Anzeigeblatt der Stadt und des RegterungsSezirks Gießen. JO» Mittwoch den 22. Januar 1851* Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwoch und Sonnabend. — Preis des Jahrgangs für Einheimische 1 ff. 30ft., für Auswärtige incl. Postaufschlag 1 st. 42 kr. — Auswärts abonnirt man sich bei allen Postämtern In Gießen bei der Erp cd. (Canzleiberg Lil. B. Nr. 1.) — EinrückungSgebühr für die gespaltene CorpuSzeile 2 fr. Mn« >|->»W ....... Mill im ■ n i r.i irr i i.in „l. MM, Amtlicher TheLl. Sir. R. C. 568. Gießen den 18. Januar 1851. Betreffend: Die Theilnahme an dem landwirthschaftlichen Vereine in Oberheffen. Die Großherzoglich Hessische Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gießen an sämmtliche Gr. Bürgermeister des Regierungsbezirks Gießen. Es muß beklagt werden, daß die Betheiligung an dem landwirthschaftlichen Verein für die Provinz Oberhessen während der letzten Jahre dadurch, daß viele Private und Gemeinden ausgetreten sind, ab» genommen hat. Gewiß sind Alle darin einverstanden, daß die Förderung alles dessen, was die Landwirthschaft — und somit die zahlreichste Klasse der Staatsangehörigen, dem Stande der Landwirthe — heben kann als ein lebhaft sich geltend machendes Bedürsniß der Zeit betrachtet werden muß. Hier öffnet sich dem wahren Vaterlandsfreunde ein weites Feld, und demjenigen, welchem Erfahrung und Kenntniß zum Rathe abgehen, bleibt die sehr dankeuswerthe That — der Beisteuer übrig Vielen freilich waren und sind die Resultate der landwirthschaftlichen Vereine nicht in die Augen springend genug, weil sie in der Hast ihrer frommen Wünsche, nicht den naturgemäß nach und nach sich entwicklenven Erfolg, nach und nach versuchter Verbesserungen abwarten können. Andere wieder, meinen — W1!t er m’rcc^ b’efc °^cr Me Ansicht, diese oder jene Einrichtung, welche durch einen land- wirthichaftlichen Verein vertreten wurde, sei falsch, sei unrichtig, und weil sie hinter einen Jrrthum gekommen zu sein glauben, sehen sie in ihrer Afterweisheit überall Jrrthümer. Nichts destoweniger aber ist es gewiß, daß durch den Austausch der Erfahrungen der Landwirthe, durch Kenntnißnahme von Einrichtungen fremder Länder^ durch Benutzung der in die Landwirthschaft einschlagenden Wissenschaften, und die hierauf begründete Wirksamkeit landwirthschaftlicher Vereine wie der einzelnen Mitglieder in ihrem engeren Kreise, noch unendlich viel zum verständigeren Betriebe der Landwirthschaft und zur besseren Bebauung des Bodens geschehen, hierdurch aber dem allgemeinen Wohlstand die festeste Grundlage ge- schaffen werden kann. 1 1 a ° Der landwirthschaftliche Verein im Großherzogthum und sein Organ, landwirthschaftliche Zeitschrift, haben sich diese Aufgabe gestellt. Wrr hoffen, daß Sie und die Ortsvorstände überhaupt dieselbe in wohlverstandenem Interesse ihrer Gemeinden nach Kräften fördern helfen, und fordern Sie insbesondere auf sowohl für den Beitritt einzelner Privaten dazu thätigst zu wirken, als auch da, wo die Gemeinden noch nicht als solche beigetreten sind, die Ortövorstände zur Erklärung dieses Beitritts zu veranlassen. — Küchler. Eckstein. Hallwachs. (136) 48 Gerichtliche und Privat - Bekanntmachungen. Besondere Bekanntmachung. 130) Gießen. Bekanntmachung. Die Vergütungen für die am 23. October, 12., 14., 16., 19., 24. und 27. November, 1. bis 7. und 9. bis 11. und 14. Decem-- ber 1850 dahier verpflegten königl. preuß. Truppen sind in den ersten 8 Tagen gegen Vorzeigung der Billette bei der Stadtkasie in Selbstperson in Empfang zu nehmen, indem Dritte vorschriftsmäßig nicht gültig qnittiren können. Gießen am 20. Januar 1851. Der Stadtrechner Enders. 129) Gießen. Bekanntmachung. Die Schulgelder vom IV. Quartal 1850 sind binnen 8 Tagen zur hiesigen Stadtkasie zu bezahlen. Gießen den 20. Januar 1851. Der Stadtrechner Enders. Versteigerungen. 