Änzeigcsslatt der Stabt und des Regierungsbezirks Gießen. 31 « Sonnabend den SO. Januar 184». wöchentlich zwei Mal: Dienstag und Sonnabend. Der PränumerationSbetrag ist für ein qauzed Jahr für Ein- »°n Kk LR.,. kr - kur ein halbe» Jahr 45 ft.; für Ln-wärtige inel. Postaufschlag 1 ft. 42 fr., halbsährl. 51 fr. Auswärt- abonnirt den Raum d'er^ gespaltenen C '1°^ Sn Siefen bei der Erpedition, Canzleiberg Lit. u. Nr. 1. Einrückungsgebühr für Inserate müssen jedeimal Vormittags 9 Uhr an dem Tage vor dem Erscheinen diese» Blatte» an die Redaktion gelangt sehn. 41) Gießen. Protokoll der Sitzungen des Bezirksraths zu Gießen. Vierte Sitzung vom 2. Januar 1849. Fortsetzung Nachmittags 3 Uhr. Anwesend: Neg.-Rath v. Wittich und 10 Mitglieder des Bezirksraths. (Fortsetzung.) 4) Auf das Ersuchen des Vorsitzenden erstattete Engel für den 3. Ausschuß Bericht über den Antrag von Franziskus, Ferber, Menkel, Weigel und Steinberger betr. die Oeffcntlichkeit der Sitzungen der Kirchcn- und Schulvorstände sowie der Armen-Commissionen. Der Ausschußbericht beantragte mit Rücksicht auf den vorgegangenen verwandten Antrag dafür sich zu erklären, daß auch diese Sitzungen öffentlich abqehalten werden müßten. Vorsitzender. Ich eröffne die Diskussion über den Ausschußbericht, bitte aber, alle Abschweifungen zu vermeiden. Dieterich. Ich bin seit 1832 Mitglied des Armenvorstandes zu Lich. Alle Sitzungen dieser Behörde werden öffentlich gehalten, wenn auch nicht regelmäßig viele Zuhörer dabei anwesend sind, so hat doch diese Oeffentlichkeit gar manche Aufllärung, Berichtigung und Beruhigung möglich gemacht. Reg.-Comm. Sobald eine gesetzliche Bestimmung die Oeffentlichkeit solcher Sitzungen verfügt, werden sie ohne Anstand allgemein in der gewünschten Weise gehalten werden. Beim Armenwesen kommen übrigens mitunter so zarte Verhältnisse vor, daß deren öffentliche Darlegung, namentlich für verschämte Arme, schmerzlich und verletzend sein würde. Engel. Es liegt ganz in der Absicht meines Berichtes, daß bei ganz besonderen Umständen, wie das ber allen Versammlungen der Fall ist, die öffentliche Sitzung geschlossen wird und in eine vertrauliche uvergeht. Vors. Die Diskusston ist geschlossen; ich frage: Beschließt der Bezirksrath, dem Antrag des Ausschußberichtes beizutreten? Diese Frage wird einstimmig bejaht. 58 zufrückten. (Forts, folgt.) Polizeiliche Bekanntmachung. Sin herrenloser Lund sog. Spitz, von rothbrauner Farbe ist in der Nähe der hiesigen Stadt auf- gefangen SSdem P°liz°i-Büreau zn erfahren. Gießen den 19. Januar 1849 J V) Der Vorsitzende bittet, daß Engel Bericht erstatte über den Antrag, betr. die Veröffentlichung der ?andesgesetze. Dieser Antrag, gestellt von Franziskus, Ferber, Menkel, Weigel und Steinberger, ging dahin es möge die Regierungskommission ersucht werden, dafür Sorge zu tragen, daß die Landesgesetze m öffentlichen Gemeindeversammlungen bekannt gemacht und zugleich erläutert wurden. Der Bericht des III. Ausschusses zeigte, daß ein solcher Antrag nothwendig sei, weil die Veröffench lickuna der Landesgesetze nicht allenthalben in angemessener Weise stattgesunden habe, wahrend gerade die genügende Kenntniß der-Gesetze die Bürger vor Schwindeleien und Thorheiten schützen und somit die wahre Freiheit, die Ordnung und das Recht fördern würde. Der Ausschuß trägt darauf an, den Antrag zu unterstützen. Vors. Ich eröffne hiermit die Diskussion über diesen Gegenstand. Engel. Die Erfahrung der letzten Monate hat gelehrt, daß in manchen Gemeinden> Excesse vorka- men welche