* 3n;cii- MlPP-l. in Frankfurt a. M. Lehrer-Conferenz. 516) Gießen. Um den Bezirksverein zu or- ganisiren und dessen Anschluß an den Landesverein zu vermitteln, soll Mittwoch den 28. d. Mts., eine Conferenz von sämmtlichen Lehrern im Regierungsbezirk Gießen auf dem Schiffenberg abgehalten werden. Gießen den 18. März 1849. B r a u u. 520) Gießen. Sonntag den 18. März, AbemS, ist vom Einhorn aus bis nach Kleinlinden ein gelbcx- Rohrstock mit Elfenbein-Griff (querlaufend) und Zwinge verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, denselben gegen eine Belohnung im Gasthaus zum Einhorn abzugeben. 510) Gießen. 500 fl liegen in hiesiger Stadt zum Ausleihen bereit. Die Erp. d. Bltts. sagt wo. 500) Gießen. Am Freitag den 16. März Abends ist ein Tischtuch gefunden worden. Der sich legitimirendc Eigenthümer kann solches bei mir wieder in Empfang nehmen. August Himmelreich, bei Schuhmacher Nagel in der Lvweugasse. Hierzu eine Beilage. Beilage zu M 23. des Anzeigeblattes. Angekommene und abgereiste Fremden vom 17. bis 20. März 1849. I n den Gasthäusern. !m Einhorn - Hrn. Kfl. Thielen v. Leipzig, Beckmann v. Wesel u. Schmitt ». Coblenz. St. Brandcnhauser, Mechan. v. Pilsen. Hr. Freudenberg, GutSbes. v. Holstein. Hr. Seipold, Partie, v. München Hr Herbstfeld, Comm. v. Danzig. Hr. Dulden, Kfm. V. Frankfurt. Hr. Huthwill, Lieutn v. München. Hr. v Thiole, Obrist v. Breslau. Fr. v. Debury v. Hannover. Hr Wolf, Doct. v. Heidelberg. Hrn. Äff. Brückmann v. Bielefeld, Staudacker v. Elberfeld u. Wurm v. Siegen. Fürstin v. Witgenstein v Wetzlar. Hr Dr. Wüst, Thierarzt v. Butzbach. Hr. v. Rothen- stein, Legat.-Secret. v. Prag. Hr. Haffner, Kfm v. Kauf- beuern Hr. Schnatter, Reut. v. München. Hr. Mulkenfeld, Ober-Steuerrath v. Oldenburg. Hr. Glasner, Mechan. v. CarlSruhe. Hr. Emerlein, Dr. med. v. Heidelberg. Im Rappen: Hr. Drescher, Kfm. v. Schottberg. Hr. Möller, Dr. jur. v. Darmstadt. Hr. v. Schenck, Oberstlieutn. v. Wetzlar. Hr. v. Schenck, Gutsbes. v. Hermannstein. Hr. Engel, Rentmstr. v. Londorf. Hr. Sommer m. Fr , 31ent. v. Sichertshausen. Hrn Kfl Strom u. Oppenheim v. Cöln, Rathmann v Cassel u. Grasmann v. Frankfurt. Fr. Dehn v. Hanau. Hr. Schmehl, Cand. v. Nauheim. Hr Fischbach, Gensd. v. Frankfurt. Hrn. Kff Bauer v. Schmalkalden, Göhring v. Nordhausen u. Wallach v. Cassel. Hr. Kahler, Regier.-R. v. Marburg. Hr. Schwarz, Stud. v. Darmstadt. Hr. Mütze, Baumstr. v. Rothenburg Hr. Gerling, stud. med. v. Wien. Hr. Scheld, Mühlenbes. v. Harde. Hrn. Handelst. Sternberg u. Spier v Alsfeld u. Aronthal v. Hördorf. Hrn. Kfl. Stöcker v. Gladbach, Orth v. Cöln u. Friedberg v. Bingen. Hrn. Handels!. Heß u. Fränckel v. Frankfurt u. Löwenberg. v. Hördorf. Im Prinz Carl: Hr. Schlörb, Metzg. v. Schotten. Hr. Matthias, Fuhrm. ». Miche. Hr. Semmler, Kfm. v. Mainz. Hrn. Spedit Borger v. Offenbach u. Becker v. Schotten. Jungfer Dörner v. Alsfeld. Hr. Volp, Privatm. v. Grünberg. Hr. Lemp, Apoth. v. Rüffelsheim. Hr. Appel, Färb