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Vorsichtshalber aber bitte ich Sie noch um 2 Töpfchen, denn ich will die Kur vollständig zu Ende führen." Treptow an der Nega, Pommern, den 27. Februar 1867. (?. ©., Bäckerlehrling. „Mit Freuden ergreife ich die Feder und schreibe Ihnen, daß Sie mich, Gott sei Dank, durch Ihre Salbe von meinem 16jährigen Bruchleiden -vollständig eurirt haben. Ich danke Ihnen tausendmal dafür. Gott und der Himmel wird Ihnen den Segen geben; denn Sie haben ihn verdient. — Könnte ich es allen Menschen sagen, die das liebel haben, daß sie die gute Salbe von Herrn Sturzenegger brauchen soll- ten, — ich würde es thun!" bvnstan; am Bodensee, den 29. Juni 1867. F. ,H. Diese vorzügliche, durchaus keine schädlichen Stoffe enthaltende Bruchsalbe wird einfach Morgens und Abends eingerieben. Die Heilung geschieht ohne die mindeste Unannehmlichkeit, — ohne Entzündung zu verursuchen. Niederlage in Mainz: G. Bleicher, Großherzoglich Hessischer Hofbandagist. Preis: pr. Tops 3 fl. NB. 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Nr. 67. 3749) Ein großes und schön möblirtes Zimmer und ein Lagerkeller am Canzleiberg sind alsbald zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4041) Zwei gut möblirte Zimmer mit Gabinet sind zu vermiethen Lit. A. Nr. 125, Asterweg. 4024) Ein schönes Zimmer ohne Möbel ist zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 4006) Ein sehr freundliches, möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Georg Plank. 2664) Mehrere möblirte Zimmer mit Gabinet sind zu vermiethen im Darmstädter Haus. 4088) Im Glubgebäute ist ein möblirtes Zimmer mit Gabinet zu vermiethen. 3994) Ein möblirtes Zimmer nebst Gabinet ist zu vermiethen bei Speisewirth Friedr. LainpuS, SelterSweg Lit. G. Nr. 69. Vermischte Anzeigen. 4119) Der Unterzeichnete beabsichtigt, für die Schüler des Gymnasiums einen GurfuS in ter französischen Sprache einzu- richten, in welchem denselben Gelegenheit gegeben werten soll, durch mündliche Hebungen in stufenweiser Ordnung zur Fertigkeit im Gebrauch ter französischen Umgangssprache zu gelangen. Dem zu Grünte gelegten Plane gemäß wäre es zu wünschen, daß zunächst Schüler ter Quarta sich am Gursus bethciligten, um kann turch fortgesetzten Besuch tesselben turch die folgenden Klassen das vorgesteckte Ziel zu erreichen. Anmeldungen beliebe man alsbald abzugeben bei Dupetit, B. 98. 4118) Ein Matchen, welches im Kleidermachen gründlich erfahren ist, nimmt Aufträge in unt außer dem Haufe entgegen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4117) Ein Wirtbfchasts - Junge wird auf Weihnachten in Dienst gesucht von Louis Busch Wittwe. 4085) Nr. 4 hat den Toilettenspiegel gewonnen. Schmidt, Polizeidiener. Laz. Sams. Colin finken. Müller. oi 0 9 9 ><# O « 10 Mainz. Maaren, Mobilien, Ftttlcrvorrälhc zu festen, Mrsichermigs-Gesell schäft in 4049) Die Gesellschaft versichert gegen Feuerschaden: Fabrikutensiiien, Ackcrgcrälhe, Bich, Getreide und b'll ig st gestellten Prämien. Zur Aufnahme von Versicherungen empfiehlt sich die an der Lumda. ~ ® Beginn der Ziehun, «i. Agentur zu Mendorf Heinrich Moll, Agent der Moguntia. Schlesische Fener-llersichernttgügeseUschstsl in