eine politische Unmündigkeit verriethen. Gerade der Umstand, daß manche Gesetze unbekannt blieben oder doch nickt richtig aufgefaßt wurden, führte Unzufriedenheit, Mißtrauen und Unordnung herbei Ich erinnere nur an solcke Gesetze, welche den gerechten Wünschen des Volkes entgegengekommen sind, . B an die Bestimmungen Ansichtlich des Leseholzes. Solche Bestimmungen muffen dazu beitragen, den gesetzlichen Zustand fester zu begründen; allein dazu ist durchaus nothwendig, daß sie allgemein bekannt ge° macht genügend besprochen und erläutert werden. Mithin liegt es im Interesse der Regierung selbst, daß die Gesetze allen Bewohnern des Staates bekannt und vollkommen deutlich Md. Das Wohl der Staaten kann sich nur darauf gründen, daß die Bürger das Gesetz lieben und heilig halten. Rea-Comm Es ist allgemein bekannt, daß über diesen Gegenstand bereits Vorschriften vorhanden lind ^11 liefen Vorschriften nickt allenthalben entsprochen worden, so wird die Regrerungs-Commlstlon mit L .. f f sc« Antrags die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen aufri cht zu erhalten. m % &dSn.t6«muS-.n «ufiMhn, daß H-- in «ch-riz-, ^-ife geschehen sei 3"*'ie darüber zu führenden Register werden bet den Runden,en der Regierungsbeamten «au El Ital" an t'n mdfen Brtin He W*un9 z-»dgt, daß nur ,-hr 8W8« W meistmtheils an Zuhörern. Wenn der Bezirksrath ein Mittel wnß, diesem Mißstand abzuhelfen, so wird der Antrag gewiß sehr zeitgemäß und wirksam sein. Enael Das Interesse ist vorhanden und es muß die Bekanntmachung der Gesetze nur auf die reckte Weise geschehen Auck mache ich hier einen Unterschied zwischen der alten und neuen Zeit. Früher aseickaültia und miüveranügt wurden. Das We,en der neuen Zett gibt sich dann kund, ratz cte Würger rnteb "'etnent durch volksthümliche Gesetze geregelten Zustand sich sehnen, darin, daß ste em lebenetge- M e- «A tzfAntlicken MaAeaenheiten zeigen. Wird nun dem im Volke lebenden Verlangen gebührend emsprochen, so wird auch ir?Zukunft bei der Bekanntmachung der Gesetze eine größere Anzahl von Zuhörern fick betheiligen. »indenflruth Leider muß ich bestätigen, daß bisher die Theilnahmc sehr gering war. Man kannte "und verstand die Sachen nichts wenn nun, tie ^Wrmei^ '"^den, hieß es gewöhnlich: wer wird dahin gehen? Es ist vielleicht Niemand da als der -rt.dum . Menkel ääerr v Millich hat bemerkt, daß bei den von dem Bürgermeister angesetzten Versammlungen «eist zu wenige ZMöret käulem Es gibt indessen auch Bürgermeister, denen es leid ist, wennviele^Zuho- rer kommen; so würde z. B. der Bürgermeister zu Niederohmen erschrecken, wenn etwa 15 Mann bei ihm 59 Edictalladung. 2441) Grün berg. Rechtsansrüche jeder Art an die Concursmasse des Gotthard Wallenfels von Londorf, sind in dem auf den 6. März k. I. Vormittags 9 Uhr bestimmten Liquidationstermine bei Meidung des stillschweigend eintretendcn AusschluffeS von der Masse dahier anzuzeigen und zu begründen. Von den persönlich nicht erscheinenden Gläubigern wird unterstellt, daß sie allen Beschlüssen der Mehrheit der Erschienenen zustimmen. Grünberg den 21. December 1848. Gr. Hess. Landgericht das. Weicker. Besondere Bekanntmachung. 92) Gießen. Nach eingelangter Verfügung Gr. Regierungs-Commission sollen die Listen der Conseriptionspflichtigen des Jahres 1849 aufgestellt werden. Demnach wird bekannt gemacht, daß wer die Versetzung in das Depot oder einjährige Zurückstellung in Anspruch nehmen will, dieses ohne Verzug und jedenfalls vor Abnahme der Ortsliste dahier anzuzeigcn hat, weil auf später angebrachte Gesuche keine Rücksicht genommen werden kann. Diejenigen, welche wegen körperlicher Gebrechen reclamiren wollen, werden aus hier erfolgende Anfrage belehrt werden, welcher Zeugnisse sie zur Begründung ihrer Reelamation bedürfen. Gießen den 13. Januar 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. Versteigerungen. 