Anlage Wall für die Provinzialhauptstadt Gießen. (flintsüfatt des Greises fließen.) Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwoch- und Samstags. — Preis des Jahrgang« für Einheimische 1 st. 42 ft., für Auswärtige incl. de« vorschriftsmäßigen Poftauischlag« 1 st. 42 fr. — Auswärts abonnirt man sich bei allen Postämtern. — In Gießen bei der Grpedition (Eanzletberg Lit. B. 91 r. 1). JVs. OeJ. Mittwoch den 20. dtovember 1SG7. A m t l i ch e r T h e i l. Loeal Reglement, die Iieinhaltung und Wegsamkeit der Straßen in der Provinzial-Hanptstadt Gießen betreffend. Aus den Antrag des Stadtvorstandcs und der Polizeiverwaltung der Provinzial - Hauptstadt Gießen, und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 26. Oktober 1. I. zu Nr. M. d. I. 11790 wird auf Grund des Art. 114 des Polizei-Straf-Gesetzes Folgendes verfügt: Die Bestimmung B, b, II des Local - Reglements vom 8. Oktober 1856 wird dahin abgeändert, daß die Reinigung an den dort genannten Tagen und in den nachfolgenden Stunden: in den Monaten März bis Oktober einschließlich zwischen 4 und 6 Uhr Nachmittags, in den Monaten November bis Februar einschließlich zwischen 2 und 4 Uhr Nachmittags erfolgen muß. Gießen, den 2. November 1867. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. Bekanntmachung. Es wird zur öffentlichen" Kcnntniß gebracht, daß der zum zweiten Pedellen an der Landes-Universität ernannte Feldwebel Johannes Kißler dahier auf die Handhabung der polizeilichen Vorschriften verpflichtet worden ist. Gießen, den 14. November 1867. Großherzogliches Krcisamt Gießen. Dr. G o l d m a n n. Polizeiliche Bekanntmachung. Zugelaufen: Ein junger schwarzer Pinscherhunv mit braunen Pfoten, ein dcsgl. mit weißen Pfoten. Gießen, den 19. November 1867. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Nover. Gerichtliche und Privat-Bekanntmachungen. 33cfonberc33eftnnntmacf)ungeii. 4229) Die Ausloosung der Haupt- und Ergänzungs-Geschworenen für das Schwurgericht vom ersten Quartal 1868 soll Dienstag den 26. November 1867, Vormittags 11 Uhr, in öffentlicher Sitzung Grvßhcrzoglichen Hof- gerichts in dem Hofgcrichtö - Gebäude vorgenommen werden. Gießen, am 18. November 1867. Der Präsident Grvßhcrzoglichen HofgcrichtS der Provinz Oberhessen. Dr. Buff. vdt. FolleniuS. Den Platz für das Abladen von Bauschutt. 4197) Auf den Platz vor dem Neu- städter Thor, links, darf Schutt nicht mehr- gebracht werden. Zum Abladen desselben ist von jetzt an der Schweincmarkt jenseits ter Lahn bestimmt, und der Platz mit einer Tafel bezeichnet. Zuwiderhandlungen gegen diese Anord- nung werden nach dem Gesetz bestraft. Gießen, den 15. November 1867. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 4230) Zufolge Erlasses des Herrn Iustizministers vom 12. v. MtS. ist genehmigt worden, daß in Rodheim monatlich ein Gerichtstag von je zweitägiger Dauer abge- halten werde. Es wird dies mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß die Gerichtstage in dem Ge- meindehause wie seither statlfinden werden, und zwar jedesmal Freitags und Samstags. Die Gerichtstage werden auf folgende Tage festgesetzt: 1 8 6 7. November: 29. und 30., Dccember: 20. und 21. 1 8 6 8. Januar: 24. und 25., Februar: 21. und 22., März: 20. und 21., April: 17. und 18., Mai: 15. und 16., Juni: 12. und 13., Juli: 10. und 11., August: 7. und 8., September: 4. und 5., Oktober: 2. und 3., November: 6. und 7. Die Gerichtstags-Commission hat für die Dauer der Gerichtstage die Competenz des Amtsrichters. Auf den Gerichtstagen können nu^ solche Angelegenheiten erledigt werden, welche ohne erhebliche Belästigung der Ge- richtsangesessenen nicht an den eigentlichen Sitz des Gerichts veiwiesen werten können. Proccßvcrhandlungen gehören nur dann vor die Gerichtstags - Commission, wenn sämmtliche streitenden Theile im Bezirke der- selben wohnen. Processe, in welchen sich eine der Parteien durch einen Rechtsanwalt am Sitze des Gerichts vertreten läßt, bleiben von der Verhandlung am Gerichtstage ausgeschlossen. Gladenbach, am 9. November 1867. Königliches Amtsgericht Gladenbach. Abtheilung I. Klingel Höffer» Uetfleig er ungen Vergebung von Arbeiten bei der Stadt Gießen. 423-<) Nackfolgenre bei der Stadt Giessen für das Jahr 1868 nöthige Arbeiten, als: fl. fr. das Reinigen der Oefen in den städtischen Schulen re., vcran- schlagt zu . . . . . • - 44 — das Reinigen ter öffentlichen Plätze innerhalb der Stadt, veranschlagt zu..... 298 das Aufräumen von ^luthgräben in der Gemarkung Gießen, veranschlagt zu......150 — Planirarbeit, veranschlagt zu . 47 32 das Brechen von 8,16 Cubik- Klaftern Steine, veranschl. zu 48 57J ! Katzenstein - Eichenbcrg'schen Besitzung ver- steigern. Backsteine (Russen) werden aus 1 der Hand billigst abgegeben, ebenso Eicken-, Buchen-, Pappel- und Tannenbohlen, Wiegsessel und HandwerkSgesckirr. Der Massecurator: Th. Baist, Hosger -Advocat. -feifgeüo tencs. Kalender pro 1S6S: ! Lanrkalender, Hessischer Hausfreund, Gustav- Adolph- und Lahrcr hinkender Boten-Kalen- der sind vorräthig und wird Wiederverkäufern ein angemessener Nutzen gewährt. (4236) ‘ A. Balser. § Fastenbreheln, Stollen, Windbeutel, Aepsel- törtcdcn uno sonstige mürbe Bnck- waarcn täglick krisch bei F. Zülch, nm Seltcrsweg. 4201) Treber verknust A. Weidig. 4227) .Heute Federweisier bei E- Pipp- 4252) Alter unk neuer Aepfel- tveiit, pr. Schoppen 3 fr., bei |_______________________Karl Heil. 4223) nrischc Nüsse unk 5lnsta- nien billig bei E. Spier. 