1850. Sonnabend den 2. Februar .M IO. Gießen am 30. Januar 1850. Gießen am 30. Januar 1850. Alter: 54 "A Jahr. Größe: ungefähr 6' 4" Haare: grau. Stirne: hoch. Augenbraunen: grau. Augen: blau. Nase: gebogen. Auswärts abonnirt man stch bei allen Postämtern In Gießen bei der Erved. cCanzleiberg I.it. B. Nr. 1.) — EinrücknngSgebühr für die gespaltene LorpuSzeile 2 kr. Zu Nr. R. C. 709. r „ „ Betreffend: Die Ergebnisse des Wiese nculturgcsetzes vom 7. October 1830. Personalbeschreibung. Mund: gewöhnlich. Bart: grau. Kinn: oval. Gesicht: oval. Gesichtsfarbe: gesund. Besondere Zeichen: keine. Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwoch und Sonnabend. - Preis d-s Jahrgangs für Emheimlschc 1 st. SV kr-, für Auswärtige incl. Postanffchlag 1 ft 42 kr. Zu Nr. R. C. 780. Betreffend: Die Anzeige gegen Johannes M ohr von Burkhardsfelden wegen Vagabundirens und B ettelns- Die Großherzoglich Hessische Regierungs-Commission des Reglerungsbeznis Glesien an sämmtliche Gr. Bürgermeister dieses Regierungsbezirks. Wir fordern diejenigen Gr. Bürgermeister, in deren Gemeinden M dem Jahr 1831 Sroß«^ » senverbesserungs-Anlagen stattgefunden haben, zum Berichte mit dem Wieg t* darüber aus: 1) wie viel Morgen die Wiesenverbefserungs-Aulage umfaßte ; 2) ob dieselbe einen günstigen Erfolg, und in welchem Maaß«-hatte, o Zulage 3) ob deren Ergebnisse den Erwartungen nicht entsprochen hatte, davon hegte, und letzteren Falls Die Großherzoglich Hessische , Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gieße» die Gr. Bürgermeister des Regierungsbezirks. - tzZLSKSSMMLKM An^eigelilM der Stadt und des Regierungsbezirks "K. 60 4) aus welchen Gründen das gewünschte Ergebniß nicht erzielt wurde, endlich 5) ob die ordnungsmäßige Unterhaltung der fraglichen Anlagen stattfindet, oder welche Anstände derselben etwa entgegen stehn. K ü ch l e r. (162 Zu Nr. R. C- 679. Gießen den 26. Januar W5O. Betreffend: Abhaltung der Jahrmärkte zu Krainfeld. Die Großherzoglich Hessische Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gießen an sämmtliche Gr. Bürgermeister dieses. Regierungsbezirks. Wir benachrichtigen Sie, daß die Jahrmärkte zu Krainfeld den 20. und 21. März, sowie den 2. October werden abgehalten werden. K ü ch l e r, Pietsch. (165 Polizeiliche Bekanntmachung. Die Feierabendstunde betreffend. Die nächtliche Ruhe der Einwohner hiefiger Stadt ist bisher oft gestört worden, so daß vielfache Beschwerden darüber erhoben worden sind. Da nun die hauptsächlichste Veranlassung dazu darin gefunden werden muß, daß die Vorschriften über Handhabung der Feierabendstnnde seither nicht in Ausführung gebracht worden sind, so hat der Stadtvorstand für nothwendig erachtet, diese Vorschriften wieder handhaben zu lassen. Nachstehend wird nun das revidirte und von Gr.Reg.-Comm. genehmigte desfallsige Regulativ mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnißnahme gebracht, daß man von allen rechtlichen hiesigen Einwohnern die Erwartung hegt, daß sie diesen Vorschriften nachkommen und daö Aufsichtspersonal bei Handhabung der Aufrechlhaltung der Ruhe und Ordnung auf den Straßen künftig unterstützen werden, damit nicht Veranlassung gefunden werden kann, das nun städtische Institut der Polizei den Händen der Bürger wieder zu entziehen, wodurch nur beklagenswenhe Folgen, sowohl für die Einzelnen, alö insbesondere auch für unsere ganze Stadt herbeigeführt würden. 1. Die Feierabendstunde ist in hiesiger Stadt und deren Gebiet, für alle Wirths- und derartige Häuser ohne Unterschied und Ausnahme das ganze Jahr hindurch auf 11 Nachts festgesetzt. 2. Das Polizeipersonal ist angewiesen, nach Ablauf dieser Zeil Feierabend zu bieten. Derjenige Gast, welcher nachdem dieses geschehen, dennoch später darin angetroffen wird, verfällt in eine Strafe von 30 kr. bis 1 st. und außerdem der Wirth, welcher nach dieser Zeil noch Getränke an Gäste verabreicht in eine solche von 1 bis 2 st. 3. Ausgenommen hiervon sind fremde Durchreisende in den Wirthshäusern wo sie logiren und geschlossene Gesellschaften, die zur Ueberschreitung der Feierabendstunde besondere polizeiliche Erlaubniß eingeholt haben. Gießen den 26. Januar 1850. Der Gr. Bürgermeister J.r d. V. Der Beigeordnete Rühl. (155 Edictalladung. 