer Bahnanlage in Hessen Ernst sei. Der Zweifel hi rüber ist jetzt gelöst, die Taunusbabn bat verzichtet. In Folge de,,en werden in den ersten Tagen zwischen der großb. Staatsregierung und der V-rwaltung der LudwigSbahngescllschaft die Verhandlungen über die von letz tcrcr aemachten Proposilioucn wieder ausgenommen werden. Obbei unter dessen veränderter Sachlage vollständig- Durchführung der frubcr ln Ausstch. genommenen Bahne» staithabc» wird, cr,chc>nt zwcifclhcht; cs durfte d,eß jedoch kein, Hinbcrniß zu einem für den Staat und d,e Gesellschaft günstigen ^'^Ai>s'Pfungstadt'wird dc» „H. S." von folgendem Vorsalle Mittheilung gemacht:' Am vergangenen Sonntag saßen veftchiedcnc Vurschc von hier mit ihren Mädchen fröhlich zechend .n e.ncr hiesigen Wirtbsst,aft. E n schon vcrbciratbetcr Arbeiter, Namens Seeger, mochte sich vielleicht etwa,, unberufen in die Gesellschaft mischen, cs kam zu Neckereien und endlich zu Thätlickkeite». Sccqcr, der den Feldzug im vorigen Jahre im^. Bundes ArmcccorpS mitgcmacht batte, wurde mit Rücksicht hierauf gehänselt. Der in jcincn heiligsten Gefühlen, in seiner militärischen Ebre gekrankte Soldat ergriff ein Glas und warf es einem Burschen in s Gesicht. Dieser dachte Racke. AlS S. sich »ach Hause begeben wollte, wurde cr auf der dunklen Gasse plötzlich überfallen und sein Kopf mit einer Vehemenz wider eine Mauer Friedberg. Die Königl. Postanstalten im Großherzogthum Hchen sind angewiesen worben, die preusnschen 1 2 Sgr. zu 1 y, kr., > Sgr. zu 31 2 kr., die 2-/, Sgr. }u 63/4 kr. und die 5 Sgr. zu 17'/, kr. bei Zahlung von Postgefällen anzunchmen. Zu dem Behufe werben nunmehr am P l schaltcr und von dem Bcstcllpcrjonal Heller (*/< Krcuzcrjtuckc) in den betreffenden Fällen herausgegeben. Wiesbaden. Die „Mittelrh. Ztg.» glaubt, daß die Losung der Spielbankfrage für Wiesbaden sehr nahe bevorstchc. Wie ichon aus dem Steigen der Spielbankactien geschlossen werden lvnnc, werbe DaS Ergebnlfl für Wiesbaden nicht ganz ungünstig sein, und könne darüber Folgenccsinit aetkeilt werden : Die Spielbank in Wiesbaden wird noch l>, höchstens Jahre bestehen bleiben. Di- Gesellschaft hat zur Bildung e.n°s Rescrve- l Kur , Babe-) Fonds jährlich eine bestimmte Summe (etwa 90—100,000 st., nicht gewisse Procentc) abzugebcn. Man erwartet, daß der Schluß aller Spielbanken in Preußen resp. dem norddeutschen Bunde s. Z. glclchzcitig "" Wicsbavcn. Auf der Platte hat im Saupark ein Scharmützel zwischen Wilderern und Waldaufjchcrn stattgesunden. Die Wilddiebe hielten m dem herzoglichen Park ein förmliches Treibjagcn ab und hatten auch lston einen mächtigen Keuler erlegt. Als sic bctrc.cn wurden, crgrincn fie nach einem eben nicht zarten Wortwechsel die Flucht unk »eften ihren Jagdfrevel im Sticke. Eine Untersuchung ist über den Vorfall bereits tingclcitet. Wiesbaden, 11. Roo Die hiesige Jagdgcieilickatt bat dem Ober- aerichtsanwalt Dr. Braun in Berlin alS „Zeichen freundicka,-Ucker Zuneigung und in Anerkennung seiner Verdienste in der Jagbfragc"cincnnckeuteten iungcn Hirsch im Gewichte von etwa MO Psunb zugchen lassen. (alutt öJ 1 6 Frankfurt, 9. Nov. Der Krieg 1^66, der unseren Handel und unsere Jndusnic zerstörte, bat jetzt eine bisher bitt wenig bekannte Ari von Jnkusii ie zur Blüthe gebracht, das ist das Geschäft des Garottcrs, der «'rauch, und Tasckc riebe. In den letzten Wochen sind Diebstähle und »ucktliche Uebersällc in