Arrzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen. Mittwoch den 17. Januar Au-wLrt- ^nnktmanWn* T'v* """ 7 cei »r Einheimische 1 ff. 30 fr., für Auswärtige i„d. Postuuffchl-gs > ff. 39 fr. - ‘ M 6,1 a(lel‘ $oflamttr"- jn «“»« b« der Erp-di.ion lCanjleiberg Sit. B. Rr. 1.) - Emruckungsrebühr für di- g-sx-lt-u- CorPuSzeiie oder ' teeren Raum 2 fr. Anzeigen aus vericbiebenen Schriften die gespaltene Corpuszeite 3 fr. Amtlicher T h e i l. 2) s"m- 9ebl5n‘,l,r Ueberwachnng tiefer Vmschuft soll fein Rindvieh, welches aus dem Kreise Kirchhain kommt, im «iriS Gießen lransponirt werden dürfen, ohne mit einem nach Maßgabe des MinisterialanSschreibens vom 21. September 06rr, Amtsblatt Rr. 36, misgestellten Viehgesuudheitsfchein versehen zu sein. 3) Zuwiderhandlungen werden mit einer Polizeistrafe bis zu 5 fl. bestraft. Erschwerender Grund ist, wenn das transportirte -Lieh liingenkrank befunden wird. 4) D>e Orlspolizeibehörden haben sich den Vollzug dieser Verfügung unter Beobachtung des oben angeführten Ministerial- auchchieibens angelegen sein zu lassen und überhaupt sich möglichst zu bemühen, daß die Seuche nicht weiter verbreitet wird Gießen den 13. Januar 1855. Großherzogliches Kreisamk Gießen. K ü ch l e r. Bekannt m a ch u n g. Nach einer amtlichen Anzeige ilt in dem Kurfürstlich Hessischen Kreise Kirchhain, insbesondere zu Neustadt die Luiigenseuche unter dem Rindvieh ausgebrochen. Indem ich dies zur Warnung veröffentliche, verfüge ich hiermit bis auf Weiteres: 1) Aus denjenigen Orten des Kreises Kirchhain, in welchen die Lungenseuche herrscht, darf kein Rindvieh in den KreiS Gießen verbracht, werden. A u s s ch r e i b e n. b) c) d) e) f) g) h) bfnl Wege zwischen Oberschmitten und Nidda eine verschlossene Brieftasche von in welcher sich befanden; < n . , — .............‘“'i Vkui Äiui|u/rti minuitn braunem Leder^ ohngesahr 12 Zoll laug und 8 bis 9 Zoll breit, abhanden gekommen, 1) ein Briet an Herrn Jacob Bach in Mainz; 2) ein desgleichen an Frau Caroline Müller in Braunfels; 3) ein Paquet an Fuhrmann Freyer in Lauterbach, enthaltend: a) eine doppelte und eine einfache Preußische Pistole, 4 doppelte und 6 einfache Hannöver'sche desgleichen, 3 20-Frankstücke, 3 Kronenthaler und 31 Kreuzer Münze, ein Wechsel über 43 fl. 19 fr., auf Conrad Theodor List in Lauterbach, ™Ufbcr 52J1 12 fr-' ouf Lerch und Diehm in Lauterbach, zahlbar ans die Ordre des Fuhrmanns Freyer, , }me' Avisbriefe an Herrn Conrad Theodor List und Lerch und Diehm über diese Wechsel. 7 Snbicien'^lfunjßf^^n^c^en’ ®cnt>armcrie lvcr6rn bic 9cci9mtcn Nachforschungen nach diesen Sachen anstellen und allenfallsigc Gießen den 12. Januar 1855. Großherzogliches KreiSamt Gießen. K ü ch l e r. Polizeiliche Bekanntmachung. Gefundene Gegenstände. aeuommp« £ant^ Uttb ein aIter leinener Sack. Diese Gegenstände können von den Eigentümern bei mir in Empfang (liegen am 16. Januar 1855. Der Großherzogliche Polizei-Commifsär für die Provinzialhauptstadt Gießen L. N 0 v e r. » 18 Gerichtliche und Privat - Bekanntmachungen. Edictalladung. 