132) Grün berg. Versteigerung von Straßenarbeiten. Die zur Unterhaltung der Straßen im Baubezirk Grünberg für das Jahr 1851 erforderlichen Arbeiten, bestehend in: 1) Steinbrechen, 2) Steinsahren, 3) Stcinschlagen und 4) Handarbeiten sollen an den nachbemerkten Tagen und Orten, jedesmal Vormittags 10 Uhr, an die Wenigst- sordernden öffentlich versteigert werden. Mittwoch den 29. Januar, in dem Rathhaus zu Grünberg, für die Straßen von Lindenstruth über Grünberg gegen Schellnhausen, und von Grimberg gegen Hungen. Donnerstag den 3 0. Januar, in der Wohnung des Gastwirlhs Müller zu Geilshausen, für die Straße von Grünberg über Londorf bis zur Kurhessischen Grenze. Freitag den 31. Janu ar, in der Wohnung des Gastwirths Erb zu Atzenhain, für die Straße von Homberg nach Grünberg. Samstag den 1. Februar, in dem Rachhaus zu Laubach, für die Straße vom Hessenbrücker Hammer über Laubach gegen Schotten. Edictalladung. 2642) Oe Grünberg. öffentliche Aufforderung. Johannes Hönig von Lehnheim beabsichtigt nachverzeichnete Liegenschaften: I/l3l Vir, i/322 l/al? Wllo OI/i,29a =%3 5% 32%! 321/4 ss7/4 7,7.s V/ VI/6O VI/,8 vn/46 yiii/3! XI/ 689/ 263.,/ 280/ 671/ 269a/ 534/ XI/2g 537s XU/,» *710 XI/,8 57i vi/97 276/ /31 ix/36 222/ /91 x/2 145/ '1 8 XI/292 828/ / 6 gegen ein aufzunehmendes Capital zu verpfänden. Er will dieselben von Heinrich Horst's Eheleute zu Lchnheim erworben haben, vermag aber Erwerbsurkunden weder auf seinen, noch der Heinr. Horlt's Eheleute Namen lautend, vorzulegen. Eigenthums- oder sonstige Ansprüche an diese Liegenschaften sind um so gewisser binnen 60 Tagen, vom ersten Erscheinen dieses in diesen Blättern, dahier vorzubringen, als sonst Johannes Hönig als Eigenthümer angesehen, ihm die dcsfalls erforderliche ' gerichtliche Bescheinigung ertheilt, und die Schuldurkunde, worin er die Verpfändung der Liegenschaften beabsichtigt, gerichtlich bestätigt werden wird. Grünberg den 19. December 1850. Gr. Hess. Landgericht daselbst. 49 Grünberg den 16. Zanuar 1851. Der Gr. Hess. KreiSbaumeister des Baubezirks Grünberg o a k. Montag den 3. Februar, in der Wohnunq des Gastwirths Geiß zu Ruppertenrod, für die Straßen von Grünberg nach Schellnhausen, unv von Ruppertenrod über Ulrichstein bis zum Einschnitt in die Straße von Schotten nach Herbstem. D Lenst ag den 4. Februar, in der Wohnung des Gastwirths Hofmann zu Freienseen, für die Straße von Flensungen über Freien« feen nach Laubach. Mittwoch den 5. Februar, im Gasthaus zum Hessenbrücker Hammer, für die Straßen von Grünberg gegen Hungen, und vom Hessenbrücker Hammer gegen Lich. Do nnerstagden 6. Februar, im Gasthaus zum Engel in Lich, für die Straßen vom Hessenbrücker Hammer über Llch gegen Butzbach, und von Steinbach über Lich gegen Hungen. Freitag den 7. Februar, in der Wohnung des Gastwirths Buttron zu Hungen, für die Straßen von Nonnenroth über Hungen nach Berstadt, und von Langsdorf nach Hungen. 104) Gießen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Donnerstag den 23. Januar l. I., von Morgens 9 Uhr an, soll in dem hiesigen Stadtwalde, District Anna- berg, Brauhof, Jungfernholz und Hundseck — Faulerboden, Diefenbach und Brunftacker, nachverzeich- neles Holz öffentlich versteigert werden: 3274 Stecken buchen Scheidholz, 28% 68% u II „ Prügelholz, « Stockholz, 3405 Wellen „ Reisholz, 64% , Stecken eichen Scheidholz, 99% II „ Prügelholz, 103 n „ Stockholz, 3675 Wellen n Rciöholz, 1330 II fiepten ii 1375 II dorn und weiden Reisholz, 25 II erlen Reisholz, 210 eichen Stämme, von 3812 Cubikf., 3 buchen „ ~ von 119 II 301 eichen Stangen, von 608 II 7' buchen ir von 6 % II 2 birken „ von 4 II 173 stchten „ von 143 II 2 eichen Pflugsreh, 6 II Pflugswellen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zah. lungsfrist bis 24. Juni d. I. gestaltet. Die Zusammenkunft ist am Lumpenmannsbrunnen. Die Herren Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen am 15. Januar 1851. Der Bürgermeister Hch. Ferber. 