Änzeigeblatt Stadt und des 1S5O Jtt 54 Amtlicher Th ei l Erscheint wöchentlich zwei Mrl: Mittwoch und Sonnabend. — Preis des Jahrgangs für Einheimische t ff. 30 ft., für Auswärtige incl. Poftausschlag 1 ff. 42 fr. Auswärts abonnirt man sich bei allen Postämtern In Gießen bet der Erped. (Canzlciberg Lit B. Nr. t.) — EinrückungSgebllhr für die gespaltene CordnSzeile 3 'r. der Regierungsbezirks Sonnabend den 6 Juli — Polizeiliche Bekanntmachung. Gesundene Gegenstände. Ein großer Schlüssel, ein Zuchtschweinchen taufgefangen), ein gelbstreifiger Doggenhund (zugelaufen). Gießen am 5. Juli 1850. Großh. Poltzeiverwal tung. Edictalladung. 1338) Grünberg. Oeffentliche Aufforderung. Ansprüche alter Art an den Nachlaß des Wilhelm Fuchs von Saasen und dessen Eheweiber, sowie dessen abwesenden Sohn Wilhelm sind binnen 4 Wochen sogewiß dahier anzuzeigen und zu begründen, widrigenfalls bei der Regulirung des genannten Nachlasses keine Rücksicht auf diese Ansprüche genommen werden wird. Grünberg den 18. Juni 1850. Gr. Hess. Landgericht das. W e l ck e r. Emmerich. Besondere Bekanntmachungen. 1387) Gießen. Vermißte Feuerei nt er. Die Feuereimer Lit. A. Nr. 145 und Lit. B. Vir. 90 sind bei dem Brande in dem Hause des Bäcker Wallenfels an der Kühgasse nicht zurückge- roort,c", und wird der Finder derselben zur Ablieferung hiermit aufqefordert Gießen am 1. Juli 1850. Der Bürgermeisterei-Vikar rj Rühl. 1394) Gießen. Der Pfandschein Nr. 20224 über einen schwarzen Frack, ist angeblich verloren gegangen. Da nun der Verpfänder das Pfand auslösen will, so werden diejenigen, weiche etwa Ansprüche an dasselbe bilden könnlen, aufgeforde>t, solche innerhalb 14 Tagen dahier zur Anzeige zu bringen, als ansonst das Pfand ohne alles Weitere verabfolgt werben wird. Gießen den 2. Juli 1850. Die Pfandhausverwaltung. Bieler. Pfeil. 1364) Gießen. Die auf Johannitog, den 24. d. MtS. fällig gewesenen Holzsteiggelder sind binnen 14 Tagen zur hiesigen Stadlkaffe zu bezahlen. Gießen deii 27. Juni 1850. Ter Stadirechner Enders. 1419) Ruppertenrod. Der von der Gemeinde Ruppertenrod voriges Jahr zum erstenmal auf den 2. August abgeballene Vieh- und Krämer- markt wird wegen dem jüdischen Feiertag auf Dienstag den 16. Juli d. I. verlegt, welches man andurch im Interesse des handeltreibenden Publikums zur allgemeinen Kennlniß bringt. Die Großh. Bürgermeister int Regierungsbezirk Gießen werken ersucht, dieses in ihren Gemeinden veröffentlichen zu lassen. Ruppertenrod den 3. Juli 1850. Ter Bürgermeister Kratz. 448 Versteigerungen. 1224) Gießen. Montag den 29 Juli d. I., Nachmittags 2 Ubr, sollcu auf dahiesigem Rathhaus die dem Christian Techcrt dahier zustehende zwei Aecker, als: Grundb. üiKlftr 4%s7 u-ss 54 Acker auf dem Sand, 44/226 2f 6 Acker in der Lichtenau, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 10. Juni 1850. Der Beigeordnete Rühl. 1290) Gießen. §)effentlichk Bekanntmachung. Erbvertheilnngshalber soll die den Kindern und der WiNwe des Melchior Mubly gehörige Mühle, Hofraithe II 87/69 alt, XXXI/,, neu bezeichnet und 111 Klafter Hofraithegrund haltend, die s. g. Kleinmühle zwischen Aliendorf und Trais an der Lumda gelegen, bestehend aus einer Mahlmühle mit 2 Gängen und einer Schlagmühle mit dem dazu gehörigen Mühlcngerätbe, sowie alt neu Klftr. XXXI/74 101 Grasgarten am Bruchtheil, 184/15 XXXI/73 132 Grasga-ten, 1SV,6 XXX!/, 5 253 Grasgarten hinter Klein- müller Holzstall, sowie von 18% XXXI/90 6 28 Giasgarten, 23 Ruthen, als ter Eingang zum Keller, ”7,3 xxxi/175.176 982 Wiese am Bruchtheil, 73 Rutben, untr von j85/17 31 Ruthen 8 Schuh weiter zum Hofraithegrund gehörig, welche Immobilien mit Ausnahme des Grundstücks ’•% und des Hofraithegrunds, auf welchem sich ein neuer Stall befindet, Erdleihe der Stadt Aüen- dorf sind, Samstag den 3. August d. I., Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhause in Aliendorf unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen meistbietend versteigert werden. Gießen den 10. Juni 1850. Großh. Landgericht. Ploch. 