s Abonne- Auzeigeblatt tes, t. nerations- -ließlich und An- für die Stadt uad den Kreis Gießen. M IKÄ. Sonnabend den 31. Decenrber 1833. rschti« wöch-ntlich zw-i Mal: Miltwoch itno Sonnabend. — Pr-iS des Jah.-gaogS :fix ’Sinpei nir~!?e l fl. 30 fr., für Answärtlgk ind. Postaisschlagr 1 ft. 39 h. — uPmärtS abonnirr man ftn n t m a ch u n g. Das Auzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen erscheint auch im nächsten Jahr wöchentlich 2 Mal, m Mittwoch und Sonnabend. Avertissements jeder Art, welche längstens bis Dienstag Morgens 9 Uhr n die Expedition eingesendet werden, finden in dein am Mittwoch erscheinenden und diejenigen, welche längstens is Freitag Morgens 9 Uhr. eittgcheu, in dem am Sonnabend erscheinenden Blatt Ausnahme. Die Pränu- Iteration für das ganze Jahr ist für Einheimische 1 fl. 30 fr. incl. Bringerlohn; für Auswärtige: für das MZe Jahr incl. des Portos und Postgebühren i sl. 3 ) fr. Da mit dem 3 l. Lecbr. d. I. das laufende Abonnement auf das Auzeigeblatt für die Stadt und den Kreis ließen schließt und mit dem I. Januar 1851 ein neues beginnt,' so ersucht man auswärtige Abonnenten sich wegen liibestcllnng dieses Blattes, an die ihnen zunächst gelegenen löbl. Postämter und Einheimische an die Expedition ieseö Blattes zu wenden. Für einheimische Abonnenten wird noch bemerkt, daß die Pränumeration nur gegen gestempelte und von uns »iterschriebene Quittung zu zahlen fei. Die Expedition öes Anzeigebtattes für die Stadt und den Kreis Gießen. Gießen am 24 Decembcr 1853. ,0t f, ©uiniana t, empfiehlt um bkstlB über dessen Verwendung Beschluß zu fassen. K ü ch l e r, Geheimer - Regienings - Rath. Zu Ne. K. Ä. G. 9980. Betreffend: Das Mitnehmen schulpffichtiger Kinder auf Reisen, hier insbesondere d is von der GroKH. Badischen Staatsregierung erlassene Verbot. Das Großherzogltch Hessische . an sämmtliche Großh. Local-Polizeibeamte des Kreises. Jtn,er Bezugnahme auf mein AuSfchreiben vom 3. d. Mts. werden Sie hiermit in Kenntn'ß gesetzt, daß auch die Großh. javgche Regierung sSmmtlichr Polizeibehörden angewiesen hat, das Reisen schulpflichtiger Kinder oder solcher, welche dieses Älter . zu haben, gar nicht erreicht haben, mit Kleinhändlern, Schauträgern und ähnlichen Individuen nicht mehr zu gestatten und im Falle .— --■ Jf1 ?anfce betreten werden, sogleich auf der nächsten Route über die Grenze in ihre Heimath zu verweisen. onläneer der bezeichneten Art, welche in das Großherzoglhum Baben reisen wollen, haben Sie auf diese Bestimmunaen sufmerkiam ,u machen. K ü ch l e r. J Oeffentliche WWaWW ' "• L . $011, ber ^ur Zeit des Nothstandes im Jahre 1846 gegründeten Suppenanstalt dahier ist seiner Zeit ein kleines Kapital ''üedlieben, dessen Berwendnng für den Eintritt ähnlicher Bedrängn'ß aufbewahrt werden sollte. Bei der Strenge dieses arten: pr. W, " und der allgemeinen Theuerung scheint jetzt der geeignete Zeitpunkt hierfür gekommen zu fein. Hr. Koch mbßl. 3ch lade deshalb alle Diejenigen, welche früher durch Beiträge zu der Suppenanstalt m Bildung des vorhandenen Kapital- >tt: Hk. seit Ms mitgewirkt haben, ergebenst ein, •a,m»nn>Hufti' Dienstag d e n 3. Januar k. . Nachmittags 3 Uhr, Mer Generalversammlung auf dem Rathhanse dahier sich eiiizufinden, um Gießen den 28. Decembor 1853. 672 Ernennungen. Bezirksbote Heimreich dahier zum Bezirksboten deS II. Bezirks an die Stelle deS auf fein Nachsuchen entlassenen bisherig Bezirksboten Hartmann. Schneidermeister Karl Petri dahier provisorisch zum BezirkSbotcn deS III. Bezirks. K ü ch l e r. Polizeiliche Bekanntmachung. Gefundene Gegenstände. Ein Perspectiv, ein Pelzhandschuh und ein Gummi-Ueberschuh. Diese Gegenstände können von den Eigenlhümern auf btm Großh. Polizeibürean dahier in Empfang genommen werden. Gießen am 30. December 1853. Der Großh. Hess. Polizei-Commiffär _____________L. Nove r. Gerichtliche und Privat-Bekanntmachungen Besondere Bekanntmachungen. 26ttZl) Gießen. Die Rechnung der hiesigen Spar- und Leihkasse für daö Jahr 1852, welche der Hauptversammlung der Vereinsmitglieder Vorgelegen hat und nunmehr an Gr. Oberrechuungskammer zu Darmstadt zur Revision abgegeben Worten ist, hat folgende Resultate geliefert, welche dem Publikum in nachstehender Uebersicht bekannt gemacht werden. A. Das Activ-Vcrmögen beträgt: 1) an Kassevorrath und Werth an Mobilien ... . . . . . . 19,028 fl. 19h. 2) an Capiialien, welche von 3570 Debitoren — also durchschnittlich mit 62 fl. von einem verschuldet und mit 5% verzinset werden ........ 221,540 « 34 „ 3) an ausstehenden aber noch nicht fälligen Stückzinsen ...... 5,538 ,, — « 4) an Jahreszinsen, welche zwar fällig aber noch nicht bezahlt worden sind . . ___________219 » 48 « Summe 246,326 fl. 41 ttT B. Das Passiv-Vermögen beträgt: 1) an Einlagen, welche von 2510 Creditoren — also durchschnittlich 93 fl. von einem — zur Kaffe gegeben und von dieser mit 3% % verzinset werden .... 233,832 fl. 23 fr. k 2) an fälligen aber von den Gläubigern noch nicht empfangenen Zinsen .... 41 „ 22 » 4) Hierzu den Reservefonds mit . . . . . . • > ■ _______12,452 » 56 Summe 246,326 fl. 41 fr. Die Einlagen enthalten: a) 15,000 fl. von öffentlichen Dienern, b) 88,000 n von Künstlern, Professionisten und Landwirthen, c) 32,000 „ von Curatoren für Minderjährige, Abwesende und von Eltern für ihre Kinder, d) 4990 „ von Rechnern für Privatunterstützungsvereine, e) 21,700 » von männlichen Dienstboten, f) 72,142 „ 23 tr. von weiblichen Dienstboten. . An würdige Dienstboten und Arbeiter, die durch Einlagen Gläubiger der Anstalt geworden sind, wurden auf den Gru der vorliegenden Beschlüsse 159 fl. 25 fr. als Prämien verlheilt. , Die Beiträge, welche zur Gründung und Erhaltung der Industrieschulen geleistet wurden, betragen nur 112 fl. 30 weil die Gemeindevorstände im Jahr 1848, die gedachten Schulen bis auf wenige, haben eingehen lassen. , Im laufenden Jahre sind an mehreren Orten neue gegründet worden, für deren Fortbestand Beiträge wieder bewi j worden sind. _ Gießen am 24. December 1853. Der Director deS Ausschüsse Eckstein. 2637) Gießen. Die zurückzuzahlenden Einlagen aus der Stellvcrtretungs-Affecuranz-Anstalt betreffend. Diejenigen in der Stellvertretungs-Asse- curanz versicherten Loospflichtigen des Jahres 1853, welche von den Recrutirungs-Commis-; fronen und den Recrutirungsräthen für utt- ; tauglich erklärt oder in das Depot gesetzt worden find, werden wegen des Zurückempfangs ihrer Einlagen auf die in der Darmstädter Zeitung, Nr. 353 auf der letzten Seite enthaltene Bekanntmachung des Vorstehers der Stellvertretungs - Anstalten aufmerksam gemacht. Gießen den 28. December 1853. Der Gr. Bürgermeister D. Ebel. Frankfurt a. M. Vom 1. Januar k. I. an wird die Marburg-Arolse- ner Peisonenpost Morgens 8% U6r 0111 Marburg abgeferligt, so daß sie mit W Schnellzuge von Cassel, so wie mit w ersten Zuge von Frankfurt eintreffenw Reisenden (vom Marburger Bahnhofe a noch Weiterbeförderung mit der genau» Post finden. Die mit der Marburg'Arolsener Post i- Sachsenberg in Zusammenhang fiepen , wöchentlich viermalige Vöhler Persouenp1 courfnt ' Sonnte Freitai Franks General-' F' 2631 Griebel d 26/ 17 '277 1 1 Riegelpfai soll Don auf dahie öffentliche Gießen 26a; Versteig Die zu in dem B, erforderli, Brechen, dem Zers nachbenar Wenigstfc zwar: I. Dien in dem Straße v ner Marl göns bis II. $ zu Kleinl Rinn fü Mark üt markung r linden bi für die i Heimer C III. D zu Lollai die Stra markungr Grenze; IV. auf der Gießen t V. ( zu Steil Paulus ßen gege VI. zu Rvdl 673 n bisherig ern auf btm nmiffär Versammlung (eben Worten 3 fl. 19 h. 3 ff 34 n 8 ti — ii A ii 48 ii > fl. 41 fr. 1 fl. 23 fr. ! 1 „ 22 » 2 ff 56 n 6 fl. 41 fr. f den Grund' 2 fl. 30 fr, der bewillig schusies 3% Uhr a«i. i sie mit W| wie mit M : eintreffentn Sahnhofe ad ier genannter ifener Post I1 ung stehens Personenp»« courfirt vom 1. Januar k. I. an am Sonntag, Montag, Mittwoch und F reitag. Frankfurt a. M. den 28. Decbr. 1853. General-Direction der Gr. Hess. Posten: Freiherr von Dörnberg. Versteigerungen. 2651) Gießen. Das der Wiitwe Griebel dahier gehörende Grundstück, Flur 2%„ 176 lHKlstr. haltend, am untersten Riegelpfad neben Joh. Wießmann gelegen, soll Donnerstag den 5. Januar 1854, Nachmittags 2 Uhr, auf dahiesigem Rathhaus meistbi etend, durch öffentliche Versteigerung verkauft werden. Gießen den 29. December 1853. C. Weidig. 2643) Gießen. Versteigerung von Straßenarbeiten. Die zur Unterhaltung der Staatsstraßen in dem Baubezirk Gießen für das Jahr 1854 erforderlichen Arbeiten, bestehend in dem Brechen, der Beifuhr, dem Aufsetzen und dem Zerschlagen der Steine, sollen an den nachbenannkten Tagen und Orten an die Wenigstfordernden versteigert werden und zwar: I. Dienstag den 2. Januar 1854, Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhaus zu Langgöns für die Straße von Butzbach bis durch die Lindener Mark und für die Straße von Pohl- göns bis zur Königl. Preuß. Grenze; II. Mittwoch den 4. Januar, Vormittags 10 Uhr, zu Kleinlinden in dem Hause des Wirths Rinn für die Straße von der Lindener Mark über Gießen bis zur Wiesecker Gemarkungsgrenze, für die Straße von Kleinlinden bis zur Königl. Preuß. Grenze und für die Straße von Gießen bis zur Rod- Heimer Gemarkungsgrenze; III. Donnerstag den 5. Januar, Vormittags 10 Uhr, zu Lollar in dem Gasthaus zur Krone für die Straße von der Gießen-Wiesecker Gemarkungsgrenze über Lollar bis zur kurhess. Grenze; IV. Freitag den 6. Januar, Vormittags 10 Uhr, auf der Gansenburg für die Straße von Gießen bis Lindenstruth; V. Samstag den 7. Januar, Vormittags 10 Uhr, zu Steinbach in dem Hause des Wirths Paulus Gerhardt für die Straße von Gießen gegen Lich; VI. Montag den 9. Januar, Vormittags 10 Uhr, J« Rodheim in dem Hause des Wirths Schlierbach für die Straße von Gießen nach Gladenbach und zwar von der Heuchelheim-Rodheimer Gemarkungsgrenze bis zur Königl. Preuß. Grenze jenseits Frankenbach. Die resp. Gr. Bürgermeister werden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. Gießen den 29. December 1853. Gr. Kreisbauamt Gießen Holzapfel. 2650) Gießen. Die dem Fuhrmann Christian Pfaff gehörenden Immobilien, welche bei der am 20. October abgehaltenen Versteigerung abermals keine Genehmigung fanden, sollen nunmehr Donnerstag den 5. Januar 1854, Nachmittags 2 Uhr, nochmals versteigert werden, mit dem Bemerken, daß dem Meist- und Letztbietenden mit dem Zuschlag, wenn die Gebote der Taxation gleichkommen oder auch nur derselben annähernd sind, die Genehmigung । ertheilt werden soll. Gießen den 29. December 1853. C. Weidig. 2649) Gieß en. Das dem Peter Bergmann gehörende Grundstück, Flur 40/72 264 üÄIftr. haltend und in der Schwarzlach gelegen, soll nunmehr Donnerstag den 5. Januar 1854, Nachmittags 2 Uhr, auf dahiesigem Rathhaus versteigert werden. Gießen den 29. December 1853. C. Weidig. Feilgeboten. 2477) Gießen. Unterzeichneter em* stehlt fein Lager in mehreren Sorten grünen und schwarzen Thee, Gewürz-, Gesund- heitS- und Vanille-Chocolade, Ceylon- und Java-Zimrnet, Vanille, Rosinen, Corinihen und Mandeln re. Julius Wallach. 2628) Gießen. Feine Punsch* Essenz ist zu haben, die Bouteille zu 54 fr., bei Wittwe Mailänder, SelterSweg, Lit. C. Nr. 72. 2529) Gießen. Rum-, Arrac- und Ananas-Punsch-Essenz, sowie Bischoff-Essenz empfiehlt zu sehr billigen Preisen Julius Wallach. 2362) Gießen. Lager in allen Sorten grünem und schwarzem Thee, als: Pcccoe, Souchoug, Pouchong, Perl, Imperial, Haysan, Blom rc., in y4«, •/,* und 1 Pfund-Packet, elegant verpackt, zu Geschenke eignend; ferner empfehle ich feinsten Jamaica-Rum, Arrac de Batavia, Punsch-Essenz, Johannisbeerwein, Bordeaux, St. Esphete, Bischoff-Essenz rc.; Chocolade, alle Sorten, Ceylon-, Java- und chinesischen Zimmt, Vanille, Chinois, Orangeat, Citronat rc.; Stearinlichter, Offenbacher Talglichter rc. W. Zurbuck. H 2532) Gießen. Aeucste specielle Karte der xx cB Europäischen Türkei von F. Handtke, größtes Landkarten- 06 M format, 36 fr. — Dessen Karte des Kaukasus (Kriegsschau- M T Platz in Asten) groß Format, 36 fr. — Dessen Karte von Kuss- M XX land, 36 fr. — Sohr Berghaus Karte der Asiatischen H Türkei, 18 fr. — Dessen Karte der Moldau und xx Z6 Wallachei, 18 fr., vorräthig in allen Buch- und Kunsthandlungen, xx in Gießen bei I. Ricker. 2575) Gießen. Besten Cuba-Honig und vorzüglichen körnigen Land-Honig zum Gebrauch in der Haushaltung, sind billig zu haben bei W. Zurbuch. 2460) Blankenburg. Blankenberger Fichtennadel-Docret, das Achtel-Eimer-Fäßchen zu 3 Thlr. u Blankenburger Flcbtennadel-Scife, das Stück.zu 5 Sgr., welche beide sehr beilbringende Ällrkungen für die in !im> Gebrauchsanweisung bervorgehobenen Krankheiten bewiiken, ist zu beziehen durch die Redaclion des Gießener Anzefi, blatt es oder direcl von der unterzeichnete Direction. Gebrauchsanweisungen werden gratis beigegebe». Direction der Badeanstalt Blankenburg in Th ü ringen. Der Universitäts-Wand- und Ndreß-Kalender von Gießt! für das Jahr 1854 ist zu haben bei ~ G. D., Brühl /, __ am Canzleibcrg. Zu vermiethen. 2647) Gießen Das seither von Hrn. Bauanfseder Kohrell bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und kann am 1. April 1854 bezogen werden. Philipp Römer in der Flügelsgasse. 2632) Gießen. In meinem Hause ist ein Zimmer, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen. I. I sterling. 2633) Gießen. Bei Unterzeichnetem ist eine Familienwohnung zu vermiethen und am 1. März 1854 beziehbar. Fr. Führer in der Löwengasse. 2646) Gießen. Eine Familienwvh- nung ist zu vermiethen bei Heinrich Seuling, Lohnkutscher, in der Flügelsgasse. Vermischte Nachrichten. 2648) Gießen. Den Interessenten I der Viehanecuranz dahier wird hierdurch eröffnete daß bei der am 27. Deeemder d. I. vollzogenen Wahl als Vorstandsmitglieder bestimmt worden sind: I. P. Möhl, Metzger, zum Präsident,! Ehr. Iughardl, Wirth, zum Rechner, Andr Weidig, Wirth, zum Comroleur; zu Vorsteher: 1) Wilh. Planck, Metzger, 2) Gg. Lony, Metzger, 3) Earl Steinberger, Bäcker, 4) Wilh. Lindenstrnth, Oeeonom, 5) PH. Zimmermann, Metzger, 6) Friede. Lampus, Speisewirlh, 7) Moritz Kreiling, Wagner, 8) Johs. Marr, Oeeonom, 9) Andr. Weidig, Metzger und Spei- sewirth. Ferner wird bemerkt, daß die Rechnung von 1853 nach §. 6 der Statuten 14 Tage ^ang bei dem Unterzeichneten offen liegt. Die Häute von dem zu schlachtenden, so- w e von dem fallenden Vieh, sollen für das Jahr 1854 Samstag den 8. Januar 1854, Abends halb 8 Uhr, in der Wohnung des Hrn. Ludw. Herbert, meistbietend, unter den bekannt zu machenden Bedingungen, versteigert werden. Gießen den 29. Deeember 1853. Der Präsident: I. P. M ö h l. 2636) Gießen. Ein BurnuS ist in hiesiger Stadt verloren worden; btr redliche Finder wird ersucht, denselbm ki Louise Petzberger abzugeben. . 2635) Gießen. Donnechag bni 5. Januar beginnt wieder der Untoiit in meiner Anstalt. Dr. Steinmetz. 2643) Gießen. Sonntag ta 1. Januar 1854 T a ii z m nsik im Promenadehaus. Th. km ....... | M 2633) Gießen. W Geschäfts - Local - Veränderung. W Mein Laden befindet sich .jetzt in den! von mir erkauften Z W H a ft'schen Hanfi am Marktplätze, gegenüber des Herrn Kaufmann M' Oe sich. i V Alexander Mayer. jsio) Anzeige für Druchleidende. Dem Unterzeichneten, schon viele Jahre ausschließlich mit Heilung von llnte leibsbrnchen beschäftigt, ist es gelungen, ein sicheres Heilmittel für dieses so lastt liebel zu entdecken. Es ist nicht meine Sache, davon viel Rühmens zu machen, m dieses Mittel empfiehlt sich durch seine überraschenden Wirkungen schon selbst. 2^ ee für Menschcnpflicht, das Mittel auch den entfernten Rebenmenscken zugänglich machen. Da aber in öffentlichen Blättern für alle nur möglichen Krankheiten F mittel angeboren werden, bei' deren Gebrauch der Leidende sich oft bitter fltW fühlt, man also mit Recht gegen jedes neue Mittel mißtrauisch ist, so mache im y mit Jeden darauf aufmerksam, daß man auf srankirte Briefe unentgeldlich > Schriftchen von mir erhält, worin die Wirkung deö Heilmittels, sowie die Hejlmet o gezeigt wird. Dem Schriftchen ist auch eine Sammlung von Zeugnissen aus »> schiedenen Gegenden beigegeben. Bei diesem Anlässe warne ick Jedermann vor „Betrüger" KaSpar Menet in Gais, welcher die Leidenden durch sein änged» t Heilmittel auf die schamloseste, Weise betrügt. r.J Damit die Leidenden dem Schreiben überhoben sind, so kann das besagte chen gegen eine Porto-Entschädigung von 6 fr. durch die Erpedition die;eo S1! bezogen werden. Krüsi Altherr, prakt. Drnckam, in Gats, Kt. Appenzell A. Rh. (Sstwm) < ki-iderfi Balser, Bieler, Dr. B Brühl Buff, j Dr. D Dietz, ' Dr E. Ebel, Ü Dr. CSi Frau S Dr. Fr Fulda, !>r. l». von G von & He ni em T Soni in den A bürg. (5 Mi eva ngc M. orgc Nachmi Den Martin S dchjex. ix 3 m ' sind, jur Cassel u. Büttner v Frankfurt v Echzell Frankfurt, 675 3 Thlr., fojj Pie in nnfo er Anzej,, Lburg Zisßei kühl I, ibcrg. n Burnus worden; bir , denselben Ki ben. ibnneiilaq bni der Untetriitl 51 einntej. Sonntag ta sik T h. ?M11. WWN ' |1?'1 F! 1 I 4 crfiiuftcn K ausmann ß l »er* I DWKW von Hilft •feg so läftii machen, t» bst. Ick Hs zugänglich!" mlheileu J)«1' itter fletäiffl rache ich W1’ geldlich 111 e Heilmech^ ssen aus w mim vor b» in ongebM -sagte Schli oie;ed Blobk Brndmr.il, (Schweiz) Mit Bezugnahme auf die Bekanntmachung in Rr. 101, 102 und Gießen. kmdcrschule mit milden Gaden bedacht: Balser, Hofgerichiö- Eecrelär Bieler, Rendant. Dr. Birnbaum, Kanzler. Brühl I., Buchdruckereibesitzer. Buff, Hofgerichtsrach. Dr. ©eurer, Professor. Dietz, Gehcimerath. Dr Eckstein, Hofgerichtsadvorat. Elul, Bürgermeister. Dr. Engel, Kirchenrath. Frau Advoeat Faber. Dr. Frankenfeld, Stallmeister. Fulda, Tabaksfabrikant. Dr., (»eilt, Gymnasial-Director. von Grolmann I., HofgericklSralh. von Grolmann II., Hofgerichtsrath. Heinemann, Buchhändler. Die Namen Dr. Hesse Profesor. Dr. Jhering, Professor. Kehr, Rechner der Spar- und Leihkaffe. Kerz, Rittmeister. Dr. Knobel Professor. Kücbler, Geheimer Regierungsrath. Graf Lehrbach, Obersthosmarschall. Leichtweib, Hauprcassier. Müller, Gasthalrer im Einhorn. Dr. Neuner, Professor. Noll, Pater, Kaufmann. Dr. Phobus, Professor. Pietsch, Regierungs-Llsseffor. Ricker, Buchhändler. Dr. v. Rügen, Geheimerath. Rumpf, Hofgerichts-Advocat. Dr. Rumpf, Gymnasiallehrer. 103 dieses Anzeigeblatts haben die Kleim Dr. Schaum, Gymnasiallehrer. \ Dr. Schilling, Professor. j Dr Schmid, Professor. ! F. S. i Dr. Schmidt, praktischer Arzt. ! Schön, Postmeister. i Schuster, Obereinnehmer. । Dr. Sund heim, Syndicus. I Dr. Umpfenbach, Professor. i Walz, Haupttollamrs-Controleur. | Dr. Wasserschleben, Professor. Weber, Hofgerichtsrath. i Wittich, Polizeibüreau-Gehilfe. j Wortmann, Hofgerichtsrath. j Dr. Zamminer, Professor. । Fr. Z. I der noch weiter Beitretenden sollen in der nächsten Nummer dieses Anzeigeblatts bekannt gemachst werden. W 263L) Gießen. Theater im Lei buchen Saale. Sonntag den i. Januar 1854 e ii n L entc fein Geld b a b e n, o^er Die WeiHNKchtsbesch-eermwg* Komisches Charakterbild mit Gesang in 3 Abtheilungen. Entt'6 21 -Hin ch!) er T fl nzu nterh n liuitg. fr. Kasskliöffnung 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. C. Mathias. Frischbäcker zu Gießen Sonntag d e n 1. Januar 1854. Karl Noll in den Nemnbäuen August Noll aus der Mäus- burg. Christian Ocke! in der Neustadt. Krr'ehttche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. G o t t e s d i c n st. Am N e u j a h r s t a g c 18 5 4. Morgens 4 Kirchenratb Dr. Engel Nachmittags: Pfarrer Landmonn. o 0 ii 1 i t t c. Den 26 Deeember. Philip». Andreas Martin Wilhelm Bärrn, Bürger und Schreiner dahjer. des verstorbenen Lazarethver Walter, Friedrich Bärrn, ehelicher Sohn; und Luise Wilhelmine Elise Johannette Kümmel, des hiesigen Bürgers und Gärtners, Philipp Kümmel, eheliche Tochter Den 27. Deeember. Karl Frsdrich Ludwig Gewmer, Bürger und Schuhmachermeister in Homburg vor der Höhe, des verstorbenen dasigen Bürgers und Strumpkwebermeisters, Peter Gemmer, ehelicher Sohn; und Emilie Gertrude Eleonore Ott. des verstorbenen hiesigen Bürgers und Schuhmachermeisters, Philipp Leonhard Ott, eheliche Tochter. Getaufte. Den 25. Deeember. Dem Bürger und Schriftsetzer, Theodor Emil Loos, ein Sohn, Fried- i rich Emil, geboren den 8. Deeember. Den 2 6. Deeember. Dem Bürger und \ Bäckermeister, Christian Noll, ein Sohn, Eduard i Christian, geboren den 8. Deeember. Denselben. Dem Bürger und Leinweber-! meister, Balthasar Sack, ein Sohn, Karl, geboren i den 2. Deeember. Den 27. Deeember. Dem Bürger und Schuhmachermeister, Heinrich Hapler, eine Tochter, Wilhelmine Friederike Johanne Christine Luise, geboren den 26. November. Den 28. Deeember. Dem Großherzoglichen Professor, Dr. Rudolph Jhering, ein Sohn, Karl Friedrich August, geboren den 6. Decemder. Beerdigte. Den 23 Deeember. Jaeob David Ludwig Schenck, des Bürgers in Grünberg und Heizers bei der Eisenbahn dahier. Karl Schenck, ehelicher Sohn, alt 5M. 9T, gestorben den 21.Deeember. Denselben Johannette Wilhelmine Justine Braubach, geborene Nöll, des Großberzoglichen Nealschuldireetors und Professors, Dr. Wilhelm Braubach, Ehefrau, alt 57 I. 4 M. 3 T., ge- storb.n den 21. Deeember. Den 2 4. Deeember. Luise Renate Langrock, geborene Grote, des verstorbenen Apothekers, Karl Langrock in Gedern, Ehefrau, alt 53 3-, gestorben den 23. Deeember. Den 2«. Deeember. Marie Johannette Eli- sabetbe Bauer, geborene Fisher, des Bürgers und Stadtmusikus, Johannes Bauer, Ehefrau, alt 71 I. t M 5 T-, gestorben den 2-1. tecentbet. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. Katholische Gemeinde. Beerdigt. Den 2 6-Deeember. Konrad Martin Römer, ehelicher Sohn des hiesigen Bürgers und Taglöhners bei der Main-Weser-Eisenbahn, Andreas Römer, alt 2 M. 12 T., gestorben den 25. Deeember. Angekommeue und abgereiste Fremden vom 27. bis 28. Deeember 1853. 3 n den Gasthäusern. 3m Prinz Lari : Hr. Schilling, Part. v. Carlsruhe; Hr Messener, stuck, jur. v. Jena; Hrn. Privatl. Lehmann v. Querfurth, Lieblich o. ^afiel u. Pfeiffer v. Mannheim; Hrn. Gutsbes. Neumann c. Fürth u. Büttner v. Siegburg; Hr. Tillich, Dir. v Halle; Hrn Kfl Hoeffler v. Frankfurt, Jrrgang v. Berlin. Treiner v. Offenbach, Reis n. Schwester v. Echzell, Levi v. Bingen, Robert v. Mainz, Müller v. Gera, Kreis v. Frankfurt, Gruber v. Leipzig, Ludwig v. Mannheim u. Worms v. Darmstadt. Jm Senborn : Hr. Milanollo n. Gem. n Tochter v Paris; Hr. Weis, Geometer v. Eisenach, Hr. Neus, Oec. ». Cassel; Hr. v. Barp, Part v. Offenbach; Frau Mleuke v. Frankfurt; Hr. v. Plante, Rent. v. Lausanne; Hr Schmidt, Fabrik, v Frauksnrt; Hr. Menges, Bergrath v. Dresden; Hr. Nesselbach, Oec. v. Oberrad; Hr. Wagner, Messerschmied v. Bockenbeim; Hr. v. Hohenstein, Offizier d. Berlin; Hrn Kfl stahl v Franksurt, Herborn v. Fulda, Stern v. Aachen. Flörsbeim v. Mainz. Stiebet v. Offenbach, Seelig n. Diehnbach v. Hanau, Schreiber v. Frank, furt u. Bach v. Erfurt. 676 Viktrralienpreife / r u ch 1 p r e i s e Mi zum und fei von R er sich teil Ai Amtma De Herrn Gnädig er eni>( rückwäi Er als zu Hand i Sopha „La sind eir Leute ! neunen. Krc scheiden! „Di befehlen „3d Kronhel nichts z Dei und er drücken. Ma rin er digunge uni> üb hülfe d wußte, Der dige Fr öffnet h ihn feil gegeben, auch de Thekla Ungema bietende Wahrhe Den Psiichter Mai glaubte Verstaut den Pui Mit her hin und Hr. Krebs, Jnsp. v. Schlierbach. - Bei ?rn. H. G. Koch : Fr. Piss» n. Tochter v. Wetzlar. — Bei Hrn Lederhändl. Labroiffe: Hr..Labroiff,, Stud. v. Gießen. — Bei Fr. Schirmer: Hr. Schirmer, Assessor v. Ob«! auta u. Frl. Schirmer v. Marburg. — Bei Hrn Ado. Dierp: Hr. Wülfing n. Fr. v. Wetzlar. — Bei Hrn. Kfm. Mendelsohn: Hr. Mendelsoh«, Kkm. v. Frankfurt. — Bei Hrn. Wilhelm Ockel : Frl. Nanrath v. Dietz. - Bei Hrn. H. Elkan : Hrn. Kff B. u. S. Elkan v. Frankfurt. — W Hrn. L. Klinket : Hr. Baier n. Sohn v. Lronenberg. — Bei Hrn. fifai, Münch ; Hr. Mohr, Cand. v. Romrod — Bei Hrn. Friedrich Wirth; Jungfer Hirsfeller v. Eckertrod. — Bei Fr. Hokkammerr. v. Harthausen; Hr. v. Harthausen v. Wetzlar. — Bei Hrn. Justus Franz: Hr. Fuchs i. Burkhards. — Bei Hrn. Holzbändler D. Wirth : Hr. Müller, Kfm.», Hanau. — Bei Hrn. Landr. Ploch : Hr. Dr, Stölzel v Kaiserslautern. 3m Parrnstädter Haus : Hrn. Geschäfts!. Thome v. Biedenkopf, Ehlinger v. Meiningen, Eschle o. Fortwangen, Koch v. Hadamar, Gemmer u. Müller v. Zell, Engel v. Siegen, Greb v. Duttlingen, Klingelhöffer v. Bottenhorn, Lilienstein m. Stub. v. Ortenberg u. Güberich v. Hadamar. In der Könne : Hr. Magel, Geschästsm. v. Stangenrod; Jungfer Motz v. Großenbusick-, Fr. Bastian v. Günterod; Hr. Lorenz, Müller v. Bischoffen; Hr. Dickhardt, Schuhm. v. Grünberg. In den Privalhäusern. Bei Herrn Landgerichtsdiener Fischer : Herr Lein, Hauptmann von Darmstadt. — Bei Wittwe Seipp : Herr Ur. Mohr von Darmstadt. _ Bei Hrn. Schneider Weill : Hr. Weill, Oeeonom v. Oberhofen. — Bei Hrn. G. Becker : Hr. Ellenberger, Assessor v. Homberg. — Bei Hrn. Jnsp. Weber: Fr. Kümich n. Tocht. v. Friedberg. — Bei Fräul. Krebs: Neueste Fahrpläne für den Winterdienst der Eisenbahnen sind zu haben bei G. W. Prühl I. Kanzleibcrg, Lit. B. Nr.^ f\ ...11 ......■■JIN-* — - — u Fleischtaxe. 5ß % ■8' ß Bemerkungen Brvdtaxe. ießen ß edberg. ■e ex £ 5 & Bu .en 03 T co & 01 c 2?« c per Pfund fr. Pf- fr. * ft. Pf. fr.) pf. «| ft. Vf. fr.it>f. Pf. fr.tf Ochsenffeisch . . 13 — 13 - - — — 12] — Die Zugaben zum ?! ordinäres Brod aus j \ ?er|^c= ,ll(ntl \ besteh. 8 2 8 r Kuhfleisch • - • L 2 9 — — — Fleisch dürfen nur 41 Kornmehl j ' 17 — — — 17 — — 17 - Rindfleisch • . • 9 2 9 —— — — »1 — in solchem von der- :k «--b"- Kalbfleisch . . • Schweinefleisch. - 8 11 — 8 14 — — — Sill — selben Gattung bestehen , und zwar 9 19 3 1 — — 18 — — — — Hammelfleisch . . 10 — 8 — — — 9j auf 10 Pfund nicht L. Q Q Q Q u Schaaffleisch . • _ — — — — — mehr als ändert- Für 1 fr. Wafferweck........ 4 1 Leberwurfl . . . 16 — 16 — — — 161 — halb Pfd. K. nach „ 1 ft. Miichbrod........ 3 2 __ _ 3 1 _ __ s- gemischte Wurst . — — — — — — Proportion, welches auf 1 Pfd. nicht Bratwurst . . . 20 — 18 — — —— 18 — Schwartemagen 20 — 20 — —- — 18 — völlig 5 Loth aus- Marktpreise. fr. pf. fr. Pf. fr. pf. ft. Pf Ml. Blutwurst . . . 18 16 macht. Köpfe, Füße, geräucherter Speck 28 — 28 — — — 26 — Geraub, wie auch 1 Maas Milch .......... Schinken . . . Dörrfleisch . . . 22 20 __ — _ 20 — die ganz blutigen ».nicht genießbaren 6 — — — — —■ — — 22 •20 — — — 20 — 1 Pfund Butter........v . 22 — — — — — — Rindgfett . . . 20 — 18 — — — --\---------------------------------- Stücke vom Hals auch......... 24 — — — — — Hammelsfett . . 20 _ 16 — — — 16 — find von der Zu- 4 Handfäse ........... 8 — — — — — — Schweineschmalz, i gäbe gänzlich aus- 5 Gier............. 8 — — -— — ausgelassenes 24 — 24 — —— ■■ * 22 — geschloffen. 1 Pfund Walzenmehl........ 8 — — — — — dgl. unausgelaffenes 20 — 20 — — — 20 — 1 „ geschw. Vorschuß ...... 9 1 — — Gießen. Grünberg den 24. Deckt. Sich. Laubach. Friedberg den 21. Decbr. Mainz den 16. Deckt. Wehlar, Fruchtgattung. M a l . t e r. Scheffel., Pfd.! ff. 1 fr. | PfdZ ff. । fr. | Pfd.! ff. | fr. sPfd. I ff. | fr. IPfd.! ff. 1 fr. Pfd.I ff. 1 fr. fl. I kt. i ff Walzen..... 2001 — — — 17 — 200 — — — — — — 17 30 200 17 50 — — 1 * Korn ..... 200i — — — 13 — 190 — — — — — — 13 20 200 13 7 —■ Gerste..... 170: — — — 9 40 170 — — — — — — 10 20 200 10 1 — Hafer..... — 1 — ■ ■ —— — 4 40 120 — — — — — — 4 35 200 5 35 —' 1 Erbsen..... • — i — — I — - 220 — — — — — — — — —— - - \ ** Linsen ..... ---------------- 1 ---------------- ; ---------------- — 1 — — 230 — — — — — — — , — — — — (Hierzu eine Beilage). H : 8r. ©r..8abtoi[fe, Ttffor v. ebtt. erp: Hr. WU. r Mendelsoh«, th v. Dietz. - iffurt. — sRtj Bei Hrn. fifm. iedrich Wirth; • Harthausen; : Hr. Fuchs i. üller, Sfm. t, iraiserslautem. ffiefclar, SchesseU. n ühl I B. Nr. l Beilage. Auch in dem ^eitenfinrm die Fiebe. Norclle aus denr Frühjahre 1848. (Fortsetzung.) 2)!tt ausgebreiteten Armen blickte Marnstein brünstig hinauf zum Himmel und allmählig schwiegen die Stürme seiner Brust und sein wirres Auge ward klarer, bis endlich ein milder Zug tlon_ ytufye über die aufgeregten Mienen sich lagerte. Jetzt trocknete er gch den Schweiß von der Stirne, ordnete dann seinen zerstörten Anzug und begab sich mit festem Tritte zu dem harrenden Anitmanne. Der alte Kronhelm verbeugte sich in Demuth vor dem neuen Herrn Minister und verwickelte sich in einen von Ercellenzen, Gnädigst und Allergnädiast wimmelnden Redeschwulst, also, daß er endlich, wie ein Schiff im Wintereise, festsaß und nicht mehr rückwärts, noch vorwärts konnte. Ec vermeinte schon die Hobe Ungnade sich zugezogen zu haben, als zu seinem Erstaunen der Herr Minister ihm freundlich die °innC lT*$te und ihn, wie einen Mann seines Gleichen auf das Sopha neben sich zog. „ »^alleu wir das, mein lieber Herr Amtmann. Ich weiß, Sie sind ein biederer, pflichtgetreuer Diener der Gerechtigkeit und solche Leute wird von nun an auch der Fürst seine wahren Freunde nennen." Kronhelni athmete tief aus, lächelte dann und fragte in bescheidenem Tone: „Darf sch mich unterstehen zu forschen, was Cure Ercellenz zu befehlen geruhen?" „Ich habe nur zu bitten und zwar meinen alten Freund Kronhelm. Nicht den Amtmann, mit diesem habe ich für jetzt nichts zu schaffen." Des Amtmanns beklemmte Brust wurde wieder gänzlich frei und er wagte es sogar, die ihm dargereichte Hand recht herzlich zu drücken. Marnstein zog nun mit möglichst vorsichtig gestellter Rede, worin er sein Verhällniß zu Thekla klug und weise schonte, Erkundigungen ein um das Entweichen des verhaftet gewesenen Henrich und über die unter den Landleuten umlaufende Sage von der Bci- hülfe des Burgfräuleins. — Was er von seinen eignen Leuten wußte, glaubte er noch zurückhalten zu müssen. Der alte Kronhelni ward verlegen. Nach dem, was das gnädige Fräulein ihm eines Abends in der Amtsstube vertraulich eröffnet hatte, war über das eigentliche Wesen des Burgfräuleins für ihn kein Zweifel mehr. — Allein er halte ja damals sein Wort gegeben, discret zu sein, wie konnte er jetzt dieses brechen, abgesehen auch davon, daß wirkliche herzliche Liebe zu dem guten Fräulein Thekla es ihm zur möglichsten Pflicht machten, derselben jedes Ungemach zu beseitigen? — lind nun ihm gegenüber der Hochgebietende Herr Minister, dem er doch nach Amt und Pflicht die Wahrheit schuldete? Dem alten biedern Manne beklemmte dieser Widerstreit der Pflichten die Brust und dicke Tropfen standen ihm auf der Stirne. Marnstein erbebte. Ein für ihn fürchterliches Gehcimniß glaubte er Anfangs hier verborgen, bald aber siegte doch sein klarer Verstand und ließ ihn ahnen, daß der ergraute Themisdiener mehr ben Punkt des Rechtes, als den der Gefühle im Auge habe. Mit herzlich warmem Tone sprach er daher zu dem ängstlich sich hin und her Wendenden: „Mein guter Amtmann sei nur Richter, nicht Spion!" Kronhelm athmete leichter. „Wer den Wilderer aus seinem Gefängnisse entwischen ließ," fuhr Marnstein fort, „ist mir gleich, weiß ich nur, was ihm den Weg zur Flucht geöffnet hat." „Herr Gott im Himmel," rief jetzt der Alte, dem es plötzlich wie der helle Morgen vor den Augen tagte, „jetzt wird mir Alles klar, mein gutes Theklachen, ja, ja, das vortreffliche Kind, cs liebt—" „Wen? Wen?" rief Marnstein und seine Blicke begannen zu flammen. „Und das sollten Sie nicht wissen?" versetzte Kronhelm unter schelmischem Lächeln, indem er mit dem Finger drohte. „Ja, jetzt begreife ich Ihr Forschen!" „Um Gotreswillen Antwort auf meine Fragen!" „Wen soll das gnädige Fräulein denn anders lieben, als Sie? — Sie sehen mich zweifelnd an, verlangen wohl gar Btweise? — Soll ich beweisen, daß die Bäume grün sind und die Blumen blühen? So etwas kann ein alter Mann, wie ich, auch noch begreifen, wenn es sich in tausend Wendungen zur Schau trägt. — Und nun wähnen Sie gar das holde Engelskind, — verzeihen Sie, daß sich die Justiz auch in die Poesie versteigt — habe ein Auge auf--Mein Gott, ich mag es gar nicht sagen. — Wie kann doch auch ein Minister irren!" „So reven Sie doch nur und erlösen Sie mich von der Qual!" bat dringend Marnstein. „Das gute Kind," fuhr der Alte freudig gesticulirend fort, „liebt seinen Vater über alle Maßen und um denselben in jetziger bewegter Zeit neuer Rachsucht zu entziehen, hat es den schweren Schritt gewagt —" „Herr Amtmann ist dies wahr?" rief Marnstein in fieberhafter Spannung. „So wahr ich denke, mein graues Haupt dereinst mit Ehren zur Ruhe zu betten!" Der Alte hielt die Rechte schwörend zu dem Himmel. Doch hatte er noch nicht geendigt, als ihu Marnstein stürmisch in seine Arme preßte. „Dank, lausend Dank für diese Nachricht, die mir das Leben wiedcrgibt. — Ei» andermal das weitere; jetzt duldet es mich nicht länger hier im Schloß. Freund Kronhelni, Sic sollen mehr noch von mir höre», für jetzt leben Sie wohl, leben Sie wohl!" Fort eilte er von dem ganz überraschten Amtmanne auf sein Arbeitszimmer, dort riß er das Fenster auf und rief, ein neues Pferd ihm vorzuführen, dann warf er seinen Oberrock um und eilte mit dem ihm folgenden Bedienten die Treppe hinab. Doch wie er das vorgeführte Roß besteigen will, da donnert eine Reisekarosse mit vier schäumenden Pferden durch das Schloßthor und wie er neugierig auf solche schaut, da senkt sich das Fenster derselben herab und cs grüßt ihn mit feurigem, liebeglühendem Blick — Eusebia. (Fortsetzung folgt). Was giebt es Neues? — Hier in Gießen hat man in einem Garten am 28. Dczbr. 30 Stück völlig reife Erdbeeren gebrochen. Auch blühende Veilchen, Primeln, Rosen :c. fanden sich daselbst. 2 — Der Landtag des Großherzogthums Hessen ist bis auf Weiteres vertagt. — Auf allerhöchste Verfügung soll die vom Ministerium gegen die Mitglieder der kurhess. Ständeversammlung wegen Steuerverweigerung erhobene Anklage vorläufig beruhen. — Der allbekannte pfälzische Dichter Karl Geib starb am 20. v. M. in Lambsheim in einem Alter von 76 Jahren, — In Mannheim wurde letzter Tage von den Werften des Hrn. Nelson ein großes neu erbautes Rheinschiff vom Stapel gelassen. Herr Wilson in Amsterdam hat es für seine 'Rechnung bauen lassen. — In Hierlingen, Oberamts Rottenburg, wurde ein Jude von seinem Schuldner ermordet und der Leichnam in einen Teich geworfen und in einer der letzten Nächte wurde in Eßlingen ein Kaffeewirth von einem bei ihm eingestiegenen Individuum erschlagen. — Die Ruhr soll nächstens auch mit Dampfschiffen befahren werden. — Die Düsseldorfer Maler Hasenclever, O. Achenbach, ti. Kalkreuth und Lindlar sind zu Mitgliedern der Akademie der schönen Künste in Amsterdam ernannt worden, ■— eine Anerkennung, die um so mehr zu bedeuten hat, da die Holländer sich bekanntlich auf Beurtheilung von Gemälden vortrefflich verstehen. — In Trier hat sich ein Verein für überseeischen Weinhandel gebildet. 500 Ohm feine Weine hat er schon nach New-Uork gesandt und dort guten Absatz gehabt. Weinproducenten aus dem Zollverein können als Mitglieder in den Verein ausgenommen werden. — 145,000 Einwohner ergiebt die letzte Volkszählung in Berlin. — Der unlängst mit 7000 Thaler öffentlicher Gelder durchgebrannte Bürgermeister Klengel in Reichenbach, soll wahnsinnig und die gegen ihn eingeleitete Untersuchung deßhalb geschlossen worden sein. — Dieser Tage ist in Königsberg ein dortiger wohlhabender Bürger und Kaufmann, der seit langer Zeil vielen angesehenen Personen beleidigende Briefe anonym zusendete, auf der That ertappt worden. Wegen Beleidigung von Beamten werden eine Menge Prozesse nun die Folge fein. — Am 27. Dezember ist bei Reutlingen die Pulvermühle in die Luft geflogen. An Häusern in der Stadt sollen furchtbare Verheerungen angerichtet, aber kein Menschenleben zu beklagen fein. — Im Jahr 1851—52 wurden in München 38,529,120 Maß Bier konsumirt; es war dies eines der durstigsten Jahre. — Die Einwohnerschaft von Bamberg beläuft sich nach der jüngsten Zählung auf 18,511 Civilpersonen, hat also um 3 Personen gegen das Jahr 1849 abgenommen. — Von einer Wiener Damen-Gesellschast soll die österreichische Gesandtschaft in London ein sehr schönes, diamanteubesetzteS Armband zugeschickt erhalten haben, welches zum Geschenk für Mrß. Benfield, die Schenkwirthin in Bankside, bestimmt war, die dem General Haynau vor der Wuth des Pöbels eine Zuflucht,bat. Zu feinem Bedauern hörte aber der österreichische Minister, daß Mrß. Benfield verschwunden sei. (Man glaubt, daß sie, nach dem Bankerott ihres Mannes, nach Australien auSwanderte.) — Dem Vernehmen nach sollen nächster Tage Oesterreich, Preußen und Rußland daS franz. Kaiserthum anerkennen wollen. — Der franz. Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herr Drouin de Lhuys, hat in diesen Tagen einen sehr bedeutenden Fund gemacht. Er fand nämlich in einem alten Secretär seines Vaters, der ein außerordentlich reicher Mann gewesen, eine Summe von etwa 400,000 Frcs., und von der er bei Antritt der Erbschaft nicht die geringste Keuntniß hatte. Druck und Verlag der G. D. Brü — Der Inhalt des Briefes, welchen Hr. v. Kisselef zur Behändigung an den Kaiser Napoleon vom Czaaren nach Paris mitgenommen hat unv dessen Gedanken und Styl den Charakter des Kaisers documentireu, soll im Wesentlichen folgender sein: Der Czaar dankt Ludwig Napoleon für den Dienst, den er ganz Europa durch die That des 2. Dez. geleistet hat. Er belobt die PMjx die dieser als Prinz-Präsident befolgte, und erklärt, die Aenderum in der Regierungsform unter der Bedingung annehmen zu wollen daß diese weder den Frieden noch die Verträge beeinträchtige; endlich räth er Napoleon, die um des Titels willen häkelige Succes- stousfrage unberegt zu lassen. — Einer Menge, theils zum Tode theils zu Ketten- rc. Straß verurtheilteu Soldaten hat der Kaiser Napoleon ganzen oder doch theilweiseu Pardon, resp. Strafumwandlung zu Theil werden lassen. — In Eompiegne sind die Ball- und Jagdfestlichkeiten glänzend gewesen und ohne Störung vorübergegaugen. — Die Bildergallerie der Herzogin von Orleans wird m 18. Januar zu Paris versteigert. — Alle nach dem 22. Januar 1853 nicht verkauften OrleaO scheu Güter sollen dem Staate zufallen. — Der Kaiser der Franzosen soll die Absicht haben, Corsiß im Lauft des Jahres 1853 zu besuchen. — Zur Aufnahme des Bildes des Kaisers Napoleon in Lebensgröße läßt der berühmte Daguerreotypist Macaire einen großartigen Apparat anfertigen, welcher zum erstenmal hierzu verwendet werden soll. — Während der Anwesenheit Abdel Kaders in Marseille, Hai sich im Hotel „Der Kaiser", wo der Emir wohnte, folgender Vorgang ereignet. Eines der Weiber Abdel Kader's, welches die Nen- gierde nicht bemeistern konnte und durch die Fensterscheiben die vor dem Gasthofe versammelte Menge betrachtete, wurde bei diesem verbotenen Vergnügen von dem Emir überrascht und sofort zurj Straft nach Algerien geschickt. — In Nom hat es wegen Verspottung des neuen französische«! Kaisers durch Carricaturen, Maueranschläge, Weihnachlsbuden ii Nürnberger Spielwaareu, Arrestationen gegeben. — Nächstens soll in Rom ein Conststvrium Statt haben, ba der Cardinal-Erzbischoff von Cöln beiwohnen wird. — 40,000 Realen hat die Königin von Spanien am Geburtstage ihres Töchterchens zu milden Zwecken gespendet. — Die Montenegriner haben bei Podgorizza gesiegt und wurde ein Waffenstillstand geschlossen, bis die Entscheidung des SultaiiS erfolgt. — Die Amerikaner errichten Beethoven eine Bronzestatue in der Musikhalle zu Boston. M i s c e l l e n. — Die chinesische Familie, die sich früher in Frankfurt sehen i ließ, und auf ihrer Durchreise Gießen passirte, verweilt gegenwärtig in Dresden, wo sie sich in ähnlicher Weise begaffen läßt. Als charakteristisch meldet man von daher, daß sie den ganzen Tag Schuhe macht und also eine chinesische Schuhmacherfamilie zu fein scheint. Merkwürdig ist, daß sie in Dresden Sonnabends ein er- ! höhtes Eintrittsgeld nehmen, weil sie sich an diesem Tage die Haare fristren und die Zöpfe machen. Es scheint, schreibt ein Witzbold, daß sie Dresden für würdig halten, in vas Mysterium des chine- ! fischen ZvpseS eingeweiht zu werden. — In London sind wieder einmal die Deutschen angeschwärzt worden. Dort macht nämlich eine musikalische Neger-Gesellschast großes Aufsehen. Die bei Weitem größere Mehrzahl dieser Neger sind — Deutsche. bi'scken Buck- und Steindruckerei. 'f zur Vehän- Paris ntitge: Charakter des sein: Der ganz Europa it die Politik, te AenderuiiF en zu wolle», rächtige; ein: kelige Sucref- r- rc. Strafe zeit oder doch werden (affen, eiten glänzend ns wird am sten OrleaO mben, Corfk« 'N in Lebens» n großartigen erwendet wer- Qarfeitle, ha! ilgender Vor- hes die Nen- >eiben die vor ei diesem ver- d sofort znr . französische«! achtsbuven ii : haben, bei, am GeburtZ- jt und wurde des SultanS onzestatue in anksltrt schm cweilt gegenbegaffen läßt, i ganzen Tag imilie zu fein bends ein klage die Haare ein Witzbold, » des chine- angeschwätji er-Gesellfchaß dieser Neger .N 2. Beilage. verständliches trüb „Die Trennung," fügte Eusebia hinzu, „auf kurze Augenblicke, läßt mich die Wonne der Heimkehr in erneuter Seligkeit empfinden." Manche Worte, fremd dem eigentlichen Gefühle und nur dein lauernden Verstände entsprossen, flogen noch herüber und hinüber, bis endlich Marnstein, den anscheinend herzlichen Bitten Eusebieiis die — ungern verzögerte — Gewährung verlieh und auf bestieae- nem Rosse das Schloß verließ. (Fortsetzung folgt). Was giebt es Neues? In der Nacht vom 1. auf den 2. Christtag haben etliche junge Leute auf dem Wege vom Neuwegerthor bis zum Wallthor mehrere Gartenthüren und anderes fremde Eigenthum zerstört und die Trümmer in den Vach geworfen. Als nach vollbrachter That einer von den Thätern kaum geäußert hatte: „es ist doch gut, daß wir nicht abgefaßt worden sind!" traten zwei Polizeiofficianten hinter ihrem Versteck, von wo sie die Heldenthaten der jungen Herren mitansahen, hervor. Einer von den Thätern, ein Stud. jur., irurbe sofort in's Bezirkögefängniß gesteckt. — Auf eine unwür- vigere Weise läßt sich der erste Christtag schwerlich feiern! — In derselben Nacht haben zwei andere Herren (B, und W.) einen „Er will mich sprechen, muß mich dringend sprechen. Wie kommt er hier in meine Nähe und was hat sich ereignet?" so flüsterte sie leise für sich hin und ihr Antlitz wurde bleich. „Wie meinen Sie?" fragte Marnstein aus seinen Träumen aufgescheucht und trat befremdet näher. Die Angeredete erbebte. Furcht und Vesorgniß hielten sie in qualvoller Spannung. — Aber auch sie wußte in dem jetzigen Momente sich zu beherrschen; unfähig jedoch, den peinlichen Zustand auf die Dauer zu ertragen, sann sie auf einen Ausweg. Nicht lange, so lächelte sie freundlich dem betretenen Barone entgegen. Der Ausweg war gefunden. Zwar schien er gefährlich; aber Noth kennt kein Gebot. „Ich habe heute Morgen Sie von dem Spazierritte abgehalten," begann sie mit schmeichlerischer Rede, „und nahm recht gern dies Opfer Ihrer Zärtlichkeit. Doch wollen Sie noch weitere Beweise Ihrer Neigung mir geben, so gewähren Sie meine Bitte andere und leicht wird sie zur starken Schlinge, welche die Hand uns bindet. Marnstein fühlte das Peinliche seiner Lage und in ihm lebte die Ueberzeugung, daß es so nicht bleiben könnte. Die Frage: Wie und Wann er dem Zauberbanne zu entweichen vermöge? durchzuckte alle Nerven seines Gehirnes; der Argus aber hielt das Netz geschlossen. und nützen Sie den schönen Abend, das Versäumte nachzuholen." „So gütig?" entgegnete der Baron in mildklingendem Tone, und schöne Hoffnungssterne erleuchteten ihm mit sanftem Lichte die tri:5 umflorte Seele. So nahte der Abend heran und leichte blaue Nebel begannen schon durch die Thäler zu streichen, als an dem Schloßthore eine mantelverhüllte Figur sichtbar ward und nach den Fenstern spähte. Eusebien, die allein an einem derselben lehnte, schien die Gestalt nicht fremd und wie sie mit angestrengterem Auge schaut, gibt die Figur ein ihr, aber auch nur ihr allein, Zeichen. Auch in dem Keiteusturm die Fiebe. Novelle aus dem Frühjahre 1848. (Fortsetzung.) Gänzlich erfüllt von einem beseligenden Gedanken, der die geheimsten Fasern seines Innern mit wonnevollem Beben durchzitterte, trat ihm die Angekommene wie ein frostiges Schauerbild in den buntgelLmückten Rahmen seiner glühenden Phaniasieen. Wer vermag seinen Seelenzustand zu schildern? Wie mit dämonischer Gewalt an die Stelle, die sein Fuß betrat, geschmiedet, stand er da und starrte der plötzlich von neidi- '*et* ftu|tcvn Mächten heraufbeschwornen Erscheinung mit glanzlosem Z^cke >u das feuersprühende Auge. , ,?ra"9 au8 bcm Wagen und flog auf den wie be- wuptlos Dastehenden hinzu, indem sie ihn mit lebhafter Zärtlichkeit an der Hand faßte. „Sie haben mich wohl nicht vermulhet? — Allein die Sehn- liehen"" In'^ Eschuldigen, die ihre ungestümen Flügel mir ge- Marnstein wollte etwas erwiedern, der Mann indessen, wel- cher kühn und frei vor Taufenden gesprochen, sand hier die rechten -luorte nicht und unklar und verwirrt war feine Rede. Endlich ermannte er sich und — Eusebia war die erklärte -maut und die davon unterrichtete Dienerschaft hatte sich voll Ehr- etbietung an vem Portale der Treppe versammelt — führte die ^"ell erzwungenem freundlichen Antlitze hinauf in die oberen Zimmer. y 1 burchrauschte mit flüchtigem Fuße die lange Reihe der G nacher, dann öffnete sie im großen Saale die geschnörkelten Glavthnren und trat hinaus auf den Söller. „Welch freundlicher Märztag! — Wie dort der Buchwald chon grüne Spitzen treibt und der muntere klare Bach durch den fuichen Sammt der Wiesen gleitet! — Fürwahr Sie thaten Recht, tem ^Wülste auf Augenblicke zu entfliehen, dem !er6Mngt bic ^"steren Regungen gern «ollst Marnstein antwortete fo gewandt und so glatt, als der, ihm M ^unen zu Gebot stehende, Unierhandlungston der gebildeten ^ell es gestatten wollte. Die Worte hatten Sinn und Verstand aber.es fehlte ihnen Eins: belebende Wärme — das Herz. .toat Äe,uurin genug, zu bemerken, daß hier sich > s ereignet hatte; allein sie besaß auch hinlängliche Feinheit und ughklt, nm ihre Wahrnehmung zu verbergen. Die Reise des lautigams nach dem Marnstein war ihr unerwünscht, doch konnte " dieselbe nicht verhindern, ohne ihr Spiel zu verrathen. Aber losgen konnte sie und Überwachen, dies waren Resultate ihrer eißen Neigung, wobei der Argwohn keinen Antheil hatte. So achte ne wenigstens und |o hielt sie ihre Schritte für geeignet und gerechtserttgt. Der Nachmittag flog auf diese Weise herum und Eusebia blieb dem Barone zur Seite. Ohne daß dieser es bemerkte, war er mit ^" 'eher, argwöhnischer Sorgfalt gehütet; denn der gefährliche annberg war nicht fern und von dem alten Söller konnte man w>e sich die Sonne nach dem Westen senkte, dort über dem Fich. nftfnun auf den goldig schillernden Wolken die dunkel begrenzten "mit! e der gefährlichen Nachbarschaft recht wohl bemerken meitCÜ jc6o(6 oft ein früher getaner, nicht ?l ^dachter, Zug. Um eine Faser Wolle schlingt sich gern die S. M. dem König von Bayern gericht in Tübingen zu genehmigt. __ In Plochingen sind am *»•'«---‘""T" in hiesiaer Stadt taubstumm stellte, konnte gleich nach seiner Verhaftung sehr geläufig sprechen. Er ist em vielfach , wegen Dieb- g. uni emAmte, 6.»,«ft« M, •« "* 6” l"«‘ »emachl 1« tat™ b-Ich»ld!»> if- t™1“'""' lum abermals entnehmen, wie ost es getauscht wird. — Nach einer Nachricht von Frankfurt soll einer jener rasst- nirten Gauner, welche vor Kurzem einem dortigen Goldarbeiter de, M mehrere Tausend Gulden betragenden Schatz von ®olb- ul«« Landsberge" daselbst entwendeten, von der großh. heff. Polizei in Gießen glücklich erwischt worden sein Späteren Nachrichten zufolge, wird dies jedoch widersprochem — In Wetzlar wurde der Sylvesterabend dieymal durch einen protestantischen Gottesdienst, nach früherer guter alter Sitte, wie er begangen.^, .„ Dassel daS Leichenbegängniß des in -. Sq Lebensjahre am 29. Dec. verstorbenen General-Majors v L naenichwa S at , welcher in seinem 12. Altersjahre schon U 7 mit' den kurhessischen Truppen in Amerr a nrtt den Cnaländern gegen die Colonien den Feldzug initmachte, m de Reihm der A^me des Königs Hieronymus in den Schlachten m Spanien kä'npfte und 1812 Theil an dem russischen F-ldzug nahm und bei dem Rückzug dennoch glücklich dessen Gefahren entrann. - Der Kurfürst von Hessen soll sein Testament ber dem Ober- aerickt in Cassel niedergelegt haben. , , 3 _ Zwischen Hanau und Kesselstadt fand man an eu nn der letztverflossenen Tage die halbverfaulte Lerche eines wahrfchent beim Baden in der Kinzig ertrunkenen Mannes. __ Zu Cassel geht das Gerücht von dem baldigen Rücktritt d. M—stzm Monat^December wurden auf der Taunusbahn 41,130 | Personen befördert und hierfür, sowie für Gepäck-, Guter- Meh- w. Transport 24,297 st. 34 fr. erngenommcn. Im W 1802 wurden im Ganzen 1575 Militärpersonen befördert und dafür ^Au?der' Hanauer Bahn wurden im Monat Decbr. 17,468 Personen befördert und in Summa 6449 st. 45 kr. emgenommen. — Die ganze Einnahme im Jahr 1852 betrug 107,317 fl. 39 r., demnach 10,689 st. 36 kr. mehr, als rm vorhergehenden ^ahre. — Zu Würzburg sind dieser Tage wieder 2 Frauenzimmer m das Kloster zur Himmelspforte eingetreten. Die Ordensregel dieser Nonnen verlangt, daß jede Neueintretende eine Mitgift von oO fl. i Laternenkasten aufgerissen, um die Laterne herabfallen zu lassen. H-»" » WM. *"* hier aufhaltendm fremden Frauenzimmer er ne Naebtmusrk z brinaen " Trotz der auf der Kneipe abgehaltenen Probe, fielen d Tön? so disharmonisch aus, daß ein herbeigekommener Pol' n- Officiant das Ständchen für eine complette Katzenmuf' h - Billleickt weil sie ihre Sache nicht gut gemacht, ergriffen sivor ihm ehe sie noch ihr Programm durchgespieltz hatten, die Flucht L L W*. N. W„ ul.. - len b°,.nisch,n elnae#Ug.n , bnn»h, ®41’ ‘ . ae6ii§t hätte. Auf die erhobene Anzeige sollen nun nicht nur l preneur- und Kapellmeister, sondern auch die einzelnen Mitglied per Kapelle 3 ft. Strafe bezahlen! — So können muyke ,ch nritbrin^m ^„emb-r 1852 ist das Betriebsergebniß der Pfälzrschen Ludwigsbahn 82401 fl. " kr. Es ergibt sich 3eyeu December 1851 ein Mehr von 24087 fl. 28 kr. — Ans München wird berichtet, daß auö Anlaß eure§_j.__gnj, "......... Druck und Bering der G. D. B r ü nv am 3. Januar die von dem Schwur- 20 Jahr verurtheilten Räuber Jacob Dob.ch ÄtegZ tSeÜM* ’S**«?'** «W AWMWWUW M*** s; W SäÄ» „uirt «nfe Paris-Straßburger Bahn erst leit Ende — Trotzdem, ß ~ sich pie Einnahme im ver- Augnst ganz befahren , Der Gütertransport wird erst m der nächste ö ß. f woaen Pariser Speculanten ganz “f"ÄS'”»*#**’ « d *4 ÄS :Ä*-* ”9- «TÄ 85 Ä M gfeÄÄ LA M i s c e l l e n. _ nwn sali in Bezug auf Weinbau der Rhein Amerikai jHL W?öo“oöo Ä IfhX'aÄAX * •"üys .... m m s*", nun jeui- n Doctoren der Medrcrn, 7 2*71 iogiuu zählt Frankreich 11,217 ^nor ß kommt demnach Ä W. M mer in armen Departements. — hi'schen Buck- und Steindruckerel. «M» K Seien WM**»* ■ » ÖÄffÄ » Äte. Ä M lv-VÄW genen politischen Gemeinde von C. -- t Vehm- )tt Olufs s : die >t Nacheiner eis . Bayern Schwurs b Döbich l und in aufgelöst, ssnng das -tzter Tage Mark an- 11 kürzlich eine Rede aber sage g ist nicht ach rächen w e r d e n." seit Ende e im ver- Sport wird 1. anten ganz Kosten stad ändten der in Paris annung. sey endlich gelungener >1 mit einer ee braucht. Kossuth's. n Amerika» ,ut geratfjen, ■ außer W über lieber» hl der Aerztk unwillkoin- Bewohnern l sogenannte mmt demnach nwohner. 3® nd Officiers -rzt «ui meh- auf je 161» ch D. Bewohnern, die oies nicht iin- Beilage. Auch in dem Keitenjlurm die Liebe. Novelle aus dem Frühiahrc 1848. (Fortsetzung) Eusebia schaute grüßend nach. Das Herz wollte ihr bre* chen; denn — sie liebte Marnstein nach ihrem Temperamente nut wilder Leidenschaft. — 016er sie mußte ihn ziehen lassen; denn OllieS stand vielleicht auf dem Spiele. „O hätte ich nie zur Hülfe dieser Hand gegriffen , seufzte sie unter Thränen; dann legte sie wie absichtslos ihr weißes Tuch i auf das Fenstergesims und bald schlich die geheinuußvolle Figur über den Hofraum. , j Erschöpft von der Anstrengung und gepeinigt von der Unge- - wißheit über das, was die nächste Minute zu bringen drohte, warf sie sich in einen Sessel und ließ ihr Auge in ungewisser Richtung durch die goldverbrämlen Abendwolken laufen, als an . die Thüre, Einlaß verlangend, leise geschlagen wurde und diese । auf ihren Ruf sich öffnete. „ , ' Der Eingetretene ließ den Mantel fallen und blickte sie nut bleichen und zerstörten Mienen und wild rollenden Augen an. . In dem matten Dämmerlichte des Saales, im geheimnißvollen | Dunkel der schweren seidenen Gardinen schien die Figur ein spuck- haft Geisterbild. 1 Eusebia durchrieselte kalter Schauer. Zurückgezogen und das i Haupt gesenkt, fragte sie mit bebender Stimme: I „Sie hier, Henrich, zu so später Stunde? — Nichts Gutes scheint mir Ihre Anwesenheit zu weissagen." „Die Wasserflutb durchwühlt nur die Niederung,' entgegnete der Angeredete in bitterm Tone, „zu stolzen Thürmen reichen nicht die brausenden Wogen." „Was soll dieß Gleichniß?" Ich reve nicht in Räthseln. Sie wiegen sich im Sonnenschein des Glückes und mein Geschick zerstörte frostiger Hagel." Eusebia zitterte. Jetzt erst erkannte sie ganz, in welche Hand sie ihr LooS gelegt. — Sie schwieg und senkte das Auge, aber mit um so festerem Blicke, al5 seine Gegnerin den ihrigen nicht zu erheben wagte, sah der Eingetretene mit finsterem Trotz auf |ie hernieder. „Was führt Sie hier in dieses Schloß?" forschte endlich Eusebia mit ungewissem Tone nach einer langen, angsterfüllten Pause. „Ich sab Ihren Wagen die Ebene durchstiegen unb, deutete mir Ließ als ein günstiges Zeichen. Ich mußte Sie sprechen, denn das Unglück brennt auf meinen Fersen, damit Sie rathen und — helfen." „Vermag ich dieß?" stammelte die Angeredete, und kalter Schweiß trat auf ihre Stirne. „Fragte auch ich also, da es zu handeln galt?" „Was hat sich denn ereignet?" forschte jetzt Eusebia, indem sie gewaltsam die entschwundene Kraft in’8 Leben rief. „Ich folgte Ihren Fingerzeigen," entgegnete Henrich mit dumpfer eintöniger Stimme, „ick wagte jenen Schritt. Dem Engel meines Lichtes sank ich kühn zu Füßen und und " „So unverhofft, so schnell, fo Überrascht?" rief Eusebia heftig zusammen bebend. „Wer hieß Sie solchen unüberlegten Schritt — ?" „Unüberlegten Schritt?" versetzte der Gefragte voll giftigen Spottes. „Sie sprachen klar genug, Sie redeten von Muth. Mein Schritt war demnach nicht unüberlegt, dieß war nur Ihre Rede!" und lauerndem Blicke hinzu. . . Ein wild-freudiger Blick flammte plötzlich wie der Blitz aus grauen Hagelwolken, unter den gesenkten Wimpern Henrichs ^^°^Hab ich's getroffen?" rief Eusebia triumphirenb. „Verachtung, die mir geworden, steigert mein Rachegesuhl rur Raserei!" entgegnete er und ballte die Fauste. „DaS Gefühl ist ein Fingerzeig, sollen wir denselben nicht will den Drang befriedigen," rief jetzt $eimcf) nut entschlossenem Tone, „und dann fort hinweg aus diesen schwer auf mir lastenden Bergen. Jedoch den Flug zu wagen, lahmt die Entbehrung mir die kühnen Schwingen." „Ist es nur das," fiel Eusebia freudig ein, „hier kann ich helfen!" und hastig holte sie aus ihrer Reifechatoulle einen Beutel mit Geld und legte ihn verstohlen in Henrichs Hande. „Bedürfen Sie mehr, so schreiben Sie. — See haben doch die Zeichen nicht vergessen? — Ihre Freundin sollen Sie niemals 9C,R/enJiJ wog die Börse in der Hand und mit bereit Gewichte schien sich sein Gesicht zu verklären. , „So leben Sie denn wohl. Bald sollen Sie von mir Horen !" Er warf den Mantel um und entfernte sich rasch. Eusebia aber fiel ganz erschöpft in ihren Sessel und hüllte das Gesicht in ihre Hände. „So saß sie lange schweigend und Dunkelheit bedeckte schon Berg und Flur, als endlich ein Thränenstrom dem heißen Auge entstürzte und Linderung der schwer bedrängten Brust gewährte." „ , , ~ , „Er ist fort und fort wohl für immer! — Hohe« Fahren und niedre Gesinnung; glänzende Gefühle und trübe Regungen und i h m konnte ich vertrauen! — Doch ist es vorüber und die Sonne gesunken unter Sturmwolken, wird mir aufgehen mit neuem tröstendem Glanze. — So hoffe ich fest und diese Ueber- zeuaung" — das letzte Abendroth verschwand plötzlich am weltlichen Himmel, sie schauderte, dann fuhr sie mit zagender Stimme fort: „wirb mich nicht täuschen!" Sinnenb trat sie hinaus auf ben Söller und das wilde Wehen des nahenden Frühlings kühlte, mit den aufgelösten Locken I spielend, ihre brennende Wange. (Forts, so g ) Eusebia erhob sich jetzt und trat voll Fassung auf Henrich, der ihr argwöhnisch entgegen sah und leise zuruckw.ch, JW1 . „Nicht Sie sind der Betrogene." sprach sie mit erkünsteltem Trösten, „dieser bin - ich selbst. - 3* wähnte klar zu Men in des Mädchens Herz und seine trügerischen Zeichen haben mich getausch^rjch trachtete sie mit Mißtrauen. Nach einer kleinen Weile fragte er: iSi^rühmt'en s^Jhres Mnthes und Ihnen fehlt der größte Muth, der Muth der — Entsagung!" Der Angeredete zuckte heftig zusammen. „Wie," fuhr Eusebia beschwichtigend fort, „hatte ich mich geirrt, und Ihre Seele wäre stärker, als Ihre Rede vermutben läßt. - Wohlan, so fliehen Sie aus dieser Gegend, b,s d,e Wunde Ihres Herzens geheilt und vielleicht — „„Reden Sie nicht weiter!" _ . Vielleicht die Stunde - der Rache - "setzte Eusebia, das, was sie sagen wollte, schnell ändernd, mit langsam gezogener Rede 6 Die 11. in Polen Druck und Verlag der G. D. BrüiU'scken Buch- und Sttindruckerei. wigk" erhalten. — In Wetzlar soll, bei einer Bevölkerung von 5000 Seelen, trotz der letztzeitigen ungesunden Witterung, in zwei vollen Monaten kein einziger Todesfall vorgekommen sein. — In Cassel ward am 7. d. M. der traurig- Act der Hin- gekauft. — An den Semmering - Tunnelbauten, an denen 30 Monate lang u. A. 1800 Bergknappen nebst 12 Dampfmaschinen beschäftigt waren und nicht weniger als 18 Mill. Ziegel verwendet wurden, sind die Arbeiten jetzt beendigt. __ Der Sajo, die Gran und die Waag sind zugefroren. Theiß treibt Eis. — Kürzlich gelang es vollkommen, direct von Berlin nach richtung eines Gattenmörders vollzogen. — Zur Vervollständigung des Hofstaates des Kaisers der Fran- zosen sollen noch 12 active und 12 Ehren-Kammerherrn, sowie 46 Pagen, alle aus den vornehmsten Familien, ernannt werden. — In der City von London wurde Lord John Russell wieder erwählt und gab in einer Rede die Versicherung, daß die Erhaltung des Friedens immer zuverlässiger werde. Auch erklärte er, mit Graf Aberdeen über die einzuführenden liberalen Maßregeln, darunter die Emancipation der Juden, ganz einverstanden zu sein. — In Canada sind reiche Goldbergwerke entdeckt worden. Was giebt es Neues? — Es soll nun, gleich der Ruhr, auch die Lahn mit Dampfschiffen befahren werden und Hr. Winnen von Niederlahnstein um die Concession nachgesucht haben. — In der Nacht vom 7. auf den 8. Jan. wurde rm Dome zu Frankfurt eingebrochen. Die Thäter stiegen von den Schirmen aus durch ein Fenster, erbrachen einen Tabernakel, versuchten auch, wie die Spuren deutlich zeigen, das Oeffnen eines andern Tabernakels und der Sakristei-Thüre, scheinen aber verscheucht worden zu sein. Zum Glück fiel nichts in ihre Hände, denn dre h. Gefäße und Geräthe waren anderwärts verwahrt. Die Polizei hat bereits Einleitungen zur Entdeckung der Kirchenräuber getroffen. — Im baier. Landgericht Greding beging jüngst eine noch frische und gesunde Jungfer ihr 109. Wiegenfest! , __ J„ Erlangen wurde einem Bierbrauer ein auf dem Kuyt- schiff stehender Sud Bier mit Vitriol vergiftet. — Ein nach Creuznach gehender Handelsjude wurde am 5. d. bei dem Dorfe Ockenheim von drei Räubern überfallen und beraubt. Drei Verdächtige find eingezogen. — Ein Bremer Schiffsmakler hat die 26 zur ehemaligen deut- scheu Flotte gehörigen Kanonenboote für auswärtige Rechnung Mailand zu telegraphiren. — Nach Nachrichten aus Melbourne in Australien vom Oktbr. sollen die Minen unerschöpflich sein und einzelne Goldsucher wöchentlich 79 Unzen Gold gewinnen. Es ist jetzt eine wahre Völkerwanderung nach Forest Creek in Bewegung, indem dort neue außerordentliche reiche Goldlager entdeckt worden sind. In 14 Tagen sind an 30,000 Personen dahin. Alle Lebensmittel sind im Preise gestiegen. Der Sack Mehl kostet 14 bis ^15 Pf. Sterl., Zucker 1% Shill. das Pfund. In Adelaide sind die Preise noch höher. Anfangs Oktober wurde der Sack Mehl nut 14 bis 15 Pf. Sterl. und i Pfund Taback mit 5 Shill. bezahlt. — In Oberrad wurden dieser Tage zwei mit falschen Papieren versehene baierische Deserteure festgenommen und nach ihrer Garnr- son Aschaffenburg zurückgebracht. __ Als Zeichen des Dankes, welchen der Gr. Hess. Ministerpräsident sich um die Hess. Ludwigsbahn erworben, hat die erste, der in Eßlingen gebauten Locomotive den Namen „Frhr. v. Dal- Eholeralazareth errichtet worden. — Im letzten Jahre hat die Cholera von 90,000 Erkrankten 35,000 weggerafft. . . __ Kürzlich wurde im badqchen Oberland- das Haus eines Mannes ausgeboten', der seinem Gläubiger einige HErlGulde schuldcte. Niemand bot. Da ersteigerte cs der Notar um 3 st und sck-nkte es dem Manne wieder._________ ______ — In Frankfurt wurde vergangene Woche eine bekannte Landstreicherin angehalten, welche nasse Wäsche bei sich hatte. E? wurde ermittelt, daß die Wäsche in einer benachbarten Stadt entwendet worden war. — In der Domkirche zu Frankfurt hat sich nachträglich an der Stelle des Einbruchs eine Diebslaterue, die aus einer blechernen Büchse gefertigt war, vorgefunden. , __ In per Gegend von Marburg sind dieser Tag- zwei B-r- wandten-Morde vorgekommen. Zwei Mädchen haben ihre erst vor Kurzem geborne Kinder ins Wasser geworfen. Die eine Mörderin ist verhaftet, die andere noch nicht bekannt. __ Bon der deutsch-katholischen Gemeinde in Mainz ist Dr. Karncke, früher in Breslau, als Prediger erwählt worden. . Der Rabbiner in Wiesbaden ist mit seinem israel. Gemeinde- oorstand in Conflict gerathen. Derselbe versagte nämlich kürzlich einem Selbstmörder ein ehrliches Begräbniß, worauf dcr^ Vorstand die Polizei anruf und diese die Leiche auch in die Reih-u- folgc d-r andern Gräber verwies. Der Hr. Rabbiner ist hierüber äußerst aufgebracht und hat den Vorstand verklagt. — Ein namhafter RechtSgelehrter aus Schleswig-Holstein soll in Ehr-nbr-itstein als Obergerichtsrath angestellt worden sein. __ In Lübeck hegt man den Wunsch, die Travemunder Ku- stenschanze zur Bundesfestung erklärt zu sehen. . — Vor einigen Tagen haben sich 7 Banernbursche aus Dem Dorse Oslaw in Ungarn, welches zur Cameralherrschaft Delaton gehört, um der Militärpflicht zu entgehen, die Ohren abgeschnitten Drei davcn wurden eingebracht und sogleich für den Spttaldienst asien- tirt; der übrigen hat man jedoch noch nicht habhaft werden können. — Am Weihnachtsfeste fand in Danzig die Vergiftung eines 6jährigen Knaben durch grüne sogenannte Honigfarben aus einem Tuschkasten statt. Er befeuchtete den Pinsel nut der Zunge. — Nach amtlichen Angaben besteht die Armee von Paris l-tzt aus 20 Regimentern Infanterie nebst 3 Bataillonen Jägern von. Vincennes, 7 Regimentern Cavalieri-, 7 Batt-rien Artillerie, Compagnien Genietruppen, ferner den speci-llen Corps: Pariser Garde, Elite-Gensd'armerie und Sappeurs Pompiers. , __ In London hat Johannes Ronge eine neue G-melr.de ge- ftiftet, als Centrum ähnlicher im Lande und in Verbindung nut — Mehrere junge Frankfurter Handelsleute, welche bisher in London etablirt waren, sind durch die großen Goldernten Australiens und deren Golvinin-n angelockt worden, und haben bereits ihre Reise dorthin angetreten. , __ Nach den letzten Aufnahmen wohnen m Paris 33,000 Handwerker auf Zimmern, von denen 30,000 Arbeit habenund 3000 jetzt ohne Arbeit sind. Die sogenannten Hotels garms hatten am 1. Dec. 1847 nur 4411 fremde Bewohner, und am 1. Dec. 1852 nicht weniger als 10,991. , — Der Schaden, welchen die letzte Feuersbrunst in Sacramento angerichtet hat, wird auf 10 Mill. Doll, veranschlagt. Nur Ern- Kirche und zwei bis drei öffentliche Gebäude blieben verschont. Au den noch rauchenden Trümmern waren aber in nicht vollen ach Tagen nach dem Brande wieder 350 Hauser errichtet. MarysvM- scheint beinahe ganz eingeäschert zu seyn. — In Breslau ist die Cholera ausgebrochen und bereits ein ST wo Tl nunger 3 erzählt obglcit kleinen von I dehnte, liebche die Hl < langsa nicht treuen ja um Unglü ihre, ten L sonnte lichtes silberb sich t' ander ihm i abwai der Z ch-r < nahe bliebe fünfe als c ten ? an d ein ( Thek fehle Frew leicht Füße schro Frär and- E? ent; i der irnen 93er: t vor deren Dr. »nde- rzlich Bor- kihen: rüber i soll Kü- Dorfe gehört, Drei affen: innen. eines einem s jetzt i von. rie, 6 Zariser de ge: ig mit her in lustra- bereits ;3,000 n und hatten .. Dee. ameiito r Eine t. Auf en acht rysville its ein Polen ! eines Gulden u 5 ft. JK 4. Beilage. Auch in -em Keitenstunn die Liebe. Novelle aus dem Frühjahre 1848. wel- nahe sieb befinde, dann entgegnete sie: „Wir waren gestern Nachmittag, wie jetzt, im Garten, und blieben bei dem milden Wetler bis die Sonne gänzlich hmabge- sunken war. Schon strich die Dämmerung keift durch die Tannen, als auS diesen eine männliche Gestalt schnell hervorschritt. „Warum entferntet ihr euch da nicht gleich?" „Es ist ja sonst so lebhaft hier, was sollten wir da furchten ? — Nichts Arges ahnend, tritt das gnädige Fräulein dort an die Hecke, als der Unbekannte plötzlich naht und mit derselben ein Gespräch beginnt. Ich wollte mich herzu begeben, Frau ein Thekla winkt mir jedoch Entfernung, und wie ich nach deut Befehle auf beinahe hundert Schritte stehen bleibe, so höre ich e Fremden Stimme lebhaft klingen und plötzlich schwingt er sich ntt leichtem Fuße über die Hecke und liegt dem gnädigen Fräulein zu Füßen." Der Baron ballte die Fäuste und das Mädchen hielt erschrocken inne. „Weiter," bat er jetzt und Sophie erzählte: „Ich wollte schreien, doch ein zweiter ernster Wink e Fräuleins ließ mich schweigen. Darauf sah ich dieselbe stolz sich Das Mädchen eilte schnell heran. „Höre, Sophie," begann er mit leiser Stimme, „von cher Seite und zu welcher Zeit kam gestern jener Unbekannte Die Befragte sah sich vorsichtig um, ob ihre Herrin nicht zu (Fortsetzung) 11. Finden und Scheiden. Wir wenden uns nunmehr zum unfern liegenden Dannberge, wo Thekla mit dem Herzen voll Liebe und bittergetäuschten Hoffnungen weilet. . , Die Sonne des nämliche» Nachmittages, wovon tu r ben erzählten, stand noch am Himmel und ihre Strahlen senkten, obgleich in sehr schiefer Richtung fallend, milde Warme tn Den kleinen Garten des Schlosses, der jenseits des Grabens, umhegt von knospendem Weißdorn, bis zum nahen Fichtenwald.t sich dehnte. Die Primeln hoben schon ihr vielglock.ges Haupt, Maas- liebchen brüsteten sich freundlich keck und in den Rabatten duftete die Hpacinthe in bunter Farbenpracht. Den Kopf gesenkt/ das Auge rott) gemeint, schütt Thekla langsam durch die mit Blumen Ungesäumten Gange und ackftete nicht auf die ermunternde Rede der sie geleitenden Zofe. Ber treuen Sophie brach der Herrin stilles Leid das Herz. wuyte ja um Alles und konnte recht wohl die Größe des widersahrnen Unglückes ermessen. Was Wunder, wenn dann auch zuweilen ihrem Auge eine Thräne entperlte, die sie verstohlen sich aus den Wimpern wischte! , _ , In der noch blätterlosen Laube saß der alte Dannberg und sonnte sich im warmen Frühlingsstrahle des sinkenden H'M'nels- lichtes, indem er wie gedankenlos den blauen Dampf au ft silberbeschlagenen Meerschaum in die Lüste blies. Doch drängten sich der Gedanken viele und geioichtige in seinem Kopfe durcheinander und schwere Sorgen beklemmten seine Brust. Was Alles in ihm sich regte, galt jedoch allein seinem einzigen geliebten Kinde. Lange hatte er mit düster» Blicke» Beiden, die auf- und abwandelte», zugesehe»; jetzt legte er die Pfeife nieder und ruf der Zofe. ich der ge- v ererbeben und hörte ihre Stimme mit Nachdruck rede». Da hob sich der Cingedrungene langsam vom Boden auf und zog |t_ scheu wie voll Ehrfurcht möchte ich sagen, zurück und dann verschwand er wieder über die Hecke. Das gnädige Frau etr. ober kam zu mir heran und ihre Augen schwammen Milcht mehr m Thränen, vielmehr funkelte auS denselben eine sagen? — ja — stolze Entrüstung." „Glaubst du, daß Baron Marnstein es gewesen? fragte Alte und raßte das Mädchen scharf in's Auge. „Sicherlich nicht," versetzte dieselbe, „diesen kenne ich zu nau. Jedoch war mir die Stimme auch nicht unbekannt. ' Dannberg schüttelte »achdenkend den Kops: „Ein sonderbar Ereigniß! — Und du solltest es nm fd)roe,gen? schweigen gegen Jedermann, also bat das Fräulein. Gegen Sie, gnädiger Herr, abervermochte ich dleß mch. „Du thatest wohl daran. - Weiß meine Thekla, daß du mir ? — ?" „O, gnädiger Herr," bat Sophie. „Beruhige dich," fiel Dannberg ein, „dein Zutrauen zu mir soll dich nicht um das Vertrauen meiner Tochter bringen. Sophie dankte. . „Jetzt gehe und suche meine Thekla bis zum Abend im Gar- Un ^So?hie"e».fernte sich und der Alte runzelte uachdenkend die (Stirne ,'Der alte Amtsschreiber Weller," begann er jetzt leite murmelnd, „hat in seiner Dummheit mir etwas geplaudert von 23er» fen, die der Verhaftete gemacht, und wenn ich die,es und ftnes erwäge und vergleiche, so bleibt mir über den Frechen kein Zweifel mehr. Wie ich ihn aber näher kenne, ,o laßt er von dem schwärmerisch Erfaßten so leicht nicht ab. Er gleicht bann der Ffjege, die um die Flamme summt, bis das Feuer ,ie vernichtet. — So geht es ihm denn wie der Fliege! — Er wird wie- derkommeii und hat er meiner Tochter ganzes Lebensgluck vernichtet, was zaudre ich denn, das Vergeltungsrecht an ihm $U U6”angf«m erhob er sich und brachte aus der Laube eine dort verborgene Doppelflinte hervor. Im finster» Schweigen betrachtete er die Waffe. . „ , . „Ob ich dich zu Rathe ziehe? - Ehre und Leben hat er geraubt, komm nur, tu sollst deinen Lohn gewissenhaft erhalten! Dannberg verließ jetzt die Laube und schlenderte nach dem niedern Gehölze von Lebensbaum, das den Eingang zum Heinen von Birkenstämmen gezimmerten Seitenbrückchen verbarg, worüber man in den Innern Schloßgarten gelangen konnte. Er klinkte an btr Thüre, als. ob er dieselbe geöffnet hätte, schlich sich fedoch mit leise auftre'tentem Fuße zurück in daS Bosquet von Fichten und Lerchen. (Fortsetzung folgt). Was giebt eS Neues? waren. Wie — Dem Vernehmen nach sotten in Frankfurt a. M. mehreie Individuen durch die dortige Polizei verhaftet worden fein, welche im Besitz von vielen Nachschlüsseln und Thurdruckern waren.Wie nothwendig es ist, dem Gesindel, das bettelnd m den Hausern uniherzieht, allen Ernstes die Thüre zu zeigen und von Jeder. I man» darauf gesehen werde, erweist sich ftden Tag mehr. 8 — In der Nacht vom 19. auf den 20. d. M. schnitt sich ein Bürger in Frankfurt, wie man sich erzählt, im s. g. Säuferwahnsinn (delirium tremens), in den Hals und soll wenig Aussicht zur Erhaltung seines Lebens sein. — In Bockenheim bet Frankfurt soll gestern ein trauriger Fall vorgekommen sein, der Jähzornigen zur Warnung dienen mag. Zwei Metzgerburschen geriethen in Sireit und der Eine stieß im Affekt seinem Gegner das gerade bei der Hand habenre Messer in den Leib. Ob er zum Mörder wurde, steht noch dahin, da zur Stunde noch nicht alle Gefahr vorüber ist. Der jähzornige Thä- ter leistete dem Getroffenen alle Hülfe, bis er hörte, daß die Behörde Nachricht habe; da ergriff er die Flucht. — An den Küsten Englands wird fort und fort befestigt, indem man dort den Krieg für unausbleiblich hält. Wellington, behauptet man, habe in Voraussicht dessen schon einen Feldzugsplan ausgearbeitet. — Während dem Gottesdienst wurden jüngst in Haßfurt in dem Pfarrhaus 1000 st. gestohlen. — Kaufmann Warnecke zu Frankfurt ist von Sr. Maj. dem Könige von Preußen mit dem rolhen Adlerorden 4r Klasse beglückt worden. Der Decorirte besorgt nämlich schon geraume Zeit Lieferungen für die preußische Armee. — Mainz zählt gegenwärtig, ohne Militär, 36,741 Einw. — Die österreichffche Regie soll für mehrere hunderttausend Gulden Pfälzer Taback, pro Centn er zu 10—14 fl. acquirirt haben. — Die neulichen kriegslustigen Aeußerungen des Obersten Fleury, Adjutant und Vertrauter des Kaisers, werden als rein erdichtet bezeichnet. — Die Türken sammeln sich in Albanien und der Herzegowina und die Montenegriner machen Miene zum energischsten Handeln. — Die Aachen-Düsseldorfer Eisenbahn ist am 17. d. M. eröffnet worden. — Wie kürzlich in Danzig, so ist auch in Magdeburg dieser Tage ein Kind an den Folgen der Vergiftung durch Lecken an grüner Tuschfarbe gestorben. Ein anderes Kind wurde nur mit Mühe gerettet. — In Hamburg wurde eine Frau wegen unbefugtem Barbierens eingesteckt. — In der Neujahrsnacht hat im Kanton Neuenburg ein Mädchen heimlich geboren und ihr Kind sofort dem — Hofhund in die Hütte geworfen, der es ganz verzehrte!! Im Gefängniß hat die Verbrecherin die schaudervolle That gestanden. — Der Aufstand in Montenegro wächst gleich der Fluth. .Die Türken sollen rückwärts gedrängt werden. — Das dänische Volksthing hat die Verlegung der Zollgränze von der Eider an die Elbe am 13. d. M. verworfen. Nachrich' ten vom 15. melden die Auflösung des Reichstags. — In Amerika steigen die Tabakspreise fortwährend. Besonders wird viel deutscher Tabak, weil er billiger, zu ordinären Cigarren verwendet. — Londoner Blätter schildern die australischen Golveolouien als alle Erwartungen übertreffend, indem Australien Californien jetzt gänzlich in Schatten stelle. Am Turon soll der Goldertrag ein so großer sein, wie man sich's nie geträumt hätte. „Es gibt hier Goldgräber" , so heißt es u. a. in den erwähnten Blättern, „die bis 15 Unzen Gold den Tag erbeuten. Zu Tambaroora hatte man noch nie dagewesene Resultate. Hier haben die ersten 600 Goldgräber in vierzehn Tagen 3000 Unzen Gold hervorgeholt. Die Erde ist hier so goldhaltig, daß eine einzige Schüssel Erde manchmal eine halbe Unze Gold enthält. In diesen Gegenden wird Gold auch in großen Stücken gefunden. Insbesondere reich ist das Goldfeld bei Bingara, wo vorläufig noch sehr wenig Arbeiter sich zusammen gefunden, die sich damit begnügen, das Gold aus der Oberfläche der Erde heraus zu kratzen. Die Hangingrock-Goldgegend wirv insbesondere gerühmt, wozu noch in Anschlag zu bringen ist, daß sie in der romantischsten Gegend liegt, wo die Natur Alles aufgeboten, um den Aufenthalt angenehm zu machen. Mehre Gesellschaften hatten sich schon vereinigt, welche die Quarzgebirge aus- beuten wollen Obgleich die Goldgegeuden von Neu-Südwales nur schwach im Vergleich zu denen von Victoria ausgebeutet worden, sind dort schon 2,200,000 Pfd. Sterl. Gold ausgeführt worden. In der Colouie Victoria mögen jetzt schon 100,000 Menschen mit Golvgraben beschäftigt seyn, und so wirv man eS erklärlich finden, paß vom 3. bis zum 26. Dccember zu Mountalerander unv Ballarat allein 366,193 Unzen Gold ausgebeutet wurden. Man schlägt den Durchschnittsertrag jeder Woche an diesen Orten auf 80,000 llnjcn au. Statt abzunehmen ist der Goldertrag dieser Gegenden in beständiger Zunahme begriffen. Selbst jene Goldgräber, die kein Glück haben, macken sich eine Unze Gold die Woche. Die Blätter führen Fälle auf, wo Goldgräber Klumpen von mehren Pfund Schwere fanden, allein abgesehen von diesen Glücksfällen ist die Goldhaltigke.it jener Gegend als unerschöpflich auzuseheu. In den Hafenstädten kann man keinen Arbeiter fesseln, denn trotz der Tausende, die jede Woche eintreffen, strömen alle fort, lieber ander!' hach Mill. Pfd. Sterl. war nach Adelaide gesandt worden, wo eS in der Bank deponirt wurde, um in der Münze zu Stangen gegossen zu werdeu. Inwiefern der Goldfund in der Colonie Adelaide sich reichhaltig erweist, läßt sich nicht vorausbestimmen. Man weiß nur, daß Gold gefunden worden, und daß manche Goldgräber mit dem Erfolge sehr zufrieden sind." — Ein Engländer in Adelaide gab unlängst folgende Antwort: „Ich habe 10 Wochen lang auf der bloßen Erde geschlafen, ohne Bett und wochenlang unausgekleidet. Ich bin durch Sümpfe und Moräste bis über den Leib in Wasser und Schlamm gegangen, habe brennend heiße Sandstrecken und Wüsten von 30 Meilen durchkreuzt, bin unter einer glühend ausdörrenden Sonne reisend fast verschmachtet vor Durst und Tage lang blieb ich ungewaschen, aus Mangel an Wasser. Einer aus unserer Gesellschaft ward uns auf dem Wege ermordet. Wir mußten ihn hier begraben, Tausende von Meilen von der Heimath. Ohne harte Arbeit, wie kaum Arbeitsleute zu ertragen fähig sind, ist das Gold nicht zu gewinnen. Niemand paßt für die Diggings, der nicht unter einem Baume in freier Luft schlafen, Wasser jeder Farbe trinken, Wochen lang ungewaschen und unraftrt gehen und an zahlloses Uu- geziefer sich gewöhnen kann." Freilich kommt dann auch Fortuna mit Thatsachen wie folgende: Ein junger Schotte, welcher vor drei Jahren Paisley (unweit Glasgow) verließ, um auf obige Art fein Glück in Australien zu versuchen, ist in diesem Jahre nach Hause gekotnmeu. Beim Eintritt in die arme Hütte feiner Mutter fand er diese beim Einschlagspulen beschäftigt. Nachdem sie sich beim fröhlichen Wiedersehen bewillkommnet hatten, sagte der Sohn zu feiner Mutter, 1» möge nun das Spulrad bei Seite werfen. Nein, nein, Jamiu, sprach die Alte, ich werfe mein Spulrad nicht weg, bis ich Besseres habe! Goddant! sprach Jatuin; sieh her, Mutter! hier hast du Besseres! Damit zog er Banknoten von 10,000 Pf. Sterl. (120,000 Gulden) heraus, den Ertrag seines Glücks und seines Fleißes in den Goldgruben Australiens. Diese Thatsache ist in der Provinzialzeitung ,.North British Mails“, auS nächster Umgegend ihres Leserkreises, wo man al,o sogenannte Zeitungspuffs nicht annehmen kann, erzählt und versichert worbe n.___________________________________________ — Druck und Verlag der G. D. Brühl'scken Duck- und Steindruckerei. d Der <§ mbelblauen wollten sie Königin fest Feier nieder Feuerpunkt gen, wie j gleitet unvet Thekla ! Wie sie hin ten Fittig j res Lebens verkehrt in geschicke un sie nicht gä debild vor Hoffnung. „Sie Thekla ahnt die, mit sü sie umschwe stend ausbr zensbilder u -Vorgefühl 1 Wie? so le ich vertraue Sophi mit feuchter Heine Weil Bergen, w tarnt zu de „Wir । Die T Manschreitt und wendet der dem Si Der s weichen Gl Tiefe haucht ferne Hügel siornten der Doch lei Dach, ei Der Marnsi herüber, de Treugruß e: „Siehj Dienerin at “mfängt, v, »Ich Thekla's Hi „Du i »Ihr »Und Zusammen )berfläche mb wir» ist, baß Jleb auf: e Gesell- irge aus- ?ales nur : worben, worben, scheu mit ch fiuben, > Ballarat u schlügt f 80,000 Gegenden , bie kein ie Blatter n Pfund u ist bie In beit bet Sau: er ander!' n, wo es äugen ge: e Adelaibe n. Man Solbgräber Antwort: ifen, ohne impfe und gegangen, .0 Pleilen ne reisend gewaschen, ward uns en, Tau- beit, wie > nicht zu nter einem ken, Wo- lloses llu- achen wie isley (un- in Austraten. Beim beim Ein- •n Wieder- OZuttcr, sie u, Samin, s ich Bes- ! hier hast Pf. ©teil, und seines tl. British man al,o [t und ver- Beilage. Auch in dem Zeitenstnrm die Liebe. Novelle aus dem Frühjahre 1848. (Fortsetzung ) Der Sonne glühend rothe Scheibe ruhte jetzt auf den fernen nebelblauen Bergen und golden säumten sich bie Wolken, als wollten sie in HSHrer Pracht den Augenblick des Abschieds ihrer Königin festlich begehen. Sie taucht zur stillen Ruhe in ernster Feier nieder; noch leuchtet, wie ein trauter Liebesblick der letzte Feuerpunkt und nun — ist sie herab, verschwunden und vergangen, wie jedes irdische Geschick und die hügelschöne Landschaft gleitet unvermerkt in leeres Dunkel. Thekla hatte der sinkenden Sonne tief ergriffen nachgeblickt. Wie sie hinabgetaucht und wie die Dämmerung den grau umflorten Filtig jetzt über Berg und Thäler schwang, so war auch ih» res Lebens schönster Stern gesunken und ihre Tage hatten sich verkehrt in schwarze Nacht. — Sie trug Schuld an ihrem Mistel geschicke und trug sie wiederum nicht. Diese Ueberzeugung liest I sie nicht gänzlich untergehen und so erfräftigte vielmehr das Schei- debild vor ihren Augen die in dem Herzen immer noch ruhende Hoffnung. „Sie sinkt hinab, sie kommt auch morgen wieder," flüsterte Thekla ahnungsvoll, als ob die Hoffnung ihre Genien abgejendet, die, mit süßen Bildern gaukelnd und ihr die Schläfe stärkend, sie umschwebten. „So wie die Nacht den Schlummermantel tröstend ausbreitet, so legt ein sanfter Flor sich über alle Schmer- jensbilder und meiner Seele Weh verschwimmt in das beruhigende Vorgefühl des Nahens einer bessern Zeit. Begreife ich gleich nicht Wie? so lebt doch der Glaube und auf seinen Grund werft ich vertrauensvoll den Anker!" Sophie stand mit gefallenen Händen in der Nähe und blickte mit feuchten Augen auf ihre betende Herrin. Sv entschwand eine Keine Weile, nach welcher Thekla nochmats den Blick zu den Bergen, wo die Sonne den letzten Gruß gesendet, richtete und bann zu der Zofe sich wendete. „Wir gehen zum Schlosse zurück." । Die Dienerin neigte sich bejahend und folgte ihrem langsam Manschreitenden Fräulein. Plötzlich blieb jedoch Thekla stehen und wendete das Ange, wie in verklärter süßer Wehmuth nach der dem Sonnenuntergang entgegengesetzten Richtung. Der Mond verdunkelte fein bescheiden Nahen durch leisen weichen Glanz, den er in lustigen Streifen an des Horizontes Tiefe hauchte und in dem feierlichen Dämmerlichte grenzte sich die inne Hügelkette mit ihrem blätterlosen Baumschmuck in dunkeln Formen deutlich ab. Doch neben Bäumekronen ragt ein anderes Bild. Ein trau; »s Dach, ein schwarzer Thurm und Pappeln recken ihre Spitzen. — Der Marnstein schaut mit traulich liebem Auge zum Dannberge herüber, der jetzt mit Silber seine Firste schmückt, als ob den Tteugruß er im Feierkleide erwiedern wollte. „Siehst du dort?" rief leise das Fräulein und faßte ihre Dienerin an den Händen und schloß sie, wie man etwas Liebes umfängt, in ihre Arme. „Ich sehe," antwortete Sophie unter Schluchzen, indem sie |Dhekla's Hände krampfhaft drückte. „Du weinst?" „Ihr Herz ist immer dort!" „Und dort nur kann es bleiben!" Töne?" — Vergieb! Und ewig nur der Deine!" welche sie erst werden (Forts, folgt.) sich nimmt? Was giebt es Neues? — Aus Berlin schreibt man unterm 21. Januar, daß der Plan zur Herstellung eines vereinten allgemeinen deutjchen Maaß- und Gewichtssystems, sowie daß eine Vereinbarung der deutschen hohen Regierungen in Betreff der Papiergeldsverhältnisse, noch nicht auf- gegeben sey; sondern daß vielmehr diese wichtigen Angelegenheiten, die für ganz Deutschland von großem Interesse und darum sehr wünschenswerth sehen, nach völliger Erledigung der Zoll» und Handelsfrage, sogleich in Angriff genommen werden sollen. Und solcher süßer Worte Fülle entstiegen wechselsweise den freudedurchbebten Herzen, wer kann sie alle nennen? Und wenn wir sie auch sagen, wo bleibt der Schmelz und Klang, durch weiche sie ersi .veivrit, was sie sind, wo bleibt das Ohr, das mit des Hochentzückens Wonnegefühl die traulich-süßen Laute in lenglanze. „Du hier? — O, Seligkeit, wie konnte ich? Vergieb! — Ach Alles! du bist ja wieder mein! — icf) büitc!" Und wie sie ahnend gesagt, so war es. Flüchtiger Hufschlag schallte aus den Föhren und näher und immer näher kommmd, bließ das schnaubende Roß und wieherte wie zum freundlichen An dem finstern Saume des WaldeS flog jetzt wie ein Schatten der eilende Reiter vorüber. Jetzt hielt er still, er steigt fyera , es knarrt der Ast, um den der Zügel sich schlingt, und wie verstohlen schleicht der Reuter näher dorthin, wo der Weißdorn seine leichte Wehre breitet. , Thekla's Herz pulstrte in wildem Schlage. Vorwärts gelehnt, das Auge auf den Angekommenen gerichtet, faßte sie krampsbast die Hände der sie von rückwärts umschlingenden Zofe. * „Er ist's! Er ist's!" rief sie mit kaum unterdrücktem Jubel aus und wie Sophie sie auch zurückzuhalten versuchte, so wand sie sich dennoch aus den sie mit Liebe und Sorgfalt umschlingenden Armen. _ Mit bem flüchtigen Schritte, den Freude verleiht, schwebt ,ie zum Weißdorn, und kaum ist sie genaht, da schwingt der Ret- tersmann in leichtem Fluge sich herüber und beide ruhen sich in den Armen, Brust an Brust und Wang an Wange und Thränen süßer Freude und des Entzückens vermählen sich im feuchten Per- Sophie drängte jetzt zum Weitergehen, doch wie sie den Schritt nachdem Schlosse richteten, da hemmt Thekla abennals den fortschreitenden Fuß und mit vorgebvgenem Haupte lauftht sie nach dem Marnsteine, das Auge verklärt in freudigem Hoffnungs- h „Hörst du das Sausen im Walde, horst du die dumpfen „Bilder Ihrer Phantasie! — Sie täuschen Mh" „Nein, nein, Sophie, daS ist der wohlbekannte Hufschlag, der aus dem leichten Waldgrunde heraufklingt." „Ein Landmann ist es, der nach Hause eilt." „Hörst du das Schnaufen, hörst du jetzt das Wiehern. Das treue Thier freut sich der Rückkehr zu uns, die wir es immer gut gemeint. — O, widersprich mir nicht. Es lebt etwas tn meiner Brust und ick weiß, worauf ich hoffe und auf was 10 ter, die sich stets aufM Dos letzte Mal wurden re Wohnung verfolgt, Uhr, ein uf den 21. Januar hat in München | 30,000 Mann verringert werden. Druck und Verlag der G. D. Brübl'scken Buch, und Steindruckere,. v t werden gemeldet. — In der Nacht vom 20. a a g g 9' u n ir hi h' g' __ Ein früherer Eonrector in Haiger bei Dillenburg in Nassau, nun Privatlehrer (Diesterweg), ist wegen Fälschung und Meineid wird er, wie üblich, am er ein mit W. F. gezeichnetes Frauenhemd an hat. — beobachtete die Polizei zwei elegante Reiter Promenaden an Napoleon drängten. D „ den verkleideten Agenten bis in ihre^Wohnung.verfolgt am Galgen. — In Hamburg hat sich ein sehr reicher Perser zum Bnrger- d mordete hieß Wilhelmine Friese. — In Pesth drang am 9. Januar, Morgens halb 9 Israelit« in einen Tabaksladen, schlug die Tochter des Inhabers nieder und entfloh mit der Kasse. Doch wurde er f*'" der Behörde übergeben und am 12. desselben Monates hing er schon erstach sich und seine Frau, weil diese gestohlen hatte und er t Schmach nicht überleben wollte. __ In Paris sollen die Strumpsfabrikanten an den Kauer n Dankadresse wegen Wiedereinfübrung der kurzen Hosen gerichtet ha » — Ein Handwerker in Berlin hat, durch große Noch zur » rweistuna gebracht, seine beiden Kinder und sich selbst getodlet. ___ lieber das in Paris verbreitete Gerücht eines Attentate a, Schon seit einiger 3e« ein Metzgerbursch feine verwittwete Schwester, deren Kind und b|( Magd mit einem Beil tödtlich verwundet, und zwar aus Rach wegen verweigerter Unterstützung. — Aus Wien schreibt man, daß der Marschall Radetzky Befehl erhalten habe, alle Truppen, über die er verfügen kann, nach bet Grenze, die die Schweiz von Oesterreich trennt, zu lenden. — Ebenso soll ein österr. Armeecorps die äußerste Grenze gtgm Montenegro zu besetzen Befehl erhalten haben. — Der Dampfer „Australien" ist mit seinen Ungeheuern Gck- vorräthen glücklich in London angekommen. — Die Zillerthaier Tyroler, welche im Hirschberger Thale (eben, haben, in Rückerinnerung eigener früherer Erlebnisse, eine Adrch an den König abgesandt und ihren Dank für die zu Gunsten du Madiais eingelegte Königliche Fürsprache darin ausgesprochen. — In der Nacht vom 23. auf den 24. Januar wurde im Santo» Senin unweit Sassetto, auf der Scheidelinie des Oesterreicher- uni) Schweizergebiets, die einzeln aufgestellte k. k. österreichische Füm;- wache von einer Rotte mit Steinwürfen begrüßt und überfallen. Durch das glückliche Hinzukoinmen zweier anderer Wachen ick Führer gelang es jedoch, genannte Rotte in die Flucht zu treiben, wo' sie in dem Dunkel der Nacht alsbald verschwand. __ In Dresden sprang am 19. Januar, Morgens 8 Uhr, bet au momentaner Geistestrübung leidende E. v. G — d aus dein Pnstu der ersten Etage seines in der Nähe der Elbe stehenden WohnlM! und stürzte sich so in die Elbe; — wurde jedoch durch einen s«m Miethewohner und die von diesem noch heibeigerufene Hulse w» $ __ Ani 21. Ja», hielt die Königin von England ein Kuftkl des Hosenband-Ordens ab, wobei der Herzog von NorthuinberlM und der Marquis von Londonderry den Ritterschlag erhalten W __ Der Effektivbestand der franz. Armee fo inhaftirt worden. __ I„ Mainz wurde eine Dame, die ihren Hund aus einem Weiher ziehen wollte, aber selbst hinein fiel, von einem österreichischen Soldaten gerettet. Der Letztere wurde in Folge dessen am 21 Januar mit einer Medaille decorirt, worauf fein Regiment vor ihm nnd den Militärbehörden, bei denen er stand, beftlirte. _ — Dieser Tage stand vor den Hanauer Assisen Georg Heinrich Schneider von Niedermittlau, der Tödtung seiner eignen Mutter angeklagt. Da er in trunkenem Zustand gehandelt, jo wurde nur auf vier und ein halb Jahr Zuchthaus erkannt. __ In Sachfenhaufen wurde gestern in einer Kneipe ein Prophet verhaftet.' Derselbe hatte sich mit einem weißen Hemde bekleidet und mit einer schwarzen Binde um die Lenden gegürtet, auf einen Stuhl des Wirthszimmers gestellt und im Propheten- Tone verkündet, daß im Jahre 1854 der Rhein und Main anstatt Wassers, Blut führen würde. Er wurde verhaftet, und da er nicht einmal so weit in die Zukunft sehen konnte, daß er seine Verhaftung voraussah, so scheint es unnöthig, sich wegen seiner Prophezeihuug für 1854 zu ängstige». Der Prophet ist semes Geschäftes: Flecken-, Mäuse-, Ratten-, Wanzen- und andern Ungeziefers-Vertilgungs-Wafferhändler. __Auch hier beobachteten wir am 27. Jan., Abends um 7 /2 Uhr am südöstlichen Himmel eine Lufterscheinung in der Gestalt einer großen blutrothen Feuerkugel. Dieselbe hatre einen beiläufigen Durchmesser von 2' und stieg langsam in senkrechter Linie am Horizont aus. Sie neigte sich etwa nach 8 Minuten zur Erde nieder, eine mehr längliche Gestalt annehmend und verschwand zuletzt geräuschlos aus dem Gesichtskreis. Barometerstand 27", Thermometer + l‘/?°- , ... - Neulich öffnete sich Nachts ein Mann in Sachsenhausen feie loiun. ^-möglicher Hanfewerker in Carlsrch Pulsafeern. m r .......* " « __ Die Münchener Lanfebötin erzählt folgendes : Nachdem vor 5 Wochen Diebe in den Schweinstall eines hiesigen Metzgers einstiegen und einem Schweine einen Schenkel ausschnitten, wollten sie vor einigen Tagen diese scheußliche That wiederholen, wurden aber hierfür gleich durch die vierfüßige Justiz bestraft, denn, da der Stall diesmal wider Erwarten der Diebe mit.etwa 18 Mutterschweinen gefüllt war, welche durch den Besuch Fremder gereizt , n -- ..