für die Stadt und -en Kreis Gießen. Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwochs und Samstags. — Preis des Jahrgangs für Einheimische 1 fl. 36 ft., für Auswärtige, incl. Postaufschlags 2 st. — Auswärts abonnirt man fich bei allen Postämtern. — In Gießen bei der Erpedition (Canzleiberg Lit. B. Nr. 1). M »« Samstag den 30, November 1S61. Amtlicher Theil. Clfter «dauptrechenschaftsbericht der Großherzoglichen Centralbehörde des Vereins zur Unterstützung und Beaufsichtigung der aus den Großherzoglichen Landes- und Provinzial-Strafanstalten Entklssenen, für die Jahre 1857, 1858 und 1859, erstattet in der General-Versammlung zu Mainz am 3. Juli 1861, (Fortsetzung.);, Daß bei einer so großen Anzahl von Pfleglingen, über welche sich dieser Rechenschaftsbericht erstreckt, auch ungünstige Erfahrungen gemacht werden und manche.Rückfälle vorkommen, liegt.in der Natur der Sache. Wir dürfen uns indessen schon freuen, daß schon nach obigem Rechenschaftsberichte die Nückfälligkeit die Ausnahme der Regel bildet und bei dem größten Theile der Pfleglinge die Hoffnung begründet erscheint, sie dauernd vom schlechten Wege entfernt zu haben. Dazu kommt, daß nur ein kleiner Theil der Rückfälle solche Pfleglinge betrifft, denen die Fürsorge des Vereins wirklich zu Theil geworden ist, weil bei nicht wenigen der in den Verein getretenen Individuen schon von vornherein auf jede Hoffnung zur Besserung verzichtet werden mußte, und die bei diesen Individuen häufig vorkommenden Rückfälle in der obigen Rechenschaftsablage ebenfalls begriffen sind. Auf keinen Fall können dergleichen isvlirte Rückfälle die Ueberzeugung von der wvhlthätigen Wirksamkeit und Nothwendigkeit des Vereins im geringsten erschüttern, wie wir bereits unter pos. VI. des vorigen Rechenschaftsberichts nachgewiesen zu haben glauben. Selbst an der Besserung der Rückfälligen zu verzweifeln ist man nicht berechtigt. Bei dem nicht rückfälligen, also dem größten Theile der Pfleglinge darf man aber, wie bereits erwähnt, ohne Uebertreibnng hoffen, sie dauernd von dem Wege des Verbrechens entfernt zu haben. — Und in Rückfällen liegt nur die Aufforderung, die Ursachen des Mißlingens, welche je nach der Individualität der Beaufsichtigten verschieden sind, zu ergründen und denselben möglichst zu begegnen. Wenn auch bei denjenigen, welche ungeachtet der ihnen verschafften Gelegenheit zn ehrlichem Erwerbe und der ihnen in sonstiger Beziehung gewidmeten Fürsorge dennoch rückfällig geworden sind, die Fürsorge des Vereins als eine vergebliche sich erwiesen hat, so können solche traurige Erfahrungen keineswegs einen Grund abgcben, an der Erreichung des Vereinszwecks überhaupt zu verzweifeln und alle Versuche zur Besserung aufzugeben. Damit die Pfleglinge nicht aber glauben, sie hätten irgend ein Recht auf Unterstützung, wird ihnen vor dem Abgänge aus der Strafanstalt eindringliche Belehrung ertheilt, daß Alles, was für sie geschieht, eine freiwillig erzeigte Wohlthat ist, deren Fortdauer lediglich von ihrem Wvhlverhalten abhängt, und daß ihnen ein Rückfall ülls Laster und Verbrechen die fernere Fürsorge des Vereins entziehen werde. Denn obgleich auch die verworfensten Verbrecher nicht gerade für ganz unverbesserlich gehalten werden können, so berücksichtige:: wir doch Rückfällige nur ausnahmsweise und zwar nur in dem Falle, wenn die Verwaltung der Strafanstalt, die Bezirksvereins-Commifsion und der Aufseher sie einer solchen Berücksichtigung besonders werth halten. Um den Erfolg der Wirksamkeit des Vereins zu sichern, ist die genaue .Ttuntnij) der Individuen, welche dessen Fürsorge in Anspruch nehmen, unentbehrlich. Wir haben deshalb die Verwaltungen der Strafanstalten ersucht, bei Einsendung der monatlichen Uebersichtstabellen der demnächst zu entlassenden Sträflinge uns ihre, auf die Keniituiß der Individualität und der besonderen Verhältnisse der Sträflinge gestützte Ansicht darüber zu eröffnen : ob und welche Gesuche um Aufnahme in den Verein zu berücksichtigen seien. Unserem Ersuchen haben diese Verwaltungen stets bereitwilligst entsprochen und es ist uns eine angenehme Pflicht hiefür, sowie überhaupt für die gefällige und eifrige Mitwirkung, deren wir uns bei Erstrebimg der Vereinszwecke von Seiten jener Verwaltungen zu erfreuen hatten, hiermit unfern Dank auszusprechen. (Fortsetzung folgt.) B e k a tt ii t m a h u g, die von den Theilnehmern an der Staats-Versicherungs-Anstalt für die Stellvertretung auf das Jahr 1862 zn zahlende Einlage betreffend. Mit Bezug auf die §§. 8 und 9 der Statuten der Staats-Versicherungs-Anstalt für die Stellvertretung im Militärdienst vom 16. September 1851 (Regierungsblatt Nr. 28) wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Einlage, welche bei dem Eintritt in diese Anstalt für die Musterungs- und Loospflichtigen des Jahres 1862 zu zahlen ist, 270 fl. (Zweihundert und Siebenzig Gulden) beträgt und daß die Einlagen vom 20. November l. I. an zur Versicherungskasse dahier bezahlt werden können. Darmstadt, den 4. November 1861. Großherzogliches Ministerium des Innern. v. D a l w i g k. Hallwachs. B ekattntmach un g. Betreffend: Die Parzellenvermessung in der Gemarkung Alten-Buseck, nun die Anlegung von Flur- und Gewannwegen. 