131) Leihgestern. Freitag den 24. Januar l. I., des Morgens 9 Uhr, sollen im Leihgesterner Gemeindewald nachstehende Holzsortimente versteigert werden: 1) 2 Stecken Buchen-Scheidholz, 2) 3 " « Prügclholz, 3) 7 „ Eichen-Scheidholz, 4) 9 " „ Prügelholz, 5) 66% " « Stockholz, 6) 4850 Gebund „ Reisholz, und 7) 1000 „ Weichholz-Reiser, sowie 8) 40 Stück Eichcn-Baustämme, von 10 bis 18 Zoll Durchmesser und 15 bis 35 Fuß Länge. Der Anfang wird an der Rehheck gemacht. Leihgestern am 17. Januar 1851. Der Bürgermeister Heß.______ 135) Gießen. Die Lieferung von wollen Tuch für die Stadt Gießen. Das zu den Mänteln der Nachtwächter und den Uniformen der Feldschützen erforderliche Tuch, bestehend: „ , 1) in 787, Ellen dunkelgrauem wollenen Tuch, veranschl. zu 1 st. 50 kr> per Elle, 2) in 1% Ellen hellblau wollenem Tuch zu Krägen, veranschl. zu 3 st. 10 kr. per Elle, 3) in 3374 Ellen naturgrau wollenem Tuch von 87, Viertel Breite, veranschlagt zu 2 st. per Elle, 4) in L7r Ellen dunkelgrauem wollenen Tuch, zu Krägen und Aufschlägen, veranschlagt zu 2 fl. 21 kr. per Elle, KM 50 soll im Soumissionswege angeschafft werden. Offerten für diese Lieferung sind mit den nöthigen Proben versehen, bis zum 25. l. Mts. verschlossen hier einzureichen. Später einlangende können nicht berücksichtigt werden. Die Eröffnung der Offerten erfolgt am 27. Januar, Vormittags 9 Uhr, zu welcher die Interessenten sich einfinden können. Gießen den 17. Januar 1851. Der Bürgermeister Hch. Ferber. 134) Langgöns. Jagdverpachtung in Langgöns. Dienstag den 17. Februar d. I., Vormittags 10 Uhr, soll auf dem Gemeindehaus in Langgöns die Ausübung der Jagd in der Gemarkung Langgöns, ungefähr 6100 (^Morgen enthaltend, auf 6 Jahre unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen verpachtet werden. Langgöns den 20. Januar 1851. Der Bürgermeister Dern. Feilgeboten. 138) Münster. Haus-Verkauf. Ein in Münster bei Lich gelegenes zwei- ^iges Wohnhaus, 47 Fuß lang und 36 L=Ld-5uf; tief, steht auf den Abbruch zu verkaufen. Dasselbe ist mit Ziegeln, die Firsten und Borden mit Schiefern gedeckt. Sämmtliche Thüren, Fußböden, Fenster tc. sind in sehr brauchbarem Zustande. Sollte dasselbe bis den 4. März l. I. nicht aus freier Hand verkauft werden, so wird cs auf diesen Tag einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden. Die Bedingungen zu dieser Versteigerung werden vorher verlesen werden. Das Nähere erfährt man bei Georg Dörr II., ___in Münster bei Lich. 128) Gießen. Frische Kreppel sind täg- lich zu haben bei H. D. Noll im Sterm 127) Gießen. 6 bis 8 Malier gelbe Kar- toffeln, sowie ein Haufen Dünger, sind zu verkaufen. Ausgeber d. Bltts. sagt wo. 125) Frankfurt a. M. Steinkohlen-, Gyps- und Holz-Lager. Fette Stückkohlen erlasse ich den Zoll-Centner, ä 1 fl 12 fr., ferner bestes Fettschrot (zu Kessel-, Heerd- und Ofenbrand) und schweres Schmiedegries zu den billigsten Preisen. Auch empfehle ich mein Lager in Gyps zum Düngen, und übernehme die Lieferung per Eisenbahn an alle Stationsorte. Mein Holz-Lager bringe ich in bekannter ausgetrockneter Waare in empfehlende Erinnerung. Friedrich Becker in Frankfurt a. M, Friedberger Chaussee Nr. 22, von der Warte aus das erste Haus links, und von der Stadt aus das letzte Haus rechts. el37) Gießen. Die galvano-electrischm Ketten von Z. sind ein seit Jahr und Tag tausendfach bewäbrtes Heilmittel gegen nervöse, rheumatische und gichtische Leiden aller Art, als: Gesichts-, Hals- und Zahnschmerzen, Kopf-, Hand-, Kniee- und Fußgicht, Ohrenstechen, Harthörigkeit, Sausen und Brausen in den Ohren, Brust-, Rücken- und Lendenweh, Gliederreißen, Krämpfe, Lähmungen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit re. und werden nach wie vor in Gießen mir allein bei Carl Frech in ihrer ursprünglichen, bisher unübertroffenen Form und Zusammenstellung ächt und zu den festgestellten Fabrikpreisen (a Stück mit Gebrauchsanweisung 1 Rthlr., stärkere 1 Rthlr. 