98) Gießen, lieber das Vermögen des Buchdruckers Carl Schild dahier, ist der förmliche Con- curs erkannt. Alle, welche rechtliche Ansprüche an dieses Vermögen bilden wollen, haben dieselben, bei Meidung des stillschweigends eintretenden Ausschlusses von der Masse, im Termin Freitag den 22. Februar 1850, Vormittags 10 Uhr, persönlich oder schriftlich dahier anzuzeigen und zu begurndeii. Zugleich sollen alsdann ArrangementsVersuche gemacht und Beschlüsse über die Verwaltung der Masse und Bestellung eines Gläubigerausschusses gefaßt werden. Wer im Termine ausbleibt, von dem wird angenommen, daß er der Mehrheit der Erscheinenden beitrete. Gießen am 9. Januar 1850. Gr. Hess. Stadtgericht daselbst. Muhl. Dr. v. Krug. Besondere Bekanntmachung. 138) Gießen. Die Ortsliste von den im Jahr 1830 geborenen Militärpflichtigen ist an dem Rath- 61 hause angeheftet. Einwendungen gegen diese Liste sind bis zu deren Abnahme, welche am 8. Februar l. 3- erfolgt, bei der Bürgermeisterei zu Protocoll zu geben. Gießen am 25. Januar 1850. Der Bürgermeister. I. d. V. der Beigeordnete Rühl. Versteigerungen. 160) Gießen. Montag den 18. März d. I-, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhaus die dem Schuhmachermeister Ludwig Wagner II. dahier gehörende Immobilien, alö: Grundb. lHKlftr. ygg6 9 Hofraithe in der Flügelsgasse, */ , « 32 Hofraum mit Stall und Gärtchen in der Flügelsgaffe, 7.ois*is 93 Grabgarten daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 30. Januar 1850. Der Beigeordnete Rühl. 159) Gießen. Donnerstag den 7. Februar d. I, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus auf freiwilliges Ansuchen der Wittwe und Erben des Domäncnboten Dauernheim die demselben gehörende Hofraithe, als: Grundb. lHKlftr. V. 3 Hofraithe in der Schloßgasse neben Heinr. Wilh. Schlund, nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 30. Januar 1850. Der Beigeordnete Rühl. 166) Braunfels. Freitag den 1. März, Morgens 9 Uhr, soll das, unter der Ruine Vetzberg gelegene zwei- stückige Schäferhaus auf den Abbruch, oder mit Grund und Boden öffentlich verkauft werden, wozu Kauflustige hierdurch eingeladcn werden. Braunfels den 26. Januar 1850. Fürstlich Solmsische Rentkammer. Denhard. 125) Lich. Mittwoch den 6. Februar, von Morgens 9 Uhr an, sollen im Licher Stadtwald, am Steinbruch: 55 Stecken Buchen-Scheidholz, 87 u Eichen- „ 10 u Linden- ir 28 If Bucheu-Prügelholz, 58 ir Eichen- ,, 9 if Linden- n 381 Stecken Buchen-Stockholz, 123 7^ u Eichen- „ 9 „ Linden- „ 248 // Buchen-Reifer, 274 u Eichen- „ und 42 ir Linden- n öffentlich meistbietend versteigert werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird Credit bis Michaeli gegeben. Lich den 21. Januar 1850. Der Bürgermeister Dieterich. 120) Gießen. Montag den 4. Februar d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf freiwilligen Antrag des Joh. Balth. Wei- diq, G. W. S. III. von Gießen, dermalen in Kurheffen wohnhaft, die demselben zustehenden, in hiesiger Gemarkung gelegenen Immobilien, als: alt Pag. u. Nr. neu ciKlstr. 1 416 9 Wohnhaus mit halbem Hinterhaus auf dem Kreuz, neben Andreas Weidig, 2 384 24 Hofraum mit Scheuer in der Kaplansgasse, neben Jeremias Andreas Busch, 3 324a 22 . Scheuer mit Hofraum und Nebengebäude in der Katharinengasse, neben Ph. Lony, jetzt Carl Sack, 4 9ta 98) Acker auf der Weißerd oben 92 148 am Weg, neben Kaspar 93 197) Spieß, 5 98 542 Acker neben vorigem, an Hofger.-Director von Hellmold, 6 99 552 Acker daselbst neben vorigem Stück, an Peter Plank, 7 115 612 Acker in der Ltcphansmark in der neuen Eintheilung, stößt auf den Weg, 8 185 329 Acker auf dem hohen Rain am Schiffenberger Weg, neben PH. Berger, 9 186 327 Acker daselbst neben vorigem, 10 187,. 385 Acker daselbst neben vorigem, 11 187,, 385 Acker daselbst neben Carl Ebel, 12 123 470 Wiese am Erdkanterweg, neben Georg Becker im Promenadehaus, 13 136 492 Acker daselbst neben Daniel Ockels Wittwe, 14 137 493 Acker daselbst neben Theodor Lotz, auf dahiesigem RathhauS einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden. , , Die näheren Bedingungen werden im Versteige- runqstermin bekannt gemacht. Steiglustige ladet man hierzu ein und bemerkt, daß, falls keine annehm- 62 baren Gebote erzielt werden sollten, die Hofraithe sowohl, als auch die Güterstücke auf 3 Jahre verpachtet werden. Gießen den 21. Januar 1850. Im Auftrag dessen Bevollmächtigter C. Weidig. 