4 Jnzcigeblatt der Stadt und des Regierungsbezirks Gießen. 2S. " Dienstag den 27 März "l8AN. Dieses Blatt erscheint wöchentlich zwei Mal: Dienstag und Sonnabend. Der Pränumerationsbetraa ist für ein ganze- Jahr für Einheimische 1 st. 30 fr., für ein halbes Jahr 45 fr.; für Auswärtige incl. Postaufschlag 1 st. 42 fr., Halbjahr!. 51 fr. Auswärts abonmrt man sich bet den zunächst gelegenen löbl. Postämtern. In Gießen bei der Expedition, Eanzleiberg Lit. B. Nr. 1. Ginruckungögebuhr für oen Raum der gespaltenen CorvuS-Zeile 2 fr. , Inserate müssen jedesmal Vormittags 9 Uhr an dem Tage vor dem Erscheinen dieses Blattes an dre Redamon gelangt seyn. 'Amtlicher TheLl. Zu Nr R. C. 3036. Gießen am 21. März 1849. Be treffend: Antrag des Abgeordneten Held mann bezüglich der durch den Transportvon Schüblingen und armen Kranken entstehenden Kosten. Die Großherzoglich Hessische Regierungs-Commession des Regierungsbezirks Gießen an sämmtliche Gr. Bürgermeister des Regierungsbezirks Gießen. Einem Anträge der Stände entsprechend, sollen künftig die durch dm Transport von Schüblingen und armen Kranken entstehenden Kosten, welche bisher auf die an den betreffenden Straßen gelegenen Gemeinden repartirt wurden, auf die Gr. Oberpolizei-Kasse übernommen und der deßsalls erforderliche Betrag in das Staatsbudget ausgenommen werden. Vom 1. Januar 1848 an, soll diese neue Einrichtung beginnen und wir beauftragen Sie daher, durch die Gemeinde-Einnehmer, von dem gedachten Zeitpunkte an über die aus den Gemeinde-Kassen geleisteten Zahlungen, Rechnungen stellen zu lassen und unter Beifügung der Quittungen an uns einzusenden, worauf wir die Ersatzleistung aus Gr. Oberpolizei-Kassen verfügen werden. Sodann ist es nothwendig, daß an den Stationsorten über die Leistung der fraglichen Fuhren, Aecorde an den Wenigstnehmcnden in der Art abgeschlossen werden, daß die Nebcrnehmer vierteljährig Rechnung zu stellen und an Sie zur Attestats» abzuliefern haben. Wir beauftragen die Gr. Bürgermeister an den Stationsorten, solche Aecorde vorbehäitlich unserer Genehmigung abzuschließen und hierher einzusenden. Nach erfolgter Genehmigung werden wir Ihnen über ihr weiteres Verhalten Instruktion ertheile», wobei wir vorläufig bemerken, daß nur zum Gehen unfähige Schüblinge gefahren werden dürfen. Küchle r. Pietsch. Zu Nr. R. C. 3248. Gießen den 26. März 1849. Betreffend: Die An nahm e von Einstehern für Militärpflichtige des ll. und 111. Aufgebots. Die Großherzoglich Hessische Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gießen an sämmtliche Gr. Bürgermeister des Regienmgbezirks Gießen. Das abschriftlich nachstehende Rescript Gr. Kriegs-Ministeriums vom 23. März d. I. theilen wir Ihnen zur Nachricht und öffentlichen Bekanntmachung in Ihren Gemeinden mit. K ü ch l e r. P ie tsch 264 Abschrift. Zu Prot. Nr. 3239. Darmstadt am 23. März 1849. Betreffend: wie oben. Das Großherzoglich Hessische Kriegs-Ministerium an die Regierungs-Commissionen. Mit Bezug auf die Bestimmung im Art. 47 Nr. 3 des Recrntirungsgesetzes ertheilen wir Ihnen die Ermächtigung, Nichtercapitulanten im Alter von 26 bis 30 Jahren in dem Falle als Einstehcr an- znnehliicn, wenn nach Ihrer und des PhysicatSarzts Ansicht dieselben nicht steif, sondern gewandt und von kräftigem Körperbau sind, und daß sie überhaupt tüchtige Soldaten zu werden versprechen. Die« jenigeii, welche über 30 Jahre alt sind, müssen jedenfalls abgewiesen werden. Gießen. Protokoll der Sitzungen des Bezirksraths zu Gießen. Siebente Sitzung vom 5. Januar 1849. Vormittags 9 Uhr. Anwesendr Reg.-Secret. Hallwachs und 8 Mitglieder des Bezirksraths. Vorsitzender eröffnet die Sitzung und verliest die Tagesordnung. Er ersucht Menkel den Ausschußbericht wegen des Gesuchs des Adam Dikel in Grünberg, um Aufnahme als Ortsbürgcr nach Lanbach vorzulesen. Präsident wünscht hierauf noch Erläuterung wegen des Sittenzeugnisses. Menkel thut dieses. Engel, eö fehle auch das Vermögenszeugniß, was der Petent aber beibringen wolle. Franziskus erklärt, er habe den Bittsteller mündlich von dem Fehlenden in Kenntniß gesetzt. Präsident trägt nur aus die Vollständigkeit der Acten an, und bringt den Ausschußantrag in Abstimmung. Ausschußantrag wird angenommen, und werden die Acten zur Vervollständigung vorerst an Gr. Re- giernngscommiffion zurück gegeben. Es wird ein Bericht von Engel vorgetragen, über das Gesuch deö Abraham Goldschmidt von Gro- ßcnlindcn, um Aufnahme als Ortsbürger nach Leihgestern. Vorsitzender läßt, da Niemand das Wort ergreifen wollte, über den Ausschußantrag abstimmcn, der angenommen und wornach Bittsteller abgewiesen wurde. Um 9% Uhr tritt Ferber ein, verliest den Antrag von Dieterich, wegen Aufhebung der Rechnungskammer, und erstattet mündlichen Bericht. Er sagt, wie die Regierung schon oft von Ersparnissen geredet habe, und ihr also hier ein solches Ersparnis; von den Bczirksräthen vorgcschlagen werde, und unterstütze nm so mehr den Antrag, wenn die darin vorgeiragenen Mängel begründet seien. Engel ist im Wesentlichen mit dem Antrag einverstanden, hält dcnsclben aber für zu allgemein gestellt. Er glaubt nachweisen zu können, wie die Rechnungskammer die Leute chikanirt und geplagt habe. Reg.