Änzeigcblatt d e r Stttdt und des Negievungsbezrrks Gießen. 31 tiO Dienstag den 31. Juli 184?). • Erscheint wöchentlich zwei Mal: Dienstag und Sonnabend. — Preis des Jahrgangs für Einheimische 1 ff. 30 fr., für Auswärtige incl* Postaufschlag 1 ff. 42 fr. — Auswärts abonnirt man ffch bei allen Postämtern. In Giesien bei der Erpcditivn (Canzleiberg Lit. B. dir. 1.) — Einrückungsgebühr für die gespaltene Corpuszeile 2 kr. Amtlicher Theil. Ges e tz, die Eidesleistungen betreffend. LttDWJG HI. Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. re. Unter Vorbehalt der Rechte derjenigen im Großherzogtbume bestehenden Secten, deren Angehörigen gestattet ist, einen ihnen obliegenden Eid in der nach ihren religiösen Vorschriften zulässigen Bekräftigunas- sormel zu leisten, haben Wir mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und "verordnen hiermit wie folgt: Einziger Artikel. Bei Ableistung eines Eides beginnt die Formel mit den Worten: „Ich schwöre," worauf die den Gegenstand der Versicherung ausdrückenden, von dem Schwörenden ebenfalls auszusprechenden Worte folgen, und schließt mit c-en Worten: „So wahr mir Gott helfe." Wo indeß wegen Weitläufigkeit des Gegenstandes der Versicherung das Nachsprechen der ganzen Eidesformel nicht thunllch, oder wo es besonders vorgeschricben ist, wird die Eidesformel nur vorqelesen, und der Schwörende spricht die Bestabung in folgender Weise aus: »Ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe." Ber der Ableistung des Eides hebt der Schwörende die rechte Hand gegen den Himmel empor. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und des beigedrücklen Staatssiegels. Darmstadt am 7. Juli 1849. (L- S.) LUDWIG. v. Lindelof. Offizielle Nachrichten. Dienstnachrichten Am 4. November 1848 wurde aus Butzbach das Patent als Geometer 3. Klaffe für den otm Pfarrer Simon Reichert zu Honweilcr die evangelische Regierungsbezirk Friedberg und dem Georg Adam Otto xu Pfarrstelle zu Wollstein, im Regieruu sbezirke Mainz, über- Pfeddersheim das Patent als Geometer der 3. Klaffe für den tragen; — am 81. Mai wurde dem seither für den Kreis Fliedensgerichtsbezirk Pfeddersheim ertheilt; — am 6. Juni Friedberg patentisirten Geometer 8. Klaffe Valentin Burk wurde der OrtSeinnehmer der inneren indirccten Auflagen 608 Mohrmann, zum Substituten des Staatsprocurators am Kreisgcrichte zu Mainz, der Friedensrichter des Bezirks Wörrstadt, Arnold Ferdinand Freiherr von Jungenfeld, zum Richter bei dem Kreisgerichte zu Mainz und der Gerichts. Accesfist und bisherige Ergänzungsnchter am Frledensgerichte zu Wöllstein, Peter Keller, zum Friedensrichter de^Bezirks Wörrstadt ernannt; — am N- Zulr wurden der Land- qerichts-Assessor mit Stimme Carl Emmerich zu Groß- karben in gleicher Eigenschaft an das Landgericht zu Gruu- berg und der Landgerichts-Assessor mit Stimme Fiikvrich Bötticher zu Griinberg in derselben Eigenschaft an das Landgericht zu Großkarben versetzt. Dienstentlassung. Am 30. Ium wurde der Doma, ncnbote Franz Gräcmann zu Zwingenberg semes Dienstes entlassen. Versetzungen in de» Ruhestand. In den Ruhestand wurden versetzt: am 24. Mat der Kanzlerdiener bei der Obersteuerdirection, Peter Götz dahier; am 16. Ium der Obereinnehmer Joseph Heckler zu