Anzeigeblatt der Stadt lind des Regierungsbezirks Gießen. $2. 7» Dienstag den 23 Januar 18319. Dieses Blatt erscheint wöchentlich zwei Mal: Dienstag und Sonnabend. Der Pränumerationsbetrag ist für ein ganze- Jahr für Ein- heimische 1 fl. 30 kr., für ein halbes Jahr 45 kr.; für Auswärtige incl. Postaufschlag 1 ft. 42 fr., halbzährl. 51 fr. Auswärts abonnirt man sich bei den zunächst gelegenen löbl. Postämtern. In Gießen bei der Expedition, Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Einrückungögebühr für den Raum der gespaltenen Corvus-Zeile 2 kr. Inserate müssen jedeSmal Vormittags 9 Uhr an dem Tage vor dem Erscheinen dieses Blattes an die Redaktion gelangt seyn. Auszug aus dem Gr. Hess. Regrerungsblatte 9tr. 71. vom 30. December 1848. Inh alt: 1) Rechmmgsablage über die Verwendung der für das Jahr 1846 in dem Großherzogthum Hessen ausgeschriebenen Brandversjcherungsbeiträge; — 2) Bekanntmachung, die Niederschlagung eines Theils der Umlagen der Gemeinde Fahrenbach für 1848 betr; — 3) Desgl. der auf die israelitischen Gemeindemitglieder zu Bechtolsheim auSgeschlagenen Umlage für 1848; — 4) Desgl. von Umlagen II. Klasse in der Gemarkung Geißnidda für 1848 ; — 5) Desgl. eines Theils der Umlage II. Klasse der Gemeinde Etzengefäß für 1848; — 6) Dienstnachrichten; — 7) Dienstentlassung; — 8) Versetzungen in den Ruhestand. Offizielle Nachrichten. Forts, aus Nr. 70 des Regierungsblatts vom 30 December 1848. Am 7. December wurde der Gehülfe bei der Haupt- Staats-Kaffe, I. Michel dahier, zum Accessisten bei dieser Kaffe und der Gehülfe bei der Staatsschulden-Tilgungskaffe, Balthasar Best dahier, zum Accessisten bei derselben er- nannt; — am 9. Dec. wurde der Advokatanwalt Jacob Henco zu Mainz zum Fiskalanwalt in der Provinz Rheinhessen ernannt: — am 11. Dec. wurden die von den an dem Kanfunger Stiftsfonds betheiligten adeligen Familien gewählten und präsentirtcn drei Obervorsteher, als a) Kam- merberr und Geheimer Regierungsrath Freiherr Hermann v. Nordeck zur Rabenau, b) Kammcrherr, Oberhofmarschall und Kriegsminister, Philipp Eugen Erwin Graf v. Lehrbuch und o) Kammerherr und Ministcrial-Director Freiherr Friedrich v. Schenck zu Schweins berg landes- herrlich bestätigt; — am 11. Dec. wurde dem Pfarramts« Candidaten Friedrich Carl Heinrich Lemp zu Altenstadt die Stelle eines Kaplans und ersten Schullehrers zu Altenstadt, im Regierungsbezirke Friedberg, übertragen; — am 16. Dec. wurde der Gerichtsaccessist Dr. Carl Wagner von Niederolm zum zweiten Ergänzungsrichter an dem Friedensgerichte daselbst ernannt; — am 18. Dec. wurde dem Geometer 2. Klaffe Johannes Haas zu Schotten das Patent als Geometer der 2 Klaffe für den Regierungsbezirk Nidda ertheilt. Militärdieustnachrichtcn Am 9. November ist der Hauptmann Selz am (mit Patent vom 12. August) zum Major, unter Beibehaltung des ihm übertragenen Comman- do'S des 1. Bataillons 2. Infanterie-Regiments, ernannt worden; — am 25. Nov. haben Se. Königl. Hoheit der Großherzog den Generalieutcnant Prinzen v. Wittgenstein, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, ireu