-Secr. Hallwachs gibt die Klagen nach, und spricht sich aus, daß diese nicht isolirt seien, glaubt jedoch daß dies mehr aus der Thätigkeit derselben, als Revisionsbehörde hervor gehe, und meint, die Rechnungskammer sei doch besser als das frühere System. Er glaubt der Antrag werde größere Unterstützung finden, wenn er dahin gestellt würde, die Rechnungskammer zeitmäßig zu sormiren. Man sehe aus den im Antrag vorgetragenen Beispielen, wie hauptsächlich Unkenntniß der Rechner diese Unglücke herbeige- sührt habe, was auch namentlich darin liege, daß die Rechner an den Orten der Einnehmerei wohnen sollten. Dieterich bemerkt, die Rechnungskammer habe auch jetzt schon nur mit der Verwaltungsbehörde Beschlüsse zu fassen, wovon aber in der Zeit die Krcisräthe ganz abgegangen und alles der Rechnungskam- mer bis auf die. Publication der Abschlüsse überlassen hätten. Er beruft sich zur Nachweisung seines Antrags auf Beispiele, von Bettenhausen, wo der Rechner aus Verlegenheit deö Abschlusses sich in der Nidda 265 ersäuft habe. Von Birklar, wo der KrciSrath lange vergeblich um Hülfe angegangen, ja sogar noch ein nachtbeiliges Schreiben an die RechnungSkamnier gerichtet habe. Das Vorbringen der (rnzwischen aus Acng- sten gestorbenen) Witwe sei, aber doch oci der Rechnungskammcr anerkannt, auch der erste Revident gestrast worden. Achnliche Beispiele von Dorfgill, Oberhörgern, Wohnfcld, Grüningen, Munster u. s. w. Engel wiederholt, man solle fest bei dem Antrag stehen bleiben; er fuhrt auch Beichiele von fehler der Rechnungskammer an, und ist mit Dieterich ganz einverstanden. Hauptsächlich habe die RcchnungSkam- mer dadurch gefehlt, daß sic za viele junge Leute, Scribenten u. s. w. angestellt habe, die dann mehr ans Chikanen hin gearbeitet hätten. Allgemeine durch erläuternde Beispiele nachgewiesene Anträge verdicntrir Unterstützung, um auch die Errungenschaften vom März zu erhalten und dem Zeitgeist zu folgen; nc ^,e- antragung sei in diesem Geiste erfolgt, und wolle er dabei stehen geblieben wissen. Reg.-Comm. bemerkt, wie in den Bezirken, worin er als Vcrwaltungsbcamte gestanden, Uebergriffe der Rechnungskammer in der von Dieterich beanstandeten Weise nicht ftattgeftinden hätten. Wo eS vorge- koinmen, erscheine es als Schwäche der Verwaltungsbeamten, weniger als Schuld der RechiiliiigSkanmnr. Ein bekanntes und bewährtes Princip wollen Vcrwaltungs- und Revisionsdehorde getrennt sehen, nnd erscheine es überall gut, wenn der Revident nnd der Revisor in möglichst wenig nahem Verhältnis, ftandui. Bern deck ist mit dem Antrag einverstanden, will aber überhaupt das Rechnungswesen wulnfacht wissen, da der jetzt formulirte Rechnungsabschluß nicht verstanden werde, glaubt auch sonst die Möglichkeit zur beantragten Commiss. bezweifeln zu müssen. S ch in and stimmt mit dem Antrag von Dieterich überein , glaubt aber die vom Antragsteller gegebenen Beispiele für sehr traurig schildern zu müssen. . r, Reg.-Comm. glaubt Bernbecks Antrag empfehlen zu müssen, da allerdings die rotzigen Formen nicht leicht zu begreifen seien. „ c Engel erkennt das an, was Reg.-Comm. Hallwachs gesagt hat, nnd glaubt hier be,stimmen zu müssen. Ferber formulirt jetzt den Antrag. Bern deck will den ursprünglichen Antrag stehen gelassen, und nur den sermgen alö Zusatz angenommen haben. Er will der Gemeinde die materielle Prüfung der Rechnung überlassen wissen. Präsident fragt über die Stellung der Fragen, was Dieterich erläuterte Bei der Abstimmung der ersten Frage, wurde solche angenommen. Die zweite Frage nach Engels Antrag wird auch angenommen. Die dritie Frage nach Bernbecks Antrag, auch angenommen. In der vierten Frage entstand noch Debatte. „ , Dieterich erläutert, wie dem Gemeinderath jetzt schon die Prüfung der Rechnung in materieller Beziehung zustehe. Einen erweiterten Antrag in dieser Sache findet er nicht mehr nothwendig. Bernbeck will die Prüfung der Rechnungen der ganzen Gemeinde überlassen wissen; ta sonst bet jeder Reg.-Commiss. 5 bis 6 Revisor angestellt werden müßten. . Reg.-Comm. erklärt sich mit Dieterich einverstanden. Die Freiheit sei nicht immer verstanden, sondern auch mißverstanden worden. Wollten wir nach Bernbecks Ansicht in die alte Zeit zurückgehen, so würden wir auch wieder in die alten Fehler zurück fallen. Menkel, der Gemeinderath bestehe aus 9 Mitgliedern, und wenn auch vielleicht irgend seither ein Mißverständniß bestanden habe, so glaube er doch, daß die Gemeinde vollständige Prüfungskenntniß besitze. Lindenstrnth, was Bernbeck wolle hätten wir, da ja das alles schon gesetzlich sei. Er sei gegen die Zusammenberufungcn der Gemeinde, da diese nur Unordnungen veranlassen könnten. K l i e b e, er wiederspreche Menkel, und trete nur den Ansichten von Dieterich bei. Engel, für Bernbeck, und erläutert den Antrag desselben. Der Bürgermeister solle der Gemeinde vorlesen, die Sache öffentlich machen. Nach dem seitherigen complieirten Rechnungswesen habe der Oriö- vorstanv nicht prüfen können, und sei dadurch das öffentliche Interesse verloren gegangen. Er will den Antrag unterstützt, und wohlbedacht wissen, daß sich der verkehrte Sturm vom März gelegt habe. Jetzt wisse man die Freiheit zu gebrauchen. Wolle man jetzt wieder die Freiheit beengen, so möchjc ein furchtbarer Sturm eine neue Revolution leicht herbei bringen. Präsident erläutert nach Engels Meinung ein Amendement, und erzählt dabei noch Beispiele von Grünberg, wo Budgets und Grundrechnungen in Gegenwart des GememderalhS vor versammelter Bürger-- fchaft geprüft worden seien. Menkel, wenn Lindenstrnth sage, die Rechnung liege zur Einsicht der Bürger 8 Tage lang offen, so wolle er von Ermenrod und Niederohmen anders sagen. In Niederohmcn sei der Gemeinderath versammelt worden, der Bürgermeister aber habe eine kalte Stube gehabt, und so habe er, Redner, die Rechnung 266 mit nach Haus genommen, wobei ihm dann die andern wie einer Leiche nachgefolgt wären. In Ermenrod wäre die Offenlegung durch die Schelle bekannt gemacht worden, und als Jemand Einsicht habe nehmen wollen, hätte ihn der Bürgermeister damit abgewiesen, die Rechnung sei schon abgesendet. Präsident gibt zu, daß dieses geordnet werden müsse. Reg.