89) Grün berg. Versteigerung von Straßmbauarbeiten. Zur Unterhaltung der Straßen des Baubezirks Grünberg im Jahre 1849 sollen nachstehende Arbeiten an die Wenigstfordernden, öffentlich versteigert werden, und zwar: 1) Montag den 29. Januar, Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhaus zu Grünbcrg, für die Straßen von Lindenstruth über Grünberg gegen Schellnhausen und von Grünberg gegen Hungen: a) Beifuhr und Zerschlagen von 10 Cbikklftr. Steinen, b) die Handarbeiten. 2) Dienstag den 30. Januar, Vormittags 10 Uhr, in der Wohnung des GastwirthS Geiß zu Rupp- pertenrod, für die Straßen von Grünberg nach Schellnhausen, und von Ruppertenrod über Ulrichstein bis zum Einschnitt in die Straße von Schot, ten nach Herbstein: a) Beifuhr und Zerschlagen von 5 Cbikklftr Steinen, b) die Handarbeiten. 3) Mittwoch den 31. Januar, Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhaus zu Laubach, für die Straße vom Wetterfelder Hammer über Laubach gegen Schotten: a) Beifuhr und Zerschlagen von 4 Cbiklstr. Steinen, b) die Handarbeiten. 4) Donnerstag den 1. Februar, Vormittags 10 Uhr, in der Wohnung des GastwirthS Hofmann zu Freienseen, für die Straße von Flensungen über Freienseen nach Laubach: a) Beifubr und Zerschlagen von 1 */2 Cbikklftr. Steinen, b) die Handarbeiten. 5) Freitag den 2. Februar, Vormittags 10 Uhr, in der Wohnung des GastwirthS Müller zu Gailshausen, für die Straße von Grünberg über Londorf bis zur kurhessischen Grenze: a) Beifuhr und Zerschlagen von 5 Cbikklftr. Steinen, b) die Handarbeiten. 6) Montag den 5. Februar, Vormittags 10 Uhr, in der Wohnung des GastwirthS Erb zu Atzenhain, für die Straße von Homberg nach Grünberg: a) Beifuhr und Zerschlagen von 5 Cbikklstr. Steinen, b) die Handarbeiten. 7) Dienstag den 6. Februar, Vormittags 10 Uhr, int Gasthaus zum Hessenbrücker Hammer, für die Straßen von Grünberg gegen Hungen, und vom Hessenbrücker Hammer gegen Lich: a) Beisuhr und Zerschlagen von 5 Cbikklftr. Steinen, b) die Handarbeiten. 8) Mittwoch den 7. Februar, Vormittags 10 Uhr, im Gasthaus zum Engel in Lich, für die Straßen vom Hessenbrücker Hammer über Lich, gegen Butzbach, und von Steinbach über Lich gegen Hungen: 60 a) Beifuhr und Zerschlagen von 11% Cbikklftr. Steinen, b) die Handarbeiten. 9) Donnerstag den 8. Februar, Vormittags 10 Uhr, in der Wohnung des Gastwirths Gerlach zu Ebcrstadt, für die Straße von Lich nach Butzbach: a) Beifuhr und Zerschlagen von 5 */2 Cbikklftr. Steinen, b) die Handarbeiten. 10) Freitag den 9. Februar, Vormittags 10 Uhr, in der Wohnung des Gastwirths Buttron zu Hungen, für die Straßen von Nonnenroth über Hungen nach Berstadt uud von Langsdorf nach Hungen: a) Beifuhr und Zerschlagen von 3% Cbikklftr. Steinen, b) die Handarbeiten. Indem man Vorstehendes zur öffentlichen Kennt- niß bringt, werden zugleich die Gr. Bürgermeister ersucht, dieses im Interesse ihrer Gemeinden durch die Schelle veröffentlichen zu lassen. Grünberg den 17. Januar 1849. Der Großh. Hess. Kreisbaumeister des Baubezirks Grünberg Noak, Vikar. 