geleisteten Dienste, in den Ruhestand zu versetzen geruht; — am 7. Dec. wurde dem Auditeur Weidenbusch im 2. Infanterieregiment der nachgesuchte Abschied ertheilt, und der Militärgcrichtsaccessist Kühn zum Auditeur 2. Klasse im 2. Infanterieregiment ernannt. Dienstentlassung. Am 80. November wurde der HofgerichtS-Advocat Ludwig Bender zu Gießen auf Nachsuchen von seinen Functionen als Anwalt entbunden. Concurreuz-Eröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrstclle zu Horrweiler, im Regierungsbezirke Mainz, mit einem jährlichen Gehalte von 88g fl.; — die erste kath. Schullehrerstelle zu Großzimmern, im Regierungsbezirke Dieburg, mit einem jährlichen Gehalte von 337 fl.; — die kath. Schullchrerstelle zu Zahlbach, im Regierungsbezirke Mainz, mit einem jährlichen Gehalte von 400 fl. nebst freier Wohnung im Anschläge von 20 fl. und 4 Stecken Holz für Heizung des Schullokals; — die vierte evang. Schullchrerstelle zu Pfeddersheim, im Regierungsbezirke Mainz, mit einem jährlichen Gehalte von 200 fl, jedoch ohne Lehrerwohnung; — die zweite evang. Pfarrstelle zu Nidda mit einem jährlichen Gehalte von 881 fl.; — die evang. Schullehrerstelle zu Vendersheim , im Regierungsbezirke Mainz, mit einem jährlichen Gehalte von 200 fl. nebst freier Wohnung für einen unter» heuratheten Lehrer, wobei dem Lehrer die Verpflichtung obliegt, die Kosten der Heizung des Schullokals zu bestreiten. Sterbfälle. Geflorben sind: am i. December der pensionirte Oberst v. Röder zu Darmstadt; — am 15. Dec. die Posthalterin Re en zu Niedcringelheim; — am 17. Dec. der Posthalter S ch ero zu Bensheim; — an demselben Tage der Ph-sicatswundarzt Georg Ludwig Voigt zu Nidda. 66 41) Z Sitzun Dirigk Hörde seit 15 die al Verha stens Felvg( schwo schwoi sowie Feldg> lichen Land- verwc dazu Diät sür i ausft Art. einig werd Fert eine für Geh und Grü Ant als Fell geri erke eim Rec Gr aus uni Ge lm D, Gießen. Protokoll der Sitzungen des Bezirksraths zu Gießen. Vierte Sitzung vom 2. Januar 1849. Fortsetzung Nachmittags 3 Uhr. Anwesend: Reg.-Rath v. Wittich und 10 Mitglieder des Bezirksraths. (Fortsetzung.) Vorsitzender. Der Gegenstand ist genügend verhandelt. Ich stelle die Frage: wrll der Bezirks- rath den Antrag des Ausschusses annehmen? Diele Frage wird einstimmig bejaht. „ , , , 6) Der Vorsitzende ersucht den Abq. Franziskus Bericht zu erstatten, über den Antrag von Engel, betr. «SÄ’. ww* •» **• ***• sss» ää g wM Ä spricht und fügt dann weiter Folgendes bei. Es ist gewiß nicht rm Geiste der Gesetze wen» mair einen Bürgermeister auch das Amt eines Feldgeschwornen verwalten laßt. Ä„ einen ZMMM MLWffJÄWMUM7« 2» ' die?geschtt^ Geheimnisse Tfiirchtch ch kann man auch^das^ als"cinen^Grund^dn' Verwaltung ansehen, daß das Amt eines Feldgeschwornen nut em eines Bürgermeisters sich nicht vertrage. Ferner gebe ich zu bedenken, daß die Bürgermeister das Recht der C - meinten rn vertreten haben, wenn Steine auf deren Eigenthum gesetzt werden Auch sind vule Klagen darüber cntitanden, daß manche Bürgermeister Steine an