1850. Sonnabend de» 9 Februar Amtlicher TheLL Pietsch. Die Industrie-Ausstellung in Leipzig während der Ostermesse 1850 betreffend. Mit dem Jahre 1850 iß wieder ein Zeitraum von fünf Jahren feit der letzten sächsischen Industrie-Ausstellung verflossen; es ist daher im Jahre 18ä0 abermals eine solche zu veranstalten. Da während der Leipziger Messen fast alle einer solchen Ausstellung günstigen Umstände Zusammentreffen und gerade während der bevorstehenden Ostermesse die neuerbaute, zu diesem Zwecke besonders geeignete Centralhalle des Herrn Stadtrath Lurgenstein zur Verfügung steht, fo hat sich das S. S. Ministerium des Innern entschlossen, die Industrie-Ausstellung des Jahres 1850 in Leipzig Statt finden zu lassen, auch ist demselben dafür die kräftige Mitwirkung der städtischen Behörden zugesagt worden. Die besondere Geräumigkeit des zu Gebote stehenden LocalS, die für solchen Zweck äußerst günstige Lage Leipzigs und der nicht minder vortheilhaste Zeitpunkt der Messe machen es aber möglich diese Ausstellung Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwoch und Sonnabend. — Preis des Jahrgangs für Einheimische 1 fl. 30 fr., für Auswärtige incl. Postaufschlag 1 fl. 42 fr. auch den Producenten aller andern deutschen Staaten zu öffnen. Die unterzeichnete Commission hofft daher, daß ein zahlreiches Einfinden der Produete der gesammten deut« B e k a u m t m a ch u » g » ti= Miwischm in Nr. 17. d-r D-rmM-r I-ixng--ich,-«- der Ausstellungs-Commission zu Leipzig vom 10. v. M., welche wir nachstehend hier noch besonders ab- druckcn lassen empfehlen wir Ihnen, die Gewerbtreibenden Ihrer Gemeinden auf diese Bekanntmachung übechaupt, nameMliä) aber auf die unter Nr. 9. und 10. derselben^dewAusstellern gewährte PorofreiheN auf den König!. Sächs. Posten und Frachtvergütung besonders aufmerksam zu machen und dieselben zu zahlreicher Beschickung zu veranlassen. , 8 v In Verhinderung des Dirigenten v. Millich. Auswärts aboinnrt man sich 6ei allen Postämtern 3n (Siefen bei der Erped. tEanzleiberg Lii. B. Nr. 1.) — EinrncknngSgebuhr für die gespaltene Lorpuszeile r kr. der Stadt und des Regierungsbezirks Zu Nr. R. C. 842. Gießen am 4. Februar 1850. Betreffend: Die von der Königl. Sächsischen Regierung beschlossene Gewerbausstellung in Leipzig während der Ostermesse 1850. Die Großherzoglich Hessische t Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gießen an sänuntliche Gr. Bürgermeister dieses Regierungsbezirks. 6ßnt.if Säcbf Reaierung hat beschlossen, daß die im l. I. zu veranstaltende wächst Industrie- Ausstellung in Leipzig und zwar während der dasigen Ostermesse stattfinde und auch den Industriellen alle?übrigen deutschen Staaten gestattet werde, sich bei dieser Ausstellung mit den Erzeugnissen ihres Ge« 74 8) Alle Einsendungen erfolgen unter Adresse der Ausstellungs-Commission in Leipzig und sind mit einer Factur zu begleiten, welche mit der An- meldung leicht vergleichbar sein muß. Die Gegenstände selbst sind mit Etlguetten zu versehen, welche die Firnia des Einsenders enthalten müssen. Besondere firmen und Etiquettcn für die Ausstellung beizufügen, bleibt Jedem überlassen. 9) Alle Correspondenz mit der Ausstellungs-Commission, so wie alle 40 ^)funb nicht übersteigende Sendungen genießen innerhalb des Königreichs Sachsen Portofreiheit lind sind deshalb auf den Adressen deutlich als Gegenstände »für die Industrie-Aus siel lung» zu bezeichnen. Für sächsische Aussteller' wird diese Portofreiheit, sofern die Gegenstände leicht verpackbar sind und dadurch nicht die Stellung besonderer Beiwagen erforderlich wird, bis 100 Pfund ausgedehnt. 