Bensheim. Concurrenzeröffnnngen. Erledigt sind: die Stelle eines Steuercommiffärs im Steucrbezirke Heppenheimt nut dem etatsmäßigen Gehalte; concurrenzfahlge Bewerber haben sich binnen 14 Tagen bei der Großh. Obersteuerdirection am zumelden; — die Kanzlcidienerstclle ber der Großhcrz. Ober- steuerdirection; concurrenzfähige Bewerber um diese Stelle, mit welcher ein Jahresgehalt von nn Ganzen 470 Gulden verbunden ist, haben sich binnen 14 Tagen bei der Großh. Obersteuerdirection zu melden; — die evangelische Pfarrstelle zu Götzenhain, im Regierungsbezirke Darmstadt, mit einen jährlichen Gehalte von 691 Gulden, worauf auf 6 Jahre 100 Gulden abzugeben sind; — die Stelle cmes Phpsicats- arzteö für den Phpsicatsbezirk Bmgen; - die evangelische Schullchrerstelle zu Rendel, im Regierungsbezirke Jrlevberg, mit einem jährlichen Gehalte von 4öl Gulden, nebst 40 Gulden für Heizung des Schullocals. Sterbfällc. Gestorben sind: am 17. Mai der Schullehrer Johannes Martin zu Rebgeshain, im Regierungsbezirke Alsfeld;— am 1. Juni der Schullehrer^Ludwig Lämmermann zu Heidelbach, im Regierungsbezirke Alsfeld; am 14. Juni der Amtsdiener bei dem Hauptzollamte zu Mainz, Peter Kröling; — am 17. Juni der pensiomrte Bescher und Kanzlist bei dem Rheinzollamte zu Mainz, Johann Heinrich Dumont; - am 25. Juni der ordentliche Professor der evangelischen Theologie, Dr. Ferdinand Florenz Flea zu Gießen. Beter Jacobi zu Alzey in gleicher Dicnsteigcnschaft nach Heppenheim und der Ortseinnehmer der inneren lndtrectcn Auflagen Philipp Raab zu Heppenheim m gleicher Drenst- nacb Alrev versetzt; — am 16. Jam wurde der Oberftnnehme? Dr. Ludwig K ü ch l e r zu Biedenkopf zum Obereinnehmer der directen Steuern und mdwecten Auflagen für den Obereinnehmereibezirk Bensheim »nannt; — am 23. Juni wurde dem Pfarrer Ludwig Friedrich Münch zu Mfa Re vanaclische Pfarrstelle zu Wirhausen, >m Regrernngsbe- -irk/Darmstadt; — am 2a. Juni dem Schullehrer Johann ujnk zu Wolfsheim die erste evangelische Schullehrerstelle zu MonsSm m Regierungsbezirke Mainz, und dem Schn - itirar Heinrich R a s p zu Monsheim die evangelische Schul- lebrerstelle zu Wolfsheim, im Regierungsbezirke Mamz, so- SäSÄ »S5 meinderechner Johann Zinßer zu Romrod zum Dlstricts« steuereinnehmer für den Erhebungsdistrict Habitzheim^ernannt; — am 1 Juli wurden der Obergerichtsrath ü'ranz Philipp 21 ult "7 Mainz zum Präsidenten d-S dasigen Obergenchts, der Staatsprocurator am Kreisgerichte zu Mmnz, Friedrich Theo- dor K n y n zum Mcepräsidcnten an dem Obergenchte daselbst mit dem Range eines Ober-Appellations- und Caffa' jions-Gerichtsraths, der Richter am Kreisgerichtc zu Mamz Andreas Belluc zum Staatsprocurator an diesem Gerichte und "er zweite Substitut des Staatsprocurators am Kre.s- gerichte zu Mainz, Dr. Julius Hermann Schalk, zum Substituten des General-Staatsprocurators ber dem Oberge« rirvie daselbst sodann der Hosgerichts-Secretariais- Accesfist August Hahn von Darmstadt zum Assessor mit Stimme der dem Landgerichte Langen ernannt; - am 6- Juli wurde dem Schullehrer Georg Kleespies zu Waldnnchelbach die katholische Schullehrerstelle zu Zahlbach, im Regierungsbezirke Mainz, dein Schulvicar Conrad Roth zu Grunberg, un R"gier»ngsbezirke Gießen, die vierte evangelische Schullehrerstelle daselbst und dem Schullehrer Conrad Wagner zu Rainrod die erste evangelische Schullehrerstelle zu Kalchcn, Jacob Dernbur?zuließen zum General-Advocaten als Substituten des General-Staatsprocurators an dem Ober- Appelations- und Cassations - Gerichte, dcr Substitut des Staatsprocurators am Kreisgerlchte zu Alzey, Wilhelm Bek annt mach u n g. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis- gebracht, daß der der Gemeinde Ulfa höchsten OrtS ge- stattete Markt am 7. August l. I. abgehalten werden wird. Gießen den 28. Anli 184®rv^ RegierungS-Commission des Regierungsbezirks Gießen. K ü ch l e r. Polizeiliche Bekanntmachungen. Die Stelle eines Polizeidieners in der Stadt Gießen ist in Erledigung gekommen und wird zur Wiederbeschung derselben Concurrenz bis zum 7. nächsten Monats eröffnet. Qual.ste,rte Bewerber hab-» Gießen am 27. Zuli 1849. Gg. Reiber. 609 Ein Kinderstrumpf und eine bunte Schürze sind dahier gefunden und auf Großh. Polizeibüreau abgegeben worden. Gießen am 30. Juli 1849. Edictattadung. 1053) Grünberg. Oesfentliche Ladung» Die Handlung Windecker und Hensel in Gießen hat gegen Philipp Stein von Niederohmen wegen verschiedener Forderungen aus Waarenkäufen am 10. März l. I. bei der unterzeichneten Gcrichtöstelle Klage erhoben. Da der Beklagte in Niederohmen nicht anwesend und sein jetziger Ausenthaltsort unbekannt ist, so wird derselbe auf Antrag der Klägerin hierdurch aufgefordert, in Frist von drei Monaten vom Tage an gerechnet, wo diese Verfügung zum ersten Male in den öffentlichen Blättern erscheint, sich aus die Klage entweder selbst, oder durch einen gehörig Bevollmächtigten zu erklären, widrigenfalls deren thatsächlichcr Inhalt für eingestanden angesehen, er mit etwa ihm zur Seite stehenden Einreden ausgeschlossen und auf Anstehen der Klägerin verurtheilt werden wird. Zugleich wird angefügt, daß alle weiteren Verfügungen in dieser Sache durch Anschlag an der Gerichtsthüre bekannt gemacht werden. Grünberg den 21. Mai 1849. Gr. Hess. Landgericht daselbst. W e l ck e r. Besondere Bekanntmachungen. 1403) Gießen. Einladung zu der am 3. August stattfindenden lan-wirthschaftlichen Mehpreißvertheilnng, welche nach Beschluß des Stadtvorstands ans den Wiesen vor dem Neu- wegerchor abgchalten wird, ladet man zu recht zahlreichem Besuche ein, und bemerkt dabei, daß eine Verloosung einiger schöner Rinder und land- wirthschaftlicher Geräthe sowie Mittagstafel im Gasthaus zum Einhorn hiermit verbunden sein wird. w Gießen den 30. Juli 1849. Das Gönnte. 1245) Gieße». Der nächste Gießer Jahrmarkt, welcher in dem Landkalender icrthümlich auf den 21. und 22. August eingetragen ist, findet schon den 7. und 8. August statt, was zur öffentlichen Kenntniß hiermit gebracht wird. Gießen am 4. Juli 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. soll auf hiesigem Rathhaus die 2. Abtheilung der Ehaussierarbeit des Vicinalwegs von Gießen nach Heuchelheiiit veranschlagt zu 259 fl. nochmals an die Wenigstnehmenden versteigert werden. Gießen den 28. Juli 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 1392) Gießen. Dienstag den 7. August l. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung des Mctzgermeisters Heinrich Lenz in der Marktstraße dahier: Weißzeug, Bettzeug, Möbel, Kleider, Haus- und Kücheugcräthschaften, Metzgerhandwerkzeug und Wirthschaftsgcgenstände rc. Versteigerungeu. 1891) Gießen. Donnerstag den 2. August, Morgens 9 Uhr, 610 und Donnerstag den 9. August, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahkesigem Rathhaus die dem Metzger Heinrich Lenz dahier zustehende Grundb. Dfilffr. 3/u45 27 Hofraithe in der Kühgasse (jetzo Marktstraße) nochmals, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 28. Juli 1849. Der Beigeordnete R ü h l. 1391) Gießen. Donnerstag den 2. August k. M., Vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Rathhaus dahier'folgende städtische Arbeiten: 1 ' Schreinerarbeit, vcranschl. zu 33 fl 45 fr. Schlosserarbeit, „ „ 2.3 36 „ Steinbauerarbeit, „ i „ 40 „ an den Wcnigstnehmenden versteigert werden. Gießen den 28. Juli 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 1387) Gießen. Main»Weser - Eisenbahn, Sektion Gießen. Samstag den 4. August, des Vormittags 11. Uhr, soll auf dem Sectionshüreau der Transport von circa 21,000 Centner Schienen, von der Mainkur bei Offenbach in die hiesige Sectio», an den We« nigstfordernden versteigert werden. Gießen am 27. Juli 1849. Der Gr. Hess. Sections-Jngenieur Eickemeye r. 1389) Gießen. Donnerstag den 2. August, Morgens 9 Uhr, soll die Reparatur zweier Schornsteine in der zweiten Pfarrwohnung, uemlich: 1) Maurerarbeit, veranschl. zu 30 fl. 50 fr. 2) Steindeckerarbeit, „ „ 3 „ _ v ans hiesigem Rathhauö an die Wenigstfordernden versteigert werden. Gießen den 28. Juli 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 1393) Gießen, Montag den 10. September d. I., Nachmittags 2 Uhr, fou auf dahiesigem Rathhauö die dem Georg Friedrich Haubach dahier zustehende Grundb. nSlftr. /io 1 n l8 Hofraithe in der Löwengasse nochmals, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 28. Juli 1849. Der Beigeordnete R11 h l. 1354) Gießen. Versteigerung von Korbweiden bei der Stadt Gießen. Donnerstag den 2. August, Vormittags 9 Uhr werden die vorbemerktcn Korbweiden auf dem Rathhaus dahier an die Meistbietenden versteigert. Gießen den 21. Juli 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 1388) Gießen. Main - Weser - Eisenbahn, Section Butzbach. Freitag den 3. August, des Vormittags 16 Uhr, wird der Transport von circa 5000 Centner Schiern,, von der Mainkur bei Offenbach in die hiesiae Sect.on an die Wenigstfordernden im Gasthaus zum Stern dahier versteigert. Butzbach am 26. Juli 1849. Der Großb. Scctions-Jugenicur Eickemey er. 1375) Leihgestern. Zagdverpachtang. Samstag den 4. August l. I., Mittags 12 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus, die Ausübung der Jagd in dem Leihgesterner Gemeindewald auf die 2 nächstfolg-ndeu Jahre, anderweit verpachtet werden. Leihgefteni am 23. Juli 1849. Der Bürgermeister Heß. 1380) Mainzlar. Arbeits - Versteigerung. Freitag den 3. August, des Morgens um 10 Uhr, sollen 7 Klftr. Steine aus dem Staufenberger Bruch zu fahren und aufzufetzen, sowie das Zerschlagen und Decken auf dem Weg von Trais nach Staufenberg an den Wenigstfordernden auf dein Gemeindehaus öffentlich versteigert werden. Mainzlar den 25. Juli 1849. Der Bürgermeister Vogel. 