> jäh,. jacher« St-l« t auch betibtn Unter« >s ion 15 |L glichen 89) Flieken «V zu Mts. Abend altem» 'Utter« Paar ltauschi itaujch. 8. itetag ler Eier bei egiulit lnniel- z von W* orschule ’tn all- nett. — — Louii gesucht- - i(i aus ffOrt!»- n grg'" 60 ab- Sonntüä «Mi"' ©arte« en w'rt ereau"' lall- für die Stadt und -en Kreis Gießen. 8V. Mittwoch den 7. November 1866. Amtlicher T h e i l. Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden im Kreise Gießen für 1867. Das Groß herzogliche Kreissmt Gießen SN die Großherzoglichen Bürgermeistereien Mendorf a. d. Lda., Annerod, Beuern, Daubringen, Ettingshausen, Garbenteich, Gießen, Großen-Linden, Grüningen, Hattenrod, Heuchelheim, Klein-Liuden, Lang- Gons, Leihgestern, Lich, Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Ruttershausen, Staufenberg, Watzenborn und Wieseck. Wir erinnern Sie an Einsendung der rubricirten Voranschläge binnen 8 Tagen. In Verhinderung des Kreisraths: . Pietsch, ._________Regierung«. Rath. , Bekarrtttmerchung, die gesetzlichen Forderungen an Studirende aus dem Sommer-Semester 1866 betreffend. I>te in diesem Sommer entstandenen gesetzlichen Forderungen an Studirende müssen bis zum 15. September d I mittelst specificirter Rechnungen zur Anzeige gebracht und längstens bis zum 10. November d. I. geltend gemacht werden, wid'naenfalls dieselben den ihnen durch Art. 136 der Statuten zugewiesenen Vorzug verlieren. Gießen, den 31. August 1866. Großherzogliches Universttäts. Gericht. H a b e r k o r n. f30351 Polizeiliche Bekanntmachung. Gefundene Gegenstände: Ein altes sog. Margarethen-Taschchen mit einem schmutzigen weißen Taschentuch, ein blaugraues wollenes Halstuch, ein schwarzer halbrunder Schleier, ein altes ledernes Ränzchen mit Nägeln und Maßstab, ein eiserner Faßreis, ein kleiner Hohlschlüssel ein kleiner schwarzer (Rauhpinscher).Hund und eine schwarz, und weißgefleckte Dogge. Die Eigenthümer werden aufgeforbert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Ver- langen an die Finder zurückgegeben ober später zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. Gießen, den 6. November 1866. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. —________________________ Nover. Gerichtliche und Privat-Bekanntmachungen. Besondere Bekanntmachungen. 3815) Die nachverzeichneten städtischen Gelder: 1) Schulgelder auä den Stadtschulen und der Realschule pro III. Quartal 1866 2) Communalsteuern, 4. Ziel 1866, und 3) Holzgelder, am 1. October und 1. November d. I. fällig gewesen, können in den ersten 8 Tagen ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden. Gießen, den 2. November 1866. Der Stadtrentmeister: Enders. 3864) Bom 1. November l. Js. an können auch Fahrpostsenbungen durch Freimarken ober Franco-Couverts frankirt werden. Frankfurt a. M., den 2. November 1866. General-Direction der Großh. Hess. Posten. Der Königlich Preußische Administrator: Stephan. Versteigerungen. Vergebung von Maurer-, Pslaster- und Schlosserarbeit bei der Stadt versteigert werben. Feilgebole n es. Weivig, Orisgerichtsmann. queur- unb Spiritus-Fabrikation eingeriL- tet, mit starkem Kühlfaß unb Wasserbehälter von Zink, nach neuester Construclion, gegen gleich baare Zahlung versteigert werben. Gießen, den 