40) Für Gegenstände, welche nach Obigem nicht durch die Post emgesendet werden können, sollen'die Frachtkosten W die Emballage) für die Einsendung unbedingt, für die Rücksendung aber dann vergütet werden', wenn die Gegenstände, ohne daß sie verkauft sind oder darüber disponirt ist, wieder an den Erzeugungsort zurückgehen. Unerläßliche Bedingung der Frachtvergütung bei irgend bedeutenden Sendungen ist jedoch die rorherige Anmeldung und Annahme der letzteren. Man erwartet übrigens von solchen Einsendern, welche etwa gleichzeitig Maaren zur Messe schicken, daß sie die Ausstellungsgegenstände ganz getrennt halten oder im Falle der Belpackung erst durch ihre Leipziger Spediteurs oder Com- Missionairs an die Ausstellungs-Commission abgeben lassen, da sich die AuSstellungs-Commission mit der Aussonderung der Ausstellungsgegenstände aus größern Sendungen nicht befassen kann, auch die Portofreiheit ebensowenig, als die Frachtvergütung auf Sendungen bezogen werden kann, welche nicht ausschließlich für die Ausstellung bestimmt sind und mit der deshalb gemachten Anmeldung nicht übereinstimmen. 11) Sämmtliche Gegenstände werden zu dem von dem Einsender angegebenen Werthe durch die Ausstellunqs.Com- Mission gegen FeuerSgefahr versichert. Im klebrigen wird, ohne daß deshalb eine unbedingte Gewährleistung übernommen werden kann, gegen Beschädigung und Entwendungen aller irgend thunliche Schutz gewahrt werden. Jedem Aussteller steht frei, über sein Ei- genthum wahrend der Ausstellung entweder selbst, oder durch "neu der Commission zu bezeichnenden Bevollmächtigten Aufsicht zu fuhren. _ Beendigung der Ausstellung darf kein ausgestellter Gegenstand zurückgenommcn werden. — Dem Aussteller steht es frei, Gegenstände während der Ausstellung zu verkaufen und diesem Ende dieselben bei der Einsendung unter Angabe der Preise als verkäuflich zu bezeichnen. Es ist ledoch dann zugleich Jemand in Leipzig zu bezeichnen, oder bei den ausgestellten Gegenständen selbst aufzustellen (veral. 11) welcher zum Berka uf autorisirt ist. Der Commission ist dann anz,-zeigen, an wen nach beendigter Ausstellung die verkauften Gegenstände abzuliefern sind. 13) Die Einsender oder deren Bevollmächtigte erhalten zu dem suI,. 11. und 12. genannten Zwecke auf den Na- M ^9de Eintrittskarten für die Dauer der Ausstellung. . Ob und in welchem Umfange mit der Ausstellung eine Vertheilung von Auszeichnungen an Einsender und Ar- belter Statt stnden kann, bleibt noch besonderer Entschließung Vorbehalten und wird deshalb, so wie wegen Bildung eine? Prufungsfurp, seiner Zeit das Weitere veröffentlicht werden. Leipzig den lo. Januar 1850. ® te Ausftellungs - Commission. Dr. Weiiilr ch. schm Industrie die Herstellung eines möglichst vollständigen Bildes derselben ermöglichen werde. Die näheren Bestimmungen über diese Industrie-Ausstellung werden nunmehr in Folgendem zur allgemeinen Kenntinß gebracht: J Aw Ausstellung selbst findet vom 1 April 1850 ab, 3U Leipzig in der daselbst neuerbauten »Centralhalle« Statt. „ L) Zulässig zu dieser Ausstellung ist jedes deutsche ^ndustne-Erzeugniß, sobald es nach Qualität und Preis geeignet ist, den dermaligen Standpunkt des betreffenden Pro- duetionszweigs zu bezeichnen. 