611 Feilgeboten, E) ®-*te..raHfc&er Haarh alsam. Das wirksamste Mittel gegen das Ausfallen der Haare und zur Wiedererzeugung derselben, das Fläjchchcn zu 48 fr. nebst Attesten und Gebrauchsanweisung bei H. Treppinger. 1398) Gies!en. Saat-Erbsen bei L. Cahn'S seel. Wittwe Zn vermiethen- 1382) Gießen. Das von Herrn Tapezier Strack bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und gegen Ende Oktober beziehbar. Philipp Oppermann. 13o3) Gießen. In dem Berlinischen Hanse vor dem Wallthor sind folgende Logis zu vermie- then und werden am 1. September beziehbar: 1) der untere Stock, bestehend aus einem Salon, 3 Stuben, Corridor, alle Kcizbar, Küche, Speisekammer, wozu noch im dritten Stock eine heizbare Stube mit Cabinct gehört; 2) das von Herrn Fulda im zweiten Stock bewohnte Logis, bestebend aus einem Salon, 3 Stuben, Corridor, alle heizbar, Küche, Spcisekammer, sowie eine Stube im oberen Stocke nebst dem daran stoßenden Garten, sodann 3) der Nebenbau, bestehend aus 2 heizbaren Stuben, Kamnier, Küche ic. Speisekammer. Daö Nähere zu erfragen bei Adolph Homberger. Gießen den 23 Juli 1849. 1395) Gießen. Im vierten Stock der Metten beim er'sch en Apotheke ist ein schönes möb- liitcs Zimmer, die Aussicht aufs Kreuz, zu vermiethen. 1397) Gießen. Lit C. v45 70 iit bcr 3ßo(= ""gaffe ist eine Familicnwohnuiig zu vermiethen bei W. Werner. Ließen- In Lit. B. M 30 auf der 8&ur0 sind 1 bis 2 Stuben zu vermiethen und g'e-ch zu beziehen, und in Lit. B. 117 auf ccm -'reuemveg, der untere Stock zu vermiethen. Höstereich, auf der Mänöburg. ©iefien. Die zweite Etage in meinem '-iauie jst anderweit zu vermiethen. Dr. Mettenheimer. Vermischte Nachrichten. bi^"^'-ken. Am 30. d. M. sind vom l> I gen Marktplatze aus bis auf den Seltersberg sieben Stück Hessen-Darmstädter fünf Gulden-Rentenscheine verloren gegangen. Der ehrliche Finder wird ersucht, dieselben gegen eine gute Belohnung an die Erped. d. Bltts abzugeben. Da die obigen Scheine ein öffentlicher Diener verloren hat, welcher dieselben aus seinen eignen Mitteln zurückerstatten muß, so glaubt man den Finder umsomehr darauf aufmerksam machen zu müssen. 1394) Gießen. Dienstag den 7. August d.I., Nachmittags 4 llhr, nochmalige Clubbpartie auf dem Hardthof. Gießen den 30. Juli 1849. Der Gesellschafts-Vorstand. 1376) Gießen. Meine Bohnen - Schncid- Maschine bringe ich einem hiesigen Publikum in empfehlende Erinnerung und bemerke, daß der Korb 6 fr. zu schneiden fostet. Bestellungen bitte ich gefälligst bei Hrn. Bäcker Jughard am Seltersweg, und Wirth Schneider im Schwanen abzugcben. Daniel Stamm. 1396) Gießen. Im Gasthaus zum Hirsch wird ein tüchtiger Pfcrdefnecht gesucht, der gleich eintreteu kann. 1402) Gießen. Mehrere Zimmergcsellen können dauernde Beschäftigung erhallen bei Grube, Zimmermeister in Gießen. 1400) Gießen. Die Uebernahme einer bedeutenden Brodliefcrung in das nahe Ausland veranlaßte mich, im Mai dieses Jahrs beim hiesigen Stadt- vorstand um Zurückvergütung des darauf lastenden Oetroiö nachzusuchen. Da bei Ausfuhr von Obstund Branntwein daS Octroi zurückvergütet wird, so lebte ich der Ueberzeugung, daß auch dem aus- zuführenben Brod eine solche Vergünstigung gewährt werden müsse, zumal dadurch der einheimischen Ge- werbthätigkeit die Möglichkeit gegeben werden soll, mit auswärtigen