169) Oberbessin gen. Versteigerung aus den Abbruch. Montag den 11. Februar d. I., Mittags 12 Uhr, will der Unterzeichnete seine Hofraithe, bestehend in Wohnhaus und Scheuer, 54 Fuß lang und 32 Fuß breit, von gutem Eichenholz erbaut, wegen Auswanderung nach Amerika, auf den Abbruch versteigern lassen. Oberbessingen den 26. Januar 1850. Johannes Hofmeister. Feilgeboten. 157) Gießen. Ich beabsichtige die eine oder die andere Hälfte meines Wohnhauses, wovon jedoch eine jede von der anderen getrennt, ein für sich vollständiges Ganze bildet, aus freier Hand zu verkaufen und lade Kaufliebhaber ein, sich wegen des Näheren mit mir zu benehmen. Ph. Lüdeking. 176) Gießen. Wein, guter Qualität, und rein gehalten, verzapft ä 20 kr. die Flasche. Ferd. Mayer, a. d. Kirche. 141) Gießen. Wegen Räumung meines Lagers von Cigarren offerire ich dieselben, bei Abnahme von */io Kistchen, zu den Einkausspreisen und bemerke, daß bei Bündeln von 25 Stück nur ein kleiner Preisaufschlag statt findet. G. Schmidtborn. 174) Gießen. Ich bin willens, mein auf dem Seltersweg gelegenes Wohnhaus, nebst Hofraum, Stallung und Hintergarten, aus freier Hand zu verkaufen. Carl Schiesser. 158) Gießen. Seidenhüte, in der diesjährigen neuen Faeon, empfiehlt Ph. Lüdeking. 171) Gießen. Fastenbretzeln, Berliner Pfannkuchen, Kreppeln und sonstige mürbe Backwaaren täglich frisch zu haben bei Carl Noll in den Neuenbäuen. 164) Es ist der am mittelsten Riegelpfad bele- gene, ehemals v. Burische, einen halben Morgen haltende, Garten zu verkaufen, oder zu verpachten. Derselbe befindet sich im besten Stande, enthält viele Obstbäume aller, sowohl der frühesten als spätesten, Sorten, sieben vor zwei Jahren angelegte Spargelbeete, einen gut ausgemauerten, verschließbaren Ziehbrunnen mit dem vorzüglichsten Trinkwasser, einen sehr ertragsfähigen-Boden und ein zweistöckiges Häuschen, welches bewohnt werden kann. 134) Gießen. Vanille, ausgezeichneten Per- lenthee, Ceylon- und Java-3immet, Chokolade in verschiedenen Qualitäten rc. bei I. G. Appel. 170) Laubach. In hiesigem Gräflichen Brennholzmagazin ist trockenes Buchen-Scheidholz, zu 5 fl. der Stecken, gegen gleich baare Zahlung, zu haben. Laubach den 29. Januar 1850. Die Verwaltung Triebert. 132) Gießen. Düsseldorfer und andere Punsch- Essenze, feinsten Arrac, Rum in verschiedenen Qua- liiäten, Senf Sardellen und Häringe empfehle ich zur geneigten Abnahme. I. G. Appel. Zu vermieten- 177) Gießen. Mein vor einigen Jahren neu erbautes Nebenhäuschen ist zu vermiethen und bis zum 1. April d. I. zu beziehen. H. Hofmann, Buchbinder. 168) Gießen. Ein Logis ist zu vermiethen und kann alsbald bezogen werden bei Carl Steinberger in der Löwengasse. Vermischte Nachrichten. 175) Gießen. Fortbildungsklasse sür confirmirte Mädchen- Der Unterricht in der Fortbildungsklasse für confirmirte Mädchen hat am 1. Februar seinen Anfang genommen, und der Unterzeichnete, bittet fernere Anmeldungen zur Aufnahme in dieselbe bald bei ihm machen zu wollen. Der Plan, der zur Zeit noch nicht gedruckt ist, kann auf Verlangen zur Einsicht mitgetheilt werden. Balser, Freiprediger. 161) Gießen. Für die vielen Beweise der Theilnahme, die ich sowohl während meines jetzigen als früheren Aufenthalts dahier, von al len Seiten erhalten habe, sage ich hiermit den Gießener Bürgern und Einwohnern meinen Dank. Ich bitte zugleich um Entschuldigung, wenn ich Einzelne, wegen meiner beschleunigten Abreise nichtpersönlich besuchen konnte. Gießen den 26. Januar 1850. H. Dernburg. 63 167) Gießen. Schiffsgelegenheiten wit Bremen nach Nord-Amerika. Rach Uew-HorK und Daltimor e erpedire ich regelmäßig nm 1. und 15. jeden Monats, und nach New-Orleans und Galveston im Frühjahr und Herbst große dreimastige und für die Passagiersahrt besonders eingerichtete Schiffe. Das Verzeichniß derselben ist bei meinen Agenten: in Gießen bei Herrn I. G. Appel, in Hopfgarten bei Herrn Heinr. Gerhard, einzusehen, welche, sowie ich selbst, bündige Ueberfahrts-Contracte zu den billigsten Preisen abschließen. In dem Passagepreise ist Armengeld und freie Beköstigung mitbegriffen und werden Kinder unter 10 Jahr 5 Thaler Gold billi ger mitgenommen, als die Erwachsenen, Kinder unter 1 Jahr alt, sind 90118 §?ner prompten und guten Beförderung können die Auswanderer sich versichert halten und ersuche ich dieselben daher, sich zu melden und durch frühzeitige Zahlung des Handgeldes die Plätze zu sichern. Nähere Auskunft, sowie die gedruckten Ueberfahrtsbedingungen ertheilen meine Herren Agenten, sowie ich selbst auf portofreie Anfrage. Nach San Franzisko, ( Californien ) wird im Laufe April durch mich erpedirt: das in der Passagierfahrt, rühmlich bekannte, mit einem 7 Fuß hohen Zwischendeck und zwei elegant und mit Schlafkammern eingerichteten Cajuten versehene, 300 Last große dreimastige Bremer Fregattschiff George Washington, geführt durch Capit. M Probst, welches ich Passagieren zur Ueberfahrt besonders empfehlen kann. Bremen im Januar 1850. t , 3; H- Buschmann, obrigkeitlich angestellter und beeidigter Schiffsmäkler. 