Vicinalwege ohne Roth gesetzt und dadurch den (. c- Meinden große Kosten verursacht haben. Endlich soll der Bürgermeister die Feldgeschwornen bei der jahr- N?n^isi?"aber vorgttommen, daß manche Bürgermeister derartige Geschäfte selbst Wochen hinausdehnten. Ich wiederhole daher meine Bemerkung, daß cs der Wurde des Burger meifteramtes nicht entspricht, wenn die Stelle eines Feldgeschwornen damit verbunden ist. . ' F erber. Ich unterstütze den Antrag. Der Bürgermeister ist Dmgent der Feldgeschwornen a s Bürgermeister hat er die Arbeiten der Feldgeschwornen zu prüfen und ihre Draten anzuwersen. Man mutz die Menschen nehmen wie sie sind; der Eigennutz herrscht auch in rolchen Dingen nicht selten vor. Mancher Bürgermeister der seine Diäten vergrößern will, setzt Steine, ohne daß ern besonderer Grund dafür vorliegt und statt zu warten, bis mehrere Arbeiten zusammen kommen, setzt er sich für jeden einzelnen . ) Vereinigung der genannten Aemter Engel. Ich bleibe, bei meinem vielen Orten die Feldgeschwornen die Taxationen * **. * W ™ 1 ST MW werden sie nur durch die F^geMwornen besorgt Feldgeschwornen mancherlei Kenntnisse und «-n di- w. 8LL für gut, wenn ihnen die Möglichkeit entzogen wir , x ne,^ . ^^ichen bei den zu setzenden Steinen *« * U* «»» * f* « E "tB ® «°m». »m Au-lnnsl, °» di- Reg. Commission nach mein» Antrag eine Verfügung erlassen kann. UebriqenS bemerke ich, daß der Bürgermeister Reg. Comm. Nein, dies Rechthaben kann. Das Institut der als Vorstand der Feldgeschwornen auch Die früheren Beamten der Art bildeten ein Schleds- Feldgeschwornen hat feine frühere B 0. .... schlichten suchte, auch Strafen für Feldvergehen zu gericht, welches Grenz-,, und^Gemem»"0^ gttttm 'Atzen der Steine, ich beklage dies, da Mi« K*. «-»'-» di-r-i°-«w°-m» Ml ,°n R-cht"s-dm, al« da« in rem S^n”w»»g*eh«* sich ch-lMs«, S- B. an dm -nßerd» feine De-j>iilnng eitlem' “S’-fcH «» Ä-sch-ft-n MM doch di- und kann durch übermäßige Diatenbezuge nu,^^nlrr , möglich, wie denn in dieser sub- &Ä Ä 8k OÄ* « ** w® 68 Stellung. Bei den Grenzbegehungen kommen auch Ungehörigkeiten vor. In den kurzen Wintertagen werden oft nur 3 — 4 Stunden täglich darauf verwandt und dafür doch die vollen Diäten angesetzt. Franziskus. An manchen Orten nehmen die Bürgermeister nicht an den Grenzbegehungen Theil. Ferber. Ich stelle das Amendement: der Bezirksrath wolle die Neg.-Commiss. ersuchen, sich bei der Staatsregierung dahin zu verwenden, daß sämmtlichen Bürgermeistern des Reg.-Bez. ausgegcben werde, dieselben sollen sofort für die Dauer ihrer Amtsführung als Bürgermeister ihr Amt als Feldgcschworner niederlegen, und daß an ihre Stelle nach der Instruktion Ersatzmänner gewählt werden Engel. Ich hatte meinen Antrag absichtlich in der ursprünglichen Form gestellt, weil ich davon ausging, es liege hier ein Grund der Verwaltung vor, auf den hin ein Feldgcschworner entlassen werden könne, sobald ihm das Amt eines Bürgermeisters übertragen wird. Dieterich. Ich muß auf eine Bemerkung von Franziskus anführen, daß der Bürgermeister Vogt von Lich sich allezeit bei den Grenzbegehungen bethciligt und keine Mühe gescheut hat, dieselben nützlich zu machen. Uebrigens ist es mir auffallend, daß ich in meinem Bezirk noch nie eine Klage über das hier gerügte Verhältniß gehört habe; cs muß damit doch nicht so schlimm sein. (Schluß folgt.) Besondere Bekanntmachung. 