Auzeigeblatt der Stadt und des Regierungsbezirks Gießen. II* Sonnabend den 7. Februar 18^2. Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwoch und Sonnabend. — Preis des Jahrgangs für Einheimische I fL 30 fr., für Auswärtige incl. Postausschlags 1 st. 39 kr. — Auswärts abonnirt man sich bei allen Postämtern. In Gießen bei der Erpedition (Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.) — Einrückungsgebühr für die gespaltene Corvuszeile 2 ft. Anzeigen aus verschiedenen Schriften die gespaltene Corpuszeilc 3 fr. Amtlicher T h e i l. B e k a rr n t m er ch n n g, das Regulativ über die Behandlung des Güter- und Effekten-Transports auf den Eisenbahnen in Bezug auf das Zollwesen betr. (Fortsetzung.) 2 Sta tionöplätze und Haltestellen. §. 3 Die Punkte, an welchen sich Siationsplätze oder Haltestellen befinden, sowie jede beabsichtigte Vermehrung, Verminderung oder Verlegung derselben werden der Zoll-Direktiv-Behöroe, in deren Verwaltungsbezirke die Stationsplätze und Haltestellen gelegen sinv, von der Eisenbahn-Verwaltung schriftlich angezeigt. Die Stationsplätze oder Haltestellen, an denen Wagenzüge, auf welche die Vorschriften dieses Regulativs Anwendung finden anhalten, oder zum Zwecke der Abladung oder Zuladung fich aufhalten sollen, unterliegen der Genehmigung der Zoll-Direktiv- Behördc. An anderen Punkten dürfen solche Wagenzüge nur im Falle höherer Gewalt anhalten oder Maaren ab- und zuladen. » 3. Transportzeit. §. 4. Der Transport von Frachtgütern und Passagier-Effekten über die Zollgrenze und innerhalb des Grenzbezirks ist in der Regel auf die Tageszeit (§. 86 der Zoll-Ordnung) beschränkt. Tritt bas Bedürfniß einer Ausdehnung dieser Traueportfrist hervor, so wird dieselbe, diesem Bedürfniß entsprechend, bewilligt werden. y Wagenzüge, auf welchen vom Auslande eingegangene, noch nicht zollamtlich abgefertigte Gegenstände enthalten sind, dürfen zwischen der Zollgrenze und dem Bestimmungsorte nur auf den von der Zoll-Direktiv-Behörde genehmigten Bahnhöfen übernachten und werden daselbst der nöthigen Zollaufsicht unterworfen. Die Eisenbahn-Verwaltung hat die von der Zollbehörde zu diesem Zwecke für nöthig erachteten Einrichtungen auf ihre Kosten zu treffen. Von den unter Berücksichtigung vo> stehender Bestimmungen festzustellendcn Fahrplänen, ingleichen von jeder Abänderung derselben, hat die Eisenbahn-Verwaltung, bevor solche zur Ausführung kommen, der Zoll-Direktiv-Behörde, sowie den Hauptämtern in deren Bezirken sich Stationsplätze ober Haltestellen befinden, schriftliche Anzeige zu machen. Von etwa vorkommcnbcn Ertrazügen hat die Eisenbahn-Verwaltung sämmtlichen an der Eisenbahn belegen en Abfertigungs- Stellen (§. 5) so zeitig schriftliche Anzeige zu erstatten, daß die erforderlichen zollamtlichen Anordnungen noch vor der Ankunft des Zuges getroffen werden können. 4. Abfertigungsstellen. §. 5. Die zollamtliche Abfertigung der auf der Eisenbahn ein- und ausgehenden Güter kann nur bei Grenz-Zollämtern oder bei Haupt-Aemtern im Innern mit Niederlage erfolgen, und zwar bei letzteren nur in dem Falle, wenn diese Güter in dem näm- lichen Wagen, beziehungsweise der nämlichen Wagenabtheilung (§. 11), in welchem sie über die Grenze eingegangen sind und ohne daß unterwegs der Verschluß (§. 7) abgenommen oder irgend eine Veränderung mit der Ladung vorgenommen zu werden braucht, gemrcht ^'brtigungsstelle gelangen. Die zu diesen Abfertigungen befugten Aemter werden von der Zoll-Direktiv-Behörde bekannt Auf den für die Abfertigung bestimmten Stationsplätzen hat die Eisenbahn-Verwaltung diejenigen Einrichtungen zu treffen, • welche erforderlich sind, um während der Dauer der Abfertigung den Zutritt des Publikums zu den Räumen, in welchen dieselbe stattfinde», zu verhindern. Auch ist die Eisenbahn-Verwaltung verpflichtet, auf diesen Plätzen, sowohl zur Revision als zur einstweiligen Niederlegung der nicht sofort zur Abfertigung gelangenden Gegenstände, für Räume zu sorgen, welche von der Zollbehörde dazu als geeignet anerkannt werden. Die zur einstweiligen Niederlegung bestimmten Räume müffen verschließbar fein, und werden von der Zollbehörde und der Eisenbahn-Verwaltung unter Verschluß gehalten. 5. Abfertigun'gsftunden. §. 6. Die in den §§. 111 und 112 der Zollordnung festgesetzten Geschäftsstunden werden für die im §. 5 genannten Aemter dahin erweitert, daß die Abfertigung der Passagier-Effekten, sowie der ankommenden und unter Wagen-Verschluß. (§. 7) sofort weilet gehenden Frachtgüter gleich nach dem Eintreffen des Zugeö zu jeder Zeit, auch an Sonn- und Festtagen, bewirkt werden muß. 62 6. Amtlicher Verschluß. .. 7. D'e Verschließung der Wagen und einzelner Wagenabtheilungen, sowie der in den §§. 4 und 5 erwähnten Räume für d'e nächtliche Aufbewahrung von Wagenzugen und für die Aufbewahrung von Gütern und Effekten findet mittelst besonderer Schlösse Kosten der Verschluß-Einrichtung und der Schlösser hat die Eisenbahn-Verwaltung zu tragen. 7- Amtliche Begleitung. §. 