5. November 1866. In Auftrag: Hungen, am 22. Oktober 1866. Großherzogliches Landgericht Hungen. Dr. Irle. 3848) Freitag ben 9. November, 3717) Donnerstag den 8. November v. I., Nachmittags 1 Uhr, Vormittags 10 Uhr, rost auf dem Hofe des Wilhelm Spruck sollen in dem Landgenchrslocale dahier 2U auf Dem Brand eine Partie Transportfässer bis 30 Centner altere zur Vernichtung aus- von verschiedenen Großen, ein fast noch geschiedene Acten zum Zerstamp,cn öffentlich neuer Destilllr-Apparat, zur einfachen Li- meistbietend gegen gleich baare Zahlung 1866t. Winckler (3881) im Russischen Hof. Wilhelm Klee. Der dirnstälteste GcrlchtSmann. (o 3866) Von Malzzucker und Bonbons habe ich neue Sendung erhalten. L. JahreiS. 3775) Wandkalender in verschic- ...... unb Farbendruck) Mobiliar. Versteigerung. • 3867) Mittwoch dm 14. und Donnerstag Den 15. November v. I., 3869) Montag ben 12. c. Mts., Morgens 10 Uhr, soll in bem Promcnabehaus dahier Die An- lieferung von 10 Cubikklaftern zerfchlagener Basaltsteine auf Die Straße von Gießen gegen Robheim in verschicbenen Partlcen wenlgstnehmenb versteigert werden. Gießen, den 6. November 1866. Großherzogliches Kreisbauaml Gießen. H o l z a p f el. „Damen-Mäntel Arbettsversteigerung. 3860) Die zur Herstellung der Orts- durchfahrt zu Nieder-Weisel erforderliche Pflasterarbeit, veranschl. zu 1268 fl., soll Montag den 12. November d. I., Morgens 10 Uhr, in dem Gemeindehaus zu Nieder - Weisel öffentlich dem Wenigstnehmenden in Accord gegeben werben. Friedberg, den 4. November 1866. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. In Vcrh. des Großh- Kreisbaumeisters: Naumann, Großh. Kreisbauaufseher. 3783) Buckskin-Handschuhe, in großer Auswahl, zu Fabrikpreisen bei Theodor Küchler. Henner in allen Quantitäten. Pilthan, im Adler. Gießen. 3849) Montag den 12. November 1866, des Morgens 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause folgende Ar- beiten: Maurerarbeit, veranschl. zu 49 fl. 34 fr. Pflasterarbeit, „ „ 12 „ — „ Schlosserarbeit, „ „ 2 „ „ an den Wenigstforbcrnben vergeben werden. Gießen, den 3. November 1866. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 3882) Drrect bezogen: ,. 1865r. Bordeaux, pr. Flasche von 48 fr. an bu 1 fi. 45 fr., 18(»2r. Marcobrunner, pr. Flasche 1 st. 30 fr., 1865r. Lcharlachberger, pr. „ — „ 48 „ 18<»2r. Deidesheimer, pr. „ — „ " Rum und Cognac, Prima-«orte. Georg «chmebl, zum Russischen Hof. 3880) Göttinger Servelatwurst ” i Hch. Ferber. Anlieferuna von Chausseesteinen. \1 ' J " tn den neuesten tfa ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Das Nähere ist bei der Exped. d. Bltts. zu erfragen. 3655) Ein freundliches Zimmer, mit oder ohne Möbel, ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen Lit. B. Nr. 51, dem Club gegenüber. 3566) Ein schön möblirteS Zimmer ist in der Nähe der Aula zu vermiethen. I. Brauburger. 3563) Zwei möblirie Zimmer mit Ca< binet find zu vermiethen bei I. Becker Wittwe, Neuenweg Lit. B. Nr. 195. 3871) Im Mülle r'schen Hause am Seltersberg ist die 3. Etage und eine Man- sarden-Wohnung zu vermiethen und sogleich beziehbar. 3671) Bei Christian Petri, Neuen, weg, find zwei möblirteZimmer zu vermiethen. 