3) Ausgeschlossen sind: a) Erzeugnisse der schönen Kunst im engeren Sinne. b) Gewöhnliche Haudwerksarbeit, wenn dieselbe weder durch ausgebreiteten Absatz im Handel noch durch Neuheit des Materials, der Form oder der Erzcugungsweise, noch durch besonder,, Aufwand von Kunstfertigkeit sich auszeichnet. c) Der Selbstentzündung ausgesetzte oder sonst feuergefährliche Gegenstände, wenn sie nicht ganz besonders verwahrt sind. ," 3" Bezug auf Grüße und Quantität der ein- Gegenstände ist das zu vollständiger Bezeichnung überschreiten ^rikation erforderliche Maas nicht zu 5) Alle Gegenstände, insbesondere aber schwere und SDiiLjÄM'kl"" „Ausstellungs-Commission in Leipzig" auzumelden und zwar spätestens bis zum ' • 1 März 1850. ., Bor wirklicher Absendung der Gegenstände ist die Antwort der Ausstellungs-Commission abzuwarten Einsender vorher nicht angemeldeter Gegenstände haben es sich zuzuschreiben, wenn die Annahme unthunlich erachtet und die werden"sollte/ SoRen in ^'pZ-g deponirt «) Die Anmeldungen müssen enihalten: a) Die fpecielle Angabe der einzusendenden Gegenstände nach Art und Stückzahl. b) Den durch dieselben in Anspruch genommenen ^tach.nrrum (bei Maschinen und andern größeren Gegenständen). 0 e) Den Fabrikpreis, nebst Angabe, ob dessen Ber- offentlichung gestattet wird, oder nicht. ü) Den VersichcrungSwerth. o) Die Firma des Einsenders und das unterscheidende Fabrikzeichen. 0 «E/ »«men (oder die Firma) des etwaigen Bevollmächtigten oder Spediteurs in Leipria besonders zum Behufc der Rücksendung oder Disposition nach beendigter Ausstellung S) Außerdem sind Bemerkungen über Erzeuauna und Gebrauch, sowie besondere Eigeuthümlich- >"?^?7 — 4 50 200 4 24 —- — 2 14 — 170 4 — 170 3 30 — 3 40 — 3 44 200, 3 44 — 1 37 — — 3 — • — 2 30 — 2 30 — 2 48 200 3 — — — 1 28 — .— — — — — 4 30 — -— — ----------------- ! — — — —— — — — — — — — 6 — — — — 1J.----- 1 — — — - — Beilage zu M. 12. des Anzeigeblattes Vermischte Nachrichten. 196) Biedenkopf. An die Wähler des Wahlkreises GieHen für den Reichstag nach Erfurt. Freunde! Wir haben mit einander die Notbwendigkeit erkannt, daß das Volk seine Vertreter nach Erfurt sende, und wir dürfen hoffen, daß sich noch alle Freunde der deutschen Sache in dieser Ueberzeu- gunc> mit uns einigen werden. Zeit itt es nun, daß wir uns auch über den Mann einigen, dem wir vertrauen düifen, daß er neben Kenntniß der Dinge, neben gediegener Bildung, neben der Liebe für'ö Vaterland, auch den Muth unb die jetzt erforderliche Besonnenheit besitze, die Sache des Volkes vor dem Reichstage zu fuhren. Wir glauben diesen Mann in dem Herrn HoHerichtsrath Völckerzu Gießen gefunden zu haben, klns Allen ist er bekannt. In Lich, wo er seine erste Jugend verlebte, wo er späte, dem Richteramte vorstand; in dem ganzen Hinterlande, wo er als Asscffor zu Biedenkopf und Gla- denbach 8 u er ft in s Richteramt eintrat, lebt er bei dem Volke noch in freundlicher Erinnerung; Butzbach hat mit Lich eist neulich noch bewährt, daß er auch dort das alte Vertrauen noch besitzt und die Ach- a'e 011 ^ußte er auch zu Gießen zu behaupten, auch hier machte er dem Rtchtei stände Ehre, und als Staatsanwalt hat ihn selbst die entlegene Herrschaft Itter mit ganz Obcr- hesien kennen und achten gelernt. ■ ö 0 . . 