8. Begleitung der Wagenzstge durch Zollbeamte findet statt: 1) aus der zwischen der Zollgrenze und dem Grenz-Eingangsamte belegenen Strecke, sofern dieselbe von dem letzteren nicht überzeugend beobachtet werden kann, und zwar ' w a. beim Eingänge immer, b. beim Ausgange, wenn Güter befördert werden, deren Ausgang amtlich zu erweisen ist, 2) auf allen anderen Strecken, auf welchen dies in einzelnen Fällen vom Abfertigungsamte angeordnet wird. Den Begleitern muß ein Sitzplatz auf einem der Wagen nach ihrer Wahl, und den von der Begleitung zurückkehrenden Beamten ein Platz in einem der Personenwagen mittlerer Klasse unenkgeldlich eingeräumt werden. 8. Besondere Befugnisse der oberen Zollbeamten. §. 9. Dlefenigen Oberbeamten der Zollverwaltung, welche mit der Controle des Verkehrs auf der Eisenbahn und der die Abfertigung desselben bewirkenden Zollstellen besonders beauftragt worden und fich darüber gegen die Angestellten der Eisenbahn durch eine von der Zoll-Directiv-Behörde ausgestellte Legitimativnskarte ausweisen, sind befugt, zum Zwecke dienstlicher Revisionen oder Rachforschungen, die Wagcnzüge an den Statiousplätzen und Haltestellen so lange zurückzuhalten, als die von ihnen für nöthig erachtete und möglichst zu beschleunigende Amtsverrichtung solches erfordert. Die bei den Wagenzügen ober auf den Stationsplätzen ober Haltestellen anwesenden Angestellten der Eisenbahn-Verwaltungen sind in solchen fällen verpflichtet, auf die von Seiten der Zollbeamten an sie ergehende Anforderung bereitwillig Auskunft ru ertbei« len und Hülfe zu leisten. ° 0 y Nicht minder sind die auf die bezeichnete Art legitimirten Zollbeamten befugt, innerhalb der gesetzlichen Tageszeit alle auf den Stationsplätzen und Haltestellen vorhandenen Gebäude und Lokalien, soweit solche zu Zwecken des Eisenbahndienstes und nicht blos zu Wohnungen benutzt werden, ohne die Beobachtung weiterer Förmlichkeiten, zu betreten und darin die von ihnen für nöthig erachteten Nachforschungen vorzunehmeu. Dieselbe Befugniß steht ihnen auf solchen Stationsplätzen und Haltestellen, welche von Nachtzügen berührt werden, auch zur Nachtzeit zu. Jerer Inhaber einer Legitimationskarte der erwähnten Art muß innerhalb derjenigen Strecke der Eisenbahn welche auf der Karte bezeichne! ist, in beiderlei Richtungen, in einem Personenwagen zweiter Klasse uuentgelblich befördert werden.' II. Besondere Borschi iften über die Abfertigung. A. Eingang vom Auslande. 1. Verladung der Güter. §. 10. Sämmtliche Frachtgüter und Passagier-Effekten, welche auf der Eisenbahn eingehen sollen, müssen schon im Auslande in Güterwagen (§. 1) verladen werden. Bei Ueberschreitung der Landesgrenze dürfen sich in den Personenwagen' nur solche und zwar nicht zollpflichtige Kleinigkeiten befinden, welche Reisende in der Hand oder sonst unverpackt bei sich führen. Auf den Lokomotiven und in den dazu gehörigen Tendern dürfen nur Gegenstände vorhanden sein, welche die Angestellten oder Arbeiter der Eisen- bahu-Verwaltung auf der Fahrt selbst zu eigenem Gebrauche oder zu dienstlichen Zwecken nöthig haben. Eine Ausnahme hiervon findet nur hinsichtlich der auf der Eisenbahn beförderten Reisewagen der mit dem nämlichen Zuge Reisenden Passagiere dahin statt, daß die Reisewagen mit dem darauf befindlichen Gepäcke eingehen dürfen. Güter und Effekten, welche sich außerdem anderswo als in den Güterwagen vorfinden, werden als Gegenstand einer verübten Zolldefraude angesehen. §. 11. Frachtgüter und Passagier-Effekten, sowie Frachtgüter, welche an verschiedenen Orten zollamtlich abgefertigt werden sollen (§. 5), dürfen nickt in einen und denselben Wagen verladen werden, cs sei denn, daß ein Wagen gewählt werde, in welchem sich von einander geschiedene, besonders verschließbare Abtheilungen (§. 1) befinden, in welche Frachtgüter unv Passagier-Effekten, beziehungsweise die nach verschiedenen Abfertigungsorten bestimmten Frachtgüter gesondert verladen werben. 2. Ordnung der Wagen. §. 12. Die einen Zug bildenden Wagen müssen möglichst so geordnet werden, daß 1) sämmtliche, vom Auslande eingehenden Güterwagen, ohne Unterbrechung durch andere Wagen, hintereinander folgen, und 2) die bei dem Grenzzollamte und an den anderen Abfertigungsorten zurückbleibenden Güterwagen mit Leichtigkeit von dem Zuge getrennt werden können. 3. Abfertigung bei dem Grenzzollamte. a) Abschließung des dazu bestimmten Raumes. 8. 13. Sobald ein Wagenzug auf dem Bahnhofe des Grenzzollamtes angckommen ist, wird der Theil des Bahnhofes, in welchem der Zug anhält, für den Zutritt aller anderen Personen, als der des Dienstes wegen anwesenden Zollbeamten und der Eisenbahn-Angestellten, abgeschlossen (vergl. §. 5) und der für die mitgekommenen Passagiere bestimmte Ausgang unter die Aufficht der Zollbehörde gestellt. Die Zulassung anderer Personen zu dem abgeschlossenen Raume darf erst nach Beendigung der in den 88. 14 bis 17 erwähnten zollamtlichen Verrichtungen stattfinden. «Fortsetzung folgt.) 