15 Sgr., einfache Sorte 15 Sgr., in doppelter Construction (gegen veraltete Liebet anzuwenden) ä 2 Rthlr. und 3 Rthlr.) verkauft. Diese Gold b erg er'scheu Ketten sind patronifirirt von Sr- Majestät dem Kaiser von Oesterreich und coneessiouirt von den Hohen Ministerien der Medicinal-Angelegenheiten in Preusten und in Bayern; ebenso sind sie geprüft und empfohlen von der Medicinischen Facultät in Wien und von vielen Hundert renommirten Aerzien aus den verschiedenen Ländern Europa's; es verdient daher dieses berühmte Heilmittel mit vollem Rechte das Vertrauen, welches man ihm schenkt. Eine gedruckte Broschüre mit ntebr denn Ein Tausend amtlich beglaubigten Attesten über die heilkräftige Wirksamkeit dieser leicht anwendbaren elektrischen Ketten von achtbaren Personen aller Stände wird in dem obenbe- nanuten Depot unentgeldltch ausgegeben. 51 Zu vermiethen. 115) Gießen. In meinem von Hrn. Prof. Dr. V i r bewohnten Hause, ist die obere Etage, bestehend: in 6 Stuben, 2 Kabinetten, Mägdekammer, Küche, Keller, Holzstall, Waschküche und verschließbarem Garten zu vermiethen und im März zu beziehen. Christian Löber, in der Neustadt. 94) Gießen. Der seither von Herrn Assessor Harb ort bewohnte 3. Stock in meinem Hause ist anderweit zu vermiethen und kann auf Verlangen sogleich bezogen werden. M. Bapst Wtw. 63) Gießen. Eine Familienwohnung ist zu vermiethen bei Sattler Senner. Vermischte Nachrichten. WWWAWWWMEWMWWWW 8 96) Gießen. Der 7. Band 8 ® von Schillerns Werken, I. G. M W Cotta'scher Verlag, Stuttgart und W W Tübingen 1838, wird zu kaufen ge- W M sucht. Näheres bei der Erped. d. Bl. || «MAUWWWWWAWWWEMW 126) Gi eß en. Man sucht in das Ausland ein sittliches, nicht ganz ungebildetes Mädchen, welches Kleider machen, bügeln und srisiren kann. Näheres bei der Ex- peditiun dieses Blattes. 51) Gießen. Allgemeine Militär - S'tellvertretungs - Anstalt von Carl Schwarz in Darmstadt, Rheinstraße Lit. E. 5. Die Statuten der sich in obiger Anstalt bildenden Assecurranz-Gesellschaft pro 1851, welche bereits schon eine größere Anzahl Mitglieder zählt, können bei mir in Empfang genommen werden und lade ich die Betheiligten zum alsbaldigen Beitritt hiermit freundlichst ein. NB. Die Einlage ist auf 173 st. herabgesetzt. Der Agent I. G. Appel. 133) Gießen. Allgemeine Militär - Stellvertretungs- Anstalt für das Großherzogthum Hessen. Vorsteher: Dr. jur. Friedrich Vogel. — Lauti ml 40,000 fL — Hauptbüreaur Darmstadt Grasenstraße E. 158. Zu der 1851r Assecurranz-Gesellschaft sind bereits nahe 100 Anmeldungen erfolgt; in dieser zahlreichen Betheiligung während der kurzen Zeit von Mitte December bis jetzt liegt wohl die sicherste Anerkennung der Wortheile, welche die Einrichtung der Anstalt den Betheiligten darbietet; in wenigen Tagen wird die Zahl 100 erreicht sein und alsdann satzungsmäßig die Auswahl des Ausschusses stattsinden. Zu weiteren Beitritts-Erklärungen ladet ein der Geschäftsführer der Anstalt Franz Peppler zu Gießen. 