4234) Bettlade» sink zu verkaufen bei Sckreinerme ster 3' mm ermann. Fässer Verkauf! 4131) Eine grosse Partie Brankwein-, igiqufur- unk Essig - Hasser : Ohm 1 fl. 15 fr., '/« £>bm 1 fl- 36 fr., */, Ohm 2 fl. 6 fr., '/, Lbm 2 fl. 36 fr., sind ' einzeln, in Partieen billiger, nbzugcben. — Lagerfass in sehr starkem Holz unk von guter Arbeit von circa 8 Cbm 34 fl, von 1 1 Ohm 40 fl. Stuckiass ic. verbäliniß- mässig. Wilbelm Gosse. --------------------:------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ 4203) Grosse unk kleine Kisten verknust Gg. Röber, am Kreuz. 3231) Neue Sendungen von Parfümerien aller Art sind angekommen bei Christ. r e cb , Kirchettplatz 21!>. das Anfahren derselben, veranschlagt zu.......163 12 Chautsirarbeit, veranschlagt zu 141 40 Pflastcraibeit, „ „ 77 — sollen Montag den 25. November d. I., Bormiltags 9 Uhr, im Nathhnussaaie öffentlich versteigert werden.1 Giessen, den 19. November 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Giessen.; Bogt. I ' 4220) Die Lieferung der Schube für; arme Kinder auf Weihnachten 1867 soll ■ im Soumissionswege vergeben werden und werden Diejenigen, welche sich bei dieser Lieferung betheiligen wollen, hierdurch ersucht, ihre Soumissioncn bis zum 21. L MtS. bei dem Unterzeichneten, bei welchem auch die Bedingungen eingesehen werden können, abzugeben. Giessen, am 14. November 1867. Der Rechner: Wittich. 4228) Samstag den 30. November l. I., Vormittags 9 Uhr, soll in dem Locale des Bezirksstrafgerichts dahier (Vorbau des Provinzial-ArresthauscS auf dem SeltcrSbergs die Lieferung von 120 Zentnern Braunkohlen, grobe Stückkohlen aus dem Bergwerke am Hessenbrücker Hammer, unter den im Verstcigerungsterniin bekannt gemacht werkenden Bedingungen, an den Wenigstnehmenden vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen können während der Canzleistundcn auf dem Sccreta- rialc des unterzeichneten Gerichts cingeschcn werden. Gießen, den 16. November 1867. Grosshcrzoglichcs Bezirksstrafgericht Giessen. I. 91.: Langer mann, BezirksstrafgenchtS-Secrctcir. 4244) Donnerstag den 21. November, Nachmittags von 1 Ubr an, lasse ich eine Partie Holzabsälle, namentlich Schwarten von Eichcnstämmen, auf der Zusendung franco. an an Gelder unfrankirt. a> o ** (T nie r richt von b£ Ul in -cä ,che tragen, jederzeit die vorzüglichste Toilette bereiten, deren Malzdujt dem Körper die Wohlthat voraus ankündigt, d,e sie ihm zufüori: Stärkung der Knochen, des Nervensystems, der Muskeln, also des ganzen Körpers, Schönheit und Verfeinerung der Hani; das stärkende Malzprinzip dringt in die Hautporen und befestigt die Lebenskraft. Frau von Knobelsdorf in Potsdam, deren Arzt ihr die Malzbäderseife verordnete, ließ bei der wiederholten Bestellung ihre äußerste Befriedigung über die ausnehmende Heilkraft ter Hoff'schen Malzbäkerseise zu erkennen geben; das Waschen mit denelben wahrend teS Badens habe ihr ausserordentlich wohlgethan. Solche Belobungen, wie sie den Hoff'schen Malzfabrikaten zu Theil werden, stehen einzig in ihrer Art da. Wir registriren einige hohe Bestellungen aus kein gcgenwäriigen Guartale, die meinens von dem Ausdruck höchster Befriedigung begleitet waren: Frau Gräfin v. t. Sckulenburg, geb. v. d. Gablenz in Nordsteineke; $rau Agnes, Baronin v. Kleist, geb. v. Haugwitz in Mittel-Ochel; Herr von Rosen, Prcm.-Lieutcnant in Potsdam; irrau Gräfin Dun- kelmann, geb. Gräfin Moltke, Gr. Pclerwitz: »trau Majorin v. Lhiele-Wmklcr in Min- chowitz ; Herr Graf Henkel von Donnersmaik auf ■Stein ; i5rau Gräfin schere in Bad Lankeck; Herr Baron von der Hagen auf Stöllen re. So schreibt z. B- 5rau Gräfin zur Lippe in Saßleben: „Ihr ausgezeichnetes Bier bekommt meinem Manne vortrefflich. Herr Baron von Dir Hagen auf Stölln: „Ick kann ohne Ihr Malzertrakt-G sunkheitS- dir n cht mehr fein!" „i$rau G- Mcire, Klostergasse Nr. 101 in Berlin: „Ihrer Malz-Gesundhets-Ehefolade verdanke ich mein Leb.n und meine ölcsunkheit." DevotS werden auf franfirte Anfragen an solide Hauser vergcbem Johann L»ofs's Filiale in Cöln, Comodienftralstc 26. I cpül bn Herrn InliuS BLallach am Markt, in Gießen. Vorrätig und zu haben bei (4224) Wilh. Klee, Mäusburg. Lahrer Hinkender Volk für M Hessen ■’VV für a IStiS. p t e H ei r t e ii: Tharof-, Whist-, l'Hombre- (Salprendre-) und Piquet-Karten bei (4237) ___________A. Balser. 4206) Leere Oclsässer, 1 bis 5 Ohm haltend, werden billig abgegeben bei W. Zurbuch. 4233) Circa 75 Pfund Meerrettig, das Pfund zu 4 fr., sind zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. BltlS. 4232) Sechs gebrauchte, gepolsterte Stühle, ein Büchergestell und ein Küchenschrank werten verkauft. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 4239) Mehrere gut gehaltene Möbeln, als: Sopha, Commote, Äüchenschrank, sind wegen Mangels an Raum zu verkaufen. Das Nähere bei der Erped. d. Bltts. 4204) Ein braunes Pferd (Stute) ist billig zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4132) Ein vollständiges zweifpänniges, sich noch in gutem Zustande befindliches Chai- sengeschirr ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4188) Meine sämmtlichen Immobilien, bestehend aus Wohnhaus nebst Bäckerei, Scheuern und Stallungen, sowie meine sämmtlichen Güterstücke, beabsichtige ich, unter sehr vortheilhaften Bedingungen, zu verkaufen. Gießen, den 10. November 1867. C. Jughardt III. 4173) Eine Wiese, ein Acker im Altenfeld sind auf 3 bis 6 Jahre zu verpachten und 8 bis 10 Zwetschenstämmchen billig abzugeben. Bei wem? ist bei der Exped. d. Bltts. zu erfragen. Vermiet!) u ngen- 4235) Bei Frau Hofger.