den Anlagen und vor bcn galten, Tborcn gelegenen «"aßen so maffenbaft vorgekominen, baß fast nicmanv mehr ohne Waste vor bas Thor zu geben wagt. In vcr vorigen Nacht biclt die Polizei ein Trc,d. jagen; cs war aber jo gründlich, daß bic Leute von den Signalen au« dem Scklafc geweckt wurden. Vor dem letzten Rugegerrckt standen Pcr,onen wegen Diebstahl« Und Landstreicherei. — Unsere Polizeibeamten find '»st säinmtlich eben erst au« den alten Provinzen hierher versetzt, und geht ihnen daher jede Personal- und Localkenntnift ab. ~ , |__Das „Fr, Joutn " enthält unttt .Eingesandt" folgenden Artikel, begleitete dieselbe bis zum Pahnhofe, um sie zu schützen. — Ein Telegramm aus Manchester von heute berichtet: „In einem gestern Abend in der Eorn Ezchanze abzehaltenen Meeting wurde eine Petition für Strafumwandlung zu Gunsten der Fenier einstimmig angenoinmen. Die Vorbereitungen fnr die Hinrichtung währen fort. _ _ Die Agitation, welche in England zu Gunsten der | B-g-adigM, ter jum X.» S'L &Tät,? ‘"iw- M «-"■ - gegenstandslos geworden, denn die drei zum Tode Veinrlycukc , $aUT mjt bcm 4tiel einer «ckippc vcr ^lUeii ^arkin und Gould sind am 22. Abends ui Manchester ---------- — —>• ------ «""">«> gehenkt worden, nachdem sich zuvor die Königin geweigert'hatte, ter ,mn Zw.« eine« Ä*""«*»'1'1** S**' C Ä »“ ordneten der großen Volksversammlung zu empfangen. — jn Birmingham fanden einige Unruhen dcßhalb statt, die Polizei lmt jedoch die Ordnung bald wieder hergcstellt. Daß man jedoch Befürchtungen aller Art gehegt, beweisen die Vorflchts- . maßregeln, welche die „Bank of England", sowie viele andere Institute in London gegen etwaige Brandlegungen, mit welchen i die Fenier gedroht, am 22. und 23. getroffen hatten. Petersburg, 21. Nov. Der Polemik betreffs der Einführnng der russischen Sprache in den Qstseeprovinzen gegenüber führt die offiziöse „Nordpost" ans . die Regierung erstrebe keineswegs eine untcrschicdlosc Vernichtung der Beson- dcrheitcu der Ostsceprovinzen, sic wende denselben vielmehr alle Fürsorge zu, verlange jedoch Untcrwerfnng unter die Principlen der Staatseinheit. Die Verbreitung der russischen Sprache m den Ostsceprovinzen werbe herbcigcfuhrt durch tue Solidarität mit den übrigen Provinzen und durch die mehr und mehr an- wachsende rnssische Bevölkerung. Die längst empfundcne Unbc- auemlichkeit der dcntschen Geschäftsführung bei den Behörden begründe die pflichtmäßige Anwendung der russischen Sprache. ..................... Sckippc dermaßen, baß bcricloc desinnungslos niebcrsiel unb nach wcnigcn Siunoen starb. Dcr Verbrecher wurde sosori cetbarttt unb in bas hiesig- B-zirksg-fangniß abgesuhn. Die «eciion bct * — Am Donncrstaz um bi- Mittagsstunbc enisrclen einem caw.u.m, wclcher mit zwei fcurigcn Vfcrben ton Den Marktplatz bin fuhr, Die Bügel. Di- Pfero« ranmen mit bcm Wazcn in bi- »->b,.tvrbe ter Höcke.innen, warfen Alles über Den Haufen unb richteten nicht uuvebcu tcnvcn Schaben an. Glücklicherweise wurbc Niemand verletzt. Der rano- mann mußte Schabenersatz leisten, war cr auch bereitwillig that. vffclibach. Da mebrfache Insulten gegen ote Po,ibebien,teten verzc^ kommen sind, so wurbc» bic Coirbucteure, weiche bcn Dienst bei vcr oahrpost vcrscbcn, seit cinigcn Tagen nut »Übeln bewaffnet Dcr hiesige Eonbucteur hatte am Donnerstag Abenb zwilchen Frankfurt unb hier Verania,jung von seiner Waffe bcn ersten Gebrauch zu machen. Em