v. Offenbach. Hr. Weber, Kfm. v. Dillenburg. Hr. Habicht, Posth. v. Engelrod. Hr. Hellbach, Oecon. v. Zell- bach. Hr. Buschweiler, Lehr. v. Rödelheim. Hr. Grünebaum, Kfm. v. Laubach. Hr. Schneider, Oecon. v. HerbDr ei Freunde. Novelle von Theodor Mügge. (Fortsetzung.) „Eine Freundin," so lauteten die Worte, „sendet Ihnen bei der Rückkehr in'S Vaterland ihren Gruß. Man erwartet Sie in der Hauptstadt, Sie werden kommen und dann der Botschaft Folge leisten, welche ich Ihnen senden werde. — Bis dahin leben Sie wohl. Aurel wußte nicht was er aus diesen räthselhaften Worten machen sollte, die ihm etwas vorschrieben, woran er nie gedacht hatte. — In die Hauptstadt reisen, was sollte er dort? — Leben und wohnen, wo Johanna wohnte, was hatte er davon zu erwarten? — Die halbe stein. Hr. Rapp, Spedit. v. Hatzfeld. Hr. Körner, Kfm. v. Königstein. Hrn. Geschäftsl. Schmidt v. Altenstadt, Fröhlich v. Ulrichstein, Bendheim v. Griedel, Rosenberg v. Orten- berg, Katz v. Steinbach u. Hetz v. Homburg. Im Darmstaedter Haus: HtN. Geschäfts!. Glöckner V. Itter, Müller v. Battenberg, Wernhard v. Krumbach, Ruppert v Friedberg, Wallschmidt v. Reifenberg, Rehbein v. Frankenhansen, Hild v. Selters, Lind v. Umstadt, Weiß v. Hilgenbach u. Flesch v Weilmünster. Hr. Ditschler, Fuhrm. v. Büdingen. Hrn. Geschäftsl. Braun v. Winterberg, Eschle v. Fortwangen u. Kahn v. HäringShauftn. Hrn. Handels!. Engel v. Ebersgöns, Berger v. Freienseen u Eppich v. Oberursel. Jungfer Guntrum v. Schlitz. Hrn. Geschäfts!. Löwenstein v. Battenberg, Becker v. Lehrbach u. Singe v. Homburg. im Stern: Hr. Schütz, Fuhrm. v. Butterberg. Jungfern Schüßler, Zimmer u. Schäfer v. Amöneburg. Hr. Koch, Handelsm. v. Dernbach Fr. Sundheim v. Kirchheim. Hrn. Privatl. Heßter v. Biedenkopf u. Hahn v. Schlitz. Hr. Hiels. berg, Knopfmach. u. Hr. Brechtel, Prwatm. v. Barmen. Hr. Schneider, Fuhrm. v. Marburg. Hr. Stuhlmann, Posam. v. Oberwöllshausen. Fr. Keber v. Heidelberg. Hrn. Handels!. Aschebach v. Schmalkalden u. Harbecke v. Hesborn. in der Sonne: Hrn. Musik. Hartmann, Werthmüller, Gteiß, Völker, Zimmer u. Vogel v. Fulda. In der Rose: Hr. Weiß, Metzg. v. Schotten. Hr. Paul, Gensd. v. Wetterfeld. Hr. Hengst, Wirth v. Altenbuseck Hr. Schneider, Schneid, v. Kaltnordheim. Frl. Rink v. Wollhausen. Hr. Schmidt, Gefchäftsm. v. Köddingen. Hr. Pröscher, Metzg. v. Schotten. Hr. Neeb, GeschäftSm. v. Zelle. In den Privathäusern. Bei Hrn. Wilh. Schwalb: Frl. Kolb v. Schinborn. — Bei Reitkn Becker's Wittwe: Hr. Merz, Privatm. v. Echzell. — Bei Contr. Kattmann's Wittwe: Frl. Röhrig v. Wirrberg. — Bei Hrn Rentamtm. Krebs: Frl. Rieß v. Braunfels. — Bei Hrn. Stadtger.