Änzcigcblatt der Stadt und des Regierungsbezirks Gieren. Sonnabend den 28. April 16^9. Dieses Blatt erscheint wöchentlich zwei Mai: Dienstag und Sonnabend. Der Präuumerationsbetraa ist für ein ganze» Jahr für Einheimische i il. 30 fr., für ein halbes Jahr 45 fr.; für Auswärtige incl. Postaufschlag 1 st. 42 fr., halbjährl. 51 fr. AuSwärt« abonnirt man stch Heiden zunächst gelegenen lobt. Postämter». In Gießen hei der Erxedition, Eanzleiberg Lit. B. Sir. 1. Einrückungsgebühr filr den Raum der qespaltenen CorbuS-Zeile 2 fr. Inserate müssen jedesmal VortnittagS 9 Uhr an dem Tage vor dem Erscheinen diese« Blatte« an die Redaktion gelangt sehn. Amtlicher Th eil. Gießen den 25. April 1849. Betreffend: Die Musterung für 1849. Der Großherzoglich Hessische Regierungsrath v. Millich zu Gießen an die Gr. Bürgermeister deö Recrutirungsdistricts Grünberg. Die Musterung und Loosziehung pro 1849 wird in dem Recrutirungsdistrict Grün berg den 12-, 13., 14. und 16. Juli in loco Grünberg vorgenommen, und es sollen gemustert werden: 1) Donnerstag den 12. Juli, die Militärpflichtigen aus den Gemeinden: Allertshausen, Ettingshausen, Großeneichen, Atzenhain, Flensungen, Groß- und Kleinlumda Beltershain, Freiensecn, Grünberg, Bernsfeld, Geilshausen, Haarbach, Climbach, Göbelnrod, Hattenrod, Einartshausen, Gonterskirchen, Ilsdorf. Ermenrod, 2) Freitag den 13. Juli, die Militärpflichtigen aus den Gemeinden: Kesselbach, Lauter, Londorf, Kleineichen, Lehnheim, Merlau, Lardenbach, Lich, Münster, Solms-Ilsdorf, Lindenstruth, Niederohmen. Laubach, 3) Sanistag den 14. Juli, die Militärpflichtigen aus den Gemeinden: Oberbessingen, Ruppertenrod, Weickartshain, Oberohmen, Ruppertsburg, WeiterShain, Odenhausen, Saasen, Wetterfeld, Oueckborn, Stangenrod, Wettsaasen, Reinhardöhain, Stockhausen, Winnerod, Rüdingshausen, Unterseibertenrod, Zeilbach, Die LooSziehung der Militärpflichtigen geschieht Montags den 16. Juli. 368 Vorstehendes haben Sie in den Gemeinden öffentlich bekannt machen zu lassen, und mit den Militärpflichtigen auf dem bezeichneten Musterungs- und Loosungstag Morgens 8 Uhr pünktlich in dem Mustcrungslocal sich einzufinden. Ueber den Befolg dieses Ausschreibens, d. h. daß die öffentliche Bekanntmachung in der Gemeinde geschehen sei, haben Sie innerhalb 8 Tagen berichtliche Anzeige zu machen. In Abwesenheit des Gr- Reg.-Raths von Will ich, der Gr. Regierungsrath Stammler. Gießen. Protokoll der Sitzungen des Bezirksraths zu Gießen. Eilfte Sitzung vom 10. Januar 1849. Vormittags 9 Uhr. Anwesendr Reg.-Rath Küchler und 10 Mitglieder des Vczirksraths. 1) Steinberger verliest das Protokoll von der Vormittagssitzung des 9. Januar. 2) Kliebe verliest das von ihm und Engel gemeinschaftlich redigirte Protokoll von der Nachmit- tagösitzung des 4. Januar. Einige Reclamationen werden berücksichtigt. 3) Steinberger erstattet Bericht über die Vorlage der Staatsregierung, betr. das Gesetz vom 2. Juli 1839 hinsichtlich der Waldstreu. Das Ministerium wünschte nämlich das Gutachten der Bezirks,äthe über dies Gesetz zu hören, und in Folge dessen waren von der Reg.-Commiss. die nöthigen Mittheilungen gemacht worden. Der Berichterstatter erläutert die Grundsätze des Gesetzes und wünscht diese nicht erschüttert zu sehen, indem dieselben einmal der Erhaltung und Schonung der Waldungen förderlich sind, zugleich aber auch einem jeden Berechtigten geben was ihm gebührt. Der Berichterstatter wünscht daher 1., daß es den Gemeinden überlassen bleibe, die Waldstreu zu versteigern oder in Natur an die Berechtigten abzugeben, indem die Verhältnisse nicht überall dieselben seien. 2., daß da, wo man den Naturalbezug wünsche, die zum Sammeln und Anfhäufen der Waldstreu nothwendigen Arbeiten durch die zum Bezug Berechtigten selbst, unter Aufsicht und Leitung der Forstbchör- den besorgt werden. Im Laufe der längeren Diskussion, wobei sämmtliche Mitglieder ihre Ansichten anssprachen, auch der Reg.