Anzeige^att der Stadt und des Regierungsbezirks G L e tz e n. 1851 Mittwoch dcn 26. Februar M 17 ÄMÄssäksä» Einrückungigebühr für He gesraltenc LorvuSieile 2 fr.____________________ __ Amtlicher Theil« Inhalt des Gr. Hess. Regierungsblatts vom 17. Februar 1851, Nr. -t. n Edict, die Mitglieder des Staatsraths für da- Jahr 1851 betr.; - 2) Nebersicht der in dem Jahre 1850 durch die Großhcrzogl. Gendarmerie geschehenen Arrestationen und Denunciationcn; — 3) Concurrenzeroffnung. Nr. R. C. 1986. . .. Gießen am 25. Februar 1851. Betreffend: Die Entfernung des Schulknaben Ludwig Krailing aus Heuchelheim aus seiner Heimath. Die Großherzoglich Hessische R e q i e r n n g s - C o m m l s N o u des Regierungsbezirks Gießen an sämmtliche Gr. Bürgermeister des Regierungsbezirks Gießen. Der 12jährige Knabe Ludwig Krailing aus Heuchelheim hat sich vor einigen Tagen aus seiner HcimachienUern^., ^.^rmeistcr des Regierungsbezirks werden angewiesen, auf denselben fahnden zu lassen und ihn im Betretungofalle an uns abzuliefern. .£ .i rikM n,S tzdUioW Küchl flh (Schluß.) Dienstnachrichten. Am 17. September wurde der Advocat-Anwalt Paul Krämer zu Mainz zum Richter an dem Kreisgerichte daselbst, sodann am 18. Januar der Ober« stnanzkammcr-Secretariats-Accesstst W. Merck zu Darmstadt rum Geheimen Sekretariats-Acceffistcn bei dem Finanzmi- nisterium ernannt. — Am 20. Januar wurden dem Richter an dem Kreisgerichte zu Alzep Dr. Franz Jacob Schmitt, unter Belassung seiner Stelle als Krcisrichtcr, die Functionen eines Untersuchungsrichters für den Bezirk des genannten Kreisqcrichts auf die Dauer von weiteren drei Jahren, vom 1 Februar d. I. an, übertragen. — Am 21. Januar wurde dem Schulvicar Conrad Spam er zu Biedenkopf, im Re- aierungSbezirke Biedenkopf, die fünfte evangel. Schullehrerstelle daselbst, und am 24. Januar dem Lehrcr der vierten evangel. Schule zu Wimpfen am Berg, im Regierungsbezirke Erbach, Nicolaus Maper, die zweite evangel. Schullchrcr- stellc daselbst, sowie dem Lehrer an der fünften evangelischen Schule zu Wimpfen am Berg, Bernhard S t r e i n, die vierte evangel. Schullehrerstelle daselbst übertragen. Versetzung in den Ruhestand, ^n den Ruhestand wurde versetzt: am 11. Januar der Schullchdcr .con- harv Keller zu Affhöllerbach, im Regierungsbezirke Erbach. Concnrrenzeröffnnngen Erledigt sind: die evangelische Pfarrstelle zu Leivheckcn, >m Regierungsbezirke Nidda, mit einem jährlichen Gehalte von 10^7 Gulden; - d e evangelische Pfarr- und Schulstelle zu Wilsbachs, un Regn rungsbezirke Biedenkopf, mit einem jährlichen Gehalte von 500 Gulden; - die katholische Pfarrstelle z» Kempten, u Regierungsbezirke Mainz, mit einem mhrlichcn Gehalte on 6,1 Gulden: - die katholische Psarrstelle zu Alzep, un R gierungsbezirke Worms, mit «rem lahrllchen Gehalte von 711 Gulden 36 Kreuzer-, — die Phpsicatsarztstelle ^Langen, im Regierungsbezirke Darmstadt; - die Z'd" b ^angcl sche Schullehrerstelle zu Bickenbach, im RegieruugSbeznke HGfeN' heim, mit einem jährlichen Gehalte seit ®l . . Kreuzer, nebst einer Vergütung von 28 Gulden im. , g des Schullocals — die zweite katholische SchullchrersNlle zu Bretzenheim, im Regierungsbezirke.Mainz,nut■ jährlichen Gehalte von 300 Gulden emschiießlich der Vcr- 132 gütung für Heizung des SchtGocM -,— die fünfte mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schullehrerftelle zu Alzey, im Rcgtcnnigsbezirke Worms, mit einem jährlichen Gehalte von 300 Gulden ohne Wohnung; — die sechste Schnlstchrerstellc zu Alzey, welche mit einem evangelischen L.hrer zu besetzen ist, mit einem jährlichen Gehalte von 300 Gulden ohne Wohnu ig; — die siebente mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Schnllchrerstelle zu Alzey mit einem jährlichen Gehalte roh 300 Gulden ohne Wohnung; — die tottUc eines Nevierforsters von dem Forstrevier Düdels- teim, Forsts Nidda, mit der etatsmähigen Besoldung der dritten Klaffe: concurrenzfähige Bewerber um dieselbe haben sich binnen sechs Wochen bei der Großh Ober-Forst- und Domänen-Direction zu melden, Sterbfälle, Gestorben sind: am 14. Mai 