-Co mm. liest Art. 67, 68 und 69, auch 32 der Gemeindeordnung vor, und hofft, daß hiernach der hier berührte Antrag falle. . r ' Ferber glaubt nicht zugeben zu dürfen, daß der Antrag falle, und glaubt der Gemeinde alle möa- liche Kenntlich geben zu müssen. ö Präsident verlangt zur Meldung unnöthiger Debatten, bessere Formullirung der Anträge Ferber thut dies. Es wird abgestimmt und der Antrag angenommen. Auf Antrag von Dieterich wird nun die Abstimmung der einzelnen Theileznsammen gestellt, welche heißt- „Wir beantragen, daß ein so nachtheiliges Institut wie die Rechnnngskammer aufgehoben und zeitgemäß ersetzt werde. Wir beantragen ferner, die Staatsregierung wolle hierüber Anträge von fämmtlichen Bezirksräthen hervor rufen, und dann dem Landtage baldigst zweckgemäße Aenderungen vorlegen, namentlich auf Vereinfachung des Rechnungswesens bedacht sein und eine solche baldigst herzustellen suchen. Endlich beantragen wir, daß dem Gemeindevorstand aufgegeben werde, die Stellung des Budgets und Prüfung der Rechnung bei versammelter Gemeinde vorzunehmen. Hierauf wird von Ferber über den Antrag von Dieterich, wegen der Verhältnisse der Steuer-Com- missäre, nach erfolgter Verlesung desselben, mündlicher Bericht erstattet. Er sei mit Diererich vollkommen einverstanden, und glaube er auch, daß diese Stellen durch das alte System entstanden seien. Es scheine, als seien diese Stellen oft an junge noch nnerfahrne Leute gekommen die durch Gunst hoher Herrschaften und Ministerbekanntschaften, auch als beliebte Personen, besonders befördert worden feien. Ja es fei auch gewiß, daß diese dann ihre Arbeiten von Gehülsen (auf Wenigstnehmende) befvrgen ließen. Er danke Gott, daß man jetzt dem alten Systeme steuern könne. Präsident wünscht im Antrag noch die neue Einrichtung bezeichnet zu sehen, worauf Dieterich um deswillen nicht einzugehen glaubt, weil man darüber Ansichten anderer BezirkSräthe und technischer Männer erst vernehmen müsse. Reg.-Comm. findet sich nicht in der Lage sich darüber zu äußern, ob die gegen die Steuercommis- färe erhobene Klagen gegründet seien, doch glaubt er nicht, daß die Steuereommiffäre wirklich ein so hohes Einkommen, wie angegeben, hätten, und meint, es würde sieh keiner über 1600 bis 1800 fl. stehen, wovon sie theilweise ihr Büreau noch bestreiten müßten, da hierfür die Büreaukosten erst hinreichten. Dieterich weist nach, wie ein Steuereommiffär ohne die Büieai,kosten 1000 fl. Besoldung habe Außerdem hätten diese Herren so viele andere,ertra zu bezahlende Arbeiten, daß sie damit oft bis 8 Gehül- fen beschäftigten, denen sie statt den ihnen den Steuereommissären gebührender hoher Taren oft nur ganz schlechte Vergütungen gewährten. Er wolle nur ferner Grundbücher und Rentenkataster berühren. In Lich sei für ein Rentenkataster die Forderung von 800 bis 1000 fl. gemacht worden, während die Stadt mit besonderer schwer zu erwirkender Genehmigung einem Andern dafür nur 300 fl. bezahlt hätte. Menkel ist mit Dieterich einverstanden, und glaubt, däß das Einkommen der Steuereommissäre noch höher wie angegeben sei. Engel im Allgemeinen damit einverstanden erinnert, wie man weiteren Wege der Leute noch nicht berührt habe, was ein wesentlicher Grund der Unterstützung des Antrags sei. Menkel will hier noch anführen, wie manchmal Leute von weiter Entfernung um eine Sache meh- rere vergebliche Gänge thäten, was er besonders hervorheben müsse, auch könnten viele Arbeiten von den Feldgeschwornen versehen werden. Präsident stellt 3 Fragen, wovon die erste und zweite angenommen, die dritte aber verworfen wurde. Zusammengestellt heißt der Beschluß: „Die Staatsregierung wolle nach unfern Antrag die Aufhebung der Steuereommissariatsstellen veranlassen, und solche, zeitgemäß unter Berathnng mit den fämmtlichen Bezirksräthen wieder ersetzen lassen; oder aber die Arbeiten dem Bürgermeister mit Zuziehung der Geometer und Feldgeschwornen übertragen." President bringt den Antrag von Dieterich, wegen des Bezirksbotenswesens vor. Re g.-Comm gibt Erläuterung, wornach schon seit Jahren hierüber Verhandlungen bestehen, die in der Kurze ein erfreuliches Resultat in Aussicht stellen. erft erbbig?’^ hernach sein Anstand zur Erledigung komme, und findet hiernach die Sache vor- 267 Hierauf verliest Franziskus den Ausschußbericht, wegen des Antrags von Ferber, bezüglich Erhaltung der Waldungen, insbesondere von Gießen. Franziskus hält die beantragten Abänderungen nicht für genügend, wünscht noch mündliche nähere Begründungen von Ferber, und beantragt, man solle nur tadellose Ortsbürger als Forstschützen anstellen; woraus Präsident die Diskussion eröffnet, und den Wunsch ausdrückt, daß die Mitglieder ihre Erfahrungen hierin mittheilen möchten. Ferber bemerkt, wenn die Verwüstungen im Gießer Stadtwalde so sortgingcn, in 6 Jahren kein Wald mehr sein würde, und will Schranken gesetzt wissen. Der Stadtrath gehe von der irrigen Ansicht aus, daß Forstschützen von Steinbach und Annerod die Aufsicht besser als Gießener Einwohner führen könnten, allein er frage wer das mehrste Interesse am Gießer Stadtwalde habe? doch gewiß nur die Eigenthümmer desselben. Was liege überhaupt Annerod und Steinbach am fremden Wald, der Schütz werde dort coutrolirt und cs sei eine Aendernng absolut nöthig; er wünsche deshalb, daß die Rcg.-Commiss. der Stadt aufgcben möge, die auswärts wohnenden Forstschützen zu entlassen, und tadellose Gießer Bürger anzustellcn. Wegen des Leseholzes bemerke er, daß die beiden fremden Forstschütze» die Gießer Bürger nicht kennten, und daher die nicht berechtigten Permissionisteu nicht abweisen könnten; er will daher Karten vom Stadtvorstand ausgestellt haben, wer eine Karte nicht habe, müsse zur Strafe notirt werden. Präsident, es sei gut, daß die hier angczogenen Gießer Verhältnisse durchs Protokoll bekannt würden, was wohl doch das wichtigste dieser Verhandlung sei. Reg.