9fn,?ic?r!n ®(nniie,^greiitite, laßt uns festhallen und seiner Tüchtigkeit und Biederkeit vertrauen, aß er als rüstiger, ehrlicher Kauipser für die Sache des Volkes auftreten und unser iii ihn gesetztes Vertrauen gewiß rechtfertigen wird. 1 ' Vöhl, am 21. Januar 1850. Der Ausschuß des Reichswahlvereins für den Bezirk Vöhl. Koch, Decan. R. Koch. Lynker. F. Prinz. Schwabe Gladenbach, den 24. Januar 1850. Das Comite des Reichstvahlvereius für den Bezirk Gladenbach. Leichtweiß. I. C. Reinhardt. bcrielb^’an °r^C^tn^er Unterzeichneten vollkommen einverstanden, und schließen sich Biedenkopf, den 25. Januar 1850. g. Schu«. P. W. Heinzerling. Lauer. Klein. F. Engelbach. Schildköter. Schaaf. L. Jäger. Dr. Goldmann. C. Lynker. Habicht. Trapp. Engelbach. Schneider. Dr. Pfeffer. Neidhardt. Battenberg, den 25. Januar 1850. Stammler, E. Großmann. Seipp. Jäger. Siebott. v. d. Tann. Möller. Flemming. ^^1) Das neue Preisverzeichniß frischer, achter in- und ausländischer Garten-, Feld-, Gras-, Wlnmen- imd HÄz-Gawem, ^tes Sortimentes der prächtigsten und neuesten Georginen 2C., die in der Samenhandlung von Wiemann in Quedlinburg zu haben sind, ist jetzt ausgegeben und wird von der Erpe- . ^lnzeigeblatts für die Stadt und den Regierungsbezirk Gießen, in Gießen gratis verabreicht. Dieselbe ist auch erbotig, danach gemachte Bestellungen zu besorgen. 82 Main Weser-B ahn. Vom 11. Februar 1850 bis auf weitere Bekanntmachung finden die Fahrten für den Personen- Verkehr auf der Main-Weser-Bahn zwischen Friedberg und Frankfurt a. M. in nachstehender Weise Statt. Reglement und Tarife liegen auf den Bahnhöfen zur Einsicht offen, Bon Friedberg nach Frankfurt a . M. Bon Frankfurt a. M. nach Friedberg Vormittags Nachmittags Vormittags Nachmittags :—........ j III. V. VII. /. VI. VIII. _____________________ u. IM. U.jM. U. HL IM. u. ian. u. i®. u.'M. U. IM. Friedberg Abgang 6 40 11 — 1 15 6 48 Frankfurt a/M. Abgang 8 — 11 8 4 5 6 56 Niederwöllstadt „ 6 53 11 13 128 7 1 Bockenheim „ 8 6 11 14 4 11 7 2 Großkarben „ 7 1 11 21 1 36 7 9 Bonames „ 8 18 11 26 4 23 7 14 Dortelweil „ 7 6 11 26 141 7 14 Vilbel „ 8 28 11 36 4 33 7 24 Vilbel „ 7 16 11 36 1 51 7 24 Dortelweil „ 8 34 11 42 4 39 7 30 Bonameö „ 7 24 1144 1 59 7 32 Großkarben „ 8 38 11 46 4 43 7 34 Bockenheim „ 7 36 11 56 2 11 7 44 Niederwöllstadt „ 8 49 11 57 4 54 7 45 Frankfurt a/M. Ankunft 7 40 12— 2 15 7 48 Friedberg Ankunft 9 — 12 8 5 5 756 Die Großh. Hess. Eiscnbahn-Bau-Direction zu Gießen. Laubenheimer. 198) Gießen. Wichtig für Auswanderer nach Nord-Amerika. Der Großh. Hess. Consul und Schiffsrbeder, Herr H. Serigiers in Antwerpen, hat mich beauftragt, für das, am 5. März nach New-Aork abgehende neu gebaute, gut eingerichtete und mit geräumigen Zwischendecken versehene Schiff Gus ton/ Gap Hain B l a a k o, Auswanderer zu dem billigen Preis von 83 52 st. für Erwachsene, ) , ,,n . . 45 fl. für Kinder, ( ju engagiren und lade ich deshalb darauf Reflectirende ein, sich bei mir ju melden. lieber Havre und London bietet sich bei mir jeden Monat 3 Mal Gelegenheit zur Reise nach New-Uork und New-Orleans und können sich Auswanderer, die diese Linien vorziehen sollten, bei mir einschreiben lassen. Gießen den 5. Februar 1850. Joh. Balth Noll Frischbäcker zu Gießen. Sonntag den 10. Februar. Moritz Wallenfels Wtw. am Wallthor. Christian Löbcr in der Neustadt. Christian Lampus an dem Seltcrsweg. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Alm 10. Februar. Morgens: Pfarrer Bonhard. Nachmittags: Cand. Reitz aus Romrod. (Probeprcdigt.) Hospital- Gottesdienst Um halb 11 Uhr: Freiprediger Balser. Kopulirte. Den 3. Februar. Ludwig Balthasar Wilhelm Martin Klingelhöffcr, Bürger und Fuhrmann dahier, des verstorbenen dieffgen Bürgers und Fuhrmanns, Philipp Klingel- Höffer, ehelicher Sohn; und Elisabethe Depbel, des OrtS- bürgers, Heinrich Depbel in Lollar, eheliche Tochter. Getaufte. Den 3 t Jansuar. Dem Bürger und