1850 der Fruchtmencr Heinrich Brei der zu Vilbel; — am 20. Oktober 1850 der pcnffoni'rte Amtmann Würschmitt zu Dieburg; - am 6, Deccmber 1850 der pensionirte Gendar- merie-Brigadier Nicolaus Lang zu Friedberg; — am 15. Dccember 1850 der pensionirte Schullchier Sebastian Neubauer zu Oberklingcn, i,n Regierungsbrzirke Dieburg; — am 26. December 1850 der peusionirte Schullehrer Heinrich F öl sing zu Meiches, sm Regierungsbezirke Alsfeld; __ am 4. Januar der Lchullehrer Peter Hartmann zu Wembach, im Regierungsbezirke Dieburg; — am 5. Januar der pensionirte Gendarm Kaspar Wenzel zu Schotten; — am 14 Januar der Pensionär der Saline Tbeodorshalle, ehemalige Schmiedgeselle Balentin Beisiegcl zu Äarlshalle; am 16. Januar der Kreisgerichtsbote Jacob Lec erf zu Osthofen ; - am 27. Januar der evangelische Pfarrer Justus Guntrum zu Eberstadt, im Regierungsbezirke Darmstadt. Polizeiliche Bekanntmachung. Gefundene Gegenstände. Ein Stauchen, ein Geldbeutelchen mit einigem (Selbe und ein Schleier von brauner Farbe Diese Gegenstände können von den Eigenthümern auf dem Gr. Polizeibüreau dahier in Empfang genommen werden. G.eßen am 25. Februar 1851. Der Gr. Polizei-Commissär L. Nove r. Gerichtliche und Privat - Bekanntmachmrgeu. Edictalladung. 369) Grün berg. Oeffentll'che Aufforderung. Auf den Namen des Georg Römer zu Allertshausen stehen nachfolgende Einträge in dem geeicht- lichen Pfandbuch offen: 1) Band I. pam. 69, wonach die Hofraithe I//8- wegen 200 fl. Kaufgelds dem Nikolaus Kör- bächer und 100 fl. Darlehn dem Andr. Ott zu Gießt n, 2) Band I. pag. 104, wonach die bei der Guts- tbeilung des Hciur. Römer dem Gg. Römer zugelheilten Immobilien wegen 39 fl. 30 kr. Kaufgeld dem Johannes Dietz und 76 fl. Kaufgeld dem Gerhard Hasselbach. Ansprüche ans diesen Verpfändungen sind söge- wiß binnen 4 Wochen, vom ersten Erscheinen dieser Aufforderung in den öffentlichen Blättern an gerechnet, dahier vorzubringen, gegenfalls die fraglichen Einträge gelöscht werden. Grünberg den 21. Februar 1851. Gr. Hess. Landgericht das. Weicker. Emmerich. Versteigerungen. 329) Gießen. Holzversteigerung im Revier Schiffeuberg. Freitag den 28. Februar wiid m Domanialwald, Distriet Tempel, nachver- zeichneltö Holz versteigert: 573/t Stecken Kiefern-Prügelholz, 4 i, Eichen „ 133 /4 „ Kiefern-Stockholz, 625 Wellen Eichen-Reißholz, 675 „ Weichholz- und Dorilen-Reiß- holz, 11800 „ Kiefern-Reißholz, 54'/, Stecken 6 und 7 Fuß langes Kiefern- Pfahlholz, 57 Kiefern - Stangen von 2 bis 3 Zoll Durchmesser. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr an der Wald- meisteröwiese. Eredik bis Martini d. I. Gießen den 20. Februar 1851. Der Gr. Hess. Revierförster des Reviers Schiffenberg, Dr. Dran dl. -------!---. i‘v----~;!------------—-- 358) Londor f. Montag den 3. März l. I., von Morgens 9 Uhr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewald, in den Distrie- ten Katzengeheeg, Hainstrulh und Eiselsberg, nach, verzeichnete Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert werden: 72 eichen Stämme von 12 bis 50 Fuß Länge und 8 bis 2t Zoll Durchmesser, 1908 Cubikfnß, 47 sichten „ von 35—75 Fuß Länge und 6 — 11 Zoll Durchmesser, 1160 Cubikfuß, 16 liefern » von 15—40 Fuß Länge und 7 — 11 Zoll Durchmesser, 248 Eubikfuß haltend; 12 eichen Stangen von 28 Cubikfuß; 18 fichten » „ 114 » und 6 birken Klötze „ 77 „ Gegen vorschriftsmäßige Bürgsckeine wird Zahlungsfrist bis Michaelitag d. I. gestattet. 133 Die Zusammenkunft ist int District Katzengeheeg, am Wege von Londorf nach WermuthShausen. Die Gr. Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Londorf den 22. Februar 1851. Der Bürgermeister Kliebe. 