50) Frohnhausen. Regelmäßige Fahrt zwischen Frohnhausen und Gladenbach für Personen und Güter. In Folge der hergestellten Verbindung zwischen Gießen und Frohnhausen hat sich das Be- dürfniß einer Kommunikation zwischen hier und Gladenbach dargestellt. Um diesem Bedürfniß abzuhelfen, werde ich vom 15. d. M. an, 3mal in der Woche, nämlich: Montag, Mittwoch und Freitag nach Ankunft des ersten Eiscnbahnzugs von Gießen einen Wagen, mit welchem Güter und Personen befördert werden, nach Gladenbach abqchen lassen und der zum Anschluß an den ersten Zug nach Gießen um 12 Uhr wieder dahier eintrifft. Ein verehrliches Publikum bitte ich, mich in meinem Unternehmen, durch Benützung dieser Gelegenheit zu unterstützen. Frohnhausen im Januar 1851. C. Biskamp. 52 1391 Gieß en. Ausspielung von Oelgemälden aus dem Nachlasse des Malers Gast au er. Der Unterzeichnete zeigt hiermit an, daß die Ausspielung der hinterlassenen Oelgemälde des Malers Gastauer nun zum Besten der Kinder des Verstorbenen stattfindet und ladet daher besonders die Freunde, Bekannten des Verstorbenen zu kräftiger, Theilnahme an der Verloosung ein. Die Bilder sind von Hrn. Maler Trautschold zu Sechshundert Gulden tarirt und in vierund- fünfzig Preise eingetheilt, die vermittelst Zweitausend Loosen, pr. Loos 18 fr., unter polizeilicher Aufsicht ausgespielt werden. Die Oelgemälde können in meinem Hause, Lindenplatz Lit. A. Nr. 176, täglich eingesehen werden. Gießen den 18. Januar 1851. Louis Großmann, Büchsenmacher. 77) Gieße n. D rußheilender Teig des Herrn George, Apothekers zu Epinak. Brnsttäfelcherr von Süßholzsaft und Gummi, die bei der Ausstellung der Produkte der Pariser Industrie, vom 5. Juni 1843, zugelassen wurden, als sehr wirksam anerkannt, und durch sämmtliche Aerzte anempfohlen, als daö beste Mittel wider die Hals - und Brustbeschwerden und Entzündungen, welche bekannt sind unter den Benennungen: Schnupfen, Heiserkeit, Katarrhe, Keuchhusten, Seitenstechen k. Dieser Teig hat einen sehr angenehmen Geschmack, er stillt den Husten und erleichtert das Ausspeien; er bietet vor allen Mitteln den Vortheil, daß er nicht erhitzt. Da dieser Teig kein Opium enthält, so kann er niemals schaden. Er ersetzt die Brusttisane und eignet sich besonders für diejenigen Personen, die sich selbst besorgen wollen, ohne ihre Geschäfte oder Reisen zu unterbrechen. Die zahlreichen Zeugnisse von den Aerzten, welche dieses Mittel angewandt, die glücklichen Wirkungen desselben zu erproben, sowie der gute Ruf, dessen es seit 10 Jahren genießt, zeugen hinlänglich von der Vorzüglichkeit dieser Brusttäfelchen, für welche ihm mehrere ehrenwerthe Belohnungen zuerkannt worden sind. „Die französische Industrie-Akademie hat in ihrer allgemeinen Sitzung vom 20. Juli „1843 eine silberne Ehrenmedaille dem Hrn. Georg«, Apotheker zu Epinal, zuerkannt, für die „Vervollkommnung in der Zubereitung seines vorzüglichen Brustteiges, dessen schätzbare Eigenschaften durch die mit der Prüfung beauftragte Kommission dargelhan worden ist." Gebrauchs-Anweisung. Jedesmal, wenn man einen Reiz zum Husten oder zum Ausspeien verspürt, nimmt man ein oder zwei Täfelchen in den Mund und läßt sie darin zergehen, für kleine Kinder kann man sie auch in etwas warmem Wasser oder in Brusttisane auflösen. In ganzen Schachteln ä 1 ft. und in halben Schachteln ä 30 fr. stets vorrälhig bei W. Z « r b « ch. Angekommene und abgereiste Fremden vom 17. bis 19. Januar 1851. I n den G a st h ä u s e r n. im Einhorn Hr. Brunner, Partik. v. Frankfurt. £>rn. Kfi. Kaufmann v. Mannheim, Mayer v. Wien, Schwarz v. Frankfurt, Köllncr^v. Mainz, Hocket v. Stuttgart, Wollmann v. Leipzig, Savike v. Pforzheim, Bossow v. Stuttgart, Fels v. Halle, Wiener v. Großgerau, Herz v. Wetzlar u. Schulz v. Frankfurt. Hr. Schmidt, Schmied v. d. Christianshütte. Hr. Krämer, Hüttenarb. v. Wirbelen. Hr. Kehlreuter, Fabrik, v. Elberfeld. Hr. Hecker, Stud. v. Marburg. Hr. Wetzler, Partik. v. Weilburg. Hrn. Kff. Griesbauer y. Mainz, Schneider v. Crefeld u. Steinberger v. Cöln. Im Rappen: Hr. Ladenburger, Bijout. v. Pforzheim. Hr. Broock, Ingen, v Cassel. Hr. Forstborn, Hosrath v. Frankfurt. Hr. Basler, Rent. v. Neustadt. Hrn. Fabrik. Engelhardt v. Cöln u. Scheuer v. Offenbach. Hr. Jarroche, Rent. v. Berlin. Hr. Hahle, Banqu. v. Cassel. Hr. Wunderlich, Znspect. v Frankfurt. Hr. Wollhäuser, Rent. v. Neustadt. Hrn. Kfl- Hofmann v. Benroth, Müller, MaiSner u. Rensen v. Frankfurt, Reinhard v. Nürnberg, Rudolphi v. Bamberg u. Schneider v. Magdeburg. Hr. Trapp, Ober-Med.