Maurer, Christian Noll, ein Sohn, Friedrich Wilhelm Georg Karl, geboren den 5. Januar. Den 2 Februar. Dem Bürger und Wirth,Philipp Leib, eine Tochter, Sophie Luise Marie, geboren den 14. November 1819. Den 3. Febru ar Dem Bürger und Schuhmacker- meister, Ludwig Vetzberger, eine Tochter, Christiane Wilhelmine, geboren den 6. Januar. Denselben. Dem Bürger und Schloffermeister, Philipp Hirschfeld, ein Sohn, Jacob Ludwig, geboren den 10. Januar. Denselben Dem Bürger und Schmiedmeister, Georg Weidig, eine Tochter, Emilie Karoline Franziska, geboren den li. Januar. Denselben Dem Großherzoglichen Professor vr. Heinrich Buff, ein Sohn, Georg Wilhelm, geboren den 3. December 1819 Den 6 Februar. Dem Bürger und Postconducteur Johannes Bornträger, ein Sohn, Philipp Carl Christian Mar, geboren den 6. Januar. B eerdigte. Den 2. Februar. Mariane Ernestine Knorr, des Großhcrzoglichen Geheimeraths, Karl Christian Knorr, Ehefrau, geborene Hager, alt 63 I. 5 T., gestorben den 31. Januar. Den 6. Februar. Hcnnriette Johannette Noll, des Bürgers und Bäckermeisters, Heinrich Daniel Noll, Ehefrau, geborene Balser, alt 58 I, 4 M. 21 T., gestorben den 3. Februar. Die Pfarrgcschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Bonhard. Angekommene und abgereiste Fremde In den Gasthäusern. h» Einhorn - Hr. Rahn, Pfr. v. Niedcrweidbach. Hr. Schleußner, Reg.-R. v. Homberg. Hr. v. Wallebcn, Offiz, v Strelitz. Hrn. Kfl. Stein v. Nordhausen, Baff v. Berlin u. Wepsenreth v. Cassel. Ho. Wilker, Beamt, v. Werthheim Hrn. Kfl. Baumann v. Ukm, Specht v. Frankfurt u. Müller v. Bickenbach. Hr. Schneider, Prof. v. London. Hr. Löwenstein, Part. v. Frankfurt. Hr. Gröschel, Kfm. v. Cassel. Hr. v.lSell, Ober-Lieut. v. Cöln. Hr. Dittfurt, Obcrconfistorial-Rath v. Münden. Im Rappen: Hrn. Kfl. Weber v. Emmershäuserhütte, Spahn v. Frankfurt, Frahne v. Cöln u. Wachs v. Stutt- gardt. Hr. Schiller, Fabrik, v. Pforzheim. Hrn. Kfl. Stern u. Loeb v Frankfurt u. v. d. Rhone v. Lüdenscheid. Hr. Mgelius', Privatl. v. Bonn Frl. Wiegand v. Hannover. Hr Ratz, Kfm. v. Langensalza. Hr. Diehl, Buchh. v. Darmstadt. Hrn. Kfl. Scheller v. Homburg u. Kirchberger v. Lahnstein. im Prinz Carl: Hrn. Dccoti. Weller ö.' Roßdorf u. Lehr v. Florstadt. Hrn Kfl. Braun v. Frankfurt u. Brand v. Höchst. Hr.zRosenberg, Pferdchndl. r Ortenberg. Hr. Schönlein, Püvatm. v. Altenburg. Hr. Rausch, Sped. v. Großeichen. Hr Nikolaus, Ortseinnehm. v. Ilsdorf. Hr. Frank, Privatm. u. Hr. Rühl Schmidt v. Klcincichen. Hr. vom 6. vis 8. Februar 1850. Spamcr, Metzger v. Schotten. Hr. Eimer, Occon. v. Ilsdorf. Hrn Kfl. Adler v. Sterndorf u- Spamer v. Crainfeld. Hr. Schneider, Ingen v. Main. Hr. Sommeriad, Xplograph v. Stettin. Hr. Weiß, Occon. v. Berstadt Hr. Haper, Kfm. v. Steinfurt. Hr. Bingler, Sind. jur. v. Göttingen. Im Darmstaedler Haus: Hr. Geschäfts! Rudolph v. Ruppertenroth, Patz v. Freicnseen, Scheid v. Okarben, Drullmann v. Wetzlar, Rühl v. Annerod, Hillebrand v. Laubach, Jeckel v. Grünberg, Fenchel v. Grcdel, Ditschler v. Büdingen, Vogel v. Seemen u. Braun v. Wintcrberg. Hr. Volz. Rechn, v. Salzhausen. Hrn. Geschästsl. Schäfer v. Engelskirchen, Schreiber v. Schnialkaldcn, Löffler v. Reinfeld u. Kolberg v. Mainzlar. In den Privathäusern. Bei Hrn. Gastw. gerb. Maper: Hr. Steinberger, Kfm. v. Hungen. — Bei Hrn. Katastergeom. Euler: Hr. Lenz, Müller v. Altenbuseck — Bei Hrn. Schneidermeister Habe- nicht: Hr. Kratz, Cand. v. Hungen. — Bei Hrn Br. Stammler: Hr. Br. Haberkorn, Rcvierfstr. v. Orten, berg. —■ Bei Hrn. Conservator