357) L i ch. B e k a n n t m a ch u n g. Montag den 3. März t>. I., Vormittags von 8 Uhr au, werden im hiesigen Stadtwald versteigert: 88 Stecken Buchen-Scheitholz, 53 u Eichen- » 16 ,/ Linden- » 73 „ Buchen-Prügelholz, 15 ii Eichen- „ 25 h Linden- ii 88 ii Buchen-Ctockholz, 64 ii Eichen- u 32 ii Linden- ii 480 u Buchen-Reiöholz, 132 „ Eichen- " 156 „ Linden- n 186 " Fichten- <> 80 Eichen Bau- und Werkholz-Stämme, und 157 Fichten-Stangen. Dann: Montags den 10. M ärz d. 3., 59 Stecken Buchen-Scheitholz, 41 „ Eicken- ii 2 „ Kirschbaum-Scheitholz, 2 „ Aspen- ii 30 „ Buchen-Prügelholz, 28 " Eichen- » 68 „ Buchen-Stockholz, 43 ii Eichen- » 166 „ Buchen-Neiöholz, 124 „ Eichen- „ 4 n Aspen- ii 78 Stück Eichen-Stämme und 34 „ Stangen. Am 3. März ist der Anfang in der Kühunter, und am 10. März im RiedlingSwinkel. Mehrere Eichen-Banstämme von der 1850r Fällung werden unter dem Tarif aus freier Hand abgegeben. Lich den 20. Februar 1851. Der Bürgermeister Dieterich. 373) A Hb ach. Donnerstag den 6. März d. I., Nachmittags 1 Uhr, werden in dem Garbenheimcr Gemeindewald 52 Bau- und Nutzholz-Stämme, verschiedenen Cubiksuß Inhalts, versteigert. Atzbach den 25. Februar 1850. Der Bürgermeister Colnot. 331) Annerod. H o l z v e r st e i g e r u n g. Montag den 3. März d. I., des Morgens 9 Uhr, sollen in dem Gemeindewald Annerod, District Altenberg, nachfolgende Holzsortimente: 1) 30/4 Stecken Buchen-Scheitholz, 2) 6 ii „ Prügelholz, 3) 30 „ ii Stockholz, 4) 800 buchen Wellen, 5) 472 Stecken Eichen-Scheitholz, 6) 5J4 „ „ Slockholz, 7) 150 eichen Wellen, 8) 33 „ Baustämme 570 Cubikf. hallend, öffentlich unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werben. Annerod am 18. Februar 1851. Der Bürgermeister Seipp. 340) Waldgirmes. H o l z v e r st e i g e r u n g. Donnerstag den 27. Februar, von Morgens 9 Uhr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewalb: 120 Eichen Baustämme, von 10 bis 40 Fuß Länge und 6754 Eubikf. haltend, und 2 Buchen-Klötze, 102 Cubikf. hallend, zu Hackbretter sich eignend, meistbietend versteigert werden. Tie Zusammenkunft ist im Orte selbst. Waldgirmeö den 19. Februar 185t. Der Bürgermeister F erliug. 356) Ettingshausen. Bekannt m a ch u n g. Die nachgenannte zur Concurömasse des Philipp Ludwig Sommer dahier gehörige Hofrailhe, bestehend in einem zweistöckigen Wostnhau,e, einer Scheuer, einem Stall, nebst 11 Morgen 1 Ruthen Ackerland, 1% Morgen Ruthen 95/l0 Gärten und Wiesen, sollen Freitag den 28. Februar l. 3-, Vormittags 11 Uhr, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf dem hiesigen Rathhause versteigert werden. Ettingshausen am 17. Februar 1851. Der Beigeordnete Alba ch. 362) Butzbach. Großer Gasthof- Berkaus. Die Unterzeichneten sind gesonnen ihren Gasthof „$itm Deutschen H o f" zu Butzbach, welcher an der Hauptstraße von Frankfurt a. M. nach Kastel und kaum 80 Fuß von der Eisenbahn entfernt liegt, einer freiwilligen Versteigerung Donnerstag den 20. März d. 3, Vormittags 11 Uhr, in loco auSj usetzen, wozu Sleigliebhabcr ciugcladen 134 werde». Außer den umfassenden bedeutenden und im besten Zustande befindlichen Räumlichkeiten, fugt man an, 'M der hierzu gehörige Flächengehalt 800 lUKlslr. beträgt und zu jedem großartigen Fabrik- un,D andern Geschäft geeignet erscheint. Besonders wird noch bemerkt, daß dabei ein mit reichhaltigem Wasser versehener Brunnen, dessen Dualität nach chemischem Gutachten vorzüglich zur Bierbrauerei als gut befunden, befindlich ist. Butzbach den 20. Februar 1851. Carl Becker u. Comp. 316) Gießen. Donnerstag den 27. d. Mts, Nachmittags von 2 — 4 Uhr, und folgende Tage, sollen im zweiten Stock des L and a u er'schen Hauses an der Schloßgasse die zum Nachlaß der verstorbenen Fräulein v. Dresky gehörenden Mobilien, als: Kanapee'ö, Tische, Stuhle, Schränke, Commoden, Schreibsecretaire, Bettladen, Spiegel, Bettwerk, Weißzeug, Porzellan, Glaswerk, Küchengerälhschaften ic., gegen gleich baare Zahlung meistbietend versteigert werden. Gießen den 20. Februar 1851. 351) Beuern. Bücherauction Montag den 3. März d. I. sollen im Pfarrhause zu Beuern die, zum Nachlaß des verstorbenen Pfarrers Magnus daselbst gehörenden Bücher (über 200 Bände), gegen gleich baare Zahlung versteigert werden, was man den Herren Theologen und Philologen mit dem Anfügen bekannt macht, daß ein Verzeichniß der Bücher in der Erpe- diiion dieses Bluttes aufliegt und Näheres darüber bei Lehrer Henkel mann zu Beuern zu erfragen ist. Feilgehoten. 