für die ■ Stadt und den Kreis Gießen. Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwochs und Samstags. — Preis des Jahrgangs für Einheimische 1 ft. 36 fr., für Auswärtige tritt der vorschrifts- niäßige Postaufschlag hinzu. — Auswärts abonnirt man sich bei a.leu Postämtern. — In Gießen bei der Expedition (Canzleiberg Lit. B. Nr. 1). Z, Mittwoch den 8. Januar 1862. Polizeitaren für d e n Kreis Gießen, und zwar: 1) für die Provinzialhauptstadt Gießen: Ochsenfleisch . . Kuhfleisch . . Rindfleisch . . . Kalbfleisch . . . Schweinefleisch Hammelfleisch . . Schaaffleisch . . Leberwurst Bratwurst . . . Schwartenmagen. Blutwurst . . . geräucherter Speck Schinken . . . Dörrfleisch . . F l e i s ch t a r e. per Pfund per Pfund ff ff Brodtare. ff ff Pfund ff ff — Wafferweck — Milchbrov . 41 Loth 5 4 ordinäres Brov aus gemischtes Brod aus Quint ff ff ff ff ff ff Rinvsfett . Nierenfett . . . . . Schweineschmalz . . . desgleichen ausgelassenes f V, Gerste- und / , „ . s \ % Korn-Mehl s bestehend l yz Walzen- und , a , . ) y2 Korn-Mehl ! ^stehend fr. 16i 14 12 9 17 13 10 20 24 18 20 30 26 22 2) Für die andern Städte und Orte des Kreises ist der Laib Brod und das Pfund Fleisch um 2 Heller billiger. fr. 20 24 24 28 15 17 1 1 Anmerkung: Bei einer Quantität Fleisch von 10 Pfund dürfen im steigenden und fallenden Verhältniß nicht mehr als l'/3 Pfund Zugabe befindlich sein. Gerichtliche und Privat-Bekanntmachungen. Versteigerungen. Holzversteigerung im Ettingshäuser Gemeindewalde. 19) Freitag den 10. Januar 1862, des Vormittags 9 Uhr, sollen in dem hiesigen Gemeindewalde, Di- strict Bruch: 526 Fichten- und Kiefern - Stämme von 25 bis 70 Fuß Länge und 4 bis 12 Zoll Durchmesser, 10200 Cubikfuß enthaltend, öffentlich meistbietend versteigert werden. Der Anfang ist in der Bruchschneiße. Ettingshausen, den 29. Decembcr 1861. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Ettingshausen. Sommer. I 42) Montag den 13. Januar, i Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung der C. Euler Wittwe verschiedene Gegenstände, als: Tische, Bänfe, Schränke, Bettwerk, Bettladen, ein Mehlfasten, Waschbütten, eine Wage, einiges Mctzgergeschirr, eine noch fast neue Stubenthüre, gegen gleich haare Zahlung versteigert werden. Feilgetiotenes. 49) Kreppel, täglich frisch, bei F. Zülch, am Neuenweg. 26) Bei Schreinermeister Werner in der Wolfengasse ist ein Schreibtisch zu verkaufen. 47) Schellfische, Bückinge und Laberdan, sowie geräucherte Häringe, empfiehlt H ch. Ferber, am Rathhaus. 30) Meinen geehrten Kunden zur Nachricht, daß die erwarteten Frühstücks-Weine angekommen sind und empfehle ich dieselben, als: Bordeaux Chateau Lafitte, „ „ Margeaux, Drp Madeira, Alten Port-Wein und „ Teneriffa, sowie ich auch mein Lager von Rum, Arrac, Rum- und Arrac-Punsch-Essenz empfehle. C. W. Dietz, am Markt. 53) Die erwartete Sendung Pariser Ball - Coiffuren traf soeben bei mir ein, und empfehle ich solche zur geneigten Ansicht. S. Flörsheim. Univ. - Wand- und AdreH-Kalender, per Stück 6 fr. Kleine Kalender (Farbendruck), aufgezogen „ „ 18 „ Große Comptoir - Kalender, per Stück . . . 