63 Bekanntmachung. Bestellungen auf Samen der Oberndorfer Runkelrübe und der sibirischen Rübe (vergl. Nr. 45 der landw. Zeitschrift von 1851) wirb das Büreau des landw. Vereins von Oberhesses in Laubach vermitteln, und ersuche ich singehörige dieser Provinz, dieselben bis spätestens Ende Februar dahin gelangen zu lassen. Die Gr. Herren Bürgermeister wollen diese Bekanntmachung veröffentlichen. Colnhäuserhof den 29. Januar 1852. Ter Präsident des lcmdwirthschaftlichen Vereins von Oberhcssen. In dessen Abwesenheit: Der Vizepräsident Dr. Gros. (2Z1Z4) Polizeiliche Bekanntmachung. Zugelaufene Hunde. Ein junger Hund von gelblicher Farbe mit weißer Beust und ein Hund von schwarzer Farbe mit weißer Brust und weißen Füßen. Die Eigenthümer dieser Hunde können den Aufbewahrungsort derselben auf dem Gr. Polizcibüreau dahier ersahren. Gießen am 6. Februar 1852. Der Gr. Hess. Polizei-Cvmmissär 8. Nover. Gerichtliche und Privat - Bekanntmachungen. Besondere Bekanntmachung. 222) Gießen. Das Schulgeld vomi IV. Quartal 1851 ist in den nächsten acht Tagen zur hiesigen Stadtkasse zu bezahlen. Gießen den 3. Februar 1852. Der Stadt-Einnehmer Enders. Versteigerungen. 198) Gießen. Versteigerung eines Gasthauses. Die hiesigen Bürger und Oeconomen Friedrich und Heinrich Lampus beabsichtigen das ihnen zustehende auf dem Selters- weg gelegene Gasthaus zur Sonne nebst allen dazu gehörigen Gebäulichkeiten einer freiwilligen öffentlichen Versteigerung auS- zusetzen. Von den Betheiligten beauftragt, setze ich hierzu Termin auf Mittwoch den 11. Februar 1852, Nachmittags 3 Uhr, auf hiesigem Rathhause an. Gießen den 30. Januar 1852. Der Bürgermeister H ch. Ferber. 2M) Gießen. Versteigerung von Schlosserarbeit bei der Stadt Gießen. Montag den 9. Februar l. I., Vormittags 9 Uhr, soll die Anfertigung eines blechernen Ofenschirms, veranschlagt zu 5 st. 20 fr., an den Wenigstfordernden versteigert werden. Gießen den 31. Januar 1852. Der Bürgermeister Hch. Ferber. 227) Weitershain. Versteigerung von Bauarbeiten. Montag den 23. l. Mts., Mittags 12 Uhr, soll die Erbauung eines neuen Spritzenhauses für die Gemeinde Weitershain auf dem Büreau des Unterzeichneten, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, vergeben werden. Maurerarbeit, veranschl. zu 178 fl. 26 kr. Zimmerarbeit, „ „ 39 » 38 „ Dackdeckerarbeit, „ „ 56 „ 12 „ Schreinerarbeit, „ „ 35 » 36 „ | Schlosserarbeit, n „ 15 „ 24 „ Weißbinderarbeit, „ „ 12 „ 38 „ Ferner wird an demselben Tage die Reparatur der Abtritte bei der Schule zu Weitershain, veranschlagt zu 70 fl., an die Wenigstnehmenden vergeben. Weiteröhain am 2. Februar 1852. Der Bürgermeister Faul ftich. 2/12) Großenbuseck. Holzversteigerung. In dem hiesigen Gemeindewalde und zwar in den Districten Gellacker, Kleinfeld, Schwalbachswald und Hohenberg, sollen nachfolgende Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert werden, als: a. Montag den 16. und Dienstag den 17. d. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, 195 Stämme Eichen-Bauholz, 3801 Cu- biksuß haltend, 58 Stämme Buchen-Werkholz, 1081 Cu- bikfuß haltend, j 288 Stämme Nadel-Bauholz, 4130Cu- bikfuß hallend, I 179 Stück Eichen-Stangen, 155% @11» bikfuß hallend, 82 Stück Buchen-Stangen, 28 Cubik- fuß haltend, 275 Stück Nadel-Stangen, 856% Cu- bikfuß haltend, und b. Donnerstag den 19. und Freitag den 20. d. MtS., ebenfalls von Vormittags 9 Uhr an, 60 Stecken Buchcn-Scheidholz, 17 „ Eichen- • „ 3 ii Nadel- „ 115 „ Buchen-Prügelholz, 10 „ Eichen- „ 7 „ Nadel- „ 104% ii Buchen-Stockholz, 59% „ Eichen- u. Nadel-Stockh., 250 Wellen Buchen-Reifer, 450 „ Eichen- ii 325 u Nadel- „ Die Zusammenkunft, sowie der Anfang geschieht jedesmal um 9 Uhr im District Hohenberg. Großenbuseck am 4 Februar 1852. Der Bürgermeister Müller. 218) Gießen. Schreinerwerkzeug-Versteigerung. Montag den 9. Februar d. I., Mittags 1 Ubr, lasse ich verschiedenes Schreinerwerkzeug, wobei sich eine Drehbank und eine fast noch neue Hobelbank befindet; Nußbaumholz zu Fourniren und dicke Aeste zu Theetischsäulen; eine Buchenholzbohle zu einer Hobelbank und sehr trockenes Hainbuchenholz, zu Werkzeugen geeignet; eine Partie Kiefernholzbohlen und das vollständige Zugehör zu einer Pumpe, öffentlich gegen Baarzahlung versteigern. H. H o ch st ä t t e r in der Schloßgasse. .M 9. Beilage. Auch in -em Zeitenftnrm -ie Liede. Noicllc au» lein Frühjahre 1848. (Fortsetzung.) Kronhelm erschrack; sein Acluarius fiel ihm ein: „der Mann könnte doch Recht haben!" — Er schwieg. — „Sie zaudern?" „Wenn es sich mit meiner Pflicht verträgt?" „Wollen Sie meine Fragen nicht beantworten, so sind Sie ! zu nichts verbunden." Der Alte blickte leichter zu ihr herüber, dann versetzte er nut i bestimmtem Tone: „Aus diese Weise lasse ich es mir gefallen." „Sie geloben also?" „Ich gelobe." Mit vorsichtig gestellten, aber eben deshalb um so auffallenderen Worten, und nicht ohne Erröthen und theilweiser Verlegenheit, hervorgerufen durch des alten Amtmanns oft sonderbare Blicke und eingeschaltete Querfragen, erkundigte sich nun Thekla um den verhafteten Heinrich, das Gewicht der gegen denselben vorliegenden Anschuldigungen und das über ihn zu hoffende, oder zu fürchtende Urtheil. Die Reihe der Verlegenheit war jetzt an dem grellen Justiziar. Lügen war seinem rechtlichen Sinn zuwider und die Wahrheit mußte — wie er meinte — dem gefühlvollen Herzen seines gnädigen Fräuleins doch gar zu wehe thun. Er sann auf einen Ausweg und glaubte diesen in einer ausweichenden Erkundigung gefunden zu haben. , „Darf ich mir erlauben zu fragen, was das gnädige Fräulein zu diesem Forschen