Geisel: Frau Heim v. Darmstadt. — 84 P n n Cin Besuch in dem Kloster La Trappe. (Fortsetzung) Neugierig zu wissen, was seinen Gleichmuth störe, wagten wir, Den werdenden Koch zu fragen, und erhielten als Antwort eine Reihe von andern Fragen: „Sind die Betten," fügte der gequälte Jüngling im reinsten Dialect des District, „sind die Betten nicht hart wie der Teufel? Riechen sie nicht wie der T—l? müssen sie Einen nicht krank machen, wie der Teufel?" Nachdem er auf diese Weise seinem Herzen Luft gemacht hatte, steckte er mit einem kräftigen dem Dasein des glimmenden Lichts ein Ziel, und tausend Verwünschungen murmelnd, vielleicht als Dessert für sein Abendgebet, kroch er in seine arg geschmähte place r» coucher. „Bon soir, mon ami!“ riefen wir nach einem augenblicklichen Stillschweigen aus unfern Betten. „Bon soir, messieurs!“ entgegnete mürrisch der Bursche, und setzte dann in einem Monolog voll hämischen Spottes hinzu: „In einem Krankenhause zu schlafen — Teufel! — in einem Krankenhause." „Wie?" riefen wir mit einer Stimme, „ein Krankenhaus ?„ „Ja wohl, ein Krankenhaus?" tönte das Echo von Neuem. „Wir liegen in einem Krankenhause des Klosters. Vor drei Wochen starben zwei Mönche hier am Faulfieber." „Danke! danke! Bon soir, mon ami!“ schrieen wir um seinen Mittheilungen zuvorzukommen, die uns vielleicht gesagt hätten, welches die Betten waren, worin die heiligen Brüder gestorben — ein historischer Punkt, der in diesem besonderen Augenblicke und für Personen in unfern Umständen keineswegs interessant oder der Aufklärung werth war. So wickelten wir von neuem unsere Decken dichter um uns, ergaben uns ruhig in den Gedanken, die Hebet, die wir hatten zu ertragen und überließen uns jenem stillen Sinnen, das dem Schlummer vorauszugehen pflegt, bis wir „vom Sorgen stillenden Schlaf in Schlummer geküßt" wurden. Da wir der Sonne nicht zuvorkommen wollten, wie ein Dichter sich ausdrückt, so hatten wir uns dem Schlaf bis in den Hellen, lichten Morgen hingegeben, als ein leises Flüstern: „Comment sc portent messieurs les voyageurs ?“ unseren Schlummer wie Zauberworte unterbrach. Wir schracken in die Höhe und erblickten eine lange, hagere Gestalt an unserem Bette, in einer groben braunen Kutte, deren über den Kopf gezogene Kaputze das fleischlose, unrasirte Gefickt des Fragenden halb verbarg. Als der Trappist, denn das war die Gestalt, uns erwacht und im Begriff sah uns zu erheben, um achtungsvoll auf seine Frage zu antworten, bat er uns mit ausgestreckter Hand, wir sollten noch ein oder zwei Stunden liegen bleiben, um unsere Glieder völlig von der gehabten Anstrengung t e s. sich erholen zu lassen, und als wir ihm versicherten, daß wir uns völlig munter und kräftig fühlten, legte er uns die Frage vor, ob es uns gefällig wäre zu frühstücken. Auf unsere bejahende Antwort schüttelte der Mönch uns herzlich die Hand und schritt langsam hinweg, die Nöthigen Befehle für unfern fernem Unterhalt zu geben und erweckte das Echo unferS Gemaches mit dem Ungeheuern Schlüsselbund, das an einem ledernen Riemen an feinem Gürtel herabhing und dem Klappern feiner gewaltigen Holzschuhe auf dem mit Ziegeln gepfiasterten Boden. Unterdessen hatten wir unsere unteren Kleider angezogen and wollten eben crines pectine deducere, als ein kleiner Mönch mit einem glatten Gesicht eintrat und mit dem freundlichsten Grinsen sich tief vor uns neigte, während er in einer Hand ein ungeheures Stück braunen Brodes und eine Schüssel und in der andern einen Krug mit zwei