2AL141) Gießen. Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Ober- hcssen über das Vermögen des Wagners Theodor Scheid dahier den EoncurS erkannt hat, werden Alle, welche Ansprüche irgend einer Art an Theodor Scheid zu bilden haben, aufgefordert, solche sogewiß Montag den 22. Januar 1855, Vormittag« 10 Uhr, dahier anzumelven und zu begründen, als sonst sie Damit stillschwcigends von der Masse ausgeschlossen werden. Zugleich sind alsdann etwaige Vorzugsrechte so gewiß geltend zu machen, als sonst Verzicht darauf unterstellt wird. In dem Termin soll ein Arrangemeni versucht, res|>. ein Gläubigerausschuß und Massecurator gewählt werden. Die Gläubiger, welche nicht persönlich oder durch gehörig bevollmächtigte Vertreter erscheinen, werden als den Beschlüssen der Mehrheit der Erscheinenden beitretend, behandelt. Gießen am 24. November 1854. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, -Br v. Krug, Stadtrichter. Assessor. Besondere Bekanntmachung. 73) Gießen. Für einen Waisenknaben im Alter von 7 Jahren wirb tim gute Pflege gesucht. Die näheren Bedingungen sind bei dem Unterzeichneten zu erfahren. Gießen am 15. Januar 1855. Der Armenkasserechner: Wittich. Bei stfjgerungt'N. 63) Gießen. Schiffbarmachung der Lahn. Donnerstag den 18. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll das Verschiffen und Anwerfen von 35 Gr bik-Klaftcr Steinen vom Steinbruch unter halb des hiesigen Bahnhofs auf das jenseitig rechte Lahnufer, an Ort und Stelle an den Wenigstnehmenden versteigert werben. Gießen am 13. Januar 1855. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen Holzapfel. 62) Gießen. Holzvcrstcigerung im Gießener Stadt walde. Montag den 22. Januar l. I., von Morgens 9 Uhr an, soll in dem hiesigen Stadtwalde, Schutzbezirk Fernewald, District Bruch und Bruderwinter, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werben: 10 Stecken Eichen-Prügelholz, 10% „ „ Stockholz, 2650 Wellen „ Reisholz, 19% Stecken Kiefern-Scheibholz, 54% „ „ Prügelholz, 27'/, „ Stockholz, 5850 Wellen „ Re sholz, 2% Stecken Fichten-Scheidholz, V/„ „ „ Prügelholz, 56% „ „ Stockholz, 6850 Wellen „ Reisholz, 100 „ Weiden- „ 125 „ Dorn- „ 150 Eichen-Stämme von 1167 Cubikf., 4 Kiefern- „ „ 96 „ 245 Fichten- „ „ 4126 „ 49 Eichen-Stangen „ 141 „ 53 Kiefern- „ „ 37 „ 3661 Fichten- „ „ 7079 „ Tie Eichen-Stämme haben einen Durchmesser von 5% bis 10% Zoll und eine Länge von 15 bis 35 Fuß; bie Kiefern- Stämme einen Durchmesser von 6 bis 12 Zoll und eine Länge von 20 bis 35 Gubikfuß; die Fichtcn-Stämme einen Durchmesser von 5'4 bis 11% Zoll und eine Länge von 25 bis 65 Fuß. — Die Eichen-Slangen haben einen Durchmesser von 3'4 bis 5 Zoll und eine Länge von 15 bis 20 Fuß; Cie Kiefern- und Fichten-Stangen einen Durchmesser von 1 bis 5 Zoll und eine Länge von 7 bis 50 Fuß Die Fichten-Stangen eignen sich zu Leiterbäumen, Hopfenstangen und für Weißbinder. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. April d. I. gestattet. Die Zusammenkunft ist am Bruch, auf dem Vieinalweg von Steinbach nach Annerod. Gießen am 12. Januar 1855. Groszherzogliche Bürgermeisterei Gießen. D. Ebel. 31) Gießen. Lel stoigi i lliig fon Straße »arbeiten. Die zur Unterhaltung der Staatsstraßen in dem Baubezirk Gießen für bas Jahr 1855 erforderlichen Arbeiten, bestehend in dem Brechen, der Beifuhr, dem Aufsetzen und dem Zerschlagen der Steine, sollen an den nachfolgenden Tagen und Orten an die Wenigstnehmenden versteigert werden, und zwar: I. Samstag d e n 20. Januar, Vormittags 10 Uhr, zu Kleinlinden in dem -Hause des Wirths Rin«, sür die Straße von Gießen über Langgöns bis zur Kirchgönser Gemarkungsgrenze, für Cie Straße von Kleinlinden bis zur König!. Preuß. Grenze, für bie Straße von Gießen gegen Reiskirchen bis Abthei- lungsnummer 10, und für bie Straße von Gießen bis zur Robheimer Gemarkungs- grenze; II, Montag den 22. Januar, Vormittags 10 Uhr, zu Lollar in rem Gasthaus zur Krone, für Die Straße von Gießen über Lollar bis zur Kurhess. Grenze; HL Dienstag den 23. Januar, Vormittags 10 Uhr, auf der Gansenburg, für die Straße von Gießen über Reiskirchen, von Abtheilungs- nummer 10 bis 52; IV. Donnerstag den 25. Januar, Vormittags 10 Uhr, in Rvbheim in dem Hause des Wirths Garl Schlierbach, für die Straße von Gießen nach Gladenbach und zwar von der Heuchelheim - Rvtbeimer Gemarkungsgrenze bis zur König!. Preuß. Grenze, jenseits Frankenbach; V. Samstag den 27. Januar, Vormittags 11 Uhr, zu Hermannstein in dem Gemcintehause, für Die Straße durch die Gemarkung Her- mannstein. Die resp. Grvßherzoglichen Bür- germelfter werden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. Gießen den 6. Januar 1855. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. 63) Krofdorf. Samstag den 20. Januar c., des Morgens 8 Uhr beginnend, soll zu Krofdorf in dem Gasthause zur Krone folgendes Holzmaterial aus dem Königlichen Krvfdorscr Walde, District Forst, '/. Stunde von Krofdorf gelegen, meistbietend versteigert werden. A. Eichenholz: 124 Eichen-Nutzholz-Stämme, 2,098 Gubikfuß, 8 „ Stangen, 52 Gubikfuß, 3 Klftr. Eichen-Nutzholz, 66% „ „ Scheitholz, 37% „ u Knüppelholz, 180 „ „ Reiser; B. Birkenholz: 1 Klstr. Birken-Scheidholz, 1'4 „ „ Knüppelholz, 2 „ „ Reiserholz; 19 C. Nadelholz: 13 Kiefcrn-Stäiume, 96 Cubikfuß, 63 „ Stangen, 206 „ 12*/4 Klstr. Kicfern-Scheidholz, 20'/« „ „ Knüppelholz, 115 V2 „ „ Reiserholz. Krofdorf den 10. Januar 1855. Der Oberförster: G ü m b e l. 64) Reiskirchen. Montag den 22. Januar d. I., Morgens um 9 Uhr, sollen in hiesigem Gemeindewald, Distrikt Beureberg, ohnweit der Staatsstraße, nach- stchenoe Hclzsortimeute öffentlich meistbietend versteigert werden, als: 139 Stecken Buchen-Scheidholz, 29 „ „ Prügclholz, 3ti „ „ Stockholz, 1200 Cubikf. Buchen- u. Eichcn-Wcrkholz. Der Anfang ist in dem Distrikt Beureberg. Reiskirchen am 10. Januar 1855. Großherzogliche Bürgermeisterei