veranlaßt habe?" Die Rede war indessen seinem Munde entfahren, als er recht wohl merkte, Laß eine Inquisition der Art bei dem Fräulein unrecht angebracht sei und als indelicat solches in noch größere Verlegenheit bringen müsse. Schweigend und sogar erröthend schlug er die Augen nieder; zu seinem größten Erstaunen ließ jedoch Thekla nicht die mindeste Befangenheit kund werden. Ruhig und gefaßt blickte sie dem Amtmanne in das wieder emporgehobene Auge und entgegnete: , „Sie kennen die Stimmung unsres Landvolkes — Mein Vater, gerecht und gut, ist — obgleich er Manchem Wohlthaten erzeigte —. von bösen Menschen verschrieen und gehaßt. Er muß in jetziger Zeit Alles vermeiden, was diese gefährliche Mißstimmung noch steigern konnte." Thekla schwieg, eine Antwort erwartend, an welche sie ihren weiteren Vortrag knüpfen wollte. Als jevoch Kronhelm, über diese Reden, die nichts von Liebesabenteuern enthielten, verwundert, ebenfalls im Schweigen verharrte, fragte sie schüchtern: „Meinen Sie nicht auch, Herr Amtmann?" „Ja wohl, ja wohl", entgegnete jetzt dieser gespannt, wenn es sich irgend thun läßt!" „Die Untersuchung gegen Henrich", fuhr Thekla mit nieder geschlagenen Augen fort, „wird die Rachsucht an allen Orten Hervorrufen. Der Vater fürchtet nichts, ich desto mehr. Nehmen Sie Rücksicht auf das angsterfüllte Herz eines liebenden Kindes und suchen Sie die Sache so zu wenden —" Entsetzt fuhr der Amtmann zurück, dann entgegnete er mit Stolz und Würde : „Henrich ist der Betheiligung eines Mordattentates und des selbst bei. — Der Wilddiebstahles angeklagt, nach Lage der Sache überwiesen und daS Zuchthaus kann ihm nicht entgehen. Ich sollte hier, wre meine Pflicht erheischt, nicht Recht ertheilen und indem ick gewi|ienlo|e Nachsicht übe, Leben und Eigenthum anderer Menschen gefährden. Nein, nein, mein gnädiges Fräulein, so etwas konnten Sie un Ernste von einem alten, pflichttreuen Richter nicht verlangen. Thekla fühlte das Gewicht dieser Einwendung, allein die Angit um den geliebten Vater drängte sie zu weiteren Worten : „Bedenken Sie, Herr Amtmann, es gilt das Wohl erneS Vaters, es handelt sich um das Wehe einer ganzen rMNilie. Auch auf Sie wird die Gehässigkeit sich erstrecken und die Rache des Volkes wird Sie ereilen!" . . . „Ich bin kein Feind des An geschuldigten", errmeberte jetzt der greife Amtmann mit ruhiger Ergebung, „und die Erfüllung meiner Pflicht fällt mir sehr schwer. - Aber ich werde ,te erfüllen ohn Furcht, was da kommen kann. Mein Leben und me^ MeS steht in Gottes Hand. Habe ich nach Ueberzeugung und Pflicht gehandelt so sehe ich seiner Leitung ruhig entgegen . ' „ ' Langsam erhob sich Thekla un° wankte nach der Thure. ^r Verstand sagte ihr, daß der Mann Recht habe. aher ihr Herz konnte dieß nicht begreifen. Dieser Widerstreit loste sich endlich 'n hervorbrechende Thränen, die sie indessen zu verbergen suchte und schnell die Amtsstube verließ. (Fortsetzung folgt.) ^Gmettl'v. Radowitz soll an Stelle des Prinzen Adalbert von Preußen, welcher sich ganz der Marine widmen will, das Obereommando der preuß. Artillerie erhalten. . - Am 9 Sept. Mittags mutte in Frankfurt die diesiahrige L häufigen Klagen über Flauheit in ^u messken Branchen verchun- men machen. Es sollen viele Hanvelsleute kaum |o oUl un g sitzt Ä als ihre Reift-, Transports Locattmeche- w. Kosten beträgen. Dies sind freilich schr trauttg« Z"cheu der Z Regent von Baden reist gegenwärtig nach Pesth, allwo ausgedehnte Corpsmanöver stattfiuden. An d°n|elben nehmen 3 Bataillone Infanterie, 80 Schwadronen Cavallert (mit ca. 11,000 Pferden) und mehr als 13 Brigadebatterien Th-tt. - ' _ S M der Kaiser von Oestreich stürzte bet einem p.eldma- növer auf der Schmelz mit dem Werde in eine Grube, ohne Scha- Was giebt es Neues ? - Der Großfürst-Thronfolger wird heute von Berlin kommend, wohin er sich der Felvmanöver wegen begeben, auf der M-i^- Weftr-Babn mit einem Ertrazug, Giexen pasfiren u ^LÄÄen Trnvpen, welche nächstens zu großen Mdma- növern zusanimengezogen werden, erhalten nach Beendigung derftl- nun. Di’dwm »1, »nfdi.fl,» m-i,,,- gen besucht und nicht unbedeutende Eincauft gemacht hatten, woh ttn sie am Abend der Vorstellung der Kunstreitergesellschasi da. 64 123) Gießen. Versteigerung von Immobilien. Auf freiwilliges Anstehen des Bürgers und Wirtbs Carl Magnus dahier werden nächstfolgende Immobilien desselben: 1) 41 lUKlafler Hofrailhe in der Wall- Ihorftraße neben Stadt- richler Müller, 2) 78 ,, 3) 92 „ 4) 123 „ 5) 58 n 6) 263 i/ 7) 117 „ 8) 332 u Acker am Hamm neben Gg. Plank, Wiese am Hamm neben B. Loos, Wiese daselbst, Wiese daselbst, Acker auf der Weißerde, auf den Erdkau- lerweg, neben Ludw. Conr. Sack, Metzger. Acker links am Wie- secker Weg, neben Hermann Sckwan, Acker links am Schwarz- lachweg, neben R.-R. Schmitthenner, 9) 212 n Acker an den Schwarz- lachgärien am Fluth- graben, neben Johannes König, 10) 210 « Acker daselbst, 11) 346 » Acker auf den Wartweg, neben Ludwig Herbert, 12) 434 n Äcker über dem Rodt, neben Heinr. Conr. Krailing, 13) 302 » Acker in der Lichtenau, neben Jakob Vogt, 14) 414 ,, Acker daselbst, neben Fr. Malkomesius, 15) 144 „ Acker am Galgenberg, neben Joh. König, 16) 256 n Acker in der Lichtenau, neben PH. Döll, M. Sohn, Dienstag den 10. Februar l. 3V Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhause dahier an den Meistbietenden versteigert werden. Gießen den 20. Januar 1852. Der Bürgermeister Hch. Ferber. 