2 „ Geschäfts - Kalender, aufgezogen „ „ . . .12 „ im Dutzend billiger, in der Rrül) ( scheu Univ.-Buch- und Steindruckerei. (Fr. Ehr. Pietsch), Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.) 54) Gnmmi-Ueberschuhe in anerkannter Prima- Qualität bei S. Flörsheim. Vermiethungen. 22) Im Gasthaus zum Hirsch ist der 3. Stock, bestehend aus 3 Zimmern und allen sonstigen Bequemlichkeiten, zu vermie- then und sogleich zu beziehen. 28) Ein möblirtes Zimmer, mit Sopha versehen, ist zu vermiethen. Wo? sagt die Expev. d. BlttS. ______________________ Vermischte Anzeigen. 48) Einige Milchkunden können noch angenommen werden bei Theodor Wort mann. 36) Dem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß mir unterm Heutigen Vie Concession a>§ Wärterin bei Kranken und Wöchnerinnen crtheilt worden ist. Gießen, den 6. Januar 1862. Marie Henrich, bei Herrn Kümmel, Tiefenweg. 43) Ein braves Mädchen, welches mit allen Hausarbeiten umzugchen versteht, wird sogleich in Lausdienst gesucht von Frau Locomotivführer Einolf, KaplanSgaffe, bei Herrn Küfermeister Klinkel. 40) Allen Denjenigen, welche sich bei dem am 2. Januar stattgehabten Leichenbegängnisse meines verstorbenen Mannes, I. Hassenteuffel, betheiligt haben, sage ich hiermit meinen wärmsten Dank. Henriette Hassenteuffel. Turnverein. 52) Generalversammlung künftigen Freitag, den 10. Januar, Abends 9 Uhr, bei Wirth Ph. Leib. Tagesordnung: Berichterstattung. Der Vorstand des Turnvereins. 55) Dem Schreiber des Stadtbriefs zur Notiz, daß Letzterer ungelesen im Beisein des Briefträgers verbrannt wurde. ___________________________PH. R. 37) Ich wünsche Unterricht in der hebräischen Sprache, mit stylistischen Uebungen verbunden, zu ertheilen. L. Palmer. Stelle-Gesuch. 21) Ein junger, verheirateter Mann, welcher eine ziemlich gute Hand schreibt und in Correspondenz und Buchführung nicht unerfahren ist, sich auch zum Spediteur oder Aufseher in einem Fabrikgeschäft eignet, sucht bis zum 1. März in einem solchen oder sonstigen Geschäfte eine Stelle. Die Adresse ist bei der Exped. d. Bltts. zu erfahren. 34) In eine Liqueur - Fabrik wird ein tüchtiger Küfervursche gegen guten Lohn zum alsbaldigen Eintritt gesucht. Näheres bei Herrn Friedrich Führer in Gießen. 50) Die Nummer 94 hat die Chatulle gewonnen. Die Kleinkinderschule haben ferner mit einer milden Gabe bedacht: I. F- D.S. Auszuleihen. ■ 38) In der Gemeinvekaffe zu Ruttershausen liegen 2000 fl. gegen gerichtliche Sicherheit zum Ausleihen bereit. Ruttershausen, den 3. Januar 1862. Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen. Klinkel. 39) 300 fl. liegen gegen gerichtliche Sicherheit zum Ausleihen bereit. Bei wem? sagt Ausgeber dieses Blattes. 35) Mehrere Tausend Gulden sind auszuleihen bei H. Herrmann. Geschäfts - Empfehlung. 