359) Hessenbrückenhammer. Praunkohlen liegen große Vorräthe auf der Grube bei dem Heffenbrückenhammcr und werden fortwährend zu folgenden Preißen abgegeben: Holzige zu 17 kr., grobe zu 13 kr., Brocken zu 10 kr. und feine Brocken zu 8 kr. per Centner. 217) Gießen. Alle Sorten Sämereien find wieder frisch und ächt bei mir zu haben. Zugleich empfehle ich meine Auswahl von Topfpflanzen zu den billigsten Preisen. Kaspar Georg, Handelsgärtner auf dem Seltersweg. 343) Atzbach. Ein junger Hühnerhund ist zu verkaufen. Wo? sagt Ausgeber d. Bltts. 322) Gießen. Aus V e r k a u f; Meine Maaren, bestehend in Mousseline de Laine, Thibet, Lamas, Napolitaine, Jaconnet, Cattiin, Möbel-Catlun, Seidenstoffe, Halbseide, Orleans, Lustre, Shawls, FoullarJs, Tischdecken, Band, Schleier re. w., empfehle ich unter den Fabrikpreisen. M. Heß. 367) Gießen. Frnhlattig kann ich von heute an, bis ihn die freie Natur liefert, aus meinen Mistbeeten abgeben. I. Schaum, Kunst- und Handelsgärtner, vor dem Sellersthor. 365) Gießen. Einem geehrten Publikum diene hiermit zur Nachricht, daß bei mir wieder alle gewünscht werdenden Samengattnngen frisch und in bester Qualität zu haben sind. Zugleich mache ich besonders darauf aufmerksam, daß ich solche stets durch die reellsten Samenhandlungen in Frankfurt a. M. beziehe und versichere, unter Zusage ihrer vorzüglichen Keimkraft, die billigste Bedienung. Will). LöberS Wlw. in der Hintergasse, neben Hrn. Kfm. M. Heß. 360) Wilsbach. Ein neu erbautes Wohnhaus, nebst neuer Scheuer und Schweineställen, ist entweder auf den Abbruch oder auch zum Bewohnen zu verkaufen. Näheres erfährt man bei dem Eigen- thümer Jacob Meisel in Wilsbach, ____________Regierungsbezirk Biedenkopf. 303) Niederingelheim. Nein und gut gehaltener rother Ingelheimer Wein, ist in einem Privatkeller in Anbruch und wird, jedoch nicht in Quantitäten unter 20 Maas, ohne Faß abgegeben:' 1846! die Ohm für 70 Gulden, 1847r „ u „16 ii 1848r „ „ ii 36 » Proben werden auf portofreies Verlangen übersendet. Näheres bei der Redaction d. Bltts. 327) Gießen. Der Unterzeichnete hat die Ehre einem geehrten Publikum die ergebenste Anzeige zu machen, daß sein Samen-Lager auf das Vollständigste asso.tirt ist und bittet um geneigten Zuspruch. Georg Klees, Kunst- und Handelsgärtner, in den Neuenbäuen, Lit. B. Nr. 72. 361) Gießen. Der Landrichter Ploch beabsichtigt seinen Garten unter den alten Eichen, zwischen der vordersten und mittelsten Gasse, zu verkaufen oder zu verpachten. 135 von Dr. Georg Strecker. $mtei®egen die erste Einzahlung von st. 25 wird dem Beitretenden die Aufnahme-Urkunde zngefertigt; 4 Wochen vor der Musterung müssen weitere st. 75 baar entrichtet und zugleich ein Sola-Wechsel über st. 75 ausgestellt werden, welcher 4 Wochen nach Sicht, vor dem Diensteintritte der Einsteher, theilweise oder ganz, je nach Bedarf, zahlbar ist. Ich lade die Eltern, Vormünder u. s. w. der zur nächsten Musterung gehörenden Militärpflichtigen ein, bei dem Vereins-Agenten Herrn Phil. Lüdeking in Gießen, ihren Beitritt baldigst schriftlich zu erklären. Mainz, am 1. Februar 1851. 370) Gießen. Die Schützen-Büchsen haben gewonnen: 1. Preis Nr. 291, 2. Preis Nr. 73. Wilh. Stein, Büchsenmacher. 312) Gießen. Braun- und Holzkohlen-Asche wird zu kaufen gesucht. Zu erfragen bei 93. Wallenfels an der Weitergasse. Asfisenverhandlungen vom ersten Quartal 1851. 1) Am 24. Febr. Heinrich Münch von Baienheim, wegen Körperverletzung des Georg Fink von Baienhcini. Verth. Franck. . , „ . 2) Am 25. Febr. Andrea» Hack von HartmannSham, wegen Fälschung und Betrug. Verth. Franck. 3) Am 26. Febr. Heinrich Becker von Oberseckertenrod, wegen betrügerischen Bankerott» Verth. Dornseiff. 4) Am 27. und 28. Febr. Friedrich Kuschmann von Thalitter, wegen Brandstiftung und Falschmünzerei. Verth. Dr. Sundheim. 368) Gießen. Meine Sämereien, sowie alle in diese Brauche einschlagende Artikel bester Qualität, bringe ich in empsehlcnde Erinnerung. I. S d) a u m, Kunst- und Handelsgärtner. 