3370) Ein Familienlogis, bestehend in 4 aneinanderstoßenden und 2 Mansarden- Zimmern, nebst den nöthigen Räumlich, feiten, ist sogleich zu vermiethen; auch fön» nen auf Verlangen noch 1 oder 2 Zimmer weiter dazu gegeben werden. Louis Busch Wittwe. 3479) Mehrere möblirte Zimmer sind zu vermiethen im Darmstädter Haus. 3642) Ein Familienlogis ist zu ver- miethen und alsbald zu beziehen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 3609) Ein schön möblirteS Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei Heinrich Sauer, Neuenweg 117. 3526) Ein möblirteS Zimmer ist zu vermiethen. Dr. Krumm. 3612) Ein freundliches Familienlogis ist zu vermiethen bei T h. Geißmar. Vermischte Anreigen. Von heute an wohne ich in dm Garten des Herrn Karl Ebel auf der Schoor, vis-ä - vis der B en- ner'schen Schanze. Gießen, den 6. November 1866 Th. Nautenstrauch. 3875) Freitag den 9. November, Abends 8 Uhr: Generalversammlung des Carneval Vereins „Türkei" im Darmstädter Haus. Der Vorstand. Renten- und Lebensversicherungs-Anstalt zu Darmstadt. 3851) Die Renten pro 1866 können in Empfang genommen werden, in Gießen: bei A Balser, in Lich: bei Gemeinderechner Volp, in Grünberg: bei Dekanatsrechner Jung, in Butzbach: bei Kaufmann Seippel. (Hierzu eine Beilage.) ®c für »ich 3' untei bieje Sinl ich 6ns sich i. ik 386! Sei ?oca Sri Ötud ichih »itgl ii»ge 3j Ihn, Mit hpi BcilM zu 9ir. 8!> des WiacMatte. * r i, teilen, 3870) Zur Berathung über bie bevorstehende Landtagswahl laden wir sämmtlicke f Donnerstag den 8. L M., Abends 8 Uhr, in den Saal des Cafs Leib hiermit ein ^detechttgteu auf Gießen, den 5. November 1866. DH- Batst. I. Bapst. F. Berg. L- Bücking. G. Ebel L Tb fino , H- Ferber. F. Gail. I. Hanstein. F. Hoffmann W Keller Nb i b m C- Nagel. Adolph Noll. Pfannmüller II. Ricker. Bölcker C^r Wa len?/»«' Ph. Walther, vr. Weber I. A. Weidig HI. a r’ Wallenfels. **■ 3» Aula j| bürget. •*» mit (Sj. Bitttot, ■ Nr. 195. Hause ai d eint An, unti fogleiij itomittta beßthend it Mausurttil i Räumlch j auch IS» r 2 Zim« Witwe. Dum |iil ter Hai»/ ist zu Btt« heu. We? Ziuiuikt eil Sauet, | 117. ttr ist ji Itwffl. amilienlogi» -eihn>«r. igen. ch in dki §bel« der Bit her 1866 tauch. Im Leib schon Saale. 3873) Freitag den 9. November 1866. 11. Concert im 1. Winteraboimement der Kießener Musik-Kapelle. Anfang halb 8 Uhr. — Entree für Nicht-Abonnenten an der Kasse und bei Herrn C- Roloff ä Person 12 fr. Unter Anderen kommt zur Aufführung: „Am Meer", Lied von Schubert für Posaune, vorgetragen von Herrn Zitzmann. Es wird gebeten, keine Hunde nutjubringen und während der ersten Abiheiluna nicht zu rauchen. __Die Direktion: Adolph .Hecker. Für Cltern! 3738) Zwei Lehrer wünschen Privatunterricht zu erthcilen und ersuchen deßhalb diejenigen Eltern, welche gesonnen sind, ihren Kindern in den Elementar- und höheren Lehrgegenständen, sowie in Französisch und Englisch einen sorgfältigen Unterricht ange« deihen zu lassen, sich gefälligst an die Exped. d. BlttS. wenden zu wollen. historischer herein. 3862) Donnerstag den 8. l. MtS., ^Abends 6 Uhr: Vereins-Sitzung in dem gewöhnlichen Loeal der Realschule. — Herr Pfarrer Brieglcb wird die Güte haben, die in Heuchelheim gefundenen alten Münzen vor- zuzeigen und einen Bortrag über die Geschichte von Heuchelheim zu halten. Nicht- mitglieder, die sich dafür interessiren, sind eingeladen, beizuwohnen. Dr. Kraft. 