1420) Gießen. Gras - und Holz-Versteigerung im Revier Schiffenberg. F>eitag den 12ten Juli soll in den Gr. Domanial-Waldungen daS Gras von verschiedenen Wegen, Schmißen und Wiesen, worunter die Waldmeist.rs-, Kloster- und Brau- hofswiese, unter den vor der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Zugleich w'rd noch ein kleiner Holzrest, bestehend in: 1 Stecken Bucken Prügelholz, 2 „ „ Stockholz, 4 „ Weichholz „ 175 Eichen - Wellen, 400 Weichbolz- „ ausgeboten. Wer die VersteigerungSobjecte vorher einzusehcn wünscht, beliebe sich an den Gr. Forstschützen Schlag zu Baumgarten und Engelhard zu Hausen zu wenden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Credit bis Martinitag d. I. gestattet. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr an der Wald- meisterSwiesc. Gießen den 4. Juli 1850. Der Gr. Hess. Rcvierverwalter des Reviers Schiffenberg. V i g e l i u s. 1421) Butzbach. Main-Weser-Eisenbahn. Sektion Butzbach. Mittwoch den 10. d. Mts, sollen die Küchengeräthschaften der Baracken im Gambacher Wald und der Langgönser Hardt, sowie die Strohmatrazen, an die Meistbietenden öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist Vormittags 8 Uhr im Gambacher Wald. Butzbach am 3. Juli 1850. Der Gr. SectionS-Jngenieur. Eickemeyer. 1406) Gießen. Montag den Sten Juli, Vormittags 11 Uhr, soll auf dem Rathhause dahier ein Triebviertel UI der Gewann 14. Nr. 1. an der LiebigShöhe, früher in Benutzung von Georg Haubachs Wittwe auf mehrere Jahre an den Meistbietenden verpachtet werden. Gießen den 4. Juli 1850. Der Bürgermeister-Vikar Rühl. 1413) Gießen. Arbeitsverstcigerung. Dienstag den 9. Juli d. I., Vormittags 10 Uhr, sollen folgende, auf der Schloßruine Staufenberg zu fertigende Arbeiten, als: 1) Zimmerarbeit, veranschlagt zu 69 st. 24 ft. 2) Schreinerarbeit, „ „ 20 „ 45 „ 3) Schlosser - und Schmiedearbeit, veranschlagt zu.....10 „ 55 „ 4) Weißbinderarbeit, veransckl. zu 41 „ 30 „ unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen an Ort und Stelle an die Wenigstnehmenden öffentlich versteigert werden Die Voranschläge liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht offen. Gießen den 3. Juli 1850. Der Gr. Kreisbaumeisler Holzapfel. 449 1403) Gießen. Montag den 15. d. MtS., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Nathhaus auf freiwilligen Antrag deS Schlossermeisters Christian Burkhardt dahier die demselben zustehende Hofraithe, als: Grundb. UlKlftr. I/67l 20 Hofraithe auf dem Neuenweg, 4%28-22s 285 Acker, jetzo Garren im Gartseld neben Thorschreiber Herbert und Dr. Köhler, (aus dem Nachlaß des Gärtners Johannes Nicolai), öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 4. Juli 1850. Der Beigeordnete Rühl. 1408) Heuchelheim. Montag den 15ten Juli, Mittags 1 Uhr, soll auf dem Bureau des Unterzeichneten die Herstellung eines neuen Backofens nebst Lieferung der dazu erforderlichen Materialien versteigert werden. Heuchelheim den 2. Juli 1850. Der Bürgermeister S t e i n in ü l l e r. 1416) Ulrichstein. Die zu einer Hauptreparatur der Kirche zu Ulrichstein erforderlichen Zimmer- und Maurerarbeiten sollen Montag den 8. Juli l. I., Mittags um 1 Uhr, auf dem Soumissionswege auf dem Bürgermeiste- reibüreau dahier vergeben werden, wozu man alle zur Uebernahme Lusttragenden zur bestimmten Stunde einladet — und werben die Bedingungen bei der Vergebung bekannt gemacht werden. Ulrichstein den 28. Juni 1850. Der Bürgermeister B i r y. 1401) Launspach. Mittwoch den 10. Juli d. I., Morgens 10 Uhr, soll die Jagd in der Gemarkung Launspach in der Wohnung des Unterzeichneten, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich meistbietend versteigert werden. Launspach den 3. Juli 1850. Der Gemeinde-Vorsteher Bechthold. 