Änzeigrhlatt der Stadt und des Regierungsbezirks .M 57 Mittwoch den 17. Juli Auswärts abonnirt man sich bei allen Postämtern In Gießen bei der Erped. (Canlleiberg Lil. B. Nr. 1.) — Einrückungsgebühr für die gespaltene LorpuSzeile r fr. 1830. Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwoch und Sonnabend. — Preis des Jahrgangs für Einheimifche l st. 30 fr., für Auswärtige incl. Postaufschlag 1 st. 42 fr. Amtlicher Theil. Polizeiliche Bekanntmachung. Gefundene Gegenstände. Ein Küferhammer, ein Paar alte Kinderschuhe, ein Hauskäppchen und eine Häkelnadel sind gefunden und auf Gr. Polizeibüreau dabier abgegeben worden. Gießen am 16. Juli 1850. Edictalladung. 1288) Grünberg. Oeffentliche Aufforderung. Ueber das um 179 st. überschuldete Vermögen des Heinrich Geiß bei der Kirche in Ruppertenrod ist ConcurS erkannt worden. Ansprüche aller Art find daher im Termine Mittwoch den 14. August l. I., Vormittags 9 Uhr, bei Meidung deS Ausschlusses von der Masse dahier anzuzeigen und zu begründen. Grünberg den 11. Juni 1850. Gr. Hess. Landgericht daselbst. Welcher. Emmerich. Besondere Bekanntmachung. 1491) Ulfa. Montag, als den 5. August l. I., soll der der Gemeinde Ulfa höchsten Orts gestattete Vieh- und Krämermarkt abgehalten werden, was man hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringt. Ulfa den 14. Juli 1850. Der Bürgermeister Buch. Versteigerungen. 1480) Gießen. Freitag den 19. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen die Früchte von den zum Nachlasse des I. Herbert gehörende 15 Morgen Land, als Walzen, Korn, Hafer, Gerste und Erbsen auf Ort und Stelle versteigert werden. Der Versammlungsort hierzu ist am Neustädter Thor bestimmt. Gießen den 12. Juli 1850. Der Beigeordnete Rühl. 1430) Gießen. Von dem Gr. Forstmeister Herrn v. Buseck hat der Unterzeichnete den Auftrag erhalten, dessen von Handelsmann Levi Cahn erkaufte Hofraithe alt. neu. 1S%3 ’Vjoo 7’oo 39 Klafter Haus mit Hofraum, Hinterhaus und Stall einer öffentlichen Versteigerung auszusetzen. Hierzu beraume ich Termin auf Donnerstag den IBten Juli, Vormittags 9 Uhr, an und ersuche Steiglustige, sich in diesem Termine auf meinem Geschäftszimmer einzufinden. — Die Versteigerungöbediiigungeu, welche im Termine be- 470 fiinnt gemacht werde», liege» jederzeit zur Einsicht bei mir offen. Gießen den 4. Juli 1850. Dr. Eckstein, Advocat. 1488) Steinbach. Donnerstag den 18. d. Mts., Mittags 12 Uhr» soll die Herstellung einer neuen Pumpe in den neu gegrabenen Brunnen an den Wenigstfordernden ver» geben werden, wozu Sieiglubhuber eingeladen werden. Der Voranschlag betragt 73 ff. Steinbach am 12. Juli 1850. Der Bürgermeister Horn. Feil geboten. 1493) Gießen. Aechtes Klettenwurzel-Oel, in Flacon mit Gebrauchsanweisung, ä 27 kr. Dieses neu erfundene Oel hat sich als das kräftigste und wirksamste Haarbeförderungsmittel bewährt, indem es nach kurzem Gebrauche eine Fülle junger Haare hervorbringt, die Haarwurzeln stärkt, und somit nicht nur daS Ausfallen der Haare verhindert, sondern denselben neues Leben und den üppigsten Wachsthum crtheilt. Nicht zu verwechseln ist dieses ächte Klettenwurzel-Gel mit andern nachgemachten Fabrikaten unter gleichen Namen, welche meistentheils nur aus etwas roth gefärbten wenig parfümirten Provancer-Oel bestehen, und deßhalb dem Publikum billiger angeboten werden. Alleiniges Lager von obigem ächten Klettenwurzelöl befindet sich bei Carl Frech. 1478) Gießen. Ein Wohnhaus nebst Sckeuer und Stall, an der Hauptstraße gelegen, welches sich zu jedem Geschäftsbetrieb eignet, ist zu verkaufen und das Nähere bei der Erped. d. Bltts. zu erfahren. 1499) Ehringshausen. Ein im Jahr 1849 erst neu erbautes 2stöckiges Wohnhaus, von Eichenholz, 28' lang und 19' tief, jeder Stock 8' hoch, ist auf den Abbruch oder auch zum Stehen- lassen aus freier Hand zu verkaufen bei Ehringshausen den 16. Juli 1850. Johannes A l t h o f. 1020) S o e st. Wichtige Anzeige für Taube und Harthörige. Von dem viel berühmten Gehör-Oel des Dr. John Robinson in London hat der Unterzeichnete für ganz Preußen resp. Deutschland die einzige alleinige ächte Niederlage und Verkauf. Dieses Oel heilt binnen kurzer Zeil die Taubheit, falls selbige nicht angeboren; es bekämpft ferner alle mit der Harthörigkeit verbundenen Nebel, als der Ohrenschmerzen und das Sausen und Brausen in den Ohren. Neber die vortreffliche Wirkung dieses Gehör-Oels lasse ich fünf Genesungs-Atteste folgen, alle mitzutheilen