Inzcigeblatt d e r Stadt und des Regierungsbezirks Gießen. J|£ 48. Dienstag den 19. Juni 1849. .Erscheint wöchentlich zwei Mal: Dienstag und Sonnabend. — Preis des Jahrgangs für Einheimische 1 ff. 30 fr., für Auswärtige incl Postaufschlag 1 fl. 42 fr. — Auswärts abonnirt man sich bei allen Postämtern. In Gießen bei der Expedition (Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.) — Einrückungsgebühr für die gespaltene Corpuszeile 2 fr. Bmji im inaiT rniir i— Amtlicher TheLl. Auszug aus dem Gr. Regierungsblatt Nr. 39 vom 12. Juni 1849. Inhalt: 1) Bekanntmachung, Veränderung in den Gemarkungsverhältnissen der Gemeinde Wettcrfeld betr.; — 2) Bckannt- machu g, die Aufbringung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinde zu Offenbach für 1849 betr.; — 3) Bekanntmachung, die Resultate der Verwaltung der allgemeinen Schullehrer-Wittwenkasse für das Großhherzog- tbum dessen vom Jahre 1847 betr.; — 4) Umlagen zur Bestreitung von Communalbedürsnissen in den Gemeinden des Regierungsbezirks Alsfeld für 1819; Bekanntmachung, die Umlagen der Gemeinde Seligenstadt für 1848 bett.; — 6) Nachtrag zu dem in Nr. 10 des Regierungsblatts bekannt gemachten Verzeich iß des bei dem Betrieb ter Main-Neckar-Eisenbahn von Seiten der Großh. Hessischen Regierung angestellten Personals; — 7) Dienstnachrichten; — 8) Cvmurrenzeröffnungen. • Bekanntmachung, Veränderung in den Gemarkungs -= Verhältnissen der Gemeinde Wetterfeld betreffend. Des Großherzogs Königliche Hoheit haben zu verfügen geruht, daß der Theil der Gemarkung Wetterfeld, welcher den Namen »Allhessenfeld" führt und der seither zu dem GerichtSsprengel des Landgerichts Grimberg gekörte, von diesem getrennt und dem Landgerichte Laubach zugetheilk werden soll. Diese allerhöchste Einschließung wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, mit dem Anfügcn, daß dieselbe mit dem 1. Juli d. I. in Vollzug treten wird. Darmstadt den 29 Mai 1849. Großherzoglich Hessisches Ministerium der Justiz. Kilian. v. R a b e n a u. Offizielle Dienstnachrichten. Am 14 Mai wurde der Hofgerichts-Secretariats-Accessist Br. Heinrich Stüber von Darmstadt zum Assessor mit Stimme bei dem Stadtgerichte daselbst ernannt. — Am 19. Mai wurde der Apotheker Br. F. L. Winkler daselbst zum Assessor und zweiten außerordentlichem pharmac utischcn Mitglied bei dem Mediciual-Col- leg, jedoch nur mit Stimme in pharmaceutischen Angelegen- heilen ernannt. — An demselben Tage wurde dem Pfarr- vicar Johannes Kammer zu Angersbach die eoang. Pfarrstelle zu Dorndürkheim, im Reg-Bezirke Mainz übertragen. — Am 21. Mai wurde dem Schulvicar Jacob Birken- hauer zu Niederwiesen, im Reg.-Bezirke Mainz, die Lehrer Nachrichten. stelle an der dassgen Gemeindeschule übertragen — am 22. Mai wurde dem Phpsikatswundarzt Franz Faustmann zu Romrod die Phpsikatswundarztstelle zu Nidda verliehen. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Die evangelische Schullehrerstelle zu Oberau, im Regierungsbe- zirke Friedberg, mit einem jährlichen Gehalte von 196 fl. 86 kr ; die evangelische Schullehrerstelle zu Oppenrod, im Regierungsbezirke Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 275 fl. 31 fr., einschließlich der Entschädigung für Heizung des Schullocals; — Die Phpsikatswundarztstelle für den Bezirk Romrod. 