~t m(tn nun Näheres, wurden, fielen diese über die Eindringlinge her und verbissen sich | de; 1 ifl! oförtAHtO Wptt so in sie, daß drei Schweine gestochen werden mußten, um sie von den Körpern der Diebe zu trennen. Diese befinden sich nun tu wnflDeirn »T nimmt i wehr, v Welch i wage ni Di schnell i gen dies Di ihn feie er zusan einen B M mit em genfeem, ii-l dein To der Leit vergeffei Tl jedoch Trost i (tarier nerin. M gung zi der J h Es den jener, i „( „wenn dieser । könnte hA Sie die nicht d, c gereifte JK 6. Rinb und b(t ir aus Rach, iabetzky Befehl 1 nn, nach bet mben. Grenze qtgrn eheuern @o(b? r Thale leben, , eine Abriss, n Gunsten bet esprochen. rbe im Cants» verreichet- uni chische Finanz- mb überfallen, : Wachen mit acht zu treiben, ns 8 Uhr, bei aus dem Fenster en Wohnhaft rch einen feiner re Hülfe wiebel mb ein Kapitel NorthnmberlM erhalten habe« x in Carlsrch atte unb er d ben Kaiser eine1 i gerichtet Hai» Roth zur fr' ibst gelobtet s Attentates m1 seit einiger 3«1 ch stets auf bei| Mal würben s« ng verfolgt, w zten. Gelabeae Individuen fall'» Paris gefoimne» I ) Montijo, Heb n von Alba uni Spaniens. A» | iemlich bedeuten«, et schön unb D per nächsten 311 Kann in Spa»l>" Hand. Pinge in Cap'»« f Form geh>^ > 22. 3«". 1* echter gewesens«- oll abermals «* B e i t ir g e. Auch in -em Ieitenstnrm die Liebe. Novelle aus dem Frühjahre 1848. (Fortsetzung.) Wir sagen, was sich zugetragen und überlassen es dem Leser, der Phantasie ideale Farben aus dem eignen Schatze eines fühlenden Herzens auf unsre Conturen hinzuhauchen. Unferne des glücklichen Paares stand int Dunkel der Lerchentanne Barer Dannberg und fein weit ausgerissenes Auge flammte wie unheimliches Wetterleuchten und seine Zähne knirschten. „Wie meine Liebe fürchtete und meine Rache gehofft, so sehe ich es gestaltet vor meinen Blicken," also leise murmelnd faßte er die Doppelflinte und zog den Hahnen auf. „Heran dir gutes Rohr, du sollst gewissenhafte Rechnung tragen für Erlittenes und Verdientes." Leise schlich er näher dem traulichen Geflüster der Liebenden, die um sich her die ganze Welt vergessen hatten, und spähte mit scharfem Auge unter die Dämmerung der Bäume, die ihn die Gestalten wie flüchtige Nebelbilder erkennen ließ. „Verstehe ich recht? — Mein sonst gut geübtes Ohr vernimmt doch kein mißtönendes Wort, nichts von Verweis und Abwehr, vielmehr beleben die Rede meiner Tochter frohe Klänge! — Welch neues Räthsel! — Fast zage ich, es zu lösen; denn ich wage nicht mehr, etwas Gutes zu hoffen." Die Flinte in beiden Händen, schritt der alte Dannberg jetzt schnell auf die Liebenden heran, und auf ben Ruf bet Zofe flogen biefe auseinanber. Der aufgestiegene, burch ben Waldweg scheinende Mond ließ ihn die Gestalt MarnsteinS jetzt deutlich erkennen. Bebend fuhr er zusammen, dann setzte er die Flinte mit abgelassenen Hahnen an einen Baum und trat langsam näher. Marnsteiu und Thekla wollten reden, der Alte aber gebot mit ernstem Tone Schweigen und betrachtete Beide mit durchdringendem, vernichtendem Blicke. „Ist es denn möglich", begann er jetzt mit feitterm, schneidenden, Tone, „daß meine Tochter, ich sage: meine Tochter in blinder Leidenschaft die Ehre ihres VaterS und die eigene Ehre so weit vergessen kann?" Thekla versuchte zu antworten, ein Thränenstrom erstickte jedoch ihre Stimme. Da wollte sie, auf's Heftigste erschüttert, Trost am Herzen ihres Vaters suchen, der aber drängte sie mit starrer Hand von sich hinweg und in die Arme ihrer treuen Dienerin. Marnsteiu trat jetzt entschlossen hervor: „Herr Baron, wei.n Sie den Stand der Dinge in Erwägung ziehen wollen, so nehmen Sie den Maßstab nicht zur Hand, der Ihren Jahren und Ihrer gereiften Erfahrung ziemen mag. denkt die Jugend anders, wie das Alter unb verzeihlich erscheint jener, was dieses verdammt. So hat die Tockier mich gerichtet." „Es freut mich," entgegnete Dannberg sarkastisch lächelnd, „wenn der Herr Minister dem Alter doch gereifte Erfahrung unb dieser einigen Werth zugesteht. Ich glaubte, bie heutige Jugenb fünnte auch mit dieser fertig werden." „Herr Baron", bat Marnsteiu, „Sie werden bitter. Lassen Tie die übrigen Verhältnisse nicht mein unb ihrer Tochter Glück, nicht das Ihrige stören!" „Von Glück reden Sie? — Jetzt muß die mir zugestanbene Steifte Erfahrung sprechen. — Ein Mann, der um eitler Conve- nienz treulos meine Tochter verlassen kann, wirb nie deren Glück begründen unb wenn er — ein Minister wäre. Dieß ist meine Entscheidung. Wie meine Schwester Ihren heutigen romanhaften Schritt aufnehmen mag, bleibt dieser anheim gestellt. Jetzt fort, meine Tochter. auf baS Schloß. Herr Baron, Sie können gehen, ober — reiten!" Er nahm Thekla bei der Hanb und zog sie mit sich nach dem Schlosse. Ein schmerzerfüllter Blick unb ein sehnsüchtig Winken mit der Hand waren des liebenden Mädchens stummer Abschied. Marnstein aber stand wie vernichtet. Nach einer Weile schlug er das Ange zum Himmel aus, bann bestieg er sein Roß unb stürmte in bas Dunkel des Waldes. 12. Gefährlicher Anschlag. In ber Schenke bes Dorfes Dannberg flammte in ber Nähe des großen Kachelofens ber Kienspan unb beleuchtete in zitternden Umriffen eine Gruppe wüst ausfehenber Gesellen, deren Aeus- seres zwar im Allgemeinen Landleute vermuthen ließ, wenn nicht wiederum die hier unb ba zerrissene städtische Kleidung unb Eigen- thümlichkeiten, die man sonst nur bei Waldmännern zu finden pflegt, andern Verniuthungen Raum gegeben hätten. Die bärtigen Männer mit wildem Blick unb kräftigen Fäusten lärmten unb fchrieen bei bem oft gefüllten unb geleerten Glase unb ber Gegenstanb ihres zankenben Gespräches waren bie Ereignisse des Tages. Jagb unb Forst, Zehnten unb Frohnben, Nutzungen unb Abgaben wechselnden in buntscheckigen Wendungen durch ihre brausenden Worte, und wo die Ueberzeugung mittelst der Rede nicht aushelfen wollte, da mußte ein kräftiger Fanstschlag auf den Tisch das fehlende Gewicht des Wortes ersetzen. Der Wildtchütze Bruno war der Held ber ©treitenben unb mit gewandter Zunge führte er die immer mehr sich erhitzenden Diseussionen. Michel Horn stand ihm getreulich zur «Seite unb besiegte die allenfalls sich erhebende Opposition mit der Kraft und Ausdauer feiner — Lunge. An einem Seitentische faß aus dem hölzernen Lehnstuhle, die Beine auf einen andern Stuhl ausgestreckt, Henrich. In langsamen, aber derben Zugen trank er zuweilen aus feiner Flasche und hörte mit lächelndem Spotte auf das Gezanke der Streitenden. Während des Lärms trat in die Schenkstube noch ein andrer Gast, dessen alter blauer Kittel hinten in groteskem Faltenwurf einen tüchtigen Höcker zur Schau trug. Das gefurchte, vor Schmutz fast nicht zu erkennende Gesicht hüllte zur Hälfte ein Tuch ein, auf welchem deutliche Blutflecken zu erkennen waren. Hustend war er eingetreten und fetzte sich jetzt, heißer grüßend, zu Henrich, indem er ein Glas zu Trinken verlangte. „Du siehst ja wunderlich aus", bemerkte der Letztere mit sardonischem Lächeln. „Sind das Zeitmerkmale?" „Allerdings", versetzte der Mittelmann. „Ich war mit meinen Gegnern nicht einerlei Meinung unb ba wurde mein Kopf zur Nachgiebigkeit gestimmt." Die Streitenden hatten diese Antwort gehört und lachten darüber in wilder Freude. Balv aber achteten ste nicht mehr auf den neuen Gast und dieser saß nunmehr unangefochten an feinem Seitentische unb lauerte aufmerksam auf bie geführten Gespräche. (Forts, folgt.) . 12 M i s c e l l e. — Fräulein Schaden der nlt{ erwärmt in der ist ein und Wandsbeck Silber — auch Hein tranf, tri täubung Schmerzet flirrendes Der Weir und niehr Er auf dem Mädchen von Rach in seiner wirbeln. „W herrschte i Tisch schl „Oh Es schein abzichen i Wü aber blid Spotte: „W so würde „W und veräc „3ck Erfahrun habe bei cs fällt k die feurig Hen rissenen - machten s „W haft die . „Zu nehmen!" Haare, „ 2hr wißt Neu bestürmte, Fragen u „Hi bie Hand raffelnd a sich beugt Wie gefallenen ien her u „3f| ffin, „ich ich auch - Von Seiten Oesterreichs überbringt Graf Leiningen die Anzeige nach Constantinopel, daß das österreichische Cab.net das E.n- rücken Omer-Paschas in Montenegro als eine Verletzung des emo- UUVU,' ........ ' , it eine morganatische Ehe n. von de.» _ Die Regierung von Niederbayern hat wegen Ueberhandnahme von Unsittlichkeiten und Rohheiten strenge Anordnungen erlassen und strenge Handhabung der Dienstbotenordnung besohlen und verfügt daß alle ledigen Burschen und Weibspersonen, welche nn elrerttchen Hause entbchrlich sind, in einen Dienst zu treten ha en oder unter polizeiliche Aussicht zu stellen. Sodann strenge Aufsicht über Musikanten, Schauträger, Gaukler, Seiltänzer, Kon o. von 18,000 Mann unter Ban Jeklachich zusammen gezogen werdm^ --------------------- Druck unv 'Verlag der G. D. Br beträgt 400,000 st. C.-M. — Ein Züricher, Stabmajor v. Orelll, kommandirt montenegrinischen Artillerie gegen die Türken, derselbe noch junger Mann und galt für einen tüchtigen eidgenössisch n Was giebt es Neues? — In Kurhessen ist eine neue Schulordnung erlassen worden. — Hrn. Vilmar in Cassel ist wegen einer in der H°l- «"d Garnisonskirche zu lang ausgedehnt gehaltenen Predigt wodurch die Kirchen- und Wachtparade etwas verspätet wurde, das fernere Predigen in dieser Kirche untersagt worden. — Nach den neuesten Versuchen wurde von Lübeck ub - am- bürg nach Triest in 2 Minuten eine telegraphische Depe_.. tert; hin und zurück in 5 Minuten. — Ein badischer Eilwagen wurde letzter Tage um cwca 2580 st. bestohlen. In Rappenau wurde das Paket aufgegeben, m ^>e. e - berg wurde es vermißt. Zwei Postillone finden Be dacht — In Augsburg wurde dieser Tage eine tfrau on v> dern entbunden. Drei derselben sind bereits gestorben. __ <^n Triest liegt eben die ungewöhnlich bedeutenve Z h 840 Schiff/« 7., ».k« : 290 »-<,» reuae In Contumaz liegen im Lazareth 6 und auf ^r Rh d 3 Schiffe. Unter den 290 Schiffen langer Fahrt befinden KJ 106 österreichische, 82 griechische, 19 englische, 12 türkische, 1 h , 6 walachische, 5 jonische, 4 amerikanische, 4 preußische, 4 russische, 4 samiotische, 4 serbische, 2 hannoversche, 2 bremische, 2 französische 2 norwegische 2 niederländische, 1 Hamburger, Ibra,ü,a- niNeS, 1 lübecker 1 mecklenburger, 1 moldauisches, 1 schwedisches In Washington soll eine lebhafte, große Bewegung herrschen in Folge der dort im Senat und in dem RevrasentanteiihamS ein- yy Mw ÄtmÄ i* 240 neue Geschütze ihre Mündung der See und rer französischen Artillerieoffizier.^ ^^Eählung des Kaisers L. Napoleon werden 28 Brautpaare von der Stadt Paris ausgestattet und am 19. Fe- väischen Völkerrechts ansehe. . , . . __ Die Festungsbauten in Wien werden rasch betrieben und nehmen dabei die beiden Casernen auf der Biber- und Domin.kaner- Bastei die hervorragendsten Stellen rin. Die kl""en Casernen, lhurmähnlichen Pavillons, in 3 Stockwerken, fassen 2000 Mann Infanterie,. 4500 Mann Cavallerie uud eine Batterie sammt den Stab. — Große Niederlagen gestohlener Sache» hat man tn Altona aufgefunden. Ganze Fässer mit Uhren, Gold und ein menschliches Skelett — kamen zum Vorschein. ’iiXXw™ m SSI.« »-»«*'» den einberufen und sollen sich marschfertig halt-n — Nächstens dürfte die Preuß. Armee verstärkt weiden. Eben so der Stand der Reserve-Regimenter e.höht werden. — Nach den neuesten Nachrichten aus Montenegro wäre Brand in Moskar von den türkischen Soldaten angelegt, vorh ^ aber die Läden der Christen geplündert worden. Der Eugenie von Portocarrero, nicht Montijo, ist der Familien-Name der Dame, die sich der Kaiser der Franzose» zur Sabre” 1697 von König Karl II. von Spanien den Grafentue Montijo», den nach spanischem Gesetze nur das Fann ienhaW führen darf. Ihre Mutter, eine Tochter auS dem Gesch ech e de. Fitz-James, unehelicher Nachkommen Jakob's II. von England, die heute im Besitze des Herzogstitels von Alba und auch °en T Herzoge von Berwick führen, ist feit dem Jahre 1847 Wtilue des Grafen von Montijo und ward Erben aller Titel und Le- sinunaen desselben, weil er keine timten männlichen Erben hm- "L D.m„ .« * » R'd. *. * • allciniae Erbin ihrer Mutter, und gehört nut, wenn auch »ich ru tini ältesten, doch zu dem reichsten Adel von Spanien. Auster der Grasschafl Montijo besitzt diese Familie auch das Herzogthmu Pennaranda, das ihr durch Erbschaft zugefallen ist Die frühere» Besitzer desselben, die vor ungefähr 60 Jahren ausgestorben U °, „ , J im basere 1608. Die Gräfin Ntonugo ist sei- . ner'n7ch Ma^ttse de la Mgaba, de la Banneza, de Barearrota, de Mirallo de Valdunguillo, de Valderrabauo, de Vlllanueva del Fresno; dann Gräfin de Casarrubios del Monte, de Fuenn- 7 7. Miranda de San Esteban de Gosmaz unv zu guter ifl i«, B-ii«. «U.t s« W,i« 9 S- urb „ach durch Erbschaft erworben worden sind. Rach f7ch?,« »-«„« ««« ®v««» »•» ■ >>« .. ooo 531(1 fict (ncibf%u 725,000 ™ glÄW M »V Güter sehr verschulde. Md MMMMW führen, sondern müssen sich mit dem begnügen, den ihre g ihre Mutter ist Andalusierin — ragt durch Geist und feltene körperliche Schönheit hervor. Als pe vor zwei ^ah » Madrid war, überstrahlte sie die ganz-- dortige tie junge Königin ward ihretwegen eifersüchtig, -der >erj 3 Os»'»« sich .«»»II* » W ♦*- *»* „»anbei des Herzogs ihr kein Zutrauen elNsloßte. Selbst Fnfant Don Francisco fühlte sich durch ihre Anuiuih Äi »»« «,«, N« »«“• "SÄ < , »iiinan aber Vie ®väftrt von JJiontijo Mts-sÄr«****. - " *"•,u lebt seitdem mit ihrer Tochter in Paris. ---------- übk'schen Buch- und Steiudruckerri. die Andas Einoes euro- eben und alnikaner- Casernen, )0 Blann I oen Stab, n Altona Golv und Vorschein. o, ist der azosen zur erhielt Im GrafenM lilienhaupt hlechte der glaub, die den Titel 7 Wittere und Beerben hin- ederuen die auch nicht . ■ii. Außer herzogthum ie früheren orben sind, tiso ist fei’ Barcarrota, Billanueva de Fuenii- d zu guter Balduerna. >en Gütern, stnd. öiach oniijo's die es Einkom- t.). Durch schuldet und ■ine Million , welche die stammen, so s Haustitel ihre eigenen i'en — auch v Titte und ei Jahren in muelt; selbst Herzog vo» der Lebens’ elbst der alte uih erwärmt ische Che mit lijo von dem Madrid und JV". T Beilage. ——■—— ———....... tsssssss > bb fgsssxeBSSBtisästBsetet Auch in -em Keitenstnrm die Fiebe. Nevclle aus dem Frühjahre 1848. (Fortsetzung ) Henrich blies den Dampf einer Cigarre weit in die Luft und trank, wie es schien, weniger aus innerem Behagen, als zur Betäubung eines gewissen Grimmes und eines ihn durchwühlenden Schmerzes. Röther wurde nach und.nach fein Gesicht und sein flirrendes Auge schwamm gefeuchtet und unstet in den Wimpern. Der Wein bewährte feine Kraft; die gereizte Spannkraft stieg mehr und niehr und sein Gehirn belebte sich mit abenteuerlichen Silbern. Er hörte jetzt, wie bie Streitenben von der Gutsherrschaft auf dem Schlosse redeten und von der schönen Thekla; vom lieben Mädchen und von dem bösen Herrn; vom Druck und Drang; von 'Rache und Abrechnung, die jetzt gehalten werden müßte, und in seiner erhitzten Phantasie begann Alles bunt durch einander zu wirbeln. „Was sprecht Ihr da von Sachen, die Ihr nicht versteht!" herrschte er die Streitenden an, indem er aussprang und auf deren Tisch schlug, daß die Gläser klirrten. „Oho!" entgegnete Brenno, „verstehst du es etwa besser? —- Es scheint doch nicht, sonst hättest du nicht mit langer Nase dort abziehen muffen!" Wüthend faßte Henrich den Brenno an der Schulter, gelasfen aber blickte ihm dieser in das Gesicht und äußerte im beisenden Spotte: „Wenn für m i ch ein Mädchen jemals so etwas gewagt hätte, so würde ich auch Leib und Leben einfetzen." „Was weißt denn du?" erwiederte Henrich, indem er giftig und verächtlich auf den Rebenben blickte. „Ich? — Ja, wenn bu schweigen könntest. — Doch meine Erfahrung müßtest du haben. Ich war auch einmal jung und habe bei den Weibern Glück gehabt. — Laß dir es gesagt fein: es fällt fein Baum auf den ersten Hieb und spröde Liebe ist oft bie feurigste!" Henrich starrte den also sprechenben Brenno mit weit ausge- riffenen Augen lange an und seine Pulse, immer toller jagen», machten seinen Blick unklar und verwirrten seine Begriffe. „Was räthst bu mir?" forschte er endlich und preßte krampf haft die Hand des Wildschützen. „Zu handeln, wie ein Mann und mit Gewalt dein Recht zu nehmen „Teufel," rief Henrich und krallte sich wild in feine dichten Haare, „du hast Recht. — Und ick habe Gewalt — mehr, als 3hr wißt, als Ihr nur zu glauben tragt!" Neugierig sprangen jetzt die Zechenden vom Tische auf und bestürmten den umhertobenben Henrich mit einander überstürzenden fragen und Ausrufungen. „Hier," rief jetzt Henrich mit gellendem Freudenrufe und zog bie Hand auS der Brusttasche, indem er eine Menge Goldstücke wsfelnd auf den Tisch warf, „hier ist bie Macht, vor der Alles ßch beugt!" Wie versteinert standen die Gäste und glotzten den plötzlich gefallenen Goldregen an, bann aber fielen sie hastig über die Mün- Jfn her und rissen sie einander aus den Händen. „Jetzt, Bruder," jubelte Brenno, „sollst du nicht mehr win- stbn, nicht mehr den Unerhörten spielen. Mit deinem Golde schaffe auch Menschen, und noch heute Nacht schlägt für uns die Stunde der Rache und für dich die Stunde der Erhörung. — Windet sich auch die Braüt in deiner Umgebung, so halte sie nur fest. Cs ist doch nichts als Ziererei und kommt der Tag, waS will der Schwiegervater dann machen? — Er muß sich fügen!" In ausgelassenem Jubel umkreisten die Gäste den, wie wahnwitzig umherblickenden, Henrich. Brenno aber klopfte vergnügt am Ofen feine Pfeife aus und lächelte leise für sich im hämischen Triumphe: „Er glaubt dir es ja, was willst du mehr? — Für morgen mag er selber sorgen!" Gefaßt ging er zu dem Tische zurück: „Jetzt hinaus zu unfern Leuten. Sie müssen hier fein, ehe es neun schlägt." Lachend wendete sich nun der Bauer Michel Horn zu dem befittelten Unbekannten: „Landsmann, Ihr habt gehört, daß hier Geld zu verdienen ist, wollt Ihr mit von-der Parihier sein?." „Das .versteht sich," entgegnete der Angeredete mit heilerer Stimme, „ich will nur meine Buben holen, die gute' Fäuste haben und auch Geld verdienen wollen!" Mit diesen Worten taumelte et, als wenn er betrunken wäre, zur Thüre hinaus. Brenno blickte ihm betreten nach, dann folgte er dem Weggegangenen auf dem Fuße, um zu sehen, wohin dieser sich gewendet habe. Der aber war, wie der Blitz, schnell verschwunden. „Michel, Ihr habt das Ding nicht gut gemacht," sprach der wieder eintretenbe Brenno, „b e r hätte bleiben müssen." „Ei was," erwiederte Michel, seine Handlungsweise mit einer schnellen Lüge bemäntelnd, „den kenne ich schon. Wo es etwas drein zu schlagen gibt, ist der zugegen." (Forts, folgt.) Was giebt es Neues? — Am 5. d. M. ist der Bauersmann Geb von Karben, der bekannte Natucarzt, auch Doetor genannt, plötzlich mit Tod abgegangen. Die Aerzte verlieren einen bedeutenden Coneurrenten und die Weserbahn ein gutes Einkommen an ihm. So lange es noch Leidende gibt, welche bie gelehrte Mebicin ohne Hülfe laßt, werden die s. g. Wunder-Doctoren noch großen Zulauf haben. — In der Nacht vom 9. auf den 10. Februar soll auf dem Theatermaskenball in Frankfurt ein junger Mann verhaftet worden fein, welcher einer jungen Dame im Wagen auf der Fahrt von Homburg nach Frankfurt eine, wahrscheinlich gewonnene, Summe von 400 fl. entwendete. Das Geld, soll jedoch noch bei ihm vorgefunden worden sein. — In Bremen tritt der Pietismus neuerbingS wieder sehr stark hervor. Die Prediger desselben wollen dort den Glaubens- und Symbolzwang wieder einführen. Sechs Mitglieder des Ministern venerandii haben bei dem Senat den Antrag gestellt, die Bekennt- nißschriften als Glaubensnorm festzustellen, welche die Prediger und jedes Gemeindemitglied anerkennen muß. — Einem Gerüchte zufolge soll in dem Augenblick, als am Vermählungstage der Wagen, in welchem sich der Kaller L. Napoleon und bie Kaiserin befanben, in den Hof der Tuillerien einfuhren, die kaiserliche Krone, die über dem Wagen angebracht war, herunter gefallen sein und nicht unbedeutenden Schaden erlitten haben; iva6 auf die Kaiserin einen tiefen Eindruck gemacht haben soll. Vost.Aust-lt-n I sind auch während d-S verflossenen Jahres v°m Verwaltungsrathe Post-Auflalte M $u f6tbrrn gesucht worden, und dt- erzielten wldne Hochzeit Resultate können als günstig ,beze^uet werden V"l ache An«, der 14 — In Bayern sind im verflossenen Jahre 86 neue nicht auS Berlin war. c Im Allgemeinen ist dage en die Auswanderung aus Deutschland während des vorigen Jahres sehr vie stärker alS im Jahre 185 1 gewesen. Es liege» bts letzt kennung sowohl derer, welche die Wichtigkeit der AuSwauderungs- fraqe für das Vaterland begreifen, als auch der«, weiche des Raths und der Belehrung bei der beabsichtigten Auswanderung bedürfen, ,o wie di- heftigen Angriff- einzelner nur Privat-Jnt«-gen verfolgender Agenten oder Tagesblätter haben den Verein in de» Uebeizeu- qunq bestärkt, daß er den richtigen Weg eing-fchlagen habe, und er wird diesen Weg mit aller Energie verfolgen. Obwohl in den, dem Na ch w eisu n g S-B u reau d eS Ver- fing -unächst liegenden Provinzen die Auswanderung 6.i, f. «I S«6l M,» »ich« »'M--- alS 500 Flaschen Champagner vertilgt, darunter 300 Flafchen ""-‘S'ftodimf». SutWi« ». O„M f.« Rfiben dn Montenegriner fechten, sondern nach neueren Nachrich- M Lta,i«4 i»».»Dim«... *«; «« — Der bisherige Verlust der Türken wird auf 1200, len« der Montenegriner auf nur 40 Todte angegeben. 58,551 Personen gegen 37,943 im Jahr 18ol „ „ 18,127 „ ii tz-nden Jitg. - Jt h V, mit d... U,6,r,w «,.»!. Wich.mi.tt »„ eins während des verfloss«'-» Jahres eröffnet. Die statutenmäßigen Zwecke des Vereins: .. bc, Abrathen vor übereilter Auswanderung. Ueberl-it n der einer lohnenden Beschäftigung ermangelnden Arbeitskräfte in dünner bevölkerte Gegenden des Vaterlandes durch Colonisation im Inland-, Anleiten der zur Auswanderung fe MWD - Wie weit man im Getriebe auf dem religiösen Duldungs- kelr« vorschreitet dazu giebt der nachstehend «zahlte erbaulich- Fa L ®. .°V« SST« Cure« wünscht- sich mit einer prowstantischen Waatland«.» zu ehelichen und ließ durch den Syud-c von Vevey d «^ th.gen Papte vom Pfarramt seiner Heima.hgememde Sern« «bitt -». Nach^ reren fruchtlosen Aufforderungen s-bn-b .ndl,ch d Pf Sern« lMaguin heißt der Edle) folgende Antwort. „L>a Ti- so sehr für mein gewesenes Pfarrkind Moritz Curdy '""resnren, in einem protestantischen Lande Dienst gesucht ha jst, Mädchen h-irathen will, das l» der Ketz i ’ welche die katholische Kirche verdammt, so sag- ich v Sei uns die bürgerliche Gewalt nicht billigt, was die ge.siltch' Gemeinde nicht ein- Arche Noah machen, m welch« alle möglichen Thiere Platz fanden.« er» ichtet^word«i. fin Ehepaar seine goldne Hochzeit a«-iert D« Brautführer und di- Kränzeljungsrau, welch- daS %, W.".im3rt. 1802 jum T,-rn-«.m b,,.d«,. auch jetzt mit dem Jubelpaar vor dem Altäre. Der Braut.ga'N 86, die Braut 73, der Brautführer 69 und d.e Kran zelt 8f Jahre alt. Di- 4 P-rs°nen zähl-n 300 Jahr- und sind sammtlich die Zahlen vor : a) von Bremen b) „ Hamburg 29,322 c) „ Antwerpen 14,428 __________ Summe . 102,301 Personen gegen 65,313 im Jahr 1821. Necknet man ab«, daß über Liverpool (fo weit d,e Auswanderer dorthin nicht über Hamburg gelang«., mithin schon m»g«echm L-vr Rotterdam und andere nichtdeu.sche Hufen auch »' 60 70 000 Auswanderer «pedirt worden seien (im Iah« «eTwiOO), s° «giebt sich »ich.»-'««'-»“Ä“« BSSjSg (in deren Folg- dann di-s- von selbst dl- B-v°ik-rung au bewohnten Gegenden an sich ziehe» werden), o " Heranziehe» fleißig« u»b zuv«lä,,ig« Personen welche weg«. (z an Verdienst ohnehin auswandern muffen und G-aend-n, wo ihnen lohnende Arbeit gegeben w«den w'.n D« zur Vermittelung zwischen dergleichen Ar ''l l1 t g^n(b mit de» senden dienen. Der V-rwal,ungSrath hat ,.ch d.Sya^^^^ entsprechenden Anträgen an sänmttliche a» versehen w«- ewendü und ist auch sehr bereitwillig 'kmsst y,.,, c^nveß ist doch nur eine Heine Anzabl von I «6nnen wo'man glaubt einzeln- Auswand-rungslustige anu-^e Wen, und wo dazu die Einleitungen get.offen w«den. : X6-w* «--s»ch >"- \ v (Fortsetzung folgt). _______ Die sie sagten, ließ ihn, mehr aus Der dem Wald nen Schn nehiulich Rosses, wer zu s aufmerksa der Mon her-tiischn Vor Augeublit überhusch «Ha len aus eine Pich Der »La „Di »Fr Weg ein ,,W Dei herab w Rasch er Zügel ui Niemand bald bra aber fiel Wege hl De muthig Geschma er zur <1 »T hropheze wäre a freien A men, ol kalt, al öffe n t wie der in der Nun v» Kreise, t-r, sta dem Al E Seitentl in em« agsrathe erzielten ie Aner- derungS- s Raths yftn, so i erfolgen- leberzeu- be, uni ■ 3 Ver- derung nb AuS- 3000 im lZermögen gen 185 die auch »ehr auch i Berlin ur 1332 Mehrzahl ng aus hr viel jetzt nur ahr 1851 ii hre 1851 erung von )1. lltnngsrath it roorltn. if größeren mit ©tuet h der Anlegen au3- artiger unb i Gegenden aus dichter vereinzeltes oegen Man- ollen, nach kann. Der ,ei unS die ausführbar. a allerbeste» unb Arbeit- alb mit be» : Monarchie ersehen wor- t vorhanden, n zu können inuß hoff«»' werbe. Beilage. Auch in dem Zeitensturm die Liebe. Novelle aus dem Frühjahre 1848. (Fortsetzung ) Die Gäste entfernten sich nun rasch, Waffen zu holen, wie sie sagten. Brcnno aber setzte den Henrich hinter einen Tisch unb lief) ihn, indem er ihn mit Unterhaltung und Trinken fesselte, nicht mehr aus der Stube. Der Kittelirägcr eilte inbcffen, wie ein flüchtiges dreh nach dein Walde unb durchkreuzte mit sicherer Kenntniß die grab gehauenen Schneißen. Athenilvs blieb er jetzt lauernd stehen und vernehmlich drang zu seinem Ohre der Husschlag eines daher eilenden Rosses. Schnell verbarg er sich hinter junge Fichten, um zu sehen, wer zu so ungewohnter Zeit den Wald durchstiege, und wie er aufmerksam lugte, da schwebt ein 9ieiter der Stelle vorüber, wo der Mond von der Seite sein klares Licht in des Waldes Dunkel hereinschneite. , , Boni Dunkel durch den Silberstreif war nur ein fluchtlger Augenblick, doch das scharfe Auge unsres Lauernden chatte den Bor- Überhuscheiiden schnell erkaant. „Halt! Halt! — Um GotteSwillen halt!" so rief er verstohlen aus und der Reiter zügelte sein eiliges Roß, indem er jedoch eine Pistole aus der Halfter nahm und den Hahn aufzog. Der Blaukittel eilte heran: „Laßt stecken, ich bin es." „Du, in dieser sonderbaren Kleidung?" „Freilich! — Wie dank' ich meinem Gott, daß ich diesen Weg angeschlagen!" „Was hat sich denn ereignet?" Der Kittelmann wollte reden, aber von der langen Schnetße herab wurden Stimmen vernehmlich, die deutlich näher kamen. Rasch entschlossen faßte jetzt der Blaukittel des Reiters Roß am Zügel und führte es in das Dickigt des niedern Hegwaldeö. Von Niemanden behorcht, wurden hier geheime Worte gewechselt um bald brauste der 9ieiter wieder dem Walde entlang, der Kittelmann aber kletterte mühsam durch Dorn und Hecken auf dem kürzesten Wege hinauf zu dem Berge. 13. Tollkühnes Beginnen. Der alte Baron Dannberg ging in seinem Wohnzimmer un- muthig auf und ab. Das Abendbrot, ganz nach seinem sonstigen Geschmacke zubereitet, hatte ihm nicht gemundet und die Pfeife, bte er zur Hand genommen, widerte ihn an. „Wenn mir doch Einer solche Ereignisse im vorigen Sommer prophezeiet hätte," murmelte er halblaut für sich, „wahrhaftig ich wäre auch ausgewandert! Meinetwegen nach dein vermaledeiten freien Amerika, von wo doch nur alle die Narrenspvssen herstarn- men, oder nach Rußland, Schweden und Norwegen, wo es zwar kalt, aber doch ruhig ist. Hätte sich der Lärm nur auf die öffe ntlichen Verhältnisse erstreckt, wohla i, so hätte ich mich, wie der Dachs in seinen Ban, auf mein Schloß zurückgezogen und in der Residenz hätten sie sich daun gegenseitig auffressen mögen. Nun bringt mir aber die fatale Revolution in die häuslichen Kreise. Der zukünftige Schwiegersohn schnappt mir über, die Tochter, statt bem Vater beizustehen, ergreift dessen Parthei unb bet dem Allem soll ein ordentlicher Mann noch gelaffen bleiben!" Einen mürrischen Blick warf er jetzt auf Thekla, die an einem Seitentische bei bem Scheine einer Lampe fast unb, wie cs schwn, in einem vor ihr liegenden Buche las. „Was ist dieses für ein Buch, Thekla?" „Geschichte der französischen Revoeution." Dannberg fuhr zusammen: „Schon wieder Revolutiom Kann ich mich denn in keinem Winkel vor dem fatalen Worte schütze . Thekla legte schweigend das Buch bei Seite. Dannberg aber betrachtete eine kleine Weile seine folgsame Tochter und sein Blick wurde milder: . „Warum liesest du denn solche Geichtchten? „Um Trost aus denselben zu schöpseu." „Drost aus der Revolution!" rief der Alte nut Entsetzen und schüttelte sich voll Schauder. Thekla erhob sich und reichte dem Vater lächelnd dte pand. Nichts Neues unter der Sonne. Revolutionen sehen alle etn- ander ähnlich um ähnliche Lagen erzeugen ähnliche Verhältnisse. Wie es mir um Marnstein jetzt ergeht, gerabe so erging es dem Vieomte DeSnouettes und dem Fräulein von Earpilliers." „Und wie erging es denn diesen?" „ „Meinungen trennten die Eltern; sie aber blieben standhaft in ihrer Liebe unb am Ende wurden sie doch verbunden. „Das Revolutionstribunal wird wahrscheinlich die Kopfe der Eltern zur Einigkeit gebracht haben?" Thekla warf einen Blick voll treuer Kindesliebe auf den Vater, dann entgegnete sie gelassen: Die Eltern liebten ihre Kinder unb als die Sturme nicht mehr'durch das schöne Frankreich brausten, da ließen sie sich dte Vermittlung des ersten Consuis gern gefallen." „Ja, wenn ich auch einen solchen Vermittler hatte, Platzte jetzt der-Alte heraus. . spater," rief Thekla unb ein freudiger Hoffnungsstrahl, aus ihren "Augen leuchtend , verklärte das grainerfüllte Gesichtchen, „so darf ich demnach — ?" , , . Kind," rief jetzt Dannberg und schloß das Mädchen in feine Arme" „weiß Gott ich liebe dich , wie nut ein Vater seine Tochter lieben kann; aber ich vermag nicht diesen Knoten zu entwirren. Kannst du es selbst, wohlan so will ich dir nicht widerstreben. Wie aber die Sachen jetzt stehen, so kann ich Marnstein dir nicht zum Manne geben(tzorts. folgt.) Was giebt es Neues? _ In Marburg wird eine siebente Vürgermeisterwahl stattfin- den, indem von der Regierung 6 nicht bestätigt worden sind. __ Vor einigen Tagen wurde im Pfarrhause in Oberrad cin= gebrochen. Der Nachtwächter störte indessen die Spitzbuben. Spater fand es sich, daß der große Kettenhund vergiftet iu»r._ __ Bor dein immer frecher werdenden Diebsgesindel sind selb,t die Straßenlaternen nicht mehr sicher. In Würzburg war's jüngtt Nachts in mehreren Straßen und ans der Brücke stocksinster, weit die Laternen stibitzt wurden. — Im Lippe-Schaumbitrg'schen kant man hinter eine der Ickau- dervolliken Thaten. Zwei Brüder sperrten nämlich ihre Schwester, um diese zu beerben, in einen Keller,. wo das unglückliche Geschöpf bereits circa 20 Jahre schmachtet und jetzt zufällig entdeckt wurde. Die Galgenvögel sind verhaftet. — Am 19. d. M. wurde Magdeburg zum erstentnale nut GaS erleuchtet. — Wann Gießen? — . — Ein Nürnberger hat in Berlin eine großartige Bierbrauerei gekauft und will ein ächtes „Berliner" Nürnberger Vier brauen. 16 — In Ungarn ist abermals der Ausnahmezustand erweitert und eingeschärft morden. — Die am 6. Februar in Mayland ausgebrochenen Unruhen sind als unterdrückt zu betrachten. 6 Revoltanten sind erhängt und 3, worunter ein Priester, erschossen morden. — Der Erzbischof von Besan^on bemeißt, daß „die Pest der Eisenbahnen nur wegen Vernachlässigung der Fasttage über die Wirlhe gekommen seh!" Also jetzt fort mit den sündhaften Eisenbahnen und statt deren Fasttage —? — Die Lage der Türkei wird immer kritischer; Sieg oder Niederlage in Montenegro soll für sie gleich verhängnißvoll seyn. Rußland und Oesterreich sollen energische Roten in Konstantinopel übergeben haben. Das Vorrücken zweier russischer und ein österreichisches Armeecorps an die Montenegriner Gränze bestätigt sich. — Einem Gerüchte zufolge soll der Mörder des Frankfurter Lotteriecollecteurs S. Schwarzschild entdeckt und am 10. d. M. in Oberingelheim festgenommen worden sein. Derselbe ist ein in Mainz "in Arbeit gestandener Schreinergeselle aus Rödelheim und soll am Sonnabend den 5. Februar zu einem seiner Freunde nach Flörsheim gegangen sein und bei diesem angefragt haben, ob er mit nach Amerika wolle. Derselbe soll ihm eingewendet haben, daß er kein Geld dazu habe. Darauf soll der jetzt Verhaftete ihm ermiedert haben, er gehe nach Frankfurt und hole dort Geld. Montag Abend soll er zu seinem Freund nach Flörsheun müder gekommen sein und ihm Geld und ein Hemd offerirt haben. — Ein Postbeamter, Namens Born aus Arnsberg, ist in der | Nacht vom 10. Februar mit einer bedeutenden unterschlagenen Geldsumme (4000 Thlr.) durchgegangen. Die nachsetzenven Gensd'ar- men verfolgten dessen Spur bis Hamm, von dort jollte er mit einem Hauderer den Weg in's Münster'sche eingeschlagen haben. 'Richtig entdeckte man ihn auch in der Nähe von Münster; die ganze Summe fand sich noch bei ihm vor. , __ Der Kaiser Napoleon hat am 14. d. die Session des Senats und gesetzgebenden Körpers mit einer Thronrede eröffnet, die als ein abermaliges Manifest der Friedenspolitik von Bedeutung ist. Die Armee wird um 20,000 Mann vermindert werden. — Jeanne-Claire, Oberin der barmherzigen Schwestern zu Com- piegne, ist mit dem Kreuz der Ehrenlegion, als Anerkennung 60jährigen treuen Wirkens in ihrem frommen Berufe, decorirt W°^n$)ie Polizei zu Toulon hat 130 Pfeifen mit dem Bildnisse Ledru-Rollin's weggenommen. , — Dieser Tage erließ der Bürgermeister von Metz eine Versu- flung, wonach kein Wirth ferner Gymnasialschüler als Gaste bei sich aufnehmen darf. In Folge dieses Verbots kam es un Gymnasium zu Unruhen, welche mit der Ausstoßung von 14r> Schulern endigten. , z . , ... __ Der Urgesundheitsapostel Ernst Mahner (ureigenllich heißt er Albert Schlemmer) ist in Rastatt und macht dort zur Iliuer- stützung seiner Vortrüge praklifche Bade- unv Schwunmkünste. Seine Anschlagzettel beginnen: „Jauchzet, ihr Völker, Euer Retter ist nahe." Ein dorliges Blatt schreibt: „Daß Hr. M. bei 1 Grad .Kälte in der freien Murg sich badet, ist seine Sache, und niemand wird ihn Hin diesen Genuß beneiden; daß er aber daraus im urweltlichen Costüme auf dem Damme auf- und abrennt, um sich vom Nordwind trocknen zu lassen, stimmt mit unfern, nach | einer Ansicht freilich verderbten Begriffen von Sitten und Anstand nicht überein, und Aehnliches sollte anderwärts verhindert werden. — Gleichzeitig mit dem Cravall in Mailand wurden in ganz Oberilalien Proklamationen von Mazzini und Kossüth, die alle bisherigen Revolutionsmanifeste an Leidenschaftlichkeit überlref- sen, verbreitet. — Mazzini soll zur Hervorrufung deS Mailänder Attentats 90,000 Pf. St. und mehrere hundert Dolche aus London geschickt haben. __ Jahresbericht für deutsche Auswanderungs - und QLob- nisations - Angelegenheit. (Fortsetzung.) Die Kenntniß der überseeischen Einwanderungsländer ist durch eine große Bereicherung des handschriftlichen und gedruckten Materials des Vereins sehr gefördert worden. Außer den Berichten der König!. Vertreter in diesen Ländern, welche deut Vereine durch die Güte der Königl. Ministerien mitgetheilt wurden, und den Berichten der Correspondenten des Vereins sind demselben auch fast alle auf die Auswanderung oder Colonisation erschienenen Schriften unv Karten von den betreffenden Verlegern zugesandt worden, wofür der Verwaltungsrath feier ein für alle Mal seinen Dank ausspricht. Nur wenn die Schriften brauchbar sind, können solche denjenigen Auswanderern, für welche sie gerade passen, empfohlen werden. Das Lefezimmer des Vereins hat durch dies Material sehr an Interesse gewonnen, unv da in demselben auch viele fremde Zeitungen ausgelegt sind, so ist es zu erwarten, daß dasselbe immer mehr von denMitgliedern besucht und den Vereinszwecken nützlich wnde. Oeffentliche Sitzungen des Vereins haben im vergangenen Jahre 10 stattgefunden, in denen 16 Vorträge: über Mexico, Venezuela (3 Vorträge), Klein-Asien, Nord-Amerika (3 Vorträge), Spanien, La-Plata-Länder, Central-Amerika, die Verbindung der Mission mit der Colonisation, Costa-Rica, die Verproviantirung der Auswanderer-Schiffe, Algier und Australien, gehalten worden sind. Auf das Transport- und Agentenwesen hat der Verwaltungsrath fein vorzügliches Augenmerk gerichtet. Eine Reise vei Vorsitzenden nach Bremen und Hamburg hat dazu gedient, diese» Punkt näher als bisher in's Auge zu fassen, unv es kann im Allgemeinen die Bereitwilligkeit nur rühmend anerkannt werden, mit der die Schiffs-Erpevienten und Agenten auf die Wünsche des Vereins eingegangen stuv. Was vie einzelnen Einwanderungs-Länder betrifft, s« sind die Nord-Amerikanischen Freistaaten das Ziel dir großen Mehrzahl der Auswanderer. Im Allgemeinen kann indff nicht behauptet werden, daß dieselben dort einer besonders guten Zukunft entgegen gehen. Die Steigerung der Landpreise, die Vermehrung der landwirthschaftlichen Producte unv die Herabdrückunz des Preises derselben wirken nachtheilig auf die wirthschaftliche Entwickelung der Producenten. Ein Zeichen des im Ganzen sehr gedrückten Zustandes der Deutschen Einwanderer in Nord-Amerika ist die verhältnißmäßig große Zahl von Selbstmorden und Verbrechen, welche unter Denselben vorkommen. Im Allgemeinen hat sich Texas, obschon zu den Sclavenstaaten gehörig, als derjenige Staat heraus- gestellt, wo die Verhältnisse für die Deutschen Einwanderer noch am besten und int Allgemeinen sogar günstig sich gestaltet haben, wie denn überhaupt Tcras gerade durch die starke Deutsche Em- wanverung, welche die Sclaverei sac tisch unter sich nicht anlkont- men läßt, schnelle und glückliche Fortschritte macht. Californten dagegen ist derjenige Staat der Union, welcher nebst den lüdlichen Sclavenstaaten am Wenigsten für Auswanverer zu empfehlen ist- Große Anstrengungen, Einwanderer an sich zu ziehen, macht Canava, unv im Ganzen ist nicht zu leugnen, daß denselben dort namhafte Vortheile geboten werten. Die Auswanderung dorthin hat denn auch bedeutend zugenommen. Die Verhältnisse von Mexico sind von der Art, daß an eine Auswanderung 'dorthin für jetzt und wahrscheinlich noch fut lange Zeit nicht gedacht werden kann. Dasselbe findet bei Peru Statt. (Schluß folgt.) Druck und Verlag feer G- D. Brülrl'fckeu Buch- und Steindruckerci. Attentat »n geschickt ld Co^- ist durch gedruck- Außer den > t den, Berit wurden, i demselben erschienenen esandt wor- einen Dank nnen solche empfohlen s Material | oicle fremde selbe immer | tzlich werde. ,ergangenen JZerico, Ve- Vorträge), rindung der ntirung der rorden sind, it Der äßet- re Reise des ient, diesen / inn im All- erden, mit he des Vei- : betrifft, s« cs Ziel der kann indef nders guten se, die Pet- rabdrückunz jaftliche Enl- ;eii sehr ge- I -Amerika ist Verbrechen, sich Teras, itaat herausanderer noch stallet haben, u t s ch e Ein- | licht aufkoni- alifornien den südlichen ,fehlen ist. iehe», macht >aß denselben cderung dort- Art, daß an lich noch für t bei Peru Beilage. Auch in dem Keitensturm die Liebe. Novelle aus dem Frühjahre 1848. (Fortsetzung.) Ihr Gespräch wurde jetzt durch das Eintreten eines Bedienten unterbrochen, der eine Vauerndeputation, die den gnädigen Herrn sprechen wolle, meldete. Daunberg staunte und lächelte: „Um diese Zeit? — Die Pendule weist auf Zehn?" Sage ihnen, sie sollten morgen wiederkommen." „Das haben wir ihnen schon gesagt," entgegnete ihnen der Bediente, „allein sie beharren darauf, den gnädigen Herrn noch heute sprechen zu müssen und drohen, wenn man ihnen dieß verweigere, mit Gewalt." „Mit Gewalt!" rief Dannberg voll Heftigkeit. „Dann jagt sie fort! Ich will doch sehen, ob ich, der Gutsherr, mir von Bauern soll imponiren taffen!" „Es sind gar viele," fuhr der Bediente fort, „und ste scheinen sehr gereizt und auch betrunken. — Wir hätten nicht vermocht, die Andringenden vor der Brücke festzuhalten, wenn nicht der Jäger Bertram, der vor einer Stunde etwa in sonderbar vermummter Gestalt angekommen, rasch alle Jägerburschen und Knechte bewaffnet aufgestellt und das Birkenbrückchen nach dem Garten abgebrochen hätte." „Und das erfahre ich erst jetzt?" „Er hielt es für nicht recht ernst und wollte Euer Gnaden nicht unnöthig ängstigen. Jetzt aber —" „Laßt keinen in das Schloß und wenn es Einer dennoch wagen sollte, so —" Ein Feuerblitz erhellte die Zimmerdecke und ein Schuß krachte aus dem Schloßhofe. Wüthendes Geheul und Geschrei folgte, in das sich noch mehrere Schüsse mischten. Der Baron und Thekla bebten auf's Heftigste zusammen. AIS aber Ersterer schnell gefaßt zu den Gewehrschränken eilte und rasch zwei Doppelflinten herausriß, stürzte ihm die Tochter, wehrend und ihn zurückhaltend, in die Arme. „Nein, Vater, um Gotteswillen, das werde ich nimmer —" Dannberg aber wandte sich kraftvoll los und drängte das Mädchen auss Sopha zurück: „Soll ich die Schmach erdulden? — Lieber sterben!" Mir diesen Worten eilte er zur Thüre hinaus und ließ die Tochter händeringend zurück. Der Schloßhof war von Pulverdampf erfüllt, den das Mond- licht mit Silberstreifen erhellte. Die Dienerschaft stand bewehrt in der Nähe des Schloßthores und an ihrer Spitze der einäugige Jäger Bertram. „Wie steht's? — Was hat sich zugetragen?" rief Dannberg Letzterem zu. „Sie wähnten uns unvorbereitet zu finden," entgegnete der Alte, „aber mein Einauge sieht hell, ich witterte Verrath, war beute Abend unter ihnen und spionirte ihren Plan. — Nur muthig ausgehalten eine halbe Stunde nur, dann steht es anders aus." „Wer hat geschoffeti?" forschte Dannberg. „Zuerst jener Brenno, den ich in seiner heutigen Kleidung recht wohl uls denselben erkannte, der damals im Wiejenthale am Kahlberge, als wir Henrich ergriffen, mich verwundete. Er schoß — ich auch und diesmal habe ich gut gehalten; denn er schlug ein Rad, wie der Bock, dem man auf das Blatt getroffen. Die andern Schüsse wollten nicht viel sagen; wir knallten nur den Betrunkenen über die Köpfe hinweg und so sind die Helden alle davon gelaufen.' Dannberg eilte jetzt zur Schloßbrücke, die et mit Jägerburschen befetjt fand. Im klebrigen war dieselbe leer und von den Angreifern Niemand mehr in der Nähe zu sehen. Aber unfern des Grabens, in- dem Schatten der Fichten, strichen dunkle Gestalten htn und her und lugten nach dem Schlosse. Der alte Baron spähte hinaus und lächelte: „Die Herren haben sich die Nasen verbrannt und werden hoffentlich uns nun in Ruhe lassen." „Gnädiger Herr," versetzte der Einäugige, „dieser Angcht bin ich nicht. Das bis jetzt Geschehene war nur daS Vorspiel. Die Parforee-Jagd folgt nach." „Meinst du?" „Es ist verzweifeltes Gesindel, das nichts zu verlieren, nur zu gewinnen hat. Sie kommen wieder und darum lassen Sie uns Barrikaden bauen." .. „Barrikaden!" rief Dannberg und seine Haare sträubten sich unter der Hausmütze hervor. Bertram aber wartete nicht lange auf Antwort, sondern kom- manvirte seine Burschen zum förderlichsten Handanlegen. (Fortsetzung folgt). Was giebt es Neues? __ Am 23. d. M. kam von Marburg her eine Frau mit einem vier Wochen alten Kinde auf der Eisenbahn in Frankfurt an. DaS Kind, welches unterwegs fchou unwohl geworden war, starb da,eiv,l im Wartesaal. Ob ans Kälte oder wie, war noch nicht «nuttelt __ Der Zoll - und Handelsvertrag zwischen Oesterreich und Preußen tritt mit dem 1. Januar 1854 in Kraft. Der Beitritt ist von Preußen denjenigen Staaten Vorbehalten, die mit demjeiben von gleichem Datum an zum Zollverein verbunden sein werden. Auch hat Hannover diefer Tage die am 1. März eintretenden Zoll- erhöhungen publicirt. — Der Professor der Chirurgie, Dr. Roser zu Marburg hat, nach Mittheilungen, einen Ruf nach Berlin erhalten, der, wenn er in Erfüllung geht, Marburg einen schwer zu ersetzenden Verlust bereiten würde. — Ein Hauptgauner, der sich als griechischer Fürst gerirte und in allen größeren europäischen Städten und Bädern sein Unwesen trieb, auch eines der ersten Frankfurter Bankhäuser brandschatzte, zuletzt in Ems 19,000 Fres. erschwindelte und in Wiesbaden einen Betrug von 2000 FrcS. versuchte, wurde nun daselbst zu 2 Jahren Zuchthaus, zur Entschädigung der Betrogenen und in die Kosten verurtheilt. — Sowie neulich in der Pfalz ein Knabe seinen Eltern entwich und sich in Havre nach Nordamerika einschiffte, so ist vor einigen Tagen der 14jährige Knabe einer angesehenen Familie in Kifsingen statt nach Nürnberg zu gehen, um daselbst als Lehrling in einer Handlung einzutreten, nach Hamburg gereist und hat von da seine Eltern in Kenntniß gesetzt, daß er sich eingeschifft, um über dem Meere sein Glück zu suchen. „ — In Magdeburg sind unlängst zwei Kupferjchmiedlehrlinge, welche sich beim Schlafengehen ihre Kammer mit Holzkohlen erwärmten , Morgens erstickt gefunden worden. — Der Kaiser von Oesterreich hat jedem der in Mailand verwundeten Soldaten ein Geschenk von 10 Ducaten gemacht. 18 die Summe von 70 Mill. Mittelpreis angenommen, wenige Per- UN- Colo- Druck und Verlag der G. D. Brübi'scken Buch« und Steindruckerei. geben würde, die gespeiftt wurden. — Die Grippe herrscht in Paris so stark , daß nur sonen davon befreit sind. Jahresbericht für deutsche Auswanderungs - nisations - Angelegenheit. — Am Morgen deS 22. d. M. ist die Mainzer Rheinbrücke abgeführt worden. Der Strom ist vor Duft kaum sichtbar. Am Ende kann man noch zu guter Letzt über das Eis, Rhein und Main passiren! Doch sagt ja ein alter Spruch : Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, Muß man im Marz die Ohren wärmen. — Wie undurchdringlich die jüngsten Schneeverwehungen auf der preuß. Ostbahn gewesen sind, geht aus einer Notiz der „Königsb. Ztg." hervor, der zufolge in der Nacht vom 14. zum 15. d. M. zwischen Vromberg und Danzig sieben Züge im Schnee stecken geblieben sind. — Eine Anzahl Sträflinge in ver bayerischen Strafanstalt Lich- tenau versuchten in einer der letzten Nächte die Flucht. Als man aus die Meldung des Wachpostens, der Feilengeräusch wahrgenommen , den betr. Saal öffnete, fand man den Aufseher erdrosselt, alle Gefangenen ohne Fesseln, den Ofen abgebrochen, um durch die Oeffnung schlüpfen zu können, die Decken zu Stricken verarbeitet rc. _ Seit langen Jahren sind die französischen Fabriken von Lurus- geqenständen und die Lyoner Seidenmanufacturen nicht so außerordentlich thätig gewesen, wie jetzt; es geht das Meiste nach New- York und Brasilien. Die Eisenwerke haben noch Bestellungen auf mehrer- Jahre; es fehlt an Arbeitern. — Kaiser Napoleon hat seine Gemahlin zum Obersten des Gulden- Regiments ernannt, wie dies bei den Großfürstinnen Rußlands der Fall ist, die auch ihre Regimenter besitzen. Die Kaiserin wird nun wohl auch bei Festen in der grünen, goldgestickten Uniform er- den californischen Goldgruben lauten die neuisten Nachrichten ungünstig. Schneestürme und Überschwemmungen richteten Ungeheuern Schaden an. In den Minen kostet daS Pfund Mehl (Schluß.) Mittel-Amerika geht zwar durch die eröffneten Verbindungs-Straßen zwischen dem Atlantischen und dem Stillen Ocean einer großen Zukunft entgegen, indeß sind für die Colonisation die erforderlichen Vorbereitungs-Arbeiten noch nicht vollendet. Am rüstigsten schreitet in dieser Beziehung die Deutsche Colonifa- tions-Gesellschaft für Mittel-Amerika vor, die, durch mancherlei glückliche Umstände begünstigt, ein- sowohl für die Actio- naire, als für die künftigen Colonisten sehr günstige Entwickelung Venezuela und Süd-Chili scheint sich für eine mäßig zunehmende Einwanderung ein fruchtbares Feld zu eröffnen; die Regierungen beider Länder nehmen sich der Sache energisch an und gehen bei der Wahl ihrer Mittel jetzt mit Umsicht und Sach- kenntniß zu Werke. Nach Brasilien hat in dem verwichenen Jahre eine zahl, reiche Auswanderung Statt gefunden. Der Verein hat jedoch nur die Auswanderung nach der Colonie San Leopold» in der Provinz Rio grande do Sul (wo zwar kein Land mehr verschenkt wird, aber 11,000 Deutsche in Wohlhabenheit zusammen wohnen) und nach den Colonien Donna Francisca (gegründet von dem Hamburger Colonisations-Verein von 1849) und Blumenau in der Provinz Sta. Calbarina empfehlen können, sich dagegen entschieden gegen daS System einiger Grundbesitzer aussprcchen müssen, welche versuchen, den Abgang an Selaven- Arbeit auf ihren Zucker-Plantagen durch Deutsche Auswanderer zu ersetzen. Die Regierung von Brasilien scheint nach und nach das Fehlerhafte dieses letztern Systems einzusehen, und es ist Hoffnung vorhanden, daß dieselbe ein vernünftiges Colonisations-Gesetz publiciren unv ein besseres System adoptiren werde. Daß die Aufnahme der ersten Ansiedler auf den gedachten Plantagen eine gute gewesen ist, und daher die Briefe der ersten Deutschen Plantagen-Arbeiter günstig lauten, kann begreiflicher Weise nicht Wunder nehmen, ist aber ohne Einfluß auf die Beurtheilung des an sich höchst verwerflichen Systems. In Australien sind durch die neuen Gold-Entdeckungen alle Verhältnisse so verwirrt, daß man vorläufig von der Auswanderung dorthin abrathen muß. Nach Algier hat die Deutsche Auswanderung ganz aufgehört, und dies mit Recht, da die Ausfichten für Deutsche Colonisten nicht eben lockend find. Die Bemühungen, die Deutsche Auswanderung nach Ungarn zu lenken, haben bisher keinen Erfolg gehabt, und konnten di-S auch nicht, da di- Hindernisse, welch- der Colonisation in Ungarn entgegenstehen, noch lange nicht fortgeräumt find, obwohl durch die neuerliche Aufhebung des Aviticitäts-Rechts ein bedeutender Schritt dazu geschehen ist Auch Süd-Rußland ist in der neuesten Z-lt wieder als Ziel für die Deutsche Auswanderung genannt worden. Obwohl chdeß die srüher gegründeten Deutschen Colonieen in Bessarabien gch eines materiellen Wohlstandes erfreuen sollen, so sprechen doch mancherlei sachliche Gründe gegen eine Anstedelung daselbst Die Zahl der Mitglieder des Vereins war von 158 auf aestieqen und an die Stelle der ausgeschiedenen Mitglieder des V-rwaltungSraths, des Herrn Directors v. Plumer und MaMs Seelbor st die Herren : Director Ker st, Geh. Ober-Fmanz- Ralb Kühne und Buchhändler JonaS gewählt worden. Der Cassen-Abschluß ergab am letzten December v. I. einen Bestand von 185 Thlr. 16 Sgr. 4 Pf. Nach dem Geschäftsberichte wurde zur Wahl eines neuen V-r- waltunasraths geschritten und der bisherige einstimmig wieder erwählt Zugleich genehmigte die Versammlung, daß stch der Ver- waltungsraih anstatt wie bisher bis auf 12, künftig bis auf l» Mitalieder durch Selbstwahl ergänzen könne. Hierauf machte der Vorsitzende mehrere Mttth-ilungen : u) über Nachrichten, welche von der Deutschen Colonie N-lso" auf Neu-Seeland eingegangen waren, b) über einen dem Verwaltungsrathe eingereichten Vor,chlag zur Colonisation in Bessarabien. Es knüpfte sich hieran eine Discusflon, an welcher die Herren vr Heising, Dr. Stoll- und Gaebler Theil nahmen, un deren Resultat war, daß weder Neu-Seeland, noch Bessarabien en Deutschen als Ziel der Auswanderung empfohlen werden könne. Schließlich hielt Herr Prof. Gumprecht -in-n ausführlichen Vortrag über die Colonisation von Natal in West-Afrika, w h vor mehreren Jahren auch Deutsche ausgewandert find. Hiermit wurde die Sitzung geschloffen. 2 fl. 30 kr. , _ „ — Das bisher im k. Gerichtshof zu London aufbewahrte Testament Napoleons wurde der franz. Negierung ausgefolgt. __ Die Kaiserin soll eine auffallende Aehnlichkeit mit Maria Stuart haben : ganz dieselbe Nase, die characteristischen Augenbraunen, das goldene Haar, den weißen Teint. __ Im vorigen Jahre wurden in Paris für 1,678,926 Franken «*™ «>w. —. <«** »2 Ä •“ e Wagen geworfen, F herzugeschafft vergangen n wohlverschan Der al ntt; denn n die Glocken Sturm iiurd Mit Ei mehr wurde fern Klarem durch die N j „Herr S Alle stehen i „Wir idenartigen 3 Der B „Werd, . „Das, »eine Soi fiffe am iia Ein hi fite verstvhl „Wie 1 „Sie h ntt, „in da iiani int ®t iiache für t lene Männe nihhandelt ich nntervef int einer fti piord und £ gekommen!'■ • Der B etliches Ge khale heran „An । umeinander, ud Firsten Und w Kalbes auf hwarm her, es Schloss« Jeder l die Anpr jänner höhi Schüsse •ftet feuerte hatte schadet, ^ich, vom l9t, aus ne zahl, roch nur >inz Rio b, aber tnb nach m Ham- n in bcv ttschieben , welche °er-Plan- ung von ern Sy- sselbe ein 8 System auf ben iie Briefe kann be- nfluß auf nge» alle uswanbe- aufgehört, sten nichl Ungarn nlen bies i Ungarn whl burch ber Schritt vieber als Obwohl Zessarabien cd)en boch st. 158 auf glieber bes ib Majors r - Finanz- 1. i. I. einen neuen Ver- wieber er- ) ber Ver< >is auf 15 en : »nie Nelson wschlag zur bie Herren jmen, und arabien ben i könne. usführliche» rika, wohin 10. Beilage. Auch in dem Zeitenstnrm die Liebe. Novelle aus dem Frühjahre 1848. (Fortsetzung.) Wagen würben nun in ben Haupteingang gefahren unb umgeworfen. Fässer herangeschoben un$ mit Steinen gefüllt, Dünger herzugeschafft unb Darüber hinausgeworfen unb ehe eine Viertelstunbe vergangen war, glichen bie verschiebenen Zugänge bes Schlosses wohlverschanzten Bastionen unb Brückenköpfen. Der alte Waibmann hatte übrigens bie Dinge richtig berechnet; benn iiod) waren sie mit ihren Verschanzungen beschäftigt, als die Glocken aus Dorf Dannberg in einzelnen Schlägen gezogen, Sturm burch bie Berge hinheulten. Mit Entsetzen vernahm Dannberg bie SchreckenStöne, aber noch Mehr würbe Dasselbe gesteigert, als von ben unfern gelegenen Dörfern Klarenthal, Hüchsheim, Niebenau ber nämliche Schauerton hurch Die Nacht herüber wimmerte. i „Herr Baron", wanbte sich Bertram jetzt zu seinem Herrn, „wir ^llle stehen mit unferm geben für Ihre Familie unD Ihr Eigenthum." »Wir Alle!" rief bie Dienerschaft unb schwang bie verschiedenartigen Waffen. Der Baron schüttelte ermuthigt bie Hänbe seiner Getreuen. „Werben wir aber auf bie Dauer ihnen wiberstehen können?" „Das, gnäbiger Herr", versetzte ber Einäugige, lassen Sie »eine Sorge fein. Wenn Die Noch ist am größten, ist auch bie filfe am nächsten," (Sin hinausgesenbeter Jägerbnrsche war jetzt von ber Garten- nie verstohlen wieher in bas Schloß geklettert. „Wie sieht es ans in bet Umgegenb?" rief ihm Bertram zu. „Sie haben ben erschossenen Brenno", entgegnete ber Angere- (te, „in bas Dorf geschafft unb inbem sie jetzt bett blutenben Leich- 11111 1111 Geleite einiger Verwundeter umhertragen, rufen sie um Hadje für bas vergossene Blut. Der Schultheis unb einige beson- flme Männer wollten zwar vermittelnb einschreiten, sie würben jebod) Mhandelt unb fortgejagt. Ein ungeheurer Haufe Lanbleittc hat ich unteroeffen versammelt unb unser Herr Henrich hat bieselben «it einer fürchterlichen Rebe wie toll unb rafenb gemacht. Nur ylorb unb Branb ist bie Losung. Wir werben einen schweren Stanb ekommen!" Der Bericht bes Jägerburschen war kaum geenbet, als fürch- nliches Geschrei, mit einzelnen Schüssen untermengt, aus bem chale herauf erschallte. i . Eure Posten!" rief Bertram unb bie Angerebeten stoben [uäeinanber, besetzten bie Zugänge unb erkletterten bie Ringmauern pb Firsten ber Gebäube. Unb wie eine Heisschreckenwolke kam jetzt aus bem Dunkel bes WDeS auf Die vorn MvuD erhellte Berghohe ein finsterer Menschen- Warni hervor unb eilte im raschelnben Schritte nach bem Graben ks Schlosses. 3fbet Uebergang zum Schlosse war gesperrt, oder zerstört unb bie AnbringenDen Überrascht still stauben, begrüßte sie ber Waih- annrr höhnisches Gelächter. lft( ®td,ü,Te krachten nunmehr gegen bas Schloß, aber noch leb- feuerten Die Jäger aus bem alten Dannberge, unb, wie es l(t' ,attc i6a6 matte L'cht bes Monbes bem richtigen Zielen nicht l)lirJ ’ '^er um so rafenber würben bie Angreifenden, bie tat ' ”®ll^cll< Ui bas Schloß zu bringen, über: ' au ®tro^ Ullt> dürrem Reisig Feuerbränbe fertigten unb solche mit geübter Hanb herüber in des Schlosses Oeeonomiegebäube schleuberten. Umsonst versuchte Bertram bie Mordbrenner durch rasche und wohlgezielte Schüsse zu vertreiben, ein kleiner Bicnenstanb im Garten aber gewährte ihnen Schutz unb so gelang e8 benfelben enblid), ben an Die Schloßmauer anstoßenden Heu- und Strohboden in Branb zu stecken. Balv leckte bie Flamme aus allen Lucken hervor und als jetzt bas losgelassene Element bie leichte Ziegelbecke in bie Höhe schleu- berte unb prasselnd bie ganze Gegend mit schauerlichem Roth erleuchtete, ba tönte fürchterlicher Jubelruf ber Stürmenben burch bie Nacht unb schallte im Echo von ben fernen Bergen wieber. 14. Durch. Auf bem Balkone des Schlosses Marnstein stanb jene Nacht, im einfach weißen Kleide, gegen bie rauhe Nachtluft jebod) mit bem Sammet-Hermelin geschützt, ein Weib unb ließ das Auge voll Unruhe unb'Sehnsucht in bas Dunkel ber Wälber unb burch bie Silberstreifen bes Monbes auf bie schimmernben Höhen ber Berge schweifen. Mit bem ftnfenben Tage hatte sein Roß ihn hiuausgetrageil unb bie Mitternacht feierte noch nicht seine Rückkehr. Eusebien burchbebte fürchterliche Angst. In Kälte erstarrt waren die zarten Finger, aber voll wilder Gluth pulsirte bas ungestüme Herz im bewegten Busen. So stanb sie schon Stunden lang unb achtete nicht auf bas inständige Warnen ihrer treuen Kammerfrau. Den starren Blick auf ben gefährlichen Dannberg gerichtet, fühlte sie nicht ben frostigen Nachthauch, welcher bie Dächer bereifte. Da röthete leise sich ber Himmel über bem fest angeschauten Schlosse unb wie sie, ben Wahn zu verscheuchen, mit ber Hand über bas ermübete Auge strick, ba schwamm ein Feuermeer, wie aus bes Gußofens Schwall, übet bie walbigen Höhen unb bes Monbes Silber verkehrte sich in glühenbes schauerliches Golb. „Allmächtiger Gott!" rief (Sufebia unb stürzte in ben Saal, bie Klingel heftig unb anhaltend ziehend, „unb er ist hort, umgeben, umprasselt von verheerenben Flammen!" Die noch wachenben Diener eilten herzu unb verzweiflungsvoll unb hänberingenb zeigte ihnen bie Braut ihres Herrn ben brennen: ben Dannberg. Die Getreuen entfernten sich unb bie ertönende Hausglocke rief i jetzt Alles aus dem Schlafe, um bem Dannberge nachbarliche Hilfe zu leisten. (Fortsetzung folgt.) Was giebt es Neues? — Vermittelst Einbruchs ist in ber Nacht vom 1. auf ben 2. März aus bem Comptoir ber HH. Gebrüder Schuster in Frankfurt bie bebeutenhe Summe von 20- bis 21,000 fl. geflöhten worben. — Nach ber „Bab. Lanbesztg." ftnb von Carlsruhe unb Freiburg Truppen an bie Schweizergränze abgegangen. Auch soll w filtern: i bergisches unb bayerisches Militär nachrücken. Es soll bies dein i Vernehmen nach wegen ber bevorstehenben Ausweisung ber politischen Flüchtlinge aus her Schweiz geschehen. I — In einer Tuchfabrik bei Michelstadt im Obenwalbe kam biefer Tage eine Tochter bes Besitzers einer Maschine bets-lben zu nahe, biese faßte ben Shawl bes Mädchen-, zog ihn immer fester an unb erwürgte bie Unglückliche. Ihre Schwester eilte zu Hilfe, hätte aber fiten ließ, inbegriffen sind, geht aus den Berichten der Mai V (Regeln Die Aetien wurden erworben durch Erlag von 1000 Gch des Wiener Währung-Papiergeldes und 100 Gulden 6aat, jene 1000 Gulden Wiener Währung zum Tages-Cours von z. nur 294 Gulden baar werth waren, so belief sich die gange i stung für eine Bank-Actie nur auf 394 Gulden, und es daher die Aktionäre binnen 30 Jahren nahezu 6mal so vielst« Druck und Verlag der G. D. Brübl'scken Buck- und Steindruckerei. empfangen als einbezahlt. Wie aus obigen Notizen über das Leih- und Disconto-GG den beiden wichtigsten Zweigen der Bankthätigkeit, hervorgehi,: der Verkehr der Bank als ein Monopol - Institut für ea. 38 •' Honen Menschen nicht bedeutend. In wie weit unter den ofcen; gegebenen Ziffern des Leih - und Disconto Geschäftes Staatspch d. h. MetaUiques, welche als Pfand dienten, und Anweisungen die Provinzial-Kaffen, welche die Finanz-Verwaltung sich bfe v-r spontii handelt. , ■ , Ais sie dies Privilegium verlangte und erlangte, yatu heute, noch 49379 Stück ihrer Actien ä 600 Fl. Nomtml« im Portefeuille. Der Cours dieser Aetien war tm April - über 800 Gulden, wäre er durch die Veräußerung auchJ 20 dasselbe Loos gehabt, wenn sie nicht zur rechten Zeit ihren Shawl, den ebenfalls das Rad schon erfaßte, von sich geschleudert hätte. — Nach Mittheilungen aus Hanau, sind die dortigen Goldfabriken stark beschäftigt. Es gehen zeitweise große Lieferungen nach Nordamerika. Dies veranlaßte in neuerer Zeit denn auch mehrere junge Hanauer Goldarbeiter gleich selbst über's Meer zu reisen und fanden sie and) alsbald ein gutes Unterfotmnen. __ Der österr. Finanz- und Handelsminister, Ritter von Baumgartner , leidet seit ein paar Tagen an einer ziemlich heftigen Congestion gegen das Gehirn. — Wie bedeutend die Auswanderung nach Californien tn Amerika selbst noch fortwährend ist, ergibt sich daraus, daß die drei am 5. Februar von New-York nach dem Isthmus abgegangenen Dampfer zusammen 2037 Passagiere nach jenem Gvldlande an Bord hatten. __ Einem der geschicktesten geheimen Polizei - Agenten Londons wurden am 23. Februar im Polizei-Gerichtshofe von einem kühnen Langfinger die Taschen geleert. Ter schmerzlichste Verlust dabet ist ein Notizenbuch, in welchem der bestohlene Polizist gegen 300 Namen Adressen u. s. w. von londoner Spitzbuben verzeichnet hatte. — Das englische Unterhaus hat Russell's Motion wegen Ernennung eines Comite's in Betreff der Judenfrage mit 234 gegen 205 Stimmen angenommen. __ Der Jesuitengeneral Noothaan ist bedeutend erkrankt, doch soll noch nicht alle Hoffnung auf Rettung geschwunden sein. — Nach dem Standard hat der Kaiser der Franzosen ein Forte- piano ein Meisterwerk von Erarv, das auf der londoner Ausstellung Bewunderung erregte, für 40,000 Frcs. gekauft, um es feiner Gemahlin zu schenken. .... __ I„ Florenz hat ein Einbruch in eine Apotheke die ganze Etn- wohnerschaft in Schrecken gesetzt. Es wurde nämlich weder Geld noch Geldeswerth, sondern der ganze Vorrath von Ar,entk entwendet, von dessen Verwendung man natürlich neue Verbrechen fÜlC Qmer Pascha hat von der Pforte den Befehl zur Einst.llung der Feindseligkeiten gegen Montenegro erhallen, und den auf dem Marsche befindlichen österreichischen Truppen ist der Haltbesehl zu- gegangen. Tie Oösterreichische Nationalbairk hat ihren Jahres-Bericht für 1852 abgestattet. Wir stellen dessen Hauptresultate mit den Vorjahren zutammen. Es war bei einem Kapital von 50621 ausgegebenen Aktien int Nominal - Betrage von 30372600 Gulden : hervor. Die österr. Nationalbank ist bekanntlich seit 22. insolvent, d. h. sie löst ihre Noten nicht ein. Es ist ein vergeblicher Versuch, im Bankverkehr das Verhältniß der Baarschast zum Noten-Umlauf aufstM wollen Es giebt kein anderes richtiges Verhältniß, als batjffl welches die jederzeitige Erfüllung der Verbindlichkeiten möglich«! Dieses Verhältniß mag der Notenaussteller nicht allein nach I« Baarvorrath, sondern auch nach seinen andern Hülfsmitteln i feinem Kredite bemessen. Dazu hat er das Recht, weil er die - antwortlichkeit dafür hat. Credit ist ein Eigenthum wie jeH ant und jede ehrliche Benutzung desselben unbeschränkt. Du A»! Bank war vollkommen im Rechte, als sie 1840 zehmM « Noten in Umlauf als Geldvorrath hatte, denn sie löste bie Jlt ein, welche ihr zur Zahlung vorgelegt wurden. Die Wiener i ist gänzlich im Unrechte, heute fünfmal mehr Noten in UmlM haben, als sie Geld besitzt, denn sie löst die Noten nicht ent. Sie hat sich auch keinen Augenblick Mühe gegeben, bir ’ löfung zu bewerkstelligen, sie hat nicht ein einziges Opfer ge « ihre Verbindlichkeiten zu erfüllen, sondern die Jniolvenz unL ZwangS-Cours der Banknoten als ein Privilegium begehrt nur• — ____I5)iupen , ivuitr VI uuiu/ V» .......7 I worden, mehr als den Nominalwerth würde die Bank doch S und hierdurch einen Gewinn gemacht haben, dem fein anbei tbeil gegenüber gestanden wäre, als der, daß der Jahresgen,n künftig auf eine größere Zahl von Actionären rcrl^el f, Hj Letzteren Nachtheil zu vermeiden, wurde die * . Als Vorwand galt für die staatliche Gutheißung dreies P>»1 die außerordentliche Hülfeleistnng, welche die Bank dem * währe, und für die Fortdauer der Umstand, daß der Dl selbst Papiergeld mit Zwangs-Cours machte, weM.es !,°,»»°g Bankzahlungen na.an-slchlll« die Bank-Kassen strömen, wahrend ihr Baarvorrath t * w würde, daß die Zahlungen von ihr m Baar verlangt w d Das österreichische Finanz-Ministerium glaubte dal er Zeit, der Bank für ihre „Opfer" öffentlich.n Dank »otiuM Die Aufopferung wild etwas zweifelhaft e j daß seit der Insolvenz-Erklärung von 1848 bis 1 jt 16958035 Gulden = 335 »L W ^ct .Kein nach s« Hülfsmllteln i weil er die $ . wie jedeö «ui :t. Die Ä 10 zehnmal ie loste die N Die Wiener Ä en in Umlar! >n nicht ein. gegeben, die i es Opfer gel,! nsolvenz uni n begehrt mH ngte, hatte ft: Fl. Nominal« im April 18 ung auch gti" e Bank doch? kein anderer N Jahresgemimi rtheile. > Insolvenz eru dieses Priviiegii „k dem St««» ß per Staat sl> welches bei M WechselzahlE :t) dadurch «w n gt werden ko«" te daher vor«[ votiren zu«« wenn man is 1852 bie / n an ihre A-«° lonrinalwerth" Tausende vo" zu Grunde »'! (Schluß Beilage. Auch in -em Keitenstunn -ie Liebe. Novelle auS dem Frühjahre 1848. (Fortsetzung.) Während nun die Dienerschaft die Pferde aus den Ställen zog, um beritten schneller zur Stelle zu sein, eilte Eusebia in den Hosraum. „Ein Pferd für mich!" rief sie und die Bedienten eilten, den Sattel aufzulegen. Und kaum ist es vollbracht, als Eufbia sich auf das feurige Thier schwang und, int Geleite weniger Diener, das Roß kühn und geschickt lenkend, den Schlvßweg hinabsprengte. Im gestreckten Galopp war ihr Renn r immer voran und keuchend folgten die Diener. So ging der eilige Flug durch Thäler und über Höhen, bis zu der Stelle, wo der junge Buchwald seine luftigen Kronen über dem gekrümmten Wege vermählte. Noch eine halbe Stunde war es bis zum Ziele und schon sah man die Funken, wie ein flüchtig Sternenheer, hoch über dem Waldesdunkel biuschwärmeu, da unterbrach das Schweigen der Nacht ein plötzlich Strampsen und Sausen, als ob ein Waidmanns-Spuk die Eilenden vom Ziel zurückschrecken wollte. Und wie Eusebia und die ihr Gefolgten unwillkührlich die Schritte der ermüdeten Rosse mäßigen, da wird das Getümmel aus der zur Seite gähnenden Thalichlucht lauter und vernehmlicher und gleich einem finsteren Dämonenschwarm braust jetzt im gestreckten Trabe eine schwarze Reiterjchaar vorüber. Sv wie sie kamen schwanden sie und verhallend in der Ferne verlor sich das Husgestrampfe und das leise Waffenklirren hinauf in die Berge. Noch starrte Eusebia in das Dunkel der Höhen, als sich das Brausen wiederholte und eben so, wie der berittene Haufe, zwei unheimliche Fuhren, von Reitern umringt, unter ächzendem Knarren vorüberhuschten. Wer vermochte zu sagen, was hier den nächtlichen Umzug hielt? — Und doch wiederholt sich das finstere geheimnißvolle Rauschen zum drittenmale und vier Wagen mit dunklem Bierge- fyann gleiten surrend dahin und auf den lang gedehnten Leitern wimmelt und wogt es in schwärzlichen Massen. „Vorwärts!" rief jetzt Eusebia ihrer gesammelten Begleitung zu und rascher trabten die Roste den Weg hinauf, da erklingen plötzlich Trompeten und massenhafter Männerruf durch das Schweigen des Waldes. Gewehre knittern dann und jetzt erdröhnen zwei schwere hohle Schläge, die krachend an den Felsen wiederhallen und lange durch das Gehölz hingrollen. Und wie sie aus dem Wald auf die Berghöhe herausritten, da stürmten ihnen flüchtige Landleute, von Husaren mit geschwungenen klingen verfolgt, entgegen und leichte Jäger mit aufgepflanztem Waidmesser umschwärmen die Fliehenden. An dem Thore des brennenden Dannberges aber stehen zwei reitende Geschütze und sprühen Kartälicheu über die vom Mond beleuchtete Fläche in die Aeste des Waldes, daß rasselnd und knarrend die abgcschoffenen Zweige umherbiegen und die Flüchtigen zu noch schnellerer Eile mahnen. Auf das Heftigste erschüttert, hielt Eusebia jetzt ihr Pferd an und blickte inmitten der gefolgten Dienerschaft mit Grausen auf das schaudervolle Ereigniß. Doch nicht lange weilte sie, als ein Offizier u>it etlichen Husaren heranritt, um Erkundigungen über die plötzlich "'lchienene Reiterschaar einzuziehen. Eusebia nannte ihren Namen und der Offizier erzählte mit wenig Worten, wie vergangenen Abend der Herr Minister von Marnstein selbst in das etliche Meilen entfernte Garnisonsstädtchen gekommen und den ungesäumten Aufbruch von einer Schwadron Husaren, zweier reitender Geschütze und zweier Compagnien Jäger, und zwar letztere auf großen Leiterwagen anbefohlen habe. „Und der Herr Minister?" forschte Eusebia. „Er war immer an unserer Spitze", erwiederte der Offizier. „Als wir Charge auf die Aufrührer machten, so feuerten einige von diesen gegen uns. Von meinen Leuten ward Niemand getroffen, aber Seine Ercellenz — „Ist verwundet?" rief Eusebia. „Es schien Mir so. Doch ist cs jedenfalls nicht bedeutend; denn der Herr Minister stieg noch vom Pferde und ließ sich hinaus in die Zimmer führen." „Darf ich iii’S Schloß hinein?" „Dem gnädigen Fräulein steht nichts entgegen." Eusebia setzte ihr Pferd in Galopp und sprengte, von ihren Dienern begleitet, nach dem Schloßthore. Der innere Hofraum war mit Jägern und bewaffneten Landleuten, welch' letztere unter Anführung des Schultheißen von Dann- berg herangezogen, angefüllt. Alle machten den Angekommenen Platz und so flog Eusebia zu dem Portale der Schloßtreppe, wo sie vom Pferde sprang und der breiten Stiege hinaufeilte. Ein Diener zeigt ihr das Zimmer, sie reißt die Thüre auf, da erblickt sie Marnstein bleich in einem Sessel und ihm zu Füßen, mit dem Verbände des blutenden Armes beschäftigt, Thekla. Dank und Liebe in seinen, Liebe und Sorgfalt in ihren Mienen, bleibt der Eingetretenen kein Zweifel, daß ihr eigen mühsam gebautes Werk durch höhere Macht zertrümmert und ihre Hoffnung, der bunten Seifenblase gleich, verschwunden sei. Die Liebenden bemerkten sie nicht, der alte Dannberg aber stand an das Kamin gelehnt und heftete einen durchbohrenden Blick auf Euscbien. „Kommst du, zu sehen, wie dein Werk sich lohnt, oder — setzte er beißend hinzu — willst du nach deinem Helfershelfer, der die Sünden schon gebeichtet, dich erkundigen? — Dec alte Amtmann kann dir von Letzterem erzählen, den hoffentlich übergroße kindliche Liebe nicht mehr entwischen läßt!" Eusebias sonst so große Seele beherrschte Leidenschaft, aber unedel war sic nicht. Sie überfah jetzt, nachdein der Traum verflogen, mit einem Male die ungeheure Größe ihres frevelhaften Spieles, sie fühlte die drückende Last ihrer Schuld und war — vernichtet. (Schluß folgt.) Was giebt es Neues? — Wie neulich in Stuttgart, kam es dieser Tage auch in Wiesbaden vor, daß durch Gas, welches aus verletzten Röhren in Häuser und Zimmer drang, mehrere Personen dem Ersticken nahe waren. Es mußte der Arzt in's Mittel treten. — Eine telegr. Depesche des „Fr. I." meldet aus Mannheim, 8 März : Das soeben (kurz nach 8 Uhr Vormittags) publicirte Urtheil in Sachen des Hrn. Prof. Gervinus spricht denselben von der Aufforderung zum Hochverrath frei, verurtheilt aber den Angeklagten zu einer 2monatlichen Festungsstrafe wegen Aufreizung zur Störung der Ruhe und Ordnung, und spricht schließlich die Vernichtung der incriminirten Schrift aus. — In Würtemberg wird die Todesstrafe nur innerhalb eines geschlossenen HofraumS und mit beschränkter Oeffentlichkeit vollzogen werden. 22 — Die würtembergischen Kammern haben auch die Prügelstrafe wieder eingeführt. — Der aus dem Cölner Communistenprozeß bekannte Dr. jur. Becker hat kürzlich den Versuch gemacht, aus der Festung Weichsel- münde zu entspringen; im Wallgraben wurde er wieder ergriffen. — Wie es heißt, haben am 10. d. M. die Zollconferenzen in Berlin wieder begonnen. Sämmtliche Regierungen der Coalitions- staaten sollen von der preuß. Negierung zur Beschickung eingeladen worven sein. — Der k. preuß. General v. Prittwitz in Berlin feierte dieser Tage sein 50jähriges Dienstjubiläum. — Die österr. Nationalbank hat aus Anlaß der allbeglückenden Lebensrettung Sr. kk. apostol. Mas., zu bleibenden wohlthätigen Zwecken 20000 fl. gewidmet und diese zur einen Hälfte dem Ministerium des Innern und zur andern jenem des Krieges zu Verfügung gestellt. — In Frankreich ist man einem weitverzweigten Complolt auf die Spur gekommen, wodurch stch auch fand, daß von den Flüchtlingen in London aus ein gleichzeitiger Aufstand im südlichen Frankreich , der Schweiz und Italien beabsichtigt und eingeleitet war. — Durch Vermittlung der Hauptagentur der Postschiffe allein, gingen über Straßburg und Havre im Februar (einem der ungünstigsten Monate für die Ucberfahrt) circa 2000 Auswanderer nach Amerika u. f. w. — Den Gerichten in Marseille ist ein Mann überliefert worden, der seine Mutter, seine Schwester, seinen Bruder, seine Frau, seine Schwiegermutter und sein Kind vergiften wollte. — In Frankreich dürfen Urtheile der Assisenhöfe, Räuber- u. dgl. Geschichten, als die öffentliche Erziehung und Sitte gefährdend, nicht mehr colportirt werden. — Auf den Höhen von Montmartre zeigte sich an einem der letzten Abende ein optisches Phänomen. Die ganze Stadt Paris spiegelte sich 20 Minuten lang in den Wolken ab. Augenzeugen versichern, daß die Stadt gleichsam daguerreotypirt am Himmel zu sehen war. Die Physiker erklären das Phänomen durch das krystal- lisirte Eis in der Atmosphäre. — In Marseille fand in einer Tabakfabrik eine Weiber-Revolte statt. Und warum? Sie sollten die Cigarrenspitzen nicht mehr mit der Schcere, sondern mit dem Messer abschneiden! Die bewaffnete Macht mußte einschreiten. — In Oberengadin, des Cantons Graubünden, soll zwischen Samaden und Cellerina ein Hochzeitszug von 40 Personen auf Schlitten von einer Lawine bedeckt worden sein. Beim schnellen Ausgraben fand man nur zwei Frauen todt, alle übrigen Personen konnten noch gerettet werden. — Auch die Straße über den St. Gotthard, welche bisher noch immer offen war, ist vor einigen Tagen der Schauplatz von Unglücksfällen gewesen, indem zwei Männer durch Lawinen verschüttet wurden, von denen der eine schwer verletzt, der andere nur als Leiche wieder aufgefunden wurde. — In verwichener Woche liefen vier Schiffe aus Australien in London ein, welche zusammen 354,648 Unzen Gold an Bord hatten, die bedeutendste Sendung, die noch auf einmal angekommen ist. Man erwartet noch größere Sendungen. Das Gold wurde aus den Docks unter starker Polizcibegleitung nach den Kellern der Bank geschafft. — Die montenegrinische Expedition hat der Pforte gegen 25 Mill. Piaster gekostet, die, wie der Berichterstatter der Triester Zeitung versichert, ausschließlich das türkische Acrar zu tragen hat. Die Österreichische Itationalbank (Schluß.) Auch der Vergleich der dem Staate seit der Insolvenz gewährten Hülfe mit der Notenverminderung spricht weder dafür, daß jene Hülfe wesentlich war, noch dafür, daß die Notenausgabe im Wer- hältniß zu den Anstrengungen vermindert wurde, welche die Finanz- Verwaltung zur Rückzahlung machte. Denn wird die Urschuld des Staates an die Bank, welche durch niemals unterbrochene Tilgungsrente bezahlt wird und 1848 noch 80 Millionen Gulden betrug, werden ferner die 50 Millionen Staatscentralkassen - Anweisungen, welche die Bank dem Staate vor dem Mai 1848 und schon in früheren Jahren discontirte, von dem Schuldbestand abgerechnet, so war die Unterstützung, für gewährt worden ist : Mill. Gulden. Ende Totalschuld..... wovon seit der Insolvenz Banknotenumlauf . . . Der Staat hat daher welche das Privilegium der Insolvenz 1848 1849 1850 1851 1852 197 189 150 145 130 67 59 20 15 0 223 250 255 216 195. seit der Insolvenz der Bank die seitdem von dieser geleisteten Hülfszahlungen auch wieder zurückerstattet, d. h. die Schuld des Staates hat stch seit 1848 um 67 Millionen vermindert, der Banknotenumlauf nur um 28 Millionen. Wären aber auch die Leistungen der Bank größer gewesen, als sie aus diese» Zahlen ersichtlich sind, so wird man doch unmöglich die Insolvenz als eine weise Maßregel und die Leistungen der Bank als dankenswerth betrachten können, wenn man das Unheil bedenkt, welches das durch die Insolvenz hervorgeruiene Silber-Agio und Staatspapiergeld und die Ungarischen Noten hervorgebracht haben. Diese fanden nur dadurch Umlauf und Annahme, daß die Banknoten eben so uneinlösbar waren, als die Kossuth - Noten. Ohne die Insolvenz der Oesterreichischen Nationalbank wäre also auch kein Ungarisches Papiergeld, daher keine Ungarische R-- voiutioil möglich, ein Ungarischer Krieg und der größte Theil der Hülfe nicht nöthig gewesen, welche stch die Bank so theuer vom Staate bezahlen ließ. Ob für die Fortdauer der Insolvenz heute noch das Staatspapiergeld spricht, dessen Summe allerdings noch namhaft ist, wird wesentlich davon abhängen, ob die Oesterreichische Bankverwaltung das Bewußtsein hat, daß ihr Credit noch weit genug reicht, mit l-Fl.-Cassa 4'/2-Fl.-Noten in Umlauf halten zu können, oder ob der Credit von der Zeit, wo 1 : 10 das Verhältniß war, durch ihr Benehmen so tief hcrabgesunken ist, daß die Bankverwaltuug fühlt, es werde Jedermann sich ihrer Papiere entledigen wollen. Kann die Bank mit 1 : 4,/2 die Noten in Umlauf halten, so wird dec Staat nur den Zwangscurs für alles Papier abschaffen und begehren dürfen, daß die Hälfte der Steuern in seinem Papiergelde bezahlt werde, um die Bank vor dem Papiergeld und das Papiergeld vor Entwcrthung zu schützen. Da das Papiergeld gegenwärtig nur noch etwa 156, die Summe der Steuern aber über 200 Millionen Gulden beträgt, so würde die Nothwendigkeit, die Hälfte der letzteren Summe, also zwei Dnttel der ganzen umlaufende» Summe, alljährlich zu einem Zwecke aufzubringen, theils den Umlauf fördern, weil eine Nachfrage vorhanden wäre, theils die Summe des Umlaufes vermindern, n-eil die Steuern von einem großen Theil der Pflichtigen allmählig auge- sammelt werden. _ Cs ist daher einige Hoffnung berechtigt, daß eine ähnliche Maßregel ausgeführt und der nächste Rechnungs-Abschluß der Oesterreichischen Nationalbank nicht mehr mit dem Vorwurfe befleckt sei» werde, welcher den Dividenden der Insolvenz seit 1848 anklebt. Druck und Verlag der G. D. Brübl'scken Buch- und Steindruckerei. M 18. Beilage. Auch in -em Aeitensturm -ie Fiebe. Novelle auS dein Frühjahre 1848. (Schluß.) Thekla bemerkte jetzt die bleich und hohläugig daher starrende Tante und barg ihr Gesicht schaudernd in ihre Hände, indem sie sich an die Kniee Marnsteins schmiegte. Dieser aber erhob den Blick und ließ ihn lange aus Eusebien ruhen, dann sprach er ernst; „Sie sehen, wie es steht. — Ich darf dem bessern Theile Eu- sebienS getrost die Entscheidung anheim stellen." Die Angeredete blickte mit weit gedehnten Augen auf die liebende Gruppe und ihre Brust flog krampfhaft auf und nieder, als ob ein ungeheueres Werk die wilden Räder darin wälzte, doch endlich klärte sich der stiere Blick und eine Thräne trat in den heißen Saum des Auges. Rasch stürzte sie jetzt auf die Liebenden hinzu aind faßte ihre Hände: „Verzeiht mir und seid glücklicher, als ich!" Mit diesen Worten preßte sie einen heißen Kuß auf Thekla's Stirne und verließ hastig das Zimmer. „Was will sie beginnen?" rief Marnstein. „Eilt ihr nach!" „Laßt sie ungefolgt ziehen," versetzte der alle Dannberg mit ruhigem Tone. „Ich weiß, wo sie die Ruhe sucht, vielleicht auch finden wird. Ein Oheim von mütterlicher Seite, an den Ufern des Quavalqulvir wünscht sie zu sich. Sevilla gibt ihr,, der heiße Himmelsstrich vielleicht der heißen Seele Frieden." 15. D ie Liebe ist Siegerin. Ordnung und Ruhe waren durch Marnsteins weise und umsichtige Verfügungen nicht allein zu Schloß und Dorf Dannberg, sondern auch im ganzen Lande eingekehrt unv die unbedeutende Verwundung hatte Theklas Fürsorge vollkommen geheilt. Da kam eines Morgens ein Eilbote und beschied den Minister dringend nach der Residenz. Thekla war untröstlich. Deun, obgleich der Vater den Gelieb- den mit offenbarem, herzlichem Wohlwollen behandelte, so halte er dennoch das eigentliche Wort — und das liebende Mädchen kannte die Bedeutung — noch nicht ausgesprochen. Traurig und doch die freundliche Liebeshoffnung im Auge, umschmeichelte sie den Vater, der Anfangs nichts zu verstehen schien, dann aber doch dem eintre- lendcn Marnstein mit einer gewissen feierlichen Weihe die Hand reichte. Dieser blickte ihn fragend und voll Zuversicht an. „3n, ja," lächelte der Alte, „der Herr Minister hat einen klaren, durchdringenden Blick. Er sieht, daß ich mich nicht länger an das Alte fesseln und daß auch ich ein Mann des Fortschril- tes, versteht sich des gemäßigten und gesetzlichen, werden will." „So wäten wir ja einig!" ries Marnstein. „Noch nicht," versetzte der Alke. „Erst lasse ich meinen Bauern alle die Verpflichtungen, um deren Erlaß sie baten, nach und jtveitens —" Marnstein unv Thekla blickten erwartungsvoll ihm tn’e Auge. „Und zweitens, da ich gesehen, daß Sie, Baron, zwar Freiheit, aber keine Zügellosigkeit wollen, wovon ich und mein Kind unv auch mein ganzes Schloß Zeugen sind, so bin ich jetzt mit Ihnen, lieber Nachbar, vollkommen ausgesöhnt und —" „Vater!" riefen die Liebenden und umschlangen ihn von beiden Seiten. „Nun ja doch," lächelte Dannberg und wandte sich unter Freu.-- dethränen los, „ich bin cs zufrieden und schenke Euch meinen schönsten und besten Segen!" Am Abend desselben TageS zogen die Bewohner von Dorf Dannberg unter Anführung ihreS Schulzen und des einäugigen Jägers Bertram mit Musik und wehenden Fahnen herauf zum Schlosse. Auf dem Balkoue erschienen Vater Dannberg und ihm zur Seite Marnstein unv Thekla. Rauschender Jubel empstng sie und in das Schmettern der Instrumente mischte sich der hundertstimmige, dieses Mal herzliche, Ruf: „Hoch das Brautpaar! Hoch unser guter Vater Dannberg!" Was giebt es Neues? — Wir hören, schreibt man der „F. Pz.", daß nicht nur jedenfalls im nächsten Spätsommer die Bahn von Hanau bis Aschaffenburg eröffnet werden wird, sondern daß auch die Strecke von Aschaffenburg bis Würzburg weit früher fertig werden dürfte, als bisher angenommen wurde. — Vor Kurzem sprang ein wegen Diebstahls Verfolgter bei Hanau in das Wasser der Canalmühle und passirte unbegreiflicherweise einen Mühlgang, ohne Schaden zu nehmen, indem er eine Lücke am Rade traf, die durch Herausnahme einiger Schaufeln gemacht war. — Dieser Tage wurde in Heidelberg eine mit dem Bahnzug von Frankfurt ankommende Amerikanerin verhaftet. Sie führte revolutionäre Schriften mit sich. — Gleiches Schicksal halte eine au6 dein Pfälzer Aufstande bekannte Freischärlerin, Mamsell Hitzfeld aus Kirchbeimbolanden. Sie war seither in Amerika, kam wieder in die Heimath und ließ in Heidelberg sich beikomuien, über das Wiener Attentat ihre höchst strafwürdige Meinung zu äußern. — Laut kürzlich in Carlsruhe eingetroffenen Privat-Nachrichten auS Nord-Amerika ist der aus den bad. Revolutionszeiten her bekannte Brentano daselbst gestorben. — Ein Erzschwindler erkaufte neulich in Gotha ein Gut um 65,000 Thlr., zahlte daran gleich 3000 Thlr., die er kur; vorher von einem Leichtgläubigen erschwindelte, bewarb sich um eine reiche Erbin, gab sich für einen ehemal. preuß. Landwehroffizier auS, machte im Gasthofe eine Masse Schulden rc. ic., bis dem säubern Herrn endlich das Handwerk gelegt wurde. — Unlängst kam ein, sich angeblich in Offenbach aufhaltcnder, französisch parlirender Flüchtling aus Mailand zu einem Schneidermeister in Frankfurt, bestellte die rasche Anfertigung zweier feinen Anzüge und zahlte gleich abschläglich 60 fl. Bis diesen Augenblick ließ er sich aber bei dem Schneider nicht wieder sehen und die Kleider harren der Aholung. Sollte der vorgebliche Flüchtling unterdessen für zweckmäßig gehalten haben, weiteres Fersengeld zu geben? — Die von würtembergischen Loealvolizeibehörden verfügte Beschlagnahme der Schrift „Gervinus Einleitung in die Geschichte des 19. Jahrhunderts", ist von dem k. Ministerium, sobald dies Kennlniß davon erbielt, wieder aufgehoben worden. — Am 11. März hat sich die Majorität deS Finanzausschusses der zwetten Ständekammer Kurhessens für das neue Anlehen von 1,200,000 Thalern ausgesprochen. 24 Wirksamkeit ein besonderes Organ gefunden. Der bekannteNational- Druck und Verlag der G. D. Brsihl'schen Buch- und Steindruckerei. — In Berlin wurde von der ersten Kammer in der Sitzung vom 10. März die Aufhebung veö Art. 42 der Verfassungsurkunde beschlossen. Hiernach ist nun wieder das Verbot einer Feudale aufgehoben und ermöglicht, eine Amtsgewalt durch die Scholle zu erkaufen. — Prof. Gervinus soll nun wirklich nach Bonn übersiedeln wollen. — Das am 11. März in der Frühe von Würzburg abgegangene Dampfboot war so stark besetzt, und namentlich mit Auswanderern, daß es an den Landungspunkten keine weitere Aufnahme machen konnte. — Ein seltsamer Erstickungsfall kam in den letzter» Tagen bei Peissenberg im Taunus vor. Mehrere Knaben hatten einen Schneeball gebildet und ihn einem Berge heruntergetrieben. Einer der Knaben wollte diesen, schon ziemlich stark gewordenen Ball auf- yalten, wurde aber von demselben überwältigt und im Weiterlaufen so umstrickt, daß er erstickte. — Die englische Polizei spürt einem Individuum nach, das schon mehrmals an Prinz Albert Drohbriefe richtete. ('? ? ?) — Die Entbindung der Königin von England wird im nächsten Monat erwartet. — Unter den höheren ruff. Offizieren herrscht gegenwärtig große Bestürzung. Der Kaiser, der Nachläsfigkeiten oder Veruntreuungen sehr streng ahndet, hat mehrere Generale wegen Uuthätigkeit und Fahrlässigkeit, und weit sie Schuld an großen Verlusten des Staats tragen, einem Kriegsgericht überwiesen, dessen Beisitzer S. M. selbst wählt. — In London sind wiederum zwei Schiffe mit 105,000 Unzen Gold aus Australien eingetroffen. Die Nachrichten daher lauten günstig, vas Gold nimmt noch nickt ab. — In Nom geht das Gerücht, es sei im Vatican ein als Priester verkleidetes und mit einem Dolche bewaffnetes Individuum verhaftet worden. — In der Unierhaussitzung ist in zweiter Lesung Lord John Nuffels Bill, für Zulassung der Juden zum Parlament, mit einer Majorität von 51 Stimmen durchgegangen. __ Die Mailänder Municipalität hat von k. k. Militärcommando der Lombardei den Auftrag erhalten, das Castell innerhalb 48 Stunden entsprechend zu verproviantiren und 100 St. Schlachtochsen zur Verfügung zu stellen. Den bereits dieser Tage erfolgten Truppenverstärkungen sollen noch weitere neue folgen. — Im Lause der letzten Tage starben : Generalfeldzeugmeister Frhr. o. Hayuau, von dem es erst jüngst hieß, er werde wieder in Aktivität treten; Fürsterzbischof Milde von Wien; Fürst Carl von Hohenzollern-Sigmaringen und Professor CH. Frievr. Harleß in Bonn. — Durch Springen eines Dampfkessels in einer Aachener Tuch- fäbrik sind drei Menschen getödtet worden. Berlin, den 23. Februar. Heute fand die zweite diesjährige (öffentliche) Sitzung des Central-Vereins für die Deutsche Answa nderungs- und Colonisations-Angelegenheit Statt. Dieselbe wurde von dem Vorsitzenden, Reg.- Rath vr. Gaedler-, mit dem Geschäftsberichte über den verflossenen Monat eröffnet. Hiernach breitet sich die Wirksamkeit deS Vereins immer weiter auS. Die Zahl der Blätter, welche die Pnblicationen desselben aufnehmen, iff von 450 auf mehr als 600 gestiegen; namentlich finden dieselhen immer mehr Anerkennung bei den Local-Blättern, weiche auf den größeren Theil des auswandernden Publikums vorzugsweise einwirken. Der Verein hat auch für die wissenschaftliche Richtung seiner Oekonom nämlich, Herr Otto Hübner, giebt seit Anfang dieses Jahres ein Blatt („Nachrichten aus dem Gebiete ver Staats- unv Voikswirthschaft") heraus, welches den Zweck hat, das statistische Material seines von den meisten Regierungen mit amtlichen Zusendungen bedachten star i st i sch en Ee n t r a l-A r ch iv S gemeinnützig zu machen, und es schien dem Verwaltungsraihe geeignet, ein solches in jeder Weise unabhängiges, wissenschaftliches Organ dazu zu benutzen, einen Theil der Nachrichten zu veröffentlichen, welche an den Central-Verein über die bei der Auswanderungsflage in Betracht kommenden Länder und Verhältnisse gelangen. Es versteht sich von selbst, daß dieses Blatt, im Einklänge mit der Tendenz ceä Vereins, nur belehrend und berichtigend die AuSwanverungs- Angelegenheit behand.lt und sich vaher von den eigentlichen sogenann- ten Äuswandernngs - Zeitungen unterscheidet, welche auch das ge« schäftliche Interesse der Auswanderer-Beförderung zu vertreten haben, und so in gewissem Sinne allerdings zur Erleichterung ver AnSwan- dcruug Mitwirken müssen. In diesem Blatte weroeu künftig auch Die in den öffentlichen Sitzungen des Vereins gehaltenen Vorträge veröffentlicht werden. Die Wichtigkeit der Answandernngs-Angelegenhelt wird auch von den Regierungen immer mehr anerkannt. Zn den Verrrdnun- flell welche in mehreren deutschen Staaten in Bezug hieraus kürzlich erlassen worden sind, tritt eine Der Sächsischen Regierung vom ’y M Auch den Preußischen Kammern ist der Entwurf eines Gesetzes zur Berathung vorgelegt worDen, der indeß nur Die GrunDsätze ür das Agentenwesen, D. h. diejenige Seite, welche am dringendsten der Regelung bedurfte, festsetzt und so einer allgemeinem Auffassung der Auswanderungs - Angelegenheit Raum läßt. au Der in der December-Sitzung gegebenen Mittheilung, daß mehrere Schiffs-Erpedienten aus Bremen und Hamburg Die Conces- flon zur Beförderung von Auswanderern für Preußen erhalten rech, uachgesuckk hätten, muß in Bezug auf die genannten Namen berichtigend bemerkt werden, daß Die Herren Lüdering und Pokranz nicht Eine Firma bilden, sondern Daß es heißen muß: die Herren Luve- ring u. Comp. und Pokranz u. Comp. zu Bremen Von mehreren Landräthen sind bereits in Folge Des CircularS des Central-Vereins zuverlässige, arbeitsame und nicht ganz unvermögende Arbeiter-Familien angezeigt worden, welche geneigt fein würden, sich, anstatt auszuwandern, in dünner bevölkerten Gebenden unsers Vaterlandes niederzulassen; leider sind D,e von mehreren andern LanDräthen in Aussicht gestellten Nachwe.sunge.. zu dergie,- cken Anfiedelungs-Gelegenheiten noch nicht eingegangen, so daß von den ersteren Anerbietungen noch kein Gebrauch hat gemacht nerben können. Es wäre dringend zu wünschen, daß diesem wichtigen Gegenstände: der Uebersiedelung Einzelner als arbeitsam und zuverlässig nachgewiesener Arbeiter-Familien nut einigem Vermögen (wenigstens 150 — 200 Thlr.) in dünner bevölkerte Kreise unsers Vaterlandes, sowohl von den Herren Landräthen als von allen Patrioten eine sorgsame Aufmerksamkeit gewidmet werde. In Bezug auf die verschiedenen Einwanderungs-Lander ist mit Ausnahme Brasiliens, dem letzten Geschäftsberichte nichts Wesentliches hinzuzufügen. Aus New-York ist m Bezug auf das in kiuer früheren Sitzung darin ausgesprochene Urihetl: vay Die Iustünde Der Deutschen Einwander, r in Nord-Amerika selbst von nordamerikauischen Stimmen nicht eben glänzend geschildert würden u s w von einem Herrn Wichelhausen eine hesltge Reclainatlon eingegangen, worin derselbe dieses llr.heil zu widerle eu sucht. Jiidesseii kann eine so vereinzelte Stimme gegen die vielfachen Erfahrungen, welche dem Vereine vorliegen, gegen den achtungswerthen Theil Der nordamerikauischen Presse und die amtlichen Constatirungen der statistischen Register nicht in Betracht kommen. (Fortsetzung folgt).