366) Griedel. SchäferHirtte-Verkauf» Bei dem Gräflich Solms -Rödelhciinischen Verwalter Wagner in Münzenbcrg steht eine noch in gutem Zustande befindliche Sckäferhütte auö freier Hand zu verkaufen. Hierauf Refleelirende wollen sich gefälligst an diesen wenden. Griedel den 22. Februar 1851. Der fürstliche Rentmeister M enge l. Zu vermiethen. 335) Gießen. Die Wohnung im 1. Stock meines Hauses, auS 5 Zimmern, 2 Kabinetten, Küche ic. bestehend, ist zu vermiethen und gleid) beziehbar. Emil Pi stör. 273) Gießen. In meinem neu erbauten Hause vor dem Wallthor ist eine Familienwohnung — eine größere im Vorderhaus, oder eine kleinere im Nebenhaus — zu vermiethen und im April zu beziehen/ Bergmann. 363) Gießen. Ein Familienlogis, bestehend aus 3 Stuben, Kammer, Küche ic. ist zu vermiethen und gleid) beziehbar bei Wilhelm Rühl, Flügelsgasse. 371) Gießen. Zwei möblirte Zimmer mit Cabinet und Sopya sind zu vermiethen in Lit. D. Nr. 19. 364) Gießen. Ein möblirtes Zimmer mit Kabinet ist zu vermiethen bei Wilhelm Rühl, Flügelsgasse. 372) Gießen. Das den Kindern des I. M. Möhl dahier gehörende Wohnhaus am Wallthor soll, da dasselbe keinen Kaufliebhaber gefunden hat, im Ganzen oder auch theilweise verpachtet werden, sowie ein Acker am Hobcnrain und ein Garten am Wiesecker Weg. Pachkliebhaber wollen sick) an den Vormund Conrad Weidig wenden. Gießen den 25. Februar 1851. PH. Möhl u. C. Weidig. Vermischte Nachrichten. 227) Main z. Militär-Vertretnngs-Verein in Mainz. Die Statuten sind ausgegeben, der Vorstand ist durch vier beigetretrne Versicherer gebildet und bei demselben, zur Garantie für die Betheiligten, eine 136 Attgekommene und abgereiste Fremden vom 22. bis 25. Februar 1851. I n d e n G a st h ä u s e r n. Im Ruppen: Frl. Junkel v. Berlin Hr. ». Malzdorf, Vteurn. v. Modena. Hr Epplcr, Offiz, v. Kempten. Hr Schneider, Crim -Rach d. Frankfurt. Hr Dunkmuller, Direct. d. Berlin, Hr. Laudermann, Fabrik, v. Erfurt. Map. Schnchard v. Petersburg, Hr. Blain, Part. v. Strasburg Hrn. Äff. Maper v. Petersburg, Schraper v. Hamburg, Haper v. Miltenberg. Stein v. Burg, Beetz v. Heidenheim, Sncll v. Stuttgart, Schmidt v. Lahnstein, Probst v. Langenau, Andre v.'Offenbach, Dörner v. Mar- buch, Scharf v. Neuwied, Hoffmann v. Mainz, Heinrich v. Hirzenhausen, Baade v. Bremen, Braun v. St. Wende! u. Dilling v. Neustadt. Mad. Hause v Harwitzen. Frl. Bicrhof v. Ulm u. Bainbp v. Berlin. Hr Neibom, Ober« gcrichtSr. v. Hanau. Hr. Diemer, Stud. v. Stettin. Hrn. Rcnt. Herz v. Berlin u. Lowrh v. New-Iork. Hrn. Kfl. Wolf u. Govi v. Frankfurt, Drerler v. Dietz, Croou v. Wiesbaden, Schnackenberg v. Cöln u. Badenbindcr v. Laasphe. Fr. v. Subattendorf v. Mainz. Fr. v. Drach v. Gelnhausen. Hr. Zimmer, Archit. v. AnSbach. Hr. Braun, Occon. v. Darmstadt. Hr. Hermann, Partik. v. Limburg. Im Einhorn Hr. Griesbauer, Part. v. Frankfurt. Hr. v. Hebncr, Rent, v. Berlin. Hr. Kautz, Fähndrich v. Lrier. Hr. v. Menzberg, Offiz, v. Wiesbaden. Hrn. Kfl. Samuel v. Holland, Schneider «. Posen, Kühne v. Frankfurt, Haid v. Saarbrück, Kreuzberg n. Ohrweiler, Ortling v Cassel, Lindmeyer v. Cassel u. Weber v. Düsseldorf. Hr Ahan, Rittmstr. v. Paris. Hr. Moßmüller, Prof v. Leipzig. Hr. Kersten, Hauptm. v. Ostheim Hr. Blum, Arzt v. Windecken. Hr. Schwanenberger, Beamt, v. Heidelberg. Hr. Ströhling, Prof v. Göttingen. Hr. Laghten, Rent v. London. Hr. Mcnnel, Fabrik, v. Elberfeld. Hrn. Kfl. Rößler v. Frankfurt, Rcuß-Löfferer v. Bordeaur, Stein v. Friedberg u. Sonneberg v. Neustadt, br. Steuernagel, Bauaufs. v. Biedenkopf. Hr. Wähler, Stcarinerzeuger v. Pesth. Hr. Palleske, Juwel, v. Potsdam. Hr. Metzler, Partik, v. Weilburg. Hrn. Kfl. Schott v. Aschaffenburg, Momberger v. Frankfurt u. Hasperger v. Neusalzwerk. Im Prins. Carl: Hrn. Rent. Clarkson u. Wenthworth v. England. Hr. Schneider, Senator v. Hamburg. Hr. Bender, Fabrik, v. München. Hrn. Oecon. Lang v. Heinbuch, Brauch v. Schierstein u. Herr v. Langheck. Hr. Ohly, Stud. v. Jena. Hr. Dreymann, Orgelb. v. Mainz. Hr. Müding, Gutsbes v. CarlShof Hr. Groll, Bürgcrm. v. Rohrbach. Hr. Borck, Steuercontrol. V. Laubach. Hrn. Kfl. Bach v. Hanau, Schmidt v. Friedberg u. Dietenbach o. Frankfurt. Hr. Lutz, Schneider v. Berlin. Hr. Lang, Gutsbes. v