41) Hierdurch zeige ich den geehrten Kunden des verstorbenen I. Hassenteuffel, sowie Cem, geehrten Publikum überhaupt, ergebenst an, daß ich das von demselben seither geführte Barbier-Geschäft im Namen seiner Frau fortführen werde, und bitte ich dcßhalb, indem ich ebenfalls prompt und reell zu bedienen verspreche, das demselben seither geschenkte Zutrauen auch auf mich übergehen lassen zu wollen. Gießen, den 6. Januar 1862.________________Alexander Bauer. 45) Den geehrten Eltern, welche die Güte hatten, mir ihre Söhne und Töchter zu meinem Tanzunterrichte anzuvertrauen, statte ich vor meiner Abreise hiermit meinen verbindlichsten Dank ab und bitte, das mir geschenkte Vertrauen zu meinem im Herbste dieses Jahres beginnenden zweiten Tanz-Cursus mir geneigtest bewahren zu wollen. Meinen Schülerinnen und Schülern noch ein herzliches Lebewohl. _________________________________Emilie Pietsch. “ Drittes Concert im Winter-Abonnement der Concert-Gesellschast zu Gießen, unter gefälliger Mitwirkung der Violinvirtnosin, Fräulein Amelie Bido, Freitag den 10. Januar im Clubsaale. Der durch die ausgezeichneten Leistungen der Fräulein Amelie Bido in dem vorigen Concerte hervorgerufene allgemeine Wunsch, dieselbe wiederholt in einem unserer Eoncerte zu hören, geht schneller in Erfüllung, als sich damals hoffen ließ. Die treffliche Künstlerin berührt auf ihrer Künstlerreise im Laufe dieser Woche abermals unsere Stadt und die Direction hat keine Opfer gescheut, ein wiederholtes Engagement mit derselben abzuschließen. Dabei war es jedoch nöthig, den Concerttag ausnahmsweise auf einen Freitag zu verlegen. Die Eoncertdirection. Warzen. Korn. Sßer. Mittelpreis Ort und Datum. Aufge- Ver- fr. 200 491 200 14 j 5 »UU 14 o - 200 — — — 200 14!45 10 11 35 werden wir dahier ein m hoher Gastlichkeit nicht cin- vom Malter. 180 180 Hrn. Hrn. Bei fl. 11 11 Mittelpreis vom Malter. jtifr. 14 6 0,81 Pariser Zull. 1,71 „ Temperatur im December, Gießen: niederste 1861 ... mittlere 1861 . früheres Mittel aus 13 Jahren' höchste 1861 ..... Niederschlag im December 1861' » " ' „ im Mittel von 1851—1860 . — 8,8» Re. - 0,06 „ - 0,47 „ + 7,5 „ D°w« 6f.ta.r3S.t"S kauft Mlw. fahre» Mltr. Gießen, 3. Januar Grunberg, 4. Friedbera, — " Mainz, 3. " ?n|lren9un6en müssen gemacht und Opfer müssen ae. bracht werden, wenn das Fest gelingen soll, wenn £ Aufgefahren Mltr? darauf aufmerksam nach 3"' maä>en daher schon jetzt °l. Gefammth/it .1. f.t». M' SoÄ™, Brüh! fchen Univ.-Buch- und Steindruckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen _________ Canzieiberg Vit. B. Nr. 1. wpen, ^Fruchtpreise von nachbenannten^Städten „nv -- kaust Mltr. 14 Mam-Weser-Ei/^nbatm^aMbrie^ finb vorräthig und zu haben in der & ) f 10 36= 180 Pf- 180 tld), Hüttenbes. v. Dlllenbura : Hrn. Kauff Muss-»» o ■■ r Ludwigsburg Reffe °. Jena, Reiff v. Hannaver, gehre? v mann v. Munden, Nebbe, v. Hanau Globman? « m6-' ®d?a“’ Nordhausen, Schorn v. Magdeburg, Müller u. Heidell/er^" »• 8S V toffÄ4iÄ\1ss ^in beul.chen Hof. Hr. Ohuaker, Privatm. v Winterliviu, <■ «i Kub'rl in' Hr- Grauer, Hande,Sm v Pilbes 6t« Se'ba » Sranck v. Laubach;^Hr. Müller? ger, Mustk. »"'«-^gekst?i5'^Hr? Hagels! ^?"