___________________________ 13 Beilage Voltnire's deutsche Liebe. Novellistische Anecdote von Adolph Stern, Der unsterbliche Sänger der Henriade, der Dichter des „Ma- homet" und des „Orest," Arouet de Voltaire, weilte seit einigen Monaten am Hofe des Philosophen von Sanssouci, und hörte, während er sein „Jahrhundert Ludwig des Vierzehnten" schrieb, die zweifelhaften, nach seiner Meinung aber entschieden schlechten Verse des großen Friedrich an. Voltaire, obwohl er keinen großen Ueberfluß an Schönheit besaß, hielt sich dennoch für höchst gefährlich und war überzeugt, jedes Frauenherz auf den ersten Sturm nehmen zu können. (St, blieb daher in seinen Galanterien nicht in den niederen Regionen flehen, er verlor sich in die höheren und höchsten hinauf. Hier aber am Hofe von Sanssouci sollte er zwei Warnungen erhalten. Zuerst hatte er der geistreichen Schwester Friedrichs des Großen, der Prinzessin Amalie, Aebtissin von Quedlinburg, den Hof gemacht. Diese liebte indessen bekanntlich den abenteuerlichen Friedrich von der Trenk, der unter dem „Rastrmcffer der großen Nation" sein Leben endete, und wies Herrn Arouet de Voltaire, der mehrere Versuche gemacht hatte ihr förmlich eine Liebeserklärung zu Füßen zu legen, ernstlich in seine Schranken zurück. Aergerlich über diese unbegreifliche Kälte der „koketten und fri- voien Fürstin" ritt der dichtende Kammerherr des Preußenkönigs eines schönen Sommermorgens in den Umgebungen Potsdams spazieren, begrüßte mit einer höchst sauren Miene seinen Landsmann, den großen Mathematiker Mauperrius, der sich gleichfalls am Hofe Friedrichs eingebürgert und begann nach Abenteuern umherzuspüren. Eine Stunde mochte etwa vergangen sein, ohne daß ihm etwas der Art aufgestoßen wäre, als er in einiger Ferne ein kleines, zwischen Weidengebüsch verstecktes Haus wahrnahm. „Das scheint mir geeignet," murmelte er, „die Lage ist für das pitohable Potsdam immer noch ziemlich romantisch, ich möchte mich fast einmal dahin verirren." Nach diesem kurzen Selbstgespräch setzte der Dichter sein Pferd in Trab und befand sich in wenig Minuten unmittelbar in der Nähe des Hauses. Hier stieg er behutsam vom Rosse, näherte sich dem Eingänge, an dem, eine kurze Pfeife rauchend, die Gestalt eines ehrwürdigen alten Mannes lehnte, zog leicht den Hut und jagte in dem besten gebrochenen Deutsch, dessen er fähig war: „Bon jour, mein Herr! Könnte ich vielleicht ein Glas Wasser erhalten? Ick bin sehr durstig vom Ritte." „Lina," rief der Alte in das Haus hinein, „hier ist ein Herr, der einen frischen Trunk wünscht!" Voltaire hätte gar zu gern sein Lorgnon zur Hand genommen, um zu erkennen, wer es sei, der so hastig an den Brunnen eilte, indeß, da dies fast unschicklich gewesen, unterblieb es. Nach kleiner Weile schwebte durch die Hausflur die gerufene Lina, eines jener weiblichen Wesen, über deren Erscheinung ein bestechender Liebreiz ausgegossen ist. Das Mädchen mochte etwa siebzehn Jahr alt sein, ihre Gestalt war allerdings ein wenig klein, aber wohlgerundete Körper: formen, ein reizendes blondes Lockenköpfchen, in dem ein Paar fchalkhafte blaue Augen strahlten und ein Mündchen, das zur Zahl derer gehörte, bei deren Anblick man mit unfern einfältigen Sitten hadern möchte, die cs nicht gestalten, daß man sich beliebig Küsse rauben kann, ließen dies übersehen. „Eine herrliche Gegend," lispelte der französische Dichter, mit Wohlbehagen das Wasser, welches Lina's schöne Hände überreicht hatten,oausschlmfend.^^ ^'gültig der Alte, den ausgerauchten Voltaire, um die Unterhaltung im Gange zu erhalten, fort. „Nicht so, Mademoiselle " wandte er sich zärtlich an die erröthende Lina, ihr das Wasserglas ^uckg beni, „Es gefällt mir hier ganz gut," stammelte das Mädchen schuchtern^^E 9(ugen6(icfc cr$ bemerkte der Alte den Kammerherrn- schlüssel und den Orden your le merite, zwei Auszeichnungen, welche der Philosoph von Sansouci seinem geschätzten Gaste gern gewährt hatte, und auf die der eitle Poet nicht wenig stolz war. Sogleich zog der Alte das Käppchen und fragte schüchtern. » „Sie sind vom Hofe, Ercelleiiz?" Die Ercellenz gab herablassend zur Antwort. „Ich bin Voltaire!" , . , Das „ick bin Goethe," verfehlte seiner Zett Nicht die Wirkung auf den größten Mann unseres Jahrhunderts und so muffen w,r es höchst erklärlich finden, daß während ihr Vater ,ich ehrfurchtsvoll verneigte, die hübsche Lina ein wenig zu zittern begann. Voltaires in der Nähe scharfem Blick entging dies keineswegs. „Sie werben unwohl, Mademoiselle!" rief er besorgt. „Sollte mein Name daran Schuld sein?" n Vergebens winkte der Alte heftig mit den Augen, die arme Lina stieß heraus: m „So sind Sie wohl gar der Herr, der gegen den lieben Gott geschrieben hat?" , r ~ , ... ____ Voltaire, obgleich über die Naivetät dieser Frage entzückt, war doch nicht im Stande dieselbe genügend zu beautworten, er suchte sich daher zu fassen und stammelte: „Mademoiselle, das sind ernste philosophische Sachen. Diese Antwort und die drohenden Blicke ihres Vaters veranlaßten Lina sich mit einem flüchtigen Gruße zu entfernen; Voltaire, der nun keinen Grund zum Bleiben mehr hatte, nabm von dem respectvollen Alten höchst herablassend Abschied und stieg zu Pferde. „Eine hübsche Liaison wird dies werden. Die kokette boshafte Aebtissin soll sich schon ärgern," knurrte er während des Reitens. In Kurzem war er wieder in Sanssouci angelangt. (Fortsetzung folgt.) Was giebt es Neues? — Vorgestern brach in einem Kürschner-Laden dahier Abends Feuer aus, welches aber schon bei seinem Entstehen erstickt wurde. Wie man sagt, soll das Feuer angelegt worden fein. — Der wegen Theilnahme an der Ermordung des Fürsten Lichnowsky und Generals von Auerswald verurtheilte Georg Andreas Nispel von Bockenheim, welcher in Frankfurt a. M. im Arbeitshause saß, hat sich am Sonntag Morgen erhängt. — Nispel, welcher am Frankfurter Septemberaufruhr 1848 betheiligt und nach Frankreich entflohen war, wurde im Mai 1850 in Paris verhaftet und ausgeliefert. Er kam im August 1850 in Frankfurt an und wurde Anfangs dieses Jahres, wegen Theilnahme an obgedachtem Mord, zu einer vierzehnjährigen Zuchthausstrafe verurlheilt. Ni pe hatte gegen dieses Urthcil appellirt. 26 — Die aus 19 Familien (76 Seelen) bestehende nass. Gemeinde Scspenrod, Amts Walmerod, wandert nach Amerika aus. Einige andere Gemeinden wollen ein Gleiches thun. — Großes Aufsehen macht in Stuttgart eine Entfuhrungsge- schichte. Der muthmaßliche Entführer eines 18jährigen Frauenzimmers ist verhatet, hat aber bis jetzt den Ort nicht angegeben, wohin er die Entführte gebracht, oder wo er sie versteckt hat. — Die in Tübingen unter den Studenten bestandene Verbindung unter dem Namen Burschenschaft wurde durch k. Decret aufgelöst. — Der ehemal. Reichsminister Heckscher hat gegen ein Hamburger Blatt, das behauptete, er habe in Frankfurt Comödie gespielt, eine Jnjnrienklage erhoben und verlangt 2000 Mark Strafe. — Zu Weißenburg (Sachsen) brachte kürzlich ein Dienstmädchen aus Unüberlegtheit sowohl sich selbst, als auch eine ganze Familie in Gefahr, und die übrigen Einwohner in Angst. Sie ließ nämlich ein Päckchen Zündhölzer in Las zu einer Suppe ausstehende heiße Wasser fallen und trug später die Suppe auf. Die ganze Familie, einschließlich des Mädchens, aß davon und wurden alsbald so gefährlich krank, daß das Gerücht ging, die Cholera sei aus- gebrochen. Die Aerzte kamen zum Glück bald der Sache auf den Grund und konnten Alle retten. — Der jüngst einem Schlaganfall erlegene k. k. Feldzeugmeister v. Haynau hinterläßt eine einzige Tochter. Sie erbt die große Summe von 3 Millionen. — In Magdeburg nahm vor einigen Tagen ein Gauner ein Dampfbad. In der Badekammer lagen noch 7 Herren, in Decken gehüllt; da wurde es ihm auf einmal zu heiß und er beendet die Schwitztour eiligst, geht in's Ankleidezimmer, macht Toilette (versteht sich mit dem Besten des Daliegenden), leert alle Taschen (Uhren und Geld, ca. 350 Thlr. werth), und verschwindet. Die Ueber- raschung der Bestohlenen soll noch kräftiger als die kalte Douche gewirkt haben. — In Paris grassirt die Cholera. — In Toulon ist eine Fregatte mit 700 begnadigten December- insurgenten angekommen. — Die in Toulon stationirte französische Escadre hat Befehl erhalten, sich in die griechischen Getvässer zu begeben. Berlin, den 23. Febr. (Forts.) Die besondere Aufmerksamkeit des Central-Vereins nimmt die Auswanderung nach Brasilien in Anspruch. Die Hoffnung, welche in der Januars-Sitzung ausgesprochen wurde, daß die Brasilianische Regierung bald ein anderes und zwar verständiges Colonisationssystem annehmen werde, ist durch die neueren Nachrichten sehr getrübt worden. Zwar hat man in Rio de Janeiro eine Commission, bestehend aus deut Visc. de Parana, Visc. de Abrantes, Visc. de Pependi, Caetano Alb. Soarez und Joaqu. Josö Perch. Leite, zusammentreten lassen, um über die endliche Ausführung des Gesetzes von 1850 zu berathen, indeß lasten die auf anderen Wegen kund gewordenen Intentionen der Braglianischen Regierung kaum erwarten, daß hieraus ein befriedigendes Resultat hervorgehen werde. Das interessanteste Actenstück, was in dieser Beziehung merkwürdige Aufschlüsse giebt, ist der dem Central-Verein leider erst jetzt in officieller Form zugegangcne Bericht, welchen der Vice-Präsident der Provinz Rio grande do Sul, Herr Bello, in der gesetzgebenden Provinzial-Versammlung am 1. October v. I. erstattet hat. In demselben spricht der Präsident geradezu aus, daß er die Einwanderungs-Freiheit, wie sie in Nord-Amerika bestehe, nicht empfehlen könne, vielmehr ein System vocichlage, nach weichem gewisse Punkte als Colonien bezeichnet, die Zahl der dort anzusiedelnden Einwanderer bestimmt und Agenten mit deren Lieferung betraut werden, „denn" (heißt cs an einer Stelle wörtlich) „es scheint mir nicht zu conveniren, die ausländische Bevölkerung von San Leopolde (der einzigen Colonie, wo die Deuische Bevölkerung durch ihre compacte Masse von circa 11,000 Köpf» sich einigermaßen selbstständig fühlt, und wirklich bereits im gedeihlichen Zustande lebt) noch weiter zu vermehren. Wir bedürfen vieler Colonien, aber es convenirt, daß sie nicht sehr bevölkert seien"!! Der Grundgedanke dieses Brasilianischen Systems ist leicht zu errathe», und er wird merkwürdig klar gemacht durch eine andere Stelle dieses Berichts, worin der Präsident vorschlägt, die Deutsche» Colonisten, welche ihre zahlreichen Deutschen Privat- Schnlen haben, mit Strafe z u belegen, wenn sie ihre Kinder in diese ihre Deutschen Schule» schicken, bevor dieselben i» den Brasilianischen Schulen Brasilianisch gelernt haben!! Gegen dergleichen Tendenzen muß im Interesse der Humanität mit aller Entschiedenheit ausgetreten werden. Will Brasilien die Deutschen Auswanderer als Colonisten haben, so bewillige cs die Forderungen, welche Gerechtigkeit und Civilisation erheischen. Hat jemals unsere, d. h. die Preußische Regierung die Colonisten aus der Pfalz und Frankreich, die sie früher nach Preußen zog, mit ähnlichen Verationen bedroht? hat sie ihnen nicht erlaubt, sich eine eigene innere Verfassung zu geben, und ihre Schulen in ihrer Sprache bis auf den heutige» Tag gestattet? und sind diese Colonisten weniger gute Bürger geworden, als die eigene» Landeskinder? Es scheint nicht unmöglich, daß die freilich nicht ganz geschickte Offenheit, womit Herr Bello die Principien der Brasilianische» Regierung bei der Coloiiisationsfrage bloßlegt, die Ursache gewesen ist, daß er kürzlich abberufen und ein Herr Cansansao de Sinambü, der den Deutschen günstiger gesinnt sein soll, an seine Stelle gesetzt ivvrdcn ist, allein es wird abzuwarten sein, ob er das System selbst zu ändern vermag. — Daß Brasilien seit der strengern Aufsicht der Englischen Kreuzer auf den immer noch heimlich getriebenen Sclavenhandel, und seit der dadurch eingetretenen enormen Steigerung der Preise für Sclaven, gern freie Arbeiter an die Stelle der Sclaven einführen möchte, ist wohl begreiflich, und die im letzten Jahre von mehreren Plantagebcsitzern gemachten Bestellungen auf Tausende von Deutschen Auswanderern gegen baar vorgeschossene Passage geben davon Zcugniß, daß man es sich sogar viel Geld kosten läßt, um diesen Zweck zu erreichen. Allein Deutschland kann eben so gewiß verlangen, daß seine Söhne nicht bloß als Surrogat für Negersklaven verwendet und in seinen Häfen keine „weißen Sclavcn-Märkte" etabliri werden. Ueberhaupt steht die Sclavcnfrage in Brasilien mit der Deutschen Einwanderung in einem weit innigeren Zusammenhänge, als man vermulhen sollte. Merkwürdig ist eS, daß stets, wenn die Englischen Kreuzer besondere Strenge gegen den Sclavenhandel entfaltete», sehr geschäftig in „Deutscher Einwanderung" gemacht nnv Gesetze berathen resp. erlassen wurden, welche, weint die Gefahr vorüber war, ruhig wieder einschliefen. Auf dieses äi«- hältniß ist man sowohl in Deutschland als auch in Cnglaiid schon aufmerksam geworden, und bei der Erörterung dieses Gegenstandes ist man auch zu dem interessanten Resultate gelangt, daß alle seit 1826 und mindestens seit dem Jahre 1831 gegen die ausdrücklichen, den Sclavenhandel für Seeraub erklärenden Brasilianischen Gesetze eingeführten Sclaven und deren Nachkommen eigentlich gesetzlich „freie Leute" sind und ganz mit Unrecht in derScl averei gehalten werden! Dem Central-Verein liegt eine specille Behandlung dieses Verhältnisses noch zu fern; sollte indeß der systematische Widerstand gegen eine freie Ansiedelung in Brasilien nicht aufgegeben werden, so würde in Erwägung zu ziehen sein, ob der Central-Verein nicht mit den philanthropischen Vereinen Enflands in Verbindung zu treten habe, um mit ihnen vereint ein Resultat herbeizuführen, was man vielleicht in Brasilien kaum erwartet haben möchte. (Fortsetzung folgt.) Druck und Verlag der G. D. Brübl'scken Buck- und Steindruckerei. In gen über Was er gegen sei diener de Entlassui Mehrfach waren be $ol sich weit, folgenden Diesnial mußte a Stimme Der Besuches, ihm dies »ach sein Deshalb auf die Ihnen sag Der merherrn „Erc „Ein äußerte ab „Nui und damit Wäh durchbohre! sich in den alltäglich i len Feind < er sie mit Lieutenant h-it den G< Laube Hn daherfliegeii einige Schr stürmisch u „Gute gleich hjcrh erzählen." Der 1 Bank der $ ie Deutsche )0 Köpf n im gedeih- bedürfen r bevöl- l Systems acht durch Vorschlags ii Privat: sie ihre ii, bevor finnisch Humanität istlien die ;e es die heu. 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Mehrfache Bittschriften, ihn doch wieder zu Gnaden aufzuNehnien, waren bereits von ihm auSgegangen, aber leiver ohne Erfolg geblieben. Voltaire hatte nun einen Anhaltepunkt gefunden, von dem aus sich weiter operiren lieh. Er unternahm schon am Nachmittage deS folgnden Tages einen neuen Spazierritt nach dein kleinen Hause. Diesmal stand der Alte nicht in der Thür, Herr von Voltaire mußte also nothgedrungen absteigen und anklopfen. Die dürre Stimme deS Alten rief ein schüchternes „Herein!" Der Dichter bemerkte beim Eintritt, daß die Ursache seines Besuches, Demoiselle Lina, nicht zu Hause sei. Im Grunde war ihm dieS lieber, er konnte den Alten gewinnen und überhaupt die nach seiner Meinung sicher zuin Ziele führenden Einleitungen treffen. Deshalb eröffnete er daS Gespräch, dem zagenden Alten huldvoll auf die Schultern klopfend: „Eh bien, mein Lieber, wie ich vernommen, waren Sie früher am Hofe." Der Alte horchte hoch auf und sagte zitternd: „Kammerdiener bei Ihrer Majestät der allergnädigsten Königin. Ich hatte daS Unglück, in Ungnade zu fallen." „DieS weiß ich AUeS, mein Freund," unterbrach Voltaire den Erkammerdiener. „Ich wollte Ihnen nur einen Vorschlag machen. Da ich ihnen gewogen bin und mir schmeichle einigen Einfluß am Hofe zu besitzen, so glaube ich Ihnen nicht zu mißfallen, wenn ich Ihnen sage, daß ich Lust habe, mich Ihrer anzunehmen." Der alte Kammerdiener blickte erstaunt den dichtenden Kam- merherrn an, dann stammelte er: „Ercellenz scherzen, womit hätte ich solch ein Glück verdient." „Ein Dummkopf hat oft Glück," brummte Voltaire für sich, äußerte aber lauter: „Nun, daS kann Ihnen gleich sein, ich nehme mich Ihrer an und damit ist'S genug!" Während der Alte den Schutz deS Herrn von Voltaire im durchbohrenden Gefühle feines Nichts demüthigst annahm, ereignete sich in dem zum Haufe gehörigen Gärtchen eine Scene, die zwar alltäglich war, aber gleichwohl Herrn von Voltaire (einen abgesagten Feind aller Alltäglichkeiten) äußerst alterirt haben würde, wenn er sie mit angesehen hätte. Ein junger Mann in Uniform, ein Lieutenant der Gardehusaren, übersprang mit soldatischer Gewandtheit den Gartenzaun und eilte nach einer am Ufer der Havel gelegenen Laube Hier hatte sich Lina niedergelassen. Bei dem Anblicke deS äherfliegenden Lieutenants stand sie aber fröhlich auf und ging ihm einige Schritte so entgegen, daß sie der Krieger ohne viele Umstände stürmisch umarmen konnte. „Guten Tag, Alfred!" sagte sie sich gleich hierher in die Laube, ich habe Dir erzählen." loSwindend, „o, komm etwas ganz wichtiges zu Der Lieutenant Alfred fitzte sich gehorsam auf die hölzerne W der Laube, hob Lina auf seinen Schooß und scherzte: „Nun, mein liebeS Kind, laß mich jetzt hören, WaS eS gibt." Lina begann die Begegnung mit Herrn von Voltaire zu schildern, beschrieb seine Mienen, gab jedeS seiner Worte getreu zurück nud schloß mit der Bemerkung, daß der garstige gelehrte Franzose eben wieder da sei. Alfred runzelte ein wenig die Stirn, dann lächelte er: „Was ist da weiter. ES versteht sich doch hoffentlich von selbst, daß Du mir treu bleibst. Und waS Herrn von Voltaire betrifft, so muß man doch sehen, wie man den alten Gecken einmal gehörig abstrafen kann. Er ist mir schon lange ein Dorn im Auge. Aber adieu, meine süße Lina, ich habe heute Dienst, und bin nur im Vorbeigehen herangesprungen. Uebermorgen komme ich wieder. Gute Nacht!" Noch einen Kuß auf Lina'S Lippen drückend, eilte der Lieutenant von dannen, und mäßigte seinen Schritt nicht eher, als bis er etwa hundert Schritte von dem kleinen Hause entfernt war. Eben bog er um die Ecke deS Hohlweges, der dazu hinführte, als Herr von Voltaire, einen flüchtigen Blick um sich werfend, vorübersprengte. Er suchte sich zu verbergen, Herr von Voltaire aber, plötzlich langsamer reitend, sagte zu sich: „Meine Augen werden doch alle Tage erbärmlicher. Eben glaubte ich ganz sicher den jungen Flegel, den Lieutenant von Rosto- witz zu sehen und nun war'S eine Fata Morgana. WaS hätte der pommersche Junker auch hier zu suchen. Unzufrieden mit sich selbst kam Herr von Voltaire von seinem zweiten AuSfluge zurück und erst als er am Zimmer der Prinzessin vorüberstrich, wich der Aerger über seine schlechten Augen der Freude über eine so glücklich eingefadelte Liaison. „Ich weiß gar nicht, weshalb Sie jetzt alle Tage spazieren reiten, Voltaire;" hüstelte am andern Morgen der Philosoph von SanSsouci, als er auf einem Morgenspazicrgange den Dichter abermals zu Pferde, im Begriffe nach dem kleinen Hause zu reiten, fand. „Sie waren doch sonst kein so passiouirter Reiter." „Man ändert sich mit der Zeit, Sire," entschuldigte sich Voltaire sichtlich ungeduldig. „Ich will Sie auch keineswegs in Ihrem Vergnügen stören," erwiderte lächelnd der große Fritz. „ES fiel mir nur ein wenig auf." Voltaire antwortete mit einer stummen Verneigung und ritt. (Fortsetzung folgt.) Was giebt es Neues? — In Frankfurt zerschlug am 29. v. M. eine ledige Frauensperson in einem Anfalle von Eifersucht ihr sämmtlicheS HauSge- rathe. Sie wollte zum Tanz, ihr Anbeter ließ ste aber sitzen. In Kassel und Umgegend herrschen die Menschenblattern und das Scharlachfieber in gefährlicher Weise. Bei Dr. Hagen in Heidelberg, aus der ParlamcntSzeit bekannt, wurde letztere Tage hauSgesucht und eine große Correspondenz mit politischen Flüchtlingen gesunden. Er hat Hausarrest. — Der Cölner Männergcsangverein wird am 7. Juni erstmals in London sich hören lassen. Operndirector Mitchel zahlt die Hin- und Rückreise, die Aufenthaltskosten in London und die Hälfte der erzielt werdenden Netto-Einnahmen. ES nehmen circa 80—90 Mitglieder an der Sängerfahrt Theil, der sich auch die Pianistin Pleyel und Violinist Ernst aiijchließt. Die Königin Victoria in- teresstrt sich sehr für daS Unternehmen. 28 „Ich n leit u. s- w. an denselben Theil zu mknüpfen z Gcisthause vor dortigen Majestät, ge nmiial Selin (Fortsetzung solgt.) Druck und Lerlag der G. D. Brüdi'sckm Buck- und Steiudruckeret. werden. Interesse England ent- an der Sache „Herr furchtsvoll : daß Herr v das kleine - an der Hav Leuten dort dort sucht?" Lieuter ein Herz, u „Ich ti mit den Be zu werden l „Ach," Mesallience „Ich h M i s c e l l t, — Nachdem der Genuß von Pferdefleisch in Berlin bedeutend nachgelassen hat, verwendet man dort jetzt großen Fleiß auf die Zucht der Kaninchen. ,1 „Recht Uro König! sein werde," Berlin, den 23. Februar. (Forts.) So wie die Sachen gegenwärtig liegen, und so lange di- Brasilianisch- N-giernng nicht den gerechten Forderungen, welche man in ihrem eigenen wohlver- standenen Interesse und im Interesse der Deutschen Auswanderer an sie SU stellen berechtigt ist, thatsächlich Anerkennung gewahrt, mun der Central-Verein Jedermann vor der Auswanderung nach Brasilien warnen, sofern er sich nicht in den Colonieen San Leovoldo (Prov. Rio Grande do Sul), Dona Francisca oder Blume na u (Prov. Santa Catharina) n.-verlassen will. Die Erstere zählt schon so viele Deutsche, daß man Anstand nimmt, geradezu ungerechte Maaßregeln gegen sie mit Gewalt m Aussuh- runq u bringen; di- beiden L-tztern stehen unter D-ut,ch-n wohlwollenden Direetionen, di- das zur Colomsarion zu vernwndende und an di-Colonist-n zum fr - i- n Eigen,hum zu verkaufende Land im Privatbesitz haben. Namentlich sind aus Dona Fran-isea ganz derern gewesen ist. , D„ S r e in c r Rechenschaftsbericht enthalt eine intereßanl, Nebersicht von der Thätigkeit des Bureaus. An dusselbe haben sich im verflossenen Jahre 28,723 Personen gewendet; es kamen 26 Differenzfälle vor, von denen 209 vom Bureau erledig, und ol den Behörden überwiesen wurden. Dem Berichte sind ,ehr prakuch Verbal,ungsregeln für die einzelnen Nordamerikamschen Einwande- rungsbäfen, verschiedene sehr zweckmäßige obrigkeitliche Ver r- nungen und Verzeichnisse der im verflossenen Jahre eryebtrten 2tuS= Wandererschiffe so wie der int laufenden ^>ahre aus der Wgn fahrenden Schiff- beigegeben. Ungern vermißt man die schon mehrfach in Anregung gebrachte nähere Stalistik der, über Bremen crxe- dirten Auswanderer nach Vaterland und Berufsgeschaslen geordnet, wie solche wf dem Bureau des Central-Ver.ins und aus dem des Hamburger Vereins sucht ei« allaemeineren Standpunkt festzuhalten und namentlich mehr stach- — Es heißt, dem k. preuß. Justizminister seien neuerdings mehrfache Gutachten über evcnt. Wiedereinführung der Prügelstrafe zugegangen. HWMff hat den 20. v. M. ein furchtbarer Sturm gewülhet, der Bäume entwurzelte, Pferde und Schlitten umwarf und über die Schueebahnen hinausschleudeite, als ob es ^"^"französische Senat soll gleich nach Wiederbeginn seiner Sitzungen sich mit der Feststellung des Witthumes der Kaiserin beschäftigen. Die Regierung würde, so sagt man, eine »ahrliche Summe von 500,000 Frcs. beantragen, der Senat aber das Doppelte votiren. .,, „ , .. — Di- Notredamekirche in Paris ist geschlossen, da die Vorbereitungen für di- Krönung sofort beginnen sollen. — Am ersten Ost-rfeiertagc communiclrten nur allein m der Notredamekirche über 5000 Personen. — Das Madai'sche Ehepaar ist in Marseille augekommen und qeht direet nach England. . — Die Scenen bei der in Mantua stattgehabten Freilassung der politisch Verhafteten sollen wahrhaft rührend und ergreifend gewesen sein Die Begnadigten weinten wie die Kinder, fielen den Offiziers um den Hals, gelobend, nie mehr unbotmäßig zu werden Alles Volk brach iit endlosen Jubel aus, zog mit Mu,rk vor die Wohnungen der Behörden, hier ebenfalls eine Freude an den Tag legend. __ Die Bosheit eines Burschen von 14 Jahren, der sich an einem Kohlengräber rächen wollte, veranlaßte neulich in einer Kohlengrube zu Rive-de-Gier eine Gasentzündung, die 7 Arbeiter kürzlich Nachrichten eingegangen, die ein befriedigendes Bild von dem Fortschreiten der Colonie gewähren. _ Dem Central-Vereine sind die Rechenschafts-Berichte des Bremer Nachweisungs-Bureaus für Auswanderer und des Hamburger Vereins zum Schutz von Auswanderern zugegangen. Beide gebe., einen erfreulichen Beweis dafür, daß der philanthropische Gedanke, der sie schuf, von segensreichen Folgen für Tausende von Auswan- llll * U yi w »•« ' 11 _ ,, fpßletbaft ausgefallen. So ist di- S. 25 befindlich- Tabelle, so>M meinen Sta darin di- Auswanderung aus den einzelnen Ländern: England, sjche Hoheit Schottland und Irland nach den Vereinigten Staaten „Beim aänrlich falsch, indenl z. B. un Jahre 18o0 mP überdies au 997 sondern 117,038 und im Jahre 1851 nicht 38,418, foir- zch versprcck der'n 163,256 Irländer nach den Vereinigten Staaten auswander- Herr zu haben. — In Berlin erschoß sich tu einem einigen Tagen ein junger Kaufmann vom Auslande; auf eine Lafcl hatte er die Worte geschrieben : In Gott gestorben als Held. tobtete. „ pirscht noch immer ungewöhnliche Kälte. — Nächstens werden in Eonstantinopel Conferenzen seitens der Vertreter Rußlands, Frankreichs und der Türkei in Betreff der beiügtn Orte eröffnet. Oesterreich begehrt, nehmen und wird wahrscheinlich zugelassen hält sich der Theilnahme und erklärt, kein ......S ’ 28 wird gesagt, daß nach den Mit.heilungen des Statisti-»einer Bra, m ......6 ,lt Berlin aus Preußen 6237 (soll heißen 632 <) Per mknüpfen z und, da in jenem Jahre 5817,Preußisch allenen Hof Auswanderer Über Hamburg gegangen seien, der Schluß g-z°g°. mng bei de, t r smeitem arößere Mehrzahl der Preußen ihren Weg »bn „Der l daß di- bei Weitem großer, 5 ungezogenen Mitiheilu.r ^n"'d!s Swllstischen Bureaus, welche übrigens nicht das Jahr 1851 Und der Vc 5- E t vom 1 October 1850 bis 1. Oetober 1851 um= „König keineswegs die Zahl aller aus Preußen ausgewandert,, herrnschlüffel 2 wie indem großen Tab-ll-nwerke des Statch >vaS der Di Urkunden erhalten haben, und es heißt in dem zuletzt gedaD» sich dazu eie ™ f m.shrncf ic, daß die vom Statistischen Bureau nachg-u'-'l„3ch n Hinduich ändert sich auch die Folgerung. Mm J gemäß" auf circa 6000 Personen an^bemm, ^von «eß -in Gesainmtvermögen von J77,63ja , • fl - > A„z- liches Bad doch die erwähnt-Veröffentlichung ausdrücklich ( Wanderer zum Gegenstand- hat, di- sich. °u dem Bureau Central-Vereins Raths erholt haben ^kostbare Allo S. 32 sind die Zahlen der Deutschen in den Nischen Freistaaten offenbar viel zu hoch, a,19c3e6en- Ausfü statistischen Ermittelungen haben diese aus alteren Zahl lr-ürden freili den Aufnahmen längst berichtigt, ic. rc. i Bild von JIS 15. ■ des 93 re: amßurqcr Beide geben che Gedanke, Beilage. >n Auswall: interessant e haben sich kamen 260 oigt »nd 51 chr praktische i Einwandt- che Verow- edirten AnS- ; der Wesel schon mehr- Sreinen erpc- teil geordnet, id auf teil ; sucht einen mehr statift- Letztere sehr abeile, soweit n: England, nachgewiesen 1850 nicht 38,418, fon-, i auswander- des Slatisti- i 6327) Per- 17 Preußisch Voltaire'« deutsche Fiebe. Novellistische Anecdote von Adolph Stern (Fortsetzung.) „Herr von Rostowitz," sagte Prinzessin Amalie zu dem ehr- fmchtsvoll hinter ihr Wandlenden Lieutenant, „bemerken Sie nicht, daß Herr von Voltaire jetzt sehr oft zum Ziele seiner Spazierritte das kleine Haus wählt, welches mir wegen seiner romantischen Lage an der Havel schon öfters aufgefallen ist! Sie scheinen mit den Leuten dort verwandt, wissen Sie vielleicht zufällig, was der Dichter dort sucht?" Lieutenant Alfred erröthete allerdings sehr, doch faßte er sich ein Herz, und antwortete: „Ich muß Euer königlichen Hoheit gestehen, daß ich noch nicht mit den Bewohnern des kleinen Hauses verwandt bin, es jedoch zu werden hoffe." „Ach," unterbrach ihn Prinzessin Amalie, „Sie wollen eine iMesallienee schließen? Wie kommt das?" „Ich habe allerdings die Absicht, meiner Neigung und nicht [meinen Standesvorurtheilen zu folgen, und will sogar Euere köuig- [liche Hoheit um die Gnade ersuchen" — „Beim König fürsprechen? Freilich sind Sie Offizier, und überdies aus einem alten Hause, es würde Ihnen schwer fallen! verspreche Ihnen zu thun was ich kann, wenn Sie mir sagen, ras Herr von Voltaire in jenem Hause treibt?" „Ich weiß es eigentlich selbst noch nicht, doch scheint er an Meiner Braut Wohlgefallen gefunden zu haben und eine Liaison mknüpfen zu wollen. Den Vater derselben, einen in Ungnade ge- allenen Hofbedienten, hat er durch das Versprechen seiner Verwen- luß gezogen, mng bei der Königin gewonnen. en Weg übet a MittheilM is Jahr 1851. „Der Narr! Selbst der König kommt äußerst selten zu Ihrer Majestät, geschweige Voltaire. Seine Eitelkeit ist wirklich maaßlos! Und der Vater Ihrer Braut glaubt's ihm?" er 1851 uw „Königliche Hoheit, der alte Mann hat vor Voltairs Karnmer- usgewandettn herrnschlüffel einen sehr großen Respect, und hält alles für wahr des Statist! iva8 der Dichter ihm vorschwatzt." ein für alk „Herr von Rostowitz, wir müssen den Herrn von Voltaire itlassungS-nnpfindlich strafen. Fällt Ihnen nicht gleich ein Schwank ein, der iletzt gedacha» sich dazu eignete?" nachgewüsM „Ich wüßte wohl — jedoch" — NvanderU« ßß „Ohne Scheu! Nur heraus damit" antwortete Prinzessin Amalie dem zagenden Lieutenant." Preußen AÄ- [ „Am Hause meiner Geliebten stießt wie Euere königliche Hoheit rntral-Vttiütd bemerft haben werden, ein Arm der Havel vorüber. Ein Kahn !-Angelegenh'il befindet sich dort; wie toär'8, wenn ich mich als Schiffer verkleidete, denen 4441 ttnb zu einer Wasserfahrt Herrn von Voltaire durch meine Braut tten, währeiü 'Mladen ließ, und dabei dein vermessenen Kamnierherrn ein gründe iejenigen b'chks Bad oder wenigstens eine Taufe zukommen ließe. Er ist L ureau »«i ohnehin ein halber Heide." "Ach, sein atheistischer Witz ist noch das Beste an ihm, die Noid-Ameiik^^bare Allongenperückc nicht zu vergessen. Ich finde Ihren Vor- Die neutrf^S trefflich Herr Rostowitz und werde nicht ermangeln, nach ilen fortbaue"'Ausführung mich für Sie beim Könige zu verwenden. Sie würden freilich in den Eivilvienst treten müssen, beim Militär leidet ftnnial Seine Majestät keine Meßallienee. -/Recht gern! Ich rechne ganz auf die gnädige Verwendung -ahto Königlichen Hoheit, deren Wünsche zu erfüllen ich bemüht mn werde," „Noch eins," rief Prinzessin Amalie dem davoneilenden Lieutenant nach; „Mein Name darf nicht genannt werden. Daß Sie durchkominen, wenn Voltaire beim König klagen sollte, dafür will ich sorgen." Diesen Abend erwies sich Mademoiselle Lina höchst freundlich gegen Herrn von Voltaire, der die süßen Hoffnungen hegte. Sie machte ihm den Vorschlag eines Spazierganges in den Garten, Voltaire bot ihr entzückt den Ann, und sie führte ihn nach der Laube. Als richte sich zufällig ihr Blick auf den schaukelnden Kahn, fing sie nun auf das Beredteste von den poetischen Reizen einer Wasserparthie zu schwärmen an, wobei sich Voltaire natürlich bestrebte, sie auf das Beste zu seeundiren. „Wenn Ereellenz wie ich die Wasserfahrt lieben, hätten Sie wohl Lust, eine solche mit mir zu unternehmen?" srug Lina am Schluffe. „Wie gern," seufzte Voltaire, „würde ich dies thun. Allein ich bin nicht im Stande, das Ruder zu führen." „Schade! So will ich einen Vetter von mir, der Schiffer ist, bitten, morgen Abend uns beide ein wenig zu fahren. Sind Sie dies zufrieden?" „Ja," sagte Voltaire freudig, denn Lina ging ja reißend schnell auf seine Pläne ein. Glücklich und selig kehrte er heim, sich auf das Wafferabenteuer des nächsten Tages freuend. Am folgenden Abend fand sich nach Verabredung mit Lina Herr Lieutenant Alfred von Rostowitz im kleinen Hause ein, legte seinen bereit gehaltenen Schifferanzug an, färbte sich die Angenbrau- nen, und machte sich durch eine falsche Perücke und einen angeklebten Backenbart unkenntlich. So ausgerüstet, verfügte er sich in den Garten, wo er anscheinend gleichgültig der Dinge, die da kommen sollten, harrte. Herr von Voltaire trat gleich darauf in das Zimmer. Er hatte sich festlich geschmückt, hielt einen großen Blumenstrauß in der Hand und eine feierliche Liebeserklärung, die von Phrasen strotzte, im Kopfe, der heute mit einer frischgepuderten Allongenperücke prangte. Er bedauerte herzlich, daß Mademoiselle Lina sich seinetwegen besonders ankleidete, und unterhielt indeß den Alten trefflich durch die günstigen Aussichten, die er ihm freigebig eröffnete. Endlich erschien Lina, in einem einfachen weißen Kleide, aber für den Poeten um so verführerischer. (Schluß folgt.) Was giebt es Neues? — Nach einer telegraphischen Depesche aus Berlin wurde die Unterzeichnung der Zollvereins-Verträge gestern Abend erwartet. Sämmtliche Vollmachten hierzu waren bereits eingetroffen. — Bei dem Laudtagsabgeordneten, Herrn Müller-Melchiors in Mainz, fand vorgestern eine Haussuchung statt, über deren Grund und Ergebniß man jedoch noch keine Auskunft zu ertheilen vermag. — Auch in Breslau sind kürzlich mehrere Haussuchungen vor- genvmmen worden. — Dem Vernehmen nach wird der Kurfürst von Hessen in nächster Zeit am Berliner Hofe zum Besuch erwartet. — In den letzteren Tagen soll in Würzburg ein Fall von Kinderblattern vorgekommen sein. — Gegen Ende diejer Woche wirv Prinz Friedrich von Württemberg in Michelstadt im Odenwald erwartet, der die Kallwasser- kur gebrauchen und längere Zeit verweilen wird. Druck und Verlag ver L. Brülli'scken Buck- und Steindruckerei. von 143,952 Gentnern Güter und 84,169 fl. 13 fr. eingenommen. — In Palermo ist ein Schweizer man fand aus der Leiche einen Zettel Soldat erdolcht worden und mit den Worten: „Mazzini's sogleich zahlreiche Verhaftung — Die Auswanderung nach Amerika ist, nachdem die durch den Nachwinter entstandenen Stockungen aufgehört haben, wieder vollkommen im Gang. Namentlich in Mainz ist die Frequenz sehr bedeutend. In Hamburg sind, um die Auswanderer vor Prellereien zu bewahren, verschärfte Maßregeln von Seiten des Staates getroffen gehindert werde» können. __ Die kaiserliche Regierung in Ungarn hat auf die Einbringung des berüchtigten Rebellenanführers Nosza Sandor, sei er toi oder lebendig, eine Belohnung von 1OOOO Gulden C.-M. gesetzt. Nachrichten aus dem Gebiete der Staats- und Volkswirthschaft, mitgetheilt von Otto Hübner. Berlin, den 23. Februar. (Forts.) Es wäre zu bedauern, wenn auch die übrigen, hier nicht zu controlirenden Zahlenverhält- niffe des Berichts mit gleicher Flüchtigkeit gegeben wären, weil sonst dieser an und für stch sehr zu lobende erste Versuch, den Rechen- schasisberichi des Vereins mit möglichst vielen statistischen Daten zu bereicbern, allen Werth verlieren würde. Zweckmäßig würde auch ein Wiederabdruck der in Nr. 1 der Hansa veröffentlichen sehr gut angelegten statistischen Tabelle der über Hamburg gegangenen Auswanderer nach Vaterland und Berussgeschäfien gewesen sein, so wie gewiß auch ein Verzeichniß der Mitglieder des Vereins günstig auf- genommen worden wäre. Sehr vermißt man aber die speciellen Zahlen der auf dem Nachweisungs-Bureau des Hamburger Vereins Rath suchenden Auswanderer, der vorgekommenen Differenzen re., wie ste der Bremer Bericht giebt. — Endlich äußert sich der Hambnr er Bericht sehr ungehalten über die von einem Bremer Staii- Rache." Der General Filangiere ließ „ gen vornehmen und fünf Individuen erschießen, bei denen Waffen vorgefunden wurden. Sobald die Nachricht von „diesen Vorfällen in Neapel angekommen war, wurden alle Sieilianer aus der Stadt verwiesen. Von dieser Maßregel wurden nur einige Individuen durch besondere Begünstigung des Königs ausgenommen. — Der Herzog von Äumale hat seinen Pächtern in Frankreich in Betracht der nicht sehr ergiebigen Erndten der letzten Jahre einen Theil der noch nicht entrichteten Pachtgelder erlassen. __ Die Festlichkeiten, wodurch Belgien am 9. April die Mündigkeit des Kronerben zu feiern sich vorbereitet, schreiten mit niege- fanntem Schwung und Einhelligkeit voran. — Ein Mr. Potter, eben ans Australien zurückgekehrt, wird in Loudon einen Goldklumpen ausstellen, den er „John Bull" getauft hat! Gewicht 45 Pfund 6 Unzen; die Unze 4 Pfd. ©tert, werht. __ Am 1. April Abends ist auf dem Bahnhofe zu Bremen, kurz vor Abgang des Zuges, ein bedeutender Diebstahl verübt worden. Während die Postpakete aus dem vor dem Bahnhöfe haltenden Postwagen nach dem Postwaggon von den Dffieianten hinübergetra- gen wurden, ist der nach Hannover bestimmle Fracht-Postbeutel mit Gontanten zum Belaufe von über 5940 Thlr. fpurlos verschwunden. — Nach der „Sl. Z." ist das Elend in der Gegend von Reichenbach auf einen hohen Grad gestiegen, und i|t gar nicht abzu- fetyen, wie der immer weiter gehende Verfall der schlesischen Baumwol- len-Jndustrie und seine, die Bevölkerung verheerenden Wirkungen worden. , — Auf der pfälzischen Ludwigsbahn wurden tm Monat Marz 39,528 Personen befördert und hiefür, sowie für den Transport 318,920 Gentnern Kohlen, Ufer zuerst in der Deutschen Auswanderer-Zeitung veröffentliche I und, nach erfolgter Prüfung, auch in das vorletzte Referat M Gentral-Vereins übergegangenen Proeentsätze derjenigen PassagiersW, welche zu Klagen Veranlassung gegeben haben. Gewiß mit Unrecht Das Unheil des Bremer Statistikers ist gegründet auf die das gatije Jahr hindurch in mehreren Auswanderungs-Zeitungen abgebrucften '»genannten New-Yorker Schiffslisten, in denen jedes einzelne Schijs, der Gapitain desselben re. aufgeführt und dabei bemerkt wird, in wiefern dasselbe zu Klagen der Passagiere Veranlassung gegeben hcll. Wenn nun gegen diese Urtheile die Eigenthümer oder ErpedieM der Schiffe selbst keine Reelamation erhoben haben, welche dazu dol das erste Jniereffe halten, so war der Bremer Statistiker gewiß fr. recbtigt, diese Listen seinen Aufstellungen zum Grunde zu legen. Der Hamburger Verein kann dagegen um so weniger etwas ennven- ven, als er mehrere Male diese Schiffslisten nebst den Urcheilm Über Klagen rc. selbst durch die Hansa veröffentlicht hat. Sie Unzuverlässigkeit, welche dem New-Yorker Referenten vorgewochn wird, ist wenigstens nach dem in dem Hamburger Berichte »ersuchten Beweise, wonach jener Referent ja alle Schiffe als zu Älajtit Veranlassung gebend hätte bezeichnen müssen, gewiß nicht vorhanden, und es ist immer anzunehmen, daß der New-Yorker Referent sehr wohl die Querelen Einzelner von der allgemeinen Stimme Ur Passagiere zu unterscheiden wisse. Wenn aber im Hamburger Berichte die Aufstellung der Procentsätze als unverständlich dargestelli und eine räthselhafte genannt wird, so kann dies in der Thal nut der Ungeübtheit des Verfassers in statistischen Arbeiten zu Gute gehalten werden, da der Bremer Statistiker den einzig richtigen Weg eingeschlagen hat, um zu einem Resultate darüber zu gelangen, welche Schiffe Ursache zu Klage» gegeben (nicht: wie viel Auswanderer zu Klagen Ursache gehabt) haben, indem er für eint» bestimmten Zeitraum (hier vonr 31. Mai bis 31. October) l» Schiffe der zu vergleichenden Häfen in Betracht zog, und für sed ei Hasen die zu Klagen Veranlassung gebende» aus einen Bruchtp von 100 reducirte. Daß übrigens Hamburger Schiffe so wenig Klagen verursachet als der Bericht es glauben machen möchte, dürste zu bezweifeln fei; denn in der letzten Schiffsliste aus New-Orleans werden »out» beiden einzigen dort angefommenen Hamburger Schiffen (W hiugton und Eopernicus) das erste mit „sehr unzufrieden," das letzi« mit „nicht zufrieden" qnalificirt, und in diesen Tagen ist dein trai-Verern eine sehr heftige Beschwerde über das erstgenannte SA (Washington) zugegangen, die derselbe nicht ermangeln wird « Hamburger Vereine mitzutheilen. Es bedarf wohl keiner Erwähnung, daß bet der öffentlichen w thcilung jener Procentsätze nicht im Entferntesten die WfW«KJ - legen haben konnte, Hamburg auf Kosten Bremens herabzuM, sondern daß damit lediglich gezeigt werden sollte, um wie viel | die Auswanderer thun, wenn sie die D e u t s ch e n Hafen und Hamburg, als wenn sie außerdeutsche Hasen zur StnschiM wählen. Wenn dabei Hamburg um wenige Procente schle. Bremen fortgekommen ist, so mag es stch damit troffen, V dies Verhältniß bei einem andern oder langem Zeiträume , wieder ausgleicht. <, w fiebrigen« hat die Veröffentlichung dieser Procentsatze du q Eentral-Verein auch in anderer Hinsicht ihr GuteS hat »amenttich auch die Holländische Regierung, II betroffen über die Tatsache, daß von den ans > abgegangenen Passagier-Schiffen 54 pEt. zu a3el . Qjet(|! gegeben hatte», durch das Köuigl. Ministerin.» den Ge.ttral^! um Darlegung der Mängel auf den Holländischen' lassen, Damit dieselbe auf deren Beseitigung hinwrrke» k (Schluß folgt.) M 16 Voltaires deutsche Liebe. Novellistisch- Anekdote von Adolph Stern. (Schluß.) „i- MX ®i. »«», "" W'“"' S‘“ Was «icbi es Neues X ” o. „f// bat Se f Hoh. der Großher. — Nach dem "Mainzer Journa g Eisenbahn vor H.T M - W--.N ....... «» ..... , . Bromenade zu Frankfurt die Leich ST «Tä * «■” **"»****•'- Arbeit gestanden hall Wiesbaden, auf welches bei d - Das „H°tel Düringer t W fonntc nicht zug X« »•«"“ ® ®™s >i»-n°°° ’• ™ lachend hinzu. ... Rachegedanken mit denen er Drei Monate nachher wurde ^^^rdiener hat stch über X TwK m "'N" »*- *•"** .«.. -*• $'h"* “ ”* - ':$*-« *« -■* wollen Sie andern 2^n Liebesschwüren zu halten hat. man doch, was man von Ihren '” ’ ctr große Friedrich gleichfalls „Die Aebtissrn hat Recht, fugre a Weinau-tionen im Rheingau werden gegenwär^ aus., LES V-rsocgung r« sukLci. Gcfängniß - D-- W i« d« W Cassel entsprungene D. Arbeiterstandes, heraus. „die Reform" zum Schutze d kürzlich in New-F> - Zn eben dieser "R-f°nn" tman.^datz^ gRonf ein Arbeiterbanket zu Ehren W' ch st Jnermüt)eten Kämpfer Weitling dem Helden des 5^8, ' „ sffliUid)r t>et t, Volkes" -inen Chrcndegen uberre ch^, f$erfamm(ung ber C, ...........................----- LL»'X"7. '«»> *«"■"311,1,1 8" - W-U-- ®l< •>" ®,n,»*u"9' I in „„ich.». -»- w» '“'’m «"» ® — Die Ruhr-Siegbahn wird erbaut werden. j qIö ' c.v-1 hnt kine faum aus den Wochen - Z-, b» Wt.I--ch.l- d-' « stch standene Frau in ernem Anfall v 1 Minder ertra. ihrer Kinder in den Wiesenfluß 6 M - wurde' g-rett die Mutter blreb an ernem Str ch h ^^^ffel-Ausfuhrer — Cs finden gegenwärtig w e st Gentner wirt' der bayerischen Pfalz nach England statt. Der L anderthalb dulden bezahlt. Mitgliedern der eh em - Den in München lebenden Mr g morden, dai deutsch-katholischen Gemeinde ist 3 8 cinetu Gei' L»och einmal eingesegnet worden. die Hand küssend. Noltaire" drängt- das Mädchen, der „Kommen Sie Herr von Voltar , unb welche die die Liebkosungen des Kammerherrn l stg > Voltaire den Ducaten und sagte: „ V*- «“»•*" i“! tete di- boshafte Antwort Kahn schaukelte auf Die Fahrt ging herrlich von statten' ’ nHUbe mit „ „ dem Wasser, Voltaire schwebte m üebm H.m Aschaffenburg jedem Momente kühner. Als er aber sei - rerzerchnet. chlag-n wollte, hielt es Alfred von Rostowitz an der 6"', z y !_ Am _ . ................. *Ä X' M »««“« 1","‘ den Rand hinaus um die Schl st » (inen derben war der Lieutenant ebenfalls aus dem Kayn^g Ip den Kammerherrn das erstemal ung ckl ' ^n Voltaire genperrücke, di- er rn d-^tluchte der falsche von Neuem versank. Oh«. 'stch» ' über Besudelten mll X hatten, welche meine Braut ist. — * “Ä ***. -äs ä Ä ÄVS "ch W Ä-J *' M den ließ er stch beim Könige m-ld-n - jtottig Bei diesem befand ,rch $ n fitnjinuui hiervon der Liebe und den Planen de Monarchen über diesen Streich richtet hatte. Anfangs war von rootltn nachdem aber hatte die Stirne zwar sehr rn galten 8 . 'unb eine Civilstelle, -r doch nachz-g-ben und ,elne C U g g Voltaire. - ‘Xi SltÄ “B‘ feine MW« 32 vor- erstandenen Druck und Berlag d« G. D. Brüdlsschen Buch- und Steindruckerei.' handelspoliti- einer großen Nummer der Am letzten Sonntage fand eine eigene Wette in Paris Statt. Ein Junge hatte um 150 Fr. gewettet, Paris in acht Stunden zweimal zu umlaufen, wenn man ihm bei seinen Seine-Uebergän- gen einen Nachen bereit halte. Er gewann, und mit Glanz; denn er brauchte nicht ganz sieben Stunde». ^ie Augsburger petitioniren um Einführung Die in 12000 Eremplaren abgezogene ersie r die unterdrückte Berliner „Uhrwähler-Zeitung" ............ lolkszettung" wurde confiscirt und soll der Verleger Franz Dunker chaftet sein. — Die Nachrichten über die Leipziger Messe entsprechen den guten Öffnungen "Der Geschäftswelt, welche biefe ans ben en Feststellungen gezogen hatte. Nachrichten us dem Gebiete der Staats - und Volkswirtbschast, mitgetheilt von Otto Hübner. Berlin, den 23. Februar. (Schluß.) Als Geschenke die Bibliothek des Vereins sind eingegangen: ) Uebcr Brasilianische Zustände der Gegenwart mit Bezug auf die Deutsche Auswanderung nach Brasilien, von S. G Kerst Berlin bei Veit u. Comp. 1853. Eine Schrift, hervorgerufen durch die maßlosen Lobhudeleien Brasilianischen Zustände, welche namentlich von einem Brauschen Professor Dr. Gade in einer Broschüre ausgestreut n. Die K-rst'sche Schrift giebt eine Reihe der interessantesten fachen und gewährt die Ueberzeugung, daß der Verfasser, der ~ man mehrere Inhaber brauner Hüte (wahrscheinlich s. g. Kalabreser) auf der Straße verwarnt. — Bei Bamberg versuchte neulich ein großer starker Bursche Ml einem blutjungen Handwerksburschen einen Raubmord. Der Raub (ungefähr ein Gulden) gelang, der Mord nicht, da glücklicher- weise er arg^nllsthanbelte unb bann in s 28aster geworfene Strümps- wirkergeselle sich an einer Weide festhalten konnte. Die Polizei ertappte bald den Thäter im Wirthshause. Derselbe war auf dem Vlege aus dem Zuchthause und kehrt jetzt direct dahin zurück. — Wie es scheint besorgte man letzter Tage in Freiburg in der Schweiz einen Putschversuch. Die Bürgerwehr war unter Waffen. . T" J^nJ Vormittags 10 Uhr, wurde in Moskau das große kaiserliche Theater — vielleicht das größte und schönste in Europa — ein Raub der Flammen. Wie das Feuer ausgebrochen, R noch nicht ermittelt. Dem Kaiser wurde sogleich durch elektrischen Telegraphen dieses traurige Ereigniß nach Petersburg mitgetheilt; lerne Antwort nach zehn Minuten war: „Schonet die Nachbarshäuser und das Leben der Menschen." Der Schaden ist nicht zu berechnen, und Moskau hat eine seiner ersten Zierden verloren. -.77 Ääifertn dürfte, da die vorigjährige Cur in Schlangenbad bei I. M. die besten Folgen hatte, diesen Sommer ibermals jenen romantischen Badeort besuchen. In Köln soll ein Jesuitenkloster errichtet werden. — In Oldenburg trieben schon seit längerer Zeit eine Anzahl .ehrlmge bei Kaufleuten das saubere Handwerk des Uebergreifens n fremde Kasien. Abends wurde, unter Zuziehung von jungen । au8 bfllt mi,ttcrcu Bürgerstand, gezecht und gejubelt, bis idlrch die Polizei der Sache auf die Spur kam. Viele Familien nd in Betrübniß versetzt. — Auf dem nächsten deutsch - österr. Eisenbahneongrefse soll der trag gestellt werden, auch die Waggons letzter Classe mit qepol- :ten Sitzen zu versehen. - Aus Edinburgh werden viele Zinkhäuser nach Australien lchifft. Sie sollen sich in jeder Weise besser bewahren, als die rnen. - 3n Paris wurden viele der democratischen Partei angehören- Personen verhaftet. Nach dem Geschäfts-Berichte erhielt Herr Direetor Kerst das f Zugrundelegung des oben erwähnten Berichts des r T • r 5Protiini Rio grande do Sul einen Vortrag en- Re Colonisation in Brasilien zu halten. Derselbe stellte aleick- Ms das Verderbliche des gegenwärtigen Colonisations-Systems in BraPien dar, hob dabei auch die ungünstige Lage hervor, in welche d e Auswanderer gerathcn, welche sich durch den Agenten Kl-udqen in Hamburg für die Colonie Santa Cruz anwerben lassen, und kam gleichfalls zu dem Resultat, daß, so beklagenswerth es auch bei den günstigen Eigenschaften Süd-Brasiliens für eine starke Ansiede- '""u Rjh s° lange vor der Auswanderung nach anderen Punkten Biasillens, als nach San Leopolds, Dona Francisca und Blum-nau nachdrücklich warnen müsse, als nicht ein anderes System in Brasilien angenommen werde. früher selbst längere Zeit in Brasilien lebte, bis auf die neue Zeit fthr genau die dortigen Zustände verfolgt hat. Sie ist jeden der nach Brasilien auswandern will, sehr zu empfehlen 2) Die Vereinigten Staaten von Nordamerika im Jahre 1852 Kiel, in der Akademischen Buchhandlung. 1853 Das kleine Werk bildet den Vorläufer zu einem größeren geographisch-statistischen, welches der in der Union lebende Verfasser herauszugeben beabsichtigt, und enthält in gedrängter Kürze und zweckmäßig angeordnet das Nolhwcndigste auf diesem Felde, was der geb, dete nach Nord-Amerika Auswandernde zu wissen nöthig hat 3) Atlantische Studien von in Amerika lebenden Deutschen Erstes Heft. Göttingen, bei G. H. Wiegand. 1853. ' ' Das erste Heft eines periodisch erscheinenden Werkes zur Kennt- mß von Amerika. Der Inhalt ist äußerst interessant und beL K ft*8 Or-ginalbriefen dort lebender Deutschen, welche die ver- schtedensten Verhältnisse besprechen, theilS aus besonders charakteri- ^s der Nord-Amerikanischen Tagespresse' Das Werk verdient einen recht weiten Leserkreis und wird nameut- oT”' übertriebenen Vorstellungen von den eldorado- hnllchen Zustanden, welche Viele mit dem Begriffe „Amerika" verbinden, einigermaßen herabzustimmen. 4) Des Auswanderers Schutz diesseits und jenseits des Oceans Hamburg bei Berendson, 1853' , , ,®*n ®cr!' bas viel guten Willen und auch tüchtigen Flein e undet, indeß doch nicht überall in dem richtigen Maße gehalten "^cht befriedigen wird. Auch haben dem gelegen “6craH blc besten und vollständigsten Quellen 2tn den Vortrag des Herrn Kerst schloß sich eine länger- Dis- cu,gon, in welcher von der Versammlung aus namentlich der Vorschlag gemacht und bekrochen wurde, ob nicht vor den Anwerbungen des re. Kleudgen öffentlich zu warnen sei. DaS Resultat der Debatte war indeß, daß nun der Person des re. Kleudgen offenbar zu viel Bedeutung beilege, sein Unternehmen von vorn herein sehr wenig Anklang gefunden habe, und daher wohl von selbst, zumal bei den hohen Passagesätzen, die die Auswanderer zahlen müßten, keine erheblichen Folgen haben werde. Der Vorsitzende erklärte, daß der Verwaltungsrath sich seinen Entschluß vorbehalte. Die Sitzung war sehr zahlreich, auch diesmal wieder von Damen besucht. M i s c e l l e. JK 17. Beilage. Steckeiburger's Reise nach Fondon. Von C. Spindler. Die aus Deutschlands Neichskrone gefallene Perl, die uralt berühmte Sradt Straßburg ist der Schauplatz dieser Erzählung. 3a einem der ältesten Stadtcheile, in dem sogen. Brand -am-End hat stch die Handlung entsponnen, und zwar vor beiläufig fiebenzig Zähren, eins minder oder mehr. — Das Brand-am - End ist eine finstere Slraße, durchschneidend bas Gassenlabyrinth hinter dem Baarfüßerplatz, dem jetzigen großen Paradeplatz. Eine ihrer Häuserreihen lehnt sich an den ehemaligen Gerbergraben. Zur Zeit, da sich die vorliegende Geschichte zn- llug, befand sich in einem der ansehnlichsten Gebäude jener Reihe ein Spezereiladen, dunkler als die Straße selbst, vollgestopft mit Maaren jeglicher Gattung, durchzogen von Gerüchen jeglicher Art. Zn der Mirlagsstunde brannte eine Laterne darinnen; in den Abend- jtnnden wurde die zweite angezündet. Das Lavenstübcheii war etwas freundlicher; es standen Blumentöpfe auf den Fensterbrettern. Die beiden Gemächer über dem Laden, gegen die Straße zu, waren die unangenehmsten im Hause, und dennoch waren ihre Fenster oft belagert von fthnsüchtigen Blicken. Zwei lebensinstige Jungfern arbeiteten dort, und sangen und plauderten, und kokettirten, und hätten für's Leben gern ein Haus in einer offnen und lichten Straße be- tvohnt, um noch mehr gesehen zu werden und noch lustiger schwatzen ni können. In dem Laden waltete indessen ein Lehrling, und bttirte mit liebekrankem Herzen seine Gewürze. In der Küche hinter >em Gewölbe verkehrte gleichmüihig und einförmig die Fran vom Hause. — In dem Ladenstübchen saß, rechnend, zählend unc corre- pondirend, Herr Steckelburger, der Kaufmann, und plagte sich, renn er genug geschrieben, gezählt und gerechnet, mit finstern Sor- zcn. Und eines Nachmittags, während die Magd die Schüsseln kes^Alittagsmahls reinigte, trat zum Kaufmann die Hausfrau, die llasseetaffe in der Hand. Sie setzte sich, behaglich schlürfend, in len Sessel am Ofen, schaute ihren Mann mit freundlicher Besorgniß ’n, und fragte ihn: „Jetzo, Steckelburger, wirv Er mir sage», was Er auf dem Herzen hat?" Der Hausherr antwortete: „Sei gescheidt, Ehristiane, und iriwwelir mir nicht. Was werde ich haben? Kummer bade ich bei Tag und Nacht." " ----- Q.- VI 4A-/VII f UHU IVIJ VUl LlllUlVL pater Laune gewesen, hab' die Unruhe und allen Rumor gehaßt 11111 'h.-.a rt-r .rt . . — . . , . ’ , Johann Daniel. «Das merke ich;" versetzte Christiane: „bei Tage mault der Herr, und Nachts läßt er mich nicht schlafen vor Husten, Stöhnen, Seufzen und Räuspern. Was ist denn die Ursach' von dem Lebes- Mg, den er im Haus macht?" steckelburger faßte auf solches Zureden einen Entschluß; den, ,u neben. Anch führte er denselben alsobald auS. „Wir sind lktzo drei und zwanzig Jahre verheirathet, und ich bin immer Me das Feuer. Du weißt, Christiane, der Frieden geht mir über ües. Ich hätw in meiner Jugend von Straßburg verreisen kvn- !ltl! uach Belfort oder nach Nanzig, und hätt's meinetwegen dort (ifer gefunden, als hier; ich hätte noch weiter laufen können, wie Ulein ^nutzer, der Koch, der jetzo kocht, wer weiß, wo? Ich hält' meinen Handel in'8 Große treiben und des BaterS Hansdeniiel ') aliungeschäft übernehmen können, und allerlei weiter meinetwegen. hab's aber nicht gelhan; warum? Ich hab' nicht wollen aus er Ruhe kommen, denn ein Straßburger gehört eigentlich aus Straßburg, und wer im Brand-am-End zur Welt gekommen ist, soll mir in der Gaffe bleiben und stch ernähren, wie sein Baler sich ernährt hat, und wenn ich Dich, liebe Christiane, nicht meinetwegen im Nachbarhaus erlustet ’) hätte, würde ich Dich — potz Herkules — nicht zur Hochzeiterin erwählt haben. Warum? Ich verabscheue das Hin- und Hergaukeln. Und so bin ich zufrieden gewesen und geblieben, und die Sorgen Pfetzen mich erst seit dem letzten Sonntag." „Welche Sorgen? Sinh wir nicht allzumal gesund und ohne Bresten?" fragte Christiane, ihre Tasse leerend: „Geht nicht der Laden gut, unc haben wir nicht was Schönes erspart wovon noch kein Mensch weiß?" Sie stand auf, und rief in die Küche hinaus: „Bärbel! vergeßt nicht, den Anken auszulassen! Ich komme daun grad." — Sodann, sich vertraulich neben dem Mann nieverlassend, dutzte sie ihn, da sie wohl wußte, daß er diesem Beweis von Zärtlichkeit nicht widerstehen würde. „Nun fang' an zu beichten, mein herzgebobbelles Schäfel; red' von der Brust weg, lieber Tobias!" Der liebe Tobias seufzte, schnupfte, schob die Verrücke hin und her, und brach in die Worte ans: „Die Kinder, die Kinder machen mir schwere Sorgen. Ich rede nicht von dem Schangbattist, obschon Du den Buben — verzärtelst und verziehst ". . . ." „Ebenzurnehr! ei so schlag! 3)" fuhr die Frau auf: „Wer das Schangele verzieht, das ist Er selber, Steckelburger. Wenn's Ihm nach ginge, lieg Er den Buben gaisen und gurnpen den ganzen Tag." „'S ist nicht wahr, Christiane. Du lügst; möchtest gern auS dem Kerl ein Annebadätscherle 4) machen. Das männliche Geschlecht will aber nicht in Baumwolle gewickelt sein; es muß Courage bekommen, springen über Hecken und Geleis, eine Wanderschaft durch die Welt antreten . . ." Ach, hör' Er doch nur auf mit seinen Schneckentänzen 5)! Wie hat Er's denn gemacht? hat Er die Welt gesehen? ist Er auf Wanderschaft gewesen? Wie sieht's ans mit Seiner Courage? — Pack' Er lieber aus, was er von den Mädeln zu reden hat, weil's denn doch das Schangele nicht angehen soll." (Fortsetzung folgt.) *) Ergattert, aufgespürt. 2) Schmalz. 3) „Wahrhaftig? ei wa«!" (manchmal auch: warum nicht gar! oder: ebensogut.) 4) Weichling. 5) Thorheiteu; auch Umschweife. Was giebt es Neues? —■ Die erste Sitzung (des 2. Quartals) der Darmstädter As- sisen wurde dadurch unterbrechen, daß ein wegen Meineids auf der Anklagebank sitzendes Mädchen die Krämpfe bekant und weggebracht werden mußte. — Der Reise Sr. k. H. des Kurfürsten von Heffen nach Berlin wurden politische Motive, ja selbst eine Miuistererisis unterlegt, doch sollen lediglich Familienangelegenheiten die Veranlassung sein. — Der entlassene Direetor Gräfe aus Cassel soll in der Schweiz ein Unterkommen gefunden haben. — Der Prediger der deutschkaiholischen Gemeinde in Offenbach wird nach Amerika auswandern. — In einer vertraulichen Sitzung der kurbess. zweiten Kammer wurde die Proposttion der Regierung ein Anlehen von 1,200,000 Thlr. zu machen, abgelehnt, dagegen ein Antrag auf Emittirnug von Cassascheinen in gleichem Betrag gutgeheißen, selbst überlassen bleibt, herabzusetzen, sondern auch die Richt!.,kei! einiger der aufgestellten Bemängelungen speciell anzugressem Aus. fallenderweise aber sind diese Angriffe so ausgefallen, daß ,ic nicht „ur die diesseitigen Ausstellungen auf das Eclatauteste rechtfertigen, sondern sogar die Zahl der durch diese gerügten Unrichtigkeiten durch neue vermehren. Von den Letzteren sind bereits mehrere in Nr. 12 der „Nachrichten aus dem Gebiete der Staats- und Volkswirth- schaft" von Orto Hübner durch die Redaction desselben Blatte; aufgezählt worden. Außerdem bedürfen noch einige Punkte einn besonder» Erwiderung. Es war gerügt worden, daß in der vom Rechenschasts-BeiM des Hamburger Vereins S. 25 gegebenen Tabelle die Ziffern te, aus de» einzelne» Länder», England, Schottland und Irland a.i- gewanderten Personen falsch seien. Die „Abfertigung" will W widerlege», indem sie anführt, die Ziffern seien aus dem Bericht d, Englischen Colonial-Land- und Auswanderungs-CommisMn an W Parlament entnommen. Nun ist es aber Jedermann bekannt, n mit den stets auch an den hiesigen Central-Verem gelangend,» ■ Reports of the Colonial-Land- and Emigrations-Commissioners einigermaßen Bescheid weiß, daß dort diese 3tftem tui! aanr andere Bedeutung haben, als der Hamburger Bim ihnen beigelegt hat! Die in dem Englischen Berichte gege« Listen weisen nämlich diejenigen Passagiere, ohne Ruck i»! auf ihr Vaterland, nach, welche sich in den Hafen Gretz- britanniens und Irlands auf solchen Schissen n - geschifft haben, die unter den Passengers-Act fall , Es werden sonach einerseits di- vielen Tausend ^rlander weit über Liverpool auswandern, unter England gezahlt weil nck diejenige» Schiff-, w-lche di- Ueberfahrt aus den Irischen # fen nach Liverpool vermitteln, wohl aber d.esemgen, welche die o scheu Auswanderer von Liverpool nach den transatlantischen . - weiter bringen, dem Passengers-Act unterworfen Md. I » s-its werden auch Englische Auswanderer d,e lij j« scheu Hafen auf Passagier-Schiffen unmittelbar nach transati.r tischen Ländern einschiffen, unter Irland gezahlt. Daher kommt -S denn auch, daß z. B. bei der unter M land" aegebenen Ziffer alle diejenigen Deutschen mitgezahlt M w?che von Hmnburg über Liverpool auswandern, und es haü , afwifi nicht im Sinne des Hamburger Rechenschafts-Veilchts ge e.p die^D "ursch'"« Auswanderer in einer statistischen Zu,amm..v hing mitzuzählen, welche eben, nur d.e Auswanderung aus d vereinigten Königreiche Großbritannien und ; N sollte! Gewiß war es diesseits eine viel mildere Beurthe u g . in dem Hamburger Rechenschafts-Bericht- uur ei» Ziffern, als die Unkenntniß dieser sedem Statistiker bekannten hältnisse vorausgesetzt wurde. Die „Abfertigung" rügt die diesseitige Bemerkung. ay Hamburger Rechenschafts-Berichte die Zahl der .u N J wohnenden Deutschen mit 4,397,763 offenbar J'Vj geben sei. Sie erwähnt zugleich den °"ülichen Nord, n > Census-Vericht und meint, dieser scheine hier Nun aber stützt sich gerade dl- d l e s, e l t l gsc B e m k l g ' diesen amtlichen C-nsusb-rlcht, Hamburger Vereins so wenig rechti-rtlgt, daß di se i . nur durch die Annahme, der HamburgerVeremhabdiev^^ Hansa angeführte zweite Quelle, nämlich: d.e A°"ß rung Redners in dem R e p rase nt a n t e n-H a u se d e r V ten Staaten, ohne Vergleich mit dem Census benutzt. (Fortsetzung folgt.) Nachrichten aus dem Gediete der Staats- und Voltswiithschaft, mitgetheilt von «Otte Hübner. Berlin, den 23. März. Die heutige öffentliche Sitzung des Ceiltral-Vereins für die Deutsche Auswanderungs- und Colonisations-Angelegenheit wurde von dem Vorsitzenden, R-g.-Rath Dr. Gaebler, mit dem gewöhnlichen Monats- Berichte eröffnet. Di- in der letzten öffentlichen Sitzung vorgetra- aene Verurtheilung des Jahres-Berlchts des Hamburger Vereins rum Schutz der Auswanderer hat in der Wandsbecker AuSwanderungs- 3eitunq (Hansa) eine sogenannte „Abfertigung" hervorgerufen, welche mit bedauerlicher Leidenschaftlichkeit geschrieben ist. D.e diesieitige B-urtheilung hatte unter bereitwilliger Anerkennung des Strebens nach statistischer Reichhaltigkeit, freimüthig einige der Fehler hervor- aehoben, welche die Hamburger Arbeit beeinträchtigen. Anstatt nun diese Berichtigungen, welche eine sachverstand.ge Prüfung sofort als wohlbegründet ergeben mußte, dankbar anzuer- kennen, versucht es die „Abfertigung" nicht nur die diesseitige B-urtheilung in einem Tone, dessen Würdigung am Besten dem Leser--.—- ---------------------- $ru(f und Verlag der G. D. Brübl'scken Buck- und Smndruckem. — Bei Kandern wurde an einem der letzten Abende sine feu- riae hellglänzende Kugel von der Größe der vollen Mondessche.be beobachtest di- blitzschn-ll in de» östlichen W°lkenmass-n v^wand. Die ganze Gegend war momentan wie am Tage eihell und es gerade, als ob der Mond zur Erde niedersturzen wollte. — Dieser Tage ist in dem nahen Heddernheim ein Spezereiladen mittelst Eindrücken eines Stückes Riegelwand, geleert worden. An Geld fand der Dieb nur wenige Gulden vor. Bessere Beuw machte einer seiner säubern Collegen in Hanau, der sich auch -.neu L-pezerel- laden ausersah und circa 3 LouiSd'or nut fort nahm. — Der Centralverein für deutsche Auswanderung in Berit wähnt eine auffallende Thatsache. „Cs mehren sich bei der deutschen Gesellschaft in New-York die Gesuche um Geldunterstutzungen, damit die Bittsteller wieder nach Deutschland zurückkehren onnen. Diese Bittsteller wissen recht gut, welch hartes Loos ihtien, wenn |te ebne alle Mittel in Deutschland wieder ankommen, bevorsteht; aber imn Aufenthalte in Amerika vor." Der Verein warnt nachdrücklich vor den Verlockungen von Winkelagenten. _ Im Königreiche Sachsen erhall derjenige, welcher geh-tine Waffen- und Munitions-Vorräthe anzeigt 500 Thaler. — In Colmar brachte eine Frau im Zorne (!) ihre 3 Kinder um Sie lieh sich dazu eigens ein Metzgersmesser. — Der GeneM PP. Jesuiten, P. Rothaan, befindet sich wohl besser doch soll eine gänzliche Wiederherstellung nicht anzunehmen sein. ' Der von ihm ernannte Stellvertreter ist kein Deutsche., son- dern^em «Lh l^iner telegraphischen Depesche hat das niederländische Ministerium in der Sitzung der Generalstaaten aus Interpellationen, bezüglich der römischen Hierarchie, erklärt, der G-sandte^werde m Rom gegen die päbstlichen Anordnungen remonstriren und, wenn er nicht Gehör fände, abreisen. . , — In einer der letzten Nächte wurden in Paris wieder viele Verhaftungen vorgenommen, angeblich wegen Verthe.lung von Manifesten der Londoner Flüchtlinge. _ — Nach Berichten aus Newyork ist die Besitzergre.fung von San Juan di Nicaragua auf Betreiben des englischen Consuls eifolgt. __ Das Gefängniß in Charlestown ist in Flammen ausgegangen und kamen 8 Sträflinge dabei um's Leben. Richtigkeit fen. Auf: h sie nicht sie retbI: n Unri ch- Der „91 ad): k s wirth- en Blatte? unkte einet fts-Beridte Ziffern Mt iilanb au?: will die? Bericht der ton an W ■fannt, bit gelangend nmissioners i fern eint :rger Mein i e gegebenen Rücksicht en Grstz- ffen ein; iCt falten1 feer, welte weil nicht Frischen # lche die Jö hm Sänket ). Audem t einem U i tranäatl# unter „E"? tgezähll ftnb, es hat * ichts gelegt Utsammenßch ng aus del land g'd» icilung, thum in de» kannten : daß in * Nordamnii« u hoch «nge anierihiiiif^1 fannt ju f(il erkung "" Angabe W ße überbaut ic kie r»i'11 rtttig ei tu r Vereint! utzt. termännev im Sinn 1" . « — „Einmal!") ich qtaub's wohl. Supersetn^ von bester Qualität. Den Mittwochsprekiger Hekkäns von St.^homas, unk ken Gegenschreiber Hauptvogel vom Pfenmngthurm ). ° , sagst ku nun, Alte? Was wiest Du erst tagen wen ich ktp sage was kie Rennthiere, unsere Töchter, getagt haben, als ich Ihnen von ken Herrn sagte? Der Hauptvogel ist ftukirt, unk Junggesell, hat Gelk unk Ansehen, unk ein trutziges Gemuth, s° 8"°^ ww kie Aelteste; kvunt würd' er ihr wohl anstehen, unk dock will ste ibn nick - Der Hedkäus ist ein sanfter Herr, Magister, unk Lg^zum Pastor bato. Er sitzt nicht nackt und bloß, iMk ist ein Wittwer ohne Kinder; — kurz Einer wie geboren für das ©ähnele. Item: es will ihn auch nicht. Ist das nicht zum k.r- _ Obo was schnackst D", Alte? Es freut mich von den «L. >»„ HM* »«'" ®m »r •*'*5$ L7-« Ä wn~r »»«n®..«,,,.. u j ..... ft sw an den Armen fest hielt: „Grafen sagst Du . Dffldrrei Potz Fahnebibbel! 8) Potz Standarten und kein Ende !-- ' Jhr'wlßt doch Alles, ihr Weibsleute. Woher wettzt Du aber, skage zwazzel^?" wa @r mir fln; aber bie Mädeln haben Recht, ^cr Magister kann heucheln und schmeicheln, den Katzen> st«tchen at f und ab ist jedoch ein verlogener Duckmäuser. Und d , = Gevatter' vom Pfenningthurm, der nngattige Wustel von sNnfzt.g Jahren, was will der Grobian nut dem Süsel? die hatten tu t elften Woche schon ihr Garn verzwirbelt und verhudelt. C h mir an, daß der Mollekopf unser Bübel ans der Taufe gehoben hat! Nein, nein, sie sind gescheidt, die Tochttr. P°! da war doch der Argopast ein anaer Manuel für die Jüngste unk ker Riff-l ein besserer Hochzeiter für kas Süsel gewesen." 1) „Ium BcifxieW' 2) Haube der tzhetrau. 3) C’est cela ! 4) „Das will ich meinen.“ d, Städtisches Rentamt. Steckeiburger's Reise nach London. Von C. Spind ler. (Fortsetzung.) Steckeiburger hatte sich gravitätisch aufgerichtet und sagteebenso. Wer an meiner Herzhaftigkeit zweifelt, beleidigt unk astton- tirt mich Sie kann mich aber nicht beleidigen, Steckelburgenn. . . T°». f«l: .'S ifl s«.» i». Xir ni*t kleine. Ich möchte nur wissen, von wem die Raben, $ "h i fPihinen Stolt haben? Von mir allein nickt, gesetzterweis ). i-***"" l««w- an.= intt aber da hcranskommen, he?" , ® _ Das weiß ich eben.nicht, Christiane, und das macht nur w Sie sollen und müssen heirathen fporenftracE^. Mir an1,1 sagte hierauf die Mutter: „Kann ich i , ' ,n i,WM> «” *■2“ L1LÄL verdorben und Madamen aus ihnen gemacht. S g « S WM «* “■ Z« ' „Säßla ! 3) Darum sollen sie unverweilt heirathen, Christiane, ehe der böse Gottbehuteuns sein Spiel treibt." — _ 9 „Gut gegeben! aber wen heirathen, hast Du ein Paar Loch- trh 2" ' Will Er mich loslassen? Woher? von wem? He?wmn .ch'S meinetwegen hatte? Der Bub ist ein Distler und Spikkluer und hat keine Heimlichkeit vor mir. So hat er nur Won kor W™ gesteckt, daß.....? (5°r,fl W ) -m Spottname der Etr-kburg-r von den »lstffer, 6ine Was giebt es Neues? — Am 1. Mai wird die in Frankfurt stehende ff. öfterr. Be satzung durch Ablösung von Mainz gewechfelt. In einer Pfälzer Zuckerfabrik fiel vor einigen Tagen et Arbeiter in eine große Pfanne mit kochendem Zucker. Eist ander TaaeL gab er ken Geist auf. , , ' L Die preuß. 2. Kammer hat die Regierungsvorlage, bei Minister des Innern das Verbot auswärtiger Druckschriften gesta m.w.. - bürg und umgekehrt beginnen definitiv am 1. -Wat. !6 — An btt Börse zu Frankfurt a. M. würben bie Actien ber )armstäbter Bank zu 25, 24 X unb 24 pCt. Avance umgesetzt. uSgleicknngsfcheine billiger. — Der Verwalrungsrath ber Darmstäbter Bank ist gebildet aus 'n Herren: PH. Engels, W. Joest, D. Leiben, G. Mevissen, A. Op- mheim, S. Oppenheim, I. vom Rath, L. I. Rautenstrauch unb Wenbelstabl in Cöln, M. v. Bethmann, PH. N. Schmidt, I. Goll 'b B. H. Goldschmidt in Frankfurt, Humann in M a i n;, Brei- nbach, gr. Hess Oberstudienbireclor, Fürst Hohenlohe-Oehringen rd Director Christ. Wie man hört, hat bie Großherzogl. Hessische Regierung bas ahere Mauihhaus zu Offenbach zur Errichtung einer Fruchthalle rgegeben. — In Hochheim beginnen am 8. Mai bie Misstonsprebi'gten ber P. Jesuiten. — Ein in ber Constabler Wache zu Frankfurt a. M. gefangen tzenber (Falschmünzer Völker) versuchte sich bie Pulsadern zu öff- i. Derselbe wollte nach mißlungenem Verbluten den Hungertod ?iden, bis „der beste Koch" gar zu gewaltig mahnte und den Re- enten nach 5 Tagen wieder nach Speise und Trank zu greisen uig. 1 3n München wurde der „Cigarren-Arbeiter-Verein" unb in Anberg die „Geiangsgefcllschaft" von Polizeiwegen ausgelöst. — Eine neue Art falscher Zehn-Gulden-Banknoten ist in Pesth r Vorschein gekommen, die das Eigentbümliche an sich hat, daß ! beiden Columnen links und rechts, deren Schrift so klein ist, i sie selbst ein gutes Auge nur mit Anstrengung zu lesen vermag^ .stutivnäre Sentenzen, Schimpf- und Drohworte gegen die Für- : enthalten. - Wie sehr gefährlich eS ist, in Ungarn Räuber an die Ge- ■ c 511 derraihen, zeigt ein neuester Fall. Ein einsam wohnen- Bauer denuncirke, als er aber folgenden Sonntag mit seiner m aus der Kirche nach Hause kam, findet er seine sechs Kinder ‘ den Cameraden des Verrakhenen aus Rache an einem Balken ■ Stube aufgehängt und todt. - Der neueste „Schwab. Merkur" bringt folgende telegraphische chricht aus der Schweiz: Bern, 22. April. Ein neuer Auf- .'id ist in Freiburg ausgebrochen. Dreihundert Bauern 'r Anführung des Obersten Perrier überraschten die Stadt. Meh- Todte, viele Verwundete, unter Andern Perrier. Alles zusam- zenommen (tout pris) siegte die Regierung. Die Wiener „Presse" berichtet: „Ein Bergwerks-Besitzer in 'istadt Hal zwischen Seiten und Wolkendorf ein reiches Goldla- fgefunden, das nach dem Ausspruch der Bergwerks-Beamten in ithna, wo die eingesandten Proben geschmolzen worden sind, das De in Europa lein soll, ja sogar den californischen an die Seile t zu werden verdiente." Nachrichten ls dem Gebiete ber cht für u Soll ich T vermeidliche rührend, al den Kehrrei ’) Die S« Bank „Welsch ent Degrnk, innen bei iij Nesellschast k eineiner reii ngenen BeÄ 14. ». M, . Cs ifhii it e utjdje er - Sela», : Thatsachtür inercio'1 ;ii $ ein Sd)ijj ii d daß, ner n Wanderer ■» rifiten Ger« len Frölnlff amburg eip, wie diejeiM al Seiein W : r Name!« l u s ro anbtti« rarten »M 11 eb er nem ntracie wenn et alsSoni* t es gelmH Markte «l 5 da een M e LtebhaKW ufnehmen l#i erhalten ieS ,ei rossen itÄ intercetiit W aftlieu * W i denen n«;! ührt wird, S; I sich einntü® s, so wie,;li lült sich tiNp inj Sta. 6tlj aft« - 33eriw t als richtig gedeihlichem ij .chl; dasieW Seite aber R utscher M ngS-SyßeR bet der W NachritMl orten, d ge Coltnit s atlantische» s jnantfint ' ch Carlas M 20. Beilage. ■■■ ! ■.."■E'.L.'BJ! ■ !---------- I- JJF! .. 1 I ! "F '.JISSSSSBSSSBSBSBBBSB'Xl".. ■! .................. Steckelburger's Reise nach London. Von C. Spindler. (Fortsetzung.) Während dieser Unordnung im Erdgeschoß plauderten die Töchter oben ganz harmlos und bauten luftige Schlösser, Paradiese der Phantasie. Der täglich einigemale wiederkehrende Straßentanz des Prince couleur de rose schmeichelte ihnen nicht wenig, doch hatte er keinen tiefen Eindruck aus sie gemacht. Sie bewunderten des Prinzen Manschetten und Diamanten, seinen feinen zartgerötheten Teint, die geschmackvollen Seitenfracks, die er gewöhnlich trug, aber sie vergaßen dabei nicht des Stutzers vornehmes Herkommen und dessen Stand. Ein Fürst und zwei Spezereikrämers Töchter! Ein Mann, der das Heirathen abgeschworen, und zwei Jungfrauen, die geheirathel sein wollten, und trotz ihrer Anlagen zu Liebeleien, einzig und allein die solide Ehe, und die Unbescholtenheit ihres Rufs im Auge hatten! Mit den beiden andern Herren hatten sie freilich eine ganz andere Berechnung vor. Der Kapitän, vom Regiment Elsaß, ein Etelmaun aus der Franche-Comto, reformirter Confession und »ermöglich, wie es heißt, war als Bräutigam erwünscht. Der Jurist aus Kassel, notorisch sehr reich, und einst zu wichtigen Slaatsäm- tern bestimmt, vereinigte nicht minder alle Eigenschaften und Vorzüge, die einem Mädchen angenehm sind. Susanne, die Männliche, bewunderte den Hauptmann St. Amour; Salome, die Zarte, einpfand für den Deutschen. Die Augen hatten sich von ferne gegrüßt; hie und da — auf Spaziergän- gen und in der Kirche — waren auch flüchtige Worte der Höflichkeit und Huldigung geflüstert worden. Der Kapitän hatte sich schon unterstanden, Susanne mit einem in Blumen versteckten Gedichte zu überraschen. Der Student hatte nicht geschrieben, aber doch seine Hand auf's Herz gelegt, zum Himmel geschaut, als zu einem Zeugen feiner Schwüre, und die geküßten Fingerspitzen an- muthig ausgestreckt nach der erröthenden Salome; Susanne trug das Gedicht des Capitäns immer in ihrer Tasche; Salome hätte für’S Men gern, wenn sich's mit Jungfernsittlichkeit vertragen hätte, ihrem Wilhelm den luftigen Kuß zurückgegeben. Eine Annäherung wurde von beiden Paaren sehnlichst erwartet. „Hast du seinen bedeutsamen Augenwink bemerkt?" fragte Susanne mit Stolz: „Ein Franzose ist ein ganz anderer Mann, als ein Deutscher. Die Kühnheit kleidet den Mann. Deutsche verstehen nur grob und ungeschlissen, blöde und ungeschickt zu sein." — Sälm- tben schlug die Augen auf, und entgegnete mit leisem Vorwurf: »Du betrübst mich immer mit Fleiß und unverdient. Ich lasse Dir gerne den welschen ’) Ofsizier, aber verläumde nicht meinen geliebt tm Deutschen. Das deutsche Herz ist standhaft und ehrlich und getreu. Was du ungeschliffen nennst, ist Bewußtsein der Kraft und Furchtlosigkeit. Sie affektiren nicht, sie geben sich, wie sie sind, die Deutschen, und ihre Treue ist nicht umsonst zum Sprichwort geworden." „4m!" warf Susanne naserümpfend hin: „Chacon ä son Kout! Auch der Franzose weiß getreue Liebe zu bewahren, und ^>cht für nichts und wieder nichts heißt der Kapitän St. Amour! Soll ich Dir sein Gedichtichorlesen, fSälmele?" Sie zog vas uns vermeidliche Meisterstück hervor. „Verschone mich!" bat Salome »ührend, aber die Unerbittliche wiederholte ihr zum Tausendstenmale ben Kehrreim der sechszehn Couplets: *) Die Straßburger nannten Bank „Welsche." früherhin ihre französischen Mitbürger durch die ,,Sermens d’amour Durent toujours‘; bis die Schwester aufstand, um der Quäkerin zu entlaufen. Da hielt Susanne sie lächelnd zurück, und fragte: „Wohin, Herzel? Soll ich Dir vielleicht den Brief meines charmanten Erliebhabers, des Riffel, vorlesen? Der ist, meine ich, deutsch und derb und ausgebacken." — „Ich danke;" versetzte Salome: hab' ihn schon dreißigmal gehört. Bei alldem bist Du ein glückliches Geschöpf. Die Leute schreiben Dir. Mir hat noch keine Seele ein Wörtchen geschrieben." — „Po!" sagte Suscheu übermüthig: „ich schenke Dir RiffelS Brief. Ich wollte, ich hätte ihn von seiner Base nicht angenommen. Aber das Weibsbild schwätzt wie ein Galgenpater. Ja, wenn der Riffel nicht ein ungezogener Straßburger wäre! Aber wir haben immer mehr in Feindschaft als im Guten neben einander gelebt. Darum verstehe ich nicht die Unverschämtheit, daß er noch aus der Fremde an mich schreiben mag, obschon ich ihm den Abschied gegeben habe?" — Der arme Mensch verspricht Dir doch in dem Brief alles Gute," meinte die Schwester mitleidig; „er ist sonst brav und hat fein Handwerk recht gelernt, ist schon in Süd und West gewesen, und wird immer bessere Manieren fliegen. Ein hübscher Bursch obendrein, hübscher als der Kapitän, und es wäre schade, wenn er sich zu Heidelberg zu Tode grämte, weil du ihm nicht einmal antwortest." — „Poh!" wiederholte Susanne verächtlich : „Er denkt an's Sterben, der Soeius! Warum nimmst aber Du seine Parthie? Wenn's ihm nicht gefällt, wie ich mit ihm bin, so mag er mir an ein Steckele dazu stecken 2). Aber was geht's Dich an, Sälmel, Willst mir den Kapitän verleiden? Ei Warum guckst Du selber immer nach dem Deutschen, und warum hast Du dem Argobast den Stuhl vor die Thüre gestellt? Der Riffel und der Argobast — ich kehr' die Hand deswegen nicht um. Aber die Jungfer möcht' gern einmal eine Frau Räthin oder Direetorin vorstellen. He? Gerade so ist mir's auch, Herzel: ich möchte auch einmal lieber gnädige Frau Oberistin oder Madame la Generale de St. Amour heißen, als eine Gerberin." „Du hast eine Zunge, wie eine Otter, wie ein Jmmenstachel, wie ein geschliffener Reitersabel;" erwieberte Salome geläufig und aufgeregt; „Was kann ich dafür, daß der Herr von Wilhelm mich gerne sieht, und wahrscheinlich einmal ein Minister oder Stettmei- ster 3) werden muß? Aber den Argobast — ich hab' ihm einen Korb gegeben, wie Du weißt, — laß ich darum doch nicht ver- schimpfiren. Der Daniel ist ein kreuzbraves Gemüth ohne Falsch und ein Bursch wie Milch und Blut, und er kann nichts dafür, daß er nicht zu mir paßt. Er ist mir zu weich und zu gackelich. Ich bin gerade so, wie er: und das taugt im Haushalt nichts. Ich brauche einen schärferen und ernsthaften Mann." (Fortsetzung folgt.) 2) „So mag et sehen, wie er damit auskommt 3) Adeliger Vorstand des Straßburger Raths Ammeister; sein bürgerlicher Kollege Was giebt es Neues? — Von der Darmstädter katholischen Kirche ertönten am 8. d. M. erstmals die feierlichen Klänge der neuen Glocken. Der Hr. Bisckof von Mainz war bei dem erhebenden Acte anwesend und hielt eine fünf Viertelstunden andauernde Predigt. Das Gotteshaus war überfüllt. — Am 9. d. $at sich die Verwaltung der Darmstädter Bank constituirt. — Prinz Friedrich von Hessen, der präsumtive Erbe der kur- fürstl. Würde, soll künftig in Hanau residiren wollen. — S. M. der König von Preußen wird 5 Tage in Wien verweilen. Gleichzeitig treffen dorten II. MM. der Kaiser von Rußland und die Könige von Bayern und Belgien ein. — Die kurhess. 2. Kammer genehmigte, statt der früher beschlossenen Ausgabe neuen Papiergeldes, die Aufnahme eines weiteren Anlehnes von 1,200,000 Thlrn. bei dem Hause Rothschild und Söhne. Ferner wurden erhebliche Ersparungen im Staatshaushalte gutgeheißen.. Die Berathungen über die Verfassungsurkunde beginnen am 10. d. und am 12. treten zehntägige Ferien ein. — München soll nun wirklich durch einen schiffbaren Kanal mit der Donau verbunden werden. Er wird, der Richtung der Isar- folgend, bei Deggendorf münden und demnach Has getreidereiche Niederbayern durchschneiden. — In Dürkheini erschlug eine Dienstmagd bei einer Rauferei einen 22jährigen Taglöhner, mittelst einer Schaufel. Die Mörder rin ist in den Händen der Justiz. — In Mannheim lief bei Nacht und Nebel ein Fuhrknecht in den nicht abgesperrten Stadtgraben und kam im Schlamme jämmerlich um. — In Bayreuth wird nächstens eine Weibsperson wegen dreifachem Giftmord und ein anderes Mädchen wegen doppeltem Kindesmord abgeurtheilt. — Mainz wird nun endlich auch durch Gas erleuchtet. Der Gemeinderath hat mit den HH. Spreng und Sonntag in Mannheim contrahirt. Die Fabrik komnit in das ehemal. kais. Josephi- nenhospital in der Hundsgaffe. — Zur projectirten Main-Fulda-Bahn wird so eben das Terrain von Schweinfurt zur weimar'schen Grenze technisch geprüft. — Auf dem Bodensee schlug vor einigen Tagen ein Kahn um; drei junge Mädchen ertranken, zwei Jünglinge retteten sich. — In Dessau und Umgegend wurden letztere Tage viele Haussuchungen bewerkstelligt. — Die deutsch-katholische Gemeinde in Braunschweig dürfte sich bald auflösen. — Zu Stettin sind am 3. Mai die sämmtlichen Altar-Geräth- schaften, wobei sich ein goldener Abendmahl-Kelch befunden, am Mit- lag, gleich nach beendetem Gottesdienste, aus der Petdikirche gestohlen worden. — Am 1. Mai hat auch das Oldenburgische Militär die deutsche Cocarde abgelegt. — In Oberfranken dürfen Auswanderungsaffichen u. nicht mehr in den Wirthshäusern, Bahnhöfen u. dgl. Orten ausgehängt oder aufgelegt werden. — Man sagt, der König der Belgier wollte für seinen ältesten Sohn um die Hand einer kaiserlich österr. Prinzessin werben. ES wäre dies vermuthlich die 17jährige Tochter des verst. Erzherzogs Joseph. — Für unsere schönen Leserinnen die Notiz, daß die Kaiserin von Rußland der Erbprinzeffin von Altenburg a) ein Silberservice von 6 Gängen zu 100 Personen, b) ein Service von Gold für 25 Personen, c) ein Damast-Tischgedecke für 200 Personen, d) eine Ausstattung von je 12 Dutzend von jedem möglichen Toiletten-, Kleider- und Wäschestück zum Hochzeilsgeschenk gemacht hat. — Eine Nachricht aus Constantinopel spricht von einer entdeckten Verschwörung der alt-türkischen Parthei gegen das Leben des Sultans. — In Lisko (Galizien) bildet ein geheimnißvoller Vorfall das Tagesgespräch. Die Behörde bekam nämlich Wind, daß sich Druck unv Verlag ver G,. D. Br in dem Keller eines dortigen Einwohners mehrere Leichen befänden. Bei der Visitation bestätigte sich dies auch dahin, daß drei weibliche, theils ganz, theils halb in Verwesung übergegangene Leichname auf einem Erdhaufen lagen. Spuren, von Gewaltthätigkeit oder von Hungertod fehlen. Die Untersuchung wird das Geheim- niß lüsten. Nachrichten aus dem Gebiete der Staats- und Volkswirthschast, mitgetheilt von -Otto Hübner. Berlin, den 23. März. (Schluß.) Für Australien wird außerordentlich agitirt, namentlich von der Englischen Presse. Das 'Interesse Englands, Australien möglichst schnell zu bevölkern,' motivirt dies hinreichend. Man darf aber nur auf die Zustände von Kalifornien blicken, um der Ansicht des Central-Vereins beizupflichten, daß die Entdeckung von großen Goldlagern die Verhältnisse der Einwanderer im Allgemeinen keinesweges besser gestaltet. Wenige Einzelne gewinnen, Viele werden unglücklich oder kommen gar im Elend uin. Bei den ungünstigm Verhältnissen, welchen hier noch so Viele von den Deutschen Auswanderern entgegengehen, ist es erfreulich, daß die Aufforderung des Central-Vereins an die weniger bevölkerten Theile des Vaterlandes: einzelne zuverlässige und nicht ganz mittellose Arbeiter-Familie», welche sich in ihrer Heimath nicht ernähren können, anzustedeln, nicht ohne Erfolg geblieben ist. Bereits aus 4 Kreisen der östlichen Provinzen haben sich größere Grundbesitzer durch die betreffenden Landräthe zur Aufnahme solcher Familien bereit erklärt, und es ist nunmehr zu wünschen, daß hiervon die Herren Landräthe in denjenigen Kreisen, wo die Neigung zur Auswanderung besonders hervortritt, zur weiteren Veranlassung Kennt- niß nehmen. Der Central-Verein wird durch sein Büreau die Vermittelung übernehmen. Das Königl. Polizei-Präsidium Hierselbst hat dem Central-Vereine mitgetheilt, daß die beiden Bremer Häuser: F. I. Wichelhausen und Pokranz u. Comp. von dem Herrn Minister für Handel re. die Concesston zur Beförderung von Auswanderern für Preußen erhalten haben. Schließlich ist noch mitzutheilen, daß dem Vernehmen nach die für den Transport der Auswanderer von Bremen nach Bremer- Hafen bestimmten Fahrzeuge künftig durch Dampfschiffe geschleppt werden sollen. Hierdurch würde dem großen Uebelstande, welcher bei schlechter Witterung der Beförderung über Bremen noch anklebt, endlich abgehvlfen werden. Nach dem Vorsitzenden erbat sich Herr Director Kerst daS Wort, um einen Auszug aus den neuesten Brasilianischen Journalen zu geben, so weit dadurch die Auswanderungs- und Colonisations- Frage berührt wird. Die „Warnung" des Central-Vereins, so wie sein „Votum", beide gegen das System der „fünf großen Grundbesitzer" gerichtet, finden sich in jenen Blättern übersetzt und abgedruckt. Schließlich erhielt Herr Dr Heising das Wort zu einem Vortrage über das Verhältniß der Colonieen Englands zum Mutt er lande. Der Redner gab zunächst eine geschichtliche Einleitung, in welcher die Grundsätze der verschiedenen Colonial-Sy- steme bis auf das Wakefield'sche nachgewiesen und durch interessante Vergleiche, namentlich mit den Deutschen Verhältnissen, erläutert wurden. Zum großen Bedauern der Versammlung, welche dem Vortrage mit steigendem Interesse folgte, wurde der Redner durch ein plötzliches Unwohlsein gezwungen, denselben abzubrechen. Derselbe wird in der nächsten öffentlichen Sitzung des Central-Vereins die Fortsetzung geben. Die Sitzung war zahlreich und auch von Damen besucht. di'scken Buch- und Steiiidruckrrei. «Hör' ist nicht w< müssen. E andere, un seiner Slati Riffel käm' er ist halt ein Schuss immer so g gern: aber schen gehän viele Batzen beweist nid find alle Li wohin? A frag den Ge spricht, un seine Famil «Wirs Predigerin: ich bin kro Die s berde war Baptist, der auf der Scj mer loslass Der dceizeh des Schelle malen mit ein Biesel 5’ den, aber i diesen Wort tes Billet „Jst's dem — „Poh!' einer Stun sei für Dö Der j lers Fries» derweise hu die Thür, die leicht V schivind, S herunter in London rei fier gelaufe von Mutzit Du faule Seitenblick ') „Ei» « 2) Hochm 3) Dama' 4) Br um, 5) Zwöl's 6) Gymn befänden, ei weib- te Leich- chätigkeit Geheim- chaft, ralien i Presse, evölkern, Zustände 16 beizu: Verhält- gestaltet. kommen so Viele rfreulich, bevölker- chr ganz nicht er- Bereits Nrundbe- Familien rvon die nr Aus- Kennt- vie Ber- ral-Ver- )elhausen l re. die n crhal- en nach Bremer- ;eschleppt welcher anklebt, rst das Journa- isations- , so wie örundbe- igeDrutft. u einem glands chich-liche nial-Sy- leressante erläutert iem Vor- >urch ein Derselbe eins die Don Da- Jti 21 Beilage. Stecketburger's Reise nach London. Von C> Spindler. (Fortsetzung.) „Hör' aus!" rief Susanne: „Jetzt ist's ein anderlei, und es ist nicht wahr, daß Eheleute einen unterschiedlichen Charakter haben müssen. Ebenzuinehr! Im Äegeniheil: sie müssen sein, eins mie's andere, und darum hab' ich den Kapitän so lieb. Ich könnt' an seiner Statt die Compagnie commandircn meinetwegen: aber mit Riffel kam' ich nicht aus, denn er ist mir in allweg viel zu grob; er ist halt ein Riffel, und dabei ein' Schliffe!." — „Und Du bist ein Schussel;" *) nahm Salome eifrigst das Wort: „Hast nicht immer so geredet; hast ihn gerne gehabt; hast ihn meinetwegen noch gern: aber Dein Kraddel 2) hat sich vergallopirt, und an den Welschen gehängt, von dem man das Nest nicht fennt, und nicht, wie viele Batzen er Hal? Daß ihn der Prinz Mar 3) gern Hal, das beweist nichts. Der Oberst ist ein junger lustiger Herr, und ihm sind alle Leute lieb, ohne daß er fragen will, von wannen und wohin? Aber mein Wilhelm, he? Da frag Die ganze Stadt. Da frag den Gevatter Hauptvogel selber, der doch von Keinem was Gutes spricht, und alle Handelsleute daneben, und Du wirst hören, daß seine Familie und sein Vermögen . . „Wirst Du schweigen, Du Schlange?" unterbrach Susanne die Predigerin: „ich berste vor Galle... ich werde krank vor Zorn ... ich bin kroltenbös!" Die san'te Salome bückte sich ängstlich, denn Susannens Geberde war drohender, als sogar ihre Rede. — Da polterte Jean- Baptist, der hoffnungsvolle Sohn des Hauses herein, den Schullack auf der Schulter, und alsobald eine sogenannte Haber;ais +) im Zimmer loslassend, die gleich einem Schwärmer die Schwestern erschreckte. Der dreizehnjährige Tagdieb trieb sein Spiel wie auf der Gaffe trotz des Schellens seiner Geschwister. Plötzlich rief er zu wiederholten- maien mit dem schalkhaftesten Schülergesicht: „Susel! giebst du mir ein Biesel 5) für das was ich habe? ich bin ein Briefträger geworden, aber unter einem Biesel geb' ich meinen Brief nicht her!„ Bei diesen Worten zeigte er der Aufmerksamwerdenden ein kleines petschir- tes Billet ohne Adresse. — „Ah!" entgegnete Die Ueberraschte: „Ist's Denn wahr? Schangele, machst Du nicht dummes Zeug?" — „Poh!" versetzte der Bube: „hat rnir's nicht der Kapitän vor einer Stunde im Kreuzgang des Kolapn 6) gegeben, und gesagt, es sei für Dich? „für Marnsel Susette," hat er gesagt." Der geforderte Preis und wohl noch darüber flog in des SchiU I lers Friesmütze, und Susche» bemächtigte sich des Billets. Stören- ! derweise hustete draußen Die Maina, rief nach Susanne und öffnete j die Thür. Susanne ließ das Billet zu Boden gleiten und Salome, j die leicht Versöhnliche, trat mit Dem Fuße Darauf. „Geschwind, ge- ‘ schwind, Susel," kreischte Christiane in's Zimmer: „Komm schnell herunter in den Laven. Dein Vater ist nicht wohl, und er muß nach | London reifen .... Der Daniel ist nach dem Arzt unD dem Magi- । fier gelaufen.... ich habe alle Hande voll zu lhun, und der Bot von Mutzig ist da, um Pfeffer uno Zimml. Mach', mach schnell, Du faule Gret'!" Susanne ging inaulenD, mit einem bittenden Seitenblick auf Die Schwester. Christiane Halle inDessen Lttst, sich noch ; mit ihren Kindern abzugeben. „Wie Du ausschaust, Du Loddel." begann sie zum lärmenden Johann: „Die Strümpfe lappelig, die Schuhe schmutzig, das Kamisol verrissen! Pfui, sag' ich. Und die Jungfer Sälmele sitzt da, als wie eine verherte Prinzessin, und rührt sich nicht? Hast Du nicht gehört, daß der Babbe 7) krank ist? Soll ich mein Kreuz ganz allein tragen? Gehst Du her, oder...!" „Ich hör's bis da herauf, wie der Babbe schreit!" warf Jean mit angenommener Aengstlichkeit ein. Hierauf — ihrer Pflicht sich erinnernd — verfchwand Christiane zur Stelle, und Sälmele brachte Der Schwester geheime CorresponDenz in Sicherheit. Die Verlegene glanbte zu träumen, als Johann zu ihr anhob: „Giebst Du mir auch ein Biesel, Sälmel? Ich hab' auch für Dich was Apartes!" — Der Schalk brachte noch ein mit Der Adresse an Salome versehenes Billet ans Der Tasche. — Fluchs war es in Der Schwester Händen; Die Freigebige bedachte Den ungezogenen Boten neben Dem bedungenen Lohn mit einem Kuß, Den Der schmutzige Bubo alSbalD von der Wange wischte, unD Davon sprang um Zwiebelkuchen zu kaufen, unD bei Dem Schmause zu überlegen wie er's anzufaiigen habe, mit beDeutendem Vortheil Die Schwestern an Die Mutter zu verrathen! was er schon einigemal gethan. — Salome riß Das Billet ungeditldig auf, und las eine steife, gespreitzte unD auf tausend Schrauben gestellte Epistel, worinnen Der Herr von Wilhelm von einigen Gefühlen und den schönsten Aussichten in Die Zukunft reDete, und endlich ein Rendez-vouS für den folgenden Tag, und zwar in einem entlegenen Theile Der Ruprechtsau. — Die ungelehrte und unerfahrene Jungfer fand den Brief trotz seines eiskalten Inhalts allerliebst. Er war der erste Liebesbrief, Den sie je erhalten, unD daS BürgermäDchen, gewohnt, Die wichtigste Angelegenheit Des Gatten, kalt berechnend, herzlos unD häufig nur Durch Dritte betrieben zu sehen, freute sich innigst des romantischen Beginnens einer Herzensv rbindung, die zum Altäre führen sollte, wie eine jede andere: jedoch aus Rosen und Myrtheu, unD nicht über widerliche Fraubasenwerbnngen und die schwankenden Schalen Der Gelvwage. Sie las und las, und wurde nicht satt, zu lesen, und schmälte fast ihre Schwester, als diese mit ängstlicher Hast zurückkam und ziemlich ungestüm ihren Brief begehrte. — Wo möglich noch eilfertiger als Salome, brach Susanne ihrer Depesche Si gel, setzte sich vertraulich zur Schwester, und sagte mit zitternder Stimme: „Geh' hilf mir Den Zettel zu lesen. Er ist französisch geschrieben, unD ich verstehe nicht gut welsch." (Fortsetzung folgt.) 