3863) Ein Mädchen, welches kochen kann, sucht auf Weihnachten in einer bürgerlichen Familie Stelle. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Turnverein. 3857) Samstag den 10. l. Mts., Abends 8 Uhr, im Promenadehaus: Generalversammlung. Tagesordnung: 1) Bericht. 2) Wahl des Vorstandes und des Turnraths. 3) Festsetzung der ordentlichen Riegen- turnabenve. Gießen, den 2. November 1866. Der Vorstand. 3889) Ein junger Mann, welcher mit der Buchführung vertraut ist, sucht noch einige Stunden tm Tage Beschäftigung. Näheres zu erfragen bei der Exped. d. Bl. 3888) Ein Mädchen, welches nähen und bügeln kann, wünscht einige Tage in Cer Woche besetzt zu haben. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 3887) sechs bis acht Mädchen von 14 bis 16 Jahren finden beim Spuhlen dauernde Beschäftigung in der G at l'schen Wollenspinnerei. | 3854) Ein braver Junge, der Schuh, macher werden will, kann bei mir in die treten.________________Fr. Berg. Für Fuhrleute. 3840) Von der Grube „Eleonore" bei Fellingshausen können jetzt wieder jeden Tag Eisensteine nach dem Bahnhof Gießen gefahren werden. __________Georg Will, Obermiihle. - 3799) Ein braver Junge, welcher das Kufergeschäft zu erlernen wünscht, kann in die Lehre treten bei ___________Heinrich Hilgärtner. _ 3886) Unferm lieben Freunde Fr. ......... zu seinem gestern statt- gefundenen 16. Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch ! s! Mehrere Damen. L. F. M. Z. M. S. B. I. N. M. 3833) Gesucht: ein Taglöhner für Kellerarbeit. Ein hierin Bewanderter erhält den Vorzug. — Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 3847) Ein kräftiger Junge, der die Backeret erlernen will, wird gesucht von ____A. Noll, Mäusburg. 3846) Eine gesunde zweitstillende Amme sucht Stelle. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. 3839) Zur Ginweihung unserer neuerbauten Sääle findet Sonntag den 11. November €nnj - Musik Statt, wozu ergebenfl einladen: Wieseck. Georg Lenz, Georg Erb. Fruchtpreise von nachbenamiten Städten und Frnchtmärkteiu Ort und Datum. 8!eßen, 2. November . . ®txnberg, 3. . . . Mainz, — . . . Verkauft Mir? 25) 305 Balzen Mittelpr Dom Malter Pfunds ff. 200 15 200 1 14 200 — . eit ft. 3 26 Verkauft Mitt? 3 135 ~ 1 Korn. Mittelpr vom Malter Pfunds ff. 180 | 10 180 1 10 180 — ei« fr. 30 56 Verkauft Mtt? 9 892' G e r M, __3 Pfund 160 160 160 st e. ttelpr vom ffalter ff. 9 8 ei« 2 41 “ 1 Verkauft Mitt? 52 372 ~ i H a f M $ Pfund 120 120 120 e r. ttelpr vom kalter st. 5 4 ei« 37 K a Verkauft Mltr? 18) 74 r t v Mi __S Pfund 200 200 200 ff e ttelpr vom ffalter 3 3 l n- ei« fr. 45 54 Ein Langes und Breites über den Kalender. (Aus des Lahrer Hinkenden Boten Jllustrirter Dorfzeitung.) Wenn der Hinkende Bote seinen Kalender geschrieben hat, und wenn die Seker ihn gesetzt, die Drucker ihn gedruckt und die Buchbinder ihn gebunden baben dann i(l’8 ihm ein Seelengaudium, im Hofe der Druckerei auf der grünen Bank unter dem Lindenbaume zu sitzen, seine Pfeife zu rauchen und -uruschauen, wie die Kalender in gewaltige Satten gebunden, verladen und in alle Welt hinaus versendet werden. Keine Pfeife