226) Weitershain. Jagdverpachtung. Montag den 16. l. Mts., Morgens 10 Uhr, soll die Weitershainer Feld- und Waldjagd auf dem hiesigen Bürgermeisterei- Büreau öffentlich meistbietend verpachtet werden. Weilershain am 2. Februar 1852. Der Bürgermeister Faulstich. 220) Climbach. Holzversteigerung. Montag den 16. Februar 1852, Morgens um 9 Uhr, sollen in dem Climbacher Gemeindewald, District Langenbruch, folgende Holzsorti- mente, als: 270 Stück Kiefern- und Fichtcn-Stämme, von 25 bis 80 Fuß Länge und 6 bis 15 Zoll Durchmesser, sowie 106 Stück Kiefern- und Fichten-Stangen, von 15 bis 65 Fuß Länge und 4 bis 5 Zoll Durchmesser, zusammen 7520 Cubiksuß hallend, öffentlich meistbietend versteigert werden. Sämmtliches Holz ist von vorzüglicher Güte. Gegen vorschristsmäßige Bürgscheine wird bis Ende September l. I. Credit gegeben. Die Zusammenkunft ist an dem Fußweg von Beuern nach Allertshausen am Climbacher Kiesernwald. Climbach am 4. Februar 1852. Der Bürgermeister Schmidt. 225) Daubringen. Holzversteigerung. Montag den 16. Februar 1852, Morgens 9 Uhr, sollen im hiesigen Gemeindewald, District Hahn und Fünfeichen, folgende Holzsortimente versteigert werden: 71 Stück Eichen-Baustämme, von 10 bis 53 Fuß Länge und 6 bis 30 Zoll Durchmesser, 1257 Cubiksuß enthaltend, 28 Stück Fichten-Baustämme, von 45 bis 60 Fuß Länge und 7 bis 10 Zoll Durchmesser, 523 Cubiksuß enthaltend, 3035 Stück Fichten-Stangen, 1919'/. Cubiksuß enthaltend, vorzüglicher Qualität, welche sich zu Sparren und Leiterbäumen eignen; das Eichenholz eignet sich besonders gut zu Wagnerarbeiten. Die Zusammenkunft ist in dem Hahn- wald an der Kurhessischen Grenze. Daubringen am 4. Februar 1852. Der Bürgermeister Dort. 224) Rodheim. Montag den 9. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhause folgende Arbeiten, zur Unterhaltung der Pfarrgebäude, an die Wenigstnehmenden versteigert werben. 1) Weißbinderarbeit, veranschlagt zu , . . 26 fl. 36 fr. 2) Maurerarbeit, verans. zu 6 « 40 „ 3) Schreinerarbeir, „ „ 9 » 50 „ 4) Schlosserarbeil, verans. zu 4 fl. — fr. 5) Pflasterarbeit, „ „ 164 „ 30 „ Rvtheim am 3. Februar 1852. Der Kirchenvorstand. Feilgeboten. 141) Gießen. Haarspiritus zum Haarwachsen und zur Befreiung von Kopsschuppen. Dieses einfache und unschädliche Mittel rührt von dem Hrn. Geh. Hofr. Dr. Dili us zu Erlangen her und ist nach Er- sabrung das beste und wirfsamste Mittel, das Ausfallen der Haare zu verhindern und den neuen Haarwuchs zu befördern. Das Flacon mit Gebrauchsanweisung fostel 1 fl. 12 fr. bei E. Oppermann. 217) Gießen. Ausverkauf. 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Indem ich um geneigten Zuspruch bitte, bemerke ich zugleich, daß ich stets Bilder in Commission zum Verkauf an- nehme. Mayer Rothenberger, Neuenweg, Lit. B. Nr. 143. 65 »aamaWis 150) Gießen. Brustreiz Krankheiten ä r« Um die Brustkrankheiten, als: Schnupfen, Husten, 3 y?.y . ilfc p Katarrh, Engbrüstigkeit, Keuchhusten, Heiserkeit, gänz- 3 & lich zu heilen, giebt es nichts Wirksameres und Bes- 3 b seres, als die Pate pectorale von George, Apothe- »wwijw?« kcr zu Epitial(Vogesen). Die Husten-Tabletten sind in Schachteln ä 30 fr. zu haben bei W. Z n r b u ch. 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In der Metten- heimer'schen Apotheke bei Frau Schild« Wächter sind zwei möblirte Zimmer zu vermiethen, und können gleich bezogen werden. 241) Gießen. In meinem Hause ist eine Wohnung zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Balth. Simon in der Katharinengasse. 201) Gießen. Das seither von Hrn. Major Moter bewohnte Logis im Heyer« 151) Gießen. Lager in allen Sorten grünem und schwarzem Theo, als: Imperial, Perl, Hayfan, Blöm, Souchong, Pouchong, Peccoe empfehle ich in bester Waare und zu den billigsten Preisen; ferner feinsten Rum de Jamaica, Arrac de Batavia, Punschcffenz mit Orange», Chocolade in allen Gattungen, Citronat, Orangeat, ächt ostindischen Sago, Vanille, Java- und Ceylon-Zimmt, Offenbacher Talglichter und Stearinlichter. W. Z u r b u ch. 232) Gießen. Alle Sorten Sämereien sind wieder frisch und ächt bei mir zu haben. Verzeichnisse stehen gratis zu Diensten. Kaspar Georg's Wittwe auf dem Seltersweg. 16'0 Gießen. Das seither von Bäckermeister Heinrich Kämmerer, bewohnte Wohnhaus nebst Zugehör am Markt neben Kaufmann Oeser und Cour. Vogt ist unter vortheilhaften Bedingungen zu verkaufen oder zu verleihen, und konn so- gleich in Besitz genommen werden. Das Nähere ist zu erfragen bei Daniel Plank, Nothgcrbcr. 162) Gießen. Holländische Bückinge, Laberdan, Sardellen und Häringe sind wieder angekom- men bei L. Jahreis. 233) Gießen. Meine frisch erhal-' tenen Sämereien bringe ich für das folgende Frühjahr in empfehlende Erinne-! rung. Es hatte sich besonders den verflossenen Sommer mein schöner Rittersporu- flor empfohlen und sich viele Abnehmer auf den Samen angemeldet. Ich bitte daher dieselben, den Samen baldigst holen zu wollen, indem derselbe, um zu einem schönen Flor zu gelangen, schon im Herbst oder Frühjahr bald gesäet werden muß. I. Schaum, Handelsgärtner vor dem Scltersthor. schen Garten ist vom 1. Octobcr an anderweit zu vermiethen. 