7) Papa. _________________ Was göebt es Meues? — Vom 18. auf Den 19., Nachts 1 Uhr, weckte der Fenerrus und das Tönen Der Feuerglocke die Einwohner Der StaDt Gießen aus Dem Schlafe. Cs brannte auf Dem Asterweg in Der Dem Oeconomen Ehr. Jughard in Der Brandgasse gehörigen Scheuer und Stallung. Trotzdem, daß auf Der BranDstelle alle Gebäude, ohne Brandmauer, dicht aneinander hängen und die Flamme Stroh, Heu ic. ergriffen hatte und dieselbe wohl mehrere hundert Fuß Über alle Gebäude hinweg loderte, g lang es dennoch der Thätigkeit der hiesigen Einwohnerschaft, des Feuers Meister zu werden und demselben in kurzer Zeit Einhalt zu thun, und zwar so, Daß selbst Das von Holz gebaute GebäuDe, bei Der immensen Größe und Höhe Der Flamme, nicht j) „Ein Leichtsinn." 2) Hochmuth. 3) Damals Oberst des Regiments „Elsaß." J) Brummtopf. 5) Zwölisousftück (picce.) 6) Gymnasium (Collegium.) I 42 t T>tuck und Verlag ver G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei, Nachrichten aus dem Gebiete der Staats - und Volkswirthschaft, mitgetheilt von -Otto Hübner. Berlin, den 15. April. Die heutige öffentliche Sitzung des Central-Vereins für die Deutsche A u s w a n d e r u n g s - unv Colonisations-Angelegenheit leitete der Vorsitzende, Regierungs-Rath Dr. Gaebler, mit dem gewöhnlichen Geschäfts: beri.rte ein. Der Hamhur. er Verein zum Schutze von Auswanderern hat jeden Zusammenhang mit dem in der letzten Sitzung erwähnten Angriffs-Artikel in der Wandsbecker Auswanderungs-Zei- tung (Hansa) abgelehnt und erklärt, daß die Benutzung des Ver- cinsstegels zur Versendung dieses Artikels unbefugterweise durch einen Boten des Vereins geschehen sei. Der Central-Verein hat dies gleich Anfangs vorausgesetzt und ist wahrhaft erfreut, mit diesem durch einmal ganz abbrannte. Das sich in den Ställen befundene Vieh wurde gerettet und von der Löschmannschaft niemand beschädigt. Wodurch das Feuer entstanden, ist bis jetzt noch nicht ermittelt. — Für ein Billet II. Classe, das 39 st. 23 kr. kostet, kann man dieses Jahr eine herrliche Rundreise machen und Paris, Straßburg, Baden, Carlsruhe, Heidelberg, Darmstadt, Frankfurt, Mainz, Koblenz, Cöln, Aachen, Sättig, Antwerpen, Brüssel, Lille re., besuchen und sich überall einige Tage aufhalten. Bei obiger Summe ist aber natürlich Logis und Nahrung nicht inbegriffen. — Am 17. Mai, Abends, als der von Heidelberg und Mannheim nach Franks, gehende, über 40 Wagen zählende letzte Bahnzug in Zwingenberg ankam, stürzte ein junger Offizier aus Darmftavt auf die Schienen und kam jämmerlich um's Leben. — An vielen Orten richteten dieser Tage schwere Gewitter und Wolkenbrüche unberechenbatea Schaden an. Falkenberg i. d. M.. wurde fast bis an die Dächer der Häuser unter Wasser gesetzt; bei Oos (Baden-Baden) machte am Bahnhof die Plötzlich heranbrausende Fluth die Arbeiten vieler Wochen und Monate zu Schanden; ein im Filsthale gefallener Wolkenbruch hat Taufende in Schrecken und Jammer versetzt; bei Reichenbach ist der Bahndamm auf eine Strecke von 7000 Schuh zerstört, eine Locomotive sammt Führer fehlen, Brücken, Hauier, Scheuern wurden weggeschwetnmt, mehrere hundert Stücke Vieh kamen um, u. s. w., u. s. w. — An mehreren Stellen lag der Hagel 5 Fuß hocv. Bei Mannheim gelang es nur der Anstrengung vieler Menschen, ein unter ein Schiff getriebenes Floß zu lösen und dadurch großen Verlust -zu verhüten. Bei Würzburg schlug der VUtz mehrere Male ein. — In Obermoschel (Pfalz) wurde jüngst ein Jsraelite zum Stadtrath erkoren und dürfte derselbe auch bald Bürgermeister werden — In der Münchener k. Crzgießerei wurden dieser Tage die beiden collossalen Statuen: Gustav Adolph (Duplicat der bei Hel olaud versunkenen) und des Amerikaners Henry (für das Washingloit- Denkmal) auf einmal gegossen. Sie gelangen vorzüglich. __ An den Küsten von Grönland wird bekanntlich die Seehunds- Fischerei großartig betrieben. Kürzlich lief ein Seehund-Fahrer mit 3020 Seehunden in einem Hafen ein und berichtete, daß 15 andere Boote mit zusammen über 60,0 0 0 dieser Thiere unterwegs wären. Die Saison scheint demnach für die „Fischerei" sehr günstig werden zu wollen. — Am bevorstehenden Frohnleichnamsfeste wird in Paris die Prozession wieder die Straßen der Stadt durchziehen. Seit den Zeiten der Restauration unterblieb dies. — Der einzige Deputirte des Nord-Departements im Convente, welcher 1793 gegen die Hinrichtung Ludwigs XVI stimmte, Focke- pey, ist dieser Tage, 95 Jahre alt, in einem Orte bei Lille gestorben seine philanthropische Tendenz so nahe verwandten Vereine das bisherige gute Einvernehmen erhalten zu sehen, wozu von hier aus stets auf das Bereitwilligste die Hand geboten wird. Hiermit erachtet der Ceneral'Vereiu diese Angelegenheit, die eben nur wegen einer etwa möglichen Beiheiligung des Hamburger Vereins Bedeutung haben konnte, als erledigt. In der Sache selbst kann das Urtheil Jedem, welcher der Discussion unbefangen gefolgt ist, ruhig überlassen werden. Die Züge der Auswanderer scheinen sich in diesem Jahre mehr als im vorigen über Havre und Antwerpen zu bewegen, auch scheinen viele Auswanderer die iudirccte Route über England vorzuziehen. Im Interesse der Auswanderer selbst ist dies nur sehr zu beklagen, da die Einrichtungen der Bremer und Hamburger Passageschiffe im Allgemeinen denen der außerveutschen bei Weitem vorzuziehen sind. Die wahrgenommene Erscheinung ist iuveß erklärlich, da die außerdeutschen Erpevienten, da sie weniger für die Passagiere verwenden, ihre Agenten viel höher honorireu können als die Bremer und Hamburger. Diese haben durch die ausgedehnte Fürsorge für die Passagiere weit erheblichere Unkosten zu tragen und sind daher, wenn sie Preis halten wollen, genöchigt, die Provision für die Agenten zu beschränken. Die Auswanderer können nicht dringend genug auf dieses Verhältniß und auf die Vorzüge der di- recteu Einschiffung in Deutschen Häfen aufnierf)am gemacht werden. In Hamburg ist eine Verordnung erschienen, wodurch die Er- pedienten über England (indirecte Passage) einer strengen Conirole unterworfen werden. Diese Verordnung verdient die vollste Anerkennung, und obwohl dagegen auf mancherlei Weile, namentlich durch einige öffentliche Blatter agitirt und eine Modification derselben an: gestrebt wird, so darf man sich doch der Hoffnung hingebett, der Hamburger Senat werde diese Machinationen gebührend zu würdigen wissen und seinen nichtigen Standpunkt fest behaupten. Aus Nord-Amerika wird berichtet, daß für den Staat New-Aork eine weitere Verschärfung der Gesetz- in Betreff der Ertr- wuitderer zu erwarten stehe. Es wäre zu wünschen, daß endlich dem empörenden Ruuner-Unfug in New-Aork durch die Gesetzgebung gesteuert, und in der vom Staate bestellten Einwanderungs- Commission dem Deutschen Elemente eine stärkere Vertretung ctn- geräumt würde! Nach den einzelnen Nationalitäten ist die Zahl der Deutschen Einwanderer jetzt die stärkste, und die Deutschen gewähren daher auch verhältnißmäßig den größten Theil der rüget Commission zufließenden, sehr b,deutenden Einnahmen. Dennoch werden sie in der Einwanderungs-Commission nur durch Ein Äü- qlted, den Präsidenten der Deutschen Gesellichaft, vertreten! Die Deutsche Gesellschaft in New-Aork fährt in ihrem rühmlichen Eifer fort, sich der Deutschen Einwanderer anzunehtiien. Die niedrigen Anleindungeu gegen dieselbe scheinen sich nach und nach, da Niemand ihrer achtete, zu legen, und die Erkenntniß ihrer woy- thäligen Wirksamkeit immer mehr zu verbreiten. Oeffetitltch mutz übrigens vor einem Runnerpuff gewarnt werden, der schon. M Einwanderer in New-Aork verführt hat. Eine Runmr-Goechcha hat sich nämlich das frühere Local der Deutschen Gesellschaft Gr>-' wich-Street gemiethet und treibt unter dem Namen einer Deutfcy Hülfsgesellschaft ihr Wesen! Aus Mittel-Amerika, und zwar aus Costa - Rica, J verschiedene Berichte eingegangen. Der Colonial-Director der W Colonisations-Gesellschaft für Mittel-Amerika, Herr v. Bulow, ,-d tet in seinen Vorbereitungs-Arbeiten, in Verbindung nut der gebau-Gesellschaft del Norte, rüstig vor. Dr. Mendorfs, der f in St. Jos« niedergelassen, verdient als Arzt tagltch 10 1 •' u„v ein Herr von Faber als Uhrensabrikant täglich 0 Do Beide schildern das Clima als vorzüglich. (Fortsetzung folgt.) — Nachd an die Arb, Hand, unv Zettel nicht dem bewttß len. — S ! den Herzen „Das schüttelnd: Worauf ©i mal sein, i Salvl coeur! (S fallen." — „je te vo Einser mit man das । tausend .. sagen?" „Nett jetzt komm auch Susa fuhr: „E schicke Dir — ( Susanne i sten Zeile, des Erstau sant des Nack nrengestelll fragte Sa mir nicht „freilich i mich Naä dreht mir Menschen — „Was Indessen die nächst Dort flau tels, ma Salome e bund von et int St frei nur „Un ßen, die 9 der Wutl Sal Enirüstur sie heißen will, bec hinter sei 22 Beilage. Steckeiburgrr's Reise nach London. Von C. Spindler. (Fortsetzung.) Nachdem Salome die Thüre verschlossen, machten sich die Mädchen an die Arbeit des Dechiffrirens. Der Kapitän schrieb nicht die beste Hand, und nicht allzuorthographisch, und hatte sich mit vorliegendem Zettel nicht die Mühe des Schönschreibens gegeben, wie wohl mit dem bewußten Gedichte, das er aus einem recueil chansons gestohlen. — Susanne packte aber den Brief tapfer an, und las pochenden Herzens die Worte: „Ma petite komme! „Dasvheiß ich frei in's Muß lappen!" bemerkte Salome kopfschüttelnd: „komme! Du bist noch lange nicht seine petite femme." Worauf Susanne ärgerlich: „Schueegans ! werd'ich's nicht doch einmal sein, und redet da nicht die Sehnsucht aus ihm?" Salome zuckle die Achseln und las ihrerseits: „Cherie de mon coeur! Geliebte meines Herzens! — Nun, das lass' ich mir gefasten." — „Ah," schaltete Suschen triumphirend ein: „Weiler; „je te vois". . . „ich sehe Dich ... was kommt jetzt?" — „Ein Einser mit drei Nullen, Susel' das heißt Tausend." — „Wie sagt man das auf französisch, Sälmel? Doch meinetwegen; „je te vois tausend.... „ich sehe Dich tausendmal in Gedanken," will er wohl sagen?" „Nein nein, das ist's nicht;" flüsterte Salome erröthend: „denn jetzt kommt „baisers" und Du weist wohl ....?" „St!" flüsterte auch Susanne, und wurde roth wie die Schwester, die zögernd forl- fuhr: „Es muß alfo heißen: „je t’envoi tausend baisers . . , ich schicke Dir . ..?" — Er ist doch ein Bissel frei, ungenirt; gestand die züchtige Susanne und spionirte voreilig mit den flinken Augen in der nächsten Zeile, die ihre Schwester geläufig, aber mit allen Merkmalen des Erstaunens ablas: ,,qui te diront, combien je suis reconnais- sant des faveurs, que tu m’as prodiguees, hier au soir.“ Nachdem die Mädchen Wort für Wort übersetzt und zusammengestellt hatten, sahen sie sich erschrocken an. „Gestern Abend?" fragte Salome: „ich werde ganz irre. Ist nur doch, als wärst Du mir nicht von der Seite gekommen?"— „Ei ja," versetzte Susanne: „freilich ist'S so. Und glaubst Du denn meinetwegen, ich würde mich Nachts wegschleichen, und dem Menschen ... Pfui, das Wort dreht mir die Galle um, ohne daß ich weiß warum — und dem Menschen faveurs austheilen?" —- „Ich falle vom Himmel, Susel." — „Was untersteh! sich der Lügner, der Franzos, lieb Sälmel?,, — Indessen erbleichte aber Susanne, deutete mit zitterndem Finger auf die nächste Zeile, uud seufzte: „Ci so schlag: da haben wir's!" Dort stand groß und deutlich; ,.je suis le plus heureux des mor- tels, ma belle Jeanette.-1 -—„Jetzt ist's ein anderlei:" seufzte auch Salome ermattend; „Der Zettel ist für eine Andere und der Ausbund von der Höll'; tragt meinetwegen den Sack voll Billets, die er int Strudel verwechselt, und schickt an rechtschaffene Töchter, was frei nur an gottvergessene Laster von einem Weibsbild zugehört." „Und wer muß sie sein, die belle Jeanette? wie muß sie heißen, die Raß?" fragte Susanne auffahrend, und kämpfend mit Thränen der Wuth. Salome hatte indeffen noch einige Wort« des Briefchens mit Entrüstung gelesen, zerriß den Zettel, und versetzte unwillig: „Laß sie heißen, wie sie wolle, die Kreatur; laß ihn anbelen, wen er will, der Wüstel, und danke Gott, daß Du so schnell und zeitlich hinter seine Lumpereien gekommen bist. Die Briefreste wollen wir aber verbrennen, und unsere ehrlichen Hände waschen. Wer Ruß angreift, besudelt sich." Susanne saß unbeweglich und starrte auf einen Fleck. Ihre Eitelkeit blutete aus schweren Wunden. Sie blieb dem Anscheine nach kaltblütig, als die Mama an die Thüre pochte, die Oeffnung derselben erzwang, und mit einem Schwall von Verwünschungen die Töchter, welche der Herr Bruder bereits verrathen hatte, überfiel. — Auch Sälmchen rührte sich nicht, obschon aus andern Gründen. In ihrer Brust leuchtete die Sonne der Zuversicht, sie achtete ihr Liebesglück für unverletzlich, für zuverlässig. Sie sah in der Begeisterung ihre Ehe mit Wilhelm im Himmel geschrieben seit Ewigkeit. Der Mutter Drohungen erschütterten sie nicht. „Wo sind die Zettel, die euch der böse Gottbehnteuns geschrieben hat?" fragte Christiane. Susanne deutete auf die am Boden liegenden Stücke: „Da, Mamme, nehm' Sie nur Alles mit." — „Und Dein Herenbrief Sälmel?" — Salome zerriß ihn vor der Mutter Augen und streute die Fasern auf die Gasse, indem sic pathetisch rief: „Ich weiß ihn auswendig, und werv' ihn nie vergessen, und niemals wanken." „Rabenmädel ...!" zürnt- Christiane: „Wir werden Dir schon mores lehren, meinetwegen. Einen Deutschen, einen Studenten ...!" — Der Student ist reich, und wird schon einmal Präsident werden." — „Wenn er's nur schon wäre, Du Rennkhier von einem Mädel. Du bringst Deinen kranken Vater noch unter den Erdsboden, und wenn er obendrein hört, daß die Standarte da einen aus dem Volk *), ei en Welschen haben will .. ." ‘ „Sei nur still, Mamme. Ich mach' Ihr den St. Amour sammt seiner belle Jeannette zum Präsent," versetzte Susanne schluchzend, die jetzt ihren Eigensinn losließ: „aber heiralhen muß ich, so schnell als es angcht; bevor noch der Lügner von einem Kapitän meinen guten Rus schimpfirt. Weiß Sie mir einen Hochzeiter, Mamme?" — „Ei, wie bist Du brav, Du lieber Zeck!" sagte die Mutter freudig überrascht: „Ein vernünftig Mädel redet frei wie Du. Offi- zi-rsliebeleicn sind ein schlechter Baffeltang 2). Ja, wenn der Riffel noch wollt- ...?" — „Also d-r Riffel, Mutter." — „Er ist reich und geschickt und gut, was auch der Babbe sagen mag. Dem Steckelburger sein Hauptvogel ist mir Gift und Opperrnent." — „Mir eben nicht anders;" versicherte Susanne dringenv; „der Riffel also und Niemand als der Riffel." — „Schon gut, aber die Cousine darf nur als wie beifällig erfahren ..." — „Natürlich, Mamme. Schick Sie mir nur die Base. Ich will mein Hochzeitkleid von ihr machen lassen, und in der Arbeit gibt sich Wort auf Wort." — „Mir an; ich schicke sie Dir, Du liebes Susel. Bist meines Herzens Freude. Wenn jetzt noch das W-ibsbild da, das Sälmel mir eine Freude machen, und den Argobast nehmen wollte. ..." — „Lieber spring ich in's Wasser!" antwortete Sälmchen majestätisch und hochdeutsch nach Kräften: „die Zukunft dürft- uns eine wvhlthuende werden, und das mühevolle Leben der Sehnsucht in ein bequem Befriedigendes erfüllter Er- wartnng umwandeln!" (Forts, folgt.) 1) Aus dem Militär. 2) Passe-tems. Was giebt es Neues ? ! — S. k H. der Großherzog von Hessen joll Ende Juni dem Berliner Hofe einen Besuch machen wollen. — Am 23. d. droht- dem um 10 Uhr 50 Min. von Mannheim nach Basel abgegangenen Schnellzug ein großes Unglück. Bei Malsch zwischen Carlsrube und Rastatt, stürzie die Locomotive, auf welcher der Führer, der Heizer und ein Werkmeister standen, über den Bahndamm hinab! Nur durch das Zerreißen der Kelte halle der Train nicht gleiches Schicksal und blieb ruhig stehen. Der Locomotivfüh- rer ist durch die ihn überschüttende Feuerung gänzlich verbrannt, Heizer und Werkmeister blieben unversehrt. — Die Carlsr. Zig. meldet aus dem Kinziglhale zwei schauderhafte Unlhalen. Am Pfingstfeste wurde der Besitzer eines einzelstehenden Hofes im Bette erschossen. Man hat den Sohn des Ermordeten im Verdacht, der seinem Vater 800 fl. schuldete und diese nicht Heimzahlen wollte. Sodann fand man eine gräßlich verstümmelte Kindesleiche. — Die A. Abz. berichtet aus Schongau über einen gräuelvollen Vorfall in dortiger Nähe, zu Sulzgrub: Eine Bauerndirne, Maria Anna Sailer, aus Rache, daß ihr Vater ihre Verehlichung mit einem Burschen, der sich mit einem andern Mädchen verfehlt hatte, nicht zugab, ermordete ihren leiblichen Vater mit einer Holzart, steckte das Anwesen in Brand, worauf Sie alsdann sich selbst erhängte. — Die Wahl eines neuen Jesuitengcnerals ist auf einen Russen gefallen. — Man bemerkt seit kurzem — schreibt man der Coblenzer Zeitung —, daß englische Sveculanten am Rbeinc sich eiufinden, um Schlachtvieh aufzukaufen und nach England transportiren zu lassen. Sie sollen ihr Geschäft den Rhein herauf bis zur Schweizergrenze ausdebnen und eine große Menge dieser Waare an sich bringen. — Seitens der Bremer Hanvwerker sollte neulich an den dortigen Senat eine Eingabe wegen Nichtzulassung der Juden zum Meisterstück gerichtet werden, doch verwarfen die Altmeister selbst diesen Antrag mit großer Majorität. — Prinz Friedrich Wilhelm, Sohu S. k. H. des Prinzen von Preußen, ist plötzlich erkrankt. — Die Civilliste des Kaisers Napoleon soll um 5 Tiill. vermehrt und außerdem noch für das laufende Jahr ausnahmsweise eine zweite Summe von 5 Mill, für die kais. Vermählungs- und Einrichtungskosten votirt werden. — Der französische Kriegsminister hat eine Methode eingeführt, der zufolge die Soldaten in den Regimentsschulen binnen sehr kurzer Zeit in 12 Leclionen lesen und in doppelter Frist schreiben lernen. — Der frühere Reichsminister Heckscher ist Hamburgischer Mini- sterresident in Wien geworden. Ernst Merck in Hamburg, ebenfalls früher Reichsminister, ist in den österreichischen Freiherrnstand erhoben und zum österr. General-Consul ernannt worden. — In Cuba starb Ende März das ehemalige Mitglied des Frank- surter Parlaments, Schmidt aus Löwenberg, Er leitete in letzter Zeit mit seiner Frau ein Erziehungsinstitul. — An der Küste von Down (Irland) zeigten sich kürzlich etwa 40 Walisische. Man machte sofort Jagd auf sie, und 26 wurden gefangen. Nachrichten aus dem Gebiete der Staats - und Volkswirthschaft, mikgerheilr von Ätto Hübner. Berlin, den 15. April. (Forts.) Nach Venezuela ist die Auswanderung durch den Ausbruch des gelben Fiebers in den Küstenstädten unterbrochen. Rühmend ist zu erwähnen, daß auf Anlaß des Herrn Glöckler, Consul für Venezuela zu Hamburg, das erpe- dirende Haus Tiedge die von ihm für Venezuela engagirteN Pas- saaiere hiervon in Kenntniß gesetzt und sie ihrer Paffage-Verträ e entbunden hat. Lieber Die Auswanderung nach Chili ist dem Central-Verein eine Mmheilung des Colotiisatioiis-Vereins für Cbili in Stuttgart zugegangen. Hiernach ist dieselbe gegenwärtig nur schwach, obwch von der Chilenischen Regierung sehr viel für die Einwanderer get(4, wird, So lange die Regierung von Chili sich nicht entschließe, i« faetisch bestehende Religionsfreiheit auch rechtlich herbeizuhibm und den Einwanderern einen Theil der liebe, fahrlskosten vorMschj,-! ßen, wird dieses Verhältniß auch bleiben. Brasilien nimmt in der Auswanderungsfrage fortwihmg, die öffentliche Aufmerksamkeit in Anspruch. Die Stellung, mittI in dieser Angelegenheit der Central-Veretn einnimmt, hat ihtii«,, einigen Seilen den Vorwurf feindseliger Angriffe gegen die Äch liauische Regierung zugezogen. W>c unbegründet dieser Vorwmi ff weiß Jeder, welcher den Verhandlungen des Central-Vereins iifc fangen gefolgt ist. Um indeß auch denjenigen Organeil der PH, weiche jetzt erst die Frage zu discutiren beginnen, keinen Zweifil ;u lasse», so sollen hier noch einmal kurz die Grundsätze, welche Central-Verein befolgt, wiederholt werden. Der Central-Verein hält es sowohl im Interesse der Aus» derer als in demjenigen des Deutschen Mutterlandes für nntnfte i werlh, daß ein verhältnißmäßiger Theil des großen, nach Nord-Ae rika flulhenven Stromes der Deutschen Auswanderer sich auch n;i solchen Gegenden Mittel- und Süd-Amerika's wende, welche fc, überhaupt durch gesundes Klima, fruchtbaren Boden und günjiif Lage zur Ansiedelung eignen. Für eine solche Gegend erachtet in Central-Verein die südlichen Provinzen Brasiliens, und gerade ® ser Verein hat seil dem Jahre 1849 die Aufmerksamkeil der 'M Wanderer Brasilien wieder zugewendel. Für Brasilien ist gleichß!» eine kräftige Europäische Einwanderung von enlsckiedener Wichtz keil, und seil der strengeren Unlerdrückung des SclavenhandÄ p' radezu zur Nothwendigkeir geworden. Der Cenrral-Verei» ktm t» daher nur auf das Lebhaileste bedauerii, daß von der Brasilianich» Regierung in dieser Angelegenheit ein System befolgt wird, wa- tt; soliden Grundlage für eine fruchtbringende Einwanderung in M litten entbehrt, den Einwanderern keine Garantie für die MözliWl ihrer gedeihlichen Euiivickelung giebl, und daher über kurz oder l«z die Auswanderung nach Brasilien nur in Mißercdit bringen, i» hin diesem Laude selbst zunr größten Schaden gereichen muß. Ter Central-Verein kann es nicht billigen, wenn die BrasilianischeKezä' rung die dortigen Plantagen-Besitzer durch direcle oder indirekte U»'- lerstützuiig darin bestärkt, die auf ihren Pia,tragen fehlenden »il(:! ven durch Deutsche Auswanderer in einer Weise zu ersetzen, diesen der freie Handelsverkehr untersagt, der Erwerb eines ®tunt! eigenihums in weit» Ferne gerückt, und überhaupt ein ihaisachliite- Hörigkeils-Verdältniß hervorgerufen wird. Es kann ferner nicht gebilligt werden, wenn die Brasilianische Regierung Werbe-Ägenmr nach Deutschland schickt, welche sich anheischig geurachl haben, gegea ein gewisses Kopfgeld oder andere Voi lheile eine bestimmte Zahl Deutschen Auswanderern in bestimmter Zeit nach bestimmten D,M zu liefern. Es kann nicht gebilligt werden, wenn die Vraiilianlsib I Neuerung die freie Einwanderung, wie sie in Nord-Amertka mi überall statlfiiidet, aus Gründen, die nicht für durchgreifend eracht" werden können, verwirft, sondern ihr bisheriges System beibehat dein sie eine Reihe von siechenden, zum großen Theil noch der ll"- lerstützung bedürfenden und feine Zukunft habenden Deutschen C» nieen verdankt. Es muß entschieden gemißbilligk werden, wenn it der Eolouie San Leopoldv, der einzigen, welche nach mehr als äOza rigem Ringen (wobei manche glückliche Zufälligkeiten mithalseil bet einer compacten Deutschen Bevölkerung von etwa 11,000 len, in gedeihlichem Zustande sich befindet, die Direclion Aitslchtkt durchzuführen versucht, welche geradezu jeder Civilitatton Hohn sp" chen, z. B. die Ansicht: daß man die Deutschen Väter strafen mul toenn sie ihre Kinder in ihre Deutschen Privatschulen schicken, b£1- sie Portugiesisch gelernt hätten! (Forts, folgt.> Druck und Verlag de,c G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei. bwach, obiroi anderer geth„ entschließt, to herbeizusichr«, sten vorjuschii- ;e forlwjhliM ellung, E bat ihm tut gen vie Srii: 1 r Borwmi ij, Vereins nie len der ünji, neu Zweisi! )u Ze, welch nr der Aus» ür wünsche ach Nord.'Aie sich auch ms !, welche iii und güliKy id erachte! M nb gerate » »keil der Ältst gleichM lener Wichiz- lenhanvck p lereiil tat tä BrasiliaMm vird, iuaä K rung in A- oie MöglitKil urz vver l«z bringen, i* n niup. Sn ia nische Wi" : iiidireci! Uiu hlenven Sill- ersetzen, Hi eines (iinuit: l ihalsachlite» ferner nid)t Lerbe-Ägeliie« : hab-», gegen nute Zahl wn | iinmien Otten ; BrafllianiD i -Amerika u«i reisend erachu stem beibkhist noch oer Uu= lettischem M"' jen, wenn il >r als 301«: -n lliithalsei'i 11,000 Sen non Ansicht^ n Hohn IP« trafen nüif schicken, bei»1 s. folgt.) Seil« Ä e- Steckelburgrr's Nrise nach Fondon. Von C. Spindler. (Fortsetzung.) Christiane hörte, was Salome aus des Studenten Brief wieder- holte, mir gespitzten Ohren und offenem Munde an, und antwortete im größten Zorne mit paffender Geberve: „Willst Du schmecken an Vie Grasblum' mit fünf Blättern '), Du hochdeutsche Retsch und Seidenpuppe, so mach' nur also fort. Zuerst geht's an die ehrwürdige Straßburger Sprache, sodann an's getreue Straßburger Herz. Wirst Dich aber wundern, Du Früchte!. Will Dir die Hochzeit mit dem veutschen Liebstöckel auf Winterpfingsten rüsten!" Salome relirirte sich vor der Mutter. Susanne deckte den Rückzug der Schwester, aber der Lehrling machte die beste Diversion, indem er in's Zimmer rief: „Guten Abend, schönstens beisammen. Der Prinzipal möchte gern, daß die Frau und die Jungfern gleich zu ihm hinüberkämen. Er hat viel mit ihnen zu reden." „Alloh, ihr Mädeln!" befahl die Mutter: „sperrt Augen und Ohren auf, und macht dem guten Mann keinen Kummer. Er ist bös genug daran, daß er so weil verreisen muß, und meinetwegen gar nimmer wieder kommt über das Meer. Ihr müßt ihm Alles lhun, als wie Eurem Augäpfele. Hört Ihr? Aber wenn er von dem Lippel, dem Hauptvogel, und von dem Kalfakter, dem Hed- däus vvrgchwatzl, und predigte er wie ein Präzeptor, so thut's nicht unv bleibt bombenfest, und wenn der Alte aus der Haut fahren müßte. Alloh, marsch, damit et nichts zu brummen hat!" — Herr Steckelburger lag in seinem Wohnzimmer auf einem Ruhe- belt, war sehr blaß und betrübt, fein Haarzopf schlengelte sich wie ein mattes Reptil hervor über fein Jabot von hausgemachten Spiz- zen. Zu seinen Häupten stund Magister Heddäus mit weißem magern Gesichte und niedergeschlagenen Augen; zu seinen Füßen der Gegenschreiber vom Psenningthurm, dreist umherglotzend und aufrecht tragend das apoplektischrothe Antlitz. Der Doctor Sandmännes war eben im Begriff Abschied zu nehmen: „Mach'Er nur, wie ich's getagt habe, Herr Steckeiburger. Es hat nichts zu bedeuten. Seine Nervengeister sind in Unordnung und zanken sich — sit venia verbo — mit dem Blute. So wie ihm also heiß und trocken wird, wenn das Blut die Oberhand behält, so trink' Er Thee. Und sobald Ihm kalt und feucht wird, wenn die Nervenschwachheit obendrauf ist, |o trink' Er ein Glas guten Wolrheimer; weiß Er, von dem Vierundsechziger? Ueberhaupt fasse er Muth; die Arbeit, die Ihm das Glück auferlegt, ist freilich hart, aber die Thaler, die es gilt, sind noch härter. Empfehle mich in'sgesammt." Dte Frauen, die währenv deS Doctors Abschied eingetreten maren, näherten sich schweigend dem daniederliegenden Familienvater. Dieser schnappte ein paarmal nach Luft, wie ein Karpfen auf trockenem Lande, richtete sich etwas empor, winkte mit der Hand, daß er zu reden wünsche, und begann: „Daß mir der Sckangbattist nur nicht über die Feigen geht, der Hoseulovdel!" Aus Christiunens Bemerkung, daß der getreue Daniel schon wieder im Laden das Regiment führe, und auf ihre Frage: „Was will er denn eigentlich, Steckelburger?" setzte sich der Kaufmann vollenvs auf, wiegte den Kopf bedenklich und sprach, nicht anders, als wäre er zum Tode verurtheilt: „Alle Menschen sind sterblich. Warum? mein Bruder, der liebe Elias ist auch gestorben, und ist doch des vornehmsten engelländischen Herzogs Leibkoch gewesen. He?" *) »Willst Du eine Ohrfeige haben, Du Schwätzerin?" u. s. w. Steckelburger räusperte sich, um fortzufahren: „Die Sach' , ist, daß der Todle — Gott hab' ihn selig — ein paar Sester mit Dublonen hinterlassen, und mir, seinem leiblichen Bruder, vermacht hat." „Ein Paar Sester mit Dublone?" fragten die Weiber und Heddäus. „Ho! ein Simiri mehr oder weniger;" sagte Hauptvogel, der Geldmann, mit vornehmem Spott; dreitausend Pkund stehen im Brief, und ein P und ist um waS stärker, als vier Laubthaler." Erstaunend hoben die Weiber die Hände zum Himmel. „Gott! Dich preisen alle Zungen!" lispelte HeddäuS, der bereits mit vorsichtig aufschielendem Auge das zarte Sälmchen auf's Korn genom» men hatte. (Forts, folgt.) Was giebt es Neues? — S. k. H. der Großherzog von Hessen inspicirten am 30. Mai die Truppen in Worms und am 31. jene in Friedberg. — In Baden-Baden wird während der Saison eine französische Theatergesellschaft Vorstellungen geben. — In Magdeburg wurde eine 43 Jahre alte Frau, des Gattenmordes (durch Gift) schuldig befunden, zum Tode verurtheilt. — Wien wird bald kaum mehr zu erkennen fein. Es sollen ganze Stadtviertel neu entstehen, ältere Gebäulichkeiten niedergerissen und überhaupt sehr viel zur Verschönerung der Kaiserstadt gethan werden. — Für die Votivkirche sind nun circa eine Million Gulden eimegangen. — Die von allen französischen Bahnen nach Paris veranstalteten Vergnügungszüge haben letzten Sonntag eine ungeheure Menge Fremde nach jener Weltstadt gebracht. — Graf Rechberg soll in Mailand sehr versoh ckich auftreten. ES sollen nur die Güter Derjenigen sequestrirt bleiben, die Geldmittel zu revolutionären Zwecken spendeten. — Vor einigen Tagen trug sich in der Stadt Anbenas folgender Vorfall zu. Ein junges Mädchen einer benachbarten Gemeinde schoß auf dem Marktplatz eine Pistole auf einen jungen Mann ab, mit dem sie seit einigen Jahren in vertrauten Beziehungen gestanden und der sie verführt hatte. AIS sie hörte, daß der junge Mann, allen feinen Schwüren Hohn sprechend, ein anderes Mädchen heft ratben wollte, gerieth sie in Verzweiflung und beschloß, sich zu rächen. Zum Glück für den Treulosen halte der Bruder des Mädchens noch zeitig genug ihre Absicht bemerkt, so daß er seine Schwester zurückhalten wollte, waS die Kugel ablenkte, die nur den Hut streifte. Das arme Mädchen wurde verhaftet, aber bald darauf auf Bürgschaft entlassen. — Auf der Locomotive, welche Se. Majestät den Köniz von Preußen von Oderberg nach Wien führte, waren der österreichische und der preußische Adler in der Art angebracht, daß sich deren innere Klauen fest umschlungen hielten, und daß des österreichischen äußere Klaue rechts den Scepter, und des preußischen Itnks den Reichsapfel hielt. Die Flügel beider Adler gingen in einander. — Die Einführung einer neuen Kopfbedeckung bei der französischen Infanterie bestätigt sich; es heißt, die Pickelhaube solle eingeführt, aber die preußische Spitze durch den französischen Adler mit ausgebreiteten Flügeln ersetzt werden. — Ein Riesenwerk: eine Eisenbahn von den Ufern bei Missi- sippi bis an die Küsten deS stillen MeereS, soll auSgesührt werden! Sie soll in 10 Jahren fertig sein und circa 13 Mill. Pf. St. kosten. Nachrichten aus dem Gebiete der Staats - und Volkswirthschast, mitgetheilt von Otto Hübner. Berlin, den 15. April. (Forts.) Der Central-Verein muß eS mißbilligen, daß man in Brasilien nicht zur Durchführung eines verständigen Colonisationsgesetzes und Colonisations-Systems ichreitet. Wenn jetzt zu diesem Zwecke eine Commission in Rio de Janeiro zn- sammenberusen worden ist, so muß der Central-Verein nach den bisherigen Erfahrungen erst die Ausführung der eiwa beschlossenen Maßregeln abwarten. Denn auch früher hatte man viele Jahre lang ohne Erfolg d-battirt. Endlich erschien das Gesetz vom 18. Sep- iember 1850, was der Central-Verein mit großer Anerkennung begrüßte und eine Uebersetzung desselben in dem Preuß. Staats-Anzeiger veranlaßte. Man glaubte nun endlich die Angelegenheit geregelt. Ganz unerwartet aber wurde sogar die Ausführung des schon gegebenen Gesetzes suSpendirt! Hiernach muß der Central-Verein, bevor nicht th a t sächlich ein verständiges und gerechtes System eingeführt ist, vor Auswanderungen nach Brasilien, welche auf dem bisherigen fehlerhaften Systeme beruhen, auf das Entschiedenste warnen. Der Central-Verein, in dessen Verwaltungsrathe übrigens 3 Mitglieder sitzen, welche längere Zeil in Brasilien lebten und die Brasilianischen Zustände bis in die neueste Zeit verfolgt haben, steht mit dieser Ansicht keinesweges allein. Nicki nur der größte Theil der Deutschen, sondern auch ein Theil der Brasilianischen Presse theilt sie; ja der Central-Verein nimmt sogar nur denselben Standpunkt ein, welchen der ausgezeichnete Brasilianistche Staatsmann Visconde d'Abrantes, früher Brasilianischer Gesandte Hierselbst, in seiner in der außerordentlichen Beilage zu Nr. 210 der Augsburger AUg. Zeitung von 1847 abgedruckten Note vom 20. Juli 1846 als den einzig richtigen bezeichnet! Der Central- Vcrein ist auch überzeugt, daß die Spitzen der Brasilianischen Verwaltung seine Ansichten theilen, und er isi keinesweges blind gegen die Schwierigkeiten, die sich in Brasilien der Durchführung derselben entgegenstellen. Diese Schwierigkeiten aber sind nicht unüberwindlich; er wünscht den das vernünftige System vertretenden Männern aufrichtig einen glücklichen Erfolg, der auch bei energischem Festhalten an der richtigen Idee und tapferm Kampfe gegen Privat-Jntereffen nickt ausbleiben kann; der Verein wirkt durch s-in Auftreten .in Deutschland sehr wesentlich zu diesem Erfolge mit und hält sich daher für einen viel aufrichtigem Freund der Brasilianischen Regierung, als di- in ihrem Werbegeschäfte beeinträchtigten Agenten und deren Helfershelfer jemals sein können. Ausgehend von den hier entwickelten Grundsätzen, hat sich daher der Central Verein gegen die Anwerbung von Plantagen-Arbeitern für die „fünf großen Grundbesitzer in der Provinz Rio de Janeiro" erklären müssen. Er muß sich eben so gegen die Anwerbungen des Agenten Kleudgen für die neu gegründete Colonie Santa Cruz aussprechen. Einmal, weil das ganze Iliiternehmen gleichfalls auf dem unrichtigen Systeme beruht, welches den früheren mißlungenen Co- lonisaitons-Versucheu in Brasilien zum Grunde liegt, sodann, weil gegen die Sache noch specielle Bedenken obwalten, deren hauptsächlichste folgende sind: Die Colonie Santa Cruz ist zu entlegen uno die Land-Communication zu schwierig; man hätte zunächst eine den Hafenstädten näher gelegene, den Angriffen der Wilden nicht auSgesetzte Gegend wählen sollen; die Vorbereitungs-Arbeiten sind bei dieser Localiiät nicht genügend; die Bedingung: das geschenkte Land (etwa 187 Preuß. Morgen für jeden verheiratheten oder mit Kindern versehenen Einwanderer) zum 8. Theile, also 23^/z Morgen, binnen 2 Jahren bei Verlust dieses Landes zu cutliviren, ist unausführbar und macht die Schenkung illusorisch; die sonst gewährten Vortbeile (freie Passage von Rio Grande nach Sta. Cruz, Lieferung von Gewehren, Instrumenten und Sämereien zum Betrage von 32 Mil Reis = 22% Thlr. und Lebensmittel für Einen Monat) wiegen die Nachiheile nicht auf, welche den Co- lonisten aus der entfernten Lage der Colonie und andern Schwierigkeiten erwachsen; endlich hat der Agent Kleudgen für die Erfüllung der den Colonisten versprochenen Vortheile, welche zum Theil vow ihm a Conto der Provtnzial-Resterung zu gewähren sind, keine Sicherheit in Europa bestellt. Der Central-Verein hat stch ferner mit Entrüstung über den ncuesten in der letzten Sitzung zur Spracke gebrachten Werbeversuch aussprechen müssen, wonach deutsche Auswanderer auf Contracte mit angeblichen Brasilianischen Grundbesitzern, deren Namen man offen gelassen hatte, angeworben und in Rio Janeiro förmlich wie Waare verhandelt, die desfallsigen Contracte aber von dem Brasilianischen General-Coiisnl in Hamburg Hru. Correa beglaubigt worcen sind. Der Berickt des Hrn. Correa, den derselbe zu Gunsten der so verlockten Auswanderer an seine Regierung erstattet, und der in einem Rechtfertigungs-Artikel in dem Hamburger Correspondentcn auszugsweise abgedruckt ist, erscheint nur noch mehr geeignet, den gegen ibn erhobenen Vorwurf zu rechtfertigen. Denn er sagt in diesem Berichte selbst, daß die Auswanderer von Deutschen Agenten „ohne Auftrag" angenommen worden seien. Es waren also unbefugte Agenten, welche widerrechtlich Contracte abgeschlossen halten, welche diese zur Be- glaubiaung an Hrn. Correa gelangen ließen! Da nun die Brasilianische Regierung die Einwanderungs-Angelegenheit als wichtige Staatsan elegenheit erachtet und hiernach ihre diplomatischen und Consular-Agenten mit Anweisung versehen hat, so war cs offenbar Pflicht des Hrn. Correa, die B- laubigung solcher Contracte nicht nur zurückzuweisen und so den Schein einer, wenn auch nicht formalen, so doch moralischen Billigung zu vermeiden, sondern auch die unbefugten Werbe-Agenten ihren resp. Deutschen Regierungen zur Bestrafung anzuzeigent Gewiß wird jeder ehrenhafte Deutsche die Entrüstung des Central-Vereins über den versuchten Menschenhandel theilen. Der Central-Verein hat aber auch auf der andern Seite, seinem Standpunkte entsprechend, die Brasilianischen Colonieen San Leopolds, Dona Francisca und Blumenau empfohlen, nicht nur weil dieselben sämmtiich weit günstiger als Santa Cruz gelegen sind, sondern hauplsächilch weil die beiden letzteren nicht nach dem Brasilianischen, sondern nach einem vernünftigen Deutschen Systeme gegründet sind und verwaltet werden, auch unter zuverlässigen von der Brasilianischen Regierung unabhängigen Deutschen Directionen stehen, die Colonie San Leopoivo aber bereits so weit entwickelt ist, daß das falsche Colonisations-System nicht mehr erheblich schaden kam,. Jeder Unbefangene wird, zugestehen, daß der Central-Verein nur im Interesse seiner fortziehenden Landsleute und im wohlverstandenen Interesse der Brasilianischen Regierung selbst handelt, wenn er so auftritt, wie geschehen. Derselbe hat auch die Ueberzeugung, daß dieses Auftreten von heilsamen Folgen ist. Von feindseligen oder heftigen Angriffen auf die Brasilianische Regierung wird Niemand eine Spur finden, welcher sich die Mühe giebt, die Verhandlungen des Vereins zu lesen. Wenn ein sehr ehrenwerthes Mitglied des Vereins und jetzt des VerwaltnngSraths, Herr Director Kerst, in einigen seiner Schriften mehrere der in Brasilien vorhandenen Mißbräuche und Mängel hervorgehoben hat, so trifft einerseits den Central-Verein nickt die Vertretung dieser Privat-Publicationen, andererseits sind sie lediglich hervorgerusen durch ganz unzeitige, mit den unwürdigsten persönlichen Angriffen gegen Herrn Kerst vermischten Lobpreisungen der Brasilianischen Zustände, gegen welche eine Berichtigung völlig gerechtfertigt war. (Schluß folgt.) Lllult und Verlag der G. D. Brühl'lchen Buch- und LMnomctem. „Jetzt c muß in Per könnte wohl Keiner für d 6er nicht . . „Einen der Compere verkürzt zu t „Säßla ich in Gotte, die Reife ist und weiß ga giebt's übera ich nicht, u Facit: wenn San Gallen' „Ach, Töchter. St ,Wie, ihr le indischen Pj - iiserablen Li Wär' ich nid itcht alsdann pbrannk? — kn; selbst if tun kann, wi „Jedes i läuS; „wir j Mvinder zu> Steckelb, md ihrer dre wch dato leb kr alte Schn Md der truui - Ein Bew -«stet. Es ke lber ein bn '•m? ich wil »d feist. S kn. Der 2 litbud), und E dem fehlt' W)ält, und td »den, weii's bereu Reise litt’ das Säl, J™ Schangba •te Stund' r *le Hochzeit ist chs Tagen n & Kiechho J -bin Rulheii J Aurnirt sein ) Verlobung. nach nereien smiltel n (5d= -chwie- Erfül- > Tbeil t sind, at sich ng zur deutsche Grund- , ange- ‘U, die nful in es Hm. anderer -Artikel ist, er- iorwurf baß die genom- welche zur Ber Brasi- wichiige e» und rffenbar >e nicht cht for- rn auch rangen deutsche mschen- seinen eopoldo, lieselben >d, son- lrasilia- gegrün; oon der stehen, st, daß n kann. -Verein verstan- . wenn eugung, idselizcn rd Nie- lerhand- Kitglied r Kerst, anrenen eils den len, an- ;e, mit >ermisch- lche eine .M 24 Beilage. Steckelburger^ Veise nnd) London. Von C. Spindler. (Fortsetzung.) „Jetzt aber die Hauptsache!" hob Steckelburger wieder an: „ich muß in Person nach London reisen, um das Geld zu erheben. Ich könnte wohl auch einen Mandatar schicken, aber erstens findet sich Keiner für die große, große Reise .. . und zweitens möchte ich selber nicht . . ." „Einen Mandatar aufstellen;" fiel Hauptvogel barsch ein : „Denn der Compere traut keinem Menschen, und fürchtet, an der Erbschaft verkürzt zu werden." „Säßla, Kumpähr;" bestätigte der Kaufmann: „darum muß ich in Gottesnamen selber fort. Es ist mir nicht recht; warum? die Reise ist meiiiktwegkii ein paar hundert Stunden lang zu Land, und weiß gar nicht, wie viel über's Wasser, und schlechte Leute giebt's überall, die Einen ausbeuteln, und die Seekrankheit übersteh' ich nicht, und das Fahren in der Kutsche macht mich dürmlich. Faclt: wenn ich auf London gehe, marschir ich meinetwegen auf San Gallen" ’). ES „Ach, so bleib' er doch daheim, Babbc!" klagten Mutter und ttchter. Steckelburger fuhr dagegen wild in die Höhe, und rief- ,Wie, ihr leichtsinnigen Weiberköpfe? Im Stiche lassen die engcl- »ndischen Pfunde, die ein ganz anderes Gewicht haben, als unsere üserablen Livres mit all ihren Sous und Deniers? Ebenzumchr! Wär' ich nicht ein Dieb an Weib und Kindern, und gehörte ich »tcht alsdann in den Kettenthurm auf's Galleh, und gefitzt'-) und |e6ranrtJti"^ ich nid?t Courage? Der Mann muß Herz Haien; selbst ist der Mann. Wer Andere thun läßt, was er selber un kann, wird bald Hunde auf Leckcnbach führen" 3). Punctum finis. I „Jedes unserer Haare ist von dem Herrn gezählt;" sprach Heraus; „wir stehen überall in Gottes Hand, und öfter ist als Ue- wvinder zurückgekehrt, den sein. Volk verloren wähnte." Steckelburger wischte sich den Schweiß von der Stirne. - md ihrer dreie, ächte Bürgerskinder von Straßburg," sagte er die °°ch dato leben und dieselbe Reise nach Engelland gemacht haben - w alte Schwobegerber, dem Rathsherr Schützenberger sein Sohn, >nd der UummeGimbler in der Kinderspielgaß'; wie heißt er nur? JtT6, bnB ba3 Cngelland nicht allen Leuten den Hals tet. Es kann gesetztcrweis auch bei mir zum Guten ausschlagen i" b,natifC- aR“n" ""'ß stch auf Alles präpariren. Wa- • .** to*a lur mein Haus sorgen. Sie, Steckelburgerin, ist alt fen "S ’S ’U!t lenl Haushalt und dem Laden genug zu . Dämel führt meinetwegen die Strazzo fort und 's Ko. iS' fUM ,?Cr ®d,‘n,l)battiR kann den Ausläufer machen. Mit iält JSS fln elnfCm M^n, der 's ganze Hans int Äug' i' 7*$ toet& zw" brave Herren, die wollen Sorg' d'rauf Lr'en^' s *" utlb mich auf meiner X t „ ?““* eVl,(;,9t W-ru»>? Der Herr Magister da ' T', Unb S'b's ihm. Und der Herr P-edder $ie SMnd'^S das Susel gern, und ich geb's ihm auch. 'i°2»it ift S" wollen wir jetzo halten, und chz £Qa ', 'nn lcb r.on Laudon zurückgekommen bin, oder ^agen^nach der Ankunft meines — meines Todtenscheins." ! z? I!" Kirchhof bei Straßburg. J Mit giuthen gestrichen. , , olumirt fein. ) -tieriobung. — Nach einem schweren Seufzer fügte Steckelburger hinzu: „Geb Sie mir ein Gläschen Quetfcbelwasser, Christiane. Ich bin vom Reden alterirt, und die Nervenkrankheit ist frei oben an, wie der Doctor sagt." Die Töchter waren wie vom Blitz getroffen. Ihre Augen suchten die der Mutter. Als Frau Christiane aber ruhig'und schwerfällig an das Eckschränkchen ging, um das Zwetschenwasser zu holen, wußten die Mädchen gar nicht, was sie von ihrem Betragen haben sollten. Erröthend vor Unwillen standen sie da. Heddäus näherte fich seiner Salome mit süßlichen Worten und blickte ihr eulenmäßig in's Antlitz. Salome drehte sich halb von ihm weg. Hauptvogel seinerseits, tappte, schmatzend mit dem Munde, nach Susannens Hand. Die Jungfer zog sie schnell zurück. „Po! was sollen die Kraman- zien 5)" fragte Hauptvogcl mit breitem Gelächter! „Schlag' Sie ein, Jungfer, und danach ein sonstig Schmizzel 6) — Aber Susanne stieß ihn heftig von sich, und sagte: „Pfui tausend, schämen Sie sich in Ihr Herz hinein. Lieber wollt' ich katholisch werden und eine Klosterfrau, als Ihre Liebste. Der Vater, denk ich, macht nur Spaß, und wenn's ihm Ernst wäre, so würde ich auch meinetwegen Ernst machen." (Forts, folgt.) 5) Umstande oder Zierereien. 6) Küßchen. , Was giebt es Neues? — Den Freunden und Verehrern des Gambrinus wurde eine unerwartete Freude bereitet. Die gestrige Polizei-Tare für Frankfurt zeigt einen Abschlag des Bieres an, und zwar von 10 fr. auf 8 fr. pr. Maas. Ob die H.H. Brauer diese Freude theilen, fönnte füglich bezweifelt werden. — Seit einigen Tagen, schreibt die F. Pz., wird die Einwohnerschaft von Franffurt und die Bevölkerung der Umgegend durch ein Gerücht beunruhigt, welches immer mehr an Consistenz gewinnt. Es soll sich im hiesigen Stadtwalde eine aus der Kreuz- berg'scheu Menagerie entsprungene Hyäne umhertreiben, die mehrere Leute an verschiedenen Orten gesehen haben wollen. Gestern wurde durch den Forstmeister die Sache zur amtlichen Anzeige gebracht und heute soll durch das Forstpersonal und die Feldschützen eine größere Streife abgehalten werden. Von Seiten unserer Polizeibehörden wurde die Vorsorge getroffen, daß die aus den Sachsen- häuser Thoren gehenden Personen von der Sache in Kenniniß gesetzt werden. — Kürzlich soll in Frankfurt eine eigenthümliche Wette stattge- - fanden haben, die jedoch durch einen Gensd'armen verhindert wurde. Ein Bursche kam vom Gallenthor her und seufzte unter der Last eines dreißig Schuh langen, etwa achtzölligen Balkens, den er auf den Achseln liegen hatte. Das Gesicht des Trägers war hochgeröthet und es war zu befürchten, daß der Mann jeden Augenblick einen Schlagfluß bekäme. Als der Gensd'arm den Mann wegen der zu großen Last beredete, sagte dieser, es gelle eine Wette, er müsse den Balken noch bis an das neue Thor tragen und dann gehöre er ihm und er bekäme noch 30 fr. ertra. Darauf hin mußte der Mann den Balken abwerfen und für dessen anderweite Fortschaffung Sorge tragen. — Vor dem Casseler Schwurgericht hat die Verhandlung gegen den Museumsinspeetor Appel begonnen. Der Angeklagte hat den Münzendiebstahl eingestanden und wurde zu 12 Jahren Zuchthaus verurtheilt. 48 — Neckar und Rhein wachsen noch immer und der bereits an- Als Geschenke für die Bibliothek des Central-Vereins sind eingerichtete Schaden ist nicht unbedeutend. — In Freudenberg hat sich das schreckliche Unglück ereignet, daß die dortige Fahrbrücke, beim Ueberfahren über den hochgehendcn Mainstroni, umschlug und zwei bespannte Wagen und 17 Personen untcrsanken. Sechs Menschen ertranken, auch drei Stücke Vieh blieben tobt. — In Würzburg bat sich ein s. g. Nachtwandler durch das Herunterstürzen von dem Dache eines Hauses hoffnungslos verwundet. — Zu Genf ward neulich ein aus dem Bagno von Toulon entwichener Räuber verhaftet, der einige Zeit zu Lausanne mit zwei Weibspersonen, in deren Kleidungsstücken 80,000 Frcs. in Banknoten eingenäht waren, auf großem Fuße lebte. — In dem Dorfe Bürgerwald bei Danzig hat sich ein erschütternder Unglücksfall zugelragen. Ein Einwohner kommt des Morgens taumelnd aus der Schenke, in welcher er die Nacht über gezecht hat, in seine Behausung, wo die Frau bereits den Kaffee zubereitet und die dampfende Maschine auf einen Tisch gestellt hat, neben welchem die Betten der Kinder sich befanden; der trunkene Vater will sich eine Tasse Kaffee eingießcn unv schüttet dabei den ganzen Inhalt des Gefäßes auf die Kinder; ein siebenjähriger Knabe erblindet auf der Stelle unv stirbt nach unsäglichen Qualen am dritten Tage; das dreizehnjährige Mädchen hoffen vie Aerzle zwar zu retten, jedoch werden hier lebenslängliche Verletzungen zurückbleiben. — Es sollen Depeschen nach Constantinvpel unterwegs sein, mit der Erklärung, daß Rußland von seinen Forderungen an vie Pforte nicht abstehen könne. Nachrichten aus dem Gebiete der Staats- und Volkswirthschaft, mitgetheilt von Otto Hübner. Berlin, den 15. April (Schluß.) Der Central-Verein wird fortfahren, mit allen ihm zu Gebote stehenven Mitteln de» von ihm als richtig erkannten Ansichten Geltung zu verschaffen, und so nicht nur das Interesse ver Deutschen, sonvern auch das wirkliche und vernünftige Interesse Brasiliens zu vertreten. Gewiß kann derselbe auf den gesannnten ehrenwerthen Theil der Deutschen Presse rechnen, wenn er vessen Mitwirkung in dieser für ganz Deutschland und die Ehre des Deutschen Namens so wichtigen Angelegenheit in Anspruch nimmt. Mancher, der über die Stellung des Central-Vereins in dieser Angelegenheit vielleicht im Unklaren gewesen, wird durch die obige Darlegung belehrt sein, auch kann eine sachliche und anständige Discusston Vieser Angelegenheit nur nützen, dagegen wird der Central-Verein hämische und pöbelhafte Angriffe, die von betheiligten Personen aus leicht begreiflichen Gründen gegen ihn gerichtet werden, so wie bisher auch künftig unbeachtet lassen. — — Hierauf theilte ver Vorsitzenve mit, daß die Königl. Ministerien für den Handel re. und des Innern dem Central-Vereine 40 Erem- pfare der denselben von dem Bremer Nachweisungs-Büreau eingereichten Rechenschafts-Berichte zur angemessenen Verwendung übergeben haben. Die Königl. Regierung zu Trier hat die statistische Zusammenstellung über die vorjährige Aus- und Einwanderung im dortigen Regierungs-Bezirk eingesanvt, und das Königl. Polizei- Präsidium mitgetheilt, daß den Herren W. Fehr mann und John Henry Dreyer zu Bremen, Firma: Lüde ring u. Cvmp., von dem Königl. Ministerium für Hanvel re. vie Concession zur Beför- verung von Auswanverern für vie Deutschen Staaten ertheilt worden sei. ___________________________________________________ gegangen: 1) Das Buch für Auswanderer nach den Vereinigten Staaten u. s. w., von Schrader. Leipzig, bei Haendel. Ein Buch voller Jrrthümer (unter diesen auch der, daß der Central- Verein in Mittel-Amerika colonisire; eine Verwechselung mit Si M i s £ e l l e. wandte ist eine .sechzigjährige Urenkelin. »regen, wie — „Ste ^gerecktem F !ing zu unter ibniß an, un ine lange Wei „Säßla;" J : „Du wir cht heirathen iirle das Ma i wollte, un mehr!" ,,Wa — ' Mburger zr ne die eitel; lder sein, un‘ ticken!" — - i kein Lamm, re Flammen i ich Sie ni Mtzgras und »er ein Gewi wuchen, und |r ein Beinel So wie ti 1$ an den G . ; «er angeblick t Pgfer i. Hat «grob ist S । > f und taufe» . ch Offizier im j die höchste : i g Mutter stief . ' ft geh' auf d ' : mich nut JJ „Dagebiie ’ h Christiane i besser, daß r ist auch ei »men, und d . Mn es dable , ir Herren!" „Dableibe . Ä in ganzer , dj ich Euch der hiesigen Colonisations-Gesellschaft für Central-Amerika!). Dabei ist oft das Wichtigste ausgelassen und Unrichtiges angeführt, so daß das Buch als sehr wenig brauchbar bezeichnet werden muß. 2) Kompas für Auswanderer nach den Vereinigten Staaten Nord- Amerrkas von Evuard Pelz in New-Kork. Ein kurzes, practisches Handbüchlein mit nützlichen Fingerzeigen. Mit Vergnügen vermißt man darin Angriffe auf die Deutsche Gesellschaft in New-Kork, welcher der Verfasser früher heftig entgegen getreten ist. Er hätte aber weiter gehen und das Nachweisungs-Büreau der Deutschen Gesellschaft nicht gänzlich ignoriren, sondern geradezu hervorheben sollen. Nach dem Vorsitzenden sprach Herr Wilhelm Rose, welcher kürzlich von einer Reise aus dem Orient zurückgekehrt ist, über die Hindernisse einer Deutschen Colonisation in Syrien und Klein-Aßen. Demnächst gab Herr Dr. Stolle Mittheilungen über die neue Erfindung eines Hrn. Rietsch, aus Malz und Getreide einen festen, Jahre lang dauernden Ertract (Ze'ilithoid oder Getreidcstein) zu bereiten, durch dessen Auflösung in kochendem Wasser man jederzeit ein schmackhaftes Bier Herstellen kann. Diese neue Erfindung, welche namentlich auch für vie Auswauverer von Interesse ist, indem es sich zrim Schiffs-Transport eignet, und ein Quart so gewonnenen Biers nur etwa 9 Pf. kostet, wurde von vem Redner durch Vorzeigung des Getreidesteins und des daraus gewonnenen Biers erläutert, und gewährte um so größeres Interesse, als sich die Versammlung durch das Kosten der herumgereichten Proben von der Schmackhaf Qtmuu.u wuu,«, V.. —'“l"...........o a—' " . . . M,,, Ildessen versch Abhandlung: nämlich die Widerlegung vie,er Grunde unv die ^roetle stellte gleichungs-Punkte mit Deutschlanv, zum Gegenstände eines dritten flnt Vortrages zu machen. , -r^m-n Sapperlw Die Sitzung war sehr zahlreich, namentlich auch von D besucht. *) Verschimmc 5 So »'et atz ’) Aufsehen. 9 ast »ersteine 6) Gespenstisch, der Stadt o tigkeil des Biers selbst überzeugen konnte. Schließlich erhielt Herr Dr. Heising vas Wort, welcher feinen Vortrag über vie Englischen Colonial-Systeme fortsetzte. Nach einer kurzen Recapitulalion der Einleitung wies derselbe vie schöpferische Kraft, des bei allen Englischen Colonieen (mit Ausnahme Ost-Indiens) durchgehenden Princips des Selfgovernments nach und entwickelte den auf riese Erscheinung gegründeten Standpunkt einer neuern na; lional-vkonomischen Partei in England, der sogenannteit Manchester' Männer, welche nach dem Vorgänge Sir Molesworth's die Behauptung aufstellen, es sei int Interesse Englands, sämmtliche Colomecir aufzugeben. Der Redner führte mit großer Klarheit die einzelne« Gründe auf, welche diese Schule für ihre Ansicht aufgestellt, uns ließ sich, da die Zeit bereits ziemlich vorgerückt war, durch reu all-; gemeinen Wunsch der Versammlung bewegen, den dritten Theil der — In Williamsburg in Nordamerika lebt die älteste Frau M 5 Welt. Mrß. Singleton ist 131 Jahre alt und ist lebhaft, mu' , und gesund. Nur das Gesicht har sie durch eine Masern-Kra'chy verloren. Sie hat alle ihre Kinder Überlebt; ihre einzige Druck und Verlag Oer G. D. Brühl' scheu Buch- und Steiuörurferei. i sind ein- Beilage. 'N Staaten Ein Buch r Central- selung mit Amerika!), chtiges an- nr bezeich: aten Nord- in kurzes, gen. Mit e Deutsche üher heftig r und das ht gänzlich e, welcher t, über die klein:!!! sien. die neue inen festen,, in) zu be- ederzeit ein ing, tnelche rem es sich men Biers Vorzeigung erläutert,. rsainmlung -chmackhaf lcher seinen Nach einer schöpferische st'Jndiens) entwickelte . neuern na: Manchester- >ie Behanp: ; Colunieen. ie einzelnen ■ stellt, uni । ch den all-, i Theil del, id die Der- tiieg dritten oon Dnmen । ie Frau M Steckelburger's Neise nach London. । ) TiJ E- Spind ler, n»dß(J (Fortsetzung.) „Säßla;" sagte Steckelburger, der indessen sein Gläschen geirun: । . „Du wirst den Pfedder nämlich heirathen." — „Ebenzumehr! 1 d}t heirathen, nie heirathen, in Ewigkeit nicht heirathen! re- j lirtf das Mädchen; „und den mocht' ich sehen, der mich zwin- l i wollte, und wenn Er's selber wäre, Babbe. Nun und nim- i rmehr!". .. , „n „Wa — wa — was ist das, Du freches Geschöpf?" fragte rckelburger zornig werdend. — Zugleich richtete Heddäus an Saue die eitelzuversichtliche Frage: „Meines Herzens Lamm wird lder sein, und seines christlichen Bräutigams keusche Flamme nicht licken!" — Das Mädchen erwiderte spitzig, aber gelassen: „Ich i kein Lamm, Herr Magister, und Ihres Herzens nun gar nicht, re Flammen gehen mich nichts an, und wenn ich Ihnen sage, j ich Sie nicht heirathen werde, weil Sie mir zuwider sind wie utzgras und verspürtes Schleckel '), so mach' ich mir um so we- ;cr ein Gewissen daraus, als Sie nur die Finger auszustrecken tuchen, und an jedem hängt gleich eine Braut, und das kostet Sie ir ein Beinel und ein'n Klotz" * * 4). I So wie nun an den Magister die Reihe des Verstummens, so « an den Gcgenschreiber die Reihe des Redens, und er schrie zu «r angeblichen Braut auf: „Was für einen Lärm mackt die figfer? Hat ihr Vater da zu reden, oder Sie? Potz Mordgalleh, I i grob ist Sie gegen einen angesehenen Mann, der zehnmal mehr i./'und tausendmal mehr Spähne hat, als ein armer Schlucker »Offizier im Regiment Elsaß." ■— Dieser Ausfall versetzte Salome I: die höchste Wuth. Sie wollte weinen, schelten, spektakeln; aber ^Mutter stieß sie in die Seite, und raunte ihr zu: „Halt's Maul, '■1 geh' auf deine Kammer, Du griddigs Ding; verdirbst sonst Alles, h’ mich nur machen." — 1 „Dageblieben!" rief der Vater, als beide Mädchen fort wollten. '[• Christiane entgegnete statt der Töchter: „Ebenzumehr! 's i besser, daß ste abfahren. Mach' er kein G'spradrel, a) und mor- i. ist auch ein Tag, und Susel will anfangen, zu heulen und zu innen, und das Säimel ist verdattert und g'schwacht 4) ohne Gnad', nun <8 dableiben muß. Geht nur zu, ihr Mädeln, guten Abend, it Herren!" „Dableiben!" wiederholte Steckelburger grimmiger und richtete si in ganzer Leibesgröße empor: „Kommt her, ihr Rabenmädeln, dj ich Euch mit Dachteln, ganz warm und stedig aufwarte!" — dessen verschwanden die Mädchen hinter der Thüre, und auf der Äwelle stellte sich die Mutter, die Hände in die Seite gestemmt, und antwortete dem Drohenden: Probir' Er's, Rabenvater! Sapperlot! Ich will ihm die Türkentrommel aufspielen mei- Awegen, wie fich's gehört, und wenn er das Stadtthier wäre 5). — „Steckelburgerin!" drohte abermals der Kaufmann mit »fgerecktem Finger. Da er sich aber nicht bewegte, um seine Dro- !aft, niunhli 'n-Krankh«r- zige Anvei' 9 Verschimmeltes, eingekochtes Obst. Sv v'el als nichts. ’) Aufsehen. S versteinert und wird ohnmächtig. ) Gesxenstische Erscheinung, di- zur -Nachtzeit, — wie di- Sag- geht — di- Gassen °kr Ä-tadt durchrennt. selbst die Besucher, denen die Magd leuchtete, an die Hausthüre, und jagte dort mit Gruß und Handschlag zu ihnen: „'s bleibt dabei, Ihr Herren. Ich bin ein alter Straßburger und schätze eines Mannes Wort so hoch, wie die alten Deutschen. Es bleibt dabei, Ihr Herren Tochtermänner in Hoffnung. Was hätten wir denn, vor den Welschen voraus, wenn wir nicht das gegebene Wort, halten wollten?' --- Hierauf legte er sich zu Beite, ohne mit seiner Frau eine Silbe zu reden. Doch war sein Schlummer stürmisch, uno am andern Morgen verließ er ganz frühe das Haus, um seiner Freunde Gratulationen und Condolenzen einzusammeln. So reich nämlich die Erbschaft erschien, so gefährlich schien die weite Reise als Conditio sine qua non. — Es war zu jener Frist noch nicht die Zeit gekommen, die alle Länder einander näher gerückt und aus einer Fahrt nach London zum Beispiel, eine Spazierfahrt gemacht hak. Während Steckelburger prahlend und klagend, rathlos und angstvoll seine Runde machte, legte Susanne der Cousine des Gerbers Riffel, einer alten Jungfer und Kleidermacherin, einen prächtigen Stoff vor und wies sie an, ihr daraus ein vorzügliches Kleid zu schneidern. Die Jungfer Borstin äußerte ihr Entzücken über den herrlichen Stoff, und fragte, nachdem sie sich mit ihrem Handwerkszeug in Tuschens Zimmer etablirt hatte, neugierig und zögernd zugleich, zu welchem Behuf das Kleid bestimmt sei? — „Mein Hoch- zeitsrock:" antwortete Susanne kurz. ; „Uh bah!" versetzte die Schneiderin: „das wird doch nicht (ein? Over ...?" — „Nun ja, Jungfer Borstin: ich bin eine Hochzeiterin. Der Babbe ist reich worden und gibt mich dem Gegenschreiber Hauptvogel." — Nach einiger Verwunderung wollte die gute Borstin Den obligaten Glückwunsch abstatten, allein Thränen erstickten ihre Stimcke. — „Was weint Sie, Jungfer Nachbarin?" „Ach, ich weine um ein gebrochenes Herz, Jungfer Steckelbur- gerin." — „Ach, was für Stembeneyen! 6) Sag' Sie die Wahrheit." — „Mein armer Vetter, der Riffel, ist des blassen Tods, wenn er das hört." — „Schweig' Sie, Borstin. Was macht sich der aus mir?" „ So? und sein Bries, den Sie nicht einmal beantwortet hat?" — „'s Papier ist gedulvig. Der Riffel ist ein grober Mensch." — „Er will sich ändern, hat sich schon changirt." — „Glaub's nicht; aber unrecht ist doch von mir, daß ich bis daher vergessen habe, ihm zu antworten. Nun hab' ich jedoch eine Urfatb’. Ich sag' ihm vaß mich der Hauptvogel kriegt, und so weiß er denn glatt Bescheid." — „Versündigen Sie sich nicht, Jungfer Susel." — „Wie meint Sie das?" — „Könnt' Sie's über's Herz bringen, dem armen Burschen das zu schreiben?" — „Po! muß noch gar viel übers Herz bringen!" —„Wie das?" — „Ha, muß ich nicht den Gegenschreiber heirathen, und mag ihn doch nicht. — „Jst's wahr?" — „Der Pflurttschi 7) ist mir frei zuwider wie Lakrizenfaft." — „Jst's möglich!" — Ich möcht' lieber den blassen Tod, als den rothen Dickkopf." — „Das glaub' ich; 's wär auch nicht mein Geschmack. Warum aber thut Sie ihn heirathen?" — „Der Babbe will's." — „So? und die Mamme?" — „Der ist's einerlei. Ich hab' keine Hülfe, und muß mich drein ergeben." (Forts, folgt.) 6) Einfältig- Erdichtung. ’) Pausbackiger Mensch. Was giebt es Neues? — Bei Wetzlar wurde dieser Tage ein junger kräftiger Mann von einer Biene in eines seiner Ohrläppchen gestochen, worauf ihm alsbald der ganze Körper anschwvll, die Tollwuth ausbiach und sechs Männer ihn kaum bändigen konnten. Aerztliche Hülfe stellte 50 itjn aber bald so her, daß tr den nächsten Tag wieder ausgehen konnte. — Die Cmwefsivn 3um Dau einer Eisenbahn von Wiesbaden bis Lahnstein, längs des Rheines, ist dem Bankier Donkvn und Coinp. aus London erlheilt worden. — Bor einiger Zeit lief, wie damals auch berichtet, der ISjäh- rige Sohn eines Beamten in der Rheinpfalz mit dem Inhalt seiner Sparbüchse auf und davon, stieg in Havre zu Schiff unv entkam unangefochten nach Ämerika. Dieser Tage aber kehrte das frührelfe Bürschchen nackt und elend wieder in's Baterhaus zurück, und weiß Geschichten zu erzählen, welche manchem Aelteren, der sich mit gleichen Reisepläncn trägt, eine „Gänsehaut" machen dürsten. — Eine der schönsten Krauen Berlin's, Gattin eines sehr geachteten Beamten, ist mit einem Grafen durchgegangen, was in Spree- Athen großes Aufsehen macht. — Ebendaselbst ist ein Mann seiner Frau, die früher an einen berühmtcn Arzt verheirathet war, davon- gclaufen, bat aber nicht vergessen, eine bedeutende Summe mit stch zu nehmen. Auch dieser Fall wird viel besprochen, da es stattkundig ist, daß das Ehebündniß gegen allen Willen der Verwandtschaft der Frau geschlossen wurde. — In dem bei München gelegenen Orte Berg am Laim hat sich ein erst 11 Jahre alter Schneiderlehrling auf dem Heuboden seines Meisters aus „Lebensüberdruß" (!) erhängt. — Nach sieben Jahren wird Heuer wieder die Heiligthu ms- fahri in Aachen stattsinden, bei welcher der jedesmal zu vielen Tausenden dahin strömenden Menschenmenge vom Thurme des Münsters die großen Heiligthümer gezeigt werden, unter denen die vornehmsten chlgende sind: ein Kleid der h. Jungfrau, die Windeln Christi, ein L-tück Leinwand, auf welches das blutende Haupt Johannes des TäuferS gefallen ist, das Leintuch, mit welchem die Lenden Christi am Kreuze umwichelt waren u. s. w. Alle diese Heiligthümer, welche Kaiser Carl der Große aus dem Orient erbielt, werden seit den Zeiten dieses Kaisers, des Stifters und Erbauers des Münsters, aufbewahrt, und wurden von demselben dem Stifte geschenkt. Aehnliche Heilig- thünier bewahrt die ehemalige berühmte, eine Stunde von Aachen gelegene Abtei Corneli-Münster, welche unter den karolinischen Kaisern gestiftet wurde. Auch diese Heiligthümer werden gleichzeitig mit den Aachenern, und ebensalls jedesmal nur nach sieben Jahren öffentlich von der Altane des Thurmes gezeigt, und von den meisten Pilgern als ein ergänzender Theil der Aachener Hciligthumsfahrt betrachtet. — Seit einiger Zeit coursiren in Berlin wieder falsche sächsische Einthalerscheine. — In Wien wird gegenwärtig ein Irländer, der seit 9 Jahren in Oesterreich lebt, wegen Banknotenfälschung abgeurtherlt. Außer diesem Verbrechen Hal derselbe auch noch Betrügereien bis zur Summe von 196,000 fl. C.-M. verübt. — Ein anderes Wiener „Ereigniß" ist folgendes: In einer Vorstadt sind seit lange ein reicher Speculant und ein armer Brannt- weinverkäufer Nachbarn. Ersterer macht häufige und große Reisen, die letzterem Zeit lassen, der Frau Nachbarin die Cour zu machen, die es sich auch gern gefallen läßt, und nach und nach ihrem darbenden Liebhaber vieles Geld zusteckt. Diese und andere Folgen des „Verhältnifses öffnen endlich dem Speeulanten die Augen, unv, um der Schande zu entgehen, stiehl das liebende Pärchen auf's Land, mielhel ein Zimmer und will den- Tov suchen. Die Wirlhsleule hören auch bald Winzeln und Aechzen, sprengen die Zimmerlhüre und finden die Frau gänzlich entkleidet, mit durchschnittenen Adern bereits tobt am Boden liegend, den Mann noch aufrecht, mit eben geöffneten Adern. Er wird bewältigt, verbunden, und festgesetzt, die Frau begraben, und ließ es sich, ihr Gatte nicht nehmen, der Leiche die letzte Ehre zu erweisen! — — Neuere Berichte melden, daß zu Ende der letzten Woche mutt dings ein Aufstand in Mailand befürchtet, zahlreiche VerhaftuiW vorgenommen, Waffen confiscirt und Truppenverstärkungen nach dirigirt worden seien. — In Spanien wüthet die Hungersnvth. In vielen Ort, haben die Leute die Saat-Kartoffeln wieder aus der Erde gern» men, um ihren Hunger damit zu stillen. Ein officielles Urthkil aus Frankreich über das Bremn Auswandererwesen. Das Journal des Debats vom 25. v. M. theille einen brat Moniteur universel entnommenen Bericht des Grafen R e i n Harn an den französischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten über das Auswanderer-Haus in Bremerhafen und die wichtigsten Bestimmungen der Bremer Gesetzgebung über das Auswandererwesen mit. Nachdem jene großartige Anstalt und die Vortheile geschildert nw den, welche sie den Auswanverern gewährt unv sodann hervorgehoben worden, durch welche gesetzliche Bestimmungen, namentlich W Gesetz vom 9. April 1849, die hiesige Staatsregierung bas Mols der Auswanderer zu fördern bemüht gewesen, schließt der Grg Reinhardt seinen Bericht mit folgenden Aeußerungen: „Die beveutende Vermehrung der Zahl der Auswanderer welche sich über Bremen nach Amerika begeben, hat die Re gieruug unv den Haudeistanv Bremens für die Sorge tnh schädigt, welche beive dafür getragen haben, vaß Alle, welch sich in die neue Welt begeben, Ursache haben, zunächst mi ihrem Aufenthalt im Gebiete des Freistaats zufrieden zt sein, vaß sie dort ferner die billigsten UeberfahrtsconNacN abschließen können unv daß sie während ihrer Ueberfch durch die sichersten Garantien geschützt sind." „Nachdem ich mich kürzlich mit eigenen Augen von d guten Resultaten habe in Kenntniß setzen können, welche Schöpfung des Handelstandcs (das Auswandererhaus) ui| die Gesetzgebung Bremens gehabt haben; erlaube ich mir bii Aufmerksamkeit Ew. Errellenz darauf hinzulenken, daß ci im wohlverstandenen Inter, sse der französischen Seestädte, ii denen man sich mit dem Transport von Auswanderern ich Amerika beschäftigt, wie nicht minder im Jnlereffe der 'M Wanderer selbst liegen würde, wenn Bestimmungen, ähnln denen, welche die Bremer Gesetzgebung vorschreibt, bezüglis der Auswanderung in Kraft gesetzt würden." Wir haben häufig unsere Ueberzcugung ausgesprochen, daß dz deutsche Auswanderer, dem sein und der Sein!, en Wohl am Hctj zen liegt, sich von ven fremden Seehäfen fern halten und nur dcch sche Hafen zu directer Ueberfahrt wählen sollte; es ist uns nalüll lich sehr erfreulich, vaß diese unsere Ueberzeugung Bestätigung ftw in vem Urtheile von Fremden, ivelche die eigenen Einrichtungen mit den deutschen zu vergleichen Gelegenheit gehabt haben. — Dorzugss weise dürfen wir aber in dem amtlichen Bericht des Grafen Rein harvt ein ehrendes Zeugiriß für Vie Bremer Einrichtungen finden Und doch hat dieser eines Instituts keine Erwähnung gethan, welches solche wahrlich verdient hätte, das Nachweisungsbüreau für Achs wanvercr, welches mit unermüdeter Umsicht für Vas Wohl der Ack- D. A. Z. J der in Bremen angekommenen Auswanderer belli auf 2500. Die bereits für die Ueberfahrt eüG schifft gewesenen Passagiere sind, weil sie am Bord von der Källl litten, wieder ausgeschifft unv im Auswanderungshaus in Brem< __________Hafen einlogirt worven.___________________ D. A. Z. I; Druck unv Brriag brr G. D. Brühl'scheu Büch- unv Llruibruckrrei. wunderer wacht. Die Anzahl stcb am 4. März J^26. Beilage.| Steckelbnrger's Reise und) London. Sßon C. Spindler. (Fortsetzung.) „Das thät ich nicht, Jungfer Susann)" fuhr die Schneiderin fort; „den Knollfink, den Gegenschreiber nahm ich nicht, und wenn sich der Mnnsterthurm auf den Kopf stellte." „Wie Sie schwätzt? Was wär' für ein Geschrei in der Stadt! Der Vater hat einmal sein Wort gegeben. Ich dürft' mich nicht mehr auf der Gasse sehen lassen. Ich bekenn' keinen Mann mehr." — „Oho! wühl' ich doch Einen, der alle. Finger darnach schlecken würde." „Ebenzumehr! wie heißt der Schlecker?" — „Mein Eou»n, der Rissel .... fallt Ihr der nicht ein?" — „Der am wenigsten Er würde sich einen Buckel lachen." — „Grad umgekehrt justement. Denn — erst gestern Hal er mir's durch des Michelbecken Bub sagen lagen: ec ist und bleibt in Sie geschossen, wenn er schon weiß, daß Sie ihn nicht leiden kann." — „Weiß er? Wer hat ihm das gesagt?" — „Ec hat sich's selber an den Fingern abgezählt." ,,@r ist ein schlechter Rechenmeister. Wenn er artig gewesen wäre .. ich tuschte ihn wohl leiden ...! aber das ist Alles in den Wind geredet. Uno wenn er mich noch wollte, und wenn der Hauptvogel mich oder ich ihn sitzen ließe, — der Riffel ist meinem Vater bös, und mein Vater hat schon den ulte» Riffel nicht leiden können. Es kam nichts Gutes dabei heraus." — „Jungfer, wenn Sie nur wollte, die beste Heirath käme heraus. Der Vetter hat Geld und Witz, hat die Bubenschuhe ausgetreten, und liebt Sie wie sein Herzens- kätzel." — „Schau, wie Sie zu flattiren versteht. Man möcht s Ihr au'fs Wort glauben, Borstin." — „Der Schluck Wasser da soll mir zu Gift werden, Susann', wcnn's nicht wahr ist." „Sinn, weiin's meinetwegen so ist, was Hilsts? Die Eltern wollen einmal den Hauptvogel." — „Der Vater will ihn, aber die Mutter will ihn nicht, das weiß ich schon. Der Vater muß am Ende immer thnn, was die Mutter will. Da hätt' Sie schon Beihülfe genug, lind wenn der Cousin selber da wäre...." — „Nun was hernach?" — „Da wühl ich schon Einen, der Pech ') geben und Platz machen müßte, und der wäre der Gegenschrciber." — „Ja, Hagenbuschen wär' er genug, Ihr Cousin. Aber mein Vater, dem dürft er nicht mit dem Farrenwadcl 1 2) kommen?" — „B'hüt uns Gol. Er würde ihm kommeu mit freundlicher Hand, und würde sagen: Herr Nachbar, mein Vater war Ihm feind, ich will Ihm gut fein. Er war mir feind, aber Er soll mein Freund werden und mir Seine Tochter Susel geben, damit in der Kinder Liebe Feindschaft der Eltern ersticke. So würde er sagen, und Ihr Babbc würde das verstehen und Ja sagen." — „Das würde er meinetwegen, wenn der Riffel frei so käme, aber leider rennt die Zeit, und der Riffel ist nicht hier." — „Der wäre gleich da, Jungfer, auf der Stelle. Heidelberg liegt nicht vor der Welt draußen. Des Michelbecken Bub geht morgen dahin; er reitet Kourier für einen vornehmen russischen Herrn. Potz tausend: ich möchte das Tiinkgeld haben, das ihm der Vetter reichen würde, wenn er den Brief brächte ..." „Den Brief? welchen?" — „Ho, Ihren Brief, Jungfer." — „Meinen Brief? Hm, was sollt' ich ihm wohl schreiben?" — „Daß er kommen soll, Sie von dem Hauptvogel loszumachen." „Was denkt Sie? wie sollte ich . . .." das würde sich bös schicken. Schreib Sie's ihm, mir an." — „Schneckentänz! wo kann ich schreiben? ^) 1) weiche». 2) Ochsenziemer. 3) Kann ich denn schreiben? „So? Sic hat's nicht gelernt? Dann weiß ich nicht, was zu machen ist." _ „Soll ich's dem Michelbeck seinem Buben mündlich auftragen ?" — „Oho! das wäre närrisch von klugen Leuten." — Oder soll ich's durch einen andern schreiben lassen?" — Ebenzumehr, daß ich in aller Leute Mäuler käme! Eher noch thät ich's selber, wenn Sie und der Riffel schweigen könnten." — „Nur Geduld: wir verzolteln gewiß kein Geheimniß." „Wenn es etwas Helsen könnte .... ich schwanke wirklich. Im Grunde hab' ich den Riffel mit meinem Bösthun mehr verirren wollen, als ihn affrontiren." __„Ach, wenn Sie ihm das sagte: er käme so schnell wie ein Falke, den Hauvtvogel zu verjagen." — „Ich sollt' es vielleicht nicht thnn, es schickte sich gewiß nicht, ... dennoch, wenn ich den Brief recht schön zu machen wüßte ..." — „Goldige Jungfer! ich Helf' Ihr daran und's Michelbecks Sohn reitet erst am Nachmittag ab. In einer Stunde haben wir beisammen, was wir brauchen. Laß' Sie sich erweichen, Jungfer Susanne. Gott wird's Ihr an schönen Kindern vergelten " — „Will Sie wohl schweigen, Sie abscheuliche Person! Auf Ihre Verantwortung also!" — und die Jungfern setzten sich hi» und schrieben, statt an dem Hochzeitkleid zu arbeiten. — (Fortsetzung folgt.) Was giebt es Neues? — In dem Gebäude der Darmstädter Bank für Handel und Industrie wurde am 21. d.M. die erste Generalversammlung in dem Conferenzsaale der Vcrwaltung abgehalten. Die Sitzungen sollen bis spät Abends gewährt haben. — Am 22. d. M. schnitt sich in Frankfurt a. M. eine schon mehrmals in Wahnsinn verfallen gewesene Bürgersfrau die Gurgel durch. — Bei der knrhessischen Regierung ist der Bau einer Etsenbahn von Bebra über Fulda nach Gemünden, beziehungsweise Hanau, für den Fall bereits cingeleilet, daß die Main-WerraBahn nicht nach Gerstungen zum Einschluß an die thüringische und Friedrichs- Wilhelms-Nordbahu, sondern nach Eisenach geführt werde. Daraus wächst dem Bauproject der Main-Werra-Bahn von Eisenach ab eine gjährliche Coneurrenz. — Der wegen Betheiligung an der Ermordung Lichnowskv'S und Auerswald's seither in Frankfurt a. M. gefangen gehaltene Schneidergeselle Rückert von Weinheim ist wahnsinnig geworden und deshalb in das Irrenhaus übergebracht. — Bet Neckargemünd flüchteten bei einem Gewitter sieben Personen unter einen Baum. Kaum dort angelangt, schlug der Blitz in den Baum, warf alle Personen besinnungslos darnieder, tödlele aber merkwürdigerweise Niemand; blos Brandwunden trugen einige davon. — Die Isar hat durch rasend schnelles Wachsen wieder viel Unheil angerichtet. Die tieferliegenden Thcilc Münchens und die Vorstadt Au waren unter Wasser gesetzt, die Bewohner wurden mitten in der Nacht durch Allarmschüffe geweckt und mußten eiligst auf die Speicher flüchten, Brücken wurden fortgerissen, die Wasserleitung zerstört, so daß mehrere Stadttheile ohne Wasser sind, u. s. w. — In Magdeburg hat sich eine 74 Jahr alte Frau an einem Fensterkreuze erhängt. — Die Studenten in Jena haben viel Unglück erlebt. Ihre Wechsel sind ihnen unterschlagen worden, nicht alle, aber doch eine Anzahl im Betrage von 1300 Shakern. Der Briefträger auf der 52 Post ist mit ihnen verschwunden und wahrscheinlich nach Amerika. Tagtäglich kommen noch Anzeigen eingeschickter, aber nicht abgegebener Gelder. Mancher wollte seine Wechsel gern verloren haben, wenn nur nicht der ungetreue Briefträger auch Frau und Kinder in Noth und Jammer zurückgelassen hätte. — Ein ercentrischer Engländer, der seit einigen Jahren in Madrid lebt und von den letzten Mauren-Königen Granada's abstammen will, hat der Regicruug den Vorschlag gemacht, den Armen Galiziens eine Million Realen zu schenken, wenn man ihm erlauben will, sich in dem Stammschlosse seiner Ahnen, in der Alhambra, sein Grab zu bauen. — Die Regierung hat diesen Antrag abgelehnt: — Franz Löher's „Aussichten für gebildete Deutsche in Nordamerika" sind jetzt gesammelt in Berlin bei Springer erschienen. Das treffliche Buch verdient von Auswanderungslusiigen besonders studirt und beherzigt zu werden. ■— K. Heinze» in New-Dork hat eine Broschüre herausgegeben, wozu ihm der Mordversuch Libeny's Den Stoff gab. Diese Schrift, unter dem Titel „Mord und Freiheit, den Manen des Freiheilshelden Libeny gewidmet" ist in Baden mit Beschlag belegt. — Klapka und Libeny haben sich erboten, ein aus 30 Tausend Mann bestehendes polnisch-ungarisches Hülfscorps der Pforte zur Verfügung zu stellen. Ihr Antrag ist vorerst nicht angenommen worden. — In der Provinz Malaga, vorzüglich in der Nähe der Stadt Anteguera, hat ein furchtbarer Hagelschlag nicht allein die Felver verwüstet, sondern auch die Hoffnungen der Winzer, besonders der Rosinenzieher, gänzlich vernichtet. Auf sieben Meilen im Umfange ist bei Anteguera kein Blatt am Weinstocke geblieben; es fielen Hagelkörner, die 20 bis 26 Lth. wogen. Bei Anteguera wird bekanntlich die beste Rosine gezogen, die als Malaga-Rosine in den Handel kommt. — Eine telegraphische Depesche vom 13. Juni meldet aus Konstantinopel: Die Ueberreichung eines letzten russischen Ultimatums an die Pforte hat sich bestätigt. Die britische Flotte befinvet sich vor den Dardanellen, die französische bei Tenedos. Der österr. Jnternuntius, Herr v. Bruck, wird morgen in Frankfurt erwartet. Wechse'cours auf London 120. — Eine weitere telegraphische Depesche vom 11. Juni meldet aus Odessa: Das vierte russische Armeecorps unter General Lüders hat Marschbefehl nach Ismael erhalten. Den Oberbefehl über beide Armeecorps führt der Fürst Gortschakoff. Zum obersten Befehlshaber über die gesammte Operationsarmee und Flotte ist Fürst Menschikoff ernannt. Nachrichten aus dem Gebiete der Staats- und Volkswirthsehaft, mitgetheilt von Otto Hübner. Berlin, den 25. Mai. Die heutige öffentliche Sitzung des Central-Vereins für die Deutsche Auswanderungs- u nd C o l oni sa tio n s - A n g e le g e n h ei t wurde von dem Vorsitzenden, Reg.-Rath Dr. ©neblet, mit dem gewöhnlichen Geschäftsberichte über den letzten Monat eröffnet. Hiernach stellt sich die Auswanderung im Allgemeinen nicht so stark als im vergangenen Jahre heraus. Viele scheinen den eindringlichen Warnungen vor übereilter Auswanderung Gehör zu geben; auch lauten die Briefe, welche die Ausgewanderten nach ihrer alten Heimath schreiben, nicht immer sehr erfreulich. Zn den Deutschen Regierungen, welche Verordnungen zur Regelung des Auswanderungswesens ihren Ständen vorgelegt resp. bereits erlassen haben, ist auch Oldenburg u. Lippe getreten. Auch die Zahl der Auskunfts-Büreaus für Auswanderer hat sich vermehrt, indem in Cöln und Braunschweig dergleichen eingerichtet worden sind. Der eingesandte Rechenschaftsbericht des Vereins zum Schutze der Auswanderer zu Frankfurt weist einen sehr erfreulichen Aufschwung der Thätigkeit dieses Vereins nach. Von den König!. Ministerien der auswärtigen Angelegenheiten und des Innern sind dem Central-Vereine die ofstciellen Berichte über das öffentliche Feilbieten der verlockten Deutschen Auswanderer in Rio de Janeiro mitgetheilt worden, wodurch die früheren Angaben über diese empörende Angelegenheit bestätigt werden. Die kräftige Jntercession des Preuß. Minister-Residenten ist leider dadurch illusorisch gemacht wordeu, daß man die Auswanderer schleunig auf ein Schiff zu bringen gewußt hatte, welches sie sofort aus dem Hafen entführte und von den nachgesandten Kanonenkugeln des Forts nicht mehr erreicht wurde. Was die einzelnen Einwanderungs-Staaten anbetrifft, so erscheint für Nord-Amerika das vom Staate New-Kork erlassene neue Gesetz von Bedeutung, wonach die Emigranlenschiffe künftig nur an öffentlich en Ausladestellen ihre Passagiere ausschiffen dürfen und diejenigen Sätze für die Eisenbahnen angegeben werten, deren Ueberschreitung bei dem Billetverkanf bestraft werden soll. Leider scheint dies Gesetz viel eher geeignet, die Auswanderer noch sicherer den betrügerischen Runners in die Hände zu liefern, als sie vor den Gefahren derselben zu bewahren. Empörend ist ein Gesetz, welches, den Zeitungen zufolge, der Staat Illinois erlassen hat. Hiernach darf kein freier Farbiger (d. h. ein solcher, welcher den 4. Theil Negerblut in sich hat) sich int Staate Illinois niederlaffen. Hält sich ein solcher Farbiger mit der Abficht, sich niederzulassen, 10 Tage im Staate auf, so hat er eine Strafe von 50 Dollars verwirkt. Kann er dieselbe nicht bezahlen, so soll er in's Gefängniß gesetzt und nach öffentlicher Ausbietung an denjenigen als Sclave verkauft werden, welcher Strafe und Kosten für i h n zahlt, und ihn so lange in b e r ©daueret halten kann, b i s er diesen Vorschuß abverdient hat!! Wird der Farbige endlich wieder frei und verläßt nicht binnen 10 Tagen den Staat, so wird die Strafe verdoppelt, das dritte Mal verdreifacht u. s. w. Jeder welcher einen solchen Farbigen in den Staat Illinois bringt, hat Geldstrafe von 100 bis 500 Dollars oder Gefänguiß bis zur Zahlung dieser Geldbuße und der Kosten verwirkt!! Solche Gesetze werden in dem „freien Amerika", und zwar in einem Staate, der nicht zu den Sclaven-Staaten gehört, erlassen !! ! In Venezuela macht das gelbe Fieber keine weiteren Fortschritte, und man hofft auf das baldige gänzliche Aufhören der Krankheit. In Surinam ist die Deutsche Commission eingetroffen, welche untersuchen soll, ob dieses Land sich zu Deutschen Ansiedelungen eigene. Volivia macht große Anstrengungen, Europäische Einwanderer in's Land zu ziehen, und hat zu dem Ende einzelnen Unternehmern großartige Concessionen ertheilt. Uruguay wendet der Colonisation große Aufmerksamkeit zu. Die Regierung von Uruguay hat sich durch ihren General-Conful für Preußen an den Central-Verein gewendet und dessen Unterstützung in Anspruch genommen. Bei der großen Wichtigkeit der La Plata-Länder für den Deutschen Handel und deren günstigen Verhältnissen für Ansiedelungen ist ihr diese Unterstützung unter der Bedingung zugesagt worden, daß vorher die erforderlichen Vorberei- tuNgs-Arbeiien nachgewiesen und Garantien für die Möglichkeit einer gedeihlichen Entwickelung künftiger Deutscher Colonieen gegeben werden. (Schluß folgt.) Druck und Bk klag dkp G. D. Brüht'scheu Buch- und Emnoruckerei, Als der iouverts auf nn gegenübe artete mit ( ich selber käi »rührt, abge «rück, »erster in» fragte f (t Schang?'J er zu Gast icht wohl. Sein gebract mn sich bei sazieren get licht vor tut estern schleck ch ... nun, »ir's Herz a lracher. Di - Worauf Im »en Tocht luden von Üe! meint ( üe Herren mch nur gej nen ist, dain int fehl gelt |m zugleich cht das Dis ick soll ja t naß aber ge chnappen nc bte verlieren Steckell Dichtigkeit du chlossenheit, )ch tiertrauti ierzel: bas >ach dem An ’nb möchte Sen so viel Af's L'argei 8(n. Wenn putzen, ich i fit wären Li tirbt bie Be "">ß von bi un|frnt Hut, i»aä da, C >ut machen Herren g(aul KGentühle. Was hätten nicht ur Steckelburger*s Heife nach Fondon. Bon C. Spindler. (Fortsetzung.) Als der Kaufmann zum Essen heimkam, fand er nur zwei souverts auf seinem Tische im Ladenstübchen. Christiane setzte stch nn gegenüber, aß und trank, war aber stumm, wie er. Sie er- 'artete mit Schmerzen den Angriff, den der ängstliche Gemahl, mit ich selber kämpfend, vorbereitete. — Die Speisen wurden, wenig «rührt, abgetragen. Dann lehnte sich Steckelburger in den Sessel mück, versteckte sein Gesicht zur Hälfte hinter eins der Stuhlohren, md nagte fein wie die Katze, die um den Brei geht: „Wo ist ckSchang?" — „Er ißt beim Herr Pfedder und baldigen Sckwa- er zu Gast." — „Wo der Daniel?" — „Dem Daniel ist gar icht wohl. Seine Große! sitzt draußen bei ihm; sie hat ihm Lein gebracht; von ihrem allen."— „Und die Mädeln?" — „Er inn sich denken, daß ihnen jetzt nicht um's Essen ist; sie sind tazieren gegangen vor's Fischerthor." — „'s ist recht; sollen stch licht vor mir sehen lassen, bis sie sprechen Ja. Auch Sie hat stch estcrn schlecht aufgeführt, Steckelburge.rin. Ein anderer Mann, als h . .. nun, wir wollens gut ff(n (assen meinetwegen. Ihr drückt »i>'s Herz ab, Ich zittr' heut'- den ganzen Tag, als wie der älteste bacher. Das Hauskreuz und selbiges London halt' ich nicht aus." - Woraur Christiane kalt: „Er wird's schon aushaltcn." Die iiaven Tochtermänner werden schon das ihrige thnn. Wir andere ürden von Ihm nicht mehr gezählt. — „Sie giftiger Schnabel, tic! meint Sie?" — „Das ist ja eine Freude und ein Lebestag '■ Jie Herren sind uns tjeute schier den Laden eingelaufen! Es hat Nlch nur ge>ient, daß Er doch auf ein halb's Stündel heimgekom- nen ts, damit der Herr Magister und der Herr Pfedder nicht drei- »al fehl gelaufen sind. Leider hat er nicht das Plaisir von Bei- in zugleich gehabt. Es kam Einer nach dem Andern." ■— „Was cht das Dich an, Christiane?" — „O auf der Welt Gottes nichts. ,ch soll ja nur die Schwiegermutter von den Herren werden! man >uiß aber geitehen, sie klopfen das Eisen, so lang's warm ist; sie tnappen nach dem Neichthum, wie der Pudelhund nach dem Ballen, ble vetlieren keine Zeit, Sapperlot! die sind bei der Heck!" Steckelburger machte ein sorgenvolles Gesicht, und seine Auf- tchtlgkeit durchbrach den künstlichen Panzer von Strenge und Ent« ck offenheit,, den er um seine Person geworfen hatte. Er lehnte fch verttaulich auf Christianens Schulter und sagte: „Guck' mein lnzel. das gefällt mir auch nicht an denen Herren. Kommt Einer Ach dem Andern und verleumdet Einer den Andern hinter'»! Rücken, >"d möchte Einer des Andern Brautschatz verkümmern, und sich en )o, viel zulegen. Sind brave Herren sonst, nur ein Bissel «f 3 L»igeiii versessen, und was sie von einander sagen, ist verlo- M. Wenn ich glauben wollte, Christiane, was sie einander auf- Utzen, ich müßte sie meinetwegen in die Höll' schicken beide; denn Lumpen und Galgenvögel. Aber das leidig Geld ver- ... tu — „Das seh' ich an Ihm Babbe. Seitdem Er p von den Sestern von Dublonen, seitdem ist Er verzwirbelt erm Hut, und drängelirt Seine Familie unbarmherzig." — „Ei a 1)0' Ehristiane!" — „Er thut's; wahr ist's. Und wenn Er machen will, was Er verdorben hat, so muß Er gerade den Men glauben, was sie davon sagen." — „Du redest wie eine lleeniühle. Ein Mann, ein Wort, und mein Wort obendrein, he? hätten wir alte Straßburger vor den Welschen voraus, wenn r '"cht unser Wort hielte» ?" — „Po, ein Wort ist kein Pfeil." — „Wahr; aber kein geschriebenes Wort ist ein Goliathspieß, und ich hab' dem Heddäus, wie dem Gegenschreiber schwarz auf weiß geben »rstssen ..." ■—• „Was denn, alte Schlafkapp'?" — Der Kaufmann zog ein Concept aus der Tasche und las: „Endesunterschriebener verpflichtet stch, nach seiner Heimkehr von London seine Tochter N. zu verbeirathen, und derselben ein Mitgift von zehntausend rheinischen Gulden zu steuern. Sollte, — was Gott verhüten wolle, Endesunterschriebener in der Fremde seinen Tod finden, so bleibt es doch nach Verlauf der Trauerzeit bei Obigem, und Alles sub poena der Erlegung der Mitgift qua Ersatzgeld zu Gunsten des Herrn 91." — „O Du Leichtsinn, o Du Lallc- könig!" ") schrie Christiane: „Und Du willst ein rechtschaffener Ehemann, ein gerechter Vater Deiner Kinder sein? O der Schande!" — „Gevuld, mein Schäfel, Geduld. Ich muß ja mein Wort halten. Was hätten wir denn vor den Welschen voraus, wenn wir . . ." — Hör' auf, hör' auf, oder mir wird schlimm!" — „Nun allzu- mehr: ich schweige. Warum? Wenn ich nicht mein Wort gegeben hätte, so wär' mir alleins, ob das Susel ledig bleiben, oder Sälmel selbigen Stndenten nehmen will ..." — „Hör' auf, noch einmal! Das Sälmel feint’ mir geschlichen a) mit dem Deutschen! Alle Rippen wollt' ick ihr einschlagen!" — „Siehst Du, Christianele, Kanästjele! 3) siehst Du, daß meine Herren eben doch andere Leute sind, als die übrigen?" — „Ja freilich;" versetzte Christiane mit verschlagenem Lächeln, „und es wird, so Gott will, mancher Tropfen den Rhein hinunterlaufen, bis Er von London zurück, und der Hochzeitstag bestimmt sein wird" — „Ja wohl, ja wohl, Säßla!" seufzte Der Kaufmann mit zitternder Stimme: „ich komm' nicht lebendig beim Christiane. Ich hab' mit Leuten gerevet die was von der Welt gesehen haben; sie können mir nicht genug die Gefahren schildern; die Räuber am Rhein, das Loch zu Bingen, die Felsenbank zu ... ich weiß nicht, wo die elenden Postkarren, auf denen man erfriert oder verschmachtet oder gerädert wird; die Pferde, die durchgehen, die Wagen, die von einem Rezispiß in's andere fallen, die Galgen am Wege und die Geister die daran hängen, die Mördergruben und Schlurpfen 4) von Wirthshäusern, die Vergiftungen in fremden Küchen, wo es unvorsichtig zugcht, die Krankheiten und das Ungeziefer, salva venia die in den Betten erwischt werden, die Blitzstrahlen und Donnerkeile, die vorzugsweise in Schiffe und Kutschen schlagen; das Unglück in eine Treibjagd zu gerathen, und unversehens statt eines Wildschweins nicdergeschossen zu werden; die Seelenverkäufer in Holland, die Alles zu den Hottentotten schleppen was zwei Beine hat, die falschen Spieler und die liederlichen Dirnen, die in Rotter- und Amstcrvam den Reisenden nachstellen . . ." (Fortsetzung folgt.) !) Die ehemals über dem Blückeuthvre zu Baftl befindliche allbekannte Figur. 2) Käme mir eben recht. 3) Schmeichelwort. 