Anzeigeblatt 185»; Sonnabend den 26. -vctober M SG Auswärts abonnirt man sich bei allen Postämtern. In Gießen bei der Erped. (Eanzleiberg Lit, B. Nr. 1.) — Einrückungsgebühr für die gest>altene CorvuSzeile 2 kr. Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwoch und Sonnabend. — Preis des Jahrgangs für Einheimische st. I 30 kr., für Auswärtige incl. Postaufschlag 1 st. 42 kr. der Stadt und des Regierungsbezirks Amtlicher Theil. Auszug aus dem Großh. Regierungsblatt: Nr. 51 vom 19. October 1850: Inhalt: 1) Bekanntmachung, die Wahl der Abgeordneten zur ersten Kammer der außerordentlichen Stände-Vcrsammlung durch die höchstbefteuerten Grundbesitzer bctr ; — 2) Bekanntmachung, den Solzpreistarif für die Gr Domanial- waldungen betr.;—3) Bekanntmachung, die Communalumlagen für ts5o in der Gemeinde Obcrschmitten, Regierungsbezirks Nidda, betr.; — 4) Bekanntmachung, die Erhebung der Umlagen zur Bestreitung der Communal- beduifniffe in der Gemeinde Partenheim für 1850 betr ; — 5) Namensveränderung ; — 6) Dienstnachrichten; — 7) Characierverleihung; — 8) Dienstentbindung; — 9) Versetzung in den Ruhestand; — 10) Coneurrenz- eröffnungen; — 11) Sterbfall. Bekanntmachung, die Wahl der Abgeordneten zur ersten Kammer der außerordentlichen Staude-Versammlung durch die höchstbesteuerten Grundbesitzer betreffend. Zum Behuf einer vollständigen Aufzeichnung der nach Art. 3, Nr. 1 der Verordnung vom 7. d. M. bei der Wahl von Abgeordneten zur ersten Kammer der Stände stimmberechtigten Staatsbürger ist eS erforderlich, zuverlässige Kenntniß davon zu erlangen, welche Beiträge an Grundsteuer von Einzelnen wegen Besitzes in verschiedenen Gemarkungen entrichtet werden. Es werden deshalb Diejenigen, weiche außer der Gemarkung ihres Wohnorts Grundsteuer zu entrichten haben und darthun zu können glauben, daß sie bei deren Zurechnung den Fünfzig wegen eigen# thümlichen oder nutznießlichen Grundbesitzes Höchstbesteuerten, wenigstens 25 Jahre alten, Staatsbürgern im Großherzogthume beizuzählen sind, — hiermit aufgefordert, über die geltend zu machende Steuerent- richtnng binnen 14 Tagen, vom Erscheinen dieser Bekanntmachung im Regierungsblatte an, dem ©teuer# Commissär des Bezirks, zu welchem der Wohnort gehört, durch Vorlegung von Steuerzetteln oder Register- Auszügen, Nachweisung zu ertheilen. Hierzu wird jedoch bemerkt, daß nach den bereits vorliegenden Notizen Diejenigen, welche, nach Abzug der Beiträge zu den Kosten für den Neubau von Provinzialstraßen, an Grundsteuer weniger als 200 Gulden jährlich entrichten, nicht erwarten dürfen, zu der Zahl der Stimmberechtigten zu gehören. Es wird ferner angefügt, daß diejenigen Staatsbürger, welche einen festen Wohnsitz im Großherzogthume dermalen nicht haben, aber ihre Stimmberechtigung als Grundbesitzer darthun wollen, die Nachweisung über die von ihnen zu entrichtende Grundsteuer dem Gr. Steuer-Commissär zu Darmstadt unter Angabe ihres Aufenthaltes vorzulegen haben. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nachzukommen unterlassen, würden es sich selbst zuzumessen haben, wenn sie in das Verzeichniß der nach Art. 3, Nr. 1 der Verordnung stimmberechtigten 50 Staatsbürger nicht ausgenommen werden sollten. Darmstadt am 15. Oktober 1850. Großherzoglich Hessisches Ministerium des Innern. v. D a l w i g k. v. Lehmann. 700 Bekanntmachung, dm Holzpreistarif für die Großherzoglichen Domanialwaldungen betreffend. Da der in Nr. 54 des Regierungsblatts von 1848 untcrm 12. September 1848 bekannt gemachte Holzpreistarif, höchster Genehmigung zufolge, auch für das Jahr 1851 in unveränderter Anwendung bleiben soll, so wird dieses in Gemäßheit des §. 