173) die Wähler Gießen. An des Wahlkreises Giessen für den Der unterzeichnete Ausschuß des Reichswahlvereins in Gießen erklärt hiermit, daß er die Candldatur des Herrn Professor Dr. Köllner gegen die von Darmstadt ausgegangene Empfehlung des Herrn HofgerichtSrath Völker für den Wahlkreis Gießen aufrecht erhalten wird aus den Gründen, die : er in nachfolgendem Schreiben dem Ausschüsse in Darmstadt mitgetherlt hat und hiermit der Oeffentüchkeit übergiebt. Der Vorstand des Reichswahlverems. Der Stellvertreter des Vorsitzenden v. Buseck, Forstmeister. Dr Wübrand, Professor. 64 Der Vorstand des Neichswahlvereins in Gießell an den Vorstand des Central-Wahlvereins in Darmstadt. So sehr wir Ihren guten Willen und Ihre gute Absicht anerkennen, achten und ehren, so wenig können wir uns gleichwohl mit den von Ihnen angeführten Gründen, und mit Ihrem Resultate, Herrn Hofgerichtsrath Völker als Kandidaten für unseren Wahlkreis zu empfehlen, einverstanden erklären. Zuerst müssen wir grundsätzlich sehr befremdlich finden, daß Sie einer Majorität von wenigstens 140 gebildeten Männern zumuthen, ihren Willen einer Minorität von etwa 20, die aus dem Vereine getreten sind, unterzuordnen. Wir vermögen dieß nicht mit den parlamentarischen und constitutionellen Grundsätzen in Einklang zu bringen. Ferner müssen wir es höchlich befremdlich finden, daß Sie dieser großen Zahl gebildeter Männer, die im Mittelpunkte des Wahlkreises leben und alle Verhältnisse genau kennen und erwogen haben, nicht mehr Zutrauen schenken zu müssen geglaubt haben, als einer so kleinen Minorität, deren etwaige Berichte doch nur einseitig sein können, da wir sie unten thatsächlich zu widerlegen im Stande sind. Noch mehr befremdend aber müssen wir es finden, daß Sie kein Bedenken getragen haben, einen Mann vorzuschlagen, der während der ganzen Bewegung mit seinen politischen Grundsätzen in keiner Form klar in die Oeffentlichkeit getreten ist. Die constitutionelle Parthei von Gießen wünscht aber Entschiedenheit und muß sie wünschen, und hat dieß durch ihre Wahl dargethan. Wenn übrigens in öffentlichen Blättern gesagt worden ist, daß das Resultat der Wahl nur dem Einflüsse des vaterländischen Vereins verdankt werde, so muß der Ausschuß des Gießner Reichswahlvereins dieses im Namen des Vereins zurückweisen, da urkundlich nur 29 Mitglieder des vaterländischen Vereins in der General-Versammlung mit abgestimmt und sogar mehrere von diesen, nach eigener Aussage, für Herrn Hofgerichtsrath Völker gestimmt haben. Wenn ferner in Zeitungsartikeln gesagt wird, daß eine Zahl vom Parthei-Getriebe unabhängiger Männer dem vaterländischen Vereine die Hand geboten habe, um einen freisinnigen allgemein geachteten Mann aufzustellen, so müssen wir mit Entrüstung jene öffentliche Insinuation zurückweisen, als ob unser Candidat nicht ebenso freisinnig im rechten Sinne, und eben so allgemein geachtet wäre, als irgend ein anderer Candidat im Wahlkreise. Ihr Verfahren würde uns nach allem dem gänzlich unbegreiflich seyn, da Sie nur die Sache im Auge gehabt haben, müßten wir nicht annchmen, daß Ihnen einseitige Berichte zugegangen sind. Ist Ihnen z. B. über den Wahlbezirk Lich gesagt, daß dort nur Herr Hofgerichtsrath Völker Anklang finde, so theilen wir Ihnen nun mit, daß von den 27 Orten des Wahlbezirks Lich nach anliegender Liste sich bereits 17 ganz fest an uns für unfern Candidaten, Herrn Professor Dr, Köllner angeschlossen haöen. Sagen Sie ferner, daß namentlich aus Gladenbach Ihnen eine gleiche Nachricht zu Gunsten des Hrn. Hofgerichtsraths Völker zugekommen sey, so theilen wir Ihnen mit, daß nun im Ganzen 30 Ortschaften aus den Bezirken Lich, Gießen und Gladenbach sich uns in der