115) Gießen. Die Ortsliste von den im Jahr 1829. geborenen Militärpflichtige» ist an dem Rathhause angeheftet. Einwendungen gegen diese Liste sind bis zu deren Abnahme, welche am ö.Febr. I. I. erfolgt, bei der Bürgermeisterei zu Protocoll zu geben. Gießen den 22. Januar 1849. Der Bürgermeister Gg. Rei ber. Versteigerungen. 2450) Gießen. Montag den 12. Februar 1849, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhaus, die den: Konrad Euler dahier zustehenden, nachfolgenden Immobilien als: Grundb. lUKlftr. 3/42 31 Hofraithe in der Mühlgasse. Vioels 277 Grabgartenhint. dem Arrcsthaus. %39 2 7 9 Acker auf dem Hadergraben. 3v. können die in allen Ländern Europas als das schnellste und sicherste Heilmcktct rühmlichst bewährte» und erprobten und von vielen Sanitätsbehörden, rennomirten Acrzten und Chemikern geprüften und eiitschicdcn gegen derartige Leiden empfohlenen Goldberge r'schm Galvano - electrischen l> Stück mit Gebrauchs-Anweisung 15 Sgr.; stärkere K. K. allerh. privilegirten Rheumatismus - Ketten Sorten a 1 Rthlr. und 1 Rthlr. 15 Sgr. gewissenhaft angcratben werden und sind dieselben in Gießen einzig und allein bei dem Unterzeichneten stets echt und zu den Fabrikpreisen vorrälhig. Es wird bei mir auch eine gedruckte Brochürc gratis ausgegeben, welche Über die Art und Weise der Heilkraft, Wirksamkeit und Anwendung dieser Ketten lebe wiinschenswerthe Auskunft, sowie auch mehr denn Zwei Hundert attcstirte Erfahrungen und äußerst günstige Zeugnisse berühmter Acrzte und glaubwürdiger Privatpersonen über die Vortrefflichkcit der Goldberg'schen Ketten enthalt. Carl Frech in Gießcn. Zu vermiethen- 21) Gießen. Ein Logis bestehend in 3 auch 4 Stuben, Küche, Keller, Holzstall re. ist zu vermiethen und alsbald beziehbar. Das Nähere bei der Erped. d. Bltts. 106) Gießen. Eine Familienwohnung ist zu vermiethen bei Salomvn Heichclheim, neben dem Darmstädter Haus. 114) Gießen. In der Wallthorstraße ist ein Logis bestehend in 5 — 6 heizbaren Zimmern und mit sonstigen Bequemlichkeiten versehen, zu vcr- miclhen. Ausgeb. d. Bltts. sagt wo. 99) Gießen. Ein großes Haus in hiesiger Stadt, in welchem seither mit dem besten Erfolge eine Wirthschaft betrieben wurde und dessen Lokale zur Führung einer großartigen Wirthschaft besonders geeignet sind, ist wegen andauernden Unwohlseins des Eigenthümers nebst Scheuer, Stallungen ?c. mit oder 70 ohne Inventar zu vermiethen. Unter gewissen Umständen können dabei auch circa 24 Morgen Acker und Wiesen in Pacht gegeben werden. Lusttragende belieben sich an den Unterzeichneten zu wenden. H. Elkan, wohnhaft bei Herrn MetzgermeisterPlank auf der Mäusburg. Vermischte Nachrichten. 110) Gießen. Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntuiß, daß ich den hiesigen Steinbruch wieder in Betrieb gesetzt habe. Seit den ältesten Zeilen liefert dieser Bruch bekanntlich die vortrefflichsten weißen Sandsteine, welche sich zu allen Steingegenständen, haupisächlich aber und wegen ihrer Gleichförmigkeit und Festigkeit zu so vorzüglichen Mühlsteinen eignen, wie sie den Englischen an Güte um Nichts nachstehen. Alle Diejenigen, welche sich veranlaßt finden sollten, hierauf Rücksicht zu nehmen, bitte ich, sich gefälligst an Herrn Kaufmann Böhm in Gießen wenden zu wollen, der gerne bereit sein wird, nähere Aufklärungen zu geben. Trais a. d. Lumda 1849. Wilhelm Soldan. Ich erkläre mich in Betreff meiner mit obiger Anzeige ganz einverstanden. Gießen den 19. Januar 1819. Georg Emil Böhm. 108) Gießen. Auf dem letzten Klubball, den 17. d. M., ist ein weiß mit Go!d verziertes und mit silbernem Deckel versehenes Flacon verloren gegangen. Der redliche Finder wird ersucht, dasselbe bei der Redaction d. Bltts. abzugeben. 111) Gießen. Man bringt hiermit zur Kenntuiß sämmtlicher Mitglieder deö Turnvereins, daß, durch Beschluß der Generalversammlung vom 17. l M., von jetzt an, wöchentliche Gene r a l v e rs a m m l u n g e n , und zwar jeden Freitag, Abends 8 Uhr, stattfinden. Jede dieser Versammlungen, deren Tagesordnung einen Tag vorher, sowohl in der Turnhalle, als auch in dem Bercinslokal, dem Gasthaus zum Schwanen aufhäugen wird, ist beschlußfähig. Der V o r si a n d. 112) Gießen. Ich zeige dem hiesigen Publikum an, daß ich mich als Maurermeister etablirt habe und bemerke, daß ich das Ofensetzen und Putzen nach wie vor, fortbetreibe. Gießen den 22. Januar 1849. Carl Caspar, Maurermeister. 94) Gießen. Die verehrlichen Mitglieder des Bürgerklubbö werden zu einer Generalversammlung, insbesondere zur Abhör der Rechnung von 1848 auf Mittwoch den 24. d. M. Abends 7 Uhr in das Local des Hrn. PH. Herbert in der Löwen- gasse höflichst eingeladen. Der Vorstand. 96) Gießen. Mittwoch den 24. Januar wird Unterzeichneter zu seinem Benefize im Clubb-Saale zur Aufführung bringen: „Die sieben Schläfer", Oratorium in 3 Abtheilungen von Dr. Löwe, wozu er crgebenst einladet. Der Tert hierzu, sowie Billetö ä 30 fr. sind in meiner Wohnung und an der Kasse zu 36 fr. zu haben. Gießen den 18. Januar 1849. H. Hofmann, * Musikdirector. 75) Frankfurt. CLB"'" Für Auswanderer „Die Hornung." Concesstonirte deutsche Büreaur für ttad) MmerEa von M. Bielefeld in Mannheim» Regelmäßige Fahrten vom nächsten März an, mit gekupferten Dreimaster erster Klasse, sogenannte Packetvote nach " 1 J New - Work und New-Orleans über Rotterdam und London. Zur näheren Erkundigung, sowie zum Abschluß von Ueberfahrts-Verträgen, beliebe man sich an Unterzeichneten zu wenden. Heinrich Klippel, General-Agent in Frankfurt a. M. 71 102) Gießen. Zur N a ch r i ch t. Es werden hiermit sämmtliche Mitglieder der Rindvieh-Assecuranz gewarnt, kein Vieh ohne Ge- sundheitSschein in ihren Stall aufzunehmen, widrigenfalls sie sich der Ausweisung aus dem Verein zu gewärtigen haben; ebenso haben Sie die schriftliche Anzeige von dem erkauften oder getauschten