Krakau. Hr. Krauß, Part. v. Posen. Hr. Honig, Fabrik, v. Cöln. Hr. Weiß, Juwel, v. Stutgart. Hr. Buff, Oecon. o. München Hr. Zollmann, Privatm. v. Hannover. Hr. Bißlcr, Dr. med. v Karlsruhe. Hr. Freitag, Dr. v. Heidelberg. Hrn. Kfl. Ritzel v. Wiesbaden, Jung u. Beyer v. Freienseen, Lugenbiehl v. Mainz, Zimmermann v. Baden. Hr. Heep, Burgerm. v. Büdesheim. Hr. Kaltwaffcr, Oecon. v. Erbenheim. Hr. Kron, Gastw. v Wiesbaden. Hr. Herber, Privatm. v. Cassel. Im Darmstaedter Haus •• Hrn Geschäfts!. Weller v. Birkenau, Fischer v. Cassel, Eschle v. Fortwangen, Maurer v. Södel, Philippi v. Büdesheim, Bauer v. Beisage, Linser v. Alsfeld, Jacobi v. Oberkleen, Grecsickcr v. Lindau, Jans v. Landau, Sciperl v. Göttingen u. Schroder v. Leipzig. In den P r i v a t h ä u s e r n. Bei Fr. Major Königer: Hr. Köster, Steuer-Comm. v. Vöhl. — Bei Hrn. Conserv. Geisel: Hr. Hein, Kfm. v. Darmstadt. - Bei Fr. Geh. Kirchenr. Dieffendach: Fr. Prof. Hildebrand v. Marburg. — Bei Wtw. Vogel: Frl. Lepper v. Königsberg. — Bei Hrn. Verwalt. Ger- Kode: Hr. Fresenius, Gutsbes. v. Rheinbaicrn. — Bei Hrn Rend. Bieler: Fräulein Weigand v. Homburg. — Bei Hrn. Hofger.-Rath Grolmann 1.: Fr. v. Rau v. Holzhauscn. — ar 1851. (Schluss 88 Geld \Papier\ '. Obli Gestreich . 90' Nassau . Roths. 82-/, ''rankfürt. . alsschuldscheine reussen . 306 304 Holland. Darmstadt . Holländische Obli ationcn Polen Russland 54 . 1845 Geld, wi ,oose 82' •dbahn. Geld. Disconto '. Sulzbach .250 . 500 Baiern . . . Würtemberg 50 Loose ditto ditto Obligationen Obligationen b. Roths. Neue Würtemberg. Obligationen b. Roths. ü. 25 Loose Obligationen ditto v. 1839 ditto v. 1846 Taunusbahnactien . . 11 46 374 । — Obi. b Rth. 1. 500 itto •atidnen v. 1842 ü. 300 Oblig; 237 DAiLSHeUde Bitte! In der Nacht vom 11. aus dm 12. d. M. hat eine Feuersbrunst 4 Wohnhäuser und 2 Scheunen in dem Orte Rettingsbausen, Reg.-Bez. Gießen, in Asche gelegt. Die Eigen- thümer sind dadureh in die gräßlichste Noch versetzt, da sämmtliche Vorräthe in den Scheunen, sowie auch der größte Theil der übrigen Habe ein Raub der Flammen wurde. Die unterzeichnete Expedition bittet daher alle menschensreundliche Bewohner hiesiger Stadt durch milde Gaben das Elend dieser Armen einigermaßen zu erleichtern und ist bereit eingehende Gaben in Empfang zu nehmen. Ueber die Absendung und Verwendung des Eingegangenen wird dieselbe seiner Zeit Rechnung ablegen. Die Expedition des Anzeigeblattes. Zur Unterhaltung und Belehrung. Vetheiligung des Zollvereins, sowie des Groß- herzogthums Hessen, insbesondere bei der großen Industrieausstellung zu Loudon. ließet die Betheiligung des Zollvereins an der mit dem 1. Mai d. I. in London beginnenden Ausstellung von Gewerbsproducten aller Nalionen befinden wir uns im Stande, aus amtlichen Quellen, folgende Mllchei- lung zu machen. Die Industrie des gesammten Zollvereins wird durch 1558 Aussteller vertreten sein, von welchen auf das Königreich Preußen 892, das Königreich Baiern 104, das Königreich Würtemberg 84, das Königreich Sachsen 234, das Großherzogthum Baden 9, daS Groß- herzogthum Hessen 74, daS Kurfürstenthum Hessen 21, das Herzogthum Braunschweig 21, das Herzogthum Nassau 6, die freie Stadt Frankfurt 25, die thüringischen Staaten 66, die anhaltifchen Fürstenthümer 9, das Fürstenthum Lippe 3, das Großherzogthum Lurem- burg 6 kommen. Für sämmtliche zolivereinländische Gewerbsproduete ist in dem Ausstellungsgebäude ein nutzbarer Raum von 70,000 englischen oder von 104,020 Gr. Hess. (Z-Fuß reservier, nämlich an Fußbodenfläcke 8080, an Tischfläche 21,920 und an Wandfläche 40,000 englische oder bezüglich 12,006, 32,573 und 59,440 Gr. Hess. fZ-Fnh. Einschließlich der zugehörigen Gänge und Plätze beträgt Der dem Zollverein bewilligte Raum 100,000 englische Fuß, mithin, da das Ausstellungsgebäude einest Flächenraum von 753,984 engl. (1848' lang und 408' breit) oder von 1,120,420 Gr. Hess. sZ-Fuß, d. i. circa 28 Hess. Morgen ein; schließt, beinahe ‘/7 von dem Gesammtiaunie. Die Anzahl sämmtlicher Aussteller aus dem Großherzogthum Hesse» beträgt, wie oben bemerkt, 74. Cs