Art angcschlossen haben, daß diese Ortschaften selbstständig unseren Candidaten, Herrn Professor Dr. Kölln er dem Wahlkreise vorschlagen. Von wem und aus welchen Motiven Ihnen die Nachrichten zugekommen sind, ist nicht unseres Amts zu untersuchen. Sie werden aber selbst ermessen, daß wir eben so wenig diesen Berichten Bedeutung beilegen, als leider nun auch dem von Ihnen ausgegangenen Vorschläge unsere Zustimmung geben können; vielmehr uns für verpflichtet halten, Ihrem Vorschläge sür den Wahlkreis Gießen überall entgegen zu treten. Uebrigens können wir auch das nicht zu bemerken unterlassen, daß Sie in Ihrem Vorschläge Vertrauensmänner aus unserem Kreise anführen, gleichsam zur Stütze ihres Vorschlags, welche zu unserem Vereine gehören, und gerade Ihrem Vorschläge am Entschiedensten entgegengeiretcn sind. Wir lassen Ihnen unverholen, daß wir dieses Schreiben der Oeffentlichkeit übergeben. Gießen den 30. Januar 1850. Der Vorstand des Reichswahlvereins. Der Stellvertreter des Vorsitzenden Der Schriftführer v. Buseck, Forstmeister. Dr, Wilbrand, Professor. 65 173) für den Gießen. An K o l l n e v Nachdem der Reichstags-Wahlverein zn Gießen am 18. Sanuar mit großer Stimmenme^elt (74 _,npn 27'| sen <\errn gArnfeffnr D». Köllner $u Gießen als Candidaten für den bevorstehenden Reichstag Erfurt aufgestellt hat, so erklären wir Unterzeichneten unS mit dieser Wahl einverstanden Wagner, Bürgermeister. Schreiner, Beigeordneter. Peter Bloch II. 24) Lollar. 29. Jan. 1850. Klinkel. Bürgermeister. I. Geisler. Junker, Polizeidiener. G. PH. Schnett. Ludwig Schodeck. Leo, Zolleinnehmcr. Gerhard Schön. Ludwig Geisler. Phil. Schneider. Fr. Geisler II. 25) Ruttershausen, 29. Jan. 1850. Klinkel, Bürgermeister. Wilh. Schwarz, Gemeinderath. Schodeck, Beigeordneter. 26) Stausfenberg, 29. Jan. 1850. Vogel, Bürgermeister. 27) Mainzlar, 29. Januar 1850. Schwarz, Beigeordneter. 28) Daubringen, 29. Jan. 1850. Dort, Bürgermeister, Ant. Klingelhöfer, Feldgeschworner, Christian Binser. 29) Annerod, 29.Jan. 1850. Seipp, Bürgermeister, eventuel. (Die Gemeinde stimmt nicht für Hosg. Dr. Völker, sondern hat einen dritten Candidaten, schließt sich aber eventuel den anderen Gemeinden an.) 30) Heu ch elheim, 29. Jan. 1850. Reidel, Wirth. 1) Wieseck, 21. Januar 1850. Seibert, Bürgermeister. M. Ihm, Beigeordneter. 2) Altenbuseck, 21. Jan. 1850. Wagenbach, Bürgermeister. Strämer, Gemeindeeinnehmer. Freund, Beigeordneter. 3) Trohe, 21. Jan. 1850. Hammel, Bürgermeister. Schwarz, Gemeinderath. Joh. Müller. 4) Rödgen, 31. Jan. 1850. Seipp, Bürgermeister. Christoph Seipp. Joh. Klos 4tc. 5) G roßenbuseck,21.Jan.l850. Müller, Bürgermeister. PH. Wagner, Steucrcommiff.-Sohn Joh. Hengst I., Bierbrauer. Rumpf, Lehrer. Christoph Stephan, Gemeinderath Caspar AlthauS. Christoph Wagner, Balser Sohn. Philipp Schneider. Peter Althaus, Gemeinderath. Joh. Hengst II. Heinrich Schneider. Heinrich Stephan. Balthasar Bonarius. • Johannes Dort. 6) Für Reiskirchen, 22. Jan. 1850. Schäfer, Bürgermeister. 7") Für Burckhardsfelden, 22. Jan. 1850. Stumpf, Bürgermeister. 8) Für Alb ach, 22. Jan. 1850. Balser, Bürgermeister. 9) Steinbach, 22. Jan. 1850. Horn, Bürgermeister. Ludwig Horn. Johannes Walk. Georg Balser. Heinrich Keßler. Johannes Keßler II. Weis, Bürgermeister. Andreas Weis, Bauaufseher 2. Kl. Heinrich Reh. Friedrich Balser, Ortseinnehmer. Johannes Balser 4te. Johannes Brück. Johannes Wagner 3te. Ludwig Kinzebach. 11) Beuern, 23. Jan. 1850. Deßgleichen Otto, Bürgermeister. Adam Kumps, Gemeinderath. Wißner, Polizeidiener. 12) Bersrod. 23. Jan. 1850. Deßgleichen Böcher, Bürgermeister. Hembach, Beigeordneter. 13) Hausen, 24. Jan. 1850. Deßgleichen Dern, Bürgermeister. Götz, Schullehrer. 14) Garbent eich, 28. Jan. 1850. Vollkommen einverstanden im Namen der Gemeinde Garbentcich: Schwarz, Bürgermeister. 15) Kleinlind en, 26. Jan. 1850. Weigel, Bürgermeister. G r o ß e n l i n d e n, 26. Jan. 1850. Deßgleichen Menges, Bürgermeister. 17) Leihgestern, 26. Jan 1850. Heß, Bürgermeister. Jäger, Rechner. 18) Rod he im, 37. Jan. 1850. Georgi, Pfarrer. 19) Für Fellingshausen, 27. Jan. 1850. Schäfer, Beigeordneter. 20) Crumbach, 28. Jan. 1850. Fresenius, Pfarrer. Weber, Bürgermeister. Wagner, Beigeordneter. und empfehlen den Herrn ___ Dr. * da wir denselben recht wohl kennen, allen unfern Mitbürgern im Wahlkreise als den rechten Mann für die Deputirten-Stelle zum Reichstage. 