Gewerbtreibenden concurriren zu können. Diese gewiß einleuchtenden und rechtlichen Gründe gaben mir die Hoffnung, daß meiner gerechten Bitte willfahrt werden würde; allein der Gemeinderath war so gütig, auf eine Reihe von Scheingründen sich stützend, einen abschläglichen Beschluß zu fassen. Die Herren Reiber, Appel, Höstereich, Kempf, Labroiffe und Wirth waren diejenigen Mitglieder, welche für die Verwerfung meines Gesuchs stimmten. Die weitere Beurtheilung dieser Angelegenheit überlasse ich dem Ermessen meiner Mitbürger. Gießen am 30. Juli 1849. Christian Roll, Bäckermeister. Gießen. 612 1384) /W >>. Mür Auswanderer. ------------— Tentralverein für Auswanderer zu Cöln und Düsseldorf, conftituirt mit Genehmigung und unter dem Schutze der Königlich Preußischen Staatsregierung. Wir erpediren vorzügliche gekupferte Dreimaster-Schiffe erster Classe: Von Antwerpen nach New-Bork am 10., 20 und 30. jeden Monats; 1 über Rotterdam i Havre < vr. Dampsboot ■ nach New-Bork am 3., 13. | bis Havre. } u. 25. jeden Monats. „ Brenren nach New-Bork, Baltimore, Philadelphia am 1. und 13. jeden Monats; „ „ nach New-Orleans am 13. August; „ „ nach Galveston und Texas am 13. September; „ Hamburg nach New-Bork am 1. und 13. jeden Monats: Die Preise sind aufs Billigste, von den verschiedenen Sammelplätzen ab, inclusive aller Beförderungskosten und des amerikanischen Kopfgeldes, gestellt. — Cöln, im Juni 1849. Der Central-Verein für Auswanderung, I. A. Roeder, Chr. Fremery, L. Spiegelthal. Wegen Prospectus sowie näherer Auskunft beliebe uran sich zu wenden an den Haupt-Agenten Ang. Hoffmann. (Schloßgasse) in Gießen. 613 gäbeck. 1176) Petri-Kirchhof Nr. 308. Veachtenswerth! Wie und wo man für 8 Thlr. Pieuß. in Besitz einer baareti Summe von ungefähr Auskunft Niemand irgend etwas zu entrechten hat. Lübeck, Juni 1819. - ..... Haller v. Biedenkopf. der Sonne: Hrn. Fuhr!. Mißler, Metzger u. Diehl v. Nönnenrod. Jungfer Mühlbauer v. München u. Fr. 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Würzburg. Hr. Colombin, Partie, v. Paris. Hr. Sepfcrt, Kfm. v. Mainz. Hr. Treber, Buchh, v Nidda. Hr. v. Hallen, Partie, v. Leipzig. Hr Werner. Amtm. v. Wetzlar. Hr. Hecter, Fabrikbcs v. New-Aork. Hr Hanze, Jnsp. v. Elberfeld. Hr. Lanz, Künftl. v. Frank- fint. Hrn. Kfl. Krebs v. Frankfurt, Scheller v Aachen u. Bock v. Rödelheim, Weigel v. Schweinfurt, Lamell v. Kirchheim, Rothenberg v. Reichen, Holzer «. Lennep, Ruckel v. Crcfeld u. Kunckel v. Altenstadt. Hr. Schutoi, Advoc. v. Frankfurt. Hr. Klapp, Reviers, v Battenberg. Hr. Menck, Gutsbes. v. Emmerchenheim. Hr. Jacobi, u^ökrmstr. v. Rodheim. Baron v. Trutt zu Rothe v. Gaffel. Hrn. Kfi. Hirsch v. Friedberg, Alten v. Frankfurt u. Scheerer v. Pfungstadt.^,$r, Körner, Büchsenm. v. Laaöphe. Hr. Böhmer, Geschäftsm v. Hersfcld. Hr. Pütt, Tuchm- v 'Biedenkopf. Hrn Spedit. Thome v. Walzhausen u. Berger v. Offenbach. Hr. Hopfeld, Geschäftsm. v. Hadamar. Ar Müller, Färb. v. Lautern. Hr. Wehrheim, Kfm. v. An'gerod. Hr. Renß, Oecon. v. Weilburg. Hr. Gaul, Fabrik, v Alsfeld Hr Scheerer, Müll. v. Affenheim. Hr Frech, ***. Jgrt Hr Rcickardt, Färb. v. Herborn Hr. Schudt, Mull. v. Hosschwiüheim. Hrn. Oecon. Helfrich v. Fauerbach, Schneid v. Büdingen, Meininger v. Heldcnbergcn u. Bar v