Knecht, bet einen mit Steine» beladenen Wagen bet Poft entgegen fuhr, konnte trotz Der lau en Warnungssignale dc« Postillons nicht zum Ausweiche» gebracht werben und rannte wieder dieselbe. Als der Postillon tcmielben laute Vorwur,- machte, wollte der Eonductcur im Wagen nachseh-n, durch was Die »turung ent- standen fei, kaum hatte er i-doch den Kopf jum Wagen berausgestreat po erhielt cr von dem Knechte einen Hieb mit Der Peitsche in« Gesicht. Jjurau ipranq ber Condueteur aus dem Wagen und drang mit b anker Wafte au Den Knecht ein, verhaf etc ihn und brachte ihn in bas nahe puschen au der Chaussee, wo das Octroi erhoben wirb. Hier würbe seine IntenNiat 1 f-stg-st-llt und cr der Behörde zur Anzeige gebracht. . .., . h 6 'JOtnini, io. Nov. In, »Mainz« Wochenblatt" wird tiriätr,. daß Die Höhe Der Leb-nsmittelpt-ise und Da« Herannahen bet kälteren, verDienst- loseren IahrcSzcit Die Central Armenverwaltung veranlaßt hab«, bei dem Gemeindcrathc Die Frage anzuregen, ob cS nicht gera.bc»cr|ckeui, Vorbrn. Hingen zu treffen, um, im Notfälle, eine größere «ertheilung von Lebens mitteln an UnterstützungSbcDÜrftigc veranstalten »» können, w » Armenvcrwaltung sich gleichzeitig erboten habe, un Falle Der ^nehrnigung für Die Ausführung besorgt zu sein. Unter Eröffnung eines be,onbcren dreD>tS erklärt sich Der Gcmcmderath mit Den Anträgen der Eommiffton einvcrstanben. Im Interesse Der Armuth muß man Diese» Beschluß unseres Gemcinderath-S gewiß freudig begrüße». Allein es »tackt einen peinlichen Eindruck, wenn man unmittelbar unter Dem eben mitgetheilten Artikel d«s ',W»chcnbIat i weiter lieft, Daß der Gemeind-rath zur Errichtung eines Grabdenkmals slir einen feiner verstorbenen Beigeordneten 700 st. bewilligt. *1.^,™ __Von unserer sorgsamen Polizei wurden wieder bei verschiedenen Bäckern größere Quantitäten an Brot konstszirt, das, frisch aus dem Qfen gekommen, mehrere Loth — mitunter a ch t Loth — zu leicht befunden der auch für andere Städte bcherzigenswerthe Punkte enthält: „In Nr. 312 ertönt eine Klage über das Aufhören der Militärwachen an den Thoren und die Zunahme der Bettler, die man nicht ohne Widerspruch lassen kann. Es ist traurig, dieses beständige Anrufen der Polizei zu hören, als wenn diese allmächtig wäre und nicht ebensowohl der Unterstützung der Bürger brauchte, wenn sie mit Erfolg wirken soll. Es scheint, dag Börne s Vorwurf noch immer begründet ist. Was sollen denn die Militärwachen, die wir nach vieler Mühe endlich losgeworden sind, helfen? Bettler Anfängen? Da käme man dem militärischen Ehrgefühle schön an! Verbrecher festnehmen? Die pflegen bekanntlich nicht aus das Erscheinen der Wache zu warten. Gerade bei Anfällen, wie sie in jüngster Zeit vorkamcn, ist cs nöthig, daß sich die Bürger selbst Helsen und auf jeden Nothruf gleich zu Hülfe eilen. Die Polizei kann nicht überall zugleich sein und ist auch nicht allmächtig. Raubanfällc, Diebstahl und Bettel kommen trotz Polizei und strenger Gesetze vor; ja sic waren oft da am häusigsten, wo die Gesetze am strengsten gehandhabt wurden. Es zeigt dieo, baß ihr Grund wo anders, in der inanzclhaften Erziehung, in schlechten politischen Einrichtungen und in materieller Noth zu juchen ist. Die jetzige Zeit des Mangels, die Vcrdicnstlosigkcit der unteren Volksklassen ist die Ursache des zunehmenden Bettels. Wir haben vor dem Jahre 1848 "dch wett mehr Bettler gehabt; vor fünf