ist zu kostspielig. , - Schriftliche Aufträge, die ich mir franco erbitte, werden prompt per Post ausgeführt. Soest, Regierungsbezirk Arnsberg, 1850. H. Brahelmann, Lieferant von mehreren fürstlichen Höfen. A t t e st e. Das Gehör-Oel von Dr. John Robinson in London, wovon xr. H. Brahelmann in Soest Berkaus und Niederlage hat, habe ich gegen meine Taubheit angewandt. Nach kurzem Gebrauche spürte ich gleich Besserung, welche sich in dem Maße gesteigert hatte, daß ich jetzt förmlich wieder her- gestellt bin. Ich attestire dieses der Wahrheit gemäß. Fröndenberg bei Unna. ge; Chr. Krüner. Das Gehör-Oel von Dr. John Robinson in London, wovon Hr. H. Brahelmann in Soest Niederlage hat, habe ich gegen meine Harthörigkeit angewandt und bin in Folge dieses Gebrauchs davon befreit worden. Ich attestire dieses der Wahrheit gemäß. Oestrighansen bei Soest. gez. Marius Rosenberg, Kaufmann u. Rentier. Hr. Brahelmann in Soest! Groß-Wechow bei Wollin in Pommern 1849. Ew Wohlgeboren ersuche ich mir noch 2 Flacon Ge« Hör-Oet bald zu übersenden. Das früher Erhaltene habe ich mit rem besten Erfolg für das eine Ohr bereits verbraucht. Mit Achtung Prälatin v. Berg, geb. v. Owstein. Stirkaller bei Jostenburg den 25. März 1850. Herr H Brahelmann in Soest! Ew. Wohlgeboren werden sich entsinnen, daß ich mir schon ein Fläschchen vom Robinson'schen Gehör-Oel von Ihnen verschrieben habe. Dieses ist verbraucht und zwar ist das rechte Ohr ziemlich hergcstellt. Ich bitte daher um noch ein Flacon. Michael Schäfer. Havre, Gerichts Petershagen den 21. April 1850 Hr. H. Brahelmann in Soest! Ich ersuche sie um Uebersendung von einem Flacon Gehör-Oel. Das vor einiger Zeit erhaltene ist verbraucht. Das Gehör hat sich auch gebessert und ich hoffe mit diesem 2. Gebrauch wird eS noch mehr verbessert. Ergebenst empfiehlt sich I. D. Wöhler. 471 Gießen. 1464) I. T. Goldberger, in Berlin, vorm. in Tarnowitz, K. Oester, privil. und K. Preuß. concessionirte Fabrik galvano-electrischer Apparate. Die Goldberger'schen gatvano-electrischen Nheumatismus-Ketten sind nach wie vor in Gießen nur allein bei Carl Frech in ihrer ursprünglichen, bisher Unübertroffenen Form und Zusammenstellung echt und zu den seftgestellten Fabrikprcißen zu haben. Zur Empfehlung Weser m Tculichland, Belgien, Frankreich, England, Dänemark, Schweden, Polen, Spanien, Schweiz, Rußland, ^ralien, Ungarn.und -evrd- Amerika verbreiteten, von mir erfundenen und verfertigten sogen. Goldberger icheu Ketten wnd eo genügen anzuführen, daß dieser galvano-eleetrische Apparat in seiner bisherigen ^ onstrnctrore durch die scientifischen (wissenschaftlichen) Forschungen der med- Facultat zu «Ss*tcn und folgenden wohlrenommirter Aerzte; Dr. Harleß, König!. Preuß. Geh.-Rath, Ritter des rothen Adlerordens und Prof, an der Univzu Bonn ; l)r. Braun, König!. Sachs. Prof, an der Univ, zu Preuß. San.-Rath und Kreis-Phys. Dr. Filehne in Erfurt; Dr. Alois Prosper Rasm, Prof, und Pro cur an der K. K. Univ, zu Wien; König!. Sachs. Med-Rath Dr. Clarus, Prof, an der Univ, zu Leipzig , Dr. Lang^ Kre s-Chuurg und Kreis-Dir. in Quedlinburg; Dr. Koch, Herzog! Raff. Med.-Rath in St. Goarshausen, Fürst!. Rath und PW Dr. F. Hartmann in Arnstadt; Dr. Nick, König!. Würtemb. Amts-Arzt in Isny; pr. j. )i. Faller, ,^b-Arzt Sr. Hoh. des Herz Ferdinand, Ritter :c zu Wien; Dr. Weiß, Komgl. Preuß. Regim.-Arzt m Po sdam Dr Gustedt, König!. Kreis-Phys in Wolmirstedt; Dr. Anton David Bastler - Kaiser!. Prof, zu Wien, Dr. Cng ct, ^ntßl. Äm^ Phys, in Breslau; Kurfürst! Landger.-Arzt Dr. Kampfmüller in Cassel; vs-Mankiewicz, Kömgl.; Kreis-L Rakel, Königl Hannov. Land-Phys. Dr. rc. Kröhne in Nordheim; Dr. Haas, K. K. Stadt-Phys in Budncls (BWnen), Dr. Arnold, Comm -Arzt in Schweidnitz; Königl. Dän. Bat. Arzt A Gerner ,n Copcnhagcn , Di. Theoph. FlcUcher, Mitgl. der med. Facultat zu Wien; Kgl Milit.-Arzt Flieger in Königsberg tn Preußen; Stadt- und Crim^-Arzt Georg Hickel, in Ncutitschein (Mähren); Doudaine, doct. cn Medec., de la l- aculte de I ans; Jr. Carl Sterz, K. Ä. Primar-Arzt in Wien; Dr. Norbert Avee, Mag. der Geburtshülfe und Heilkunde in Andrichau (Galizien), Dr. Muller, Herzog!. Nass. Med.