Amtigc-Wsll 1S67 Samstag den 23 Februar M IG für die Provinzialhauptstadt Gießen, (jlmtsöfalt heg Xrcifes gichen.) ___ — *7T-—1 fl 42 fr., für Auswärtige incl. des rorschrifts- Srscheint wücheutlich zwei Mal: Mittwocbs und Samstags. - Preis des^ahrg°n§, ft.r^ h l^anzleiberg tit. B. Nr. 1). mäßigen Pvstauischlags 1 st- 42 kr. - Auswärts absnn.rt man fich be, allen zwstamtt^-- Amtlicher T h e i l Bekanntmachung. Itr ,. JE ».i. 2 »«" *** Ki,‘ * ,urud8“"8’"' Fronhausen, am 20. Februar 1867. K°mg üches ^ustlzamt. yät. Kornemann. XJ l C l V l 4 *4? * _______ Gerichtliche nnd Privat-Bekanntmachungen. 27 Stecken Eichen-Scheidholz, 624) Die am 13. v. Mts. im Oppen- wokon die Steigerer hiermit in Kenntnis 16 43 93 Die Bestellung eines Ersatzmannes bei der Nachtwache. 666) Für vorbemerkte Stelle werden wir Anmeldungen bis zum 6. März l. I. entgegennehmen. Gießen, den 22. Februar 1867 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. gesetzt werden. Oppenrod, den 25. Februar 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Oppenrod. Weis. 1866 für die Beförderung von Gütern, Fahrzeugen und sonstigen Transportgegen- ständen auf der Main-Weser-Bahn wird em vom 1. März d. I. ab gültiger Nachtrag, enthaltend ermäßigte Tarifsätze für den Transport von Rohproduc- tcn, ausgegeben, der bei den diesseitigen Gütercxpeditionen zu erhalten ist. Cassel, am 14. Februar 1867. Die Central-Direcüon der Main-Weser-Bahn. Die Uebernahme der Pflege von Waisenkindern. 595) Es sollen mehrere Waisenkinder in Erziehung und Pflege gegeben werten. Wer eines oder mehrere derselben zu übernehmen wünscht, wolle dieses bei uns anzeigen. Gießen, den 18. Februar 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Cubikfuß, versteigert werden. , Die Zusammenkunft ist im District Ham an der Bieber. Rodheim, am 18. Februar 1867. Der Beigeordnete: Schlierbach. besondere Nekaimtmachlmgen. röver Gemcindewalbe abgehaltene Holzver- 658) Zu dem Tarif vom 1. Februar steigerung ist genehmigt und ist der erste 1866 für die Beförderung von Gütern, Abfuhrtag auf den 25. d. Mts. festgesetzt. „ „ Prügelholz, „ „ Stockholz, 2274 Wellen „ Reisholz, 272 Eichen-Stämme mit 13694 Eublkf., 4 „ Stangen „ 20 „ Die Zusammenkunft ist auf dem Trieb. Gegen Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. August d. I. gestattet. , Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in den dortigen Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 18. Februar 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Versteigerungen. Vergebung von Wegbauarbeiten im Gießener Sladtwalde zwischen den Distrikten Blumenberg u. Schneeberg. 600) Die in vorbemerktem Bezirk nöthi- gen Wcgbauarbeiten, veranschlagt zu 379 fl., sollen Dienstag den 26. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, in unserer Geschäftsstube öffentlich versteigert werden. Gießen, den 19. Februar 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _____________ Vogt.__ Holzversteigerung im Gießener Stadt- walde. 601) Montag den 25. Februar 1867, Vormittags von 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Dlstnct Stolzenmorgen, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: Polizeiliche Pekanulmachung. D°s Beilage» der * «..H* f** Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß rn den vor der St g g auch weibliche Dienstboten bis tief in die Nacht zechen. betreffenden Dienstherrschaften ersucht, ihre weiblichen Dienst- .............. ** - 596) Montag den 25. d. Mts., des Morgens von 9 Uhr an, sollen im hiesigen Gemeindewalde nachstehende Holzsortimente, als: 79‘/2 Stecken Eichen-Stockholz, .2 „ Buchen- ,, 75 Wellen „ Reisholz, 117 Eichen-Werk- und Bauholz-Stamme von 10 bis 18 Zoll Durchmesser und 20 bis 45 Fuß Länge, mit 6139 Verkauf eines Gartenhäuschens. 599) Das der Stadt gehörige, in dem ehemals Laubcnheimer'schen Gart n auf dem Seltersberg stehende Häuschen soll • Samstag den 23. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, an Ort und Stelle auf den Abbruch öffent- lich an den Meistbietenden versteigert werden. Gieszen, den 18. Februar 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Bogt. H o t z v e r st e i g e r u n g. 556) Im Licher Stadtwalte, District Plattenwald, kommen den 25., 26. und 27. d. Mts. nachverzeichnete Holzsortimente zur Versteigerung: 1) Montag den 25. und Dienstag den 26. Februar: 494 Eichen-Stämme und Stangen von 4 bis 18 Zoll Durchmesser und bis zu 51 Fuß Länge, 77 Fichten Stämme und Stangen von 4 bis 21 Zoll Durchmesser und bis zu 95 Fuß Länge, 10 Buchen-, Birken- u. Aspen-Stämme. Eine Quantität Eichen-Prügelholz, gesetzt in 10 und 15 Fuß Länge-Stecken, geeignet zu Werkholz. 2) Mittwoch den 27. Februar: 426 Stecken Buchen- und Eichen-Scheid- und Prügelholz, 211 Stecken desgl. Stockholz, 10505 desgl. Wellen. Der jedesmalige Anfang ist Morgens 8 Uhr am Licher Feld. Lich, den 13. Februar 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Helm. H o l z v e r st e i q e r u ll g. 625) Montag den 25. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, sollen im hiesigen Gemeindewalde, District Dörfelsberg: 16 Stämme Nadel-Bauholz von 25 bis 50 Fuß Länge und 5 big 8 Zoll Durchmesser, zusammen 179 Cubik- fuß enthaltend, 9 Eichen-Stangen mit 20 Cubikfuß, 51 Buch n- „ „ 49 632 Fichten- „ „ 1221 21V4 Stecken Buchen Prügelholz, 61/, „ „ Stockholz, 3% „ Nadel- 3800 Wellen Eichen-Reisholz, 1100 „ Nadcl- meistbictend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im District selbst. Großen-Buseck, am 19. Februar 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. Wagner. 565) Montag den 25. Februar, Vormittags 10 Uhr, lasse ich in meiner Wohnung: 3 neue Hobelbänke und verschiedenes sonstiges Schrci- nerwerkzcug, darunter eine vorzügliche Klopp- Säge, sowie 8 neugefertigte Kleiderschränkc (ein- unv zwcithürig), 4 neue Wirthstische mit Lchnbänkcn, 6 neue Bettladen und verschiedenes Hausgeräthe öffentlich meistbietend versteigern. Lollar, den 15. Februar 1867. Wißner, Schreinermeister. Holzversteigerung. 621) Dienstag den 26. und Mittwoch den 27. Februar l. I., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, sollen im hiesigen Gemeinvewalce, Distric- ten Lahnkopf und Birken, nachverzeichnete Holzsortimente, als: 125 Fichten-Stämme von 7 bis 17 Zoll Durchmesser und 50 bis 105 Fuß Länge, 5534 Cubikfuß enthaltend, 5619 Fichten-Stangen (Bohnenstangen rc.), 1162 Cubikfuß enthaltend, 13 Eichen-Stämme von 6 bis 19 Zoll Durchmesser und 20 bis 55 Fuß Länge, 219 Cubikfuß enthaltend, 341 Eichen-Stangen, 417 Cubikf. enth., 2 Birken - Stämme von 6 bis 27 Zoll Durchmesser und 12 dis 15 Fuß Länge, 73 Cubikfuß enthaltend, 4 Stecken Nadel-Scheibholz, 1 „ Aspen- 7'/a „ Buchen-Prügelholz, 32 „ Eichen- „ 29'/4 " Aspen- 3 „ Nacel- „ 10'4 » Buchen-Stockholz, 12'4 » Eichen- „ 11 '4 „ Aspen- „ 25'4 - Nabel- 4125 Wellen Eichen-Reisholz, 5875 „ Nadel- meistbietend versteigert werden. Das Bauholz liegt in unmittelbarer Nähe der Landstraße und soll dasselbe Dienstag den 26., und das Brennholz Mittwoch den 27. Februar zur Versteigerung kommen. Die Zusammenkunft ist jedesmal an der Landstraße an der Tiefenbach. Staufenberg, am 19. Februar 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Staufenberg. Fischer. Lau-, Welk- und Nutzholz-Versteigerung in der Fürstlichen Ober- försterei Lich. 591) Mittwoch den 27., Donnerstag den 28. Februar und Freitag den 1. März, jedesmal Morgens präcis 9 Uhr, sollen im District „Höler" am Garbentcicher Weg verste gert werden: 322 meistens starke Eichen-Stämme mit 10586 Cubikfuß, 1742 Fichten- und Kiefern - Stämme mit 3U5O1 Cubikfuß. 536 Eichen- und Birken-Wagnerstangen mit 1469 Cubikfuß, 2719 starke Fichten - Stangen mit 15575 Cubikfuß. Lich, am 19. Februar 1867. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt. ckPolzversteigerung im Auneröder Gemeindewalde. 597) Donnerstag den 28. Februar und Freitag den 1. März 1867 soll im Anne- röder Gcmeindewalde, Districten Altenfeld, Köpfet, Haarkopf und Altenberg, nachver- keichnetcs Gehölz öffentlich versteigert werden. D o n n c r st a g den 2 8. 267 Eichen - Stämme 105 Nadel- „ 37 Eichen-Stangen 29 Nadel- „ 115 Eichen - Stämme 3 Nadel- „ 100 „ Stangen Februar 1867 mit 3085 Cbkf. „ 2080 „ „ 150 „ „ 57 „ „ 2915 „ u 31 „ „ 203 „ Freitag den 1. März 1867: 3 Stecken Buchen-Sckeibholz, 7, „ „ Prügelholz, 2 „ „ Stockholz, 75 Wellen „ Reisholz, 15'4 Stecken Eichen-Prügelholz, 14'4 „ „ Stockholz, 750 Wellen „ Reisholz, 46 Stecken Nadel-Prügelholz, 33 „ „ Stockholz, 3859 Wellen „ Reisholz. Die Zusammenkunft ist am ersten Tage des Morgens um 9 Uhr im Altenfeld und am zweiten Tage des Morgens um 9 Uhr am Müllerweg. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli 1867 gestattet. Annerod, am 17. Februar 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Seipp. 582) Dienstag den 26. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, läßt Christoph Meyer zu Großen-Buseck: 1 Wagen mit Zubehör, mit eisernen Achsen versehen, 1 Pflug und 1 Egge, 2 Waschbütten und verschiedene Fässer, 1 Futterbank und sonstige Oeconomie- und Hausgeräthe, sowie circa 30 Centner Heu, 20 „ Grummet, etwa 24 Fuder verschiedenes Stroh, 120 Centner verschiedene Erdgewächse, 20 Malter Kartoffeln, auf freiwilliges Ansuchen meistbietend versteigern. Großen-Buseck, am 16. Februar 1867. Gxoßherzogliches Ortsgericht Großen - Buseck. Wagner. Holzverfteigerung. 629) Mittwoch den 27. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, District Hoherberg: 5 Stämme Eichen-Banholz von 10 bis 40 Fuß Länge und 9 bis 24 Zoll Durchmesser, zusammen 347 Cubikfuß enthaltend, 2 Stämme Nadel-Bauholz mit 33 Cubikfuß, 16 Stämme Buchen - Wcrkholz mit 305 Cubikfuß, 77 Eichen-Stangen mit 58 Cubikfuß, 2 Buchen- „ „ 4 86 Fichten- „ „ 156 „ 153 Stecken Buchen-Scheidholz, 1 „ Eichen- „ 22'4 h Buchen-Prügelholz, 75% „ „ Stockholz, 4 „ Eichen- „ 4375 Wellen Buchen-Reisholz, 75 „ Eichen- „ 475 „ Nadel- „ meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde im District selbst. Großen-Buseck, am 21. Februar 1867. Großherzoglicbc Bürgermeisterei Großen-Buseck. W a g n e r. Holzverstcigcrung. 581) Mittwoch den 27. d. MtS., dcs Morgens 9 Uhr anfangend, sollen in dem Steinbacher Gemeindewalde, M 18 -Selhc, ’M "L> Tag- *'*> «>> 1M Ul» 9 Uhr ?KMt wird I|ltt£i 3InnCrot. ■ Mts, " hr an, 1 »nt etfernen ch'kdene Faffrr, '9e Dtconohüt- M circa tea Roh, ^dgkivächse, eistbietend »tr< Februar 1867, es Ortsgericht Luseck, 1er. : r u n g. ). Ms, hr an, nndeivalde, Di< olz von 10 bis 9 bis 24 Zoll tn 347 Gubif« oiz mit 33 Cu- Holz mit 305 >8 Cubiffuß, 4 „ >6 11 dholz, elboiz, h°>z- ■jHr btftiittmW Februar 1867. zörgeriueisterkl iu[ed. E r u n 9' Mts., SL* Districten Embach und Hegheck, nachver- ^eichnele Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert werden, als: 139 Stecken Buchen-Scheidholz, 47'/, „ „ Prügelholz, 69 ,, „ Stockholz, 3350 Wellen „ Reisholz, 64'4 Stecken Kiesern-Prügelholz, 40 „ „ Stockholz, 4150 Wellen „ Reisholz, 6 Küfern Stämme von 150 Cubiksuß. Der Aiüang ist um die bestimmte Stunde im District innbach >n ter ersten Schneiße. Steinbach, den 15. Februar 1867. - Großhcrzogliche Bürgermeisterei Steinbach. Horn. 681) Nächsten Dienstag, den 26. d. Mts., von Bormittags 9 Uhr an, soll in dem W>eseckcr Gemeinvewalke, Di- slrict Teufelepfützc, nachstehendes Holz ver- stcigerr werten, als: 96 Stecken Buchen-Scheitholz, 46 „ „ Prüg-.lholz, 38 „ „ Siockholz, 2650 Wellen „ Reisholz, 20 Stecken Eichen - Scheidtvlz, 28 „ „ Prügelholz, 42 „ „ Stockholz, 1200 Wellen „ Reisholz, 2 Stecken Nattl - Prügelholz, 2 „ „ Stockholz, 300 Wellen „ Reisholz, 210 Eichen - Stämme bis zu 24" Durchmesser, 5«29 Cubcksuß enthalt nd, 4 Buchen-Stämme, 154 Cubiksuß enthaltend, 33 Kiesern-Stämme, 437 Cubiksuß enthaltend, 1 Birken-Stamm, 3 Eichen-Stangen, 6 Kiefern- „ Das Brennholz kommt des Bormittags und das Bau- und Werkholz des Nachmittags zur Bersteigcrung. Wieseck, den 21. Februar 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. L a n g. j'eiCgeüotenes. 606) Alle Sorten Mineralwasser aus hiesiger Fabrik, sowie vorzügliches Flaschenbier, ü Flasche 6 und 7 kr., empfiehlt Julius Roth, Neustatt. 636) Sonnenschirme neuester Fa?on, in großer Auswahl, bei N. Simon, Schirmfabrikant. 660) Pariser Chignon-Kämme und Pfeile in neuester Fa^on, Glace- Handschuhe in allen Farben und Großen empfiehlt zu den billigsten Preisen L. Kohlermann. Oesen und Kochherde zu Steinkohlen- und Holzfeuerung, Stein- kohlenkalsten und Feuerungs-Ne- auisiten empfiehlt ß225) I. G. D. Bapst. 623) Bei Frau Kreisgerichtsrath Diesterweg in Wetzlar ist eine Chaise (Wiener Wagen mit Glasverdeck), ein vollständiges englisches Pferdegeschirr, zwei Sättel, Reitzeug, ein Damen- Sattel rc., Alles in sehr gutem Zustande, zu verknusen. U Das ächte Russische Magen Clixir I | „Malakoff", 1 LH erfunden und nur ächt fabricirt von Kuast St l5omp. 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Es ist bereits früher verschiedene Male nachgewiesen, daß Vie patentlkten Johann Hoff'schen Malzheilnahrungsmittel: das Malzextract-Gesundheits- bier, die Malz-Gcsundheits-Chocolade, das Chocoladen-Pulver, der. Brustmalz-Zucker und die Malz-Bonbons aus der Dampfbrauerei und Chocoladcn-Fabrik des Königlichen Commissionsraths und Hoflieferanten, Herrn Johann Hoff zu Berlin, Neue Wilhelmsstraße 1, ihres vorzüglichen Gehaltes wegen nicht nur über ganz Europa, sondern auch theilweife über die übrigen Erdtheile verbreitet, von wissenschaftlichen Societäten in Deutschland, England und "Frankreich mit den ersten Preismedaillen ausgezeichnet, besonders von den größten Aerzten Europas viel gerühmt, und in Kranken-Heil-Anstalten, sowie tn Königlichen Lazarethen mit den günstigsten Erfolgen angewandt worden sind und noch anqewendct werden. Wir empfehlen daher dieselben hiermit allen Gesunden als wohlschmeckende, und ras Wohlbefinden conlervirenve Getränke, und Kranken zur Beschleunigung ihrer Genesung. Ueber 2000 Aerzte rathen zum Gebrauche des Malzextract- Gesunvheitsbieres und der Malz - Gesundbeits - Chocolade als vortreffliche, stets sofort anwendbare Heilnahrungs-, liät- und Stärkungsmittel bei Hämorrhoidal-, Magen-, Lungen- und Brustbeschwerden, sowie auch bei Nervenleiden und Husten, indem dadurch gleichzeitig die Verdauung geregelt und befördert wird. Der Brustmalz-Zucker und die Mal - Bonbons leisten durch Lösung des Schleims bei Aihmungsbeschwerden sehr gute Dienste, und das auch zu Suppen benutzbare Chocoladen-Pulver eignet sich besonders für Säuglinge und schwache Kinder. Des Hoflieferanten Johann Hoff Filiale in Köln, Komödienstr 2t». Depot bei Herrn Julius Wallach am Markt, in Gießen. (Kölnisches Haarwasser), l. d. N. Moras' haarstärkendes Mittel, hat u. a. auch die Wirkung, die so lästigen Schuppen über Schinnen in drei Tagen vollgandig bCftiliÄöht a Rhein. A Maras 8t 6omp, Hoflieferanten Sr. König!. Hoheit des Fürsten zu Hohenzollern-Sigmaringen. Aecht zu haben in Gießen bei der Cxped. dieses Blattes, ’ $ in Wetzlar bei Wilhelm Brauneck. Per i/t Fl. 20 Sgr., Per '/2 Fl. 10 Sgr. _ == Zur gefälligen Beachtung. • 659) Die erste deutsche Nordsee - Fischerei - Gesellschaft in Bremen hat mir den Verkauf ihrer Fische, welche wöchentlich zweimal frisch ankommen, als: Heinbutten, aunqtn, Schollen, Schellfische rc., zu den billigsten Preisen übertragen und trifft die erste Sendung kommenden Montag ein, weiche ich zur geneigten Abnahme empfehle. *e %' I R. F. Daubitz'sches Brust-Gelee. 421) Unter den vielen Hausmitteln, zu denen das große Publikum, I welches die theure ärztliche Behandlung scheut, bei den unerheblicheren, aber doch 8 lästigen körperlichen Beschwerden immer mehr Zutrauen gewinnt, sind diejenigen S die zahlreichsten, welche für katarrhalische Affectioum, Husten aller | Art, Heiserkeit, Asthma, ja selbst Anfänge der Lungenschwindsucht, ange- I boten und angewendet werden, theils weil diese Beschwerden überhaupt die häufig- | sten sind, theils weil sie fast bei jedem Wechsel der Jahreszeiten wieder von Neuem E austreten. Es sind ächt periodische Uebel, gegen welche man daher auch mit I solchen Hausmitteln am besten wirkt. Allein trotz der Reichhaltigkeit des Verzeichnisses dieser Mittel ist doch das g neu erfundene R. F. Daubitz'scke Brust-Gelee mit einer gewissen Begierde g ausgenommen worden, weil der Name seines Erfinders, des durch seine ungewöhn- I liche Kenntniß der Pflanzen und ihrer Wirkungen ausgezeichneten Fabrikan- | ten des R. F. Daubitz'schen Kräuter-Liqueurs, eine Bürgschaft für etwas I Außerordentliches in dieser Materie abgab. , ! Die ersten Beobachtungen und Erfahrungen, welche mit diesem Daubltz'- I scheu Brust-Gelee gemacht worden sind, haben denn auch diese Voraussetzun- | gen glänzend bestätigt; und darum möge Niemand, der von den in Rede stehen- I den Beschwerden belästigt wird, säumen, von dem neuen Hausmittel Gebrauch I zu machen, und die wahrgenommenen Resultate, welche gewiß nur glänzende sein I werden, der Oeffentlichkeit zu übergeben. Dr. I. R F. Daubitz'sches Brust Gel«e, allein nur fabricirt von dem -Apotheker A. I. Aaubitz in Aerlin, 1 empfiehlt ä Fl. 36 fr. die alleinige Niederlage von L. Jahreis, in Gießen. NB. „Das f.- Z. erlassene Verkaufs-Verbot des Kräuter-Liqueurs ist durch | Urtheil Großhcrzoglichen Hofgerichts in Gießen aufgehoben und dadurch constatirt, | | daß derselbe nicht zu den gesunvheitsgefährlichen Mitteln gehört." 614) Auf die neue National-Bibliothek, welche für wöchentlich. 4 bis 7 kr. sämmttiche deutschen Klassiker ~ in schönen Ausgaben, deutlich gedruckt, auf gutem Papier liefert, werden Bestellungen angenommen in der Ferber’s eben Univ.-Buehh. in Giessen. Das 1. Heft ist vorräthig, die Fortsetzung, Heft 2—4, erscheint neu ab- gedruckt in einigen Tagen. 609) Unterzeichneter empfiehlt sein Dielenlager, und zwar zu nachstehenden Preisen: Ausschußbrettcr, 8" breite, pr. Stück 12 fr., Dachdiclen, 8" „ „ „ 14 „ Schreinerdielen, 8" „ ■ „ „ 16 u. 17 fr. Breitere Sorten werden nach Verhältniß berechnet. Dachlatten, 12' lang, pr. 100 Stück 6 fl. S. Katzenstein, im ..Russischen Hof." 640) 20 Fuder Korn-, Waizen- und Haferstroh, sowie 45 bis 50 Ctr. Heu und Grummet, verlauft Andreas Möhl. 643) Eine große Quantität Kartoffeln und schönes Erbsenstroh ist zu verlaufen Schulgasse Lit. B. Nr. 18. 1302) Bicker Wasserkalk und reinsten Fettkalk habe ich stets frisch gebrannt zu billigsten Preisen vorräthig. Zicgelhütte bei Herborn- Th. Wurmbach. CEorfetten und Crinotinen, nach dem modernsten Schnitt, empfehle ich in großer Auswahl zu billigen Preisen. (441) Wilhelmine Fuhr. 383) Waschmaschinen neuester Construction, mit Garantie, empfehle ich zu den billigsten Preisen und lönnen dieselben auch pr. Tag ä 36 fr. verliehen werden. I. Th. Haubach II. 649) Die erwarteten Gold- und Silber-Reife für Chignon sind ange- kommen und empfehle ich solche billigst. ______________________C. Schulze. 