237) Gießen. Lit. B. Nro. 53 in den Neuenbäuen ist eine Familienwohnung, bestehend aus 4 heizbbareu Zimmern und sonstigen Bequemlichkeiten, zu vermiethen. 229) Gießen. Bei Christian Pfaff in der Schäferei ist ein Logis zu vermiethen und bis den 1. März zu beziehen. Vermischte Nachrichten. 240) Gießen. Um einem falschen Gerüchte, daß ich in Kurzem aus meinem hiesigen Wirkungskreise austreten würde, zu begegnen, sehe ich mich zu der Erklärung veranlaßt, daß meine Lehr- und Erziehungsanstalt für Knaben unter meiner Leitung unverändert fortbestehen wird, indem es mir durch Verfügung Großh. Hess. Ministeriums des Innern möglich gemacht F. Berg, Schuhmacher. werden. Gießen den 2. Februar 1852. Der Vorstand. ist, meine ununterbrochene Thätigkcit der Anstalt zu widmen. Dr. Steinmetz. 214) Gießen. In der heute statt- gehabten Generalversammlung der Harmoniegesellschaft wurde beschlossen, daß für die Sonntag den 8. Februar d. I. abzuhaltende Tanzunterhaltung Sam« m .. ... , ! staa den 14. dieses, halb 8 Uhr, ein 174) Gießen-Amerikanische Holz- u u stiften zum Anfertigen genagelter Schuh- macher-Arbeit, nebst den dazu gehörigen fm L e i b'schen Saale stattfinden soll, wo- Werkzeugen empfiehlt zu billigen Preisen yon die Betheiligten in Kenntniß gesetzt 66 Die Lahn-Blätter für Unterhaltung und öffentliches Leben werden vom 1. März an wöchentlich zweimal zu dem Preise von nur 12 kr. monatlich erscheinen. Die freundliche Aufnahme, welche die Probenummer bei dem Publikum gefunden hat, läßt uns hoffen, daß eine allseitige Abolinemeutsbelheili- gung unser Unternehmen unterstützen werde. Indem wir daher wiederholt zu mhlrei- ckeu Abonnements einladen, fügen wir bei, daß solche fortwährend in der Expedition, Lindenplatz Lit. A. Nro 176, angenommen werden. Um zugleich mannichfach entstandene Mißverständnisse, welche die „Lahnblätter" als mit dem „Anzeigeblatt für die Stadt und den Regierungö» detirk Gießen" verbunden betrachten, aufzuklären, bemerken wir, daß die „Lahn! blätter" auch nicht im Entferntesten in irgend einer Beziehung zu dem „Anzeige-! blatte" stehen, und daß jede, aus einer falschen Deutung unseres Zweckes geflossene irrige Meinung durch unseren Prospektus die gründlichste Belehrung findet. Gießen den 7. Februar 1852. Die Redaktion der „Lahnblätter": 177) Gießen. Reisegelegenheit nach Amerika 236) Gießen. Nm zeitig die Stroh- Hüte wieder abliefern zu können, übernehme ich dieselben jetzt schon zum Wasche» und Fertigen neuer FaoonS. Jacob Landauer. 235) Gießen. Eine noch gut gehaltene Wiege wird zu kaufen gesucht. Ausgeber d. Bl. sagt wo? 231) Gießen. Ein solides, braveS Mädchen, welches kochen kann und mit Kindern umzugehen versteht, wird zu Petritag in Dienst gesucht. Das Nähere bei der Erpedition dieses Blattes. 228) Gießen Ein Mädchen, welches gut mit Kochen und mit der däusli- chen Arbeit umzugehen versteht, sucht biS zum 1. April einen Dienst. Näheres bei der Erpedition dieses Blattes. 213) Gießen. Ein schwarzes Crepetüchelchen mit Fransen ist am Samstag Abend auf dem Maskenball verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten, dasselbe in der Erpedition d. Bl. abzugeben. 63) Gießen. Im Stimmen und Repariren der Claviere und Flügel empfiehlt sich H. W e l ck e r, Instrumentenmacher, Wallthor- über Liverpool. Abfahrt von Mainz jeden Mittwoch. Die Passagiere werden durch eigene tüchtige Conducteure bis in den Seehafen begleitet. Pünktlichkeit in den Expeditionen, billige Preise und genaue Erfüllung der eilige» gangenen Verbindlichkeiten werden diese Reisegelegenheit auch ferner empfehlen. Concessionirte Haupt-Agentur in Mainz: Heinrich Zitz. Nähere Auskunft, Prospekte und Ueberfahrtsverträge ertheilt Der coneessionirte Agent in Gießen: I. Lanekert, Neuebäue B. 67. straße Lit. A. Nr. 111. 215) Gießen. Wohnungsverä'nderung. Von heute an wohne ich bei Maurermeister Herrn Jacob Reiber auf dem Reichensand. A u g. Dickore, Büchsenmacher. 2/13) Gießen. Nr. 105 hak die zwei weißen gestickten Vorhänge gewonnen. 245) Gießen. Am Mittwoch den 4- Februar, Abends, wurde in hiesiger Stadt eine Hündin, weiß mit grauen Ohren, entwendet, vor deren Ankauf gewarnt wird. Wer über deren Aufenthaltsort Auskunft zu geben weiß, erhalt eine Belohnung. 1) Gießen. Br. M. Storchs- König l i ch e l Sanitäts-Rath in Berlin, „die Heilmittel des Arzneischatzes gegen rheumatische, gichtische und nervöse Nebel aller Art, „mit Beziehung auf die.G o ld berger'schcii galvano-electrischen Rheuma- tismus-Ketlen, mit einem Anhänge." Wem daran gelegen ist, sich über die Benutzung electro-galvanischer Kräfte zu Heilzwecken und über die elektrische Wirksamkeit der Goldberger'schen Ketten genauer zu unterrichten, dem giebt obige Schrift, die bei Carl Frech, Kauf- Mann in Gießen, unentgeltlich zu haben ist, zuverlässigen und interessanten Aufschluß. 