-Nath v. Homburg. Hr. v. Lenf, Major v. Limburg. Hr. Drehling, Maler v. Gotha. Hr. Gastell, Fabrik, v. Mainz. Hr. Andreas, Schachmstr. 53 v. Lollar. Hrn Kfl. Stahl v. Erfurt, Albrecht v. Mainz, Loos v. Sprendlingen, Kaufmann v. Melsungen, Wolf v. Frankfurt, Jovint v. Paris, Orlamünd v. Weisenfels u. Obermesser u. Hofmann v. Mühlhausen. im Prim. Carl: Hr. Borger, Spedlt. v. Offenbach. Hr. Lönker, Schrein, v. Braunfels, Hr. Schwarz. Stud. v. Jena. Hr. Weith, Fabrik, v. Weimar. Hr. Kern, Oecon. v. Fulda. Hrn. Kfl. Herling v. Darmstadt, Melach v. Stuttgart u. Bernhard v. Wiesbaden. Hr. Bein, Wcinhändl. v. Mainz. Hr. Pfeiffer, Arzt v. Stromberg. Hr. Nathan, Weinhändl. v. Bingen. Hr. Lautenschläger, Zimmermstr. v. Darmstadt. Hr. Lest, Oecon. v. Aschaffenburg. Hr. Scheuer, Fabrik, v. Offenbach. Hr. Hohler, Privatm. v. Frankfurt. Hr. Biederbeck, Handlungsd. v. Dresden. Hr. Rau, l)r. med. v. Jena. Hr. Feuerstein, Privatm. v. Cassel. Hrn. Kfl. Engelmann v. Mainz, Krombach v. Würzburg u. Daubenspeck v. Aachen. Hrn. Kfl. Levi v. Bingen, Heß v. Düsseldorf, Lendel v. Dresden, Speck v. Bamberg u. Köhler v. Heidelberg. Hr. Mapper, Oecon. v. Biedenkopf. Hr. Herber, Apothek. v. Heidelberg. Hr. Scheuermann, Gastw. v. Cöln. Hr. Spindler, Partik. v. Berlin. Hr. Gredt, Maler v. Frankfurt. Hr. Krauß. - Fabrik, v. Metz. Hr. Bommler, Stud. med. v. Göttingen. Im Darmstaedter Haus - Hrn. Geschäfts!. Adam v. Arnsberg, Markgraf v. Rimcn, Diller v. Vilbel, Keller v. Kirchheimbolanden, Becker v. Petterweil, Köhler v. Rothenburg u. Bcißler v. Münchhausen. In den Privathäusern. Bei Hrn. Regierungsrath Müller: Hr. Völcker, Oberger.-Rath v. Marburg. — Bei Hrn. Tabaksfabrik. Gail: Hr. Ar, Kfm. v. Rhepdt. — Bei Hrn. Hom- beiger: Hr. Seckel, Kfm. v. Dietz. — Cours der Staats-Fapieri e. Frankfurt, den 20. Januar 1851. (Schluss der Börse.) pCt. Papier Geld 1 pCt. Papier G eld Gestreich . . Metalliq. Obligat. . . 5 73*4 73 Baiern . . . Obligationen..... 3*4 847. 84*/, „ ditto ditto . . . 4*4 63*716 63**/18i Würtemberg Obligationen b. Roths. 3*4 85*4 847, „ ditto ditto ... 4 57*/, „ Bank-Actien ..... 1077 ,, fl. 250 Loose b. Roths. 88 „ fl. 500 „ ditto 1657, 565/J ss 1072 1 Nassau . . . 87*4 155*4 Neue Würtemberg. 4*/, Obligationen b. Roths. 3*4 ditto ditto fl. 25 Loose..... 98% 98*/e 90 — 257. 25*4 ,, Bethmann. Obligat. 4*/, — „ ditto ditto — — Frankfurt. . ' ; 33 Obligationen..... 3 ditto v. 1839 3*4 82*/, 81*4 94’/. 94*/, Preussen . . Staatsschuldscheine 3*4 85-*/, ,, Prämicnschcine — 81*4 12t ditto v. 1846 3*4 Taunusbahnactien . . 92*/, 92 297 295 Darmstadt . fl. 50 Loose ..... 747, ,, :fl. 25 ditto...... 28*/, 73’4 Holland. .'. 28 Integrale....... 2’4 Holländische ..... 4 57 56*4 „ Obligationen..... 3*/, 87*4 87 Syndicats....... 3*4 —— — „ ditto....... 4 91 „ ditto....... 4*4 96*4 90*4 Spanien . . . 96 Polen .... Innere Sch. neue Obi. 3 fl. 300 Lott. Loose Rth. 323/i, 32*4. Baden .... Obligationen v. 1842 3*4 83*4 „ Ifl. 50 Loose..... 53’4 831/* 99 533/8 \ Russland . . Obligationen de fl. 500 4 in R. fl. 2. b. Grün, et C. 81*4 81*4 „ 1 fl. 35 Loose v. 1845 32*4 32*/,! ditto b. Stieglitz et C. 4 • — — «old. fl. kr. Silber. fl. kr. Diverse Actien und Loose. Brief Geld Pistolen....... Pr. Friedrichsd’or . Holl. 10 fl. Stücke . Rand-Ducaten . . , 20 Francs-Stücke . Engi. Souverains . . Gold al Marco . . . 