Reiskirchen. Schäfer. (><>) Wieseck. Montag den 22. Januar p. I., Vormittage 10 Uhr, sollen in dem Psarrhvfe dahier verschiedene Ackergeräthschäften, worunter ein Wagen nebst Zugehör, Pflug und Egge, sodann gegen 100 Gentner des besten Heu's und i Grummets, sowie eine Parthie Stroh i.nd f Dickwurz, gegen baare Zahlung öffentlich versteigert werden. Wieseck am 15. Januar 1855. Großherzogliches OrtSgcricht Wieseck. Paus ch. Z13) Rod heim. Donnerstag den 18. Januar d. I., Morgens 10 Uhr, soll in dem hiesigen Gemeindewald, Distrikt Heilige-Bangert, nachstehendes Holz öffentlich versteigert werden: 7 Stecken Buchen-Scheidholz, 5 „ „ Prügclholz, 2 „ Aspen- „ 106 '/2 „ Buchen-Stockholz, 25 Haufen Kiefern- Bohnenstangen. Notheim den 11. Januar 1855. Großherzogliche Bürgermeisterei Rodheim. Wagner. Feilgeboten. 6S) Gießen. Feine Bimsieinseise, per Stück 9 fr. und 16 fr., H. Lejeuue's Frostballeuftife, Mittel zur Heilung erfrorner Glieder, per Stück 12 fr., Englische H leckseift, womit Flecken aller Art entfernt werden, per Stück 12 fr. bei Earl Frech 71) Gießen. Trockenes Buchen-Scheid- holz verkauft L. Klinkcl auf dem Reichensand. 72«) Gießen. Mehrere zweispännige Tchlikten sind zu verkaufen bet Wilhelm Mai in der Schloßgasse. tif)) Gießen. Mit König!. Sächsischer Concession —— 9t a 11 e ii - K räute Bewährtes Mittel zur Vertreibung der Mäuse und Natten. Dieselben sind durchaus frei von allen giftigen Bestandtheilcn und können weder Menschen noch Hausthiercn etwas schaben; sie besitzen aber die Eigenschaft, daß die Räume, in welchen sie nach dabei befindlicher leicht anwendbarer Vorschrift aufgestellt sind, nach kurzer Zeit von Mäusen unk Raiten geflohen und gänzlich verlassen werden. — Preis für die Glasbüchse, ' Pfv. enthaltend, 54 fr. und '/« Pfd. 30 fr. Verkaufs-Depot für Gießen unk Umgegend bei: ($arl Frecd. 1) der Friedlich Wilhelms-Nord-Bahn, 2) „ Weftpbattschen Bahn, 3) „ Main-Weser-Bahn, 4) „ Main-Neckar Bahn, 5) „ Badischen Bahn, 6) „ Taunus-Bahn, 7) „ Franksurt-Höchst-Sodener Bahn, 8) der Frankfurt Hanau-Würzburg Bam- berger-Babn, nebst 0) „ Bamberg - Nürnberg - Münchener- Babu , 10) „ Offenbacher Babn, 11) „ König!. Preuß. Saarbrücker Bahn, „ Bayerischen und Großh. Hessischen Ludwigs-Bahn bis For- hach und Paris, sowie der Main - Dampfschiff. Fahrt, einer Eisenbahn-Nauten-Aarte und Verzeichniß der SehensWÄrdigteiteR wn Gießem, in Westentaschen - Format, P-reis 6 kr., sind stets vorräthig bei G. P. Brüht I., Canzleiberg. 2332) Gießen. Lager in allen Sorten grünem und schwarzem Thee, als: Peccoe, Souchong, Imperial, Perl, Haysan, Blom -c. Sämmt- liche Thee's sinv elegant in '/«, % und 1 T - Packet gepackt und eignen sich als Geschenke. W. Z u r b u ch. 33) Giessen. Ziehungen am 1. Februar. Nassauische 25-fl.