N°drbach- Hrn. Geschäftsl. Hammel v. Zelle u. Kaffer v. Mardo f. Hr. Schmidt, Bürgcrmstr., Hr. Neeb, Oecon. u. Hr. Krim melbein, Zimmerm. v. Romrod. ________ Anaekommcne und abgereiste Fremden vom 28. bis 31. Juk 1849. Im Darmslaedier Baus: HkN. Geschäftsl. Mützger v. Dornheim, Braun v. Winterberg, Häuser v. Wenmgs, Mandelbaum v Weimar. Schmehl v. Schwarzenborn, Kohl v. Homberg, Pfeiffer v. Holzdorf, Kühl v. Homberg Geiß u. Fischer v. Bromskirchen. Hrn Handelst Schwarz v. Storn- dorf, Wiesmar v. Niedereisendorf, Weitzel v. Darmstadt, Felfing v. Fulda, Schönhals t>. Simmersbach u. Margott ti' S/m 5f°rrn ■ Hrn Piivatl. Nahrung u Sauer v. Altstadt. Hrn Fuhr!. Schneider ». Marburg u. HAgenberg v. Borden. Hr. Hahn, Privatm. v. Hanau Hrn. Fuhrl. Weber u. Mat tbäus, Hr Kratz, Schuhm. u Jungfer Gießen v. Ziegenhain. Hrn. Musik. Mühls u. Rühl u Jungfern Kohler u. Nachmann v. München. Hr. Hackel, Comm. v. Luzern. Fr. P u n t e s. Drei Freunde. Novelle. (Fort setzung.) „Vertrauen gegen Vertrauen," sagte sein Begleiter. „Gestehen Sie mir erst das Recht zu ein Urtheck über Sara zu fallen , indem Sie Ihr Urtheil freimüthig enthüllen." „Was soll ich Ihnen sagen?" rief Aurel. „Ich bin gekesselt von dein Ungewöhnlichen, angezogen von Eigenschaften, die ich bewundern muß, während manche mir gar nicht gefallen wollen. Ich befinde mich so zu 614 sagen in einer Verzückung, deren Zauber ich mir selbst nicht zu erklären weiß." „Es geht Ihnen wie den Opiumrauchern des Orients," fiel der Herr lachend ein. „Den himmlischen Träumen folgt ein fröstelndes Erwachen und Kopfschmerzen die schnell mit einer neuen Pfeife beseitigt werden müssen. Ja, mein theurer Aurel," fuhr er fort, „so ist es, ich habe Sie in der letzten Woche gut beobachtet und fühle eine Art Mitleid mit Ihrem Zustande, eben weil ich einsehe, daß Ihr Rausch einer ist, der doch nicht allzulange währen kann, trotz der stärksten Dosen des süßen Giftes. Sagen Sie mir geschwind ob ich nicht recht habe, daß unsere vortreffliche Freundin Ihnen den Vorschlag machte, Richard zu verlassen, um mit Ihnen irgend ein gelobtes Land zu suchen, und ob nicht eben dieser ehrbare Antrag und seine Bedenken Ihr Gehirn eben jetzt beschäftigt haben?" „Was Sie so gut wissen, will ich Ihnen nicht streitig machen," erwiederte Aurel. „Man könnte es undankbar unv schlecht nennen," rief der Herr, „daß diese edelherzige, für Wahrheit und Recht begeisterte Dame einen Mann aufgeben will, der alles aufopferte: Namen, Ruf, Zukunft, Seele, Leib und Geld, aber wer wird so spießbürgerlich denken? Eben weil es mit ihm aus ist, total aus, weil seine Nerven zerrütlet sind, seine Gesundheit zerstört und weil er ausgeschält ist bis auf die Hefen, finde ich es klug, ganz ungemein klug, daß Sara sich an einen Andern wendet, der straffe Glieder und einen noch strafferern Geldbeutel hak. Auf Ehre Sie werden glücklich sein. Es ist ein Weib, das Ihrem Leben himmlische, unvergeßliche Stunden gewähren wirb und an 1 deren Blicken, Winken, Einfällen und Gedanken Sie bald mit derselben Hingebung hängen werden, wie dieser Richard. „Was sagen Sie da?" rief Aurel entsetzt. „Hat Sara so an Richard gehandelt?" „Wie gehandelt?" fragte der Andere. „Was erschreckt Sie denn zehr 2 Sara ist ein außerordentliches