1348) Hoh ensolmS. Mühlenverpachtung. Die Frstl. Solms'sche Mühle auf der Gellenbach, ohnweit Bischoffen, Regierungsbezirks Biedenkopf, im Großherzogthum Hessen, mit 2 Mahlgängen, einer angehängten Hirsenmühle und Mahlgeräthe, sammt Wohnhaus, Scheuer, Stallungen und einem Backhause, sowie ungefähr 2% Morgen Garren, Aecker und Wiesen soll Freitag den 19. Juli d. I., Morgens 10 Uhr, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen s. r. auf 9 Jahre vom 1. August d. I. an, bei hiesiger Rentei meistbietend verpachrct werden. Die Bedingungen können schon jetzt bei hiesiger Rentei eingesehen werden. Hohensolms den 24. Juni 1850. Der Frstl. Solms. Rentmeister R e i ch m a n n. 1397) Gießen. Montag den 15. Juli, Nachmittags 1 Uhr, soll die diesjährige Crndte von sämmtlichen Grundstücken der Conrad Noll's Wittwe gehörend, an Ort und Stelle meistbietend verweigert werden und wird der Anfang am Wismarer Weg gemacht. Die Zusammenkunft ist am Neustädter Thor bestimmt. Auch sollen sämmtliche Grundstücke, wie solche nachstehend beschrieben sind, auf Elb- und Eigen- thum, 8 Tage später, als Montag den 22. Juli, Nachmiliagö 2 Uhr, auf dahiesigem Raihhaus an den Meistbietenden versteigert werben: Alt Neu □Sifit. 449/ /2OO 1127a 9 Hofraum mit Stall auf dem Burggraben, 14 57 278 Acker am Wismarer Weg über dem Schwalbachischcn Acker, i Acker, stößt auf den WiS- 6d 84 356 7 85 434 i märet Weg, 1b Idd Idd 11 12 13 719 Acker und Wiese am Wismarer Weg, 2 13a öl 761 Wiese unter der Hardt am 14 7| Gleiberger Weg, 8 37 21 1 1059 Acker auf den Gleiberger 36 22 Weg, 33a 251 j 498 Acker auf den Gl.ibergcr 33 26' Weg, 30 34 166 Acker daselbst, 6 57 716 Acker auf den Läufertsrö- der Weg, 19 166 600 Acker, die krummen Acker, auf den Läuferlsröder Weg, 10a 216 217 156 j 156 i Acker auf der großen Weide, 9 44 528. 1 Acker an der Rodheimer 10 45 552; Straße hinter den Schieß- 11 46 816] 1 gärten, 4 5 6 396 Acker auf der Hohleiche, 9a 239 355 Acker am Steinbrunnen, 5a 7 261 Garten am obersten Nie- gelpfad, 9a 211 138 Wiese am untersten Riegcl- pfad, stößt aus das Bruch, 255 ( 370 Acker am untersten Rie0 260 i gelpfad, 3 84 i 300 Wiese in der Stephans- 851 mark an der Schoor, 450 Alt Neu OKlftr. Acker am kleinen Steinweg, 5 143 148 4 231 330 Wiese am Lumpengäßchen, 235 j 804 Wiese daselbst, stößt auf 4 236 s das Bruch, 53 ( 519 Acker und Wiese am Oh9 51s lenberg, 31 69 796 Acker aus der Weißerde, auf den Erdkauter Weg, 4a 70 491 daselbst, 5 71 473 daselbst, 11 19 247 Acker im Altenfeld an den Gärten, Wiese an der Chaussee am 10 51 282 Wallthor, 26a 51 291 Acker an dem Badenburger Fußpfad. Gemarkung Wrefeck. litt Neu DStftr. 3 37 381 Wiese an der Gänsbach, 1 91 598 Wiese am Sauergraben, Gießen den 4. Juli 1850. In Auftrag: C. Wei big. 1333) Hanau. Versteigerung von sämmtlichen zur Posthalterei der Frau Poststallmeister Bogelhubcr gehörigen Gegenstände, welche wegen Abgabe des Poststalls, Mittwoch den 10. Juli l. I., von Morgens 10 und Nachmittags 2 Uhr an, in dem Posthofe zu Hanau gegen gleich baare Zahlung statlfindcn wird, und zwar: 34 Pferde, 6—11 jährig, eine Droschke, 4 grün lackirte Wagen mit Glasjalousien, ein sechssitziger Personenwagen, 6 Chaisen, gelb lackirt, ein Kastenwagen mit eisernen Achsen, ein großer Leiterwagen, 3 Fcllcisenkarren, sämmtlichc Pferdegeschirre, Sättel, Kummete rc., ein feiner Sattel, mehrere plattirte und lackirte zweispännige Geschirre, , , r ein ganz neues Geschirr für einen vlerspanm- gen Zug, ein Iagdschlitten mit Zubehör. Hanau am 20. Juni 1850. 