-Loose, höchster Preis 2001)0 ll , Badische 50 - fl. - Loose , höchster Preis 35000 fl. Original - Obligations - Loose zu den Tagescoursen im Geld- und Wechselgeschäft von v. K. Worms, Wallthor, A. 139. ^1) Ein vollständiges Schmiedewcrk- zeug ist billig zu verlausen. Bei wem? sagt Ausg. d. Bltts. Zu vermiethen. SO) Gießen. In meinem Hause auf dem Neuenweg ist eine kleine Familienwohnung zu vermiethen. L. F. Höfter ei ch< 2432) Gießen. In dem Habe- nicht'schen Hause am Kirchcnplatz ist die untere geräumige Wohnung, sowie noch ein kleineres Familien-Logis anderweit zu vermiethen. Georg Loos. 2082) Gießen. Eine Stube mit Cabinet, mit oder ohne Möbel, ist in Lit. D. Nr. 33 in der Marktstraße, zu vermiethen. 2495) Gießen. Das der allgemeinen geistlichen Wittwenkasse gehörige Wohnhaus in der Wallthorstraße, neben Frau Hofgerichlsrath Müller, bestehend in 12 bewohnbaren Pieren, 3 Bodenkammern, Räucherkammer, Magdkammer, einem geräumigen Speicher, Waschküche, einem sehr großen gewölbten Keller, nebst einer Pumpe nut vorzüglichem Trinkwasser, sodann Scheuer und Stallung, am 1. April dieses Jahres beziehbar, ist zu vermiethen. Die näheren Bedingungen sind bei dem Unterzeichneten zu erfahren. Gießen im Januar 1855. Der Rechner der allgemeinen geistlichen Wittwenkasie. Martin, Universitäts-Rentamtmann. 2087) Gießen. Das von Herrn Avvocat Wolf bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und am 1. April d. I. zu beziehen. M. Homberger und Löwe vor dem Wallthor. 46) Gießen. Ein kleines Logis ist anderweit zu vermiethen bei N. Wendel. B e r m i s ch t e N a ch r i ch t e n. Der Bettlerunfug. Mit Vergnügen nimmt man in Gießen ein Zusammengreifen der Behörden und Privatvereine wahr, um dem Bettlerunfug wirksam zu steuern. . ,r. Das Fechten der wandernden Handweiksbursche, die in der Zahl von 5000—6000 lm Jahr unsere Ltadt durchzogen, ist durch die Wirksamkeit des dahier bestehenden Armenvereins schon lange gänzlich abgestellt, dem Andrange der Armen vom Lande vermochte dagegen der Verein bei der durch zweijährige Theuerung gesteigerten Roth in der letzteren Zeit nicht ausreichend zu Die neuerlich getroffenen zweckmäßigen Maßregeln haben aber auch in dieser Beziehung schon jetzt wesentlich gebessert und lassen eine durchgreifende Abhülfe erwarten. m Die Polizeibehörde fahndet jetzt mit erhöhter Strenge gegen die Bettler, begnügt sich jedoch nicht damit, dieselben nur dem Gerichte zu überweisen, sondern es wird jeder Bettler über die Gründe, die ihn zum Betteln veranlaßt haben, vernommen und hierauf von dem Kreisamte eine nähere Ermittelung der Verhältnisse durch Vernehmung der Lokalbehörden bewirkt. Auf diese Weise nur kann es gelingen, die wahrhaft Hülfsbedürsligen von der Masse arbeitsscheuer Müßiggänger zu unterscheiden und für Erstere die Hülfsleistung der Heimathsgemeinden zu erzwingen, beziehungsweise die Mildihätigkeit des Armenveretns für sie zu erwirken, während die Letzteren, °der strengsten Wachsamkeit der Polizei signalisirt, unnachsichtlich zur Strafe zu ziehen sind. Was das Betteln der Kinder anlangt, so werden die neuerdings eingeschärften Bestimmungen, »ach welchen die Eltern zur Strafe gezogen