im ganzen Jahre hindurch schmeckt ihm so wie diese, — obschon zwar die andern schmecken ihm aucbqut - und jedem Ballen gibt er gleichsam ,einen Segen und einen Gruß mit in die Fremde, und er ist guten Humors und gemuthlich aufgelegt, wie einer, der ein tüchtig Stück Arbeit hinter sich hat. So saß er denn auch behaglich sein Pfeifchen schmauchend und ichaute zu, wie ste seinen 67er zusammenschnürten, kommt der Rathschreiber, sagt guten Tag und Exküse und fCßt SagtVer Rathschreiber: „Höret einmal Hinkender, ich bin froh für Euch »nd Eure Freunde, daß Euer 67er endlich einmal zum Loche hinauskommt; cgbr machet setzt doch auch wieder ein menschliches Gesicht; in den letzten Wochen aber habet Ihr eines gemacht, wie ein frisch geschärftes Reibeisen." - 20 Da lachte der Hinkende: „Das könntet Ihr Anfangs wissen, daß em Kalendermacher vier Wochen vor dem Fertigmachen ein wenig brummig ist. Wenn Ihr einer wäret, Rathschreiber, ich glaube, Ihr thatet gar kein Gesicht m„cken Seid Ihr doch, wenn Ihr nur Eure Gemeinderechnung stellen müsset, wie eine melancholische Kratzbürste, und da ist doch so ein Kalender ein am ander Ding will ich meinen." Thut nur nicht so dick", entgegnete der Rathschreiber etwas ipitzlg, „was ist denn an so einem Kalender? Geschrieben ist doch das kleine Ding bald, das icküttelt Ihr nur so aus dem Aermel, und dann das Setzen, Drucken, Fairen und Heften, nun, das ist auch kein Hexenwerk, dazu habt Ihr Eure Leute und Eure Maschinen, und Ihr brauchet nur zuzuschauen, es lauft Alles fast von selber. 'S ist eine wahre Bagatelle I" Eine Bagatelle, so meinet Ihr?" sagte der Hinkende. „Ich merke, Ratbickreiber, daß Ihr von so einem Kalendergeschäfte gar feinen Begriff habet und den will ich Euch jetzt beibringen, wenn's möglich ist. Bon dem Kalenderschreiben will ich nicht reden, ob leicht oder schwer, das ist meine Sache- aber von der mechanischen Arbeit beim Kalendermachen will ich Euch ein Stücklein erzählen, daß Eure paar Haare dabei zu Berge stehen sotten und Ihr aussehet wie der Bismarck. Z- B. wisset Ihr, wie viele Kalender iedes Jahr gedruckt werden?" „Run ich denke 250,000 Stück, wenn Ihr nicht aufschneidet; es ist ja fett genug zu lesen auf dem Titelblatte. Dieses Jahr drucke ich, Dank meinen Freunden den Schwarzröcken, 300 000 Und wenn man diese 300,000 Kalender aufeinander setzen würde, einer auf den andern, was meinet Ihr, wie groß müßte die Leiter sein, um den letzten Kalender oben drauf zu legen?" Run" sagte der Rathschreiber und Warf einen prüfenden Blick an dem Hause hinauf, „ich schätz' so hoch wie unsere große Feuerleiter, sie wird hin- aufreichen bis an Euer Dach." „Nichts nutz, viel höher." „Nun meinetwegen so hoch wie unser Rathhaus?" "Äls noch höher." „Wie unser Kirchthurm? Aber jetzt gebe ich keinen Zoll mehr zu!" ,Ja wohl wie unser Kirchthurm", sagte der Hinkende lachend, „aber unser "Kirchthurm müßte Ornat so hoch sein wie der Freiburger Münster!" „Treibet keinen Utz mit mir, Hinkender", sagte der Rathschreiber und erhob sich fast zornig von der Bank, „ich bin heute nicht aufgelegt. $u solchen „Neunmal so hoch wie der Freiburger Münster", fuhr der Hinkende Bote mit^ unerschütterlicher Ruhe fort, „fall, so hoch wie der Blocksberg, auf