-Seeretär Stürz im Club ist ein möblirtes Zimmer mit Ca- binet zu vermiethen. 4057) Ein sehr schön möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Neuenweg Lit. B. Nr. 134. 3749) Ein großes und schön möblirtes Zimmer und ein Lagerkeller am Canzleiberg sind alsbald zu vermiethen. Näheres bei der Erped. d. Bltts. 3577) Mehrere freundliche Zimmer, mit oder ohne Möbel, sind zu vermiethen. Das Nähere bei ter Erped. d. BlttS. 4243) Das seither von Herrn Aetuar Borngässer bewohnte LvgiS ist ander- weit zu vermiethen. Karl Gerlipp, ______________Kirchenplatz Lit. A. Nr. 23. 4241) Ein freundlich möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei August Haubach, Mäusburg. 3804) Ein schön möblirtes Zimmer ist zu vermiethen und kann auf Verlangen Küche und Kammer dazu gegeben werden Kreuz Lit. D. Nr. 6. 3777) Der untere Stock meines Hauses in ter Marktstraße, mit Laden, ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Louis M ö h l. 4133) Ein freundliches, möblirtes Zimmer in einer Gartenwohnung ist zu ver- miethen und sogleich zu beziehen. Näheres bei der Exped. d. BlttS. 4184) Ein kleines möblirtes Zimmer ist billig zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. BlttS. 4210) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei H. @jff üßittwc, ____M äusburg. 4209) In per Nähe der Jägerraserne ist em Parterre-Zimmer mit Sopba zu ver- miethen und sogleich beziehbar. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4096) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen bei Alexander Maper. 4211) @*n Logis mit drei Zimmern, Küche nebst Zugebör ist r >> fci- 10 190; 3 12; 44«; 57 Verkauft Mttr Verkauft MiltelpreiS vom Matter. für Nassau & Rheinhessen : Jos. Aomüller in Mainz. *•’, „ die Rheinprovinz: Arthur Barnick inCöln a. Rh. ,z T Kurhessen, Thüringen Verkauft Mttr. 28 35; L besorgt „Inserate jeder Art“ zu den Originalpreisen zuverlässig v „Zeitungen aller Länder“, liefert über jede Anzeige das Belegblatt räumt bei belangreicheren Ordres die liberalsten Conditionen ein. <• Ausführliche Verzeichnisse der in- und ausländischen Zeitungen gratis g H und franco. «- 4248) Line schwarze Katze ist entlaufen. Dem Wiederbringer eine gute Belohnung. Näheres bei der Expcd k. Bl. 4151) Ein Zapfjunge, welcher zugleich die Stelle eines Hausknechts versieht, wird gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. Nr. 92 des hiesigen Anzcigcblattcs wird zu kaufen gesucht. Die Expedition, i Rundschau. Darmstadt, den 13. November. Da« Regierungsblatt Nr. 44 enthält: I. Bekanntmachung Großh. Ministerium« de« Innern, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betr. II. Bekanntmachung Großh. Ministerium« de« Innern, das Eichen von GlaSgcfäßcn mit einem Inhalt von 3,t Schoppen bett. Nachdem c« al« zweckdienlich erkannt worden ist, künftig Gläser und Flaschen mit einem Inhalt ] »on 3 4 Schoppen zum Eichen zuzulassen, ist solche« unter Vorbehalt der Beobachtung der bestehenden Vorschriften über da« Eichen solcher Gefäße gestattet, und als Eichzeichen dafür da« nachstehende Zeichen bestimnit worden: | / III. Bekanntmachung Großh. Ministerium« der Finanzen, die neue Cr- ganisation der Oberförster,ien Rainrod und Eichclsachfen, Forst Schotten, und der Oberförstereien EichelSborf und Langd, Surft Nidda, betr. IV. Bekanntmachung »woßh. MinifteriumS der Finanzen, den Gewerbebetrieb der Handelsreisenden betr. Nach getroffener Verabredung ift die zwischen den ZollvereinSftaaten bestehende Bestimmung, — wonach Kaufleute. Fabrckan- ten und andere Gewerbtreibendc, welche sich darüber auSweiscn, daß sie in dein Vereinsstaate. wo sie ihren Wohnst) haben, die gesetzlichen Abgaben für das von ihnen beinebene Geschäft enttichten, wenn fie persönlich oder durch in ihren Diensten stehende Reisende Ankäufe machen oder Bestellungen nur unter Mitführung von Mustern suchen, in den anderen Staaten keine weiteren Abgaben hierfür zu entrichten verpflichtet stnd, — auf den Verkehr zwischen | bem Großherzogthum und den freien Städten Hamburg und Lübeck ausgedehnt worden, und es werden demgemäß von jetzt an die Handelsreisenden aus dem Großherzogthum auf Grund der nach den Bekanntmachungen vom 5. Januar | 1864 (Reg. Bl. S. 9) und vom 22. December 1865 (Reg. - Bl. S. 981) i ausgefertigten, entsprechend zu vervollständigenden Gewerbe-Legitimationskarten in den genannten freien Städten und die Handelsreisenden au« diesen Städten auf Grund der von ihrer Heimathbehörde ausgestellten Gewerbe-LegitimationS- karten im Großherzogthum zu den betteffenden Gewerbshandlungen abgaben- frei zugelaffen, was hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. V. Bekanntmachung Großh. OberconststoriumS, die Ergebnisse der Verwaltung deS allgemeinen evangelischen Kirchenfonds vom Jahre 1866 bett. Gelammt-Einnahme beträgt 27,599 ft. 483 4 ft., die Gesammt-AuSgabe 23,697 ft. 63/, fr. Verglichen bleibt Rest 3902 ft. 42 fr. VI. Befanntmachung Großh. KreiSamtS Büdingen, die Erhebung einer [ Umlage in der israeliliichen Religionsgemeinde zu Eckartshausen mit Calbach VII. Bcrzeichniß rechtsfräftig gewordener, in Gemäßheit des Art. 30 des Strafgesetzbuchs im Regierungsblatt befannt zu machender Straferfenntniffe der Gerichte der Prooinz Oberheffen. VIII. Ertheilung von Erstndungspatenten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allerqnädigst geruht: am 12. October dem Werfineister