-Com. verschiedene Erläuterungen und Nachweisungen gab, traten noch verschiedene Wünsche hervor, welche zu Anträgen erhoben wurden. Zuletzt vereinigte man sich dahin, das Gesetz vom 2. Juli 1839 möge die Modifikation erfahren, daß an die Stelle vom Art. 1 folgende Bestimmungen treten. a. es bleibt einer jeden Gemeinde überlassen, ob sie die Waldstreu versteigern oder an die zum Bezug Berechtigten in Natur abgeben will. b. Wo der Naturalbezug beschlossen wird, sind die zum Sammeln und Aufhäufen der Streu erforderlichen Arbeiten unter Aufsicht und Leitung der Forstbehörde von den Berechtigten selbst zu verrichten. c. Zum unentgeltlichen Naturalbczug der Waldstreu können nur solche Berechtigte befugt sein, welche sich ohne mit Zugvieh bespanntes Fuhrwerk in den Wald begeben. cl. Wenn ausnahmsweise ein ausgedehnterer Bezug, nach den Bestimmungen der Verordnung vom 3. Oct. 1848 für nöthig erachtet wird, soll es gestattet sein, auch durch mit Zugvieh bespanntes Fuhrwerk die gesammelte Waldstreu abzuholen, gegen Errichtung einer mäßigen Abgabe. Der Bezirksrath glaubt, daß durch diese Bestimmungen alle Rechte gewahrt würden, welche das Gesetz von 1839 schützen will. 4) Reg.-Rath Küchler verläßt die Sitzung, nachdem zuvorReg.-Secr. Hallwachs cingetretcn war. 5) Engel berichtet über die Reclamation deö Johannes Velten VIII. zu Langgönö gegen die Wahl des BezirkSraths im zweiten Wahldistrikt. Der Antrag Engels geht dahin, diese Reclamation könne nicht mehr berücksichtigt werden, da die Wahl einmal definitiv genehmigt sei. Der Antrag wird angenommen. 369 Polizeiliche Bekanntmachung. Verbotener Weg nach der Hardt betreffend. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der von der Heuchelheimer Straße rechts ab nach dem Heyerschen Felsenkeller quer über die daselbst befindlichen Grundstücke unbefugt eröffnete Weg bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe verboten ist. Gießen den 25. April 1849. Der Bürgermeister der Stadt Gießen v Gg. Retber. 6) Kliebe berichtet über das Gesuch des Johannes Dörr zu Ruppertenrod um Aufnahme als Orts- burgeralld^ Gesuch sei an Großh. Regierungs-Commission zu verweiser-'indem dem in wie weit der Bez.-Rach in solchen Fällen entscheiden könne wurde beschlossen, die Acten g S 9* bach nach Ermenrod; zugleich lag ein Gesuch der Gemeinde Zeilbach selbst an. *“ ©'S*« »«> * Mm 9)'@Tgl.?.S«ttdX*”"lt>'.r w MH X» WWW «*•- bdr' <*“ ortsbürgerlichc Aufnahme dahin. ~U Jn'^ürackü, ^daß"e'ine Umänderung der Gemeindeordnung beantragt ist und erwartet werden darf, wobei auch die Wünsche des Petenten eine Berücksichtigung finden werden, wird daS Schrei den einfach zu den Akten genommen." «ÄZÄn Antrag von Kliebe, bett, die Jagdverhältnisse der Gemeinde Allertshausen Die eigenthünilichen Verhältnisse sollen der Reg.-Com. zur näheren Berück,tchtiglmg empfohlen rotrbcn11) §frbcr berichtet über den von Menkel und Kliebe im Namen einiger Gemeinden gestellten Aniraa betr die Versetzung des Revierförsters von Merlau. , , Der Antrag Ferbers geht dahin, daß der Bez.-Rath in dieser Angelegenheit nichts zu sagen habe übrigens wüßten ja die Gemeinden, welche Ansichten bei einer früheren Gelegenheit über das Verhältmß der Beamten zu den Bürgern anögesprochcn worden seien. Der Antrag Ferbers wurde angenommen. Neue Eingänge. i > Antraa von Dieterich auf Aufhebung der Stellen der Criminalkasserechner, an den 3. Ausschuß. 2) Antrag von Ferber,-betr. eine gleichmäßige Bestimmung hinsichtlich des VerschollenheitsalterS, an bCn b'z^Anttaq von Menkel, betr. die Verhältnisse der Kaminfeger, an den 3. Ausschuß. 4) Gesuch des Philipp Müller zu Wieseck um Gestattung, verschiedne fisealische Gelder in mehreren fielen ru befahlen, an den 3. Ausschuß. 5) Voranschlag der Gemeinde Burkhardsfelden für 1849. 6) Voranschlag der Gemeinde Ruppertenrod für 1849. 7) Voranschlag der Gemeinde Mendorf an der Lahn für 1849. • Die drei letzten Eingaben wurden an den 1. Ausschuß abgegeben. 12) Die Tagesordnung für den Nachmittag wurde festgesetzt. , 1 J Schluß 12V4 Uhr. F- Steinberger. 307 Versteigerungen. 809) Gießen. Montag den 30. d. M., Morgens 11 Uhr, sollen auf hiesigem RathhauS Maurerarbeit, im Voranschlag zu 25 fl. 4o fr. Zimmerarbeit, „ „ 27 „ 24 „ Schlosserarbeit, „ „ — „ 40 „ Weißbinderarbeit, „ „3 „ — „ an die Wenigstfordernden versteigert werden. Gießen den 27. April 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 728) Staufenberg. Holzversteigerung. Mittwoch den 2. Mai l. I.. von Morgens 9 Uhr an, sollen in hiesigem Gemeindcwald, District Eichwald Mark und Birkenwald nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden: 18% Stecken Buchen-Scheidholz, 13 II n Prügelholz, 54% II u Stockholz, 1000 Stück n Wellen, 148 Stecken Eichen-Scheidholz, 42% II „ Prügelholz, 86% II ii Stockholz, 1100 Stück „ Wellen, 2330 II ii n 3950 II Kiefern- „ 4000 II Weichholz » 2 Stecken Kicfern-Scheidholz, 1 II Aspen- u 6 II Kiefern-Prügelholz, 10% II Aspen- » Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Kredit bis zum 28. September d. I. gestattet. Anfang und Zusammenkunft ist im alten Eichwald. Staufenberg den 19. April 1849. Der Bürgermeister Vogel. 