91) Butzbach. Main-Weser-Etsenbahn. Section Butzbach. Die Lieferung von circa 50 Cubikklafter Kalksteinen aus den Brüchen bei Kirchgöns zur Erbauung der Viaducte am Hollersberg, in der Gemarkung Langgöns und an der sogenannten Weglänge in der Gemarkung Leihgestern, soll Samstag den 27. d. M., Vormittags 10 Uhr, im Gasthaus zum Stern dahier, in mehreren Loosen öffentlich an die Wenigstnehmendcn versteigert werden. Butzbach den 16. Januar 1849. Der Gr. Sections-Jngenieur Eickemeyer. 95) Leihgestern. In hiesigem Gemeindewald soll Dienstag den 23. d. M., Morgens 9 Uhr, eine Quantität Brenn- und Werkholz, gegen gleich baare Zahlung versteigert, werden. Leihgestern am 16. Januar 1849. Der Bürgermeister Heß- 93 W i e s e ck. H o l z v e r st e i g e r u lt g. Montag den 22. d. M., sollen in dem Wiesecker Gemeindewald, Distrikt Dörloch und Heide folgende Holzsortimente, alö: 42% Stecken Buchen-Scheidholz, 29 i, Eichen- „ 7% ii n Prügelholz 20 u Kiefern- „ 10 ii „ welche sich zu Pfählen eignen, 17 ii Buchen-Stockholz 14 „ Eichen- ,i 215 u Kiefern- » 675 Stück Buchen-Wellen 517 ii Eichen- „ 6225 ii Kiefern- „ 5 Buchenstämme, 69 Cbikfuß haltend 8 — 10" Durchmesser und 10—20' lang, 22 Eichen-Slämme, 769 Cbikfuß hallend, 7—15" Durchmesser und 15 — 35' lang, 10 Kicfern-Stämme, 471 Cbikfuß haltend, 4—8" Durchmesser und 15 — 40' lang, öffentlich meistbietend, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Der Anfang ist Morgens um 9 Uhr im Dörloch, an der Chaussee nach Lollar. Wieseck am 16. Januar 1849. Der Bürgermeister Seibert. F e i l g e b o t e n. 97) Dorfgill. Ein 5 jähriges Pferd, Grauschimmel, zum Reiten und Fahren brauchbar, ist zu verkaufen bei Martin Sames, in Dorfgill. Zu vermiethen- 65) Gießen. Das von uns 1840 eingerichtete Möbel - Magazin am Reichen-Sand ist aus freier Hand zu verkaufen. Sollten sich zum Kauf desselben bis zum 15. Februar keine Liebhaber finden, so soll dasselbe ganz oder auch getrennt, wie sich Liehaber finden, vermiethet werden. Das Nähere ist bei H. Hellmold I. auf dem Neuen Weg zu erfahren. 61 99) Gießen. Ein großes Haus in hiesiger Stadt, in welchem seither mit dem besten Erfolge eine Wirthschaft betrieben wurde und dessen Lokale zur Führung einer großartigen Wirthschaft besonders geeignet sind, ist wegen andauernden Unwohlseins des Eigenthümers nebst Scheuer, Stallungen re. mit oder ohne Inventar zu vermiethen. Unter gewissen Umständen können dabei auch circa 24 Morgen Acker und Wiesen in Pacht gegeben werden. Lusttragende belieben sich an den Unterzeichneten zu wenden. H. Elkan, wohnhaft bei Herrn Mctzgcrmeister Plank auf der MäuSburg. 64) Gießen. Der untere Stock meines Nebenhauses auf dem Seltersberge, bestehend aus 4 Zimmern und Eabiuet, Küche, Keller, Holzplatz u. s. w., ist zu vermiethen. Gießen den 10. Januar 1849. Dr. H. v. Ritgen. 72) Gießen. Eine Familienwohnung, bestehend aus 3 Stuben, 3 KabinctS, Küche, verschließbarem Holzschoppen und Keller, nebst Mtgcbrauch der Waschküche und deS Bleichplatzes int Hausgar- tcn ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Das Nähere ist in der Erpcdition dieses Blattes zu erfahren Vermischte Nachrichten. 102) Gießen. Z u r N a ch r i ch t. Es werden hiermit sämmtlichc Mitglieder der Rindvieh -Assccuranz gewarnt, kein Bich ohne Gc- sundhcitsschein in ihren Stall aufzunehmen, widrigenfalls sie sich der Ausweisung auS dem Verein zu gewärtigen haben; ebenso haben Sie die schriftliche Anzeige des verkauften oder gekauften Viehs auf dem Gesundheitsschein dem Präsidenten innerhalb 24 Stunden zuzuschicken. Der Präsident F r. M ü l l e r. 101) Gießen. Ein schwarz-seidener, großer starker Regenschirm, ist vor einiger Zeit irgendwo stehen