Jahren waren sie fast ganz verschwunden. Gegen Gewohnheitsbetllcr aber schützt sich das Publikum am besten selbst. Man gründe hier einen Armcnvcrein, wie er in benachbarten Städten besteht, und der Bettel hört auf. Wenn kein Bettler mehr in den Häusern etwas erhält, dann werden sie sehr rasch verschwunden sein. Selbst- Hülse,^das ist die beste Polizei!" Heivelberg, 18. Nov. Es befindet sich gegenwärtig ein Beauftragter des französischen Unterrichtsministcrs Duruv hier, der die badischen Volksschulen kennen lernen und darüber Bericht erstatten soll, Director und Schulinspector Joos aus Wcißenburg im Departement Niederrhein. In Begleitung eines badischen Oberschulraths hält derselbe unangemeldet Schulprüfungen in hiesiger Stadt und in der Umgegend, deren Ergebnisse seine Erwartungen in der Ncgel weit übertreffen. Als die Schulknaben in der kleinen Reichsstadt Neckargemünd dem französischen Schulinspector aus freiet $ant die Karte von Frankreich in richtigen Umrissen und mit den Haupt- büsscn und Städten aus die Wandtafel zeichneten, vergaß er in der That baä alte „nil admirari“. Da er durch Fragen selbstthätig in die Prüfung cingreist, um sich vollständig zu überzeugen, daß es sich hier nicht etwa um ein Blendwerk durch Präsentation einzelner begabter Schüler handelt, so wird er t>em französischen Untcrrichtsminister um so zuverlässiger berichten können, wie weit die Nation, welche bisher „an der Spitze des Fortschritts zu marschircn" sich rühmte, in der Volksbildung und allgemeiner Intelligenz hinter der deutschen zurück ist. Mannheim, 20. Nov. Ohngeachtct seither bic österreichischen Vcr- kehrsanstaltcn das Möglichste aufbotcn, mit den eoursplanmäßigen Zügen die massenhaft in Wien sich eonecntrirenden Getrcibesendungen abzuführen, erwies sich der Versandt < selbst auf Umwegen, wie Bodenbach i gleichwohl als unzureichend. Zur gründlichen Beseitigung des Uebelstandes wurde nun von maßgebender Stelle ermöglicht, daß von Montag kommender Woche an regelmäßig täglich ein Scparat-Getrcidezug von Wien hierher abgefertigt wird, bem sich, soweit nöthig, ein zweiter zur Verbringung nach Romanshorn anschlicßcn wird. Wir dürfen unter bewußten Umständen wohl hoffen, daß sich hieraus günstiger Einfluß für das eonsumircnde Publikum baldigst fühlbar machen wird. Villingen, 12. Nov. Gestern Nachmittag flog ein Theil der Pulver- fabrif in Nievcrschach in bic Suft. Gin donnerähnlich e8 Getöse, stundenweit hörbar, bezeichnete die Catastrophc. Zwei Gebäude, die Pulvermühle, in welcher die Explosion entstand, und das Trockenhaus, sind gänzlich zerstört; in einem j etwas entfernter stehenden Haus. dessen Dach zertrümmert wurde, waren ! etwa 100 Gentner Pulver aufbewahrt, welche glücklicher Weise unversehrt geblieben. Dagegen haben 50 — 60 Ctp. in den beiden anderen Räumen eine unsägliche Verwüstung angcrichtet, und was das Beklagcnswcrthestc ist, ; Menschenleben sind zu in Opfer gefallen; ein beurlaubter Soldat und j ein Vatcr von zwei Kindern ieei.cn in dem verhängnißvollcn Augenblick in der Mühle beschäftigt, ihre Glieder konnten, nur mit Mühe zusammengclesen werden. lOberh. Kur.) » 3 Holionzollct ii, 13. Nov. Gestern fand auf der Burg Hohenzollcrn die Vermählungs-Feier des Generals Steinmetz mit der 17jährigen Tochter des Brigade Generals v. Croßig ans Pofen statt. Der General zäblt 71 Jahre. Köln, 9. Nov. Die vielbesprochene Criminal-Procedur gegen