3 des Reglements vom 7. December 1840 (Nr. 29 des Regierungsblatts) hiermit bekannt gemacht. Darmstadt den 8. October 1850. Großh. Hessische Ober-Forst- und Domänen-Dlrectwn. P v. Schenck. vdt. Langsdorf. Anstellungen. Maurermeister Conrad Bock von Grünberg wurde am 15. October 1850 als Feuervisitator für den Landgerichtsbezirk Grünberg aus Widttruf bestellt. Polizeiliche Bekanntmachungen. Die Aufrechthaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung betr. Nach einqeholter höherer Genehmigung werden folgende Polizeivorschristen bekannt gemacht: 1) Wer die öffentiiche Ruhe durch Singen, Schreien oder aus sonstige, mißständigen Lärmen verur« sachende Weise, sei es auf der Straße oder in Gebäuden, stört, soll schon deßhalb insofern nicht eine höher verpönte polizeitiche Vorschrift übertreten worden ist, für jeden einzelnen Fall mit einer Geldstrafe von 1 fl. 30 fr. belegt werden. 2) Diejenigen, welche der Aufforderung der Polizeiofficianten zur Ruhe nicht alsbald Folge leisten und das ordnungswidrige Benehmen fortsetzen, verfallen in eine Strafe von 3 bis 5 fl. 3) Wer an einem Zusammenlauf von Leuten (Auflauf), derselbe mag auf offener Straße,, oder in Gebäuden Vorkommen, auch nur einen passiven Antheil nimmt und der besonderen, oder im Allge« meinen erfolgenden Aufforderung der Polizeiofficianten sich ruhig nach Haus zu begeben, nicht augenblicklich entspricht, soll mit 1 bis 3 fl. Geldstrafe belegt werden. 4) Für den Fall der Zahlungsunfähigkeit wird die Geld« in Gefängnlßstrafe verwandelt, wobei 1 fl. Geldstrafe mit 24 Stunden Gefängnis! abzusitzen ist. . . * ..... Gieße,, den 23. Oktober 1850. Der Gr. Hess. Polizei-Commiffar. K L. Nover. Gefundene Gegenstände. Ein Paar wollene Socken, ein kleiner Schlüssel, eine Kindertasche, worin einige Lappen und ein Geldbeutel mit einigem Gelde und einem goldenen Ringe. — Diese Gegenstände können von den recht- mäßiaen Eigemhümern auf dem Gr. Polizeibüreau dahier in Empfang genommen werden. Gießen am 25. October 1850. Der Großh. Polizei-Eommiffar p L. Nover. Gerichtliche und Privat - Bekanntmachungen. Besondere Bekanntmachung. 2268) Gießen. Die Schulgelder fürs dritte Quartal 1850 sind binnen 8 Tagen zur Stadtkasse zu bezahlen. Gießen den 24. October 1850. Der Stadtrechner Enders. Versteigerungen. 2269) G i e ß e n. M a in - W e s e r - E i s enb ah tt. S e c t i o u Gießen. Freitag den 1. November d. I., des Vormittags um 9 Uhr, sollen Erdarbeiten zunächst des hiesige» Bahnhofs, veranschlagt zu 17657 Gulden, durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden. Die'Zusammenkunft ist an der Wieseckbrücke. Gießen am 23. October 1850. Der Gr. Sections-Jngenieur. Eickem cyer. 2247) Gießen. Holzversteigerung im Gießener S>tadtwalde» Montag den 28. October l. I., von Morgens 9 Ubr an, soll in dem hiesigen Stadtwalde, District Neubege — Venusberg, Stclwnmorgen und Zollstockswäldchcn, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden: 20% Stecken eichen Scheidholz, 22% „ n Prügelholz, 35% „ u Stockholz, 701 1090 Wellen eichen Reisholz, 1 Stecken kiefern Scheioholz, 3% „ „ Prügelbolz, 8% „ „ Stockholz, 7246 Wellen u Reisholz, % Stecken fichten Prngelholz, „ „ Stockholz, 2% 132 Wellen u Reisholz, % Stecken erlen Scheidholz, 2 „ „ Stockholz, 31 Wellen » Reisholz, 53 eichen Stämme, von 1537 Cubikfß., 25 kiefern n » 1081 „ 9 fichten „ h 378 » 3 erlen „ // 175 » 1 birken Stamm, „ 25 n 5 eichen Pflugswellen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wild Zahlungsfrist bis 24- Juni 1851 gestattet. Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger Straße am Trieb. Die Herren Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen am 21- October 1850. Der Bürgermeister Hch. Ferber. 2117) Gießen. Montag den 28. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf freiwilligen Antrag der Joh. Heinrich Ferbers Wittwe dahier, die derselben gehörenden Immobilien, als: Flur 19 Nr. [ 73 uKlftr. 735 Acker im Ganswinkel am Mittelweg , neben Ehr. Lang in Kleinlinden, 19 93 472 Acker daselbst, neben Wilh. Burckhardt, Acker daselbst, 19 94 540 19 97 259 Acker daselbst, neben Joh. Phil. Becker, P. S. Wttw., 27 103 431 Wiese in der StephanSmark jenseits der Wieseck auf das Bruch, neben Peter Bergmann, 39 21,22 265 Acker bei der Taubentränke am Waldbrunnen, 39 190,5 424 Acker links am Wiesecker Weg hinter den Gärten, 39 214,15 603 Acker auf die Chaussee, neben Jac. Möhl, 39 216,17 286 Acker, jetzo Garten daselbst, 39 218,19,20 650 Acker daselbst, 40 218 189 Acker, jetzo Garten im Gart- feld, neben G. H. Braun, 41 15 178 Acker, jetzo Gatten auf dem Roth, neben Peter Bergmann, Acker, über dem Roth auf die Rothgärten, neben Bäcker Ernst Wallenfels, 41 35,36 848 41 181 447 Acker zwischen der Marburger und Casseler Straße, neben Rathschöff Seipp, auf dahiefigem Rathbaus öffentlich meistbietend vet« steigert, und bei annehmbaren Geboten die Genehmigung alsbald ertheilt werden. Gießen den 3. October 1850. Der Beigeordnete. Rühl. 2043) Gießen. Bekanntmachung, die Versteigerung der Immobilien des Friedrich Möhl I./Matth. S. zu Gießen betr. Auf freiwilliges Anstehen der Erben des Fried, rich Möhl I. sollen auf hiesigem Raihhause Dienstag den 12. November 1850, Nachmittags 2 Uhr, folgende Immobilien desselben an den Meistbietenden versteigert werden: Flur. Neu Nr. □Älftr. I 417 7 Hofraithe in der Kühgasse, giebi 20% fr. abgcl. Grund tentc, 1155 10 Hofraum mit Stall an der 1 1156 1 Stadtpsorte neben der Bach, mit 20 fr. Grundrente, 6 159 48 Acker an der Weilburger Grenze, giebl 5% fr. abgel. Grundrente, 6 160 48 Acker daselbst, giebt 5% fr. abgel. Grundrente, 6 161 48 Acker daselbst, giebt 6% fr. abgel. Grundrente, 6 162 48 Acker daselbst, giebt 5% fr. abgel. Grundrente, 6 240 64 Acker an der Herrschaftlich Weilburgischen Wiese, mit 6% fr. abgel. Grundrente, 23 95 299 Acker am Schlangenzahl auf den Aulweg, mit 1 st. 24% fr. abgel. Grundrente, 25 149 173 Acker auf der Rodhohl, mit 35% fr. abgel. Grundrente, 26 111 384 Acker in Gütuhersgräbeu, mit 1 ft. 33% fr. abgel. Grundrente, 30 169 203 Acker über der Erdkaut am Weg hinter dem Fluthgraben, 39 170 130 Wiese unter dem Wieseltet Weg, 39 171 276 Wiese daselbst. Wiesecker Gemarkung: Flur. Alt Nr. DStftr. z%7 322%u.3 734 Wiese in der Speck. Die Einsicht der BersteigeruiigSbedingungen steht den Steigliebhabern täglich hier offen. Gießen den 24. September 1850. Der Bürgermeister Hch. Ferber. 762 M Butzbach. Section 2263) zu- und 2231) Main-Weser-Eisenbahn. Butzbach. Section Eickemeyer. Gießen. Montag den 28. d. Mts., des Nachmittags um 2 Uhr, soll auf dem hiesigen Sectionsbüreau die Fundation des Gleises von Abtheilung 38 in der Gemarkung Butzbach bis Abtheilung 71 in der Gemarkung Langgöns, veranschlagt zu 4278 Gulden, sowie das Legen desselben, veranschlagt zu 1926 Gulden, durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden. Butzbach am 20. October 1850. Der Gr. Sections-Jngenieur. Eickemeyer. Ställen betr. Das nachbeschriebene dem Peter Bergmann gehörige Wohnhaus in den alten Ställen: Pag. und Nr. Alt. Neu. eMftr. Hch. Ferber. Butzbach. 2233) Butzbach. M a itt - W e s er - E i sett b a h n. Bekanntmachung, die Versteigerung eines Hauses in den alten versteigert werden. Gießen den 25, October 1850. Der Bürgermeister Montag den 28. d. Mts., des Vormittags um 9 Uhr, soll aus dem hiesigen Sectionsbüreau der Transport von 100 großen Erdwagen aus dem Gambacher Wald in die Lindener Mark durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden. Butzbach am 18. October 1850. Der Gr. Sections-Jngenieur. 