dem am 1. Mai die Hexen mit dem Junker Satan Polka tanzen." „Im vollen Ernst?" „Im vollen Ernst, und ich kann es Euch gleich beweisen, wie Alles, was ich behaupte Hier ist ein Packet von 100 Kalendern; messet einmal mit Eurem Maaßstabe, wie hoch diese sind." „Zwölf Zoll", sagte der Rathschreiber, nachdem er gemessen hatte. ^Richtig, zwölf Zoll. Und wenn 100 Kalender 12 Zoll hoch sind, Wie hoch sind 300,000 ? Nun Herr Rechnermeister?" „3000mal 12 Zoll oder 36000 Zoll", erwiderte der Rathschreiber etwas kleinlaut, „36000 Zoll sind aber 3600 Fuß", sagte der Hinkende triumphirend, „und mit dein llfachen Münster und mit dem Blocksberge wird es also seine Richtigkeit haben, schätz' ich." „Heiden Gallen!" rief der Rathschreiber und schnalzte mit den Fingern, „Respekt davor! Und was muß man da Oben herunter für eine schöne Aussicht haben " „Ja, aber ein wenig wackelig", lachte der Hinkende. „Wenn Ihr aber noch eine schönere Aussicht haben wollet — nur ein bischen kälter — so stoppelt einmal sämmtliche Kalender aufeinander, die der Hinkende seit 67 Jahren gedruckt hat, es sind gerade 2,541,000 Stück, ein Dutzend auf oder ab. Das macht eine Höhe von 30492 Fuß, also bedeutend höher als der höchste Berg der Erde, die Everestspitze im Himelaja-Gebirge, der bekanntlich 27,212 Fuß hoch ist, wie Ihr noch von der Schule her wissen könntet, wenn Ihr nicht die Geographie so oft geschwänzt hättet. Und wenn man von dieser Kalender-Pyramide die obersten 20 Jahrgänge lesen wollte, so müßte man erst den Schnee wegputzen, denn diese stecken im ewigen Schnee bis über die Ohren." „Hinkender", sagte der Rathschreiber ziemlich demüthig, „ich schäme mich, daß ich solch ein Esel war mit der dummen Feuerleiter da." „Thut nichts" , begütigte der Hinkende, „und sich schämen, daß man ein Esel ist, ist keine Schande, und man braucht sich deßwegen nicht zu schämen. — Weil wir aber nun einmal am Rechnen sind, so sagt mir Rathschreiber, wenn alle diese Kalender Makulatur wären — Gott sei meiner armen Seele gnädig — ich hätte sie müssen dem Tapezier verkaufen für Unterpapier, wie viele Quadratfuß könnte der damit tapezieren? Nun, nehmt nur das Maul recht voll!" „Meinethalben hunderttausend, weil ich denn doch das Maul vollnehmen soll", rief der Rathschreiber, fast erschrocken über diese große Zahl. „Mehr als 37*/2 Millionen Quadratfuß könnte er damit tapezieren, Ihr könnt es selber nachrechnen, denn ein Kalenderblatt hat 41 */4 Zoll und der Kalender besteht aus 36 Blättern. Das müßte schon ein hübscher Tanzsaal sein und wer den auch nur einmal herum tanzt, muß gute Beine haben. — Und wenn man die Zeilen aus dem Kalender so herab haspeln könnte, wie die Seide von einem Coeon, wie lange würde der Faden werden, wenn jede Zeile 21.2 Zoll Länge, eine Seite 140 Zeilen und der Kalender 72 Seiten hat? Nun, Rathschreiber, noch einmal solltet Ihr rathen." „Lasset mich in Ruhe", brummte dieser in komischem Zorne, „der Teufel mag mit Euch rechnen, ich nicht." „Aus einem Kalender, fuhr der Hinkende fort, könnte man einen Faden herausspinnen, von 2520 Fuß und aus särnrntlichen Kalendern einen Faden von 6,403,320,000 Fuß oder von 360,202 geogr. Meilen Länge. Wäre dieser Faden nicht ein schwacher Papierstreifen, sondern