1430) Gießen. Von dem Gr. Forstmeister Herrn v. Buseck hat der Unterzeichnete den Auftrag erhalten, dessen von Handelsmann Levi Cahn erkaufte Hofraithe alt. neu. i5%3 ’77oo %oo 39 Klafter Haus mit Hofraum, Hinterhaus und Stall einer öffentlichen Versteigerung auszusetzen. Hierzu beraume ich Termin auf Donnerstag den 18ten Juli, Vormittags 9 Uhr, an und ersuche Steiglustige, sich in diesem Termine auf meinem Geschäftszimmer einzufinden. — Die Versteigerungsbedingungen, welche im Termine bekannt gemacht werden, liegen jederzeit zur Einsicht bei mir offen. Gießen den 4. Juli 1850. Dr. Eckstein, Advocat. 1411) Gießen. Montag den Sten Juli, Abends 8 Uhr, soll das Heugras von der der Neuweger Schäferei- Gesellschaft gehörigen Wiese an der Erdkaut, zwei Morgen haltend, in der Wohnung des L. Herbert meistbietend versteigert werden. Feilgeboten. 1414) Gießen. Guten Aepfelwein, die MaaS zu 16 kr., verzapft Georg Lenz, in der Neustadt bei Gg. Reiber. 1402) Ein vorzüglich wachsamer Hofhund ist zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition d. Blattes. 1139) Gießen. Tapeten in großer Auswahl in allen Farben und den neuesten Mustern sind zu 10 kr. per Stuck vorräthig in der Tapetenfabrik von Zu vermiethen- 1422) Gießen. Eine Familienwohnung ist zu vermiethen und gleich beziehbar bei Georg Vogt auf dem Seltersweg. H. Hochstätter. 1328) Gießen. Das seither von Herrn Hof- gerichls-Secretär Balser bewohnte, und mit allen Bequemlichkeiten versehene Logis ist anderweit zu vermiethen und bis den 1. September d. I., auf Verlangen auch eher, zu beziehen. Daniel Stamm. 451 1382) Gießen. DaS bisher von Hrn. Uni- versiläts-Diener Schwarz bewohnte Logis ist ander- weit zu vermiethen und bis den 15. Juli zu beziehen. Auf Verlangen kann auch die mittlere Etage beigegeben werden; das Logis kann jedoch insofern erst den 1. September bezogen werden. C. L. Reiß am WaUihor. 1409) Gießen. Das seither von Herrn Lehrer Braun bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und bis den 1. October beziehbar. Gärtner Schmitt. 1425) Gießen. Zwei freundliche Zimmer ohne Möbel, wenn es gewünscht wird, mit Hinzugabe von Küche, Keller und Kammern, sind zu vermiethen in den Neuenbäuen bei Wilhelm Keller. 1417) Gießen. Ein Familien-Logis, bestellend aus 3 Stuben, Küche, Kammer, Keller und Holzplatz, ist zu vermiethen und sogleich beziehbar bei Georg Lony auf dem Neuenweg. 1399) Gießen. Meine Scheuer mit gediehl- ten verschließbaren Böden ist zu vermiethen. G. Schmidlborn. 1410) Gießen. Eine kleine Familienwohnung, bestehend in 2 Stuben, einigen Kammern und übrigem Zugehör ist zu vermiethen. N. Kratz. 1432) Gießen. Ein Familien-LogiS ist zu vermiethen und bis den 1. August d. I. beziehbar. W. Plank, auf der Mäusburg. Vermischte Nachrichten. 1412) Gießen. Dienstag den 9ten Juli, Abends 7 Uhr, soll die Rechnung der Vieb - Assecuranz abgehört werden und die Wabl des Rechners vorgenvmmen werden, wozu die Mitglieder derselben eingcladcn werden. Fr. Müller. 1423) Gießen. Wirtschaft- und DadeeröTnung. Ich zeige hiermit ergebenst an, daß ich in meinem Garten am Wetzlarer Weg, rechts des Balln- hofs gelegen, eine Wirlhschaft mit Kegelbahn eröffnet habe, außerdem habe ich auch ein Badehaus in der Lahn aufgestellt, das ich zur besonderen Aufmerksamkeit dem hiesigen Publicum empfehle. Stets werde ich mich bestreben, meinen Gästen mit sehr guten Getränken und Speisen aufzuwarlen. Philipp Schm all, am Bahnhof. 1415) Gießen. Zwei Knechte können sogleich gegen wöchentliche Vergütung von 1 fl. 12 kr. in Dienst treten. Ausgeber dieses Blattes sagt: wo? 1405) Gießen. Der Unterzeichnete, ein Eisen- bahnarbeiter, hat heute Morgen von der Schoor am Neustädler Thor durch die Neustadt bis an die Wcttergasse, sieben Gulden in ein Papier gewickelt, verloren. Der ehrliche Finder wird ersucht, dieselben an die Erped. d. Bltts. abzugebcn. Gießen den 3. Juli 1850. Jacob Lotz von Allendors. 1326) Gießen. Ich beabsichtige eine Partie Shirting-Hemden machen zu lassen. Die zu dieser Arbeit Lusttragenden wollen sich bei mir anmelden. Gießen den 24. Juni 1850. G. E. Böhm. 1431) Gießen. Ich warne hierdurch Jeden, weder auf meinen noch meiner Frau Namen etwas zu borgen. v. Massow. 