437i7s 71154 3 Hinterhaus mit Siall Hofraum, soll Montag den 11. November l. I., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhause dahier an den Meistbietenden F e i l g e b o t e n. 2261) Gießen. Gute Sorten Sauerkirschbäumchen, sowie Aepfel-, Pflaumen- und Zwetschen- bäumchen, ferner Wintcr-Lattich-Pflanzen, Baumstangen verkauft L. Hartmann in der Schanze. 2265) Gießen. Ausgesetzte Maaren, ^5 Prozent unterm Fabrikpreise, um damit aufzuräumen, zu Mäntel und Kleider, als: Lamas, Napolitaine, Thibet, Alpaccas, Mousseline de Laine, Poil de chevre, Shawls, Foullards 2c. per Comptant bei M. Heß, Lit. A. Nr. 55. 2275) Gießen. Jede Art Blech-, Zinn-, Messing- und Holzspielwaaren, angekleidete Puppen in allen Größen, sowie Puppenköpfe und Gestelle, empfiehlt in einer großen Auswahl Eduard Meter, Spengler 2270) L i ch. K a r p f o n v e r k a u f. Mittwoch und Donnerstag den 30. u. 31. October d. I., werden aus dem fürstlichen Teiche an der Gießener Straße bei Lich, circa 20 Eentner Karpfen, das Pfund zu 8 fr. und der Eentner zu 11 fl., gegen gleich baare Zahlung verkauft. Lich am 24. October 1850. Der Fürstl. Revierförster Eigen brodt. 2264) Gießen. Ein guter Kochofen steht billig zu verkaufen. Bei wem ist in der Erped. d. Bl. zu erfahren. 2266) Gießen. MsNtellAoffe in Damentuch, Lamas, Thibet, in den neuesten Farben und zu den billigsten Preisen empfiehlt M. Heß. 2271) Eckelshausen. Ein zweijähriger, ge- tiegerter, dressirter, vorzüglicher Hühnerhund, ist zu verkaufen und kann auf Probe gegeben werden. Näheres in der Erped. d. Bltts. 2274) Gießen. Wollene Litzen - Schuhe mit Schafwolle wattirt, in allen Gröben empfiehlt Eduard Meier, Spengler. 2218) Gießen. Einfarbige und ombree Ter- ueanx-Wollk, feine 8bawIs-Wolle, Stauchen-Wolle, Häkelseide, Stickseide, Dcehseide, Nähseide, Gold- und Stahlperlen, Stramin, Zwirne, alle Sorten Nadeln, Herren- und Dameuknöpfe ic., sowie alle in mein Geschäft einschlagende Waaren und Arbeiten empfiehlt P. A. Steup, Posamentier. 2274) Gießen. Alle Arten Lampen, Lampenschirme und Gläser, Kochtöpfe in allen Größen, sowie alle in dieses Fach einschlagcnven Artikel, sind stets in großer Auswahl vorräthig, auch befördere ich jede Art Reparaturen auf das schnellste. Eduard Meier, Spengler. 703 Zu vermiethen. 1718) Gießen. 3n Lit. D. 9?r. 189 auf bcm Marktplatz ist ein möblirles Zimmer mit Cabinet auf nächstes Semester zu vermiethen. 2200) Gießen. Ein möbtirtes Zimmer mit Cabinel ist zu vermiethen bei Wiih. Rühl, in der Flügelsgaffe. 2258) Gießen. In der Nähe der Kirche und des provisorischen Bahnhofs sind 2 — 4 Zimmer zu vermiethen. Dr. Stein, Lit. A. Nr. 36. 2279) Gießen. Lit. B. Nr. 46. in der Sonne ist ein möblirteö Zimmer zu vermiethen. Hosch, Dekateur. 2241) Gießen. Ein Zimmer mit Cabinet ist mit oder ohne Möbel auf dem Seltersweg, Lit. C. Nr 46 zu vermiethen. 2214) Gießen. Zwei gut möblirte Stuben sind zu vermiethen bei Margnth, an der Stadtkirche, Lit. A. Nr. 18. 2262) Gießen. Mehrere möblirte Zimmer sind zu vermiethen bei Wilh. Reiber, Kirchenplatz. 2260) Gießen. Zwei möblirte Zimmer sind zu vermiethen bei N. Kratz in den Neuenbäuen. 2259) Gießen. Zwei möblirte Zimmer, mit Sophas versehen, sind zu vermiethen bei Gottfr. Felsing in der Wallthorstraße. Vermischte Nachrichten. 2280) Gießen. Katologe einer Büchersarninlung aus dem Nachlasse des Prof. Dr. von Madai u. des Geh. Reg -Raths Prof. Dr Schm itt hen ner, welche Montag den 4. November 1850 versteigert werden soll, sind bei dem Unterzeichneten zu erhalten. Gießen den 23. October 1850. Ehr. PH. Vogel, im Kratz'schen Hinterhause in den Neuenbäuen. 