Weib und Richard ein Schwächling. Sie werden es anders zu wenden wissen, wie er, oder wenn auch nicht, so werden Sie doch anders enden, sich nicht betrügen, und verrathen lassen, nicht das letzte Goldstück mit ihr verprassen, denn Sara ist eine Verschwenderin und das ist tragisch und komisch zugleich, daß diese Menschen, welche das Elend und den Hunger, die blaffen Gespenster aller Noth und aller Schande auf Erden, anklagen und den Egoismus verstuchen, auf seidenen Kissen darüber weinen. Und das hat unsere schöne Freundin von jung auf in ihrer stoischen Philosophie gelhan. Sie ist im Reichthume geboren worden, hat mit sechszehn Jahren zuerst einen reichen gefälligen Eheherrn bekommen, hat ihn arm gemacht, hat den Narren verlassen, um einem zärtlichen Freunde zu folgen, den sie in ihren Grundsätzen sich erzöge», und so Schritt für Schritt sich vervollkomninend in den Lehren eines schönen, genußvollen, von allen Reizen des Daseins umringten Lebens, hat sie Richard besessen bis zur Stunde." „Aber Sie," rief Aurel mit Heftigkeit, „Sie und die ganze Schaar dieser Menschen, welche Tag für Tag und Nacht für Nacht Zeugen und Genossen dieses Lebens waren, warum theiltcn Sie es, warum öffneten Sie nicht die Abgründe vor den Blicken derer, die Sie Freunde nannten und zeigten ihnen, was Sie mir zeigen?" „Warum?" sagte der. Herr. „Sie sind ein größerer Neuling in der Kunst zu leben und kennen die Menschen noch weit weniger, wie ich annahm. — Man würde mich verlacht und ausgestoßen haben und ohne das Geringste zu nützen, hätte ich mir allein geschadet. Ich spottete über sie alle, ich verhöhnte ihre Thorheiten, mich ergötzte diese Verzweiflung nach Kotzebues Muster und dieser Kultus deS Fleisches und des Weines, der das angenehmste schmerzstillende Mittel ist. Ich sah ihren Untergang nahen und fiel zuweilen in den Prv- phetenton, um als Kassandra mich auslachen zu lassen. Jetzt macht es mir wahrhaftes Vergnügen Ihnen Sara warm zu empfehlen. — Ich fage Ihnen nochmals, Sie finden keine Frau in der Well, die Ihnen die schale Dürftigkeit Ihrer Tage so angenehm verkürzen wird. — Sie ist zwar eigentlich weder jung noch schön mehr, aber welch Feuer der Gedanken, welche Phantasie und welch seltsamer zauberischer Reiz, der sie umgiebt. — Entführen Sie sie, lassen Sie diesen Einfaltspinsel Richard mittelst eines halben Lothes Blei mit dem Schicksale für immer sich versöhnen und schreiben Sie mir wohin Sie gehen, ich komme nach und leiste Ihnen Gesellschaft." „Hierfür lute für alle und jede fernere Bemühüng muß ich auf immer danken," rief Aurel, indem er sich umwendete und rasch davon ging. — Er hörte das häßliche höhnische Lachen des Herrn hinter sich j» der Nacht verhallen, hörte seine letzte Ermunterung, seine Schwüre treu zu halten unv es war ihm als sei der böse Feind hinter ihm. Athemlos irrte er umher und erreichte endlich erschöpft seine Wohnung. (For tsetzung folgt.) A 11 e c d 0 t e. In einem Teiche hatten sich kurz nacheinander zwei Personen ersäuft. Der Schulze des Ortes ließ an diesem Orte eine Tafel aufhängen, worauf geschrieben stand: „Wer sich untersteht sich in diesem Teiche zu ersäufen, soll nach den Gesetzen bestraft werden." Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.