Bender und dem Schloffermeister Teller in Offenbach auf deren Nachsuchen ein Ersindungspatent auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construction eines sclbstwirfcnden Regulativs für Stubenöfen, unter dem Vorbehalte, daß dadurch Niemand in der Anwendung bereits früher befannt gewesener Theile der Ersindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthum«. — an demselben Tage dem Chemiker Schlamp in Nierstein auf dessen Nachsuchcn ein Ersindungs- patent auf die durch Beschreibung näher erläuterte Darstellung einer Desin- fectiono- und antiseptischen Seife, unter dem Vorbehalte, daß dadurch Niemand in der Anwendung bereits früher schon befannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umrang des j Großherzogthums, — an demselben Tage dem Petry in Stuttgart auf dessen Nachjuchcn ein Erfinduungspatent auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construction einer Cigarren-Wickeluiaschine, jedoch unter dem Vorbehalte, daß dadurch Niemand in der Anwendung bereit« früher schon bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang deS GroßherzogthumS — und an demselben Tage dem Woldemar von LocwiS of Menar zu Panten bei Riga auf dessen Nachsuchen ein ErfindungSpalent auf die durch Zeichnungen und Beschreibungen näher erläuterten Verbesserungen an seiner untcrm 25. Januar 1867 patenlirten Construction ein« Leinsaat RifftcrS, unter dem Vorbehalte, daß dadurch Niemand in der Anwenduug bereits früher bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthum« zu ertheilen. IX. und X. Militärdieustnachrichten. Darmstadt Der Großherzogliche Ministerialrath Schleiermacher, Referent in der Eisenbahnangelegenheit, hat sich in Folge einer desfallsigen Mission nach Norddeutschland begeben. Berlin, 15. Nov. Heute wurde der preuß. Landtag un- ■ ter dem üblichen Ceremoniell eröffnet. In der Thronrede des Königs begrüßt er zunächst zum erstenmal die Vertreter der neuen Landestheile, berührt die bereits dort vorgenommenen neuen Organisationen, welche die Theilnahmc des Volkes an seinen Interessen und die Selbstverwaltung fördern würden. Das Staatshaushaltsgesetz unterscheide sich durch die Aufnahme der neuen Landestheile, und durch Ausscheidung der auf die Bundesvertretung übergegangenen Kategorien, von den früheren ; wesentlich. Die Einnahmen böten Mittel zu neuen, gesteigerten j Anforderungen; er hoffe Zustimmung zu einer Erhöhung der ! Civilliste. Es würden Gesetzesvorlagen bezügl. des Schuldenwesens; Vereinigung der höchsten Gerichtshöfe vorzelegt werden ; und sobald die erforderlichen Vorarbeiten beendet seien, würde ! auch eine neue Kreis- und Provinzialordnung zur Vorlage ge- ' langen. Für einige Theile des Landes, wo die Erndte schlecht ; ausgefallen, würden besondere Maßregeln zur Abhülfe nöthig werden. Er hoffe, daß der Verkehr in Folge der friedlichen Gestaltung der Verhältniffc sich wieder heben werde, wozu die Erneuerung und neue Organisation des Zollvereins und der Eintritt Schleswig - Holsteins in denselben beitragen werde. Das Werk nationaler Einigung sei ins Leben getreten; der Landtag habe durch seine Zustimmung zur rechten Zeil das | Reckte gethan. Mit den südd. Staaten sei die Gemeinsamkeit der wirthschaftl. Jntcrcffen und der Vcrtheidigung der allerhöchsten Güter des Lebens gesickert. In den betr. Berathungen der Volksvertretungen habe sick das nationale Bewußtsein sieg- reick bewährt. Die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten seien durck die neue Stellung Preußens nicht gestört worden und seien die freundlichsten. Alle Mächte erkennten das friedliche Endziel der deutschen Bewegung an und Fürsten und Völker seien einig über das Bedürfniß des Friedens. Bezüglich der rem. Frage werde er den Anspruch seiner kathol. Unter; thanen auf Fürsorge für die Würde und Unabhängigkeit des Papstes und den Pflichten, die Preußens politische Jntereffen und internationale Pflichten erheischen, gerecht zn werden suchen. Eine Gefährdung des Friedens sehe er in der Frage nicht. Der Landtag möge an die Lösung der Aufgaben der inneren Entwickelung gehen und möchten seine Arbeiten für das Wohl des Staates reich gesegnet sein. — — Die nächsten Annalen der Landwirthschaft werden von der Hand des Geheimenrath Oppermann einen Bericht bringen über den Stand der Rinderpest in Oberschlesien. Rach demselben ist sie ausgebrochen im Kreise Pleß an zwei Orten. Rybrik an 1 Ort, Ratibor an 26 Orten, Leobschütz an 2 Orten, An der Seuche gefallen, oder doch vorsichtshalber getödtct sind circa 600 Stück Rindvieh. In einem Drittel der angeführten Orte kann die Seuche für erloschen betrachtet werden. — Aus dem Umstande, daß dieselbe gleichzeitig an verschiedenen Orten ausgebrochen, darf tndeffen kein Schluß gezogen werden auf eine etwaige Unzulässigkeit der Seitens dcrBehördcn ergriffenen Maßregeln. Es ist nämlich kein Fall bekannt geworden, wo aus einem infizirt bekannten Orte nach Ergreifung der polizeilichen Maßregeln die Seuche verschleppt wäre. Alle Jiifici- rungen lassen sich aus unmittelbaren Einschleppungen aus Oesterreich, oder aus preußischen Orten, in denen die Pest erst später constatirt, zurückführen. Der militärische Cordon ist längs der österreichischen Grenze gezogen. Commandirt dahin sind 12 Bataillone Linien-Jnfanterie, 1 Jäger-Bat. und einige Eskadronen Kavallerie. Ein zweites Jägerbataillon ist im Anmarsch. — In Oesterreich herrscht die Pest in Ungarn an 5 Orten, in Galizien an 27 Orten, in Mähren an 