-Comm. erklärt, daß die Forstschützen nur auf Antrag des Gemcinderathcs durch die Forstbehörden ernannt würden und daher die Reg.-Commiss. hierin nichts thun könne. Die Befugnisse des Gemcin- deraths könnten hierin nicht beengt merdcn. Was das Leseholz betreffe, so halte er eine Entgegnung desselben bezüglich der Permissionisten für die Stadt nicht vortheilhaft. Da hierdurch der Frevel nur befördert werden würde, und Leseholz Unterstützung für jeden Armen sein sollte. Dieterich. Er glaube nicht, daß das Rachtheilige der Gegenwart im Leseholz liege. Das wäre ganz einerlei, welcher Arme solches benütze. Aber in der schlechten Aussicht desselben läge es. In Lich wären vielleicht 100 Holzmacher, die gegen 3000 st. Holzmacherlohn verdienten. Wie wohl dieser Verdienst jetzt höher wie in vorhergehenden Jahren wäre, so trügen dieselben jeden Abend noch mehrere Stecken Holz nach Haus, da fast jeder beladen mit Holz aus der Hauerei Abends heimkehre. Er habe sich veranlaßt gesehen, deßhalb beim Stadtrath, dessen Mitglied er sei, einen bezüglichen Antrag auf Entlassung der Forstschützen (da diese keine Anzeigen machten) zu stellen. Bürgermeister Bingmann habe aber darin wahrscheinlich kein Interesse gefunden und den Antrag nicht unterstützt. Er habe nun selbst bei der Regierungs-Commission die nöthigen Anträge gestellt. Er hoffe von der Verwaltungsbehörde Berücksichtigung seines Antrags und Entfernung eines Mißstandes, der, wie er jetzt mit Bedauern sähe, in vielen Orten bestehe. So glaube er aber auch den Antrag wegen der Forstschützen nicht unterstützen zu dürfen, da diese auf Widerruf angestellten Diener jetzt schon im Verwaltungswege entlassen werden könnten. Eine willkürliche Anstellung und Entlassung sei nicht gut. In Lich habe vor einigen Jahren sich ein Kandidat wochenlang eingeübt, um das vorgeschriebene Eramen machen zu können. Betrachte man nur die Forstgesetze und die Forstgcrichtsprotokolle und bedenke man, wie vollständig jede einzelne Denunciation gemacht werden müsse, und betrachte man wieder das denselben anvertraute große Vermögen, das die Forstschützen ost Tage lang allein verwalteten, während der Feldschutz ständig von den vielen Fcldarbeiter u. s. w. gewahrt und geschützt werde, so sehe man doch wohl ein, daß zu solchem Dienst nur ordentliche Leute mit den erforderlichen Kenntnissen hinreichten, während der Feldschützendienst doch nur einen ganz gewöhnlichen Mann hinsichtlich der Kenntnisse erfordere. Wollten wir aber nun eine freie unbeschränkte Absetzung, so würden sich brave gebildete Leute zu solchem Dienste nicht mehr hcrgeben, ja man würde am Ende gar keine ordentliche Forstschützcn mehr erhalten können. Die Gemeinde habe ja überall schon ihr Recht, da sie bei der Anstellung mitwirken, auch bei der Entlassung als Diener auf Widerruf augestellt, nie ausgeschloffeu bleiben. Auch mache er aufmerksam, daß bei Berathung über Bestellung und Entlassung der Gemeinde- Einnehmer diese hier angegebene Ansicht durch den Bezirkörath angenommen worden sei. Engel bemerkt, er habe einen Antrag hinsichtlich der Anstellung der Forstschützen gestellt, und wolle darnach die Entlassung der Forstschützcn durch die Gemeinde nothwendig halten. Die Feldschützen könnten jetzt durch die Gemeinden entlassen werden, ebenso müsse es auch mit den Forstschützcn gchaltcn werden. Er glaube, wenn eine Gemeinde einen Forstschütz bekommen würde, der weniger nehme, so müsse man immer die Entscheidung der Gemeinde anheimstellen. Seine Gemeinde habe es auch vergangenes Jahr so gemacht, da sie den seitherigen Forstschützcn entlassen und den Fcldschützen zum Forstschütz gemacht habe; hauptsächlich auch so verfahren, weil der Forstschütz kein dortiger Bürger gewesen seh. Er 268 liest Art. 19. der Gemeindeordnung vor und glaubt, daß darnach die Gemeinde zu diesem Verfahren berechtigt geweseil sey. Er ist gegen Dieterich, da Anträge gegen die Forstschützeu nicht viel bezweckten, weil diese mit ihren Reviersörstern gewöhnlich in zu guten persönlichen Verhältnissen stünden. Was das Leseholz betreffe, so wären in seinem Orte früher die Leseholztäge spärlicher, nur alle 14 Tage gewesen. Durch seine Theilnahme bei Gemeinde-Versammlungen habe er Uebertretungen dicserwegen vermittelt, und sey seither wegen des Leseholzes auch nicht die geringste Klage oder auch nur ein Nachtheil vorgekommen. Er wünsche hiernach den Antrag geändert. Menkel kommt auf Ferber beistimmend. Er erzählt von Niederohmen, daß dort seither mehr Holz im Wald verfault sey, als manche andere Gemeinde nothwendig habe. Auch dort habe man der Gemeinde einen fremden Forstschützeu gegen ihren Willen aufgedräugt. Er glaube, das Leseholz könne man ohne Forstkontrole abgeben, da der Schutz hierin doch nichts nütze. Präsident erläutert mehrmals die verschicdentlichen Anträge. Franziskus liest nochmals die Anträge vor, und hofft auf einen bezüglichen Antrag hinsichtlich der Absetzung der Forstschützen. Schmand ist gerade nicht gegen Ferbers Antrag, aber doch damit nicht einverstanden, daß man den Permlssionisten hierin entgegentreten solle, wenn auch grade Gießen viele Nichtbürger hätte. Ein Hofgerichtsrath werde nicht ins Leseholz gehen, und den Armen solle man nichts abschneiden. Er wolle aber, daß es den Gemeinden überlassen bleibe, den Gehalt der Forstschützcn zu bestimmen. Er glaube auch, daß die außerhalb der Orte angestellten Forstschützen fiir die Gemeinden nachtheilig seyen, und wünscht daher, den Gemeinden das gleiche Recht bei Forstschützeu