2256) Gießen. Eine bejahrte Frau sucht bei Kindern oder in einer stillen Haushaltung eine Stelle, wobei sie bei guter Behandlung auf hohen Lohn keine Rücksicht nimmt. Näheres in der Erped. d. Bltts. 2277) Gießen. K u n st n o t i z. Ein ganz eigenthämlicher, dahier noch nicht statt- gefundener Genuß steht uns nahe bevor. Herr Dr. Knispel, aus Darmstadt, der seinen ehrenvollen Ruf als Rethoriker und dramatischer Vorleser, in Gießen schon bewährte, gedenkt uns das Drama „Egmont" von Göthe, in Verbindung mit der von Beethoven dazu componirten herrlichen Musik, nebst Gesängen, vorzuführen. Personen, welche dieser Veranstaltung anderwärts beiwohnten, fanden, daß ihre Wirkung selbst den Eindruck scenischer Aufführungen übertreffe. Gießen. Die 4. Compagnie der Bürgerwehr hat vom 27. October bis incL 2. November d. I. die Feuerbereitschaft und den Ordonnanzdienst. Das Ober-Commando der Bürgerwehr. Fresenius. (2273) 2239) Gießen. Allgemeine Nenten-Anstnlt in Dnemstndt. Die Renten pro 1849 können bei mir erhoben werden und lade zugleich zum Beitritt zur Jahresgesellschaft pro 1850 ein. Gießen im October 1850. Nippel. 2267) Gießen. , Tanzunterrtcht, wobei vorzüglich aus gute Haltung, Anstand, Grazie, überhaupt aus alles was damit verbunden ist, gesehen wird. Die Unterzeichnete ertheilt bei ihrer Anwesenheit dahier Unterricht in allen neuesten Gesellschafts- Tänzen, als: Berliner Contre-dance, verschiedene Francaisen, neue Walzer, deutsche Quadrille u. s. w.; auch ertheilt dieselbe in der höheren Tanzkunst für geübtere gute Tänzer und Tänzerinnen Unterricht in verschiedenen Rational-, Masurka- und Charakter-Tänzen. Da sich schon mehrere Tbeilnehrner an ihrem Unterrichte gemeldet haben, so wird derselbe schon am Dienstag den 29. October beginnen. Auch bringt dieselbe zur Nachricht, daß sie in einem hiesigen, höchst anständigen Privat-Locale noch für einige Knaben und junge Mädchen einen besonderen Unterricht ertheilt. Diejenigen, welche noch An- thcil zu nehmen wünschen, belieben sich in ihre Wohnung, hinter der Kirche neben dem Pfarchause, bei Herrn Lehrer Meyer, zu begeben. — Um recht viele und baldige Meldungen bittet Julie Schultze, gewesene Königl. Solo-Tänzerin zu Berlin, jetzt Lehrerin der höheren Tanzkunst aus Hamburg. 704 'WU1 Gießen u. Darmstadt. Allgemeine Militär - Stellvertretnngs-Anstalt des Dr. jur. Friedrich Vogels Hauptbüreau: Darmstadt, Grafenstraße E 158. Die Geschäftsleitung der 1850r. Assecuranz-Gesellschaft, welche ich im Verein mit Herrn Schwarz ins Leben gerufen hatte, ist seit Ende April b. I. mir allein mit voller Verantwortlichkeit überlassen worden. Ohne daß die Betheiligten dadurch berührt wurden, hatte jener Uebergang nur die Vereinfachung des Geschäftsbetriebs bei zweckmäßig veränderter Buchführung zur Folge; darin, daß die damals 234 Mitglieder zählende Gesellschaft sich rasch bis auf 452 vermehrte, darf ich wohl einen erfreulichen Beweis des Vertrauens in eine gewissenhafte Erfüllung meiner Pflicht erblicken. Rach dem Ergebniß der Loosziehnng wird das in der Depositenkasse der allgemeinen Rentcnanstalt dahier hinterlegte Gesellschaflskapital zur Deckung der Kosten der für die Gesellschaft zu stellenden Einsteher, wenn nicht außerordentliche Fälle eintreten, wohl hinreichen. Soviel an mir liegt, soll nichts versäumt werden, was das Interesse der Gesellschaft fördern kann. Für die in der Gesellschaft nicht Versicherten, welche ein Marschloos gezogen haben und sich vertreten lassen wollen, ist von mir die Veranstaltung getroffen, daß sie auf die sicherste und bequemste Weise Einfteher um angemessene Preise bei billigster Provisionsberechnung erhalten: die Satzungen hierüber sind bei den Herren Geschäftsführern der Anstalt zu beziehen. Baldigste Anmeldung liegt im Interesse derer, die vertreten sein