9 9 9 5 9 11 372 29*4 56 39*4 33 22*4 40 Laubth., ganze . . . Preuss. Thaler . . . 5 Frankenthaler . . Hochhaltig Silber . Gering- u. mittelh. 1 2 28 45*4 20*4 Kurhessische Loose . . . Sardinische Loose .... Cöln-Aachen........ Cöln-Minden........ Ludwigsb.-Bexbach .... Frdr.-Wilhs.-Nordbahn. . 31*4 33*4 80*4 36*/, 31 33*4 80 36 Disconto 2 Geld. A. Sulzbach, beeid. Makler. Zur Unterhaltung und Belehrung. Mittheilungerr über Texas. (Aus einem Briefe des Pastors Ervendberg.) --Durch Umstände veranlaßt, ging ich darauf (nachdem Ervendberg schon vier Jahre lang in Teras ansässig war) mit den ersten Emigranten des Vereins zum Schutze deutscher Einwanderer nach Westen, nach Ncubraunfels. Ich habe das erste Haus nicht blos entstehen sehen, ich habe es selbst gebaut, denn die unentschlossene Langsamkeit des Deutschen, besonders da er hier im Fette schwamm, zeigte sich auch hier in der ersten Zeit. Braunfels liegt am Fuße der Gebirge in einer wahrhaft romantischen Gegend, ist reich an herrlichem Boden, an Holz und dem schönsten- Wasser in der Welt. Von dieser ober» Gegend des Landes willst Du besonders hören, da Deine Absicht ist, Dich in demselben niederznlassen, weil Du nach allen bisherigen Nachforschungen diese Gegend als die beste und passendste für Ansiedelungen erkannt hast; daher will ich denn zu meinen früher» Briefen noch soviel hinzufügen, als nöthig ist, um Dir ein deutliches Bild von Allem zu geben, was hier ist und wie es ist. Ich will nichts von der Größe des Unternehmens des Vereins, nichts von dessen Ausdehnung, nichts von seinen im Ganzen großen Resultaten und wie nur und mit welchen ungeheuren Mitteln dasselbe bisher geführt werden konnte, nichts davon reden, wie undankbar diejenigen Menschen sind, welche dies heute nicht anerkennen, da sie jetzt reich und begütert sind, sondern blos von dem, wie es heute ist. Etwa 500 Seelen kamen im Frühjahr 1845 hier an, gestützt auf die Mittel des Vereins. Im ersten Jahre sah man Gärten und Häuser entstehen, nach und 54 nach rundete sich die Stadt ab und schloß sich mehr und mehr zu einem Ganzen, und jetzt nach vier Jahren sind alle Straßen belebt und bebaut, schöne Häuser, zwei Kirchen und Schulen, Handwerker jeder Art, Kaufleute unv alle Bequemlichkeiten des Lebens in vollem Maße zu finden. Vergnügen und Feste nach deutscher Weise sind gewöhnlich, überhaupt ein Gedeihen des Ganzen, wiewohl nirgend augenfälliger als hier. Woher kommt dies? Aus den Mitteln, welche der Verein hier vorschoß, aus der guten Lage und dem herrlichen Boden und aus der Thätigkeit seiner Bewohner. Du willst nun wissen, was Du bei Deiner Ankunft zu thun und wie Du dich zu verhalten, und was der Fragen mehr sind. Freilich ist ein Rath darin nicht ohne Schwierigkeit; denn ich weiß nur zu gut, daß Du und Alle in Deutschland sich unsere Verhältnisse nicht deutlich genug vorstellen können; daß die guten Rathschläge häufig so verschieden und widersprechend sind, und daß ihr gerade dann entweder gerade das Verkehrte ergreift, oder euch selbst zu rathen am Besten haltet und dann meistens fehl geschossen wird. Unter den Handwerkern sind Schmiede, Stellmacher, Tischler, Zimmerleute stets in Nachfrage. Es sind in Braunfels z. B. sechs Schmieden, von deren Besitzern, soviel ich weiß, keiner Vermögen bei seiner Ankunft hatte. Jeder derselben besitzt jetzt Haus und Stadtplatz nebst Werkstätte, außerdem noch Einige von ihnen Farmen und Vieh und mehrere ohne Zweifel noch Geld im Kasten. Auf diese Weise könnte ich bei allen Handwerkern das Wohlergehen nachweisen. Die Kaufleute sind fast zahllos; wo Kaufleute sind, da müssen doch auch Käufer sein, und wo Käufer sind, da muß auch Geld sein denn — bekanntlich verschenken die Kaufleute nichts — und wo Geld ist, muß auch