1418) Gießen. Eine Kette von einem Wagen ist gesunden worden und kann bei Schreiner Zimmermann in Empfang genommen werden. 1407) Reiskirchen. Dem hiesigen Schwein- Hirt, Conrad Alback, ist unterm gestrigen Gießener Markt beim Nachhaustreiben ein % Jahr altes Bickschwein, welches in der rechten wie in der linken Seite einen schwarzen Flecken hat, zugelaufen. Der Eigenthümer kann dasselbe gegen Bezahlung des Futtergeldes und der Einrückungsgebühr dahier erhalten. Reiskirchen den 4. Juli 1850. Schäfer, Bürgermeister. Gießen. Vom 7. bis inel. 13. Juli d. I. hat die 4. Compagnie der Bürgerwehr die Feuerbereitschaft und den Ordvnnanzdienst. Das Commando der Bürgerwehr. Fresenius (1398) 1424) Gießen. Sonntag den 14. Juli findet eine Abendunterchaltung des hiesigen Arbeiter-BildungS-VereinS im Saale des Prinzen Carl statt, wozu alle demokratisch gesinnte Einwohner Gießens höflichst eingeladen werden. Diese Unterhaltung besteht itt Tanz, und während der Pausen wird der Arbeiter-Gcsang-Verein die Gesellschaft unterhalten. Eintrittskarten sind bei der Erpedition des Zuschauers und bei den Herren I. Kunz, Ehr. Müller und PH. Flett I. in der Mühlgasse zu dem Preise von 18 kr. von nächstem Dienstag an, zu haben. , 1^04) Gießen. , Das Sextett der Musik vom Großherzogl. Hessischen Leibregirnent in W o r m s spielt Samstag den 6. Juli bei L. König, Sonntag „ 7. „ auf'm Schiffenberg und Montag „ 8. „ „ Lovö'schen Felsenkeüer. 452 1400) Wieseck. Harmonie - Ma'sik findet Sonntag den 7- d Mts. durch das vollständige Muükcorps der Wetzlarer Garde-Reserve bei mir statt. Wieseck den 4. Juli 1850. C. Kliebe. 1426) Gießen. Heute, Samstag den 6. d. Mts., ist auf dem Heyer'schen Felsenkeller Blasinstrumental-Musik, ausgeführt durch den größten Theil der hiesigen Musiker, anzutreffcn. 1428) Gießen. ($6 ist erfreulich, daß Herr Bürgermeister-Viear Rühl inner Nr. 1324 versucht hat, sich au rechifer- tigen. Allein ich, der Unterzeichner dieses, frage einen Jeden: Mußte nicht der Herr Bürgermeister- Vicar Erstem von der abzuhaltenden Versteigerung sogleich in Kenntniß setzen, und konnte ohncdieß dieselbe genehmigt werden, da Justus Kann als angeblicher Compagnon nicht allein handeln, ich vielmehr als Mitletztbietender, dem gar keine Notiz zugegangen war, den Ausschlag geben konnte, und auch ungefähr */4 Stunde nach der fr. Versteigerung unter dem Nachgebot von 100 fl. gegen dieselbe protestine? Ob Rathsdiener Moll einen Verweis erhallen hat, kann mir nichts nützen und überdieß ganz gleichgültig sein. Nun kommt die Frage: Wer ersetzt der Stadt die 100 fl.? Ich möchte wünschen, daß dieselben schleunigst erecu- tivisch von dem Schuldtragenden beigetrieben würden. Gießen den 4. Juli 1850. H. Rothauge. Frischbäcker zu Gießen. Sonntag d-n 7. Juli. Ludwig Kämmerer auf dem Seltersweg. Adolph Keil in der Neustadt. Carl Noll in dm Neuendäuen. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. G o t t e s d i e n st. Am 7. Juli. Morgens: Kirchenrath Dr. Engel. Nachmittags: Pfarrer Bonhard. Hospital-Gottesdienst. Um halb 11 Uhr. Zreiprediger Balser. Kopulirt. Den 30 Juni. Wilhelm Conrad Christian Martin Schwall, Bürger und Drechslermeister dahier, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Seifensieders, Balthasar Schmal!, ehelicher Sohn und Sophie Magdalene Weigel, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Schreinermeisters, Kaspar Weigel eheliche Tochter. Auszuleihen. 1429) Gießen. 2300 bis 3000 fl. liegen gegen gerichtliche Sicherheit in hiesiger Stadt zum Ausleihen bereit. Näheres hierüber bei Ferdinand Mayer- 1427) Gießen. 30 fl sind gegen genügende Sicherheit in hiesiger Stadl auszuleihen. Näheres bei der Erped. d. Bllts. Gold- und Silber-Cours vom 4. Juli 1850. Gold. fl. kr. Pistolen............. ■— — Pr Friedrichsd’or......... 9 52! Holl. 10 fl. Stücke......... 