Areslau. Grund,apita,: 3 Millionen Thaler. Trofprcte und Antragsformulare können jederzeit gratis bei dem Untmfirhnrt-n ■* ■’ i-‘- iZA SÄ Ä 9,rnt bcrcit Jean Böck, Agent in Gießen, ___________ Neustadt Li«. D. Nr. 212. Wirthfchafts Ervffnunq. Uüierjeichneier rröffvel feine am Seiiorsweg gei'aene Werih. S* !eC ™ M,„aC" e , November. Für vorzügliche Speise». Wein. iid„ä n. u , 1 8efV Zu rechi zahlreichem Besuch lade, ein verehr l.'d"“ J)ll|l||fl'1" "geben,, em W. Aul,Im ann. Winter - Coneerte des Gießener Concrrt-Vereins. Auaenbl!^^. unter den kläglichen musikalischen Verhältnissen, wie sie im fc,H/terr^hUtl0fUnd$K?fr Musikcapelle dahier bestehen, die FoNführung unserer werden wir bnrfc f & mv? e20“^ ‘rmt großen Schwierigkeiten verbunden sein wird, so auswärt,irr M'ttel unversucht lassen, wieder wie früher durch Herbeiziehung ein lücbiäeV'n^a- ld? 'm,nften $aü(5 wenigstens für die Mehrzahl ter Conccrte — Ä1 «p11?,"'" A“ ^''«8-». Bon großem Interesse ist cs hierbei, ob für Streich, unb Äit m t?Cr In 8 Ia^n t’a^ier elnrückenden Jägermusik auch erst Grirbriln^» lzdlasinstrumente zu verwenden sind, und da wir hierüber begreiflich «rk SS9 ?m?aÄnTmU|fern "V6 nid,t umgeben, daß unsere Wintcr-Con- verebrlicben Ab " ^dgc fpa!er aie gewöhnlich beginnen werden, was wir den ereürlichen Abonnenten hiermit einstweilen anzeigen. » erscnwiegen, Meinen Interessenten habe iillein A in »enlschlaiHl die aller- « t höchst en 1 laupttreffer v. 300,000 L ^^5,000,187,500,152,500,150 00o', ’ 130,000, 125,000, 103,000, 100,000 • - und jüngst am 11. September schon £ ® wieder das grosse Loos von 127,000 0 Mark auf Nr. 31308 ausbezahlt. S GHickM - Off erte. » ® l>as ^Piel 0er .Veiicul Q iVlailaiHlrr Staats - Ier8-S * niicn-tlbli^at ionen ist von » « der Grossherzogi. liesst- Z y Sellen KcgicriiiiK gestattet £ « »Gottes Segen bei Colin!“ ? 2 <-r°sse Capltalien - 1 er- o ioosung voll ührr .V Mim...____ « 3975) ©dt kurzer Zeit im Besitze einer Nahmaschine, empfehle ich mich und meine Tochter einem geehrten Publikum im An- fertigen aller Damenkleitcr, ferner tt, Weiß- zb.ugnähen, sowohl in als außer dem Hause (für Letzteres wird die Maschine nur billig berechnet), mit der Versicherung prompter Bedienung, und bitte ich um geneigten Zuspruch. Stattgcr.-Diener Schneider W>ttwe, wohnhaft bei Herrn Herm. Schwalb, ________Tiefenweg. 4116) Ein kleines Familienlogis wird zu micthen gesucht. Das Nähere bei der Expcd. d. BlttS. lieaclitenswertli! 2980) Unterzeichneter besitzt ein vor- treffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie gegen Schwächezustänke ter Harnblase und Geschlechtsorgane. Spccialarzt Dr. Kirchhoffer in Kappel bei et. Gallcit lSckweiz). ot oder 1 Tlilr. v kostet ein vom Staate garantielos * Original - Staats - Goos r> a (keine Promesse) aus meinem Debit o y und werden solche gegen l'rail- kirte Einsendung des II« ti ags ' - odergegen Post Vorschuss, » » selbst nach den entferntesten 0 Gebenden von mir versandt « Es tverden nur Gch inn« y gezogen. « Lie Haupt-Gewinne betragen 9 « Mark 250,000 - 225,000 - 150,000 A * — 125,000 — 2 a 100,000, 2 ä " «50,000, 30,000, 2 ä 25,000, 3 h? e 20,000, 4 a 15,000, 2 ä 12,500,« g 2 ä 12,000, 4 h 10,000, 2 a 8000, » © 2 ä 7500, 2 