geblieben. Der redliche Finder wird gebeten, denselben an Unterzeichneten abzuliefern. Gießen den 21. Januar 1849. Le sch. 100) Gießen. Mittwoch Abends (d. 17.) ward in der Garderobe des Elubbö ein grün und grau gestreifter wollener Shawl und ein weißes mit Spitzen besetztes Battisttuch, gezeichnet A. W. verwechselt. Man bittet dieselben an den Clubb- diener Sack abzugeben 98) Gießen. Auf das in letzter Nummer dieses Blattes gestellte Gesuch an den Vorstand der Actienbäckerei um Rechnungsablage von Seiten mehrerer Mitglieder, finde ich mich veranlaßt zu bemerken, daß mir bereits Anfangs Nov. v. I. der Auftrag zur Revision der Rechnung um Anfertigung einer Bilanz ertheilt wurde. Bei näherer Prüfung der mir übergebenen Papiere fand ich jedoch, daß, um die mir gestellte Aufgabe richtig lösen zu können ich die Rechnung von Grund an, neu aufstellen müsse, womit ich nach Verlauf von 14 Tagen bis 3 Wochen fertig zu sein hoffte. Aber obschon ich bis zum 1. Dec. v. I täglich unausgesetzt daran arbeitete, so gelangte ich bis dahin dennoch nicht bis zum Schluffe derselben. Bon dieser Periode an wurde meine Zeit durch anderweitige Arbeiten so beschränkt, daß ich an der Rechnungsstcllung täglich nur wenige Stunden arbeiten konnte, so daß ich erst nach Berlalif von circa 14 Tagen im Stande sein werde, das Resultat vorzulegen. Ich bitte daher die vcrchrlichen Vereinsmitglieder freundlichst, sich so lange noch gedulden zu wollen. Gießen den 18. Januar 1849. Emanuel Stern. 94) Gießen. Die verehelichen Mitglieder des Bürger kl ubbö werden zu einer Generalversammlung, insbesondere zur Abhör der Rechnung von 1848 auf Mittwoch den 24. d. M. Abends 7 Uhr in das Local des Hrn. PH. Herbert in der Löwengasse höflichst cingcladcn. Der V o r st a n d. 96) Gießen. Mittwoch den 24. Januar wird Unterzeichneter zu seinem Benefize im Clubb-Saale zur Aufführung bringen: „Die sieben Schläfer", Oratorium in 3 Abtheilungcn von Dr. Löwe, wozu er crgebenst cinladet. Der Tert hierzu, sowie BilletS ä 30 fr. sind in meiner Wohnung und an der Kasse zu 36 fr. zu haben. Gießen den 18. Januar 1849. H. Hofmann, Musikdirektor. 62 75) Frankfurt. ' Für Auswanderer. „Die Hoffnung." ■ Concessionirte deutsche Büreaur für Auswanderer nach Amerika von Je M. Bielefeld in Mannheim« Regelmäßige Fahtten vom nächsten März an, mit gekupferten Dreimaster erster Klasse, sogenannte Packetbote nach New-Work und Ncw-Orleans über Rotterdam und London. Zur näheren Erkundigung, sowie zum Abschluß von Ueberfahrts-Verträgen, beliebe man sich an Unterzeichneten zu wenden. Heinrich Klippel, General-Agent in Frankfurt a. M. Frischbäcker zu Gießen. Sonntag den 21. Januar. Moritz Wallenfels Wittwe in der Wallthorstraße. Adolph Keil in der Neustadt. Franz LampuS in der Löwcngasse. Wilhelm Hellmold auf dem Neuenweg. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Am 21. Januar. Morgens: Kir- chcnrath Dr. Engel. Nachmittags: Pfarrer Bonhard. Universitäts-Gottesdienst. Morgens um 11 Uhr: Professor Dr. Hesse. Getaufte. Den 13. Januar. Dem Bürger und Schneider, Christian MalcomefiuS, ein Sohn, Heinrich, geboren den 23. December 1848. Den 14. Januar. Dem Bürger und Kammmacher- meister, Heinrich Schäfer, ein Sohn, Karl, geboren den 8. Januar. Denselben. Dem Bürger und Schneidermeister, Christian Wisfig, eine Tochter, Wilhelmine Margarethe Luise Karoline Christiane, geboren den 15. December 1818. Den 17. Januar. Dem Bürger und Schuhmachermeister, Johann Philipp Waldsachs, ein Sohn, Karl Emil, geboren den 27. December 1848. Beerdigte. Den 