782) Franke nbach. Holzversteigerung sm hiesigen Gemeindewald. Freitag den 4. Mai, von Vormittags 9 Uhr an, sollen im District Hungerberg, Günsterheck und Willsberg, 116 Stecken Buchen-Scheidholz und 64 Stämme Eichen-Bauholz, 5229 Cbfß. enthaltend, öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist in Frankenbach. Frankenbach den 25. April 1849. Der Bürgermeister Bernhardt. 827) Staufenberg. Bauholz-Versteigernng im Staufenberger Gemeindewald. Montag den 30. April l. I., des Morgens um 9 Uhr, soll in dem hiesigen Gemeindewalde, District alter Eichwald, 19 Stück El'chcn-Baustämme von 19 bis 43" Durchmesser, 10 bis 40' Länge, im Ganzen 3345 Cbfß. haltend, 1 Buchen-Stamm, 28" Durchmesser, 10' Länge, im Ganzen 74 Cbfß., 300 Nadelstangen von 2 bis 5" Durchmesser, 10 bis 20' Länge, im Ganzen 390 Cbfß., 35 Birkenstangen von 2 bis 5" Durchmesser, 10 bis 20' Länge, im Ganzen 139 Cbfß., 38 Eichenstangen von 2 bis 5" Durchmesser, 10 bis 20' Länge, im Ganzen 33 Cbfß, Die Zusammenkunft ist an der Kaiserschneuße. Staufenberg den 19. April 1849. Der Bürgermeister Vogel. 792) Gießen. Donnerstag den 3. Mai d. I., sollen in der Behausung des Majorö Königer vor dem Wallthor verschiedene Mobilien, bestehend in einem neuen und einem alten Kanapee, mehreren Tischen, Komoden, Stühlen, gutgehaltenen Bettstellen, einem Kleiderschrank und sonstigem Geräthe gegen baare Zahlung versteigert werden. 781) Hohensolms. Holzversteigerunge ii. In nachbenannten Walddistriktcn werden folgende Holzsortimente, gegen die bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen dem Meistgebot ausgesetzt, als: I. Iselscheid, nächst Frankenbach. Dienstag den 1. Mai 1849, Vormittags 8 Uhr anfangend, 148 Schlagholzhaufcn, mitunter eichenes Nutzholz, zu Wagen- und Karrndeichseln ic. H. H e l fh o lz. Freitag den 4. Mai, Vormittags 8 Uhr angehend, a) 6 Eichenstämme, 12—23 Zoll Dicke und 10—21 Fuß Länge, 164 Kubikfuß Gr. Hess. Maas haltend; b) 21 Stecken Buchen-Scheitholz; c) 69 „ „ Prügelholz, d) 7 „ Eichenholz; e) 80 „ Stockholz; f) 91% Haufen Forstreisholz; g) 87 „ Klaster-Reisholz. 371 III. W i n d e l b a ch. Donnerstag den 10. Mai, Vormittags 8 Uhr anfangend, a) 14 Eichenstämme, von 18—24 Fuß Länge, und 18—24 Zoll Dicke, 823 Kubikfuß Gr. Hess. Maas haltend, ]>) 54 Stecken Buchcu-Scheilholz; c) 52 „ „ Prügelholz; d) 24 „ Eichen-Scheitholz; e) 97 „ Stockholz, Gr. Hess. Maas; f) 128 Haufen Klafter-Reisholz. Mit der Bemerkung, daß der Tarifpreis zu Grunde gelegt werde. Hohensolms den 22. April 1849. Schäfer, Revierförster. Fe ilq eboten. 806) Gießen Tapeten-Lager Empfeblnttg. Mein Tapetenlager, welches wieder aufs Beste assortirt, mit sehr geschmackvollen Defseins und zu besonders billigen Preisen empfehle ich. H. Hochstätter. 807) Gießen Ich bin Willens meine, im besten Zustand befindlichen, von Nußbaum-Holz gearbeiteten Möbel aus der Hand zu verkaufen. K- F. H a u b a ch, Tapezier, Seltersweg Lit. C. Nr. 43. 805) Gießen. Feine Seidenhüte, Marseillaise- und Turnerhüte bei C. Frech. 808) Gießen. Parlaments-, Turner- und Knabenhüte, in neuester Faeon, sowie Leinen und Zwillich für Turneranzüge in sehr großer Auswahl und zu äußerst billigen Preißen empfiehlt zu geneigtester Abnahme. Julius Wallach am Markt. 800) Gießen. Gersten-Stroh und 5 bis 6 Fuder Korn-Stroh sind zu verkaufen bei F r. M ü l l e r. 791) Gießen. Ich habe eine große Auswahl Marienschlosser Strohdecken und Taschen in Commission erhalten, welche ich zu billigem Preise ab- lassen kann. Auch empfange ich mit Vergnügen Aufträge für alle in Marienschloß verfertigt werdenden Artikel. I- Böß, im Rothaug'schen Hause in der Wolkengasse. 786) Reiskirchen. Aus der Pfarrscheuer zu Reiskirchen sind etwa 200 Gentner gutes Heu zu verkaufen. 802) Gießen. Extrait t. Köpf-, Füße, Geraub, wie auch dre ganz blut.gen und mcht genießbaren Stück- vom Hals sind von der Zugabe gänzlich auSg-ichlosi-n. — Für 1 fr. Wasserweck. „ 1 fr. Milchbrod . Walzen . Korn . . Gerste. . Hafer . . Erbsen . Linsen. , | Walzen- au® 1 Kornmehl besteh. Maas Milch . . . . . Pfund Butter . . . . auch . . . Handfäse (Sier Pfund Waizeimiehl . . . „ Gcschw. Vorschuß . 