kommen hiervon auf Offenbach 21, auf Mainz 20, auf Darmstadt 14, auf Bingen 4, auf Worms 2, Gießen 2, ferner je 1 Aussteller auf Pfungstadt, Neckarsteinach, Michelstadt, Jugenheim, Oppenheim, Herrenhag bei Büdingen, Sprendlingen, Lauterbach und Schlitz, sowie auf Salzhausen und Theodorshalle (Salinen.) Die Gewerbserzeugnisse dieser 74 Aussteller werden in dem Ausstellungsgebäude in Großh. Hess. Maße, einen Raum von 572 □' Fußbodenfläche, 796 □' Tischfläche und 1068 □' Wandfläche, zusammen also von 2436 Quadrat-Fuß Hess, oder von ungefähr ’/43 des für den ganzen Zollverein in Aussicht genommenen nutzbaren Raumes einnehmen. Aus der oben niitgetheilten Ueberficht ergießt sich, daß die Anzahl der Aussteller aug dem Großherzogthum Hessen, int Vergleich mit Der Betheiligung mehrerer anderer Staaten deS Zollvereins gerade nickt unbedeutend erscheint Ein näherer Blick auf die für London angemeldeten inländischen Gewerbsproduete zeigt jedoch bald, daß die anfängliche Hoffnung, auf jener Weltausstellung ein , wenn auch nur annäherndes Bild unserer vaterländischen Industrie zu liefern, keineswegs ganz in Erfüllung gehen wird, obgleich es die Gr. Staatsregierung nicht hat fehlen lassen, unseren Industriellen Die Beschickung der Ausstellung müglickst zu erleichtern und vor Allem, gleichwie dies auch in den anderen Staaten des Zollvereins der Fall war, fick zur Uebernahme der Kosten für Den Hin- und Rücktransport der Waaren von Mainz aus, sowie für die nöthigen Versicherungen bis zum Belauf von 2000 ft. bereit erklärte. Namentlich aber ist es zu bedauern, daß einige Industriezweige, welche sich bereits eines begründeten Rufs int Ausland erfreuen und gewiß auch in Loudon der vaterländischen Industrie Ehre gemacht haben würden, gänzlich utivertreten fein werden. Wir führen unter solchen Industriezweigen hier nur Erzeugnisse der Mainzer Möbel-, sowie der Offenbacher und Mainzer Wagenfabriken an. (Schluß folgt.) Eine mexikanische Gerichtsscene. Als ich in Cosala in Merico verweilte, war ein gefürchteter Straßenräuber, Joachim Pacheco — seit lange wegen eines Mordes verfolgt —, wider Erwarten eingefangen und gefänglich eingebracht worden. Die ganze Stadt wallfahriete nach dem Gefängniß, um den kühnen Wegelagerer durch das Gitter zu beobachten, der in seiner Zelle wie Der ruhigste sorgenfreiste Mensch seine Zeit Damit verbrachte, Cigarren zu rauchen, Deren er einen reichlichen Vorrath zu besitzen schien. Der folgende Tag war zu seinem Verhör an- gesetztz ich hatte durch eine Empfehlung Gelegenheit demselben beizuwohnen, und die Originalität desselben, wie des ganzen richterlichen Actes, wird mir unvergeßlich bleiben. Das Gerichtslocal war sehr imposant, denn die Ausstattung des Zimmers, welches dazu diente, 138 Druck und Verlag der G- D. Brühl'schm Buch- und Steindruckerei. einer immer ärger als der andere." „Darin bi» ich vollkommen Eurer Meinung", sagte der Angeklagte, „nur lassen sie einander nicht erschießen, wenn sie sich dabei ertappen." „Richtig, aller Bursche; aber dabei fällt nut etwas ein: die Untersuchung ist zu Ende und ich will jetzt das Urlheil sprechen." Mit diesen Worten streckte der würdige Stichler die Hand aus, um seine Feder zu ergreifen; aber sie steckt- so fest in der vertrockneten Dinte, daß er sie nicht herausziehen konnte. „Carainba. rief er aus, „ich habe ja auch vergessen Stempelpapier holen zu lassen. Was soll ich nun machen?" Dann, wie Plötzlich von einer Idee inspirirt, wandte er sich zu den beiden Dragonern mit den Worten: „Da ich gerade kein Papier habe, um mein Urtheil darauf zu schreiben, so nehme ich euch, meine Söhne, zu Zeugen, daß ich hiermit Joachim Pachcco, den Mörder des Don Antonio, verurlhejte, nach Verlauf von 48 Stunden erschossen zu werden, auf der Stelle, wo da- Ver- brechen verübt wurde. Die Untersuchung lst geschlossen, Klingt den Verurtheilten wieder ins Gefaugmß." Indem nun Joachim das Zimmer verlassen wollte, sprang der Stichler aus der Hängematte und ihn am Arme fassend sagte er: „Mein armer Joachim, ich hoffe Ihr werdet es mir nicht Nachträgen, daß