12. Januar. Philipp Magnus Becker, Bürger und gewesener Eichmeister dahier, alt 80 I. 3 M. 1 T., gestorben den 9. Januar. Den 13. Januar. Ludwig Lang, Großherzoglicher penssonirter Revierförster, alt 76 I. 10 M. 10 T., gestorben den 11 Januar. Den 14. Januar. Margarethe Schäfer, des hiestgen Bürgers und Kammmachermcisters, Heinrich Schäfer, Ehefrau, geborne Tandrp, alt 43 I. 16 T., gestorben den 11. Januar. Denselben. Johann Wilhelm Siroh, Bürger und Schuhmachermcister dahier, alt 61 I 11 M. 12 T., ge- storben den 12. Januar. Den 16. Januar. Die noch ungetauste Tochter des Bürgers und Maurers, August Balthasar Schneider, alt 1 T, gestorben den 14. Januar. Den 18. Januar. Johannette Karoliue Christine Georgette Löber, des Bürgers und Bäckermeisters, wie auch Mitglieds des Gemeinderaths und Kirchenvorstandes, Christian Löber, eheliche Tochter, alt 27 I. 6 M. 4 T., gestorben den 15. Januar. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. Israelitische Gemeinde. Sonntag den 21. Januar. Morgens 9 Uhr findet deutscher Gottesdienst in der Spnagoge Statt. Religiöser Vortrag von C. WormS. Angekommme und abgereiste Fremden vom 16. bis 19. Zanuar 1849. I n den Gasthäusern. Im Einhorn-. Hrn. Kfl. Reiß v. Mannheim u. Pröscher v. Hamburg. Hr. Schmitz, Rent. v. Leipzig. Hr. Staffing, Kfm. v. Merseburg. Hr. v. Trapp, Medic.-R. v. Prag. Freiherr v. Wittinghauscn, Offiz, v. Trier. Hr. Deck, Cale, v. Darmstadt. Hr. Schramm, Partie, v. Königstein. Hr. Baumann, Assess. v Braunschweig. Hrn. Kfl. Hummel v. Augsburg u. Nagel v. Elberfeld. Hr. Wolf, Kfm. v. Düsseldorf. Hr. v. Hcidcwolf, Gutsbes. v. Marburg. Hr. Stumpf, Secret, v. Biedenkopf. Hrn. Kfl. Sauer v. Weilburg, Lang v. Cassel, Hangoland v. Amsterdam, Sipxorius v. Eöln, Kaiser v. Fulda, Fritz v. Freiburg u. Bachfcld v. Frankfurt. Im Happen: Hrn. Kfl. Meißner v. Frankfurt, Mertens v. Elberfeld u. Walz v Cassel. Hr. Siemens, Lieutn. u. Hr. Kruger, Ingen, v Berlin. Hrn. Kfl. Mohnfcld v. Mainz, Gänztcr v. Frankfurt, Lembach v. Wiesbaden u. Reichenbach v. Darmstadt. Hr. Heinrichs, Rent. v. München. Hr. Schäffer, Bürgermstr. v Münster. Hr. Habicht, Fabrik, v. Cassel. Hrn. Kfl. Mordfeld v. Mainz, Lichefcld u. Wenzel v. Frankfurt. Hr. Heßmann, Pfarr. v. Gladenbach. Hr, Lindenstruth, Bez.-R. v. Beuern. Hrn. Kfl. Hausberg v. Arn cht-nn d V r k t u a l i e n p r e i s e V i k t u alie «preise. Brodtaxe. 6» e bett den Mehl Marktpreise. che be- hftld v. r u ch t e. chter der. )r füibet eltgtofer Zoglicher gestorben deS alt 4 3 1 1 Christine wie auch , Chri- , gestor- ger T., und ge- Für 1 kr. Wafferweck. . „ 1 kr. Milchbrod . . illl Ulli t hiesigen r, Ehe- r e viertens utn. u. ifclb v. rden u. tünchen. Fabrik. Wenzel h. Hr. >erg v. Maas Milch..... Pfund Butter . . . . auch . . . Handkäse...... Eier....... Pfund Waizenmehl . . . „ Geschw. Borschuß . 8.l£t! 5 2 5 2 eu’ r i iGerste- Gießen | i^orn- o ) Grünberg } |.f£. |®. M ä auS Waizen- c ? und L ) j Kornmehl besteh. NB. Die Zugaben zum Fleisch dürfen nur in solchem von derselben Gattung bestehen, UI Pfund ic. nach Proportion, welches auf 1 Pfd. nicht völlig 5 Loth auSmacht. Köpfe, Füße, 8 genießbaren Stücke vom Hals stnr von der Zugabe gänzlich ausgeschlossen. Grün berg. 1” & s fr. pf. kr.Pf. -o 9 8 3 — - -* — — __ ■■■ L. Q L. Q — _ 5 2 5 — 5 — fr. Pf. fr. Pf. — __ — _ — — — — _ — — — — — — II Gießen und Hungen den 19, Januar kr.!pf. 4 ”1 8 2 12 3 5; io' 15) MM» 1 Ml L.iQ 6 1 5 1 kr. Pf. ' ■=* I 1— - 6 — 20__ 21 — 8l- 1—* -- Lj— Fleischtaxe. । Gießen und « Hungen il ! den 19. Januar y 1 Grünberg I Butzbach 1 den 19. Jan. C ! SS e~e Friedberg den 19. Ja Ridt den 19. per Pfund kr.!pf. kr. Pf. fr.bf. kr.chf. kr.,pf. Ochsenfleisch 12 — 12 — 12! 