9 — 8r 6- 12! - 9- 7|- U|- 16 — 16— I24I — 19,— .20,— 24 — ie:— jGerste- G>-ß-n \ jKorn- Grünberg ) zK. ^G. s# •SA 'Xi iD 5 «o CM . rr ( -- kr.:pf. fr. [j>f. ft. Pf. 1 I"“" — 4 2 — 1 — 4 2 1 9|~ ~~'r 9 — _ — _ _ _ — IMM Mi Mi - «nee L.IQ L. Q L. Q 5 2 5 2 5 2 — & 1 fr. Pf. fr. pf. fr. Pf- I 1 — — ■■■ — — — _ — — — —— — — — — — — — —» — — - •-er» — ■ ------ — —' • — — 1-------- j------- __- = ?. 5? . ***. ,r~. © ' fr. Pf.} 4 2 9 — 5 — . 10 —— Ml MM t. Q 6 1 0 fr. * 6 20 —- 21 _ 8 — 4 — — — y— W» ......... ■*— Grünbetg 1 Sich v. 11-25. April s ________--- Laubach v. 11-25. April Fleischtaxe. [ _________________________________________1 (Situcn uno Hungen den 21. April. per Pfund 1 kr-Ipf-! ft.U| ft. Pf. —1— ft. Pf- Ochsenflelsch Hl 2 -1-1 11 2 1 Kuhfleisch . 9. 2 9 — — Rindfleisch . 81 2 — — 8 — — Kalbfleisch . 6- 2 — — 6 — — — Schweinefl. . 12) 2 1 — — Hammelfl. . 9,- 1 81 2 ■— — Schaaffl. . . —,- — — 1 — — Lebetwutst . 14 j- 1 13: 2 — -- gem. Wurst. 8 — —1— 71 2 — ----------------1 Bratwurst . 18|- 1 17} 2 — — Schwartem.. 18- 171 2 1 — — Blutwurst . 16 — — — 151 2 — — geräch. Speck 26 — ________________1________________ i 25 5 2 — — Schinfen . . 19- 18, 2 .----------------- — Dörrfleisch . 19 — —, — 18, 2 .— — Rindsfett 20- —।— 19 2 — — Hammelsfett 20 — — 19 2 — — Schweine- 1 schmalz, aus- I gelassenes . 24 — 1 23 2 — — dgl., unansgel. 20 — [| 19 2 ! ----------------- — Gießen 26. April. | Grünbetg 1 21. April. 1 Lich 16. April. Laubach Mainz 1 10. Februar. Marburg 27. Jan. Wetzlar 21. April. M a l t e r Mött Scheffel Pf, fl. kt Pf. 1 fl- kr. Pf. 1 fl- fr. Pf. fl. fr. Pf. ! ff. fr. ff- ft. ff- fr. vfr 200 9 5 200 8 30 200} 9 — —7— — — 200 8 56 7 9 3 49 1 200 6 5 190 6 15 190} 6 —T- — — — 200 5 34 4 49 2 31 2 170 4 30 170 4 i 40 170 — — — — — 200 4 52 3 56 1 56 2 3 30 — 3 30 __ „ _ — — — 200 3 30 2 9i 1 18 3 __ ——— —— ] ___ — ——. — —— —- —- — -T -7- —* 1 — — — — — — ) — — — — —-' 375 Frischbäcker zu Gießen. Sonntag den 29. April. Balthaser Wallenfels an der Wettergaffe. Carl Löber am Lindenplatz. Carl Steinberger in der Löwengasse. Wilhelm Hellmold auf dem Neuenweg. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Am 29. April Morgens: Kirchenrath Dr. Engel. Nachmittags: Pfarrer Bonhard. Getauft. Den 2 0. April. Dem Großherzoglichen Hauptzollamts - Alsistenten, Karl Schwalb, ein Sohn, Heinrich, geboren den 29. April Beerdigte. Den 20. April. Marie Katharine Klingelhöffer, des verstorbenen hiestgcn Bürgers und Fuhrmanns , Johann Wilhelm Klingelhöffer, hinterlassene Wittwe, geborne Map, alt 55 I. 21 T., gestorben den 18. April. Den 21. April. Mathilde Margarethe Franziska Schmiß, des Großherzoglichen Obersteuerboten, Karl Franz Schmitz, eheliche Tochter, alt 5 I. 11 M., gestorben den 18. April. Denselben. Heinrich Schwalb, des Großherzogllchen Hauptzollamts-Assistenten, Karl Schwalb, ehelicher Sohn, alt 14 St., gestorben den 20. April. Denselben. Karl Jacob Franz, des hiesigen Bürgers und Schuhmachermeistcr, Balthasar Franz, ehelicher Sohn, alt 2 I. 6 M. 27 T, gestorben den 20. April. Den 2 2. April. Heinrich Zimmer, Ortsbürger zu Allertshausen bei Londorf, alt 41 I., gestorben den 20. April. Denselben. Luise Margarethe Wilhelmine Charlotte Thecla Haubach, des hiesigen Bürgers und Universitäts- Instrumentenmachers, Theodor Haubach II , eheliche Tochter, alt 9 M. 3 T., gestorben den 21 April Den 24. April. Dr. Wilhelm Pilger, Großherzoglicher pensionirter Hofgerichtsrath dahier, alt 81 I. 7 M., gestorben den 22. April. Denselben. Hermann Moll, des hiesigen Bürgers und Rathsdieners, Moritz Moll, ehelicher Sohn, alt 1 M. 19 T., gestorben den 23. April. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. Angekvmmcne und abgereiste Fremden vom 20. bis 24. April 1849. I n den Gasthäusern. im Einhorn: Hr. Geyger, Advoc. v. Frankfurt. Hrn. Kfl. Glaser v. Mainz , Weyt v. Cöln u. Liehberg v Stuttgart. Hr. v. Huthwill, Lieutn. v. München. Hr Waschen- stolz, Goldschm v. Rotterdam. Hr. v. Jungenfeld, Geh. R. v. Berlin. Hr. Sepfeld, Partie, v. München Hrn. Kfl. Kern v. Mannheim u. Leininger v. Leipzig. Hr. v. Wram- busche m. Bedien., Obrist-Lieutn. v. Breslau. Graf Otto v. Willsbach m. Bedien, Offiz, v. St Petersburg Hr. Ahrholzen, Dr. med. v Augsburg. Hr. Buderus, Hüttenbes. v. Weilburg. Hrn. Kfl Schürman» v. Lippe-Dcttmold, Weigel v. Cöln u Meßler v. Eßlingen. Hr. Hummel, Balletmstr. v. Mainz. Hrn. Kfl Härstenbrock v. Ulrichstein u. Knoblauch v. Aschaffenburg. Hr. Contre, Commiss v. Mörs. Hr. Rullmann, Dr. med. v. Mainz. Hrn. Kfl. Maas v. Iserlohn, Kleemann v. Mainz n. Brummer