Vieh, auf dem Gesuudheitsschein, dem Präsidenten innerhalb 24 Stunden zu überschicken. Der Präsident F r. M ü l l e r. 105) Gießen. Es wird ein geräumiges Zimmer zu miethen gesucht, welches sich zu einem Schullokale eignet. Von wem? sagt die Erpcd. d. Bltts. spofty. v. Engclrod. Hr. Vöhl, Kfm v. Gedern. Hr. Rühl, Geom. v Glogau Hr Wermuth, Fabrik, v. Fritzlar. Hr. Franck, Geschäfts»!, v. Höchst. Hr. Wagner, Optic v. Prag. Hr. Ackermann, Oecon. v. Weilburg. Hr Hofmann, Privatm. v. Marburg. Hr. Maul, Pacht. ». Homberg Hr. Will, Kfm. v. Helmstadt. Hr. Hahn, Oecon. v. Schotten Hr. Bär, GcschäftSni. v. Schönthal. Hr. Roth, Werkführ. v. Elberfeld. Hr. Dörfler, Privatm. v. Schlitz. Hr Weitz, Färb. v. Alsfeld. Hr. Rudolph, Fuhrm. v. Ruppertenrod. Hr. Sacks, Geschäfts»:. v. Marburg. Im llnrmslaerllrr Haus: Hrn. Gefchäftsl. Wolf v. Bisses, Held v. Breitenstein, Engel «. Ebergöns, Becker v. Hanau u. Mack v. Frankfurt. Fr Veht v. Dieburg Hr. Eisenmann, Mechau, v. Augsburg. Hin. Gcschafisl. Schneider v. Friedberg, Löffler v. Berlin, Buickhardt v. Reifenberg u. Vcp v. Göttingen. In den Privathäusern. Bei Hrn Affess. Heyer: Hr. Heper, Privatm. v. Baltimore — Bei Fr. Landr. Mosler: Hr. Harteneck, Privatm. v. Darmstadt u Frl. Kuhl v. Butzbach. — Bei Hrn. Sind. Dinkler: Hr. Dinkler, Bäck. v. Kleinwolzheim. — Bei Hrn. Kfm. Holberg: Fr. Hirschhorn m. Tocht. v. Friedberg. — Bei Hrn. Ludw. Schürtz: Hr Döll, Geschäftsm.» Schlitz.— Bei Hrn. Fris Oppermann: Frl. Möller v. Schotten. — Bei Hrn. Svengl. Faber: Hr Ruhl, Fabrik, v. Homberg. — Bei Hin. Thierarzt Pilger: Hr. Krebs, Vcrw. v. Neuhof. In den Gasthäusern. Im Rappen: Hrn. Kff. Spahn v. Frankfurt u. Mord- kramer v. Elberfeld. Hr. Engel, Rentmstr. v. Londorf. Hr. Ducas, Kfm. v. Paris. Hr. v. Damtshäuser, Rent. v. Wien. Hr. Peter, Kfm. v. Rothenburg. Hr. Siemons, Lieutn. v. Berlin. Hrn. Kfl. Hombcrger v. Remscheid, Meißner v. Frankfurt, Muth v Altenkirchen, Bär v. Leipzig, Kähs v. Cassel u. Kude v. Düsseldorf. Hr. Lemmcr, Rent. v. Hamburg. Hr. Rauch, Pharm. v. Wiesbaden. Hrn. Ksi. Weber v. Stuttgart, Burggraf v. Cassel u. Naunheim v. Heidelberg Hr. Schenck, Bergr. v. Ludwigshütte. Hr. Zusch, Prof. v. Cassel. Hr. Hardinger, Tribun.-R. v. Bcrir Hr. Jckler, Rent. v. London. Im Einhorn •. Hr. Bogt, Kfm. v. Hanau. Hr. Kilian, Privatm. v. Kilianshütte. Hr. Sell, Mas. v. Berlin. Hr. Steinhäuser, Mechau, v. Trier. Fr. Lauer v. Erfurt. Hrn. Kfl. Dahlmann v. Mainz u. Staffing v. Mannheim. Hrn. Weinh. Winckler v. Frankfurt, Küchler v. Erfurt u. Weigand v. Dresden Hr. Köhler, Regier.-Secr. u. Hr. v. Prösch, Lieutn. v. Cöln. Hr. Hammans, Kfm. v. Dülken. Hr. Weber m. Sohn, Geh. Regicr.