10) Oppenrod, 22. Jan. 1850. 21) Wilsbach, 28 Jan.!8o0. Zu Vorstehendem .Inverstnnd-n 3W, 1350. Fauerbach, Bürgermeister. 23) Niederweidbach, 28. Jan. 1850. 66 1589) > Gießen. Die Feuer- Versicherungs Gesellschaft „Colonia", welche durch die Verordnung vom 26. November 1847 der Aachen-Münchener Gesellschaft, als ein inländisches Institut des Großherzogthums, gleichgestellt wurde, bietet dieselben Garantieen und Vortheile dar, wie jene Gesellschaft. ' Der unterzeichnete Agent ist zur Annahme von Versicherungs-Anträgen auf bewegliche Gegenstände jeder Art, und zur Ertheilung jeder gewünschten Auskunft bereit. Antragbogen zur Versicherung können bei demselben unentgeltlich in Empfang genommen werden. Gießen den 27. August 1849. Der Agent der Colonia G. Schmidtborn. Bekanntmachung. Diejenigen, welche geneigt sind, das Rechneramt bei dem zu Abstellung des Bettelns gegründeten Verein zu übernehmen, werden aufgefodert, sich binnen 3 Tagen bei dem Unterzeichneten anzumelden. Es wird eine Cautionsleistung von 500 fl. erfodert. Gießen den 1. Februar 1850. Der Vorsitzende des Vereins. Küchler._____________ Frucht- und Viktualienpreise. Viktualienpreise. Fleifchtaxe. Gießen, 2—16 Februar ! Grünberg I Sich den 20. Decbr. « <5 Butzbach 1 den 25. Januars Brodtaxe. Gießen, 2—16. Februar »Ä Sich. den 20. Decbr. 1 « Butzbach den 25. Sanitär|| per Pfund fr. Vf- kr. Vf. fr. Vf- fr. Vf. fr. Vf. fr. Vf- fr. Vf. fr. Vf. fr. Vf. fr. Vf. Ochsenfleisch Kuyfleisch . Rindfleisch . Kalbfleisch . Schweineff. . Hammelff. . Schaaffl. . . Leberwurst . gern. Wurst. Bratwurst . Schwartem.. 77 8 7 7 10 8 12 8 14 16 2 2 2 im 1 1 1 1 1 1 1 1 — 11 8 8 6 10 7 12 16 16 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 11 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 II 1Ö 8 7 6 9 8 6 12 14 14 1 2 2 4 2 4 « $8 gern. B. ord. B. ) Gießen | l Mehl I Grünberg ) ^K. |®. ) > i Walzen - > | Kornmehl besteh. 1 fr. Wafferweck..... 1 fr. Milchbrod..... 4 8 4 9 7 5 3 2 Q 2 3 8 5 1 8 9 6 1 1 011 ! II 1 4 8 4 9 1 3 2 Q 3 7 6 3 2 Q 1 Blutwurst . geräuch. Speck Schinken . . Dörrfleisch . Rindsfett Hamnielsfett Schweineschmalz, ausgelassenes . dgl., unausgel. 14 22 17 16 20 20 20 18 — — — 14 20 16 20 16 16 20 — — — 19 16 16 20 18 16 — Marktpreise. fr. Vf- fr. Vf. fr. Vf. fr. Vf- fr. Vf- — — — — — — 1 Maas Milch ....... 1 Pfund Butter ...... 3 Handfäse........ 3 Eier......... 1 Pfund Waizenmehl..... „ „ Geschw. Vorschuß . . . 6 15 16 4 4 — — — — — __ — — NB. Die Zuaaben zum Fleisch dürfen nur in solchem von derselben Gattung bestehen, und zwar auf 10 Pfd. nicht mehr als anderthalb Pfund rc. nach Proportion, welches auf 1 Pfd. nicht völlig 5 Loth ausmacht. Köpfe, Füße, Geraub, wie auch die ganz blutigen und nicht genießbaren Stücke vom Hals find von der Zugabe gänzlich ausgeschlossen. Fruchtpreise. (Hierzu eine Beilage.) Frucht. Gießen I 31. Januar. \ Grünberg i 19. Januar. | L-ch 17. Januar | Friedberg 9. Januar. | Mainz 18. Jan. Marburg Wetzlar 12. Januar gat- tung. M a l t e r Mött Scheffel Pf. J._ Je Pf. ff-__fr- Pf. „ff. „fr. Pf- ff. fr. Pf. 1 fl. fr. fl. fr. _£| fr. Vf- Walzen . 200 6 55 200 6 30 — 6 45 — — 200- 7 15 _ _ 2 ! 52 Korn. . 200 5 4 190 5 — — 5 — - 4 50 2001 4 24 _ __ 2 5 2 Gerste. . 170 4 10 170 3 30 — 3 40 — 3 45 200' 3 44 __ _ 1 26 Hafer. . - 2 | - । ~ — 2 30 — 2 30 i 30 — 2 45 200 3 — — — 1 28 — Erbsen . - - - - 1 - 1 ~ i 1 I 1 Linsen. . 1 - 1 - 1 - Beilage zu JVi 10. des Anzeigeblattes Affisenverhaudlungen vom ersten Quartal 185 0. 4. und 5. Febr. Peter Eimer von Großeneichen, wegen vieler Diebstähle und Elisabethe Fischer von da, wegen Diebstahlsbegünstigung. Verth.: Dr. Sundheim. 