Verdienst, um Geld zu erwerben, sein. Aber wie köstlich liegt auch die Stadt: an der Hauptstraße von Osten nach Teras, nach dem Westen nach Meriko, ja nach Kalifornien; hier kreuzen sich täglich zwei Fahrposten, täglich ziehen Reisende durch; alles dies trägt natürlich dazu bei. Was man sogern sagt: es müsse hier Alles sehr theuer sein, so könnte solches Gerede dadurch sehr bald widerlegt sehn, wenn man sagt: es ist hier auch mehr Verdienst; und daher können die Leute auch mehr zahlen; jedoch jenes Gerede ist nicht einmal wahr, aber wahr ist, daß der Tagarbeiter hier täglich %—% Dollar (16 Sgr. bis 1 Thlr.) verdient, nebst Beköstigung, daß Handwerker, wenn sie bei Tage arbeiten, gewöhnlich 1 Dollar 75 Cent (1 Thlr. 10 Sgr. bis 1 Thlr. 25 Sgr.) verdienen; geht zur Genüge daraus hervor, daß z. B. ein Fenster fir und fertig 7 Dollar kostet, eine Thür 5 Dollar beim Tischler, daß der Schmied sich ein Hufeisen mit ’/2 Dollar, sage 20 Sgr., bezahlen läßt. Solche Preise müssen wir noch heute zahlen, obgleich alles andere verhältnißmüßig sehr billig ist. Aber noch mehr: Wohin wird und muß der Strom der Auswanderung von Deutschland sich ziehen? Nur nach dem Westen von Teras, wenn man nur erst alle die Vortheile des Landes hinreichend erkannt hat. Dann .können wir aber noch lange Jahre an den Emigranten bei seiner Ankunft unsere Producte verkaufen. Doch noch mehr: Was werden wir in Zukunft produciren? 1) Waizen, um das untere Land von Teras, wo er nicht gezogen werden kann und wird, um die Zucker- und Baumwollenpflanzer damit zu versehen. 2) Rindvieh in unfern schönen und herrlichen Prairien, um Westindien, unfern natürlichen Absatzpunkt und den Markt von New-Orleans, damit zu versehen. 3) Schafe, um dem Norden und Süden feine und gute Wolle zu senden. 4) Tabak für uns, selbst für euch in Deutschland. 5) Wein, wozu bereits viele versprechende Anlagen gemacht, und der hier ereellent gedeiht. 6) Seide. Sollte dieser Betrieb nicht besonders auf dieses Land hingewiesen sein, da die Maulbeere hier wild in den Wäldern wächst und sich sogar ein Seidenspinner in der Wildniß findet? Ich mache mit dem Seidenbau im nächsten Jahre einen Anfang , wahrscheinlich der erste Versuch in dieser Gegend, und ich bin überzeugt, er wird sehr bald Nachahmer finden. Niemand wird mit jenen von uns gelieferten und besonders für Ausfuhr bestimmten Artikeln coneur- riren können; die Entfernung zur See ist keine Entfernung; daher behaupte ich: der Westen von Teras ist geborgen, er wird stets einen Markt für Das, was er producirt, finden. Es läßt sich freilich nicht leugnen, daß in Teras, wie in anderen Ländern, auch fchlechtes Land sich findet; aber wer soll und muß denn auf dem schlechten Lande wohnen? Und wenn Du klug bist und mich hören willst, so achte darauf, daß es besser ist, ein gutes Stück Land zu haben, welches von schlechtem umgeben ist, als eben solches von lauter gutem umgeben. Jetzt wirst Du feen: „Da gibst Du mir aber thörichten Rath." Und doch ist dies meine wahre Meinung. Denn das gute Land wird, besonders an bedeutenden Straßen, gewöhnlich sämmt- lich in Cultur genommen, die Leute kommen zu nahe Einer an den Andern und das hindert die Viehzucht vielfach in der leichten Weise, wie sie hier getrieben wird, wo man alles Vieh: Schweine, Scbase, Kühe, Pferde frei und ungehütet, Sommer und Winter, umherlaufen läßt, der Ernte von Winterfutter für das Vieh bedarf es nicht, da dasselbe zu jeder Jahreszeit reichliches Futter im Freien findet. Hast Du aber fchlechtes Land neben deinem guten, fo kommt Dir Niemand in die Nähe, Dein Vieh hat Mehr Raunt, braucht nicht so weit nach Futter zu gehen und hat für immer Weide in der Nähe. (Fortsetzung folgt.) Druck und Verlag der G. D. Brühl'schm Buch- und Steindruckerest