ä 6250, 3 L 6000, 7 § V 5000, 4 ä 4000, 5 L 3750, 12 r u |) Ij c r $ u 131 i d) c fi r r i s d tu t (>> i c 1$ c n an dic Grosthcyogkichcn Dürgermcistcreicn. Wir erinnern Sie an Einsendung der Berichte wegen der . . Montag bett 11. b. MtS., Vormittags 10 11 br, zu Giepen unb Freitag ben 13. b. MtS., Vormittags 10 Hbr, zu Licb stattfindenden Ableistung des Verfassungseides. Dr. G o l d m a n n. Rundschau. Gießen. Unser letzter im Mai erstatteter Bericht meldete unfern Lesern die im August stattsindenden Wahlen zum ersten ordentlichen Reichstag« des norddeutschen Bundes, nachdem kur; vorher in allen norddeutschen Bundesstaaten die Bundes-Verfassung als Gesetz pnblicirt war. (Bereits im Juli unseren Lesern im Wortlaut mikgetheilr.) Der Reichstag trat demnach im September znsannnen und genehmigte die vom Bundeskanzler, Grafen Bismark, vorgelegten Gesetzentwürfe über den Bundeshaushalts-Etat, über die Verpflichtung zum Kriegsdienste, über die Freizügigkeit, das Postwesen, den Portotarif, das Paßwesen, die Besteuerung des Salzes, die Rationalität der Kauffartheischiffe, die Ausblldung der Kriegs- Marine und der Küstenvertheidiguiig, über die vertragsmäßigen Zinsen und die BundcS-Consulate. Der norddeutsche Bund schreitet sonach in seiner friedlichen Entwicklung sicher und auf festen Grundlagen weiter, es erübrigt nur noch, daß anch die süddeutschen Staaten in ein engeres Bündniß mit dem Norden treten. Hierzu sind in erster Linie die Schutz- und Trntzbünd- nisse des Rordens mit den südlichen Staaten, sowie die Neugestaltung des Zollvereins angethan. Diese Verträge liegen jetzt den Landständen von Württemberg und Bavern vor, nachdem bereits in Baden und Hessen dieselben landständisch genehmigt worden sind und sobald dieselbe» allseitige Genehmigung erhalten haben, werden sie von den Regierungen ratisicirt n»d mit Preußen, der Präsidialmacht des Bundes, ausgetauscht. Dbgleich in Württemberg und Bayern die ersten Kammern Klauseln und Bedingungen an diese Verträge knüpfen möchten, so ist doch der gesunde und für das materielle Wohl des Landes bedachte Sinn der ganzen süddeutschen Bevölkerung entschieden gegen ein solches Gebühren der ersten Kammern und Massen-Depntationen aus allen Städten Bayerns nnt Württembergs bestürmen ihre Regierungen zur Fortsetzung deö Zollvereins mit dem Norden. In letzter Stunde haben denn anch die Majorität der ersten Kammer» dieser Lä»dcr sich für Annahme der Verträge erklärt und diese somit rechtsgültige Kraft erlangt. Es steht demnach der Ausführung der genannten Verträge nichts mehr im Wege, denn die zweite» Kammern haben bereits schon vorher ihre Zustimmung dazn ertheilt. Das wohlthätige Institut des Zollvereins ist ans eine weitere SReifye von Jahren hindurch gesichert und die Schutz- nnd Trutzbündnisse sind dazu abgeschlossen, Deutschland als eine große Lischt dem Auslande gegenüber hinzustellen. Nur dadurch kann sicki das Vertrauen und der Wohlstand wieder heben, wenn Deutschland achtunggebietend dasteht und jeder Feind des Vaterlandes wird sich hüten, dasselbe anzutasten; die Bedin- gutigeii des Friedens werden dnrch die Furcht dietirt. I» Oesterreich schreitet der innere Ausbau der Verfassung in schönster Weise vorwärts