wollen. (Hierbei nur die kurze Mittheilung, daß im Laufe dieses Jahres bis jetzt 109 Militärstellvertretungen durch mich vermittelt, resp. geordnet worden sind.) Für die 1851r. Assecuranz-Gesellschaft, welche die im Jahre 1851 zur Musterung kommenden Leute ausnimmt, von welchen bereits ansehnliche Meldungen vorliegen, werden die Satzungen erst gegen Ende dieses Jahres ausgegeben, weil eine frühere Ausgabe nicht nöthig erscheint und aus den Erfahrungen des gegenwärtigen Jahres wesentliche Verbesserungen in die neuen Statuten fließen sollen, wodurch sie sich von den seit 2 Monaten bereits circulirenden Statuten der neu entstandenen Schwarzischen Anstalt, die den früheren von mir verfaßten gleichen, vielfach unterschieden werden. Diese neue Anstalt des Herrn Schwarz steht mit der meinigen in durchaus keiner Beziehung und bitte ich dies um so mehr beachten zu wollen, als es mehrfach vorgekommen ist, daß von Seiten des Herrn Schwarz an solche, in deren Auftrag ich mit ihren Stellvertretungsangelegenheiten bereits beschäftigt war, die Aufforderung erging, auf seinem Büreau zu erscheinen. (Die schriftlichen Nachweise hierüber liegen vor.) Mit Ausnahme des Hrn. Werte in Mainz, für welchen Herr Casimir Faust daselbst eintritt, haben die seitherigen Geschäftsführer der früher gemeinschaftlichen Anstalt, die Einladung des Hrn. Schwarz, für ihn thätig zu fein, abgelehnt und werden fernerhin die Geschäfte der von mir geleiteten allgemeinen Militär-Stellvertretungs-Anstalt in ihren resp. Bezirken besorgen und zwar im Regierungsbezirk Gießen Herr Kaufmann Franz Peppler zu Gießen, an welchen die Interessenten sich zu wenden belieben und Zahlungen gültig geleistet werden können. Darmstadt den 1. October 1850. Friedrich Vogel, Dr. jur. Auf Vorstehendes Bezug nehmend, lade ich die in der Assecnranz-Gesettschast nicht Versicherten, welche sich vertreten lassen wollen, ein, von den für sie geltenden Bestimmungen baldigst bei mir Kenntniß Zu nehmen. Bei verspäteten Anmeldungen lassen sich manche Nachtheile nicht verhüten. Gießen den 12. October 1850. Franz Peppler. 2282) Gießen. Musikalische Unterhaltung der großen Bürgerwehrmusik. Sonntag, den 27. Oct. im Buscl/schen Gartensaale. Anfang präcis 4 Uhr. Entree ä Person 9 fr. 2236) Gießen. Ein Lehrling wird in eine Handlung gesucht. Wo? sagt die Erped. d. Blits. 2272) Gießen Sonntag den 27. d. M. m u si c a I i sch e Aheud-Unteichaltmrg im Cafe Leib. Anfang halb 8 Uhr. A u s z u l e i h e n. 2257) Gießen. 500 st. Vormundschaftsgelder sind gegen hinlängliche Sicherheit und die gewöhnlichen Zinsen in hiesiger Stadt zu verleihen bei Earl Ebel. Mrterstützrmgsgelder für Schleswig -Holstein. Zufolge des Aufrufs der Schleswig-Holsteinischen Landesversammtung, haben die Unterzeichneten nach dem Vorgänge so zahlreicher anderer deutschen Städte und in Uebereinstimmung mit dem häufig geäußerten Wunsche vieler ihrer Mitbürger sich über eine Art und Weise verständigt, wie auch in hiesiger Stadt regelmäßige Beiträge zur Unterstützung der bedrängten Herzogthümer in Gang zu bringen sehen. 705 Der ergreifende Aufruf der Schleswig-Holsteinischen Landesversammlung, der jedes deutsche Herz bewegen muß, und den wir hier noch einmal mittheilcn, weil er gewiß manchem unserer Mitbürger noch unbekannt geblieben ist, lautet: „Die Schleswig-Holsteinische Landesversammlung an das Deutsche Volk. Deutsche Brüder! Der Augenblick, in welchem wir unser Wort an Euch richten, ist ernst und verhängniß- voll, wie nie zuvor. Unsere nächste Zukunft steht auf der Spitze des Schwertes. Wir sind bedroht in unferm Rechte, in unserer Freiheit, in unserer Nationalität, bedroht in Allem, was einem Volke als das Höchste unv Heiligste gilt. Fast die Hälfte unseres