9 52 Rand-Ducaten.......... 5 37 20 Francs-Stücke......... 9 37J Engi. Souvcrains......... 1 58 Gold al Marco.......... — — Silber. fl. kr. -- Laubth., ganze.......... — — Preuss. Thaler.......... 1 45| 5 l-rankenthaler ......... 2 2lZ Hochhaltig Silber......... 24 32 Gering und mittelhaltig....... — — --—------------------------------ — .... Disconto 2 Papier. Getaufte Den 30. Juni. Ein unehelicher Sohn, Heinrich Carl, geboren den 16. Juni. Denselben. Dem Bürger und Schneidermeister, Heinrich Wiedemeper, ein Sohn, Wilhelm Theodor, geboren den 17. Juni. Denselben. Dem Ortsbürger zu Trebur und Geometer dahier, Johannes Körner, ein Sohn, Georg Ludwig, geboren den 1. Juni. Denselben. Dem Großh. Professor Dr. Heinrich Will, eine Tochter, Sophie Julie Wilhelmine, geboren den 18. Mai. Beerdigte Den 28. Juni. Ein unehelicher Sohn, Johann Carl Emil, alt 11 T., gestorben den 26 Juni. Den 30 Juni. Heinrich Mar Martin Wilhelm Hilgardt, des Bürgers und Seilermeisters, Daniel Hil- gardt, ehelicher Sohn, alt 11 M. >2 T., gestorben den 29. Juni. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. Angekommene und abgereiste Fremden In den Gasthäusern. im Einhorn: Hr. Weigand, Partik. v. Leipzig, hr. Braune, Amtm. v. Winninge. grl. Stern v. Böhl. Hr. v. Heffrrt, Lieutn. v. Darmstadt, hr. Langsdorf, Pferde- händl. v. Battenberg Hr. Schmucker, Act. v Böhl. hrn. Kff. Pfenning, Singe u. Jacobson v. Hamburg, Rosenthal u. Stein v. Frankfurt, Hahn v, Mainz, Mackensee v. Äroß- vvm 3. bis 5. Juli 1850. gerau, Baumgarten v. Odenkirchen, Reppert v Saarbrücken u. Bumschhagen n. Elberfeld. Mad. Dietzel v. Hanau. Fr. Riehl v. HerAugen. Frl Schäfer v. Frankfurt. Hr. Scholl, Parti! v München. Hr. Hochmuth, Rent. v. Hannover Hr. Schmidt, Fabrik, v. Fürth, hr. Sommer, Amtm. v. Prag. Hrn. Kfl. Laufenstein v. Frankfurt, Ballinger v. Stuttgart u. Müller v. Mainz. 453 Im Rappen -. Hr. Weber, Warm, v. Echzel. Hr. Delius, Geh.-R. ö. Arnsberg. Hr. Baron v. Briegcleben V. Darmstadt. Hr. v. Millhling, Ritter-Guts-Bes v. Cassel. Hr. Wauschke, Prof. v. Bern. Hrn Handelst. Leoi u. Rantel v. Erdhausen. Hrn. Kfl. Spier, Wagner u. Rossel v. Frankfurt, Grobe v. Hanau, Schottenfels o. Offenbach, Nußbaum v. Niederkleine, Sonnenberg o. Asslar, Seligmann v. Hamburg, Rothschild v. Vöhl, Homberger v. Alzep u. Köhler v. Arau. Hrn. Partik. Bogt v. Texas, Rollmann v. Ulm u. Warret v. Aachen Hr. Richard, Künstl v. Paris. Hr. List, Chem. v. Göttingen Hr. Roße, Gutsbes. v. Lattgenbonn. Hr. Rühl, Verwalt, v. Hofheim. Hr. Rerrotd, Mechanik, v. Jena. Hr. Hartmann, Maler v. Darmstadt. Hr. Dr. Burkhard, Priv -Doc. v. Berlin. Im Prim Carl -. Hr. Urff, Condil v. Bockenheim. Hr. Hahr, Uhrenhndl. v. Schönach. Hrn. Kfl Hippmann v Braunfels, Leoi v. Frankfurt, Kaufmann v. Schotten, Gellweiler v. Vilbel u. Nathan v. Bingen. Hrn. Oecon. Renier v Klosterthron, Eifert v. Wallenrod u. Lang v. Schlitz Hrn. Geschäftsl. Katz v. Wertheim, Fröhlich v. Ulrichstein, Wertheim v. Hatzbach. Höpfner v. Schweinsderg, Reim o. Bromskirchen u. Schäfer v. Bornshausen Hrn. Kfl Weiler v. Trier u. Berger v. Altona. Im Darmstaedter Baus: Hrn. Geschäftsl. Scheuer v. Heldenbergen,. Schiff v. Oberkleen, Felsing v. Felda, Fep v. Holzhausen, Drullnmnn v. Wetzlar, Braun u. Wahl v. Winterberg, Biidel v. Dillingen, Kuhl v Homberg, Selzer u. Montrcll v. Winterberg, Römer v. Schwengeroih, Paul- mann o. Lollar u. LitsHIer v. Büdingen. Frl. Wenzel v. Rcuhersen u. Wiener v. Münden In den Privathäusern. Bei Hrn. Adv. Briel: Fr Mangin v. Paris. - Pej Hrn. Lampus, Frl. Schlatter v. Frankfurt. — Bei Hrn. Noll 11 : Frl. Bastian v. Bischoffen. — «ei Wtw. Matthias : Frl. Franz v. Weidenhauscn. — Bei Hrn. Busch im Garten: Fr Kreisr. Sleppes v. Darmstadt. — Bei Hrn. Kfm. Jahreis: Fr. Kfm Plitt v. Marburg. — Bei