479) Alle Sorten leinene und bäum w o'l lene Webgarne, in sehr schöner Qualität, empfiehlt billigst_____________L. W. Plank. 584) Eine Quantität Heu und Grummet ist zu verkaufen bei Marie Schaaf, in Großen - Buseck. Masken in Sammet, Atlas, Wachs u. Papiermachee, ferner Masken in Tbier-Charakter, Brillen, Nasen und Bärte empfiehlt (661) _________L. Kohlermann. 604) Ball-Orden, in großer Aus- wahl, billigst bei W. Klee, Mäusburg. 645) Ein gebrauchtes Canap6, sowie ein starker eichener Tisch, sind billig zu ver- kaufen. Näheres bei der Erped. d. Bltts. 569) Alle Sorten Frucht- und Mehlsäcke, darunter ganz schwere (iy2 und 2 Pfund) Sorten ächter Brabanter, wie auch beste Dorten 8 und 9/4breite Frucht- und Strohsack- Leinen, empfiehlt zu den billigsten Preisen L. Fahrers, _________am Marktplatz. 663) 200 Stück veredelte hochstämmige Obstbäumchen, als: feine Tafel - Kirschen-, Aepfel-, Mirabellen-, Reineclauden-, Eier- zwetschen- und 40 Stück gewöhnliche Zwei- schcn-Stämmcheu verkauft L. Hartmann, in der Schanz. 551) Einem geehrten Publikum empfehle ich meinen Verkauf von Leinen, als: weißes Leinen, blaues Schürzen-Leinen, gedruckte Schürzen, buntes Bettzeug, Drill und Feder-Leinen, Tischtücher, feine Handtücher, Küchen - Handtücher, Taschentücher, in schönster Auswahl und zu äußerst billigen Preisen. Katharine Münch, wohnhaft bei Herrn Dachdecker Ruckstuhl, Neuenweg.______________ 655) Ein schöner schwarzer Wind- Hund ist zu verkaufen. Das Nähere ist zu erfragen bei L. Scharmann, Schloßgasse. Oeffentlicher Dank. 4514) Andurch bescheinige, daß ich mich vielfach von der trefflichen Wirkung der Stollwerck'schen Brust-Bonbons überzeugt habe. Während die Heiserkeit baldigst bc- seiligt wird, ist die auffallend rasche Wirkung bei catarrdalischer Luftröhren-Entzün- düng, bei Rauhheit im Halse, sowie bei dem Reize des Kehlkopfs nicht genug an- zuerkennen. Da mir und vielen Kollegen diese Bonbons häufig schnelle Linderung in obigen Fällen verschafften, sollte es mich freuen, wenn diese Zeilen dazu beitragen würden, den an Hals- und Brustbeschwerden Leidenden in diesem schätzbaren Fabrikate eine baldige Beseitigung des belästigenden Zustandes zuzuführen. Carl ForrucS, König!. Kaiser!. Hof-Opern- und Kammersänger. Oben genannte Stollwerck'sche Brust- Bonbons sind in versiegelten Packeten mit Gebrauchs-Anweisung ä 14 kr. stets vorräthig in Giessen bei C W. Dietz und bei Louis Frohnhäufer; sowie in Allen dorf a. d. Ada. bei Apo- theker C. L. Karb; in Berstadt bei Cbr Eichelmann Sobn; in Bntzhaeli bei Val. Wiehler; in Friedberg bei I- 2l Windeier ; 'n Hangen bei 21. Buch; in Fielt bei H. C Bingmann. e It JMS ,, 'ÜI9 Zu «er. ^nJ schwere Wen achter l‘e Sorten 8 lb Strohsch billigsten oahreich Marktplatz. e hochstäinmige «W’ftlfttB., Zuteil-, Sier. rohnlicheZwet. der Schmz. Mum emchhle Leinen, al«; Pütjen- Seinen, Utes Bettzeug, i, Tischtücher, 'n - Handtücher, zu äußerst iuch, er Ruckstuhl, , Schlostgch, lvarzer Wind- Das Nähere iji ige, datz Ich mich i Wirlung dir itzolls überzeugt fett baldigst bene rasche Wir- ,rohren-Entzüi>t affe, foöi* 1 b,i acht genug «»' fielen Eallkgr» fle Linderung « sollte es nut dazu beitrage« d Brustbeschtuks' hatzbaren Zabn- M des belaste 6*1. *l aniniersunSe^ »t* Sri en Packeten Ht. st-'- Lm -wie « tier§tadt * ®pf»5 ", . Kießlek' ’L L E' t«*®* ii.«»"" —— zu beziehen. Unter den vielen Attesten rer in 8E3 540) Das von Herrn Gymnasiallehrer Gambs bewohnte Familienlogts, mit der Aussicht auf miethen und auch früher, gütung zu verleihen. G. Unverzagt, Wallthor. 28) Ein moblirtes Zimmer ist zu ver- miethen und sogleich beziehbar bei Friede. Emil Loos. 430) Ein neues Logis von 5 Zimmern mit allem Zubehör ist zu vermiethcn. Bei wem? ist zu erfragen bei der Expedition die neue Anlage, ist zu ver- am 1. April, auf Verlangen zu beziehen. A. K. Worms, Lit. C. Nr. 184, Seltersweg. 651) Der dritte Stock meines Hauses ist anderweit zu vermiethcn und am 1. Mai ■ . H. Karst. Wittwe, „ Lich bei F. L. Förster, „ Butzbach bei A Gimbei, „ Wetzla r bei Wittwe Jung 4459) Zu vermiethen: Im vormals Möh l'schen Garten die mittlere Etage. Auskunft crthcilt Herr Elias Meyer. 677) Unterzeichnete macht hiermit bekannt, datz sie das seit dem Tove ihres Mannes fortbetriebene Schneidcrgeschäft auf- gegeben hat und ihren noch vorhandenen bedeutenden Vorrath von Tuchen und Kleiderstoffen für den Einkaufspreis verkauft. Schneidermeister Gustllll Pimper Wittwe. allein ächt zu haben: Gießen bei Ernst HernicS, G r ü u b e r g bei Geometer Nitter die uns in neuerer Zeit über den F. g w. Bockius’|d)Cit Kräuter - Brust-1 Syrup zugekommen sind, glauben wirk das Nachstehende im Interesse des leiden-1 den Publikums veröffentlichen zu muffen, | denn dadurch werden wiederholt und | immer wieder die überaus günstigen Er-1 folge dieses Kräuter-Syrup s nach-ß gewiesen. Seit längerer Zeit litt ich an einem | starken Husten, verbunden mit Ver- t I schleimung, kurzem Athcm und Stechen I auf der Brust, so daß es mir schwer wurde, meine tägliche Arbeit zu verrichten. — Alle Mittel, die ich anwandte, blieben ohne Erfolg. Da nahm ich als letzten Versuch den so beliebten Kräuter - Brust - Syrup I aus der Fabrik des Herrn F. W. I Bockius dahier und kann nun mit ^großer Freude bezeugen, daß nur weinige Fläschchen dieses ausgezeichneten I Fabrikats mich von meinen Leiden gänz- I lich befreit haben. Otterberg, 20. Juni 1865. I (622) Jac. Müller, Mechaniker. I Dieser von einem hohen königl. bayr. E Staatsministerium zum freien Verkauf I gestattete Kräuter-Brnst-Syrup ist nur I 667) Wollene u. baumwollene Strick- K Zwolle, sowie weißes uns blaues Ein-Hi 1; schlaggarn in Prima-Qualität, empfeh- N 8 len I. A. Busch Söhne. F 570) Lon acht rothen und weißen Bett- und Bügeldecken, sowie auch von grauen und farbigen Pferdedecken, habe ich neue Seudung erhallen. L. Iah reis. 536) Im Brüh l'schen Hause am Canz- lciberg ist ein freundliches Familien-Logis, bestehend aus 2 bis 3 Zimmern und 3 Ca- bineten, Küche, Holzplatz und Keller, zu vermiethen und bis Ostern beziehbar. 546) Mein Haus vor dem Neuenweger Thor ist im Ganzen, oder auch gcthcilt, an 2 bis 3 Familien zu vermiethcn und am 1. April beziehbar. C. v. Le sch. und 15. jeden Monats mittelst bestgcbauten Segelschiffen und wöchentlich zweimal mit den vorzüglichsten Dampfsch ffen nach allen Hafen Amerikas bei reellster Bedienung und zu den billigsten Preisen Beorderung. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich in den Stand gesetzt, jedem Auswanderer den besten Rath zu ertheilen. . Bündige Schiffs - Contracte schließt jeder Zeit ab Hr ^Esst^'^A^gcM: am Rathhaus. (447) Uermisch 1 e nzeigen. . Pferde-Markt und Pferde - Berloofuug zu Frankfurt am Main. 647) Laut Programm des landwirthschaftl. Vereins findet am Schluffe des Pferde-Markts am 10. April d. I. mit Genehmigung k. pr. Regierung große Vcrloosung statt. Die Gewinne bestehen demgemäß aus: 61 der schönsten Reit-, Wagen- und Arbeitspferde, 10 Wagen nebst completen Geschirren, wobei eine Eauivaae mit 4 schönen Pferden und completer ^Lchirrung. AußerdemvoWä^ige GeWrre, Sa.telzeuge, Fahr- und Reit-Regmstten w. SeS-lungon auf L°->s° -> 1 Rthlr. (1 fl 45 !,.) sind -I-d°I° bn ml, -m,u. r-ich-u, wina mit Sichnh-ii aus Zufh-ilung g--,ch»-t w-rd-u full. Nach Zi-Hung sende ich Liste franco. Gustav Schwarzlchtld, 38, Frankfurt a. M. dieses Blattes._______________________________ 375) Das seither von Herrn Pfarrer Dauth bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und im April beziehbar. L. Keil, Neuenbäuen. V ermietljii ngen. 657) Der zweite Stock meines Hauses ist zu vermiethen und am 1. Juni beziehbar.________Christian Noll Wittwe. 670) Eine Familienwohnung ist zu vermiethen bei Spengler Hi lgard t, Schloßgasse. 592) Im Jughard l'schen Hause an der Brandgasse ist ein moblirtes Zimmer zu vermiethen. 612) Eine kleine Fanülienwohnung ist zu vermiethen bei Jean Leicrzapf, vor dem Neustävter Thor. 587) Ein Familienlogis von 3 Zimmern mit Zubehör ist zu vermiethcn und alsbald beziehbar. Hch. Schmidt, Ecke der Braugasse und Wallthorstraßc. 3990) Das von Herrn Hoiger.-Advocat Frank seither bewohnte Logis in meinem Hause, aus 4 schönen Zimmern, Küche rc. bestehend, ist zu vermiethen und Anfangs April zu beziehen. W. Ferber, Buchhändler. 654) Heu, Grummet, Stroh, eine Fegmühle, eine Dickwurzmühle und noch mehrere Oeconomiegcräthschaften verkauft Joh. JugHardt Wittwe/ 662) Gelbe SetzlingSweiven, Schießer- stangen, Schippenstiele, schöne Fischbügel, Reifstangen, sowie große und kleine Bind- weiden, verkauft 8. Hartmann, in der Schanz. 586) Eine Kaute Mist ist zu verkaufen. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 653) Mehrere Handwagen und Stoßkarren sind zu verkaufen oder gegen Ver- 665) Ein schönes möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei ____ Julius Wallach. Vermiethunq eines Ladens. 673) Wegen Aufgabe meines Geschäfts beabsichtige ich meinen Laden und die übrigen Räume des 1. Stocks meines Hauses zu vermiethen. Schneidermeister Gustav Pimper Wittwe. 628) Eine Scheuer ist auf den Abbruch zu verkaufen bei Johannes Sprankel, in Hattenrod. 31) Ein Wohnhaus, in schöner Lage der Stadt, ist zu verkaufen. Näheres bei der Erped. d. Bltts. 641) 135 OlKlftr. Grabstück am Nie- gelpfad und 145 j/jKIftr. auf dem hinteren Sand sind zu verpachten bei ________________L. Becker, Astcrweg. 656) Meinen im Riegelpfad gelegenen — vormals Heyer'schen — Garten beabsichtige ich zu verpachten. F. C. B. Koch. Sonntag den 24. Fel) rnar, Abends halb 8 Uhr: Viertes Stiftungsfest im Saale des Promenadehauses. Das Einfuhren von Nichtmitglievern ist gestattet. - Karten hierzu ä 9 fr. werden bei den Herren: C. Nagel und H. Sonntag (Sonne) und Abends an der Kasse abgegeben. Die Mitglieder haben ihre Vereinskarte am Eingänge vorzuzeigen. Der Vorstand. Kandels-Lehr-Institut Wüdingen. 646) Das Sommersemester beginnt und findet damit die Aufnahme neuer Zöglinge Statt Montag den 3. April 1867, was mit dem Anfügen bekannt gegeben wirv, daß, ohne der Tendenz der Anstalt Abbruch zu thun, auf Befähigung der Schüler zum freiwilligen Examen hingearbeitet wird. Baldigen Anmeldungen sieht man entgegen. — Das Nähere besagen die Pro- svecte, welche gratis abgegeben werden. Büdingen, im Februar 1867.__________________Ottensoser, Director. Zur gefälligen Beachtung. 619) Es dione hiermit zur Nachricht, daß der am 2. März l. I., Abends 7 Uhr, stattfindende Ball der Gesellschaft „Fröhlichkeit" nicht im Saale des Gasthofs zum Prinz Carl, sondern im Saale des Gast- Hoss zum Einhorn abgehalten wird. Der Vorstand. s Auswanderern halte ich meine regelmäßigen Schiffs-Gelegenheiten vermittelst der rühmlichst bekannten, schnellen Bremer Postdampfer und schöner, schnellsegelnder dreimastiger Bremer Segelschiffe nach New-York, Baltimore, Philadelphia, Charleston S. C., New-Qrleans, Galveston, Quebec (in Canada), sowie nach San Francisca (in Ealliornien), den Australischen Häfen und denen des la Plata (Montevideo und Buenos Ayres) bestens empfohlen. - Prompte Beförderung, gute und reichliche Beköstigung, sowie biUige Paffage- preise, werden zugesichert und ersuche ich Passagiere, wegen näherer Auskunft, sich persönlich oder brieflich, an meine bekannten Herren Agenten in Gießen Herrn C. W. Dietz, Haupt-Agent, sowie dessen Special-Agenten in Darmstadt Herrn H. C. Störgcr, in Grunberg Herrn Hch. Fischer, in GreisenheiN Herrn Jost Kaiser, in Lauterbach Herrn H. F. Köhler, in Schlitz Herrn Johs. Fischer,, in Hungen Herrn A. Funk, in Wolzhausen Herrn F. Thomä, zu wenden. Bremen, im Januar 1867. Karl Zolj. Klingenberg, obrigkeitlich angestellter und beeidigter Schiffs- Makler und Schiffsexpedient. § A. Seim, Tapezier, wohnhaft im Schlosser Nagel'schen Hinterhause, Brandgasse Lit. A. Nr. 221, bittet seine Kunden, sowie diejenigen Personen, welche denselben mit geschätzten Aufträgen zu beehren gedenken, ihre Adresse gefälligst bet Herrn Engel abgeben zu wollen.__ Für Lehrer-Söhne 652) Mit Beginn des Sommersemesters, 29. April, können Söhne von Lehrern auf meiner Lehranstalt für Handel und Gewerbe, welche auch für den einjährigen Freiwilligeu- dienst ausbiltet, unter besonders günstigen Verhältnissen Aufnahme finden. Prospekte und jede weitere Auskunft durch den Vorsteher. Eberstadt bei Darmstadt. A. Scbmuck. 638) Strohhüte nehme ich zum Waschen und Farben an und erhalten dieselben die neueste Fa^on. M. Holberg, in der Löwengasse. 637) Ein Dienstmädchen, welches kochen und mit allen häuslichen Arbeiten umgehen kann, wird alsbald oder auf den 25. März gegen hohen Lohn in eine stille Haushaltung gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Bürger-Clnb. 644) Montag den 25. Februar, Abends 8 Uhr: Versammlung im Cafe Ebel.__ 642) Ein infi Eisenwaarenfach bewanderter angehender Commis wirv zu enga- giren gesucht. Näheres bei der Expedition dieses Blattes.___ Zur Nachricht. 668) Donnerstag den 28. Februar schicke ich wieder einen Transport Gegenstände zum Färben und Drucken an dieBloch'sche Hofschönfärberei in Darmstadt ab. ___________I. Schlund, Schloßgassc. 635) Mittwoch den 13. Februar, Atends, ist auf der Straße von Gießen nach Lollar ein wollener Pferve-Teppich verloren »orten. Der revliche Finder wird gebeten, denselben gegen eine gute Belohnung an die Exped. d. Bltts. abzugeben. 580) Beim Herannaheu der schönen Jahreszeit verfehle ich nicht, meine Wirlhschaft zur Wellersbnvg einem verehrlichen Publikum in empfehlende Erinnerung zu bringen. Für gute Speisen und Getränke, sowie reelle Bedienung, ist bestens geborgt. Auch sind die so beliebten Waffeln zu jederzeit daselbst frisch zu haben. E. Pansch. Im Leib scheu Saale. 680) Dienstag den 26. Februar 1867: 14. (yonccrt im 2. Winterabomiement der Kichener WuftK-Kapelle. Anfang halb 8 Uhr. — Eutröe für Nicht-Abonnenten an der Kasse und bei Herrn C. Noloff ä Person 12 fr. Programme an der Kasse ü 1 fr. Es wird gebeten, keine Hunde uritzubringen und während der ersten Abtheilung nicht zu rauchen. Der Saal wird vor 7 Uhr nicht geöffnet. Die Dlrection: Adolph Hecker. 634) Unterzeichneter empfiehlt sich zur Uebernahme von Dachveckerarbeit und versichert billige und reelle Bedienung. Seine Wohnung befindet sich im Ger- hardt'schen Hause in der Mühlgasse. _______Joseph Ruckstuhl, Dachdecker. 669) Ein Küchen- und ein Hausmädchen werden in Dienst gesucht. Wo? sagt die Expev. d. Bltts._______________________ 633) Es werden noch junge kräftige Leute als Dienstmänner für Gießen zu engagiren gesucht. Nur Solche wollen sich melden, die mit guten Zeugnissen versehen sind. Anmeldungen sind auf dem Bureau des Dienstmänner-Instituts zu machen. 664) Im dritten Stock des Gail'schen Hauses wird ein braves Märchen in die Küche gesucht. Eintritt 25. März oder Ostern._________________________________________ 631) Ein tüchtiger Knecht wirv zum sofortigen Eintritt in Dienst gesucht. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. L Letztes 6 o it c o t ttn Winter - Abonnement des Gießener Loncert-Vereins Donnerstag den 28. d. Miß., Abends 6 Uhr, im Club-Saale, unter gefälliger Mitwirkung des Tenoristen Herrn Ruff ans Cöln. Da dies das 4te Concert des dermaligen Abonnements ist, so roürte unter regelmäßigen Verhältnissen noch ein 5teS für den Monat März in Aussicht stehen. Unsere Mittel sind jedoch theils durch Verringerung der Mitglieberzahl, theils durch Ankauf von Musikalien und andere besondere Ausgaben bereits so erschöpft, daß wir nur die Wahl hatten, entweder noch zwei mittelmäßige oder noch ein gutes Concert zu veranstalten. Wir haben uns ohne Bedenken für die letztere Alternative entschieden, und glauben per Zustimmung der verehrlichen Abonnenten um so mehr versichert fein zu können, als es un« nur auf diese Weise möglich wurde, noch einmal den trefflichen Sänger, Herrn Ruff, welcher in dem vorigen Kirchenconcertc so gerechtes Aufsehen erregte und auf seiner Ruhmesbahn binnen Kurzem über unsere hiesigen Verhältnisse hinausgeeilt sein wird, zu hören, und als voraussichtlich ohnehin durch die von dem acatemischen Gesangverein beabsichtigte Aufführung der „Passion" in Kurzem doch nock ein weiteres Concert in Aussicht steht. Besondere Anträge wegen Verbesserung unserer Finanzen behalten wir uns vor. Die Concertdirection. Auswanderer befördert dreimal wöchentlich mit Dampfschiffen über Bremen und Hamburg, sowie mit Segelschiffen Istcr Classe nach allen Häfen Amerikas zu billigstem Preis unter reellster Bedienung Ch r. Wallenfels, jun. ms) Geschäfts - Empfehlung. Einem verehrlichen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich mich dahier als Weißbinder und LnrEieee etablirt habe. Durch feine, geschmackvolle uns dauerhafte Arbeit, sowie durch promptes Bedienung, hoffe ich mir die Zufriedenheit meiner Kunden zu erwerben, und bitte daher um deren geneigte Aufträge. Meine Wohnung befindet sich in dem Hause meiner Mutter, Neustadt Lit. D. Nr, 34. Georg M ö h l. Auswanderern halte ich meine regelmäßigen Schiffs-Gelegenheiten, Postdampfer und Segelschiffe, unter Zusicherung prompter Beförderung, guter und reichlicher Beköstigung und billigster Passagepreise, angelegcntlichst empfohlen. Carl Sprrrck. Der Unterzeichnete wendet sich hiermit an die Mildthätigkeit aller Freunde der Armen und bittet um eine kleine Gabe für einen armen Taglöhner zu Bieber bei Rodheim, dem in den letzten 3 Jahren zweimal Zwillinge geboren wurden und welcher, wegen eines Augenübels ohnehin nicht recht arbeitsfähig, sich in der bcdrängtesten Lage befindet. Die Redaction dieses Blattes und der Unterzeichnete, sowie Herr Deean Land- mann in Gießen, nehmen Gaben für ihn in Empfang. Rovheim, den 14. Februar 1867. Decker, Pfarrer. 575) Meine Werkstätte befindet sich jetzt in meinem erkauften (früher Scet h'schen) Garten hinter der Decker'schen Fabrik am Neuenweger Thor. Zugleich empfehle ich mich im Anfertigen von Grabsteinen, Denkmälern, Monumenten, Kreuzen, Tafeln, Einfassungen um Gräber und Familiengruften u. s. w., sowie in sonstigen Steinhauerarbeiten in allen Steingattungen. Adam Kalbfleisch, Steinhauer, wohnhaft bei Louis Vogt, Neustadt. 458) Ein auch zwei Herren können Kost und Logis erhalten. Näheres bei der Exped. d. Bltts. „Lehrlings - Stelle." 514) In einem hiesigen Manufaetur- waaren - Geschäft ist eine Lehrlings - Stelle unter günstigen Bedingungen zu besetzen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 676) Kapitalien, verzinslich zu 4 pCt., werden bei dem Vorschuß-Verein Wieseck angenommen. Anmeldungen sind bei cem Rechner Seibert daselbst zu machen. 675) Hausbursche gesucht. Bei der Exped. d. Bltts. zu erfragen. 627) Ein braunseidener Regenschirm mit gelbem eckigem Griff ist irgendwo stehen geblieben. Man bittet, denselben gegen eine Belohnung im Wirt h'schen Hause in der neuen Anlage abzugeben. 