Landes ist in den Händen eines erbitterten Feindes. Frevelnder Hohn wird dort gegen Gesetz, Recht und Sitte geübt; die Söhne des Landes werden gewaltsam dem feindlichen Heere eingereiht; die unerträglichste Erpressung ist über eine Bevölkerung verhängt, deren einziges Verbrecben es ist, daß sie, festhaltend an dem alten Rechte, sich unter Dänemarks Gewalt nicht beugen will. — Mächtige Eabinelte Europeps sind mit dem Dänischen zusammengetreten, uns unser gutes Recht zu entreißen, Schleswig-Holstein einer fremden und feindseligen Nation für alle Zeit zu überliefern. , Wer unsere Verhältnisse kennt, der weiß es, daß unser Kampf keinen anderen Zweck hat, als tue -3er- theidigung gegen den ungerechtesten Angriff. Kein mit Recht und Ehre irgend verträgliches Mittel ist unversucht gelassen, den Frieden zu erlangen, und den Krieg mit allem seinen Elend zu vermeiden. Es blieb uns nichts Anderes übrig, als unbedingte Unterwerfung unter ein fremdes Joch oder Kampf bis auf's Aeußerste. Die Wahl konnte nicht zweifelhaft sein. Volk und Regierung haben einmüthig das Letztere gewählt. Und wie unsere Statthalterschaft, unbeirrt durch die Prokocolle fremder Mächte, entschlossen ist, den Krieg mit allem Nachdruck fortzuführen, um zu einem ehrenvollen Frieden zu gelangen, so werden auch wir, die Vertreter des Schleswig-Holsteinischen Volkes, sie in der Ausführung dieses Entschlusses mit allen uns zu Gebot stehenden Miiteln unterstützen. Wir haben zu dem Ende beschlossen, dem Lande neue und schwere Lasten aufzuerlegen, seine bereits statt in Anspruch genommene Wehrkraft in noch erhöhtem Maaß- anzuspannen. Wir haben es beschlossen in der festen Zuversicht, daß ein tüchtiges Volk hinter seinen Vertretern steht, welches für eine große Sache große Opfer zu bringen bereit ist. So dürfen wir auch erwarten, daß unsere hart geprüften Brüder in Schleswig nut derselben Standhaftigkeit, welche bisher ihr Ruhm war, auch fernerhin die schweren vom Feinde über sie verhängten Leiden ertragen, daß sie ausdauern werden, bis es gelingt, ihnen den Tag der Befreiung zu bringen. Unser tapferes Heer harrt mit Ungeduld dieses Tages. Wir wissen es ihm Dank, daß auch das Unglück seinen Muth nicht zu beugen vermochte, daß es mit Freudigkeit di- schweren Mühen des Krieges getragen hat. Es wird den Erwartungen des Vaterlandes entsprechen. Deutsche Brüder! Das ist die Lage der Dinge in dem gegenwärtigen Augenblick. Ihr habt zu einer Zeit, wo alle andere Hülfe wich, uns nicht verlassen. Wir sprechen Euch den Dank des Landes aus für Alles, was Ihr in dieser Zeit für uns gelhan habt, für alle Unterstützungen an Mannschaft, an Geld, an anderen Gaben. Aber an unfern Dank schließt sich — wir wollen es nicht verhehlen zugleich die ernste Mahnung, daß Deutschland nicht aufhören möge, die Lasten des Krieges mit uns zu tragen, die wir zwei Jahre hindurch weit über unfern Thell getragen. Denn Deutschlands Sache ist es, die hier geführt, feine Ehre, welche hier gewahrt, seine Freiheit, welche hier vertheidigt, sein Recht, welches hier mit Blut besiegelt wird. Außerordentliches rst erforderlich, vamit der Krieg mit der nöthigen Kraft zum Ziele geführt werde. Deutschlands heilige Pflicht wird es sein, uns ausreichende Hülfe zu leisten so lange es noch Zeit ist. Ein Volk von vierzig Millionen vermag Großes, wenn es nur einmüthig will. In unferm Schicksal wird sich Deutschlands Zukunft spiegeln. Möge sie unser Vaterland hoch emporhe- ben über die Erniedrigung der Vergangenheit und der Gegenwart! Das gebe der Allmächtige, der die Geschicke der Völker und Staaten in seiner Hand hält! Kiel, in der Schleswig-Holsteinischen Landesversammlung, den 5. October 1850. Barqum, 2l. Wichmann. Präsident. Schriftführer." Nach