Hrn. Schneidern,str. Vogt, Frl Kreckmann v. Darm- stadt. — Bei Hrn Prof. Dr. Klein: Hr Frech, Dr. med. v. Frankfurt — Bei Hrn Goldarb. Heinrich: Frl. Jordis v. Darmstadt. — Bei Bürgcrm. Schneiders Wtw.: Fr. Schalk v Mainz. — Bei Fr. Hofger R. Müller: Hr. Dieffenbach, Stud. theol. u. Frl. Dieffenbach v. Brockenheim — Bei Hrn Bürgerin.. Geh. Fader: Frl. Jung v. Heuchelheim. — Frucht- und B r k t u a l i s n p r e L s e. Viktualienpreife Fleischtaxe Brodtaxe per Pfund Kl Mehl Marktpreise 2 4 2 4 5 11 1 1 N ’ E Ochsenfleisch Kuhfleisch . Rindfleisch . Kalbfleisch . Schweinefl. . Hammclfl. . Schaaffl. . . Leberwurst . gem. Wurst. Bratwurst . Schwartem.. Blutwurst . geräuch. Speck Schinken . . Dörrfleisch . Rindsfett Hammelsfett Schweineschmalz, ausgelassenes . dgl., uuausgel. Für 1 Fr. Wafferweck. . „ 1 kr. Milchbrvd . . „ | Waizen- | Kornmehl besteh **• I Itt' Grünberg ) |.ft. |®. Maas Milch .... Pfund Butter . . . auch . . Handkäse..... Eier...... Pfund Waizenmehl . . „ Geschw. Vorschuß Piund^ic.Jum .lifls ist.solchem von berfelben Gattung bestehen, und zwar auf 10 Psd. nichi mehr als anderthalb SLn"^ Kövke, Füße, GeLub, wie auch die ganz ämigen und"W - , , s «6 e •8 c 6-? S s cv s kr. ps. kr. Pf. kr. Pf. kr.!pf. 1 kr. Pf. 11 9 2 — 11 — LU rii 77 8 7 ”1 8 2 _____- — 7 2 — ____.. _ 6 — — — 5 _ — _ 5 __ 1 9 — — — 8 2 — — 9 9 — — — 8 _ _ 8 —1 — — — — — — — 12 — — — 10 _ — __ 12 _ 8 — 14 — _ _ 12 — — — 14 — 16 — — 16 — — — 14 -— 14 — — — 12 — —— — — _ 20 _ _ 20 — — — 18 — 13 — ...... _ 15 ___ __ 14 13 -— — 15 — _ _ 14 __ 20 — — — 16 — — — 18. — 20 — — — 16 — — — 16 — 20 __ _ _ __ _____ 18 17 — — —! 16 — — — 16 — 5 1 Sich. 1 den 7. Febr. | Laubach. Butzbach den 21. Juni , kr. Pf. fr. Pf. kr. Pf- kr. Pf. kr. Pf KM» ** -** «KM 4 — — — 4 1 3 3 8 — 8 — 8 — 8 -- 7 2 4 2 — — —- -- 4 3 1 9 — — — 9 — 9 2 8 1 8 O 1 «i O T. Q Q T. Q 6 — 5 — 6 — — — 6 2 kr. Pf ft. Pf. kr. Pf. kr. Vf. fr. Pf- ■UV ■M ■W» .-Wö n 6 15 16 — — — — — — — — — 8 — — —r- 8 — — — — — — ----------1 — — — —! — — — —' — — —— Fruchtpreise Frucht- 9ot« tung. 3 Gießen j Juli. | Ärunberg 29. Juni. | Lich i 6. Juni Friedberg । 26. Juni. | Mainz 8. Juni Marburg Weytar 29. Juni. Scheffel ___________ M a l t e r. Mott Pf- JL kr Pf., fl- fr. Pf. fl. | fr. Pf. fl. fr. JPf. J. fr. 40 30 36 u-t Illi I I fr. JL.|fU 2 24 1 43 1 28 s 1 — 2 Waizen . Korn . . Gerste. . Hafer. . Erbsen. . Ansen . . 200 200 170 1 1 45 20 10 15 200 6 190 4 170 4 — 3 40 50 200 190 170 120 6 i 40 5 — 4 — 3 — 5 — 8 — i 1 1 1 1 1 | CO CO | | 30 30 200 7 200 5 200 — 200 3 — ! — 454 Dun Novelle von Beierrd Hn GUferk. 1 Ein Wendepunkt im Leben! Er tritt nur zu oft Co überraschend vor uns hin mit der Forderung: „Wähle!" daß wir nicht mehr Zeit haben, die Wahl recht zu bedenken. Zur Entscheidung gedrängt, von dem Einflüsse des Moments bestimmt, ergreifen wir schnell, was uns das Rechte scheint, und cs zeigt sich zu oft, daß es nur das Nächste gewesen. Die Morgensonne eines schönen Sommertages, kaum aufgegangen, beleuchtete eine solche zweifelhafte Wahl ganz in der Einsamkeit. Ein junger Mann, der zu Pferde auf einer Berghöhe hielt, war in ernsten Seelenkämpfen begriffen, das verrieih sein düstres Auge, sein bleiches verkrampftes Antlitz, die heftig athmende Brust; unruhig irrte sein Blick bald in das reizende Thal zu seinen Füßen, bald in den Tannenforst, der sich in seiner nächsten Umgebung zu beiden Seiten ausdehnte. Sollte er den Weg verfolgen, der ihn zur Höhe geführt hatte, oder umkehren, wohin es ihn mit den mächtigsten Triebfedern, Liebe und Ehre, drängte? Ein überraschend schönes Landschaftsbild lag vor ihm in der Tiefe. Bon einem reichen und prächtigen Ringe der großartigsten Parkanlagen umfaßt, blickten Vie freundlichen Gebäude eines Städtchens herauf, schimmerte der alterthümliche Bau eines Herrenschlosses mit runven Ecklhürmen; man konnte die