10 Orten, in Schlesien an zwei Orten, und in Siebenbürgen an zahlreichen Orten. --Mitglieder der national-liberalen Partei werden, anläßlich des Twestcn'schen Falls, im Abgeordnetenhaus einen Gesetzentwurf einbringen, der gemäß Art. 30 der Bundesverfassung die parlamentarische Redefreiheit für Preußen wahren soll. — — Wie ein in verschiedenen Blättern wiederholt auftauchendes Gerücht wissen will, soll die beabsichtigte Erhöbung der königlichen Civilliste (die zur Zeit 3,100,000 Rthlr. beträgt) um noch 900,000 Thlr. zum Gegenstände einer Vorlage für die heute beginnende Session des preußisckcn Landtags bestimmt sein. Die Höhe der Civilliste würde sich sodann auf volle vier Millionen jährlich steigern. — — Die französische Regierung hat nun formelle Einladungen zur Conferenz wegen der römischen Frage erlaffen. Voraussichtlich wird sic damit wenig Glück haben, denn die protestantischen Mächte haben keine Lust, sich in die Frage ein; zumischen, die katholischen Mächte nicht den Trieb, über das Schicksal des Papstes, der sich in keinem Falle an der Conferenz betheiligen wird, zu Gericht zu sitzen. Die Ansicht der preußischen Regierung dürfte so ziemlich mit den folgenden Aeußerungen der Kreuzztg. zusammentreffen: Wir haben schon früher bemerkt, daß keine Macht bis jetzt eine besondere Neigung gezeigt hat, sich in diese Sache zu mischen, daß Oesterreich ganz allein sich öffentlich auf französische Seite gestellt bat, und ; daß man jetzt abwarten muß, ob die französische Einladung von bestimmten Vorschlägen begleitet ist, oder nicht- Ist das nicht । der Fall, so scheint uns keine Möglichkeit einer diplomatischen ' Action der Conferenz, und wahrscheinlich werden Frankreich und Italien dann sich allein verständigen müssen. Daß diese Verständigung auf Kosten des Kirchenstaats erfolgen soll, wird ; nicht verhehlt selbst auf französischer Seite. Aber wenn auch die Conferenz zu Stande käme, so werden sich die Großmächte doch schwerlich beeilen, auf die Wünsche Frankreichs einzugehen. ' — — Von Preußen und dem Nordbunde ist am 31. Oktober ein Handels- und Schifffahrtsvertrag mit der Neger-Rcpu- blick Liberia (in Wcstafrika) abgeschlcsicn worden; die übrigen, Zollvereinsstaaten sind zum Bcitrilt ciugcladcn worden. --Die Nachricht, daß Frankreich in der nordschles- wig'schen Frage einen Kompromiß vorgcschlagen babe, wonach Dänemark gegen Einwilligung in die preußischen Garantieforderungen und Ucbcrnahme einer Cuote der Staatsschuld die Inseln Alsen und Sundewitt, ausschließlich der Festungen Düppel und Sonderburg, erhalten sollte, wird von der „N. । A. Ztg." als nicht begründet bezeichnet. ' ----In Köln fand am 19. eine Versammlung von Ka- tholike» statt, welche beschlossen, de» König im Namen der | Katholiken Preußens in einer Adresse zu bitten für die Rechte; des Papstes die nöthige» Schritte zu thun. Es soll unter der! kathol. Bevölkerung eine allgemeine Agitation zu Gunsten des 1 Papstes ins Werk gesetzt werden. --16. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt in. einer Florentiner Korrespondenz : „Italien richtete an dir Mächte eine Note, worin nachgewiesen wird, daß es jetzt Frank- ! reichs Sache sei, die Mittel zur Beseitigung der durch die Intervention geschaffenen Schwierigkeiten anzugeben, und worin die Wiederherstellung des Princips der Nichtiutervention gefordert wird." — — 16. Nov. Durch Verfügung vom 14. November hat der Präsident des Berliner Stadtgerichts auf Grund des Erkenntnisses vom 11. November Herrn Stadtgerichtsrath T w c st e n vom Anite s u s p e n d i r t. --17. Nov. Bezüglich der Konferenz hört die „Spen. Zeitung", die königl. sächsische Regierung habe in vollkommen bundesfreundlicher Würdigung der Verhältnisse die Conferenzeinladung an das Präsidium des norddeutschen Blindes abgegeben; auch von der großherzoglich badischen Regierung sei mit Sicherheit vorauszusehen, daß sie ihre Entschließung nur auf Grund einer einmüthigen deutschen Kundgebung fassen wird. — — Die Mannschaften des preußischen Schiffes Viueta unter Führung des Kapitän Kuhn fanden während des Aufenthaltes in Hakodade Gelegenheit in sehr heldenmüthiger Weise die Mannschaften des untergegangenen Dampfers Siugapore zu retten. Frankfurt. Die Deputation der Stadtverordneten ist am 13. d. von Berlin zurückgekommen. Wie man vernimmt, hat sich die Regierung bereit erklärt, die Schuld, mit Ausnahme der drei Anlehen vom 15. Jannar 1829 mit 141,600 fl., vom 20. Mai 1864 mit 1,344,000 und 32,000 fl. zu übernehmen und die Lotterie der Stadt noch fünf Jahre zu belassen. Zu einer Entschädigung für die auf 1,328,852 fl. geschätzten Gebäude und Grundstücke, welche der Staat an sich nimmt, sowie für den sehr bedeutenden Reinertrag der Eisenbahnen hat sich die Regierung nicht herbeilaffen wollen. Die Deputation wird den Stadtverordneten Vorlage machen. Falls diese auf die Vorschläge der Regierung nicht eingehen, so soll dieselbe entschlossen sein, die ganze Angelegenheit durch den Landtag auf dem Wege der Gesetzgebung zu erledigen. Wiesbaden. Der Stillstand in der Justizpflege, welcher durch Einführung der neuen Gerichtsorganisation und Proceßordnnug entstanden war, hat einer regen Thätigkeit der Gerichte weichen müssen. Namentlich zeichnet sich das hiesige Kreisgericht, deffen Räume meist bis spät in die Nacht hinein erleuchtet sind, durch eine rasche Erledigung der dort schwebenden Angelegenheiten aus. Die Zahl der an diese Gerichtsstelle bei ihrer Errichtung übergegangenen