2690) Die nach den Beschlüssen der Local-Commission festgestellten Entwürfe über die Anlegung von Flur- und Gewannwegen in den Fluren I, X, XI und XII der Gemarkung Alten - Buseck liegen nebst dem Berathungs-Protokolle der Commission unv den Entschävigungsregistcrn auf dem Bureau der Großherzoglichen Bürgermeisterei Altcn-Buseck während der gesitz, lichen Frist von 3 Monaten, vom 5. December d. I. beginnend, zur Einsicht der Betheiligten offen. Zur etwaigen Vorbringung von Reclamativnen wird Termin auf Donnerstag den 6. März 1862, Vormittags 9 bis 1 Uhr, in das Bürgermeisterei-Büreau zu Altcn-Buseck anberaumt und wird zugleich bemerkt, daß von denjenigen Betheiligten, welche in diesem Termine keine Reclamativnen erheben, nach Art. 22 des Gesetzes vom 24. December 1857 angenommen werden wird, daß sie der Ausführung der Entwürfe zustimmen. Gießen, den 26. November 1861. Großherzogliches Kreisamt Gießen. K ü ch l e r. Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die große Wichtigkeit der Volkszählungen ist ein neues Verfahren für die Aufnahme der Bevölkerung ange- ordnet worden, welches eine größere Genauigkeit sichert und zum erstcnmale bei der bevorstehenden Zählung am 3. December L. I. zur Anwendung kommen wird. Die Zählung geschieht mittelst Listen, welche allen Haushaltungsvorständen und einzeln lebenden Personen in sämmtlichen Orten des Kreises werden zugestellt werden und welche nach Maßgabe der vorgedruckten Rubriken und der auf den Formularien selbst gegebenen Erläuterungen auszufüllen sind. Die Volkszählungen dienen zur Förderung wissenschaftlicher Zwecke und gemeinnütziger Anstalten. Ihre Ergebnisse sind von entscheidender Wichtigkeit für die Beurtheilung der volkswirthschaftlichen Zustände und bilden eine der wichtigsten Grundlagen für eine wohlgeordnete Staatsverwaltung. Die Volkszahl dient ferner als Maßstab für die Vertheilung der gemeinschaftlichen Ein» nahmen des deutschen Zollvereins, deren Ertrag sich seither in der dreijährigen Zählungsperiode auf beiläufig fünf Gulden für jeden einzelnen Kopf der Bevölkerung berechnet hat. Man darf daher erwarten, daß alle Betheiligten die erforderlichen Angaben vollständig und nach bestem Wissen zu machen unv, im Hinblick auf den gemeinnützigen Zweck der Volkszählungen, deren Ausführung überhaupt nach Kräften zu unterstützen bemüht sein werden. Die mit dem AuStheilen und Wicdereinsammeln der ZählungS-Listen beauftragten Personen werden aus Verlangen jede etwa erforderliche Auskunft ertheilen, und bei dem Ausfüllen der Listen selbst bchülslich sein. Gießen, den 11. November 1861. Großherzogliches Kreisamt Gießen. K ü ch l e r. Polizeiliche Bekanntmachungen. Die Ausstellung der Gewerbestatistik des Zollvereins. Der hohe Werth, welchen die Kenntniß des Umfangs und der Fortschritte des Handels und der Industrie für die Ae- urtheilung des volkswirthschaftlichen Zustandes eines Landes gewährt, hat die Zollvereins-Regierungen schon vor mehreren Jahren zu dem Beschlüsse veraulaßt, von Zeit zu Zeit statistische Erhebungen über die Anzahl und den Umfang der Gewerbe in sämmtlichen Zollvereinsstaaten vornehmen zu lassen. Nach einer Vereinbarung unter den genannten Staaten soll nun im laufenden Jahre eine solche Gewerbestatistik des Zollvereins aufgestellt werden. Es soll sich hierbei nicht blos darauf beschränkt werden, die Anzahl der verschiedenen Gewerbe zu ermitteln, sondern es soll auch die Ausdehnung der Gewerbe, soweit sich dieselbe wenigstens aus der Anzahl der in denselben beschäftigten Gehülfen und Arbeiter rc. erkennen und beurtheilen läßt, ausgemittelt werden. Es ist für angemessen erachtet worden, die Einsammlung der Materialien zu dieser Gewerbestatistik unmittelbar an die ebenfalls in allen Zollvereinsländern gleichzeitig stattfindende Volkszählung anzuschließen. Indem wir bemerken, daß die Anzahl der Arbeiter, welche durchschnittlich im Jahre 1861 im Geschäfte verwendet war, anzugeben ist, ersuchen wir die Gewerbtreibenden der Stadt Gießen den für die Volkszählung bestimmten Agenten, die in Hinsicht der Gewerbestatistik nöthigen Angaben zu machen. In den Fällen, wo ein Gewerbtreibender gleichzeitig mehrere Gewerbe mit Gehülfen betreibt, wolle mau sorgfältig darauf achten, daß bei jedem dieser Gewerbe diejenige Zahl von Gehülfen angegeben wird, welche ausschließlich für dieses Geschäft verwendet ist. Werden jedoch Gehülfen nicht ausschließlich für ein, sondern zugleich für m ehr ere Gewerbe verwendet, so sind dieselben demjenigen Gewerbe beizuschreiben, für welches sic am meisten beschäftigt sind. Von den größeren Fabrikanten werden wir schriftlich unter Anwendung eines hierfür vorgeschriebenen Formulars die nöthigm statistischen Notizen erheben- Je nach der Verschiedenheit der Gewerbe sind auch die einzuziehenden Notizen verschieden. Es soll angegeben werden: A. Bei den Handwerkern und Künstlern: 1) Die Anzahl der Gehülfen und Lehrlinge, vorkommenden Falls nach Geschlechtern getrennt. 2) Wird in einem Gewerbe Dampfkraft als Triebkraft angewendet, so ist die Anzahl der Maschinen und die Pferdckrast derselben anzugeben. B. Bei den Fabrikgewerben: 1) Die Bezeichnung der Maaren, welche der betreffcikde Gcwerbtreibende fabricirt. \ 2) Die Anzahl der Gehülfen und Arbeiter, vorkommenden Falls nach den Geschlechtern getrennt. 