wie bei Feldschützen. Lindenstruth beruft sich auf das Recht der Gemeinden nach der Gemeindeordnung. So habe es auch jetzt Beuern gemacht; da sie den alten Forstschützen entlassen und einen neuen angestcllt habe. Kliebe meint, wenn die Leseholztäge ordentlich ausgeübt würden, auch die gerügten Fehler von selbst wegfallen würden. Aus der Rabenau sey es hierin auch sehr schlimm gewesen, da habe liebet das Holz verfaulen müssen, als man es den Armen gegönnt hätte, woher denn auch die groben Frevel gekommen wären. Für die Folge bei Ordnung der Leseholztäge würden also alle Anstände beseitigt werden. Bern deck gibt Schmand ganz recht. Er halte es für zn bart, Nichtbürger vom Leseholz auszu- schließen, auch würde das am Ende selbst zum Nachth-il der Gemeinde gereichen. Er rede daher dem Antrag das Wort nicht. Engel. Er habe auch einen Antrag sormulirt, den Ferber vorlesen werde. Wegen der Rabenauer Geschichte wünsche er einen besonder» Antrag. Gegen Bernbeck's Rede wolle er anführen, daß auch er die Armuth geschützt haben wolle. Hätten auch nur die Bürger Eigeuthumsrechte, so müßte man doch auch den andern Armen einen solchen Mitgebrauch nicht versagen. Schmand. Seine Gemeinde habe das Recht im herrschaftlichen Wald Leseholz zu holen. Die Armen wären also hier nicht ausgeschlossen, und habe man auch erst gestern im Interesse derselben über Holzmagazine verhandelt Die schlechte Aufsicht habe am Jahr gelegen, was man also auch hier nicht so strenge nehmen solle. Für die Zukunft würde sich dieser Anstand von selbst heben. Vorsitzender schließt die Diskussion. Antragsteller Ferber erläutert, wie er mißverstanden worden sey. Er habe nur den Permlssionisten das Leseholz entziehen wollen, die schon dadurch Vortheilc hätten, daß sic in Gießen wohnen und verdienen dürften. Sv könne aber z. E. ein Wicseckcr, der hier wohne, hier und in Wieseck ins Leseholz gehen; was denn doch Unrecht wäre. Ja, in Gießen führen sie jetzt ms Leseholz und brächten ganze Wägen voll Leseholz nach Haus. Hierdurch entstünde am Ende Erwerb und zuletzt wieder Frevel. Er wiederhole, daß er den Armen den Genuß nicht gewehrt haben wolle. Sein Hauptaugenmerk im Antrag sey dahin gerichtet gewesen, den Gießer Stadtvorstand,, der noch zum großen -Thcile dem alten Systeme anhänge, einmal von der nothwendigen Veränderung Kcnntniß zu geben. Es bestehe der Stadtvorstand mitunter aus ehrerwerthen Männern, aber er habe auch unverbesserliche Mitglieder. Er nehme den Antrag hinsichtlich der Permlssionisten zurück. Reg.-Comm.: Der Gemeinderath von Gießen habe sich innerhalb der gesetzlichen Grenzen bewegt. Kliebe erklärt sich noch mit Schmand einverstanden, und glaubt noch hervorzuheben, daß sich die Reicheren den Aermercn gegenüber in Betreff des Leseholzes immer zu sichern wüßten. Menckel giebt Kliebe's Bemerkung zu, da es bekanntlich vorgekommen, daß aus einer Haushaltung 5 Mitglieder Holz gelesen und dann mit dem Wagen nach HauS gefahren hätten. Vorsitzender schließt die Debatte und läßt abstimmen, wodurch Beschluß gefaßt wird der Bezirksrath spricht die Ansicht aus, daß es höchst wünschenswerth sei, den Gemeinden an- zuempfehlen, zu Forstschützeu nur wirklich unbescholtene Ortsbürger anzustellen. 269 Polizeiliche Bekanntmachung. Ein Gcldbeutelchen mit einigem Gelbe, ist gefunden und auf Gr. Polizeibürcau abgegeben worden. Gießen am 27. März 1849. Dieterich verliest hieraus das Gesuch der Gemeinde Allertshausen wegen Katastrirung ihrer Gemarkung, und so auch den Ausschußbcricht. , Bernbeck bemerkt, daß die hohen Kosten, mehr durch die Taxation, als durch die Klassiftcation entstanden seien. , . r, R e g. - E o m in. erläutert, wie die Gemeinde Allertshausen noch nicht alle gesetzlichen Wege eilige- schlagen habe. Sie sollte sich erst an das Finanz-Ministerium wenden. Dieterich wendet dagegen ein, wie die Gemeinde in der Vorstellung angegeben, daß sie urwe- dacht die gesetzlichen Fristen habe verstreichen lassen. Er glaubt daher mehr Erfolg für diese arme Gemeinde, wenn die Gr. Reg.-Comm. selbst das Gesuch unterstütze. Vernbeck will hieraus die Gemeinde nicht ab- sondern an die Behörden verwiesen haben. Menkel ist ganz mit Dieterich einverstanden. Es wird jetzt die Debatte geschloßen abgestimmt und beschlossen: „ , Gr. Reg.-Comm. wolle das Vorbringen würdigen, und möglichst Abhulfe herbei zu fuhren Die/erich verließt den Ausschußbericht über das Gesuch des Johannes Velten 8 ter in Langgöns wegen Besoldung der Gemcindebeamten, wogegen niemand das Wort ergreift. Es wird darauf abgestimmt und beschlossen. Unter den vorgetragenen Umständen das Gesuch noch zur Zeit abzuweisen. Dieterich verließt hierauf den Antrag des Bürger-Vereins zu Ettingshausen wegen des Gemeinderechners daselbst, und den dazu bezüglichen Ausschußbericht. Bernbeck glaubt, der Anstand werde sich erledigen, wenn die Bittsteller üch an Gr. Reg.-Comm. wendeten. V o r s. läßt abstimmen und Beschluß wird gefaßt: Das Gesuch soll Gr. Reg.- Comm. zur geeigneten Untersuchung und Beurtheilung empfohlen werden. Dieterich verließt noch den Ausschußbericht wegen des Gesuchs des Gotthard Böcking von Al- lcndors um Rückerstattung einer Strafe wegen Reparatur eines Strohdaches. Engel erläutert das nicht ordentlich motivirte Gesuch des Bittstellers. B e r n b e ck bemerkt in seinem Bezirk seien ähnliche Fälle, er glaube die Staatsrcgierung müsse hier entschädigen. > Es wird abgestimmt nnd beschlossen: Das nicht motivirte Gesuch wirb abgewiesen. Hierauf wird die Tagesordnung auf Nachmittag bestimmt und die Sitzung geschlossen. F. Steinberger. Dieterich. Besondere Bekanntmachungen. 