-Aet. Drescher: Frl. Leun v. Münzenberg. Nacht über lag er in der Ecke des Sophas, starrte in das verglimmende Licht oder ging mit raschen Schritten auf und nieder ohne zu einer Lösung dieses Billets wie überhaupt zu einem Entschlüsse zu kommen. — Was ihm seine Gedanken freigebig zuwarfen, zerrann unter den Einwürfen, die sie schufen und als er endlich müde und niedergeschlagen sich in's Bett warf, hatte er nur so viel gewonnen, daß er sich vornahm alle Täuschungen zu vermeiden, in welche ihn eine allzulebhafte Theilnahme an der Familie Corbtn stürzen konnte. Am nächsten Morgen in der Frühe erhielt er eine Nachricht von Eduard. Der Regierungsrath schrieb ihm, daß seine Schwester heute von ihrem Unwohlsein völlig hergestellt sei und seine Mutter ihn bitten lasse, zu Mittag ihr Gast sein zu wollen. — „Meine Geschäfte," hatte Eduard hinzugesügt, „erlauben mir nicht Dich vorher schon zu sehen und da Du wahrscheinlich auch drin- 250 gende Besuche genug zu machen hast, so trösten wir uns mit dem Reste des Tages, den Du uns widmen mußt, da wir morgen in der Frühe reisen und uns wahrscheinlich doch so bald nicht Wiedersehen." Der förmliche Ton dieser Einladung machte Aurel unmuthig. Er hatte mit Herzklopfen das Billet geöffnet und fand kalte Worte darin; keine Silbe über Johanna als die Mittheilung ihres Wohlbefindens, wie man es nannte; keine einzige Andeutung, die ihn beruhigt oder angeregt hätte und daneben die Geschäftsentschuldigung, welche die Anweisung enthielt, nicht früher zu erscheinen als man es wünschte. „Er ist unter seinen Akten und Amtspflichten aufgetrocknet wie ein Fakir, der fich lebendig begraben ließ," rief der Erbe in seiner Verstimmung aus, aber er mußte einsehen, daß Eduard ganz verständig gehandelt hatte, wenn er ihn auf die unverzügliche Betreibung seiner eigenen Angelegenheiten verwies. Den ganzen Vormittag verwandte Aurel daher auch zu Besuchen, die eine Vorbereitung zu wichtigen Geschäften waren. Er zeigte sich den Leuten, mit denen er in Verbindung treten mußte, um die Hinterlassenschaft seines Oheims in pfang zu nehmen und überall empstng man ihn mit der Zuvorkommenheit, die dem Erben von Reichtümern überall dargebracht wird. — Was Eduard ihm schon gestern gesagt hatte, fand er durch Rücksprache mit einigen genau unterrichteten Personen bestätigt. Der alte Herr Dahlberg hatte mehr besessen als man vermuthete und ein allgemeiner Blick auf die Nachweise reichte hin, um Aurel zu versichern, daß er im Stande sei, wenn er wolle, das Leben eines reichen bequemen Müssiggängers im vollsten Maße zu genießen. — Er fand in diesem Bewußtsein keine Freude und die Glückwünsche, welche ihm gebracht wurden, di« neugierigen Fragen und prüfenden Blicke machten ihn verlegen und einsilbig. Er war froh als er endlich sich znrückziehen konnte, weil die Zeit heranrückte, wo er im Hause der Präsidentin erscheinen sollte, aber je näher er diesem kam, um so beklommener machte ihn die Erwartung. Die Präsidentin war eine anspruchslose einfache Frau, deren größte Tugend stets die sorgsame Führung ihrer Häuslichkeit wie ihre Liebe zu ihrer Familie gewesen war. Nach dem Tode ihres Gatten, dessen Aussprüchen sie stets pünktlche Folge geleistet halte, waren iure Kinder Rathgeber uitt> Leiter geworden, denen sie unbedingt die bessere Einsicht zugestanv. — Sie empfing ben Jugendfreund