-Rath in Wiesbaden; Dr. Arntz, prakt. Arzt in Cleve; Dr. Remack, prakt. Arzt .Posen; Königl. Bat. Arzt Rabctge, in Oppeln; Milit -Arzt Herrm. Krauß in Leipzig', Dr. Ley, prakt- Arzt in Ochleußingen , Dr. Haarmann, prakt. Arzt in Gerbstädt; Dr. L. Schwarzenberg, prakt. Arzt und Wundarzt in Schakensleben, Dr. Kahleis, prakt. Arzt in Radegast bei Delitsch; Dr. Haselof, prakt. Arzt in Berlin; prakt. Wundarzt Schiesser in Buckau- Magdeburg ; prakt. Zahnarzt F. Felgentreff, in Potsdam; Dr. Rüge, pract. Arzt in Berlin; Dr. Dppler, prakt. Arzt in Tarnowitz; Dr. Schüller, prakt. Arzt in Lüben; Dr. Speyer; prakt. Arzt in ^auer; Wundarzt Weinsheimer tu Naila (Baiern); Dr. Stempel, prakt. Arzt in Neustadt a. d. H. (Baiern); Dr. Carl Bohm, prakt. Arzt m Clausthal (Hannover); Dr. Forster, pract. Arzt in Carlsbad (Böhmen); Dr. Wendt, pra.t. Arzt in Boitzenburg; Dr° Gentil, prakt Arzt in Straßbeffenbach bei Aschaffenburg; Dr. Krogmanu, prakt. Arzt tn Hagcnow; Dr. Adam Hemr. Meyer in Chemnitz; prakt. Wundarzt und Operat. Carl Gustav Troitsch in Frankenberg (Sachsen); Dr Arank, prakt. Arzt in Wurzen; Dr. Riemschneider, prakt. Arzt in Grimma; Baccal. medic. Schmidt tn vttpätg; Chirurg. Agnaz Rauschenberger, in Ibbschütz (Oestercich); Dr. Arnold Gußmann, pract. Arzt tn Lemberg; Bez. Chirurg. Anton Pinn- ger in Gleinstätten (Steyermark); Dr. I. F. Kirsten, prakt. Arzt in Leipzig; hr-Wew, prakt. Arzt in Speyer; prakt. Arzt Dr. Scharff in Gebesee (Reg.-Bez. Erfurt); Dr. Pauck, prakt. Arzt m Neuhaus (Böhmen); Dr. Kalt, prakt. Arzt in Coblenz; Dr. I. C A. Buhle, prakt. Arzt in Alsleben a. d. ©.; Dr. Stolle, prakt. Arzt in Potsdam; Dr. Wehrend, prakt. Arzt in Goldberg (Schlesien)-. Dr. Richter in Berlin; Dr. Carl Beier, prakt. Arzt in Leipzig: Dr. Tieftrunk, prakt. Arzt in Halle a. S.; Dr. Neide, prakt. Arzt in Tarnowitz; Dr. Maffei, prakt. Arzt in ©ayljurg; Dr. Finn, prakt. Arzt in Groß-Breitenbach; Dr. Anton Schönach. prakt. Ärztin Jnsbruck; Dr. Cornel, prakt. Arzt in Hall (Tyrol); Dr. Polack, prakt. Arzt in Ischl; Dr. Hirschfeld, prakt. Arzt in Tuchel (Reg-Bez. Marienwerder; Med. Chirurg, und Accouch. Schneider tn Hohcnfriedeberg (Schlesien); Magister der Zahnhetlkundc und Geburtsarzt Dr. A M. Lowy in Wien; Dr. Jos. Blaschke, prakt. Arzt in Ncutitschein (Mähren); Dr. Schmidt, prakt. Arzt in Königs, berg in Preußen; Dr. Gobu, prakt. Arzt in Berlin; Dr. W. Pauli, prakt. Arzt in Landau; Dr. Kruger, pratn Arzt ist Tennstädt (Reg-Bez. Erfurt); Landarzt Mohr in Eichstädt (Baiern); Dr. S. ^eitelcs, prakt.Arzt in Prag; Stadt- wucdarzt Joseph Pur in Freiberg (Mähren); Dr. A Kaan, prakt. Arzt in Triest; Dr. Hengstenberg, pract. Arzt m Meurs (Rhein-Prov.) Chirurg. Accouch. und Dentist Nowottny in Böhm. Leipa; Dr. 9i. H. itecentann, prakt. Arzt in Wöhrden (Holstein); Dr. Körner, prakt. Arzt in Itzehoe; Dr. L. Raudnitz, prakt. Arzt in Wien u. A. m. seine Hobe rationelle Würdigung gefunden und über alle Nachbildungen gestellt worden ist — (so z. B. attestirt der Königl. Sachs. Prof, an der Univ, zu Leipzig Hr. Dr. Braun: „daß, die „Go ldber ger'schen galvano-cleeirischen Ketten gegen Rheumatismus und andere dergleichen Uebel „den Vorzug vor anderen dergl. Fabrikaten verdienen, auch sich als äußerst wirksam „und heilbringend bewiesen haben, bescheinigt auf Verlangen. Leipzig den 5. Mai 1849. Prof. Dr. Braun." während andrerseits die wohllhätige und heilkräftige Wirkung der Goldberger'fchcn Kotten auf empirischem (erfahrungsgemäßcm) Wege durch mehr als Ein Tankend amtlich beglaubigte Alteste hochachtbarer Personen, die in einer gedruckten Brochüre zusammengestellt in sämmtlichen Depots der Goldberger'schen Ketten, in Gießen bei Carl Frech, unentgeldlich ausgegeben werden, außer allen Zweifel gesetzt, und die Celebrität dieser Ketten hierdurch vollkommen gerechtfertigt ist. 472 Zu vermiethen- ®*e^en' Mein Wohnhaus in der Schloßgasse ist ganz oder auch theilweise zu ver» viiethen und kann den 18. September, auf Verlangen aber auch früher, bezogen werden. Domänenbote Dauernheims Wtw. 1352) Gießen. Eine Scheuer ist zu vermie- lhen der Wilh. Schwall. 1434) Gießen. Das seither von Herrn Prof. Hoffmann bewohnte Logis im Heß'fchen Nebenbaus auf dem Reichensand ist anderweit zu vermiethen. 1371) Gießen. Zn der Lindengasse ist eine Scheuer zu vermiethen und Näheres in Lit, A Nr. 182 zu erfahren. schon, durch die Harmonie der Töne, Lehrer der Erzrehung und Ausbildung der Gesellschaft in Glaube bk S - ‘aPfT V"'h-idigcr der Frauen gegen die rohe Manner-Tyrannei*), Sanger, Clavier- und §/^lwrtuoS, wird sich hier in Gesang und Clavier- sprel Horen lasten. Die Erscheinung solcher Kometen m selten, und wir denken mit Bestimmtheit, daß Zciemand unserer Gebildeten diese Gelegenheit, um '^semCor^etlU^ 9trt Zu verschaffen, vermeiden wird Aus den unzähligen wichtigen Schriftstellern, d e über seine Gelehrsamkeit, Leistungen und Edcl- neben haben, möge hier eine Andenkens- schrist ^s vr. Theobald Kerner zur Bestätigung dieser Kunstnotiz dienen. 