den wegen einer Reihe von Fälschungen angeklagten ehemaligen Sekretär der j Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft, Philipp Henrich von hier, der bekanntlich | zu Ende vorig«! Jahres flüchtig wurde, nach Nordamerika ging und dort auf Betreiben der Direetion der genannten Gesellschaft verhaftet und hierher ausgeliefert wurde, hat in diesen Tagen vor dein hiesigen Schwurgerichte stattgcfuiidcn und mit einer Schuldigcrklärung des Angeklagten und mit Werurtheilung desselben zu I Jahren Zuchthaus, sowie 750 Thlr. Geldbuße geendet. Da, wie bei den Verhandlungen erwähnt wurde, die Kosten der Verhaftung in Amerika, des Ausliefcrungsverfahrcns und des Transports nach Köln sich auf ca. 6000 Thlr belaufen, so beträgt der Gcsammtverlust, welchen die Rheinische Eisenbahngesellschaft durch den Angeklagten erlitten, ungefähr 14,000 Thlr. Hulberstudt. Der Fleischer Pickert dahier, deffen Sorglosigkeit das größte Unglück der Trichinen Krankheit über die Stadt gebracht hat, ist zu 5 Jahren Gefängnis und 50 Thlr. Geldstrafe verurtheilt. W* Berlin, 8. Rov. Jin hiesigen Frcmdenblattc liest man: „Eine gewiß ) feltenc Geistesgegenwart bewies ein junges Mädchen vor einigen Tagen. Als dasselbe auf seine Schlafstube kam und im Begriffe, sich ausznklciden, vor den Spiegel trat, bemerkte sie durch denselben unter ihrem vis-a-vis dem Spiegel stehenden Bette einen Fuß hervortreten. Schnell gefaßt, machte sie in gleichgültigem Tone eine Aeußerung, nach der sic etwas vcrgeffcn hatte und entfernte sich ans dem Zimmer, dasselbe hinter sich verschließend. Bald darauf wurde die Thür geöffnet und es erschien ein Polizeibeamtcr mit rnehreren Hausbewohnern, die den ungebetenen Gast, einen gefährlichen Einbrecher, aus seinem Verstecke hervorholten. Beim Verlassen der Wohnung an der Seite des Polizcibeamken machte der Strolch seinen Gefühlen noch durch eine gegen die Dame ausgesprochene Drohung Luft." Brrlin. Kurz vor Eröffnung des Landtages fand eine eigen thumliwe Probiiung des von. der Fabrik Stampf und Elsner auf- | gestellten neuen Ventilations - Apparates in dem Abgcordnctenhausc statt- i «ammtliche beim Bau beschäftigte Arbeiter, etwa 300 Personen, erbiclten. । Eigarren und nahmen im Saale Platz. Dao Tbcrmometer war nach drei . Stunden nicht mehr als um einen Grab gestiegen und die Lust ,,n Hause war >chie durchaus reine. Der Apparat scheint sich somit gut zu bewähren. Berlin. Oie bisher im Gebrauch befindlichen Freimarken und Franko Eouvcrts werben ber „Voss. Ztg.- zufolge zum 1 Januar k. I. im ganzen (Sebicte des norddeurjchcn Postverbandcs außer Gebrauch gesetzt. Dagegen werden für alle Länder des oben bezeichneten PostgedieteS Freimarken in den Werthbetragen von ' 4, >,3, >,,1,2 und 5 Sgr. emgeführt. Die Herstel- ; lung und her Vertrieb von Franco-Couverts gehen vom l. Januar k. I ab ans die Privat Industrie über. Bis zu dein Zeitpunkte, wo die Pnvat-Jn- : dustrie sich dieses Geschäftszweiges vollkommen bemächtigt Haben wird, werden noch Franco-Eouverts zu dem WcrtHbetrage von 1 Sgr. durch die Post- anstalten in beschränktem Umfange verkauft werden. --Die peruanische Regierung macht zur Zeit auch wiederum Per suche, auswanocrungsliistige Deutsche an sich zu locken um dort eine deutsche Colonic zu bilden. Sic bedient sich dazu besonderer Agcntcn, welche sich pro Kopf eine Provision zahlen lassen, um ihre Opfer dann später in das nackte