und wenn anch einzelne Fragen, namentlich die Concordatsfrage, eine gewisse Gewitterschwüle hervorbringen, so scheitern dennoch alle Versuche, den Kaiser ans den alten nnd für Oesterreich verderblich gewordenen Weg zurückzubringen, an deffen ritterlicher Festigkeit und an der Energie des Reichskanzlers Benst und des Reichstags. Obgleich Viele an den unlängst stattgehabten Condolenzbesuch des Kaisers Napoleon in Salzburg bei dem österreichischen Kaiser Franz Joseph und deffen jetzigen Gegenbesuch in Paris für Deutschland nachtheilige Folgen knüpfen wollen, so scheint es doch, daß diese Wetterpropheten sich geirrt haben, denn neueren Nachrichten zufolge ist Oesterreich keine für Deutschland etwa nachtheilig werdende Allianz mit Frankreich eingegangen. Unbeirrt schreitet der Reichskanzler auf sein sich vorgestecktes Ziel los nnd er wird es dahin bringen, daß Oesterreichs Sonne nicht noch einmal verdunkelt wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach bahnen sich auch wieder freundlichere Gesinnungen gegen Preußen den Weg, denn das Zusammentreffen des Kaisers Franz Joseph mit dem König Wilhelm auf dem Bahn- hofc in Oos im Großherzogthum Baden, bevor Ersterer den fran zösischen Boden betrat, lassen auf Derartiges wohl schließen. In Italien tritt wieder die römische Frage in den Vordergrund. Rom, die Hauptstadt Italiens! ist das Losungswort aller Patrioten Italiens und wieder ist es Garibaldi, der an i'er Spitze seiner Freiwilligen diese Frage mit dem Schwerte in der Hand zur Entscheidung bringen will. Wen» auch die italienische Regierung sich durch den bekannten September-Vertrag, zum Schutze der weltlichen Macht des Pabstes, der französischen Regierung gegenüber die Hände gebunden hat, so ichelul sie doch ins Geheim das Unternehmen Garibaldis zu billigen, denn nicht nur haben sie denselben von seiner Insel Eaprera, woselbst er als Gefangener der Regierung festgehalten wurde, entwischen laste», sonder» sie ließe» auch in allen Stadien ^talten« die garibaldischen Werbebüreaux fortbeslehe» und Geld- famnuungen in der offensten Weise geschehen. Erft nachdem Frankreich auf das ÄUerentschiedenste erklärte, die bestehenden Verträge aufrecht zu erhalte» »»d nut Trnppenfendungen nach dem Kirchenstaat geannoortct hatte, versprach eine Proctamation des Königs Victor Emanuel ebenfalls die voll ständigste Ausführung des Septcmber-Bertrags. (£•? wurden die Werbebüreaux geschlossen und die Geldsanimlungen verboten; ebenso wurde Garibaldi aufgefordert, den Kirchenstaat zu verlassen. Diesem Gebot widerstand jedoch Garibaldi und setzte feinen Weg gegen Diem fort, er schlug die päpstliche» Truppe» bei Montcrolondo und steht jetzt ungefähr 6 Stunden vor Rom. Unterdessen landeten die französischen Truppe» i» Civitavecchia und sollen sogar i» Rom eingerückt fei». Die italienische Regierung ließ daraufhin sofort seine Truppen ebenfalls in den Kirchenstaat inarschiren, um wie es heißt, gemeinschaftlich mit den Franzosen gegen Garibaldi zu operircn. Diesen Schntt der llallenischen Regierung hat man in Paris entschiede» als Vertragsbruch bezeichnet, da Italien nur befugt war, die römische Grenze gegen Eindringlinge vom Königreich Italien ans zu schützen, nicht