3) Die Anzahl der im Geschäft verwendeten Maschinen oder sonstigen mechanischen Vorrichtungen, und zwar ist insbesondere anzugeben: a) bei den Müllern jeder Art: die Zahl der Mahlgänge; b) bei den Webern jeder Art: die Zahl der Handstühle (gewöhnlichen Webstühle) und der Maschinenstühle. c) bei den Zeugdruckern: die Zahl der Drucktische und der Druckmaschinen. C. B und zu l 2 schlecht 4 Schnell c 5 rj 3 versehen behalter eember Am 4. Mieths! 5. und 3 Agenten also erf nach ih Alles e allzulan die Ha, zu halt I Heimath aufzulm zu gewi Q Deso 2692 von der legten j fällig w gesetzt, Ve 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10) 12) Die fordert, Empsair zeigung Zügle Schnellpressen. Gießen, am 28. November 1861. Großherzogliche Polizeiverwaltung der Provinzialhanptstadt Gießen: Nover. C Bei den Handels- und Transport-Gewerben, den Gast- und Sch enkwirth schäft en und den Anstalten zum literarischen Verkehr, inib zwar: 1) bei den Groß- und Kleinhändlern jeöbr Art: a) die Hauptgegenstänoe, womit Handel getrieben wird; b) die Zahl des Hülfspersonals; 2) bei den Gast- und Schenkwirthschaften: die Zahl der Kellner, Köche, Ausläufer, Mägde und Knechte nach dem Ge- schlecht getrennt, Fuhrleuten: die Zahl der Fuhrkuechte, der Fuhrwerke und der Pferde; 4) bei Buchdruckereien, Lithographien: die Zahl der Arbeiter und die Zahl der im Geschäft verwendeten Handpresien und Die im December 1861 in den Zoll-Vereins-Staaten vorzunehmende Volkszählung betreffend. Die am 3. December d. I. vorzunehmcnde Volkszählung in der Stadt Gießen ist uns übertragen worden. Die bestellten Zählungs-Agenten werden am Samstag den 30. November den Hausbesitzern die mit fortlaufenden Nummern versehenen Zählungslisten zustellen. Die Hausbesitzer, welche so viel Zählungelisten erhalten, als Haushaltungen im Hause wohnen, behalten eine Liste'für sich und stellen jedem Haushaltungsvorstand eine solche zu. Zeder Haushaltungsvorstand hat am 3. De- eember die Zählungsliste, nach den darin enthaltenen Andeutungen, auf's Genaueste auszufüllen und dieselbe zu unterschreiben. Am 4. December Morgens hat der Hauseigenthümer die ihm übergebenen ZählungSlisten von den in seinem Hause wohnenden Miethsleuten wieder einzusammeln, dieselben zu prüfen und bereit zu legen, damit die Zählungs-Agenten, welche dieselben am 4., 5 und 6. December abzuholen haben, nicht ohne Noth aufgehalten werden. Diejenigen Haushaltungs-Vorstände, welche etwa nicht im Stande sein sollten, die Zählungslisten auszufüllen, haben den Agenten die nöthige Auskunft zu geben, damit diese die Einträge in die Zählungslisten machen können. Jkl diesen Fällen ist es also erforderlich, daß jeder Haushaltungsvorstand seine Dienstboten unv die bei ihm wohnenden fremden Arbeiter, Schlafleute rc. nach ihren vollständigen Namen, ihrem Heimathsort, Vaterland, Alter, ihrer Confession im Voraus befragt. Wollte man das Alles erst dann erforschen, wenn sich der Zählungs-Agent zum Abholen der ZählungSlisten eingefunden hat, so würden die Agenten allzulange aufgehalten werden, cs wäre unmöglich, die mühevolle Arbeit in der gesetzten kurzen Frist zu vollenden. Auch haben die Haushaltungs-Vorstände die Dienstbücher ihrer Dienstboten und die Aufenthaltskarten der von ihnen beherbergten Fremden bereit zu halten, damit die Agenten nöthigen Falls Einsicht davon nehmen können. Die Gastwirthe, welche in der Nacht vom 2. auf den 3. December Fremde beherbergen, haben nicht allein deren Namen, Heimath, Vaterland unv Geschäft, sondern auch deren Alter und Confession aufzuschreiben. — Die numerirten Zählungelisten sind gut aufzubewahren und in reinem Zustande zu erhalten, weil das Verlieren oder Verunreinigen derselben große Störung verursachen würde. Wer das Nöthige nicht besorgt, wer die von den Zählungs-Agenten verlangt werdende Auskunft nicht bereitwillig giebt, hat zu gewärtigen, daß er auf das Polizei-Büreau geladen und dort vernommen werde. Gießen, am 26. November 1861. Großherzogliche Polizeiverwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Nover. Gerichtliche und Privat-Bekanntmachungen. Besondere Bekanntmachungen. 2692) Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Sparkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar Vormittags von 7 bis 12 Uhr: 1) Dienstag den 3. December, 2) Mittwoch ft 4. ff 3) Samstag V 7. ff 4) Dienstag ff 10. ff 5) Mittwoch ff 11. ff 6) Samstag ff 14. ff 7) Dienstag ff 17. ff 8) Mittwoch ff 18. ft 9) Samstag ff 21. ft 10) Dienstag ff 24. ft 11) Samstag 28. ff 12) Dienstag „ 31. „ Die Interessenten werden daher aufge- fordert, die Zahlung an diesen Tagen in Empfang zu nehmen unv hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird noch bemerkt, daß die auf den Dienstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die auf Mittwoch und Samstag fallenden Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 27. November 1861. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr. Forst- und Feldstraftn-Erhebung bei dein Rentamt Gießen. 