v. Magdeburg. Hr. Henrichs, Fabrik, v. Carlshafen. Hr. Gattung, Ingen, v. Düsseldorf. Hr. Deparp, Oecon. v Eschweiler. Hr. Lä- rinz, Advoc. v. Danzig. Hr v. Günteroth, Hauptm. v. Erfurt. Hrn. Kfl. Birckmann v. Coblenz u. Wirth v. Leipzig. Fr. Maierland v. Isenburg. Hr. Zeisel, Rent. v. Cöln. Fr. Bernhardt, Künstl. v. Wien. Im Rampen; Hr. Raschiller, Fabrik v Saarbrücken. Hr. Schenck, Oberbergr. v. Ludwigshütte. Hr. Röchner, 8lud. v. Marburg. Hr. Brauncck, Pfarr. v. Krofdorf. Hr. Blum, Kfm. v. Limburg. Hr. Göhr, Apoth. v. Mannheim. Hr. Erb, Geom. v. Ermenrod. Hr. Fischer, Pharm. v. Heidelberg. Hr. Bollbrecht m. Sohn, Direct v. Wiesbaden. Hr. Schlinkamp, Apoth. v. Düsseldorf. Frl. Idstein v. Battenberg. Hrn. Kfl. Maperkort u. Borden v. Bremen Hr. Rind, Stud. v. Marbach. Hr. Beck, Privatm. v. Offenbach. Hr Strohne, Fabrik, v. Duisburg Hr. Möhler, Rent. v. Aachen. Hr. Kraut m. gant., Privatm. v. Limburg. Hr. Engel, Kfm. v. Barmen. Hr. Groß m. Fr., Gutsbef. a. Holland. Hrn. Kfl. Heinemann v. Dietz, Butter v. Bremen, Stöcker v. Düren, Strecker v. Alsfeld, Duncker v. Cöln u. Pistor v. Höchst. Hr. Appel m. Fr., Partie, v. Lübeck. Hr. Mandel, Jnsp. v. Cöln. Fr. Löffler v. Cassel. Hrn. Kfl. Arndt v. Wetzlar, Schramberger v. Alsfeld, Benedikt v. Mannheim, Bäsler v. Landau u. Kruse v. Würzburg. Im PrinzlCarl: Hrn. Handels!. Neugäfser v. Gries, heim u. Herr v. Langheck Hr. Wagner, Privatm. v Hön- nertshausen. Hrn. Kfl. Lazarus v. Bingen u. Langes v. Cassel. Hr. Wendel, Privatm. v. Butzbach. Hr. Wißner, Musik, v. Königsberg. Hr. Müller, Lithogr. v. Cöln. Hr. Bender, Oecon. v. popfgartcn. Hr. Schlegel, Geschäftsm. v. Grünberg. Hr. Heß, Kfm. v. Offenbach. Hrn. Spedit. Becker v. Schotten u. Borger v. Offenbach. Hrn. Fabrik. Vahlberg u. Fap v. Neukirchen. Hr. Heil, Bäck. v. Butzbach. Hr. Traisbach, Spedit. v. Berleburg. Hr. Spanier, Meßg. v. Schotten. Hr. Zimmer, Leinw. v. Ulfa. Hr Höhr, Uhrm. v. Schönach. Hr. Braun, Privatm. v. Wetzlar. Hrn. Kfl. Flack v. Vilbel u. Roth v. Elberfeld. Im barmstaedter Haus: Hrn. Geschäfts!. Schneider, Arnold u. Häuser v. Notdeck, Berger v. Freienseen, Blumenthal v. Battenfeld, Wagner v. Winterberg u. Fap v. Holzhausen. Hrn Handetsl. Lang v. Hattenrod, Schlitz v. Bieber, Weigand v. Annerod, Ehlig v. Lohra, Mopps v. Sachsenberg u Lisberger v. Fulda. Hr. Sauer, Musik, v. Fulda. Hr Barthel, Geschäftsm v. Augsburg. Fr. Dönges v. Battenberg. Hr. Jahn, Sattl. v. Apoldo. Hr. Leitner, Handelsm. a. Tprol. Fr. Guntrum v. Schlitz. Hrn. Ge- schäftsl. Theofcll u. Astmann v. Breitenbach. im Stern• Jungfern Glasbergcr u. Daubert v. Breß- nitz. Hr. Goldschmidt, Geschäftsm. v. Frankenberg. Hr. Siebert, Fuhrm. v. Marburg. Fr. Emil v. Frohnhausen u. Fr. Henne v. Lirfeld. Hr. Reinhardt, Secret, v. Berlin. Hr. Falkcnhain, Privatm. v. Obcraßhausen. Fr. Vollmar v. Wetter u. Fr. Lindt v. Wettsaasen. In der Sonne: Hrn. Fuhrt. Lang u Fuchs v. Sellnrod. Hr. Möller, Bürgermstr. v. Altenhausen. Hrn. Ge- schäftsl. Klein v. Grünstadt, Schmidt v. Gemünden u. Jungfrau v. Altenhausen. Hr. Hofmann, Schuhm. v. Sellnrod. 376 I n den Privathäusern. Bei prn. Gärtn. Georg: Fr. Georg m. Sohn ». Ockstadt. — Bei Hrn. Chr. PH. Vogel: Fr. Hoffmann ».Schotten. — Bei Hrn. Rcginr.-Geh. Reifenberg: Frl. Meistert v. Offenbach. — Bei Bürgermstr. Schnetder's Wittwe: Hr. Schalck, Dort. u. Frl. Saialck v. Mainz, Hr. v. Boldag u. Hr. Gepger, Advoc. v. Frankfurt u Hr. Berger, Doct. v. Mutterstadt. — Bei Hrn Bierbr. Lotz: Hr. Falkenheimer, Schloff, v. Worms. — Bei Hrn. Kfm. Flett I.: Jungfer Kosler v. Wetzlar. — Bei Hrn. Hofger.-Advoc. Dierp: Hr. Höschel, Först, v. Oberseemen. — Bei Wittwe Beck: Fr. Hüncrgath v. Ruppertenrod. — Bei Hrn. Geh.-R Knorr: Hr. Knorr m. Fr , Oberapp.-Ger.-R v. Darmstadt. — Bei Hrn. Metzgermstr. Andr. Möhl: Fr. Fritschler v. Nidda — Bei Hrn. Buchdr. Stich: Hr. Eckhardt, Privatm. v. Dillenburg. — Bei Wittwe Nehmeper: Hr Pfeil, Privatm. v. Biedenkopf. Angekvmmene und abgereiste Fremden vom 25. bis 27. April 1849. I n den Gasthäusern. Im Rayjitn: Hr. Repolk, Kfm. v. Friedberg. Frl. Kaiser v. Fulda. Hr. Schulz m Bedien., Obrist ».Darmstadt. Fr. v. Hohinin v. Hallcnberg. Hr. Schuld, Kfm. v. Staadcn. Hr. Klein, Gutsbes. v. Biedenkopf. Hrn. Kfl. Schulz v. Bremen, Hainck v Frankfurt, Scheuermann v. Hungen, Rüppel v. Cöln, Gotters v. Mannheim u Schrader v. Magdeburg. Frl. Schaller v. Einartshausen. Hr. Schmidt, Reut. v. London. Hrn. Kst. Wallach in. Bedien, v. Venedig, Mändel v. Cöln, Böstel