9 Herr Nardini war mehrere Tage in Weinsberg r$fr C an Verdienst, sich aus dem alltäg- ^bN'chenwust herausgeschält zu haben und kein gewöhnlicher Mensch zu sein, was in jetziger Zei immer schon viel Werth ist. Ferner besitzt Hr. Nardini m Gesang und Clavierspiel ertravagante Vir- aSh“ ' einiqer H'ugebung in seinen ori- F^Eer lassen sich in seinem Umgänge denkwürdige Stunden verleben. Dr. Theobald Kerner. ** b‘e $rau Elgenthum eines “ 0Brt alg das schönste Wunder .^.Schöpfung und das heiligste Symbol der Erlösung m ihrem strahlenden Himmel frei, selig und mächtig? 4437) Lehrlings-Gesuch. , . ,emem Buchbinder- und Galanteriegeschäft wird ein braver junger Mensch in die Lehre gesuch Zu erfragen bei der Erped. d. Bl. 4497) Gießen. Samstag den 20. Juli wird ein C o n e e v t zum Pesten der Friedberger Blindenanstalt im Cursaale zu Nauheim von mehreren Dilettanten aus Gießen gegeben. Wagner. Fritsch. 4498) Gießen. Vier bis sechs Weißbinder, gesellen kann Arbeit nachgewiesen werden von F. C. Loos, Lackirer. mG i e ß e n. Ich habe gegen 6 Morgen Ackerland m mehrjährigen Pacht abzugeben, und ^^ zur Ueber,lahme derselben geneigt sem sollten, belieben die Bedingungen bei mir ein- Louis Labroisse. i-t85?. Fünf Mühlsteine verschiedener hegen hier m Gießen, aus der Hand zu verlausen, bereit, woraus man die Herren Müller der Umgegend aufmerksam macht. AuSg. d. Blits sagt bei wem. 0 732) Gießen. Dentifrice iiishcrsel, jut sofortigen Beseitigung der Zahn- . . schmerzen, tn Flacon mit Gebrauchsanweisung und ärztlichen Zeugnissen a -/, Rihlr. SDteft« in Frankreich patentirte, ärztlich geprüfte, und n seiner Anwendung durchaus unschädliche Mittel, bringt die außerordentliche Wirkung hervor daß es selbst die heftigsten Zahnschmerzen nach Verlauf von wenigen Miliuten vollkommen beseitigt .Der einfache Gebrauch desselben ist, daß man 10 bis 12 Tropfen auf wenig Baumwolle tröpfelt, und letztere in die Seite des Ohres steckt, wo der Schmerz Statt findet. Alleiniges Depot in Gießen bei Carl Frech. Vermischte Nachrichten. 4489) Gießen. Vincenzo Maria Nar-ini. , , gefeierte und besungene, berühmte tiefsinnige Forscher der Natur-, Sonnen- und Weltsystemen, des Baues des Universums und des Men- 1496) Gießen. Nr. 38 hat den Pfeifenstander gewonnen. H- Schwalb. A u s z u l e i h e n. 4429) Gießen. 2300 bis 3000 fl. liegen gegen gerichtliche Sicherheit in hiesiger Stadt zum Ausleihen bereit. Näheres hierüber bei Ferdinand Mayer. 1486-) Gießen. Gewerh-Vereirr. Wegen mangelhafter Theilnahme der Mitglieder konnte die auf den 13 <3nli nnheraiimf. fnmm Una tt,crbe?‘ ®ecm"b bal)er sammtliche Mitglieder wiederholt eingeladen, in der D-, 473 Große nlinden. GrHmliilhemr Kirthiveihe findet Sonntag den 21. und Montag den 22. Juli d. I. Statt. Hierzu ladet Unterzeichneter höflichst ein, mit dem Bemerken, daß bei ihm gut besetzte Tanzmusik anzutreffen ist und für gute Speisen und Getränke bestens gesorgt werden wird. G. Schmelz, 1495) zum fröhlichen Mann. Er st er Rechenschafts-Bericht der Blinden Anstalt zu Friedberg. Zweiter Abdruck. Kaum sind 8 Monate verstrichen, als der Unterzeichnete mit seinem Plane, eine „Blinden-Anstalt" zu gründen, vor die Oeffentlichkeit trat, und schon ist es ihm nicht nur möglich, sondern auch nothwendig, Rechenschaft von diesem Werke der Barmherzigkeit abzulegen. Ueber alles Erwarten fand die Sache eine günstige Aufnahme. Nicht nur wurden Blinde aus dem ganzen Großherzogthume zur Aufnahme empfohlen*), sondern auch ein wahrer Wetteifer im Spenden an Liebesgaben fand statt. Der Unterzeichnete erkannte in dieser regen Theilnahme an der Sache einen Wink, rüstig an's Werk zu gehen; er wandte sich nach allen Seiten des Vaterlandes, und wohin er sich wandte, sah er sich nirgends in seinen Hoffnungen getäuscht, im Gegentheil, man kam ihm von mancher ungeahnten Seite auf's freundlichste entgegen. Die verschiedensten Zeitschriften und Lokalblätter nahmen seine Bitte in ihre Spalten auf und unterzogen sich mit löblichem Eifer der Entgegennahme von Liebesgaben. Pfarrherren, Lehrer, Gemeindevorsteher, Gemeinderechner, Privatleute, sogar 2 Schulknaben übernahmen es freudig Groschen zu sammeln **). Dies geschah vom Hinterlande bis an die Bergstraße, von über dem Rheine bis an die Grenzen des Odenwaldes, ja über die Marken des engem Vaterlandes hinaus reichte die Theilnahme. Aus dem Gebiete Frankfurts und dem Kurfürstenthum Hessen flössen der Anstalt schöne Gaben zu. Auch Gemeinden, wie Staufenberg bei Gießen und Zwingenberg an der Bergstraße, in denen Blinde sind, haben sich freiwillig erboten, theils jährlich, theils zeitweise, einen schönen Beitrag zur Deckung der Kosten zu steuern. Einer Liebesgabe müssen wir aber besonders erwähnen. Dieselbe kam von unserer allverehrten Landesmutter, Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Großherzogin. Es waren 100 fl. Neben diesen Gaben, vom Heller ***) bis zum Goldstücke ic., wofür wir von Herzen Namens der armen Blinden danken, könnten wir die rührendsten Zeugnisse der Theilnahme beifügen, gestattete es uns der enge Raum. An Liebesgaben in baarem Gelve gingen ein . . . 640 fl. 19% kr. Davon wurven ausgegeben für Porto, Lehrapparae. Drucksachen, Bettwerk . . . 128 fl. 34% tr. Bleibt am 1. April 1850* in Kaffe ..... . 511 fl. 45 kr. In Folge dieser überaus regen und thätigen Theilnahme von Menschenfreunden aus Nah und Fern, wofür ich dem Herrn danke von Grund meines Herzens, ist es zu meiner großen Freude bereits mögltch geworden, den ersten Grundstein zum Aufbau der Blinden-Anstalt zu lege». Am 8. d. Mts. hat der erste Blinde unseres Landes, ein Knabe von 8 Jahren aus Staufenberg bei Gießen ein Asyl gefunden, und so der Herr Kräfte und Mittel schenkt, werden ihm bald andere, aus Lindheim, Zwingenberg, Ortenberg, Walldorf, Bessungen bei Darmstadt, Obereisenhausen, Allenvorf re. ic. folgen. Aus allen den genannten Orten sehen Aspiranten mit Sehnsucht dem Tage ihres Eintritts in die Anstalt entgegen, und gerne käme der Unterzeichnete solcher Bitte recht bald nach, wenn sich ihm die Mittel darböten. Helfe daran, wer helfen kann und sei es auch mit einem noch so kleinen Scherflein. Viele kleine Gaben geben auch eine große. Wer viel habe, der gebe reichlich, und wer wenig hat, gebe von dem Wenigen, beides segnet Gott, und das Kleine von dem Wenigen hat denselben Werth als das Große von dem Vielen. Verschließe doch Niemand Herz und Hand! — Dbige schöne Summe ist meistens nur aus kleinen Gaben zusammen gekommen. Das Bitten für solche Sache ist ja schon eine Freude, noch größer aber die Lust des Gebens. — Keine Religion noch Eonfession ist ausgeschlossen, keine ziehe sich auch vom Geben zurück. So bedingt auch weder Armuth noch Reichrhum die Aufnahme. Die Noth ist die einzige Bedingung. Darum helfe, wer helfen kann! Gott walte es! *) Bis heute 33. Darunter 3 blinde Geschwister zwilchen 5 und 14 Jahren. **) Jeder Hesse dürste nur einen einzigen Groschen geben, dann könnten alle Blinde Aufnahme finden. ***) Das Scherflein der Wittwe darf nicht fehlen! — 474 3m Namen des Herrn unsers Gottes ist das Werk glücklich angefangen, und derselbe Herr tvird'S auch glücklich hinausführen und vollenden helfen. Er, der die Herzen der Menschen lenkt (und schon gelenkt hat) wie Wafferbäche, wird auch für die Zukunft unter Uns den Sinn menschlicher Barmherzigkeit rege erhalten und noch immer mehr Theilnahme erwecken für die Anstalt, die, wie sie von Gaben der Liebe und Barmherzigkeit gegründet ist, so auch nur einzig und allein durch solche Gaben Dauer und Bestand haben kann. — Auf Dir, o Herr, steht die Hoffnung unserer jungen Anstalt; laß sie nicht zu Schanden werden! Segne uns wie Du allezeit gethan hast! Amen! Geschrieben im April 1850. Für die Nichtigkeit der Rechnung Bork, Reg.-K.-Geh. I. P. Schäfer, Vorsteher der Blinden-Anstalt. (1490) 1309) Heuchelheimer Mühle Heilte Mittwoch den ir. Juli findet Har in onie-M u fi k durch das Mustkchor der Garde - Reserve in Wehlar dahier statt. 