556) Gießen. Der Plan über die Erbauung eines Vicinalwegs von Gießen nach Heuchelheim liegt 8 Tage lang auf der Bürgermeisterei offen. , ' Etwaige Reklamationen gegen die festgesetzte Richtung des Wegs, müssen binnen 4 Wochen von dem Tage an gerechnet, an welchem der Plan zum erstenmal offen gelegt war, vorgebracht werden. Gießen den 24. März 1849. , Der Bürgermeister Gg. Reiber. 521) Gießen. Die Pfandscheine Nr. 12653, 13267 und 14683, sind angeblich verloren worden. Da nun der Verpfänder um Ausfertigung von neuen Scheinen implorirt hat; so werden diejenigen, welche etwa Ansprüche an jene Scheine bilden könnten, aufgefordert, solche innerhalb 14 Tagen dahier anzuzeigen, als sonst dem Verlangen des Verpfänders ohne Weiteres entsprochen werden wird. Gießen den 22. März 1849. Die Pfandhausverwaltung. Bieler. Pfeil. 566) Gießen. Von Großh. Ministerium deS Innern ist die Summe, die dem Ortsvorstand bei der Beurtheilung der Frage, ob der Depotansprechende zur Stellung eines Einstehers vermögend genug sei, 270 zur Norm dienen soll, auf 500 fl. bestimmt worden, was zur öffentlichen Keuntniß hiermit gebracht wird. Gießen den 24. März 1819. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 522) Gießen. Der Pfandschein Nr. 12272 über einen anatomischen Allas ist angeblich verloren worden, weshalb diejenigen, welche etwa Ansprüche an denselben bilden könnten, aufgefordert werde», dies innerhalb 14 Tagen dahier anzuzeigen, als sonst das Pfand an den Verpfänder ohne Weiteres verabfolgt werden wird. Gießen den 20. März 1849. Die Pfandhausverwaltung. Bieler. Pfeil. Versteigerungen. 557) Gießen. In dem Oßwalo'schen Garten werden Freitag den 30. d. M., Nachmittags 2 Uhr, mehrere Stücke Grabland sodann die Triebviertcl: Gew. 19 M 35 u 23 „ 28 n 26 u 24 und ein Wüstungsstück am Lutherberg, öffentlich meistbietend und zwar ersteres auf 1 Jahr und letztere auf 6 Jahre verpachtet. Gießen den 24. März 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 551) Albach. Freitag den 30. März d. I., Morgens 9 Uhr, soll auf der Bürgermeistelei der Gemeinde Albach, ungefähr 70 Klftr. Planir- und Chaussirarbeit, veranschlagt zu 144 fl., an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Albach den 24. März 1849. Der Bürgermeister Balser. 524) Butzbach. Main-Weser Eisenbahn Section Butzbach. Freitag den 30. d. M., Vormittags 9 Uhr, soll die Herstellung und das Einsäen der Böschungen an dem Damm und Einschnitt in den Gemarkungen Butzbach und Griedel, veranschlagt zu 1400 fl. an die Wenigstfordernden an Ort unb Stelle versteigert werden. Die Zusammenkunft ist an dem Planübergang am Rauchweg in der Gemarkung Griedel. Butzbach den 21. März 1849. Der Gr. Sections-Jngenieur der Section Butzbach. E r ck e m e y e r. 552) Mainzlar. Holzversteigerung zu Mainzlar. In dem Comunalwald der Gemeinde Mainzlar sollen nachstehende Holzsortimente als: 1) Dienstag den 3. April d. I., 154 Stecken Buchen-Scheidholz, bester Qualität, 22% » Eichen- „ 74% u Buchen-Prügelholz, 5 /, Elchen- // 69% „ Buchen-Stockholz, 6% i, Eichen- » 4550 Stück Buchen-Wellen, 275 „ Elchen- „ 560 Cbikfß. Eichen-Stammholz, 28 Stück, sehr schönes brauchbares Holz, 119 Cbikfß. Buchen-Stammholz, 7 Stück, 12 Eichen- und 1 Nadelstangen, 2) Mittwoch den 4. April d. I., 26 Stecken Eichen-Prügelholz, 31 » Kiefern- „ 1 u Aspen- n 2 n Eichen-Stockholz, 3% i, Kiefern- » 4950 Stück Eichen-Wellen, 8025 i, Kiefern- „ 188 Cbikfß. Kiefern-Stämme, 17 Stück 3 » Birken- „ 1 » 22 Eichen-Stangen, 2156 Radel- „ unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen, meistbietend versteigert werden. Bemerkt wird, daß gegen annehmbare Bürgschaft bis Martini d. I. verborgt wird. Der Anfang und die Zusammenkunft ist denj ersten Tag an der Hach- börner Straße und' den zweiten Tag am Weg nach Trais, und zwar jedesmal Morgens 9 Uhr. Mainzlar am 26. März 1849. Der Bürgermeister Vogel. 560) Gießen. Eingetretener Hindernisse wegen konnte die Versteigerung von Schreinerwerkzeug und Holz nicht abgehalten werden, weßhalb dieselbe Donnerstag den 29. d. M., Morgens 9 Uhr, ihren Anfang nimmt. Gg. Fr. Haubachs Wittwe. 271 546) Ruttershausen. Holzverstetgcrung. Freilag den 30. März I. I., soll in dem Rullershäuser Gemeindewald, District Mausberg, nachverzeichuctes Holz versteigert werden: 19'/, Stecken Buchen-Scheidholz, 65 u Eicken- u , 1 „ Kiefern- u 13% u Buchen-Prügelholz, 19% ii E'chen- „ 22% " Bachen-Stockholz, 31 % Eschen- H 325 Stück Wellen Buchen-Reißholz, 225 ii ii Eichen- „ 50 „ ii Kiefern- u 17 Eichenstämme, von 10—35" Durchmesser, 14—56' Längt, im Ganzen 2246 Cbikfß. hallend, vorzüglicher Qualität und theil- w ise besonders zu Stieckbolz geeignet. Bon dem Eichen-Scheidbolz eignen sich 4 — 5 Stecken zu Kliier« und Glaseiholz. Die Zufammenkunft und der Anfang ist in der Gegeiid ces Wies innrer Waldes des Morgens um 9 Uhr. Ruttershausen den 23- März 1849. k)er Bürgermeister Kliirkel. 562) Rodhe im. Mittwoch den 10. April d 3., Morgens 9 Ubr, sollen in dem hiesigeii Gemeindewald, District Rill- scheid, nachnehende oolziortnuenie versteigert werden: 103 Stecken Buchen-Sch idholz, 2 „ - Eicken- n ♦ 97% „ Buchen-Prügelholz, 5 ,i Eichen- ii 108 „ Buchen-Siockhoiz, 3300 Stück' Buchen Wellen, 275 ii Eichen n 51 „ „ Werkholzstämme und 2 Pflugsrehe. Das Holz sttzi nahe an der Chaussee, an einer bequemen Abfahrt. Die Zusammenkunft ist dahier im Ort und wird gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft Zahlungsfrist bis Martinitag ^d. I. gestailet. Rodheim de» 26. März 1849. Der Bürgermeister Dud enhöfer. 523) Atzbach. 