4) Versteckte Kneipen. Was giebt eS Neues? — Nächsten Sonntag findet auf dem Feldberg ein gemeinsames großes Turnfest statt. — Am 26. d. ist der Ministerialrath Dr. Bertram aus Wiesbaden in Berlin eingetrossen, um mit Der preußischen Regierung Verhandlungen in Betreff der Fortführung der Eisenbahn, welche Cöln mit Frankfurt verbinden soll, zu führen. Es liegen in dieser Beziehung zwei Projeete vor, indem die Bahn von Deutz nach Siegen entweder nach Marburg, over über WetzlÄt: Gießen zum Anschluß an die Main-Wcserbahn geführt werden soll. Die letztere Linie würde für Nassau von bedeutendem Vortheil sein, während durch die Linie auf Marburg das Nassauische Gebiet ganz umgangen würde. — Sm Großherzogthum Hessen tritt mit dem 1. August d. I. eine neue Verordnung hinsichtlich der Erhebung und Controlining der innern Abgaben von Getränken, namentlich der Vorschriften über Besteuerung der Getränke im Allgemeinen, und der Besteuerung des Weins, Obs' eins, Biers und Branntweins insbesondere, sowie über den Transport, die Versendung und Einlage steuerpstichtiger Getränke, über die Beitreibung der Getränkeabgaben und die Bestrafung der Ueberlrclung der Vorschriften dieser Verordnung in's Leben. — Die kurheff. zweite Kammer hat nach dem Vorgang mehrerer Nachbarstaaten die Einführung eines in den veränderten Verkehrs- Verhältnissen begründeten einfacheren Gerichtsverfahrens bei Forderungen , die der kurzen Verjährungsfrist unterliegen, genehmigt. Die Vorlage der Regierung wurde unwesentlich verändert angenommen. — Sn Koburg kam der Fall vor, daß ein Mann sich zweimal von derfelben Frau scheiden ließ und zum drillenmale beim Pfarrer einkam, sie wieder zu heiralhen. — Sn Beyrut ist eine Beduinin von sechs lebenden Kindern entbunden worden. Der General-Gouverneur Vamik Pascha ließ die Kleinen nach seinem Serail bringen, um sie zu bewundern. DaS Volk erblickte in diesem Ereignisse ein Vorzeichen für die Fruchtbarkeit und die allgemeine Wohlfahrt des Landes. — Die furchtbare Geißel der Lungenseuge wüthel noch fortwährend unter dem Rindvieh der Provinz Friesland, in welcher in diesem Fahre nicht weniger als 8153 Stück Vieh in Folge der Krankheit geschlachtet werden mußten, ohne diejenigen die gefallen sind. — S» den Kohlenbergwerken von Herve in Belgien wurde am 23. Suni eine Galerie, in der sechzig Arbeiter beschäftigt waren, vom Wasser durchbrochen, und zwar mit solcher Gewalt, daß sich nur fünfzig Arbeiter retten konnten. Drei wurden halbtodt heraufgebrachl und sieben fanden ihr Grab in den Fluthen. — Die Pforte setzt ihre Rüstungen fort; es soll von ihrer Seite an General Cavaignac die Einladung ergangen sein, die Leitung der Operationen zu übernehmen; in die Türken soll, wie der Triester Zeitung über Malka geschrieben wird, eine außerordentliche Lust zum Krieg, den sie als Religionssache betrachten, gefahren sein. Schiffsführer verlassen mit ihren Matrosen die halb befrachteten Fahrzeuge, um sich den Truppen anzuschließen; jedermann will seine Geschäfte liegen lassen und nach der Flinte greifen. — Die „Gazette.du Midi" versichert nach Privatberichten aus Malta, daß Abd-el-Kader das Kommando eines Kavalleriekorps übernehmen wolle, falls der Krieg mit Rußland ausbräche. Nachrichten aus dem Gebiete der Staats - und Bolkswirchschaft, mitgetheilt von Otto Hübner. Berlin, den 25. Mai. (Schluß.) Aus Brasilien wird ein Aufstand der Deutschen Colonisten auf der Plantage des Hrn. Walle de Gama gemeldet, eines der „fünf großen Grundbesitzer Bra- stlien's," welche im vorigen Sahre Deutsche Auswanderer anwerben ließen, um auf ihren Plantagen die bisherige Sclavenarbeit zu verrichten. Der eigentliche Sachverhalt ist noch nicht aufgeklärt, da bis jetzt nur einseitige Berichte vorliegen. Aber selbst aus diesen geht hervor, daß das bisher gerühmte gute Einvernehmen zwischen den Colonisten und ihren „Herren" nicht mehr besteht, raß die Colonisten unzufrieden sind, über zu harte Arbeit klagen, daß man sie entwaffnet bat und daß man beabsichtigt, mit größerer Strenge ge- Dr'uck unD Verlag ver jöi u gen die Colonisten zu verfahren. Die Haupt-Opponenten sind daö Gefänrniß von Valenz« gebracht worden, wo sie im größt Elend schmachten, weil Niemand sich mit ver Verpflegung und & kleidung der dortigen Gefangenen befaßt, und die hungernden e entblößten Unglücklichen lediglich auf das öffentliche Mitleiden an(s wiesen sind!! Dabei wird geklagt, daß die Europäischen Weil Agenten nicht gewissenhaft bei Anwerbung der Auswanderer versij ren seien. — So fangen denn schon jetzt die Vorhersagungen y Cerucal-Vereins an, sich zu erfüllen, der von Anfang an gp dieses Werbe-System gewarnt und das Contracts-Verhältniß, nutz die sogenannten „großen Grundbesitzer" mit den angeworbenen ßck! nisten eingegangen, als eben so verderblich für die Colonisten elj 1 unpractisch für die Grundbesitzer erachtet hat. Th cor etisch H I sich ein solches Vertrags-Verhältniß allenfalls so construiren, tij vom Standpunkte des Rechts und der Billigkeit nichts dagegni ju | erinnern sein möchte, allein praktisch kann es, so wie die A- hältnisse in Brasilien einmal sind, unbedingt nickt ausgeführt M- den, da die Colonisten immer den schreiendsten Ungerechtigkeiten bly j gestellt sein werden. Dagegen sind aus der Cvlonie San Leopolt» gute Nachrichten eingegangen. Der neue Gouverneur der Ptemz nimmt sich der Deutschen kräftig an; er hat den Director der d- lonie Santa Cruz, für welche ein gewisser Kleudgen in Hamlmz zu werben sucht, wegen grober Pflichtwidrichkeiten gegen die tjttiu# ten Colonisten in's Gefängniß setzen lassen, und mehrere in Po». Allegre eingetroffene Colonisten ganz in der Nähe von San Leopck« sehr gut untergebracht. Cs ist nur zu wünschen, baß diese Stimmung anhalte. Eben so lauten die Berichte aus den Colonim Blumen au und Dona Francisca günstig. An Geschenken sind eingegangen: 1) von der Buchncr'schen Buchhandlung in Bamberg: a) Traugott Bromme's Hand- und Reise-Buch für Ack wandcrer. 7. Auflage. b) Neueste Eisenbahn-, Post- und Canal-Karte für Reis« in den vereinigten Staaten von Nord-Amerika. 2) Von der Gummi'schen Buchhandlung in Ansbach W - Herrn Ferd. Geelhaar hier: Kleines Gebetbuch für Auswanderer, von Hornung. Nach dem Vorsitzenden erhält Herr Rose das Wort, umÄi- ges zur Ergänzung seines Vortrages über die UnausführbM Deutscher Ansiedelungen in Syrien und Klein-Asien unter dem gtzm« wärtigen Regiment, hinzuzufügen. Sodann hielt Herr Reg.-Rath Ga edler einen Vortrag übet die vom Hamburger Colonisations-Verein für 1849 gegrünte« Deutsche Colonie Dona Francisca. Der Redner gab zunächst eine historische Uebersicht von m Entstehen der Colonie an bis zu dem gegenwärtigen Zeitpunkte, unH wies nach, wie es lediglich dem richtigen, practischen Principe, ml- ches dem ganzen Unternehmen zum Grunde liege, zu verdanken ft daß die junge Colonie alle enlgegenstehenden Schwierigkeiten übet-[ wunden, mancherlei Mißgriffe der ersten Zeit verschmerzt und tl, verhältnißmäßig sehr kurzer Zeit zu einer Blüthe gediehen sei, solche, außer etwa bei den Ansiedelungen in den neuentdeckten Gslt- Regionen, in gleich kurzer Zeit wohl ohne Beispiel dastehl. ™ Central-Verein erblickte gerade in dieser Colonie einen Beweis | die Richtigkeit des von ihm vertretenen Colonisations-Systems Schließlich erhielt Herr Dr. Heising das Wort, um Vortrag über bas Englische Colonisations-System zu beendig Derselbe suchte Punkt für Punkt bie Argumente bet Manches Schule, welche bekanntlich alle Colottiecn aufgegeben wissen ® zu widerlegen, und kam zu dem Resultat, daß bas gegenwärtig1 der Englischen Regierung befolgte System für England bas richtige Hiermit wurde bie Sitzung geschlossen. ____ y l' >che» Buch- und <öituiciuderei. In des Le Schaut sic Stelz nocl In der £ü Deck; v'ers Nimmer t Nimmer i Ledert hel Durch die Zieht des Auf beit l Wuchert t Wo einst Einsam j. Und zerfa Wo die 9 Wo im li Einst getr Zittert au Jetzt der „Ec rebe „S liederlich Hollanb Dort ba schon ga begraben junge S und trir Vital, \ und end die alle M um psi Grenabi der ang daher se davon s und die Wind, schließlii neu. 2 absolvir Tcstame will ich doch, al schlagen unten sind ie im gröft ;ung und L ngeriiben k iitleibcn anp ischen Werk nderer serfnt rsagungen y mg an gi<« iltniß, n'rfiij »orbenen Gtfe io(onifien, Uli 1 iretischlch iftruiren, ttj ts bagegen |i I wie die & i isgeführi m- tigfeiten diij-1 n Secpell» t der Primj cector der d- in Hambnz . die gttin# ere in Peri«: San Leopeld» ß riese Slim- den Colonim >erg: ch für Ack für Reis« ika. nSbach dich i Hornung ort, um DI- ausfnhrbackik ter dem gezili' Vortrag ito 9 gegrünt® sicht von M eitpunfte, uni \ Principe, rat verdanken ft rigkeiten liier merzt uni it ehcn sei, ®“ ildecklen Gell dastehl. D> n Beweis ft Systems, rt, um (ei* zu beendig >r Manches n wisse» it® zenwärtig >as richtige j> Beilage. Lied. In des Lahniirnms blauem Spiegel Schaut sich manches alte Schloß; Stolz noch ihre Häupter ragen In der Lüste freien Schoos. Doch verschwunden sind die Ritter, Nimmer tönt ihr ehern Schwerdt, Nimmer in den Abendstunden Lodert hell der Fenerheerd. Durch die öden Fensternischen Zieht des Westes leiser Hauch; Auf den Mauern, öl’ und düster Wuchert der Hollunderstrauch. Wo einst Lieder hell ertönten, Einsam jetzt die Eule klagt, Und zerfallen sind die Sääle, Wo die Ritter froh getagt. Wo im liebenden Verlangen Einst geweilt das Burgfräulein, Zittert auf verfall’»», Trümmern Jetzt der blasse Vollmoiidsschein. Schwunden ist dein blühend Leben! Schwunde» deine stolze Macht lind nur Trümmer, traurig öde, Zeugen von der frühsten Pracht. Meines Glückes stolze Veste, Auch sie starb in Trümmer hin, Durch die in des Abends Glanze Leise Weste klagend zieh'» Auch von meine m Glück ist blieben Mir nur der Erinn’ruug Schein; Darum weile ich so gerne In euch Manern, ganz allein. Bei des Glückes Edensscenen Weilt mit Sehnsucht dann der Blick! Und an Stunden, himrnels-selig, Denk ich trauernd dann zurück. Wann wird einst wie diese Burgen Brechen dieses arme Herz? Wann wird einstens ihm gestillet, Ach, der Sehnsucht heißer Schmerz. Steckeiburger's Neise nnch Fondon. Von C. Spindler. (Fortsetzung.) „Steckeiburger!" ries Christiane unwillig und erschreckend: „Er redet meinetwegen zu leichtfertig " „Säßla, mein Herzel. Warum? Ein langer Reisender wird liederlich am End' und frei nichtsnutzig. Das Christenihum ist in Holland am Aufschnappen; in England kennt man’s gar nicht mehr. Dort haben sie schon wieder Bischöfe und über's Meer komme ich schon gar nicht, denn unterwegs werden sie mich aus einem Schiffe begraben müssen. Die Seekrankheit oder Malldemähr *), wie der junge Schützenberger sagt, ist ärger als der Tod selbst. Man ißt und trinkt nichts, und dennoch ... item: es ist als wie ein Kapital , das reißend abgeht, ohne daß je etwas dazu gethan wird; und endlich die wüsten Lalschari und Lettschenkel 2) von Hansischen, die alle Nächte Einen vom Schiffe holen, und auf ein kleines Mümpfele 3) einen Menschen schlucken und wär's ein Potsdamer Grenadier, welche sehr groß sein sollen . .." „Babbe, hör' Er aus! ich hall's nicht aus," stehle Christiane, der angst und bange geworden war. — Steckelburger verschluckte daher seine weitere Calamitatsliste, und fuhr fort: „Ich will also davon schweigen, daß man aus dem Wasser sogar verbrennen kann, und dieses um so leichter, just weil man zu Wasser ist, und daß Wind, Weiler, Lust und Nebel Tod drohen, und versichere Dir nur schließlich, daß ich für gut finde, meine A(fairen hier unten zu ordnen. Ich werde dem Magister beichten und von ihm getröstet und absolvirt werden. Ich werde den Hanptvogel beauftragen, mein Testament zu entwerfen. Weil wir jetzt gerade allein lind, Herzel, will ich Dir zeigen, was in Cassa vorräthig ist. Komm setz’ Dich her. „Ha was! pressiit's?" fragte Christiane weinend: „Thut Er doch, als ging Er heute in’« Tirol, wo die Welt mit Brettern verschlagen ist!" Steckelburger versetzte aber hierauf mit dem Tone 1) mal de liier. 2) Dicke und hochbeiuigeIBeiigcl. 3) B i fiten, im Diminutiv. der völligsten Resignation: „Heute nicht, Du liebe Christiane, aber am nächsten Sonntag, wenn Gott will. Da fährt der Lohnknftcher Grnpster nach Deutschland, und will einen Herrn von Rastatt zu Bischoffsheim abholen, und mit selbigem Glupfler gehe ich in Gottesnamen fort. So fahre ich alsdann mit dem Postwagen, der am Dienstag gehff bis auf Rastatt, und von dannen nach Mainz. Der Schützenberger hat mir vorgercchnet, daß ich, wenn ich mich nicht aufhalt' unterwegs, in vier Wochen am Meer sein kann, und hat mir die ganze Route aufnotirt, 's ist freilich weiter als bis ins Schnackenloch oder auf Schiltigheim ; aber in Gottesnamen: ich schlag' mich in die Schanz für Euer Glück und Segen, und der Mann muß Courage haben!" Er vermachte still die Thüre, und beschäftigte sich mit Christiane, das Geld in der Kasse und die vorräthigen Gegenstände von Werth zu mustern. (Forti, folgt.) Ein merkwürdiges /rnuen-Schicksai. Claudina Franzisca Mignoi, die schöne Lhanda genannt, war die Tochter einer Obsthändlerin zu Grenoble. Kaum 16 Sommer hatte sie gesehen, und ihre aufblühende Reize Übten unwiderstehliche Gewalt auf einen Seeretair. Befangen in der unbändigsten Lei' denschaft, wollte er sich mit ihr verheirathen, aber sein Vorgesetzter rieth ihm von der „Mißheirath" dringend ab und ließ sich wenigstens das Versprechen geben, noch ein Jahr zu warten. Ehe dies noch abgelaufen war, brach der Seeretair das Verhältniß mit der Schönen ab; sein alter Vorgesetzter aber wurde bald darauf von einem Regengüsse überfallen und genöthigt, in ein Häuschen zu treten. Es war dies gerade das Häuschen der Obsthändler in. Er kam, sah und wurde besiegt, so vollständig besiegt, daß er, aller dem Seeretair gespendeten Lehren vergessend, Herz und Hand der verlassenen Braut darbot. Er empfing auf der -stelle daS beglückende Jawort, und schickte an demselben Abend in den Bischofshof, um sich Dispens von dem dreimaligen Aufgebot zu erbitten, Herr Peter de Portes und Lhanda Mignot wurden Mann und Frau und er Batte seinen Schritt nie zu bereuen. Er wurde ein steinreicher Mann durch die Regsamkeit derjeni gen, die mit Wenigem haushalten gelernt halte. Auch sein Stündlein tarn indeß; mit seiner Familie zerfallen, dankbar derjenigen, die den Abend seines Lebens verschönert hatte, verschrieb er ihr durch letzten Willen seinen ganzen Reich- thum. Das Testament anziifechten, verfehlten nicht die ausgeschlossenen Vettern; der Rechtsstreit schien eine der Wittwe ungünstige Wendung zu nehmen, und sie wurde veranlaßt, nach Paris zu gehen. Einen eifrigen Beschützer fand sie in dieser Angelegenheit an dem Maröchal de l'Höpiial. Dieser, Besitzer des Herzogthnms Ro- nay in der Champagne, hatte vielfältig in dem Hause des Verstorbenen verkehrt und befand sich in der Lage, der Wittwe die nützlichsten Dienste leisten zu können, auch mag sein Einfluß wesentlich zu des Proc.sses günstigem Ausgange beigetragen haben. Gewiß ist, daß er zu den Füßen der reichen und schönen Wittwe de Portes seine Herzogskrone niederlegte. Er war gewöhnt, ein großes HauS zu machen, und ließ sich in der alten Lebensweise durch die sparsamen Gewohnheiten der zweiten Frau nicht stören, doch dauerte die Freude nicht lange, der 75jährige Mann starb und hinterließ fein ganzes Vermögen der Frau. Diese verkaufte Ronav, hingegen umgab sie sich fortwährend mit dem Staat, welchen von einer Marschallin von Frankreich die Sitte der Zeit forderte. In ihrem ererbten Palast in Paris sah sie die vornehmste Gesellschaft, auch jenen König Johann Kasimir von Polen, der durch Trübsal gebeugt, eine Krone, allerdings seinem Haupte zu schwer, niedergelegt hatte, um endlich der Süßigkeiten eines Lebens ohne Sorge zu genießen. Ludwig XIV. hatte ihm die Abteien St. Germain-de-Prüs, St. Taurin zu Evreur und St. Martin zu Nevers verliehen. Es geschah dem König, was dem Marschall, dem Beamten geschehen war. Der letzte Wasa, der letzte Erbe der Jagellonen nahm zum Weibe die Tochter der Obsthändlerin von Grenoble, und empfing die beiden Liebenden die priesterliche Einsegnung in der Hauskapelle des der Braut angehörenden Hauses, was der König freilich nur 6 Wochen überlebte; er starb und hinterließ seiner Wittwc Alles, worüber er verfügen konnte. Lhanda, die in ihrem dreifachen Ehestande als die würdigste Hausfrau sich bewährt hatte, ehrte sich selbst, indem sie eines Königs Andenken ehrte. Sie miethete sich ein bei den Karmeliterinnen, blieb den Klosterfrauen, wie allen, mit denen sie in Berührung gekommen, Zeitlebens ein Gegenstand der Verehrung und starb in sehr hohem Alter, über 90 Jahre alt, den 30. November 1711. (Rh. Antig.) Was giebt es Neues? — In Wiesbaden soll nun die schon seit lange projectirte zweite evangelische Kirche erbaut werden. — Eine telegraphische Depesche meldet aus Berlin, 4. Juli: Das „Journal de St. Petersbourg" enthält ein kaiserliches Manifest vom 26. Juni, in welchem folgende wichtige Stelle enthalten ist: „Wir haben es für unerläßlich erachtet, unsere Truppen in die Donaufürstenthümer einrücken zu lassen, um der Pforte zu zeigen, wohin ihre Hartnäckigkeit führen kann. Unsere Absicht ist nicht, den Krieg anzufangen. Durch die Besetzung der Fürstenthü- mer wollen wir ein Pfand in Händen haben, welches uns in jedem Falle für die Wiederherstellung unserer Rechte bürgt. Wir suchen keine Eroberungen ; Rußland bedarf ihrer nicht. Wir sind jetzt selbst bereit, die Bewegung unserer Truppen aufzuhalten, wenn die Pforte sich verpflichtet, gewissenhaft die Privilegien der orthodoren Kirche zu beobachten." — Der Kölner Männer-Gesang Verein bekam von der Königin von England als Anerkennung einen % Fuß hohen und 8 Zoll breiten silber-vergoldeten Krug mit der Inschrift: Zum Andenken an den Kölner Männer-Gesaug-Verein in London 1853. Victoria. — Die „Jllustr. News" berichten in einer Benrtheilung der Dubliner Ausstellung auch über die von Preußen, und insbesondere von Berlin aus dorthin gelieferten Gegenstände, besonders aber die Bronce-, Eisen-, Kupfer- und Zinkgüsse, so wie über die Erzeugnisse der königl. Porzcllanfabrik. Sie nennen dieselben die wichtigsten Anziehungspunkte für die Besucher des schönen Ausstellungsgebäudes, und fällen schließlich in Betreff der obigen Kunstgegenstünde das Urtheil: „Kein anderes Land kann gegenwärtig mit Preußen in die Schranken treten." — Ohnlängst kam in Glogau ein Böttchermeister dadurch ums Leben, daß er als Mittel gegen das Fieber eine sehr bedeutende Quantität sogenannter Hoffmannstropfen zu sich nahm. Der Unglückliche verschluckte eine Dosis für anderthalb Silbergroschen. Aehn- iiche Todesfälle kommen leider noch allzu oft, in Folge von Prahlereien bei Trinkgelagen, durch den hastigen Genuß starker Spirituosen vor. — Bei der Besetzung der Donaufürstenthümer ist die preuß. Industrie wesentlich interesstrt. Aus Westphalen allein werden jährlich für 2% Millionen Maaren dahin ausgeführt, und man fürchtet, daß der russischen Occupation wegen, dieser gewinnreiche Verkehr gänzlich in'S Stocken geriethe. — Nach den neuesten statistischen Angaben giebt es gegenwarti; in Oesterreich 739 katholische Klöster mit 8663 Mönchen, Laienbrüdern und Novizen. — Der neuesten telegr. Meldung nach, haben die ruff. Truppe, am 2. Juli die Gränzen der Walachei und der Moldau unter General Dannenberg überschritten. Ml i s c e l l e n. — Echt englisch! Es wünscht Jemand, heißt es in miet Ankündigung der „Times", gegen gute Bezahlung eine Nackt iir einem Hause, wo es spukt, zuzubringen. Der ercentrische Gentleman will aus eigener Anschauung die Macht der Gespenster fen und bietet deshalb eine gute Belohnung für eine BeherbergNz mit den Geistern an. — In Boston küßte ein Herr eine Dame. Diese klagte auf Entschädigung und der Küster mußte 15 Dollars zahlen. Tn höchste Preis, den ein Kuß in den Vereinigten Staaten noch erreicht hat; denn der bisherige war für New-Uork 5 Dollars, wie sie dort der Friedensrichter tarirte. — Die englischen Onkel-Tom-Verebrer 'sind neuerdings an W Verfahren ihrer Väter erinnert worden, die-sogar Weiße an dir amerikanischen Pflanzer verkauften. „Im Jahre 1620 wählte eint Gesellschaft in England 100 Mädchen aus und schickte dieselben den Pflanzern in Virginien, welche für eine jede im Durchschnitt hundert und zwanzig Pfund — Tabak gaben. Die Specnlatm war so einträglich, daß die Gesellschaft bald darauf noch sechzig Mädchen verkaufte, die im Durchschnitt jede sogar mit hundert 11116 fünfzig Pfund Tabak bezahlt wurden." Nt onatsbericht der deutschen Gesellschaft der Stadt New-Iork. Erstattetet von dem Agenten an den Verwaltungsrath am 4. Mürz 1853. Die deutsche Einwanderung scheint in diesem Jahre wenigsten- ebenso groß, wenn nicht noch größer, zu werden, als im verstoßenen Jahr. — Die Gesammt-Einwanderung im vorigen Monat betrug 14,259, darunter 4150 Deutsche. Fast zu keiner Zeit war mehr Gelegenheit zur Beschäftigung vorhanden als int vorigen Monat. 633 Stellen wurden n ächzt- wiesen, und zwar für gewöhnliche Handarbeiter sowohl, als für verschiedene Handwerker. Von Massachusetts und Rhode Island liefen mehrere Bestellungen für Weberfaurilien ein, aus Mrgtnieir für Bergleute; in beiden Fällen wurde die Reise freigegeben. Den Anforderungen für gewöhnliche Arbeiter an Kanälen und Eisenbahnen konnte nicht zur Hälfte entsprochen werden. Die üblen Falgra einer Seereise zur Winterszeit haben sich int vorigen Monate mm deutlich herausgestellt. Durch die lange Reise und die damit verbnn- denen Entbehrungen entstanden viele Krankheiten, und Manche fiele» als Opfer. Das Schiff „Antaictic“ von Liverpool, welches circa 500 Passagiere an Bord hatte, worunter nur 10 Deutsche, hätte circa 100 Todesfälle während der Reise. Das Nervenfieber uni die Pocken waren auf dem Schiffe ausgebrochen, und bei der Ankunft an der Quarantaine mußten viele Kranke in das Marine- Hospital gebracht werden, von den Deutschen starb nur einer nährend der Reise und drei wurden ht’d Hospital gebracht, und säst alle Deutschen Passagiere hatten den Verlust ihrer Effecten zu bektt- gen, eine Klage die bei den Schiffen von Liverpool zur Regel gl- irorten ist. D. A. Z. Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei, O wie s Mit iveli Die sorg Mit Blu Ihr glär Nur feite Durchs ei Die Wu O, daß Daß ihr Und daß Ach, nui O, daß Wofür s O, daß Der in t Die Krä Verschtie Und uns Ach, nur Ste । „Hörst Du, Nroßmutter zr In nur Sinn icnt Haufe d , was Ihr iger bin, als en." — „Du t', ich wär' i, so recht au Nasen Mädels zum Sterbei ich nickt, als vorlesen?" - h, da kommt chig verbalter muß dem Jü zzelt ans, alt 8 sagt Ihr d Die Mädcher fte Stube geß einen Stuhl, ie Hände, ui Wen mögen, t die Nachbar sähe, schmiegt lend: „Sei t habe. Wir h r Himmel. E W ist nicht 1 Salome neig gegenwärtis J2 29. eit, Laie» s. Truppe, unter Gen» Bei l a g e. --I - ......... ........ s in iiiiei e Nacht in 'che Geutle.- lenster eherbergmg klagte auf ihlen. Dn loch erreicht :9, wie sie igs an M eiße an die wählte eine te dieselben Durchschallt Speculation noch sechzig nindert und Jugcndträume. O wie schön sind der Jugend Resentage! Mit weichem Zauber schmückt sich ihr die Welt! Die sorgenlose kennt noch keine Klage, Mit Blumen schmückt sich ihr das öb'fte Feld. Ihr glänzt die Welt in tausend bunten Farben, Nur selten trübet sich ihr reines Glück Durchweine Wolke. Denn zu leicht vernarben Die Wunden, die ihr schlägt ein hart Geschick. O, daß der Jugend goldene Träume schwinden! Daß ihr die Welt die schönsten Blüthen knickt! Und daß die Kränze, die wir hoffend winden, Ach, nur zu bald das Leben rauh zerdrückt! O, daß int Strom der Zeiten Alles schwindet, Wofür so beiß einst unser Herz geglüht! O, daß der Stern am Morgen schon erblindet. Der in der Nacht so Helle noch geglüht! Die Kränze, die der Lust wir einst gewunden, Verschließet längst der kalte Todesschrein; Und uns° verbleibt von jenen sel'gen Stunden, Ach, nur der Erinnerung matter Schein! Steckeiburger's Ncise nach Fondon. Von E. Spindler. l-k. ach am wenigstens in verstos/i--- ng 14,259, eschästigüiig bett nächzest, als für lode Island s Sßirginien zeben. Den b Eisenbah- cklen Folgen mate wiener mit verbnn- lanche fielen >elches circa utsche, hatte ensieber und bei der An- ,as Marineeiner näh- t, und frtfl en zu bekll- r Regel gl- 4. Z. (Fortsetzung.) „Hörst Du, wie die barinnen mit ihren Thalern rappeln!" sagte Sroßmutter zu dem seelenbetrübt basitzenden Daniel: „Die Leute n nur Sinn für's Gelb, unb Du, armer Junge, verkümmerst em Hause bei- Geizhämmel." — „Liebe Große!, 's ist Alles , was Ihr sagt. Aber wenn ich fort gehe, sterbe ich nicht ger bin, als wenn ich dableibe. Lieber will ich in diesem Hanse M-" — »Du mein Herr unb Gott! welch' ein Kreuz! Ich t', ich wär ein Pfarrer, und könnte mit ber stolzen Jungfer i, so recht aus bem Salz. Es ist eine Schande, baß sich um nasen Mädels willen ein braver Mensch abgrämt unb maubrig zum Sterben. Wenn ich's aber recht bedenke .. . Warum ich nickt, als Deine Großmutter, mit ihr sprechen unb ihr ben vorlesen?« —, „Ach ich bitt' Sie, liebste Große! ..." — h, ba kommt sie just heim mit bem Susel. Wir wollen uns chtg verhalten. Sie gehen vorbei, ohne uns zn sehen. Ei muß bem Jüngserle über die Leber gefahren sein? Sie sieht zzelt aus, als wär' ihr bas Weinen näher, als bas Lacken "__ ° sagt Ihr ba, liebe Große! .. .?" Die Mädchen waren schnell burch ben Laben gegangen, unb . @t“bc g'st'°gen. Salome warf sich in heftigster Bewegung unen Stuhl, stützte bie Ellbogen auf ben Nähtisch, bas Gesicht Hande, unb begann zu weinen, baß es einen Stein hätte inten mögen. Susanne machte bie Vorhänge bet Fenster zu ' ?’e 9M&<”iM'aft bas ungewöhnliche Betragen der Schwester Iahe, schmiegte sich alsdann an bie Trauernbe, unb sagte theil- "rnb: „Sei doch kein Narr, unb überwinbe bas, wie ich geht e. Wir haben einmal Unglück mit unfern Herzensgeschichte,i Wtel. Gestern mir, heute Dir. Unb Gott sei Dank, ber 'M ist nicht weniger schlecht, als ein abscheulicher Welscher " toalome "eigte ben Kops auf bie Brust ber Schwester unb klagte: „Bin ich benn noch lebenbig oder bin ick tobt? Der Aus- bunb von Schlechtigkeit! Mir Liebe zu heucheln, mich zu einer Zusammenkunft zu verführen, unb eben bort zu gehen am Arm einer Anberu unb frech an uns vorüber zu schreiten, als hätt' er uns im Leben noch nie gesehen! Ich bin beinahe umgefallen vor Schrecken, unb ber Wüstel hat nicht einen Zug in seinem falschen Gesicht veränbert! Welch ein Affront! Unb Du.hast mit Deinen Ohren gehört ... was sagte er nur, Susel?" — Susanne entgegnete, ben hochdeutschem Dialekt possirlick nachäffenb; „Meine Louise! enblich haben wir überwiutben; enblich, Louise bist Du mein:" — Salome weinte aufs Neue. Susanne fuhr eifrig schwatzenb fort: „Wenn bas Rennthier noch schön wäre; ich kenne sie wohl; es ist die Tochter vom Pfarrer zu Mnnbelsheim; ber alte Aff, bie Mutter war babei, sie stnb in Trauer angezogen gewesen, aber anf- staffirt wie bie Gänse. Gewiß ist ber Alte gestorben, unb er hat bie Mariage mit bem Lüstling nicht zugeben wollen unb jetzt hei- ralhen sie sich doch. „Säßla, wie ber Vater sagt." — „Ach, Susel, was steht mir jetzo bevor! Der Hebbäus .... Gott steh' mir bei! jetzt bin ich ohne Gnab bem grüngelben Schwefelholzntann verkauft? ich hab' jetzt keinen Muth mehr, unb bin ganz verlassen, seitdem Wilhelm ben Schlechten an mir macht!" — Po! ihn wie ich. Wirf die Narrheiten zum Fenster 'naus. Einer ist, wie ber Andere. Laß ®i? nicht schwindeln. Bei mir ist's jetzo ber Riffel bis in Ewigkeit, Amen. Unb Dir bleibt, wenn Du willst, ber Argobast nur gar zu gern. Dem deutschen Mollenkopf zu leib nahm' ich meinetwegen den Dennel." — „Der arme Dennel!" versetzte Salome , bie Thränen trocknend, unb bie Hänbe faltenb: „Wie ich ihn geplagt habe! wie ich ihm zu Leibe gelebt habe! Unb ich müßte lügen, wie eine Schlange, wenn ich nicht sagen wollte, baß ich ihn recht lieb habe. Ach, mein bummer Kopf. Ick habe nicht umsonst krause Haare. Krause Haare und ein krauser Sinn gehen mit einanber zu Bette unb stehen ~mit einanber auf. Der gute liebe Daniel! Hast Du nicht bemerkt, Susel, baß ber arme Tropf ganz ausgeferbt unb lendenlahm worben ist?" „Gott verzeih' mir bie fchwere Sünd', aber 's ist bie Wahrheit, was die Jungfer ba redet!" begann plötzlich eine fremde Stimme neben ben Mäbcken, bie erschreckt auffuhren, unb bes Lehrlings Großmutter vor sich sahen, bie ganz unbemerkt in bie Stube gekommen war. „Ei so schlag!" rief Susanne. „Ich mödjt' mich in ben Erbs- boben verschlnpfen!" sagte Salome unb suchte mit ben Händen bie Schamrothe auf ihren Wangen vor ber alten Frau zu verbergen. Diese zog ihr jebvch bie Hände vom Gesicht, guckte bie Betrübte mit nassen Augen aber freundlich an, unb er wieherte: „Sie hat eine schone Farbe aufgesteckt, Jungfer. Verstecke!' Sie nicht ihres Lärvels Zierde. Ich hab' Alles gehört, was sie von meinem guten Daniel gesagt hat, unb wenn ich auch weine, so ist's vor Freube, benn jetzo wirb ber gute treue Bursch glücklich werden, unb 's ist wer- zina *) die höchste Zeit." Das gute Sättnel war gedemüthigt unb erfreut, verwirrt vor Allem. Ihre Verwirrung stieg, als die Große! ben Lehrling selbst hereiubrachte, ber wie ein armer Sünber vor ber Thüre gewartet hatte. Nachdem jebvch bie biskrete Suse! sich entfernt, unter bem Vorwanb, ben Laben zu hüten, unb nachbem bie Alte unb ihr Enke! angefangen, um bie Wette mit Liebesworten unb mütterlichen Reben Salomc's Herz zu beruhigen — wich bie Trauer unb bie Beschä- mttng von der holden Jungfrau; sie horchte fleißig, nickte zusagend, >) Wahrlich. gab die Hände hin als Pfand dem Liebenden und seiner Fürsprecherin, und dankte dem Ersten für das, was er aus des Studenten Mund vernominen, und was das Siegel auf dessen Handlungsweise drückte, mit einem aufrichtigen bräutlichen Ja. — Wie aber auskommen mit dem Vater? wie sich des ausgedrungenen Freiers erwehren? Das war die' Frage. Frau Steckelburgerin, die herbeigekommen und mit Freuden Alles gehört hatte, antwortete hierauf: „Vertraut Ihr nur herzhaft auf des Alten Reise, denn veränderlich ist sein Sinn, wie eine Windsahne. Vertraut ferner auf mich und meine Fraubasen. Ich will sie schon aufstiften, daß sie spikkliren, und dem Heddäus, wie dem Hauptvogel einen Hafenkäs *) aufdeckcn, der nicht allzuwohl schmeckt, und Ursach ist, daß ihnen ein rechtschaffener Bürger seine Töchter nicht giebt. O Jchmer, mit denen Scharwenzlern wollen wir schon fertig werden!" — (Fortsetzung folgt.) 2) Einen Seandal. Was giebt es Neues? — Die ganze Bahnstrecke von Mainz nach Ludwigshafen wird im October d. Z. befahren werden können. — In Mannheim wurde letzter Tage bei einem Eisenbahnbedien- steten hausgesucht und er selbst verhaftet. — Im Cölner Gefängnißhof wurde dieser Tage vor einigen Zeugen ein Ackerknecht, der vor 1 */2 Jahr seinen Kameraden erschlug und beraubte, hingerichtet. — Eine telegraphische Depesche meldet von Berlin, 11. Juli: Nach hier eingegangenen Mittheilungen aus Wien soll zu dem Zweck einer nähern Grenzbewachung ein k. k. Armeecorps bei Peter- wardein zusammemgezogen werden, wobei man jedoch von der Ue- berzcugung der Erhaltung des Friedens in keiner Weise abläßt. — In Landshut fielen kürzlich bei einem Gewitter faustgroße zackige Eisbrocken, und zwar so viele, daß unzählige Scheiben, Bäume, Pflanzen rc. ruinirt wurden. — Während die Russen in die Donaufürstenlhümer, sind in Bern zwei russische Bären eingerückt, — ein Geschenk von Herrn Baron Ungarn-Sternberg in Sarahof bei Pernau in Lievland. Der Bärengraben besitzt nun vier Bären. — Dieser Tage ereignete sich in Erfurt der schreckliche Fall eines Brudermords. Der Schuhmachergeselle R., ein roher und heftiger Mensch von 19 Jahren, betrug sich in ungebührlicher und roher Weise gegen seinen Vater, der ihn schon vor kurzem deshalb mit einer Ohrfeige bestraft hatte. Wilde Drohungen entschlüpften schon damals dem Munde des pflichtvergessenen SohneS. Am 4. Juli entspann sich eine ähnliche Scene zwischen Vater und Sohn in Gegenwart des ältern verheiratheten Bruders, der den Vater gegen den jüngern Bruder in Schutz nahm. Beide Brüder geriethen darüber heftig in Streit, wobei der ältere einen gefährlichen Messerstich in den Unterleib erhielt, an dessen Folgen er starb. — Am 7. Juli ist in der Nähe Stolbergs (bei Aachen) ein großer Wolf geschossen worden, in dieser Jahreszeit wohl eine unerhörte Erscheinung. — Die am 5. d. M. in Paris bei der komischen Oper verhafteten 17 Individuen, von denen 11 Waffen bei sich trugen, und die angeblich ein Attentat gegen den Kaiser beabsichtigten, sind immer noch in strenger Haft. Dte in ihren Wohnungen veranstalteten Nachfm schlingen haben die Verhaftung von noch weitern 20 Personen zur Folge gehabt. Alle diese Leute gehören zur Arbeiterklasse. Sic sollen beabsichtigt haben, den kaiserlichen Wagen anzuhalten und den Kaiser zu ermorden. Nur sehr rasches Fahren soll diesen Plan vereitelt haben. — Am 26. Juni lief in Graudenz ein kleiner schwarzer der die gewöhnlichen Kennzeichen der Tollwuth zeigte, in den E ßen umher und biß nach einander sechzehn Personen vom Mit! stanve. Die verletzten Personen, von denen einem ein Glied Zeigeflnger abgenommen worden ist, den übrigen die Wunde» - gebrannt sind, befinden sich unter ärztlicher Aufsicht eingcschlopi — Wiederum ist die Familie unsers großen Dichters W in Trauer versetzt worden. In Eöl» verstarb die hinterW Wittwe des jüngsten Sohnes Friedrichs von Schiller, des Asti tionsgerichtsraths Ernst von Schiller, Magdalena von Pfingh«, — Vorige Woche reiste eine amerikanische Familie mit 8H den über den Brünig nach Brienz. Ihrem neunjährigen M war ein Unterwaldener als besonderer Führer beigegeben iwiti Auf der Höhe des Berges setzte sich das Pferd in Trab. DerL schrie. Der Unterwaldener aber ließ sich nicht stören, seine K anzuzünden. Das Pferd riß aus und konnte nicht mehr eiezch werden. Der Knabe wurde bis nach Brienz mit zerschmetliib! Kopfe geschleift. — Vor dem Provinzial-Gerichtshofe des nördlichen Hollul wird in diesem Augenblicke der Proceß von drei Beamten deS hu lemer Leihhauses verhandelt, da in demselben 3146 Pfänder fehlt! auf welche 41,606 Gulden geliehen worden. Seit 1803 bi keine Controle der Anstalt statlgefunden. — In Neuhaus, erzählt die „W. Z.", ereignete sich vorige Wo ein Selbstmord, dessen Motive wohl in einer durch den übertriebe» Genuß starken Bieres erzeugten firen Idee zu suchen sind. $ Selbstmörder war ein Mann in den besten Jahren, verehelicht, u| ernährte sich und seine Familie redlich durch Musik und Privatim»! leistungen. In Folge vielen Biertrinkens wurde aber sein SÄ immer unruhiger und durch Schreckcnstraumbilver gestört; oft spm er aus dem Bette und betheuerte, eine weiße, tovrenähnliche Ges sei ihm erschienen und habe ihn aufgefordert, ihr zu folgens könne daher nicht mehr leben. Die hierdurch beängstigte und einige Freunde gaben sich alle Mühe, den Mann von dies Gedanken abzubringen, aber vergebens: eines Morgens fano ml ihn in einer Localität des Hauses mit einer Schnur am Hals-1 fast knieender Stellung erhängt. — In Smyrna kam es letzter Tage zu unruhigen Auftritte es wurde von dort ein ehern. Adjutant Kossuths ausgewiestu, ir da die Bevölkerung glaubte, der österr. Consul sei daran schuld, i stürmte sie dessen Hotel und insultirke mehrere österr. Marine-O ziere. Truppen mußten ausgeboien werden rc. — Nun meldet i telegr. Depesche, daß Herr v. Bruck die von der Pforte Zuges» Genugthuung binnen 24 Stunden gegeben haben wollte, widrig falls die diplomatischen Beziehungen abgebrochen werden würden. — Unlängst wurde nördlich von Sarborough Castle ei» in dem Netze eines Fischerkahns gefangen; das Ungeheuer m- 13 Fuß 2 Zoll in der Länge und hatte 12 Fuß im Umfang, " sein Gewicht wird auf 12 Centner geschätzt. — In den französischen Departements treten die Präfellen großer Strenge gegen die Kornwucherer aus. Im Elsaß n5Ut®,j ner dec Thätigsten dieser Elaste, der Israelit Moses Blum, W AehnUches geschah in Würzburg rc. 1 — Die Pforte hak die dem kaiserl. österreichischen Jnternul wegen der Vorgänge in Smyrna zugesagte Genugthuung geg' der Gouverneur Ali Pascha ist abgesetzt und gegen die tSW strenges Einschreiten verfügt. — In New'Vork starben Ende vorigen Monats in 8^91 ungeheuren Hitze viel- Personen am Sonnenstiche, einma einem Tage. ___________' ' Druck und Lerlag ver (8. D. Brüh i' scheu Buch- unv Steinvruckcrei. D Mädchci liefen n was sie und bra zum dem Fez einem T und dae für micl den We tenz nid seiner A immer f Di Alle V- tor mu des Kau Rock uv Hände i ständige Kirche i die Ausf sich mit dieselben, menbüch und in En Grupflcr Erste der auf dem Kaum h men. T Schwelle ihrem O Als Her' auf den und in i Alt an i chwarzer , in den Z i vom Mil ein Gliev 1 Wunde» i eingeschlW ÜchlerS W hinterblL r, oes Afti n Pfingßni, ie mit 8 H ihrigen M egeben iwit: 16. Dertii it, seine Kj mehr eiizch zerschmellnIS chen Holluj mten deS hu stfänder fehlt! eit 1803 1’i ? vorige Wo n übertriebe» en sind. $ verehelicht, ui id Privatim! >ec sein SÄ rt; ost spitz hnliche Ges zu folgen! ngstigte ®il nn von die! ;en8 fano ml ■ am Halse I ;en Auftritte lsgewiesen, m ran schuld, i . Marine-Oi lun meldet! Sforte jugefil >llte, widrig den würden.! ste ein Hatfi »geheuer m« i Umfang, « Präfecten I stsaß wurde Murn, verh«^ n JnternB hüung geg1 2*1 die Flucht in Folge einmal 31 jn 30. Beilage. Ermuthigung So lang' Dir die Jugend heiter lächelt. Häng nicht ängstlich eit'len Sorgen nach; So lang' Dir der Morgen Kühlung fächelt, Denk nicht an den heißen Nachmittag. So lang' Dir die Freude freundlich winket, Pstucke Du sie stets mit raschem Sinn; Vielleicht, eh' der Abend nieberRufet, Ist ihr dusl'ger Blüthenkrauz dahiu! Denket denn die Ros' in ihrem. Glühe», Daß noch heut' ein wilder Sturm sie knickt? Deukt das Herz im liebevollen Glühen, Daß die Zeit ihm seine Lieb' entrückt ? Steckelburger^ Reise nach London. Von E. Spindler. (Fortsetzung.) Dem Rath der erfahrenen Hausmutter zufolge machten die Mädchen von Stund an ein leidliches Gesicht zum bösen Spiel, liefen nicht davon, wenn die Herren Verlobten kamen, hörten an, was sie kreuz und quer schwatzten, betrugen sich kalt aber höflich, und brachtens bald dahin, daß die Herren sich Glück wünschten zunr Gelingen ihrer Pläne, und der Vater, sich aufzumuntern in dem Fegfeuer seiner Reiseangst, fröhlich sagte: „Rom ist nicht in einem Tag gebaut worden, aber wohl in mehreren, und das Sälmel und das Susel, die Rabenmädeln legen sich doch zum Ziele! Gut für mich und mein Wort, denn, was halten wir Straßburger vor den Weilchen voraus, wenn wir nicht ..." Er endigte seine Sentenz nicht, denn ihm siel ein, |ba§ nur noch wenige Tage 6iS zu feiner Abreise zu verlaufen halten, und sein Angstleiden wurde immer größer, je mehr er's zu verbergen suchte. Die Vorbereitungen zur gefährlichen Pilgerschaft waren groß. Alle Verwandte und Bekannte mußten besucht werden. Der Doc- tor mußte Reeepte schreiben und Pillen bereiten; die Brieftasche des Kaufmanns strotzte von Wechselbriefen; der Schneider brachte Rock und Mantel, neu und wasserdicht; der Schuster hatte alle Hönde voll zu thun; die Wäsche des Reisenden erforderte eine vollständige Revision; sein Testament wurde errichtet; der Segen der Kirche über sein Haupt gesprochen; seine Schulden wurden bezahlt, die Ausstände eingetrieben. Steckeiburger hatte Feinde; er versöhnte sich mit ihnen. Er hatte Pflegschaften zu verwalten; er regulirie dieselben. Almosen flößen reichlich aus seinen Händen in die Armenbüchsen; von den Kanzeln der Kirchen wurde ein auf lange und in weite Ferne Verreisender dem Gebet der Christen empfohlen. Endlich brach der verhängnißvolle Tag an. Der Lohnkutscher Grupfler, der da wohl wußte, welch eine wichtige Person er für's Erste der Stadt zu entführen hatte, saß mit tiefsinnigem Gesichte auf dem Bocke seines Wagens, da er vor Steckelburgers Haus rollte. Kaum hatte die Kutsche Platz, die Menge des Gepäckes aufzunehmen. Die ganze Bewohnerschaft des Brand-am-End stand auf den Schwellen ihrer Häuser, um die Familie einsteigen zu sehen, die ihrem Oberhaupt das Geleit bis an den Rhein geben wollte. — Als Herr Tobias ganz zuletzt in eigener Person erschien, gestützt auf den Lehrling und tragend in der Hand die wohlverstopsten und in Wachstuch genähten Reisepistolen, drängte sich Jung und Alt an ihn, grüßte ihn mit Mund und Hand, rief ihm ein herzliches „Adieh" und „Komm' Er bald wieder" und „Bleib Er gesund!" zu. Hierauf zog der in die Kutsche schier Getragene das weiße Sacktuch, die Augen sich zu trocknen, und das ganze Brand-am-End meinte wie anf's Kommando. Im Leichenschritt gelangte Grupfler an den Rhein, gefolgt von Blutsfreunden des Reisenden und von einer Schaar von Bettlern, die nach den Fünfern aus dessen Hand schnappten. Heddäus empfing die Familie am Ufer mit salbungsvoller Rede; Hauptvogel bat ihnen eben daselbst einen wohlgebratenen Hammelquallen *) zur Erfrischung dar. Sie aßen und tranken unter Thränen und Trostsprüchen. Endlich klatschte Grupfler ungeduldig mit der Peitsche, und Steckelburger nahm sich zusammen, setzte den Dreispitz verwegen auf, hob ein Glas, gefüllt mit dem vom Doctor empfohlenen Wolr- heimer, Vierundsechziger, und sagte feierlich: „Säßla, meine Herren Vettern und Freunde, meine Frauen Schwägerinnen und Basen und alle mit einander. Jetzt geh'n der Katz die Haare au8 ’). Ich empfehle mich Ihrem wohlgeneigten Andenken und empfehle Ihrem Trost und Schirm die Steckelburgerin, das Susel und das Sälmel und vor Allen den Schangbattist. Gib mir 'nen Schmatz, Bub!« Der Junge umarmte den Vater heulend; in Thränen aufgelöst warfen sich Frau und Töchter an feinen Hals; er riß sich männlich los, selber gezerrt von Grupflers Faust, reichte noch aus Bem Schlage seinen zukünftigen Tochtermännern die Hände „'s bleibt dabei;" sagte er! „Warum? was hätten wir Straßburger vor den Welschen voraus . ..." Den Rest seiner Betheurung verschlang das Geraffel der dahin- stolpernden Kutsche. Auf deutschem Boden angelangt, erwachte Steckelburger aus der Betäubung, die ihn befallen hatte, und eine unendlich trostlose Stimmung bem isterte sich seiner. Er kam sich so verlassen vor, tut wildfremden Land, er, der noch nie Über Straßburgs Weichbild gekommen war. Und wie bald sollte er auch daS letzte Landmannsgesicht, den ehrlichen Grupfler, scheiden jehen, der ihm bisdaber ein schützender Fels im Meere schien, obgleich er nichts sprach, als „Jüh! Hoddel!" und dergleichen zu seinen Pferden. Dem Reisenden drohte in Folge seiner Betrachtungen eine Ohnmacht zu beschleichen; da erfrischte ibn eine bemuthigende Stimme, die von der Imperiale der Kutsche herunterredete: „Wie geht'S, Herr Prinzipal? schlafen Sie?" „Ei so schlag! Dennel, was machst Du auf der Kutsche?" — „Ich hab' den Herrn begleiten wollen bis zur Station, um zu erfahren, ob ihm vielleicht was mangelt. Die Frau hat mich geschickt." — Das war brav von der Steckelburgerin. Halt, Grupfel. Daniel komm' herein und setz Dich zu mir." — Deprecirend und gehorchend, kroch der Lehrling in den Wagen, und so hatte Steckelburger Gesellschaft bis nach Bischofsheim, wo sie nicht gar zu spät am Abend ankamen. Grupfler fand daselbst die Ordre vor, seinen Reisenden in Stollhofen abzuholen, und Steckelburger fand seinerseits geeignet, sich der willkommenen Gelegenheit bis an jenen Ort zu bedienen, wo er den Postwagen abwarten sollte. Zu dem Lehrling sagte er aber: „Ich werde hier einen Brief nach Haus schreiben und sofort in jedem Nachtquartier. Du sollst den Brief heimbringen. Aber, . . . wenn Du mit mir auf Stollhofen führest, könntest Du den zweiten Brief auch mitnehmen." — „Sehr wohl, Herr Prinzipal. Wenn nur die Fran und die Jungfern nicht Angst haben, daß ich nicht ..." — „Halt's Maul. Ich schreibe in den Brief, daß wir gesund sind und Courage haben, und daß sie sich nicht l) Haminelschlägel. 2) 3 '!i ai) I 60 fürchten sollen." — Somit setzte sich Herr Tobias und schrieb. Daniel setzte sich auch, und dachte an'8 Sälmel und wie er's wohl anfangen möchte, um dem Prinzipal zu verstehen zu geben, was er auf dem Herzen hatte; alles nach Vorschrift der Große! und der Prinzipalin. (Forts, folgt.) Was giebt es Neues? — Auf der badischen Eisenbahn soll der Fahrpreis der 3. Claffc auf den früheren Tarif der Stehwagen herabgesetzt werden. Die Veranlassung soll in dem verminderten Personenverkehr liegen. — In Altshausen (Würtemberg) sind aus der kath. Kirche ein reicher Schatz goldener und silberner Gcräthe, noch aus Deutschordenszeiten herrührend, geraubt worden. — Die im Jahre 1848 versprengten Klosterfrauen vom Orden des allerh. Erlösers haben ihr Haus am Rennwege in Wien wieder bezogen. — Nicht nur in Bayern, auch in Baden ist man den Wucherern auf den Fersen. In Rastatt sind einige dieser Blutigel hinter Schloß und Riegel und haben stündlich ihr Nrtheil zu erwarten. — Die kürzlich abgebrannte Dingler'sche Maschinenfabrik in Zweibrücken soll durch ruchlose Hand angezündet worden sein. Der Eigenthümer bietet für Namhaftmachung des Thäters 1000 st. Belohnung. — In Eölu brach bei einem jungen Manne, welcher vor 9 Wochen von seinem Hündchen in den Finger gebissen worden war, darnach aber die Wunde ausbrennen ließ, die Wasserscheu aus, und starb. — Eine Magd in Leipzig wollte jüngst eine Masse Wanzen durch Feuer vom Leben zum Tode bringen, steckte aber dabei das ganze Haus in Brand, wobei noch das betreffende, baufälligste und winklichste aller Stadtviertel in großer Gefahr schwebte. — Während vier Tagen dieser Woche wurde in Coburg eine obrigkeitlich angeordnete, allgemeine Rattenvertilgung vorgenommen, da dieses Ungeziefer dort zu einer wahren Stadtplage geworden ist. — Bei der Fahrt S. M. des Königs von Würtemberg von He lbronn nach Heidelberg platzte eine der überladenen Dampfschiffs- kanonen und beschädigte den bedienenden Matrosen am Kopfe, so daß er starb. — Der Rhein hat im Canton St. Gallen durch Ueberschreiten seiner Ufer entsetzliche Verheerungen angcrichtet. — An der Cholera sind in Kopenhagen nun 506 Personen erkrankt und 310 gestorben. — In Rostock sind die Wirthe mit 2 bis 10 Thaler Strafe bedroht, wenn sie Schülern deS Gymnasiums und der Realschule ohne Beisein der Eltern Getränke und Speisen verkaufe». Auch sollen bei gleicher Strafe Bürger, bei welchen Schüler logircn, Anzeige machen, wenn diese zu Haufe kneipen, rauchen, spielen u. s. w. — Man schreibt von der Tauber, 17. Juli: Ein trauriges Ereigniß ist in Wachbach vorgekommen. Ein Vater von 7 Kindern, Wittwer, hieb sich in der vorgestrigen Nacht in einem Anfall von Raserei, nachdem er zuerst einen Finger sich abgebissen hatte, vollends die ganze Hand ab und warf sie in die Stubenecke. Da erden angebrachten Verband wieder abriß, so hat er so viel Blut verloren, daß sein Aufkommen sehr zweiselhaft erscheint. Den Tag über hatte der Mann bei ziemlicher Hitze im Felde gearbeitet; es li< 4 daher die Vermuthung eines Sonnenstichs nahe; Andere meinen, mit weniger Wahrscheinlichkeit, es könnten religiöse Beweggründe mitgewirkt haben, da der Mann seine vor einiger Zeit verstorbene Frau vielfach mißhandelt habe und deßhalb oft weinend auf ihrem Grab gesehen worden sei. — In der einzigen Gemarkung Köngen bei Eßlingen hat letzter Tage ein Hagelschlag für ca. 140,000 fl. Schaden angerichtet. Dieser Ort war früher sehr reich, wurde aber schon oft durch Unwetter mitgenommen, daß die Einwohner alle jetzt am Hungertuche nagen. Ueberhaupt erinnert man sich nicht so vieler Gewitter mit Sturm' und Schlossen als in dem heurigen Sommer. — In Bern, in Graubünden ic. sind während der großen Hitze der letzten Tage mehrere plötzliche Todesfälle (Erstickungen) vorgekommen. — In Luremburg hatte auf dem Fruchtmarkt ein Cravall statt, den erst das Militär schlichten konnte. Man wollte die Bauern zwingen, billigere Preise zu stellen. — In Paris werden außerordentliche Vorbereitungen zur am 15. August stattfindenden Napoleonsseicr getroffen. Der ganze Eintrachtsplatz soll rundum decorirt werden, ebenso verschiedene Quai's rc. — Die Pariser bewundern jetzt ein musikalisches Wunderkind, Arthur Napoleon, am 6. September 1844 in Oporto geboren und, glaubt man den französischen Kunstrichtern, sowohl was Compo- siiion als was Clavierspiel angeht, ein Genie, wie noch keines die Welt beglückt hat. Die größten Schwierigkeiten moderner Compo- sition soll er spielend überwinden. — Von Lima sind 200 Deutsche aufgebrochen, um unter Leitung eines Regierungsbeamten im östlichen Peru, am Amazonen- strom, eine Kolonie zu gründen. Für die Communication auf dem Flusse find von der Regierung zwei Dampser bestellt, wodurch die Aussichten der neuen Kolonie bedeutend gehoben werden. — Bei Salzburg wurde dieser Tage eine Müllersfrau und deren Tochter ermordet gefunden. Erstere hatte 13 Messerstiche, Beide Spuren der Erwürgung. Der Müller und der Mühljunge sind verhaftet. — Am 10. Juni wurde im Dorf Neu-Lätzig (Pommern) ein Kind ohne Arme geboren. Die Finger sind unvollkommen und befinden sich in der Schultergegend. — Dem Maestro Rossini wurde für zwei Militärmärsche, die er dem Sultan widmete, die Medschidsche-Dekoration zweiter Klasse verliehen. — Die in Bukau gelegene sehr bedeutende Maschinenfabrik der Magdeburg-Hamburger Damschifffahrtsgesellschaft ist zum Theil nieder- gebrannt. Der Schaden wird nach einer oberflächlichen Berechnung auf ungefähr 100,000 Thlr. berechnet. Landwirtschaftliches. Cichorienwiirzel als Mittel zur Verhütung des Ansehens von sogenanutem Salpeter in den Dampfkesseln. Das k. preuß. Ministerium für Handel, Gewerbe u. s. w. hat dem Vereine zur Beförderung des Gewerbfieißes in Preußen, aus dessen Verhandlungen, 1852 S. 93, diese Notiz entnommen ist, ein von dem Fabrikanten H. I. Hoerkens in Lübbecke angegebenes Mittel zur Verhütung des Ansehens von s. g. Salpeter in den Dampfkesseln zur Kenntnißnahme mitgetheilt. Es besteht auS einem Zusatz von zerkleinerten Cichorienwurzeln zum Keffelwas- ser und hat sich, nach der Mittheilung des Hrn. Hoerkers, bei der Anwendung beirährt. Nach dem vorliegenden Gutachten der Ab- theilung für Manufacturen und Handel wird der Erfolg dicfeS Mittels nicht in Zweifel gestellt, da alle schleimigen und zuckerhaltigen Zusätze einen ähnlichen Erfolg haben; indessen wird cs doch auf die Vermischungen des Wassers selbst sehr ankommen. Das Mittel dürste daher, wenn auch nicht in allen, doch in manchen Fällen erfolgreich angewendet werden können. Druck und Verlag der G. D. Brühi'schen Buch- und Steindruckrrei. Nachdem geben, setzten burger genoß nur durch Un hätte ferner n Wirth war tc war von des nur ansah, so »erlassenes Ha gut ging — Vorschrift der Als die Bett. Du wi .„Wie der He noch selbander meinetwegen i Am Mo tvachtes Gesich die lange Naä lind auf Flöh Dennel! Du und von Säl Im Kopf, Tri; leidenschaftlich !„Will er schv Auf der ■brütete über machte, als w mit tausend d fragte nach d die Pferde ge „er will mich sparen."— § iling mit viels ich könnt' mi i gleite mich m jbie Du verr verlegen die i lete sein altes In der । Gruvfler best i Niederlande, Abenteuer die I und erschlage: zu, und hätt fiu wäre, w ein Mensch, s Kleidung, u Kaufmann ui Letztere die P | schäft." Es tränier, Bürst *) Ermordet. Jß 31. Beilage. Stcckelburger's Reise nach Fondon. Von C. Spindler. (Fortsetzung und Schluß.) Nachdem der Brief pelschirt und dem Lehrling feierlich übergeben, setzten sich Herr und Diener und Kutscher zu Tisch. Steckel- burger genoß nur ein paar weichgesottene Eier. «Diese können nur durch Unvorsichtigkeit vergiftet worden sein;" sagte er. — Er hätte ferner noch gern von London und Holland geredet, aber der Wirth war taub, Grupfler schlief über'm Löffll ein, müde wie er war von des Tages Mühen, und wenn Steckelburger den Lehrling nur ansah, so kamen ihm Thränen in die Augen, weil er an sein »erlassenes Haus dachte, unv nicht minder dem Daniel, der — weun's gut ging — auf lange Zeit von Sälmel scheiden sollte; alles nach Vorschrift der Prinzipalin. Als die Glocke Neun schlug, sprach Herr Tobias: „Allob, in s Bett. Du wirst mit mir in einer Kammer schlafen, Daniel." — ! „Wie der Herr Prinzipal bestehlt." — „Säßla. Wir sind dann noch selbander, und können in dem vcrfluemt leeren Schlurf nicht meinetwegen maggayt *) werden, ohne Lärm und Trafari." Am Morgen darauf hatte jedoch Steckelburger ein sehr über- ivachtes Gesicht, klagte über Kopftuch, und äußerte: „Hab' ich doch die lange Nacht nicht geschlafen, und immer auf Spitzbuben gewartet and auf Flöhe oder derlei Ungeheuer. Halt' ich nur Deine Natur Dennel! Du hast geschnarcht, wie eine Baumsäge, und laut geträumt und von Sälmel geredet. Steckt Dir die Dummheit immer noch jm Kopf, Tnpsdrill?" — „Ach, Herr Prinzipal," antwortete Daniel leidenschaftlich: „ich kann halt selbig Madel nicht vergessen." — „Will er schweigen, Argobast?" Auf der Fahrt des Tags war Steckelburger mauerstill und brütete über einem Gedanken, der ihn sehr beschäftigte, unruhig machte, als wie mit Dörnern peinigte. In Stollhofen schied Grupfler !mit tausend derben Segenswünschen von dem Reisenden, und Daniel fragte nach dem Brief, den er noch zu empfangen hatte. „Sobald die Pferde gefressen haben, kehrt der Grupfler um," sagte Daniel: „er will mich auf dem Bocke mitnehmen und ich kann die Füße sparen."— Steckelburger verfärbte sich, zitterte, und sagte zum Lehrling mit vieler Sanftmuth: „Liebes Danjelele, mein Büble! meinst, ich könnt' mich von Dir trennen? Bleib noch bei mir, und begleite mich morgen zum Postwagen, he? ich zahle Dir die Schuhe, die Du verreißen lhust von hier bis Straßburg." Daniel zuckte verlegen die Achseln, wenn er gleich inwendig lachte, und antwortete sein altes: „Wie der Prinzipal will." In der Wirthsstube saß aber der Herr aus Rastatt, der den Grupfler bestellt hatte, und erzählte von seiner Reise durch die i Niederlande, und wie er dort betrogen worden; zugleich von einem Abenteuer dicht am Rheine, wo ihn Lumpengesindel schier bestohlen und erschlagen hätte. ■— Steckelburg.r hörte mit bangem Entsetzen zu, und hätte viel.darum gegeben, daß das Wirthshaus leer gewesen wäre, wie jenes zu Bischoffsheim. Denn hinter'm Ofen saß ein Mensch, so wild aussehend, sonnverbrannt und schmutzig in der Kleidung, und seine Satansaugen ließen schier nicht ab von dem Kaufmann und seinem Gepäck. „Wer ist der Mensch?" fragte der Letztere die Wirthin. — „Ein Maulwurffänger aus der Nachbarschaft." Es überlief den Kaufmann kalt. Mausefallen- und Hechelkrämer, Bürsienbändler und Kammerjäger hatten gegründetes Borur- *) Ermordet. theil gegen sich. Herr Tobias sperrte sich mit Daniel bei guter Zeit ein, und schlief wieder nicht die ganze Nacht. Als der Postwagen anlangte, und die Magd es meldete, reichte Steckelburger den, Lehrling mit Angst und Schmerzen die Hand zum Abschied. — Aber siehe: der Wagen war besetzt. „Heute Abend kommt ein andrer hier durch;" tröstete die Wirthin. Dem Steckelburger war aber das Warten recht, und er faßte nach kurzer Ueberlegung ein Herz, und sagte zum Lehrling, der seinen Hut und Stock nahm: „Ich kann Dtch unmöglich fortlaffen, Dawel. Warum? ich will Dich lieber ganz mitnehmen auf London." — „Mich?" Der Jüngl'ng zitterte vor Freuden. — „Ja doch, ja. So bin ich doch nicht so allein und verlassen und Du bist vom Sälmel weg, und vergissest das Mädel um so leichter." — „O weh! wer steht sür mich int Laden?" — „Ich will meiner Frau schreiben, daß sie den Anselm nimmt, bis wir wieder zurückkommen." — „Wohl gut, aber ..." — „Potz Fahiiebibbel! besinnst Dich noch lang?" Kann die halbe Welt durchreisen, der Taigaff, und besinnt sich?" — „Was geben Sie mir dafür, Herr Prinzipal?" — „Geben? Kurios. Ich halt' Dich frei." — „Servireur; das steht nicht im Lehrvertrag. Sie müssen mir was geben für die Mühe und Gefahr meines Lebens." — „Po, laß uns von meinem alten Leben reden." — „Ich will für Sie sorgen, wie sür einen Kanarienvogel, ich will Ihnen durch's Feuer gehen, wenn Sie . .." — „Nun, was denn? wird der Loddel schwätzen?" — „Wenn Sie mit das Sälmel zur Frau geben." — „Dollweck!" — „Anders thu' ich's nicht, und thu' es nicht. Eins, zwei, ... drei? Avjeh, Herr Prinzipal!" — „Lohkäs!" schrie Tobias, den Lehrling aushaltend: „Willst Du mich im Stich lassen, unter fremdem Gesindel? zwischen Maulwurffängern und andern Gaunern? Danjelele, sei brav, sei aber gescheit. Guck, ich möcht' werzi Dir zu Gefallen leben, aber — Du Narr — das Sälmel ist schon verlobt."— „Avjeh, Herr Prinzipal!" — „Hält, Du Nachteule! Schau meinetwegen; wenn es nicht versprochen wär', das Sälnie! . .." — „Der Magister soll Pech geben." — „Aber, er hal's auf vent Papier, Danjelele. Warum? was hätten wir Straßburger voc Weljchen ..." — „Adjeh, Herr Steckelburger." — „So bleib doch in ... Gottesnamen. Sollst das Mädel haben, .... wenn der Heddäuü zurücksteht." — „Mir an. Die Hand darauf?" — „Ein Mann, ein Wort. Aber nur wenn der HeddäuS .. — „Sie müssen ihm den Abschied geben. Oder ich deffl' ihn brav ab, bis er genug Milchsuppe gegessen hat." — „Du bist ein verwegener Strolch. Aber die Handschrift ..." — „Apropos: Sie müssen mir auch eine Handschrift geben." — „Das Unthier! Mein Wort an zwei Männer ?" — „Der H^ddäus muß Pech geben, sag' ich. Und ohne 's Sälmele und ohne die Handschrift riskir' ich mein Leben nicht, ob Sie jetzt Augen wie die Salzbüchscln machen oder nicht, Herr Prinzipal." Steckelburger wollte einen grimmigen Schrei lhun. Aber wunderbarer Weise faßte er sich im ’Jiu, verkehrte sogar sein Löwengesicht in ein still lächelndes, und setzte sich mit den Worten: „Ich seh' wohl, daß ich gut Männels mit Dir machen muß!" zum Schreiben nieder. — Daniel frohlockte innerlich und der Prinzipal that dasselbe, denn er schrieb die Bedingung nieder: „Sobald der Magister HeddäuS zurücktrltt, und das Sälmele ein willigt, den Argobast zu nehmen." — Die letztere Bedingung war dem Lehrling recht; er lchnaufte nicht ein Wörtchen. Steckelburger lachte den Lehrling im Stillen aus, und sagte zu sich selber: Es ist doch ein rechter Fuchs und Spitzenkrämer, Steckelburgers Tobias; Lohkäs, Danjelele. Das Säl- 62 Noch wir nicht meinetwegen unser Wort hielten ?" Was giebt eS Neues ? „Wer m „Was u „Dieß kc Der aus Druck und Betiag der G. D. Brüht' scheu Buch» und Striudruckerri. ii D nein! r „Wer gj „Ich, ii den Mann v „Sie fd „Schleie ?aus betretet „Schwei Es wa Apotheker ui wo Ehlor u fud'fer Artik aller Gemüt An ein Pickenhahn unterwegs ir von Weivem Befallenen ii gut fein. Er war mir feint), aber er soll mein Freunv werben, Senn ich will ihn lieben unv achten, wie einen Baler!" Darob war Steckelburger sehr gerührt. Er hatte sich mit allen Feinden versöhnt, warum also nicht dem Rissel die Hand reichen, der im fernen wilnfremven Deutschland dem verlassenen Reisenden den heimathlichen Gruß in das erfreute Ohr rief'? „Wir sind von heute an und bleiben Freunde!" sagte der Kaufmann; „Aber woher des Wegs, lieber Herr Riffel!"— „Von London, Herr Steckelburger!" - - „Ach Herr Jeh, ist's möglich"? Ich gehe just dahin:" — „Wie? Sie Herr Nachbar? In Ihrem Alter? Mit schwacher Gesundheit? Ohne englisch zu reden? In diesen Kleidern, die Sie dem Gelächter des Pöbels aussetzen würden ? Bedenken Sie nicht die tausend Gefahren, Herr Nachbar? Wäre nicht ein jüngerer Mann, wie ich, der Alles kennt unv weiß, besser am Platze, unv würde ich nicht von Herzen gern Alles Ihun, um Ihnen unter die Arme zu greifen ?" „Ein lieber Mensch unv Tröster, der Riffel!" dachte Steckelburger, und hob, auf's 9ieue tief erschreckt von des jungen Mannes Warnungen, die ganze Litanei seiner Sorgen und Aengsten an. Riffel Hörle ruhig zu, Daniel dachle sich fein Theil, unv endlich verlängerte sich die Unterredung bis in den späten Abend, und die Herren brauchten viel Diente unv Papier neben Bem Weine, den sie freundschaftlich aus erklingenden Gläsern tranken. Die Resultate der Stollhofer-Präliminarien ließen sieh nicht lange erwarten. In ein paar Tagen traf nämlich Steckelburger samml Daniel völlig unverhofft wieder in Straßburg ein, zur größten Freude seiner Familie unv seiner Nachbarn, zur Verwunderung seiner zukünftigen Schwiegersöhne. — Man erfuhr, daß Riffel, der Gerber, mit den Vollmachten des Kaufmanns versehen, auf ver Reise nach London sei, und daß daher die Netseangst größer gewesen, als fein Mißtrauen gegen fremde Hänve. Steckelburger freute sich unsäglich, seine Penaten wieder zu begrüßen, unv verschwor jede Reise. Außerdem ging er lächelnd unv füll umher. Mutter und Töchter und Lehrling hofften, redeten indessen kein Wort von Ehesachen. Dem thaten nicht also der Gegenschreib.r und der Magister. Sie klopften an das Schwiegervater Herz, und redeten von kaum zu bezähmender Ungeduld. Steckelburger lachte dagegen, und vertröstete sie nach dem Buchstaben seiner Handschrift auf seine Rückkehr von London, oder auf sein Absterben in der Fremde. — Und er vertröstete die Herren so oft, daß Hedväus endlich zu begreifen anfing, daß er gefoppt sein sollte, und den Gegenschreiber zu lärmender Grobheit aufhetzte. Hauptvogel prahlte von Processen und thenern Gerichtskosten. Steckelburger antwortete: „Säßla!" unv bestellte den kniffigsten Advokaten. Die Händel um Bräute und Mitgift sollen schon vor Gericht angehen, ehe noch eine Nachricht von Riffel eingelaufen war. Da traf nach einem stürmischen Festtagsschmause den mit der Klage beschäftigten Hauptvogel der Schlag, unv er ging hinüber in die Welt, bie nicht Brautschätze, nicht Pfenningthurm kennt. Der Fiskal lieferte den Unglücksschein rem Steckelburger aus, unv leichter wurde um's Herz, da eines Morgens dem Magtst« ein ganz schönes Wickelpüppchen vor der Thüre gelegen, und form Ms Skgrrtrl zum erügffen Abmarsch aus der Slavt gegeben wurde Frau Ehristiane und ihre Basen wußten sich vor Freude kaum tu faffen. So wie denn ein Glück nie allein kommt, so auch dieses, Denn fast zu gleicher Zeit tt:df die Erbschaft, besorgt vom thätigen Riffel zu Straßburg ein. Nun war Steckelburger ein ganz anderer Mann mit vormh- mel kann Dich ja nicht ausstehen! Säßla. So thue ich beiden recht, und am End ist der Argobast mit einem Stück Geld für seine Mühe zufrieden, unv mein Wort ist gerettet: was mich freut. Warum ? Was hätten wir Straßburger denn voraus vor den Wel- scven ....?" Er mußte hier niesen, da ihm .die Sonne in die Augen schien, und er rieb die Augen noch, als wie ein Träumender, nachdem schon lange die Thüre aufgegangen und ein vom Pferve gesprungener Reisenver hereingelaufen war, Der sich dem verdutzten Kaufmann an die Brust warf, wie ein alter Freund. Und dennoch war es eher ein Feind: der Gerber Riffel nämlich in Lebensgröße. — Aber er kam — Susannens Brief auf der Brusi tragend wie ein Talisman — er kam mit freundlicher Hand und sagte: „Herr Nachbai! Mein Vater war ihm feind, ich will Ihm aber Chvierasa^ «ß mißmuthi, W seiner geb __ Wie man erfährt, will der Gemeinderath von Eöln, um Wöie paar Th baldige Herstellung der Rhei.tbrücke zu bewirken, gegen Ueberl, ich : der Brückengeldeinnahine unv einen Zuschuß von 600,000 W fu ein U ans Staatsmitteln, vte Kosten des Baues übernehmen. „,°^«U-gst und __ (Sin Berliner Hotelbesitzer, welcher von einer bet ihm logiren-1 „M Den russischen Dante cä. 11,500 Thlr. zum Aufbewahren behm.netne tnnigstr ging Damit auf unD davon. Er soll sich nach Frankfurt gmen feinet haben. Doch ist auch Die Polizei in Hamburg u. a. O. n men Sitten, und gleichsam fürstlicher Herablassung. Wie ein König fo gnädig, sagte er bald zu seinen Töchtern: „Jetzt gehen abermals der Katz' Die Haar' aus. Warum ? Jetzt werden roch Die Fetzten kommen, die Euch wollen und von mir Handschrift fcobeii. Aber dennoch könnt ihr Euch gesetzterweis nach den reichsten Fni- werbern in der Stadt umschauen: Denn Ihr braucht zu Dem Riffel unD zu Dem Daniel da, Die schon ihre Zettel hervorzichen, mit meinen, sie hätten Den Fisch an Der Angel, — nur zu sagen: „Wit wollen Euch nicht!" unD es ist Punktum Anis." — Verschlagen und blinzelnd betrachtete er Die, nach seinem Dafürhalten, überlisteten Freier. Aber deren Farbe wandelte sich nito,'aber durch unD Den/.Kaufmann kam's wie spanisch vor, Da feine Töchter erklät- Schwester ten: „Mir an! Wir wollen Die Herren Riffel unD Argobast zu.abgestattet. Hochzeitern annehmen!" — „HeiDengalleh! schrie nach Dem ersten j „Herr! Staunen Herr Steckelburger: „Mir geht ein Licht aus! 'N Pickenhahn e ©taiiDarten! allwell merk' ich was. — Aber 's freut mich doch, wie ein Pull wie’S jetzo steht. Warum? Weil mein Wort feinen Batzen gilt:- „Eine I Denn was hätten wir Straßburger vor Den Welschen voraus, wenn Doch dazu in »,» nm 30. $s - s- ten daselbst hat die Friedeiishossnungen verstärkt. SnDe||en l 1 Fanatismus Der Türken im Steigen begriffen unD .man hot einzelnen an Christen verübten Insulten. __ Am 13. Juli wurden in Petersburg 12o neue M 32. , >ro Pfeffermünze ein ge. bemächtigt. An einem Pickenhahn in unterwegs war ;en: mit vormh- Zie ein Kö- ,Jetzt gehen >en roch lie hrift habin. ichsten Frei: dem Riffel zhhen, mid tu Mag,st« und somit ■bcii wurde. De kaum er meine Hand! thun wir, als wenn das Duell stattgeiunden und kommen Sie alle mit nach meinem Hause." daL JPi! fba "UrbC fin9fbatft- Pistolen, Degen und saure Gurken, daß es wahrlich eine Freude war. Bei einem delikaten Frühstück und einem feurigen Ungarwein .^Lkalleue. Pickenbahn und Freimann tranken L'ebesverhältniß erlitt keine Unterbrechung Durb!uder b<* Picke,.Hahn seinen ^uzvruver Schwager. .Was giedt es Irenes? . ~ ®lc "«haltend günstige Witterung übt, wie auf Alles, so insbesondere auf den Weinstock den günstigsten Einfluß. Die Hoff- uuug auf einen guten und sehr reiche» Herbst steigt täglich. k g ersten reifen Trauben wurden am 2. Ava. „an der Leiste" in Würzburg gefunden. 3 " feuchten, naßkalten Abend jener Periode kam Herr 11 st'"« Wohnung. Er war düster gestimmt, denn u an"' 1 'bin zweimal der.Siechkorb begegnet, jenes tragbare von Weidenruthen geflochtene Institut, welches die von der Choler jBcsallenen in's Hospital brachte. e"sich'« aber vinck «"h^^rsteinert, ganz besonders überrascht wurde er chter ,2 $ ®f?entrflrt des Herrn Freimann, welcher mit seiner wÄo"" ****** #ww - * »* M 6tn' "^,vx! was führt Sie in mein Haus?« donnerte ihm Herr aut! P Ptckenhahn eu.gegen, indem er seine Augen aufriß und sich I n t mich doch, wie eiii Puterhahn gegenüber stellte 8^1 "Eine komische Frage!" -entgegnete ihm Herr Freimann, und oraus, -"todazu,» einem Tone der mir gar nicht gefällt und durchaus een Mann von Welt verleugnet. „Sie schleichen in nur Schwester nach!" Saus"?e2i'^"d — Mit Erlaubniß derselben habe ich hier das ?aus betteten und meine Absichten sind . " * Mß N ME « Ä -efaUlgst und wenn ich bitten darf, für immer." M ibitl l°g'Mi-i ,^br Haus kann ich meiden, aber — nicht Ihre Schwester * -- »* ««■. »:» . O. gehe«g "Ach was wir wissen lange, wie es bei den Wahlen -„geht wenn meine Schwester auch zehnmal „Ja!" gesagt, ich fake starb in dlt-"eln. nein! nein! und damit Punktum." 3 TagiöhnnS, „Wer giebt Ihnen ein Recht über das Herz Ihrer Schwester«« ®UU9C L* fd6fi' ""in Herr! und wenn Sie noch lange Um- rien von MMNde machen, so rufe ich . . . he! Johann! Crispin!" e"' Ihre Leute sollen mich wohl gar aus dem Hause i wo,de» |et. ebiren, mich einen Mann von Ehre?" irdi ermi'to "Wer mir widerspricht, mit dem mache ich gar keine Umstände, ioüstann'wvel f g es ein seiner Herr oder ein Handwerksbursche sein " der Gesa»-- „Was unterfangen Sie sich, Sie beleidigen meine Ehre. — wessen ist der umhin, ,ch werde Genngtbuunq fordern." ian hört von ^Dieß können Sie thun. Adieu! — Leben Sie wohl'" . «lieieS aUJ ffincn Liebesträumen so plötzlich Emporgeschreckte ver- . ChMa!»- d mßmuthig und höchst ergrimmt das Haus, konnte nickt ein- l frtner geliebten Julie ein Lebewohl sagen, denn sie atte sich rdamenkah -m ausbrechenden Spektakel in ein entferntes Zimmer geflüchtet, nen Han»'' . Der Beleidigte, welcher schon auf der Universität eine famose nLäeh'* r3cUnb W"en VIn3riff auf seine Ehre ungeahndet vor, b a,U Sicfenfih ’ ' o nÖtt,igfn Anstalten und forderte Herrn triften, wä^'aenhahn zum Zweikampf. -cn, ^eß es: wird er sich stellen? - Wunder über Wunder' .storben. - M'" das Duell an und versprach den andern Tag zu der be- I vor Kurzem durch ick — Den Londoner Droschkenkutschern sind Ms i s c e l l e n. Verdächtige ist Tüchtig. . , __ Man spricht von der Anlage eines untertrd.schen Telegraphen unter dem Rhein her zwischen Koblenz und Ehrenbreitstein vermet- ken 4413, wovon 2324 starben. __ In Athen wollte man wissen, die Gesandten von Frankreich und Englanv hätten per Pforte erklärt, daß sie im Falle eu.es Krieges mit Rußland auf den materiellen Beistand ihrer Eablnette »ich $ _ Rußland droht mit dem Uebergang über die Donau, für I den Fall, als die englisch-französische Flotte einen Schritt in die telst eiserner Röhren. . „ __ In Cöln spricht man von Einführung einer Hundesteuer, ra in den unbemittelten Elassen zu viele Hunde gehalten^wurden. Darvanellen machen werde. „ __ Die ruff. Occupationstruppen werven äußerst gut verpflegt. Wie es heißt, soll ein Befehl aus Petersburg den Hospodarm geboten haben, den Tribut nicht mehr nach Constantinopel zu schicken, sondern ihn zur Verfügung des Czaaren zu halten. Wahrscheinlich soll die Pforte die Kosten der Occupation tragen. — Kaiser Nikolaus hat Befehl zur Ausrüstung ver aus 20 Linienschiffen und 15° Fregatten bestehenden Ostseeflotte gegeben. _ In Marseille sollen sich viele Flüchtlinge, zumeist deutsche und ungarische, nach Constantinopel einschiffen. __ Der „Morning-Herald" hat aus Rom vom 12. d. die 2ni - theilung erhalten, daß der Gesundheitszustand des Papstes von Tag zu Tag precärer werde; Pius IX. leide an einem heftigen Anfälle von Brustbeklemmung und an Körperschwäche. Er ist jetzt bl Jahre alt. _________________ 64 — Seit vem 1. d. kostet in Würzburg der 6pfündige Laib Brod, stall wie bisher 26 ft., nur noch 23 ft. — ^" Mannheim Eden für 4 Pfund Brod 17 fr., in Frankfurt für 6 Pfund 22 /2 kr (nach der letzten Tare) bezahlt. _ — Kaum sind vie aus dem Marburger Zuchthaus kürzlich entsprungenen zwei Erzschelm- wieder hinter vie alten «Koffer und Riegel gebracht, so sind schon wieder drei Insassen jener Ansta entkommen und machen auch schon einen waldigen Bezirk unwei In" Würzburg prügelten sich Sckustergesellen so nachhaltig durch, daß einer davon bereits gestorben ist. — Ebendaselbst wurde am 30. Juli die Kasse des Jagerbataillons erbrochen und 1600 st. daraus entwendet. Der der Thal Parlament ihre Fahrpreise beschnitten worden D.e also n ihm ' I Gewerbe Geschädigten haben sich das süße Vergnügen der Ji 4 nicht entgehen lassen. Als neulich am Schluß einer UnterW. Die ^uerfundme Nähemaschine scheint denn doch nicht so ft§ung bei heftigem Regen starke Nachfrage ™ nnn, nflne„ ,u s-in In Berlin werden bereits die Uniformen der - c sämmtliche vor dem Parlamentsgebaude ausgcpslanzle» pu r sich schon solche Maschinen verschrieben. , I nicht nehmen, die unglücklichen Gesetzgeber noch vbend e.n »a __ In Lübeck flnv nun auch mehrere Personen an der Cholera hghnen. „Die Herren H"V es ,, erkrantt und einige daran gestorben. Daß die Epedemie 'N Ham- 5 Groschen fahren, gelt? Da wollen wir s.e doch l b » bürg uufgetreten, ist unwahr, dagegen grassirt dieselbe in Schleswig, laufen lassen. sm-rftfArMrd __ Oesterreich verlangt wegen der Vorfälle in Smyrna nicht — Der Münchner Bote schreibt: Kann man die M f) nur ernsthafte Genugtbuung von der nordamerikanischen Regierung, $ größer treiben? — Ein Dullgast kündigt «U, ., sondern fordert auch, daß die Pforte sofort alles aufbiete, day Costa, Depesche ihm die Nachricht e.nes durch d.e L° ten welcher noch im franz. Spital zu Smyrna sich befindet, ohne Wei- ^gefallenen Gewinnstes 30,000 fl. überbrachte Lr muffe B -Ä--- - -- - EiDW-MMMWZ Morgens zwischen 7—8 Uhr gegen glaubwurvige 3eugnffse >1 Bedürftigkeit: Handtücher u. s. w. umsonst in seinem Ve.ka., local (Fingergäßchen) in Empfang nehmen. __ Die Mode wiederholt sich. Bor ungefähr 15 ~^te" ,i„ B-,«».- to*««»»”« «f “ ®“ J »--«»6"'- .S*- -1 ein reißender, unb man erzählte, p , $ rc;n M w- Ä’ÄlXÄXÄ* w &*• Brust befestigt wird, nach einmaliger Füllung se , und - im Winter wärmt. I _ Di- Londoner Droschkenkutscher-Revolution .st gutl.q Die Fahrtare wurde vom Parlament beschnitte», wvgeg . kon der Peitsche passiven Widerstand leisteten, d. Pferde im Stalle. Jetzt hat die Regierung e.n wen g_ dl! —'cher ditto, und sie fahren nun wieder sort----Limit seiner Schwester bescbieden, wo man ihnen eröffnete, daß ch ihnen unbekannt gebliebener Vater, der in Bayern vor Kurzem ge storben sei, beiden zusammen die Summe von etwa 400,000 Gul den und ein ansehnliches Gut testamentarisch vermacht und hinm lassen habe; die Erbschaft könne von ihnen jetzt in Empfang gcno® men, resp. unter ihnen zu gleichen Theilen verthe.lt werden. D./ Schn-id-rgeselle, weit entfernt durch die unerwartete frohe Nachrch im Geringsten alterirt zu werden, empfing sie vielmehr nut dm größten Stoicismus und äußerte, es sei noch sehr die ^Frage, ob wenngleich vie Erbschaft ihn als Rentner unv Gutsbef.tzer von nm leben in den Stand setze, di- liebgewonnene Schne.derprW, mindestens noch achl an zu .... sion aufgeben werde. Jevenfalls werde er Tage Schneider.',eselle bleiben, wie er es bis jetzt gethan. Bemal, sei noch/daß der junge Mann ein tüchtiger Arbeiter und e.n » sterhaft guter Mensch ist. __ Ein Schneidergeselle zu Magdeburg von 23 Jahren, der als Kind mit seiner um ein Jahr jüngeren Schwester einem dortigen Einwohner zur Erziehung anvertraut wurde, spater die Schneiderprosession erlernte und bei einem Kleidermacher bis jetzt in Arbeit stand, wurde am 28. Juli vor das dortig- Kreisgerrcht . . ---- ^teiudruckerei —----'---'---------- Druck und Verlag der G. D. BrühÜsihm Buch- und Steindruckeret. Ral^ „„Unsinn, Componif Gut chon nenn hat sechs ter, von i ist nicht Lurns. — ob sie sol ziehen nie Deutschla. schätzen, r Docl ben. Di. gestoppelt fehlie nur — ein T zu sicv si Arroganz mit einem Pökelmeye fahrt. Er herab bis alle Segel all Untief Der Er 1 Buch- un Stille. £ stubc — Nichts, drei Ding schwingt; chcn, die Vierter, t ger findet Der der auf ei gedanke. nichts, N Haupt ist sagte Hug behandeln, Auf eine Wid! ohne Fr«! feite, eine vie!'1, -- Einer aus sinnend d zu überle liche Ein. beijuführe müssen, 1 er sich sell ■te, daß ijt Kurzem gü 0,000 @ul und hinter fang gcnout >erden. Dn che Nachrich hr mit dm frage, ob it, tzer von nm hueiderptWi S noch echt an. Beumlt und ein m- :m durch diS ilso in ihrem n der ’JMf r UnterhMS- coschken wir, anzten F»hr- ließen es sich drein zu «er- ohl gern füj ieber zu Fuj Marktschreierei daß eint W > Lotterie ihuf müsse deßhüi raren zu Preu amit sich all könnten ti| Zeugnisse iW •teilt Verkauf! > Jahren ta rr Damen nn )er Absatz -peeulant »uti soll. Ein M lrachmittag eil , und der Ai >se Specuiuti^ in verändert igt, die daina nige seiigebote der Brauhau! r nothwendigl lieber 18,01 ast worden sei e eine Lasche! oft hat, aus b Stünden 6«” gütlich b-ig'l-j “egen die 4-- sie ließe" nig nachg°gE t - M 33. Beilage. W i e Pedication. Ralph, kennt Ihr den Componisten Pökelmeyer? — Nein!!" — „„Unsinn, Fopperei! Wie kann in unfern aufgeklärten Zeiten ein Komponist solchen Namen führen. Widerruf!"" Gut! ich widerrufe und will ihn Richard, Romeo oder Fanchon nennen. Also zur Sache! Pökelmeyer-Richard-Romeo-Fanchon hat fechs Lieder componirt (Opus 1.) Wie die Namen der Dichter, von denen der Jüngling noch an Jahren, die Lieder entnommen, ist nicht angegeben. Warum? Dies erachten Componisten für Lurus. — In Frankreich muß bei den Dichtern angefragt werden, ob fte solches erlauben, werden wenigstens darum begrüßt und beziehen nicht selten einen .Theil des Honorars. Anders im lieben Deutschland, da muß es sich der Dichter gleichsam für eine Ehre schätzen, wenn Eines seiner Lieder mit Noten versehen wird Doch keine Abschweifungen und hübsch bei der Stange geblieben. Die sechs Lieder waren fertig, mühsam am Klavi r zusammengestoppelt und int Schweiß des Angesichts zu Papier gebracht. Es fehlte nur noch eine Kleinigkeit, die man nicht auf der Treppe findet — ein Verleger. Aber nur Geduld! Pökelmeyer hat Vertrauen zu sich selbst; Vertrauen — forte prestissimo. Er besitzt auch Arroganz; und diese steht im Courszettel des Künstlerlebens gleich mit einem Drittel Genie. Mit dem Manuscript uni ernt Arni tritt Pökelmeyer eine Verleger-Entdeckungsreise an. Welch eine Ulvsses- fahrt. Er pocht an Palasttbüren mit renommirten Firmen, er steigt herab bis in die Findelhänser der musikalischen Literatur. Er spannt alle Segel, er richtet den Cvntpaß, er wirst das Senkblei aus: Überall Untiefen, Nacht und Klippen. Der arme Pökelmeyer. Er schrieb Briefe über Briefe und warf sie verzweifelt in deu Buch- und Kunsthandel-Oeean, um Etwas zu erangcln. Grandiose Stille. Der Liedercoinponist in seiner fünf Treppen hohen Dachstube — die einzige Höhe, die er bis jetzt erreicht — er sagte Nichts. Dagegen sagt Salomo der Weife; „Die Erde zittert unter drei Dingen: unter einem «Belaßen, wenn er sich zum Herrn auf- schwingt; unter einer Magd, die Gebieterin und unter einer Häßlichen, die geliebt roirt>." Zu dieser Trias gesellt sich aber noch ein Vierter, dieß ist ein Dichter oder ein Komponist, der keinen Verleger findet. Der verkannte Orpheus kocht Rache und beschließt: seine Lieder auf eigne Kosten herauszugeben. Eine Riefenidee, ein Weitgürtelgedanke.— Commisstonsariikel find aber Stiefkinder? Schadet nichts, Niemand hat zu fragen wenn Pökelmeyer will. „In dem Haupt ist entsprossen der Gedanke. Darum muß er gut sein!" sagte Hugo in der „Schuld." — Die Verleger, die ihn stiefmütterlich behandeln, sie sollen ihren Wahn büßen. Auf eigne Kosten und damit das Gleichgewicht hergestellt wird, eine Widmung, eine Dedication. Aber wen? das ist die Frage ohne Fragezeichen. Eine Widmung ist eine Wurst nach der Speckseite, eine Dedication ist ein Spiegelbergisches: „la bourse ou la vie!“ - - Ein gescheidter Mann bläst hier zum Rückzug, es muß Einer ausgesucht werden, der sich dadurch geschmeichelt fühlt. Ties- stunend durckmaß Pökelmeyer mit Tragödienschritt fein Zimmer, um j zu überlesen, wie er müsse zu Werke gehen, um die süße freund- । liche Eintracht mit dem Kampfe seines schmächtigen Geldbeutels her- ; beizuführen, welche Gattung von Selbstsüchtigen er werde wählen \ Müsse», die da am meisten blechen. „Sinne nach, Moor!" raunte i er sich selbst zu, indem er das Register all der Reichen in der Stadt , durchlief und die „Geldsäcke" an seinem inner» Gesichte vorübergehen ließ. — Der Banquier Horn? Dieser hat solche Sachen schon längst satt. Der Finanzrath Schwamm? der scheint mir zu träge. Der Particulier Sorge? Seine alte Haushälterin läßt sich nicht Umschweifen. Was? sind dies all die reichen Menfchen, ist daS Arsenal der Moneten so bald erschöpft? — Wie? Nein! Ha! der C o m m i ss io n s r a t h Blase. Was kann ein Eommissionsrath nicht, der Wenig im Hirn- aber viel im Geldkasten hat. Seine Frau spielt die Bratsche, feine Tochter Klavier, der Eduard bläst die Flöte, und die alte Tante singt noch mit in Konterten zum Besten für Abgebrannte und Ueberfchwemmte. Ha! was kann nicht ein Bischen Eitelkeit über einen Centner Vernunft. Und wenn seine Frau sagt: „Jott, Philippchen, wat willst de mit de fechs Liederken machen!" wenn fein Freund Zwickauer sagt: „dies fcheunt mir eune Specnlation zu feun, faul, oberfaul!" Ha, wenn er auch diesem Sturme stände. — O, so komm du mir zu Hilfe, göttliche Arroganz, höllische Eumenide, welche die Demttth niederbläut und Albertis „Complimentirbuch" mit Haut und Haar frißt. So fall ich Streich auf Streich dieses commissionsräthliche Leben an, bis den Dedieationstoup zuletzt schließt die —Berappung. Triumph! Triumph! der Plan ist fertig! meine Lieder kommen in die Welt. Glück und Ruhm wird meinen Schädel krönen. Dann leb' wohl verknöchertes, hartherziges Deutschland! Ich gehe nach Paris und tomponire eine Oper. Scribe muß mir einen Tert schreiben. Dann wehe euch, da drüben über dem Rhein, du Auber und du Meyer- beer. Ich werde euch Beeren zu verschlucken geben, so groß, wie sie die Franzosen bei Großbeeren bekamen und ihr daran ersticken sollt, wie dereinst Anatreon an einer Weinbeere. Pökelmeyer ließ die Lieder stechen und schickte ein DedicationS- gesuch an den Eommissionsrath ab, welches natürlich voller Honigrede war. Der Componist verglich darin den Eommissionsrath mit Mäeen, dem Freund des August und Oetavius. Herr Blase offnere den Brief und als er den Inhalt capirt, als er vernahm, welche große Ehre ihm bevorstehe, da schrumpfte sein Eürkuchengesicht vor Freuden wie etn gebratener Apfel zusammen. Sein Name soll auf das Titelblatt gestochen werden, englisch und mit Fraktur. Ach! er macht in seinem englischen Frack eine Tour durch das halbe Zimnter und watschelt in den Kreis feiner Familie, wo der Brief laut und mit weithinschallender Stimme verlesen wird. Der Eommissionsrath, als er sich ein wenig erholt, wußte eigentlich gar nicht, was er auS dem „Mäeen" machen solle, der ein Freund des August und Oetavius sei. — August hieß fein Markthelfer und das HanS Oetavius war ihm auch nicht bekannt, fand es trotz allem Suchen nicht einmal im Adreßkalender. (Fortsetzung folgt.) Was giebt es Neues? — Die Wiedereinführung der körperlichen Züchtigung ist in Kurhesfen nunmehr publicirt. — Professor Zöpfl in Heidelberg hat wegen seiner Broschüre „Die Dentokratie in Deutschland" vom Herzog von Gotha einen Orden erhalten. — In Mosbach saßen in letzten Mocken die Assisen über eine große Diebsbande zu Gericht. In der Nacht vom 8. auf den 9. August drangen nun drei vermummte Männer in das unverschlossene Gemach eines Gefchworneu, rüttelten denselben ans dem Schlafe und fragten, ob er der Geschworne K. sei. Auf den Hülferuf des 66 Aufgeschreckten ward es jedoch gleich lebhaft in dem Hause, so daß die Kerle eiligst durch's Fenster Reißaus nahmen, ein scharfgeschlif- fenes Messer zurücklaffend. Die Polizei ist thätig. — In der Schneiderei des Magazins für Herrenkleider zu Stettin arbeitet jetzt eine Nähmaschiene aus der Fabrik des Patentbesitzers Mooro in New-Vock. Sie arbeitet so rasch, daß ein Beinkleid auf derselben in 2 */4 Stunde verfertigt wurde. — Auf einem Ausflug nach Freiburg, den dieser Tage Neuvermählte aus Stühlingen machten, starb der Mann im Postwagen plötzlich am Schlagfluffe. — Die Berliner Zollconfereuz hat in letzter Zeit wegen Abwesenheit einzelner Mitglieder wenige Sitzungen gehalten. Nachdem die Aufhebung der Wein-Uebergangssteuer abgelehnt, wird es auch mit der Eisen-Zollermäßigung nichts werden. Kurheffen und Wür- temberg haben die Einführung des Tabakmonopols beantragt. — Neun ägyptische Zöglinge erhalten gegenwärtig in Berlin ihre Ausbildung. Davon sind drei türkischer, zwei arabischer und vier, tscherkessischer Abkunft, alle aber Mvhamedaner. Die deutsche, französische, arabische und türkische Schriftsprache, u. A. auch die Zeichnenkunst und das militärische Terrainzeichnen bilden hauptsächliche Objecte ihres Unterrichts. — In Paris hat ein Speculant, der bei den Gas-Unternehmungen ungeheure Summen verdiente, beim dortigen Gemeinderath um die Ermächtigung nachgesucht, ganz Paris mit von ihm erfundenen concentrirtem Gas zu Heizen. Vorläufig würde er probeweise mit einem einzelnen Stadttheile anfangen. — Die Hospodare der Moldau und Walachei hat die Pforte nach Constantiuopel entboten. Kommen sie nicht, so werden sie abgesetzt. *** D ie europäischen Bilderzeitungen. Die Jllu- strated London News, L'Jllustration und die Leipziger Jlln- strirte Zeitung haben alle drei im Jahre 1853 ihren zehnjährigen Geburtstag gefeiert. Die letztgenannte, welche am 1. Juli 1843 zum crsteumale ausgegeben wurde und seitdem ihre Aufgabe, die Zeit und ihre Ereignisse in Wort und Bild zu schildern, die Persönlichkeiten, welche auf die Gegenwart in irgend einer Richtung einwirkten, zur Anschauung zu bringen und im Gebiete der Kunst, der Wissenschaft und der Industrie die bedeutendsten Erscheinungen hervorzuhebcn, immer redlich zu erfüllen gesucht hat, gibt uns beim Antritte des zweiten Jahrzehnts einen Prospect Dessen, was wir weiter von ihr zu erwarten und zu hoffen haben, und sagt in der ersten Nummer des 21. Bandes nach einem kurzen Rückblicke auf die verflossenen zehn Jahre: „Ganz anders vorbereitet, als bei unsern ersten Auslauf, beschreiten wir das zweite Jahrzehent unseres Bestehens. Wir haben das Alter der Kindheit hinter uns und steuern mit dem vollge- schwellten Segel der Hoffnung dem Alter der vollen Entivickelung zu. Vor uns kam die Illustration nur vereinzelt vor; gegenwärtig ist sie nicht mehr als bloße Zierde, sondern als eine wesentliche Ergänzung des Wortes anerkannt. Kaum daß noch eine unterhaltende Zeitschrift ohne diese Ausstattung zu erscheinen wagt; ja, es sind aus Richtungen, die wir aufzugeben genölhigt waren, ganz neue Zeitschriften entstanden, die mit Begierde gelesen werden. Jeder Tag weiter in der Zeit fördert uns aber um zehn Schritte in der Kunst, und wir dürfen versichern, daß wir völlig im Stande den Ereignissen auf dem Fuße zu folgen, mehr und mehr uns angelegen sein lassen werden, gleichen Schritt mit denselben zu halten. Je mehr sich aber die Welt aufthut, je näher durch Luftschiffe, Dampfwagen und Telegraphen die Länder zusamtnenrücken, je tiefer unsere Reisenden und selbst unsere Heere in vorhin unzugängliche Länder eindringen, desto reichere Fundgruben eröffnen sich für die Mittheilungen der Jllustrirten Zeitung." „Immer weiter dringen die Plänkler europäischer Gesittung in Afrika vor und der Kaufmann bietet dem Krieger die Hand zur vollständigen Unterjochung. Das geheimnißvolle Aegypten hat seine Geheimnisse ait Deutschland verloren und unsere Gelehrten lesen seine Annalen, die dem Kinde des Landes verschlossen sind. Ganz Asten ist überzogen von den Sendboten des Christenkhums unv eine Schranke fällt nach der anderit vor ihrem Muthe und ihrer Beharrlichkeit. Das Reich der Mitte selbst, das unnahbare, läßt einen Schleier nach dem andern sinken und neue Welten und nette Wunder thuu vor den Blicken des erstaunten Abendlandes sich auf. Dem waghalsigen Nordpolfahrer, dem beutegierigen Goldgräber, dem uncischrockeneii Boten der christlichen Liebe folgen Schritt für Schritt, um neue Ausbeute für die geliebte Heimat!) zu gewinnen, die Kunst und die Wissenschaft und in ihrem Gefolge mit Griffel und Feder die Jllustrirte Zeitung, keine Zeitung an Reichthum der Mittheilung, an Klarheit der Auffassung und an Ruhe dec Darstellung über sich anerkennend." „Die Geister selbst verlassen ihre stillen Behausungen, um der Jllustrirten Zeitung sich dienstbar zu machen und die Falten des Mundes wie die Züge der Hand werden zu Bcrräthern von unge- aynten Heimlichkeiten. Aber es bedarf kam» des Blickes in die Nachtseiten der Schöpfung, um unsere Spalten zu füllen. Der unaufhaltsame Fortschritt Deutschlands in seiner gewerblichen Selbst- ständi-keil, die englische Eroberung von Pegu, der amerikanische Besuch in Japan, die russische Ueberziehung der Türkei, die neue Weltausstellung in Neuyork bieten uns für ein ganzes Jahr ein Feld von Darstellungen, die es unseren Lesern so wenig an Unterhaltung wie an Belehrung fehlen lassen werden. Wir können nicht versprechen, die lockenden Reizungen gewöhnlicher Unterhaltungsblätter unseren Lesern zu bieten, wir möchten mehr sein und nachhaltiger geben. Die Jllustrirte Zeitung soll nach Jahren noch ein treuer Führer sein in vergangene Tage und soll die Eindrücke festhalten, die in dem flüchtigen Leben nicht haften mögen." „Ein Hausbuch im eigentlichsten Sinne wollen wir geben; ein Buch, um welches das ganze Haus sich schaart, wenn es am Ende der Woche ein willkommener Bote eintritt und Jedem bringt, wonach er sich gesehnt hat. Wo der Sinn für eine sinnige Unterhaltung noch nicht erloschen ist, wo ein Hausvater noch auf Ge- meiusamkeit hält, wo mit einem Worte die Köpfe und die Herzen noch deutsch und tüchtig sind, da möchten wir am liebsten sein und einem solchen Kreise dürfen wir auch hoffen lieb und werth zu sein." Jährlich Über tausend Abbildutigeu zieren diese Chronik der Weltbegebenheiten, und wenn die Redaction dieselbe als ein Familienbuch bezeichnet, so können wir sie nicht minder allen öffentlichen Lesezirkeln, Knust- und Gewerbevereinen, Liedertafeln und atidern ähnlichen Instituten dringendst empfehlen, die grade in der Jllustrirten Zeitung die allseitigsten Anregungen im Gebiete der Wissenschaft, der Gewerbe und der schönen Künste finden werden. Wentr sie sich vor Allen angelegen sein läßt, die Entdeckungen der Wtffenschast zu verbreiten und die Geheimnisse der Forschung zu offenbaren, so sucht sie auch die Leistungen der Künstler zum Gemeingute der Welt zu macheit und ihren Lesern in einer nützlichen Lectüre zugleich eine angenehme zu bieten. Architeclur, Bildhauerkunst und Malerei werden in ihren Werken gemustert und in den Museen und Ausstellungen mit künstlerischer Liebe verfolgt; Musik und Gesang, diese eigen; thümliche und hinreißende Sprache des Getnüths, werden mit Geschmack gepflegt; Bühnenzustände und dramatische Erscheinungen werden näher beleuchtet und Berichte über Literatur und Bücher schließen das umfassende Gemälde, das sich allwöchentlich vor den Augen des Lesers aufrollt. sDeutsche Allgemeine Zeitung.j Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch« und Stttudruckerei. - In der F gerehrer und nt vollem Kll Mt freilich gü iort an Mae hi'ton ist enti gründ scheinen Jetzt nim ur für ein orte. Comp nsfionsrath B giffenschaften, Pökelmept ionstou her? umpensammle' lese Aufschrift ediee u. s. n Irchestrc ou Alles recl ,n. Herkules irtchen Fran, i großartigste rauzosen! / Guter R er eine Trep; lüon, mein ! Im seinen Wt iä des Koffer ache macht si i der Drucker, dangt in die iouoert herab, tir großmüthic tu, er steht d om Französtse lrchitectur. Der Cou hieden, Sch, siedrichsd'ors l aber mit e Mchterlich be, Pnze Gasbell - Himmel! lmerhaltung Karnickel — l Die verh wukünsiler ir irack anzuvert 'eg! mit dies Jit herausgesc wird dieß Wutb! Schis Jetzt wol Pökelmeyer P i c Dedication. (Fortsetzung.) In der Familie fand die Sach- Beifall. Die Worte Freund, ; Mehrer und Beschützer der Musik tönten gar lieblich unv zogen ! lit vollem Klang in das commissionsräthliche Ohr, wozu das For: ! lat freilich günstig war. Noch selbigen Tages ging bejahende Anl- j Wrt an Maestro Pökelmeyer ab. Äcceprirt, angenommen, der ! Urton ist entworfen, im Vordergrund stehl Herr Blase, im Hmtec- aund scheinen Ducaten. ~ Jrtzt nimmt unser Tondichter den Titel vor: „Sechs Lieber für eine Singstiin in e mit Begleitung des Pianoorte. Componirt von Gottlieb Pökelmeyer unv dem Herrn Com- üsstonsrath Blase, dem großmüthigen Beschützer der Künste und giffenschaften, in tiefster Berehrun, gewidmet." Pökelmeyer! wo hast du viese glänzende Suade, diejen Cünversa- ionston her? Aber weg mit dem Deutsch, das spricht luer jener umpensammler. Französisch muß der Titel werden, wie dahier alle lese Aufschriften: Valse-Etude, pour le Piano, composee et ediee u. s. w, oder Neuvieme air varie pour le Violon, avec Irchestrc ou Piano. Alles recht schön, aber — hier ist die Stelle, wo ich sterblich it. Herkules am Scheidewege. Pökelmeyer kann kein Sterbens- örichen Französtsch. — Welch eine Verlegenheit! etn Verblüffen i großartigsten Maßstabe! Samiel hilf! Ein Königreich für einen :anzosen! (Guter Rath kommt unverhofft. Der blonde Ladenjüngling, c eine Treppe tiefer wohnt, kommt jetzt nach Hause. „Mein üon, mein Retter!" stürzt Pökelmeyer an seine Brust und legt in seinen Wunsch an's Hetz. — Meivinger und Sanguin werden fis des Koffers vüstern Gründen herauf beschworen und — die Lte macht sich. — Nach Verlaut von acht Tagen ist das Werk h vir Druckerei beendigt und der Stich, oder vielmehr die Stichelei, j,langt in die Hände des Herrn Blase. Hastig reißt solcher das Kuvert herab, er will den Titel lesen, da — französisch. Blaje, Ur großmüthige Beschützer der Künste und Wissenschaften, der Mä- m, er stehl da wie die Butter an der Sonne, denn et versteht ont Französischen gerade so viel, als ein Ziegelbrenner von der lrchitectur. Der Eomponist wird in das Haus des Commissionsraths be- hiedeit. Schon träumt er von den schimmernden Ducaten und fiedrichsd'ors, die ihm in die Hand gedrückt werden. Da gedenkt aber mit einem Male der Dedication in französischer Sprache, ürchterlich beginnt es zu tagen; nicht nur ein Licht, nein, eine Jinje Gasbeleuchtung, ein ganzer Fackelzug ging in ihm auf. - Himmel! wenn es dem Commissionsrath etnfallen sollte, die laterhaltung in französijcher Sprache zu führen. Ich — das iarnickel — habe angefangen, wer A gesagt hat muß auch B jagen. Die verhängnißvolle Stunde nahte heran. Schon war der lonkünstler im Begriff, seinen irdischen Leichnain dem schwarzen siack anzuvertrauen, als er solchen weit von sich schleuderte. „Hin- ! mit dieser französischen Hülle, deutsch, im schwarzen Rock >it herausgeschlagenem Heindkragen will ich vor ihm erscheinen. wird dieß erkennen, er wird meine Gesinnung wittern, darum Wutü! Schicksal, gehe deinen Gang!" Jetzt wollen wir uns einmal den Commissionsrath besehen. --Pökelmeyer war in Schwulität, dieser aber weit mehr. Er, als Beschützer und Verehrer der Musik, müßte denn natürlich Etwas von dtefer Kunst verstehen, wenn die Rede darauf komme. Und Musik, — mein Bruder bläst die Flöte — hieß es hier. Er hatte deßhalb im Laufe der letzten Tage den Artikel „Tonkunst" im Con- versations-Lericon nachgefchlagen und sich zur Orientirung einige ältere und neuere Bücher über Musik von einem Antiquar kommen lassen. Aber du lieber Himmel, welche Auswahl. Unter den altern Werken befand sich Ehrbard Niedten's „Musikalische Hand- leitung," Hamb. 1710 und Forkel' s „Geschichte der Tonkunst." Unter den neuern Werken sah man das „Lehrbuch der musikalischen Composikion" von Prof. Lobe, so wie das Buch von C. Fortlage: „das musikalische System der Griechen in seiner Urgestalt. Aus den Tonregistern des Alypius zum ersten Male entwickelt." — Blase hatte darin herumgcblältert, natürlich ohne Erfolg, denn, was nützt der Kuh Muskate. Das Märchen vom Nürnberger Trichter, er wünschte es verwirklicht, denn das Lesen hatte ihm große Pein gemacht. Größere Pein empfand er aber, wenn er eines Umstandes gedachte, der jetzt in seinem Angstkatechismus den Hauptartikel bildete. Die französische Dedication. Welche Blamage, rief er aus, wenn dich der Eomponist, wi- sicherlich geschieht, französisch anspricht. Nicht ein Sterbenswörtchen kann ich, der Mäceu erwiedern: Wenn er jetzt käme, ich könnte nicht einmal auf französisch zu ihm sa eit: „Herr Coinponiste, speisen Ste heut bei uns, mer hab'n Bratwurst mit Sauerkraut!" Nir, gar nir, denn ich weiß nicht, wie ich Pökelmeyer übersetzen soll, noch weniger: Bratwurst und Sauerkraut. Er knöpfte seine Weste auf und hätte gern zu den fünf Louis- d'ors, die er in ein Papier gewickelt, noch fünf hinzugethan, wenn er die Gewißheit gehabt, daß der Eomponist ihm nicht das Ungeheuere zuniutheit werde. Pökelmeyer war des Weges gekommen und schaute nach dem Fenster, wo der Herr Eontisstonsrath stand. — Angst und Beklemmung zu ebener Erde und im ersten Stock. Der Eomponist ergriff den Klingelzug. Ihm war zu Mulhe, als ob er ein glühendes Brenneisen zwilchen den Fingern hätte. Da öffnete der .1 (Biente und sprach mit einem tiefen Bückling: Bon jour Monsieur! Der Eintretende wollte vor Schreck in die Erde sinken; denn, dachte er, wenn schon so ein Schl ngel von Bedienten in fremden Zungen spricht, wenn dieß am dürren Holze geschieht, was soll da erst aus dem grünen werden. Er schritt durch den Vorsaal, der Cotn- missionsrath hörte ihn kommen. Seine Brust zog sich zusammen wie ein naßgeworvener Claque-Hut; jeder Schritt von außen war ein Fußtritt in sein Inneres. Pökelmeyer klopfte leise an, ich sage leise; denn hätte er so angeklvpft, wie jetzt fein Herz an die Rippen pochte, er hätte die Thür eingeworfen. Blase rief: „Herein!" „Dem Himmel Dank! — er spricht deutsch!" lispelte der Eomponist und stürmte in das Zimmer. „Ergebener Diener, Herr Coinmissionsrath!" „Er — spricht deutsch!" lispelte Blase und ging dem Sechs- lieder-Componisteu mit Doublir-Schrttten entgegen. — „Sein's mir willkommen, Mann von Talent! Mann von Genie! Hab n va jchöne Lieder componirt. ©'freut mich, daß Sie nicht französisch — baß Sie nicht in Ihren Composuionen dein französischen Gejchmack huldigen. 