Elend hinein zu führen. Es möge daher wiederholt gewarnt sein vor einer Auswanderung nach Peru und sind auch die Regierungen hebern Orts ver- । anlaßt worden, aus solche Agenten zu vigiliren und event. das Strafverfahren . gegen sie einjuleiten. Kyritz, 12. Nov. Gestern Nachmittag hat sich hier ein Todtscklag ereignet. Der Quarticrmcister der 4 Schwadron des UlancnregimcntS Nr. 15, Unteroffizier Both, hat sich bei einer Kammer - Eontrolc seines Escabronchcfs nach heftigem Wortwechsel hinreißcn lassen, einen Pistolcnichuß I auf diesen abzufeucrn. Die Kugel durchdrang den Kopf; Rittmeister v. Woedlke verschieb noch an demselben Abend. Der Unteroffizier Hai seine That selbst j gemeldet, aber angemclüct, zur Nothwchr gezwungen gewesen zu fein. (9?. Pr. Z.) Vtinnover. Dr. jur. Böck m a n n aus Darmstadt ein noch junger I Mann ohne jegliche Epiftcnzmittcl, traf am 4. Oetober hier ein und nahm in Harlmann's Hotel Logis, sich den Charakter eines Staatsanwalts aus i Lübeck beilegend. Als seine Rechnung 79 Thlr. belief, und er noch immer keine Miene machte, Zahlung zu leisten, schien es dem Hotelbesitzer mit dem j Staatsanwalt doch nicht recht geheuer. Er machte Anzeige bei der Polizei i und veranlaßte seine Verhaftung, da sich inzwischen hcrauSgestcllt, daß man es mit einem Manne zu thun hatte, der schon in Bremen 70 Thlr. Schul- I den in einem Gasthofe contrahirte. Die Strafkammer hatte über diesen Fall zu verhandeln. Der Gerichtshof nahm den Betrug nid;t als erwiesen an, vcrurtheilte den Angeklagten dagegen wegen unberechtigter Beilegung eines Titels zu 4 Wochen Gefängniß. Kassel Der „Augsb. Allg. Ztg." schreibt man „Aus Kurhessen," 27. Ott.: Die Eröffnung der Hanau Bcbracr Eisenbahn, die den Ansichten der Regierung zufolge schon im kommenden Mai erfolgen sollte, ist durch einen Unfall am Distelrascn wieder in weite Ferne gerückt. Der Diftelrasen, die Wasfcrscheibe zwischen der Weser und dem Rhein, sollte nicht mit einem Tunnel versehen, jonDern durch einen kolossalen Einschnitt von oben für die Bahnzwcckc tauglich gemacht werden. Dieser Einschnitt war schon ziemlich weit vorgerückt, als er neulich durch einen Erdrutsch völlig unbrauchbar gemacht worden sein soll. Man will nun den alten Plan ganz aufgeben und an einer tauglicheren Stelle den Ucbergang suchen. Die Schuld ffoll einen aus Preußen berufenen Oberingenieur treffen, der den Durc, schnitt etwas zu niedrig in das Ouellengcbiet des Bergrückens gelegt und so selbst die Erdrutschungen verschuldet hat. Aus Ostpreußen. Die diesjährige Mißernte wird von manchen Leuten auf eine Ursache zurückgeführt, die man als Grund für die Per schlechtcrung des Klimas überhaupt betrachtet, nämlick) das gänzliche Ansroden der Wälder. Die Wälder regeln die Niederschläge; wo sic fehlen, wechseln, äußere Dürre mit Ucberfütte von Regen, und zwar jahrgangsweise. Eines so feuchten Jahres, wie dieses, weiß man sich kaum zu entsinnen. Der Boden ist so durchweicht, daß auch die nächstjährige Ernte bereits jetzt fast verloren zu geben ist. Das Pregelthal, von der Mündung bis zu den Quellen hinauf, steht, so weit man sehen kann, unter Wasser. In der Hundtau (der Haffniederung bei Brandenburg), wd das beste Mastvieh unserer Gegend herkommt, fährt man auf Kähnen von Ort zu Ort. Das Heu ist zwar auf den Anhöhen geborgen, aber total naß, und auf vielen Gütern schon muß das vom nassen Futter kranke Vieh schleunigst