v. Mainz u. Völker v. Wetzlar. Hr. Smigthon, Rcnt. v. London. im Einhorn-. Hrn. Kst Schmidt v. Frankfurt, König v. Hanau u. Schmidt v. Bonn. Hr. Sauerbrodt, Archit v. Eschweiler. Hr- Bauer, Partie, v. Bingen. Hr. Friesländers Buchh. v. Danzig. Hr. Schmitz, Rcnt. v. Dresden. Hrn Kst Borland v. Bremen, Rudolph v. Berlin, Berger v. Frankfurt, Krüger v. Halle u Franck v. Cöln. Hr. Hcrs- lorff. Sind.'». Eisenach. Hr. Hotz, Doct. v. Lindau. Fürst Adolph v. Lich. Hrn. Cand. theol. Staudinger v. Vöhl u. Staudenbach v. Mainz. Hr. Prinz, Oecon. v. Böhl. im Prinz Carl-. Hrn. Spedit. Rausch v. Großeneichen u. Rudolph v. Ruppertenrod. Hr. Spamer, Bäcker v. Altenschlirf. Hr Wiesner, Musik v. Königsberg. Hr. Spamer, Metzg v. Schotten. Hrn. Kfl. Seipel v Augsburg u. Vogel v. Mainz. Hrn. Oecon Henckel v. Weisenbach u. Altcn- sen v. Sellnrod. Hr. Molchan, Stud. v. Mainz. Hrn. Kfl. Rahn v. Romrod u Beilein v. Gelnhausen. Hr. Vollbach, Oecon. v. Karben Hr. Köhler, Pfarr. v. Lirfeld. Hr. Heinz, Optic. v. Aschaffenburg. Hrn. Geschäftöl. Fap v. Holzhausen, Scharmann v. Gehra u. Müller v. Kahlbach. Dun Drei F r s u rr d e. Novelle von Theodor Mügge. (Fortsetzung.) „ Sie haben Richard also gesehen? " sagte Aurel aufmerksam. „Freilich habe ich ihn gesehen, aber Sie sollen nicht errathen wo." Aurel zuckte die Achseln und der Geheimerath neigte sich zu ihm und sagte, leise: „Bei Corbins! Das war es eben was ich vorher den neugierigen Weibern verschwieg." im Hirsch: Hr. Reinhardt, Bürgermstr. u. Hr. Menges, Geschäftsm. v. Elpenrod. Jungfer Reiber v. Gönnin- g n. Hr. Hautsch, Mechan. v. Heid-lberg. Hr. Lobfink, Fuhrm. v Bingenheim. Im barmstaedter Haus: Hrn. Geschäfts! Büßer U. Schelhaus v Hofgeißmar, Maurer v Rödel u. Leitner a. Tpiol. Fr. Bierhaus v. Battenberg. Hrn. Gischäftsl. Helder v. Bielefeld, Bertram v. Nidda u. Reinhardt v. Berlin. Hrn. Handelsl. Erle v. Ermenrod. Bauer v. Hochstadt, Ben- hammer u Dillmann v. Bicken. Im Stern: Jungfern Hammel v. Schänstädt u. Kleinhaus v Brückenau. Hr. Rinn, Fuhrm. v. Lindau. Hr. Schwarz, Privatm. v. Burckhardsfelden Hr. Kaiser m. Brud., Mechan v. Holzmünden. Hr. Sander, Steuih v. Kohlgrunv. In der Hose; Hr. Krees, Schrein v Freienscen. Hr. Steuernagel, Privatm. ». Niederohmen. Hrn Handelsl. Seipel v Darmstadt, Oehler v. Sichertshausen, .Dörr v. Niederohmen u. Koch v. Hermershausen. Hrn. Privatl. Werner v. Biedenkopf u. Kauß v. Grünberg. In den Privathäuscrn Bei Revis. Roth's Wittwe: Frl. Roth v. Gladenbach.— Bei Wittwe Nehmeper: Hr. Pfeil, Privatm. ». Biedenkopf — Bei Hrn. Prof. Dr Lutterbeck: Frl. Lutterbeck ».Münster — Bei Hrn Schneidermstr. Peppler: Hr. Bach, Pflästerermstr. v. Lauter. — Bei Hrn. Weißb. Petri: Fr Scheid v. Butzbach. — Bei Hrn. Kfm. Gertig: Hr. Röschen, Cand. v. Oberroßbach. — Bei Hrn. Lohnbed. Maus: Jungfer Bornemann v. Gemünden. i £ s. Aurel starrte den Erzähler voller Verwunderung an. „Solche Augen wie Sie jetzt machen, machte ich auch," fuhr der Geheimerath lachend fort, „als ich ihn hereintretcn sah. — Es war der Geburtstag der Präsidentin in voriger Woche und ich stattete eben meinen Glückwunsch ab, als er sich melde» ließ. — Die alte Frau zitterte vor Schreck und schien nicht recht zu wissen was sie beginnen sollte, denn es waren wohl ein Dutzend Menschen da, ein General und ein Paar Offiziere , Baronessen und vornehme Herren. Abweisen hätte mörderisches Aufsehen gemackt." „Was geschah denn also," fiel Aurel ein, „was that Johanna?" „Die lächelte und nickte leise ihrer Mutter zu, was 377 gewiß kein Mensch geglaubt hätte und hören Sie, Herr Dahlberg, wenn Sie das gesehen hätten, wie ruhig sie mit ihm sprach, stolz und ruhig, wie eine Königin, und doch freundlich und ohne einen Zug ihres Gesichts zu ändern, Sie würden noch mehr erstaunt gewesen sein. — Herr Richard brachte seine Gratulation au, aber so unverschämt er auch ist, die Art wie er behandelt wurde, schien ihn doch zu ergreifen und er machte daß er fort kam." „Und Johanna?" srug Aurel von Neuem. „Blieb unverändert, wie sie war, als wenn dieser Vetter Richard niemals ihr näher gestanden hätte. — Halt, sagte ich zu mir selbst, hier weht ein andcicr Wind, der dieses lecke Schiff in neues Fahrwasier gebracht hat, und so war es auch, so war es bei meiner armen Seele!" „Was war denn so?" fragte der junge Mann so ruhig und lächelnd, wie cs ihm möglich war, während sein Herz heftig an die Rippen pochte. „Nun sehen Sie, Freundchen," erwiederte der Gc- heimerath