674) Es wird ein Kindermädchen pr. 25. März zu miethen gesucht, was die Pflege der Kinder versteht, sowie gute Zeug« niffe aufzuweisen hat. Wo? sagt die Exped. d. Bltts.__ 632) Für einen einzelnen Herrn wird eine Stube nebst Cabinet, ohne Möbel, je- doch mit vollständiger Kost und Bedienung, gesucht. Das Nähere ist zu erfragen auf Dem Bureau des Dienstmänner - Instituts. 630) Ein Junge, der das Schreinere geschäft erlernen will, kann in die Lehrtreten bei Ferdinand Krailing, Sandgasse. „Liederkranz " 678) Montag den 25. Februar 1867, Abends 8 Uhr: General - Versammlung bei Louis Lony. 226) Ein kleiner Garten mit guten Obstbäumen, möglichst nahe den neuen Anlagen, wird zu miethen oder zu kaufen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 575) In einer anständigen Familie wird für einen jungen Mann Kost und Logis gesucht. Schriftliche Anerbietungen mit Angabe des Preises pr. Monat nimmt die Exped. d. Bltts. entgegen. 650) Nr. 320 hat die Bettdecke gewonnen. Vogel, Polizeidiener. 616) Hiermit mache ich einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß 'ich meine seitherige Wohnung im Junker'- schen Hause verlassen habe, unD nun in dem Hause meiner Mutter, der Wittwe Ganß auf dem Asterweg, wohne. Zugleich bemerke ich, daß ich das von derselben seither betriebene Glascrgeschäst von heute an für meine alleinige Rechnung übernommen habe und empfehle mich hiermit meinen geehrten Kunden bestens. Gießen, den 18. Februar 1867. Heinrich Ganß, Glaser. 617) Strohhüte werden zum Waschen, Färben und Faxon- niren angenommen und sehr schnell und schön besorgt. Wilhelmine Fuhr. 545) Bei Dem jetzt herannahenden Frühjahre empfehle ich mich im Pfropfen, sowie im Ausputzen der Obstbäume; auch werden neue Anpflanzungen bestens von mir besorgt. Georg Schmelz III., Baumwärter in Großen - Linden. 679) Theater in Ziehen. Sonntag den 24. Februar: Robert und Bertram, oder: Die lustigen ^agabonben, Posse mit Gesang in 5 Abthellunge», von G, Räder, Montag den 25. Februar. Zum ersten Male: Ein Trödler, Charakterbild in 5 Akten, von Brachvogel, Wilhelm Richter. Lrischbäcker zu gießen. Sonntag den 2 4. Februar. Emil Noll in der Löwengasse. Heinrich Nall in der Neustadt. Martin Lenz am Markt. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde zu Hießen. Gottesdienst. Am 2 4. Februar. Morgtns: Pfarrer Dr. Seel. Nachmittags: Mitprediger Krug. (Feier des heiligen Abendmahls.) Kopulirte. Den 24. Februar. Heinrich Christian Schnell, Bürger und Gastwirth dahier, aus Rödelheim; und Marie Luise Möser, des hiesigen Bürgers und Gast- wirths, Philipp Möser, eheliche Tochter. Getaufte. Den 17. Februar. Dem Bürger und Schneider, Johann Georg Wagner, eine Tochter, Marie Henriette Wilhelmine, geboren den 18. Januar. Denselben. Dem Bürger und Weißbindermeister, Christian Petri III., eine Tochter, Karoline Luise Georgine Katharine, geboren den 12. Januar. Denselben. Dem Bürger und Kaufmann, Ferdinand Hoffmann, eine Tochter, Luise Wilhelmine Elisabeth, geboren den 19. Januar. Beerdigte. D en 15. Februar. Johannette Magdalene Kaust, geborne Stehr, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Soldaten, Philipp Kauff, alt 77 I. 1 M. 19 T., gestorben den 13. Februar. Den 17. F cbruar. Ein unehelicher Sohn von auswärts, Karl, alt 10 M. 18 T., gestorben den 16. Februar. Den 18. Februar. Eine uneheliche Tochter von auswärts, Marie, alt 13 T., gestorben den 16. Februar. Den 19. Februar. Eine uneheliche Tochter von auswärts, Marie Henriette Karoline, gestorben den 17. Februar. Denselben. Der Bürger und städtische Polizeidiener, Johann Friedrich Schneider, alt 60 I. 7 M. 2 T., gestorben den 17. Februar. Die Psarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Dr. Seel. Katholische Hemeinde. Getauft. Den 10. Februar. Dem hiesigen Bürger uni Tapezier, Philipp Heinrich Schnepp, ein Sohn, Karl Heinrich, geboren den 23. November 1866. Beerdigte D en 14. Februar. Joseph Kahles, Glaser, gebürtig aus Lengfurt im Königreich Baiern, alt 54 I. 4 M. 13 T., gestorben den 11. Februar. Den 17. Februar. Johann Anton Reichwein, Mechanikus, ehelich lediger Sohn des Bürgers nnd Kaufmanns, Anton Reichwe.n zu Frickhofen, königl. preuß. Amts Hadamar, alt 19 3. 8 M. 25 T-, gestorben den 15. Februar. Den 19. Februar. Eine uneheliche Tachter von auswärts, Marie Louise, alt 2 M. 17 T-, gestorben den 17. Februar. Denselben. Louis Chapon, Sprachlehrer auS Paris, alt 64 I., gestorben den 17. Februar. in eine Geld-Eours vom 21. Februar 1867. ff- Correc- in eine 1. 44J-45J 9. 56-57 9. 43-45 9. 44-46 9. 48-50 5. 33-35 9. 27-28 11. 49-53 9. 44-46 2. 27-28 I. Am 14. Februar d. I. wurden verurtheilt: 1. Ludwig Schmidt von Friedberg, wegen Diebstahls, in eine tionshausstrafe von einem Jahre und 2 Monaten. 2. Heinrich Erb IV. von Weitershain, wegen falscher Anzeigen Gefängnißstrafe von zusammen zehn Wochen. II. Am 20. Februar d. I. wurden verurtheilt : 1. Adam Stark von Ettingshausen, wegen Körperverletzung (Cingesandt.) In dieser Woche hatten wir wieder einmal das Schauspiel, daß ein Wagen mit Pferd, worauf mehrere Leute saßen, der Böschung, nahe an der Lahnbrücke hinabstürzte. Ware es nicht bald an der Zeit, daß der Gemeinderath für eine Brustwehr und eine Laterne an der Ecke der Abfahrt sorgte? oder bedarf es erst noch einiger Unglücksfälle, bevor zum Schutze des Publikums etwas gethan wird? Preuß. Eassen - Scheine Preuß. Friedrichsd'or Pistolen..... „ Doppelte . . Holl. ff. 10 Stücke. ■ Rand - Ducaten . - • 20 Frankenstucke . . • Engl. Sovereigns . ■ Ruff. Imperials . . ■ Dollars in Gold . - brachte Beschwerde soll an GroßherzvglicheS Kreisamt dahier, als die zuständige Disciplinarbehörde der Feldschutzen, zur Verfügung abgegeben werden. _ 6. Dem Dr. phil. Carl Wilhelm Hempel aus Detmold m Preutzen wurde für den Fall der Erwerbung des Jndigenats des GroßherzvgthumS Hessen, das Bürgerrecht in Gießen ertheilt. Die bei Großh. Bezirksstrafgcricht Gießen in öffentlicher Sitzung gefällten Urtheile. «i'Ücite Eisenbahn-Frachtbriefe für di- Main - Weser - Bahn, Cöln-Mindener Eise..- bahn^Frachtbriefe, Zollamts-Declarationen in -benw alle udr.g-n zollamtlichen Formulare find zu haben bei___________Wilhelm Klee, ^ausvur,.____ ■ Druck unt D-a-s W B-ihNckw >'»!»..Buch, unb et.M-n.tari cs-. in M-b-l-. Correctionshausstrafe von vier Monaten. , . , 2. Georg Pfeifer von Wvhnbach, wegen Eigenthumsbeschadigung in eme Gefängnißstrafe von acht Tagen. • v . 3. Christian Simon von Gießen, wegen Gewaltthatigkeit, in eine desgleichen von drei Tagen. Tie bei Großh. Bezirksstrafgcricht Gießen zur Aburtheilung konlmcnbcn Untersuchungen. I. Am 27. Februar d. I.: 1. Gegen Johannes Nau, Maurer von Stangenrod, wegen Widcrsetzung. 2. Gegen Isaak Bamberger II. von Muschenheim, wegen Verletzung der Dienstehre und Widersetzung. „ . 3. Gegen Johannes Birkenstock und Johannes Enders von Hoch-Weisel, "^°4.^egen^Jakob Schäfer aus Rockenberg, dermalen in Gießen wohnhaft, wegen Verletzung der Amtsehre. 5. Gegen Philipp Witzel von Zell, wegen Diebstahls. II. Am 28. Februar d. I. : Gegen Wilhelm Väth II. von Rieder-Eschbach und 14 Consorten, wegen Verletzung der Amts- und Dienstehre Gr. Kreisamts Vilbel. Beschlüsse des Gemeinderaths der Stadt Gießen aus der Sitzung vom 21. Februar 1867. 1 Dem Heinrich Burger von Watzenborn wurde behufs seiner Verehc- lickuna mit Karoline Jacobi von hier das Bürgerrecht ertheilt. $ 2 Die Friedrich Plank Wittwe hatte im October vorigen wahres darum , vor icm Hause des Andreas Rinn in der Neustadt ge- l"n-n^ städtische Plätz-ben zur ^Errichtung eines Geschäftshauses abzutreten .tnd ibr dadmch die Möglichkeit zu bieten, ihre und ihrer Familie Subsistenz -u begründen. — In Aussicht bevorstehender Coneurrenz und >n ^Anwendung „ syinrfdmft wvnach alles Gememdeelgenthum Ml ^znlerelse bet ässentlick versteigest werden soll, beschloß der Gemeindera.h, ju geben dasselbe zu dem beabsichtigten Zweck käuflich zu erwerben, der Versteigerung blieb hierbei Vorbehalten und wurde 0 ® $ Bedingung geknüpft, daß die Verbauung dieses Plätzchens nur'na^einemvom Gemeckderath gebilligten, bie, Verschönerung der Neu- ss at’ÄS.“' q-.-r-.l--'- I-"«• •='- st-ig-mng Ü- S-n°hmigt. Verbauung des mehrerwähnten Rläkchens von dem Borger A. Rmn bei Großherzoglichem Kreisamte erho- J' - Wahrung seines Sonderintereffes bezweckende und dem Gemeinderath R- »lustfaffuna mitqetheilte Beschwerde wurde von diesem im allgemeinen LtNVNA und die hierfür geltend gemachten Gründe von der ,.d ».« >-» -ul Kurilen0ns Sürfienbvunnens neu gdsaßl werdcn und dann eine Prüfung em- Eet ob dieselben nickt genügen, um eine Wasserleitung nach lenem Stadt- theL anzulegen - I? nach den. Ergebuiß dieser Prüfung wird sodann toCl,e“ fiSÄ«« G. H- Lony gegen die S-tdschütz?. R-ll und Malkomefius über deren dienstliches Verhalten be.m Gememderath ange- Ertra-Beilage zu Nr. 16 des Auzcigeblattes. Die Ncdaction Rundschau. Anzeige-Blattes für Provinzialhauptstadt Gießen. Die diplomatische Sprache zwischen Preußen und Oesterreich wurde immer gereizter, man rüstete gegenseitig erst heimlich, dann offen, jeder suchte dem andern die Schuld zuzuschicben, um sich im Auslande, sowie bei den deutschen Mitrelstaaten keine Gegner zu schaffen. Nachdem Preußen mit Italien ein Schutz- rind Trutzbüudniß geschlossen, begann cs gegen Oesterreich vorzugehen, indem es dasselbe anklagte, die bestehenden Lcrträge gebrochen zu haben. Damit sei auch cs an dicsclben nicht mehr gebündelt, und sein Mitbesitz in Holstein trete wieder ein. Den Worten folgte alsbald die That. Der seitherige Gouverneur von Schleswig, Mantcufel, rückte mit seinen preußischen Truppen in Holstein ein, die Oesterreicher , nm unnützes Blutvergießen zu sparen und die Brigade Kalik, die seither Holstein besetzt hatte, nicht zu opfern, zogen sich nach Altona zurück, und der Herzog von Augustenburg, der bis dahm m Kiel residirt hatte, war gezwungen, das Land zu verlassen, um nicht in die Hande der Preußen zu fallen. Der Wortkrieg war hiermit beendet, die Waffen mußten allein entscheiden. Die furchtbarsten Rüstungen folgten den bereits vorangegangenen auf allen Seiten nach. Von zwei Seiten, nördlich von Preußen, südlich von Italien bedroht, erinnerte sich Oesterreich wieder seines lange Zeit vergessenen Freundes, des deutschen Bundes, dessen Rechte es im Bunde mit Preußen mit Füßen getreten hatte und suchte den unlösbar gewordenen Knoten durch dessen Hilfe zu löseu. Das formale Recht dieses Bundes wurde wieder von österreichischer Seite anerkannt, aber diese Anerkennung schloß nothwendigerweise eine nur uoch größere Zerklüftung, ja Auseinandersprengung des Bundes in sich, indem er in Mitleidenschaft gezogen wurde und sich „für" oder „wieder zu eut- scheiden hatte. , ...... Der 14. Juni des Jahres 1866 war der denkwürdige Tag, der den Kampf von ganz Deutschland entschied. Die Bundesversammlung stimmte an diesem Tage mit 9 gegen 6 Stimmen dem Anträge Oesterreichs auf Mobilisirung der Bundcs- armee bei uiid zwar in der Weise, daß das 7 bis 10 Armeecorps (alle nicht preußischcn und nicht österreichischen) mobilistrt würden. Preußen gegen das allein diese Mobilisiiiing gerichtet war, erklärte nach diesem Beschlüsse alsbald seinen Austritt aus dem Bunde und erließ bald darauf au die verschiedene« deutschen Mittelstaaten die Aufforderung, entweder auf seine Seite zu treten und den von ihm erstrebten Bundesreformplan anzu- nehmcn oder als Feind betrachtet zu werden. Die kleineren nördlichen Staaten fügten sich. Hannover, Kurhessen, Nassau, Großherzogthum Hessen, Baden, Würtem- berq, Bayern, Sachsen und einige der kleineren Sachscnlander ' weigerten sich dagegen, Preußens Fahne zu folgen und erklärten, ftrenq an dem Bundesrecht festhakten zu wollen. Der größte und mächtigste Theil der Mittelstaaten stand sonach auf Oesterreichs Seite und war von um so größerer Gefahr für Preußen, als Kurhessen und Hannover sich wie ein Keil zwischen dessen Hauptlande (Rhein-Preußen und Ost-Preußen) gezwängt hatte. Während darum die Hauptarmeen Preußens und Oesterreichs sich zum Eutscheidungskampfe an der schlesischen Gränze sammelten, die österreichische Brigade Kalik von .Altona den 9tud> zuq über Hamburg, Hannover, Kurhessen :c. angetreten hatte, sielen 3 kleinere preußische Corps in Hannover, Kurhessen und Königreich Sachsen ein, das erstere unter dem General von Falkenstein, das zweite unter dem General von Beyer, das dritte unter dem General von Herwarth. Diese That bestimmte den deutschen Bund zur Beschleu- niguug seiner Schritte. Ein Obercommandant wurde m dem Prinzen Karl von Bayern ernannt, ebenso die Kommandeurs der verschiedenen Armeecorps bestimmt. Derjenige des 8. Armeecorps, zu welchem unsere darmstädtischen, sowie die wurtember- qischen und badischen Truppen gehören, ist ein Pnnz unseres Hauses, der schon im letzten österreichischen Kriege gegen Italien mit Auszeichnung genannte Prinz Alexander von Heffen. Wahrend dieser seine Truppen bei Tarnistadt zusammeuzog und all- mählig nach Frankfurt und Friedberg vorrückte, hatte sich bereits ein Theil des Kriegsdramas abgespielt. Den Kurhessischen Truppen war es noch gelungen, dem von Gießen über Marburg nach Cassel vorrückenden General Während in den vergangenen letzten 50 Jahren fast alle Länder der Erde von politischen Umwälzungen und Kriegen heimgesucht waren, insonderheit Frankreich sich wieder unter den Napoleoniden zu einem Kaiserreich erhob und die vereinigten Staaten Nordamerikas in der Niederwerfung der Sclaven- barone ihre Einheit retteten, erfreute sich unser gesegnetes Paterland eines Friedens, der alle Quellen des Wohlstandes öffnete und Industrie uiid Handel zu nie gekannter Größe em- portrieb. Wäre cs in diesen Friedensjahren gelungen, den berechtigten Drang des gestimmten Volkes nach Einheit zu stillen und die verschiedenen Stämme unter gleichen Rechten, Pflichten und Lasten zu vereinige», so würden wir in der Gegenwart nicht an einem so fürchterlichen Abgrunde stehen. Dre Eifersucht der beiden deutschen Großmächte wäre auf diese Weise abgeleitet, die furchtbare Militärlast von den Schultern Preußens genommen, und das Ganze gekräftigt worden. Cs sollte nicht also sein. Die alte Narbe der Uneinigkeit Deutschlands brach wieder auf, und zwar au einer Stelle' wo maii es am allerwenigsten hätte erwarten sollen. . Das lang gepflegte und geliebte Schmerzenskind Schleswig- Holstein, das nach kurzem, wenn auch hartem Kampfe vou Dänemark losgerissen worden, gab die äußere Veranlassung. Anstatt dieses Land unter seinem'angestammten Herzoge Friedrich von Auaustenburq zu vereinigen, behielten es die beiden erobernden Großmächte Preußen und Oesterreich, nachdem sie zuvor den deutschen Bund.in dieser Sache unschädlich gemacht hattem m ihrem Besitz und prüften daran ihre Kunst, den bestmöglichsten Vorteil gegenüber dem anderen daraus zu ziehen. Preußen erstrebte den Alleinbesitz, Oesterreich eine jedenfalls entsprechende Entschädigung an anderweitigem Besitz. Die Gegner hielten sich die Wage, ein Ausschlag wollte nicht erfolgen, und der Vertrag voii Gastein der Schleswig in den Alleinbesitz Preußens, Holstein in den Alleinbesitz Oesterreichs lieferte, war so gestaltet, daß eine jede Parthie in ihm einen Sieg erfochten zu haben glaubte. Oesterreich tröstete sich dabei, an einem Kriege vorbel- qekommen zu sein, ohne eines seiner Rechte aufgegeben zu haben, Preußen hoffte, mit der Zeit einen Umschlag m der Gesinnung Schleswigs bewirken und es mit Sack und Pack m sein Lager führen und seinem Lande eiuverleiben zu können (annectlren). Letzteres wollte nicht gelingen. Die Stimmung in Schleswig wurde sogar gegen Preußen erbittert. Dies, sowie der innere Verfaffungskampf in Preilßen selbst, der mit aller Macht gegen das Ministerium Bismark-Schöuhausen geführt wurde, orangte dieses Ministerium zu entscheidenderen Schritten. Das Groß- Preußenthum konnte nicht bloß den Sturm im Innern stillen, sondern auch die gewünschte Vergrößerung Preußens herbeifuhren. richtet werden. Wo aber könnten wir damit besser beginnen, als gerade an dem verhängnißvollen Jahre 1866, durch dessen erschütternde Ereignisse die seit 50 Jahren bestandene Ordnung gestürzt ist und auf deren Trümmern ein neues Deutschland jetzt gegründet werden soll. Wir werden uns gänzlich fern halten von jeglicher Parteinahme und nur die Thatsacheu. reden fassen. Gießen im Februar 1867. des die Vielseitig an uns gerichtete mündliche und schriftliche Wünsche: „Dem Anzeige-Blatte auch insoweit mehr Ausdehnung zu „geben, daß wir für die Folge kurzgcfaßte Nachrichten aus den „verschiedenen deutschen Ländern und auch dem Auslande im „Abdruck bringen möchten, da das Interesse hierfür täglich „wachse, und cs nicht Jedem vergönnt sei, eine kostspielige „Zeitung halten zu können." veranlassen uns von jetzt ab in einer „Rundschau" wöchentlich das Wissenswertheste unseren Lesern mitzutheilen, wodurch sie beständig von den Vorkommnissen im größeren und engeren Vaterlaude sowohl, als auch von denen im Auslande unter- von Beyer auszuweichen und über Fulda nach Hanau zu ent- | kommen, woselbst sie gleichfalls, wie früher schon die Nassauer, unter das Kommando des Prinzen Alexander von Hessen ge- ; stellt wurden. Der Kurfürst selbst war nicht zu bewegen gewesen, zu fliehen und sein Land zu verlassen. Er harrte auf Wilhelmshöhe bei Kassel aus, wurde daselbst zum Kriegsgefangenen gemacht und als solcher nach Stettin in Preußen ab- g^ührt. Schlimm erging es den Hannoveranern. Da sie zu spat mobilisirt hatten, so waren sie zum Abmarsche nach Süden nicht alsobald bereit und fanden sich schnell eingeschlossen, indem von Norden General von Manteufel, von Westen General von Falkenstein, von Süden General von Beyer in Verbindung mit gothaischen und andern thüringer Truppen gegen sic marschirten. Der Versuch, längs der Friedrich Wilhelms- oder der Werrabahn durchzubrechen, ist nicht gelungen. Sie mußten sich ins Preußische in die Gegend von Langensalza zurückziehen und lieferten dort zwar den Preußischen und Gothaischen Truppen ein mörderisches Gefecht, in welchem sie Sieger blieben, die Gothaer fast aufrieben und die Preußen zurücktrieben, endlich aber doch, da die baierischen Truppen ihnen nicht schnell genug Hülfe senden konnten, gezwungen waren, sich zu ergeben. Während so im Westen Deutschlands der erste Act des traurigen Bruder-Kampfes beendet worden war, hatte auch im Osten an der schlesischen Gränze und zu gleicher Zeit in Italien die Action begonnen. Hier in Italien lächelte die Kriegsgöttin den Oesterreichern freundlich zu. Victor Emanuel, König von Italien, hatte in seiner bekannten italienischen Ueberschätzung mit 3 Armeecorps den Mincio, den Grenzfluß zwischen Oesterreich und Italien, überschritten und hoffte die Oesterreicher bald zu Paaren zu treiben. Sein Plan ging