33rü(fcitbchen 8 S Kaffeehause) statt. Dienstag den 17. April g 8 wird der Unterricht beginnen. Die verehrl. g g Eltern, welche ihre Söhne der Anstalt anver- 8 8 wauen wollen, werden gebeten die Anmeldun- g g gen mündlich oder schriftlich, spätestes b.s 8 rum 16. April an Hrn. Bauaccessist Reuß 8 (Wolkengasse im ehemaligen Leicht'schen Hau,e) g gelangen zu lassen. Herr BauacceM Reuß 8 und der Unterzeichnete, welcher vom 10- April $ an täglich zu sprechen ist, sind mit Vergnügen g -ur Mitthcilung des Lehrplans, sowie zu ge- 8 nauer Auskunft über die inneren Einrichtungen g S der Anstalt bereit. Zugleich wird noch bemerkt, g l daß am Schluffe eines jeden Schulhalb,ahres 8 ’» durch eine öffentliche Prüfung, von den Leiltun- »• gen der Anstalt Rechenschaft abgelegt werden 8 363) Giessen. Un jeune homme qui enseigne la lange francaise, desire trouver encore quelquc eeoliers. S’adresser pour plus amples renseignemens a 1 expedition < e ce feuillet. 555) Gießen. Indem ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringe, daß der Unterricht ni meiner Knabenschule Montags den 23- April wieder beginnt, erlaube ich mir zu bemerken, daß auch für den Unterricht in den altklassischen sprachen und allgemein wissenschaftlichen Gegenständen jo wie bisher, Sorge getragen ist, indem sich an demselben auch fernerhin ein Recillehrer, tüchtige erfahrene Philologen und andere Männer betheiligcn Sollte übrigens auch in der französischen und englischen Sprache Unterricht verlangt werden, jo bietet sich hierzu Gelegenheit dar. 564) Gießen. Es kann ein ,unger Mann, der die nöthigen Schulkenntniffe besitzt, in einem hiesigen Gasthof als Lehrling eintreten. Näheres bei der Erped. d. Bltts. 549) Gießen. E a p i t a l - G e s « ch. Auf ein vormundschaftlich verwaltetes Vermögen von circa 14000 fl. — wird eine Anleihe von 2000 bis 4000 fl — aufzunehmen ge,ucht. Hierauf Refleclirende wollen ihre Bewerbungen schriftlich versiegelt bei der Redaction d. Dills, em- reichen. 548) Gieß en. , B ü r g e r k l n b. Resullat der Wahl pu- Zugleich wird bemerkt, ...s SSÄ« ".sjääkäs zeichnet sind. Diese Stimmzettel sind entweder bis zum 1. April Mittags 12 Uhr versiegel mensunterschrift versehen an den jetzigen Vorsitzenden einzuschlcken oder am . en c » ' anwesend L Gesellschaftslocale abzugeben, wo zu diesem Zwecke der zeitige Vorstand von b - 8 Uhr «ftn ein wird. Um 8 Uhr beginnt die Zählung der Stimmen, worauf so ort das blicirt wird, das Verzeichniß der Mitglieder ist injetzigem Locale aufgebangt * daß durch Beschluß der Generalversammlung vom 16. Marz l. j. der §. / und §. 8. qende Gestalt erhalten haben. , §. 7. Der vierteljährige Betrag beträgt einschließlich der Erhebungsgebühr 33 fr. außerdem ja Neueintretende ein Eintrittsgeld von 30 kr. zu entrichten. §. 8. Austritte können zweimal im Jahre, nämlich am 1. Slpnl uiib am rstanlw"schrist- Wer auszutrcten wünscht hat die zwei Monate vor den angegebenen Z P , << v-rpflich- lich zu melden, widrigenfalls er noch zur Entrichtung der Beiträge für das folgende halbe W verpfl'ch 273 tet ist, welche Bestimmung jedoch auf ortsfremde Arbeiter, sofern fte Gießen verlassen, keine Anwendung leidet. Der Beitrag wird quartalsweise durch den Gesellschaftsdiener erhoben der dafür einen fixen Gehalt empfängt. Gießen den 25. März 1849. Der Vorsitzende: Der Schriftführer: Ricker. Baur. 567) Gießen. Theater-Anzeige. Heute den 28. März Große Vorstellung der WMMKev JshOMsWitfch,- Erste Ballettänzer, Mitglieder des k. k. Hoftheaters in Wien, im Saale des Prinz Karl. Anfang 7 Uhr. Näheres besagen die Zettel. Literarische A n z e i g e. 553) Gießen. In der Ferber'schon Uni* versitätSbuchhandlung in Gießen und in allen Buchhandlungen ist zu haben: Der kleine Engländer oder die Kunst die englische Sprache, ohne Lehrer, auf eine leichte und faßliche Art in einigen Tagen, selbst ohne voiher ein Wort davon zu verstehen, vollkommen richtig sprechen zu lerne». Ein Hülfs- buch für Auswanderer und diejenigen, welche schnell englisch lernen wollen. Dritte ganz umgearbeitete und vermehrte Auflage. Von Prof. Dr. A F. G r ü n. 12. broch. 5 Sgr. oder 18 fr. Von einem praktischen Gelehrten ist hier ein sehr guter Leitfaden zur Erlernung der englischen Sprache zusammengestellt, und in kürzester Zeit und ohne die Ermüdung, welche gewöhnlich das Studium dieser schwierigen Sprache begleitet, wird man mit leichter Mühe in den reichen Schatz dieser jetzt so unentbehrlichen Umgangssprache eingeführt. Die sehr schnell vergriffenen zwei ersten Auflagen, verbürgen hinlänglich die Nützlichkeit des schön ausgestatteten Buches, das für den Deutschen in England und Amerika unentbehrlich ist. „lieber Reorganisation des gesanunten Schulwesens und Gründung einer Nationalacademie für Wissenschaft und Kunst," heißt ein kürzlich von dem p. Kreissecrctär I. G. K. E. Küchler, in Darmstadr bei Auw erschienenes Werkchen von 9 Druckbogen, worüber sich einer unserer Mitarbeiter folgender Maßen ausspricht: Der Verfasser des angeführten Büchleins hat auf wenigen Bogen sehr treffliches Material uiederlegt, ras bei der Umwandlung unseres Schulwesens nicht unbeachtet bleiben sollte. Nicht allein Freunde des Lehrfaches werden die Schrift mit Befriedigung lesen; auch eigentliche Sachkenner werden darin viele anziehende und anregende Bemerkungen finden. Interessant ist namentlich, der vollkommen richtige Gedanke, daß in allen Lehranstalten, von der Volksschule bis zur Academie, derselbe Geist der Wahrheit walten, dasselbe Streben nach Vervollkommnung herrschen müsse. Besonders treffend sind auch viele Bemerkungen des Vers, über die Gebrechen der Universitäten, welche um so richtiger sind, als der Vers, hier ganz speciell die Nachthcile bezeichnet, welche durch eine falsche Behandlung der Universitätsjugend dem Staatsleben gebracht werden müssen. Wir wünschen, daß erwähnte Schrift in weiteren Kreisen Freunde finden, daß sie insbesondere von Staatsmännern beachtet werden möge. Die Zukunft des deutschen Volkes liegt in unserer Jugend; darum darf deren zeitgemäße Bildung keinem Vaterlandsfreund gleichgültig bleiben. 