-R. v. Berlin. Hr. Stahl, Bergverw. v. Siegen. Hrn. Kfl. Klippel v. Frankfurt, Wie- demeper v. Ronödorf, Candator v. Cöln, Market v. Biedenkopf, Stiller v Bremen, Schulz u. Stein v. Nordhaustn. Hr. Jüngst, Fabrik v. Wallau. Hr Mailänder, Archit. v. Glogau Hr. Möller, Dircct. v. Marburg. Hrn. Kfl Wepdt u. Herrlein v. Frankfurt, Jung v. Mainz u. Wumpfer v. Erfurt. bn Prinz Carl: Hrn. Spedit. Rapp v. Hatzfeld u. Borger v. Offenbach. Hr. Fap, HandelSm. v. Holzhansen. Angekommeue und abgererste Fremden vom 20. brs 23. Januar 1840. - - " - Hr. Loth, Ingen, v. Mühlheim. Hr. Löwenstein, Oecon. v. Nidda. Hr. Rühl, Meßg. v. Schotten. Hr. Habicht, V it n Drei Freunde. Novelle von Theodor Mügge. (Fortsetzung.) „Und Du meinst, diese Gleichheit der Charaktere mache sie paffend?" „Gleiches und Ungleiches ziehen sich nicht an," sagte Eduard. „Sie werden sich täuschen, viel erzürnen und ebenso oft versöhnen, werden sich zanken um sich inniger zu lieben, werden sich abstoßen und sich um so stärker fesseln, und am glücklichsten sein, wenn es am heftigsten hergeht. Regen und Sonnenschein wild durcheinander." t e s. „Richard hat sich Euch also erklärt?-- sagte Aurel nach einem kurzen Schweigen. „Was bedarf es da der Erklärung?" fuhr Eduard fort. „Wenn er mir in diesem Augenblicke sagte: ich hasse Deine Schwester, sie ist unerträglich, so würde ich lachen, denn ich wäre ganz sicher, daß er in der nächsten Stunde mir bethcuerte, sie sei ein Engel ohne den er nicht leben könne. — Ich habe ein Paar Mal schon solche Scenen erlebt. Mein Pater, meine Mutter wir alle wissen, was wir davon zu halten haben. Es ist eine Liebeskomedie, deren Komik ein Theaterdichter benutzen könnte, wenn sie nicht schon so oft benutzt wäre." „Und Deiu Pater ist mit dieser Heirath völlig einverstanden?" „Warum sollte er nicht?" Der einzige Anstoß lag bisher in Richards Verhältnissen, obwohl kein 72 wesentlicher, denn mein Weiter hätte Johanna ausge- stattet, Du weißt ja, wie zärtlich er sie liebt. Jetzt ist Richard reich geworden, allein Anschein nach sehr- reich , die Parthie daher eine vortheilhafte nach dem Urthcil der Welt. Kurz, sie paffen vollkommen, kein Mensch zweifelt daran, am wenigsten mein Vater." „Ich würde ihm meine Tochter nicht geben," sagte Aurel nach einem schweigenden Bedenken." „Nicht? und warum nicht?" „Du hörtest selbst, wie er über Leben und Ehe denkt." „Du siehst aber, wie er handelt," erwiederte Eduard. „Er besitzt viele vorzügliche Eigenschaften," fuhr Aurel fort, „aber ist leichtsinnig, genußsüchtig und unbeständig." „Schweig, mein armer Aurel," rief Eduard lachend, man möchte sonst meinen, Du wolltest einen glücklichen Nebenbuhler verkleinern. Du reisest Morgen, er auch. Wenn wir uns Wiedersehen, wird Dein Unglaube zerstoben sein. In der Mitternachtstunde über drei Jahren laß uns dies abgebrochene Gespräch von Neuem anknüvfen." Er ging davon und ließ Aurel allein, der nach einiger Zeit durch die Nebenzimmer irrte und plötzlich vor Richard und Johanna stand, welche im lebhaften vertrauten Gespräche auf einem der kleinen EchophaS des einsamen Gemachs saßen. „Sieh da, Aurel," rief Richard ihm entgegen. „Du. kommst zur gelegenen Zeit, nm mich vertheidigen zu Helsen gegen Vorwürfe, die ich nicht verdiene." „Schwcigen Sie, Richard," sagte das Fräulein „Ich will, daß sie schweigen." „ii. jt Ihrer Erlaubniß, nein, meine schöne Cousine," erwiederte der junge Mann mit derselben Bestimmtheit, „ich will mich nicht verdammen