2691) Die Forststrafen von dem 4. Quartal und die Feldstrafen von der 4. Periode l. I. können vom 1. bis 15. k. Mts. an den Zahltagen: Dienstags und Samstags ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 26. November 1861. Großherzoglichcs Rentamt Gießen. _________Melchior.__________ Abladeorte für Bauschutt. 2712) Mit Bezug auf die, in dem Anzeigeblatt der Stadt Gießen erlassene Verwarnung : „Bauschutt rc. auf den Schoor- wegen abzuladen", machen wir hiermit weiter bekannt, daß solcher auf die, zwischen dem Neuenweger unv Seltersthor durch eine Tafel bezeichnete Stelle gebracht werden kann. Gießen, den 29. November 1861. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B.: Weidig, Beigeordneter. Versteigerungen. 2677) Die Lieferung des Brodes und der warmen Speisen für christliche und israelitische Gefangene in dem hiesigen Provinzialarresthause soll unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen für das nächste Jahr in Accorv gegeben werden. Steigliebhaber wollen sich Mittwoch den 4. December l. I., Vormittags 10 Uhr, in dem hiesigen Criminalgerichtsgebäude ein« finden. Gießen, 25. November 1861. Großherzogliches Criminalgericht der Provinz Oberhessen. Klingelhöffer. 2695) Die directe Fourage» Lieferung pro 1862 an den nachbenanntcn Orten mit Dem dabei angegebenen ungefähren Bedarfe an Hafer Heu Roggenstroh Centner Centner Centner , 1) für die Großherzoglich Hessischen Etappen Gießen, Grünberg unD Friedberg .... 45 20 22 2) für die Großherzoglich Hessische Etappe Alsfeld . 75 30 33 soll im Submissionswege an den Mindestfordernden öffentlich verdungen werden, und ist für eine jede dieser verschiedenen Lieferungen eine besondere Submission einzureichen. Die Bedingungen, welche dabei zum Grunde liegen, können auf dem Bürgermeisterei-Amte zu Wetzlar eingesehen werden. Unternehmungslustige, namentlich aus der Klaffe der Produeenten, wollen ihre bezüglichen Submissionen, worin die Preis-Forderungen für einen Centner Hafer, ä 100 Pfund, „ „ „ Heu, h 100 „ excl. Strohseile, und „ „ „ Stroh, a 100 „ enthalten sein müssen, bis zum Verdings-Termine, welcher am 3. Deeember a. c., Vormittags 11 Uhr, auf Dem Rathhause zu Wetzlar abgehalten wirD, versiegelt und gehörig bezeichnet, Da«, selbst abgeben, auch nach Gefallen irn Termine selbst erscheinen und an den weiteren Verhandlungen Theil nehmen. Koblenz, den 25. November 1861. Königliches Proviant - Amt. Arbeitsversteigerung bei der Stadt Gießen. 2680) Montag den 2. Deeember 1861, des Morgens 9 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause folgende Arbeiten an Den Wenigstfordernden vergeben werDen, als: das Beschlagen des Thores an Dem städtischen Forstgar- ten, veranschlagt zu . .16 fl. 12 kr. die Fertigung von 6 Säbelkoppeln für die Polizeivie- ner, veranschlagt zu . . 18 „ — „ Die vorherige Einsicht der Kostenüberschläge steht den Steigliebhabern frei, zu welchem Zwecke sie auf unserer Geschäftsstube offengelegt sind. Gießen, den 23. November 1861. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B. : Weidig, Beigeordneter. Versteigerung von Erde bei dec Stadt Gießen. 2713) Dienstag den 3. Deeember 1861, des Morgens um 10 Uhr, soll die durch das Abschlämmen des Krof- dorfer und Gleiberger Wegs und Ausräumen der Weggräben gewonnene Erde an Ort und Stelle an Den Meistbietenden versteigert werden. Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunve am Neustadter Thore. Gießen, den 29. November 1861. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B. : Weidig, Beigeordneter. 2609) Freitag den 6. Deeember 1. I., Vormittags 10 Uhr, werden nachfolgende Gegenstände gegen Baarzahlung öffentlich versteigert: a) Bettteppiche, b) leinene und wollene Lumpen, c) altes Eisen, d) alte Fässer, e) Hobelbänke, f) Kroppen, Suppenkümpfchen und andere alte Gegenstände. Außerdem werden die sich ergebenden Knochen und faulen Kartoffeln pro 1862 mit ausgeboten. Marienschloß, den 14. November 1861. Die Großherzogliche Landeszuchthaus-Kasse. Keim. 2682) Montag den 2. Deeember 1861, Nachmittags 1 Uhr, sollen in dem Hause des Küfer Schwall am Lindenplatz allerlei Hausgeräthe und Bettwerk, Weißzeug und sonstige Gegenstände gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, Den 26. November 1861. In Auftrag: Weidig, Ortsgerichtsmann. Feilgebotenes. 2714) Gutta-Percha-Firniß, dieser Firniß eonservirt das Leder Vorzug, lich und erhält dasselbe geschmeidig. Gegen Nässe unD den Alles durchdringenden Schnee und Thau läßt sich alles Schuhwerk damit vollkommen wasserdicht machen, per Topf 18 kr.; Sirop pectorale balsamique, für Brustkranke und an Husten Leidende. Dieser ärztlich geprüfte heilsame Brustbalsam hat schon Tausenden Linderung und Heilung verschafft, in Flaschen ä 45 kr.; Praktischer Zahnkitt, bekanntlich das Beste zum Äusfüllen hohler Zähne, in Etuis a 18, 27 und 36 kr.; Feinstes König's Räucherpulver, in Flacons; Parfum royal, wovon nur wenige Tropfen, gelinde verdampft, den herrlichsten Wohlgeruch verbreiten, per Flacon 28 fr.; Lande vie lavande ambree, in Flacons a 24 und 45 fr.; Aecht englisches Macassar - Oel, per Flacon 24 fr.; John Clay's Glanzleder-Pasta, für alles Ledcrwerk das vorzüglichste Cor- servirungsrnittcl; dasselbe erhält namentlich Glanzleder in seinem ursprünglichen schöner neuen Glanze, ohne daß cs Risse und Sprünge bekömmt, hinterläßt keine Kruste, schmutzt nicht ab, und bleibt unverändert bei Feuchtigkeit, in Originalbüchsen h, 27 und 54 fr.; vorräthig bei Carl Frech. 