274 Angekommene und abgereiste Fremden vom 24. bis 27. März 1849. Sn den Gasthäusern. Im Einhorn: Hr. Storck, Bergverw. v. Friedberg. Hr. Deibel, Doct. o. Schlitz. Hrn. Kfl. Wermann v. Mannheim, Kraft v. Wetzlar, Schulz ». Frankfurt, Willich v. Braunschweig u. Baumgarten v. Erfurt. Hr. Langsdorf, Apoth. v. Straßburg. Hr. Seeberger, Rent. v. Düsseldorf. Hr. Grumbach, Juwel, v. Prag. Hr. Münch, Dr. jur. v. Spandau. Hrn. Sfl. Maier o. Mainz, Wippermann v. Münden u. van der Harsche v. Frankfurt Hr. Langsdorfs, Milit. v. Aachen. Hr. Heplmann, Stud. v. Cöln. ' r. Hellwich, Partie v. Mainz. Hrn. Kfl. Bcrnkard v. Leipzig u. Knorr v. Leipz-g. Hr. Beckerath, Gastw. v. Bremerhafen. Hr. Frankenstein, Landv. v. Wunsdorf Baron v. Eidmann m. Fr., Gutsbes v. Oldenburg. Hr. Winter, Kfm. v. Frankfurt. Hr.. Iörlig, Agent v. Dresden. Hr. v. Bernburg, Geh. Just -R. v. Hannover. Fr. v. Dumont m. Tocht. v. Crefeld. Hr. Gredeck, Schausp o. Prag. Im Rayyen: Hr Handwerk, Apoth. v. Marienschloß. Hrn. Kfl. Becker v Mainz, Lander v. Frankfurt, Stöcker v. Gladbach u. Schäfer v. Kaufbeuern. Hr. Gimpel, Hauptm. v. Arolsen. Hr. Schäfer, Gastw. v. Marburg. Hr. Lam, Stud. v. Göttingen. Hrn Kfl. Haas v. Frankfurt, Böhm v. Mainz u. Schmidt v. Offenbach. Hr. Schneider, Oecon. v. Impellen-Hof. Hr. Seiler, Gärtn. v. München. Hrn. Kfl. Ducas v. Göttingen, Göbel v. Düsseldorf, Rindskopf, Meisner u. Grause v Frankfurt. Hr. Hochgesandt, Ingen, v. Friedberg. Hr Kerbel, Kfm. v. Magdeburg. Hr. Seemann, Cand- v. Chemnitz. Hr. Hofmann, Metzg. v Reichelsheim. Hr. Heperfeid, Kfm. v. Pforzheim. Im Prinz Carl: Hr. Becker, Spedit. v. Schotten. Hr. Pfeiffer, Handelsm. v. Lich. Hr. Göbel, Kfm v. Bessungen. Hr. Borger, Spedit. v. Offenbach. Hr. Lanz, Kfm. v. Hanau. Hr. Volvach, Oecon. v. Karben. Hr. Kalchner, Mecham v. München. Hr. Rühl, Eastw. v. Herbstein. Hr. Ulrich, Geschästsm. v. Lersfeld. Hr. Kempf, Stud. ö. Meisenheim. Hr. Simon, Sci-ensted. v. Fiiedberg. Hr. Friedrich, Geom. v. Kirdorf Hr. Bopp, Fabrik v. Mannheim. Hr. Höhr, Uhrm. v. Schönach. Hr. Alt, Geschästsm. v. Eichelsdorf. Hr. Jäger, Oecon. v. Mockstadt. Hr. Schütz, Färb. v. Kostheim. Hr Eberwein, Kfm. v. Kreuznach. Hr. v. Kammer, Stud. v. Heidelberg. Hrn Geschäfts! Kahn v. Mainzlar u. Klein v. Schlitz. Hr. Landner, Kfm. v. Leipzig. Im Rarmslaedler Ilans: Hrn. Geschäfts!. Stein v. Brauerschwend, Zünd v. Holzhausen, Gerst v Traisa u. Wiegand v. Neuwied. Hr. Heis, Kfm. v. Coblenz. Fr. Ullmann v Breidenborn Hr. Dietz, Geschästsm. v. Alsheim. Hr. Rapp, Nagelschm. v. Reincrod. Hrn. Geschäfts!. Burckhardt v. Reifenberg, Reinschmidt v. Gelnhausen, Rispel v. Wetzlar u. Rchbein v. Frankenhausen. im Stern: Hrn. Fuhr!. Wiüecker u. Jung v. Bremen u. Golde v. Rosenthal. Hrn. Handclsl. Reichwein u. Feper v Frickhofen u. Collin v. Offenbach Jungfer Völker v. Niederursel. Hr. Schneider, Führm v. Marburg. Hrn. Geschäftsl Kling v. Darmstadt u. Mirdcus v. Griedel. In der Sonne: Hr Funck, Handelsm. v. Sellnrod. Hr. Felde, Schloss, v. Großenlmden. Fr. Goldmann v. Ershausen. Hr. Sack, Schneid v. Darmstadt. Hr. Wein, Web. v. Dieburg. In der Rose ; Frl. Bald v. Marburg. In den Privathäusern. Bei Hrn. Joh. L ecker: Hr. Gaiel, Privatim v. Mainz. — Bei Hrn. L. Selzcr: Frl. Strieder v. Kirdorf. — Bei Hrn. Kfm. Grieb: Hr. Schmidt, Cand. theol. v. Höchst. — Bei Hrn Zollamts-Assist Schwalb: Frl. Ettling v Aisfeld — Bei Hrn. Hofger.-R. v. Grolman: Fr. v. Samper v. Kirchberg im Herzogth. Nassau Dun D r e i F r s « rr ö e. Novelle von Theodor Mügge. (Fortsetzung.) „O, Sie sind ein Verächter der Ehe wie die meisten unserer jungen Herren," rief das blonde Fräulein. „Sie lhun mir Unrecht," versetzte Aurel lächelnd, „Niemand kann Familienglück höher schätzen als ich; nur, glaube ich, ist nickt so leicht dazu zu gelangen." „Es ist ein Lotto," sagte der abgelebte Herr nach der Mode, der als Junggeseli zu sterben geschworen hatte und spöttisch mit den Augen zwickte. „Bei einem Hauptgewinne liegen zehntausend Nieten." „Sehr galant in der That," erwiederle das blonde Fräulein, seine Nachbann, indem sie ihul ein höhnisches Gesicht schnitt. „Meine Gnädigste," rief der abgelebte Herr, mit plumper Galanterie ihre Hand küffend, „ich habe nicht gesagt, daß wir uns nickt mitten unter großen Losen befänden." Les. „Bravo!" schrie der Commerzienrath dazwischen, „es fehlt uns also nicht an reizenden kostbaren Gewinnen dieser Art und da Sie hier bleiben, Herr Dahlberg, so hoffe ich den Tag zu erleben, wo Sie von Ihren Zweifeln bekehrt werden. Ein Mnnn wie Sie, der so viel Glück hat, muß auch in der Liebe Glück haben. Sie sind zu schüchtern, zu bedenklich, aber das wird sich ändern. Mit dem Golde kommt das Selbstvertrauen. Wer die Taschen voll von dem hohen werthen Metalle hat, kann dreist an jede Thüre klopfen; ich wüßte wahrhaftig nicht, wo Ihnen eine verschlossen bleiben würde!" Der treffliche Wein des verewigten Präsidenten hatte seinen vollgemessenen Theil an der rücklichtslosen Offenherzigkeit des geheimen Commerzienralhs; da er aber selbst drei heiralhsfähige Töchter zu Haule hatte, entstand das Gelächter auf feine Kosten. Die anwesenden Damen warfen bedeutungsvolle Blicke zu und schworen im Geheimen, diese köstliche Geschichte so schnell als möglich zu verbreiten. Sie flüsterten und lachten und die Einzige, die still blieb, war Johanna, welche neben Aurel ihren Platz hatte, mit dem sie dann und wann einige freundliche Worte wechselte.(Forts, folgt.) Druck uno Berlag der G. D. Bühl'scheu Buch- und Steindruckerei.