68 zr Landwirthschastliches. H ■- B » V v | Hill Lj V V 11 f 4 VH I Lj l VI » Vi' * • * ** Druck unv Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch« und Duiudru erel. ,Dcr 6 ftanzö damit Eigen- optirn der Tele- sehr stark Schweinen Wort kein, etwas tat in beladener Zug von zehn Wagen plötzlich auf- und davongegangen; man möge also auf ihn vigiliren und ihn im BetretungsfaUe festnehmen. Kurze Zeit nach Eintreffen der telegraphischen Nachricht und während man auf der anderen Station bereits mit Aufschnt- iunq von Sand auf dte Schienen beschäftigt ist, langt der Ertra- „Richti „Dann Skala und ' züglich bei 1 mit sogenam viel Lärm, i betrachtet, w „Bravc missionsrath meder wie a aus Blase's Ansicht eine Das Lächeln litte einen S ta meinte, Lebens! es seinen Hut, Fingern aus len, da er d „O! ni war mir äu achte das Ta Sie können Pökelm langte eine 1 lagen. Aber Ha! sein Hi klebte des H demselben die Das re "'st vor M> Güte ist so M i s c e l l e n. ___ Auf der Meckelburger Eisenbahn meldete kürzlich graph einer Station, von welcher aus sieh die Bahn abdacht, der anderen, es sei vom Bahnhofe aus ein mit schen aufschlj wurde und 1 Henriade sm Mit Ä und was sü er eine Nase Viertelstunde der Musik, n mit wichtiger 's ist so v Musik der 9 Schnörkelchei die große Tr worin er sek „Was ibi patria. aUq unter großer Musik von einigen Hundert Schweinen auf d, Bahnhofe an, durchbricht den eriken Sanvwall, den man gegen ih, aufqethürmt, bleibt aber in dem zweiten sitzen u:t° wird unfG lich gemacht. Man berechnet, daß bei den Zerstörung ', wch dieser unerwartete Ertra-Zug hätte anrichten können der T legqs der Eisenbahn-Gesellschaft einige Tausend Thaler erspart Hal. Was giebt es Neues? __ Bei Bingen wurde dieser Tage ein Bettler arretirt und bei demselben 6 7 Gulden in Gold gefunden!! __ Im Rheingau erwartet man quantitativ einen halben, qualitativ aber einen Herbst noch besser als 1852. — Aus Kurheffen, 11. August, bringt das Mainzer Journal folgende Notiz: In dem Amtsbezirk Großenlüder wird das kaum zur Scheuer gekommene Getreide von Fruchthändlern aus der Wetterau und anderwärts her den Bauern um hohe Preise abgekauft und schnell aus dem Lande geführt. Was ist der Grund dieser auffallenden Erscheinung, wirkliches Bedürfniß oder Speculatton s Es wäre gut, wenn die Behörde auf diese und ähnliche Vorgänge ein wachsames Auge richten würde. __ (Sine Falschmünzerbande hat man in und bet Mannheim sammt ihrem Apparate aufgegriffen. Der Haupturheber ist ein heruntergekommener Bäcker. — Das Napoleonsfest in Paris ging glänzend und ohne allen Unfall von Statten. Man berechnet, daß Paris in den drei letzten Tagen, durch die vielen dahingekommenen Neugierigen, mehr als 20 Millionen eingenommen habe. Cs sollen u. A. mehr als 500 ,000 Kaninchen verzehrt worden sein; viele Bäcker, Wursthändler, Spei- sewirthe re. mußten, weil alle ihre Vorräthe erschöpft waren, schon Mittags schließen. Zwei in ihrer Art gleich berühmte Künstlerinnen halfen durch ihr Talent daS Fest verherrlichen. Die Rachel spielte die Pbädra vor Zuschauern in der Blouse, die, erfüllt von staunendem Enthusiasmus, die Künstlerin mit Beifall überschüttetem Auf dem Marsfelde tanzte die siebzigjährige Madame Sacqut aut dem Seile; sie figurirte bereits bei den Festen, die unter dem ersten Kaiserreiche stattfanden. _ . . __ Eine aus Paris nach Frankfurt gelangte Depesche besagt, der Kaiser habe bei der gestrigen Beglückwüuschung des diplomat. Corps, die Hand des englischen Gesandten ergreifend also sich vernehmen lassen: „Was für mich heute das Angenehmste sein konnte, ist, den Frieden Enropa's befestigt zu sehen, wenigstens halte ick ihn für befestigt und zwar ohne daß die Würde und Eigenliebe irgend einer Nation dadurch beeinträchtigt wäre." — Das Napoleonsfest soll bewundernswürdig gewesen sein. — In Warschau hat die Polizei die Maßregel, wornach den Juden die Aufnahme christlicher Dienstboten, besonders Ammen1 verboten wird, erneuert. __ Telegraphischer Nachricht aus Triest vom 13. Abends zufolge hatte das Getraide starken Rückgang der Preise erfahren. - ...r->.H.»;liSeptimenacei Vmadrm Schmi-dcism und Sich, zus-mm°»zi,schw- „„„ tomiüt m ,!».» «»«»" G-i« ®““ 1,111 H y&eil seines Gewichts Salmiak, unv gießt die ganz gleist> < WWNSM Ä SS *A \ — In SoliöreS, Provinz Lüttich, entdeckte ein Maulwurf eint Münrschatz Auf einem Maulwurfshügel fand ein Bauet eine ili Münze. Man grub nach und stieß auf einen groben Topf, !,< mehr als 200 Münzen mit den Bildnissen des heil. Hubert, »• h. Blasius unv deS h. Theodor enthielt. __ In Paris hat man Omnibusse gebaut, welche durch ziNM mengepreßte Luft in Beivegnng gesetzt werden. Ein Platz auf sen Wagen, welche künftige Woche ganz Parts tn Erstaunen sitze sollen, kostet zwei Sous. — Eine chinesische Armee — schreibt der apostolische Mission«! Paul Perny — ist ein ergötzlich seltsam Ding. Während der Ci sich von acht Männern in einer Sänfte tragen läßt, marschirt |ti Corps in der größten Unordnung und gleicht einer Bande Straße' räuber. Außer seinen Waffen trägt jeder Soldat noch einen R qenschirm und eine Laterne. Jeder Soldat braucht aus dem Mm , einen Wagen — das Marschiren wird ihm zu sauer; jener Äaw r,st braucht ebenfalls einen Wagen — denn das Retten fallt th. und seinem Pferde auch zu schwer. Wenn ein Solvat lein wehr anle,t so wendet er Den Kopf zur ernte, wahrend em derer Feuer an das Zündkraut bringt. Ein^enrop-tlchet Erschießt 20 Mal, ehe ein solcher Mand,chu-iL>oloat einen Ech abseuert. 111111 ’m, wftd «rcul»«t; »>■" »»»> 2 **• »Ä’ fWW > 5, »i« »Uftl «- »,-uch," .»« m» ° ° zu werden, wie bei der gewöhnlichen Herausnehmen kann man sie beliebig Hammern, unsichtbar geworden. Farbloser Copalfirniß, zur Anwendung als Ntlur von F. Krichten in Mainz. n In einem gut verpfropften Schwefeläther so viel Kampfer auf, als Stande ist. Der Coval wird auf einer Re bePlatt v, dann durch ein Sieb getrieben und nun neuerd ngs platte geblacht. - Gießt man nun wahren des Reibe obigen Kampferauflösung hinzu, so verwand WI während des Reibens tn stark erwärmten Spiritus 80 Tralle auf • it W®' hbit dieser Verfahrungsart ist noch die große Woh.setty lituä verbunden. begann jetzt Pökelmeyer mit grandioser Kühnheit, „ich bin ein Deutscher und werde es bleiben, bis sich mein Finale himmlisch schön im Dreiklang auflöst." . , . „. . , „So denke ich auch. Sie seien mein Mann. Ich basse das Ausländische wie Gift." ^d),up inen auf d, an gegen ij rird unsG, ng ", n>ch Der T legryj irt Hal. M 35. Beilage. D i e D e - i cm t i o n. mit wichtiger Stimme: ,3a, 's hat mir immer gefallen, diese Dryade Com- ite Politur Es wird den Namen „Marimilians-Hülfsma- gehet so schnell als möglich nach Californien! — Uhrmacher! Dort im Goldlande wird für das Ausputzen einer Uhr ohne Murren 12 fl. 30 fr. und für ein Uhrglas 2 ff. 30. fr. bezahlt. *©o schreibt einer Eurer Kollegen aus San Franeisea. Also rasch 1 1 dahin! — Es ist durch ein Speditionshaus in Wien daselbst eine Quan- macht näher ff. hierzu bewilligt, gazin" bekommen. aulwurf eine lauer eine * en Topf, ,1« Hubert, ti durch juisti Platz auf tii irstaunen sitze Fisch. — Pöfelmeyer trock- Dann aber riefen beide für parlirt, aber — in meinem mit sogenannten großen Pianisten und Componisten hat. Sie riet Lärm, nimmt einen großen Platz ein und wenn man sie betrachtet, wenn man hineinsteht, da ist sie teer und hohl. „Bravo! Bravo! nel cor piu non mi sento!" rief der mit dem je» anj gleich"! ( nan sie erkalt. itität gebrami } sche Misstonai hrend der CH marschirt sei ganve Straße« roch einen R , uf dem Martz , ; jeder Kava! leiten fällt itz • olvat sein 6 ährend ein t Päischer Soll i einen Sch inissionsrath, aber immer mit Furcht und Zagen, während Pökel- mever wie auf einem glühenden Roste saß. Bei den letzten Worten aus Blase's Munde lächelte er beifällig, denn es war nach seiner Ansicht eine Schmeichelei in italienischer oder lateinischer Sprache. Das Lächeln war aber hier am höchst unrechten Orte, denn es frot- lirte einen Todesschweiß ans den Poren des Commisstonsrathes, der ta meinte, man habe jetzt seine Dummheit erkannt. Herr des Lebens! es wurde eine allgemeine Schwitzung. Pöfelmeyer ergriff leinen Hut, dessen Rand er in der peinlichen Verlegenheit mit den Fingern aufzufrempeln versuchte und machte Anstalt, sich, zu empfehlen, da er den Herrn Eommissionsrath schon so lange belästigt. „O! nicht im geringsten!" ließ sich Herr Blase vernehmen, es war mir äußerst angenehm. Hier, junger Mann! nehmen Sie, ich achte das Talent. Fahren Sie fort, Sie fönnen's noch weit bringen, Sie fönnen noch werden ein Kaulbach oder ein Meyerbeer." Danf aber ist einig, wie die Musif!" Hier deckte er fein Gesicht mit dein Hut und las mit PathosHonny soit qui mal y pensfi.“ avon eine fli gebrachten St 15 schmilzt 1 enzuschweißen so stark et ,ode. Nach md die FW 's ist so viel schönes und Propres drin. Ueberhanpt stand die Musif der Alten höher im Cours. Die neue Musif hat' so viel Schnörkelchens, so viel Heilte Coupons. Bum, bum! nur immer die große Trommel, auf die schon Jffland ein schönes Motto gemacht, worin er sehr geistreich sagt: ubi bene, ibi patria! I „Was muß ich hören!,, raunte Pöfelmeyer, „sollte er... Ja! toi patria. Dann diese Fiorituren, das Prestisstmo, der Dominanten- (Fortsetzung und Schluß.) „Der Sieg ist mein!,, rief sich jetzt der Componist zu. Kein Wort französisch, nicht die Probe! darum heraus mit etlichen Floskeln, damit er Respeet befommt. — „Ja!" fuhr er fort, „es ist etwas Eigenes um die Musik, um deren Perständniß und Elastiei- tät in optima forma. Um die Musik, die uns das Innere des Menschen aufschließt, die schon von den alten Aegyptiern am Nil gekannt wurde und von der Voltaire schon so schön und wahr in seiner Henriade sagt: ,.ne sutor ultra crepidam!“ Mit Blitzesschnelle nahm jetzt der Commissionsrath eine Priese, und was für Eine. Das verdammte Französisch! stöhnte er, indem er eine Nasensütterung begann, die ihn zwang, wenigstens eine Viertelstunde lang zu niesen. Jetzt galt es, als Kenner und Beschützer der Musif. nicht Den Duckmäuser zu spielen, er faßte sich und fprach einfiel. Jetzt — das letzte Coinpliment Thür schließt sich. Blase schnappt nach Luft wie ein net sich den Schweiß von der Stirn, sich und atempo: „Einmal französisch Leben nicht wieder." Jetzt aber nahm er die Flucht, damit feine Replick erfolge. Blase verneigte sich unaufhörlich, immer in Furcht schwebend, daß der Kerl noch einmal stehen bleiben könnte, was diesem nimmer " an der Saalthstr. —» Die Was giebt es Meiles? — Für das reisende Publikum bemerken wir, daß die Abfahrtsstunden auf der Hess. Ludwigsbahn von Mainz auf 615, 85, 11'°, 3 und 635, von Worms auf 6'°, 820, 11“, 255, und 630, festgesetzt sind. Dieser neue Dienst hat am 24. August begonnen. — Auf der Hamburger Nacht- und Polizeiwache machte in diesen Tagen ein Mann die Anzeige, es sei ein „höchst zudringlicher" Manu in feine Wohnung gedrungen, der sogar Anstalten treffe, „von seinem Eigenthume einige Sachen miizunehmen." Die Wacht- mannschaft, in der Erwartung, einen besonders frechen Räuber zu sinden, eilte nach der Wohnung des Denuneianten und fand den mit der Pfändung beauftragten Beamten, den sich der Verfchuldeie auf diese wahrhaft humoristische Weise Hane vom Halse schaffen wollen. — Im Bodensee scheinen die Fische plötzlich ausgestorben zu sein. Wo die Fischer sonst 100 Stück auf jeden Zug bekamen, giebt's jetzt nur einige wenige. Unterirdische Revolutionen und starker Höhetauch sollen Schuld fein. — Die ganze Bahn von Mainz bis Ludwigshafen wird bald befahren werden können. Von Mainz ist sie jetzt schon bis Osthofen (2 Stunden von Worms) im Betrieb und bis Worms werden eben die Schienen gelegt; von Ludwigshafen nach Worms ist die Legung der Schienen auch schon sehr vorgeschritten. ■— In Bayern soll, um den Ungeheuern Zuvrang zum Studium der Jurisprudenz in etwas zu beschränken, künftig das Eramen ungleich schwieriger gemacht werden. — In Würzburg wird jetzt ein Kreis-Getreide-Magazin errichtet. Aus dem Kreisfond sind 5000 fl. und aus dem Staatsantheil am Gewinne der Aachen-Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft 20,000 nan in 4 » auszunehn»" platte pi'l»-l auf die Reibens W' pas Wlfl1 die sich ff' Mit der En ssfeilheit »es! Septimenaeeord, die umgekehrte Intervalle, die Wechselnoten... k „Richtig, die Wechselnoten!" „Dann der vierdeuiige Aeeord in seinen Umkehrungen, die Dur- Skala und der übermäßige Dreiklang, es ist wirklich entsetzlich, vorzüglich bei der großen Trommel, die im Ganzen viel Aehnlichkeit Pöfelmeyer griff zu. Der goldene Segen in seiner Hand verengte eine Dankrede, so einen „216gang" wie die Couliffenreißer tagen. Aber, wenn Louisdor'ö reden, da müssen Menschen schweigen. Ha! sein Hut ward fein Retter, denn auf dem Boden desselben klebte des Hutmachers Etikette mit dem englischen Wappen und in ' demselben die bekannte Schrift. J Das rechte Bein ein wenig vorgestreckt, trat der Liedercompo?' dist vor Mäeen Blase und rief: „Herr Commissionsrath! Ihre tität Samen der Seifenpflanze aus Californien eingetroffen, mit ®üte ist so groß wie Don Giovanni und la gazza ladra; mein welchem Anbauversuche gemacht werden sollen. In (Kalifornien 70 machen. die Penny also er ein Reichthum langer silberweißer Haare hernieder. Men sollte, Das Kreuz wird siegen über^'gna, denn _c........ rt\_a -..(„(.fr ■Rnntt pril nteuiw Druck und Verlag der G. D. Br^hl'schon Buch« und Strindruckerei. Jugend war Knobelsdorf ein sächsischer Soldat gewesen, die wechselvollen Kriegsjahre und Schicksale der Armee erfreuliches, bedrohliche Der al drei ßeri ßen, aber noch lern In seiner Er hatte von 1806 en dürste. Mger als j ichts minder einemmal h gingen sie vortrefflich n wurde böse, gleichen war die drei alter Umzäunung wußte, daß st Es war eia und Alb: so häufig vor „Wilhelm Tell", zu kochen. Dieser Partikulier wurde beim ausbezahlt und lief zur Essenszeit aus dem Dienst, so daß die erste Pflicht eines ächten Kochs verletzt hat." ewig ein Ende gemacht werden. D»» uv^u6 .v..« r-o— den Halbmond für immer! Dann aber wer Das erlebt, dann erst Handel und Gewerbe stocken. Dazu Theuerung und Kriegsaussichten. Das war die Methode, um Knobelsdorf beredt zu Ich soll Hin an Da san Mit ihr Zwei H Als Kir Da wo Sie schl Nicht N Denn hi Kein M Ich weil Ja, mein Herr! — begann ec — es wird aber noch lange nicht besser werden! Erst muß es ganz schlimm kommen! Die hiesige Stadt Dresden hat blutige Kämpfe gesehen. Auch Bruderblut ist in diesen Straßen geflossen. Allein das ist Alles noch nichts gegen Das was noch kommen wird. Nun erhob er die abgemagerke Hand von seinem Knotenstoä und streckte sie aus wie ein Seher, Seine Weissagung lautete folgendermaßen: Fürchterliche Kämpfe wird es geben, und zwar hier in Dns- Jit Freuden, “it stiller Er< und nach sein Schicksal, seine eigenthümlichen Ansichten und M nungen erfuhr. Der Alte war keineswegs beschränkt, aber mißtrauisch,- besonders gegen Jüngere, deren Spott er fürchtete. Man kon» sich jedoch sein ganzes Vertrauen erwerben, wenn man nur reit unzufrieden über die Zeiten sprach, auf die heutige Jugend sch,t und die alten vergangenen Tage lobte. Eines Tages saß Knobelsdorf in meinem Hause einem >i jungen Männer Modell. Als Schäfer war er in seinen eigen« Mantel gehüllt, einen Mantel, von dem das Lied wörtlich paßte: „Schier dreißig Jahre bist du alt!" Aus jedem zurückgelegten Jahr, war ein Andenken in farbigen Flicken bewahrt. Knobelsdorfs Hände ruhten auf einen knotigen Stab gestützt, er erzählte laiii Vieles von der Schlechtigkeit seiner Nachbarschaft." Ja, lieber Knobloch, begann ich, was soll noch daraus werden! ■— 1816 mit durchgemacht und stand dann abwechselnd im Dienst bei den Bauern, bald als Feld-, bald als Wilrhüter oder Schäferknecht. Zuletzt lebte er von milden Gaben unterstützt in Dresden und saß dann und wann als Modell in den Ateliers der Künstler. In der wachen Einsamkeit der Nächte und mit der Noth der Jahre (später ward Knobelsdorf sehr blöde auf seinen Augen) hatte sich in seinem Geiste eine eigenthümliche Welt- und Religionsan- schauung entwickelt. Er war katholisch erzogen, hatte aber einen außerordentlichen Haß auf die Geistlichkeit und besonders auf die höhere geworfen; er schien an Vorbedeutungen, Ahnungen und Anzeichen zukünftiger Dinge zu glauben. Auch in meinem Atelier saß et zuweilen als Modell für meine Schüler. Wenn eine Pause eintrat oder die jungen Leute hinausgegan- gen waren, regte ich ihn oftmals zum Reden an, wodurch ich nach her wegjagen und wie eine schwarze Wolke das ganze Land überschatten. So zahlreich werden seine Krieger herbeiziehen. Die Zwietracht der Völker wirb der türkische Kaiser zu benutzen wissen und erst wenn der letzte Schlag schon beinahe auf die Christenheit gekommen ist, dann werden die christlichen Völker sich einigen. Glauben Sie mir! Zwischen Dresden und Pirna steht ein alter Baum. An tiefem Baume befindet sich ein golbner Ring. Nie- Die große Türkenschlucht bei Dresden. Ein Blick in die Zukunft. (Aus Gu tzkow's ,,Unterhaltungen am häuslichen Heerde.") Der alte Knobelsdorf, von seinen Bekannlen Knobloch gehej- war eine auffallende Erscheinung. Er war klein von Figur, trotzdem, daß er hoch in die Achtzig zählen mochte, floß doch von seinem Haupte um das verwetterte Antlitz auf seine Schulden! Hier werden sich wieder alle Völker herumschlagen! Hür/die drei alte, werden fle alle wieder zusaminenkommeii! Auf dem Neuniarlil Wenn werden die Rosse der Streiter bis an den Leib im Blute waten!einige junge Nämlich der Türke wird herauskommen. Et wird Alles vor stchlstanden oft i Nirgends hört man was Gutes! Ueberall Unzufriedenheit! Ein Unheil ums andere melden die Zeitungen! Selten wird Glück und ewiger Friede sein aus Erden! Dann werden sie Alle erkennen, daß sie Brüder sind, der Franzos und der Polack, der Russe und der Deutsche, alle Völker, die im Mittag hinten» Gebirge, sowie die, die drüben überin großen Wasser wohnen. Der alte Knobelsdorf ist kürzlich gestorben. Wir wollte» doch nicht verfehlen, seine Weissagungen bekannt zu machen. ist immerhin ein Beitrag zur Lösung der orientalischen Frage. W. Trosttie O schor Mir sei Als Kii Won mi wächst die Pflanze ohne Pflege; ihre Blätter erscheinen >E^tt^»No- vember, etwa 6 Wochen nach Eintritt der Regenzeit. Die Pflanze wird nickt über einen Fuß hoch und verdorrt im Mai; die Zwiebel aber bleibt ftisck, und jede Ziviebel gibt eine schöne Seifenkugel ab, die man dort überall der besten importirten Seife vorzieht. Man zieht vorher die Schale ab und reibt dann damit die nasse Wäsche ein; sie macht einen dicken Schaum und riecht wie frische brauneSeife. Der botanische Name der Pflanze ist Phalangium promeridiamim. — Die „Zeit" schreibt: „Der Erfinder der englischen Nähmaschine will bei einer Abnahme von 25 solcher Maschinen den Kaufpreis billiger stellen als im Einzelverkauf. Gegenwärtig kostet das Stück HO Thlr. Wahrscheinlich wird sich jedes Regiment in der preußischen Armee aus seiner Kasse eine solche Maschine anschaffen, da sie sich zum schnellen Anfertigen von Montirungsstücken besonders bewährt. Die Handhabung derselben ist sehr leicht zu erlernen." — Wie man in Kalifornien die Zeitungen benutzt, geht aus folgender Annonce im „Echo du Pacifique" von San Francisco hervor: „Kochkünstler, öffnet die Augen! Meinen Freunden und Landsleuten besonders meinen Kollegen, den Köchen, zeige ich hiermit an, daß ich bei der Ausrechnung mit dem Wirth zum „Wilhelm Tell", bei dem ich in Dienst gestanden, um 3 Piaster zu kurz gekommen bin; ich lasse mich noch 5 weitere Piaster kosten, um die Sache in die Zeitung zu setzen. P. C." — Auf diele Anzeige folgte im gleichen Blatt die Gegenerklärung: „Kochkünstler, schließt die Ohren! Den Verleumdungen des Bürgers P. K. diene, daß derselbe nur ein Saucen-Verderber und nicht würdig ist, in einem Hause, wie der manv kann diesen Baum und diesen goldnen Ring sehen und hat ihn gesehen. Aber der türkische Sultan, der wird ihn sehen! Der in Nichkchen wird am Abende vor der großen Schlacht bei Dresden Zügel seines weißen Rosses durch diesen Ring schlingen und wird daselbst in seinem Zelte ruhen. Und dieses wird sein Letztes sein. 3» dieser großen Schlacht bei Dresden wird dem türkischen Reiche aus Angioleti 'end und schv 'n Modell fii en, und sah !üge; allein *c jüngeren s «m Gefolge, 'chweigsanlkeit ""«he Malen Mmittage ui • s JK 36. G. 8. S. die die hen und Hai '“•J“Ä er bürftP w VJ' T ,r Qtfi9 bemerkte, wohl seine Erbin wer. wird daselbst " durste N.ch chen Angiole.ta zähste gerade nicht mehr und nicht s lern. 3» °» ger als siebzehn Jahre, und weil es nebst seiner Jugend auch 1 J S “h ~fl‘ä ^dlich war, kamen die alten Herren nach d!r 'ie9en Ub Ä2T "'waren Künstler und sahen das Schöne noch immer it, dann erst raus werden! enheit! Ein erfreuliche > bedrohliche i Knotenstock zung lauletr e einem >i inen eigen!! örtlich d-vte: gelegten Zchn Knobelsoorst rzählte rM i machen, c noch lange Die hiesige iruderblul ist nichts gegen en und M,u r mißtrauisch; Man fone ran nur rech, lugend sch«. ziehen. Die nutzen wissen Christenheit sich einigen, ht ein alter Ring. Nie- So flehte ich unschuldig; Von Lunden noch so rein; Ich trug mein 8e,d geduldig, Könnt' es denn größer sein? Jetzt stand ich ganz verlassen Von Ettern, noch so klein, Wie viele Thrä'nen flössen, In meiner Jugendzeit. Bald war auch tobt der Vater, Denn Gott, er wollt' ihn auch, Ach Gott hilf, Du Berather, Nimm mich zu Dir hinauf. i werden sie der Polach ltag hinter« >ohnen. Bit wollte» machen. Sii Frage. W. Ach Golt, ich will nicht klagen, Denn Du hast es gethan, Ach Herz, thu' nicht verzagen, Ruf' ihn als Vater an! Still -Nichtchen. Ma l er-N ovellette aus Rom. machten sich stets lcleitcn. Sv ent- Trostlied eines Waisen. O schöne Jugendsahre, Mir seid ihr schnell entfloh'«! Als Kind sah' ich die Bahre Won meinen Eltern schon. Ich sollt' sie früh' begleiten Hin an ihr kühles Grab; Da sanken meine Freuden Mit ihnen auch hinab. Zwei Hügel sah' ich liegen, Als Kind sah' ich sie oft, Da wo die Eltern schliefen, Sie schliefen fort und fort! Nicht Mutter könnt' ich sagen, Denn hin war sie für mich, Kein Mensch hört meine Klagen, Ich weinte bitterlich. j geßung der Vtqna in den Augen der jungen Männer auf kaum zu entrathselnde Weise so viel Reiz, daß sich Friedrich endlich tagelang hinsetzte, um die Aussicht auf den Monte Mario zu malen, während Gerhard die Ferne von Tivoli zeichnete, Franz ein Stück der Campagna wählte, Moritz die Stadt aufnahm und Robert den großen Weinwagen und die beiden schwarzen Büffel als Studie zu einem künftigen Winzerbilde benützte. Sie frühstückten, arbeiteten, aßen, kurz thaten Alles in der Vigna und gingen nur heim, um zu schlafen. Das Alles hatten die drei alten Herren zu verantworten. Warum mußten sie auch die jungen Leute in die Vigna vor der Porta Pia führen. _ . So verstrich eine Woche. Und weil die Mannichsaltigkeit der Stud,k» doch nicht so groß war, als man in der ersten Begeisterung glaubte, setzte sich jetzt Friedrich in der Richtung nach Tivoli, Gerhard gegen den Monte Mario, F,anz zeichnete Rom und Moritz die Campagna ; Robert aber malte den großen Weinwaaen und die beiden schwarzen Büffel von rückwärts. « ""Z» .«wfe* - "Herrlich!" rief Friedrich und begann nun die Campagna zu “ •*> *"“f » «ui, i, L f,m™ » fr««. d»ü man 16m in einet ein. f en Wemlaube ausdecke, und so aß in der dritten Woche Ger- ha.d ganz al,ent an der gewohnten Stelle. Aber Angioletta kochte vermuthltch nicht mehr so sorgfältig wie früher, denn die Speisen m*1 0 r°W vom Teller, auch matte und zeichnete es ,0 gut wie vordem, denn man sah öfter auf den Nachbat links und den Nachbar rechts, als auf die Gegend. Uns fe mehr man sich von einander trennte, desto größer wurde di« geheime Eifersucht, desto mehr schwoll das versteckte Mißtrauen. Und daran war wieder Niemand schuld, als die drei alten Herren, le jeden Abend mit dem gleichen Behagen zur Vigna kamen und , noch obendrein das ersehnte Mädchen an der Hand nahmen und Peppo der Wirth, war ein kluger Geselle, er müßte auch kein .Italiener gewesen fein, wenn er es nicht gemerkt hätte, wodurch fline Vigna so schnell zu einer Akademie geworben sei, aber er ließ Neben gerade sein, weil er seine guten Gründe hatte und war so bereitwillig und zuvorkommend, wie es der wälsche Wirth fast immer gegen den deutschen Maler ist, wenn dieser länger als acht Tage in seinem Hause bleibt. Still-Nichtchen jedoch blieb sich ziemlich gleich, ne grüßte und dankte freundlich für den Gruß, hielt aber nicht an, gab Keinem einen Vorzug und besorgte schweigend die Küche, man nirgend so vortrefflich fand als hier. _ , ।, und kein Wirth nl . - ■ Wenn sie zur Thüre hereinkommen sah. Des- g eichen ward auch der Wirth vor der Porta Pia nicht böse, wenn drei alten Herren nut ihren Begleitern in seine rohrgeflochtene hS bTr T' te"n 6V hi- Ausdauer der Deutschen und ttußte dap sein Wein immer besser wurde, je mehr man davon nippe cia X "b«' wie schon bemerkt, nicht der Wei» von L'arri- fii L ns amm' bEr bic br-i alten Herren seit einiger Zeit inVi?^ S«“* i45,a 5°3' 'Dnbfrn der Wirth hatte auch ®er att' Oreinharv, der alte Roden und der alte Vater Koch, drei berühmtesten deutschen Landschaftmaler zu Rom, ginnen mit einemmal häufig nach einer Vigna vor der Porta Pia. Warum . „ , "c tiov .Porta Pia? Weil der Wein der Vigna so “ “ 7 ■ ld>r.,Varc Aber köstlichen Römerwein wußten agen. H ./d,e die, alten Herren allenfalls auch noch wo anders zu finden ,, Neumarkt . Wenn die drei Meister spazieren gingen, 5 3lut« wate», einige junge Künstler eine Ehre daraus, sie -u les vor sich standen oft Gesellschaften von zehn bis fünfzehn Land über-wurde böse, wenn er sie -iw Tbüre b Jnf™ So weit stand alles gut. Aber unter den fünf jungen Kunstgenossen war allgemach die truhere Traulichkeit und Offenheit gewichen. Sie standen sich offenbar einander im Wege, und jeder verwünschte im Stillen den Taa an welchem auch die andern Vier im Geleite der Meister in die' Vigna kamen. Wären sie Franzosen gewesen, lo hätten sie sich geschlagen; Engländer, so hätten sie gehört; Italiener, so hätten sie Itch unter der Hand eine kleine Coltellata beigebracht; so aber wa- >en )ie Deutsche, und ertrugen sich gegenseitig mit deutscher Geduld unb warteten. Und weil sie warteten unb babei boch einer bem Zubern die Geleaenheit abzuschnei'ben suchte, das Nichtchen zu spre- chen, ward es anfangs kühl unter ihnen und dann kühler und zuletzt ,v kalt, daß Friedrich nach Vollendung der zweiten Studie insgeheim zum Wirth trat und ihn fragte, ob er nicht zu einer Ipaleren Ätunbe allein speisen könne. lit Freud " ' , 2-"' " unb s"ven das Schöne »och immer ti Rin“?b' “nb lt?re Schüler folgten dem Geschmack ihrer Meister u ^slgebung. «nb flh" "n italisches Mädchen ungewöhnlich sin- >» Modell lür"?"'' (“’r »'-inten, sie könne wohl tn und fah ? ln bcr Begleitung der Madonna abge- iügr • b^?" flrt.6 nlit mieutcu’ Wohlgefallen auf ihre i-jüngeren" £ weit hatten es aber im Gefolae hi Cl ,nid,t 9e6ra*t »nd es waren ihrer fünf unter l A1'/“6 Mädchen, welches eben wegen seiner . -inahe Malen und "Still-Nichtchen" erhalten hatte, iachtnittaae unnem ■ bfl3aBC11 • und nun schon früh am 8 9 wohnlichen Durst fühlten. Auch gewann die Um- Druck unv Verlag vec G. D. Brühl'schm Buch- und Steindruckcrei. der Kaiserin. __ Der Pariser Stadtrath will bei feierlichen Anlässen wieder in Staatskutschen fahren, wie unter Napoleon I., und hat dazu 290 000 Frcs. votirt. Die aus den ebengenannten Zeiten herrüh- rend'en Wagen wurden erst vor zehn Jahren versteigert. — In Madrid ist von der Obrigkeit das Zahnausziehen auf öffentlicher Straße verboten worden, und zwar aus zwei Gründen, erstens weil es eie Würde der Zahnarzneikunst herabsetze und zweitens — weil es die Straßen mit Blut beflecke. Was giebt es Neues? — Die kurhess. Regierung hat bei den Nachbarstaaten ausgewirkt, daß sie diejenigen kurhess. Ausmandernden, welchen nichtausdriii - litt) in den Pässen die Erlaubniß zur Reise in überseeische Lander vermerkt ist, zurückschaffen. m ,[( Rnn —■3« Wiesbaden war einem Engländer cm Wechsel von 800 ff qestohlen worden, der auf Dacqu6 in Neustadt ausgestellt war. Dieser Diebstahl wurde sogleich nach Neustadt telegraphirt. Am 20. Aua., wenige Stunden nach Ankunft der telegraphischen Nach- richt, kam auch ein Herr mit dem Wechsel, um ihn elnzucasslren. Er wurde beschieden, ein wenig Platz zu nehmen, und die stl»e. berbcigeholte Polizei nahm ihn dann weiter in Empfang. ES ,ou ein Kellner oder Lohndiener aus Wiesbaden sein. . — Im nass. Amte Idstein ist ein Förster erschossen gefunden worden. Ein anderer Jagdman», der That dringend verdächtig, ist in Hast. „ __ In Süchtelen wurde dieser Tage eine Frau »on einem Zwrt- linas-MädckemPaar glücklich entbunden, welche auf eine merkwürdige Weise zusammengewachsen waren. Die Oberkörper )lnv von der Herzgegend bis unter dem Nabel in einander verschmolzen, fo daß sie dort'ei neu, wenn auch verhältnißmäßig breiten, Körper zu bilden scheinen. Dagegen sind natürlich zwei Köpfe, vier Arme, Schultern rc. unv eben so vier Beine und Hüften rc. Die Kinderchen hatten die beiden einander zugekehrten Aermchen sich gegenseitig um den Hals geschlungen.' Beide lebten noch eine Zeit lang. __ Seit einigen Tagen geht zwischen Eöln und Paris ein Schnellzug der um 7 30 Morgens in Eöln abgeht, um 115 Abends in Paris ankommt und umgekehrt von Paris um 7 20 Morgens wegfahrend, des Abends um IO30 in Eöln eintrifft. __ Die französischen Kaiserkronen sind bald fertig. Ein einfacher Bund mit Diamanten hat smaragdene Einfassungen; 8 Reise tragen die Kugel, auf welcher sich ein Mattheserkreuz befindet. Adler mit ausgebreiteten Fittigen bilden die Grundlagen der Reife; zwischen jedem Adler befinden sich reich verzierte, große, farbige Rubinen. An der großen Krone des Kaisers sind die Adler aus eiselirlem matten Golde, und aus Silber mit Diamanten an der kleinen Krone — In Wien ist es dieser Tage vorgekommen, daß ei» Mörder nach Anhören seines Tovesurtheils höchst geringsckatzend ausrief : „Was liegt daran, sterben muß man ja doch einmal. __ °>u der Schweiz, wo wie bei uns in letzter Zett eine druckende Hitze erduldet werden mußte, fing es am Abend des 17. v. M plotzlkch -u schneien an, im Eanton Waadt und auch m Savoyen ,° stark, daß alle Berggipfel ihre riesigen Schneekappen auf hatten. Andern Morgens war alles wieder verschwunden. — In Reims wurde jüngst die Guillottne der Stadt in der Aurtion um 30 Frcs. von einem jungen Manne erstanden, der das furchtbare Instrument auf dem Platze allsogletch verbrennen ließ. _ In Havre wurden dieser Tage 300,000, von der ,ranz. Regierung i» England angekaufte, Hectoliter Getreide verstetgert, jeder um mehrere Franken unter dem Kostenpreis. __ Aus London schreibt man: Lorv Brougham hat ganz imei- wartet 30,000 Pf. St. geerbt, die ihm eine ledige Dame „aus Bewunderung für sein unvergleichliches Talent, seine Grundsätze unv sein öffentliches Verfahren", vermachte. — Das junge Nilpferd, Geschenk des agyptllchen Vic-konigs, i|t L Man .... -'N jalch.» ««< .«t nichts l-^-nvlg^gcsch n^ w jü»gst-n Tagen aus J'alin, or» yon Botzen über den Brenner in Innsbruck eintrafen, waren durch den '» großen Wechsel der Temperatur sehr unaugenehm überrascht. Mähren? eS in Innsbruck am 16. und 17. August regnete, fiel m der Umgegend so viel Schnee, daß noch alle Berge davon bedeckt sind. Uebrigeus ist es jetzt in Tyrol bei Mangel an Rege» sehr warm. Woche eine Frau (Mutter von U Ki-Iern lfingeUchtet, welche erst, nachdem sie den Kopfschon «i dem Block liegen hatte, eingestand, daß sie wirklich ihre 4 ju gst Kinver durch Ersticken getödtet habe. Aus Triest meldet eine telegr. Depesche: Oberst Rust brinat ein sehr freundschaftliches Handschreiben des Sultans an d »er Vermiitelungsvorschläge. 72 ungehindert mit ihm scherzten. Was doch alte Herren unvorsichtig sein können^^ Sommer sind Regen und Gewitter feiten, brechen sie aber einmal los, so sind sie heftig genug und treiben Freund und Feind unter Dach. So trafen denn auch emes ^-nds die fünf jungen Maler an Peppo's Heerd züsammeit , wo es behaglich warm war, während draußen der Sturm die Baume fegte und die Weinranken peitschte, vaß sie ächzten. „ „Ein Teufelswetter„Ein Hundewetter !" schalten ste und waren froh, ihren Ünmuth und ihre Verlegenheit an dem Unweiter auslaffen zu können, während sie rasch an einander auf und a gingen und fortwährend Seitenblicke nach der Thür schossen, hinter welcher sie die zurückhaltende Augioletta vermulheten. (Schluß solgt.) M i s c e l l e ». — Allerneuestes für D a me n! Mavnv sul^ jede Dame auf dem Spaziergänge eine Bz » luit Geld mit sich. Die Thierchen sind mit * $nUanlen) v-rziert; je kostbarer das Halsband «3] mmtt desto vornehmer tote Gebieterin. . ~ße V ,^rd! — erst Paris, das to»angebende, tote Mode adop — Die Legislatur von New-Jersey hat tie jene den Wahnsinnigen in gleiche Elaste ge| - u” ' Trunken-- nicht im Stande seien, ihr Vermögen zu verwalten Der toll „Wl. «. 1- ftd'-- »**» W» Sch-nkwirth, der ihm Spirituosen verabreich , , — Zügen des Edelmuthes, veranlaßt durch mim^sttz»t W leraverheerungen, verdient erwähnt zu wertoen ,llfi ein Banersmanli in ein Haus in Copenhag , @c,-^roijier F Kinderchen, denen die Seuche Vater, 2Jiut . Zeit aUgnn«2 raubt und die nun, wenigstens in der geg «“«“J 5 stch ih--' „er Angst und Noth, keinen Menschen mehr h beii, , 1 . annimmt. Was glaubst Du Mitleidige Les n - M e.ethan? Er legt die Waisen auf seinen J 'J 8„ttrtwd unv bringt sie seiner Frau, welche nunmehr Mutterste--------- Peppo Zweige auf tvii Schildwc i.fli, dann le Mch und sti # zwei Flas teilte, inbei «stig, „Sie u der Stur istr auch mit imn die Fr< „Nach «neu Wage illbanv!" „Sie fr - „und sch! iirren nicht >ben, wollei Und mc Hessen, so ieb aber ni it feurige ä i ld war es ! Ile sich von «r, nahm t „Wißt Al wir etro 'er fühlen i ß ihm des srz gewachst ülle von ur k Friedrich puflüchtling, Erschlag ma Heben kann, t Unterwelt p Andern b p Tag für p demjenig« j kz zu gewir l W zufriede I „Der 23i strich fiere« an die g, W für sich, , „So we P nun erfic und 3 'n auch die ’3E hatte, al ,'i feiner frü h- da die T- 'h der „ächs JK 37. Mörder rusrief : Beilage. -rückende plötzlich so stark, Andern Still-Ujchtchen. Maler-Novellette aus Rom. in der den, der neu ließ, er franz, versteige«, mz uner- une „aus Grundsätze Zicekönigs, hier noch lien oder »tu durch überrascht, znete, siel daoon brau Regen -x von 14 schon aus 4 jüngsten Ruff über- ns an den e der Wie- führt jetzt einer Leine d mit Geld Brillanten) sieht, wenn wird! — enbolde nut l, dah M Der Trunken- ( unv jeder reng bestrasn äßlichen lshen al letzter Tags indet da pW Geschwister F »eit allge»'" der sich ih--' ß der $1**"' rt nach vertreieii^, (Schluß.) Peppo der muntere Wirth, stand hinter dem Heerd, legte Zweige auf die Glut und blinzelte nach den jungen Leuten, die wie Schildwachen oder wie verscheuchte Störche aut und niederfchrit- ,in, dann legte er einen Augenblick den Finger an die Nase, dachte Ach und stieg hierauf die Fallthüre des Kellers hinab, aus welchen [r Zwei Flaschen schwarzen Weines brachte, die er auf den Tisch iellte, indem er Gläser um sie reihte. — „Signori," sprach er, rostig, „Sie werden heute wahrscheinlich meine einzigen Gäste sein, A der Sturm wohl kaum vor Mitternacht endet. @tr werden sich auch mit dem begnügen müssen, was meine eignen Hände kochen, Mi die Frauensleute sind nach Albano gefahren." „Nach Albano!" riefen die Jünglinge. — „Wir sahen doch 'inen Wagen! Wann fuhren sie fort ? — Nach dem herrlichen llbano!" „Sie fuhren von der Stadt aus," — schmunzelte der Wirth, - „und schlichen sich zur Zeit der Siesta davon. Sie wollten die sirren nickt stören. — Allein da wir nun ein Junggesellenleben -den, wollen wir auch lustig sein. Trinken Sie!" i'tfluchtllng, hange nicht länger den Kopf. Ich will Euck einen rschlag machen, einen Vorschlag, so redlich, als man ihn nur cken kann. Wir schleichen da in der Vigna umher wie Geister Unterwelt, und Keiner kann zu seinem Ziele gelangen, weil ihn Andern beirren. Nun aber wollen wir es dergestalt einrichtcn, Lag für Tag nur Einer und stets ein Anderer hierher kommt, > demjenigen, dem es binnen einem Monat gelingt, Angioletta's z zu gewinnen, sei dann vollkommen freier Raum gelassen. Seid U >t's zufrieden?" a 1 ^^schlag ist gut!" — riefen alle. — „Aber," schalt mrid? berechnend ein, „in einem Monat kommt einer nur ftchs- vierundzwanzig Tage gegen, und nur P für st», und das ist zu wenig." „So wechseln wir jeden halben Tag," rief Gerhard wieder, nun erhob sich bet dem immer mehr erwärmenden Wei» ein 'n E°g^enreden, welches endlich so lebhaft wurde, daß U b t. le fr^eteJKißlpiHniung gänzlich vergaß und nichts im kein, e k - Reihenfolge, die Art wie geloost werden müsse, b da hi fol‘nnen unb. Iail9fr bleiben dürfe, und daß man H der I1.ig verschiedenartig gehen könnten, chstcn Kirchenuhr zu richten habe, und zuletzt wurde die Und man nahm die Gläser zur Hand und trank, aber so ab- neffen, io gelassen, als tränke man nur ans Gefälligkeit. Es teb aber nicht lange bei diesem abgemessenen Trinken, dafür sorgte st feurige Wein, dafür die innere Erregtheit der jungen Leute und s ld war es laut im Umkreise des Heerdes, die erkünstelte Rinde je sich von dem Herzen, und Gerhard, der fast immer der klügste «r, nahm das Wort und sprach: „Wißt ihr, was wir allesammt sind? Thoren und Narren, , ly.lr ttlru§ voreinander verheimlichen wollen, was wir doch ler fühlen und wissen. Oder kann cs einer von Euck leugnen, B ihm des Wirths Nickte fast mehr, als er wünscht, an das nz gewachten |ei < Ist es nicht besser, wir werfen diese feindselige Ule von uns ab und geben uns so, wie wir sind. Die Hand ^ Friedrich, die Hand her, Robert nnd du Moriz, du Weinlau- Hin lifflt f itl/T kann» f X u ... - rv r ~~ , ,, r— Sragf aufgeworfen, ob nia.i den Wirth davon vctständigen solle oder nicht. „Verständigen, verständigen!" — rieten zwei oder drei, vom Weine schon ziemlich begeistert. — „Wir sind keine Wälschen, sondern Deutsche, und wollen rechtlick und geradeaus zu Werke gehen. Wir sind aus guten Häusern und brauchen nichts zu scheuen!" Und Peppo, dem das Alleinspeisen der Herren ziemlich lästig wurde und dem der Sturm willkommen war, weil er die jungen Maler zusammen trieb, die er nun durch seinen Wein auf einen gewissen Punkt zu bringen hoffte, wurde nun mit solchem Tosen hervorgerufen, daß er augenblicklich merkte, wie die rechte Höhe erreicht sei. Aber Gerhard faßte sich und brachte das Anliegen so ernst hervor, daß der launige Wirth — obwohl er etwas auf Still- Nichtchen Bezügliches erwartete — ganz überrascht vor den jungen Künstlern dastand, die sich sämmtlick erhoben hatten und so gut es gehen wollte, mit Stolz auf den Italiener sahen, dessen liebliche Verwandte sie so ganz aus dem Geleise brachte. Und der Austritt gab wirklich ein malerisches-Bild.' Im Hintergründe durch die offene Thür hinaus, Nacht und Sturm. Im Mittelgründe der flackernde Heerd mit den dampfenden Töpfen, unv am Tische die fünf jungen Männer in den mannigfaltig bewegten Stellungen, von der dreiflammigen römischen Lampe beleuchtet, welche grelle Lichter neben die scharf abgescknittenen Schatten warf; und ihnen gegenüber der pfiffige, wohlbeleibte Italiener, dessen» volle Wangen vom Feuer her, einen rothen Wiederschein erhielten und sich zu einem breiten Lächeln dehnten, als er seine verschossene Mütze abnahm, eine zierliche Verbeugung niachte und die Herren mit der geläufigsten Zunge zu überzeugen suchte, daß ihn die Ehre, welche so vortreffliche und unendlich geschickte deutsche Künstler feiner Nichte erzeigen wollen, auf das Unaussprechlichste erfreue, daß es ihn aber auch, so wahr er lebe, im Grunde seiner Seele traurig mache, daß am Ende denn doch schon ein kleines Hinderniß eingetreten sein dürste. „Ein Hinderniß?" — riefen die jungen Leute, indem die Reihe des Ueberraschtwerdens nun an sie kam. „An und für sich ganz klein." fuhr der Wirth fort, „aber vielleicht doch bedeutend genug, um die Herren von weiteren Versuchen abzuhalten." „Sticht möglich!" unterbrachen ihn die Maler wieder, indem tausenderlei Ahnungen und Gedanken durch ihre etwas schwindelnden Gehirne flogen. „Sie brauchen eben nicht gar zu Entsetzliches zu fürchten, Signori," — sprach der Wirth mit einem abermaligen Bückling,__ „denn.es ist nichts weiter, als daß Angioletta heute nach Albano fuhr, um sich morgen dem stattlichen Alessandro Rinucci zu verloben." „Alfo hat sie fchon einen Geliebten!" — riefen die Jünglinge erblassend. — „Aber wie könnt' es ein solches Mädchen so hinter dem Berg halten! — Wie kann sie schon Braut sein? — Wie fann ein |o junges Geschöpf schon verliebt sein?" „Ei," — entgegnete Peppo, — „die Herren wollten Angioletta trotz ihrer Jugend, doch dasselbe Glück bereiten, was ihr Alessandro bereits geboten, und gerade dieses Verhältniß zu dem reichen Vig- noraten war es, was sie so schweigsam machte und ihr den Beinamen „Still-Nichtchcn" erwarb. Doch damit die Signori keinen Groll auf uns werfen, gebe ick mir die Ehre, Sie zur Hochzeit nach Albano einzuladen und ersuche Sie, auch die drei alten Herren mitzubringen, mit denen Sie zuerst meine Vigna betraten." Den armen jungen Malern war zu Muth, als hätte man sie mit Wasser überschüttet, und weil ihnen das nicht behagen mochte, 74 (Säue an Berlin, ‘Den 24. August. Die heutige öffentliche Sitzung U Anerkennung fand. ilhen. Die Ich mi Vier T Druck und Verlag der G. D. Brühl'stlM Buch- und Steindruckerei. Lassen Z toufo zu vei sah, unt gezeichnete ^gekommen, m Märchen 11 ehrlich zu mtu, ras ft Eines T iahe der kll iame. Bei ii> mein gan nit, wer rie Mein F iiit höhnische „Heirat! »Sage > „Es ist „Unv it „Sie ist ieirathe sie schule hätte, wie rie Non Welt sür eit' werden sollte, nit ihr zu \ „Dies |t6e ich niet Ich sah Käste nach ■ >en Aufseher chen jungen jnng in bef Sange warei r da ging Ich rei aage stehen igegangen nd eines fd Wohnung it i» Hause sei. $ii nicht ger laß ich gftoi „Ich vc ll-r und wi, ich nicht lein unv ihr »nch zu ents Nachrichten aus Dem Gebiete der Staats - und Volkswirthschasi, mitgetheilt von Otto Hübner. neu zu lassen. , . __ Auf dem Getreidemarkte in Brussel mar vor einigen Tagen eine so große Masse Frucht aufgestellt, daß die Prel,e um 12 biv 21 pCt. wichen, und dennoch ein großer Theil unverkauil oliev. Gleiches läßt sich von den andern belgischen Märkten sagen. __ Nach den letzten Erzählungen gibt es in Frankreich gegenwär- Was giebt es Neues? — In Folge eingetroffener großer Getreidevorräthe wurde vorgestern durch die Polizeitare zu Frankfurt der öpfündige Laib Brod von 26 aus 24 kr. herabgesetzt. Auch wurden daselbst letzter Aage G^ichts- und Brod-Visttationen bei den Bäckern vorgenommen. — Bor Kurzem wurde vom Marburger Schwurgericht der in Amerika weilende Professor Bayerhoffer in contumaciam zu 1D labten Zuchthaus wegen Hochverrats) verurtheilt. __ Die Tabak- und Hopfen-Ernte in der Pfalz hat begonnen; man erfreut sich bei beiden Producten eines reichen Segens. — In Hördt bei Germersheim starb dieser Tage einer der ältesten und letzten Veteranen der ägyptischen Armee unter Napoleon I., Oberstlieutenant v. Waldmann, aus Neustadt a. d. H. gebürtig , in dem seltenen Alter von 95 Jahren. — Vor 5 Wochen hatte in Paderborn ein wuthender Hund eine Anzahl Kühe gebissen. Fünf dieser Kühe mußten wegen Toll- wuth gelödtet werden, mehrere fielen. - _ Zu dem nächstens in Berlin abzuhaltenden evaugelifchen Kirchentage find ca. 1500 Teilnehmer angemeldet. , _ In per vorige Woche in Nürnberg abgehobenen Verfaunnluiig der deutschen Land- und Forstwirthe gab Liebig die bemerkenöwerthe Erklärunq, daß er sich jetzt nur noch wenig mehr nut der Chemie in ihrer Anwendung aus den Ackerbau beschäftige, da er damit „nicht aani glücklich" gewesen fei. __ Die französische Regierung versucht alles Mögliche, um die Getreide- und Brodpreise nicht noch höher kommen zu lassen, als sie leider schon -stehen. Den Fruchthändlern sieht sie ganz gewaltig auf die Finger, und hat bereits einen der reichsten und angefehen- sten eingesperrl. Um Maare schnell auf den Markt zu bringen, hat man im Plan, die in Odessa angekauften Vorräthe durch einen Dheil der Flotte in der Besikabai nach den französischen Häfen brin- Der En» räch t(lli baten sie Peppo, die Flaschen wieder zu füllen, und thaten, um sich einigermaßen zu trösten, ihr Bestes an dem Reis und den Hühnern, die während der großen Abhandlungen gar^ geworden waren. Als sich daun der Sturm gelegt hatte, gingen sie in bru- terlicber Eintracht nach Haufe und dachten, so weit uns ihre Lebens- qefchichte bekannt ist, nicht eher an daö Heirathen, als bis ire wieder auf heimathlichem, deutschem Boden waren. Bei der Hochzeit zu Albano ging es aber groß her. Die drei alten Herren, welche ganz besoiiders lustig waren, hatten aber auch einen ausgezeichneten Geschichtsmaler aus Düsseldorf mitgebracht, welcher eine Skizze von der bräutlichen Angioletia machte, als sie, die laute Gesellfchaft vergessend, in Gedanken versunken vor sich hin führte nach jenem Entwurf ein Gemälde aus, das aus- Central-Dereins für die Deutsche Ans wa nver uiigz- und Colonisaltons -Angelegenheit wurde durch den Vo,- sitzenven, Herrn Regierungs-Rath vr. Gachter, mit dem gen* lieben Geschäftsberichte eingeleitet. Im Juni und Juli waren » öffentlichen Sitzungen ausgefallen, weil fast alle Mitglied!: t6 n» so eines Verwalitingsraths verreist oder sonst abgehallcii waren. Im Utbii- L feine Eil. gen wächst die Anerkennung, deren sich der Verein erfreut. Eil »ter den Mi Gönner des Vereins hat demselben 50 Thaler zum ^Ge,chenk gt macht, von denen 25 Thaler sofort gezahlt und 25 Thaler pei 1. Oetober c. angewiesen wurden, und der Vorsitzende ist al» Aeo tretet des Central-Vereins zu dem am 19. September d. I. zi Brüssel zu eröffnendeii statistischen Congreß eingeladen rooile« auf weichem auch die Auswanderungsfrage behandelt werden will Die Auswanderung, welche mehrere Monate lang nachgelassen hittk sängt in neuester Zeit wieder an, zu wachsen. Bei Weitem d: größte Strom der Auswanderer geht noch immer nach den Not) amerikanischen Freistaaten. Hier ist wegen vieler in Angr! genommener Eisenbahn- und Canal-Bauten zwar fein Mangel ai Beschäftigung.für die an grobe Handarbeit gewöhnten EinivandM gewesen, dagegen wird cd bei der steigenden Coneurrenz »NM schwieriger, auf andre Weise fein Untetfommen zu finden. Z»»-> treten die gesellschaftlichen Zustände Nordamerikas, je mehrte bi fannt und des Schimmers, mit welchem blinde Lobhudelei |U --! golDite, eiukleidei werden, immer bedenklicher hervor. Die iq brutale Gewalt, welche in den Bauden der Nowdjes (Kraircks Bummler, Taugenichtse) den unverschamlesten Terrorismus über W vate und Autoritäten übt; die in erschreckender Ausdehnung uw areifenße Bestechlichkeit; die Herabwürdiguiig ver Politik zum - mamel aller mögliche» Prival-Jnlereffeir; der Zoffen getriebene ■ mit Staats- und Gemeinde-Aemlern; die enliittlicheudeu ö'» 8e mi Süden herrschenden Sclaverei und des neuen ®claw»J«| Gesetzes und viele andere Erscheinungen lassen erkennen , P | iu de» Bereinigten Staaten ein Sieg des ^Materialismus, > „GeldmachenS" über die liefere religiöse und ittiliche ^°ee ! ziehen beginnt, welcher in feiner Vvlhstaudigkeit zu eine g vie wahre Civilisation vernichtenden Auslöiung fuhren »ub- falls find die Nord-Amerikanischen Zustände für die ge Deutschen nichts weniger als aulockenv. J Bo» °en Deutschen Gesellschaften zu N-w-Vork u«» Orleans wird mehr als je über die Mchtt Beköstigung der Passagiere auf den von L t v e P Schiffen geklagt und hervorgehoben, daß trotz, des publieirte» Passagier-Gesetzes die Mißbrauche s . Linie nur zu- anstatt abgenommen halten. A^^^ngea findet hierin nur eine Bestätigung ssinei vulsach der Wahl außerdeutscher^ Einschiffungs - Hafen. ^sproche»« mehreren Hamburger L>chiffS«pedienten der Ll-unl ) den, daß die Auswanderer schon im Snlance m 9 h Passage-Coniraete abschließeu mochten, weil st > J nanlln in Haniburg selbst von den dortigen RunnerS bett gen, J an die Liverpooler Erpedieulen verhanvell zu wer • Verein findet diesen Wunsch völlig gerechtfertigt und Wanderern dringend, sich schon in ihrer ^ellliaI ’ .a1' "cinenSlnftaUc'n uuv zuverlässigen Agenten zu wenden und m inll — $ Veiirag abzusevließen.___________ _ tig 37662 Blinde. __ Die amerikanischen Consuln dürfen nun keine Ctvil-Trauun- gen mehr vornehmen. Wie manchem Liebespärchen, dem zu Haute die Verbindung nickt gelang und doch vor Besteigung des Auswan- dererfchiffes gern noch hätte getraut werden mögen, ist damit ein Strich durch die Rechnung gemacht. __ Die Start Cumana (Venezuela) ward am 19. Juli, Nach- mittag« 3 Uhr, von einem starken Erdbeben heiirigefuchi, wobei 4000 All n sch en ums Leben kamen. M 38- Beilage. irthschaft, Gine der Lassen bis Geschenk gt. 25 Haler pei e ist als Set; Aber 1. 3. ji klaren njortei werde» will hgelassen hatte Zer Weiim re ,d) de» Nor> ler in Änzri ein Alaugel ai vem gewch- )ct>uto zu i(i waren 4 Harry Pinwiddic's Brautwerbung. amerikanische Erzählung. — Mitgetheilt von A. 3***- Sie mich erzählen, was ich in meiner Verlegenheit vervanken batte. Je nun „Ein Frosch der wollte freihcn gehen" rc. »hen. Die Ursache lag wohl darin, weil mir nie ein Mädchen »gekommen, in das ich mich verliebt hätte, und umgekehrt wohl »»Märchen besonderen Gefallen an mir zu finden schien; denn n ehrlich zu sein muß ich gestehen, daß meine Reize nicht der Art mtn, das schöne Geschlecht zu fesseln. Eines Tages als ich mit meinem Freunde durch die Haupt- iaße der kleinen Stadt Birvon ging, begegnete uns eine junge janu. Bei dem Anblicke ihres bescheidenen Gesichtchens veränderte ii) mein ganzes Wesen und ich sprach zu meinem Freund: „Sage itir, wer die Dame ist, und ich werde sie heiralhen." Mein Freund sah mich ganz verwundert an und frug endlich )iitgliedkr iti n) so eines schönen Morgens wollte auch ich, obgleich ich i. Sm Utto | keine Eile hatte, denn ich war keinesweges mehr der jüngste erfreut. (Sin Ler den Männern, ehe ich das Bedürfniß fühlte, mich zu verhei- e Sitzung dz n d e r u n g z- rrch den re gebilltl jung in bester Ordnung und die Geschäfte in solch regelmäßigem leiden konnte, 8ange waren, daß nichts durch meine Abwesenheit auf's Neue an mein Unternehmen. i- d» ging es j Der Liverpos c i Warnrrngca die schöne in Süd-Carolina Süd-Carolina nit höhnischem Gelächter: „Heiralhen? Ja! heirathe sie doch, du bist verrückt genug!" ‘ „Sage mir, wer sie ist." „Es ist Fräulein Margareth Clifton von C. in Süd-Carolina." „Und was macht sie hier?" „Sie ist hier in dem Erziehungs-Institut der Herrenhutcr. — jeirathe sie doch! — Glaubst du die Mädchen der H-rrenhuter- öchule hätten etwas mit Heiralhen zu schaffen? Sie sind so heilig wie die Nonnen und so ernst und fromm, als wenn sie die ganze Welt für eine große Kapelle ansähen, in der nur Psalmen gesungen werden sollten. Möchte ich dock sehen, wenn du es versuchen wolltest uit ihr zu sprechen." — „Dies ist vorläufig meine Abstcht gar nicht. Dcssenohngeachtet )orf und Af Behandlung I pool erpevil reuen in Engi Ich reiste also nach Birdon und erfuhr, daß ttage stehende junge Dame nach ihrer Heimath in tgegangen sei. — Ich eilte daher ebenfalls nach ud eines schönens Morgens stund ich an der Thüre einer stattlichen n Einwantm icunen; immi finden. 31,1,1 je mehr he bi Hudelei fit «j ,or. Die t°h eS (Krawili» smus über Ps «hnung uuiii Uilik zum & getriebene Haß nven Folgt» i i @cla»cii-36il ennett, iaß 1 erialismus, > ;e Idee zu «l einer allgemein n muß. sein einen H orisetzuug^ jefte ich meinen Vorsatz, sie zu heirathen, nicht auf." Ich sah Fräul. Clifton nicht mehr; überdies trieben mich Gekäste nach Hause. Jeder ächte Pflanzer in Vtrginien macht selbst im Aufseher; als aber das Korn gesäet, die Tabakfelder mit frU chen jungen Pflanzen besetzt; überhaupt Alles auf der ganzen Pstan- iitn/. c _n... i________ ...... fnf rpnrfniätiinpni lleichzeing iß! lusgesprochk'i'i nit ihre» Äz- »»st Gefahr >» trogen, na®1* ,en. Der in° räch °-» an einen t'»1 Central - Wohnung in der Stadt C., mich erkundigend, ob Fräulein Clifton frHause sei. Gleich darauf erschien sie selbst, und betrachtete mich 'ii nicht geringer Verwunderung, als ich ihr offen und frei erklärte lQÜ ich gekommen sei, sie zu heirathen. „Ich verstehe Sie nicht, mein Herr! Meine Mutter ist nicht fier und wird auch vor einigen Tagen nicht zurück kommen, und ich nicht gewohnt bin, irgend eine Bekanntschaft ohne ihr Beilein und ihre Einwilligung zu machen, muß ich Sie höflich bitten, ">ich zu entschuldigen," Ich miethete mir eine comfortable Wohnung und traf alle Anstalten ängereu Aufenthalte. Vier Tage nachher , als ich mich von der Anwesenheit der Madame Clifton überzeugte, erstieg ich abermals die steinerne Treppe, und zog die Klingel. Ich fühlte nicht die geringste Unruhe oder Aufregung, obgleich das, was ich von der Frau Mama mittlerweile gehört, durchaus nicht geeignet war, meinen Muth auzusvornen. Sie war Wittwe, sehr reich, und von ebenso alter wie ehrenwerther Abkunft. Sie war eine würdevolle Dame, stolz und formell im Umgang mit ihren Freunden, zurückhaltend und kalt gegen weniger noble Bekanntschaften. Würde ich durch Briefe von ihren besten Freunden bei ihr eingeführt und ihrer Gunst und Gastireundschast auf's Wärmste empfohlen worden sein, so würde sie sich vielleicht zu einer Art Gnade herabgelassen haben. Da ich mich aber mit dergleichen Kreditbriefen nicht vorgesehen, so machte ich au6 keine großen' Anstrengungen mich ihr beliebt zu machen. Als ich ihr meinen Namen genannt und ihr gesagt harte, wo ich her sei, machte sie eine höflige Verbeugung; als sie sich nach meinen Geschäften erkundigte, sagte ich ihr ebenso unverholen, daß ich gekommen fei, ihre Tochter zu heirathen. — Ich glaube nicht, daß sich jemals auf einem menschlichen Gesichte größere Bestürzung ausgeprägt bat, als auf dem, welches ich vor mir hatte. Sprachlos setzte sie sich nieder, und als sie sich nach einer Weile wieder erholt, sprach sie: „Es muß hier ohne Zweifel ein großer Jrrthum obwalten; Sie werden deßhalb entschuldigen, mein Herr! wenn ich diese Unterredung schließe." Damit endigte der erste Besuch bei meiner Schwiegermama in spe. Der nächste Morgen sah mich zur selben Stunde wieder an der Thüre der Madame Clifton, und nach einem ähnlichen Empfang wie Tags vorher, und nachdem mir meine Bitte: mit der Tochter nur einige Augenblicke sprechen zu dürfen, kurzweg abgeschlagen wurde, wünschte ich ihr auf's Höflichste einen guten Morgen und zog mich zurück. (Fortsetzung folgt.) Was grebt es Neues? — In Frankfurt auf der Messe ereignete sich ein sehr erbaulicher Fall. Eine Mutter unterrichtete in eigner Person ihren Sprößling im — Stehlen. Als ihr nun der Junge practische Beweise seiner Fertigkeit geben und eben eine Cseamotage machen sollte, da war leider die allsehende Frau Justitia im Rock eines Gendarmen dem Hoffnungsvollen im Nacken und führte ihn ab. Die Mutter aber hatte als Nachruf nur die Worte: „Dumm' Oos! Gleich 's erstemol sich erwische zu losse! — Wenn keine andern Zwischenfälle eintreten, wird trotz allen gegenteiligen Angaben noch vor Ende dieses Jahres die Bahn von Hanau nach Aschaffenburg befahren werden. — Die Eisenbahn von Wiesbaden nach Rüdesheim ic. wird recht bald begonnen werden. Die Ingenieure sind schon in voller Thätizkeit. — Den Handwerksburschen wird erneuert eingeschärft, wenn sie mehr als 30 Lenze zählen, die Grenzen des preuß. Staates nicht zu betreten. — Ein k. baver. Negierungsrescript verordnet, daß gegen solche Bierbrauer, welche im künftigen Sudjahre nicht sieden wollen, polizeilich eingeschritten werde. — Die Dresdener Polizei hat eine Falschmünzerbande entdeckt, die Kaffenbillete, vorzugsweise Schwarzburg-Rudolstädter, in ansehnlichen Beträgen fabricitte. Als Hauptpersonen werden ein Lithograph und ein Porzellanmaler genannt. — Für türkische Rechnung werden in Paris 20000 Gewehre verfertigt. Gerichtssiegel gelegt. Druck u»b Verlag der Ä. D. Brühl'jchen Buch- uud Steiudruckerei. keinen weite, »Madame, Jen." »Dies ist $ »Abed jch H"' Eine ameri! Todesfälle vorgekommen, und dennoch soll der Gesundheitszustand dieser Plantage noch besser, als der auf den übrigen sein! $on Interesse ist ein Gericht, welchen ein anderer „der fünf großen Gnmtss bescher," der Marques de Valenca, veröffentlicht, weil man daraui entnehmen kann, wie wenig Hoffnung Die Plantagen-Arbeiier haben,i auö ihrem Schuldverhaltnisse herauszukomnien und ihre Freiheit wieder zu gewinnen. Die Deutschen Arbeiter dieses Pflanzers halten int ersten Jahre 4000 Mil Reis (— circa 2666% Thlr.) verdient Der ihnen vorschußweise gewahrte Lebensunterhalt betrug aber 20 bis 30 Mil R. monatlich, also 240 bis 360 Mil Reis (160 bis 200 Thlr.) jährlich für jede Familie. Rechnet nun nun die Familie zu fünf Personen, so har dieselbe 117 Mil R. (—circa 78 Thlr ) im Jahre verdient, dagegen ihre Schuld, nach 'Abrechnung dieses Verdienstes, um 6 2 bis 102 Thlr. vergrößert. Diese Schuld besteht rheils in dem Uebersahrisgclde (pro Familie ungefähr 300 Thlr.,) theils in den Vorschüssen für Kleid»»', Schuhwerk,' Instrumente, Medicin u. s. w., welche in dem obigen Vorschüsse für Lebensunterhalt nicht mit einbegriffen sind. Durch den officiellen Bericht des Präsidenten, der Provinz EK rito Santo und einen zuverläsfigen Privat-Berichl hat der CentrL Verein nähere Kunde über die in dieser Brasilianischen Provinz gelegene Deutsche Eolonie Sta. Jza bel erhalten. Dieselbe ist von 176 Deutschen bewohnt, die im Jahre 1847 durch die berüchtigte del Rue'sche Erpedition mit hierher gekommen sind. Den Cvlmi- sten wird erst jetzt ihr Land zugeinessn! Der Direclor derEolonie und Schiedsrichter ist ein'Brasilianischer Clemcniarlehrer, über tun geklagt wird. Eine Verbindung der Eolonie besteht nur mit der 4% Leguas entfernten Provinzial-Hauptstadt durch einen Reitweg. Im Ganzen hat die Eolonie sehr geringe Fortschritte gemacht. (Fortsetzung folgt.) Nachrichten aus dem Gebiete der Staats- und Bolkswirthschast, mitgetheilr von Otts Hribner. IAm dritten wurde mir । „Sagen Sie (fen lassen mich zu em: lur ; die of itgenehmeS 1 J östlichsten T stußbvden, 1 , welches i ch angenchn ich zum Mi Den folgend aber es ers ifteundliche ich mich e: mhitze war 18 kam mir whngeachtet allmählig z Tags darau: schirme bew neu, und intine Erkun wohin sie ft lehrte aber i großen Fi uf mein G igt, und i um, mein i noch imm «Entschuldig I. Ich kam alte; ich m Tochter. 9 cht auszugeb m können, hung meine denn Sie zu prüfen, eter Weise Fräulein C! sse Gunst z igungen, so iubm sollten »Ich habe I tu ich verlc (Fortsetzung.) Berlin, den 24. August. Dem Cemral-Verein ist es gelungen, die Wirkfamkett der B rasil ia n ische n Werbe-Agenten, welche die Deutschen Auswanderer nach den Plantagen der Brasilianischen Pflanzer oder nach der entlegenen Eolonie Santa-Cruz zu verlocken gesucht haben, aus ein Minimum zu revuciren. Die in fast alle Deutschen Blätter ganz oder auszugsweise übergehenden Berichte der öffentlichen Sitzungen des Central-Vereins und die darin offen gelegten Thalsachen, ;o wie die auf Grund der letzteren von fast allen Deutschen Regierungen erlassenen Instructionen und Warnungen haben dies erfreuliche Reiultar veranlaßt. Hier und da tauchen zwar neue Versuche aus. So Hal ein französischer Speculant, Namens Beaucourt aus Paris, mit dem Brasilianischen Hause Francisco Jose Fialho zu Rio de Janeiro einen Vertrag abgeschlossen, wonach er für dieses Haus Deutsche und Schweizer Arbeiter zum Weiter-Ver- handeln an die Plantagen-Besitzer liefern will. Er versichert sogar in einer Annonce, daß er bereits in Deutschland umhergereist sei und Verbindungen angeknüpft habe. Möglich, daß er auch in Deutschland Helfershelfer gefundenindeß haben dieselben bis jetzt doch noch nicht gewagt, öffentlich hervorzutrelen. Ein anderer Werbe- Agent, der sich Schlesien zum Felde seiner Thätigkeit erkoren, ist sofort arrelirk worden. Der Ceniral-Verein wird nunmehr abwarten, ob neue Attentate ans die persönliche und moralische Freiheit seiner Deutlichen Landsleute werden versucht werden, und nicht ermangeln, event. mit derselben Energie wie bisher denselben entgegen zu treten. Dabei muß wiederholt darauf aufmerksam gemacht werden, daß der Central-Verein auf die freie Ansiedlung in Der Eolonie San Leopoloo und auf die Engagements für die beiden, unter Deutscher Verwaltung stehenden Colonien Dona Francisca und Blumeiiau seine Warnung nicht ausdehnt, so lange dort die Verhältnisse so befriedi.end wie bisher bleiben. Dem Central-Vereine liegen sowohl Briefe als glaubhafte Be- — Ein Ertrablatt des „Dresdner Journals" meldet, der Kaiser von Rußland'habe die bekannten türkischen Modificalionen unbedingt abgelehnt. Doch enthält der Bericht in der „A. A. Z." den Zusatz, daß ein neues russisches Memorandum erscheinen solle. — In der Schweiz erregen Schaaren kleiner schwarzer Würmchen auf den Rübenäckern große Besorgnisse. Also zu den Kartoffel-, Trauben-, Bohnen-, und wie die anbern Krankheiten alle heißen mögen, am Ende auch noch eine Rübenkrankheit? ! — Der bekanntlich vor einiger Zeit wegen großartiger Betrügerei ausgekniffene Hofbanquier L. Heine aus Bückeburg ist in Sydney vor Hringer und Elenv gestorben. — Am St. Eugenientage (16. d.) sollen auf Bitten der Kaiserin zahlreiche Begnadigungen, worunter mehrere rochen Preßvergehen, in Frankreich verkündet werden. — Man berechnet die Kosten .der Rüstungen der Pforte auf 120 Mill. Piaster, und bis zum Ausgang der Affaite, selbst dem friedlichen, auf 200 Mill. — Die seit der Revolution verschwunden gewesene ungarische Königskrone ist jammt den Insignien dieser Taue bei Orsowa vergraben aufgefunden worden. Sie ist auf dem Weg nach Wien. — Der Dampfer Georgia ist mit 1,550,000 Dollars in Gold- ffaub von Aspinwall in New-Dork eingetroffen. Kliscellen. — Ein nachahtnenswerihes Verbot ist in Freiburg i. d. Schweiz erlassen worden; daß nemlicb Kinder unter 16 Jahren nicht Talck rauchen sollen. Ebenso sollen die Eltern den Kindern keine Femv zeuge überlassen. richte vor, nach Denen die Lage der nach den Plantagen der Br», lianischen Pflanzer verlockten Deutschen keinesweges befriedige« ist. Die auf der Plantage Martin de Sa befindlichen schildern ihn Lage als verzweiflungsvoll, klagen bitter, daß ihnen nichts von dem was ihnen versprochen, gehalten werde, und sie auch bei Gericht' nicht Recht bekommen könnten und versichern, daß sie in der Hfi-z Math Alle ihr Brod gehabt hätten und nur durch „große Vorspiegelung in öffentlichen Blättern" durch die bekannten Werbe-Agenlen Fröbel und Valentin (welche bekanntlich auch die mit der „America" ' nach Brasilien gesandten und in Rio de Janeiro auf öffentlich« Markte ausgebotenen Auswanderer angeworben haben!) zu ihr« jetzt bitter bereuten Schritte verlockt worren seien. Auf einer ancern Plantage, Der des Visconde de Baependi, sind nach dem eigenen Berichte dieses Pflanzers unter seinen 178 Deutschen Plant,igen-Ar- beitern in Den ersten sieben Monaten 193 Krankhelts- und |Q — Dieser Tage wurde im Schlosse Weichs bei Regensburg o(i Wegnahme einer Kellerinauer eine rostige eiserne Thüre und 6« Oeffnung derselben ein bis Dato unbekannter Keller aufgefunDen. Der Keller enthielt einige Fässer Wein, Der, wie nach Dem angelegten Weinstein zu schließen ist, ein sehr hohes Alter hat. 6in|"in>(ito , und bis zur Ermittelung Des Cigcntbuiusrechtcs ist der Fund untiIT.. 0 . et »c M 39 Mal, noch immer fort?" i muß meine nach- i. v. Sckwßj i nicht Tabak , keine gcurt» egensburg bä jure und bii aufgefuntien. Dem angelegt Einstweilm r Fund unter' lassen, weil Sie es verlangen, hoffe Sie aber ein anderes günstiger gegen mich gestimmt wieder zu sehe»." „Verstehen Sie mich recht, mein Herr! Dieser Besuch der letzte fein ; ich warne Sie hiermit, Denn Sie würden Thüre geschlossen stnden, wenn Sie meiner Forderung nicht kommen wollten " Harry Dinwiddir's Brautwerbung. Eine amerikanische Erzählung. — Mitgetheilt von 31. 3***. „Daun mögen die Folgen auf Ihr eigenes Haupt fallen, Madame, beim ich werde auf Ihrer Haustreppe sterben. Ich werde keine unehrlichen Mittel gebrauchen, um Fräulein Clifton zu sehen, und ihr Jawort zu erhalten, aber ich werDe forifahren, wie ich begonnen , und werde meinen Vorsatz nur mit meinem Leben aufgeben." Nur zu wahr! Den nächsten Morgen wurde ich nicht einmal bis in die Hausflur gelassen; ich wählte Daher einen Platz auf der Haustreppe, der durch eine herrliche Lebenseiche tbeilweise beschattet wurde. Als ich hier nnwillkührlich Den großen alten Baum betrachtete, fielen mir die langen Fahnen von grauem Moos auf, die von seinen Aesten hingen unb wunderte mich, dieselben nicht schon früher bemerkt zu haben. Durch das geringste Lüftchen bewegt, und einen herrlichen Kontrast gegen diese frischen grünen Blätter bilbend, erscheinen diese Locken eines schmarozzerischen Gewächses äußerst pittoresk; sie gedeihen jedoch nur in feuchten Gegenden, in denen daher auch Die gefährlichen Fieber keine Seltenheit sind. (Schluß folgt.) Ihrer Tocbler aufzugeben; mein ganzes LebenSglück hängt ja von der Erfüllung dieses Wunsches ab. — Ich werde Sie jetzt ver- en Der Bra» ö befriedige» schildern iljri chts von dem, > bei Gericht t in der Hej: roße Vorspie, Verbe-Ägenten der „America» f öffentlich« ; D zu ihren einer ander» dem eigenen ßlant.igen:’ilv: ils- und 10 ndheitszustand > sein! Von roßen Grund- man latiiuf rbeiier haben, Freiheit wü- anzers halten hlr.) verdient :rug aber 20 l Reis (160 et man nun R. (— circ« nach Abrech- ergrvßerl. (pro Familie iir Kleidun', i dem obigen fe n s i n d. Provinz EP der CentrL sch en Pronin; ieselbe ist von Die berüchtigte Den Coloni- >r Der Caionie ter, über den nur mit der tn Reitweg, gemacht. (Fortsetzung.) Arn dritten Morgen erschien ich zur selben Stunde, der Einwurde mir aber verweigert, da Die Damen beschäftigt seien. „Sagen Sie Mad. Clifton, antwortete ich, daß ich mii'8 nicht eßen lassen wolle, so lange zu warten, bis es ihr genehm mich zu empfangen." Ich nahm darauf einen Sitz in der lur; ie offene Thüre gewährte eine herrliche Aussicht, und »genehmes Lüftchen drang aus Dem Garten herein, gefüllt mit östlichsten Duste der Orangen-Blstthen und Jasminen. Der Kußboden, das schattige Licht, der bequeme Armsessel und ein , welches ich aus der Tasche zog, ließen mir den Morgen ch angenehm vorübergehen, und als die gewohnte Zeit kam, ich zum Mittagessen rief, verließ ich mit Bedauern den Platz. Den folgenden Tag versuchte ich abermals Zutritt zu bekom- aber es erfolgte gar keine Antwort auf 'mein Schellen. Die lfreundliche Thüre war taub gegen mein Klopfen und so ent- ich mich endlich auf der Treppe Platz zu nehmen. — Die Mlsitze war unausstehlich, kein Wölkchen zeigte sich am Himmel s kam mir fast vor, als ob mir das Herz im Busen kochte, whngeachtet blieb ich auf meinem Posten, bis sich die Sonne allinählig zu neigen begann. !ags darauf, in einen dünnen Rock gekleidet und mit einem schirme bewaffnet, wiederholte ich meinen Versuch, Einlaß zu »en, und zu meinem Erstaunen fand ich dir Thüre offen, »eine Erkundigung erfuhr ich, daß die Damen ab gereift, nicht wohin tte sich gewendet. Was nun ftjun? - - Auch ich reifte .ehrte aber schon nach einigen Tagen zurück und erfuhr zu ' großen Freude die Anwesenheit der Mav. und Fräul. Clifton. uf mein Gesuch um Audienz, ward mir diese auch wirklich igt, und die Frau Mama empfing mich mit den Worten ; um, mein Herr! setzen Sie dieses Ihörichte und unedle Be- Was gicbt es Neues? — Eine in Frankfurt eingelaufene letegr. Depesche meldet aus Con- stantinopel, 12. Sept.: „Eine Dep u tation d er U l ema's (rechtsgelehrte Ausleger des Korans), die heute dem Sultan ihre Aufwartung machte, stellte Sr. Hoheit die Wahl zwischen einer an Rußland zu erlassenden Kriegs-Erklärung oder seiner Thronentsagung. Die Frist zu dieser Erklärung wurde dem Sultan bis zum Beginne des Vairamfestes (am 13.) festgestellt. — Im Bahnhof zu Bockenheim hat ein Mann das Unglück gehabt, unter die Loeomolive zu komtnen, die ihm im Nu Den Kopf vom Rumpfe trennte. — Das nass. Ministerium bat beschlossen, einen ofsteiellen technischen Plan zum Bau der Lahneisenbahn anzufertigen. — Am 18. d. M. brannten in dem Orte Finten, eine Stunde von Mainz, 40 Häuser ab. Die Leute waren alle auf dem Felde und stehen nun ohne Obdach unb Habe ba. — Ebenso brannten kurz vorher in bem nahegelegenen Orte Hechtsheim einige Häuser ab. — In Gotha ließen sich zwei Mädchen schon seit mehreren Jahren beikomnren, ber Welt vorzulügeu, sie litten am s. g. Veitstänze, ja, sie hatten sogar Aerzte angeführt unb Zeugnisse erhalten, auf welche hin vielseitige Gaben stoffen, womit bie Kinder unb deren lüberlichet, fauler Vater sich gütlich thaten. Jetzt, int Spital, hat man bie wahre Sachlage entdeckt unb ist die Polizei eingeschritten. — Im Hamm wurde am 19. b. ein Taglöhner enthauptet, der seine in gesegneten Umständen sich befindende Ehefrau im Bett erwürgt hatte. — In Berlin nimmt bie Cholera überhand. Oft kommt der Krankheitsanfall unb Tod ganz schnell nacheinander. Ganze Familien find schon Opfer der Seuche geworden. So der zum Frankfurter Parlament abgeordnete Obristlieutenant Teichert, nebst Frau „Entschuldigen Sie, Madame, nicht ich, sondern Sie sind l. Ich kam hierher mit einem Vorhaben, das ich Ihnen offen alte; ich machte bie ehrenhaftesten Ansprüche auf die Hand Achter. Nicht gewöhnt, einmal gefaßte Pläne unb Vorsätze Hk aufzugeben, wird auch jetzt nichts auf der Welt mich vertu können, meine Pläne fallen zu lassen, bis alle Mittel zur hung meines Zweckes erschöpft sind. Sie sind ungerecht gegen denn Sie geben sich nicht einmal die Mühe, meine Ansprüche zu prüfen, mir nicht bie geringste Gelegenheit, dieselben in eter Wehe vorzutragen. Ebenso erlauben Sie mir nicht eins Sräulein Clifton zu fehen, wodurch es mir unmöglich gemacht l'rc ®u|tfi zu erwerben. Ich will mich gerne Ihren etwaigen •gütigen, sowie jeder Prüfung unterwerfen, welche Sie für inbcn sollten." "öch habe Ihnen keinerlei Bedingungen zu stellen, mein Herr! v"iange, daß Sie von Ihrem Vorhaben gänzlich „Dies ist Vorurtheil, Madame!" »Aber ich bestehe darauf, daß Sie diese wilde Verfolgung Tochter von nun an aufgeben, daß Sie mein Haus verlassen «men weiteren Versuch machen, dasselbe wieder zu betreten." " abame, es ist mir unmöglich, die Hoffnung auf bie Hand 78 ncn umsonst aufzunehmen, Niemand Gebrauch macht! Deutsche Einwanderer," ebenfalls in Rio de Janeiro, ig g lächelnd dringend zu wünschen, daß die Eintracht unter den dortigen $r B an meine daß gerade der Central-Verein siliens sind. teil zu sein. dir die Ver Granada hat der Central-Verein durch das.it Aus Neu- . "rden. heir cicllfr aus Neu-Granada als Einwanderungs-Land für • 6tnn er lie! l^l^'.dePhrasen) Auswanderer einzugehen. Druck unß Verlag der (8. D. Vrühl'schen Buch» und Sreiudruckerei. it nur imr Iter vierte - p, und id tzSluft sehnt ihen einer 11 eine solch 11 von der fie verschmac |iu8 einem sichtiger Tu ivtib eine p «13 einmal i, woraus noch Lust stürzte. — lieber Marseille daß in Constantinopel Anlehen kam nicht zu Niemand Geld hergeben Wo konnte daß ich unb Nach einige « unterstützt m,in guter "c anterii meü von grammatikalischen und orthographischen Fehlern uni j auf einer so niedrigen Stufe, daß die Gesammtheit der dortigen 9 fchen cs desavouirt, und selbst von der Offerte des Blattes, 3nitiL — « mien verschi scheu nicht durch solche Federkriege gestört werde. Was die Brasilianischen Zeitungen anbetriff', io nt(: t die beiden Regicrungs - Organe Diario und Jornal de Gone jj, und eil Korrespondenzen aus Hamburg und Berlin auf, welche größüch ^Vorhangek gegen den hiesigen Central-Verein gerichtet sind, indeß von Ä1" ltgen Unwahrheiten wimmeln, so z. 33. : daß die Berich» Central-Vereins nur in Einem, von ihm bezahlten, W Zeiten Deutschen hervorgelangen, zeigt aber leider schon in den erst-nM^ theilhafti nttrn die Deutsche Uneinigkeit. Der vortrefflich motivirle auj:( t eines dortigen angesehenen Deutschen, auch in Rio de Santmi f][ ^anJn Deutsche Gesellschaft zum Schutz der Deutschen zu bilden, a[g 6cr jch wie solche in den Hafenstädten der Nordamerikanischen Uni« jjtzxu hen, hat die heftige Entgegnung eines andern Deutschen • er(f_ rufen, der solche Gesellschaft für ganz überflüssig findet uni ri (inig( die Deutsche Gesellschaft zu New-Kork eine Reihe längst wMft i|urn t Beschuldigungen und sogar die coioffale Unwahrheit vorbriiigkN ^ju. M selbe zahle, anstatt die armen Cinwandeier zu unterstütz n, r Vice-Präsidenten ein jährliches Gehalt von 4000 Doll.! Al .N 40 (Schluß.) So saß ich bret Tage lang auf dieser gefühllosen Steintreppe. (j lächelnd über Vie Gunst, die sie genossen und deren ich >en dorugni $i «ich eine pechschwarze Hanv ein kühler Trunk herausgereicht >etriffi, so ch trug Sie in das Vie Bericht zahlten, $li« ßetten auf meinem Posten, aber ich erinnere mich, daß he» alle aus viel hei ven Annehmlichkeiten meiner Heimath welche seines t verfechten verschmachtende Brust auch noch verbrennen zu wollen schien. bezahlten wußtlos sank ich nieder. ren Freunde n Hamburg« ^iiie solche Größe und Stellung erhalten, vaß ich endlich VerwaltunMll von der „roihen runden Sonne" befreit werden möchte, die »13 einmal hörte ich die grünen Fenster-Rouleaur über mir i, woraus ich Interesse für meine Person schließen zu dürfen „Sie wissen, ich kann Reden halten, Madame, sagte ich, kontmen Sic nach mich krank zu machen; eine plötzliche Dunkelheit trat vor Augen, es entstund ein starkes Brausen in meinen Ohren, nicht hierher ohne Scipio, indem er seinen rechten Fuß Crlaubniß ?" sich seiner ganzen und Arm in eine jtil gegeben faiigene enti ii nur immer denken läßt. ber vierte Tag begann seinen Lauf wie seine Vorgänger. Ich Mild) einigen Wochen kehrte mir die Besinnung wieder; ich Fittich noch sehr leidend, genoß aber guter Pflege. Mein eigener durch eine! >es „S ch i ml lio de Janeiss ch gegen densf !and einen ftigfnt, wie,l i zeigt. Es - Fehlern und! der dortigen s Blattes, 3niti also krank, und was thatest du? „WaS ich lhat? Ich hob Sie auf und nächste Haus." „Doch brachtest du mich „Master Harry", sagte Länge nach aufnchtete, und rednerische Stellung brachte, so gut wie Henry Patrick. - in durch das^ ■n Finanz-K gerichtetes S? vie Wichäct'i n Staate W ing vorha« Land für (Schluß rtions-SWi Mch war ungewöhnlich niedergeschlagen unv begann selbst all- vollkomn« iH'j an meinem Erfolg zu zweifeln. Die Vögel auf den Bäumen die ausfW'Ieuszuhöhnen. Der Glanz der Sonne, der sich über die rein- schen (SoloniW Spazierwege und über das schmucke Gartengeländer breitete, tttr die Vergangenheit etwas klarer wurde, anstng neugierig 'erben. Wo konnte ich sein? War es möglich, daß ich zu Hause sein doß ich unbewußt so weit gebracht werden konnte? Nach einiger Zeit war ich so weit hergestellt, daß ich, durch " unterstützt, aufrecht sitzen konnte. Ich verlangte nach Luft Mein guter Scipio (Scipio Africanus, wie er sich gerne nennen bmn er liebte, wie die meisten seines Stammes, breite, hoch- "de Phrasen) öffnete die Vorhänge. Der klare, blaue Himmel! — mit welchem Vergnügen betrachtete ich ihn! Doch was mußte ich sehen? Jenen mit grauem Moos umschlungenen Baum, den ich so lange betrachtete, bis mir jedes Blatt daraus bekannt wurde!? Das Herz wollte mir zerspringen. Es konnte kein Zweifel mehr sein: ich war in der Festung, die ich so lange belagerte. Dieß war genug. Ich legte mich ruhig zurück, fragte nicht weiter fonvern wollte die Entwickelung geduldig abwarten. Nicht lange hielt ich es aber so aus. Die Neugier wollte ihre Befriedigung haben. „Nun, Scipio, gib mir eine umständliche und deutliche Erklärung : wie kamst du hierher?" „Nun, wenn es Master Harry nicht zu sehr angreift, will ich es thun. Als Sie länger wie gewöhnlich von Hause weg waren, wurde Ihre Schwester unruhig. Sie frug mich: „„Scipio, wo ist dein Herr?"" worauf ich aber keine Antwort wußte, da Sie bei ihrem Weggehen blos befahlen : „„Schickt die Briefe nach C., oder nach S., oder wieder nach C."" — Da nun Mistreß immer besorgter und Miß Winnie immer ängstlicher um ihren Bruder wurde, machte ich mich auf, um Sie zu suchen. Meine Ahnung, daß Sie krank sein müßten, sanv ich leiver bestätigt, und kam noch zu rechter Zeit, um Sie zu pflegen, denn weiße Menschen können nicht viel ertragen." „Schon gut, lassen wir diese Kleinigkeiten. Du fandst mich Harry Dinwih-i?s Drautmerbung. Sine amerikanische Erzählung. — Mitgetheilt.von A. 3***- Alt - Virginicn. Werden wir fragen, woher sie kommen oder wer sie sind? Nein, Madame, wir wissen zu gut, was dem Fremden gebührt. Unsere gastfreundlichen Thore stehen immer offen. Ait- Virginien wird oft das Land der Gastfreundschaft genannt, und zwar mit Recht! Kommen Sie zu meines Masters Verwandtschaft; sehen Sie, ob Sie von der Thüre der Dinwiddie's oder Leighton's zurückgewiesen werden." Wie, was? Dinwiddie's und Leighton's? fragte die Lady, hier hat allerdings ein Jrrthnm stattgefunden. „Ich weiß nicht mehr recht, wie es war, Master Harry, aber Sie schienen auf einmal ein Verwandter von ihr geworden zu sein. Nun, Sie können vielleicht eines Tages sehr nahe mit ihr verwandt werden, Sie können, Master Harry, und dann können Sie vielleicht wieder nicht. Weiße Menschen sind sehr unzuverlässig." Thatsache war, daß Mad. Cliston einen Grund angeben zu können wünschte, weßhalb sie die frühere Strenge gegen mich nicht mehr walten ließ, und sie fand ihn unerwarteter Weise darin, daß meine Mutter — Winifrev Leighlon — eine Schulfreundin von ihr gewesen. Weniger vorurthcilsvoll, würde sie meine Ansprüche anerkannt haben, denn der Name Harry Dinwiddie wurde ihrem für mich verschlossenen Ohre oft genug wiederholt. Ich habe ihr jedoch dieses Alles vergeben, nachdem sie das große Unrecht, welches sie an mir gethan, so gänzlich wieder gut zu machen suchte. Sie erneuerte die alte Familienbekanntschaft und willigte zuletzt in die Heirath ihrer Tochter. Sie ging sogar so weit, daß ich ihr das Versprechen geben mußte, sie mit meinem geliebten Weibe, Margareth Dinwiddie, alljährlich zu besuchen, und die Weihnachten bet ihr zuzubringen. Ich habe dieses Versprechen welche feint/1, und ich mich nicht wenig nach ihrer reinen und kühlen MtttheilunLE Must sehnte. Ich betrachtete mit Aufmerksamkeit das Zusam- -Residenten Ä,hen einer leichten und flockigen Wolke, in der Hoffnung, sie nol de Comm,|, „Nb einmal hörte ich neben mir das Rauschen eines sei- oelche größüich ।Borhanges und entdeckte dahinter das himmlischste Gesicht, indeß von b'tlii em Central-Etter und sogar mein Milchbruder von ziemlich schwarzer Farbe rrn Hesse butJl1 meine treuen und aufmerksamen Wärter. Um mich herum , ost Colonn^Es, unter vielen andern Gegenständen, auch meine eigenen sollte. 914t11 > die leichten Speisen und kühlenden Getränke, welche mir rangement flf wurden, waren ebenso zubereitet, wie ich sie zu Hause 'int war. Doch stellte ich keine einzige Frage, obgleich ich, n den erfhn’Jh (t t^j^aftig werden sollte. Wenn sie zurück kamen, stund notivtue $0$ ,fler duf, verbeugte mich abermals, stets lächelnd und höflich, o de Jamm ti (n Damen in den Wagen wie ein ächter virginischer Gentle- u bilden, «M 6er ich mich fühlte, wenn ich gleich auf dieser einfältigen fd)en Unm ^HUppe sitzen mußte, die meinen Rang anzuerkennen sich beharr- Veuttchen Ihijk ,(igcrt<_ finbet um??« jacf; klingen Anzeichen zu urtheilen, glaubte ich bei einzelnen längfl n’Mtft ,ncl.n Hauses nicht ohne Mitleid und Theilnahme geblie- eit voi bringt: l». Mohr als einmal fiel ein trüber und theilnehmender Mteistiitz n, M,us einem anständigen schwarzen Gesichte auf mich, welches 0 Doll.! Elf ichtiger Turban begränzte; mehr als einmal wurde mir heim- niactit. 3) , n verschiedene Besuche; ich erhob und verbeugte mich, weh- Janciro, iS - 80 Süd-Jcarieir, Begriff, es auch in diesem Jahre I seine Absickt kundgegeben, unter Dem Namen blühender und kräftiger Kinder, | solche Kolonie -zu gründen! Aus Australien ist dem Central-Verein ein ausfiibtj (Schluß.) Derselbe Hal 217 Personen nach Am, einer größeren Anzahl Rath und Belehn für die Bibliothek sind dem Central-Bn Zweig-Vereins des rung in Karlsruhe, befördert und außerdem angedeihen lasten. An Geschenken Berlin, den 24. August. In Venezuela Lauert der Bürgerkrieg fort. Die Stadt Curnana war stark von einem Erdbeben beimgesucht worden. Von einem Herrn Allhusen in Kiel wird Venezuela für besonders geeignet erachtet, eine communistische Colo- Bericht des Herrn Reimer zu Adelaide zugegangen, für d-ssin sonderen Abdruck Sorge getragen werden soll. Im Allgewi spricht sich der Berichterstatter dabin aus, daß gegenwäriiz den fieberhaften Zuständen der Gold.Provinzen Australiens t Niederlassung in Süd-Australien derjenigen in Victoria oder« mehr in Neu-Süd-Wales vorzuziehen sei. Außerdem sind mehrere Mittheilungcn von Behörden unlij einen einge angen; untersetzteren der Jahresbericht des Bad ist National-Vercins für Deutsche Ausimt treulich gehalten und bin eben im i ju erfüllen. Ein halbes Dutzend blühender . „ bie uns Der Himmel seitdem geschenkt, sind bereits einige Tage früher auf weniger beschwerlichem Wege unter der Obhut und Leitung des Scipio Africanus abgereist und ich hoffe, morgen in S. mit ihnen zusammen zu treffen. Scipio würde auf's Tiefste verletzt werden, wenn eine dieser jährlichen Wanderungen unternommen würde, ohne raß er dabei auf dem Kutschersitz erschiene. Es ist sein größtes Vergnügen, wenn er sich seiner eigenen Großthaten rühmen darf, und deßhalb gefällt er sich besonders in einer Erzählung, die davon handelt, daß sein Master Harry, einstens auf eine Hirschjagd ging, habe dort zwar ein recht hübsches frisches Wild aufgeschreckl, war aber nicht im Stande, es zu erlegen, „bis der schwarze Scipio mit seiner mächtigen Hülfe gekommen sei." nif a la Cabet einzurickten, und derselbe hat dem Centrat-Verein wilden Völk-rsiämme icbckdeite. Druck unb Verlag der (5). D. Vrühl' scheu Buch« und Steiudruckerei. zugesandt worden: 1) „Dies Buch gehört dem Auswanderer," otalygi für Auswanderer nach Nord-Amerika u. s. w., von 6i Schmidt, Secretair im Amerikanischen Consulat in Leip Vetla., bei Otto Wiegand. Ein ganz vortreffliches Buch, welches dem Auswanderer ' gelegentlich empfohlen werden kann. Außer den vielen prakt« । Nachweisen für die betreffenden Einwanderungs-Länder werden i. die allgemeinen Fragen über Auswanderung kurz und faßlich «I handelt, und, was besonders lobend anzuerkennen ist, auch di- L eine und Bureaur, welche Rath und Belehrung an die Aus« rer ertbeilen, zum Gegenstände ausführlicher Besprechung M» 2) „Die Colonie Dona Francisca in Süd-BraM von Theodor Rodowicz-Os wiecinisk». , ■ Nach einer von vielem Studium und praktischer Erfaft zeugenden und sehr belehrenden Einleitung über die Auswanderft- und Colonisationsfrage im Allgemeinen und über Die GinnÄ' von Colonieen ins BesotiDere folgt in dem Buche die G-ickiHi Eolonie Dona Francisca von ihrer Gründung bis zum Auzwi wo der Verfasser sie wieder verließ. Die Erzählung umfaßt |o gerade die schwerste Zeit der Colonie und äußert sich auch «,! über die mancherlei Fehler und Mißgriffe, welche damals votgäl men sind. Schließlich stellt der Versaffer Der Colonie ein gM Prognostikon und spricht die Absicht aus, selbst wieder Dorthin rück-ukehren. Das Buch gewährt vielfaches Interesse. 