1494). Gießen. Der Eijenbahnarbeiter Jacob Lotz aus Allendorf bat bis heute, trotz der Bekanntmachung im Anzeigeblatt, die ihm verloren gegangenen 7 fl. noch nicht wieder erhalten. Da derselbe durch diesen Verlust in eine sehr bedrängte Lage versetzt ist. so richten wir die Bitte an mildthätige Menschenfreunde Gießens und der Umgegend, diesem Manne durch milde Beiträge einen kleinen Ersatz für seinen verloren gegangenen, mit seiner Hände Arbeit Tag und Nacht sauer verdienten Lohne zu ver- ftilaffen. Wir sind bereit eingehende Gaben in Empfang zu nehmen und werden seiner Zeit darüber Bericht erstatten. Die Erped. des Anzeigeblattes. Angekvmmene und abgereiste Fremden vom 13. bis 16. Juli 1850. In den Gasthäusern. Im Einhorn Hrn. Adv. v. Lersner u. Henkel v. Frankfurt u. v. Donnersmark v Wolfsberg. Hr Viffelier Rent. u. Hrn. Verwalt. Rochel u. Wannery v. Wien. Hrn. Kfl Durlacher v. London. Reinhard v. Amerika u. Löwenstern u. Paulno v. Frankfurt. Hr. v Schmidt, Lieutn. v. Berlin. Hr. Göbel, Dr. jur. v. Leipzig. Frl Leipp v. Aachen. Hr. Hainbach. Partik. v. Berlin. Hr. Horfelv, Reviers v Rimbach Mad. Bonjawisky v. St Petersburg Hr Wittemann, Registr. v. Darmstadt. Hr. Dr. Musprait, Prof. v. England. Pr. Niffet. Dr. jur. v. Wiesbaden. Hr. Hornpmann, Lieutn. v Elasjou Hrn. Kfl. Uhl v. Rollshausen, Gosff u. Glockenbring v. Großenllndcn, Jäger v. Biedenkopf, Beckmann v. Frankfurt, Borberg v. Rhepdt u. Finkbricks v Crefeld. Hr. Eigenbrvd, Oberf. v. Holz Hr. v. Duff, Rent. v. Dresden. Im Kappen'. Hr. Walloth, Archit. v. Wachenheim. Hr. Winheim. Forst-Eand. v. Altenbuseck. Hr. Roberstan, Rent. v. Liverpool. Hr. Schleicher, Partik. v. Berlin. Hr Hrn. Kfl. Brickmann v. Bielefeld, Nageldinger v. Straßburg , Schulz v. Darmstadt, Weishaupt v. Wachenbeim, Schmitz v. Frankfurt, Gosst v. Großenlinden u. Leipold v. Hechingen. Hr. Cramer, Hauptm. v. Pesth.- Hrn Rent. Prcstele v. Caup, Wilhelmi v. Darmstadt, Elzahn v. Berlin, Stephani v. Arolsen, Rößler v. Darmstadt, Behrend v. Osternburg, Gläutzer v. Frankfurt u Schöller v. Hamburg. Hr. Dr. Graff v. Königsberg. Hr. Albert, Geom. v. Darmstadt. Hr. Hochgesand, Ingen, v. Friedberg. Hrn. Kfl. Kempf v. Erfurt, Link v. Limburg, Hergert v. Frankfurt, Roßkopf v. Coblenz u. Einbild v. Krakau. Frl. Held- mann v. Marburg. Hr. Nardini, Künstl. v. Italien. Hr. Erdmann, Affeff. v. Butzbach. Hr. Keim, Steuer-Comm. v. Rodheim. im Prim Carl: Hrn. Künstl. Ritter v. Berlin u. Steller v. Caffcl. Hr. Winterwerb, Maler v. Frankfurt. Hrn. Spedit Borger v. Offenbach u. Rapp v. Hatzfeld. Hr. Kaiser, Leinw. v. Herbstein. Hrn. Kfl. Klof u. Walser v. Elberfeld u. Ledeck v. Mainz Hrn. Oecon Weiß v. Berstadt, Kern v. Großeichen u. Leopold v. Gelnhausen Hr. Sommerlad, Privatm. v. Steitin. Hr. Reinhold, Apothek. v. Cöln. Hr. Alles, Rent. v. Münzenberg. Im Darnistaedter Haus: Hrn Geschäfts!. Dönges v. Biedenkopf, Schneider v. Friedensdorf, Schul v. Eichelbrod, Jung v. Worms, Wolf v. Wetzlar. Ententhal u. Krömmel- bein v. Hattenroth, Koch v. Darmstadt, Britze v Niederwildungen, Rübl v. Wönings, Vogt v. Altenkronheim, Schul v. Eichclsdwf u. Schutt v. Wetterfeld. In den Privathäusern. Bei Hrn. Reg -R Küchlcr: Hr. u. Frl Bastian v. Bremen. — Bei Hrn. Lippmann: Hr. Winterwerb, Maler v. 475 Frankfurt. — Bei Hrn. Canzlifl Forbach: Frl. Wagner ». Schotten. — Bei Hrn. Hofg.-Rath Wortmann: Hr. Wortmann, Kfm. v. Manchester. — Bei Hrn. Registr. Herzberger: Hr. Büchner, Cand. v. Friedberg. — Bei Fr. Landr. Mosler: Frl. Arnoldi v. Eichelsdorf, Hedwig u. Rullmann v. Wiesbaden u. Hr. Privaten Schneider v. Oberschmitten. — Bei Hrn Hofg.-Adv. Krauskopf: Hr. u. Frl. Frei v. Darmstadt — Bei Hrn. Rothenberger: Hr. Heinrich, Schreiber v. Niederofleiden. — Bei Hrn. Steuer- Comm. Hirsch: Fr. Dr. Hirsch v. Düde.sheim. — Bei Hrn. Holberg: Frl. Hirschhorn v. Friedberg. — Bei Hrn. Landr. Geiger: Hr. Weller, Privatm. v. Darmstadt u. Förster v. Laubach. — Bei Fr. Reviers. Reitz: Frl. Münch v. Wirhausen. — Bei Fr. Landr. Hcinzerling.- Frl. Walther v. Grünberg. — Bei Hrn. Obersteuerb. Schmitz: Fr. Steuereinnehm Kolb v. Pohlgöns u. Fr. Act. Corell v. Frankfurt — Bei Hrn. Kirchcnr. Dr. Engel: Hr. Lauton, Kfm. v. Frankfurt. — Bei Hrn. Prof. Dr. v. Klipstein: Frl. Bineckaus v. Darmstadt. — Bet Acres. Dr. Klein: Hr. Schlichter, Stud. jur. v. Heidelberg. — Bei Hrn. Stud. Groß: Hr. Würth, Stud. med. v. Freiburg. — | Cours der Staats- Papiere. Fra pCt. Papier Geld Oestreich . . ’’ Preussen .. Darmstadt Baden .... Metall iq. Obligat. . . ditto ditto . . . ditto ditto . . . Bank-Actien..... fl. 250 Loose b. Roths, fl. 500 ,, ditto Bethmann. Obligat, ditto ditto Staatsschuldscheine Prämienscheine fl. 50 Loose ..... fl. 25 ditto...... Obligationen..... ditto ....... ditto....... Obligationen v. 1842 fl. 50 Loose v. 1840 fl. 35 Loose ..... 5 47, 4 3 4 47, 37, 37, 4 47, 37, 817. 807, 717, 717, 64 637, 1156 1151 977, 97 152 15P/, — 677. 78'/, 777, 877. 867. — 106 767. 757. 287, 277. 857, 85 917, 91 987, 98 837, 827, 547. 547. 327, 327, Gold. fl. kr. Silber. Pistolen . ...... 