wohlgefällig, „einem alten Praktiker, wie ich, entgeht so leicht nichts. — Der Eduard, der Negierungsrath, umschwänzelt die Nichte seines Ministers, ein Dämchen, an der man eben nicht viel sehen kann, aber was thut's, sie ist eine ganz profitliche Specula- tion und der Regieruygsrath der Mann dazu, alle Chancen in'8 Auge zu fassen. —- Kalt, klug und guter Rechner, sollte es mich wundern, wenn das Erempel nicht sein richtiges Facit gäbe. Das kleine Fräulein da hat aber auch einen Bruder, ein hübscher Mann, dient in der Garderciterei, hat eine Uniform, an der vor Gold und Tressen das Tuch nicht zu sehen ist, und kleidet ihn, Sapperment! zum Entzücken. — Begreifen Sie nun, Dahlberg?" fuhr er fort. „Eine Doppclhei- rath, doppelte Verschwägerung, über's Kreuz geknüpfte Verwandtschaftsbande giebt der ganzen Sache doppelten Werth. — Der Regierungsrath ist ein Vocativus. Ich sah's ihm an der Nase an, daß er mit seiner überaus zärtlichen Aufmerksamkeit seiner Schwester und sich zugleich dienen will und ich sage Ihnen, Dahlberg, wir haben die Verlobungskarten ehe wir's denken. Sie essen den Brei, weil er heiß ist und heiß ist er, das sage ich Ihnen, und ist wohl auch allen andern Leuten kein Geheimniß mehr, denn der hübsche Offizier versteht das Courmachen wenigstens eben so gut wie das Erer- zierreglement, und die ganze Geschichte ist so hübsch, so einleuchtend, so passend und ich selbst freue mich auch so recht aufrichtig darüber, daß ich eine große Gesellschaft zur Verlobungsfeier gebe, sobald die Sache spe- ciell ist." Ain nächsten Tage machte eine Neuigkeit überall die Runde. Wissen Sie schon von Aurel Dahlberg? fragten "sich die Frauen. — Nein! Was ist mit ihm? Hat er sich verlobt? — Gott bewahre, er ist diese Nacht plötzlich abgereist. — Abgereist, wohin? — Ja das weiß kein Mensch. Er hat seine Geschäfte den Advokaten übertragen und bekohlen, alles zu verkaufen, was er hier besitzt. — Das ist ja entsetzlich, das wird mehr als Einer sehr unangenehm sein. Mir hat er jedoch nie gefallen wollen, ich habe stets darüber gelacht, wenn ich sah, wie man sich um ihn bemühte. — Ich auch, allein dennoch möchte ick wissen, was ihn bewogen hat über Nacht auf und davon zu gehen? — Ach! er war immer eine Art Narr; still, in sich gekehrt, zerstreut und wie in Träumen lebend. — Wer weiß, was er mit sich umher trug. Er ist in Schweden gewesen; möglich, daß ihn plvtzlick die Sehnsucht nach Bären, Renn- thicrcn und Lappländern angewandelt ist. — Oder nach einer schwedischen oder läppischen Schönheit, deren Bekanntschaft er gemacht hat. — Gütiger Himmel, ja Sie haben Recht, so ist es. — Er reist an den Nordpol und bringt uns nächstens eine ganz in Seeotternfelle gewickelte Braut zurück. 4. x Während die geschäftigen Zungen diese glückliche Entdeckung verarbeiteten, fuhr Aurel mit Courrierpferden der Hauptstadt zu, welche er am folgenden Tage ohne Anfechtung erreichte. — Er hatte plötzlich seinen Entschluß gcsaßt und war überzeugt, er müsse sein gegebenes Wort erfüllen. Sobald er eine Wohnung gefunden hatte, niachte er sich auf den Weg, um ohne Zögern bei der Familie Corbin zu erscheinen und als er nachrechnete, waren genau vier Wochen vergangen. Er war also pünktlich an Ort und Stelle. Leicht war das Haus aufgefunden und als er die prächtige breite Treppe hinaufschritt, auf deren Teppich sein Fuß geräuschlos dem Gegenstände seines Verlangens nahte, fühlte er das ganze Gewicht seiner Besorgnisse, daß sich manches geändert haben konn'e, seit er Johanna nicht gesehen hatte. — Geld, so lagen die Menschen unserer Zeit, gleicht alle Unterschiede der Geselllchafk aus, aber wo Geld nicht der einzige Hebel mehr bleibt, um Gerade zu machen, wo Geld dem Gelde gegenübertritt, da eilen die übrigen Gehilfen kastenhafter Absonderung um so eifriger herbei. Der klugrechnenve Bruder, seine ehrgeizigen Plane, der Stolz einer mächtigen Familie, die anererbten Vorurtheile, alles drängte sich in diesem Augenblicke dicht an sein Gedächtniß und was auf seinem Wege der Sclbstüberredung gewichen war, sah er jetzt als drohendes Gespenst neben sich herschreitcn. Um so freudiger war der Uebergang vom Mißtrauen zur Gewißheit, als, noch ehe er die letzte Stufe betrat, fein Name und ein herzliches Willkommen ihm entgegenschallten. In einem Augenblicke waren alle Gespenster verschwunden! Johanna sah mit Lächeln auf ihn nieder und an ihrer Hand folgte er ihr in die groß- glänzende Wohnung, wo die Präsidentin ihn