dahin, die Oesterreicher zwischen zwei Feuer zu bringen, indem er dieselben in der Fronte packte, Cialdini dagegen, der den Po überschreiten sollte, ihnen in den Rücken fiel. Der erste König Italiens hatte hierbei zweierlei vergessen: 1) daß bei einem solchen Plane die beiden operirenden Armeen auf das Pünktlichste ihrer zngewiesenen Aufgabe Nachkommen und 2) jede der beiden sich in die Hände arbeitenden Armeen an und für sich schon dem Gegner wenn auch nicht überlegen, so doch zum Mindesten gewachsen sein mußte. Dieser Fehler rächte sich bitter. Während Victor Emanuel bereits mit den Oesterrcichern in schwerem Kainpfe rang, hatte Cialdini noch nicht die Brücken über den Po geschlagen. Wider Vermuthen hatten sich nämlich die Oesterreicher unter ihrem Feldmarschall Erzherzog Albrecht nicht an der Etsch, sondern zwischen den beiden Festungen Peschiera und Verona aufgestellt. Der italienische General Durando stieß daher plötzlich am 24. Juni mit dem linken Flügel auf das Gros der österreichischen Armee, wurde von derselben geworfen, ebenso die zwei andern Corps unter Cuchiari und della Rocca, und ehe es Abend geworden, war der Schlüssel der italienischen Stellung Custozza gestürmt, und die gesammte Armee von reichlich 100,000 Mann hinter den Mincio zurückgeworfen. Die italienischen Berichte gaben ihren Verlust selbst auf 12,000 Todte und Verwundete an. Außerdem fielen 4000 Mann nebst vielen Geschützen in die Hände der Oesterreicher, die freilich auch enorme Verluste erlitten hatten. Mit dieser verlorenen Schlacht wurde der Kriegsmuth der Italiener einstweilen abgekühlt. Victor Emanuel zog sich an den Oglio zurück. An demselben Tage, an welchem die Schlacht bei Custozza geschlagen worden, hatte auch an der schlesischen Gränze zwischen Preußen und Oesterreich der Kampf begonnen. Die Preußen hatten in lang gedehnten Linien drei Corps aufgestellt. Das erste unter General von Herwarth fiel in Sachsen ein. Das zweite unter dem Kronprinzen von Preußen in Böhmen, das drite unter dem Prinzen Friedrich Karl von Preußen stand an der äußersten Spitze Schlesiens. Die beiden letzten Armeen zu vereinigen und so ein Zusammenwirken derselben zu ermöglichen, war die nächste Absicht der Preußen. Dieses mußte von dem österreichischen Obercommandantcn Benedeck verhindert werden. Mit Energie ging derselbe darum auf seiner'ganzen Linie vor, um einestheils die Preußen zurückzuwerfen, andcrntheils einen Keil zwischen beide vorgenannte Armeen zu schieben. So kam es an verschiedenen Punkten zwischen Neustadt und Nachod, bei Trautenau und endlich bei Münchengrätz (alle an der Nordost- gränze Böhmens gelegen) zu heftigen Kämpfen, in denen die Oesterreicher Sieger blieben. Nur das Treffen bei Münchengrätz blieb unentschieden. Schon glaubten die Oesterreicher ihr Ziel, die Durchbrechung beider preußischen Hauptarmeen, erreicht zu haben, als die Preußen neuerdings mit verstärkter Macht angriffen und zwar dergestalt, daß sich der Oesterreichische, am weitesten vorgeschobene General Gablenz, um nicht abgeschnitten zu werden, zurückziehen mußte. Die hierauf folgenden Berichte vom Kriegsschauplätze in Böhmen lauteten für die österreichischen Waffen durchaus ungünstig. Nachdem die österreichische Armee zwischen die Festungen Jesephstadt und Königgrätz zurückgedrängt worden war, hat dort insonderheit bei Königgrätz eine furchtbare achtstündige Schlacht stattgefunden, in der die Oesterreicher gänzlich geschlagen, und ihr Heer in wilde Flucht getrieben worden ist. Die Zahl ihrer Tobten, Verwundeten und Gefangenen soll 40,000 Mann betragen. Zugleich fielen mehr als 100 Geschütze in die Hände der Preußen, die freilich auch enorme Verluste erlitten. Die Hauptstadt Böhmens, Prag wurde in Folge hiervon von den Preußen besetzt, und man fürchtete sogar für Wien, da die Nordarmee Oesterreichs völlig kampfunfähig geworden und das Vertrauen in ihre Führer erloschen ist. Drei der Letzteren, unter ihnen Clam-Gallas, sind denn auch bereits vergütet nach Wien abgeführt worden, um sich dorteu vor einem Kriegsgericht zu verantworten. In dieser verhängnißvollen Lage suchte Oesterreich durch die Diplomatie wieder zu gewinnen, was es auf dem Schlachtfelde verloren. Rasch entschloß cs sich, den einen Kriegsschauplatz zu schließen, indem es Venetien, den Zankapfel mit Italien, aufgab. Da sich Italien jedoch im Bündnisse mit Preußen verpflichtet hatte, nicht einseitig Frieden zu schließen, so konnte Oesterreich diese Abtretung nicht dircct an Italien vollstrecken, sondern mußte sie durch Frankreich zu bewirken suchen. Indem auf solche Weise Venetien zunächst französisches Land wurde, das später von Frankreich auf Italien übergehen sollte, erwuchs Oesterreich der ungeheure Vortheil, daß es alle seine Truppen aus Italien ziehen und nach dem Norden werfen konnte, da null Frankreich zwischen seinem und italienischem Boden lag. Ehe jedoch diese Transferirung der Südarmee nach dem Norden vor sich ging, bot Napoleon dem Kaiser von Oesterreich auch noch gegen Preußen seine guten Dienste an um auch mit diesem einen Waffenstillstand abzuschließen. Derselbe würde auf die Dauer von 6 Wochen festgesetzt sein. Oesterreich müßte sich darin bequemen, die 3 kölnischen Festungen Josephstadt, Königgräß und Theresienstadt an Preußen zu übergeben, welches letztere zugleich das ganze Gebiet, das es jetzt besetzt hat, in seinem vorläufigen Besitz behielt. Nach Italien wurde ein französischer Commissär gesendet, um Venetien im Namen Frankreichs in Besitz zu nehmen und mit wenigen 1000 Mann zu decken, während das österreichische Herr im Festungsviereck stehen bleiben sollte. Außerdem dürfen keine Truppenvermehrungen rc. stattfinden. ' In diesen Waffenstillstand sollten auch die deutsche» Mittelstaaten inbegriffen sein, deren Action bis dahin eine außerordentlich gelähmte war. Das siebente Armeecorps (Bayern) hatte wohl seit Wochen seine Spitzen in Knrhessen und Thüringen vorgeschoben, allein die Hannoveraner zu befreien, hat eH^sich nicht beeilt. Erst als es schon zu spät war und die Hannoveraner bereits capitulirt hatten, hat es den Preußen einige Gefechte bei Hersfeld, Kaltennordheim und Roßdorf geliefert, von welchen das Letztere das Bedeutendere und für Bayern siegreiche gewesen ist. Das achte Armeecorps (Würtcmbcrg, Baden, Hessen-Darmstadt, zu welchen noch Nassau und Kur- hessen gekommen sind) hatte wohl gleichfalls in den letzten Tagen Eilmärsche über den Vogelsberg nach der Gegend Hersfeld und Fulda angetreten, aber, nachdem es sich fast mit den Bayern vereinigt hatte, ist es plötzlich wieder an den Main zwischen Hanau, Frankfurt und Friedberg zurückgefallcn — warum? Wir wissen's nicht! Das aber wissen wir: Was lange befürchtet wurde, wäre durch diesen Waffenstillstand eingetreten, nämlich: Napoleon würde die Geschicke Deutschlands in die Hände bekommen haben. Durch die zaudernde Haltung Preußens kam dieser Waffenstillstand nicht zu Stande. Waren auch die Unterhandlungen noch in fortwährendem Gauge, und drohte selbst Frankreich im 3 Weigerungsfälle mit bewaffneter Einmischung, so wurde die Waffenruhe selbst doch noch nicht erreicht, sondern allerwärts regte es sich wieder. Die Preußen zunächst haben nicht nur Prag besetzt, sondern sind sogar bis Zwettel vorgedrungen, haben also scbon die böhmische Gränze nach Süden überschritten und stehen im Erzherzogthum Oesterreich, olmgefähr 18 bis 20 Stunden von Wien. Eine Einnahme von Wien würde hiernach nicht mehr in das 9teicb der Unwahrscheinlichkeit gehören. Tie österreichische Nord-Armee hat sich von ihrem ersten Schrecken zwar wieder erholt und steht 180,000 Mann stark mit 600 Geschützen in einem verschanzten Lager bei Ollmütz, zieht auch von Tag zu Tag immer neue Kräfte an fick, altem ob sie sobald wieder operationsfähig sein wird und den Preußen Schach zu bieten vermag, steht sehr in Frage. Tie Italiener scheinen das Geschenk Venetien nicht aus Frankreichs Hand annehmen, sondern es sich selbst mit Gewalt holen zu wollen. Cialdini, der Führer der italienischen Süd- Armee, hat den Po überschritten und beabsichtigt die Oester- reicher aus Venedig hinausznwerfen. Wie dieser doppelt kühne Versuck insonderheit Frankreich gegenüber ablanfen wird, muß die Zukunft lehren. Die Mittelstaaten Deutschlands, wenigstens Bayern, stnd nun endlich auch in schärfere Action getreten. Nach den kleinen, schon erwähnten Gefechten bei Hersfeld, Fulda, Kaltennordheim ic. war es den Preußen gelungen, immer weiter vorzu- dringcn, Brückenau in Bayern zu besetzen und nach Kissingen ihre Truppen vorznschieben. Hier entwikelte sich zwischen ihnen und den Bayern ein achtstündiger bestiger Kampf, in welchem die Preußen zwar mehrmals durch Kartätschen zurückgewiesen wurden, endlich aber doch an der Forcirnng der Saalübergänge nicht gehindert werden konnten. Kissingen fiel in ihre Hände, und ihre Truppen drangen nach Nüdlingen auf der Straße nach Münnerstadt vor. Den Bauern gelang es hier nicht bloß Nüdlingen zu behaupten, sondern sie warfen auch die Preußen wieder aus Kissingen hinaus. Auf diese Weise dauerte der Kampf im Herzen Deutschlands, zwischen Preußen und den Mittelstaaten, fort. Unbegreiflicherweise tritt in diesem Kriege ein Corps nach dem andern gegen die Preußen in Action, niemals sehen wir einen vereinigten Massenkampf, der namentlich gegen die in Mitteldeutschland nur 66000 Mann starken Preußen hätte verhängnißvoll werden müssen. Nachdem sich zuerst die Baiern geniessen, und nichts vermocht hatten, haben diese Gewehr bei Fuß gestellt, dagegen ist das achte Armeecorps in den Kanipf eingetreten, der bei Aschaffenburg begonnen, in den Straßen dieser Stadt, und bei dem Dorfe Laufach mit ungemeiner Heftigkeit fortgesetzt wurde, bei Gelnhausen in dem Engpässe zwar mit der dreimaligen Zurück- schlagung der Preußen durch die Württemberger, aber bei Aschaffenburg damit eudigte, daß sich das achte Armeecorps an die östliche Seite des Odenwaldes zurückzog, und die Preußen über Hanau nach ihrem vorgesteckten Ziele, Frankfurt a. M , vordrangen. In diese Stadt find sie wenige Tage nachher ein- gezogen, nachdem der Bundestag zuvor seine Verlegung nach Augsburg in Baiern beschlossen hatte und dorthin gefluchtet war. Das ganze linke Mainufer ist nun in dem Besitz Preußens. Wenn auch der Lauf der seitherigen Ereignisse durch keine hervorragenden Begebenheiten ausgezeichnet worden ift, |o fyat derselbe doch stetig seinen Gang in der bisherigen Preußen günstigen Weise genommen. Wenden wir uns zunächst nach dem unserem engeren Vaterlande zunächst liegenden Kriegsschauplätze. Die Gefechte bei Aschaffenburg waren zwar für das \ LIL • meecorps und speciell für unsere hessischen gruppen migluckuck ausgefallen, allein die Preußen selbst müssen unseren Truppen das Lvb ausgezeichneter Tapferkeit zugestehen, und nur die Führung der darmstädter Truppen hat solch' verhaiignißvollen Ausgang herbeiführen können, wie er eingetreten ist. -r,er Vder- commandant des ganzen Armeecorps, Prinz Alexander, ist um so mehr zu beklagen, als er iieben dem Verluste p vieler st in er Landsleute noch den Ruhm seiner militärischen Vergangenhei geopfert sehen muß und zwar aus dem einzigen Grunde, weil er nicht selbstständig handeln, sondern ihm dnrck den Bbercom- mandanten, Prinzen Carl von Baicrii, die Hände gebunden waren. Zurückgegangen nach dem Odenwalde stieß er bei „cilten- berg niit dem VII. Armeecorps HBaiern) endlich zulammen unc vielseitige Nachrichten sprcckcn davon, daß diese beiden vereinigten Armeceorps den Preußen Sckach geboten und sic in ihrem Siegeslauf eingchaltcn haben, nachdem sie bereits Darmstadt besetzt, ihre Truppen über Darmstadt nach dem Odeuwalde vorgeschoben und Darmstadt selbst ansehnliche Eontributionen auferlegt hatten. Auch Frankfurt hat die Last solcher Contri- butionen in enormem Grade fühlen müffen. Nachdem ihm zuerst 6 Millionen Thaler, sowie eine Lieferung von 600 Pferden und den nöthigeu Rationen Lebensmittel als Kriegscontri- bution auferlegt worden war, sind ihm nun noch nachträglich 20 Millionen dictirt worden. So reich auch Frankfurt ist, muß es doch unter dieser Auflage in seinem Wohlstände ruinirt werden. Auch Mainz ist bereits in Mitteidschaft gezogen. Der Belagerungszustand ist verhängt, und die ersten Schüsse sind bereits gewechselt worden. Wenden wir uns nach dem Kriegsschauplätze in Böhmen, so süid die Preußen dort immerwährend vorgedriingeu, und ihre Linien stehen, nachdem sich die dre iArmeen vereinigt haben, vor Wien, um dort den Entscheidungskampf zu kämpfen. — Die österreichische Nordarmee hat sich, nachdem sie in Ollmütz unter Benedeck eine hinreichende Besatzung zurückgelassen hat, über die March zurückgezogen, um durch Ungarn über Preßburg sich mit der nach Wien geworfenen Südarmee, die zum größten Theile Italien verlassen hat, zu vereinigen. Obgleich diese Vereinigung durch die Preußen sehr gehindert wurde, indem dieselbe Lundenburg den Knotenpunkt der Eisenbahnen zwischen Mähren und Wien besetzt hatten, so soll dieselbe doch, freilich auf dem Umwege durch Ungarn, gelungen sein. Mitten in diese Truppenmärsche fällt urplötzlich das Gerücht von einer fünftägigen Waffenruhe, und Unterzeichnung der Friedenspräliminarien durch Oesterreich, nachdem dieselben durch Preußen und Fraiikreich vereinbart worden waren. Auf dem Kriegsschauplätze „Italien" haben die Verhältnisse gleichfalls eine andere Gestalt angenommen. Oesterreich hat thatsächlich auf den Besitz Venetiens verzichtet. Ist auch die Abtretung an Napoleon nicht vollständig acceptirt worden, so zieht doch Oesterreich unter Zurücklassung von Besatzungstruppen in dem Festungsvierecke seine Armee immer mehr aus Italien zurück, um sie an die Donau zur Vertheidigung Wiens zu werfen. Als darum Cialdini den Po überschritt, sprengten die Oesterreicher die Befestigungswerke bei Rovigo in die Luft, gingen nach Padua und von da nach Treviso zurück, während die' Italiener allmählig nachrückten. Auch die Flotten haben nunmehr ihre Kräfte gemessen. Die italienische war nach Lissa an der dalmatinischen Küste gesegelt, nm dort die Forts zum Schweigen zu bringen und eine Landung zu bewerkstelligen. Schon war es ihr in der That gelungen, ein Fort verstummen zu machen, als die österreichische Flotte erschien, und ein furchtbarer Kampf entstand, indem eine österreichische Panzerfregatte eine italienische in den Grund bohrte, eine andere in die Luft sprengte, das österreichische Linienschiff Kaiser von 4 italienischen Panzerfregatten umringt, gleichfalls die eine in den Grund bohrte, die andere in die Flucht trieb, und schließlich die österreichische Flotte gegen die italienische Herr des Meeres blieb. Italienische Berichte schreiben sich jedoch den Sieg zu. Die Contribution von vielen Millionen in Frankfurt wird aufrechterhalten, trotzdem sich eine Deputation nach Berlin verfügt hatte, um dieserhalb um Gnade zu bitten. Da sich die Stadt standhaft weigerre, Schritte zur Zahlung zu thun, so wurde mit dem ersten Zwangsacte begonnen und den Senatoren der Stadt zahlreiche Einquartirung (50—70 Mann für Einen) gegeben. Zwischen der Mainarmee der Preußen und dem VII. und VIII. Bundesarmeecorps haben die Gefechte eine immer größere Ausdehnung genommen. Am 24. Juli stießen die Preußen auf die Württemberger bei Tauberbischofsheim und begannen einen hartnäckigen Kampf, der damit endete, daß sich die Württemberger nach tapferem Widerstande zunächst auf Großrinderfeld zurückzogen. Am gleichen Tage war ein Gefecht der Badener bei Werbach, welches gleichfalls mit dem Rückzüge derselben trotz großer Bravour eudete. Am 25. Juli fand der Rückzug des VIII. Armeecorps gegen Würzburg am Main statt. Zu gleicher Zeit avancirten die Baiern von Würzburg 1 * 4 gegen Westen, wodurch Artilleriegefechte der Badener und Baiern herbeigeführt wurden, die resultatlos blieben. Beide Bundescorps stellten sich nun um Würzburg auf, die Baiern nehmen das Gefecht bei Roßbrunn mit der 2. und 4. Infanterie-Division und der Reserve-Jnfanterie-Brigade wieder auf, weisen die Preußen zurück und führen mit der Reserve-Kavallerie eine glanzvolle Attaque bei den Hellstädter Höhen aus. Am 27. Juli großer Kampf bei Würzburg, an dem sich auch diese Festung betheiligt. Würzburg wird 3 Stunden lang beschossen, wobei das Dach des Zeughauses in Brand geräth, schließlich aber die Preußen zurückgeworfen werden. Ihre Verluste sollen ganz entsetzlich gewesen sein. Von einem Regimente wären 600 Mann geblieben. Ein anderes (das 53ste) soll sämmtliche Officiere verloren haben. Haufen von Leichen bedeckten das Schlachtfeld. Während so die süddeutschen Truppen sich nutzlos opfern, da ihre Kämpfe keinen Ausschlag mehr gebeu können (sie kommen zu spät), so hat Oesterreich einen Waffenstillstand mit Preußen und Italien abgeschlossen, ohne zugleich auch einen Waffenstillstand seiner Bundesgenossen durchzusetzen. Die Letzteren sind somit von Oesterreich in der Stunde der höchsten Noth im Stiche gelassen worden, Oesterreich sucht die eigene Haut zu retten, und die anderen mögen nun zu sehen, wie sie durchkommen. Auch Baiern soll kurz darauf diesem edle» Zuge, der nur für sich sorgt und die früheren Freunde vergißt und ihrem Schicksale überläßt, gefolgt sein und einen Waffenstillstand abgeschlossen haben. Es blieben darnach nur noch Württemberg, Baden und Darmstadt übrig, d. h. mit andern Worten, sie müssen gleichfalls einen Waffenstillstand unter jeder Bedingung annehmen. Was wird die Folge dieses Krieges fein ? Wie wird der Friede ausfallen? Wenn nicht die seitherigen Muthmaßungen trügen, wird alles Land nördlich vom Main, demnach auch unsere Provinz Oberhesseu, zu Preußen geschlagen werden und den süddeutschen Staaten überlassen bleiben, einen eignen Bund zu gründen. Die Theilung Deutschlands ist damit factisch eingetreten, und der Grund zu späteren Kriegen gelegt. Unsere deutschen Zustände neigen sich nach und nach immer mehr dem Frieden zu. Preußen hat mit Oesterreich bereits Friedenspräliminarien festgestellt, und der Inhalt derselben ist der Art, daß mit Nothwendigkeit der Friede sich daraus entwickeln muß, da die Hauptstreitpunkte darin ausgeglichen sind. Zur bestem Benrtheilung der Leser lassen wir einen Auszug aus denselben folgen : Art. I. Der Territorialbeftand der österreichischen Monarchie, mit Ausnahme des lombardisch-veuetianischen Königreichs, bleibt unverändert. Art. II. Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich erkennt die Auflösung des bisherigen deutschen Bundes an und gibt Seine Zustimmung zu einer neuen Gestaltung Deutschlands ohne Betheiligung des österreichischen Kaiserstaates. Art. III. Se. Maj. der Kaiser von Oesterreich überträgt auf Se. Maj. den König von Preußen alle Seine im Wiener Frieden vorn 30. Oct. 1864 erworbenen Rechte auf die Her- zogthüiner Holstein und Schleswig, mit der Maßgabe, daß die Bevölkerungen der nördlichen Districte von Schleswig, wenn sie durch freie Abstimmung den Wunsch zu erkennen geben, mit Dänemark vereinigt zu werden, an Dänemark abgetreten werden sollen. Art. IV. Se. Maj. der Kaiser von Oesterreich verpflichtet Sich, behufs Deckung eines Theiles der für Preußen aus dem Kriege erwachsenen Kosten, an Se. Maj. den König von Preußen die Summe von 40 Millionen Thalern zu zahle», jedoch mit Abzug von 20 Millionen für Schleswig-Holstein und Verpflegung der preußischen Armee. Art. V. Aus den Wunsch Sr. Maj. des Kaisers von Oesterreich erklärt Se. Maj. der König von Preußen sich bereit, bei den bevorstehenden Veränderungen in Deutschland den gegenwärtigen Territorialbestand des Königreichs Sachsen in feinem bisherigen Umfang bestehen zu lassen. Dagegen verspricht Se. Maj. der Kaiser von Oesterreich die von Sr. Maj. dem König von Preußen in Norddeutschland herzustelleudeu neuen Einrichtungen, einschließlich der Territorialveränderungen, anzuerkennen. Art. VI. Se. Maj. der König von Preußen macht Sich anheischig, die Zustimmung Seines Verbündeten, Sr. Maj. des Königs von Italien, zu den Friedenspräliminarien und zu dem auf dieselben zu begründenden Waffenstillstände zu beschaffen, sobald das venetianische Königreich durch Erklärung Sr. Maj. des Kaisers der Franzosen zur Disposition Sr. Maj. des Königs von Italien gestellt sein wird. Der Waffenstillstand ist auf vier Wochen, vom 2. August anfaugend, geschlossen. Ist hiernach der Friede mit Oesterreich mit ziemlicher Bestimmtheit vorauszusagen, so folgt daraus von selbst, daß auch die deutschen Mittelstaateu sich zu demselben bequemen müssen, da sie allein zu schwach sind, um längeren Widerstand leisten zu können. Bereits ist denn auch auf allen Puickten Süd-Deutschlands Waffenruhe eingetreten und die Waffenstillstandsbedingungen, die von den einzelnen Staaten eingegaugen worden sind, lasten erkennen, daß eine Wiederaufnahme der Feindseligkeiten von Niemanden mehr beabsichtigt wird, da die Tr»ppen der einzelnen Länder von einander getrennt und in ihre Heimath beordert worden sind. Die Bedingungen des Waffenstillstandes für unser Land sind folgende : 1) Zwischen den königl. preußischen und den ihnen verbündeten Truppen einerseits und den großh. Hess. Truppen andererseits wird ein Waffenstillstand für die Dauer von drei Woche» und zwar vom 2. bis 22. August 1866, beide Tage einschließlich, stattfinden. 2) Falls die großh. Hess. Truppe» in Baiern in Canton- nements verbleiben, dürfen dieselben das rechte Ufer des Mains nicht betreten; auch die Straße von Ochsenfurt nach Aub nicht in westlicher Richtung überschreiten und sich nicht auf königlich württembergisches Gebiet begeben. 3) Falls dagegen von großh. Hess. Seite die Rückkehr der großh. Truppen nach dem Großherzogthum beschlossen würde, so haben dieselbe» hierzu die Straße aus der Gegend von Uffen- heim-Burgbornheim über Mergentheim, Walldürn, Amorbach, Erbach und Heppenheim nach Worms zu benutzen. Den großh. Truppen aber wird zu ihrer Aufstellüng bis zum Schluffe des Waffenstillstandes das großh. Gebiet auf dem linken Rheinufer mit Ausnahme eines einmeiligen Umkreises um Mainz, überwiesen werden. 4) Die königl. preußischen und die mit ihnen verbündeten Truppen ihrerseits werden de», de» großh. Hess. Truppe» üb erratenen, auf dem linken Rheinufer gelegenen Theil des Groß- herzogthums raährend der Dauer des Waffenstillstandes nicht betreten. 5) Die königl. preußischen und die mit ihnen verbündeten Truppen werden in den von ihnen besetzten großh. Hess. Landes- theilen Staats- wie Privateigenthnm respectireu und keine Con- tributionen auferlegen. Den betr. Landestheilen liegt nur die kostenfreie Verpflegung der genannten Truppen nach den besonders mitgetheilten Sätzen ob. 6) Die großh. Hess. Regierung übernimmt die Verpflichtung, zu bewirken, daß ihre in Mainz etwa noch stehenden Truppen diese Festung längstens bis zum 8. August verlassen und sich von dort unverzüglich nach dem der großh. Armee-Division für die Dauer des Waffenstillstandes in dem im §. 3. bezeichneten Falle überwiesenen Theile des großh. Gebietes begeben. 7) Die großh. Hess. Regierung verpflichtet sich ferner, zu bewirken, daß den Truppe» der »orddeutsche» Staate» (Weimar, Mei»i»ge», Lippe-Bückeburg und Reuß), soweit solche i» Maiuz sich befinde», gestattet werde, sofort mit ihren Waffen und ihrer vollen Ausrüstung in ihre Heimath zurückzukehren, auch daß hierbei, soweit sie auf großh. Gebiete sich zu bewegen haben, denselben die nöthige Verpflegung kostenfrei zu Theil werde. Soweit solche Truppen sich in Rastatt oder Ulm befinde», erhebt die großh. Regier»»g gegen deren gleichzeitige Rückkehr in die Heimath keine (gintoenbung. 8) Die großh. Hess. Regiermig verpflichtet sich, denjenigen Untertanen des Königreichs Preuße» u»d der mit ihm verbündete» Staaten, welche nach dem Abzüge der königl. preußischen Truppen aus der Festung Mainz ausgewiesen und dadurch in ihrem Eigenthum beschädigt wurden, hierfür zu ihrem entsprechenden Theile Entschädigung zu leisten. 9) Die großh. Hess. Regierung wird in demjenigen Theile des großh. Gebiets, welches in dem im §. 3 bezeichneten Falle den großh. Truppen überwiesen ist, keinen fremden Truppen de» 5 =L bti l Unk .1 ,vt» Endlich ist Der langersehnte Frieden zwischen Preußen und unserm Lande abgeschlossen- Sind auch die Bedingungen schwer so ist doch die furchtbare Militärlast, die auf unseren beiden Nachbar-Provinzen Starkenburg und Rheinhessen lag und die unserm Lande täglich 35,000 fl- kostete, hinweggenommen, und der peinliche Druck der Ungewißheit, der wie em Alp auf uns lastete, beseitigt. Um ein Ende in die langen Verhandlungen zu bringen, hatte Preußen noch»,als 10,000 Mann in die Provinz Starkenburg marschiren lassen, die ans unsere Kosten verpstegt werden mußten. Durch diesen Druck wohl veranlaßt, hat man von diesem oder jenem kleineren Punkt abgesehen und sich zu folgendem Frieden vereinigt: Das Großherzogthum Hessen zahlt an Preußen 3,000,000 fl. Kriegsentschädigung und tritt die Landgrafschaft Hessen-Homburg (mit Meisenheim), die Aemter Vöhl (Herrschaft Itter) und Biedenkopf, sowie den nordwestlichen Theil des Lreffes Greßen (zur bessern Arrondirung des Kreises Wetzlar) und die bei Frankfurt gelegenen Orte Niedcrursel und Rödelheim ab. Die Stadt Gießen bleibt dem Großherzogthum erhalten, das durch die in der Provinz Oberhessen gelegenen knrhessichcu (Amt Nauheim) und nassauischen (Amt Reichelsheim) Enclaven, ferner die Orte Dortelweil, Rieder-Erlenbach, Haarheim und Massenheim und das auf der linken Seite gelegene Rumpenhcim, verstärkt wird. Die Provinz Oberhessen gehört dem norddeutschen Bunde an, die beiden andern Provinzen dem süddeutschen. Wie wir hieraus ersehen, ist unser Land am härtesten Don den süddeutschen Ländern mitgenommen worden. 20 Quadratmeilen gehen ihm verloren, 50,000 Einwohner hat cs elnge- büßt. Was aber am schmerzlichsten ist, ist die schon erwähnte halbe Lage unserer Provinz. L>ie gehört zum norddeutschen Bunde und doch auch wieder zu Hessen-Darmstadt, sie hat für beide Staaten Lasten zu tragen z. B- an Preußen das Militär zu stellen, und welche Vortheile werden ihr dafür rn der Zukunft geboten werden? Wir fürchten - keine. Ein schwacher Hoffnnngsanker ist uns noch geblieben m einer Notiz verschiedener Zeitungen, daß auch wegen der beiden anderen Provinzen mit Darmstadt ein geheimer Vertrag abgeschlossen worden sei — vielleicht, daß hierin eine Besserung unserer Zukunft liegt. Solange die Friedensbedingungen unsererseits nicht erfüllt sind oder geiiügende Garantie für deren Erfüllung gegeben ist, halten die preußischen Truppen das Land besetzt- Was das besagen will, können wir ans einem Beispiel entnehmen: Die Stadt Mainz muß bis zu diesem angedeuteten Zcltpnnkt für jeden Soldaten täglich 30 fr., für jeden Unterofsicier 1 fl, Lieutenant 5 fl., Hauptmann 7 fl-, Stabsofsicier 10 fl-, Summa Summarum täglich 5000 fl. zahlen. Möchten darum ba d die 3,000,000 abgeführt werden, damit das Land erleichtert und unsere eigenen Truppen nicht nur ihreii Rückmarsch aus Rheinhessen in die Garnisonen, sondern soweit als möglich m die Heimath nehmen können. ~ Baden hat bei seinem Friedensschlüsse kein Gebiet verloren, dagegen 5,000,000 fl. zu zahlen. Meiningen hat sich bis jetzt noch nicht den Bedingungen zum Anschluß an den norddeutschen Bund gefugt, und sind daher von Seiten Preußens die Verhandlungen mit dem fetzigen : Inhaber des Landes abgebrochen worden. Wahrscheinlich wird ; hierdurch die Uebernahme der Regierung des Ländchens durch i den Kronprinzen nöthig werden, um das Schicksal der vollen : Einverleibung abzuwenden. . r Die Verhandlungen mit Sachsenfind wieder m ^bhaf^ren ' Königs * 2. AW Ä» S8e- 7 daß auch J'®« wissen ^^-Denisch, " Wenfinb ^"ds-Iigkeiteü Wappen bei Are Heiuuitb 1ffeiiR(tanbe8 f|i ihnen ver- TtiWil a»- ftei Uan biei b beide Tage >'n in Canton- des Mains -ach M nicht t auf königlich e Rückkehr der chlossen würde, nid Mn Uffen- rn, Amorbach, Den großh. i Schlüsse des ifen Rheinnfer Mainz, über- m veflnndeten Truppen überheil des Groß- illßandes nicht en verbündeten h. Hess. Landesund keine Con- liegt nur die rach den beson- > Verpflichtung, enden Truppen lassen und sich ee-Divisian für 3. bezeichnete» Gegeben. sich ferner, z» galten Wei- soweit solche I ihren Waffe» ; Mukehren, A i" "S -yÄ; een gleichze>t>S° sich, denjenigen Ahm > t prenßisch-" i ihrem entfp -S.15 Durchmarsch durch jenes Gebiet oder eine Stellung in demsel- i ben zu nehmen gestatten. Der Schleier, der seither über der Zukunft Dentschlands lag hat sich, wenn auch noch nicht ganz, so doch einigermaßen gelüftet. Der Frieden ist vorerst gesichert, nachdem Frankreich einen vergeblichen Anlauf genommen hatte, seine Rbeiiigelüste zu befriedigen. Die einfache Erklärung Preußens, daß es in keine Abtretung irgend welcher Art au Frankreich willigen könne und werde, genügt, um den Kriegslärm unter den Franzosen, die in den letzten Wochen gewaltigen Respect vor den deutschen Puffen bekom nen haben, zu beschwichtigen. Die Umänderungen in Deutschland können sonach unbehindert von außen vor sich gehen und sind fast zu ihrem Ende gediehen.. ' Preußen hat im Allgemeinen die Bildung eines Nord- und Südbundes unter den Deutschen im Auge. Der Nordbund findet seine Südgränze am Main, der -Lüdbund soll bestehen aus Baiern, Würtemberg, Lichtenstein, Baden und, je nachdem die Verhandlungen enden, Hessen-Darmstadt. Wahrend der Nordbund durchaus unter preußischer Führung stehen wird,. behält der Südbund eine gewisse Selbstständigkeit bis auf spatere Tage, bis die norddeutschen Verhältnisse festere Gestalt gewonnen haben und nicht mehr so leicht erschüttert werden Unter den zum Nordbuiide gehörigen Staaten unterscheiden wir, von Preußen abgesehen, zwei Staatengruppen, solche, welche ihre Selbstständigkeit gänzlich verloren haben und Preußeil vollständig eiiiverleibt worden sind, und solche, welche nur die Mili- tärsacheu und die Leitung aller auswärtigen Augelegenheiteii an Preußen abgetreten haben, im Uebrigen dagegen eine gewisse Selbstständigkeit bewahren. Zu den ersteren gehören Schleswig-Holstein, Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt. <2ie haben aufgehört, als selbstständige Staaten zu existircu, sind preußische Provinzen geworden, ihre seitherigen Regenten müssen fernerhin auswärts als Privatleute leben. Zu den letzteren gehören alle anderen Staaten nördlich des Mains, das illömg- reich Sachsen inbegriffen. Preußen hat durch jene Einverleibung einen Zuwachs von 4,188,000 Seelen erhalten, so daß seine jetzige Bevölkerung 23,490,000 Seelen beträgt. Rechnet man hierzu die übrigen Nordstaaten, die ihre Militärgewalt abgetreten haben, so steigt die Einwohnerzahl nochmals um 5,406,000 Seelen, so daß die ganze Macht, über die Preußen verfugen kann, auf 28,896,000 Köpfen ruht. Der L-üdbund wurde hiergegen, vorausgesetzt, daß das ganze Großherzogthum Hessen demselben verbliebe, mir 8,864,000 Seelen zählen. Wie weit iudesseii sind die betreffenden Friedcnsverhand- lunqen gediehen? Mit Schleswig-Holstein, Hannover, Knrhessen, Nassau und Frankfurt braucht Preußen selbstverständlich gar nicht mehr um den Frieden zu verhandeln , da sie einfach em- verleibt find. (Frankfurt wurde hierbei die letzte Contribiition von einigen 20,000,000 Gulden erlassen.) Mit Oesterreich ist der Frieden abgeschlossen. Es behalt seine Stammländer mit Ausnahme Venetiens, das es an Italien abtritt, verzichtet auf den Mitbesitz von L-chleswig- Holstein, tritt aus Deutschland gänzlich aus, so daß Preußen schalten und walten kann, wie es will und zahlt 20,000 000 Thaler Kriegskostenentschädigung. So lange letztere mcht bezahlt ist, halten preußische Truppen das seither oecupirte -and riffeu, desgleichen Homburg Preußen eiiiverleibt, und die Herrschaft Meisenheim an Zahlung für die 7,000,000 fl. genommen würde. Dafür würde Darmstadt mit den nassauischen und kur- hessischen Enclaven unserer Provinz (Reichelsheim rc., Nauheim rc.), sowie einigen baierischcn Orten entschädigt. Die ersten Tage müssen dieses Dunkel lichten. Baiern soll auf Hammelburg und Kissiugen in Unterfranken und Culmbach in Oberfranken sammt den dazu gehörigen Bezirken verzichten. Weitergehende Forderungen, wie Verzicht auf Bayreuth, Nürnberg und Ansbach hat Preußen fallen lasten. Dagegen besteht es auf einer bedeucenden Summe für Kriegs- kosten, und wird ihre Höhe zu 12, von Anderen sogar zn 35,000,000 fl. angegeben. ' ^Mit Württemberg ist gleichfalls bereits Frieden geschlossen. Es zahlt 8,000,000 fl. Kriegskosten und behalt sein ganzes ^^^Mit Baiern und Hesten-Darmstadt schweben noch die Friedensverhandlnngen, da Baiern noch Schwierigkeit macht, gewisse Gebiete abzntreten, die Preußen zur Abrundmig feiner Mainlinie, soivie ziir Entschädigung für Hcsscn-Darmstadt, das gleichfalls Ländereien an Preußen abtreten soll, nothlg hat. lieber diesen ganzen Verhandlungen schwebt noch em großes Dunkel. In Bezug auf unser Land redete man von der Abketung der Provinz Oberhessen an Preußen, sowie Kriegskostenent- schädigung von 7,000,000 fl. Weiteren Verhandlungen wäre es gelungen, den größten Theil von Oberhesscn dem Lande zu erhalten, sodaß nur das Hinterland bis in te , .7L ,^7 Verhandlungen mit iLacyfen pno ivieuci u> ÄÄWr1 M» N»e*. W** 6 derselben. Dresden ist unterdessen zu einem respektablen Waffen- platz umgeschaffen worden. Aus Böhmen ziehen sich die preußischen Truppen allmählig zurück. Vom 3. September au ist der Güterverkehr auf den in der Richtung nach Rhcinpreußen führenden baierischen Bahnen eingestellt, um preußische Truppen ans Böhmen nach dem Rhein zu befördern. Ucber Luxemburg, das bekanntlich (ähnlich dem früheren Verhältniffe Schleswig-Holsteins zu Dänemark) unter der Krone Holland steht, schweben gleichfalls noch die Verhandlungen. Die Regierung des König-Großherzogs beharrt dabei, alle Vorschläge für einen Anschluß des Großher- zogthums an den norddeutschen Bund abzulehnen und die Räumung der Festung Luxemburg durch die Preußen zu verlangen. Preußen dringt dagegen immer entschiedener ans den Beitritt des Großherzogthums zu dem norddeutschen Bunde und weis't die Idee einer Räumung der Festung kategorisch zurück. Eine weitere und glückliche Folge des Krieges in Deutschland besteht darin, daß die Aufhebung der Rhein- und Mainschifffahrtsabgaben erzielt worden ist. Hierdurch kann sich der Güterverkehr auf diesen beiden Flüssen wieder heben, da ihm nun die Möglichkeit gegeben ist, mit den Eisenbahnen zu concurriren. Sehen wir auf die Friedensverhandlungen zwischen Oesterreich und Italien, so haben die eigentlichen Verhandlungen zwar noch nicht begonnen, aber doch schon Vorbesprechungen stattgefunden. Beide Staaten kommen sich auf die freundlichste Weise entgegen, doch glaubt man, daß die Fragen wegen der neuen Gränzlinie, der österreichischen Entschädigungsansprüche und der Schuldübertragung eine sehr langwierige Verhandlung zur Folge haben werden. Nach französischen Blättern will Oesterreich von Italien 30 Millionen Entschädigung für die jüngsten Befestigungen des Festungs-Vierecks verlangen. Andrerseits verlautet, daß es auch auf der Aufhebung des Sequesters bestehe, unter welchem die Güter der abgesetzten italienischen Fürsten seitens der Florentiner Regierung gestellt worden find. Der Friedensvertrag zwischen Preußen und unserem Lande ist nun speciell veröffentlicht und wir lassen darum unseren Lesern folgenden Abdruck hier folgen: Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen und bei Rhein, souveräner Landgraf zu Hessen, und Seine Majestät der König von Preußen, von dem Wunsche geleitet, Ihren Völkern die Segnungen des Friedens zu sichern, haben beschlossen, Sich über die Bestimmungen eines zwischen Ihnen abzuschließenden Friedensvertrags zu verständigen und zu Ihren Bevollmächtigten ernannt, nämlich: Seine Königliche Hoheit der Großhcrzog von Hessen und bei Rhein rc. den Präsidenten des Großherzoglichen Gesammtministerinms und Minister des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, sowie des Innern, wirklichen Geheimen Rath Freiherr» Reinhard v. Dalmigk zu Lichtenfels und den Vortragenden Rath in den. Großherzoglichen Ministerium des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, Geheimen Legationsrath Karl Hofmann, Seine Majestät der König von Preußen: Seinen Ministerpräsidenten und Minister der auswärtigen Angelegenheiten Grafen Otto v. Bismarck-Schönhausen, Ritter des schwarzen Adler-Ordens rc. und Seinen wirklichen Geheimen Rath, Kammerherrn und Gesandten Karl Friedrich von Savigny, Ritter des rothen Adler- Ordens erster Klasse, welche nach erfolgtem Austansch ibrer in guter Ordnung befundenen Vollmachten über nachfolgende Vertragsbestimmungen über- cingekommen sind: Art. 1. Zwischen Seiner Königlichen Hoheit dem Großhcrzog von Hessen und bei Rhein rc. und Seiner Majestät dem König von Preußen, deren Erben und Nachfolgern, deren Staaten und Unterthancn soll sortan Friede und Freundschaft auf ewige Zeiten bestehen. Art. 2. Seine Königliche HoheO der Großherzog von Heffcn und bei Rhein rc. versuchtet Sich, bcbufs Deckung eines Thcils der für Preußen ans dem Kriege erwachsenen Kosten an Seine Majestät den König von Preußen die Summe von drei Millionen Gulden binnen zwei Monaten zu bezahlen. Durch Bezahlung dieser Summe entledigt Sich Sc. Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. der im §. 8 des Waffenstillstandsvertrags d. d. Eisingen bei Würzburg den 1. August 1866 übernommenen Entschädigungsverbindlichkeiten. Art. 3. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. leistet für die Bezahlung dieser Summe Garantie durch Hinterlegung von Obligationcn Großherzoglich Hessischer Staats-Anlchn, wobei die 4proccntigcn Obligationen zum Course von 80 und die 3^/zprocentigen zum Course von 70 angenommen werden. Art. 4. Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. steht das Recht zu, obige Entschädigung ganz oder theilweise, unter Abzug eines Tisconto von 5 pCt. per Jahr früher zu bezahlen. Art. 5. Unmittelbar nach geleisteter Garantie in Gemäßheit des Art. 3 oder nach erfolgter Zahlung der Kriegsentschädigung wird Se. Majestät der König von Preußen seine Truppen aus dem Großherzoglich Hessischen Gebiete zurückziehen. Die Verpflegung der Truppen bei ihrem Rückmarsch erfolgt nach dem bisherigen Buudesverpflegnngs-Reglcment. Art. 6. Die Auseinandersetzung der dnrch den früheren deutschen Bund begründeten Eigenthumsverhältnisse bleibt besonderer Vereinbarung Vorbehalten. Art. 7. Die hohen Contrahenten werden unmittelbar nach Abschluß des Friedens wegen Regelung der Zollvercinsverhält- nisse in Verhandlung treten. Einstweilen sollen der Zollvcr- einsvertrag vom 16. Mai 1865 und die mit ihm in Verbindung stehenden Vereinbarungen, welche durch den Ausbruch des Kriegs außer Wirksamkeit gesetzt sind, vom Tage des Austausches der Ratificationen des gegenwärtigen Vertrags an mit der Maßgabe wieder in Kraft treten, daß jedem der hohen Contrahenten vorbehalten bleibt, dieselben nach einer Aufkündigung von 6 Monaten außer Wirksamkeit treten zu lassen. Art. 8. Alle übrigen, zwischen den hohen Contrahenten vor dem Kriege abgeschlossenen Verträge und Ucbereiukünfte werden hiermit wieder in Kraft gesetzt. Art. 9. Die hohen Contrahenten werden unmittelbar nach Herstellung des Friedens in Deutschland den Zusammentritt von Commissarien zu dem Zwecke veranlassen um Normen zu vereinbaren, welche geeignet fino, den Personen- und Güterverkehr auf den Eisenbahnen möglichst zu 'fördern, namentlich die Concurrenzverhältuisse in angemessener Weise zu regeln und den allgemeinen Verkehrsintercsscn nachtheiligen Bestrebnngen der einzelnen Verwaltungen entgcgenzutretcn. Indem die hohen Contrahenten darüber einverstanden sind, daß die Herstellung jeder im allgemeinen Interesse begründeten neuen Eisenbahnverbindung zuzulassen und so viel als thunlich zu fördern ist, werden sie durch die vorbezeichneten Commissarien auch in dieser Beziehung die durch die allgemeinen Verkehrsinteressen gebotenen Grundsätze aufstcllen lassen. Art. 10. Die Großherzoglich Hessische Regierung erklärt sich im voraus mit den Abreden einverstanden, welche Preußen mit dem Fürstlichen Hause Taxis wegen Beseitigung des Thurn- und Taxis'schen Postwesens trifft. In Folge dessen wird das gesammte Postwesen im Groß- herzogthum Hessen an Preußen übergehen. Art. 11. Die Großherzoglich Hessische Regierung verpflichtet sich, in Mainz keine andere als eine Preußische Tele- graphenftation zu gestatten. In gleicher Weise räumt die Groß- herzogliche Regierung der Preußischen auch in den übrigen Ge- bietsthcilen des Großherzogthums das Recht zur unbeschränkten Anlegung und Benutzung von Telegraphenlinien und Telegraphenstationen ein. Art. 12. Die Großhcrzoglich Hessische Regierung wird die Erhebung der Schifffahrtsabgabcn aus dem Rhein und zwar sowohl der Schifffahrtsgebühr — Tarif B. zur Ucbereinkunft vom 31. März 1831 — als and) des Zolles von der Ladung — Zusatzartikel XVI. und XVII. zu der Uebereinkunft vom 31. März 1831 — von dem Tage ab völlig einstellen, an welchem in den übrigen deutschen Ufcrstaatcn des Rheins die gleiche Maßregel zur Ausführung gebracht werden wird. Tie hohen Contrahenten übernehmen dieselbe Verpflichtung bezüglich der noch bestehenden Schifffahrtsabgaben auf dem Maine. Art. 13. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Heffcn und bei Rhein rc. erkennt die Bestimmungen des zwischen 7 ®Nur< 4) 3) 6) 2) 3) 4) 5) und Höringhausen; den nordwestlichen Theil des Kreises Gießen, welcher die Orte Frankenbach, Krnmbach, Königsberg, Fellings- hausen, Bieber, Haina, Rodheim, Waldgirmes, Naunheim und Hermannstein mit ihren Gemarkungen um- Dornassenheim; . die vormals Kurhessische Enclave Trais an der Lumda ; den vormals Kurhessischen zwischen den Großherzoglich Hessischen Ortschaften Altenstadt und Bönstadt belegenen Domanialwalddistrict; die vormals Frankfurtischen Ortsbezirke Dortelweil und Preußen und Oesterreich zu Nicolsburg am 26. Juli 1866 abgeschlossenen Präliminarvertrages an und tritt denselben, soweit sie die Zukunft Deutschlands betreffen, auch Seinerseits bei. Art. 14. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Heffen und bei Rhein rc. tritt an Se. Majestät den König von Preußen mit allen Sonveränitäts- und Domanialrechten ab: I. Die Landgrafschaft Hessen-Homburg, einschließlich des Oberamtsbezirks Meisenheim, jedoch ausschließlich der beide», in der Königlich Preußischen Provinz Sachsen belegenen Hessen- Liomburgischen Domanialgüter Hötensleben und Oedisfelde; 11. Folgende bisher zur Provinz Oberhcssen gehörigen Gebietstheile, nämlich: den Kreis Biedenkopf; den Kreis Vöhl, einschließlich der Enclaven Eimelrod faßt; den Ortsbezirk Rödelheim; den unter Großherzoglich Hessischer Souveränität stehenden Theil des Ortsbezirks Niever-Ursel. Mit Seinen sämmtlichen nördlich des Mains liegenden Gebietstheilen tritt Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen und bei Rhein rc auf der Basis der in den Reformvor- schlägcn vom 1U. Jnni d. I. aufgestellten Grundsätze in den norddeutschen Bund ein, indem Er sich verflichtet, die geeignete Einleitung für die Parlamentswahlen, dem Bevölkerungs- Verhältnisse entsprechend, zu treffen. Das in Folge dessen aus- znsonderndc zum Norddeutschen Bunde gehörige Großherzoglich Hessische Contingent tritt unter Oberbefehl des Königs von Preußen nach Maßgabe der ans der Basis der Bundesreform- Vorschläge vom 10.. Juni d. I. zu vereinbarenden Bestimmnngen. Art. 15. Seine Majestät der König von Preußen tritt an Seine Königliche Hoheit den Großherzog von Heffen und bei Rhein rc. behufs Herstellung territorialer Einheit in der Provinz Oberbeffcn folgende Gebietstheile mit allen Souveräni- täts- und Domanialrechten ab: 1) den vormals Kurhessischen District Katzenberg mit den Ortschaften Ohmes, Vockenrode, Ruhlkirchen, Seibels- wahrten Bücher, Handschriften und andere Jnventarstücke werden der Regierung Sr. Majestät des Königs von Preußen für das Kölner Domkapitel zur Verfügung gestellt werden. Die Entscheidung über die Zugehörigkeit der einzelnen Stücke wird durch einen Commissarins Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hessen und bei Rhein rc. in -Gemeinschaft mit einem Conunissarius Sr. Majestät des Königs von Preußen, in streitigen Fällen durch einen von beiden zu wählenden un- partheiischen Obmann, endgültig getroffen werden. Art. 18. Die Großherzogliche Regierung verpflichtet sich, den zwischen einer Anzahl Badehansbesitzern in Kreuznach und der Großherzoglichen Saline Carls-Theodors-Halle abgcscküos- senen, bis zu dem Jahre 1872 laufenden Contract wegen Lieferung von Soole und Mutterlauge bis auf Weiteres, jedenfalls "bis zu dem Zeitpunkte, zu welchem die^ Preußische Regierung sich zu dem Erwerb der gedachten Saline veranlaßt finden sollte, mit der sofort eintretenden Maßregel zu verlängern, daß die Stadt Kreuznach in Stelle der bisherigen Eon- trahenten den nöthigen Bedarf an Soole und Mutterlauge erhält. Auch wird Großherzoglich Hessischer SeitS die ^Legung einer Röhrenleitnng für den Bezug der soole aus dem salinen- brunnen nach der Stadt Kreuznach gestattet. Art. 19. Die Ratification des gegenwärtigen Vertrags erfolgt bis spätestens zum 15. September d. I. Zn Urkund dessen haben die beiderseitigen Bevollmächtigten diesen Vertrag in doppelten Exemplaren unterzeichnet und ihre dorf; 2) das vormals. Kurhessische Amt Nauheim, mit den sämmtlichen landesherrlichen Eigenthumsrechten und den in Nauheim befindlichen Bade-Anstalten und Salinen, sowie den Ortschaften Dorheim, Nauheim, Schwalheim und Rödgen; ’ das östlich davon belegene vormals Nassauische Amt Reichelsheim, mit den Ortschaften Reichelsheim und Nieder-Erlenbach; , 7) den vormals Kurhessischen Ortsbezirk Massenheim; 8) den vormals Nassauischen Ortsbezirk Haarheim, 9) den vormals Kurhessischen, etwa 1700 Morgen um- faffenden Gebietstheil des Ortsbezirks Mittel-Grundau. Diese Gebietstheile (zu 1—9) treten in die Provinz Ober- Hessen und in die für dieselbe geltenden staatsrechtlichen Verhältnisse (Art. 13) ein. Nächstdem wird der auf dem linken Mainufer gelegene, vormals Kurhessische Gebietstheil mit dem Orte Rumpenheim ebenfalls an se. Königliche Hoheit mit allen Sonveränitäts- und Domanialrechten abgetreten. Die betresten- den Gränzbeschreibungen liegen bei. , .c Art. 16. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden hohen Contrahenten bezüglich der gegenseitig abgetretenen Gebietstheile, der'Archive, der Beamten, Militärs :c, bleibt be^ soliderer Verständigung durch beiderseitige Coinmissanen o # bleibt be- mmittelbai mch ÜvminsverhAb n der Zollver- it)m in Verbinden AMnch Tage des Aus- rertrags an mit dem der hohen einer Ansknn- m zu lassen, n Contrahenten Uebereinkünste umittclkr nach Zusammentritt M VviiiMi zu und Güterver- uaMtitlich die regeln und den estrebungen der dem die hohen die Herstellung „ Eiseubahnver- urdern ist, wer- anch in dieser -ressen gebotenen -giening erklärt welche Preußen ang des Thur"- oesen im Groß- »gierung preußische Den übrigen ® - T unbeschrnnNe» ;tl und Wa" rjeqierung ®,rb Ein und M ^xbereinknnl Vbet Ladung „«** * *»**; S w *”» d-> ”'ygl» ichtunga * s * Siegel beigedruckt. _ So geschehe» zu Berlin, den 3. September 186b. (gez.) (L. 8.) v. Dalwigk. (L. 8.) Bismark. (L. 8.) Hofmann. (Ö. L.) Savigny. In Bezug auf die in den Art- 14 und 15 des ^ricdens- vertrags vom heutigen Tage verabredeten Abtretungen und Grenzregulirungen sind die unterzeichneten Bevollmächtigte» über folgeiide Punkte übereingekommen : 1) In den abgetretenen'Bezirken tritt der preußische Staat in alle Rechte und Verbindlichkeiten des hessischen Staates ein und hat daher auch die Zahlung der Pensionen und Besoldungen in der bisherigen Weise zu leisten. Den in den gedachten Bezirken zu übernehmendcii Beamten und Bedieirstcteii wird der Betrag ihrer seitherigen Gesammtbezüge garantirt, wenn sie in Königlich Preußischen Diensten bleiben. Treten sie aber nach Hessen zurück, was ihnen innerhalb der nächsten drei Monate nach Ratification dieses Vertrags freisteht, so werden sie bis zu ihrer Wiederverwendung nach den hier einschlagenden Großher- roqlich Hessischen Bestimmungen behandelt. 1 In analoger Weise regeln sich die Verhältnrffe der aus den vormals Nassauischen und Kurhessischen jetzt abgetretenen Landcstheilen zu übernehmenden Beamten. Diejenigen aus den obenqedachten Bezirken gebürtigen Militärpersonell, welche nicht Officiersranq haben, werden aus der Großherzoglich Hessischen Armee in ihre Heimath entlassen. Die Dienstzeit im ^roßhcr- -oglich Hessischen Heere wird ihnen auf die Preußische Dienstpflicht angerechnet.' Den Officieren, sowie den Militärpersomn, welche Officiersrang haben, steht die Wahl zu, in den Diensten welchen Landes sie ferner stehen wollen. 2) Die nach Art. 16 des Friedensvertrags erwähnten Commissarien werden sich mit allen denjenigen Gegenständen beschäftigen, welche mit der gegenseitige» Auseinandersetzung im Zusammenhänge stehen, wie z. B- den Rückständen öffentlicher Abgaben and andere» Gegenstälide» dieser Art. 3) Sämmtliche» Eüiwohnern der abzutretenden Gebietstheile bleibt innerhalb eines Jahres vom Tage des Austausches der Ratificationen dieses Vertrages an die volle Freizügigkeit vorbehalte Abtretung der Landgrafschaft Heffen-Homburg sind die in dem Residenzschlosse zu Homburg vor der Hohe befindlichen Gemälde, Bibliothek und sonstigen Sammlungen, sowie die Orangerie nicht begriffen. Diese Gegenstände bleiben vielmehr Eigenthum des Großherzoglichen Hauses. 5) Gleichzeitig mit der Zurückziehung der Königlich Preußischen Truppen von dem Großherzoglich Hessischen Gebiet werden auch die in Bezug auf die Civilverwaltung der occupirten Landestheile von Königlich Preußischer Seite ergriffenen Maßregeln wegfallen und die Großherzoglichen Behörden und Be- ’Wtiw. Eonrse bcn 3 W. '« Gemäß, )."'»!>« ' Preußen fant J Mückziehc,, Art. 17. Die vor dem Jahre 1794 in der Kölnischen Dombibliothek befindlich gewesenen, zur Zeit in oem Großwr- zoglichen Museum und der Großherzoglichen Bibliothek aus e- amten in der Ausübung ihrer regelmäßigen Dienstfunctionen nicht weiter gehindert werden. 6) Man ist beiderseits damit einverstanden, daß bei den bezüglich des Post- und Telegraphenwesens zu treffenden besonderen Vereinbarung der Gesichtspunkt maßgebend sein soll, daß die beiden südlich des Mains gelegenen Großherzoglich Hessischen Provinzen Starkenburg und Rheinhessen hinsichtlich der Verwaltung des Post- und Telegraphenwesens in dasselbe Verhältniß treten werden, welches für die Provinz Oberhessen auf Grund der in dem norddeutschen Bunde geltenden Einrichtungen stattfinden wird. Mit Beseitigung des Fürstlich Thurn- und Taxisschen Postwesens tritt die Königlich Preußische Regierung in Bezug auf bestehende Verbindlichkeiten, namentlich was die Einrichtung des Canons betrifft, an die Stelle des Fürstlich Thurn- und Taxisschen Hauses. Auch sollen wegen technischer Ausführung der im Absatz 2 des Artikels 10 des Hauptvertrags enthaltenen Abrede alsbald Verhandlungen zwischen beiderseitigen Commissarien stattfinden. 7) Alle Kriegsgefangenen werden innerhalb 8 Tagen nach Ratification des heutigen Friedensvcrtrags freigegeben und an Seitens der betreffenden Militärbehörden näher zu vereinbarenden Orten übernommen werden. 8) In Beziehung auf das Preußen zustehende und ihm ausschließlich verbleibende Besatzungsrecht in Mainz werden die bisher zwischen dem Bunde und der Territorialregicrung maßgebend gewesenen Bestimmungen auf das Verhältniß zwischen Preußen und der Territorialregierung Anwendung finden. 9) In Bezug auf den Absatz 1 des Artikels 11 des Hauptvertrags wird Großherzoglich Hessischer Seits anerkannt, daß mit Rücksicht auf die Besatzungsvcrhältnisse von Mainz der telegraphische Verkehr daselbst ausschließlich der Preußischen Negierung zustehen muß. Die Verwaltung und der Betrieb der zum Dienste der Eisenbahnen bestimmten Bahntclegraphen wird durch Art. 11 des Hauptvertrags nicht berührt, wohlverstanden, soweit dies nach Umständen mit der unbedingten Sicherung der Festung vereinbar ist. 10) Die Großhcrzoglich Hessische Regierung erklärt sich bereit, mit )>er Königlich Preußischen Regierung wegen Abtretung der Verwaltung und des Betriebs der im Großherzoglichen Gebiete belegencn Strecke der Main-Wcscr-Bahn in Verhandlung zu treten, wobei von dem Grundsatz ausgegangen werden "soll, daß der gesammte Reinertrag der gedachten Strecke an die Großherzogliche Regierung unverkürzt jährlich abgeliefert werden wird. Auf jeden Fall verpflichtet sich die Großherzogliche Regierung, die Verwaltung und den Betrieb der im Groß- herzoglichen Gebiet belegencn Strecke der Main-Weser-Bahn von der Kurhessischen Grenze bis Gießen nach obigem Grundsatz an Preußen abzutreten. Wenn die Königlich Preußische Regierung cs angemessen finden sollte, ihre aus Böhmen resp. Bayern ans der Linie Schwandorf-Nürnberg -Würzburg - Aschaffenburg zurückkehreuden Truppen durch Großh. Hessisches Gebiet zu dirigiren, so ertheilt die Großherzoglich Hessische Regierung hiermit ihre Zustimmung dazu und wird den Königlich Preußischen Militärbehörden für diesen Zweck auch die durch das Großherzogliche Gebiet führende Eisenbahn zum Transport der Truppen zur Verfügung stellen, wogegen die Königlich Preußische Regierung sich verpflichtet, die Vergütung nach den Großherzoglich Hessischen Sätzen für Truppentransporte zu zahlen. 12) Kein llnterthan Sr. Königlichen Hoheit des Großhcr- zogs von Hessen und bei Rhein rc. und Sr. Majestät des Königs von Preußen wird wegen seines Verhaltens während des Kriegs verfolgt, beunruhigt, oder in seiner Person oder seinem Eigenthum beanstandet werden. 13) In Bezug auf Artikel 18 des Hauptvertrages behält man sich beiderseits für dcn Fall, daß bis zum Jahre 1892 die gedachte Saline von der Krone Preußen nicht erworben sein sollte, eine anherweite Verhandlung vor. 14) Die Ratification der vorstehenden Uebercinkunft soll als mit der Ratification des Friedensvertrags vom heutigen Tage erfolgt und angesehen werden. Berlin dcn 3. September 1866. (gcz.) (L. 8.) v. Dalwigk. (L. 8.) Bismark. (L. 8.) Hofmann. (L. 8.) Savigny. Meiningen und das Königreich Sachsen haben unterdeffen ebenfalls mit Preußen Frieden geschlossen; Meiningen, nachdem der seitherige Fürst abgetreten und dcm Kronprinzen zum Ordnen der neuen Dinge Platz gemacht, Sachsen/ indem es sich den Bedingungen Preußens gefügt hat, in den norddeutschen Bund eingetreten ist und sein Militär unter den preußischen Oberbefehl gestellt hat. Preußen ist während dieser Zeit immer weiter in seinem vorgesteckten Ziele vorgeschritten, Schleswig-Holstein, Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt sind seinem Reiche vollständig einverleibt worden, ebenso die abgetretenen hessischen und bayerischen Gcbietsthcile. Durch diesen Zuwachs ist es Preußen möglich geworden, seine Armee um 3 Armeecorps zu verstärken. Diese Verstärkung scheint den Nachbarn übcr'm Rheine, den Franzosen unter ihrem Kaiser Napoleon, nicht recht zu behagen, denn, wie uns die Zeitungen berichten, richtet Napoleon, trotzdem er selbst bald eine andere Richtnng nehmen wird, sein Heer nach preußischem Muster ein. Alle Waffenfähigen sollen fortan in Frankreich Soldat werden. Ein zum Ausmarsch bereites Heer von einer Million Streiter stehen ihm dadurch zur Verfügung, während ein Landsturm von 5—600,000 Mann die Sicherheit des Landes deckt. Da indessen diese vielen tausend Streiter auch neue Waffen, so eine Art Zündnadelgewehr zum vielmaligen Schießen in der Minute, erhalten sollen, so ist von dieser Seite immerhin in 1—2 Jahren noch Nichts zu befürchten und bis dahin lassen wir die Neugestaltung Deutschlands vor sich gehen, welches so Gott will, alsdann Frankreich vereint entgegenstehen wird. Oesterreich grollt unterdessen im Geheimen. Es kann seine furchtbare Niederlage, sowie das herrliche Venetien, in das nun Victor Emanuel mit seinen Italienern eingezogen ist, nicht so leicht verschmerzen. Damit aber dieser Groll eines Tages sicht- barlich an den Tag treten kann, so ist es einstweilen beschäftigt, in seinem Innern Alles fein säuberlich einzurichtcn, so manchen Kehricht auszufcgen und alte Mauern auszubcssern. Ob es ihm gelingen, oder ob nur ein loser llcberwurf zu Stande kommen wird, der bei dem nächsten llngcwitter wieder haltlos abfällt, — das werden wir erst später erfahren. Einstweilen ist ein neuer Minister, der frühere sächsische Minister Beust, an die Spitze dieser Riesen-Bauuntcrnehmungcn und Auskehrungen gestellt worden, allein uns