Proeeffe beträgt 1800. Nach einem Erlaß des Justizministers haben die Anwälte in den öffentlichen Gerichtssitzungen in schwarzem Frack lind Beinkleidern zu erscheinen. --14. Nov. Nachdem gestern das dem Herzoge zugestandene Dvmanialhofgut Hornau von dem Regierungsbevollmächtigten, Domänenrath Münzel, an den Herzog!. Vertreter, Präsidenten v. Heemskerck, in loco Hornau übergeben worden ist, haben sich die beiden Bevollmächtigten heute nach Weilburg begebeu, um die llebergabe des dortigen Schlosses samint Zubehörnng zu vollziehen. Die Uebergabe des Palais am Kursaal, sowie diejenige der russiscklen Kapelle haben bereits am vorigen Montag stattgefunden. (Rh. Kur.) ÄKünchen, 12. Nov. Gestern Nachmittag 3 Uhr erfolgte die Uebergabe der von den Officieren und Militärbeamten der Armee Sr. Königl. Hobcit dem Prinzen Karl von Bayern gewidmeten Adreffe in deffen Palais dahier durch die voiw k. Kriegsministerium hierzu bestimmte Deputation. Tie von 2r. tt- H- dem Prinzen Luitpold als deren Fübrer gehaltene Ansprache wurde von dem Gefeierten mit berzlichen und bedeutsamen Worten erwidert, die Adreffe selbst von ihm mit sichtlicher Rührung angenommen. (Südd. Pr.) — — 15. Nov. Ter Referent für das Wehrgesetz, Baron Stauffenberg, beantragt unter Anderem, daß sowohl bezüglich der Armeestärke wie Feststellung der Taner der Präsenzzeit den Kammern ein Mitwirkungsrecht lingeräumt und die im Gesetzentwürfe statuirte dreijährige Präsenzzeit für jetzr auf eine zweijährige gekürzt werde. — — 14. Nov. Tie Kammer der Abgeordneten hat heute die Artikel der Gewerbegesetzgebung, welche die Gewerbefreiheit ohne Unterschied des Geschlechtes feststellen, angenommen und die unentschädigten Realreckte aufgehoben. Ausländer und Inländer sind in Bezug auf den Gewerbebetrieb gleichgestellt. Karlsruhe, 15. Nov. "Nach der „Krlsr. Ztg." wurde das Lehriustitut Adelshausen in Freiburg durch Ministerial- Entschließimg aufgelöst, wegen der Störungen, welche durch das fortgesetzte regulativwidrige Verhalten der Kirckeubehörde in demselben hervorgerufen worden waren. Wien. Wie ein Telegramm der „Südd. Pr." meldet, ist auch in der französischen Einladungs-Depesche zur Konferenz die Aufrechthaltung der weltlichen Macht des Papstes nicht ausgesprochen. Der Papst, deffen Zustimmung zur Konferenz von den Mächten fast einstimmig vorausgesetzt werde, erkläre seine Thcilnahme nur auf Grundlage der Aufrechthaltung seiner weltlichen Macht für möglich. — Als Conferenzort soll Rom gewählt sein, und ist man damit einem ausdrücklichen Verlangen der päpstlichen Curie nachgekommen. --Der Waffenkampf auf Kreta hat von Neuem begonnen, nachdem alle Vermittlungsversuche von Seiten der Pforte gescheitert sind. Wie es scheint, ist man von Seiten der letzteren entschlossen, denselben mit Aufwendung aller Mittel zu Ende zu führen. — — Die „Presse" meldet nach Privatdepeschen aus Smnrna von zuverlässiger Seite: „Am 10. d. M. griffen die Aufständischen auf Kandia die türkischen Truppen heftig an. Es fand ein bedeutendes Treffen statt; das Corps Mehemed Pascha's mußte zurückweichen. Die Consuln Rußlands, Frankreichs, Preußens und Italiens in Kauea constatiren in einer Declaration an den Großvezir und Omer Pascha den mißglückten Versuch zur Gewinnung der Insurgenten für die Vorschläge der Pforte. Omcr Pascha erklärte, er sei genöthigt, nunmehr zur Brechung des Widerstandes das äußerste Mittel anzuwenden." — — Die Wiener „Presse" will wiffcn, daß England den schwebenden Verhandlungen der Mächte mit der Pforte nicht mehr ganz passiv gegenüberstehe, und bei der Pforte, wenn auch nicht die Abtretung von Candia, so doch eine Gränzberich- tigung zu Gunsten Griechenlands befürworte, um letzterem größere Lebensfähigkeit zu geben. --Der „Ä. Allg. Ztg." wird aus Belgrad imterm 3. d. geschrieben: „Eine Mittheilung aus Constantinopel, die ein hiesiges Blatt vor drei Tagen brachte, meldet den Abgang neuer türkischer Regimenter nach Tulischa, Rustschnk, Nikopol und Widdin. Diese Maßregel muß man in Zusammenhang bringen mit einer andern, um dieselbe begreifen zu können. Ich kann nämlich die Nachricht des „Nord" bestätigen, daß in Monastir ein starkes türkisches Lager errichtet wird, welches auf 25,(XX) Mann berechnet ist. Nach diesen Erscheinungen zu schließen, hat die Pforte wirklich Angst vor einer Action Rußlands an der Donau, welche mit einer Erhebung der Bulgaren, Thetza- lier und Epiroten combinirt werden könnte. Rußland dürfte in der That dem Druck der öffentlichen Meinung zu Hanse nicht lange mehr Widerstand leisten können, und sich zu einer activen Politik entschließe». Diese Eventualität ist um so wahrscheinlicher, wen» man, wie hier geschieht, annimmt, Rußland werde die neue Königin von Griechenland in Athen nicht erscheinen lasten, ohne gleichzeitig durch eine bedeutende Wendung die Hellenen zu überrasche». In solchem Falle darf man die orientalische Frage nicht bloß auf Candia beschränken, sondern muß ihre erste Gefährlichkeit auch am Golf von Volo und in Bulgarien darthun. Letzteres ist um so leickter, als die Bulgaren entschlosten zu fein scheinen, auch während des Win- I ters zu agiren." — — An Baron Hübner's Stelle ist Graf Crivolli als Bot- fchafter nach Rom gesendet worden. Seine Aufgabe soll dem Vernehmen nach sein, die Verhandlungen wegen Revision des Conkordates energisch zu betreiben. '2lflram, 12. Nov. Seit unserem letzten Bericht hat die nationale Bewegung hier wie auf dem Lande an Ansdch- nung