238) Gießen. In einer nahe gelegenen «stabt wird in eine frequente Cvn- bitorei ein Lehrling gesucht, in welcher derjelbe nicht nur allein Gelegenheit hat, sich vollkommen in ber Conbiiorei anszu- bilben, sondern auch noch die Destillation der feinsten Liqueurs zu erlernen. Das Nähere bei der Erpeb. d. Bllts. 223) Gießen. Auf dem Maskenballe im Prinzen Carl ist eine schwarze Franen-Jacke bei mir liegen geblieben. Philipp Römer. 207) Hausen. Ein Hühnerhund, mittlerer Größe, stark getiegert, ist seinem Herrn am Hessenbrückenhammer entlaufen. Wer über denselben Auskunft geben kann ober ihn bem Schullehrer in Qneckborn wieberbringt, erhält eine angemessene Belohnung. Gießen. Die 1. Compagnie ber Bürgern'ehr hat vom 8. bis incl. den 14. Februar die Feuerbereitschaft unb bett Orbon- nanjbienft. Das Ober-Commanbo ber Bürgerwehr Fresenius. (230) Frischbäcker zu Gießen. Sonntag den 8. Februar. Emil Noll auf der Mausburg. — Christian Ockel in der Neustadt. — M. Wallenfels Wtw. am Wallthor. 67 Kirchliche Anzeigen d er evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Am 8. Februar. Morgens: Pfarrer Donhard. Nachmittags: Candidat Heß. Den 1. Februar. Dem Großherzoglichen Hof> gerichtS-Kanzttsten, Philipp Böger, ein Sobn, Georg Marimilian Peter, geboren den 19 Decemder. I Den 4. Februar. Dem Bürger, Schneider und Zeichnenlehrcr, Heinrich Sparenberg, ein Sohn, Johann Marimilian Friedrich Philipp, geboren den! 10 Januar. Unive rf i t ät S»G ot tesdie n st. Sen 5 Februar. Dem Bürger und Seiler. 17»», I 4 lln». • X V A fr L. tlAI* II r ■ r. /w . » . , A.. . ZT. z . Um II Uhr: Professor Dr. Hesse. meister, Daniel Hilgardt, eine Tochter, Karoline Kopulirte. Den 2 9. Januar. Johann Georg Will, machermcister. Balthasar Möhl, ein Sohn, Philipp Sari Hermann, geboren den 21. Dkeember 1851. Großenbuseck, eheliche Tochter. Getaufte. Kopulirte. Georgine Wilhelmine Johanna, geboren den 16. Den 1. Februar. Friedrich Reiber, Bürger Januar. und Packer am Eisenbahnhost dahier; und Helene - ... Stephan, des Ortsbürqers, Kaspar Stephan in ® < n fe I f> c n. Dem Burger und Kaufmann, - - -...... - - v Karl Jacob Herbert, eint Tochter, Karoline Ottiltt , Luise Christiane, geboren den 16. Januar. Den 29. Januar. Dem Bürger und Schuh» _ . . • ■ ■' — - ———-—- ..... ^ocetötgte. Bürger und Schneidermeister dahier, alt 56 I. 4 M. 21 T. gestorben den 27. Januar. Den 3t. Januar. Christian Jakob Kohler« mann, Bürger und Schneidermeister dabier, alt 60 I. 8 M. 23 T. gestorben den 29. Januar. Den 2. Februar. Friedrich Schenk, des Bürgers in Grünberg, und HeitzerS bei der Main- Weler-Eisenbahn dahier, Karl Schenk, ehelicher Sohn, alt 1 I. 9 M. 24 T. gestorben den 30. Januar. Den 4. Februar. Jacob Klein, Schneider aus Wörsbach in Rhcinbapern, alt 29 I 8 M. 27 T gestorben den 2. Februar. Die Pfarrgeschäfte in der nächste» Woche besorgt Pfarrer Bonhard. Angekommme und abgereiste Fremden vom 3. bis 5. Februar 1852. I n den Gasthäusern. Im Einhorn: Hrn. Kaust. Stein, Best, Bing u. Hirschstld v Frankfurt, Müller v. Iserlohn, Wolf v Marburg, Zulehner, Maier u. Gottlieb v. Mainz, Lion v. Frohnhausen, Waldecker v. Leipzig, Baumann v. Düffel, dorf, Rosenwald v Mannheim, Heinrich v. Nürnberg, Heil v. Darmstadt, Siegel v. Barmen, Bachmann v. CarlSrude, Goldschmidt v. Wien u. Wetzler v. Stuttgart; Hr. Silber, Partik. v. Wien; vr. Lauterbach, Mechan. v. Bern; Hin. Fabrik. Glöckner v. Elberfeld u. Gerold v. Mühlhausen; Hr. v. Stössel, Offiz, v. Saarlouis; Hr. Schleißner, Oecon. v. Deidesheim; Hr. Winter, Bifout v Halle; Hr. Heitefuß, Hüttenbes. v. d. Fried- richshütte; Hr. Kräuter, Privatm. v. Grünberg; Hr. Günther, Beamter v. Gotha. Im Mappen: Hrn. Kaust. Schöller v. Homburg, Albrecht u. Herber v. Mainz, Wolf v. Heidelberg, Lampe, Köppmatin u. Sonnenschmidt v. Berlin, Kranz u. Natcrmann v. Bremen, Probst v. Langenau, Rauschen, bürg v. Lübeck, Müller v. Frankfurt, Mapratter v. Elberfeld, Makel v. Friedendorf, Levi v. Oppenheim, Hainz v. Baden, Berb v Alsfeld, Sebes v. Crefclb, Petersen v. Göttingen, v d. Kran v. Lüdenscheid, Maischmann v. Würzburg, Saalbcrg v. Vöhl, Rubins v. Coblenz, Bosch v. Hamburg, Rühl u. Höchster v. Hanau, Bang v, Rheidt, Dröge v Erfurt. Haas u. Jone v Cöln, Salomon v. Bingen u. Schiffmann v. Weilburg; Hrn. Fabrik Wagner v. Chemnitz, Hanau u. Dürckhemt o. Offenbach; Hr. Dr. Birnbaum v Münzenburg; Hr. Stud. Schwarzmann v. Leipzig; Hr Cand. Müller v. Mehlbach; Hrn. Offiz. Müldner v. Coblenz u. "Sassow v. Petersburg; Mad. Braun v Eisenach; Hr. Epffen, Oberbaurath v. Frankfurt; Hr Junghenn Gutsbcs. u. Hr Fischer Advok v. Marburg; Hr. Jacobi, Commis, v Darmstadt; Hr. Schniidl, Beamt, v. Braunfels; Hr. Hastwig, Arzt v. Windecken; Hr. Dr. Bandel v. Hanau; Hr. Kal- mann, Milit. v. Mainz; Hr. Klein, Jnspect. v. Biedenkopf. furt u. Siegel v. Kitzingen; Hrn. Bürgermstr Hinckcl v. Vilbel u. Rein v. Gönnen; Hr. Stadter, Förster v. Seligenstadt; Hr. Günther, Lehrer v. Göttingen; Hrn. Offiz, Port, Schlemmer u. Wilhelm v. Magdeburg; Hr. Dr. Euchhorn v. Bonn; Hr. Schellerer, Privatm. v. Mainz; Hr. Edelmann. Buchhndlr. v. Zweibrücken; Hr. Reifel, Fabrik! v. Idar; Hr. Pflaum, Maler v. Frankfurt. Im Darmstadter Haue: Hrn. Oecon. Gaube u. Dönges v. Wallan, Rühl v. Merndorf u. Dittmar v Heringshausen; Hrn. Fuhrt. Ditschler v. Büdingen u. Drullmann