aber dieselbe selbst zu überschreiten; ob man jedoch hierin einen Grund zu einem Krieg gegen das Königreich Italien erblicken kann, wäre voreilig zu entscheiden, da es nicht anzu- . nehmen ist, daß Frankreich diejenige Macht bekriegen wird, die es geschaffen und als Bundesgenossen so wohl zu brauchen hat, zumal ^uch dabei nicht abzusehen ist, ob ei» solcher Krieg zum Heile Frankreichs ausfallen ivird; es könnte ja leicht anders komme»! Vehe» wir deshalb ruhig de» kommende» Ereignissen entgegen und lassen uns vorerst durch die französischen Truppen- märsche nicht irre leite». — Die übrige» Großmächte sehen natürlich de» Ereignisse» i» Italien ebenfalls ruhig zu, die Zeit ihrer Einmischung scheint für sie noch nicht gekommen, könnte aber eintreten, wenn der seitherige Bestand Italiens durch Frankreich gefährdet würde; wenigstens haben England und Preußen sich in diesem Sinne Frankreich gegenüber ans- gesprochen. Oesterreich hat erklärt, der römischen Frage fern bleibe« zu müssen. Den neuesten Nachrichten zufolge ist Garibaldi's Glücksstern vollständig erloschen. Nachdem er vom König Victor Emmanuel aufgefordert worden war, den römischen Boden zu verlassen und sich hinter die italienische Trnppeulinie zurückzii- zieheii, hat er diesem Befehle nicht Folge geleistet, sviidern zog sich gegen die Abruzzen hin, in der Absicht einen Guerillakrieg gegen die Franzosen und Päpstliche» so lange zu führen, bis das Land vollständig revolutionirt wäre, um alsdann einen Hauptschlag führen z» könne». Auf diesem Rückzüge wurde er plötzlich vo» de» päpstliche» Truppe» mit äußerster Heftigkeit angegrifte» und auf dem Punkte abgeschnitten zu werde», wurde er vo» de» ihm zunächst stehenden italienischen Streitkräften^ unterstützt, urauf erhielten die Päpstlichen die Hülfe eines französischen Detachemeiits und der Vortheil blieb auf itjrer Seite. Der „Moniteur" sagt: Depeschen aus Florenz, von heute Morgen batirt, melden, daß die päpstlichen Truppen gestern bei Tivoli mit den von Garibaldi bcfehlig- te» Banden znsammengestoßen seien und dieselben sofort angegriffen hätten. Nach hartnäckigem Kampfe seien die Garibal- dianer t» Unordnung geflohen und hätten 3000 Mann an tobten, Verwundete» und Gefangenen auf dem Schlachtfeld gelassen. Garibaldi sei es gelungen, zu entkommen und Terni zu erreiche». Die italie»ische» Behörden brachten Garibaldi lind seine zwei Söhne nach Florenz. — Der Eommandant der italienischen Truppen, Rikotti, habe an der Grenze operirt und den Empfang und die Eiitwaffining von 4000 Garibaldiauern, bie sich auf italienisches Gebiet zu flüchten suchten, vorgenommen. Nach dem „Cor. Jtal." werben in Folge ber Räumung bes Kirchenstaates durch bie Freischaaren, bie französische» Truppe» Rom verlaffen. Auch bie italienische» Truppe» werben sich ins Königreich Italien zurückziehen unb soll nun bie Lösung ber römischen Angelegenheit auf biplomatischem Wege geschehen. In Rußlanb schreitet das Werk ber Russificirung Polen-, Finnlanbs, Curlanbs tc. in raschester Weise vor. Alle polnischen Beamten werden snspendirt und durch Ruffen ersetzt; bie Güter der Polen fallen Fremden als Eigenthum zu und bald werden diese Länder ihrem Namen nach von der Karte