gewonnen, und tragen die Führer eine gewisie Sicgeszu- versicht zur Schau. In der That gewinnt die croarische Frage an Bedeutung und verdient größere Aufmerksamkeit, als ihr bisher von der österreichischen und namentlich der Wiener Journalistik gewidmet wird. Baron Reich hat auf seiner abermaligen Rundreise Gelegenheit gcbabt, sich von der Stimmung der Bevölkerung zu überzeugen und die Gewißheit zu erlangen, daß sie noch lange nicht mürbe gemacht wurde. Die nnionisti- schcu und magyarischen Blätter führten zwar die Orte an, wo der Baron mit Jubel empfangen wurde. Vou den Gegendemonstrationen geschieht mit keiner Sylbe Erwähnung und doch ließen sich solche in weit größerer Zahl anführen. Ucbri- geiis wissen wir, daß sich der Baron keiner Selbsttäuschung hingegeben und ziemlich sachgctren nach Wien und Pest berichtet hat. Von Seite der ungarischen Rcgiernngspartei wird auch nun eine Bereitwilligkeit zn weiteren Concessioncn gezeigt, wie sic in, solchem Maße früher kaum für möglich gehalten wurde. Den beiden Ländern Croatien und Slavonicn wird volle Autonomie der Landesverwaltung zugcstanden und soll der kroatische Landeschef Mitglied des ungarischen Ministeriums sein, also analog den projcctirtcn Verhältnissen Galiziens zn Dentsch-Oesterreich, sogar die Finanzvcrwaltnng soll dem Lande überlassen bleiben. Die Parität der Delegationen war den südslavischen Ländern schon in einem früheren (Kommunique z»- gcsichcrt worden. Allein die nationale Partei weist jede Ver- ständignng bisher entschieden zurück und ist au einen Ausgleich vor der Hand nicht zu denken. Auch würden die Vorarbeiten zum Landtage sehr lässig betrieben, da die Einberufung noch weit im Felde steht- Aus dein Küstengebiete lauten die Berichte für die Union nicht günstiger und ist die nationale Partei besonders unter dem Landvolke sehr mächtig. In letzter Zeit sind wieder zahlreiche Demonstrationen vorgekommen und auch in Dalmatien agitirt ivicder die italienische Partei, wenn auch in ziemlich bescheidenem Maße. Florenz, 7. Rov. Die Frage, wie cs bcnn gekommen, ; daß der von Eaprcra entkommene Garibaldi in Florenz die Bevölkerung ungehindert haranguircn und dann eben io unbeirrt i die Fabrt nach der römischen Grenze antreten und vollbringen konnte, wird von Florentiner Correspondcnten des Londoner „Daily Telegraph" in pikanter Weise beantwortet. Wir thei- len seine Aufklärung mit, ohne jedoch für deren Richtigkeit ciustehen zu können. Als der Florentiner Polizeichef — sagt der Korrespondent — von der Ankunft Garibaldi's Meldung erhielt, begab er sich zu Rattazzi, um sich Weisungen über das, : was mit dem General zn geschehen habe, einznholen. Rattazzi bedeutete ihm, daß er, als abgetretener Minister, nicht die Per- antwortung eines gegen Garibaldi zu erlassenden Verhaftbefehls übernehmen könne. Darauf hin geht der Polizcichef zu Cial- dilii, muß aber von diesem statt einer bestimmten Weisnng die Antwort hören, daß, nachdem das nene Eabinct noch nicht gebildet sei, er dieVerantwortung ?c. ?c- Nun fährt der Polizeichef rasch nach dem Palast Pitti und erbittet eine Audienz beim Könige, die ihm sosort gewährt wird. Der König hört ihn an, steckt sich gcmüthlich eine Cigarre in den Mund und lehnt sich damit zum Fenster hinaus, ohne eine Sylbe zu sprechen. Er denkt nach, so denkt der arme Polizeichef und wartet ehrerbietig 10 Minuten Als der König aber noch immer schweigend ins Freie hinausdampft, erkühnt er sich zum zweiten Male um Befehle zn bitten, und als der König ihm wieder mit tiefem Schweigen antwortet, schleicht er verzweifelnd von dannen. So erklärt der Cvrrespondent, wie cs geschehen, daß Garibaldi frei und ungehindert sein Vorhaben ausführen konnte. — — Der Staatsminister Menabrea hat eine Note an den Italien. Gesandten in Paris erlassen, in welcher er auf Lösung der römischen Frage dringt. Er rekapitulirt darin die letzten Vorgänge, hebt hervor, daß Italien seine Versprechungen gehalten und seine Truppen zurückgezogen habe. Die französ. Regierung habe ihrerseits ebenfalls den Rückzug ihrer Truppen zugesagt und man vertraue auf dieses Wort, damit einem dauerhaften Abkommen kein Hinderniß bereitet werbe. Der Zweck der Septembcrconvention habe sich als vollständig gescheitert erwiesen, das Papstthum habe sich nicht mit Italien ! verständigt, es könne nur noch durch fremde Söldlinge aufrecht erhalten werden. Eine aufrichtige Verständigung mit Italien : würde für den beiligcn n- mischnng vielleicht schon gelöst wäre. Der „Globe da t cme Ueberfchau über die Großmächte und meint, Preußen habe gewiß kein Jntereste, den Kaiser von Frankreich durch a. Heck nähme an einer Conferenz aus der Verlegenheit zu ziehen und so vtc leicht ein Bündniß zwischen Frankreich und Italien anskommen zu lassen^ Rußland sei in ähnlicher Lage; Oesterreich wünschte sich möglicher Weise durch seine Bctbeiligung dem Kaiser -,"'0- leon angenehm zu machen. Nun hege zwar auch tue briti, c Regierung freundschaftliche Gesinnungen gegen Frankreich; aver was könne England thun? Eine „Garantie" von zetten Englands würde in dieser Frage eine leere Form, ein SAwlt scu,, und es würde atich keine englische Regierung sich anmaßen, auch nur eine nominelle Bürgschaft zu übernehmen, deren 3'1'C cs wäre, Rom den Italienern vorzuenthaltcn. Was England betreffe, so müßten Italien und der Papst ihre ^«che selber ausmachcn. Da endlich der Papst vom Status quo nicht ad- gehen würde, so verspricht der „Globe" sich vom Congrcß oder Conferenz