geschlachtet werden, ehe es fällt. In Fuchshöfen ist der letzte Weizen am 21. Oktober Angebracht. Gerste und Hafer liegen noch draußen unv werden möglicher Weise nicht mehr eingeholt werden können. Erbsen sind in diesem Jahre nicht reif geworden. Spalwrsrüchtc, als Wein, Pfirsiche und Aprikosen, sind grün geblieben. Feine Steinobstsortcn, welche sonst im August reif vom Baume fallen, stnd erst pflück- und eßbar, aber nicht vollkommen reif. (kuglauv. Im Kohlenbergwerk Fcrndale in Südwales ist am 8. Nov. durch schlagende Wetter wieder ein großes Unglück entstanden, wobei eine große Anzahl Bergleute um'S Leben kamen. Nach neueren Nachrichten sind eine Anzahl Bergleute gerettet; dagegen wird noch außer 53 als Leichen ans Tageslicht gebrachten, eine große Zahl Bergleute vermißt. Im ganzen sollen 170 Menschen um’b geben gekommen fein.__________________________________ Zur ^fadbriebt und Warnung. So sehr die Concurrenz im Sinne des Wortes dem Consumenten zu Gute kommt, ebenso verabscheucnswerth ist dieselbe, wenn sic» durch Nachahmung den Käufer zu täuschen sucht. — Ungeachtet allen gesetzlichen Schutzes werden die Ttollwerck'schen Brust-Boybons in ihrer äußern Verpackung vielseitig auf das täuschendste nachgeahmt, ja sogar die Firma des Fabrikanten hierzu mißbraucht! Bei dem industriellen Wettkampfe aller Länder in Paris, wo alle nur denkbaren Hausmittel als: Brustsyrups, Pastillen, Pectorinen, Pasten, Elirire, Ertracte ic. ic. vertreten waren. wurde seitens der internationalen Jury nur den Ltollwerck'ichen Brust-Bonbons die Preis-Medaille ;u- erfannt, ein Beweis, daß die Composition des Konigl. Geh. HofrathS und Universitäts-Professors Dr. Harlcß noch von keiner Seite erreicht ist! Möge daher der Leidende sich beim Kaufe von der Richtigkeit der Packung, der vollständigen Firma und dem Vorhandensein des Hof-Lieferanten-Siegels des Fabrikanten überzeugen. (4319) Das Jahr 1866 und die Lebensversicherung. Wie das Jahr 1866 in so viele Verhältnisse theils neu gestalten«, theil« schwer drückend oder wohl gar lösend eingriff, so war eS auch ein Prüfstein für die Lebensveeficherungsanstalten. Ihnen traten ja zwei mächtige Feinde gegenüber, die ste sehr zu schädigen, namentlich die Reihen der Versschenen stark zu lichten drohten: der Krieg und die Cholera. Aber die Anstalten haben diese Prüfung wohl bestanden Da« Bremer Handelsblatt besprach vor kurzem in seinem ähnlichen Generalberichte die auf diesem Gebiete von den deutschen Anstalten im Jahr 1866 erzielten Resultate, aus welchem Berichte wir die nachfolgenden Zahlenangaben entlehnen. Während der Versich.ruugS- beftand am Anfänge beS Jahrs sich bei den bestehenden 32 deutschen Lebens- I Versicherungsanstalten zusammen auf 281,276 Personen mit einer Gesammt- verstcherungSsumme von 279,122,656 Thlrn. bezifferte, erhob dmelbe sich durch einen Zugang von 55,981 Personen und 50,743.036 Thlrn.. nach Abzug deS Abgangs, bis zum Jahresschluß auf 305,433 Personen, welche mit 300,559,654 Thlrn. versichert waren. Für verstorbene Versicherte wurden — mehr als in allen früheren Jahren — 6,031,301 Thlr. ausgezahlt, und dadurch gewiß vielen der bedruckte Muth wieder aufgerichtet, der um den Verstorbenen trauernde Blick dem Leben wieder zugewendet. Daß die durch die KriegSverhältmsse herbeigefuhrte Unsicherheit im Geschäftsverkehr und die für einige Zeit auf eine ungemeine Höhe gesteigerte Geldnoth