mit alter Güte em- 378 pfing. — So fand er denn nichts geändert, nichts umgewandelt und mit befriedigten entzückten Augen betrachtete er das schöne Fräulein von Corbin, die wirklich weit wohler anssah als er sie verlassen hatte. Nachdem die ersten Mittheilungen beendet waren, stand er nicht an, sich in jenem Sinne zu äußern. „Man pflegt zu sagen," rief er aus, „daß die Hauptstadt rothe Wangen blaß mache und die Luft in diesen großen Gefängnissen nicht geeignet sei, einer angegriffenen Gesundheit Erholung zu gewähren; allein, ich muß bekennen, daß ich von diesem Vorurtheile geheilt bin." „Nicht wahr, Johanna sieht gut au8" erwicderte die Präsiventin. „Sie müssen wissen, Herr Dahlberg, daß ich mit innerer Angst hierher gekommen bin, doch dem Himmel sei Dank, ich habe mich getäuscht. — Wir haben Johanna bisher von jedem Zugwinde gehütet, mieden jede Gesellschaft, brachen allen Umgang ab, so viel cs sich thun ließ; hier geht es von einer Zerstreuung in die andere; Theater, Concerte, Bälle wechseln täglich und wir schlagen nichts aus, denn es bekommt Johanna vortrefflich." „Ich bevarf der Zerstreuung," sagte das Fräulein, indem sie Aurel bedeutungsvoll anblickte, „und glaube überhaupt, daß es besser für mich ist Gesellschaft zu suchen, als sie zu siiehen, da ich gesehen habe, welche Folgen dies für mich hatte." „Ich muß Johanna beistimmen," fügte ihre Mutter mit besorgtem Lächeln hinzu, „denn Einsamkeit bringt immer einen Schatten ihres alten Trübsinnes wieder zum Vorscheine. .— Nun Sie bei uns sind, lieber Dahlberg, müssen Sie auch dazu beitragen die kleinen schwarzen Wolken verbannen zu helfen und uns so oft besuchen, wie es immer Ihre Zeit gestattet." „Ich fürchte nur," erwiederte Aurel sich verbeugend, „daß der weite Kreis des Gesellschaftslebens, der Sie umgiebt, schon so viele Glieder zählt, daß ein neues entweder überflüssig wird oder doch darin verschwindet." Ehe die Präsidentin ihm die vollständige Versicherung geben konnte, daß der Jugendfreund ihrer Kinder ihr immer willkommen sein werde, trat Eduard herein, begleitet von einem jungen schönen Offizier, der mit aller Gewandheit und Freiheit seines Standes die Damen begrüßte, während der Regierungsrath Aurel umarmte und seine Freude ausdrückte ihn hier zu sehen. „Siehst Du wohl," sagte er, „ich habe es Dir vorher gesagt, Du würdest in dem Neste nicht aushalten und zu uns fliehen, um aus kleinlichen Verhältnissen Dich zu retten. — Du kommst zur rechten Zeit, um die Saison mitzumachen und bist in guten Händen, wenn Du unseren Damen Folge leistest, Die sich Deiner schon erbarmen werden. — Vorläufig stelle ich Dir hier meinen Freund, den Baron von Plettenberg vor. Er ist der erste Tänzer bei Hofe, der beste Weiter, der kühnste Jäger, der muthigste Husar in der Armee, und besitzt alle Eigenschaften eines solchen, wozu natürlich auch die gehört, daß kein Mädchenherz ihm widersteht.— Hier, lieber Plettenberg, ist mein Jugendfreund, der Gutsbesitzer Aurel Dahlberg, der mit vielen andern Tugenden auch die für sich hat, der Erbe einer halben Million zu sein, die sein würdiger Onkel ihm so eben hinterließ. Auch Du , solltest Dich seiner ein wenig annehmen und ihn in's Leben einführen, denn seine Jugend ist bis jetzt zwischen Saatfeldern und den Föhren des Nordens hingegangen; es ist also Zeit, raß er erkennen lerne, was es Erhabenes auf Erden giebt." (Fortsetzuug folgt.) Das Volk ist stark! Noch ist der Väter Kraft und Mut Dem Volke nicht entschwunden; Es schlägt im Feld sich wahrlich gut, Der Däne kann's bekunden; Der wird sich's schreiben hinters Ohr Und hüten ferner sich davor Mit Deutschen sich zu schlagen Und in den Kampf zu wagen! Das Volk ist stark und aufgewacht Auch gegen innre Feinde; Es bildet eine Riesenmacht In seiner Volksgemeinde! Doch wisset, daß es nie aufsteht, Zu schützen eine Majestät, Die nicht vom Volk erhöhet Auf Herrscherthronen stehet. Das Volk ist stark, doch ist's zu gut; Das erste sollt ihr merken! Laßt nicht durch Volkes Edelmut Den Starrsinn in euch stärken. Blieb vor dem Thron das Volk noch stehn, So solltet ihr ihm danken schön, Statt daß ihr ungeniret Noch Feuer commandiret! Das Volk ist stark und ist auch klug, Vergeßt es nicht, Despoten; Es merket jeglichen Betrug Trotz euren pfiff'gen Noten! Jedwedes kommt in's große Buch; Und ist das Buch einst voll genug, Dann weh den Schuldnern allen, Die der Justiz verfallen! F. Hüne. Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.