ganz und gar keinen Erfolg. Wenn England Frant- reichs Freund sei, so sei es eben so gut Italiens Freund, und die französische Intervention habe die einer etwaigen 4.hctlnahme Englands an der Ordnung der römischen Frage entgegcnstchen- den Schwierigkeiten nur erhöht. Grade friedlich sei. , __12. Nov. In demselben Augenblicke, tu welchem der „Moniteur" die italienische Regierung mit Lobsprüchen über- häuft, erhält Lavalctte, der einzige ansrichtige Freund, welchen Italien in den hiesigen Rcgicrungskreiscn hatte, seine Entlassung. Es wird dies genügen, um in Florenz Täuschungen zu zerstören, welche etwa 'an die amtlichen Freundschaftsbethcuernngcn geknüpft werden können. Herr von Lavalette hat das Ministerium des Innern drei Jahre geführt, war jedoch immer mehr Diplomat als Verwaltuugsmann und kümmerte sich nicht allzu viel um die Einzelheiten seines Ressorts Er trat nicht nur, so viel er cs vermochte, für die italienische Einheit ein, sondern verfolgte auch die gleichlaufende Bewegung in Deutschland mit unbefangenem Blicke, und galt daher als eine Hauptstütze der französischen Fricdcuspartci. Illach seinem Rücktritt steht Ronher vereinsamter den chauvinistischen Gleichgewichts- Politikern, sowie den klerikalen Einflüssen gegenüber, die sich jetzt am Hofe so breit machen. Lavalctte's Nachfolger Pinard ist 1801 in Auxerre geboren; er zeichnete sich als Advokat aus, war später Generalproknrator in Dotiai, kam dann in den Staatsrath und half in der letzten Zeit die Vorlagen der Regierung im gesetzgebenden Körper vcrthcidigen. Im höheren Sinne ist er so wenig Staatsmann; doch gilt er als scharfer Jurist und wird im gesetzgebenden Körper immerhin mehr leisten als Lavalette der für die Debatten ganz unbrauchbar war. Kopenhagen. Das Verkaufsgcschäst, das Dänemark mit seinen westindischen Colonien macht, ist jetzt in der Thal dem faktischen Abschluffe nahe. Bekanntlich bestehen ^dieselben aus den Inseln St. Thomas, St. Croix und e^t. Jean, von denen nur die zweite (St. Croix) dem Mutterland erhalten bleiben soll. Diese Insel darf zufolge eines Contractes an keine andere Macbt veräußert werden, ohne Frankreichs Einwilligung, nnd da augenblicklich keine Veranlassung vorhanden ist, eine solche zu verlangen, so kann selbstverständlich von dem Verkauf der genannten Insel auch keine Rede sein. Der Kaufschilling sür die übrigen betragt midi der Kopenhagener „Conservative" etwa 14 Millionen Rigobankdaler. Wie das genannte Blatt mittbeilt, sind die Verbandlungen über den Vermischte Nachrichten. Gicpcn. Am 16. d. M. hat hier der iäinzug unserer neuen Garni sonstruppcn, des 1. Garde-Jäger Bataillone, unter ganz massenhaft«^ whcll- nahine der Bevölkerung von Stadt und Land ftattgrsundcn. ^>e Truppen wurden von dem Bürgermeister und dem Gemcindcrathc an der vhrenpscrle am Seltcrsthor mit einer Ansprache willkommen geheißen, worauf von dem Commandern in herzlichster Weife der Brwillkommnungegruß erwidert wurde und mit einem Hoch aus die Stadt, worin die Truppen einstimmten, endigte. Der Gememderalh geleitete sodann die Truppen in die neu hergerichtct« Caserne. Die Stadt war scstlich mit Fabnen aller Art geubniudt. Abend« war große« Abendessen im Gasthof zum Crnhorn, wozu da« Ofstriercorp» als Gäste der Stadl eingeladcn war. . . . __ — Schon dieser Tage haben Truppenübungen aus dem Brandplatze stattqesundcn, wozu sich jedesmal «telc Zufchauer tinfinttn. Obgleich die« wohl dem fönst fo menschenleeren Platze eine rechte Lebhaftigkeit gibt, >0 befürchtet man doch wieder aus der anderen Seite, daß die Spuler de» diesigen Gymnasiums, dessen Lehrzimmcr gerade nach dieser Seite res Brands planes hin gelegen sind, ihre Aufmerksamkeit mehr den Lcmmandosiimmrn der Jnstructoren des Militärs als den Worten der Lehrer zuwenden lvrrden und manche Strafen werden wohl wegen Unaufmerksamkeit mehr zu registriren Tricdbcra. Wir lasen kürzlich die Mittheilung, daß in Darmstadt der erste einjährige Freiwillige in die großherzoglichc Division cingeireten Heute können wir berichten, daß vor einigen Tagen auch dahier ein szrc - williger, ein junger Kaufmann, seine einjährige Dienstzeit begonnen hat. Darmstadt. 68 circulircn falscbc hessische Funfguldcu fGruntrcntc 1) Scheine vom 1. Sept. 1848, die höchst täuschend na-l-gemart-t, und nur durch eine etwas grellere Farbe, hauptsächlich der Rückseite, von achten zu unterscheiden sind. Wohl kein Nahrungsmittel ist dem Gesunden wie Rceonvalescrnten^ zuträglicher, al« eine reine, unverfälschte Cboeoladr; übertrifft roch eine gaf'e guter Cbocolade bei weiten, die beste Bouillon am Gehalte de« Positiven Nab- rungestoffcs ! Zur Herstellung billiger Preise sinket f et och sovelseitig llnternnschung Statt, baß ein« garantitt re,ne Qualität zur Seltenbe worben ist. Um so mehr verdient zur allgemeinen Kenntn „ gebracht zu wer den, baß ter Dampf-Ebocoladen-Fabrik von Kranz blollwer» in 6öfn a ,2{ü. welche zu den bebeutcndflen des Zollverein zahlt, au, der Pariser Welt Ltu.'stellung für Reellität, vorzügliche Qualität und 2 >. >gke- ihm Cboeoladen die Preis Medaille zucrkann, wurde D„,e Auszeichnung M um io rbrender, a!« die ertheilte die einzige Medaille ist. welche in der Branifl auf ganz Preußen fällt! Tu Fabrik verdankt den, Prmc.p: nur durchaus reine Waare an den Markt za bringen, ihren verbreiteten Ruf. Zebes grotzere «eschäft sollte fi* zur Pflicht machen, seine Kundschaft nut nrfto, Vn’Wcu m verfeben._______________________________________ V —