Trinkgläsern hielt. Als er seine Last auf einen kleinen eichenen Tisch in der Mitte des Gemachs abgelegt und gehörig geordnet' hatte, näherte er sich uns mit einer leisen Neigung des Körpers, lächelte und zeigte auf den Tisch um uns zu verstehen zu geben, daß das Frühstück bereitet sei. Die Bestandtheile unseres Mahls waren braunes Brod, Eider und vier ungeheure Rettige, die trotz ihrer Größe, der Geschicklichkeit der Gärtner in Sa Trappe alle Ehre machten und jedes derartige Product in England an Größe, Geschmack und jeder anderen Hinsicht weit hinter sich ließen. Einige Minuten darauf, als wir im strengen Sinne des Wortes frugales Mahl eingenommen hatten, erschien der kleine lächelnde Mönch wieder, der sich während wir aßen, zurückgezogen hatte und vertraute uns, daß er bereit sei, uns der Brüderschaft in gehöriger Form vorzustellen, woraus wir ihm versicherten, daß sein Wunsch uns ein Befehl fei. Als wir in die freie Luft traten und den äußern Hofraum überschritten, wurde unser Begleiter außerordentlich gesprächig und erkundigte sich neugierig nach unseren persönlichen Verhältnissen und ehe wir das große Thor erreichten, das den 'äußern Hof von den andern Gebäuden des Hofes trennt, wußte er, daß es in England Eisenbahnen und Dampfboote gibt und sogar, daß daselbst eine Königin regiert. Doch als wir dem Klostergebäude näher kamen, blieb er an einem kleinen Pförtchen stehen und fragte, nachdem er uns vom Kopf bis zu den Füßen betrachtet halte: ob wir teiue anderen Kleider bei uns hätten? denn so, fügte er hinzu, indem er auf das Staubhemd zeigte, das unsere Kleidung ausmachte, könnte er ja dem Abte und den andern Würdenträgern uns nicht vorstellen. (Fortsetzung folgt.) Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei. Ertra-Beilage zu Jß 12 des Anzeigeblattes. Deffemtliche Nachricht. Der Verein zur Abstellung deö Bettelns wird auf den Grund der anliegend abgedruckten von der Generalversammlung beschlossenen Satzungen im Laufe dieses Monats ins Leben treten. Wir werden uns bemühen, seine wohlthätigen Zwecke in Erfüllung zu bringen. Wir rechnen dabei auf die wcrkthätige Unterstützung unserer Mitbürger. Die SubscriptiouSliste wird nochmals in Zirkel gesetzt werden, und. zugleich die Erhebung der Beiträge vom 1. d. M. beginnen. Möge Niemand seine Theilnahme versagen. Gießen den 1. Februar 1850. Der erwählte geschäftsführende Ausschuß Küchler. Dr. Engel. Appel. Rühl. Kempfs. Fillmann. B. Vogt. Diery. Rosenberg. S O H A N g e N des in der Stadt Gießen zur Abstellung des Bettelns gegründeten Unterstützungsvercins. §. 1. Der Zweck des Vereins ist die Abstellung des Bettelns. . 2. Derselbe wird dieses wünschenswerthe Ziel dadurch erstreben, daß seine Glieder den Bettlern nichts mehr persönlich verabfolgen, sondern vielmehr vermittelst Beiträgen eine Kasse bilden, woraus die Hülfsbedürs- tigen Unterstützung erhalten. §. 3. Der Verein besteht aus denjenigen Eintvohnern der Stadt Gießen, welche nch zu velstung regelmäßiger Beiträge verpflichtet haben, sowie Denjenigen, welche nach Eingehung derselben Verpflichtung demnächst aufgenommen werden. Jedes Mitglied ist für das laufende Kalenderjahr verpflichtet und bleibt für das folgende Jahr gebunden, wenn cs nicht mindestens 3 Monate vor Ablauf des vorangehenden Jahres feinen Austritt an- gcmeldet hat. , m §. 4. Jedes Vereinsmitglied erhält an seine Hof-, Haus- oder Stubenthür ein Plakat mit dem ~uorte „Armen-Verein" angeheftet. Dasselbe bleibt Eigenthum des Vereins und muß bei dem Austritt aus dem verein an den Ausschuß zurückgegeben werden. 