v. Wetzlar; Hr. Otweiler, Metzger v. Coblenz; Hrn. Handels!. Burckhardt v. Reifenberg, Gebr. Baum u. Schmidt v. Winterberg, Georg v. Lippelsberg, Elkan v. Schafsdorf u. Simon v. Mannheim; Hrn. Geschaitsl. Mep v. Frankfurt, Senner v. Mach, Beck , v. Allcndorf u. Siebert v. Treisa. Im Stern: Hr. Schreiner, Fnhrm. v. Roßberg; Hrn. Orcon. DebuS e. Buchenau u. Wismer v. Nordeck; Hr. Hell, Musikus v. Friedewald; ! Hr. Albrecht, Schreiner v. Schwerin; Hr. Becker, Hausknecht v. Deisfeld; Hrn. Handels!. Schweizer u. Bär v. Egelsberg u. Bogel v. Semen; Hrn. Privat!. Jntertha! v. vattenrod, Klein v. Heinzen, Kub! v. Biedenkopf, Klotz v. Klimbach, Kurzrock v. Erlenhausen, Meng v. Renzendorf, Meß u. Keppel v. Vilbel, Ochs v. Greifenberg, Beißer v. Holzhausen, Hammel I v Meiningen u. Jammer v. Steinbach; Fräul. Brühl v. Biedenkopf; Hr. ! Pfeiffer, Handelsm. v. Holzhausen. In der Sonne: Hrn. Fuhr!. Wagner u Stil v. Eimertsbausen; Hrn. Handels!. Baldes v. Niederscheiden, Konstand v. Heiligenstadt, Steil v. WendeSheim u. Hoffmann v. Frankenberg. Zn den Privathäusern. Im Drin; Carl: Hr. Lindner, Advok. v. Neustadt; Hr. Simon, Affeff. v. Deutz; Hr. Sirker, Direkt v. Wien; Hr. Latuada, Nent. v. Brüssel; Hrn. Privat!. Zahnbiter v. Lübeck u. Gossa v. Amsterdam; Hr. Schmitt, Hüttenbes. v Sigen; Hrn. Gütsbes. Bäumen v. Lemberg u. Bau. mann v. Speier; Hr. Kiefhaber, Rcnt. v. Hannover; Hr. Röder, Verwtt. v. Frankfurt; Hr. Spieß, Beamt, v Werthhcim; Hr. Herrmann, Oecon. v. Alsfeld; Hrn. Kaufl. Schmidt u. Christ v. Dillenburg, Neuer v. Frank» ———— Bei Hrn. Wirth F. Maper: Hrn. Saufl. Dambitsch v. Coblenz, Hilke v. Jmendorf, Haas v. Bürgel u. Katz v. Steinbach. — Bei Hrn. Post- assistent Maurer: Hr. Winter, Privatm. v. Hamburg u Fräul. Winter v. Bendorf. — Bei Frau Hofger.-Rth. v Krug: Fräul. Heß u. Hr Heß, Kaufm. v. Frankfurt. — Bei Hrn. Fuhrm Rinn: Hr. Wagner, Oecon. v. Allendorf a d. Lda. — Bei Hrn. St »Commiff. Hirsch: Fräul. Ellenberger v. Büdingen. — Bei Hrn. Verwtt. Gerbode: Hr. Fresenius v. Schlitz. Gold- und Silber-Cours vom 6. Februar 1852. Gold. Pistolen fl. 9 kr. 40 Silber. Laubth., ganze . . . Preuss. Thaler . . . 5 Frankenthaler . . Hochhaltig Silber . . Gering- u. mittelh. . Disconto 2 6 fl. kr. Diverse Actien und Loose. Kurhessische Loose .... Brief 33V. Geld 337, Pr. l’riedrichsd’or . . Hol], 10 fl. Stücke . . Rand-Ducaten.... 20 Francs-Stücke . . Engi. Sonverains. . , Gold al Marco . . 9 11 381 68-/, 52 38 30-/, 55 1 2 24 eld. 45-/, 22-/. 32 Sardinische Loose..... Cöln-Aachen ...... Cöln-Minden....... Ludwigsb.-Bexbach..... Frdr.-Willis.-Nordbahn . . . A. Sulzbach, beeid. Ma HO 89 V, 40V, kler. 37". 109 40 sind zu haben bei G. W. Drühl I. am Kanzleiberg. Frucht- und Viktu alie»Preise. Viktualienpreise. Fleischtaxe. Gießen chen 7. Februar! Lich den 5. Febr. j 'S* a s >ach | Febr. 1 N g Bemerkungen. per Pfund fr. Vf. fr. Vf. fr. Vf. fr. Vf. Ochse.nfl-isch . . 11 — 11 — 11 — 11 — Die Zugaben zum Fleisch Kuhfleisch . . . Rindsieisch . 8 8 2 8 7 2 8 7 2 7 7 2 2 dürfen nur in solchem von Kalbfleisch . . . 6 — 8 2 5 — 6 — derselben Gattung beste- Schweinefleisch. . 11 — 11 — 11 — 11 — hen, und zwar auf 10 Hammelfleisch . . Schaaffleisch . . 8 — 7 — 8 — 7 — Pfund nicht mehr als an- Leberwnrst . . . 12 — 12 — 11 2 12 — derthalb Pfund k. nach gemischte Wurst . Bratwurst . . . 8 16 _ 15 — 13 _ 14 _ ProVortion, welches auf Schwartemagen 16 — 15 — 14 — 14 — 1 Pfd. nicht völlig 5 Lvth Blutwurst . . . 14 — 12 — — — — _ auSmacht. Köpfe, Füße, geräucherter Speck Schinken . . . 20 16 — 18 15 — — — 20 14 Geraub, wie auch die ganz Dörrfleisch . . . 13 — 15 — —- — 14 — blutigen und nicht genieß- Rindsfett . . . 20 — 16 — — — 18 — baren Stücke vom Hals Hammelsfett . . Schweineschmalz, 20 — 16 — — 16 sind von der Zugabe ganz- ausgelassenes 20 — -— — — — 20 — lich ausgeschlossen. dgl. unauSgelaffenes 17 — 16 — — — 18 — Brodtaxe. fiepen den 7. Februar Lich den 5. Febr. I Laubäch. : Bnybach den 6. Febr. L „ n ( h r/ (J A j, *n 5 r. Vf- fr. Vf- fr.1 Vf. fr. Vf. $ j ordinäres Brod aus $ ! gemischtes Brod aus Für 1 fr. Wasserwerk . „ 1 fr. Milchbrod . Marktp J Gerste- und Kornmehi J Walzen- und j Kornmehl reife. besteh. besteh. 7 14 7 15 5 4 fr. 6 16 17 8 4 II 1 10- 1 £11111111 1 1 1 1 1 1 1 1? 1 Pl ä । £ 1 — O vf. 1 1 1 1 1 1 1 1 r 1 r t-l 1. 1 El 1 1 1 1 1 1 1 1 5, 1 | Öl 1 1 1 7 14 T. 4 fr. 1 1 1 1 1 1 1 1 £ Ö| 1 1 1 Maas Milch.......... 1 Pfund Butter.......... auch......... 1 Pfund Waizenmehl........ 1 „ gefchw. Vorschuß...... Fruchtpreise. Fruchtgattung. Gießen den 5. Febr. Grünberg den 24. Januar. den Lich 5. Febr. Laubach. Friedberg den 28. Januar. Mainz den 23. Januar. Wehlar den 30 Jan. M a ' I t e r. Scheffel. Pfd. | fl. fr. | Pfd. | fl. fr. Pfd. fL I fr. Pfd., fl. | fr. |Pfd.| fl I fr. Pfd. i fl. ' fr. fl. | fr. 1 pf 200 |' 12 । — 200 12 — 200 13 — __ _ — — 13 — 200 12 16 5 3 — ♦ • • • • 200 10 — 190 10 35 190 11 — — — — — 10 20 200 9 30 4 28 — . . . 170 7 30 170 7 40 170 8 15 — — — — 8 — 200 — — 3 6 2 Haker..... — 1 3 20 — 3 20 120 3 20 — — — — 3 30 200 — — 1 i 31 — Erbsen . . • . — — 1 — — — — — — — — \— — — — — —- — Linsen . . • • — 1 — 1 — — — j — Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.