verschwunden sein. In Warschau und Umgegend, sowie gegen die österreichische Grenze hin werden bedeutende Truppenmassen dirigirt. Ließe sich dies nicht vielleicht mit den Ereignissen in Italien in Zusammenhang bringen? Werden diese Truppen nur gegen die Polen, deren Häuflein noch sehr gering und allen Widerstandes unfähig ist, aufgeboten oder sollen sie nebenbei noch anderen Zwecken dienen? Wer kann dies wissen? Mit Dänemark und Preußen scheint es hinsichtlich der Abtretung Nordschlcswigs, laut dem Prager Frieden, noch zu keinem Änsgleich gekommen zu sein. Hartnäckig beharren die Dänen auf der Abtretung von Nordschleswig, während Preußen ihnen nur einzelne, spccifisch dänische Orte überlassen will und dies anch nur dann, wenn dänischerseits Garantieen für die dortigen Bewohner deutscher Nationalität geboten werden könne». Die fortwährenden Beschimpfungen der Deutschen Leitens der überwiegenden dänischen Bcvölkcrnng machen ein solches Auftreten Preußens zur Nothwendigkcit. Bon Konstantinopel ans wird gemeldet, daß der Groß- vezir Ali Pascha auf Kreta an die dortige Bevölkernng eine Proclamation erlassen hat, in welcher cs heißt: „Heute geht der Waffenstillstand zn Ende, der Augenblick ist gekommen, wo energisch znr Pacificirnng und zur Bcrwaltungsrcorganisation der Insel mit Hülfe der Abgeordneten der Bevölkerung geschritten werden muß. Folgende Maßnahmen werden unverzüglich getroffen: Die Truppen werden die friedlichen Einwohner beschützen, die Gerichte werden in Wirksamkeit treten, die Localbchördcn werden für die dringenden Bedürfnisse der Bevölkernng Sorge tragen. Jeder fremde Freiwillige, unter welchen Bcrhältnisscn er anch immer ergriffen wird, soll vom Kriegsgerichte nach den Kriegsgesetzen abgenrtheilt werden. Jeder mit den Waffen in der Hand Ergriffene, oder der Jn- surrection Vorschub leistende türkische Unterthan wird vom gemischten Tribunal abgenrtheilt." Frankreich, Rußland, Italien und Preußen haben der Pforte eine Note überreicht, welche die früher ertheilten Rathschläge wiederholt und das Scheitern der Mission Aali Pascha's in Kreta constatirt, ohne jedoch das Verlangen nach einer Untersuchung oder Abstinimnug zu erwähnen. — Das „Journal de St. Petersbonrg" vom 2. veröffentlicht anch die Declaration zn dieser auf Vorschlag Rußlands überreichten Collectivnote, sowie ein Rundschreiben des Fürsten Gortschakoiv vom 30. Oktober über dieselbe Angelegenheit. Die Declaration reslimirt die Bemühungen und Rathschläge der Mächte, denen die Türkei die Kraft unerschütterlicher Uuthätigkeit cntgegenge- stellt habe. Mit der Amnestie sei es der Pforte nicht ernst gewesen. Der noch fortdanernde erbitterte Kampf sei die Ursache permanenter Agitation unter der christlichen Bevölkerung in der Türkei, während keine ihre Wünsche befriedigende organische Reform vorgcnommcn worden sei. Die Mächte glaubten unnmehr ihre Bemühungen um Versöhnung und ihre Mahnrufe zur Besonnenheit erschöpft zu habe; ohne auf die durch ihr Gewissen ihnen auf erlegte cdelinüthigc Mission zn verzichten, müßten sie alle Verantwortlichkeit von sich ablehnen, der Pforte die Folgen ihrer Handlungen überlasten nnd ihr erklären, daß sie von jetzt ab vergeblich den moraliichen Beistand