lassen, ohne gehört zu werden und verabscheue alle Tyrannei, selbst die der liebenswürdigsten Herrscherin. — (Forts, folgt.) Gemeinnütziges. Gießen. (Eingesandt.) So erfreulich die Verlegung der höheren Töchterschule in ein neues Schulhaus ist, das durch leine freundliche Lage und innere Einrichtung allen billigen Anforderungen zu entsprechen scheint, so glauben wir doch zum Besten der Schule auf mehrere Uebelstände bei demselben aufmerksam machen zu müssen. — Bei der Einrichtung, daß die Lehrer und Lehrerinnen verbunden sind, die Schulstuben selbst zu Heizen, ist es erklärlich, daß diejenigen, welche die ersten Stunden, etwa von 8 bis 10 oder 11 Uhr halten, für die dann eintretenden Lehrer nicht mehr Heizen. Wenn nun auch die Schulstuben in den Stunden von 10 bis 12 Uhr noch hinlänglich erwärmt sind, so können sie es um so weniger in den ersten Nachmittagsstunden sein, als Die Fenster um Mittag geöffnet werden müssen, um frische Luft einzulassen, wodurch denn die Stuben erst gegen 2 bis 3 Uhr wieder hinlänglich erwärmt sind, was wir durch die Aussagen unserer eigenen und meh. rerer anderen Kinder bestätigt fanden, weßhalb denn auch während der kalten Tage viele Kinder auf das Verlangen der Eltern diese Stunden nicht besuchten. Dabei müssen die Lehrerinnen, welche in den verschiedenen Schulen zu unterrichten haben, dieselben nicht blos von Neuem anheizen, sondern auch für jede derselben sich eigene Schürwerkzeuge anschaffen, (was bei ihrer geringen Besoldung keine unbedeutende Ausgabe ist) oder dieselben aus einer Stube in die andere nachschleppen. Wir erlauben uns daher die Anfrage, ob es nicht möglich sein sollte, diüsem Uebelstande auf eine, oder die andere Weise abzuhelfen und somit dieser Plackerei ein Ende zu machen. — Sollte dieses nicht geschehen können, so nehmen wir uns die Freiheit, da die Väter in jetziger Zeit über die Politik oft das Nächste, ja uns selbst und ihre eigenen Kinder vergessen, den andern Müttern vorzu- schlagen, da wir gerade in unserer Zeit vorzugsweise über die Gesundheit und das Wohlsein der Kinder zu wachen berufen sind, denselben jeden Morgen, wie es vor alten Zeiten Gebrauch war, einige Scheiter Holz zur Schule mitzugeben, oder daß wir uns in einer Vorstellung an die betreffende Behörde um Abänderung dieses Mißstandes wenden.-- Einen andern noch ungleich wichtigeren Uebelstand bilden die Wege, sowohl der über den Berg, als der voll der Neustadl her. Der letztere führt über eine so schmale Treppe, daß zwei Kinder nicht füglich neben einander gehen können und ist dicht an einer ziemlich tiefen Versenkung, in welche ein Kind bei dem geringsten Stoße von einem andern, oder bei Schnee und Glatteis leicht auch von selbst fallen kann. Sollte selbst das Fallen in diese Versenkung unmöglich gemacht sein, wie vorausgesetzt ist, so bleibt immer die Gefahr des Fallens auf dieser höchst schmalen Treppe. (Forts, folgt.) Subscriptiönen zur neuen Jllustrirten Zeitschrift nimmt fortwährend entgegen Die R e d a c t i o n. Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.