2721) Cigarrenpfcifchen (Fäßchens, a 3 fr., sind wieder eingetroffen bei Louis Frohnhäuser. 372g) W. M Marih, große Gallusgasse Nr. to in Frankfurt a.M. Größtes und reichstes Lager in und ^erzen-Lnstres, sowie auch in Kunst - und Luxus - Gegenständen jeder Art, frisch und neu assortirt, empfiehlt dasselbe für bevorstehende Weihnachten einer geneigten Berücksichtigung. Ho- Ausverkauf Um mit meinen sämmtlichen Spielwaaren schnell' zu räumen, verkaufe ich solche bedeutend unter den Fabrikpreisen. Bernhard K u l l m a n n. Weihnachts-Ausstellung von Georg Röber in Gießen. 2708) Mein Spielwaaren-Lager ist auch dieses Jahr auf das Schönste assortirt. 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Jahr eis, am Marktplatz. 2727) Berliner und Pariser Moderateur- Lampen, aus den anerkannt ersten Fabriken, werden unter Garantie verkauft bei Bernhard Kull mann. 2621) Puppenköpfe und Gestelle, sowie eine Parthie geschmackvoll gekleidete Puppen, empfiehlt billig I. H. Fuhr. Großer Ausverkauf. 2718) Um mit meinem Lager in Spielwaren, wobei sich die neuesten Gegenstände befinden, rasch zu räumen, verkaufe ich solche zu auffallend billigen Preisen. Besonders mache ich auf eine große Auswahl Geduld-Spiele rc. ein geehrtes Publikum aufmerksam. S. Flörsheim. Photographie - Albums. 2715) Ein großes Sortiment zu Weihnachtsgeschenken sich eignende, äußerst elegante Photographiebücher, habe ich zur gefälligen Auswahl aufgestellt, und bin in den Stand gesetzt, bei dieser ausgezeichneten Waare die billigsten Preise zu notiren. Gg. Loos, Sonnenstraße. 2722) Mein Spieüvaaren-Lager, auf das Reichhaltigste und Geschmackvollste assortirt, empfehle ich zur geneigten Ansicht. L. Frohnhäuser. I Zu den bevorstehenden Feiertagen empfiehlt bir Pehivaarenhandlung Zeil 60> nächst der Post in Frankfurt a. M°, ihr auf das Reichhaltigste assortirtes Lager. Die Pelzwaaren sind von bekannter vorzüglicher Qualität, sind nach den letzten Moden gearbeitet und werden zu den billigsten Preisen verkauft. i. Thomson 8 berühmte amerikanische und englische L r i u o l i n e n, mit 6, 8, 10, 12 und 16 Reifen, in den neuesten Fayons, empfehle ich zu den billigsten Preisen. Friede. Emil Loos, auf dem Seltersweg. Herren- und Knaben-Hüte- in großer und schöner Auswahl und In der neuesten Winter-Fayon empfehle ich zu den billigsten Preisen. (2705) L. Gail, Hutmacher. 2724) Melodions, 4 Stücke spie- lend, sowie Spieldosen, 1, 2, 3 und 4 Stücke spielend, empfiehlt I. Eberhardt, Sonnenstraße, Nr. 88. 2700) Ein Schaukelpferd ist billig zu verkaufen. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. 2659) Schellfische u. Bückinge sind wieder frisch eingetroffen bei Hch. Ferber. 2658) Porzellankacheln zum Einfassen von Heerden empfiehlt Emil P i st o r. 2666) Die neusten Stoffe zu En-tout-cas, sowie zu Sonnenschirmen, zu Weihnachtsgeschenken sich eignend, sind in großer Auswahl schon für nächste Saison angekommen, worauf ich ein geehrtes Publikum aufmerksam mache. — Zugleich empfehle ich mein reichhaltiges Lager von seidenen Regenschirmen, sowie ächten englischen Alpaca- und Kinkerschirmen. Die Preise sind fest, aber solid. W. Frank. 2679) Zwei Vorfenster sind billig zu verkaufen. Das Nähere bei der Expcd. dieses Blattes. Nicht zu übersehen! 2725) Bänder, die Elle zu 16, 18 ic. fr. (Nr. 24), Spitzen, Blonden, Blumen, Handschuhe ic. verkaufe ich von heute an, um schnell aufzuräumen, zu bedeutend herabgesetzten Preisen. S. Hermann. 2636) Neue Häringe bei Balth. Spruck. 2439) Ein Clavier ist zu verkaufen Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts. 2710) Mein wohlassortirtcs Wollen- und Baumwollen-Lager in de« sonders feinen sog. Gesundheits-Jacken, Unterhosen, Capuzen, Kopftüchelchen und Hand- schuhen ic., namentlich eine große Auswahl in Filz- und Piüschschuhen und Stiefeln, Mit und ohne Ledersohlen, sowie besetzte, bringe ich in empfehlende Erinnerung. Ferner empfehle ich mein Kleider-Magazin und mein auf das Geschmackvollste affortirtes Schuhw aarenlag er. Wilhelm Schmall. 2701) Ein gebildetes Frauenzimmer, welches einer Haushaltung selbstständig vor- stehen und die Erziehung von Kindern übernehmen kann, wirv sogleich zu engagiren gesucht. Die Expedition d. Bltts. nimmt Franco-Offerten entgegen. Tasel-Llaviere mm eo CQ A. H. Soltau, Pianoforte-Fabrikant, L 440 fl., empfiehlt 6% Octav, nach der neuesten Construction, ä 250 und 264 fl.; Wanin os von Palisanderholz, 7 Octav, L 350 fl.; sehr elegante mit Metall-Einlagen verzierte, in Frankfurt a. M. 2709) Mein ausgedehntes Lager in Bielefelder Leinen, das Stück von 24 bis zu 70 fl., Cröas - Leinen, die Elle 12 bis 24 fr., sowie Taschen-, Tisch- und Handtücher, und eine große Auswahl Hemden, das Stück von 1 bis zu 6 fl., bringe ich in empfehlende Erinnerung. Wilhelm Schmall. 2717) Alle Sorten leinene und bäum- j wollene Webe-Garne empfiehlt C. W. Dietz, am Markt. 2719) Gummischuhe in anerkannt guten Qualitäten empfiehlt S. Flörsheim. Vermischte Anzeigen 2693) Jemand wünscht Anfängern Unter« terricht in den Realien und Sprachen zu ertheilen; besonders im Englischen, Hebräischen, Zeichnen und in der Mathematik. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Geschäfts-Eröffnung. 2707) Einem geehrten Publikum tua^e ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich ras von meinem seligen Vater früher betriebene Metzgergeschäft im Namen meiner Mutter in meinem elterlichen Hause in der Wallthorstraße mit ^dem Heutigen wieder eröffnet habe. Mit der Versicherung, daß ich alle mir zu Theil werdenden Aufträge auf's Beste und Schnellste ausführen werde, bitte ich um geneigten Zuspruch. Gießen, reu 28. November 1861. Heinrich Möhl. 2678) Am vorletzten Jahrmärkte ist ein Geldbeutel, mit einigen Gulden Inhalt, in meinem Laden liegen geblieben. G. C. Windecker. 2730) Die Bildnisse Luther und Melanchthon, groß, in Del, sind zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. N e u e st e Eisenbahn-Fahrpläne in Taschenformat, per Stück 6 fr., in der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei (Fr. Ehr. Pietsch). V e r m i e t h u u g e n. 2702) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen und sogleich beziehbar bei I. Simon Wittwe, auf dem Neuenweg. 2505) Bei Bäckermeister Heinrich C l e m in r a t h auf dem Seltersweg sind zwei geräumige Familienwohnungen zu vermiethen und den 21. Januar 1862 beziehbar. 2317) Im Gasthaus zum Hirsch ist das von Herrn Hergenhahn bisher bewohnte Logis durch dessen Wegzug ander- weit zu vermiethen und Anfangs Januar k. I., auf Verlangen auch früher, zu beziehen. 2706) In Lit. B. Nr. 133 auf dem Neuenweg ist eine Stube zu vermiethen. 2513) In meinem Hause ist ein Zimmer mit Cabinet, beides heizbar, mit oder ohne Möbel», zu vermiethen. Gießen. _______ Dr. Weber I. 2631) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Louis Busch Wittwe, Seltersweg. Photographie. 2711) Auf bevorstehende Weihnachten empfiehlt sich Unterzeichneter im Anfertigen photographischer Portraits, mit und ohne Retouche, Visitenkarten, Copien nach Oel- gernälden und Zeichnungen u. bergt und erlaubt sich, das verehrliche Publikum darauf aufmerksam zu machens daß von jetzt an alle in diesem Fach vorkommende Aufträge prompt und in bester Ausführung besorgt werden. Um avenfallsigen falschen Gerüchten zu begegnen, als fertigte ich die mir über- tragenen Arbeiten nicht rechtzeitig an, mache ich ferner darauf aufmerksam, daß ich durch zwei Gehülfen. welche ich engagirk habe, im Stande bin, alle mir zu Theil werdenden Aufträge rechtzeitig und pünktlich auszuführen. Aufnabmen finden von Morgens 9 bis Nachmittags 2 Uhr bei jeder Witterung Statt. Gießen, den 29. November 1861. I. Schlosser, Asterweg. 2720) 41/,2 Darmstädter Obligationen, Anlehen vom Jahre 1853, find zur Rückzahlung gekündigt und können von heute an, sowie sämmtliche per 1. Januar 1862 rückzahlbare Effecten, entweder gegen Baar oder gegen andere Werthpapiere bei mir umgetauscht werden. — Zugleich empfehle ich 3 % Belgische Cummunal - Obligations - Loose, mit schönen Gewinnen ausgestattet, als sichere Capitalanlage und bin zu deren Verkauf zum Emmissionscours direct beauftragt. Marcus Heinrich Budge, Bank- und Wechsel - Geschäft- Neue-Bäue, ehemalige Heyer'sche Buchhandlung. | fl. r Die beste Kapitalanlage . & \ sind die beliebten kleinen Stantsobligationen, welche nur fünf Gulden kosten und Preise von fl. 300,000, fl. 100,0110, fl. 50,000, fl. 30,000, fl. 30,000, fl. 15,000. ! fl. 13,000, fl. 10,000, fl. 6000, fl. 5000, fl. i 4000 etc. gewinnen. Das Handlungshaus B. Schottenfels in Frankfurt a. M versendet solche, gegen Einsendung i des Betrages oder Postnachnahme, sowie seiner Zeit die Gewinnliste. Oberhesstsche Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 272.°;) Sitzung: Mittwoch den 4. December 1861, Abends 6 Uhr, im Hörsaal Nr. 9 des Collegiengedändes. 2723) Angekündigter Vortrag: „Neber die Fortpflanzung der Algen", verbunden mit Demonstrationen einiger in technischer, ökonomischer und medicinischer Beziehung interessanten Arten. Zur Volkszählung. Am 3. Decemder wird die bereits in den öffentlichen Blättern angekündigte Volkszählung im ganzen Großherzogthume statt« sinken. Unter den auszusüllenden Rubriken kommt wie bei früheren ähnlichen Gelegenheiten ohne Zweifel auch eine das Glaubens« bekenntniß betreffende vor, und auf diese möchten wir die besondere Aufmerksamkeit unserer Mitbürger lenken und an folgendes erinnern: In vielen Theilen unseres Landes ist die Union, die brüderliche Vereinigung der Reformirten und Lutheraner, durch ausdrückliche Erklärung der Gemeinden festgestellt worden, wie in ganz Rheinhessen, in Darmstadt, Offenbach und anderen Städten und Dörfern der diesseitigen Provinzen. Anderwärts kam es zu einer solchen ausdrücklichen Erklärung nicht, weil ein Anlaß dazu, nämlich Gemeinden verschiedenen Bekenntnisses, nicht vorhanden waren, und auch die im Jahre 1832 erfolgte Organisation der ganzen evangelischen Kirche die Urnen factisch überall einführte. Denn hiernach gibt es keine lutherische oder reformirte Fakultät, kein zwiespältiges Prediger- und Schullehrerseminar, keine lutherischen oder reformirten Prediger mehr, sondern nur evangelische Behörden, Prediger und Gemeinden. Nun pflegten bei früheren Zählungen nur die Bewohner derjenigen