6 Febr. und die folgenden Tage. Srcbert Haas und 25 Cons. von Bobenhauscn, wegen Eigenthumsbeschädigung und Gewaltthätigkeit, sowie wegen Verletzung der Dienstehre des Bürgermeisters Rahn daselbst. Verth : sind die Advoc. Rosenberg, Dr. Sundheim und Dornseiff U r t h e i l e: Am 30. Jan. Georg Zöller von Darmstadt, frei. Am 31. Jan. Vormittags. Heinemann Stiefel von Birklar, 4 Monat Correctionshausstrafe. Am 3l Jan Nachmittags. Joh. Leonhard von Niederroßbach , 3 Monat Correctionshausstrafe. Am 1. Febr. Heinr Kinkel von Dodenau, 2 Jahr und 1 Monat Correctionshausstrafe. Frischbäcker zu Gießen. Sonntag den 3. Februar. Karl Löber am Lin- denplaß. Wilhelm Hellmold auf dem Neuenweg. Karl Steinberger in der Löwengasse. Kirchliche Anzeigen d er evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Am 3. Februar. Morgens: Kirchenrath Dr. Engel. Nachmittags: Pfarrer Bonhard. Univ ersitäts-Gottesdienst. Um 11 Uhr: Professor Dr. Hesse. Getaufte. Den 27. Januar. Dem Bürger und Glasermeister, Christian Daniel Fillmann, ein Sohn, Heinrich Carl Christian, geboren den 3. Januar. Denselben. Dem Bürger und Barbier, Ludwig Kohlermann, ein Sohn, Ludwig Julius, geboren den 3. Januar. D enselben. Dem Ortsbürger zu Kohlenbach bei Gladenbach und Taglöhmr dahier, Johann Jost Becker, eine Tochter, Elisabethe Helene, geboren den 11. Januar. B eerdigte. Den 25 Januar. Johannette Marie Elisabethe Reiber, des verstorbenen Bataillons-Tambours, Georg Walther Reibers Wittwc, geborene Motz, alt 63 I. 10M. 28 T. gestorben den 22. Januar Denselben. Johannes Heinrich Becker, des Ortsbürgers , Johannes Becker des jüngeren zu Burkhardsfelden, ehelicher Sohn, alt 21 I. 4 M., gestorben den 23. Januar Den 28 Januar. Maria Katharina Henriette Vogt, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Meßgermeisters Konrad Vogt, Wtw., geborene Wagner, alt 67 I. 3 M. 15 T., gestorben den 25. Januar Den 29. Januar. Philippine Georgine Elisabethe Dorothea Schwalb, des hiesigen Bürgers und Dachdeckermeisters, Georg Christian Schwalb, eheliche Tochter, alt 11 M. 7 T., gestorben den 26. Januar. Die.Pfarrgeschäfre in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. Angekommene und abgereiste Fremde vom 30. Januar bis 1. Februar 1850. I n den Gasthäusern. im Einhorn: Hr Schenck, Oecvn. v. Fulda. Hr. Bitter, Fabrik, v. Offenbach. Hr. Gepmann, Königlich Niederländischer Oberstabs-Arzt v. Dietz. Hr. Runzel, Kfm v. Eckfeld. Hr. v. Stauffen, Offiz, v. Wetzlar. Hr. 1 Tiefenbach, Rentier v. Bingen, van der Brugg, Kfm. v. Amsterdam. Hr. Rechter, Lehrer v. Frankfurt. Hrn. Ksi. Geiger v. Hanau, Hackland v. Düsseldorf u. Fränk- lein v. Aachen. „ ,lftusl Hrm Geschäfts!. Feldhaus u. Preuß. v. Obererlenbach. Hr. Knienm, Kfm. v. Alsfeld Hrn. Geschäfts! Fenchel v. Gredel, Jeckel v. Grünberq, Cafim-r v. Dauenheim, Pcppler u. Heide v. Kinsebach, Roth v. Elbenroth, Waas v. Dauenheim, Petri v. Wallau, Klippel v. Gladenbach, Drullmann v. Wetzlar, Hemrick v Alsfeld, Müller v. Kirchgöns, Engel v. Birnstadt, Gerth »' Lmdenstruth, Kuhl v. Homberg, Stiefel v. Birklar u Litsch, ler v. Büdingen. Im Rappen: Hrn. Kfl. Gartenfeld v. Barmen u. Rothenburg v. Dülken. Hr. Schenk, Bergr. v. Biedenkopf. Hrn. Kfl. Schwabe v. Cöln, Starke v. Hagen u. Grunnert v. Magdeburg. Im Prim Carl: Hrn. Spedit. Rapp v. Hatzfeld, Fey v. Holzhausen u. Rausch v. Großeichen. Hr. Braun, Geschäftsm. v. Schlitz. Hr. Jeltcr, Privatm. v Alsfeld. Hr. Schenck, Posthalter v. Nidda. Hr. Mogk, Holzhndlr. u. Hr. Reitz, Oecon. v. Echzel. Hr. Busch-, Privatm. v. Großeichen. Hr. Borger, Spedit. v. Offenbach. Hrn. Oexvn. Gellt v. Watzenborn u. Kampf v. Dorheim. Hr. Wem, Kfm. v. Darmstadt. Hrn. Privatl. Betz v. Belln- Battenbe $r'$tar 01 Trais. Hr, Schmidt, Schreiner v. /"* Siem: Hr. Lirfeld, Privatm. v. Dernbach. Hr. Gorsch, Fuhrm. v. Lorsch. Hrn. Gerber Specht u. Mankel v. Dodenau. *n de™. SoT®: Hrn. Handels!. Kreuzburg ». Erdhaufen. Set! v. Ntederhein u. Löffler u. Krieger v. Ruppertenroth. In den Privathä usern. Bei Hrn. Gravelius: Hr. Kroneberg, Ger-D. v Friedberg. - Bei Hrn. Hofg.-Adv. Dierp: Hr. Wölfiq,' Amtssecret. v. Aßbach. - Bei Hrn. Tabaksfabrik. Gail: Frl. Kluß v. Langgons u. Gepse v. Dillenburg. — Bei Hrn Spengl. Faber: Hr. Heinzerling, Buchdr. v. Biedenkopf.— Ein Besuch tm Kloster La Trappe. „Olli, oui,“ erwiderte der gute alte Mann aber »» ^(Fortsetzung.) „soyez tranquilles — @te sind müde — ich will „Ist Mr noch etn Gasthof?" fragten wir mit htnübergehen und sehen, ob noch ein Bett leer ift« verstelltem Erstaunen. Dann nahm er unsere Hand, schüttelte sie tröstend 68 sah unZ einen Augenblick mit einem in Thränen chwimmenden Auge an und sprach traurig: „Pauvres jeunes g'ens — coucher dans la foret — et ne Dien que leur *mi!“ Und er wandte sich von uns, um uns die Thränen des Mitleids zu verbergen, die auf seinen hervorstehenden Backenknochen weilten, und schloß die Thür hinter sich, während er den Pflichten der christlichen Milde, die er sich auferlegt, zu genügen eilte. Bald kehrte er zurück, und mit trauerndem Gesicht und schwankender Stimme benachrichtigte er uns: „11 n’y a pas de chambre lä!