der Mächte in der Verlegenheit anrufcn würde, welche sic sich dnrch ihren Mangel an Nachgiebigkeit gegen die Rathschläge der Mächte bereitet habe. Die Jndianerhetze in Amerika hat dnrch Friedensverhaud- lungen eine Unterbrechung erlitten. Nähere Details hierüber j finden unsere Leser im heutigen Unterhaltungsblatt. Darmstadt. Da» Regierungsblatt Nr. 43 enthält: I. Gesetz, die Veränderung der Gebäude-Steuerkapitalien betreffend. Zur besseren Erhaltung der Gleichmäßigkeit in der Besteuerung der Gebäude haben Se. Königl. Hoheit der Großherzog »ach Anhörung des Staats- rath« und mit Zustimmung der S tände verordnet: Art. 1. Das Normalsteuerlavital eines in das Kataster aufgenommencn Gebäudes und der dazu gehörigen Hofraithe ist neu zu bestimmen, wenn Veränderungen in den Bestandtheilen dieser Objecte eingetreten sind, durch welche der Werth derselben in der Art vermehrt oder vermindert worden ist, daß er in eine andere Klaffe der bei Erneuerung des Gebäudesteuerkatasters zu Grimde gelegten Klassenkaufwerthe fällt. Art. 2. Das Gesetz vom 31. Mai 1836, die Veränderung der Gebäude- Steucrkavrtali.n betreffend, ist aufgehoben. II. Verordnung, die Gehalte der Volksschullehrer betteffend. Art. 1. Die Bestimmungen des Art. 1 der Verordnung vom 22. November 1864, wodurch der niederste Gehalt der Volksschullehrer an bestehenden oder künftig zu errichtenden Schulen, welche durchschnittlich von mindestens dreißig Kindern besucht werden, auf Dreihundert Gulden jährlich bestimmt ist, sowie die Bestimmungen de« Artikel« 7 der gedachten Verordnung, in Betreff der Verleihung von Tienstalterszulagen an Volksschullehrer, baden vom 1. Januar 1867 an auch auf die Schullehrer an Schulen, welche durchschnittlich von weniger al« dreißig Schulkindern besucht werden, unter der Voraussetzung Anwendung zu sinden, daß außer diesen Schulen noch kein eweitere Schule in der betreffenden Gemeinde besteht. Art. 2. Tie in Artikel 7 der Verordnung vom 22. November 1864 bezeichneten DienstallerSzulagen erhalten vom 1. Januar 1864 an auch die- icnigen Volksschullehrer, welche ohne die vorgeschriebene Desinitorialprüfung bestanden zu babcn, ausnahmsweise definitiv angestellt worden sind. DaS Dienstalter solcher Schullehrer ist vom Tage ihrer definitiven Anstellung an zu berechnen. III. Bekanntmachung, die Anstellung eine« Kaiserlich Brasilianischen Gcneral- EonsulS für das Großhcrzogthum betieffend. IV. Bekanntmachung, die Bestätigung einer Stiftung zu Gunsten von Familienangehörigen der Bernhard Meyers Eheleute in Mainz und, in Ermangelung solcher Angehörigen, zu Gunsten anderer Israeliten in Mainz be- treffcud. V. Bekanntmachung, die Errichtung eines Nachtrag« zu dem Familien- statut der Freiherrn Löw von und zu Steinfurth betreffend. VI. Bekanntmachung, die Rüchvrrgulung der Preußischen Rbeinzölle von überseeischen Maaren betreffend. VII. Verzeichniß rechtskräftig gewordener, in Gemäßheit de« Art. 30 deS Strafgesetzbuch« im Regierungsblatt bekannt zu machender Straferkenntnisse der Gerichte der Provinz Rheinheffen. VIII. Ermächtigungen zur Annahme fremder Orden. IX. Di«nstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Grvßherzog haben allcrgnädigst geruht: 1) am 3. September