auf da« Lebensversicherungsgeschäft ihre Entwirkung nicht verfehlt haben, darf um so weniger befremden, als die Lebensversicherung vorzugsweise ein Product des Friedens ist, und nur da zum mächtigen Baume gedeiht, wo fein mitte« Seepier herrscht. Schritt der Zugang an neuen Versicherungen bei Beginn de« Jahrs erfreulich und vielversprechend vorwärts, so verringerte sich doch die Versicherungslust nach wenigen 'Dlonaten in demselben Grade wie die Kriegsbesorguiß stieg. Der wirkliche Ausbruch des Kriegs brachte sie auf ein Minimum herab. Glücklicherweise nahm der rasch entbrannte Krieg einen eben so raschen Verlauf, so daß nur während weniger Wochen da« Lebensversicherungsgeschäft durch denselben darniederlag, und sich bald wieder hob Die Kriegsereignisie brachten aber auch manche schon bestehende Versicherung ohne den Tbd ihre« Träger« wieder zur Lösung. Dieser Abgang bei Lebzeiten nahm so zu, daß er sich im Durchschnitt bi« auf 7 Prozent des gesummten Versicherungsbestandes, bei einzelnen Anstalten aber sogar auf 16 und 17>/2 Prozent erhob. Am niedrigsten mar derselbe bei der Gothaer Bank, denn er betrug bei dieser Anstalt nicht mehr al« in friedlichen Zeiten, nämlich nur etwa ein Prozent. Zur Sicherstellung der laufenden Risiko« dient ein Garantiefonds, bet sich bei allen in Betracht kommenden 32 Anstalten, abgesehen von den Aetienkapitalien, auf etwa 41 Millionen Tbaler beläuft, wovon auf die Gothaer Bank. die größte deutsche Anstalt dieser Art, etwa 14 Millionen treffen. Die Berwaltungskosten schwankten zwischen 4,zg Prozent und 24,37 Prozent der JahreSeinnabrne, welche letztere sich überhaupt auf etwa 12 Mill. Thaler belief. Abgesehen von den obigen inbirecten Nachtheilen hat der Krieg den Lebensversicherung« - Anstalten nur wenig bitecte Verluste verursacht. Viele Anstalten erklärten sich zwar bereit gegen Grtraprämien auch die Gefahr des activen Kriegsdienste« versicherter Militär»,rsonen, welche nach den allgemeinen Bedingungen von der Versicherung« Garaniie ausgeschlossen ist, zu übernehmen ; da aber nach der Natur der Sache die @rtra»rämie nicht gering sein kann (sie betrug für den letzten Krieg 5 und 10 pGt. der Versicherungssumme), so haben nur wenig versicherte Militärpersonen von diesem Zngeständniß Gebrauch gemacht. Die meisten ließen ihre Versicherungen für die Dauer de« Kriegsdienstes suSpendiren. Dadurch entgingen zwar den Versicherungskassen die Ertraprämien, sie blieben aber auch von den Zahlungen für die Todesfälle versicherter 'Militärs während oder in Folge de« Kriegsdienstes befreit. Viel b> deutender waren die durch die Cholera verursachten Verluste. So weit sich dies aus den Rechenschaftsberichten der 32 Anstalten, welche darüber genauere Auskunft ertheilt haben, ermitteln ließ, waren von denselben im Ganzen 934,915 Thlr. für die durch Cholera verursachten Todesfälle zu vergüten — ein Verlust, welcher um so schwerer in'8 Gewickit fällt, als zu dessen Deckung ni Wy........5 " — „ „ „ Pl......... 1 » j5 w » H ........ V 11 „ „ N. N........ 1 „ 4o „ ,r P-P........ J " ~ " „ „ I. H........ 1 e, 30 „ » » Sch........ 1 » " „ „ W........- » 30 „ " „ v. K........9 „ 30 „ „ „ H- R. K....... 1 „ 45 „ „ „ Blr........— h 30 „ „ Frau K.........— „ 24 „ Aus dem grud). Stübchen .... 1 „ 45 „ Von Hrn. Dr. U.......2 „ „ ,, .. F- Blr....... 1 » — " „ „ N. N........ 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