“ „Nun dann," antworteten wir, „ist unser Ziel nicht zweifelhaft" — und das Wort zur That machend, rüsteten wir uns zur Abreise. „Restez, restez!“ rief unser Gastfreund. „Ich habe es — folgen Sie mir in das Zimmer — da — sehen Sie das Bett! in vergangener Nacht war es mein Ruheplatz, heute soll es der Ihre sein — es ist nicht weich, doch weicher als die Erde und viel wärmer." Dieß Anerbieten wurde mir einem Ernst gethan, daß wir fühlten, es würde Mühe kosten, es abzulehnen, doch thaten wir es ohne Zögern, kehrten in das kleine Gemach zurück, wo wir gegessen hatten, dankten dem alten Manne für die empfangene Freundlichkeit und bereiteten uns von neuem zum Weggehen vor. Doch wurden wir von unfern E ntschluß durch den Ernst und die Wärme des alten Mannes zurück- gebracht, mit den er unsere Abreise bestritt. „Bleiben Sie," sagte er nach einer kurzen Pause, während welcher er sichtbar mit einem peinlichen Gedanken rang, „ich habe es! Besser, unsere Regel wird übertreten, als zwei Reisende gezwungen, durch die Strenge dieser Regel umzukommen. Ich will Ihnen Betten geben, doch sind sie sehr gering. Heute kann ich keine besseren geben; morgen sollen Sie besser gepflegt werden." Indem er uns verbot, seinen Vorschlag abzulehnen, nahm er die Laterne und bat uns, ihm zu folgen. Nachdem wir einige Schritte in dem Hofe gegangen waren, führte unser gütiger Wirth uns in ein geräumiges Gemach, das auf drei Seiten fast wie ein Stall abgetheilt war, und in jedem dieser kleinen Ab- theilungen stand eine kleine Bettstelle mit einem Strohsack und einer härenen Decke. Dies, sagte unser alter Freund," wäre unser Schlafzimmer, und hier könnten wir nach Belieben das Bett wähle», worin wir die Nacht zubringen wollten. Ohne uns mit einer Untersuchung über die Güte unseres Lagers aufzuhalten, entledigten wir uns schnell unserer staubigen Kleider, und nachdem der alte Mann uns sein „Bon soir“ und „Benedicite“ zugerufen und sich versichert hatte, baß wir bequem untergebracht waren, zog er sich mit eiligem Schritt zurück und überließ uns der Ruhe. Doch kaum war die Thür hinter ihm geschlossen, als der dicke Bursche, dessen Bekanntschaft wir vorher in Gesellschaft mit dem Koch gemacht hatten, eintrat, auf den Zehen durch das Zimmer schlich, als fürchte er unfern Schlummer zu unterbrechen, und an einem der Betten in frommer Haltung niederkniete. In zwanzig Minuten war er mit seinen Abendgebeten fertig, und aufstehend begann er mit manchem leisen Murren die harte Oberfläche seines Lagers zu untersuchen, und dabei lief er von Zeit zu Zeit: „C’est vilain — Diable memporte —■ c’est abominable.“ (Fort setzung folgt.) Anekdote. Zwei Gerichtsdiener wurden abgesendet, um einen Schuldner zu verhaften. Als dieser sie kommen sah schloß er die Thüre zu und schimpfte vom Fenster herab. Die Gerichtsdiener nahmen darüber sofort ein Protocoll aus: Hr. N. N. hat uns, als wir ihn arretiren wollten, geschimpft und gesagt: wir wären Schurken, Spitzbuben, Esel, Schlingel, welches wir hierdurch der Wahrheit gemäß mit unserer Unterschrift bestätigen. WMMAMg zme SNhfemPtiVN auf die Jllustrirte Zeitschrift als Beiblatt zum Anzeigeblatt. Die Jllustrirte Zeitschrift erscheint nach wie vor wöchentlich einmal und erhalten die Subskribenten des Anzcigeblattes solche zu 36 fr. per Quartal. Schon früher haben wir auf die Vielseitigkeit und zeitgemäße Lectüre dieser Zeitschrift aufmerksam gemacht und erwähnen deshalb hier nur, daß der nun vollendete Jahrgang in gelungenen Illustrationen und Beschreibungen bot, was dem Volk frommte. Die tragischen und erhebenden Momente der Geschichte von 1849, die Kämpfe in Ungarn und die Erhebung in Baden, die Porträts aller geschichtlich merkwürdigen Männer. Aber auch aus dem Bereiche der Belletristik in Prosa und Versen, Anekdoten 2t., brachte diese Jllustrirte Zeitschrift Gediegenes. Sie wird auch in diesem Jahr das Möglichste auf diesem Felde zu leisten suchen uud laden deshalb alle Leser unsers Anzeigeblattes ein, an der Subskription Theil zu nehmen. Die zwei letzten Jahrgänge liegen in der Erped. zur Ansicht offen. Der Subscriptionspreis beträgt, wie schon oben bemerkt nur 36 kr. per Quartal. Tue Red. Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.