den Oberfeldwebel im 4. Infanterie Regiment Scharmann zuni Kreisdiencr bei dem Kreisamte Offenbach. — 2) am 26. September den Beiknecht bei dem Landgestut Petry aus Gam- bach zuni Landgestütsdiener hierbei, — 3) am 27. September den Regierungs-Accessisten GroS aus Darmstadt zum KreiSassessvr bei dem Kreisamte Gießen — und 4) am 28. September den Professor bei der philosophischen Fakultät der Landes-Universität und Director an der Realschule zu Gießen Dr. Weigand, unter Enthebung von der letztgenannten Stelle, zum ordentlichen Professor in der gedachten Fakultät zn ernennen; — 5) an demselben Tage dem evangelischen Pfarramts-Candidatcn Dr. Röe an« Mainz die evangelische Psarrstclle zu Bleichenbach zu übertragen; — 6) an demselben Tage den Ealcnlator I. Klasse bei der Hauptstaatskasse Schneidrnüller zum Buchhalter, — den Ealculator II. Klaffe bei derselben Böttinger zum Ealculator erster Klasse — und den Finanz- Aspiranten Bonhard au« Dreieichenhain zuni Ealcnlator 2. Klaffe bei dieser Behörde zu ernennen; — 7) am 3. Octvber dem evangelischen Pfarrer zn Allcndorf an der Lumda Engel die evangelische Pfarrstelle zu Hausen, — 8) am 7. Lctober dein evangelischen Scbullchrer zu Bromskirchen Repp die zweite evangelische Sctunstelle zu Leihgestern, — 9) an demselben Tage dem Schullehrer an der mittleren Knabenschule zu Langen Hildenbrand die erste evangelische Schuistelle zu Egelsbach — und 10) an demselben Tage dem Lehrer an der zweiten Stadtmädchenschulc zu Gießen Mitpredigcr Krug die erste lutherische Pfarrstelle zu Groß- Umstadt zu übertragen; — 11) an demselben Tage den zweiten Ministerial-Bnchhaltcr bei dem Ministerium der Finanzen Balzer, unter Ertheilung des Charakters als „RechnungSrath", zum ersten Ministerin!-Buchhalter bei diesem Mini sterium, — 12) an demselben Tage den Ober Domänen.Registrator Ihm znm zweiten Ministerial-Buchhalter bei dem Ministerium der Finanzen — und 13) an demselben Tage den Bataillons-Tambour ün vierten Infanterie- Regiment Weygandt von Darmstadt znm Bremser bei der Main- Weser-Eisenbahn, — 14) am 16. Octvber den Feldwebel irn ersten Infanterie-Regiment Keppler aus Langen zum Bremser bei der Main-Wcser-Eiscnbahn — und 15) an demselben Tage den Maschinenschlosser Blöcher aus Wallau zum Heizer bei der Eisenbahn von Offenbach nach Franksiirt zu ernennen. X. Dienstentlassungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädiqst geniht: 1) am 24. September den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Merkenfritz Gröninger, unter Beibehaltung seiner Eigenschaft al« Volksschullehrer, auf fein Nachsuchen, von seiner Ticnststelltz zu entlassen — und 2) am 12. Oktober dem Hofgericht« - Advocaten Otto zu Weincgg in Unterkrain die von ihm erbetene Entlassung au« der Zahl der Advocaten und Procuratoren bei dem Hofgericht der Provinz Lbcrheffen zu er- theilen. (Schluß folgt.) Temperatur in Gießen, Oktober 1867 : niederste.............— 1.5° R. mittlere............. 6,24 , Mittel früherer Jahre ........4 7,52 „ ■ höchste.............. 4 13,0 „ Niederschlag: an 17 Tagen........2,33 Par. Zoll. „ Mittel früherer Jahre: an 14 Tagen 1,71 „ „ Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fr. Ehr. Pietscd) in Gießen.