3) „Ein Jahresbericht der Eni igrant en-C ommilsi von New-V ork," mitgetheilt und beleuchtet von M-b Eine sckarfe und lebhaft- Kritik der Emigranten-Comml (nicht identisch mit Der Deutschen Gesellschaft) zu N-w-SoM man in den meisten Punkten leider Recht geben muß, D,c 1 Was giebt es Neues? __ In Würzburg ist ein Regierungs-Hausmeister, welcher schon 75 Dienstjahre zählt und noch immer actio und rüstig ist. Mit 11 Jahren wurde er Soldat. — In München finden nächster Zeit zwei Hinrichtungen statt: an einem Bruder- und an einem Schwestermörder. __ In dem bayer. Städtchen Orb zündete dieser Tage ein Mann in seiner Wohnung ein Quantum Pulver an, in der Abficht, Fliegen zu tödten. Unglücklicherweise kam ein 3 jähriges Nachbarskind dazu, dem das Feuerwerk so zusetzte, daß es nach 4 tägigen gräßlichen Schmerzen starb. _ __ Am 26. Septbr. wurde ein zu Berg fahrendes Schleppboot in Cöln angehalten und bewacht, weil von Düsseldorf telegraphirt wurde, einer der Schiffer sei an der Cholera gestorben. _ Tie Qua- rontaine dauerte aber nicht lange, denn das Boot durste am folgenden Tage schon sein- Fahrt wieder sortsetzen. _ Ein schreckliches Unglück bat den b-i Schweinfurt gelegenen Ort Schonungen h-irngemcht. Eine Feuersbrunst verheerte das ganze Dorf. Von 104 Häusern blieben nur zwei verschont! Siebenhundert Menschen sind obdach-, der Jammer grenzenlos, Hülfe dringend nöthig. Siebzehn Personen, worunter eine Wöchnerin samml Kind, sollen beim Einsturz der Kirche umgekommen sein. Ueber die Entstehung des Feuers ist noch nichts Näheres bekannt. __ Man schreibt aus Dresden den 24. Septbr. Gestern haben sich in der Mittagszeit zwei Engländer auf der Festung Königstein herumführen lassen. Während der ältere mit dem führenden Wachtmeister einige Schritte voraus ist, führt d-r jüngere hinter dem Rücken Beider den verzweifelten Entschluß ans, sich nach gewaltigem Anlauf über die Brustwehr der Festung in die Tiefe hinabzustürzen. Der zerschmetterte Leichnam des jungen Mannes ist einstweilen in den Manern der Festung aufbewahrt. Gründe zur Thal sind nicht bekannt. — Die besten Geschäfte machen in Kalifornien di- Buchdrucker, denn im letzten Jahre nahmen die Druckkosten für Regierungssachen über die Hälfte der ganze» Staatseinkünfte weg, nämlich 218,547 Piaster. Nachrichten aus dem Gebiete der Staats- und Volksmirthschaft. Beherzigung verdient. • . , J 4) „Compas für Auswanderer nach den Vereinig Staaken," von Ed. P e l z. Ist fckon in der Sitzung vom 15. April c. besprech • I Nach dem Geschäftsberichte stellte aus der Versammlung Dr. D-necke an den Vorsitzenden die Anfrage, m weck sich die Angelegenheit der Verbindungsstraßen auf denk scheu Isthmus zwischen dem Atlantischen und Stillen ^cea worauf der Vorsitzende einen Abriß der Geschichte un wichtigen Zustandes der fünf hauptsäcklicksien V-rbiNdungvs Sodann erhielt Herr Director Ker st, das Wort zu ein trage über die Ureinwohner am Mucury im südlichen . Provinz Bahia, welcher interessante Ausschluss- über die Behandlung der Ureinwohner Seitens der Braitliamscke» M gab und in anziehender Weise das L-b-n und die Stt l - ------- - ■ hiermit wurde die Sitzung g; Es ist Phrase, das Men. Oht «antik überl jii können, M-derne 2 mb ein he ib-int im 6 tthen Feuer ils ein Paa im Lenker chielt doch ttvorragend sthrhundertt And dock jtlange uni ilektrisck Di« licht roman dienstbar fei zu fliegt lic mit der un, wenn c„ i kann Eu knstürzen e 118 Reißen Ihr kl« iijaft verlor« staft im ®i dß gerade 1 finem vollen Als? größt •nb zweifüßi Somantif di ngane protc in der Gest« Toiletten an lütten, unb 3hr sp nb um da *tige, aber Iß Ihr aus Mt, als di hten R-ckn feit und da tfer in der Vatter gerne Smug bezahl imen kleinen Acolai mit iecandas un l'ftns und Stabilität, in bitectem I Jß 41. V-Jcarieitj i ansfisiis , für tefjm m AUgmn en iv artig Australiens । toria oben örben uni j 'iS Babist :fcfce Auswit n nach Ami und Belehn Eentral-Bet :er," Rachgi w., von 61 iulat in Lest uStranltm - sieten praktii ter werten i nb fahüch «I t, auch bie S j die Aus« redjung gen» Süd-BraD isch er Erftm Auswanberch Die EinrÄ' Die Geschichi jum AugenI g umfaßt so sich auch 0| amats »otgefi nie ein güiif jeter Dorthin ff'- ... -C ommilfi et von Et. Pt antenißentiiiil i New-Norts ip, unt Die i> . Bereinig! besprochen- | erfanuntung < in welch« l r ttm Anulik en Ocean bti« ■ unt des zt dungsstraft" rt zu einei"' ttichen Th-flt lber bie WM mischen £We' Die Sitte" Beilage. Der Dahnwärter. Novelle. L Es iss eine stehend gewordene und gedankenlos hingenommene bhrase, daß die Eisenbahnen die Romantik des Reisens zerstört Men. Ohne uns auf Untersuchungen über das Wesen der Ro- ,antik überhaupt einzulaffen, glauben wir doch getrost behaupten jii können, daß die zarte holde Fee nicht gerade unumgänglich «lblederne Jnerpressibles tragen, in plumpen Reitstiefeln stecken int) ein heiser gewordenes Blechinstrument blasen müsse. Uns cheint im Gegentheil das Locomotiv-Ungeheuer, wenn es mit seinen »then Feueraugen durch die Nacht braust, bei weitem romantischer, ite ein Paar magere abgetriebene Postgäule von ihrem schlaftrunke- ten Lenker dem Antriebe der eigenen Stallsehnsucht überlassen, spielt doch bie Fee der Schnelligkeit in allen Zaubetmährchen eine Kvorragende Rolle, und hat doch die gewaltige Erfindung unseres sthrhunderts diese Zaubermährchen zu vorgeahnter Wahrheit gemacht, sind doch die Eisenbahnen die Ringe einer fabelhaften Riejen- jtlange und ist doch der Telegraphendraht, der neben denselben iektrisch die Lust durchzittert, der Bruder des Blitzes. Ist eS licht romantisch, eine Naturkraft, ein wildes zügelloses Element ff) dienstbar gemacht zu haben und von Salamandern gezogen da- h zu fliegen? Ihr bedauert die kleinen Unfälle und Abenteuer, he mit der antediluvianischen Art des Reisens verbunden wären; wn, wenn Ihr so gefahrsüchtig und nicht gar so ungenügsam seid, X kann Euch wahrhaftig das Springen eines Kessels oier das knstürzen eines Tunnels für das Brechen eines Wagenrades od?r W Reißen einer Hemmschuhkette hinlänglichen Ersatz gewähren. Ihr klagt, daß auf einer Eisenbahnreise das Detail der Land- ihast verloren gehe, aber Ihr gesteht doch zu, daß Euch die Land- ihaft im Ganzen und Großen bleibe, ja es ist fogar ausgemacht, itß gerade durch den Mangel des Details der Eindruck erst zu mein vollen ungeschwächten wird. Was verliert Ihr an den De- tiils? größtentheilS sehr wenig; einige mit verschiedenartigem vier- mb zweifüßigen Gethier bevölkerte Bauernhöfe, gegen deren bitetolische Romantik die von Pfützen und Düngerhaufen beleidigten Geruchs- ngane protestiren. Ihr verliert die derbe Natürlichkeit, die sich Euch in der Gestalt von bettelnden Kindern in mehr als vernachlässigten Toiletten an die Wagenräder hängt; dafür gewinnt Ihr aber den lüuen, unbestimmten, echt romantischen Duft der Ferne. Ihr sprecht vom Volksleben, das Ihr auf Wagenreifen fhtbirt, ®b um das Euch der feuerfprühende Dämon der Lokomotive belüge, aber wenn Ihr aufrichtig sein wollt, so müßt Ihr gestehen, üß Ihr aus Postreisen vom Volksleben wenig mehr kennen gelernt Mt, als die unorthographischen Speisezettel und die doppelt g.krei- üien Rechnungen Der Einkehrwirthshäuser. Wenn Ihr vielleicht iiir und da die rothe volle Wange einer drallen Kellnerin gekneipt «ter in der Schenke ein Paar Worte mit einem alten weißhaarigen Äiuer gewechselt habt, so müßt Ihr dieses Volksstndium thetter jmug bezahlen, vielleicht mit einer schlaflosen Nacht in einem von inten kleinen Geschöpfen bevölkerten Bette, von denen der gute alte Mcolai mit so großem Unrechte glaubte, daß sie nur die italienischen Wandas unsicher machen. AlleS Studium, und das des Volks- üdenS und der Volkssttte mehr als irgend ein anderes, bedingt Stabilität, dauernden Aufenthalt, zu dem jede Art des Reisens 111 ^ectem Widerspruche steht. Auf einer Eisenbahnreise dagegen könnt Ihr die verschiedenartigsten Species der großen Gattung Kulturmenschen, wenn auch nicht studiren, doch wenigstens beobachten, die allgemeine moderne Völkerwanderung schlägt um Euch ihre Wellen, Ihr seid mitten brinn in dem neuen Argonautenzug nach bem goldenen Vließe des Glückes, und eine gewisse, wenn auch oberflächliche enevklopädische Bildung heftet sich Euch an, Ihr mögt nun wollen oder nicht. Der Blick, der an einem Tage die Grenzpfähle zweier großen Reiche hinter sich läßt, wird naturgemäß von erweiterter Sehkraft, und der Geist, der sich von der Materie nicht an Schnelligkeit überflügeln lassen will, von rascherer Auffassung. Mit einem Worte, die Eisenbahnen vertreten die moderne Romantik, bie Romantik des Allgemeinen. ; Und nun erst das ganze Heer der dienenden Geister dieses Feuerkultus. Wollt Ihr den stolzen dampfgeschwärzten Heizer, der auf feiner Maschine steht wie Vulkan an der Esse, mit bem Postillon vergleichen, unter dessen Treffenhut bie Schlafmütze hervorguckt? Oder Den flinken weltmännisch und kosmopolitisch gebildeten Con- bucteur, Der im verrätherisch schnellstem Fluge des TrainS geschäftig . von Waggon zu Waggon geht, mit bem Eilwagenführer, ber be- bächtig alle zwei Stunden feine große altmodische silberne Taschenuhr mit dem Stundenpaffe vergleicht, um etwa dem saumseeligeu . Kutscher die überzähligen Minuten von bem Trinkgelde abzuziehen. Und noch haben wir nicht von einer Klaffe dieser dienenden Geister gesprochen, die für die Sicherheit Eurer geraden Gliedmaßen . wichtiger ist als Ingenieur und Zugführer, als Eonducteur und Heizer, als Inspektor und Maschinist, ja sogar als das ganze löb- , litte Direktorium. Seht Ihr dort auf ber Anhöhe bas kleine nette Häuschen, umrankt und halb verborgen von jungen aufstrebenden Weinpstanzungen. Hinter dem ebenerdigen aber solid von Steinen gebauten, mit Blech gedeckten und mit Blitzableiter versehenem Gebäude liegt ein kleiner Obst- und Gemüsegarten und weiter gegen die Berglehne zu ein bescheidener Kartoffelacker. Zwischen den glänzenden Fensterscheiben blühen Reseda und Levkoienstöcke in iroenen Töpfen und auf der Schwelle ber Thüre steht ein jungeS, bürftig aber reinlich gekleidetes Weib, einen Säugling am Arme und einen lebhaften blondlockigen Buben an Der Hand, der dem vorüberfausen- beu Zuge so gern nachsetzen möchte. An dem Rande der Thal- schlucht aber steht der Bahnwächter in strenger, fast militärischer Haltung, die eine Hand falutirenb an der Ledermütze, in der andern eine kleine zweifarbige Fahne, bei Nacht eine Laterne mit gefärbtem Glase erhebend. Ach, es bat ihm Mühe genug gekostet, diese Fahne oder Laterne, das Zeichen, daß bie feiner Obhut an- vertraute Strecke sicher und fahrbar fei, mit gutem Gewissen erheben zu können. Vor ber Ankunft eines jeden Zuges muß er feine Strecke mit ber ängstlichsten Genauigkeit begehen, sei es nun Tag oder Nacht, mag nun bie Sonne ihre senkrechten Strahlen auf ihn herabschicken ober Der Sturm die dichtesten Schneeflocken in das Gesicht wirbeln. Er kennt nur zu gut bie mörderische Bosheit brodloS gewordener Fuhrleute und Wirthshausbesitzer. Ein Stein, ein Balken, der über bem Geleise liegen bliebe, kann Hunberte von Menschenleben kosten und bei Der furchtbaren Verantwortlichkeit, unter ber er steht, wäre ber augenblickliche Verlust seines harten und mühevollen Dienstes noch die geringste Folge eines Versehens oder einer Nachlässigkeit. Und was ist der Lohn dieses angestrengten, gefahrvollen, einsamen und einförmigen Lebens mit feiner erdrückenden Verantwortlichkeit ? Ach! es ist biet so wie überall; die wichtigsten Posten sind nicht die angesehensten und einträglichsten. Ein karger Lohn, 82 «ne noch kärglichere Pension für vaS hohe Aller oder den Fall einer Verkrüppelung tut Dienste, das ist die Gegenwart und Zu- •funft des armen Bahnwächlers, während der Actionär, ohne auch nur sein ileganles Cabinet zu verlassen, die reichen Dividenden «nziehen läßt. Bei so geringer Besoldung liegt es noch überdies in der Natur der Sache, daß der Bahnwächtcr verheirathet sein muß. Die einsame Lage seiitcr oft meilenweit von allem menschlichen Verkehr entlegenen Station, die Unmöglichkeit, auch nur auf Stunden seinen Posten zu verlassen, um sich die nöthigsten Lebensbedürfnisse zu verschaffen, machen ihm eine Gefährtin unentbehrlich. Wer sollte Haus und Küche besorgen, wer sollte Feld und Garten bestellen, deren Ertrag ein Theil seines geringen Einkommens ist? Mit wem endlich sollte er in den seltenen Stunden der Erholung ein Gefühl, einen Gedanken, ein Wort auslauschen, um .seine Menschlichkeit zu wahren vor den Dämonen, die die Einsamkeit auf denjenigen hetzt, der ihr nicht große geistige Kraft, mächtige Bildung, berauschende Erinnerungen oder glänzende Zukunststräumc entgegensetzen kann, vor den Dämonen der Verlhnrung, res Stumpf- sinnes und deS Wahnwitzes. Trotz allen den aufgezählten Beschwerden dieses Dienstes, trotz den geringen Vortheilen, die er «bietet, rekruiirt sich deiselbe nichtsdestoweniger aus beinahe allen Ständen der Gesellschaft, die sogenannten gebildeten durchaus nicht ausgenommen. Schiffbrüchige aus allen Lebensstellungen haben sich schon an solch ein niederes Bahnwächterbäuschen als ihr letztes Reltungsbrelt geklammert. Die Dichtung wird nie so große Wechselfälle des Schicksals erfinden können, alö das Leben sie täglich dar- bietet, und ein Blick in die Register der Direciion, in welchen der frühere Stand aller dieser Leute angegeben ist, bestätigt in erschreckender Weise diese Wahrheit. (Fortsetzung folgt.) Was grebt es Neues? — Am Mittwoch den 5. d. M. „ früh um 7 Uhr, wurden im Gefängnißhofe zu Darmstadt die Ehefrau Vogt und deren Sohn von Seckmauern, weiche die alte Frau, Namens Raups ermordeten, Hingerichtet. — Auf dem Schloßberg bei Freiburg i. B. versuchte vorgestern ein Elsäffer einen Selbstmord. Er schoß sich mit einem Terzerol «ne Kugel von oben in den Kopf, die wohl durch die Hirnschale drang, aber das Gehirn nicht erreichte. Erst nach mehreren Stunden fand man den Unglücklichen, der jetzt im Spiial seiner Wiederherstellung enkgegcngehl. — Vor Kurzem sand man bei Hamburg einen Fremden mit zerschmettertem Kopfe auf einer Bank fitzend, die Schußwaffe noch in der Hand haltend. In seiner Brieftasche fand man den Namen : D....1 aus Frankfurt a. M. — Alerandcr von Humboldt feierte am 14. v. Mts. seinen 84. Geburtstag. — In Paris und London glaubt und hofft man noch immer, de» Frieden erhalten zu sehen, während es in der Türkei und den Herzogthümern schon äußerst kriegerisch hergeht. 60,000 Ulema's und Sofli's sollen sich schriftlich verpflichtet haben, Alles daran zu setzen, um den Widerstand der Pforte aufrecht zu erhalten. Dagegen rüsten die Russen noch unausgesetzt, wenn auch in größter Ruhe und Stille. — Lord Westmoreland soll aber in Olmütz einen neuen Entwurf zu einer die Pforte beruhigenden Note vorgelegt haben. — Der „Arader Anz." meldet : Seit ca. 3 Jahren hielt sich in Gvula ein junger, gebildeter und elegant gekleideter Mann auf, P In den ! I f Geschichte Versuche in Olmütz in Betreff einer Note für die Türk, inten das l dieser bestimmte Garantien leistet, wurde entschiede« abgsche Erkundi Es soll noch Hoffnung auf Rettung vorhanden sein, hat als — Husar im ungarischen Jnsurgenlenheer uiit-j Unfc'8 welche wiesen Hnbahnroma Das Bal p Gegenden |1; bewaldete »'m üppig g bit> des rasch It niederen B yes, steht in »dem von d Uwe kunstvo ibloß mit se M Eigenihun fmz, und w : Die Bai iimichfaltigst «bte eine u und die Note selbst verworfen. Der „Pfälzer Zlg." geht folgende telegr. Depesche aus Miinch, über dessen früherem Leben indessen ein gewisses Dunkel lag. uni längst nun fand sich die Polizei bewogen, bei ihn» hauszusuchm und in Folge dessen ihn festzunehmen. Einstweilen in einem Zimm, der Caserne untergebracht, erschießt sich der junge Gefangene int einem dort Vorgefundenen Gewehr und als die Wache herbeieilt uni dem Verwundeten den Rock öffnet, findet sie — ein verkleid^ „Hamb. Nachr." schreiben aus Wien : Lord Westmon — Der Königin Christine von Spanien wurde neulich in Pari eine Dame vorgestellt, welche den llnterlieutenanlsrang und tw quartier abgegangen, doch erwarte man „locale KampfesbeschM kung" (die Beschränkung des Kampfes auf türkisches Gebiets). Im Bosporus liegen 6 englische, 4 französische, 1 sardinische« 1 neapolitanischer, 1 österreichischer und 1 preußischer Kriegsdam pfer. — Koszta soll freigelassen worden sein. Mädchen. Die Daine gefochten ! — Die Kreuz des Ehrenlegion-Ordens hat. Sie diente, als ihr Gatte i dnten nöthic einer Schlacht gefallen war, sieben Jahr an deffen Stelle im Heil ßauen, fort Schwer verwundet wurde sie vor 53 Jahren in das Jnvalwij ich den eins zu : „Die Pforte hat am 23. Sept, alle Bergleichungsvorschläg abgelehnt und am 2 6. an Rußland den Krieg erklärt." — Die „W. 3." schreibt : „Die Pforte läßt keine Schifft bi den Bosporus. — Aus Wien, 5. Oct., meldet der Telegraph: Ein Brüste soeben hier eingetroffenen „Triester Zeitung" aus Constantinos vom 26. Sept, hält den AuSbruch eines Krieges oder doch find Kriegserklärung für wahrscheinlich. Ein Ferman sei nach dein Wannte Brr werden. und — bekommen jetzt pro erzwingen istere felsige liier Anhöhe chienenweg I »rennt; jedr Hütet ausgenommen, jetzt ist sie 82 Jahre alt. K mit freun — Der Ueberschuß von ca. 30 Mill. Dollars im nordamerk jrge und de nischen Staatsschatz soll zum Ankauf der Insel Euba verweWadukten ab — Wieder sind in jenem Goldland neue und äußerst reiche Gck'fetm mit je lager entdeckt worden. Die Gräber liegen aber fortwährend m den Indianern im Streit und Kampf. — In San FranciSci fallen am Hellen Tag und auf den belebtesten Plätzen Mord nnifen zunächs Raub vor. — Die Arbeiter haben gefeiert, um mehr Loh» $1 Mann 8—10 Dollaf (20-25 fl.) täglich. pze vordere i Wir nüi lichter Nr. ; c e l l e. — Es ihn sitzend zu Grabe zu trage» grgiriRch Leichnam die Ehre zu bezeigen kagd in seit aber zum Leben zurück und bewies bei seiner Rückkehr sän kuneraden, ^tt einer Pera, der bekannten Vorstadt »ol eines Papa (Priesters) nach de> sie unverehelicht bleiben wolle, del nach ein X-—- ------ . ob sie sich entschließen wollte, ihre Tage im ehelvieu Ttande , zubringen, weigerte sie sich, ein solches Versprechen zu geben, u der gute Mann wurde auf gewöhnltche Art der stillen Bejaui» zugetragen, die seine letzte fein sollte. Auf dem Druck und Verlag der G. D. 3Ö r ü l) l ’ jcijen Buch- und Strindruckerei. M 4S B e i l a g e. k^l lag. Hu, hauszufuchm einem Zimmi, befangene mi herbeieilt um n »erkleidelei whanden fein, entenhm mit,-' Per Dahnwärter. Novelle. (Fortsetzung.) ,nan»mtz»K -K« ««'" >rd Westmort In den Listen der Direktion fiel uns Nr. 54 auf, bei dessen >r die Türk« dmen das lakonische Wort „Musiker" stand. Wir zogen erfolg- lchiebe« abgifche Erkundigungen ein und wollen hier kurz und ungeschminkt Geschichte dieses Nr. 54 erzählen : es enthält ein gutes Stück aus Münch« ungsvorslbläg , erklä rt." ne Schifft ui Ein Bries Dt Constanlmopes >er doch tinei ch dem Hsnyli lliipsesbeschrais Gebiets). - 1 sardinische, er Kriegsdam ch'enbahnromantik. Das Bahnwächterhäuschen Nr. 54 liegt in einer der reizend- n Gegenden der ganzen Trace. Hohe felsige nur mit Krüppel- sl; bewaldete Berge schließen ein schmales schluchtartiges Thal ein, isen üppig grüne Vegetation noch gehoben wird durch das Silber- lnt> des raschen Gebirgsflusses, der sie durchrauscht. Auf einem r niederen BergplateauS, in dem Mittelpunkte des unteren Höhendes, steht in altes, aber seit Kurzem vollkommen renovirtes Schloß, ;Dtin von dem nahen Stationsorte eine breite mit großem Auf- >nde kunstvoll dem Gebirge abgerungene Straße führt. Dieses Kloß mit seiner mächtigen Facade, der Eisenbabn zugewendel, ist H Eigenihum einer der angesehensten gräflichen Fanillien der Re- stnz, und wird während der Sommermonate von Derselben bewohnt. : Die Vabn bietet auf dieser Strecke die interessantesten und Das schwierige Terrain mnichfaliigsten Abwechselungen dar. ßere felsige Schlucht führt. Das Bahnwächterhäuschen liegt auf mehr Loh» zi I ihr Gat» Maten nölhig. Lange dunkle Tunnels, durch das Innere der Berge Helle im HMßauen, fortwährend von Gerüsten gestützt und schauerlich belebt vas Invalid^ ich den einförmigen Ton des durchsickernden Gebirgswassers wech- mit freundlichen offenen Gallcrien, die sich an der Lehne der i Nordamerika fh-ge und dem Ufer des Flusses hinziehen, oder mit schwindelnden uba verweiMadukten ab, die sich über das Thal wölben. Leicht und luftig ypannte Brücken heben sich über das Wasser, um bald in einen tzen Mord uni (jin zunächst durch die Schlucht, in welcher an dieier Stelle der Kienenweg läuft und dann durch eine sanft aufsteigende Bergwicse ulich in Peri :ang uni baij mfate eine ununterbrochene Reihe der kunstvollsten und kühnsten cst reiche (Mltatm mit jäh m Absturze überzugehen, der seinerseits wieder in eine irlwährend « Sau FranciSc,« Anhöhe, dem herrschaftlichen Schlosse gegenüber, von dem: — 10 Doilas (trennt; jedoch so, daß die Aussicht des Wächterhäuschens die Die hervorragendste Eigenthümlichkeit des Bahnwächters Nr. 54 hichgültigen, weitverbreiteten und allgemeinen, wie sie häufig Leute Nehmen, die irgend einen Grund haben, ihren wirklichen Namen tzverbergen. Schulze, Meier oder Müller zu heißen, ist niemals Mpromiltirend, ja nach dem Ausspruche eines eben so geistvollen en Stande p zu geben, »" Lien Behaust" Lege dahin Eiatt einer jungen freundlichen Frau waltet eine alte mürrilche Üagd in seinem Hause. Schon zwei Jahre ist er angestellt und ich immer führt die alte Gertrud, die nicht minder menschenscheu »d verschlossen als ihr Herr ist, das Hauswesen. Die Menschen- abe zu trägst^ gründlichen französischen Schriftstellers heißt die ganze deutfche vige Frau belUtion fo. b plötzlich w n Lorstadt vo ers) nach ben wolle, iti _ ., jfu und Verschlossenheit, wird dem Bahnwächter von manchen seiner Rückkehr l(llt hiiieret)en, unter denen sich ein dunkles Gerücht einer früheren je die Rothw^^^n^ gesellschaftlichen Stellung verbreitet hat, als Stolz allzu bleibe,, j heil nach, Wh neenigstens in den Augen seiner Genossen, sein lediger Stand, die Frau Mr ) gut je vordere Front des Schlosses beherrscht. Wir müssen nun den Bewohner, dieses Häuschens, den Bahn- lichter Nr. 54, etwas in's Auge fassen. Der Name, der neben »er Nummer in den Registern der Direktion steht, ist einer jener gerechnet, obwohl er sich wieder andererseits bei vorkommender Gelegenheit als gesellig, dienstfertig und theilnahmsvoll bewies. War aber solch' eine Geleaenbeit vorbei, so zog er sich wieder in sein Schweigen uns seine Abgeschlossenheit zurück. Er versah seinen Dienst mit der strengsten pünktlichsten Genauigkeit, mit fast ängstlicher Gewissenhaftigkeit, aber er vermied eben so streng jede nicht unumgänglich nöihige Berührung mit seinen benachbarten Standesgenoffen. Nie sah man ihn in dem Wirthshause des benachbarten Dorfes, nie machte er einen Besuch in den nächstgelegenen Wächterhäuschen, nie empfing er einen solchen in dem eigenen. Seine Kameraden hatten fick nach und nach an seine Art und Weise gewöhnt; die Gleichgültigen sagten, er sei ein Sonderling, den man eben seine Wege gehen lassen müsse; die feindselig Gesinnten murmelten von einem großen Verbrechen, das er früher begangen, und um dessen mögliche Entdeckung zu vermeiden, er allen Umgang mit Menschen abgebrochen habe. " liuudnhie 511« Aber seine Eigenthümlichkeiten beschränkten sich . nicht auf sein Cölibat und seine Menschenfeindlichkeit. Bauern aus der Umgebung, welche zufällig ihr Weg noch spät in der Nacht vor seinem Häuschen vorbeigeführt hatte, behaupteten durch die Spalten der geichloffenen Fensterladen Licht gesehen und eine wunderbare Musik, ein tief wehmüthiges Geigenspiel aus dem Innern des Haukes gehört zu haben, ja einer dieser Leute versicherte sogar, er habe den Bahn- wächter in einer schönen Sommernacht, sehr vornehm städtisch gekleidet, die Violine unter dem Arme, vor der Facade des gräflichen Schlosses auf unt> abgehen sehen. (Fortsetzung folgt.) Was giebt es Neues? __In Frankfurt wird das Malter Aepfel, in Folge großer Zufuhren, schon um 3 ft. verkauft. — Bei Wiesbaden suchte und fand am 9. d. Mts. ein junger, höchst elegant gekleideter Mann leinen Tod. Er erspähte lchon im Läufe des Tages eine Stelle des Bahndamms, um sein Vorhaben in's Werk zu setzen; vom Wärter verjagt, mußte er aber .das Dunkel abwarten und als dann die Locomotive den Train daherzog, legte der Lebensmüde den Kopf auf die Schienen und war im Nu eine Leiche. Aus seinen Papieren erhellt, daß er aus Paris, in Baden-Baden, Homburg und Wiesbaden Hab und Gut verloren und deshalb zu sterben beschlossen habe. — In Rinteln (Curheffen) ist, nach amtlicher Bekanntmachung, die Cholera gänzlich verschwunden. — Bei Bonn wird dieser Tage der Grundstein zu einem Frauenkloster gelegt. Die Schwestern werden sich der Erziehung und dem Unterricht widmen. — Am 8. d. Mts. versuchte man den Berliner Lustgarten mit elektrischem Licht zu erleuchten. Bis jetzt ließ der Erfolg noch manches auszusetzen Übrig und sollen weitere Versuche mit dieser neuen Illumination vorgenommen werden. — Kürzlich wurde in Rottweil (Württemberg) eine kleine Räuberbande — Knaben von 13, 12 und 11 Jahren! — abgeurtheilt. — In Hamburg hat die Polizei dem wucherischen Ptciserhöhen der Kartoffeln Folgendes entgegengesetzt: an jedem Stadtthore^ stehen Polizeioffizianten, welche die Landlente befragen, wie theuer sie ihre Kartoffeln zu verkaufen gedenken, und wer mehr als die stipulirte Taxe will, muß umkehren, die andern aber werden auf den Markt geleitet und überwacht, ob sie auch ihr Gelöbniß halten. 84 lli tlchleden von liier Kam erat Ibung schont C) d) e) f) Werke in 2)rucf und Verlag der G. D. Brühl'schm Buch« und Sleüivruckerei. ig er Somii j Uebrigem i dasselbe z palt, ein dwarze locki |b zweckdienl , war zierl chte, war n Gewiß Ähnlichen Kll Das Gesetz enthalt in 10 Paragraphen nur allgemeine schriflen, sowie die Agenturen von Auswanderer-Erpevienten J einer jederzeit widerruflichen und alljährlich zu erneuernden Coü cession abhängig und setzt Strafen für Diejenigen fest, welche, ch, solche Concesston, Beförderungs-Verträge mit Auswanderern ik schließen oder vermitteln, oder die Ertheilung von Auskunft fe die Beförderung von Auswanderern anbieten. Eingehen auf diese so complicirte und schwierige Frage selbst eine genaue Kenntniß des Thatsächlichen erforderlich Für Preußen ist das Gesetz vom 7. Mai d. I., betreffs die Beförderung von Auswanderern, nebst dem dazu gehörigen Reg ment vom 6. Sevtbr. d. Z., betreffend die Geschäftsführung der n Beförderung von Auswanderern concessionirten Personen und t von denselben zu stellenden Cautionen, publicirt worden. — Eine neuere telegr. Depesche auS Paris besagt, Omer Pascha habe an Fürst Gortschakoff das Anstnnen zur Räumung der Für- stenthümer zu stellen und ftUS dieser JnstrMtlvnen einholen wolle, die erforderliche Frist zu bewilligen, bei absoluter Weigerung aber die Feindseligkeiten zu beginnen. Auch habe der Divan den Beistand der vereinigten Flotten gefordert. — Der engl. Kriegsminister hat Befehl ertheilt, sechs Regimenter sollen sich zur Einschiffung nach dem Mittelmeer bereit halten. — Zum Berständniß des Acts der Aussteckung der Prophetenfahne fei bemerkt: Sobald die Prophetenfahne (Blutfahne) von der Spitze der Sophienmoschee in Coustantinopel weht — und man vermuthet, daß dies bis den 30. d. Mts. der Fall __ ist jeder kampffähige Muselmann verpflichtet, zu den Waffen zu greifen; der Mord aller Ungläubigen (Christen) kein Verbrechen mehr, sondern höchstes Gebot. Doch werden diesmal blos die Russen darunter verstanden sein. Ein österr. Schiff wird indeß auch die österr. Un- kerthauen aufnebmen. In London geht es unter den Flüchtlingen äußerst geräuschvoll zu. Namentlich die Ungarn und Polen machen viel Lärm. Da wird versammelt, debattirt, erereirt, manövrirt re. rc. Einer der Aufrufe schließt. „Polen! der Jtrieg zwischen der Türkei und Rußland ist erklärt! Auf! Auf! wo noch ein Polenherz schlägt. Im Osten dämmert uns ein rosiger Hoffnungsschimmer für unser armes verrathenes Vaterland! Zu den Waffen, zu den Waffen! Die Lärmkanone hat gedonnert, Polen muß auf dem Kampfplätze sein!" Das türkische Heer, reguläre und irreguläre Truppen, ohne die Marine, wird auf circa 450,000 Köpfe angegeben. — In Genua wurden am 1. d. Mts. circa 30 politische Flüchtlinge verhaftet. Zimmer di ligenkasten w Mel des Zi ke so kann t obrigkeirf zwei jb schauerlich Die Caution solcher ausländischen Unternehmer, welche bete»! icke auf sich in ihrer Heimath (z. B. in Bremen und Hamburg) eine mvchtersfrauen destens 5000 Thaler betragende Caution erle.it haben, kam Doch es von dem gewöhnlichen Betrage (10000 Thaler) aus dii i Wächterhc Hälfte herabgesetzt werden. Drain is Die Agenten der Unternehmer entrichten jetzt ebenfalls ev i Bahnwächi Caution, und zwar, je nachdem sie zur selbstständigen Ad chnung sogi fertigung von Transport-Verträgen Namens ihres Pollmach,^ zu analp gebers ermächtigt sind (Haupt-Agenten) oder nicht, den |en- Das ----- * ' geschmackr a) „Es bleibt vorbehalten, die Ausfertigung von Concessionen znt Beförderung nach gewissen Ländern oder Häf,, zu untersagen." (Hierdurch wird der Regierung das Mw Mieden von geboten, den so verderblichen Anwerbungen für gewisse Lam ct,tr Orte so lange entgegenzutreten, bis die dortigen Btthäid nifte sich für die Auswanderer günstiger gestalten!). b) „Bei überseeischen Transporten ist die Beförderung nur int1 solche, in der Concesston ausdrücklich zu bezeichnende Sir schtssungs - und Zwischenhafen zu gestatten, in welchen bin ge) icherte Handhabung ausreichender licher Bestimmungen, die Benutzung geeignet«i Transportmittel, aus reichend eProviantirung un ^offenen B Cie Wahrnehmung der sonst für die Sicherhei m zweiten, und Gesundheit der Passagiere während der @tl[ine Ha»de reife nothwendigen Rücksichten verbürgt. (Hilf""- " durch werden die Agenturen für außerdeutsche Häfen s» toi» F Kieinhei ausgeichlossen, bis für letztere die wirkliche und strev idschuh aui Handhabung ähnlicher Schutzgesetze nachgewiesen ist, mise/iße, mit f B. für Bremen und Hamburg bereits bestehen!) I11 • itnen S Das Schema der Beförderungs-Verträge ist genau vorg-zÄmissliche Zeich und eine strenge Form und Conlrole des Geschäftsbeitttb! ^wahr, we eingeführt. , ltirenden W Das Reglement unterscheidet sich von den früher gilttiu« t ft natürlii Bestimmungen hauptsächlich in folgenden Punkten : Nachrichten aus dem Gebiete der Staats - und Volkswirthschast, mitgetheilt von ivtto Hübner. Berlin, 21. September. Die heutige öffentliche Sitzung des Central-Vereins für die Deutsche A u s w a n d e r u n g s- und Colonisations-Angelegenheit wurde von dem Vorsitzenden Regierungs-Rath Dr. Gaebler mit deut gewöhnlichen Geschäftsberichte eröffnet. Danach sind der Herr Major N o b i 1 i tt g und Herr Dr. Heising in den Verwaltungsrath gewählt worden. Die Auswanderung im Allgemeinen ist leider noch im Zunehmen begriffen, namentlich sprechen die Berichte aus einigen verarmten Gegenden Deutschlands von den großartigsten Vorbereitungen zu massenhafter Auswanderung. Diese Erscheinung ist um so betrübender , als tausendfache Erfahrung gezeigt hat, daß die große Mehrzahl der Auswanderer, namentlich in den letztem Jahren, ihre Lage durch die Auswanderung durchaus nicht Derbeffert haben, mithin ihr Schritt ein übereilter gewesen ist, qou dem entschieden allzu- rathen gewesen wäre. Die Mittheilung eines vortrefflichen Berichts, in welchem ein süddeutscher Pfarrer die Ausivanderungs-Angelegen- heit deut Central-Ausschusse für die innere Mission an's Heiz legt, und den Letztem aüffordert, diese Sache praktisch in die Hand zu nehmen, hat Gelegenheit gegeben, den Gegenstand auch von dieser Seite zu beleuchten, und man war der Ansicht, daß für die innere Mission, sofern sich diese nicht aus das confesstvnell-kirchliche Gebiet beschränkt, sondern auch Die gesellschaftlichen und wirthschaftlichen Zustände der Bevölkerung in Den Kreis ihrer Thätwkeit zieht, die Auswanderungs-Angelegenheit ein äußerst segensreiches Feld' der Wirkwinfelt werden könne. Doru werde aller vor Allem ein tiefe« trag von 1000 Thaleru oder 3—500 Thalent. Die Preußischen Consular-Agenten in den Ein - oder Aul sich, noch schiffungshäfeu oder in den Zwischenhäfen ha bett das Reck, 'stuhl, nc alle von den Auswanderern wegen Nichterfüllung des Passage freibtisch. Vertrages Seitens des Beförderers erhobenen Entschädigung' « Werke in Ansprüche provisorisch zu entscheiden und den Betrag d < Bett ist Entschädigung in quanto festzustellen, worauf die diefffi!« »edische Ofei Regierung nach Anhörung des Caulious-Bestellers »efinitt «stpe und de entscheidet. f Heimliche (Hierdurch wird den Verzögerungen und ungerechten Eni^bängen ve scheidungen über den Coutracisbruch der Erhevienten vorgebeug!^"' denen Die Auswanderer so oft in den überseeischen Lände«'Awachters vor den fremden Gerichten unlerwotfen sind!) a theils ges ____________ sFortsetzung folgt.) Tragt selbst Bl still. '• 3-, betreffs gehörigen Siel Führung der 4 rlontn und ti >rde». allgemeine £Bo| SrpeDicnten J neuernden »st, welche, chj swanderern ch Auskunfi M 43. Beilage. Der Bahnwärter. Novelle. (Fortsetzung.) Gewiß war eS, daß der Bahnwächter Nr. 54 einen u»gebar sehr altes und kostbares Instrument sehen. Ein mit Elfenbein eingelegter Bogen kokettirt wehmükhig auS der entgegengesetzten Ecke des Zimmers mit seiner Liebe zur armen, mißachteten Violine. Noch sind an den Wänden einige Lithographien zu erwähnen, größtentheils PortraitS musikalischer Celebritäten. Die meisten derselben tragen mit Bleistift geschriebene, offenbar eigenhändige Dedi- jhnlichen Kleiderlurus trieb. Seine vorgeschriebene Dienstkleidung, früher gdttuiti t er natürlich beständig trug, war von feinerem Stoffe, als nöthig jb zweckdienlich war. Die blaue Blouse, die im Sommer gestattet , war zierlich ausgenäht und der Pelz, den der Winter nöthig -ung das Mw t gewisse Sintii len!). toiij« iüu vorgezächm Innere geschmackvoll getüncht; die Einrichtung ist einfach, aber weder ober As llch, noch alterthümlich; es fehlt w^der der Divan noch der ben bas Keck Hstuhl, noch der mit vielen zierlichen Kleinigkeiten moniirte nv >ürgt. Häfen e und en ist, >en!) ii. ■in oncessioaen m oder war nicht von Lammfellen. Ii dasselbe zu verwenden. Man konnte nicht leicht eine feinere ligenkasten wie achtungslos oder unwillig weggeschleudert in einem -inkel des Zimmers; er ist nicht versperrt und halb aufgegangen, 111 f° kann man zum Theil ein prächtiges, dunkelbraunes, offen- nten vorgebeag; ■eischen 2W| _______________ Seine Fußbekleidung war sehr (schieden von der plumpen, unförmlichen, nägelbeschlagenen Chauffure «r Kameraden und, um das Maaß seiner Sünden voll zu machen, ung nur ü« zeichnende - f*n interessanteres Gesicht, eine edlere Haltung finden. in welchen tiilfn,ai3e ^Eige Haare umrahmlen das bleiche Oval eines Antlitzes, ■ii, jenen zurückgeschobenen reinen Hauträndern, welche das un- lgllche Zeichen guten Geschmackes und sorgsamer Pflege sind, ieschäftsbmub! Mwahr, wenn der Train nicht immer gar so pfeilschnell an dem ltirenden Wächter vorübergesaust wäre, er hätte wohl noch andere || cke auf sich ziehen können, als die der Bauerndirnen und Bahn- ortigen Litchab *9 fr Sommer und Winter weiße, waschledernc Handschuhe. Uebrigens berechtigte ihn sein Aeußeres vollkommen, etwas fHiaZdung schonte und geltend machte; sie waren von fast aristokra- so \aiii Ift Kleinheit und Formenreinheit, und wenn er zuweilen den streu ?bschuh auszog, so zeigten sich schlanke Finger von tadelloser che, mit jenen langen ovalen gebogenen und durchsichtigen Nä- ng des Passag» (reibtisch. Ein halbgeöffneter Bücherschrank läßt zierlich gebun- Enlschädigungi «i Werke in verschiedenen lebenden und lobten Sprachen sehen; ui Bewag 1 * Bett ist durch alkovenartige Vorhänge geschlossen; der kleine f die lieffeitii »edische Ofen verbreitet eine wohlthätige Wärme, und die elegante ftellers defiuiffstpe und der summende Theekessel auf dem Tische vermehren noch ii Heimliche dieses Gemaches, gegen dessen festgeschlossene, von erechten En "hängen verborgene Fensterladen Wind und Wetter vergeblich Em. Das befremdendste Möbel jedoch in der Wohnung eines shnwächters ist ein prächtiger Geigenkasten von Acajouholz unb »kunstvoll geschnitztes Notenpult, ganz belegt mit iheils gestoche- ", theils geschriebenen Nolenheften. Während jevoch in dem gan- Zimmer die musterhafteste Ordnung herrschte, liegt der erwähnte , welche 6ereilt — — ........., >urg) eine mii-'Aersfrauen der Umgegend, at haben, kan Doch es ist höchste Zeit, daß wir einen Blick in das Haler) auf bii6 Wächterhäuschens werfen. Es ist Winter und Nacht, der |e Train ist eben vorübergefahren, das Tagewerk ist zu Ende, t ebenfalls ei'1 Bahnwächter tritt in seine Wohnung. Was uns an dieser istäurigen As Echnung sogleich überrascht, ist jenes unnennbare Etwas, jener hres Bollmat^i zu analystrende Duft guter Gesellschaft, welche dieselbe durch- nicht, den K i»n. Das Zimmer ist klein und niedrig, aber licht, freundlich ■ r obrigkeitss eon zwei glühenden Augen von räthselhaft unbestimmter Farbe ; geeignet«'6 schauerlich lockender Tiefe beleuchtet ward. Um seinen trotzig nt irung utMoffenen Mund zog sich ein Zug bitterer Ironie, gemilvert durch e S icherheij6" zweiten, der auf tiefen sinnenden Schmerz zu deuten schien, end der Sell"" Hände und Füße waren es werth, daß er sie durch gute Be- eationen mit Unterschrift und Datum. EineS derselben, an welchem eine derartige Unterschrift fehlt, stellt einen salonmäßig gekleideten Mann dar, der Violine und Bogen in der Hand hält und dessen Züge eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Bewohner dieses ZimmerS zur Schau tragen. 3. Als der Bahnwächter das Zimmer betrat, verschwand durch die andere Thüre die alte Gertrude, welche Lampe und Theetisch hergerichtet hatte. Der junge Mann verschloß sorgfältig hinter sich sowohl die Thüre, die in's Freie führte, wie die andere, durch welche die Magd sich entfernt hatte, dann warf er seinen Pelz und seinen Dienstrock ab, hüllte sich in einen eleganten schwarzsammtenen Schlafrock, warf sich in den Fauteuil, und überließ sich den Träumen, zu welchen eine summende Theemaschine und eine duftende Cigarre so freundlich einladen. Und in der That, diese Träume schienen angenehmer Art zu sein; denn Über die bleichen Züge deS jungen Mannes flog es wie ein Lächeln des Glückes, und seine Lippen flüsterten halbverständlich einen reizenden Frauennamen. Er öffnete den Schreibtisch und zog aus dem verborgensten Fache desselben einen längst verwelkten Blumenstrauß, von einer leichten weiß- seidenen Schleife umwunden, und eine sorgsam in ledernem Etui verwahrte flüchtige Crayonzeichnung hervor, welche eine junge Dame von seltener Schönheit darstellte. Er betrachtete beide Gegenstände lange und leidenschaftlich, mit jener fast fanatischen Liebe und Verehrung , mit welcher der Gläubige Reliquien der Heiligen betrachtet. Nach und nach aber verdüsterte sich sein Antlitz und seine Stimmung wieder, et seufzte mehrere Male tief und herzzerreißend auf, er zerknitterte in finstere Gedanken verloren in der Hand die längst erloschene Cigarre und warf sie zuletzt mechanisch weg, endlich drückte er noch einen letzten langen Kuß auf die verwelkten Blumen und die verblassende Zeichnung und verschloß Beides wieder in dem geheimen Fache. (Forts, folgt.) Was giebt es Neues? — Am 19. d. Mts. wurde am grünen Tische zu Homburg einem Pointeur von einem hinter ihm stehenden Individuum, das ihm unter dem Arme durchgriff, einige hundert Gulden In Gold vom Tische weg entwendet. Der Dieb rettete sich durch die Flucht und ist bis jetzt noch nicht beigebtacht. — Die Spielbank in Baden-Baden soll dieses Jahr ausgezeichnete Geschäfte gemacht haben. Ihr Gewinn wird über l’/2 Million Franken geschätzt. — Hopfen, der voriges Jahr 65—66 fl. stand, wird gegenwärtig mit 150 pr. Centner bezahlt. — Arme Biertrinker! — — Der Butterhändler, welcher unlängst seine Frau auf offenem Markte in Breslau niederschoß, ist jetzt zum Tode verurtheilt. — Vor Kurzem ist in Berlin, wie man erzählt, eine Christin zum Judenthume übergetreten und wird sich mit Nächstem mit einem dortigen jüdischen Literaten verheirathen. — Neulich Abends meldete sich ein in Magdeburg angesessener, früher wohlhabender Bürger daselbst als obdachlos und bat um 86 Aufnahme in das städtische Armenhaus. Nach seiner Angabe war er von seinem Sohne, dem er sein Vermögen schon bei Lebzeiten Übermacht und bei dem er sich seit einigen Tagen zum Besuch aufgehalten hatte, aus dem Hause gewiesen worden, und hatte auch bei seinen anderen dort lebenden Kindern vergebens um Aufnahme und Obdach gebeten, so daß er sich gezwungen gesehen, gegen sie auf Alimentation zu klagen. Cs ist diefer Fall um so auffallender und bedauerlicher, als die Kinder den besseren Ständen angehören und stch in sehr guten Vermögensverhältnissen befinden. — In der Stadt Camden (Staat New-Jersey in Amerika) ist ein junger Mann ven 23 Jahren, Namens Bird, wegen Poiigamie verhaftet worden. Seitdem gestand der junge Frevler, daß er sich nicht weniger denn zwanzig Mal bisher verheirakhet habe. Fünf seiner ehelich angetranten Frauen sind bereits zum Vorschein gekommen. — In Antwerpen ereignete sich jüngst eine rührende Scene. Ein Deutscher, der mit seiner 15jährigen Tochter auswandern wollte, fand, als sie dort angekommen waren, daß sein Geld nur noch für seine Fahrkosten ausreiche und daß er sein Kind zurücklassen müsse. Schon halten Vater und Tochter herzzerreißenden Abschied genommen, schon war der Vater an Bord, das verlassene, trostlose Mädchen in die Stadt zurückgegangen, als einige Deutsche, von dem Vorfall unterrichtet, eine Subscription eröffneten und dem Vater sein Keud noch rechtzeitig in die Arme führen konnten. Die jetzl folgenden Liebkosungen, die Segenswünsche und der Dank jür die Wohlthäter, lassen sich nicht beschreiben. IN i s c e l l e. — In der französischen Stadt Angouleme ließ ein Bäcker seinen alten Backofen einreißen, um einen neuen auffuhren zu lassen. Beim Abbrechen des allen Gemäuers fand man innerhalb desselben eine unglaubliche Anzahl lebendiger Schlangen. Die Arbeiter töbteten an einem Tage gegen 200 derselben. Desgleichen entdeckte man in dem Gemäuer Schlangeneier, und zwar an 2000 Stück, von der Gröhe der Taubeneier. Diese waren dem Auskriechen nahe, denn es kamen, wenn man sie zerdrückte, sogleich kleine lebendige Schlangen zunt Vorschein. Wie diese Unmasse von Schlangen an jenen Ort gekommen sein mag, konnte man nicht enträthseln. Nachrichten aus dem Gebiete der Staats - und Volkswirthschaft, mirgetheilt von -Otto Hübner. Berlin, 21. September. (Fortsetzung.) Aus Hamburg wird gemeldet, daß der Secretair des dorltgen Vereins zum Schutze der Auswailderer und Redakteur der Auswanderungs-Zeitung „Hansa", Dahmenhaus, derselbe, welcher im vorigen Jahre die Haupttriebserer zu hämischen Schmäh-Artikeln gegen den Central-Verein war, unter sehr erschwerenden Umständen seines Amtes entlassen worden ist. Zur angeblichen Colonisation in Ungarn werden in Süddiutschland von einem gewissen Hohenblum Werbungen veranstaltet. Abgesehen von den schon früher hier vorgetragenen Htn- derniffen, welche für jetzt und noch für lange Zeit einer Deutschen Auswanderung nach Ungarn entgegenstehen, hat der Central-Verein Veranlassung, gegen diese Hohetibium'schen Werbungen auf das Entschiedenste zu warnen. Aus Nord-Amerika wird immer lauter gegen Ueberhand- nehmen des Runnerwesens geklagt; auch die Briese dec nach Nord- Amerika ausgewandertcn Deutschen an ihre hiesigen zurückgebliebenen Verwandten fangen an, wahrheitsgetreuer zu werden, und bruigen Wett wir zm worden, umzukehren, doch halte man die Ueberzeugung gewönne die Aristokr ladet Auswanderungslustige ein, stch bei ihm zur Ueberführung na denn dieser lang gegen einen bestimmten Preis bei einem ihnen unbekannt iraits und st Arbeitsgeber zu arbeiten, wogegen sie nach Ablauf dieser Zeil etr Kunst- und die Regierung von Costa-Rica jedem Einwanderer, welcher Lan! so wie ich rer sollen überdies in Costa-Rica auf die für Fremde geltend! wie der g Ausnahmsgesetze verzichten. Wer indeß die dortigen Verhältnij hwenderischer So dachte Arbeiten für die ersten Ansiedler vollendet find. (Forts, folgt inetten sich c Posaunen füi Ich werbe die Kritik Nachdrücklichste warnen muß. Die Auswanderer sollen sich nämlich verpflichten, zwei Iah ganzes Wes tch wieder ar Kosten gelangen und auch wohl noch etwas bei der Sache verdii nett will! Im Ganzen kann aber der Central-Verein nur Imd werden. Die Colonnc soll unter sehr tüchtiger Leitung stehen, n allem Nöthigen, namentlich mit Lebensmittel» für 8 Monate v- sehen sein, und wird ihren Weg nickt nach dem neuen Hafen Lim t abzusendcn, um bei der Vollendung der für die künftigen Colomst^ützen, um erforderlichen Vobereitungs - Arbeiten in Ccsta- Rica verwendet ;l wiederholen, daß, so günstig Costa-Rica für eine Deutsche Ansicdeiiia iur Bewußtl, auch ist, doch so lange von der Auswanderung dahin bringend abg< rathen werden muß, als nicht die erforderlichen Vorbereitung! kennt, weiß, wie nachtheilig dies für die Einwanderer sein würdi auch wird dies Verlangen an Keinen gestellt, der aus frei«* dieses Con zahlreiche Schilderungen des traurigsten und häriesten Looses, denen« die Briefsckreiber dort verfallen sind. Ebenso mehrt sich die Zah! derer, welche die Nord - Amerikanischen.Freistaaten wieder verlasse^ und entweder nach Deutschland zurückkehren 'oder sich »ach ander Ländern Amerikas wenden. Der Staats-Commiffarius für die Einwanderung in den Staz Wisconsin zu New-Iork, Herr Härtel, hat mehrere Drucksack- $pr eingesandt, worin einerseits auf die Vorzüge Wisconsins vor hnige $roi). übrigen nördlichen Staaten der Union; andererseits auf die sckaih^ gleichsam losen Betrügereien aufmerksam gemacht wird, denen die AuSwaii^^^ g derer bei ihrer Laiidung in New-Dock enkgegengehen. Namentiif Diesmal die letzteren Schilderungen sind ganz aus dem Leben gegriffen iuLt __ offen! verdienen die allgemeinste Verbreitung. rsuckte. Na Die hiesige Colonisations-Gesellschaft fü r Ceii abg, trat -Amerika har, wie dem Central-Vereine mikgekheilt ist, bUenPeu sjgg schlossen, eine tücktig ausgerüstete Coionne von 30 Arbeitern u. s. n ^gjr labf nehmen, von wo der Zugang in's Innere noch nicht hergestellt i überfüllte sondern über Greylown, und mittelst eines Dampfdoms den Sar Pejfal piqui chinausgehen. Eine Erpedition, welche der dortige Colonia ß jun Direcior Bar. v. Bülow zur Feststellung eines Theils der Wegß jch jh„ route abgesandt halte, war durch die unerioartel früh eingetretei me .u Bfrba Regenzeit und die Krankheit des Ingenieurs Kurze gezwungi^n, das e; 24 Morgen Land zum Eigenthum erhallen. Nun gewährt ab>e, wenn Bi daß stck der Weg in einer etwas abweichenden Richtung werde hl )errr Bje|e v stellen lassen. Der von einem Herrn Dr. Scherzer, welcher > >erer haben. Costa-Rica zu engagiren. Der Inhalt der gedruckten Elnladunga den Weih schrift giebt zu den größten Bedenken Veranlassung, weshalb »einem Ander Central-Verein vor den Marr'schen Werbungen auf daide einem 9 Stücken einwandert. Schon hieraus geht hervor, daß, wenn Jemae! nsten Reihe nach Costa-Rica gehen will," er jedenfalls viel besser thut, auf eigen Sorten schildi Hand zu bleiben, als einen gefährlichen und nachtheiligen Cvmm »ng wäre, mit einem Werbe-Agenten abzuschließen, der natürlich zu seine ieien zugleici bau treiben will, ein Gesckenk an Land von ungefähr dieser Auf und sein ka dehnung, so daß also der Contract mit Herrn Marr die Lage li s, die gerai Leute nur härter macht. Die von demselben engagirten. Einwand >ucht, wie d Erpedition begleitet hat, verfaßte Bericht über dieselbe ist dem Centn Publikums, Vereine von der Colonisations-Gesellschaft zur Einsicht mitgelbiif Berichte der worden. illhaste Zahl Der frühere Rcdacteur des „Mephistopheles" zu HambuMonen nenn W. Marr, ist von Costa-Rica nach Europa zurückgekehrt ui süchtige Pu! nnh »Kprlnn hpr lÄ D BwNbl' icken Buck» und ®tehibrutf erei. M 44 in den Stal (Fortsetzung.) e Drucksach, eitern u. s. n !g stehen, n >, zwei Iah efev Zeit etr welcher Kan! en. Einwand« inde geltend« c sein wind« er aus freid ui, auf eigen n nut' int“11 Zum Glück ließ mir der Beifallssturm Nameutli gegriffen m, Monate v« Hafen Lim t für Cet nheilt ist, b Looses, benef sich die Zahl ever verlasse« nach anberl N'ingenv abg< Vorbereitung! Der D a h ii w ä r t e r. Novelle. - ,—, bis Bald genug werden diese rastlosen Was grebt es Neues? sro” 3n .6eiter^r Stimmung saßen letzten Sonntag in einem Wuthshause zu Oberbau,en mehrere Burschen bei einer Gansmahl- z t , als unverjehens dte Gensdarmerie eintrat und sämmtliche ®ourmanbä kenn Schopfe nahm und in Gewahrsam brach" pi S,M> - MM NiL MMMWEMWU rannte nut Zll?'ffl"'’ 1^°" 2°C0m0ti”en S-zogener Gütertrain rannte nut voller Gewalt aus eine Mauer los, brach diese wie Spreu auseinander und wühlte sich in die Sanderhöhung -ein. Da stille^?? %*■ .®rfl' °l- es schon einige Zeit vollkommen »1, 7 !'• ,fa6 ** mttf! u"b begann zu spielen. Was ich spielte, wie tch spielte, ich weiß es nicht, aber ich glaube, ich habe Anderes und anders ge,ptelt als sonst. War es mir doch, als ob die Schutzenn der Musik, die heilige Cacilia mir verkörpert gegenüber läge und mich milde, aber vorwurfsvoll anblickte. Ja ich küble ' bif’\ni Augenblicke, ich hatte die ernste geweihte Tonmuse d kauft ,,„d verrathen, ich hatte mit hohlen nichtsnutzigen Kunst- stuckchen um die Gunst der Menge, um den Ruhm des Tages, um den Glan; des Goldes gebuhlt; ich war meiner Kunst, meinem beperen Selbst untreu geworden. Aber das mußte anders werden ’X' Was kümmerte mich das Programm, was kümmerte mich Publikum und Kritik? Ich spielte nur noch für die Eine für die heilige Cacilia, die mir gegenüber faß. Ich glaube gewiß, tch habe nicht eine der angefünbigten leichten unb frivolen Salon- f'Wrt ,3d) S^ube, es waren Rhapsodien, was ich vor- ?en W-rken unserer ernstesten und edelsten Meister, Mozart, Beethoven, Heydn, Gluck, vermittelt und verbunden durch einige eigene musikalische Improvisationen. Meine Autorität war so groß, daß mir das Publikum diese seltsame eigen- maditige Caprice verzieh, daß es Mozart, Beethoven, Hepdn und Gluck. h"ld«oll aufnahm. Die heilige Cacilia mir gegenüber, schien mit ihrem Junger zufrieden; ihr Antlitz ward zusehends heiterer dann theilnehmend und gerührt, und — o namenloses Glück — maferenb eines wehmüthigen Adagios schien es mir, als ob sie mit ber fletnen Elfenhand über das Auge strich, um eine Thrane zu k ™ 7 7°'’"“ ,Bar äU Ende, ich war mechanisch ein halb dutzend Mal hervorgetreten, um mich zu verbeugen, die heilige Cac.l.a reichte etner älteren Dame den Arm und verließ den Saal “ »" «-w -» Die Nacht, die diesem Abend folgte, war schlaflos, aber glücklich, ul5“ cetnem LSnt,*(uffe gekommen. Ich werde niemals wieder öffentlich auftreten. Wie erscheint mir dieses ganze Treiben jetzt klein und erbärmlich schaal und entwürdigend. Wie erscheint mir Ich Virtuoseuthum so fratzen- und cornödiantenhaft Ich will nicht mehr das Spielzeug einer Modelanne, das gefällige Brodukt und Werkzeug der Eitelkeit und Frivolität, ber Vermittler yo^er Geckenhaftigkeit und flüchtiger Coquetterie fein, ich will n"cht Apostel des Ohrenkitzels zum Nachtheile der wab«n Kunst bletben. jd) will studiren und componiren. Nur in dem S^u "nb nicht in dem Wiedergeben liegen die wahren, höchsten letzten Ziele der Kunst. — Siehe mir bei, heilige Cäcilia ' (Fortsetzung folgt.) isins vor 16 . Bahnwachter trank nun hastig einige Tassen Thce, nahm uf die schai ,7“ "Nb Fleischschnitte unb schob bann Alles ungebulbig die Äuswa, .fe.® B°" De" Anforderungen materieller Bedürfnisse an- ekelt be, Sette, um wieder an den Schreibtisch zu eilen. Diesmal aber war es ein ziemlich dickes, halbvoll geschriebenes rfnrfit Art Tagebuch, welches der Bahnwächter ber- Isuchte. Nachdem er das heutige Datum unter die Stelle, wo gestern abgebrochen hatte, gesetzt, begann er aufgeregt und mit Renten Wangen rasch und emsig zu schreiben. ien Colonisik! ■■ h ° en ben geneigten Leser ein, unser Dichtervorrecht zu verwendet z^u^n "wir"zuerst"'in^d^mtic Achsel zu blicken; nur zuerst in d.m Tagebuche um viele Monate zurückblättern. inetten sich auf einen Anderen r'ich^n"'w^den"disse'paNe"''enni 1 unbekannt trait/und schönmstoch uien^Co^v^'^" """ li-bographirten ■ < wie der B „ Sad,fln schöner Frauen verschwin- 1 Vechaltnsshwenderischen Jtün^^7err^an^ba6ü^^d)mi(i®Otb3Cft6ber ^nftebeUniur Bewußtlosigkeit!' ^Zum SÄ"!? erlid> finde, dessen ich ls der Wegs ich ibn'wen« ' weil ich nur nur zu wohl bewußt bin, h eingetretu ne zu verdanken' b!k""" vorübergehenden Mode- e gegmung« lifL5 bis e6 n ' ■ 3* 6tn 9eme Zufällig der Lion dieser ng genwun77'Ar stokr 7 nk77 7" Arsistokratie und der haute flnance, ng werde b-U r 71 ^7""^ ®lc vergangene Saison hatte ein welcher h' “nb künftige Saison wird sie wieder ein dein Centrs Publikums noch b7"m 7' täufd,t n'rtev bcr Applaus cht mitgellsii Berichte d» M ber Journale, ich lächele über Mustkatlenhändler, wenn ne mir die en auf d-ide einem Anderen Beifall zuklatschen (Forts, folgt 88 ! gegenwärtig der Hof jagt, in ist bei Beachy - Head mit Mann und wie Vies leider so viele sogenan» M i s c e l 1 e. , jn Violine Druck und Verlag der G. D. Brühl'schm Buch, und Steindruckerm Ich habe habe ihre J Tanzes un veranlassen. — Bei Ofen hat man Pülnaer und Selterser weit für sein Grundstück, das er 40,000 fl. geboten. — Ein englisches Schiss und habe einem russischen Major, der ver Donau-Tief- dem rechten Ufer zu forderunq nickl zurückzog, das Leben — Mehrere Blätter brachten die gekostet. Kunde, Paris sei in Folge Quellen entdeckt, deren Wasser das übertreffen soll. Dem Bauer wurden erst jüngst für 300 fl. erstand, schon mit 60 Personen, welches nach Sydney chit Venen i Als ich il b«m Lächeln |t Duetten v von Deutschen in Amerika. t __ Zwiegespräch im Zwischenakte eines Trauerspiels: X. »Sagen Sie mir, wie es kommt, daß bei Trauerspielen die Logen in der Regel leer, bei Ballets aber gefüllt sind?" — U. »Das will ich Ihnen sagen. Sehen Sie, die meisten Besucher dieser Logen, die Sie nicht sehen, haben vielleicht seiber Trauersviele bei sich zu Hause, aber keine Ballets, indem ihre Frauen nicht nach ihrer Pfeife tanken wollen." Nachrichten aus dem Gebiete der Staats - und Volkswirthschaft, mitgetheilt von Ott» Hübner. imt Berichte'aus Australien sprechen von dem Elend, in tri . n. dorthin ausgewanderte Deutsche umgekommen |U bekanntlich niemals Australien als Einwa. mderung den n Freund ze wollte glät »g, warum tge sie en r wie wir die iv die heilig rundes: „Ur t den weißet hts?" „Die n C.....eri wie der Tat tt ohnmächt ser Complim Der Tan, le qleichgülti ! ihr hätte , rttet, heilige ne Kunst. Sie sagte tes Concert, von Nachrichten aus Compiegne, wo gegenwärtig der Hof sagt, in fieberhafter Aufregung. Es soll dort nämlich ein großes Compiott gegen das Leben des Kaisers entdeckt und deßhalb blitzschnell in ganz Frankreich circa 1000 Personen arreiirt worden sein ti. s. w. Bon anderer Seite wird die ganze Sache als ein Puff bezeichnet, der nur erfunden, um wieder frische Bewegung in das Leben zu Compiegne zu bringen. Es wäre dies allerdings ein etwas starkes Mittel. m .... K. — Ein curioser Prozeß ist gegenwärtig in Paris anhängig. Elli vornehmer Fremder liest auf dem Theaterzettel ■ der großen Oper : „Der Freischütz", große Oper v. C. M. v. Weber, und geht hrn^ um seine Lieblingsmustk einmal wieder zu hören, aber o Himmel — kaum erkennt er sie, so schrecklich ist diese verstümmelt und verketzert. Er wird immer wilder, stürzt endlich zum Direktor, Vieser will nichts wissen, und nun nach vielem Hin- und Herziehen hat er endlich eine Klage auf Entschädigung eingereicht: „Er habe ein Biliet für Weber's „Freischütz" und nicht für eine beliebig zugestutzte und verballhornte Musik bezahlt, und verlange die Oper ganz und unverfälscht!" Man ist auf den Ausgang gespanntt __ Einer telegr. Depesche aus Wien zufolge haben die Regie- runacn von Frankreich und England ihre Gesandten in Constanttnopel beauftragt, das Einlaufen der vereinigten Flotten in Slambul zu Berlin, 21. September. (Forts.) Die Werbungen nach Brasilien haben, wie bereits in der vorigen Sitzung erwähnt, vorläufig fast ganz aufgehört; inreß werden Vorbereitungen zu neuen Operationen gemacht. Die bedeutenden Summen, welche die Brasilianischen Kammern für die Zwecke der Einwanderung bewillig, haben, werde» wahrscheinlich tbeils in di-Tasche der großen Grund besitzer zu dem Zwecke fließen, möglichst viel Deuttche aus ihre Plantagen an Stelle ver Neger einzuführen, theils verwendet werden, um di? Presse im großartigsten Maßstabe für die dortigen Plane zu gewinnen. Denn nach den nenesten Beschlüssen sollen die berüchtigten Halbpacht-Contracte beibehalten werden! Man rotll zwar einig sogenannte Garantien einführen, inveß ist aus diese, sofern sie b auf dem Papiere st-hen, nichts zu geben, vielmehr wirv man abzw warten haben, ob dadurch wirklich die schreienden Uebelstande d s Halbpacht-Verhältnisses einigermaßen gemildert werden, ^edenfa 'ierunqen auf etwaig- neue W-rb-versuche vorbereitet, und es wir sich zeigen, ob jener schmählich. Menschenhandel nochmals^zu etm -wiL Ausdehnung wird gelangen können. Das neueP ußi ch Reglement bietet dagegen kräftige Mittel. Uebrw.en ,ch .nt u den Leitern dieses Werbegeschäfts hier und in Hamburg Bestürzung eingetreten zu sein; man scheint -tnig- ' ’ Sm fi ll'en Dienst zwar nach besten Kräften, aber Ungeschick respectablen" Firma anknüpfen zu wollen; ries durste Wnen d-ss-n w-nia nutzen. Die Personen und Jntriguen dieser hoch- uni kannt und die Maßregeln getroffen, ihnen seiner Z-.t das Han «s, sich zu retten. . — In Neapel spaltete sich vor Kurzem plötzlich die Erde >n ver äußerst belebten Straße „Toledo", und verschlang mehrere Personen, Pferde, Wagen rc. Manche sprechen von einer vulkanischen Erscheinung; Andere suchen den Grund in den vielen Abzugscanalen unter der Straße. (Australien) bestimmt war, ist bei Beachy-Head nut .wann uu Maus in den Abgrund versunken. Nur einem Matrosen gelang „Rathgeber" u. s. w. thun. b) Atlantische Studien ä: SCÄ ***** W Bände, ä 3 Hefte, und die beiden ersten tz s folgL) erschienen. v n. Sie ke -ich gespielt Man fort i Vorwande ilen können i V-rrath at Die Com lettantinnen i Gewalt an le die gerini » spiele nie 'nen Hause c le st. heiter I lpflichtschuld Ich war Ich- Schaust in hätte ich i Anwesender 'chafl, sagte kter war fr her zu komi h, es sagt wird die keine Passagiere im Zug wriren und sich das Maschinen- rc. Personal rechtzeitig rettete, so ist glücklicherweise nur der Rurn der Locomotive und der Mauer zu beklagen. ~ __ Ans Sondershausen wird ein gräßlicher Fall gemelvet. C junger, blödsinniger Mensch aus Herreuschwauda geht neulich mit dem 2jährigen Knäbchen seiner Schwester fort und als diese einen Boten nachsendet, findet er jenen Menschen wie ein Hund auf der Erde liegend und das arme Kind — buchstäblich halb aufgefressen.. Beide Aermchen waren ausgerissen und abgenagt, die Korperhaur abgelöst, die Schenkel angefreffen . . • die Feder entfallt uns. — Die „Brest. Zig." sagt, der erste Kanonenschuß sei gefallen mit feinen Leuten beim Messen nahe kam und sich trotz Auf»- ****** ®eri*t des Preußischen Vice-Consuls Thomson zu Porto-Alleg übcr*ie Colonisations-Verhältnisse der Brasilianischen Provinz R grande do Sul mitgetheilt worden, worin namentlich T st gent)e Production dieser Provinz hingew.esen wird. 3 ^osi^^^M a r sh »"lUs^^Nordamerikanischen Farmers m a) Lwandei^s Handbuch-,, übersetzt von», I. Siemeri säambura bei Hoffmann und Campe, 1823. = S.LL X. Ä - *■ d klar und verständlich geschriebene Buch noch mehr erla qens ist dasselbe objektiv gehalten und reizt weder zur ’n, -°ch U -- anderen besonders anzupreisen, rote dies leider so viele s g »schäft Beilage. Der Dahnwärter. igen nach erwähnt, Novelle. ! nm tyauft um uurtivenigii ! le sie heiler lächelnd hinzu I ipflichtschuldiqe Höflichkeit merika. Gi - .6, in nA nnrnen sini als Einwar iarmers ul' , gicmevi i zu neuen die Bra- bewilligl en Grund ihre Plan-I >erden, um ine zu ge- erüchtigten var einige :n sie blos man abzu- lstände deS Jedenfalls utschen Re- nd es wirt is zu einet Preußisch Leint untei ur g cini.1- men, nach igeschickt, h mit eine ! ihnen in : hoch- uni kommen bi daS Ham l-Berein ei IZorlo-Alleg' Provinz Ri auf die sie (Fortsetzung.) Den 26. Januar 184 . Ich habe sie wieder gesehen. Ich habe ihre Stimme gehört, habe ihre Hand berührt, ihren zarten Biumenleib im Taumel Tanzes umfchlungen. Die heilige Cäcilia hat für ihre Erden- uch für jed« indwirthsch«! schon an fl iterr. Uebi luswanderui uf Kosten b eie sogenanii Die Comteffe Natalie soll eine der ausgezeichnetsten Piano- lettanttnnen der Residenz sein. Auch sie wurde bestürmt, ja fast i Gewalt ans Klavier gezerrt, aber sie lehnte alle Aufforderungen je die geringste Ziererei, aber mit der größten Bestimmtheit ab. i spiele nie vor größerer Gesellschaft, sagte sie, und in ihrem inen Hause am allerwenigsten. „Ich thue das aus Eitelkeit nicht", bis jetzt cs 3. Banst mderung den Namen Natalie, Gräfln von C....., angenommen, n Freund zerrte gestern mich Wiverstrebenden in eine Gesellschaft. wollte glänzen, indem er mich vorstellte. Das ist die Erklä- ng i warum die Künstler so viele Freunde haben, versteht sich, so ige sie en vogue sind. Die erste, die einzige Gestalt, die ich, wie wir die Schwelle betraten, in dem überfüllten Salon sah, ir die heilige Cäcilia. Ich faßte krampfhaft den Arm meines ' mildes: „Um Gotteswillen, wer ist die Dame in dem Rosakleide, 5 > den weißen Camelien in den Haaren, die Dritte in der Colonne hts?" „Die Tochter des Hauses, die reizende Comtesse Natalie n C.....erwiderte mein Freund. „Ich will Dich ihr vorstellen, wie der Tanz zu Ende ist, vorausgesetzt, daß Du mich bis dahin tt ohnmächtig gepreßt hast. Unterdessen wollen wir ihrer Mutter l'er Compliment machen." Der Tanz war zu Ende, ich wurde ihr vorgestellt; ich sprach te gleichgültige höfliche Worte zu ihr; ich, der ich auf die. Knie ' ihr hätte niedersinken und ihr zurufen mögen : Du hast mich tttet, heilige Cäcilia nimm mich hin, mein Blut, mein Leben, 1 ne Kunst. Sie sagte mir viel Schmeichelhaftes, namentlich über mein les Concert, über die geschmackvollen Variationen klassischer The- a. Sie kennt jeden Takt aus den Werken der alten Meister, liefe gespielt hatte. 1 Man forderte mich auf zu spielen; ich verweigerte es unter 1 l Vorwande einer zufälligen Fingerverletzung. Ich hätte nicht ilen können vor diesem Concert - Publikum im Salon, cs wäre j tVerrath an mit, an meinen Vorsätzen gewesen. .. ... ...... .v „.„(ja, „ich will nicht von meinem Applause »pflichtschuldige Höflichkeit meiner Gäste abzurechnen haben. Ich war glücklich über ihre Weigerung. Ich kann derlei prah- lche Schaustellungen des Talentes überhaupt nicht leiden und bi hätte ich ja, wenn sie gespielt hätte, wie ein Geiziger jeden tAnwesenden um seinen Tonantheil beneidet. In größerer ®e= Haft, sagte sie, spiele sie nie, also doch in kleinerer. Ihre Itter war freundlich gegen mich und forderte mich auf, öfters der zu kommen. O ich werde kouimen, ich werde kommen und es sagt mir dies eine untrügliche Stimme meines Innern, 'n wird die heilige Cäcilia spielen, und die Töne meiner.enthei- ji l" Violine werden wieder geweiht und gereinigt werden, indem mit denen ihres keuschen Pianos zusammen klingen. , n ich ihr gute Nacht sagte, wiederholte sie mit herzgewin- I°«n Lächeln die Aufforderung ihrer Mutter. Wir können vielst Duetten versuchen, sagte sie, wenn sie Nachsicht mit mir haben wollen. O! gewiß. Ich soll mit der heiligen Cäcilia Duetten spielen und Nachsicht mit ihr haben! 4. , 3. Februar 184 . Ich habe mit ihr Duetten gespielt. Man sage mir nicht mehr, daß das Leben nicht die Qual lohne, die es kostet. Sollte eS mir auch nichts mehr bieten als Elend und Verzweiflung, diese Eine berauschende Stunde ist eine überreichliche Entschädigung für alle vergangenen Leiden, die noch kommen können. Ich fordere sie Alle heraus gegen diese Erinnerung zu kämpfen. Wie ihre zarten und doch so mächtigen Finger über die Tasten flogen, wie sie mit ihrer kleinen, aber gewaltigen Hand das Instrument meisterte, daß es, gleich einem wilden Rosse, nur widerstrebend der höheren Macht gehorchte, und wie ich neben ihr stand, die Geige in der Hand, und anstatt in die Noten, auf ihre Hand, in ihre Augen blickend! Und dennoch folgte ihr meine Violine, jetzt sie beherrschend, dann wieder sich ihr unterordnend, jetzt aufrauschend im prächtigen Allegro, dann wieder leise klagend im schmelzenden Adagio. Es war wie wenn zwei von der Schwere des Körpers befreite Seelen mit einander in den Gesilden der Seligen Zwiesprache hielten, ihre Freuden und Schmerzen, ihre Hoffnungen und Befürchtungen austauschend. Jetzt verstummten die Instrumente, aber ick stand noch regungslos neben dem Klaviere, die Geige war meiner erschlafften Hand entsunken und lag wie müde auf dem weichen Teppiche. Auch Comteffe Natalie schien bewegt; ihre Finger irrten noch über die Tasten, jedoch, ohne sie zu berühren, ihr Haupt, von den herabwallenden Locken wie in einen goldenen Schleier gehüllt, neigte sich gegen die antike Büste, in ihrem Auge lag ein erdenfernes Träumen. Endlich schien sie sich meiner und ihrer selbst wieder zu erinnern; sie stand hastig auf und reichte mir schweigend ihre Hand; ich drückte eityn langen heißen Kuß auf diese entzückende Künstlerhand. Man sage mir nicht mehr, daß das Leben nicht die Qual lohne, die es kostet. (Fortsetzung folgt.) Was giebt es Neues? — Unsere Landstände werden im December einberufen. — Die Leitung des Telegraphendrahtes unter dem Rhein her bei Worms, ist glücklich vollendet. — Müller-Melchiors und Buchdrucker Jörg in Mainz wurden letzter Tage wegen Preßvergehen, ersterer zu 5, letzterer zu 3 Monate Correctionshausstrafe verurtheilt. — Die Weinlese im Rheingau und der Pfalz geht munter vor sich. Die Winzer sind guter Dinge, denn in der Pfalz werden schon für 1000 Litres 150—180 fl. geboten. Im Rheingau steht eä ebenfo. — Am Unterrhein blüht gegenwärtig der Fabrikbetrieb fo, daß Arbeitermangel eingetreten ist. — In Cassel kamen neulich bei dem Brande eines Hauses leider fünf Menfchen um s Leben. Eine Mauer stürzte nämlich ein und begrub den Bürgermeister Henkel nebst vier Handwerkern von der Rettungscompagnie. Vor der Beerdigung wurden die Verunglückten auf dem Paradebett ausgestellt und fodaun, begleitet von einer Ungeheuern Menschenmenge, nach dem Friedhöfe gebracht. — In Naumburg wurde in einer der letzten Nächte ein Seifensieder im Beite erschlagen und ihm 600 fl. geraubt. 90 — Eine Profefforsfrau, Namens Schneckenberger, in Tuttlingen i < Württemberg) hat vor Kurzem den Too ihres Dienstmädchens durch | Harle Behandlung, Vorenchaliung von Nahrung und Obdach rc., herbeigeführt. Die Profefforsfrau wurde jetzt vom Gerichtshöfe zu 10 Monaten Arbeitshausstrafe verurtheilt, hat stch aber der Vollziehung des Unheils, mit Zurücklassung ihrer Caution von 600 st. durch die Flucht entzogen. — In Meckenheim bei Neustadt a. d. H. wurde die 19jährige Tochter des Schullehrers von einem Kerl, der des Stehlens halber in'S Haus drang, jämmerlich ermordet. Der Verbrecher fitzt fest. — In Berlin sind die Nähmaschinen in voller Thärigkcit. Die Schneider, welche sie sich angefchafft, lassen damit am offenen Fenster arbeiten und das Publikum drängl sich in den betreffenden Straßen so, daß die Polizei die Ordnung erhallen muß. — Die Gattin des dieser Tage in Ehalons erschossenen Generals Reuilly hat stch in ein Kloster zu Metz begeben. — In Reutlingen wurde vor einigen Tagen zur Nachtzeit eine Wittwe scheußlich ermordet. Zwei Bursche sind verdächtig. — In der Bremer Todtenbundssache sind 68 Unheile gefällt. Das höchste lautet auf 7 Jahre Zuchthaus. — Die berühmte Kreuzberger'sche Menagerie kommt dieser Tage aus der Schweiz nach Friedrichshafen und Stuttgart. Drei Dampf- schleppschiffe und ein Eisenbahnzug sind extra bestellt. — Einen schrecklichen Tod fand neulich ein böhmischer Forstmann. Derselbe legte stch im Walde schlafen und als er nach einiger Zeil elwas in seinem Schlunde verspürle, sand er zu seinem Entsetzen eine giftige Natter, ohne Kopf, neben sich liegen. Das Thier war ihm in den Mund gekrochen und im Schlafe biß er ihm den Kopf ab. Der Unglückliche war bald eine Leiche. — Telegr. Depeschen melden: Die Fahrten der Dampfschiffe auf der untern Donau seien wegen plötzlicher Hindernisser eingestellt, und ein Theil der türkischen Armee habe bei Kalafat die Donau überschritten. — Die französische Regierung hat laut einer telegr. Depesche aus Paris die Bildung zweier Lager zu Lyon und Toulon, jedes von 50,000 Mann, beschlossen. — Die Gerüchte von einem bei Metz aufzustellenden franz. Ob- servationscorps werden durch die Angabe bestärkt, es seien dort bereits für große Kartoffel-Lieferungen Accvrde abgeschlossen. — Im Tuileriengarten zu Paris steht jetzt ein junger Kastanienbaum , der während des Flühjahrs und Sommers nicht einmal Knospen noch Blätter trieb, in reichstem Blätter- und Blüthenschmuck. — Der Uebergang der Türken übet die Donau bei Kalafat ist nun officiell bestätigt. — Fürst Gonschakoff rückt mit seinen Truppen nach dem Süden an die Donau. — Nach einer verbürgten Miltheilung aus Konstantinopel ist die Bildung einer aus ungarischen Flüchtlingen bestehende selbstständige Fremdenlegion nicht gestattet worden. — In Bra, einer kleinen Stadl in Obetpiemonl, kam es jüngst Abends zu einem Ctawall wegen der Theuerung der Lebensmittel. -- In New-Orleans starben binnen 19 Wochen 10,960 Personen , und von diesen 8148 am gelben Fieber. In den Missistppi-Staaten grassirt es noch sehr bösartig fort. Auf Jamaica, Haity und in der Havannah bat die Cholera nachgelassen. Ml i s c e l l e, — Ein ächter Patriot — rief ein amerikanischer Volksredner bei einem Massen - Meeting im Westen —, ein üchter Patriot muß für sein Vaterland sterben können, selbst wenn's ihm das Leben kosten sollte. (Ungeheurer Beifall.) Nachrichten aus dem Gebiete der Staats - und Volkswirthschast, milgetheilt von Otto Hübner. Berlin, 21. September. (Schluß.) Die Verfasser, aW Deutsche, welche seit längerer Zeit in Amerika leben, haben es unke nommen, den vielen verlockenden und glänzenden Bildern gegenübt durch welche die leichtgläubigen Deutschen über die Amerikanisch, Zustände getäuscht werden, wahrheitsgetreue und ncdiegene Schill, rangen der dortigen Verhältnisse zu liefern. Es ist dies in em langen Reihe von meistentheils fehr gut, öfters elegant geschriebem Aufsätzen, so wie durch zweckmäßige Mittheilungen aus den Ama kauischen Blättern in einer so interessanten Weste geschehen, raß i Hefte auch solche gebildete Leser, die stch nicht speciell um t Amerikanischen Zustände bekümmern, auf das Angenehmste fessel und anziehen müssen. Da hier Vieles ganz anders und weit weniger glänzend e scheint, als das gewöhnliche Geschrei der Amerikanischen Anbeter i auszumalen pflegt, so ist rs kein Wunder, daß fowohl ein Th» der Deutsch-Amerikanischen Presse, als auch die Werbe-Blatter, m z. B. die Allg. Auswanderungs-Zeitung, mit wahrer Wuch üü diese Aufsätze herfallen. Dies kann ihnen indeß nur zur Eh gereichen und ist ein Beweis für ihren inneren Werth und d« Gute, was sie stiften. Der Central-Verein kann daher die Leetii der „Atlantischen Studien" nur dringend empfehlen. An den Bericht des Vorsitzenden schloß sich eine Debatte, i welcher Hr. Oberstlieutenant v. Forst»er, Hr. Ausculmtor Stol der Vorsitzende u. A. Theil nahmen. Es wurde nämlich tue F», erörtert, welches Land und refp. welche Gegend wohl im All.eMi neu dem Auswanderer am meisten zu empfehlen fei? und es ergi sich, daß die Beantwortung dieser Frage in ihrer Allgemeinheit M möglich sei. Es kommt in jedem einzelnen Falle so viel auf l Persönlichkeit, die Vermögenslage, den Körperzustand und *.ii andere Verhältnisse des Auswanderers an, daß die Frage. wohl man auswanver» solle? stets in jedem einzelnen Falle ii Berücksichtigung aller dabei concutnrenden Verhältnisse erörti werden nruß. Deshalb eben hält der Central-Verein sein offen Büreau, wo ein solcher Rath ertheilt wird. Je reichere Ersahru gen das dort zusamnienströmende Material gewährt, um so mt stellt es sich heraus, daß die ganz allgemeine Empfehlung mi Landes, wie sie in so vielen AuSwaiiderer-Büchern oder Wert Zeitungen vorkommen, das wahre Beßte der Auswanderer nimm' mehr fördern kann. Schließlich erhielt Hr. du Rieur, welcher nach einem U geten, wissenschaftlichen Forschungen gewidmeten Aufenthalte Guateniala kürzlich hierher zurückgekehrt ist, das Wort, um ein Vortrag über dieses Land mit Rücksicht auf dessen etwaige Colo« sation zu halten. Der Redner führte in interessanter und an|pt chender Weise aus, wie groß der Einfluß sei, welchen die geogtaphil Lage und Formation eines Landes auf feine Entwickelung und P" tische Stellung habe, und untersuchte von diesem Gesichtspunete a die Bedeutung Guatemalas. Das Resultat war em günstiges die Zukunft dieses Landes ; auch für die Deutsche Ansiedelung w dort Die Zeit kommen, obwohl gegenwärtig und für Die nächste s funft noch viel zu überwinden ist, ehe man damit vorgehen Dem Präsidenten Der Republik Guatemala, dem General a ließ Der Redner die größte Anerkennung widerfahren. . Nach einigen Bemerkungen des Vorsitzenden über einzelne ch dieses Vortrages wurde Die Sitzung geschlossen. Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch« und Skrindruckerei. Es ist ii Der Nau rate Tagebu : ine Zeitrech I fen ganz ve las Glück z j iiten und c Hand pha n ti «itt rthschast, M 46. faffer, «Ui en es untt n gegenüb» iirerikanisch ,ene Schilt ,c8 in eint geschrieben» i ven Ama hen, raß 6 ieU um i hin sie fessel glänzend e i Anbeter i hl ein Th« -Glaner, iw Wuih üü ir zur Eh lh uno d« • die Lectü Debatte, i aiov Slot ch die Fr« lm Alleen» niD es ergi neinheit ml viel aus I b und ni age: w o hi l Falle ii nisse ervrii sein offen re Ertahru um so mt sehluug ein ober Äeri erer nimmt h einem lä usenihalie )Vt, um eint oaige Colo« unb ansp geographili ng unb ps USpuurte ai günstiges f iebelung wi ie nächste Z rgehen könt ieral Carrei injclne Punl I Beilage. ■ «.■■■■ ... ii, ■■■■■■ ,■■■ ■■■■■■—■ i ■■■„ ■■■■■■......." i HI..I »i-i-m'LWE--»S Per P a h n w a r t e r. Novelle. (Fortsetzung.) 3. Mai 184 . Es ist Frühling in unb außer mir, Frühling im Herzen wie f der Natur Liebesfrühling. Seil Monaten habe ich euch ernt Tagebuch-Blätter vernachlässigt, weil es seit Monaten für mich l tat Zeitrechnung oder wenigstens eine von bet aller anbeten Mensen ganz verschiedene gibt. Unb was hätte ich auch schreiben sollen? M Gluck zählt nicht nach Wochen unb Tagen, sondern nach Mimen unb Seennden; eS läßt sich nicht schildern unb zergliedern, I verliert wie der bunte Falter, so wie du es, wenn auch noch so it und vorsichtig berührst, den sherrlichen goldenen Flügelstaub. I tt ich bin glücklich. Ich sehe sie fast täglich, ich musicire nut i, ich sitze ihr zuweilen bei Spazierfahrten im leichten offenen Sagen gegenüber, ich fliege an ihrer Seile auf schnellem Rosse «ch die aufblühende Natur. Wie segne ich den hochmüthigen Sinn l her Muller. Wäre ich einer ihrer Slandeszenvssen, wäre ich il(i der ihr bestimmte Bräutigam, so würde, dieser tägliche fast «raute Umgang nach den strengen Gesetzen der Ciikette beschränkt , it geregelt werden, aber — un artiste, un homme de rien — fin’a pas de consequences. Sie betrachtet uns Künstlet fast ti die römischen Matronen ihre gebildeten Selaven, die sie mit SufiE unb Deeiamalion unterhielten, vor denen sie aber sich jener llscksichten enthoben glaubten, die sie den übrigen Männern gegen« ta schuldig sind. Thor, der ich wäre, mich durch eine Mißachtung sitcijt zu fühlen, bet ich es allein zu danken habe, daß ich Corn- ' V, Natalien fast täglich sehen und sprechen kann. Ich segne diesen istmüihige» Sinn. Hat mich doch Nataliens Mutter gestern auf: Wert, sie auf ihrem reizenben Schlosse bei L..., wo sie regel; Hig ben Sommer unb Herbst, ^bringen, zu besuchen. O! ich dibe kommen, Frau Gräfin, ich werde kommen, unb trenn ©le D die bekannte Frage: Est ce qu'un domestique est un liomine? uh auf uns Künstler anwenden sollten. Ich weiß es, daß Natalie Mets denkt und fühlt und das genügt mir vollkommen. 12. Juli 184 . Das ist das Leben im Paradiese. Ich bin feit vierzehn Tagen ® dem Schlosse. Von den vierundzwanzii Stunden, die der Tag ckl, bin ich wenigstens zwölf in ihrer Gesellfckaft. Die Unge; Miigenheil des Landlebens gestattet mir täglich neue Vorzüge an t zu bewundern. Sie ist der gute Engel der ganzen Gegend j die Hebung der Armen und Kranken; der roheste Taglöh. er rückt * ihr mit einer Ehrfurcht die Mütze, die nicht blos der Tochter 1,1 Gmshetrschaft gilt. Wenn sie in eine Hütte tritt, wo Roth itb Krankheit herrschen, so ist es, als ob das Licht, das ihre Ge- ch umfließt, Alles beleuchte unb verkläre, unb wenn sie Trost zu- Acht, so klingt es, wie tote Worte des Heilands geklungen haben %n, wenn er die Stimme erhob, um wunderthätige Heilungen i« verkünden; wenn er zu dem Lahmen sagte: „Wirs deine Krücke *9 und tranble'1 unb zu dem Bettlägerigen: „Trage dein Bett - iiaus und fei' gesund." Und wie war sie so süß beschämt, so erzürnt, als ich ibr einmal unbemerkt gefolgt war, als ich k bescheiden verborgenen heimlichen Wohlthaten entdeckt hatte. Den größten Theil der Nächte bringe ich mit der Geige in Hand phantasirend und eomponirend zu. Ja ich eomponire, ich m’i .in.ni .rnfton an einpm Ffini)Iprifrfipn qUerfe (Sin? wunderbare Spannkraft und Elastieitat hält meinen Körper und Geist aufrecht; es ist die Spannkraft der Jugend, deS Glückes und der Liebe. Wen» ich noch fo fpät in die Nacht hineingewacht habe, so bin ich doch schon mit dem frühesten Morgen bereit, mit Com- teffe Natalie einen Ritt durch die tharifeuchten Wälder zu machen. Wir sind allein, nur ein Stallmeister unb ein Reitknecht folgen uns in bescheidener Entfernung. Wie reizend, wie blühend, wie entzückend ist Natalie; wie* schmiegt sich das knappe Reiikleid so verführerisch und doch so keusch an vollendete Formen, wie sitzt der Männerhut mit dem wehenden Schleier so hinreißend kokett auf den üppige» Scheiteln. Mit welcher anmuthigen und sicheren Kühnheit führt sie ihr sicheres Pferd, das stolz auf seine reizende Last zu sein scheint. Wie melodisch klingt ihr lautes, Helles, kindliches Lachen, ihr entzückendes, unbefangenes, heiteres Geplauder. O, solch ein Morgenritt mit Natalien müßte auch in dem kältesten verstorbensten Herzen den reichste», blühendsten Liebesfrühling wieder erwecken. Den 22. Juli 184 . Zuweilen drangt sich mir denn dock die Frage auf: und bann, was weiter? Kann diese bezaubernde Eristenz ewig dauern, unb was soll aus dir werden, wenn sie zu Ende ist? Ich beschwichtigte bann diese warnende mahnende Stimme so gut es eben gehen mag. Muß denn die Liebe einen Zweck, ein Ziel vor sick haben? Lebt sie nicht von sich selbst, für sich selbst, um ihrer selbst willen. Kann sie denn nicht bestehen, hat sie nicht dieselbe Berechtigung, auch wenn sie nicht die leiseste Hoffnung, die entfernteste Möglichkeit des Besitzes ha! ? Ist sie nicht um desto tiefer, rührender und poetischer? Muß denn jede Leidenschaft die bürgerliche Entwickelung einer Hochzeit zum Schlußsteine haben? Muß denn jedes Gefühl am Ende in einer lärmenden Kinderstube verwelken und absterben? Mit solchen Sophismen suchte ich meine trüben Ahnungen zu verscheuchen. Es gelang mir nicht immer. Zuweilen sprach eine Stimme in meinem Innern mit finsterer Bestimmtheit: Du täuschest dich, eitler, wahnsinniger Thor; jenseits der bezauberten Eristenz von heute liegt nicht die still-wehmüthige Erinnerung, liegt nicht der saust entsagende Schmerz; jenseits dieser Eristenz liegt Finsterniß und Chaos, Berzweiflung, Wahnsinn unb Tod. Denn ein Anderer wird glücklicher fein als dti, er wird die als Braut umarmen, die du als Göttin anbetest, und dann wehe dir, wehe deinem Herzen, das unter ben scharfen unerbittlichen Krallen der Eifersucht bluten, sich verbluten wird. Wenn ich sie aber bann wieber sehe, wenn ich ben berauschenden Zauber ihrer Gegenwart in vollen durstigen Zügen trinke, dann verstummt diese düstere warnende Stimme, dann jauchzt in mir die Hoffnung, dann sage ich mir: Mag auch immerhin jenseits dieser bezauberten Eristenz Finsterniß und ChaoS, Verzweiflung, Wahnsinn und Tod liegen, genieße sie, so lange sie währt, um so freudiger, je theurer du sie später bezahlen mußt. Den 24. Juli 184 . Meine düsteren Gedanken übermannen mich wieder, denn ich sehe die Zauberin, die allein die Macht bat, sie zu banne», seltener und fast niemals allein. Nataliens Bruder Viktor, der als Lieutenant in einem Kavallerie-Regimente dient, ist zu Besüch gekommen unb hat eine große lärmende Gesellschaft von Kameraden mitgebracht. Da gibt es nun große, prächtig arrangirte Partien; aber um die frischen Morgenritle, um die herrlicken Stunden am Clavier, um die abendlichen Gondelfahrten auf dem Parkteiche ist es geschehen. Um den Freunden des Lieutenants Viktor ist mir besonders sein Rittmeister Fürst K .... unangenehm. Er überhäuft Natalien mit 91 iifinnftamfeiIen unb feine, wie mir fckeinen will, fall zribrinalicke 92 Bewerbungen werden von Mutter und Bruder augenscheinlich begünstigt, unterstützt. Er ist einer der reichsten Kavaliere und, das kann ich bei aller Abneigung, die er mir einflößt, nicht in Abrede stellen, ein junger Mann von einnehmendem Aeußern und feinem gewandten, ritterlichen Benehmen. O mein Gott! mein Gott! ich bin sehr unglücklich! 5. 25. Juli 184 . Lächerlicher Thor, der ich bin, ich glaube wahrhaftig, ich leide an jenem Wahnsinne, den man Eifersucht nennt. Ich eifersüchtig, auf wen, und mit welchem Recht? Ist es nicht ganz einfach und natürlich, daß stch ein junger, schöner und reicher Kavalier um. die Hand der jungen, schönen und reichen Gräfin Natalie bewirbt, ist es nicht ganz einfach und natürlich, daß die Mutter der Comteffe, die in jeder Beziehung so passende Verbindung zu Stande zu bringen trachtet? Was habe ich damit zu schaffen, dabei zu sagen oder auch nur zu denken? Wenn die Eifersucht des Berechtigten schon bemitleidensmerth ist, so ist die des Unberechtigten vollkommen lächerlich, ja beinahe verächtlich. Und Natalie gab mir nie auch nur den Schatten einer Ermunterung, eines Anspruches, eines Rechtes. Sie muflcirte gern mit mit, sie schien meine Begleitung auf ihren Spazierritten nicht lästig zu finden, sie liebte es, sich von mir aus dem Teiche spazierenfahren zu lassen, aber dies Alles mit derselben Unbefangenheit, mit der sie jetzt den Rittmeister, der eine schöne Tenorstimme besitzt, am Clavicr begleitet, mit der sie jetzt an der Spitze einer zahlreichen Calvacade dahinsprengt oder in Begleitung einer ganzen Barkenflotille auf dem Teiche fährt. Sie ermuntert auch die Bewerbungen des Rittmeisters nicht, ja sie scheint sie kaunt zu bemerken. Das ist doch ein Trost, wenn auch kein Ersatz für mein verlorenes Paradies. O wenn sie meine Leiden ahnen könnte! Aber nein, sie soll es nie, sie soll bleiben, was sie ist, ein heiteres unbefangenes harmloses Kind. (Fortsetzung folgt.) Was giebt es Neues? — Am 10. November erfreute Se. K. Hoheit der Großherzog von Hessen die Stadt Gießen abermals mit einem Besuche. Während i er Anwesenheit daselbst besichtigte er den neuen Bahnhof, den botanischen Garten, die Aula und dergl. und fuhr mit dem 8 Uhrzuge, Abends, wieder nach Friedberg zurück. — In Cassel macht ein Vorfall, wobei in der Gegend des Theaters ein Hochgestellter von einem andern Herrn aus höherem Stande körperliche Mißhandlungen erlitt, viel von sich reden. — Die Kaff. Ztg. enthält folgende Mittheilung: Ein beklagens- werthcs Ereigniß, welches am vergangenen Freitag Abend auf der Straße in der Nähe des Theaters stattfand, hat heute Se. k. H. den Kurfürsten zu nachfolgendem allergnädigsten Schreibe» : „Mein lieber 5 taatsminiftcr Haff-npflug. Ich hab- aus ihrem heutigen Schreiben erfahren, daß Sie wegen des von Mir sehr bcdaucricn Vorfalls ». 4. b, M. selbstständige Schriltc zu rhun beabsichtigen. Ich hege jedoch den dringendsten und lebhaften Wunsch, Ihre Mir bisher geleisteten treuen Dienste mir auch für die Zukunft zn erhalten, und fordere es daher bei der inniittclst cingelcitcten cerichtlicheu Untersuchung als -inen Beweis Ihrer Ergebenheit, daß Sie sich e lies jeden weitern Schritte- enthalt-», indem Ich von" der vollkommenen Ehren. Hastigkeit Ihrer Gesinnungen vollständig überzeug! bin und mit besonderem Wohlwollen verbleibe.Ihr wohlgeneigter Friedrich Wilhelm. Kassel, 7. November 1853." und die erste Kammer der Stände zur Absendung einer Deputation, bestehend aus deren Präsidenten, Herrn Obervorsteher v. Milchling, dem Herrn Erbmarschall, Freiherrn v. Riedesel, so wie dein Herrn Superinleudenten Merle an Se. Erc. den Herrn Staatsminister Hassenpflug veranlaßt, um demselben Namens sämuitlicher Mitglieder der ersten Kammer ihre Thetlnahnie und lebhaftes Bedauern wegen des ihm widerfahrenen gewaltsamen Ueberfalls auszudrücken. — Die bergsträßer Weinlese ist beendet und glauben die Winzer,! wenn es auch gerade keinen 1846t gibt, dennoch einen schönen, Preis zu erzielen. — Zn Mühlhausen erstach dieser Tage ein zehnjähriger Knabe! einen vierzehnjährigen bei'm — Kartenspiel! — In einer Mühle zu Neckarbischofsheim kam ohnlängst eine | Frau dem nicht verschalten s. g. Königsbaum zu nahe; ihr Kleid, wurde erfaßt und die Unglückliche, ehe der nahestehende Mühlbursche $$ - das Werk stellen konnte, 8 —10 mal herum und ihr Kopf auf M ,.b @raf Steine geschleudert! Nicht nur der Kopf, fast der ganze Körper man , war im Nu gebrochen. hochade — Eine telegraphische Depesche, Berlin, 9. Nov. meldet: Das ßrend? Wi Journal de Petersbourg enthält ein voin 21. Oct. (2. Nov.) da- brtraulichkeii tirtes kaiserliches Manifest folgenden Inhalts: „Rußland ist heraus- ffr, aber er gefordert zum Kampf; es bleibt ihm also kein anderer Ausweg, als denen Morg zu den Waffen zu greifen, um die ottomanische Regierung zu zwingen, Lge unsere die Verträge zu halten und von ihr Genugthuung zu erhalten für tot du didl die Beleidigungen, durch welche sie unsere äußerst mäßige Forde-hlen; du 's rungen und unsere rechtmäßigen Bestrebungen zur Vertheidigun; ff? Geh!" des orthodoren Glaubens im Orient beantwortet hat. >s mag das — Der „Moniteur" meldet: 12,000 Mann türkischer Truppen gingen nm 3. d. bei Oltenitza über die Donau in die große Wallaches. Sie wurden von 9000 Russen unter dem Commando Pau- ^Lürgerstoc «Mitgift br der tobend! — Die Schützen und die Jäger der preuß. Armee erhalten statt! Tov. der beim Abfeuern unbequemen Pikelhaube jetzt Filzbüte, die auf Natalie der Seite eine aufgeschlagene Krämpe, eine Federverzierung habenfie reich und ohne Sturnibanv bleiben. r" llne 8" — Die Paris - Straßburger Bahn macht so glänzende Geschäfte,. * daß man glaubt, am Schluffe dieses Jahres würde sich ein Uebir- "reichen i schuß von über 25 Millionen ergeben. V1" ' n'®r — Bukarest, 5. Nov. Am 2. November sind 23,000 Tür-st<,"„ ken bei Oltenitza über die Donau gegangen und korttool in der alten russischen Schanze einquartirt. Gestern um 12 Ubr it ^behren begann russischer Seits ein Angriff durch den Keneralf^oncertsäle Dannenberg, dessen Kanonendonner man in Bukarest hörte. 6 SBa= Lrcn (bf taillone Russen griffen die Verschanzungen an unb Sieben üra nahmen die befestigten a i t e n Q u a r l i r e im Stürm mit börpn „ - . dem Bajonett. Tie Cavallerie konnte wegen der Sümpfe nid;t ^lnS Mitwirken, lieber den Verlust auf beiden Seiten ist noch nichts l n,ämi positiv bekannt. Fürst Gortschakoff ist heute zu den Truppen «b; Lu^uftrttf gegangen, um ihnen für die bewiesene Bravour zu danken. — Nach L t,fr|f[ßen neueren Nachrichten aus Oltenitza sollen die Russen tu Folgeth,chwstrdjg des heftigen türkischen Kanonenfeuers die mit Sturm genommenen,, nc Verschanzungen am linken Donauufer wieder verlassen haben müssen. ? s loff's angegriffen. Nach lebhafter Kanonade wurde der Kampf mit Sinne; jetzt leben wir daS künstliche glänzende ----- zr' "mM'rfr-t. fQCn ter Mitwelt, aber auch nur für sie, nur für ihre llands. 6|lle ft nche Laune, wir sind ihre Possenreißer geworben, und noch T .-IUl Pftben, hat uns auch diese undankbare Mitwelt schon 1|,m unb juchzt ihren jüngeren Opfern zu. " - . _9riata(ic 'st unverändert. Ich glaube sie weiß es eben so wenig, ierung haben °! N- rkich und hochgeboren ist, als sie weiß, daß sie entzückend du und geistig hochbegabt ist und das edelste Her; besitzt. Aber ide Geschäfte, ! Autler, ihr Bruder! Ich reise morgen. Warum nebmen uns ) ein lieber- und Vornehmen in ihre Kreise auf, warum schmeicheln U"8' ,n'.®rum behandeln sie uns bis zu einem gewissen Punkte 1,0 00 $ürdl , q *i'n' n,cn". st^ dann plötzlich die Schranke, die uns 'n und dort am.r/ unveriöhnlicker und unübersteiglichcr als je wieder um 12 UbraBcn'1 st° unser Talent zu ihrer Zerstreuung den ®enera({L" 6,r-r ^"nen so mögen sie sich in ihren bezahlten Logen, hörte. 