geschmackvolle Blumentapifferie in der Nähe deutlich an der Farben- vracht erkennen, jenseits blitzten die Wasseradern, welche aus dem belebenden Strome des Thales mit pcherer Kunst in alle Fernen geleitet waren, und ein Höhenrand in weitgeschwungenem Bogen, wirksam schattirt mit Waldpartien und einzelnen Baumgruppen, schloß den Hintergrund. In jenem Schlosse waltete noch aller Zeilen Gastfreiheit im grandiosen Style des Herrenstandes, der junge Mann hatte es kaum verlassen und die gebieterische Stimme der eignen Brust mahnte ihn zurückzukehren; konnte er denn widerstehen? Sein Pferd bohrte auf den Zügel und drängte thalwärts — da faßte er sich gewaltsam, warf das Roß plötzlich herum und schlug im gestreckten Laufe den Waldweg ein, der nach wenig Sprüngen das zauberische Bild hinter ihm versinken ließ. Zu derselben Stunde lag im Schlosse wie in der Stadt Alles noch im festen Morgenschlafe, denn es war zu Ende Junis, wo die Sonne vor drei Uhr aufgeht. Nur in ein Zimmer, sorglich mit Jalousien verfinstert gleich allen übrigen, welche die Herrschaft und ihre Gäste bewohnten, trat leise ein Diener, näherte sich dem mit allem Luxus ausgestatteten Bette, auf welchem sein Herr unter der leichten seidenen Decke schlief und berührte sanft dessen Arm. Der Schläfer mochte, in süßen Träumen befangen, diese Berührung ganz falsch deuten, denn seine Lippen flüster- Druck und Verlag der G. D. Br t e s. ten bewußtlos einen Namen, der jedenfalls dem Diener nicht gehörte und ein boshaftes Lächeln in dessen Gesicht rief. „Das würde Ihnen freilich besser gefallen!" murmelte er schadenfroh und griff das Wecken jetzt schärfer an. Der Schläfer fuhr mit einer unangenehmen Empfindung auf. „Was gibt's?" ries er schlaftrunken. „Es ist drei Uhr," sagte der Dienet. „Ew. Gnaden haben befohlen, um drei Uhr geweckt zu werden." Wäre es hell im Zimmer gewesen, so würde der Diener bemerkt haben, daß sein Herr von dem Bewußtsein, das in ihm jetzt erwachte, wie mit einem jähen Schreck durchzuckt wurde. Er sagte gar nichts, machte auch keine Anstalten aufzustehen. — „Soll ich die Jalousien öffnen?" fragte der Diener. „Laß nur, Charles. Regnet's?" entgegnete der Mann im Bette mit einer stark belegten Stimme. „Im Gegentheil! Es ist ein wundervoller Morgen," war die Antwort. Ein schwerer Alhemzug — dann griff der Aufstehende nach der Klingel. — „Befehlen Ew. Gnaden Etwas? Ich bin ja hier/ sagte Charles verwundert. „Ja so. Du bist hier, Charles. Gib mir ein Glas recht frisches Wasser. —" „Sie sind doch nicht unpaß?" fragte der Diener. „Nicht ganz wohl bin ich ," antwortete der Herr ziemlich heiser. „Oeffne die Laden." Ein Strom Hellen Sonnengoldes floß in das Zimmer und schien die zarten Düfte der Drangenblüte mit sich zu bringen, welche von den Bäumen unter dem Fenster kamen. Draußen lachte in der That der fröhlichste Morgen, die hohen Bäume des Parkes badeten ihre Kronen im Licht, die Vögel sangen, die Springbrunnen plätscherten. Alles war Leben und Freude. Desto blasser und verfallener sah der frühzeitig geweckte junge Herr aus, sein Diener erschrack förmlich vor seinem Anblicke und fragte mit ehrerbietiger Theilnahme von Neuem nach seinem Befinden, da er auch bemerkte, daß ein Frost die Glieder seines Herrn zu schütteln schien. Der trat statt aller Antwort vor den Spiegel und wie er die eigene traurige Gestalt erblickte, überflog eine Helle Glut sein Gericht und sein Auge blitzte wieder. „Es ist eine leichte Erkältung, denke ich," sagte er stolz. „Ist Herr von Falken schon geweckt — weißt Du nicht? „Herr von Falken ritt vor einer Viertelstunde aus," erwiederte Charles. Ein neuer Fieberanfall schien den sich Ankleidenden zu packen und spottete aller Anstrengung das Zittern zu unterdrücken. „Graf Lobenstein aber?" fragte der junge Herr nach einer Weile. (Fortsetzung folgt.) ühl'schen Buch- und Steindruckerei.