ihres Sohnes mit mütterlicher Güte, freute sich aufrichtig seiner Rückkehr, überschüttete ihn mit guten Wünschen und führte ihn dann an der Hand in das Wohnzimmer, aus welchem Johanna ihm entgegen kam. Aurel war freudig überrascht als er die wohlthuende Veränderung bemerkte, welche er heute in Johannas Gesicht und Wesen fand. Sie war blaß und schön wie gestern, aber das Starre und Unheimliche hatte jener edlen Ruhe Platz gemacht, welche jedem ihrer Züge und Bewegungen einen eigenthümlichen Reiz verlieh. — Das schwermüthige Lächeln um die schmalen feinen Lippen fand seinen Contrast in den sanft glänzenden dunklen Augen, die mit einem unverkennbaren Ausdrucke der Freude und des Vertrauens sich auf Aurel richteten. — Sie reichte ihm die Hand zur Bewillkommnung, er fand sie warm und lebensvoll, keine Todtenhand wie in der Nacht, wo ihre Kälte ihm Entsetzen erregte und er empfand den Druck mit einer Wonne, die ihn bis zum Zittern bewegte. „Gott sei Dank," rief er, die Finger an seine Lippen ziehend, „daß ich Sie wohl finde." „Finden Sie Johanna wirklich nicht sehr verändert?" fragte die Präsidentin. „Anders geworden," sagte er, „doch ich wüßte nicht, ob Klage dagegen zu erheben wären." Diese schmeichelhafte Wendung brachte ihm von der Mutter einen dankenden freundlichen Blick, von der Tochter ein spöttisches Zucken ein, das um ihren schönen Mund spielte. — „Es ist wahr," begann Frau von Corbin dann, „ich finde, vaß Johanna heute besonders gut ausfieht. Ach, man gewöhnt sich leicht an das Aussehen eines Gesichts und kaum kann ich mich erinnern, daß Johanna viel mehr Farbe gehabt hätte, als jetzt; doch heute fällt es mir auf, denn es ist lebhafter, frischer und ich möchte sagen tröstender. „Dafür," erwiederte Johanna, ihre Mutter umfassend und ihr zulächelnd, „ist heute auch Neujahr, wo jeder Mensch sich gelobt, alle böse Gewohnheiten abzulegen und den Himmel anruft um Glück, Gedeihen und Erfüllung aller Wünsche. — Das habe auch ich gethan, Mutter, und vielleicht iil mir geholfen worden." „Gebe es Gott, mein Kind," erwiederte die würdige Frau gerührt, „Niemand ans Erden würde dadurch glücklicher werden, wie ich. Aber," fuhr sie freundlich fort, „ich glaube doch, daß dazu auch die Freude beigetragen hat. — Sie können nicht denken, Herr Dahlberg, wie oft Johanna seit den letzten Tagen sich Ihrer erinnert, von Ihnen gesprochen und mit einer gewissen Prophetengabe Ihre nahe Ankunft uns in Voraus angekündigt hat." „Wirklich," rief Aurel, „das thaten Sie?" „Es ist feine große Kunst," sagte Johanna, ohne alle Verlegenheit, „ich wußte, daß Sic kommen mußten und war mit meinem Bruder überzeugt, daß dies wenn irgend möglich, gestern geschehen würde. Ich freute mich Ihrer Ankunft aber im Voraus unv muß meiner Mutter bcpflichten daß' gewiß auch diese Freude einen An- theil hat, wenn ich heute wvhlcr aussehe und mich Wohler fühle als seit einiger Zeit." (For tsetzung folgt.) Druck und Verlag der G. D. B ühl'schen Buch- und Steindruckerei.