508 Zu Nr R. C. 6080. Gießen am 16. Juni 1849. Betreffend: Antrag des Abgeordneten Heldmann bezüglich der durch den Transport von Schüblingen und armen Kranken entstehenden Kosten. Die Grvßherzoglich Hessische Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gießen nn die Gr. Bürgermeister des Negierungsbezirls Gießen. Bei den vorgekommenen Zahlungsanweisungen der Kosten, die durch Transport von Schüblingen und armen Kranken enistehen, in den, an den betreffenden Straßen gelegene» Gemeinden, welche nach unserem Schreiben vom 21. März l. I. auf die Oberpolizeikasse übernommen werden, hatte sich der Anstand ergeben, ob darunter auch die Kosten für inländische Armen-Kranken-Fuhrenrc. im Allgemeinen, und namentlich auch diejenigen Gemeinden, die auf Nebenstraßen, nicht im Skraßenzuge der Hauptstraße belegen sind, inbegriffen seien? Wir habe» deßhnlb höchsten Orts angesragt, und die Entschließung erhalte», am Schluß des l. I. ein Verzeichniß derjenigen Kosten, welche durch Transport armer inländischer Kranken entstanden sind, zu einer weiteren Prüfung der Erheblichkeit der erhobenen Anstände vorzulegen. Um dieser höchsten Aufgabe Folge geben zu können, ist es noth- wendtg, daß die in Frage stehenden Kosten in zwei verschiedenen Verzeichnissen getrennt, und zwar: 1) das Eine die eigentlichen Schnbfnhren der In- und Ausländer und die Armen-Krankeii- Fuhren der Ausländer; 2) das Andere die Armen-Kranken-Fuhren von Inländern enthaltend, »ach beigehendem Formular *) aufgestellt und zur Decretur bei uns eingereicht werden. K ü ch l e r. Hallwachs. *) Tic Formulare find bei G. D. Brühl I in Gießen zu haben. er> ss si '\ 'S S <3 G CD K S g s s t%> R « L i ü § <^■8-5. 3 Ltz -s -ä' S 'S) ~ 'S'2 g er? § c: . 509 Oeffentliche Bekanntmachung, die Abänderung verschiedener Einrichtungen der Universität Giessen, insbesondere hinsichtlich der Strafgerichtsbarkeit über Studirendc betreffend. Durch Verfügung des Großh. Ministeriums des Innern vom 22. Mai 1819 ist unter Aufhebung der durch die Verfügung vom 3. Januar 1840 eingeführten Beschränkungen der ordentlichen Gerichte und allgemeinen Polizeibehörden bei Vergehen der Studirenden — die von den Disciplinar-Behor- dcn verwaltete besondere akademische Gerichtsbarkeit über die Studirenden in Polizei- und Criminalsachen in Ansehung aller derjenigen Vergehen, welche nicht durch die Disciplinar-Statute vvm 28. April 1835 lediglich als Disciplinar-Vergehen bezeichnet und als solche der Universitäts-Behörde zur Untersuchung und Bestrafung zugcwiesen sind, aufgehoben worden. Die Studirenden sollen hiernach, dem Ariikel 101 der Discipliar-Statute gemäß, in diesen Beziehungen, gleich allen andern Staatsangehörigen, unter den allgemeinen Gerichtsbehörden stehen. Ebenso ist die bisher von den acadcmischen Disciplinar-Behörden gehandhabte Polizei, soweit sie nicht nothwendig mit den, nach de» Statuten, als Disciplinar-Vergehen ausschließlich oder concmrlrend zu bestrafenden Vergehungen zusammenhängt, an die allgemeinen Polizeibehörden, unter welchen die Studirenden ebenfalls, wie die anderen Staatsangehörigen steycn, überwiesen worden. . Demgemäß sind die Anzeigen und Beschwerden über Vergehen Studirender gegen das Strafgesetzbuch und gegen polizeiliche Vorschriften nicht mehr bei dem Großh. Universitälsgerichte, sondern bei der allgemeinen