9 9 5 9 11 52'/, 521/, 39 36 58 Laubth., ganze . . . Preuss. Thaler . . . 5 Frankenthaler . . Hochhaltig Silber . Gering- ii. mittelh. Pr. Friedrichsd'or . Holl. 10 fl. Stücke . Rand-Ducaten . . . 20 Francs-Stücke . Engi. Souverains . . Gold al Marco . . . Disconto 27. nkfurt, den 15. Juli 1850. (Schluss der Börse.) Baiern . . . 'Würtemberg Nassau . . . Frankfurt. Holland. . . Spanien. . . Polen .... Russland . . Obligationen..... Obligationen b. Roths. Neue Würtemberg. Obligationen b. Roths. ditto ditto fl. 25 Loose..... Obligationen..... ditto v. 1839 ditto v. 1846 Taunusbahnactien . . Integrale ....... Holländische..... Syndicats . ...... Innere Sch. neue Obi. fl. 300 Lott. Loose Rth. Obligationen dc fl. 500 in R. fl. 2. b. Grün, et (J. ditto b. Stieglitz et C. pCt. Papier Geld 37, 47, 37, 37, 5 3 37, 37, 27, 37, 3 837, 98'/, 84*/, 1037, 257, 957, 927, 295 57'/, 3371, 817, 83 98 84 86 ■ 1037, 257. 817. 95 917, 293 567, 877. 337i, 133 817, fl. kr. Diverse Actien und Loose. Brief 32'/, 337. 817. 437, Geld 1 2 24 - 45'/. 21 32 Kurhessische Loose . . . Sardinische Loose .... Cöln-Aachen. ....... Cöln-Minden...... . Ludwigsb.-Bexbach .... Frdr.-Wilhs.-Nordbahn. . 327. 33'/. 817. 437, Papier. A. Sulzbach, beeid. Makler. Dun Novelle von Berrrh & © n GuseÄ» (Fortsetzung.) „Da kommt der Herr Graf," sagte Charles. „Comment ? Noch nicht fertig, Dellheim?" rief eine kecke Stimme in das Zimmer und herein trat im Jagdcostüme eines eleganten Cavaliers der Graf, an Jahren ungefähr so alt wie der, den er aufrief. »Au mowent!" sagte Dellheim. „Mein Schlingel hat mich zu spät geweckt." Der Gescholtene, unter dessen Hände sein Herr noch war, ließ die Unwahrheit mit heuchlerischer Miene über sich ergehen. „So beeilen Sie sich. Falken ist vor Ungeduld schon hinaus und hat seinen Althof nicht einmal abgewartet. Der will nun mit uns fahren. Es ist Ihnen doch recht, wenn wir noch einen letzten Versuch machen — ?" „Nur die Ehre, bitte ich —," versetzte Dellheim, der eben mit seinem Anzuge fertig wurde. „Das versteht sich von selbst," antwortete der Graf kalt. „Ich glaube auch nicht, daß es Erfolg haben t e s. wird. Dieser Mann der Conseguenz. ist zu, acharnirt auf Sie, indessen der Form wegen thun wir noch einen kleinen Schritt. Kommen Sie. — Mais — vous avez l’air languissant, mon eher ami. Wenn Sie unsere Königin der Herzen jetzt sähe, dieser Blick, diese interessante Bläffe, sie wäre verloren! Aber sie schläft noch in süßen Morgenträumen und ahnt nicht, was geschehen sein wird, ehe sie ihre verführerischen Augen öffnet." Während dieses indiscrcten Geplauders, dem Einhalt zu thun Dellheim sich vergebens mühte, hatte der Graf seinen Arm in den seines Freundes geschlungen und führte ihn mit sich fort, den Corridor entlang nach der breiten, von mächtigen Pfeilern getragenen Treppe. „Du bringst doch — ?" fragte Dellheim noch, rückwärts gewandt, seinen Diener. „Ich bringe," sagte Charles. Es war ein Kästchen von polirtem Holze, das er sehr vorsichtig trug. Unten tat Portale gesellte sich ein dritter Cavalier zu den Beiden, ein Mann von reiferen Jahren, der sie feierlich grüßte, wobei sein Zopf — er trug ihn noch trotz der immer mehr um sich greifenden Mode 476 der Titusköpfe — eine graziös aufbäumende Bewegung machte. „Ihr Freund hat es nicht erwarten können, Herr Baron Althof," sagte der Graf. „Eine ritterliche Ungeduld verzeiht man der Jugend, Herr Graf von Lobenstein," antwortete Althof. „Sie fahren also mit uns — die Sache ist delicat, Herr Baron — aber mein Freund erlaubt, daß wir in seiner Gegenwart über die Art und Weise berath- schlagen, wie es vielleicht noch zu applaniren — sauf l’honneur versteht sich." Der Baron wiegte sein schön gepudertes Haupt, wobei der Zopf in angenehme Pendelschwingung kam. „Cosa perduta!“ sagte er. „Wenn es so weit gediehen ist, kann ihm keine Macht mehr Einhalt thun." „Auch wünsche ich es nicht!" versetzte Dellheim lebhaft, indem er seine Lippen aufwarf. Der Graf zuckte die Achseln und sprang in den Wagen, der vorgefahren war, die beiden Andern folgten ihm. Mit einem starken Ruck zogen die edeln spferdc an, nachschauend standen die Diener — aber Charles beeilte sich in seines Herrn Zimmer zurückzukehren, wo er eine ganz eigene Rundschau vornahm, gleichsam als wolle er das Jnventarium einer Verlassenschaft entwerfen. Er schnüffelte alle Fächer — denn er führte ja stets die Schlüssel — mit einem widrigen Lächeln durch. „Schau! schau!" sagte er — eine Paar Briefe