12 — Kuhfleisch . 9 2 — — 9 — io - 9 — Rindfleisch . 8' 2 — — 8- 9 — 8 — Kalbfleisch . 7 2 _ — 8- 6 — 8 - Schweinefl. . 12; 2 — ■------------------------------ 13;- 12 — 13 — Hammelfl. . 8) 2 — — 8- 9 - 8 — Schaaffl. . . —.— — (— 7,- 8 - 7 - Leberwurst . 14 — — ' — 14- 14 - 14 — gern. Wurst. 8 — — — 10 — 12 — 10 — Bratwurst . 18- — — 17 — — 17 — Schwarten!.. 18- — 17.- ■ 1 17 — Blutwurst . 16 - — — 14- 14 - 14 — geräch. Speck Schinken . . 26 — 19 — _ — 24 — 19 - 24 - 18 — 24- 19 — Dörrfleisch . 19 — — — 19 - 18 — 19 — Rindsfett Hammelsfett Schweineschmalz, aus- 20 — 20 — — 24 — 16 — 18 — 16 — 1 I 24 — 16 — gelassenes . 24 — — 24- 20 - 24 — dgl., unauSgel. 20—1 — 20-1 1 20 — Frucht. Gießen 1 19. Januar. | Grünberg 18. Januar. Friedberg 3. Januar. Büdingen 3. Januar. Mainz 3. Januar. Marburg 6. Jan. Wetzlar 11. Januar. gat- tung. M a l t e r. Mott Scheffel Pf. st. kr. Pf. i st- kr. Pf. I st- |Jr. Pf. ! st. kr. Pf. | st. kr. st. | kr." Walzen . 200 8 45 200 9 — 200* 8 1 25 — 8 36 200' 9 21 7 "32* 3 43 — Korn . . 200 6 — 190 6 20 190. 5 15 — 5 45 200 6 21 4 21 2 37 2 Gerste. . 170 4 50 170 4 15 170 4 30 — 5 15 200 5 54 3 474 1 46 2 Hafer . . — 3 15 — 3 — — 35 — 3 10 200 6 4 2 9z 1 28 — Erbsen . ~ ~ * Linsen. . - 1 - - Remscheid u Schmidt v. Eschwege. Hr. Mollenhauer, Fabrik, v. Cassel. Hr. Schnabel, Bauaufs. u. Hr. Koppen, Ingen, v. Marburg. Hr. Drennemann, Oeeon v. Eichhof. Hr. Hein, Gutsbes. v. Sandhof. im Prb>- Carl: Hr. Rausch, Spedit. v Großeneichen. Hr. Franck, Privatm. v. Münster. Hr. Müller, Kfm. v. Flörsheim. Hr. HenSler, Bierbr. v. Aschaffenburg. Hr. Gescheit», Schrein, v. Butzbach Hr. Höhr, Handelsm. v. Schönach. Hr. Franck, Oeeon u. Hr. Habicht, Posth. v. Engelrod. Hr. Becker, Spedit. v. Schotten. Hr. Pfeil, Instr.-Mach. v. Darmstadt. Hr Weber, Oeeon. v Höchst. Hr. Seipold, Geschäftsm. v. Ruppertenrod. Hr. Lotter, Privatm v. Friedberg Hr. Lauer, Oeeon. v. Höchst. Hr. Schlörl», Metzg. v. Schollen. Hr. Schäfer, Geschäftsm. v. Dillenburg. Hr. Göbel, Oeeon. v. Romrod. Im Parmstaedter Haus: Hr. Eschle, Handelsm. v. Fortwangen. Hr. Eisenmann, Mechan. v. Augsburg. Hrn. 63 Geschäftsl. Schmehl v. Lollar it Oberbein v. Al feld. Hrn. Handelst. Kaßenstein v. Höringshausen u. Stern v. Böhl. Hrn. Geschäftsl. Lang u. Schul v. Angersbach u Schmidt v Kirtorf. Hr Kuhl, Fuhrm. v. Homberg. Hrn. Geschäftsl. Freimann v. Eichelsdorf, Hoch v. Altenkirchen, Engel v. Ebersgöns u. Stumpf v. Frankfurt. Im Stern Hrn. Fuhrt Bonn v. Eckelshausen u. Grösch v. Lahr. Hr Bogel, Leinw v. Sennerod. Jungfer Hofmann v. Reichelsheim. Fr. Sofenheimer v. Bommersheim. Hr Weimar, Fuhrm. v. Marburg Hrn. Privatl. Schepp u. Gaßner v. Homberg. In den Privathäusern Bei Hrn. Revis. Stock: Hr. Schwörer, Gand. v. Friedberg. - Bei Hrn. Hofger.-Canzl. Böger: Hr. Kolbe, Fabrik, v. Beffungen. — Bei Hru. Sfm Windecker: 2 Frls. Frese- nius v. Langgöns. — Bei Pfarr. Winckler's Wittwe: Frl. Winckler v. Auleben. nannte 64 D n n Dver Freund e. Novelle von Theodor Mngge. (Fortsetzung.) Die schöne Tochter des Präsidenten empfing ihren nachlässigen Verehrer mit stolzen zürnenden Blicken, aber Richard wußte diese bald zu verscheuchen. Nach einigen Minuten sah Aurel, der mit seinem Freunde Eduard in ihrer Nähe geblieben war, in Johannas Augen eine zärtliche Vergebung glänzen; an Richards Arme trat sie in die Reihe der Tänzer und beide