^urg; Hr. Mennin- Sn der Rose : Hrn. Geschäfts!. Sohl v. Hachborn Mar i» „ 9.rr u- «echt v. Bischoffens Hr. Pfeiffer, Gardist ? Darmüa?? ^"' England, Hoizhndlr. v. Gieselberg. Darmstadt; Hr. «bechechsch- «eseNsch,,» für mi i)cilhmtflc ) »«-.«./, ue. es ordn un g : Rechnungsvorlage und Berichterstattung. Angekundlgte Borträge: y ü^^nische Anschauungen unter den Laien", von .fierrn «»af n r* 2) „Ueber dre Dramage", von Herrn Privatdocent Dr. Birnbaum.^ $ f’ Dr‘ Fremdeu-Register vom 2. bis 5. Januar 1862. IN den Gasthäusern. Liabrck"'--^ - Hr. Schellenberg, Gymn.-Lehr. v. Wiesbaden - Hrn gabrik. Schramm v. Herborn u. Birkinann v. Wallendorf, jir MW8M-WM iWMSLZ-M s:£'~ Sä äs V »."ÄS liÄiA te ."ÄS'«" ’■ «Ä’ÄÄfflfe «K Rappen: Hr. Wcnderbach, Secret, v Braunseüm-i^ a a . mann m. Tocht., Buchhdlr. v. Hambura - ffl, t $ ®atb Hr- Chun, Reallehr. v. Wiesbaden- Frl ' "l Herfurt; Höfer m. Fr. v. Worms; Hr Pall'eSkeDir«t » »»"" ' bäum, Ingen, v. d. LudwiaSbütte - 6r «1 ' ^f"r>ar; Hr. Bufch- v- Haag; Hr. Ludwig, $»1 feir f ’ » ».MM. I n d e n Privathäuser-n «WMMLL «WLÄ« - r Suhmachermstr. W. Dietz: Hr. Schneider, slaufm.' ? M?rblra ®C‘ WKMLMM NMWE MMMW * Gerste Hafer Kartoffeln. Aufgefahren Mltr. Verkauft Mtttelpreis vom Malter. Aufgefahren 1 Verkauft Mittelpreis vom Malter. Aufge- lahren 1 Ver- 1 kauft Mittelprei« vom Malter Mltr. W st. Mltr. Mltr. Pf. st. 1 fr. Mltr. Mltr. Pf. 1 1 1 « Pl Fr. — . 9 12 = 160 160 160 200 8 8 ~9 3 40 1 1 1 i 24 27 120 120 120 120 4 4 5 54 39 Illi I 1 200 200 200 200 45 Recht Anspruch auf die Ehre eines Vorortes machen will, wenn Wir nicht zurückbleiben wollen hinter Dem, was kleinere Städte gethan haben; ein Jeder muß nach Kräften dazu beitragen und sich nicht mit dem bloßen mühelosen Genuß — dem Schauen und Hören — betheiligen wollen. Und es wird Viel und Schönes zu sehen und zu hören geben und die Freude an dem Fest, einem ächt deutschen Fest, mag die zu bringenden Opfer leicht ertragen lassen, ja freudigst sie darbringen lehren. Die mittelrheinischen Turner werden hierher kommen und in Gießen ihre Hebungen und Besprechungen halten, wir werden sie sehen, die kräftigen, gewandten Gesellen, wie sie ringen um den Preis, wie sie sich überbieten im kunstvollen und im ernsten, im körperstärkenden und geisterfrischenden Turnen, in wehrhaft machender Hebung, uns zur Freude und unseren Feinden zum Schrecken; unsere Jugend wird sich daran ein Beispiel nehmen, sie wird ein Jugendfest feiern, so schön wie noch nie eins dahier war und so leicht auch nicht wieder kommen wirb. Hnd zu gleicher Zeit werden die Sänger hier einrücken und durch herrliches, großartiges Concert dem Feste die höhere Weihe geben; wir werben sie hören, die herrlichen Männerchöre, wie sie die schönsten Lieder unseres Volkes unv unserer großen Meister singen, wie auch sie ringen um den Preis, um die Ehre des Tages. Jeder ächte Gießener und jedes ächt vakerländlsche Herz muß sich Dessen freuen, muß mit Spannung ven glücklichen Tagen entgegensehen und sich rüsten, das Fest mit feiern — zu helfen — ja, mithelfen sollt Ihr Alle, Ihr Großen und Kleinen, Ihr Jungen und Alten, Ihr Alle ohne Hnterschicv, und Keiner soll die Nase rümpfen und denken, was gehen mich die Turner und die Sänger an und Keiner soll denken, ich mache nicht mit oder sich wehren, dazu beizutragen, daß die Tage der Stadt Ehre und uns Allen Freude und nur Freude, ohne Störung und Der- druß bringen; vor Allem aber soll Keiner denken, nun, b i s dahin hat es ja noch lange Zeit. — Die Zeit vergeht nur zu rasch und große Feste bedürfen langer, großer Vorbereitungen, Berathungen, reiflicher Heberlegung und — baldigster Gewißheit Dessen, was von dem Einzelnen zu erwarten ist. D'rum, schon jetzt die erste Hand an's Werk gelegt, einstweilen schon die Sache bedacht und, seitens eines Jeden, im Stillen gefragt: „was kannst du zu dem Feste beitragen" — das Wollen kommt hernach von selbst. Auch die Frankfurter feiern dieses Jahr ein großes Fest, das des deutschen großen Schützentages; sie sind schon lange thätig dafür, trotzdem sie später wie wir ihr Fest haben werden; lassen wir uns von ihnen nicht beschämen, zeigen wir, daß auch Gießen trotz 6mal geringerer Einwohnerzahl und xmal geringeren Mitteln doch etwas Schönes zu Stande bringen kann. Dazu muß man aber allseitig wollen. Schon waren Einzelne thätig und dieser Aufruf bildet den öffentlichen Anfang der Vorbereitungen; er soll ungefähr an« deuten, was der Einzelne dazu thun kann. Zunächst ist ein Comits nothwendig, welches die ganze Angelegenheit in die Hand nimmt, welches die Hauptarbeit übernimmt, freiwillig — ohne Lohn, ja sogar mit der Gefahr, gegolten , bekämpft, gehemmt und dazu noch — des Ehrgeizes geziehen zu werden. Das Alles müßt Ihr Euch gefallen lassen, Ihr Mitglieder des Cornit'S, das Alles müßt Ihr zuvor bedenken und doch, bitten wir alle Diejenigen, welche wir auffordern müssen — die Wahl ist schwer und die Auswahl nicht zu groß — daß sic "icht ablehnen, daß sie auf diese Art ihr Scherflein beitragen. Den Turn- und Sang-Vereinen (Liederkranz u. s. w.), rhnen brauchen wir nicht zuzureden — sie thun von selbst, was sie nur können — und erhalten Aufforderung genug innerhalb i^rer Sitzungen; auch der Stadtvorstand bleibt nie zurück, wo es gilt, etwas Großes und Schönes zu fördern — das wissen wir Alle schon lange. Die Turn-, Sang- und Concert-Vereine, sowie der Stadtvorstand , werden Viel — sie können aber nicht Alles thun. Da handelt es sich denn zunächst um die Hnterkunft unserer Gäste — und dabei möchten wir nicht gerne, daß auch nur ein Haus, auch nur eine Familie, wenn sie anders irgend kann — sich weigerte, einen Gast aufzunehmen. Dabei wird dann die Einquartierungs-Commission schweren Stand haben — sie kann es nicht Jedem recht machen — sie muß aber in Zutheilung der Gäste persönliche Verhältnisse und Anschauungen berücksichtigen — jedem Gast bas ihm zusagendste Quartier und jedem Einwohner den ihm zusagendsten Gast zuzuweisen suchen. — Hnd die Wahl ist ja groß — da giebt es muntere, kecke Turner, die nach achter