fanden sich in dem geöffneten Secretair vor, sein Herr mußte sie über Nacht geschrieben haben. Der eine war an seine Mutter adresstrt, den schob der Diener beiseit . und griff nach dem zweiten, dessen Aufschrift ihm interessanter war. Ein frivoles Lächeln umspielte wieder seinen Mund, er sah vorsichtig nach, ob auch der Siegelring seines Herrn im Fache sei und da er ihn fand, erbrach er unbedenklich das Siegel und las mit spöttischer Miene die Ergüsse seines Gebieters. „Bedaure sehr!" murmelte er während des Lesens. „Ja, das wird die Frau Generalin ungemein rühren — es ist doch grausam von ihr, daß sie einen so vollendeten Cavalier schmachten ließ — sehr crudel, wie der Herr Baron von Althof sagt — aber freilich hätten Ew. Gnaden auch nicht, vom Neide hingerissen, Aeuße- rungen über die Dame thun sollen, welche nun zu diesem Ertrem geführt haben. — „Der Tod sühnt Alles —," achj mir kommen die Thränen selbst. — Schade, daß Ew. Gnaden nicht hier sind, meine Anhänglichkeit zu würdigen — einen Ducaten die Thräne! Frau Generalin werden jedenfalls eine Trauerweide aus Ihr Grab pflanzen." Damit schloß der Getreue und zündete eine Kerze an, um das Couvert, das er geschickt geöffnet, ebenso wieder zuzusiegeln. Im Schlosse regte sich nun Leben. Der leichte Wagen, in welchem die drei Männer hinausgefahren waren, rollte unterdessen durch den thaufrischen Wald aus dem wohlunterhaltcncn Wege dahin, der nach einem Jagdhause, zwei Stunden entfernt, führte. Es war ein herrlicher Morgen. Die Sonne warf ihre Strahlen in das dunkle Grün der Eichen, daß ihre Kronen mit Goldlichter durchwebt schimmerten, ein blauer Himmel, klar wie Krystall, blickte durch die Risse des Blättergewölbes, funkelnde Tropfen hingen an Halm und Gesträuch, wo irgend eine Lichtung den Niederschlag möglich gemacht hatte. Die Kräuter dufteten, ein leichter Wind säuselte in den Zweigen. Vögel sangen und riefen sich zu, der bunte Specht hämmerte an den Bäumen und flog schreiend davon, wenn der Wagen in seine Nähe kam, Vie goldgelben Pirolen ließen ihre Clarinetmodulation hören; 'Rehe setzten in anmukhigen Sprüngen über den Weg und standen dann, wenige Schritte entfernt, still, neugierig herüber witternd, als seien sie des Gottesfriedens wohl bewußt, der ihre zierlich schlanken Gestalten jetzt vor der mörderischen Kugel schirmte. Es war ein Gedankenspiel eigener Art, welches den schweigsamen Dellheim die Rehe tiefsinnig betrachten ließ. Ihn schirmte nichts vor seines Gegners nie fehlender Kugel, denn, daß er sich von ihm keiner Schonung zu getröstcn habe, wußte er nur zu gewiß und ein kalter Frost trat ihm an das Herz, wenn ihm seine fieberhaft eraltirte Phantasie die Scene vorspiegelte, die nun bald kommen mußte: unter den Fichten im einsamen Grunde zwei Männer sich gegenüberstehend, der Eine hebt langsam das Rohr, ein Knall erschreckt die Thiere der Wildniß, leicht verflattert das Puiverwölkchen in den Zweigen, aber auf dem Rasen liegt ein zum Tode getroffener Mensch! Dellheim fühlte die bitterste Scham vor den entnervenden Gedanken, die ihm wie giftige Spinnen durch die Seele krochen, er sah voraus, daß er sich elend benehmen werde — Schuld seiner Nerven, gleichviel! er schalt sich einen Feigling, er verachtete sich selbst, wie die Welt ihn binnem Kurzem verachten mußte, wenn es kund wurde, daß er vor dem Pistole seines Feindes gezittert habe. Es war eine Seelenqual, wie sie das verwöhnte Kind des Glückes noch nicht erlitten hatte — oft überfiel ihn der heiße Wunsch, daß Alles nur ein Traum gewesen sein und er bald erwachen möge, wie er ja schon oft aus viel wildern Bedrängnissen der Traumwelt erwacht. Umsonst! Alles war grelle Wirklichkeit und sein eigenes Wort, das diesen blutigen Conflict hervorgerufen hatte, ließ sich nicht mehr zurückkaufen , hätte er auch all’ seine Reichthümer darum geben wollen. Pfui über den Schwächling, nicht wahr? Mit Verlaub, es ist nur ein Blick in die Seele, wie er sonst Keinem gestattet! Die innere Welt des Menschen ist wie der Meeresgrund, wo es sich formlos regt, halberkennbar in räthselhafter Gestaltung — Helles Licht hinein, was würde sich oft genug selbst bei den Reinsten, den Würdigsten bieten! Auch Dellheim saß vor feinen Begleitern, äußerlich das Bild männlicher Fassung, wie man einem ernsten Augenblicke entgegengehen muß; noch hatte er sich vollkommen in der Gewalt. (Fortsetzung folgt.) Druck und Verlag der G. D. Brühl'schm Buch- und Steindruckerei.