Orte als unirt bezeichnet zu werden, wo die Union ausdrücklich festgestellt war, während sie sonst allerwärts als lutherisch oder reformirt eingetragen wurden, und sich auch wohl selbst so eintragen ließen. Wenn man auch dabei an eine Hervorhebung seiner confessionellen Glaubenssätze nicht im Entferntesten dachte, so sollte man jetzt, wo cs gilt, die Sachen genauer zu nehmen, anders verfahren. Man zeige durch die That, daß die Grundsätze der Union wirklich im Bewußtsein der Gemeinden wurzeln, daß man die verschiedene Äuffassungsweise einiger Schriftsteller oder gar theologische und philosophische Feinheiten nicht als einen berechtigten Grund zu Trennung und Hader anerkannt, und daß die Hoffnung etlicher Eiferer, solche wieder Hervorrufen zu können, am gesunden Sinne des Volks zu Schande werden soll. Die bevorstehende Volkszählung gibt eine so leicht nicht wieder kehrende Gelegenheit hierzu. Jeder evangelische Hausvater erkläre, daß ihm das Evangelium des Friedens höher stehe als Menschenwort und Menschenname, und trage sich ein: nicht als lutherisch, nicht als calvinisch oder zwinglisch, sondern als unirt, oder besser als evangelisch. Dritte Einhorn-Vorlesung im großen Saale. Dienstag den 3. December 1861, Abends 6 Uhr. 26.96) Angekündigter Vortrag: lieber Albrecht Thaer, den „Vater" der deutsche« Landwirthschast, von Dr. K. Birnbaum. — - — Renten- und Lebensversicherungs - Anstalt zu Darmstadt übernimmt: 1) die Versicherung steigender Renten gegen beliebige Kapitaleinlagen. Die Zahl der Rentenversicherte« beträgt dermalen 7115 mit 11,910 Einlagen und ca. 887,964 fl. Vermögen. 2) Lebensversicherungen in Beträgen von 100 bis 10,000 fl. auf ein einzelnes Leben gegen feste, zu keiner Nachzahlung verpflichtende Versicherungsbeiträge. Für eine lebenslängliche Versicherung von 100 fl. betragen die jährliches Versicherungsbeiträge bei einem Alter vo« 20 Jahren: 25 Jahren: 30 Jahren: 35 Jahren: 40 Jahren: 45 Jahren: 50 Jahren: 1 fl. 34 fr. 1 fl. 45 fr. 2 fl. 1 fr. 2 fl. 21 fr. 2 fl. 48 fr. 3 fl. 26 fr. 4 fl. 18 fr. 3) Leibrentenvcrsicherungen, womit auch Wittwenrenten erworben werden fönnen. 4) Depositengelder bis zu Beträgen von 25 fl. berab, welche vom 30. Tage nach der Hinterlegung bis zur Zurücknahme mit 3‘/2 pCt. verzinst und auf Verlangen ganz oder stückweise zurückbezahlt werden. Enke 1860 betrug die Summe der hinterlegten Gelder 979,856 fl. , Die Anstalt gibt Darleh^r gegen hypothekarische Sicherheit, sowie gegen Faustpfänder in Werthpapieren und gewährt mittelst ihrer Amortisationsordnung Gelegenheit, aufgenommene Kapitalien durch Zahlungen auf Zins und Kapital (Tilgungsrenten) allmählig abzutragen. Wegen näherer Auskunft, sowie wegen des unentgeldlichen Bezugs von Prospecten und Statuten der Anstalt, beliebe mau sich an deren Herren Bevollmächtigte zu wenden *). Darmstadt, 1. Juli 1861. Die Direktion. *) In Gießen an Herrn A. L. Balser. „ Lich an Herrn Gemeinderechner Volp. „ Butzbach an Herrn Kaufmann I. I. Seippel. 2703) Es wünscht Jemand mehrere > 2684) Ein junger Mensch sucht einen 2683) Zwei Möbelschreiner finden dauernde Herren in Kost und Logis zu nehmen. Das j Dienst als Hausknecht. Zu erfragen bei der Beschäftigung bei Nähere bei der Expcd. d. Bltts. ! Exped. d. Bltts. Carl Zimmermann. 2729) Ein Schreiber kann gegen eine jährliche Vergütung von 150 bis 200 fl. bei einem hiesigen Advocaten dauernde Beschäftigung finden. Bei wem? ist bei der Exped. d. Bltts. zu erfahren. 2551) Käsr2' Kranken und Leidenden, wie auch allen Familien, die sich portofrei an mich wenden, wirk nnentgldlich und franco die soeben im 16. Abdruck mit vermehrten Attesten erschienene Broschüre des Dr. Lc Itoi, Obersanitätsrath, Leibarzt:c., von mir zugesandt: Die einzig wahre Naturheilkraft oder rasch und sicher zu erlangende Hülfe für innere und äußere Kranke jeder Art. Gustav Germann, ___________________in Braunschweig. 2731) Es wird ein hübsch möblirtes Zimmer, welches sogleich bezogen werden kann, zu miethen gesucht. Gefällige Offerten beliebe man an die Exped. V. Bltts. ab- zugeben.______________ 2697) Sonntag den 1. December spielt die Gießener Musik-Capelle. im vorder» Leib'schen Locale. Ter Artikel „Eine Fiacre-Anstalt" kann nur dann Ausnahme finden, wenn der Einsender der Revact. v. Bltts. seinen Namen mittheilt. Die Expedition. A u s; u l e i h e n. 2704) 300 sl. Verwaltungsgelder sind vom 1. Januar 1862 an gegen gute Versicherung auszuleihen. Näheres bei ______________N- Heß. 2694) 300 fl. Vormundschaftsgelder liegen gegen gerichtliche Sicherheit zu 5 pCt. Zinsen zum Ausleihen bereit bei PH. Balser, in Großen-Buseck. Frischdäcker zu Gießen. Sonntag den 1. December. Karl Süßer am Lindenplatz. Friedrich Zülch aus dem Neuenweg. Heinrich Noll in »er Neustadt. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde )u Gießen. Gottesdienst. Am 1. Advent, den 1. Deceniber. Morgens: Pfarrer Laudmaun. Nachmittags: Privaldocent Sie. Dr. Krumm. Universitäts-Gottesdienst. Um 11 Uhr : Professor Dr. Hesse. Advents - Gottesdienst in der Hospital- kirche. Mittwoch den 4. December, Nachmittags um 3 Uhr: Geheimer Kirchenrath Dr. Engel. Kopuliere. Den .23. November. Johann Heinrich Sud- wig Bernhardt Will, Bürger dahier und Actuanats- Gehülfe in Sich, des verstorbenen hiestgen Bürgers und Schneidermeisters, Georg Will, ehelicher Sohn; und Karoline Möhl, des verstorbenen hiestgen Bürgers und Metzgermeisters, Joseph Möhl, eheli». Tochter. w Den 24. November. Johannes Sippe! Um versitätS-Unterpedell dahier, des verstorbenen Ort» bürgerS, Heinrich Sippe, zu Hutzdorf, ehelich« Sohn ; und Karoline Sippert, des verstorbenen Bürgers in Dürrheim und Obersteigers auf der Saline Rappenau, Franz Karl Sippert, eheliche Tochter. Denselben. Johann Jacob Becker, Binau und Mechanikus in Darmstadt; und Sophie Kaw- line Petri, des verstorbenen hiestgen Bürgers und Weißbindermeisters, Wilhelm Balthasar Petri eheliche Tochter. Getauft. Den 23. Nove in b c r. Dem Bürger uub Schreinermeister, Johann Sudwig Geißler, ein Schn Karl, geboren den 16. Oktober. Beerdigte. D e n 23. November. Wilhelm Christian August Sudwig Geller, des Bürgers und Musikus, Simon Geller, ehelicher Sohn, alt 1 I. 10®, 22 T., gestorben den 21. November. Den 2 5. November. Marie Waldeck, de» verstorbenen Bürgers und Kausmanns, Heinrich Waldeck in Alsfeld, eheliche Tochter, alt 61 Z. 11 M. 8 T., gestorben den 22. November. Den 26. November. Clisabethe Christin! Johannette Schneider, geborene Moos, des °-i- storbenen Burgers und Oberschützen, Daniel Schnci- 6er, hinterlassene Wittwe, alt 90 I. 9 M. 27 £., gestorben de» 24. November. D en 28. November. Magdalene Karoline Christiane Schäfer, geborene Fillmann, des Bürgers und Bäckermeisters, Wilhelm Schäfer, Ehefrau, alt 62 I. t M. 6 T., gestorben den 26, November. Die Pfarrgeschäfte in ver nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann. Fremden-Register vom 25. bis 27. November 1861. I n den Gasthäusern. Im Rappen: Hr. Hallwachs, Dort. v. Darmstadt; Hr. Sanglotz, Fabrik, u. Hr. Haas, Hüttenbef. v. Dillenburg; Hr. Oberheimer, Oberbergrath v. Wiesbaden; Hr. Grämlich, Reut. v. Heidelberg; Hr. Roth, Privatnr. v. Baden-Baden; Hr. Haupt, Baumstr. v. Wetzlar; Hr. Mar- necke, Milit.-Arzt v. Mainz; Hr. Glenzer, Hüttenbes. a. Westphalen; Hrn. Kaust. Hörtz v. Gotha, Nlüller v. Dillenburg, Kulenkempf u. Hoch- wiesener v. Bremen, Bncherth v. Emmendingen, Merz «. Schaumburg, Koch v. Göttingen, Strecker v. Bockenheim, Meißner v. Marienschkoß, Sauck v. Aachen, 'MarcuS v. Cassel, Wepermann v. Elberfeld, ® in hier v. Bamberg, Meyer v. Hannover, Groß ». Nürnberg, Sony v. Mainz, Haas v. Ulm, Möllmann v. Magdeburg u. Reiff, Meyer, Trier u. Helm v. Frankfurt. Im Prinz Carl: Hr. Peitinger, Grabendes. v. Ape; Hr. Ziltzer, Eisenb.-Beamt, v. Cassel; Hr. Ballin, Handelsm. v. Münzenberg; Hr. Mößner, Notar v. ArnSwalde; Hr. Köffler', Fabrik, v. Berleburg; Hr. FrieS, Privatm. v. Meiningen; Hr. Oberländer, Brauereibes. v. Greifenhagen; Hr. Lckensuß, Ingen, v. Coblenz; Hr. Röhrig, Holzhndir. v. Emmerich; Hr. Sperkner, Partie, v. Zürich; Hr». Kaust. Wittenhaner v. HerSfeld, Bicke v. Magdeburg, Pfeifer v. Norsfelde, NicolauS v. Bamberg, Schwingenschlegel v. Brünn, Samson v. Sennep u. Bohn u. Stern v. Frankfurt. Im Einhorn: Hr. v. Scharmann, Offiz, v. Breslau; Hr. Bendorf, Reut. v. Bremen; Hr. Buderus, Hüttenbes. v. Hirzenhain; Hr. Beckman», Direct. v. WormS; Hr. Gotthardt, Arzt v. Wien; Hr. Baron v. Uber- loh, Rent. v. Straßburg; Hr. Fiedlar, Canzl.-Rath v. Hof; Hr. Baron v. Wießner m. Farn. u. Dienersch. v. Seipzig; Frl. v. Eichel m. Bedien, v. Eisenach; Hr. Hellwig, Rent. v. Dresden; Hrn. Kaust. Bormann v. Cassel, Wagner v. Siebeck, Meyer v. Oppenheim, Wildbrand v. Würzbim, Stern v. Chemnitz u. Cahn, Fechhäuser, Rothschild u. Witze! v. Frankfurt. Im deutschen Hof: Hrn. Geschäfts!. Bartoni v. Como u. Sorbergu v. Bndingen. Im Darmstädter Haus: Hrn. Fuhrt. Sotz v. Allendorf u. Thome r, Hommertshausen; Hrn. Handelst. Thomas v. Roßdorf, Ehrhardt v. Fcic- delhausen u, Zulauf v. Königsberg. Im Russischen Hof: Hrn. Kaust. ReinighauS v. Sotingen u. Köbefl v. Siegen; Hrn. Bauunternehmer Gilbert v. Glogau u. Germerling ». Oberschlesien; Hr. Weil, Oecon. v. Blümfeld; Hrn.. Maur. Metzger v. Weilburg u. Heibach v. Waldhausen. Im Hirsch; Frl. Hackmann u. Sri. Keßler v. Dillenburg ; Hrn. Fuhr!, Hebchcn v. Montabaur u. Stahl u. Reinhardt v. Dillenburg. In der Rose: Hrn. Geschäfts!. Griebel v. Homberg u. Aleyer v. Gedern; Hr. Sehnert, Feilenhauer v. Marienberg; Hr. Pistor, Kauft». ». Krainfeld; Hr. Kron, Aufseher v. Marienschloß. In den Privathä usern. Bei 8. Busch Wittwe: Hr. Rosenthal nr. Fr., Dort. v. Homberg n. Fr. Engelbach v. Biedenkopf. — Bei Hrn. Balth. SooS: Frl. Jacob v. Dillenburg. — Bei Fr. Sandr. Otto: Hr. Otto, Access, v. Saubach. Geld-Cours vom 28. November 1861. Pistolen .... ditto Preußische Holl. fl. 10 Stücke Ducaten .... 20 Fran kenstücke fl. 9. 37-38 9. 54z-ö5z 9. 42;-43 z 5. 32-33 9. 19-20 Engl. Sovereigns fl. 11. 48-52 Preuß. Thaler . tf — ■— 5 Franken-Thlr. n — —■ Pr. Caff.-Scheine „ i. isz Dollars in Gold tf — '— Main-Westr-Eiseilbahn-Frachtbriest sind vorräthig und zu haben in der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen, Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. _______ Druck und Bering der Brühl'schen Univ.-Buch-- und Steindruckerci (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. 2 Erschein: der