Turnerart nicht viel nach Bequemlichkeit fragen und welchen ein kräftiger Tisch lieber als Teppich und Sopha ist, Mitglieder der Turnvereine, die Anderes lieben und gewohnt sind, Sänger, welche schon der Stimme wegen sich mehr pflegen müssen und dem Gastgeber die Mühe und Last durch Gesang und Spiel vergelten, aus welchen sich wiederum mancher Andere nicht viel macht, der lieber den Turner bei sich sieht. Das Alles müßt Ihr erwägen, Ihr Quartiermeister und deßhalb müßt Ihr stadtkundige Leute sein; Ihr Einwohner aber bedenkt die Schwierigkeit und — klagt nicht, wenn dabei nicht Alles nach Eueren Wünschen geht. Hnd nun, wenn die Gäste untergebracht sein werden, kommt Ihr Hausfrauen an die Reihe und sollt beweisen, daß auch Ihr helfen wollt; klagt nicht, daß der Zustrom der Menschen auf 8—14 Tage die Lebensrnittel vertheuere — freuet Euch mit res Festes und — sorgt bei Zeiten — 's ist ja im Sommer unser Fest und kalte Küche schmeckt auch nicht schlecht — seht Euch also vor und bedenkt, daß auch der fremde Gast Euere Opfer zu würdigen weiß und — keine großen Ansprüche macht. Ihr Gastwirthe aber, Bierbrauer, Metzger und Bäcker, kurz nun Ihr Alle, die Ihr bei dem Feste allein berufen feie, mehr wie sonst einzunehmen, während alle Anderen mehr aus- geben müssen, bedenkt das, seht Euch bei Zeiten vor, liefert nur gute Waare und laßt die doppelte Freude nur dann zur Geltung kommen, wenn Ihr Eueren Säckel aufmacht, um Eueren Beitrag zu stiften — denn nur dadurch könnt Ihr nützen, da Ihr die Hande vollauf zu thun bekommt für Euch selbst. Uno eben so muß cs mit all' den Anderen sein, die kein Amt erhalten, keine Gäste beherbergen oder sonst nicht thätig sein können; auch sie mögen sich nicht weigern, einen Beitrag in Geld zu geben, Jever nach Kräften; von jetzt an solltet Ihr schon daran denken und wie für die Flotte und andere Zwecke auch für diesen Zweck sammeln und zurücklegen. Sodann geht unsere Aufforderung vor Allem noch an die Studentenschaft; auch sie möge sich, wie immer ihr am besten zusagt, beteiligen durch Rath und That; Meister im Festordnen, im Zugführen und Commerce-Halten — fehlt nicht dabei, wo es gilt, der Stadt ein bleibendes Ehrendenkmal zu setzen! Noch Manches könnten wir dazu fügen — doch mag es genug fein und Jeder daraus entnehmen, daß ihm der Genuß nicht ohne Opfer geboten werden kann und — in feinem Büdget bei Zeiten sich vorsehen — denn mir brauchen Gelb, viel Geld. , Davon Venn wohl ein andermal, wenn halbwegs ein Heberblick über die Kosten möglich ist, für heute nur noch Das, daß das Fest ein ernstes, ein erhabenes fein soll, daß es nicht gilt, zusammenzukommen, um sich nur zu vergnügen oder gar 'N wilder Lust zu bekettiren — nein, das Fest soll ein unser Aller würdiges, ein wahres und ein ächtes, ein deutsches Volksfest sein. So faßt es Alle auf — dann werbet Ihr Alle wissen, was Ihr zu thun habt und gerne thun, was Ihr könnt. Druck und Verlag der Brühl'fchen Hniv.-Buch» und Steinvruckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.