will bedünken, es sei an dcm Fundamente Etwas faul, ob dieser neue protestantische Minister in dem katholischen Lande darum diesen faulen Fleck treffen und, wenn er ihn getroffen, heben wird — wie kann man das wissen. Das österreichische Kaiserhaus hat eigentlich viel Pech. Vor einiger Zeit war ein kaiserlicher Prinz, von edlem Charakter, nach dcm fernen Mittelamcrika gezogen, um dort cin aus dcn Fugen gehendes Land Mexiko neu umzugcstalten, zu rege- neriren, wie der Lateiner sagt. Französische Waffen unter einem Marschall Bazaine sollten ihm dabei bchülflich sein, allein liegt es daran, daß der französisch-österreichische Kitt schon seit Na- poleon 1. Zeiten nicht recht halten will, oder daß das vorerwähnte österreichische Pech allein Schuld ist, oder daß die Mexikaner und mit ihnen die Nordamerikaner ihr warmes Klima nicht erkältet haben wollen, genug, der Kaiser Maximilian soll nach neuesten Nachrichten die Hauptstadt Mexiko und mit ihr dcn Thron Montezuma's verlassen haben, um aus Amerika auszuschcidcn und wieder nach seinem herrlichen Privatschlosse Miramare am adriatischen Meere zurückzukehrcn. Ein edler Fürst mit dcn besten Absichten scheidet damit von einem unglücklichen Lande, nachdem ihm seine edle Gemahlin gebrochen und geisteskrank schon vorangegangen war. Während in Mittelamerika durch das Eingreifen der vereinigten Staaten von Nordamerika die Dinge für die beiden europäischen Fürsten Napoleon und Maximilian eine so ver- hänguißvollc Wendung genommen haben, eine Wendung, die namentlich für Ersteren noch außerordentlich schwer in ihren Folgen werden kann, steht Nordamerika selbst wieder an dem Vorabende großer Ereignisse Kaum daß es in einem vierjährigen Titanenkampfe seine Freiheit aufs Neue errungen und die Sclavcn-Panhei des Südens überwältigt hat, drohen ihm diese ganzen Errungenschaften durch seinen eigenen Präsidenten wieder entrissen zu werden. Johnson, der Nachfolger des ermordeten Patrioten Lincoln, hat sich im Laufe seiner Präsidentschaft nach und bei von dem Lande besavouirt wurde. ift bie gegen- Der Theil also, der in seinem eigenen Lande angegriffen wird, hat vor dem andern viele Vortheile voraus. In dieser Lage befinden sich nun die Paragnayen. Sie haben nach den letzten Nachrichten 30,000 Mann, die sie in einer befestigten Stellung angriffen, der Art zurückgeschlagen, daß 7000 Mann an Todten und Berwundeten auf dem Platze blieben, und nunmehr Aussichten zum Frieden vorhanden sind. Wenden wir uns nun wieder nach Europa zurück und zwar nach einem Lande, welches schon feit undenklicher Zeit der Zankapfel der europäischen Mächte gewesen ist, nämlich der Türkei. Die Schlachten, welche dort im Jahr 1854 bis 1856 zwischen Ruffen, Franzosen und Engländern geschlagen wurden und deren Ausgang für Rußland unglücklich, den nochmaligen Fortbestand der türkischen Herrschaft in Europa sicherte, waren nicht geetg- net in ihren Folgen segensreich für die Bevölkerungen des türkischen Reiches zu werden. Schwäche und Unselbstständigkeit, welche die türkische Regiernng im Laufe des Krieges mit Rußland an den Tag gelegt hatte, bekundete sich auch später im Frieden. Alle guten Vorsätze, Versprechungen und Mainfeste der Regierung blieben ein papierner Fetzen und namentlich waren es die unter türkischer Oberherrschaft stehenden Bevölkerungen von Montenegro und Griechenland, welche alle Ursache hatten, unzufrieden zu sein und sich der Hoffnung Hingaben, baldigst das türkische Joch abzuschüttelu. Der frühere König Otto war nicht die Persönlichkeit, die Wünsche der Griechen deremst zu verwirkliche», während der jetzige junge König Georg eher dazu geschaffen scheint, die große Idee der Griechen, die Wiederherstellung der Macht imb des Ansehens des alten Griechenlands, zu verwirklichen. _ on .n Das jetzige Griechenland, welches sich vor ungefähr 30 40 Jahren von der Türkei losriß, ist zum Leben zu klein und zum Sterben zu groß- Da es jedoch noch viele Stammesgenoffen in dem Lande seines Nachbars zu Constantinopel hat, ja, die,e Länder ursprünglich griechische Länder waren, die von den Türken gewaltsam erobert worden sind, so lag für Griechenland nichts Näheres, als jede Gelegenheit zu benutzen, um seine Stammes- genossen zu befreien und sich dadurch zu einer Macht emporzu- schwingen, die auf eignen Füßen stehen kann. Rußland, daschieses geheime Begehren wohl kennt, kann aus edler Menschenliebe nicht anders, als ihm helfen, wenigstens ihm heimlich Unterstützung zuzusageii und durch Agenten allerwärts die Massen der Griechen in der Türkei zum Aufstande aufzuwiegeln. Dieses Beginnen hat seit einigen Wochen Früchte getragen. Auf der größten und südlichsten der türkischen Jnselii, Candia, ist ein furchtbarer Aufstand ausgebrochen. Türkische und ägyptische Truppen wurden in Massen unter dem Befehle des Mustapha Pascha gelaudet, um ihn zu unterdrücken, allein ob sie auch in mörderischen Kämpfen gegen die schlecht bewaffneten Candioten den Sieg davongetragen und schon vor einigen Wochen den Aufstand als unterdrückr dargestellt haben, das muß erst noch abgewartet werden. Die Insurgenten sind durch Zuzüge aus dem freien Griechenland, sowie durch mehrere tausend Garibaldianer aus Italien verstärkt worden und setzen den Kampf unausgesetzt fort. Die schrecklichsten Greuel werden von den türkischeii Soldaten an wehrlosen Frauen und Kindern verübt, die Ortschaften me- derqebrannt und Alles verwüstet. Von den Seemächten (Frankreich und England) die einige Schiffe zum Schutze ihrer Landsleute dorthin geschickt haben, sind bereits Tausende von Fluchtigen nach Griechenland gerettet worden, und dieses Letztere zuckt bei dem Anblick des Elends, das also an feuien Küsten gelandet wird, immer heftiger auf, so daß es den Schutzmachten Griechenlands schwerlich gelingen wird, den Sturm ^'beschwören der sich jetzt in Griechenland vorbereitet. Bereits haben ganze Banden die nördlichen Granzen uberschritttn und sind in Thessalien (türkische Provinz) emgefallem D/e Griechen dieser und der andern Provinzen beginnen sich gleichfalls zu reqen Serbien stellt Forderungen an den Sultan, um ähnlich der Moldau und Wallachei größere Selbstständigkeit zu erhalten Montenegro, dieser kleine freie Staat im türkischen Gebiete, hart an dem adriatischen Meere, tritt ivieder kühner auf — der kranke Mann (der türkische Sultan, zugleich auch das türkische Reich so genannt) wird allerwärts so harpunirt und 2 ***> ' '"dein eS fil ’ÄS« r (Hpi]d)en 27 hinein siiche fe"' "beim A rechts seiner 3,en s^en fortan Marsch bereite zur Ber- -000 Mann bie ° dielen tausend laWW znm gen, so ist von Ms zu beftnch- ,!9 Deutschlands Frankreich »er- - Es kann seine iien, in das nun gen ist, nicht so unes Tages sicht- reilen beschäftigt, ften, so manchen bessern. Ob es »uif zu Stande r wieder haltlos eu. Knstweiten stimßer Den ft, en und Anskeh- i, es sei an dem lautische Minister fieck treffen und, mau das wissen. ilich viel W nr edlem Charak um dort ein aus stalten, z" W- ffeu unter einem sein, allein liegt schon seit Na- daß das vorer- oder daß die er ihr warmes Kaiser Mafin"- adt MeD und haben, M «'s t herrlichen ^ e zurulkznkehreu- eftet damit W , xdle Gemahlen igreifen der vtt- für die be'den ,i M I- * wieder a> n einem »'M s'ä U>ch nach so sehr von der zu Boden geschlagenen Politik des Südens umgarnen lasten, daß er jetzt ganz in dessen Fahrwasser geht, und der Süden wohl feinen besseren Vertheidiger seiner verlornen Sache hätte finden können. Kaum daß die gegen bte Anmaßungen des Südens gerichtete» Anträge des Eongresses die Stimmenmehrheit erlangt haben, so legt auch Johnson schon sein „Veto" ein, und die Absichten des Eongresses sind gescheitert. So ist es schon eine geraume Zeit gegangen. Eine allgemeine Erbitterung der deutsch republikanischen Parthei gegen Johnson und dessen Demokraten war die yolge dieses treibens den letzten Eongreßwahlen konnte es uichi ausbleiben, Mehrzahl der gewählten Congreßmitglieder aus der daß die Mehrzahl der gewählten Eoitgreßmitgtteoer aus oer Johnson feindlichen Parthei hervorgingen, die Politik des Letzteren also von dem Lande desavouirt wurde. Sus ist die gegenwärtige Lage. Was die Zukunft bringen wird, wenn der neue Congreß feine Trümpfe gegen den Präsidenten ausfptelt, dieser aber auf feinem Kopfe beharrt, ist bei den eigentümlich gestalteten Verhältnissen Norbamerikas um so schwerer vorauszujagen, als nicht blos die innere Politik, sondern auch die äiißere, und diese unter Umständen wohl noch am meisten, ein Wort mit- sprechen wird. Nordamerika hat sich tu der äußeren Politik zwei mächtige Gegner geschaffen. Wer der @ine ist, haben wir bereits gezeigt, der mit seinen Plänen bezüglich Mexicos gescheiterte und zwar hauptsächlich durch diorbamenta gescheiterte Napoleon. Wenn Der tiefe in ben Augen der Franzosen so ungemein bemüthigenbe Nieberlage ben Siorbamerikanern wteber, wie man zu sagen pfiegt, einbrocken kann, so wirb er s sicherlich und zwar mit hoppelten Zinsen thun. Der anbere geheime Feind, der zu gelegener Zeit sein Wort mitsprechen wird, sind die Engländer. Diese haben nämlich seit dem Bestehen der nordamerikanischen Republik ein solche Maste von Einwatiberern aus dem zu ihrem Juselreiche gehörigen katholischen Irland nach Amerika gesandt, daß diese Irländer nicht bloß einen gewaltigen Factor in ben politischen Verhältnissen Norbamerikas bilden, sondern auch seit zwei Jahreii in die englischen Verhältnisse bedeiitend überzugreifen drohen. Irland will sich einmal unter das protestantische England nicht fügen- So lange es auch schon unterjocht ist, haben bis auf die neueste Zeit immer wieder Empörungen bas Joch abzuschüttelii gesucht. Diese Empörungen habe» nu» in ben vielen Millionen Jrlänberu Norbame- rikas eine festere Unterlage, eine wenigstens Etwas bessere Aussicht auf Erfolg erlangt. Ein gewaltiger Bund sämmtlicher Jrläiiber Norbamerikas hat sich unter bem Namen der Fenier qcbilbet. Er besaß in einem gewissen Stephens sein Oberhaupt und hat bie ausgesprochene Absicht, das Mutterland Irland frei zu machen. Seine Fäden reiche» bereits bis in bas gerumste Dorf Jrlanbs hinein, unb biefer Bund ist für bie Eng- lanber um so gefährlicher, als er nicht bloß an Irland- feine Hebel anzusetzen braucht, fonbern auch in bem an Nordamerika gräiizenben englischen Canada ein gar herrliches Angriffvproject besitzt. Nach ben neuesten Nachrichten rückt biefer Feind ben Englänbern immer unheimlicher auf ben Leib. Sie müssen ein Regiment nach bem anbern nach Jrlanb schicken, bie Sud- unb Westküste Jrlanbs mit einer Kette von Kanonenbooten becken, unb bas Alles, weil biefe Fenier in Norbarnerika ein unangreifbares Asyl haben, von bem aus sie ihre Pläne verfolgen unb ben Feind auf jede mögliche Weise necken können. $lnrb England, wen» sich Nordamerika in Noth befindet, diese Zeche unbezahlt lasten? . „ , Während auf diese Weise Mittelamerika unter der Knegs- furie seufzet, und Nordamerika einer abermals unglücksschwan- qereu Zeit entgegengeht, hat auch Südamerika fein Kriegstheater aufzuweisen. Das' Kaiserreich Brasilien und die Staaten der sogenannten argentinischen Repiiblik befinden sich mit bem Staate Paraguay seit vorigem Jahre in blutigem Kriege. ->enn man auf die Karte schaut, sollte man meinen, daß das kleine Para- guay gegen das große Brasilien allein schon mcht aufkommen könne, allein, wenn man die dortigen Verhaltmste betrachtet, gestaltet sich die Lage doch anders. Cs fehlen nämlich in jenen Ländern nicht bloß Eisenbabnen, sondern selbst bte all er gewöhnlichsten Wege. Die Länder selbst sind nur sehr spärlich bewohnt und angebaut, und das macht uns klar, daß es den beiden kriegführenden Theilen nicht bloß an Mannschaft fehlt, sondern auch an Mitteln, um bie vorhandene Mannschaft unb bte nötige» Lebeiisrnittel an ben Ort ihrer Bestimmung zu bttngen. 10 purgirt, daß er sich bald das Europäische wird aus dem Sinne schlagen können. Wir stehen somit auch in diesem Lande am Borabende von Kämpfen, die hoffentlich damit enden werden, für immer den Halbmond (das türkische Wappen) aus Europa zu verbannen. Nicht minder wichtig als die schweren Kriegsereignisse, die wir seither berührt haben, sind die inneren Kämpfe und Wehen, in denen sich die slavischen, deutschen und romanischen Völkerschaften Europas abmatten und ans denen sich in dieser epochemachenden Zeit für die einen der Untergang, für die anderen ein neues kräftiges Leben herausgebären muß. Dem unpar- theiischen Beobachter kann es hier nicht verborgen bleiben, auf welche Seite sich endlich der Sieg neigen wird- Die deutsche Nace hat nach einer langen Zeit der Erniedrigung im Innern und der Verspottung ddii Außen bereits einen ungeahnten Aufschwung genommen. Achtung gebietend stehet sie da und weiß nicht bloß den französischen Adler, der so oft seine Klauen in deutsches Fleisch geschlagen und das Herzblut deutscher Stämme gekostet hat, in seine gebührenden Schranken zurückzuweisen, sondern auch eine dominirende Stellung in dem europäischen Völkerconcerte allmählig einzunehmen, immer mehr und mehr in die Geschicke Europas einzugreifen. Rußland ist wohl noch ein Koloß, der selbst nach der Niederlage von 1856 es wagen darf, auch seinerseits die Verträge von 1815 zu zerreißen und das Finis Poloniae (Ende Polens) zur Wahrheit zu machen, indem es dieses linglückliche Königreich mit einem Male auch dem Namen nach von der Karte Europas wegstreicht und zu russischen Gouvernement mit strammem russischem Regimente umstempelt, aber der tiefe Bildungsgrad seiner slavischen Racen, — die nur deni kleinen deutschen Elemente des Reichs alle seitherigen Verbesserungen verdanken, — wird noch lange, lange Zeit brauchen, ja vielleicht niemals dahin gelangen, seine Ingenieure fremden Boden (den noch sterileren muhamedanischcn Boden ausgenominen) messen und seine Armeen binnen weniger Tage Reiche über den Haufen werfen zu lassen, die nur einigermaßen Lebenskraft in sich besitzen, wird noch weniger dazu gelangen, ein Culturvolk für die andern Völker Europas zu werden. Italien ist wohl aus seiner jammervollen Zerrissenheit zum Staunen aller Welt und mit äußerer Hülfe zur Einheit gelangt, allein eine Einfluß übende Nation ist es deßhalb nicht geworden und wird es nicht werden, das lehren uns die fremden Bajonette, welche die ihm fehlende Kraft zur Neugeburt lieferten, sowie der tief im Volke steckende UltramontaniSmus, der es zu immer neuem Aufzucken gegen seine eigene Wohlfahrt treibt und mit dämonischer Gewalt niederhält. Frankreich ist ein scharf centralisirtes Land, das seinen gloire mehrfach in den Gluthen des Südens, wie in den Eissteppen des Nordens widerspiegeln ließ, allein weil es der Durchbildung im großen Ganzen entbehrt und darum stets der hin- und herschwankenden Leitung einzelner Parteiführer überlassen ist, die, an das Ruder gelangt, niemals den conserviren- den Interessen des Landes ihre ungetheilte Aufmerksamkeit schenken können, sodann zur Beschäftigung des Volks der Selbsterhaltung wegen eitlem Blendwerk, politischen Gaukeleien nach- jagen müssen, so kann es wohl momentan Erfolge erringen, aber schließlich werden diese inimer wieder auf sein eigenes Haupt zurückfallen, einen stets stärkeren Katzenjammer zurücklassen. Die französische Invasion in Italien, Mexiko rc. sind Belege neuester Zeit hierfür. Nur das deutsche Volk birgt alle Elemente in physischer, wie in geistiger Hinsicht in sich, um es zu befähigen, eine Station zu bilden, die, stark genug nach Innen wie nach Außen, im Stande ist, alle Störungen des europäischen Friedens niederzuhalten und dadurch den Werken des Friedens Raum zu gestatten, sich auszubilden und auszudehnen, und so nicht blos der eigenen Station das Füllhorn des Glaubens zu reichen, sondern auch die andern Stationen daran participiren zu lassen. Wir können es darum wohl beklagen, daß so manche Wunden in dem vergangenen Jahre geschlagen worden sind, wir können unser Haupt schütteln zu der Moral, die einen Bruderkrieg zu entzünden, Throne, ebenso legitim, wie andere, umzustürzen, Stämme aus den ihnen lieb und theuer gewordenen Verhältnissen wider ihren Willen herauszureißen vermochte, wir können wohl innerlich ergrimmen über ungerufcne Wohlthaten, mit denen wir nunmehr beglückt werden sollen, allein wenn wir auf das große Ganze sehen und dabei die gewaltigen Eruptionen betrachten, unter denen seit geraumer Zeir Europa leidet, und in deren Kreis unser gespaltenes Vaterland nothwendigerweisc hiueingezogen werden mußte, um entweder unterzugehen oder sich neu zu verjüngen, — dann können wir nur Gott danken, daß nicht das erstere Schicksal sich an uns vollzogen hat, sondern das letztere sich zu vollziehen beginnt. Die gegenwärtige Generation kann wohl trauern und klage», die gegenwärtige Generation wird noch manche bittere Pille verschlucken müssen, aber die nachfolgende wird unsere Tage segnen, denn, wie im ganzen Reiche der Natur, so vollzieht sich jetzt auch wieder in seiner Weise das alte Gesetz: „Der Untergang des Einen ist das Leben des Nachfolgenden." Durch die Friedensschlüsse der verschiedenen deutschen Länder mit Preußen wird das Zustandekommen eines norddeutschen Bundes kaum mehr bezweifelt und auch die Berufung eines norddeutschen Parlamentes hat Aussicht auf Erfüllung. Dasselbe wird in seiner Gesammtheit aus 296 Abgeordneten bestehen. Von diesen entsenden die alten preußischen Provinzen 193, und zwar die Provinz Prenßen 30, Posen 15, Brandenburg 26, Pommern 14, Schlesien 35, Sachsen 20, Westphalen 17, Rheinprovinz 35, Hohenzollenrn 1. Die neuen preußischen Provinzen sind durch 43 Abgeordnete vertreten, und zwar Hannover durch 19, Schleswig-Holstein 9, Kurhessen 8, Nassau 5, Lauenburg 1, Frankfurt a. M. 1. Hierzu treten 60 Abgeordnete aus den andern norddeutschen Ländern. Von diesen wählt das Königreich Sachsen 23, Mecklenburg-Schwerin 5, Mccklenburg-Strelitz 1, Braunschweig 3, Oldenburg 3, Ober Hessen 3, Sachsen-Weimar 3, Coburg-Gotha 2, Meiningen 2, Altenburg 1, Reuß ältere und jüngere Linie 2, die beiden Schwarzburg 2, Anhalt 2, die beiden Lippe 2, Waldeck 1, Hamburg 3, Bremen 1, Lübeck 1. Preußen schreitet unterdeß rasch mit der vollständigen Einverleibung der annectirten Länder in den preußischen Staatsverband vor und so sehen wir allerwärfs eine fortschreitende Entwickelung aller staatlichen Verhältnisse, um der anzustrebenden Neugestaltung Deutschlands in die Hände zu arbeiten. Wenn auch jetzt noch vorläufige politische Rücksichten Deutschland in zwei Theile spalten, so deuten doch schon allerwärts in Süddeutschland die maßgebenden Stimmen darauf hin, daß das lose Band des durch die Friedensverträge auf sechsmonatliche Kündigung gestellten Zollvereins, welches die Staaten jenseits des Mains »och mit den norddeutschen Staaten jetzt znsammen- hält, sich enger und fester ziehen wird, sobald nur erst der norddeutsche