schwebten lächelnd und beglückt bei ihnen vorüber. „Ich glaube," sagte er zu seinem Nachbar, „Richard hat in diesem Augenblick vergessen, was er uns mit so vielem Pathos zum Besten gab." „Wer wird ihm glauben?" erwiederte Eduard. „Er gefällt sich in Rodomontaden, ein Verächter der Ehe zu sein; doch ehe dies Jahr inS Land geht, wird er den Ring am Finger haben." „Aber wird er mit dem Ringe auch bekehrt werden?" fragte Aurel. „Dafür muß die sorgen, welche seine Bekehrung übernehmen wird. Doch ich denke, sie ist ganz dazu geschaffen." Er wendete sich zu Aurel, faßte dessen Arm und ging mit ihm den Saal hinunter, während seine Augen das tanzende Paar verfolgten. — „Du erräthst, Aurel, wen ich meine?" fuhr er fort. „Deine Schwester," sagte dieser. „Höre, lieber Aurel," rief Eduard, ihm die Hand drückend, „wahrhaftig ich hätte sie Dir lieber gegönnt als ihm, aber Du mußt Dich trösten. Das Schicksal in Gestalt eines Mädchenwillens hat es anders beschlossen und wenn ich alles recht bedenke, muß ich sagen, Johanna paßt besser für ihn, wie sie Dich beglückt haben würde." „Ich zweifle nicht daran," erwiederte der junge Mann, „und Niemand kann aufrichtiger beider Glück wünschen als ich." „Das weiß ich," sagte sein Freund. „Du bist zu verständig und gut, um die Verhältnisse nicht richtig zu würdigen, und ein zu edler Charakter, um Dein Schicksal nicht mit Würde zu tragen." „In der That," versetzte Aurel lächelnd, „Du hältst mein Geschick für härter und mich für besser, als wir t e s. beide sind. — Deine Schwester ist zu schön und liebenswürdig, um mich gleichgültig zu lassen. Ich habe ihr meine Huldigung dargebracht, so gut wie Richard und mancher andere, aber ich habe früh genug bemerkt, wer vou uns bevorzugt wurde und meine Neigungen zu beherrschen gewußt. — Was Du mir jetzt mittheilst, ist für mich weder neu noch erschreckend. Es erregt keinen Schmerz in mir, beim ich habe mich längst mit den Empfindlichkeiten verletzter Eigenliebe abgefunden." „Nun um so besser," rief Eduard, ein wenig ungläubig, aber mit Herzlichkeit, „so darf ich nicht fürchten, Dir wehe zu thun uhd kann um so vertraulicher mit Dir sprechen. — Johanna liebt Richard bis zur Thorheit, die ich ihr nie zugetraut hätte. Sie ist, wie Du weißt, ein verzogenes launenhaftes Püppchen, voller Caprieen, aber voll Geist, Talent, Lebendigkeit und Lebenssrische. — Solch ein Weib muß Richard haben. — Er ist in seiner Art dasselbe, ebenso beweglich, so heftig angeregt, so voller Widersprüche." (Forts, folgt.) Gemeinnütziges. Anbau guter Kocherbscn. Um die Cultur der gewöhnlichen Felderbsen in der Art zu heben, daß sie vorzüglich zu Kocherbsen geeignet werden, nimmt man auf einen rostocker Schfl. Erbsen 1 Pf. gestoßenen Salpeter, 2 Eimer fließendes Wasser und */4 Pf. Pott-Oel. Die Erbsen schüttet man 12 Stunden vor dem Säen in diese flüssige Masse. Sie haben nach Verlauf dieser Zeit sämmt- liche Flüssigkeit an sich gezogen und sind sehr weich geworden. In diesem qualvollen Zustande säet man sie etwas später als nicht behandelte Erbsen auf nicht zu niedriges Land. Die von solcher Saat geernteten Erbsen brechen sehr leicht, kochen gut, sind frei von jedem Beigeschmack und weniger wurmstichig. Untrügliches Mittel zur Vertreibung der Ratten. Man nehme einige Stückchen von der Wurzel der Hundszunge Cyno glossaea officinale und lege sie in die Gänge der Natten, man wird in einigen Tagen Wunder sehen wie sich diese Gäste entfernt haben. Druck und Verlag der G. D- Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.