ich diese klein- Fyrmalt'gt jn Eurer Geschichte habe vornehme» müssen, und vergeßt nicht, Eurem Freunde dem Con- trabandista, ein Wörtchen in Betreff meiner zu sagen, wie Ihr mir eben versprochen habt." Zwei Tage darauf wurde Joachim erschossen. Macht keine Umstände, Mann," sagte der dichter rii ibm rauchen ist eine der wichtigsten Beschas- tigungen' im Leben ; aber um die Wahrheit Euch zu sagen, seit di- Regierung das Tabaksmonopol °n sich genommen bat, wird der Tabak wltner fch echt-r. „Jndeß gibt cs noch immer einige brave Buschen, die sich nichts daraus machen mit den Zollbeamten X Pa., Äugdn i- «-chftl.3»*«, „und wenn Euer Gestrengen sich davon überzeugen will, so brauchen Sie mir nur die Ehre zu erzeigen, dies Bünv-l Cigarren anzunehmen." „Gern, Freund," war des Richters Antwort, indem er das hingereichte Cigarrenbilitdel nahm und sofort eine herauszog, die er am Kohlenbecken anzun- d-te. „Caramba!" rief -r, als er schweigend ein Paar Minuten den Dampf der Cigarre von sich, g'- blasen hatte. „Ihr habt recht, das ist Etwas Köstliches 1 Ihr Räuber seit heutzutage dl- einzigen Ca- bqll-ros, welche gute Cigarren zu rauchen bekomme,I. Meiq lixber Jupgefuhr er uist f-in-r fuße eil Stimme fort, „Ihr müßt wtrkltch be> dem Contra- bandista , der Euch diese schönen C'garren geliefert hat, ein gutes Wort für mich einlegen. Es wird Eures Freundes Schade nicht sein, denn außer dem Gelve, das er in die Tasche steckt, kann man nicht wissen, ob es nicht in meiner Macht stehl ihm zu helfen, wenn er über kurz oder lang in Unannehmlichkeiten kommen sollte. Doch nun zum Geschäft, wenn Ihr wollt. Sagt mir einmal beim Teufel, warum habt Ihr den armen Antonio uingebracht?" „Um Euch die reine Wahrheit zu sagen, Richter," antwortete der Angeklagte mit der größten Kaltblütigst von der Welt, „so bin ich niemals im Stande gewesen, das ganz genau zu begreifen. Wenn mein Gedächtniß mich nicht trügt, so waren an jenem Morgen meine R-rven sehr aufgeregt und dadurch war ich sehr reizbar geworden." „Das ist allerdings ein Entschuldigungsgrund, muß ich sagen," entgegnete der Richter, „aber nicht von großer Bedeutung, und deshalb kann ich die Entschuldigung nicht gelten lassen. Doch, was ich sagen wollte, wie hoch läßt denn Euer Coutrabaudista sich die Nuda (großes rundes Packet) von seinen Cigarren bezahlen? „Zwölf Realen, und in jedem Paket sind 32 Bündel." . „Und dafür läßt die Regierung uns zwei Piaster, das sind doch 16 Realen, bezahlen!" rief der Richter mit Heftigkeit. „Das ist ja Diebstahl, ein offenbarer und schamloser Diebstahl. Bah, sprecht mir nicht von den Regierungen, die bestehen alle aus Spitzbuben, bestand aus einer Hängematte von Gras geflochten, welche mit zwei Haken an der Decke befestigt war einem Paar Stühlen von Bambusrohr, einem alten wurmstichigen Tische von Mahagoni, der aus dem un- In-n Steinpflaster des Gemachs wackelte, nut, einer schlechten Strohmatte au der Thure. jn d H y matte ruhte halb sitzend, halb liegend ausdenEll- neftüfet die Hand unterm Kinn, ein Heiner spindeldürrer Mann mit runzeligem G-M, dessen schmutzige abgetragene Kleidung von der hohen richterlich'n Würde keinen hohen Begriff gab Auf dem Tische stand ein Gefäß mit glühenden Kohlen zur Be- ” ä ZML. B SÄ» ein 'staubbedecktes Diutensaß und daraus sch-ute euie verqe bie kurze Feder hervor, aber Papier war nicht r» sehen Um das Bild des Gerichtshofes von Cosala zu vollenden, braucht der Leser sich nur noch den ^nackiim Nacheco zu denken, wie er, ganz phlegmatisch ÄW -f. .-J hin- und herschaukelt und seinen Wachtern, zwei Dragonern, den Stücken zukehrt, die itebeneinander aus der Strohmatte sitzend, mit dem Karabiner zwischen den Knien, emsig beschäftigt sind Papi-rc.garren zu drehen bis der Dienst sie wieder aufrust. „Nun llombre" (Mann), sagt- ^Richter, s seiner bequemen Stellung sich etwas ausrlchtenv, „nun wollen wir Euch verhören." . „Mit Eurer Erlaubniß, Senor, sprach Pacheco, indem er, ohne dein Richter zu antworten, austand, Ti cke ging und eine Cigarre, di- er zwischen LnFingern" gehalten hatte, am Kohlenbecken an-