Bund und seine Verfasiung als ein fertiges Ganze dasteht. Dies zu bewerkstelligen hat Preußen Bevollmächtigte der norddeutschen Regierungen nach Berlin berufen, um int Wege der gegenseitigen Vereinbarung eine Verfasiung festzn- stellen, welche alsdann dem zn berufenden Parlamente zur Genehmigung vorgelegt werden wird. Die Provinzial-Correspon- denz läßt sich hierüber folgendermaßen hören.: Der Entwurf der Verfasiung des Norddeutschen Bundes ist von allen mit Preußen verbündeten Regierungen angenommen, — diese wichtige, vielverhcißende Botschaft konnte König Wilhelm der preußischen Landesvertretung bei ihrem Scheiden zum Geleite geben. Die Sache der deutschen Einigung hat einen bedeutenden Schritt vorwärts gethan: Alles ist soweit vorbereitet, daß die schließliche Feststellung der Bundesverfassung unter Mitwirkung des Reichstages nunmehr erfolgen kann. Das Werk hätte freilich nicht so bald gelingen können, wenn die preußische Regierung nicht darauf Bedacht genommen hätte, in den Verfassungs-Entwurf von vorn herein nur Bestimmungen von unmittelbar praktischer Bedeutung und von durchgreifender Wichtigkeit für die zu gründende Gemeinschaft aufzunehmen. Hierdurch gerade unterscheidet sich der jetzige Entwurf von allen früheren deutschen Einigungsplänen, welche, mit großen Hoffnungen angekündigt, nach kurzer Zeit wirkungslos zerrannen. Alle jene Entwürfe sollten das gesammte politische und geistige Leben der Station umfassen und wie von Grund aus regeln; aber an dieser Allgemeinheit eben scheiterten jene Versuche. Die preußische Regierung hat ihr Werk auf bestimmte unabweisliche Einigungspunkte von klar vorliegender Bedeutung und von unleugbarem Vortheil für die gesammte Station beschränkt; deshalb konnte und mußte die Verständigung gelingen. Dem 11 Widern. $On "S-Schwerii, 5, K 3, SDbet: i Meiningen 2, 2, die beiden 2, Waldeck i, £> Das- tz-ordnetm be- «>« P«°j„ .15' Branden- " «* w neuen "«treten, und »llstmdigen Ein- ichen Staatsvei- tjchreitende Ent- c anznstrebenden rbeitoi. Wen« Deutschland in värtS in Md- hm, daß dar sechsmonatliche Staaten jenseits jetzt zufamnmi- lid nur erst der i fertiges Ganze Bevollmächtigte raufen, um m erfaffung festzn- amente zur Ge- nzial-Correspon- ntschen Bundes ;n angenommen, nie König Wil- n Scheiden zum gnng hat einen t soweit vorbe- Ziindesverfassung erfolgen lann. i können, wenn iknommen hätte, r Bestininnnigen durchgreifend« t aufzunehmen- Entwurf M mit großen che und geiW »«•'”5; Versuche- .s. ■e nnabmersl'chk .g »eschen ’jjjdji .elingen- Reichstage, der in etwa vierzehn Tagen znsammentreten soll, wird somit ein Verfaffuugseutwurf vorgelegt werden, dem vermöge seiner inneren sachlichen Bedeutung und der Zustimmung von 22 Regierungen ein schwer wiegendes Gewicht beizumcssen ist. Bei besonnener Erwägung der gesammten Lage wird die nationale Vertretung auch ihrerseits es als Pflicht erkennen, mit Beiseitsetzung aller Sonderpläne nebensächlicher Bedenken, vor Allem die Hand dazu zu bieten, daß das Werk, welches den wirklichen Bedürfnissen Deutschlands Befriedigung gewähren soll, rasch und sicher zu ©taube komme. Der von den contrahirenden Regierungen vereinbarte Ver- fassungsentwnrf ist seinem Wortlaute nach jetzt vollständig erschienen. Da derselbe wohl hin und wieder einige Abänderungen durch das Parlament erleiden wird, so theilen wir denselben unseren Lesern erst später mit, wenn er vom Parlamente angenommen und dadurch Rechtskraft erlangt haben wird. Unterdessen wurden die Wahlen zum norddeutschen Parlament im ganzen Gebiete des norddeutschen Bundes auf den 12. Februar ausgeschrieben nnd sind dieselben nach allen bis jetzt vorliegenden Nachrichten überall außerordentlich lebhaft lind zahlreich von den Wählern ansgeübt worden. Ein schon am 18. Januar l. I. von den Bevollmächtigten das norddeutschen Bundes unterzeichnetes Protocoll überträgt der preußischen Regierung vorläufig alle diejenigen Befugnisse, die sie nach Einführnng der Bundesverfassung definitiv anszuüben haben wird- Der Staatsanzeiger veröffentlicht einen Auszug aus diesem Actcnstück, aus welchem sieh ergiebt, daß die Legislaturperiode des Reichstages (wie die des preuß. Abgeordnetenhauses) eine dreijährige sein wird und daß das Präsidium (d. h. Preußen) den Reichstag zu berufen, zu eröffnen, zu vertagen und zu schließen haben wird, ihn aber nur unter Zustimmung des Bundesraths wird auflösen können. Die Vertretung des vorzulegenden Verfassungsentwurfs vor dem bevorstehenden Reichstage ist der preuß.' Regierung ausschließlich übertragen. In Folge hiervon erschien das nachstehende Aetenstück: Einberufungs-Patent für den Reichstag des Norddeutschen Bundes. Wir Wilhelm von Gottes Gnaden König von Preußen re. thun kund und fügen hiermit zu wissen: Nachdem Wir mit den verbündeten Regierungen der norddeutschen Staaten übereingekommen sind, zur Berathung der Verfassung und der Einrichtungen des norddeutschen Bundes Vertreter der Nation zu einem Reichstage zu versammeln, die gedachten Regierungen auch durch ihre Bevollmächtigten am 18. Januar d- I. den Bsechluß gefaßt haben, die Einberufung des Reichstages der Krone Preußen zu übertragen, und nachdem die allgemeinen Wahlen am 12. Februar d. I. stattgefuu- ben haben, berufen wir dm Reichstag des norddeutschen Bundes hierdurch auf Sonntag, den 24. Februar d. I-, in Unsere Haupt- und Residenzstadt Berlin. Gegeben zu Berlin, dm 13. Februar 1867. B s Wilhelm. von Bismarck. In Oesterreich schreitet Freiherr v. Beust auf eonsti- tutionellen Wegen rasch vorwärts. Graf Beleredi mußte seine Minifterstelle aufgeben, weil er sich mit Herrn v. Beust nicht über die Rückkehr zu verfassungsmäßigen Zuständen vereinigen konnte. Der engere Reichsrath wird für die Länder diesseits der Leitha auf Mitte März eürberufen. Die Ung a r n erhalten ihr eigenes verantwortliches Ministerium, als dessen Präsident Graf Andrassy, als dessen Finanzminister Lonyay bezeichnet werden. Der Dualismus hat gesiegt und Oesterreich vor Ungarn die Waffen gestreckt, denn der durch den Ausgleich mit Ungarn geschaffene Zustand ist wenig verschieden von einer bloßen Personal-Union. Außer dem Obercommando der Armee wird der Gesammt-Kaiserstaat nur noch zwei Reichsministerim gemeinsam haben, nämlich den Reichsminister des Aeußeren, welche Stelle Herr v. Beust führen wird, und den Reichs-^inanzminr- ster. Dem engeren Reichsrathe wir dieser mit Ungarn geschlossene Ausgleich einfach als geschehene Thatsache octroyirt werden, da er unter den jetzt bestehenden Verhältniffen nicht umgestoßen werden kann. Die Deiitschen gewinnt man dabei zugleich durch die Rückkehr zu verfassungsmäßigeii Ziiständen und unzufrieden bleiben nur die Slaven und diejenigen Nationalitäten, welche widerwillig der Krone des heil. Stephan (Ungarn) unterworfen bleiben; unterstützt von den Deutschen und Ungarn indeß wird die österreichische Regierung diese Unzufriedenen nicht zu fürchten haben und der innere Ausbau Oesterreichs hat nunmehr eine feste Basis gewonnen. Preußen will mit den süddeutschen Staaten Baiern, Württemberg, Baden und Heffen absolut nicht anders unterhandeln behufs ihres Anschlusses an den norddeutschen Bund, als wenn sie als ein geschlossenes Ganze mit bindender Verfassung untereinander vor dasselbe hintreten. Sie haben sich demnach über eine gemeinsame Militärverfassung geeinigt und wieweit dieselben darin gekommen sind, lesen wir in dem „Württemberg Staatsanzeiger." Er schreibt: „Die Konferenzen zwischen den 4 süddeutschen Staaten wegen Hcrstelluiig einer gemeinsamen Wehr- Verfassung sind zu Ende gekommen und ist das Schlußprotocoll bereits unterzeichnet. Die Veröffentlichung der Beschlüffe ist zur Zeit nicht statthaft, da die Ratification derselben den Einzelregierungen Vorbehalten ist. Dagegen sind wir in der Lage, mitzutheilen, daß die gepflogenen Verhandlungen zu einer all- seitigen Verständigung unter sämmtlichen bei der Conferenz be- theiligten ^Regierungen geführt haben." Unterdessen haben zwischen Preußen und Oesterreich Verhandlungen in Wien wegen eines Zollvertrages der beiden Staaten stattgefunden. Die Bevollmächtigteii habe,, sich nicht über alle Punkte einigen können und wurden daraufhin die Con- ferenzen hierüber vertagt. Was giebt es sonst Neues? Gießen. In den norddeutschen Reichstag sind für die Provinz Oberhessen als Abgeordnete mit absoluter Majorität gewählt worden : I. Im 1. Wahlkreise. , (Gieszcn-Grünberg-Nidda.) Freiherr Adalbert von Rabenau in Friedelhausen mit 4249 Stimmen. II. Im 2. Wahlkreise. (Friedberg-Vilbel-Büdingen-Kailel-Kostheim.) Herr Bergrath Buderus in Hirzenhain mit 5445 Stimmen. III. Im 3. Wahlkreise. (Alsfeld-Lauterbach-Schotten.) Herr Graf Otto zu Solms-Laubach in Laubach mit 4497 Stimmen. Gießen. Vor einigen Tagen kam ein junger Mann mit dem Frühzuge von Frankfurt hier an und ließ sich im Wartesaale einen Weck geben. Nachdem er sein Messer aus der Tasche genommen, um den Weck aufzuschneiden, sank er zusammen und verschied. Wahrscheinlich hatte derselbe einen Herzschlag bekommen. Darmstadt. Hier soll ein Bureau für Abschreiberinnen errichtet werden, eine Einrichtung, die in allen Städten nachgeahmt zu werden verdient. Fast jedes Geschäft hat jährlich eine Anzahl Schreibereien, die es recht gut durch ein solches Bureau besorgen lassen kann, ja die sogar billiger durch dasselbe geliefert werden können, als durch die eigenen Leute. Eine Menge junger Mädchen, die zu Hause bleiben müssen ober keine andere Beschäftigung haben, würden auf diese Weise einen passenden Verdienst finden, wobei sie nicht gen'öthigt sind, an die Oeffentlichkeit zu treten und auch das häusliche Leben nicht beeinträchtigt wird. Darmstadt. Die Hess. Landes-Zeitung berichtet über den Diebstahl bei der Rentnerin W., welcher ausgeführt wurde während dieselbe der Aufführung der Afrikanerin beiwohnte : „Es ist gelungen, zu ermitteln, daß die Schwester der Dienst- magd, auf welche der erste Verdacht gefallen und die daher auch vorübergehend verhaftet war, am Montag bei einem hiesigen Ge- schästsmann, wo sie bedeutende Einkäufe gemacht, die gestohlenen Coupons ausgegeben hat. Es wirb kaum nöthig sein, zu bemerken, baß unter diesen Umständen die Verhaftung der betreffen- 12 den Person, welche sich, so viel wir hören in Butzbach aufhält, angcwendet wurde. „Man findet nun im Wett. Boten weiter folgende Mittbeilung : Gestern wurde dahier eine von Darmstadt gekommene Weibsperson geb. von Nidda arretirt, die im Verdacht stand, dem am 10. d. M. in Darmstadt verübten Diebstahl von Werthpapieren und Geld begangen zu haben. Sie hatte Be- kanntschaft mit einem Wachtmeister der hiesigen Garnison, dem sie den Betrag der zu stellenden Heirathscaution in Papieren als ihr gehöriges Eigenthum überbracht hatte und der als unbeteiligt an der Sache solche alsbald herausgab. Sie hat sich als die Thäterin bekannt und wurde gestern Morgen unter Bedeckung mit der Eisenbahn nach Darmstadt abgeführt. Darmstadt, 15. Februar. Mittags 12 Uhr. Bis jetzt wurden von den hessischen fl. 25 Loosen solgende Nummern mit beigesetzten Gewinnen gezogen: 1213 15000 fl., 9112 1000 fl., 43,372 100 fl., 64,520 400 fl., 10,779 100 fl., 40,429 200 fl., 1243 50 fl., 10,106 50 fl., 1152 50 fl., 2021 60 fl., 12,323 50 fl., 14188 50 fl., 14936 50 fl., 14064 50 fl., 15558 50 fl., 16129 60 fl., 18052 50 fl., 18172 50 fl., 19191 50 fl., 20094 50 fl., 32283 50 fl., 33620 50 fl., 33664 4000 fl., 36460 50 fl., 37335 50 fl., 38465 60 fl., 40943 200 fl., 42966 50 fl., 43372 100 fl., 44004 50 fl., 45382 50 fl., 46433 60 fl., 50143 60 fl., 51411 50 fl., 52702 50 fl., 53732 200 fl., 54151 50 fl., 55627 50 fl., 57307 50 fl., 59609 50 fl., 59017 50 fl., 61174 60 fl., 62564 50 fl., 62758 50 fl., 64520 200 fl., 64070 50 fl. , 66388 50 fl., 67304 60 fl., 69756 50 fl., 74066 50 fl., 74408 50 fl., 76893 50 fl., 79508 50 fl., 81986 50 fl., 81559 50 fl., 84488 55 fl., 88537 50 fl., 90786 50 fl., 91576 60 fl., 91930 60 fl., 94753 50 fl. — Am 21. d. M. wird die militärische Feierlichkeit der Ver- theilung der Felddienstmcdaillen an diejenigen hessischen Militärpersonen, welche am Feldzug des letztvergangencn Sommers acti- ven Antheil genommen haben, dahier stattfinden. — Der k. k. österreichische Geschäftsträger am hiesigen Hofe, Graf Hoyos, hat an den Bürgermeister ein sehr verbindliches Schreiben erlassen, worin er im Namen des Kaisers von Oesterreich, den wärmsten Dank ausspricht für die von den Bewohnern Darmstadts den österreichischen Verwundeten bewiesene Theilnahme und für die denselben gewahrte sorgfältigste Pflege sowie Spenden aller Art. Die letzten bisher noch in Pflege gewesenen Verwundeten werden in Kürze vollständig geheilt in ihre Hcimath zurückkchren. — Der Kreisassessor Doflcin in Lindenfels veröffentlicht in dem „Gewerbeblatt" einen Aufsatz über die „gesetzlichen Heirathsbe- schränkungen", welcher in recht verständiger Weise nachweist, daß die frühere Befürchtung allzugroßer Volksvermehrung ebenso unbegründet ist, als die Ansicht, man könne durch Erschwerung des Heiraihens der Zunahme des Proletariats steuern. Er kommt daher zu der Ansicht, daß von einer Einmischung der Gesetzgebung in das Verehelichungsrecht ganz abgesehen werden müsse, wodurch die Ehe wieder auf den Standpunkt zurückkehre, die ihr nach den moralischen und Religionsgrundsätzen angewiesen sei. Aus Rheinhessen. Am 7. Febr. ward am Bezirksgerichte zu Alzey ein Proceß verhandelt, der cs werth wäre, daß ein genauer stenographischer Bericht von ihm erschiene. Daniel Baum, Handelsmann zu Alzey, war beschuldigt, ein ihm an- vertrautes Blanket, welches mit der Unterschrift August Römer in Alzey versehen war, ausgefüllt, in eine Schuldurkunde von 37,887 fl. verwandelt und von dieser Urkunde Gebrauch gemacht zu haben. Die Verhandlungen boten ein großes Interesse dar und währten den ganzen Tag. Das Gericht erklärte ihn für überwiesen und verurtheiltc den Daniel Baum in eine Zuchthaus- strafe von 4 Jahren mit Schärfung. Baurn ist erst vor 18 Monaten aus dem Correctionshause zurückgekehrt. Er hat nun Appell eingelegt. Mainz. Der „Mainzer Anzeiger" berichtet, daß am 14. d. Morgens kurz vor sieben Uhr zwei rasch aufeinander folgende Erdstöße verspürt wurden, die ziemlich stark waren, aber nur einige Secunden andauerten. Am stärksten seien dieselben auf den Thürmen bemerkbar gewesen. Aus Mainz, 12. Februar, berichtet man : „Ein Eon- | current Mahner's hatte sich vor einigen Tagen gefunden in der | Person eines Taglöhners mit Namen Siebert, der gestern eben- j falls eine Schwimmfahrt durch die Brücke machte. Er sprang am Fischthore in den Rhein, schwamm eine Strecke, stieg dann in einen Kahn und trank Wein, schwamm wieder, bestieg erst in der Nähe der Mühlen den Nachen wieder, feierte dann in einem Wirthshause seinen Sieg und — liegt heute, wie das „Annoncenblatt" schreibt, ohne Lebenszeichen am Starrkrampf darnieder. Man zweifelt an seinem Aufkommen. Nicht Jeder ist ein Ernst Mahner, und man muß es diesem Manne nachrühmen, daß er vor derartigen Tollheiten eindringlich gewarnt hat." Sauer-Schwabenheim. Ein ziemlich bejahrter Bürger von hier war mit.seinem Enkel, einem rüstigen Jungen von 16 Jahren, beschäftigt, Steine zu brechen. Da der Boden durch den Regen gelockert war, löste sich eine etwas überhängende Erdschicht los und verschüttete Großvater und Enkel. Der rasch herbeigeeilten Hilfe gelang es, den Enkel fast unverletzt zu retten, den alten Mann jedoch fand man leider tobt. Der Verunglückte , ein schlichter, aber sehr braver und rechtlicher Mann wird allgemein bedauert. Frankfurt. Die Deputation, welche um Rückerstattung der MriegScontnbution von 6 Millionen Thaler beim Könige bitten soll, ist in Berlin angekommen und wurde von demselben am 19. Febr. Vormittags empfangen, worauf der König um 11% Uhr nach Dresden abgereist ist. — Die Commission, welche zur Auseinandersetzung des Bundes- eigenthums eingesetzt wurde, hat beschlossen, die Bibliothek der ehemaligen Bundesversammlung an die hiesige Stadtbibliothek zu verabfolgen. Es würde dadurch manch schätzbares historisches Material der geschichtlichen Forschung zugänglicher werden als bisher. Besonders bemerkenswerth ist in besagter Bibliothek eine vollständige Sammlung der Gesetzblätter und Gesetzsammlung sämmtlicher deutschen Staaten, wie sie in dieser Vollständigkeit wohl nirgends vorhanden ist. Man kann es nur dankend er- wähnen, daß die Liquieationseommission dabei die Empfehlung ausgesprochen hat, daß auch der künftigen Besitzerin der Bundes- bibliothek ein Exemplar der bisher gelieferten Gesetzblätter k. möge zugewendet werden. Hildesheim. Die allgemeine deutsche Lehrcrversammlung wird am 11., 12. und 13. Juni d. I. dahier stattfinden. Wie man erfährt hat der CultuSminister v. Mühlcr erklärt, kein Bedenken gegen die Abhaltung dieser Versammlung zu haben, und daß er davon bereits das fön. Gouvernement in Hannover zur weitern Forderung der Angelegenheit in Kenniniß gesetzt habe. Sonach wird die deutsche Lehrerversammlung zum ersten Male in Preußen tagen. Kirchhain. Die Eisenbahnkasse mit angeblich 400 Thlr. ist dieser Tage gestohlen worden. Dresden. Großes Aufsehen macht in ganz Sachsen die Tagesneuigk.it, daß der König den Postbetrieb gegen eint jährliche Entschädigung an die Krone Preußen abgetreten hat. Köln. Die erst im vorigen Jahre hier so stark aufgetretene Cholera ist hier abermals ausgebrochen und zwar in nicht unerheblicher Weise. Am 15. Februar sind fünf, am 16. vier und am 17. ebenfalls vier Cholerakranke gestorben. Im Cholera- Hospital war am 16. Februar ein Bestand von 29 Kranken. München. Die Regierung hat den Kammern einen Ge- setzentwurf über die neue Militarorganisation vorgelegt, wonach jeder Baier der gesetzlichen Militärdienstpflicht persönlich zu genügen hat; die bisher üblich gewesene Stellvertretung, das Loosen und der Nummerntausch sind ausgehoben. Der Eintritt in das Heer erfolgt mit zurückgclegtem zwanzigsten Lebensjahr. Die nichtstreitbare Mannschaft wird in den Militärcanzleien und Werkstätten verwendet. Einjähriger Freiwilligendienst ist zulässig. Der Dienst im stehenden Heere dauert 6 Jahre, die Präsenzzeit 3 Jahre, dann folgt eine dreijährige Kriegsreservezeit mit ständigem Urlaub nach dreimonatlicher Uebungszeit jährlich. Eine Verehelichung der Militärpflichtigen dieser Kategorie begründet deren Uebertritt in die Landwehr. Nach der sechsjährigen Dienstzeit im aetiven Heer erfolgt der Uebertritt in einen fünfjährigen Legionsdicnst mit jährlich zwei Controlversammlungen, acht UcbungStagen und ferner mit größeren Uebungen von einem Monat Dauer in Gemeinschaft mit den anderen HeereStheilen. Hinsichtlich der Landwehr bleibt die bisherige Landwehrordnnng bis zur Durchführung der Militärverfassung in Kraft. Redaction, Druck und Verlag der Brühlsschen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.