6Ba- ft "»d Theatern daran ergötzen. Die tausend Lichter en an uni kl" ^denen Salons blenden unsere Augen, auf ihren üppigen Sturm mit >“‘l fn i >auchclt unser Fuß, die Reize ihrer Frauen und Töchter Sümpfe nicht i " ®riflenä "nd machen uns elend. Glauben sie, wenn noch nichts ‘UnS uulgknommen^ haben in ihre blühenden Hekperidengärten, Truppen ab- L 5“ stumpfsinnig; um die Hand nach den goldenen Früch- '«n. — Nach l "uszustrecken, oder so furchtsam, uns von den drohenden Wäch- en in SoU« -Cn ""schüchtern zu lassen ? Und wir, warum geben wir üenl nnZ ^'Urbl3Cr @(fcroad)^if W™ Reize nach? Warum bleiben , _ t-n- “ ' a8inuln lteben wir nicht irgend eine hübsche anspruchs- U"8 bi? Sparpfennige ihres ehrsamen Vaters 3 t m ' k 3'f ua*fc^ ^tn uns, an unserem wilden Ehrgeize, an lmando Pa - »er tobenden Genußsucht liegt der größte Theil der Schuld. Sie L Recht, uns so zu behandeln, wie sie es thun, uns als behandeln, wie prächtige Möbel doch? Ja! ganz richtig, ein schwüler Sommerabend, ein Blitzstrahl und eine Leiche. Warum konnte ich nicht diese Leiche sein! 3ck wollte eine Cravonzeichnung, Nataliens Portrait, die ich theils auf meinem Zimmer nach der Erinnerung, theils indem ich die seltenen Gelegenheiten benutzte, wo ich sehen konnte ohne selbst gesehen zu werden, begonnen hatte, vor meiner Abreise noch vollenden. Ich bin kein guter Zeichner; dennoch wurde das Portrait ziemlich ähnlich, das beißt in wiefern überhaupt irgend etwas ihr ähnlich sein konnte. Ich zeichnete ja mit der Erinnerung des Herzens. Der Abend war schwül, die Gesellschaft saß unter der Veranda an einem Tilche, der mit Ananassen und Erdbeeren in silbernen eisgekühlten Gefäßen beladen war. Ich benützte die Gelegenheit, entfernte mich unbemerkt und nahm gegenüber in der Orangerie Platz, um verdeckt von einer riesigen breitblätterigen Cactusstaude das Portrait Nataliens nach der Natur vollenden zu können. Nachdem ich den letzten Strich gethan, saß ich lange in träumerische Betrachtung desselben versunken, bis ich plötzlich durch einen Ausruf des Erstaunens geweckt, auffuhr. Es war Natalie, die über meine Schulter blickend, ihr Portrait erkannte. Ich war zu Tode erschreckt, vernichtet. „Gräfin," sagte ich stammelnd, „ich reise morgen früh ab, und war frevelhaft und vermessen genug, noch einen Raub von hier mitnehmen zu wollen. Ich habe ihre Gastfreundschaft mißbraucht. Verzeihen Sie mir und vernichten Sie das Bild." Damit gab ich Natalien die Zeichnung. „Ich verstehe Sie nicht," sagte sie heiter lächelnd, „mein Por- ftrait ist, wie mir scheint, ziemlich ähnlich, wenn auch geschmeichelt, und wenn es Ihnen Vergnügen macht es zu besitzen, so behalten Sie es. Höchstens bedinge ich mir aus, daß Sie es gelegentlich für mich kopiren." Sie sagte dies Alles mit einer eben so rührenden als reizenden Einfachheit, Güte und Unbefangenheit. Ich war unedel genug, die Naivetät dieses unerfahrenen Kindes beim Worte zu nebmen und verbarg selig das Portrait. „Da Sie morgen reifen," fuhr sie fort, „fo muß ich Ihnen doch ein Andenken an Ihre Freundin Natalie mitgeben. Sie reifen gewiß sehr weit und wer weiß, wann wir uns wieder sehen." Sie hatte bei diesen Worten einige blühende weiße und roth« Camelien gebrochen, dann vereinigte sie dieselben in ein reiches und Zierliches Bouquet, riß ein weißes Seidenband von ihrem langen Handschuhe, band mit demselben die Blumen zusammen und reichte sie mir mit einem wehmüthigeu Lächeln. Ick war außer mir, ich drückte die Blumen heftig an mein Herz und an meine Lippe». Dan» ergriff ich Nataliens Hand und bedeckte dieselbe, keines Wortes mächtig, mit Küssen und Thränen. Jn diesem Augenblicke trat Nataliens Bruder, Graf Victor, in Begleitung des Rittmeisters Fürsten K. . . in das Treibhaus. Natalie, durch meine seltsame Attftegung verwirrt und erschreckt, ging den Eintretenden entgegen. Ihr Bruder reichte ihr ohne ein SBort zu sagen den Arm und führte sie hinaus, nachdem er vorher pent Fürsten einen Blick zugeworfen, der zu sagen schien: Ich überlasse meinem zukünftigen Schwager das Vergnügen, diesen impertinenten Eindringlich zu züchtigen. Der Fürst hatte diesen Blick verstanden; er trat auf mich zu, nicht zornig und drohend, sondern kalt und höhnisch. Nachdem er mich einige Sekunden auf die verletzendste Weift tn über Bratenstraße von tlich nach den worden. | gemessen hatte, ohne daß mein Auge sich vor dem feinen gesenkt -Wie war es | hätte, sagte er langsam und spöttisch: cv, , 4. August 184 . ■JO) habe die Grenze überschritten, ich bin in Sicherbeit. Jetzt >ck meine Erinnerungen sammeln, und ordnen. " 94 Sell wenig erwartet W war eil It, und bei m li Gott wii es nicht h Ab sie wei| Winter HU iunui.il VI». /-W | / Ä f Passivität Frankreichs als nicht Jtwfl1 und wo 1000 Fr. tedarirt und wird dies jetzt bitter bereuen. Druck unv tbetlug Oer ti>. D. Vruhl'fchen Buch» unv «LMuOruckeret. erwäre doi je Familie ksetzes bestr und wäre Irelanger s mte aber r dar es aut »8 kam, tr ib so nam Wir brechei He schlichte , jvphe nähe et den Bal inet Wohn m. Ja dt Mörder v -reche», ab lcher Verkli «fahr mein h ist. :icht schlecht i in der J Was giebt es Neues? — Für Prof. Bunsen soll in Heidelberg ein Laboratorium her- gestellt werden, wie ein zweites nicht eristirt. Es wirb auf 60 bis 70,000 st. kommen. — Die Krankheit bes Hrn. Grafen von Asenburg-Wächtersbach hat einen so schlimmen Charakter angenommen, baß ber Graf nach Der Heilanstalt Jllenau (bab. Oberland) verbracht werben mußte. — In Berlin tauchen bie Gerüchte von Mobilmachung der preuß. Armee wiederholt auf. — Zwischen Cöln und Deutz ist ein mit 11,000 Fres. beschwerter Geldbrief abhanden gekommen. Der Absender hatte aber nur starken Kanonendonner. snirtetlaat _ Cs bestätigt sich, daß die Ruffen eine groye Niedert g Kaukasus erlitten haben. — In einem Gymnasium im Girondedepartement wurden »r| einigen Tagen 60 Schüler verhaftet, die, als sie ihr Morgengeb singen sollten, bie Marseillaise anstimmten. i — Fürst Gortschakoff hat sich nach Oltenitza begeben. — Po türkischer Seile stehen neue Angriffe bevor. — Die russ. Armee i ben Donaufürstenthümetn soll in erster Linie circa 80,000, in zwei,« 90,000 Mann betragen. — Der Czaar hat erklärt (und auch de Höfen communicirt), baß von neuen Unterhandlungen und Bei nüttlungen nicht eher die Rede sein könne, als bis die Tiuk« $n ^lche- wieber auf dem rechten Donauufer und bie Kriegserklärung , voi „Mein Herr! Sie verschwenden viele kostbare Zeit hier im Schlosse. Vielleicht wissen Sie nicht, daß unten im Dorfe Kirch- weihlanz ist. Dort könnte ein so geschickter Fiedler, wie Sie, viel Geld und Ehre, ja vielleicht sogar'eine für ihn passende Liebe finden." Mein Blut kochte; Liebe und Glück, Haß, Eifersucht und Verzweiflung berauschten mich. „Fürst," sagte ich mit zornbebenden Lippen, „ich hoffe, Sie werden nicht so feig sein, sich vor der Rache eines beleidigten Mannes hinter ihrem Range zu verschanzen." Der Fürst erwiderte lachend: „Soll ich mich vielleicht auf den Violinbogen mit Ihnen schlagen?" „Wenn Sie fein anderes Bedenken haben," sagte ich rasch, „so ist Alles gut. Kommen Sie Fürst, ich will Ihnen zeigen, daß ich bie Waffen zu führen verstehe." Am Enbe bes Gartens lag ber Schießstanb. An einer Scheibe war ein gelber Glacehandschuh befestigt. Ich nahm die erste Pistole, die mir in bie Hand kam, rief dem Fürsten zu: „Die Spitze des Zeigefingers" und schoß. Ich hatte mein Ziel genau getroffen. Der Fürst betrachtete mich mit einer gewissen staunenden aber furchtlosen Achtung, dann verbeugte er sich und sagte: „Jetzt muß ich mich freilich mit Ihnen schießen, sonst könnten Sie glauben, ich fürchte Ihre Geschicklichkeit. Auf morgen Früh also. Kehren wir jetzt, um keinen Verdacht zu erregen, zur Gesellschaft zurück." Noch an demselben Abbild nahm ich einen kalten förmlichen Abschied von ber gräflichen Familie. Am andern Morgen fuhr ich mit ber frühesten Morgendämmerung aus dem Thore des Schlosses, wo ich in kurzer Zeit so Vieles und so Entgegengesetztes erlebt hatte. Gras Viktor, Fürst K..., und noch ein Offizier und ber gräfliche Hausarzt hatten es sich nicht nehmen lassen, mich eine Strecke Weges zu begleiten. Bei einem zwei Stunben von dem Schlosse entfernten Gehölze machten wir Halt unb brangen in dasselbe ein, um, bevor wir uns trennten, unsere Rechnung auszugleichen. Bald war eine für unfern Zweck geeignete Waldlichtung erreicht. Der Jäger des Fürsten brachte das elegante Pistolenkästchen, bet Arzt legte fein chirurgisches Besteck zurecht. Wir schossen ~unä . auf Barriere; Viktor fecunbirte dem Fürsten, der andere Offizier leistete mir diesen Dienst. Der Fürst schoß zuerst, seine Kugel streifte mein Haar, bie meine streckte ihn, in die Brust getroffen, regungslos nieder. Der Arzt eilte herbei unb beugte sich über ihn. „Ist er tobt?" rief Viktor. „Noch nicht," erwiderte ber Arzt ernst, „aber ich fürchte, er wird es nur zu bald sein." Mehr hörte, mehr sah ich nicht, Viktor warf sich mir in den Weg, er wollte mich zwingen, mich mit ihm zu schlagen; ich schob ihn mit ernster und schweigender Handbewegung abwehrend zur Seite. Ich konnte mich nicht mit ihrem Bruder schlagen. Ich durchflog das Gehölz, fand auf der Straße meinen zurückgelassenen Wagen,' warf mich hinein, und eilte ber Grenze zu. (Fortsetzung folgt.) bestimmten und in Bessarabien stationirt gewesenen Truppen bitt unv das Armeecorps unter Osten-Sacken befindet jia) noch au 6cm Marsche. (Nach Wiener Blättern soll die Vorhut dtejes Coch _ 5—6000 Mann stark, bereits ben Pruth überschritten haben.) S _ öiet[ Russen würden sich kaum in der großen Wallachei noch lau halten können, sollten sie vorn heranrückenden Saraskter gesihlag werden. Einer ihrer tüchtigen Generale, Pawlow, ist fchwer vk mundet. Neben bem für bie Oeffenilichkett bestimmten Manchs, hat bennoch bie gemelbete Erklärung Rußlands flattgefunDen: „N »on Verhandlungen nicht eher die Rede sein könne, bis Die Suite wiener auf dem rechten Ufer der Donau sind und Die Äriegäerflanui D« Türkei zurückgenonimen ist." Nach der so oft »ernonnmm. zuversichtlichen, kategorischen Sprache Rußlands in Der 1d>n,‘bcn Frage ist diese Erklärung nicht auffällig. Auch letzt noch behaupd Diejenigen, welche an die Allmacht Rußlands glauben, dtefes we, silbst im Falle, daß für Die Türkei die Chancen sich noch so gunfi gestalten, von seinem Entschlüsse nicht abgehen. Natwm-Z.) „ Ein französisches Ultimatum in Der oriental. Frage, nächst nach Petersburg unD bann an alle Höfe mit einer 6e)o»i. ........ Begleitsnote erpenirt werden soll, eristirt wirklich. In d I litalie lebte Gesandtschaftshotel zu Berlin werden Die Dinge sehr «nfW ' , f " M ..... (13 - r?2L.. * X * w Fr ot m3 (11 3 tllfDL Ul vH* aefattt unb fine lungeie ^»♦,,»«».«. ..... / j betrachtet. In anderen diplomatischen Kreisen tragt man I4 Jveen, wie ein Waffenstillstand zwischen Rußland und der » • sermittlen sei. Da man nach Dem in Bukarest lortDauetn none.ibonner eine Schlacht vermuthet, )o ist man begteiflich auf Depeschen allseitig im höchsten Grade 9efpannt u>^ ^, Diplomatie wirD sich erst nach dem Cinlangen der Nachricht den Ausfall derselben mit ihren Jveen weiter beschäftigen - Bei Buvetschi .muß am 9. d. Mts. heiß gekamp1 »» uuu w„ fein. Man hörte Tag unv Nacht in jener Richtung unun Italien zu Sultans zurückgenommen ist. _ . j begeistern r — Das Neueste ist, vaß sich der Sultan, sonst so weich 1111^ gatfe[träge friedfertig, bis Frühjahr in eigener Person in's Lager begeben willig ,-uid mit Das erste Hauptquartier wirb in Avrianopel sein unb Die bezligeinen 1 kichert Vorbereitungen hat Der Wejlr zu treffen. ibt, meine — Einer telegr. Depesche zufolge stnD die Türken durch ^tfßecfolgt, ge Bewegungen des Fürsten Gortschakoff bei Oltenitza über die Don« ynb penno zurückgewichen unb auch bei Giurgewo zurückgedrängt worden I. Was ist — Allen aus Petersburg sowohl, wie von gut unterrichtete 8cr| Russen ausgehenden Meinungen zufolge, hat man wirklich ^"jerivelfte St wenig erwartet, baß bie Türken eine Wintercampagne eröffiteJben? ~ •• würben, als man geglaubt hat, vaß Die Pforte alle Bemühung« 5^^ Der Diplomaten zu Gunsten Rußlanvs so plötzlich unterbrech, Duft-., k werbe. Es ist geschehen unb Rußlaub scheint für das ffurnu|q^iL Vorvringen nicht vorbereitet und durch .Erfahrung des Äeldzug- pon 1828 nicht klüger geworden zu sein. Die kaiikapsche Arm, bat vollends noch einen Theil der nach den Donausurstenthumet . , , J» 48. (Fortsetzung.) jen unt> 33et stht, meine Laufbahn in ihrem Beginne zerstört, ich selbst flüch- eken durch |t, und dennoch, o! über die finstern Geheimnisse des Men- *'ur'len ' üzens! möchte ich oft aufjauchzen, daß ich ihn traf. Ich < rii'n'npn flhlßl- .. , .... 77 Kruppen absto »geschah? ob ste ihn vielleicht Dennoch liebte und mich als nur sehen, er war dort zu be- zu sehen; dort lag das gräfliche Schloß. Wie 6t: Niederlag- ic wurden Br : Morgengebi das stürmisq des .Felvzugi tkastsche Arm 4t dieses Evrfl, en haben.) L I t man sich 11 j ad der Psortt nUdauernden $ inte aber verhaftet werden, bevor er dieses Ziel erreichte und dar es auch auf viele lange Jahre unerreichbar. So wie der Kriegserklärm ft vernommem oer schwebend noch behaupt« en, dieses tret noch so günfil ilion.-Z.) Frage, das ff -precheu, aber ich muß es. Gleichviel, unter welcher Bevingung, tcher Verkleidung, mit welchen Opfern, um welchen Preis, iefahr meiner Freiheit, meines Lebens, wenn es nicht anders h ist. fkeit. W war ein schöner, edler, tapferer junger Mann, den ich «begeistern werde, diese Liebe, von der ich hoffte, daß sie mir die so weich gacfeiträgerin auf dein Pfade der Kunst sein werde. Meine , und auch Nachrichten ü >>g kam, trieb es ihn hinaus in die Gegend, wo er so glück- id so namenlos elend gewesen war, wo man ihn weniger und wo die Freiheit des Landlebens ihm mehr Möglichkeit er den Bahnwächter dort oben auf dem Damme um die Aus- iner Wohnung. Da schoß wie ein Blitz ein Gedanke durch lVIL 3a daS ging. Wie sollte Jemand den glänzenden Vir- Der Dahn wärter. Novelle. je Familie seines Gegners besaß, gewiß nach der ganzen Strenge sisetzes bestraft worden. Hätte er sicher gewußt, Natalien zu und wäre cs nur für einen Augenblick, er hätte dieses Glück hrelanger schwerer Hafk nicht für zu theuer erkauft gehalten. tuosen in dieser Lebensspähre suchen ! Er war hier sicher, er konnte beinahe die Hälfte des Jahres ungesehen, unbemerkt in ihrer Nähe leben. Die andere Hälfte des Jahres freilich wird schrecklich sein; da wird seine Phantasie sie ihm zeigen, in glänzenden Gesellschaften, umringt, geschmeichelt, angebetet, fortgerissen in dein wollüstigen Wirbel des Tanzes, während er in der verschneiten, sturmumsausten Hütte in ohnmächtiger Leidenschaft vergeht. Und dennoch — der strenge ermüdende Dienst, den Die furchtbare Verantwortlichkeit für so viele Hunderte seinem Pflichtgefühle anvertraute Menschenleben durchaus nicht zu vernachlässigen gestattet und die tagezählende Hoffnung auf den nächsten Frühling mußten ihn den Winter tragen helfen. Er stieg hinauf, um mit dem Bahnwächter zu sprechen und ward — Dank sei es einem bescheidenen Reste seiner letzten Geldernte — bald einig mit demselben. Der Bahnwächter unterwies seinen Lehrling durch einige Wochen in seinem Dienste. .Dann gab er Denselben auf, der Musiker bewarb sich unter falschem Namen um die erledigte Stelle, und da er von seinem Vorgänger, einem sehr braven und verläßlichen Manne empfohlen wurde, so erhielt er den Dienst ohne Schwierigkeit. Nun begann für den Musiker ein eigenthümliches Leben. Nach der Abfindung seines Vorgängers für die Ueberlassung der Stelle war ihm nachgerade so viel übrig geblieben, um sein jetziges Leben mit seinen früheren Gewohnheiten so gut, als dies überhaupt möglich war, in Uebereinstimmung zu bringen. (Schluß folgt.) st — vielleicht wird ein Anderer ste fein nennen können, ich es nicht hindern können, aber er nicht, er eben so wenig B. Db fie weiß, daß ich ihn getödlct? ob sie ahnt, daß cs ihret- chei noch lau' Skier geschlag , ist schwer v-' inten Manifif ' Gegeben biul niit Blut befleckt, mein Raine von einer edlen Familie, »d °ie bezugsch einen hoffnungsvollen Verwandten entrissen, dem Fluche gefunden: „M Mörder verflucht? Ich muß sie wieder sehen, blv Dlf ^Uutl - ... ben. — Vos uff. Armee ill 00, in zweite und auch de Was giebt es Neues? — Während man in Süddeutschlanv nichts Eiligeres zu thun hatte, als die am meisten benützten Stehwagen auf den Eisenbahnen abzuschaffen, ist die prcuß. Regierung jetzt bemüht, eine vierte Wagenklaffe, aber mit Sitzen, zum Besten der Unbemittelteren einzuführen. — Das „Neue Stuttgarter Tageblatt" vom 5. November brachte mit der Bezeichnung „Aktenmäßig" folgende haarsträubende That- sache : „Eine fabelhafte Bevölkerung oder vielmehr Uebervölkerung hat kürzlich in dem zu Stuttgart gehörigen Weiler Heslach Anlaß zu einem Streit gegeben. Zwei Familien besitzen daselbst gemeinschaftlich eine Stube. Beide Familien bestehen aus 7 und 8, zusammen aus 15 Köpfen. Nun beklagte sich der eilte Theilhaber darüber, daß der andere noch eine dritte Familie, ebenfalls aus 8 Köpfen bestehend, zu sich in die Miethe genommen habe, so daß besagte Stube gegenwärtig im Ganzen von 23 Personen verschiedenen Alters und Geschlechts bewohnt ist." Gegen diese Mittheilung ist bis jetzt von keiner Seite ein Widerspruch erhoben worden. — Beim Berliner Stadtgerichte schweben gegenwärtig gegen eine Dame aus den höheren Ständen eine große Anzahl von Wechsel- Prozessen. Die Gesammtsumme der Schulden soll sich auf circa 50,000 Thlr. belaufen. Die Hauptschuldnerin ist die Tochter eines der reichsten Einwohner, der indeß für seine Tochter nichts mehr bezahlen will. Die Erecntion gegen dieselbe ist fruchtlos ausgefallen und zum Personal-Arrest kann sie ihres Geschlechts wegen nicht gebracht werden. — Vorige Woche brach in der Nähe von Froschdorf nach Mitternacht Feuer aus. Der Gras Chambord eilte sogleich zu Pferd nach dem bedrohten Orte, leitete die Löscharbeiten und setzte seinem * toir brechen hier mit unseren Tagebuch-Auszügen ab und neh- j je schlichte Erzählung, die sich jetzt mit raschen Schritten ihrer i °yhe nähert, wieder auf. Der unglückliche Künstler trieb ^nCV?niOlfr3) aSintcr über ziellos in der Welt umher. In die Residenz, ästigen tonnen gefdmpft wo. uuu , 0 ui.unterbro<|)1QtaI.fn cht schlecht und grausam; aber wenn ich ihm wieder mit der t |t ) noch au | jn fccr Auge in Auge gegenüber stände, ich würde Gott wieder nicht schonen. Er durfte sic nicht besitzen — ;«erfolgt, geächtet, ein Bettler. bet die ©ona Unb $cnno^ hm dankbar, ich muß sie segnen diese Leidenworden. I. Was ist all mein früheres Glück gegen mein jetziges Elend? unterrichtet^ ficrf[ärt von dein Lichte der Erinnerung; ist mir nicht wirklich e„^"Ttrroelfte @traup, das verblaßte Bild als Symbol meines Lebens pague "öffm^„z Selbst die hoffnungslose, nugetheilte, verzweifelnde Liebe Bemuyungt^ glühender und klingender Frühling im Vergleich mit dein 6 unterbrech« Duft-, klang- und farblosen Winter der Seele, der Gleich- 1. Deeeinber 184 s die -miet <$n welches Wirrsal hat mich diese Leidenschaft gestürzt, diese Verklärung von der ich hoffte, daß sie mich erheben, läutern . h 1 m oei -u-err umycr. ^n Die urcnvenz, ”sn „e. fl( talie lebte, durfte er sich nicht wagen, i ‘ ' £ “"IV nibflli envärc dort unfehlbar verhaftet, und bei dem Einflüsse, bn. die 96 Werke dadurch die Krone auf, daß er, das Jammern eines Greises in cem ober« Stocke eines lichterloh brennenden Hauses hörend, aller Gefahr trotzend eine Leiter bestieg und den hWiosen Mann auf die Schultern lud unc durch das Feuermeer glücklich die Leiter hinabtrug. Der Graf ritt sodann, nach seiner Meinung unerkannt, nach Hause zurück, des andern Tags aber kam eie ganze Gemeinde mit Cem Pfarrer an der Spitze vor cas Schloß, dem Retter Dank zu sagen. — Die Direktion und der Verwaltungsrath der Pfälzer Ludwigs- Hahn haben in Betracht Cer hohen Lebensmittelpreise den Bahnbe- ciensteleu bis zu einem Gehalte von 1000 ft. auf die Dauer von 6 Monaten Zulagen bewilligt, und zwar bei einem Gehalt bis zu 400 fl. 15 pCt., bis zu 600 fl. 10 pCt., bis zu 800 fl. 8 pCt. und bis zu 1000 fl. 5 pCt. — Ein Soldat führte vor einigen Tagen, Abends, seine Geliebte in der Promenade in Frankfurt spazieren. In seliger Vergessenheit geriethen sie dem tiefen Slactgraben zu nahe, und die Geliebte stürzte hinein, glücklicherweise ohne sich zu beschäcigen. Der Se- lacon halte eine Zeitlang zu thun, bis er eine Leiter herbeigeschafft hatte, auf welcher Cann die Geliebte ihrem tiefem unc unglücklicherweise nassen Standtpuukle entrissen wurde. Ihre Liebe soll jedoch nicht abgekühlt worden sein. — Die neueren Versuche und Verbesserungen haben nun Cas Resultat erzielt, caß eie Schießbaumwolle in Festungen und auf Schiffen mit Vortheil angewendel werden kann. — Ein zuverlässiger Reisencer, schreibt man der ,,A. A. Z." aus Pesth, der eben von einer nut manchen Hindernissen verbunCenen Fahrt von Galatz eintraf, hat eine sehr interessante Arbeit milgebracht, nämlich einen von ihm währenc der Fahrt gezeichneten Si- tuationsplan aller türkischen Verschanzungen am rechten Donauufer von Galatz bis Turn-Severin. Der Zeichner hält die Verschanzungen für außerordentlich fest, sie seien mit mehr als 2000 Geschützen jeden Kalibers versehen. Ihre Eroberung, sagt der Berichterstatter, der freilich kein Militär ist, würde eine ganze Armee kosten und Cann waren erst noch eie türkischen Festungen zu bezwingen. Die türkische Armee zähle eine Unmasse von Flüchtlingen, besonders — Es war im Werke, eine Wittwen- und Waisenkasse deutsche Buchhäncler zu gründen. Die ceutsche Einheit brachie» ungefähr 2000 deutschen Buchhändlern aber nur 11 zusammen welche sich nach langjährigen Vorverhandlungen zum Beitritt ti Härten, weshalb der Plan wieder aufgehoben worcen ist. — Ein Bauernwerb ans Moraviee ging kürzlich in den liegenden Wald nach Holz; da sie nicht zurückkehrte, folgte« st ihre Kinder, fanden aber leider den Leichnam ihrer Mutter ml unzählichen Wespenstichen übersäet. Die Unglückliche mag,»' die „Agr. Ztg." glaubt, ein Wespennest beunruhigt haben, hie j Bewohner sie tödteten. — Große russ. Truppenmaffen ziehen in Eilmärschen nach iw Kriegsschauplätze. Sie freuen sich, noch diesen Winter in Kocht tinopel einrücken zu können. —■ Fürst Gorlschakoff soll die Oss'eiisll Mitte November zu ergreifen Befehl erhalten haben. — Omer Pascha hat unlängst eine halbe Million Piastn i der englischen Bank angelegt. — Der Sultan hat sich jetzt den Titel „der Siegreiche beigelegt. — Der türkische Gesandte in Paris hat 40000 Büchsen, w sie eie Jäger von Vincennes führen, angekauft. Es soll dies Transport balcigst nach Eonstantinopel abgehen. — In Bukarest ist am verflossenen Samstag die Nachricht eu getroffen, daß eine große Heeresmacht irregulärer, aber gut bewas nelcr Türken aus Bosnien sich in Bewegung geletzt habe, um ein1 Einfall in Serbien zu machen. Bei Uritza hat man bereits k gönnen, eine Brücke über cie Dtina zu schlagen. Die Serben sts hierdurch in eine große Aufregung gekommen unc PNC ausgestand wie Ein Mann unc haben ihre Grenzen besetzt. Von Keagujem wurden die serbischen Kanonen nach dem bedrohten Punkt abj führt und man sah blutigen Begebenheiten entgegen. — In Eonstantinopel war wegen der Affaire bei Olteni Alles siegestrunken. Dte in Masse cireuliretiden Ertrablätter w j den vor und in den Kaffeehäusern verlesen unc mit Wollust < gehört. Polen und Italiener; das in Europa verfügbare Heer cer Osmanen sei wohl mit 200,000 Mann nicht überschätzt. Die Eavallerie, meist irregulär, zähle 30,000 Pferde. Dreimal wurde der Dampfer „Pesth" beschossen, jedeSmal von den Russen, zweimal im hellsten Tageslicht, während das Schiff die große österreichische Flagge auf« gehißt hatte! Als der in Giurgevo zufällig anwesende Agent der Donau-Datupfschifffahrtsgesellschaft bei General Soiinonoff schleunigst remonstrirte, begehrte dieser vor allein darüber unterrichtet zu werden, wie die österreichische Flagge aussehe!! Auch Kosackenpikets verfolgten und beschossen ras Schiff, das von zwei Achtzehnpfündnern ohne sonderlichen Schaden getroffen wurde. — In mehrew französischen Departemenlen soll Aufregung in Folge der Nahrungsmitteltheurung herrschen. In Perigueur und andern Städten der westlichen Departemente hat man aufrührerische Maueranschläge entdeckt, und zu Limoges wurden die Truppen in den Kasernen consigmrt. Es heißt sogar, in Lyon sei schon der Anfang 5um Barikucenbau gemacht worden? — In Berlin hat ein in Frucht und Spiritus speculirendes Haus sallirt. Die Passiva betragen circa 200,000 Thaler. — Drei Wiener Regimenter haben zur Sicherung der südöstlichen Grenze jetzt Marschbefehl erhalten. Es soll ein beträchtliches Observationscorps gebildet werden. — Die preußische Fregatte „Gefion" (Commandore Schröder) und die Eorvette „Amazone" sind am 18.' d. von Sptthead nach Malta unter Segel gegangen und werden sich von dort, wie es M i s c e l l e n. — ((Sine Katze als Halt e fest.) Vor mehreren Wok — meldet die „Nordd. Z." — wurde ein gewaltsamer Ansbt eines Verbrechers aus dem Gefäitgniß zu Labes auf sonceri Weise vereitelt. Der Gefangene nämlich hatte eines Nachts s Flucht aus einer Kellerzelle bereits so weit vorbereitet, daß er^ noch einige Steine der Mauer herauszunehitten hatte, um Cie Q nung so zu erweitern, Caß er entweichen konnte. Zu diesem Zn> steckt er cie Hane durch cie noch schmale Oeffnuug und will den Steinen rütteln. Da fühlt er plötzlich sich schmerzhaft in Hand gebissen; er versucht Dieselbe zurückzuziehen, aber vergebs Die Zähne, welche dieselbe gefaßt, halten fest, bis, durch . Schmerzensgeschrei heibeigelockt, der Wärter in die Zelle tritt, nachdem derselbe sich von Der Ursache Des Lärmens überzeugt, aus auf Die Straße eilt. Hier hält eine Katze Die dicht über Erdboden hinausgestreckte Hand wüthenc fest und wird nun von ihrer Beule verscheucht, die sie vielleicht für eine Ratte einen Wiesel gehalten haben mag. Der Gefangene liegt noch < an dein Biß krank darnieder. . . — In London wurden in »etgängenet Woche einer nieDtcini Commission 58 Muster von Cigarren zur Untersuchung sov9"| unter denen sich nur 3 von wirklichem Tabak befanden, die u waren ans getrockneten Erdäpfelschalen, Heu, Tabakabfall, u s. w. fabricirt? — Bon äppetit!__ ^eißt. narb Beit türkischen Gewässern begeben. Druck uuv Verlag ver £>. Drühl'schm Buch« uuv Sleiuvruckertt. M 49 Laisenkasse eit brachte» 11 jufaniuii, m Beilnit ei 'st- in ten uch e, folgten ,j r Mutte, »ii iche mag,®i haben, lijt i ichen nach ter er in Kdiiß« II die Ojfechl :on Piestn i cr Siegreiche Büchsen, tu soll dies Nachricht eil >er gut beivas abe, um ein1 lan bereits I )ie Serben sii av ausgestanb' >u JEtagujeii'i i Punkt abz bei Ollem Irablatter n> .t Wollust <: ehreren Wok ünrer AuSbr auf sondert iS NachtS s et, daß er •, um die £ Zu diesem An> ig und will jmerzhast in aber »ergebt biS, durch Zelle tritt, überzeugt, dicht über wird nun eine Ratte liegt noch ( ier mevicinii chung votgü den, die üb> ikabsall, Keh (Schluß.) Gießen. Der D a h n w ii r t c r. Novelle. Ein Musikfreund, aber nicht derjenige, welcher den Concertgeber unten auf seinem Zettel empfohlen hat. kurze Strecke weiter, der Zug blieb sehr bald stehen. Der Bahn' Wachter eilte herbei, um bei Ausbesserung des Schadens mitzuhelfen- Nataliens Antlitz, noch bleicher als sonst, war das erste, was er [ ; Aber neben ihr saß nicht wie sonst ihre Mutter, neben ihr laß — der Bahnwächter glaubte ein Gespenst zu sehen — neben >hr saß Fürst K.... jetzt Obrist. Sprachlos flamte der Bahn- tra^ter zu dem Waggon hinauf. Da sagte die wohlbekannte Stimme des Fürsten: „Wenn das noch lange dauert, theuere Natalie so will ich Franz nach den Wagen schicken, die in der Station'auf uns warten müssen. Oder willst Du vielleicht an dem herrlichen Abend die" halbe Stunde zu Fuß machen?" „Ich könnte es nicht, mein Freund, ich bin von der Reise zu angegriffen. Mademoiselle Louise, suchen Sie Franz auf und sagen Sie ihm, er soll die Wagen holen." „Sogleich, gnädige Fürstin." Das war das letzte Wort, welches der Bahnwächter hörte. Der Fürst lebte also und sie war fein Weib. Der Bahnwächter Iturzte fort ohne zu wissen wohin, von den Furien gepeitscht wie der Muttermörder Orestes. Die Waggons waren sehr bald wieder mit der Locomotive gekoppelt; Franz brauchte nicht um die Wagen zu gehen. Der Zug brauste wieder fort. Einige hundert Schritte welter an der Bahn stand der Bahnwächter und geigte wirre wahn- Itnmge Melodieen, die mit dem Braufen des Kessels kämpfen -u wollen tchienen, so schrill und schneidend, war der Ton seines Instrumentes. Und wie nun die Maschine ganz nahe war, da warf er die Geige weg und taumelte in die Bahn. War eS Zufall oder entfdjeib n?ar 28a$n'~lnn obcr Verzweiflung, — wer will e« (Sin Aufschrei des Schreckens, den die Leute auf der Maschine auöfltepen, ein kaum hörbarer Todesruf des Zermalmten und Alle« war vorüber! Die Fürstin, in den Fond des Waggons zurückgel.gt, hat die Ursache des leichten Ruckes, den sie empfand, niemals erfahren In den Registern der Direetion stand aber: Carl Mayer "von Nr. 54 verunglückt, wahrscheinlich in Folge von Trunkenheit. Was giebt es Neues? — Gießen. Hat denn die Milch auch Absatz nach Berlin und eini9E l-ndwirthschastliche (Oeconomen und Metzger) bleibe absolut auf ben Preis von 8 fr. per Maas, trotz es Fu teruberflusses unb der verhäl-nißmäßig billigen Butter hinauf- Das Mass T "U^lll cirenlirender Rundschreiben sich bedienen. Das Wasser ist ja doch nicht rarer geworden, ober ist ber Verdienst bannt zu gering? Der Stahl wie an vielen anberen Orten unb einige Marktconmrrenz vom Laube bürste wohl balb solchen hoch- T ®cn,!^un9fn ein Enbe setzen; ober sollte es am Enbe nicht noch besser fein, ben Milch-Präsibenten hier mit Namen zu nennen ? Nachruf. Herr M. R. Garcia, Professor ber Gesangskunst, Ritter ’ ?flt, bur$ se'nen glockenreinen Gesang so entzückt, ap wir bte Bitte an ihn richten, bald wieder zu uns zurückzukeh- reu , um durch seinen geistvollen Gesang, besonders aber durch den hohen Vorzug seiner reinen Scala alle Hörer zu begeistern und zu entzücken. Es war Sommer, die gräfliche Familie war auf dem Schlosse Von dem Boden seines Häuschens konnte der Bahnwächter mittelst eines guten Fernrohrs sogar einen Theil des hinter dem Schlosse gelegenen Gartens übersehen. Er sah Natalien fast täglich, bald allein, träumerisch, ein Buch in der Hand, durch die schattigen Alleen wanvelni), bald am Arme ihrer Mutter, bald in größerer Gejelftchaft. Wenn er für Andere als für sie Blicke gehabt hätte, n ^ch den todtgeglaubten Fürsten K.....dessen alück- lidje Natur nach langem Kampfe mit dem Tode gesiegt hatte, in t^rer Umgebung bemerken können. Aber er sah nur sie, sie allein JUenn eS bann Nacht würbe unb sein Dienst vorbei war, bann Mm er bie Geige unter ben Arm unb schlich sich, wie in früheren Zetten gekleidet, le.se und verstohlen zum Schlosse; er überstieg bie Jarfmauer, er juchte die Platze des Gartens auf, wo er sie ben -i-ag über gejehen; er war einmal so namenlos glücklich, ei» mit bunkel gesticktes Taschentuch zu finden. Bisweilen in b . Achten wagte cr ,tch vor bis unter ihre Fenster, bann fainpfte er den fürchterlichsten Kampf! oft war es ihm, als müßte er ben Bogen anfetzen unb jene Rhap.odie spielen, bie er in dem verhangnißvollen Concerte, wo er sie zuin ersten Male gesehetl ge- S ?'cr fl'^6 " bC" ®°9fn' stk mußte ih„9 hören , sie hatte noch Licht doch nein, mit den, ersten Geigenstreiche war ja sein Gehet»,n,ß verrathen, sein stiller Zufluchtsort entdeckt unb er konnte ,ie vielleicht nie wiebersehen. Er trat in die offene Diaiigerte an bte Stelle, wo sie ihm die Blumen gegeben — dort duich jene Thitre war ber Tobte eingetreten — stund er nicht jetzt '»lebet bort, ernst, blutig unb drohenb? Wenn ber Bahnwachter bann erschöpft, vernichtet, in Angstschweiß gebabet nach Hanfe kam, bann war bie Violine manchmal sein 7™ ^"'rweiflung. Einmal phautasirte er, bis der Helle Morgen ,h» z» seinen, Dienste rief, bald wild zürnende bald mild klagende Weife»; das andere Mal warf er heimgekehrt bte Geige tu einen Winkel, baß bie Saiten gellenb zersprangen. Dicht bei seinem Häuschen führte ein Weg über bie Bahn • er hatte bte Pflicht, bie Schranke zu öffnen, wenn ein Wagen ober «n Reiter d,e,es Weges kam. Eines Abenbs kam siech? leichten ans s^kah"». Sie sah sehr bleich unb schmerzhaft sinnenb S’raiS ?ahnwachter öffnete so langsam als es möglich war bie Schranke, jte war in Gedanken verloren, jlc blickte ihn nicht an Sabm?ä*tnilr ?‘ltanifcb C'U S'ibc'stück zum Wagen hinaus. Der Bahn» achter nahm es, um den Handschuh, mit dem ihre kleine Hand bekleidet war, zu berühnn. So waren Jahre vergangen. Es war Frühjahr, die Reit in Heldin die gräfliche Familie gewöhnlich das Schloß zu beziehet?pflegte Der Bahnwachter beobachtete jetzt aufmerksamer als sonst jeden vot- ma? btUe ß?? t“9 ' 7 6a‘te- h'0§ bEE pfeilschnellen Fahrt noch jebes- bestäti ^amtesie im Borbetfahren gesehen und erkannt, und Abends ISenft 9tk - l^1* ,Ebe8milt p" wieder zum ersten Male erleuchteten Fenster des Schlosses, daß et sich nicht getauscht. n?ar rl" ^"Pcher Frnhlingsabend, AtteS wogte und grünte, «MgeMg und Blüthendust erfüllten die Lüfe. Der Zug brauste fern rifi “ n "7 @d>rit,c Wächtershäuschen enh 1 ' "p nnt Verbittdungskette; bie Locomotive fuhr noch eine 98 Truck unv Verlag der G. D. Brühl'schm Puch, unv Smndruckerei. August Herbst ist in Konstantinopel ergriffen worden. Er war be- kanntlich mit der Ehefrau unv den Kindern eines Schneirers, dessen Effekten er an sich genommen, heimlich fortgegangcn, und hat außerdem den dringenden Verdacht eines gegen den in Rede stehenden Schneider verübten Betruges, so wie der Urkundenfälschung nach sich gezogen. Da er jedoch diese Frau und ihre Kinder ohne ihr Wissen schon in Wien verließ, wußten diese nichts Besseres zu thun, als zurückzukehren. Die Ehefrau fand jedoch bei dem erzürnten Gatten keine Aufnahme. Die preußische Gesandtschaft in Konstantinopel war von der Ankunft des Herbst daselbst unterrichtet, ließ ihn verhaften uns zu Schiffe über Amsterdam nach Magdeburg zurückschicken. __ Hs cursiren falsche Guldenstücke bayerischen Gepräges nut d-r Jahreszahl 1841. Dieselben sind von Zinn und am schlechten Gepräge und Klange erkennbar. — In Freiburg i. B. ist jetzt die Statue Berthold Schwarz, des Pulvererfinders, fertig aufgestellt. __ In London wurden zwei Engländer von fünf russischen Matrosen ermordet. Letztere gehörten zu einem, wegen Ausbesserung im Hafen liegenden ruff. Schiffe, und die Leute der unteren Klasse« ließen die Russen manche Spottreden verschlucken, die jene wieder nicht verdauen konnten und da gab eS endlich Mord und Tovt- schlag. Die fünf ruff. Matrosen sind cingezogen. __ In Manchester null man endlich die Arbeiterstreitigkeitcn ordnen. Ein Arbeiterparlament soll einberufen werour und die Sache in’S Reine bringen. __ Bald werden wir hören, daß der Dampf auch mi^ B.ertuos ijt Aus London wird gemeldet, Herr E. Prudcl aus Paris habe in En land binnen dreißig Tagen auch dreißig Kö derte ge- gegeben, 35 Städte besucht und dabei sechs Erard'sche Flügel gebraucht — wahrscheinlich auch verbraucht. Ja, dieser Mann hat auf dieser Parforce-Fingertour sogar in 24 Stuirden drei Koncerie gegeben: in Brighton, Chichester und auf der Insel Wight. ' Nach osficiellen An oben ist seit dem Jahr 1849 in England nicht weniger als 1 Mil. Pfv. Sterl, auf die Ausrüstungen von Crpeditiont» nach dem Nordpol verwendet worden. __ Mehrere Auswanderer - Familien aus dem Posen'schen, die sich auf ver an der irischen Küste gescheiterten „Queen von der West" befanden, beim Schiffbruch wohl das Leben, aber auch fonji nichts mehr davon trugen, haben an diesem gleich bei Beginn ihrer Meersahrt zugestoßenen Unglück so übrig genug gehabt, daß ne eiligst wieder in ihre alte Heimath zurückeilten. Sie kamen kürzlich durch Berlin. __ Die letzten aus Kaiisch eingegangenen Nachrichten melden, daß nunmehr das gejammte im Königreiche Polen stehende russische Militär Befehl zum Aufbruch erhalten habe und größtentheils schon auf dem Marsche sei, sich der Südarmee anzuschließen. — Reisende erzählen, daß Kalafat durch die Besetzung von Seite der Türken sehr gelitten habe. Beinahe jedes Haus wurde in eine Caserne verwandelt. Was nicht freiwillig gegeben wurde, haben die Asiaten genommen. Die Beschädigung von österr. Eigenlhum ist bei Todesstrafe verboten unv die bedeutenden dort befindlichen Ge- treidelager haben nicht den geringsten Schaden genommen. Bei den größeren Magazinen wurden sogar türkische Wachposten ausgestellt. __ Einem Gerüchte zufolge soll bei Kalarasch neuerdings ein Zusammenstoß stattgefunden haben, worüber jedoch bis jetzt noch i keine bestimmte Nachricht eingctroffen ist. | _ Nach telegr. Berichte auS Czernowitz vom 26. v. Ms. ist ! p«s russische 3. Armeekorps Osten-Sacken in formten Marschen : i „ach den Donaufurstenthümern begriffen. In Bessarabien sind a 6 • i Anstalten zu dessen Verpflegung bereits getroffen. —„ — Gießen. Wenn in neuerer Zeit nicht selten in vielen Gegenden unv Himmelsstrichen die verschiedenartigsten Liebesabentheuer zur Oeffenilichkeit gelangt sind, so entbehrten wir hier bisher doch die Gelegenheit, ein solches aus hiesiger Gegend berichten zu können. Wie es aber scheinen wolle, so will uns bedünken, als wollten sich derartige Abentheuer, durch die höhere Atmosphäre wie eine Epidemie, auch in hiesige Gegend verpflanzen und weiter verbreiten. Es bat nämlich vor ein Paar Tagen ein hiesiges Frauenzimmer durch einen anonymen Brief zu einem „Stellvicheiir" an der Wieseck- br liefe vabier einen hier wohnenvei, Herrn, welchen sie näher kennen zu lernen wünschte, auf Abends 9 Uhr eingeladen. Der Herr, welcher sich jedoch gemüßigt fand, Freunden Mittheilung davon zu machen unv solche über die Annahme unv Ausführung zu Raihe zu ziehen, befürworteten dieselben die Annahme und sagten, daß er sich zur bestimmten Stunde an der bezeichneten Lielle eiiifhitei* und die Liebende empfangen möge; — sie dagegen aber wollten sich, im Falle eine versteckte gefährliche List gegen ihn, — seiner Einladung zu Grunde liege, gemeinsamlich, ganz in der Nähe der stelle, im Versteck der an der Chausseeböschung befindliche» Fichten pünktlich ber.ithalten, so, daß er in einem denkbaren Falle keine Gefahr laufen könne Nachdem olle diese besprochenen Vorkehrungen getroffen waren, so säumte der Eingeladene nicht unv erschien zu der bestimmten Stunve unv Steile. Dort angelangt, erscheint eine verschleierte, fein schwarz gekleidete Dame und redet ihn folgend.rmaßen an : „Wie ich sehe, so haben Sie meinen Brief erhalten und pch wob'l mit d m Inhalt desselben bekannt gemacht? Dürfte ich Sie wohl bitten und wäre es Ihnen wohl nicht unangenehm, nut nur ein kleines Gängelchen der Chaussee hinauf zu machen?" Der Em- geladene antwortete: „o ja, wie Sie wollen." Hierauf nahmen sich Herr nito' Dame am Arm- und gingen so der Chaussee entlang bis zum Zörb'schen Hause, lenkten dort ab nach dem Friedhöfe; hier angekommen, gingen beide an den vielen Gräbern auf und ab, bis die Dame endlich bemerkt, daß das Grab, wo sie oeben Vorständen, das Grab ihrer Schwester sei, er (der Herr wolle ihr daher hierbei schwören : daß er sie nie und mmmermehr verlassen wolle. Hierauf ließ die Dame den Schleier fallen und gab zu erinnern Der Herr dagegen entschuldigte sich unv gab ihr zu erkennen, daß er darüber mit sich zu Raihe gehen, ihr deßhalb seine Zuneigung wohl nicht versagen und ihr alsdann das Resultat seines EnischluffeS mittheilen wolle. So trennten sie sich bet emem fortgesetzten Zwiegespräch auf dein Heimwege. Hat wohl die ~»me liefe Art der Rendez -Vous aus Romanen gelernt - — Die Leiche eines vor etwa einem halben Jahr in Niedermelse» lKurheffen) verstorbenen Knechtes wurde dieser Tage wieder ausge- araben, da man eine Vergiftung vermüthet, die mit einewBrand- stifiung znsammeiihängen soll. Der Knecht soll durch den eaod zum Schweigen gebracht worden sein. .... .... . — In Hanau wurden erstmals wieder Stockprugel applicirt und zwar einer Strohmerin 15 Stück. ; __ In Berlin ist der schöne, geräumige Renz sch- Kunsireiter- Circns gänzlich nievergebrannt, zum Glück Morgens um 11 Uhr, wo Niemand sich darin befand. Von den 60 - 70 Pferden sind nur zwei verunglückt. — In Cöln Hal sich bereits ein Comitv gebildet, welches die Herstellung der mehrfach besprochenen rechts-rheinischen Eisenbahnver- binduni mit der nieder- und oberrheinischen nachvrüälich betrüben n-iU Rechisseilig soll von Deutz über Dillenburg und Wetzlar nach Gießen durch die Cöln-MindeNer Gesellschaft gebaut werden, linksseitig aber von Bonn über Coblenz »ach Bingen. — Der Arm der Gerecht! cheit ist lang. Der Magdeb. tzorresp. enthielt im April einen Steckbrief, dessen Erledigung jetzt berichtet wirv; der am 16. April d. I. von dort entwichene Golvarbeiter T Staatst | glücklich in einet Humor ternacht Schnee '1 Thüre 1 zu seine von de: gehen, a ersten S eine ver Herr Dt En ' daß er, s Worte z j zu mach, ; verhüllte der engei s zu, um gen war ; Rechtsgel rate in's „Un I erschrocken ’ der ®octc s Erni mit edlem ächte, in । m das, der sich il i Helt hatte »ort auf Dortor do , u So t- Mädchen, 'rank und Echt verla " üirde ohn »We, Mädch , welchem Fl ' Gingen, n »Er i ^'eifelhast »Den ""rr halbe, »Sie 11 kreundlic •Ifnfcen jun Der Z !"d somit . |lil,fn kräftig war be- S, dessen mb hat ■ stehen- alschung >er ohne ssereS zu erzürn- in Kon- errichtet, igdcburg ges mit schlechten schwarz, russischen besserung ti Klassen e wieder ui Todt- utigkeitcn Die Sache Virtuos aris habe ccrie ge- lügel gewann hat Koncerte i England agen von chen, die von der ? — sonst inn ihrer , daß sie nen kürz- i melden, e russische eils schon von Seite De in eine haben die nthum ist lichen Ge- Bei den aufgestellt. Lings ein jetzt noch . Mts. iß Märschen i sind atle .HZ 50. Residenz sein rade in's Gesicht. nur zur Eile an. (Fortsetzung folgt.) Was giebt es Neues? Eine Fügung. M'tgetheilt von Carl Braasch. . , ijii, als er die Tafel wieder an Almer crwiederte Nichts darauf, sondern trieb gleich das Fenster, war aber nicht wenig erstaunt, seinen Freund vor der Thur zu finden. „Was in aller Welt führt Dich jetzt noch zu mir?" fragte er, als er Emil eingelassen hatte. „Du bist doch hoffentlich nicht krank geworden?" r. . "Du mußt nach der Gerberstraße," sagte Almer hastig. „Geschwind zieh' Dich wieder an." « Der Rhein ist wieder nebel- und eisfrei, weßhalb die Mainzer Drucke auch wieder aufgefahren wurde, und die Dampf- und anderen -öoote ihren Dienst wieder aufnehmen werden. Der „Delphin" beorderte am 7. d. M. 200 Auswanderer mit Hab und Gut von Mainz nach Cöln. — Das kurhess. ObcrappellationSgericht zu Kassel hat nunmehr den vielgenannten, in der bad. aufständischen Armee gedient habenden A. v. Loßberg gänzlich freigeschrochen. at «v .yot 'ßuvi.em» als ob der Wcinhandel einen neuen Austchwung nehmen wollte. Gleich nach der Lese wurde auf dem i.ikeir Rheinufer, auf dem bayerischen und hessischen, der Most zu tuten und es joll der erste Abstich abgewartet werden. b-ui-u '' ^^"bahnbauten jenseits des Rheines werden so eifrig fahren -ü r! W 110(6 "ächsteS, Jahr von Basel nach Mainz g “ lv°n Straßburg nach Mainz per Schnellzug in „„77 ®ur(6 unerhört kleinen Wafferstand ist die Schifffahrt en meisten Flüssen zu unfreiwilligem Feiern verurtheilt. Da- gegen haben die Eisenbahnen um so mehr Güter zu befördern, so dag^kaum die Waggons u. s. w. -ausreichen. furili* bei Coblenz von dem Dampfboot „Gutenberg" verschwundene Nachtsack hat sich zwar wieder in Neuwied vorgefun- wn, allein ohne die darin gewesenen 10,000 Fr. „Die Einladung zu diesem angenehmen Spaziergange," entqeq- nete der Arzt, indem er den Freund in sein Zimmer führte, „hab' tch bereits auf der Schreibtafel an meiner Stubenthür gelesen; ich dachte redoch es hätte bis morgen früh Zeit; denn man wird wirklich gleichgültiger, wenn man fleht, wie die Leute aus jeder Kleiniq- elt etwas Großes machen und den Arzt deswegen mitten in der Jia^t herausklopfen. Und mit Niemanden hab' ich in dieser Hin- ,lc6t m(6r dast, als mit den Patienten aus meiner Armenpraris. „3ii diesem Falle ist es anders, zieh' Dich nur an," fiel Emil ungeduldig em. „Woher weißt Du das? Und überhaupt, wie kommst Du dazu, der Bote zu werden?" fragte Hermann, indem er zu den Kleidern griff. !, Almer erzählte ihm jein kleines Abenteuer und malte dabei die Angst des armen Mädchens mit den glühendsten Farben. t-Ah," 6a9fe ber Arzt lächelnd, „die schönen Augen haben Dich bezaubert ^ch erinnere mich der lieblichen Erscheinung, ich habe in demselben Hause ,chon Jemanden behandelt, da hab' ich sie ge- sehen. Doch^wir müssen auch den Namen erfahren." Damit holte " bieli sie Emil vor. Auf derselben stand: „Wittwe Wohler, Gerberstraße Nr. 15, zwei Treppen hoch." „Eine hubiche Handschrift," fügte er hinzu ihren Platz brachte. Der Doetor juris Emil Almer hatte in ber gemacht und glänzend bestanden. Zur Feier 'dieses r eir '^nds einig? L7UL eine verhüllte 7'r “8 <’Uä bcr "iedrigen Thür eines Hauses verhüllte Gestalt wie er ,7 77' 6nln rln solches war Die der engen Hausflur sieben „i,/ fonilte' hatte eine Lampe auf zu, um ihm X und ging et derselben auf die Treppe gen war, wandte sie * '7 d.e ersten Stufen hinaufgestie- Rechtsgelehrten, der seinen Want ifT" Ü'l dem jungen rabe in’a m.r,*., Mantelkragen zuruckgeschlagen hatte, ge- ' ber Doetor." 8dn*? ich glaubte, Sie wären mit edlem Anstan7ft7schön ubctral^tz aU Wor ihm stand l*te, inwelchem 5/^". Mädchen mit einem Ge- m das , du/ch SS? "Kummers deutlich zu sehen waren, sich .'hr n7herw Eh 'ckt bcUüt' Zedem, ' hcit hatte er nicht r'n 7b abnöthige» inuyte. Solche Schün- -vort auf ihre Fra/e • OTIrirvt ch danke Ihnen herzlich," sagte 'lenden jungen Maniw" lächelnd, zu dem bereits fort- "d ch mit ^durfte Emll°"bo^7 ”7. 9b‘mfr’8 kästen gewesen hen kräftiar» q 'bn noch wach zu finden. Auf 1 raft’Sen ^3 u" der Klingel öffnete der Arzt auch wirklich | z! d Possen! Wenn i A würden si Ich d „Kennst **6, wie un Miscellen. Obr qehaut!" Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei. «r Bille « seinem von Ahnung. Am sol ffiner Patien Mhalten fati $a( wieder l sijt. Uebrigi „WaS b „Nun," it Wahrheit H noch finti „Wie ko „Du Has In, ihnen »rbereiket, lh die bei) Löscher M „Sie s In ei Hause auf 'wabschiedei »tauf, ih im zur Ai Md, kuhr j legt im Fie „Ich n Währe h Zimmer ä(t auch l sind gelegt Aber und N ihn nick) lhterer das Ahle selbst «bewußt, i t» er nach roter das N « die ISrla tUra Besinne fSBtn ni*t einladend.) Otto Schwerin liefert "'seinem kür stich veröffentlichte» Buch-: „Diesseits und Jenseits Oceans wahrhaft abschreckend-, Abscheu erregende Schilderungen 100- 4 3 H I) 1 Ein Herr Breant hat dem Institut Bst1ine»?I-rr°ness-n^ in Stuttgart wurden auchProben von amerikanischem Champagner credenzt. W>- er g-mun e , "'-ÄchMg mit der großen JndustrieMusstellrmg Mi Jahr *3 LÄL«Lm* « •**50 »• l*R****" *1*5»»*. f«*** * „Ich d n3. Das rub'ü'-n- Zeitung" bemerkt in Bezug auf die Audienz d-s neuen französischen d^r Türken zu Gunsten deS Staatsschatzes lurd rm ga z Millionen Stücken eröffnet worden. ™ Regierung Piaster zur Unterhaltung Gehalte der hohen U ÖH8. N&Sttwiw einem hartnactlgen -iv>«ue । j Russischer St- ts sollen gemacht, der -ghptisch- Commandant fiel. Nnspscher Ll-no , 1 Lieutenant und 1 Matrose g-bli-b-n sein. nordamerikanischen Leben. U-ber die Gefuhllosigk->t, Kal e und Brutalität der Nordamerikaner sagt er z. B. : W ® f lostakeit überall in Land und Stadt angetroffen. Gesprochen wird nicht Höchstens einzelne, aber gebrochene Sätze. Konimt man m ein Gasthaus oder auf ein Dampfschiff, so Ntz-n die Manner aii, Kamstre und um den in der Mitte stehenden eisernen Of-n herum Alles kant emsig Tabak; stundenlang hört man kein Wort, .Ille; ÜUt die Beine im Arme haltend oder auf Stuhl und Tisch streckend, in möglichst flegelhafter Stellung, immer den Hut auf dem Kops,, da und di- Stille wird durch nichts unterbrochen, als durch den Laut des oft wiederholten Ausräusperns und das Gezstch, welch s der glühende Öfen oder di- Flammen des Kanuns diepn Ewigen, schweigsamen Spukniasckiinen zurückgibt. Alles be,chmutzen pe, we- L st- nur kommen, Möbeln und Teppich- in Gesell,chat.s,al°n, auf den Dampfschiffen und in Eisenbahnwaggons, I» tu ben -säten Sm“?”»”*« .«» r„6 »« W« *.«*■ Natchnalsvuknäpse; selbst auf den Straßen Muy man lhnen au-^ X schnitzeln rnhig mit ihrem Messer an einem S uck „ „ in ng.sch und Stuhl, Ander- le,en Zeitungen, die lieb ???e?r Di Dosis muß wahrscheinlich zu stark, ,„7. LL ** w*"’™ - •** ; Sewen Mi-l-n scheit ick, Den ick träp, den greut ick. Einstens so erzählt die Sag-, führte der Bischof von ®« MLtzLL-M. •KWSjigä,s di- mit leckeren Sp-il-n be,etzte Tas l vor ih mW ich V Probe seiner Kunstfertigkeit, den Braten »otu W J dessen beredete der erschrockene ©enrrat Grafen Frieden zu schließe». D« grop 1 Preu O aufg-tr-te von Silber, stark mit Kupfer verletzt D r K "g ' damals Markgraf von Brandeburg, hatte das 0 kam Münz-» „ Wen daher, als er in den Beittz der Graftcha, '^».mtlich 1 ,,f w> feinem Brustbilde davon schlagen, welche deshalb b j,n_ Ä..., »w«sah — Nationales! 7; .1 «.-eisen »«ennst Berliner Blättern „Nationalwerke" zu niedrigen P^l ' nuf bie । Sein zum Handwerk gehöriges Klappern beginn wonm "3ck hab von Schenkendorf: „Muttersprache Mutterlaut, »'^^,,,» »iß, wie un so traut!" Und unter die,en herabgesetzten „Nai ^hen K auch eine Uebersetzung der „JllußrirtemGeschch d „ Napoleon." - „Muttersprache, Mutterlaut, w» wir,r M 51 Beilage. unb Bru- : Gefühl- Eine Fügung. .len wird Mitaetheilt von Carl Braasch. t man in ” inner am >n herum. ' (Fortsetzung.) rt, Alles i In einer Viertelstunde standen Almer und Hermann vor dem ) streckend, Hause auf ver Gerberstraße, wo der Arzt sich von seinem Freunde em Koph, »rabsckieden wollte. Dieser aber bestand trotz aller Widerreden durch den ' drauf, ihn zu begleiten, und führte seinen Vorsatz auch richtig , welches u8. Das Haus stand offen, aber das junge Mädchen war nicht n ewigen, ta, ihnen zu leuchten. Der Doktor Halle sich, auf solchen Fall n sie, wo- I srbereitet, mit einer Handlaterne versehen unv so kamen sie glück- aftssalons, , ch die beiden Treppen hinauf. Eine Thür öffnete sich und ein den Sälen Lbscher Mädchenkopf wurde sichtbar. sefindlicheil „Sie sehen, daß ich Wort gehalten habe," sagte Emil. ihnen aus- „Ich danke Ihnen für Ihre große Güle," gab das junge Mäd- sinem Stück im zur Antwort, und, |td? dann an den Doktor Hermann wen- die Uebri- ml, fuhr sie fort, indem sie in die Stube traten: „Meine Mutter Trauriges! egt im Fieber, bitte, helfen Sie ihr!" licht singe», „Ich will das M.inige thun," entgegnete der Arzt theilnehmend. Stätte, Land Während er bei der Kranken beschäftigt war, sah sich Emil und Fieber, » Zimmer um. Die Armuih leuchtete aus allen. Ecken hervor, ■ ier auch die Ordnung und die Reinlichkeit. Ein eben aus der Aus del sind gelegtes Nähzeug lag auf einem Tischchen; die Arbeit war mutier eine! laber und schön ausgeführt. Das junge Mädchen kümmerte sich h in Schio a ihn nicht; sie sah ängstlich von ihrer Mutter zum Arzte. Als sogenannti tzterer das Rerept schrieb, drehte sie Almer den Rücken zu. Dieser t bekannt^ mßte selbst nicht, wie es ihm ankam, — aber, wie sich selbst zu stark fli ■' »bewußt, griff er in die Tasche und schob einige Thalerscheine, ind in Fol b er nach Bezahlung seines Gelages noch übrig behalten hatte, te gerichtli unter das Nähzeug. Als sie fortgingen, hätte er das Mädchen gern ® die Erlaubniß gebeten, wieder kommen zu dürfen, aber trotz 1 Zeiten ei «Um Besinnens wollte ihm kein genügender Vorwand einfallen, um ihren weid « Bitte zu motiviren. Auf der Straße trennte er sich sogleich ji M seinem Freunde, der ibn zu verspotten anfing und begab sich, pz von dem Bilde des schönen Mädchens erfüllt, nach feiner Dehnung. Am folgenden Tage fragte er den Doktor Hermann, wie es von Münj he'" Patientin ginge. „Obgleich sie schwach ist und nicht viel Nachbar, e «baffen kann," erwiderte dieser, „so glaube ich sie dennoch dieses ein Lager M wieder herausreißen' zu können. Das fei Dir zum Tröste ge- s derselbe V- Uebrigens hat man sich auch angelegentlich nach Dir eikundigt." da rich »WaS hast Du gesagt?" fiel Emil rasch ein. oße Grete i „Nun," erwiederte Hermann, „Namen, Stand, Herkunft ganz choß ihm, I 11 Wahrheit gemäß. Doch a propos, — hast Du vielleicht legt: ,, I» Fe H noch einmal die mysteres de Paris gelesen?" tjof, mit 1 „Wie kommst Du zu dieser sonderbaren Frage?" war übric „Du hast ven Rudolphe nachgeahmt, bist alS eine Art Schutzzoll Preu # aufgetreten und hast auch, wie ein solcher, Etwas hinterlassen." hr nöthig „Posten!" polterte Almer, wurde aber doch über und über roth. Münzen „Wenn jrf? übrigens nicht zugeredet hätte," fuhr der Arzt fort, ämintlich 1 '* wurden sie trotz der Armuth die Thalerscheine nicht behalten Wen. Ich dachte aber, jene Gabe sei das Beste, was Du zur ar kündig! ” Deines glücklich überstandenen Eramens gctban hast." , Preisen „Kennst Du ihre näheren Verhältnisse?" fragte Emil, gar it den ’’ nuf bie letzten Worte seines Freundes achtend. so wonm ... habe sie mir erzählen lassen," entgegnete dieser. „Ich Werken" n’ic unangenehm eS trotz des Mysterieufen ist, eine Angeorotzen (irft du lil betete ohne Namen zu haben. Der Mensch, namentlich der praf- 1 tische, will etivas Reelles, woran sich seine Gedanken halten, damit daS kaum aufgefaßte Bild nicht verfchwimme. Der Namen ist der Mittelpunkt, um welchen die Phantasie ihre Gebilde gruppirt, und welche Seligkeit gewährt es, den Namen der Geliebten in allen möglichen Tonarten, Tönen und Klangfarben, in allen verschiedenen Rhytmen und Aceenteii auszusprechen. Dein Ideal heißt Doris!" „Bist Du nun mit Deinem Unsinn zu Ende?" sagte Emil verdrießlich. „Erzähle mir, was Du von ihren Verhältnissen weißt, ohne Deine philosophischen Zusätze." „Ich bemerke die Stelle, wo Du sterblich bist," antwortete der Arzt, „ich gebe Dir die Geschichte von ihr und ihrer Familie in wenigen Worten. Doris ist Die Tochter eines Kaufmannes, der fein Leben lang trotz aller Anstrengung zu Nichts gekommen ist. Sie hat eine anständige Erziehung genossen und nachher anderthalb Jahre als Gouvernante sich abgemüht. Als ihr Vater starb, ist sie zu ihrer Mutter zurückgekehrt, um diese zu pflegen und durch ihre Handarbeiten kümmerlich zu ernähren. Es ist also eine Geschichte, wie wir sie alle Tage erleben." „Allerdings eine gewöhnliche Geschichte, aber der herrliche Charakter des Mädchens leuchtet deutlich daraus hervor. Ich möchte sie wohl noch einmal sehen und sprechen." „Das wird schwer halten," entgegnete Hermann, „und ich glaube, Du wirst Dich nicht aufdrängen wollen. Auch das Unglück verdient Achtung." An demselben Tage erhielt Emil von seinem Vater einen Brief, der ihm dringend empfahl, der Kosten Wegen nicht langer in der Residenz zu verweilen, als es geradehin nöthig fei. Der gehorsame Sohu setzte deswegen schon den folgenden Morgen zu seiner Reise fest: aber er konnte nicht fortgehen, ohne Doris noch einmal gesehen zu haben. Obgleich er nicht in ihre Wohnung zu gehen wagte, so trieb es ihn doch unwiderstehlich bei Anbruch des Abends nach der Gerberstraße. Seine Hoffnung, das schöne Mädchen zu sehen, schwand indeß in dem Maße, in dem er sich ihrem Haufe näherte. Doch der Zufall begünstigte ihn. Nicht weit von ihrer Wohnung war ein Haus, m welchem alle Bedürfnisse der armen Leute verkauft wurden; aus dem.Erdgeschosse desselben oder richtiger Keller, (denn man mußte dazu einige Stufen hinabsteigen) fiel ein trüber Lichtschein auf die Straße und zog Emil's Aufmerksamkeit bei seinem Auf und Abgehen auf sich. Er sah hinein; Doris stand dort und machte in dem Laden einige Einkäufe. Er zitterte vor Freude bei ihrem Anblicke und als sie mit ihrem Korb am Arm heraus trat, eilte er sogleich auf sie zu, jedoch ohne im ersten Momente vor heftiger Bewegung Worte studen zu können. Sie erkannte ihn aber sogleich und redete ihn daher vertraulich mit den Worten an: „Ist Ihr Freund vielleicht zu meiner Mutter gegangen ?" „Nein," stotterte Almer verlegen, „er ist in einem andern Hause. Ihre Mutter ist ja Gottlob! wie ich höre, außer Gefahr " „Das danken wir nächst Gott Ihnen und Ihrem trefstichen Freunde," erwiederte Doris bewegt. „Ich freue mich herzlich über die glückliche Wendung der Krankheit, wie ich überhaupt den innigsten Antheil an Ihrem Schicksal nehme. Es thut mir nur Leiv, daß ich Sie vielleicht heute zum letzten Male sehe; ich muß morgen schon zu meiner Vaterstadt zurückreisen." „Das thut auch mir Leid," sagte das junge Mädchen; „wir hätten uns fo gerne erkenntlich gezeigt" — — 102 „Reden Sie davon nicht", unterbrach sie Emil. - „Ich will offen gegen Sie sein. Nur der Wunsch, Sie noch einmal zu sehen, trieb mich heule Abend hierher. Ich konnte nicht abreiscn, ohne Ihnen ein Lebewohl gesagt zu haben." Er ergriff die Hand des staunenden Mädchens, drückte sie herzlich und fügte rann noch hinzu : „Leben Sie wohl, Ihr Bilv steht mir ewig vor Augen; bitte, vergessen Sie auch meiner nicht." „Nie" , lispelte Doris bewegt, die von seiner ganzen Erscheinung sowohl wie von dem innigen Tone seiner Stimme tief ergriffen war. Sie hauchte noch ein paar Worte nach, aber diese vernahm der davoneilende Almer nicht mehr, rcr die Zeichen seiner Erschütterung, die ihm in die Augen traten, verbergen wollte. (Fortsetzung folgt.) Was giebt es Neues? — An der Wiesbaden-Rüdesheimer Bahn sollen schon 500 Arbeiter beschäftigt sein. Man glaubt, bis nächsten Herbst diesen Schienenweg dem Verkehr übergeben zu können. — Das Frankenthaler Zuchtpolizeigericht hat schon wieder einen Wucherer in Untersuchung genommen. Die Wuchersumme beträgt 13000 ft., die beantragte Strafe 6500 st. — Das Urtheil wird am 2. Januar gefällt. — Die herrliche Pfalz wird auf diese Weise bald von jenen Vampyren befreit sein. — In Bruchsal stand vieser Tage ein Frankfurter, Friseur Joh. Grenzenbach, wegen mehrfachen Diebstählen schon längere Zeit im. dortigen Zuchthaus sitzend, vor den Assisen, des Mordversuchs an einem Zuchlhausbeamten angeklagt. — Die Geschwornen sprachen ihr „Schuldig" und G. wurde zu noch weiteren 8 Jahren Zuchthaus, geschärft durch hundert Tage Hungerkost und lebenslänglicher Landesverweisung verurtheilt. Auf die Befragen, ob er noch etwas vorzubringen habe, erwiderte G. : „Nur so viel : wenn Sie mich nicht kapur machen, dann mache ich Einen kaput. Damit Sie mich | doch kaput machen müssen!" — Das niedrige Wasser, wird von St. Goar gemeldet, welches der Schifffahrt in diesen Tagen so viel Abbruch thul, ist doch für dieselbe nicht ohne Vortheil, da die preuß. Regierung die Felsen sprengen läßt, welche beim wilden Gcfäbr Die Rheinbahn unsicher machen. Da die gefährlichsten Felsen jetzt blos liegen, dürfte die Arbeit bald und vollständig gethan sein. — Wie die „Zeit" vernimmt, ist gegen den Buchhändler Hertz in Berlin, als Verleger der vielgenannten „Briese über Staatskunst" (Verfasser Geh. Cabinetsrath Vict. v. Strauß), zu 50 Thlr. Geldbuße, event. 4 Wochen Gefängniß, verurtheilt, auch die Vernichtung des genannten Werkes angeordnet worden. — Aus Altona wird gemeldet, daß dort trotz aller Zwangs-, maßregeln die Annahme der neuen dänischen Reichsmünze noch immer Schwierigkeiten findet. — Im weimar'schen Badeorte Ilmenau hat ein Zimmergeselle seine Frau, die ihm nicht genug verdiente., mit einem Stückchen Obstkuchen, das er ihr mit freundlicher Miene nach Hause brachte, vergiftet. — Am 11. d. M. ereignete sich auf der bayer. Südnordbahn zwischen Hof und Kotzau der Unfall, daß an einem Wagen eine Achse brach, wobei jedoch außer einer unbedeutenden Contuston, die der Oberconducteur erlitt, keine Verwundung irgend einer Person vorkam; auch der Schaden ist unbeträchtlich. -- Unlängst sind auf einer Zeche bei Dortmunv wieder drei Arbeiter durch Erplosion von „bösen Wettern" getödiet worden, und zwar Durch Nachlässigkeit eines Kameraden, -Der statt der vorgeschriebenen Sicherheitslampe nur eine gewöhnliche Bergmannslampe in die Grube nahm. Letzterer kam Davon, ist aber jetzt in Hast. — Der Dr. Ludo lfi aus Italien, welcher sieb Dadurch, oi er Die Krebsschäden nicht in operativer Weise, sonDern Durch st, aufgelegtes Mittel heilt, einen Namen erworben hat und sich Zeit in Cöthen aufhält, hat jetzt von einem reichen Handln ngshau einen Ruf nach England erhalten und wird sich wahrscheinlich i einigen Wochen dorthin begeben. — Auf der Straßburg - Pariser Bahn sind jetzt auch Schl« wagen eingerichtet. JeDes Coupe ist für 3 Personen und kostet Platz 25 pCl. mehr als die erste Classe. Die Einrichtung ist \[ bequem und sinnreich. — Nach einem Briefe des Lloyd aus Konstantinopel vom l.$( lauten die Berichte aus Asten in Del Thar ungünstig für die Rusßii die russische Festung Sefo an Der Küste des schwarzen Meeres i der Gegend des Forts Schefketil wurde von den Türken ei o fiert. Bei der Erstürmung sind von den Russen- 400 Man geblieben, 200 Entkommen. Türkische Berichte sprechen von 150 gefallenen Russen. — Berichte aus Petersburg melden, daß ein kriegerischer Gei daselbst alle Welt ergriffen habe. Der Kaiser halte Paraden un Jnspeetionen wie gewöhnlich. Unter anderm besichtigte er das pre» braschenskische Garderegiment und fand es wie gewöhnlich vortreffliil Die Gemeinen erhielten Geldgeschenke. — Nach dem Monatsbericht der deutschen Gesellschaft zu New Uork sind im Monat November nicht weniger als 28,269 Eir Wanderer daselbst gelandet. — In Amsterdam wird auf dem Rokin ein eleganter Krystali Pallast gebaut für eine großartige Blumen- und Pflanzen-Aus stellung. Ml i s c e l l e n. — In der Berliner „Zeit" annoncirt ein Tnchhändler, daß, jetzt seine Artikel viel billiger geben könne, weil : mehrere feint Anverwandten, Tuchfabrikanten, so glücklich gewesen, das groß-! Loos zu gewinnen, deshalb ihr Geschäft auflösten und sie ifii - ihre Vorräthe en bloc übergeben hätten! — Del heeßt man - Schwindel. i — Die amerikanischen Riesen-Hotels finden auch in Paris ihi Bewunderer. Der Directeur der „Illustration" in Paris, Hei Paulin, will, in Verbindung mit Herrn Hornau, am Eingani zur Vorstadt St. Honore ein Hotel nach amerikanischem Must; bauen, in welchem etliche Tausend Fremde zu bedeutend billigere ! Preisen alle Bequemlichkeiten finden können. — Vor einiger Zeit stürzte ein junger Mann, bleich, entstell!! in das Büreau des Polizei-Commissars des Quartier des Chamfl Elysees in Paris und stellte sich als Gefangenen, mit der Angab; daß er seine Frau, die ihn betrogen, ermordet habe. Der Polizei Commiffar wollte anfänglich den Aussagen keinen Glauben schenkei schickte sich aber zu Nachforschungen au, als der junge Mann ai der Erklärung bestand, er habe seine Frau in ihrem Schlafzimiw erdolcht. Leider fand die Polizei seine . Aussage bestätigt, Hei Vautier, kaum 36 Jahre alt, ist sehr vermögend und machte ei Haus in der Avenue des Champs Elysees; seine Frau zählte 2 Jahre und war von seltener Schönheit. Das Ehepaar hatte bi dahin in musterhattem Einverständnisse gelebt. — In Wien sind zum neuen Jahre fünfzig verschiedene Kalendi in Buchform (die Blatt-Kalender nicht gerechnet) erschienen. D meisten erreichten eine Auflage von 3-, 4-, auch 5000 Ereiuplare einige wurden auch in 8—10,000 Eremplaren gedruckt. Druck unv Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch» und L>trindruckerei. Als A «rückt, tu ichmals ii und) en bi bgeschickliä sSen. Do Ui, was e tzi, mit n Zwei : iS Advocai nr er, wi i viel zu shört. 9)1 genannte JoriS’ Bild u er in j kühülfe er tlgen könn tikundiqun liefet schon Siitire Wr litt Arzte juzlicher 1 Im Vater Mich verso «, indein । the Spekul Intefimungt i, und au kn. Seim Ärmögens »Sie i Smit erschn »Wer kr alte A hier dieser iiDieine P Ich meinet ii meinem ir ihn. ( tir ist, hm sibe ich j>a «gelegt ist ir Statt s Sie Emil 1 iaS Nähere „Unm iandelu iaf „Stirl !°n, Die siel «ir, so bin »Gut/ Nicht streite .N 52 Eine Fügu n g. Mitgetheilt von Earl Braasch. (Fortsetzung.) Als Almer am nächsten Morgen, in die Ecke des Coupöe's «rückt, der Heimath zurollte, hatte er Muße, sein Abenteuer chmals in Gedanken vurckzuleben und er thal dies nicht ohne Wichen bitter» Vorwurf über seine Schüchternheit und seine lligeschicklichkrit, Doris' Gedanken über sich nicht erfahren zu Ken. Doch wer ist wohl je mit sich zufrieden gewesen, wenn er !ii, was er, den augenblicklichen Eingebungen der Liebe folgend P, mit nüchternem Muthe betrachtete? Zwei Zahre waren verflossen, seit der Doctor jur. Almer sich iS Advocat in feiner Vaterstadt niedergelassen hatte, und noch nr er, wie die meisten junge» Rechlsgelehrten, nicht im Stande i viel zu verdienen, als zur Unterhaltung eines Hausstandes Del. Mehrfach hatte sich ihm die Gelegenheit geboten, eine genannte gute,Parthie zu machen, aber sein Herz, in welchem jdris- Bild lebte, harte sich stets erfolgreich dagegen empört; doch, ü er in seines Vaters Hause wohnte und theilwcise von dessen stihülfe existiren mußte, so hatte er auch seiner Neigung nicht sigen können. Oft batte er an Doctor Hermann geschrieben und irkundigungen über Doris eingezogen, aber seit einem Jahre wußte ßser tchon keine Nachrichten mehr über sie abzugeben. Die Nllwe Wöhler war in einen andern Bezirk gezogen und damit in Arzte aus den Augen gekommen, — so lebte er nun in pzlicher Ungewißheit über ihr Schicksal. Eines Morgens kam iin Vater mit einem Briefe in der Hand auf fein Zimmer. iPöd) verfolgt doch das Mißgeschick auf Tritt und Schritt," rief «, indem er eintrat. „Du weißt," fuhr er fort, „daß mir nie rät Spekulation gelang und daß ich deßwegen allen großen Un- tinehmunge» entsagte. Ich gab mich nur mit kleine» Geschäfte» i, und auch die konnte ich nicht einmal mit eigenem Gelde belrei- ta. Deine Pathin, die Frau von Rosen, Hai einen Theil ihres Ärmögcns in meinem Geschäfte." — »Sie will ihr Geld doch nicht herausziehen?" unterbrach ihn Smit erschrocken. »Wer weiß, was über kurz oder lang geschieht," entgegnete dir alte Almer niedergeschlagen. „Höre, was sie mir schreibt, hier Lieser Passus ist es," fuhr er in dem Briefe suchend fort: »Meine Pathe ist alt genug sich zu verheirathen, und wenn dies ich meinem Wunsche geschieht, so bin ich nicht abgeneigt, ihn » meinem Testamente zu bedenke». Ich habe eint» Vorschlag it ihn. Ein junges Mädchen, das jetzt als Gesellschafterin bei >ir ist, hat meine Zuneigung in hohem Grade gewonnen; ihr hbe ich das zugedacht, was, verehrter Freund, in Ihrem Geschäfte iigelegt ist. Wenn eine Verbindung zwischen Ihrem Sohne und Statt fände, so wäre das gewiß nach Ihrem Wunsche. Lassen Tie Emil sobald als möglich einmal zu mir kommen, damit ich las Nähere mit ihm verabreden kann."" „Unmöglich!" rief Emil. „Ich kann mich doch nicht ver- iandeln lassen?" »Stirbt sie," sagte der alte Almer fast tonlos, „und die Per- «n, die sich in ihr Vertrauen eingeschlichen, fordert das Geld von itir, Jo bin ich ruinirt." »Gut," sagte Emil entschlossen, „mit Dir kann und will ich ^cht streiten, aber ihr selbst will ich es sagen, daß ich niemals a g e» eine Heirath eingehen werde, an der mein Herz keinen Theil hat. Morgen reis' ich hinüber." Sein Vater zuckte die Achseln und sagte: „Sieh zu, was Du ausrichtest. Bedenke, daß sre reich ist und keine Verwandte besitzt, daß also, fügst Du Dich ihrem Wille», Dir ein bedeutender Theil ihres Vermögens zufallen kann; bedenke, daß Dir das Glück eben so wenig, wie mir, bis jetzt günstig war und daß es gefährlich ist, dasselbe, trenn es sich endlich einmal, so wie Dir in diesem Augenblicke, darbietet, mit Gewalt von sich zu stoßen. Vor Allem aber vergiß nicht, daß das Schicksal Deiner Aeltern jetzt von Dir abhängt." Damit verließ der alte Almer das Zimmer. „Auch das noch?" rief Emil, als er allein war, schmerzlich bewegt. „Ist es nicht genug, daß ich über Doris' Schicksal in Ungewißheit schwebe, muß auch jetzt noch der Versucher an mich herantreten? Müssen selbst die heiligen Gefühle für die Aeltern sich mit dem Feinde verbinden, um mich zum Verräther an der reinen Liebe, die ich im Herzen trage, machen zu wollen? Niemals! Nicht eher, als bis ich gewiß weiß, daß Doris mich vergessen, werd' ick einer Andern angehören." Seine Ungeduld litt ihn nicht mehr im Hause. Da es noch früh war, so konnte er am Nachmittage schon in dem Wohnorte seiner Pathin sein, — er zögerte nicht; in wenigen Stunden saß er schon im Eisenbahnwa gon. Er kümmerte sich nicht um das, was rechts oder links vor ihm lag, obgleich es ein herrlicher Maitag war; er batte genug mit sich selbst zu thun; doch, als der Zug an eine Station gelangte, wo man einen andern Train, der dem seinigen entgegen kam, erwarten mußte und dieser endlich daher brausete, still hielt und Passagiere aussetzte, sah er, um such ei» wenig zu zerstreuen, zum Wagenfenster hinaus. Unter den Aus- gestiegeneti befand sich auch eine einfach, aber doch elegant gekleidete Dame, die von einem Herrn erwartet war und jetzt den Arm desselben nahm, um mit ihm dem nahe gelegenen Städtchen zuzugehen. Unwillkührlich war er derselben mit den Augen gefolgt, und, als sie im Fortgehen den Kopf wandte, erkannte er — wen? Sollte es Täuschung, Jrrthum, Verwechslung fein? Nein, nein, er konnte i nicht zweifeln. Es war Doris. Ein Laut der Ueberraschnng ent; i fuhr seinen Lippen. Auch sie hatte ibn wahrgenommen und schien umkehren zu wollen , aber die Locomotive pfiff und dahin flog der Zng. Sie lebt, sie ist in der Nähe, sie Hal Dich gesehen, sie wollte mit Dir reden! das wogte und wirbelte in seinen Gedanken hin und her. Bald jubelte er, fie wiedergefunden zu haben, bald fank er in düstere Zweifel darüber, in welchem Verhältnisse sie zu jenem Herrn stehe. War es ihr Gatte oder nicht? Gleichviel, hätte seine Standhaftigkeit zu dem Kampfe gegen den Plan seiner Pathin noch enter Unterstützung bedurft, so wäre diese Begegnung dazu hinreichend gewesen. Unter diesen Ueberlegungen dünkte ihn die Zeit bis zu dem Punkte, wo er aussteigen mußte, ein Augenblick. Eine kleine halbe Stunde von dort bis zu dem wirklich schön gelegenen Vesttzthnm der Frau von Rosen legte er, als rüstiger Fußgänger, bald zurück und wurde von der alten Dame auf's Liebevollste empfangen. Ais sie bei'm Kaffee saßen und er alle Fragen in Betreff seiner Eltern und seiner eigenen Verhältnisse gehörig beantwortet hatte, begann fie, wie es ihm schien, nicht ohne einige Verlegenheit: „Nicht wahr, mein Brief hat Dein Kommen veranlaßt? Ick erwartete Dick heute noch nicht, doch freue ich mich, daß Du meinen Wunsch so schnell erfüllt hast. Ich scklteße daraus, daß auch mein anderer Wunsch Dir genehm ist. Du konntest nicht gelegener kotn- »nslampe 4 j tzt in Haft. ' dadurch, ei in durch und sich 5u andlungShau hrscheinlich i >uch Schl«, and koste: dl dtung ist \[ v. in l.De r die Russni en MeereS i Türken ei r 400 Man en von 150 gerischer Gei Paraden un er das pree ch Dortrefftid haft zu New 28,269-Eii nter Krystah tflanzen-Aus tdler, daß > mehrere feint das groß und sie ih> jeeßt man - in Paris ihi Paris, Hei am Einganl ischem Must end billigere eich, entstell! c des Chainst it der Angab; Der Polizei üben schenket ge Mann ai Schlafzimiw tätigt. Hei. nd niächte ei au zahlte 2| mar hatte bi I ebene Kalend chienen. D 0 Ereinplartt >ckt. 104 men, Franziska ist heule gerade abwesend und wir können ganz gemüthllch über meinen Vorschlag reden." „Meine beste Pathin," erwiederle Emil, „ich verkenne Ihre vor- lrefflichen Ahsichten durchaus nicht, aber — — „Nun ein Aber hätte ich nicht erwartet," unterbrach ihn Frau von Rosen ernst. „Horen Sie mich ganz," fuhr Almer fort. „Alles was ich zu sagen habe, läßt sich in die wenigen Worte fassen: Ich liebe eine Andere." „Lieber Emil," entgegnete seine Pathin sanft, „über die Jugend- thorheiten solltest Du doch jetzt wohl hinweg sei». Ich habe Franziska lieb und Dich ebenfalls; ich wollte euch Beide glücklich mache» und Du widerstrebst?" „Nennen Sie das Glück, wenn zwei Herzen, Die sich nie verstehen, zusammengeschmiedet werden? Kann on ein Glück entsprießen, wo um Geld die edelsten Gefühle niedergetreten werven müssen, wo auf den Ruinen wahrer Liebe vie Ehe ihren Altar errichtet? O nein, fragen Sie Ihr Herz, Sie sind eine Frau, und Ihr Geschlecht soll ja noch zarter fühlen, als ras unsrige." rief Emil bewegt. „Hüte Dich vor dieser falschen Sentimentalität! Du verlierst Den Erdboden unter Deinen Füßen. Hak Dir Dein Vater nicht auch die praktische Seite meines Vorschlages gezeigt? Ich kenne ihn doch sonst als einen ruhigen, verständigen Mann," lautete Die j Antwort. „Ja, er hat sie mir gezeigt," sagte Emil bitter, „und wäre es nicht, wie es ist, wahrhaftig, Sie hätten mich heute nicht zu sehen bekomnien." „Emil!" rief Frau von Rosen vorwurfsvoll. „O, daß mir Das Glück eben so wenig wie meinem Vater lächeln will," setzte er halb im Selbstgespräche hinzu, „daß mein Herz verschachert werden muß!" „Die Rede könnte mich beleidigen," entgegnete feine Pathin ruhig, „doch erinnere ich mich aus meiner eigenen Jugend, wie ungerecht man gegen die ist, welche unser Bestes wollen, wenn sie einen andern Weg einschlagen, als wir für gut halten. Du sollst 1 Franziska sehen —" „Und wäre.sie ein Engel," fiel er ein-- „Der ist sie wirklich!" „Mir gleichviel! Das Bild Das ich im Herzen trage, kann sie nicht verDrüngen " „Ich will nicht bart gegen Dich sein," sagte Die alte Dame gutmüthig, „verstehe meine Absichten nicht falsch. Soll ich aber Deinen Ansichten nachgeben, so muß ich Deine Herzensangelegenheit auch mit Deinen Augen betrachten: erzähle mit Deine Liebesgeschichte." (Schluß folgt.) Was giebt es Vkerres '< — Vor Kurzem wurde in Mainz ein Gauner mit Leünruthen gefangen. Ein Industrie - Ritter wurve nämlich in Der Domkirche in Dem Momente ertappt, als er aus einem Der Dortigen Opfer- kasten mit langen, mit Vo.elleim bestrichenen Fischbeinen durch die trichterförmige Oeffnung Geld entwenden wollte. Dieser saubere Herr scheint dieses Geschäft schon längere Zeit gewerbsmäßig zu betreiben, indem sich unter Dem Futter seiner Mütze noch ein Vorrath Leim- ruthen vorfand. — Einem Schreiben aus Weimar zufolge hat die Kaiserin der Franzosen zum Neubau einer katholischen Kirche in Weimar eine bedeutende Summe bestimmt. Verschiedene kostbare Kirchen-Paramente sollen von derselben frommen Geberin bereits angekommen fein. die Kasse zu Was m und a vertrauend, folgen wird, „Ich i, Sie fiu SanD an ' Ms Abet ipferndes l W setzen, „Wer ief Frau fache ist 1 fleben sollte Du, daß ji mhm, niet nit ihr in l’te lebt, ne Emil „Da ! erfaßten hl i’ieDit Etw liebe zu G !iir thöricht üichts bara lufammenfte !ir uns ai «'s bis Du kreiten; d< Züchten m „Aber Ifflte Emil, foung mit „Franz N sie feir I*! das nur (fingen, wo «' es Dir /feite Stockt » Dem sich litt allein binte. Ex legen, auf das Sprüchwork: „WaS man nicht weiß, Macht einem nicht heiß", Die Gesellschaft ist indeß heiß geworden, darauf ist man nicht wenig gespannt. — Die franz. Akademie der schönen Künste Hal zu correfponoirey Den Mitgliedern ernannt: den Architekten Zanth in Stuttgart, dey — Vor einigen Tagen kam auS Amerika an unbemittelte Leu! in einem MoseistäDtchen von einem Verwanvteii ein Brief mit 5f Dollars in einer Note an. Zur Umwechselung wurde dieser Scheit an ein Coblenzer Handlungshaus gesandt, wo sich leider Herausstelld Daß Die Note einer amerikanischen wohl in Form, Druck und Papit ähnlich war, jedoch eine einfache Empsehlungskarte eines Seifen Fabrikanten in Neu-York ist, welcher Die Aufschrift Der Notei genau nachmachte, nur mit Dem Unterschiede, daß Die Worte rot folgt lauteten: „Diese Seife, mit einer Bürste gerieben, macht al Arten von Flecken zuverlässig aus." worden. — Ein Gerücht: Der Fürst von Serbien habe Der Türkei Dt Krieg erklärt und er wolle mit Den Russe» gemeinsame Sau mache», wirD vielsach b e sproche» uud auch wider sprechen. — Eine andere, bester verbürgte Nachricht spricht von einer bi deutenden Schlacht bei Sallscha, welche General Fischbach den Türke geliefert, um sie von Kaiafat über die Donau zurückzuwerfen. Do behaupteten sich Die Türken und Die Russen hatten großen Berich Eine telegr. Depesche meldet: London 20. Dec. Die v« einigte Flotte ist nun in das schwarze Meer eingelaufen um je Angriff auf türkische Häfen abzuweifen.________ U1U ...........—t: Den Architekten Zanth in Stuttgart, oei . Kupferstecher Feising tn Darmstadt und den AlterthumsforW. unfe 3 Pitaeei in Athen. Zum ständigen ©ecretär der Akademie D | unfc Wissenschaften ist, an Aragos Stelle, Elie de Beaumont gewayi j^ 1 Stichern D ilr Nachtigal Men war Was Wn feine Stimmen lf|n Li. be? Ain Mensch glücklich, r i,!|e auf Den Ein Wa — Es ist in Biebrich bereits mit Den Vorarbeiten zu Der groj:; artigen Blumenausstellungshalie begonnen worDen, Die bekanntlsi am 1. April 1854 eröffnet werben soll. — In Landshut ist das Kloster der Ursulinerinnen abgebrannft Obgleich sich 50 Nonnen und gegen 400 Schulkinder im Gebäude befanden, ist doch fein Menschenleben zu Grund gegangen. — In Bonn wurde eine evangelische Gesellenherberge gegründet, | zu welcher Der König 1600 Thlr. spendete. — Die Königsb. „Hart. 3g." schreibt: Das hier allgemein m breitete Gerücht von dem entsetzlichen Verbrechen einer jungen, tet vornehmem StäiiDen angehörigen Frau in einer ProvinzialstM, welche ihr kleines, der Brust noch nicht entwöhntes Kind, buri Entziehung der Nahrung, dem Tode preisgegeben haben soll, gewinnt an Conststenz. Wenigstens steht so viel fest, daß die Anklage gegen die junge Dame erhoben und ihre gefängliche Einziehung bereit« erfolgt ist. — Vierzig Sänger aus der Rhein-Provinz, davon fast 30 au! dem Cölner Männer-Gesangverein, beabsichtigen eine mehrjährig! Sängerfahrt, thellweise nach EnglanD und theilweise nach der neuen Welt zu unternehme». Herr Mitchell ist schon mit denselben in UnterhaiiDlung getreten. — Aus Köln wird geschrieben: Cs Dürfte leicht ein interessant« Prozeß in einer hiesigen Gesellschaft in Aussicht stehen, wenn sich folgendes Gerücht als wahr herausstellt: Eine Gesellschaft, die ein gemeinschaftliche Kasse hatte, spielte in Der Lotterie. Einige D« Herren nahmen außer Der für Das Spiel festgesetzten Summe noch 8 Thlr. aus Der Kaffe, um Fortuna privatim zu versuchen uni gewannen mit Dem Einsatz 1000 Thl. Da Die Gesellschaft vo diesem Vorfall nichts wußte, beschloß man, den Einsatz wieder « Druck unv Verlag der (S. D. Brühl'scheu Buch» und Stetndruckerei. Was m correfponoitew langgehaltene Ton Diese Heiterkeit da illgcmein »t. jungen, tet rovinzialstM, Kind, durt soll, gewiimi Knflage gegen ehung bewirt fast 30 aui e mehrjährig« ich der neuen : denselben in emittelte Leu! Brief mit 5! : Vieser Scheu r heraussteüti uck und Papik eines Seifen ,fl Der Not« ie Worte roi en, macht all Fügung, und Gott verlassen, wenn das ereignen sollte." eine Thräne aus den „Liebe Franziska, ich schlagen Sie darum Eine Fügung. Mitgetheilt von Carl Braasch. zu der grc;: ie bekanntlis ii abgebrannt! L im Gebäude ngen. ge gegründet, I er Türkei de einsame Sacj 1 sprachen. von einer 61 ich ven Türke uwerfen. Do! großen Berluj Dec. Di- vej ifen um jed! n interessant« n, wenn sids chast, die eit« Einige sei Summe nod »ersuchen uni esellschaft so! atz wieder « „Ueberlegen Sie reiflich, ehe Sie sich bestimmt erklären. Ich bin alt, und wer weiß, wie lange mir noch zu leben vergönnt ist; nach meinem Tode stehen Sie wieder verlassen und einsam in der Welt, wie vorher. Ich könnte nickt ruhig von dieser Erde gehen, wenn ich Sie HÜlflos zurücklassen müßte." „Ich bin Ihnen unendlich verpflichtet; denn wer weiß, was ohne ^hre Güte aus mir geworden wäre. Meine Mutter war gestorben und die bitterste Armuth, das größeste Elend, aus welchem ich keinen Ausweg sah, war das einzige irdische Erbtheil, das sie mir hinterließ. Da, vor einem Jahre führte mich Ihr Gesuch einer Gesellschafterin zu Ihnen, Sie nahmen sich meiner an und wurden mir eine zweite Mutter. Das war Gottes „Kind, sein Sie nicht thöricht," unterbrach sie Frau v. Rosen, „solche Jugendträume schwinden im Leben, wie Morgennebel vor der Frühlingstonne. Im Leben ist es die Hauptsache praktisch zu sein. Sie selbst, sagten mir neulich, das Leben, ]o wie es sei, passe nicht für die Poesie; ich drehe diesen Satz um und sage: Die Poesie paßt nicht sür das Leben, rote es nun einmal ist." "Soll denn Nichts wahr werten ?" fragte Franziska sinnend. „Können Sie Ihre Hoffnungen verwirklichend" Franziska schwieg und eine Thräne rollte aus'ihren schönen Augen. „Weinen Sie nicht!" sagte Frau von Rosen zärtlich. „Ich N ill Sie ja nicht zwingen; doch sehen Sie den jungen Mann nur erjl. Ziehen Sie sich um, und kommen Sie in den Speisesaal, Wo beim Abendessen mein Palhe und ich Sie erwarten werden." In einem Zimmer, ras nach dem Garten hinging, saßen wenige (Schluß.) „Ich wußte es, daß Sie mir keine Gewalt anthun würden, i. Sie sind so unendlich gut!" sagte Emil gerührt, indem er ihre »atro an seine Lippen drückte. Er erzählte ihr nun das Abenteuer meß Abends, schilderte mit den lebhaftesten Farben Doris auf- ipfenides Benehmen gegen ihre Mutter und vergaß auch nicht hin- gzusetzen, daß er sie noch au demselben Tage wieder gesehen habe. „Wer hätte einem Avvocaten so viel Romantik zugetraut!" üf Flau von Rosen, als er geendet. „Nein mein Söhnchen, die rache ist doch zu lustig, als daß ich deswegen meine Pläne auf: |(ben sollte. Woher weißt Du, daß sie Dich liebt? Woher weißt r-u, daß jener Mann, der sie heule auf dem Bahnhofe in Empfang uahni, nicht ihr Gatte war? Was kannst Du thun, um wieder siit ifyr in Verbindung zu treten, da Du nicht einmal weißt, wo sie lebt, noch wie sie jetzt heißt?" Emil seufzte, ir konnte diese Fragen nicht beantworten. „Da Du," fuhr sie fort, „seit so langer Zeit Nichts von ihr itfahien hast, so kann es sich sehr gut ereignen, daß Du nie *t,r Ultras von ihr hörst, und dann wolltest Du einer Gedanken- we zu Gefallen Dein Leben lang unvcrheirathet bleiben? Was « thonchkes Zeug ist das !" Der sonst so beredete Abvoeat konnte > ts darauf erroiedern, was nicht bei der ersten Gegenfrage schon iosammenfiel. Die Pathin sagte daher ganz ruhig: „Jetzt haben IIV uns ausgesprochen, und wollen nicht eher wieder darüber reden, « ts Du Franziska selbst gesehen hast. Ich muß auch sie vor: ttretteu; denn bis jetzt habe ich ihr noch kein Wort von meinen «lichten mitgetheilt." „Aber wenn auch sie schon früher eine Neigung gefaßt hätte?" 'Sie Emil, neue Hoffnung schöpfend. „Wenn auch sie eine Ver- Ortung mit mir nicht eingehen will?" „Franziska verdankt mir so viel," entgegnete Frau von Rosen, st- keinen andern Willen, als ven meinigen haben wird, lieber« das nur mir allein. Für jetzt will ich Dich auf Dein Zimmer ■’tn, wo Du Dir bis zum Abendessen die Zeit vertreiben kannst, 1". Dir gefällt." Damit erhob sie sich und führte ihn in's /-nie Stockwerk, wo sie ihm ein behaglich eingerichtetes Zimmer, «I dein sich eine gewählte Bibliothek befand, anwies. Da war er JW allein mit seinen Befürchtungen, die kein Buch zerstreuen “nte- Er setzte sich an's Fenster, das in den Garten ging, und I lprang heraus und eilte zur Frau von Rosen. Es war Franziska. Sie stattete Bericht ab von ihrer kleinen Tour, die sie im Auftrage ihrer Herrin gemacht hatte. „Ganz vortrefflich, Franziska," sagte diese, „ganz, wie ich es von Ihnen gewohnt bin; Sie sind ein Schatz für mich und bringen mich immer tiefer in Ihre Schuld." „O bitte, lassen Sie das, gnädige Frau," entgegnete das junge Mädchen. „Nein," erwiederte die alte Dame, „ich wünschte einen Theil davon abgetragen, und dazu bietet sich gerade jetzt eine paffende Gelegenheit." „och begehre Nichts weiter, als Ihre Zuneigung." „Wohl, die haben Sie sich im reichsten Maaße erworben und für die Gegenwart möchte sie Ihnen genügen; aber Sie müssen auch an die Zukunft denken. Da Sie nicht dafür sorgen können, muß ich es thun, und wie, will ick Ihnen kurz erklären. Mein Palhe, ein liebenswürdiger junger Mann, ist auf meinen Wunsch hwrher gekommen; ich wünsche eine Verbindung zwischen Ihnen und ihm." Das junge Mädchen erbleichte bei diesen Worten, schwieg einige Augenblicke und sagte bann fest: „Gnädige grau, das ist nicht Ihr Ernst. Sie wollen nicht mein äußeres Glück auf Kosten des Innern begründen." vertrau' ich; er wird mich auch bann nicht Schlimmste, was Sie vorhin andeuteten, sich Frau von Rosen trocknete sich verstohlen Augen und begann dann nach einer Pause: muß Gewißheit über Ihr Schicksal haben; mein Anerbieten nicht unbedingt aus." „Ich bin Ihnen ungern entgegen," entgegnete Franziska be« ßimmt, „aber hierin kann ich nicht nachgeben, es wäre Verrath an meinem Herzen. Ich habe Ihnen meinen Lebenslauf erzählt, und Sie wissen daher —" Stuttgart, de, ,..... cas in den Garten ging, und >ithumsforschä ?anJ“ lefen’ eä interessirte ihn aber Nichts, er sah darüber Akademie d« 1 J., narrte fast gedankenlos in die verjüngte Natur. Draußen unonl ij-wäh! Jtc unb duftete Alles, der sanfte Abendwind bewegte die Blätter und aus Bäumen und Büschen tönte ihm das fröhliche Mchern der Vögel entgegen, dem nur der «Nachtigall etwas Schwärmerisches verlieh. feuertet «Ben war ein schneidender Contrast zu der Stimmung seiner k. Was sollten ihm die Blüthen da draußen, waren doch die , D" seines Herzens vom Froste der Alltagswelt zerstört! Und stimmen der Vögel — waren sie nicht ein Jubelruf der glück- > ^jbe? Der hatte noch nie aus seinem Busen heraus getönt. 'M Mensch," rief er nach langem resultatlofem Grübeln, „ist so t, U . ' tr*c "> denn für mich gibt es keine tbeilnehmende ‘lf auf dem ganzen Erdenrunde." Ein Wagen kam auf den Hof gerollt, ein junges Mädchen 106 errichten will? M i s c t l l e. ähUHm Buch- uud Slnndruckcrtt. Leiche fand, verloren. — (Siii können ja antwortete dieser, Null." Minuten spater Emil und seine Pathin. Sie redete ihm lächelnd von der Schönheit ihres Parkes vor; aber vergebens waren ihic Redekünste, er blieb starr und stumm mit dem Rücken dem Fenster zugckehrt. Endlich öffnete stch die Tbür und Franziska trat ein; er erhob sich, ohne aufzublicken; sie aber konnte ihn, da er vom Lichte abgewandt saß, nickt erkennen. Sie fing an zu sprechen, indem sie sich an den Tisch setzten, —■ da sah er plötzlich auf und freudig überrascht rief er: „Doris!" Er flog auf tie zu und ergriff ihre Hand; sie wehrte es nickt, sie schlug nur erröthend die Augen hinten, Ihr werdet glücklich sein." . _ Roch an demselben Abende schrieb Emil seinem Vater, wie glücklich sich Alles gelöst. Der nächste Sonntag sah auch seine Aeltern im Kreise,des Glücklichen bei der Verlobung. — Vor Kurzem wurde in der Nähe von Gotha ein Magistratsbeamter erschossen gefunden. Die nähere Untersuchung stellte heraus, daß ein Selbstmord vorliege, und diese Annahme bestätigte sich durch den später ermittelten Umstand, daß in den von jenem Beamten bisher neben seiner Dienststelle verwalteten Kassen mehrerer Kirchen sich ein Defizit von nahe an 12,000 Thlrn. fand. __ Nach Mittheilungen von Reisenden, welche die bayerisck- sächsiscke Gränze bei Hof passirten, sollen die Orre Naila, SH und Schönwald dergestalt vom Schnee förmlich überschüttet sei«, daß nickt nur alle Eommunicalion gehemmt und der Postenlauj gestört ist, sondern auch die Bewohner selbst ihre Häuser kaum verlassen können und aus den umliegenden Ortschaften alle Landbewohner zur Hülse und Beseitigung des Schnees ausgeboten sind. — Das Hauptzollamtsgebäude in Ulm ist niedergebrannt mit einem großen Theil Waareu. Hauptzoll -Amts-Controlenr Knapp ist mit seiner Frau vom dritten Stock herab in das Rettungstuch gesprungen und an Fuß und Brust schwer verwundet. __ Am vergangenen Samstag, Mittags, ist im Maschinenhanie zu Neumark der Dampfkessel der Locomotive „Spessart", welche den bereits stgnalisirten Bamberg-Hofer Zug weiter befördern sollte, plötzlich zersprungen. Durch den gewaltigen Druck der Luft wurde nicht allein das ganze Dach des Gebäudes abgerissen, sondern auch die Wände zersprengt und die Trümmer der Maschine flo.,en weit herum. Nicht nur im Bahnhof sind sämmtliche Fenster, sondern auch in Neumark viele zersplittert worden. Außer dem Heizer, der an den Beinen sehr stark verletzt wurde, und zwei Reisenden, die kleine Contusionen erhielten, wurde glücklicherweise Niemand dabei beschädigt. . __ In den exclusiven Kreisen Wiens glaubt man, wav die orientalische Frage betrifft, an keinen dauernden Frieden und suhlt sich allgemein verstimmt. , — In Paris ist di« Kälte auf 12 Grad gestiegen. Die Armen leiden viel und die Regierung läßt in allen Stadtvierteln Holz um Banguier sagte gereizt zu seinem Buchhalter . ,,S nicht einmal addiren!" - „Aber lubtrahir- ,denn wenn ick Ihr Geld von Ihnen abzlehe, blei» Was giebt es Meues? — Das Bad Nauheim, durch seinen großen Soolsprudel einen Weltruf genießend, wird vom 1. April 1854 auch eine Spielbank erhalten. Die kurhess. Regierung hat die Conielgon einem Hr . Vialv aus Paris verliehen. . — Während der Pfarrer in einem Orte bei Cöln die Christmette abhielt, drangen Diebe in das Pfarrhaus, mißbaudelten d,e Magd und raubten viele Werlhjachen. , , . „ — In Hannover hat während der Parade ein Tambour seinen Hauptmann durch einen Pistolenschuß verwundet. Er wollte sich sodann selbst erdolchen, wurde aber ergriffen. Fehlgcschlazene Hoff- nutig auf Avancement soll die Ursache des Mordversuches lcllL __ Vor einigen Tagen fand in der reformirten Kirche zu Hamburg eine Trauung ungewöhnlicher Art Statt. Der Bräutigam, ein Tenor de B., Mulatte, in Westindien Eigenthumer umfangreicher Plantagen, wurde mit einem Fräulein D., das m der Dammthorstraße bisher einem Putzgcschäfi verstand, vermahlt, ^er Bräutigam, der in Kopenhagen seine Erziehung erhielt, gedenkt die Flitterwochen daselbst zuzubringen, und wird zum Fruhlahr mit seiner jungen Frau narb der andern Hemisphäre übersiedeln — Bulwer, dessen Werke eben in einer wohlseilen Ausgabe in London erschienen find, hat jetzt das Recht dieselben zehn ^ahie lang zu drucken für 150.000 Thlr. an einen Buchhändler verkauf -------------- ' Druck und Verlag der G. D. Br Steinkohlen vertheile». , — Im südlichen Frankreich find seit Kurzem wiederholt Eilwagen und andere Fuhrwerke von Bewaffneten angehalten und die Reisenden ihrer Kostbarkeiten und Baarschasten beraubt worden. — Man schreibt aus Lille und Valenciennes, daß im nördlichen Frankreich sich ganze Banden von Bettlern und Unglücklichen, die kein Obdach haben und dasselbe oft unter den Thorwegeu suchen, ru reinen anfangen. In den Städten verhaftet man sie, die Gefängnisse der -Wachen dienen für die Nacht als Zufluchtsstätte und des Morgens führt man sie zum Thor hinaus. _ Das bei Halifax verunglückte Havrer Dampfschiff „Humboldt" hatte 2,200,000 Francs baares Geld an Bord; man weiß noch nicht, ob etwas davon gerettet werden konnte. — Nach einem Briefe aus St. Louis, vom 30. November, fleht gewisser Capitain Gunnison auf einer Entdeckungsreise im M°r- monen-Gebiet nebst 7 seiner Gefährten in einem Gefechte mit Indianern um's Leben gekommen. Gunnison war, als fi von 26 Pfeilschüfsen durchbohrt und hatte einen Aun nieder. , „3a, Doris," sagte Frau von Rosen, „bei mir Franziska, da meine alte Dienerin Doris heißt und ich an diesen Namen bei der alten Person gewohnt, ihn bei ihr nicht so leicht los werden konnte, als bei der neu 'Angekommenen, bei der bald der zweite Vorname zur Gewohnheit ward. Nun sprecht, bin ich wirklich so grausam, daß ich auf den Ruinen des wahren Glücks den Altar Eurer Ehe Wollen Sie auch jetzt noch nicht auf meinen Vorschlag eingehen, Franziska? Und willst Du's auch nicht Emil?" Was konnten die beiden Glücklichen antworten ? Sie drückten dankbar die Hände der gütigen Frau an die Lippen. Sie aber hieß sie niedersetzen und sagte dann : „Franzisko, oder Doris, erzählte mir vor etwa acht Tagen das Abenteuer, das Du mit ihr gehabt hast, und da sie auch Deinen Namen nannte, faßte ich den Entschluß, selbst zu prüfen, ob Du sie wirklich geliebt und ihr Deine Neigung bewahrt hättest. Franziskas Gefühle hakt' ich zur Genüge aus der Art und Weise ihrer Erzählung erkannt, und um Dich, Emil, ganz zu beruhigen, will ich dir mittheilen, daß jener Herr, der sie heute auf der Eisenbahn erwartete, ein Notar ist, bet dcm sie für mich ein Geschäft zu besorgen hatte. Ihr werdet mir die kleine Jntrigue verzeihen, es war die einzige meines Lebens, und schon die wenigen Augenblicke Eures Kummers machten mich in der Ausführung wankend genug. Doch still davon, Ihr seid geprüft und bewährt ge-