so stark wie das Kabel, das sie jetzt um einen Theil der Erde gelegt haben, ^so könnte man ihn beinahe 67 Mal um die Erve Herumwickeln, wie man Strickwolle auf einen Knäul wickelt. Der Faden wäre 210 Mal so lang als der Erddurchmesser, und wenn man den Faden an dem Sterne des Freiburger Münsters festbinden und mit ihm in den Mond hinauffliegen und ihn dort um ein Ringgebirge Herumwickeln würde, so könnte man die Erde und den Mond mit einem sechsfachen Faden zusammenkuppeln und bliebe erst noch eine Trumm übrig von 4500 Meilen, aus dem man noch eine ganz anständige Portion Strümpfe stricken könnte. He, Rathschreiber, was läget Ihr dazu, habt Ihr jetzt bald Respekt vor dem Kalenver? „Ich sage gar nichts mehr, erwiederte der Rathschreiber, „wenn Ihr mir mit solchen Zahlen zu Leibe geht, da hort meine Naturgeschichte auf." „Aber die lustigste Rechnung kommt nach", fuhr der Hinkende mit einem triumphirenden Lächeln fort. Ein Kalender hat 72 Seiten, eine Seite 7000 Buchstaben, macht 501,000 Buchstaben, oder rund 500,000, macht für den 67er Jahrgang 150,000 Millionen Buchstaben. Nun denket Euch einmal, wenn der Guttenberg nicht so gescheidt gewesen wäre und hätte die Buch- druckerkunst erfunden und der Hinkende müßte alle seine Kalender mit der Feder schreiben. Wenn er auch alle Tage 20,000 Buchstaben machte und jährlich 300 Tage an seinem Schreibtisch säße — er müßte doch auch Sonn- und Feiertage halten und hie und da ein Schöpplein trinken — so müßte er 25,000 Jahre an einem einzigen Jahrgange schreiben und der geneigte Leser müßte noch etwas länger auf den Kalender warten als jetzt. Wenn aber der Kalender — wie es der Brauch ist — in einem Jahre erscheinen müßte und wenn der Hinkende besser mit den Jesuiten stände und diese würden ihm erlauben, seinen Kalender in ihren Klöstern schreiben zu lassen, so wären dazu 600 Klöster nöthig und in jedem Kloster müßten außer dem Abte, dem Bruder Pförtner und dem Bruder Kellermeister, denen man so etwas nicht zumuthen könnte — 42 Mönche Tag für Tag sich die Finger krumm schreiben und hätten nicht viele Zeit übrig zum Beten und zum Faulenzen und man hätte ein ganzes Jahr Ruhe vor ihnen. Und das ist nur ein einziger Jahrgang. Und nun denket Euch einmal alle 67 Jahrgänge! Das gäbe eine Schreibseligkeit. — Daraus aber könnet Ihr ersehen, wie gut es ist, daß der Guttenberg die Buchdruckerkunst erfunden hat, und daß der Hinkende Maschinen hat, von denen eine einzige in einer einzigen Minute mehr Buchstaben zu Wege bringt, als ein fleißiger Mönch — wenn's überhaupt fleißige Mönche gibt — in 9 Monaten. — So, das war wegen der „Bagatelle", wie Ihr meinen Kalender zu nennen beliebtet, und wenn Ihr wieder einmal etwas gerechnet haben wollet, so stehe ich zu Diensten." Damit klopfte der Hinkende feine Pfeife au8 griff grüßend an seinen Hut und stelzte zum Hofe hinaus. Der Rathschreiber blieb noch eine Zeitlang sitzen und starrte mit einem ziemlich dummen Gesichte auf die Kalenderbatten hin; dann aber ging er in den Adler, um seinen Aerger mit einem Schoppen Achter hinunterzuschwenkm- Ueber den Kalender aber hat er nie mehr gespottet. — Druck unv Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei (Fr. Cbr. Pietsch) in Gießen.