5. Die Verwaltungsgeschäfte des Vereins besorgt ein von demfelben gewählter Ausfchuß von 8 Personen. Derselbe faßt seine Beschlüsse nach einfacher Stimmenmehrheit. Zur Gültigkeit derselben wird erfordert, daß alle Mitglieder des Ausschusses geladen und von denselben wenigstens % erschienen waren, jährlich tritt davon die Hälfte aus und wird durch neue Wahlen ersetzt. Es geschieht dies das erstemal durch Ausloosung; in den folgenden Jahren tritt dagegen stets die im Dienste ältere Hälfte aus. Der Bürgermeister der Stadt Gießen soll überdies ständiges Mitglied des Ausschusses sein. §. 6. Die obere Aufsicht wird von dem Vereine selbst in Generalversammlungen geübt. Der Verein versammelt sich zu dem Ende jährlich wenigstens einmal im Monat October. Dem Ausschuß liegt die desfalls erforderliche össentliche Einladung ob. Die Beschlüsse des Vereins erfordern Stimmenmehrheit der erschienenen Mitglieder. Abänderung der Satzungen des Vereins erfordern jedoch vorerst eine Prüfung und Begutachtung von Seiten des Ausschusses. §. 7. Der Ausschuß ernennt und entläßt den Rechner, bestimmt dessen Gehalt, vorbehaltlich der Genehmigung der Generalversammlung gelegentlich der Voranschlags-Berathung, sowie dessen Cautionsleistung und hat seine Dienstführung zu überwachen. In der speciellcn Controlführung gegen den Rechner, wechseln die Ausschußmitglieder, etwa monatlich oder vierteljährlich ab. Derselbe nimmt ferner die neu angemeldeten Mitglieder auf. §. 8. Der Ausschuß hat die Unterstützungsgesuche zu prüfen und über die Verwilligungen zu entscheiden. Derselbe soll dabei von dem Grundsätze ausgehen, daß es vor Allem Pflicht der Heimathsgemeindc ist, ihre Armen zu unterhalten und daß der Verein nur bei Unzulänglichkeit der örtlichen Mittel eintritt. Er hat zu dem Ende namentlich darauf hinzuwirken, daß entweder die nöthigen Unterstützungsmittel im Gemeindevoranschlag vorgesehen, oder durch besondere Armenvereine aufgebracht werden. Wenn er wahrnimmt, daß eine Heimathsgemeinde die Erfüllung ihrer Pflicht vernachlässigt, so hat er die erforderlichen Mittel dagegen zu ergreifen und nöthigenfalls die Oberbehörde in Kenntniß zu setzen. §. 9. Ausgeschlossen von einer Unterstützung sind in der Regel alle arbeitsfähigen und solche Personen, welche sich einer Unterstützung unwürdig bezeigen, sowie Kinder. * StSX Ä.N M d.. «NH» Äf**8M™««M m MMdKUGM^^'d/LL MwW’*’ * ***"!* 9’Wa '** »*« W Mta *, .mm.»,. Itnt.rflSJung r.- 5* ÄuDnll^rne fyierboti tritt Bei Hün^lvertZBur^en ein cr^r^ < . .. Wenn ihre Wanderbücher in Ordnung sind und ihr gutes Betragen bezeugen En wÄ ".''Unterstützung, doch vor Ablauf eines Vierteljahres nicht wiederholt werden ie 3.* Llne foI*e Verwrlllgung darf je« einem eigenen Siegel in dem Wanderbuch angenwrtt Verabreichung der Gabe wird deshalb mit Mx •*i,M" «-»»•>—» m„ LHUK §. 13. Die Rücklieferung der Marken hat der Verein«-!«-^,,-. c . . . gcnwart des eontrolirenden Aussckuß-Mitglieds an den Bürgermeister -u bew^cken^ K?.n 2)Zonat8 in ®ei über eine als Ausgabsbeleg dienende Empfangsbescheinigung ^ausrustellen baben^ BeiÄ' \mfcl6cn 6ier: K L 8Wt - - -™ SruntfiJ.il mnnnfm, m.Ich, »ach »er"3S^l'l>'ue'tio?J“119»'1 Großberzogthurn Hessen Geltung haben. $ ” Älr(^en unb milt)en Stiftungen im ... ä MMMM LWSLKL “ L i» ÄÄ^Ä Sä 5ä**- *'»• s. M"n "" 1« «*» ... «nnqm. bLich' X’tn,.» di.f„ G ießen, den 12. Januar 1850. Der provisorische Ausschuß. Dr @n9eL F^ber. Schäffer. Rosenberg. Rühl.