solchen Worten ist es nicht nöthig, noch weiter auselnanderzufetzen, daß der bedrängte Bruderstamm in Schleswig-Holstein unsere Unterstützung nöthig hat, daß er ju um Deutschland verdient hat, daß dort um keine geringe Sache gekämpft wird, und daß es darum Pflicht jedes Denftchen ist, diese Sache nach allen Kräften zu unterstützen. Dieser Pflicht zu genügen, davon wird sich hoffentlich Niemand abhallen lassen durch die Rede, die man oft vernimmt: „Es wird doch nichts daraus!" Das wäre freilich möglich, unv was im Schooße der Zukunft liegt, das wissen wir nicht; das aber wissen wir ganz gewiß, daß unsere Brüder in Schleswig-Holstein für deutsches Recht und deutsche Ehre kämpfen und leiden und ungeheure Opfer bringen, und darum, wir wiederholen es, ist es Pflicht eines jedes Deutschen, ihnen ihre Last tragen zu helfen, möge der Ausgang fein, welcher er wolle. Nur an die Geistlichen und Lehrer auf dem Lande möchten wir noch insbesondere die Bitte richten, nicht müde werden zu wollen, auch die Theilnahme des allerdings durch man- 706 t$c’^cL ^äuf^ungen mißtrauisch gewordenen Landvolkes für diese Sache zu erwecken, damit auch von dorther die Unterstützung und „das Scherflein der Wittwe" nickt fehle. Dem Bauer in Schleswig wird die Frucht seines Schweißes von den Dänen geraubt, und mehr als fünfzig Prediger und Predigerfamilien sind dort um ihres Gewissens Wille» von H-.math und Brod vertrieben, so daß mit dopvelter Stärke und in einen herzbewegenden Angstschrei verwandelt von dort die Mahnung zu uns dringt: „Thut Gutes au Jedermann, zu meist aber an des Glaubens Genossen!" — ' 8 Sä erschien als das Zweckmäßigste, die Beiträge von 14 zu 14 Tagen erheben, und zu diesem Zwecke, um auch das Beitragen einer kleinen Summe in bequemer Weise möglich zu machen, Quittungen über 6 kr. und andere über 30 kr. Unterstützungsgeld für Schleswig-Holstein, unterzeichnet von den seitherigen Einnehmern der hiesigen Beiträge, Hr. Wind eck er und Hr. Ricker, drucken zu lassen. Diese Quittungen werden von dem Erheber gegen den gleichwerthigen Beitrag abgegeben, und es kann dann jeder redesmal eine beliebige Anzahl solcher Quittungen, je mehr je besser, einlösen. Ueber di- so eingeqangcnen Beitrage werden die Hrn. Ricker und Wind ecker von Zeit zu Zeit Rechnung ableqcn. Gießen den 21. October 1850. ®r. Baur. Dr Ernst Dieffenbach. Gail. v. St. George. W. Keller. Dr. Just Liebia. Georg Noll. Rosenberg. " (2232) J Frucht- und Viktualienpreife. SSiftiialteitpretfe. •8" ei Fleischtaxe Brodtaxe. & -- per Pfund kr. fr. Pf. pf. kr. Pf. kr. Pf 1 8 9 L. Q 5 2 5 2 6 Marktpreise fr. fr. Pf. fr. Pf. Pf. Pf. ft. t fr. 20 17 3 9 1 4 8 3 7 3 2 2 4 1 1 Mehl besteh. Ochsensteisch Kuyfleisch . Rindfleisch . Kalbfleisch - Schweinefl. . Hannnelfl. . Schaaffl. . . Leberwurst . gern. Wurst. Bratwurst . Schwartem.. Blutwurst . geräuch. Speck Schinfen . . Dörrfleisch . Rindsfett Hammelssett Schweineschmalz, ausgelassenes . dgl., unausgel. 12 8 14 16 II 20 13 13 20 20 1 Q 4 9 7 8 7. 3 2 Q 10( 7 1 11: 8 8 8 9 8 Maas Milch .... Pfund Butter . . . auch . . Handkäse ..... Eier ...... Pfund Waizenmehl . . „ Gcschw. Vorschuß Für 1 kr. Wafferwcck. „ 1 kr. Milchbrod . ä* Brd.aus | Zaiz°n-^ . Q 2> ^Gerste- « ! ordinäres Brod aus und zKorn- m. 1*B- Di- Zugaben zum Fleisch dürfen nur in solchem von derselben Gattung bestehen, und zwar auf 10 Pfd. nicht mehr als anderthalb Pfund-c. nach Proportion, welches auf 1 Pfd. nicht völlig 5 Loth ausm acht. Köpfe, Füße, Geraub, wie auch di- ganz blntigen und nich genießbaren Stucke vom Hals sind von der Zugabe gänzlich ausgeschlogen' a 1 ® Gießen, 26. October. fr. pf. —■» 4 1 8 2 5 _ 10 — 7. D 6 2 5 — fr. pf 6 — 18 — 19 — 4 — 8 — 1 26. October । Grünberg 1 Oct.