werden, guten Erfolg haben. Ueberdies hat der hiesige Armenverein beschlossen, feine Gaben in der nächsten Zelt zu verdoppeln. Sodann t|t die Anord- nung getroffen, daß vom Armenverein unterstützte Personen, welche dennoch betteln, nach srnchtloscr einmaliger Verwarnung der Unterstützung verlustig werden. . Es ist somit dahier Alles geschehen, was in Ermangelung positiver Gesetze, welche zum Arbeits - und ErziehungSzwang berechtigten, zur Abstellung des Bettelns nur immer möglich ist. _ , , Hoffen wir, daß das Publikum, dies anerkennend, nun auch in erhöhtcrem Maaße sich bei dem Armenverelne bethemgen, und dessen mildthätige Zwecke nach Kräften befördern werde. Gießen im Januar 1855. 2469) Darmstadt und Mainz. Zu der in Mainz am 1. Juni 1855 unwiderruflich stattfindenden Ziehung der großen Kunst-, Industrie- und Geld-Lotterie sind bis zum l. März 1855 Loose, 1 Stück a 7 fl. — 6 Stück, wobei ein sicher gewinnendes, für 35 fl. — Plane grat,«, zu beziehen durch das Handlungshaus I. Wachmann und Comp. in Mainz oder dessen Agenten. Die Verloosungö - Commission. (Hierzu eine Beilage.) Beilage zu 31 5 des Anzeigeblattes. Vermischte Nachrichten. --SP '-#5 §-^ ...........4 1 Pfund Waizenmehl.......8 1 „ qeschw. Borschuß.....9 ’4 ii in er ruiig. Bei einer Quantität Fleisch von 10 Bfni'v Dürfen im steigenden und fallenden Verhaltniß nicht mehr als N/r Pfd- Zugabe befindlich sein. Frucht- und Mehlpreise von nachbenannten Städten und Fruchtmärkten. Ort und Datum. 9ß a i j e n. Korn. G e r st e. Hafer. Kartoffeln. Anf- ge- fahreu Mltr. Ser. faust Mltr. Mittelpreis vorn Malter. Auf- 9e.- fahreu Mltr. Verkauft Mltr. Mittelpreis vom Malter. Aufgefahren Mltr. Verkauft Mltr. Mittelpreis vom Malter. Aufgefahren Mltr. Verkauft Mltr. Mittelpreis vom Malter. Auf- ge- fahreu Mltr. Verkauft. Mltr. Mittelpreis vom Malter. Pf. fl. fr. Pf. ft Er. Pf. fr. Pf. fl. fr. Pf. | fl. |fr Gießen, 12. Januar 251 * 242 200 16 8 70 65 180 13 27 1551 104 160 8 54 — 84 120 5 41 — 7 200 4 25 Lich, 12. 49 49 200 16 — 18 18 ISO l; 35 24 24 160 8 50 11 1 1 120 0 36 4 4 200 3 30 Butzbach, 12. „ 363 s 295 200 16 8 77 611 180 13 29 97' 44 160 8 19 911 731 120 5 28 ioz 16z 200 3 54 Grünberg, 12. „ 211 21 l 200 16 — 92 92 180 13 38 129 129 160 8 25 22 z 22z 120 5 14 — — Hungen, '2. „ 60 40 200 15 40 12 8 180 14 — 21 8 160 8 30 18 15 120 5 15 —— — — — _ Friedberg, 12. „ 122IJ 1153$ 200 16 38 115} 88 j 180 13 ?8 243' 196 160 8 21 123 79 120 5 22 24 z 14* 200 4 6 Nidda, 12. „ 11 200 15 56 — 11 190 13 6 _ 4 170 8 30 _ 5 120 5 22 — _ _ Biedenfopf, 12. „ 8 8 200 15 53 18f 18| 180 12 50 8z 8z 160 9 36 42 42 120 5 18 — _ _ __ Echzell, 12. „ 170 1 122 j 200 16 16 84 7' 180 11 4 94' 39z 160 8 Mainz, 5. — 11050 |200|17)37 403 180 13 30 — 637 | 160 8 45 — 173 120 5 35 — — — — — Gießen: Sodann wurden noch 5s Mltr. Erbsen im Mitielpreis z» 11 fl. 36 fr. ä Mltr. und 5 Mltr. Wicken im Mittelpreis zu 9 fl 12 ft. ä Mltr. verfauft. Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.