Polizei- oder Gerichtsbehörde zu erheben. Die Bestimmungen der akademischen Disciplinar-Statute vom 28. April 1835 hinsichtlich der Lw- ciplinar-Vergehen der Studirenden, über deren Untersuchung und Bestrafung durch die Disciplinar-Behörden ic., sowie über das, unter Umständen concurrirend mit der allgemeinen Strafgerichtsbarkeit eintre- tende diöciplniäre Einschreiten, wegen solcher, von den allgemeinen Gerichten bejtrafter oder zu bestrafender Vergehen der Studirenden, welche zugleich einer, dem akademischen Bürger als solchem obliegenden besonderen Verpflichtung, insbesondere der Würde und Ehrenhaftigkeit eines akademischen Bürgers zuwiderlaufen, bleiben vorerst — soweit sie nicht durch besondere Gesetze und Berord- nungen abgeändert sind — in Kraft. Die deßfallsigen Anzeigen und Beschwerden wegen Disciplinar-Vergehen Studirender sind nach wie vor bei dem Großherzogl. Universitäts-Gericht vorzubringen. , Dieß wird mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Bestimmungen der akademischen Disciplinar-Statute hinsichtlich der Civil-Gerichtsbarkeit über die Siudirenden und insbesondere hinsichtlich der gesetzlichen Schulden derselben, deren Geltendmachung vor rem llinveguats- Gericht ic. vorerst keinerlei Aenderung erlitten haben. Giessen am 15. Junius 1849. Der Großherzogliche Universitätsrichter vr. Trygophoruö. Prinz. Edictattadung. 1133) Atzba ch. Zur Anmeldung etwaiger Ansprüche an die Eheleute Adam Hund, und Anna Maria Hinkier zu Grvßrecbtenbach, welche nach Amerika auszuwandern gesonnen sind, wird Termin auf Mittwoch den 27. d. M. Vorm. mit dem Anfügen anbcraumt, daß nach Ablauf des Termins das Vermögen den Anverwandten zur Erportakion freigegeben wird. Atzbach den 11. Juni 1849. K. Justiz-Amt Die sterweg Besondere Bekanntmachungen. 1146) Gießen. Die Wahrung der Besitzwechsel für t849/50‘ Behufs der Wahrung der Ab- und Zugänge in den Sieuerbüchern der Gemarkung Gießen sind die Besitzwect'selurkunden als Kauf- u Tauschbriefe, Theil- zeuel ic. bis Ende dieses Monats hierher eiuzulie- fern. Wer es unterläßt, verfällt auf Anzeige in die gesetzlich bestimmte Strafe von 5 sl. Gießen den 15. Juni 1849. Der Bürgermeister G g. Reiber. 510 1111) Gießen. Das im Monat Mai fällig gewesene 1. Ziel her Communalsteuer für 1849 ist binnen 8 Tagen zur hiesigen Stadrkasse zu bezahlen. Gießen den 11. Juni 1849. Der Stadtrechner E nders. Versteigerungen. 1145) Gießen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 25. Juni I. I., von Morgens 8 Uhr an, sollen in dem hiesigen Stadtwalde, District Zollstocks» Wäldchen, Tann- und Philosophenwald 113 % Stecken eichen Scheidholz, 86% II II Prügelholz, 52% II II Siockholz, 1439 Wellen II Re sholz, 12% Stecken kiefern Scheidholz, 8% M II Prügelholz, 8% n II Siockholz, 1113 Wellen u Reisholz, % Stecken buchen Scheidholz, % II II Prügelholz, 7- 11 II Stockholz, 50 Wellen II Reisholz, 25 II fichten II 5% Stecken birken Scheidholz, 2 II II Prügclholz, 2% II u Stockholz, 100 Wellen II Reisholz, 1 birken Stamm von 16 Cbikfß., 14 kiefern Stämme von 430 „ 1 fichten Stamm von 19 „ 21 eichen Stämme von 381 „ 1 kiefern Stange von 3 u öffentlich versteigert werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. October d. I. gestattet. Die Zusammenkunft ist auf dem Trieb. Die Herrn Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen den 18. Juni 1849. Der Bürgermeister I. b. V. Der Beigeordnete Rüh l. 1125) Gieß en. Versteigerung von Bauarbeiten. Freitag den 22. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen zu Marienschloß die zu mehreren Bauveränderungen daselbst erforderlichen Arbeiten: 1) Maurer- und Sleinhauerarbeit, an die Wenigstnehmenden versteigert werden. Die Voranschläge liegen bis zum 19. d. M. bei dem Unterzeichneten vom 20. lvs zum 22. im Bureau veranschl. zu 701 fl. 40 fr 2) Zimmerarbeit, 11 n 55 „ 23 II 3) Schreinerarbeit, II „ 145 „ 29 II 4) Schlosserarbeil, II „ 478 „ 42 II 5) Glaserarbeit, II „ 70 „ 11 II 6) Weißbinderarbeit, II n 105 „ 23 11 des Directors zu Marienschloß zur Einsicht offen. Gießen den 13. Juni 1849 Gr. Kreisbaumeister Holzapfel. 1128) Homberg a. d Ohm. Heugrasversteigerung bei Gr. Rentanitc Homberg a. d. Ohm. Das diesjährige Heugras von den herrschaftlichen Wiesen soll in nachstehenden Terminen öffentlich versteigert werden: 1) Gemarkung Schadenbach. Freitag den 22. Juni l. I. Nachmittags 2 Uhr, von der sog. Pfingstweide circa 8 Morgen groß. Zusammenkunft am Goldbrunnen. 2. Gemarkung Homberg. Samstag den 23. Juni l. I. Vormittags 9 Uhr, von ungefähr 47 Morgen. Zusammenkunft auf der Altenstadtwiese. 3. Gemarkung Ober- und Nieder-Oflei- den, Gontershausen und Haarhausen. Montag den 25. Juni l. I. Vormiliags 8 Uhr, von ungefähr 76 Morgen. Zusammenkunft auf der Clausenwiese bei Obcrofieiden. 4. Gemarkung Niedergemünden. Dienstag den 26. Juni l. I. Nachmittags 2 Uhr, ungefähr 8 Morgen. Zusammenkunft an der Dickertsmühle. 5. Gemarkung Hainbach und Otterbach. Mittwoch den 27. Juni l. I. Vormittags 9 Uhr, von circa 61 Morgen. Zusammenkunft aus dem Junkernboden. Bemerkt wird, daß nur diejenigen zum Bieten zuge» lassen werden dürfen, weiche aus vorderen Jahren keine Do- manialgefällc mehr verschulden. Homberg den 10 Juni 1849. Der Gr. Hess. Rcntamimanii des Rentamts Homberg R c u l i n g. 1081) Ahbach. Da die großjährigen Kinder und die Vormünder über das minderjährige Kind des verstorbenen Wittwers Balthascr Walther von 511 Dorlar auf Versteigerung der ihnen zugehörigen, an der Lahn gelegenen Erbstandsmühle, genannt die Altmühle bei Dorlar angetragen haben, so ist Termin hierzu auf Donnerstag den 5. July, Nachmiltags um 2 Uhr, anberaumt worden, an welcher Steigliebhaber sich an Ort und Stelle einfinden können. Die Mühle, welche wegen ihrer vortheilhafteu Lage, zwischen den Städten Wetzlar und Gießen mit Nutzen betrieben werden kann, bestehl in: vier Mahlgängen, einer dabei befindlichen Schlagmühle, den Wohn- und Oeeonotiiiegebäaden, 3 Mrg., 1l 6 Ruthen, 50 Schuh Garten, j Magde- 6 u 82 „ 60 „ Wiesen, burger — „ 149 „ 60 ,, Hut, ] Maas, und genießt außerdem noch bedeutenden Vortheil. Steigerer müssen im Termine sich über Zahlungsfähigkeit durch gerichtliche Zeugnisse ausweisen, wiedrigenfallö ihre Gebote unberücksichtigt bleiben. Atzbach den 4 Juni 1849. König!. Preußische Landschreiberei Otto. 1119) Gießen. Betr.: Schiffbarmachung der Lahn. Mittwoch den 20. Juni, Vormittags 9 Uhr, sollen die zur Herstellung eines Durchstiches oberhalb des Heuchelheimer Weges nötigen Arbeiten: 1) Erdarbeiten vermisch!, zu 5968 st. 9 fr. und 2) Pflasterarbeit H „ 716 u 33 „ in mehreren Abtheilungen an Ort und Stelle an die Wenigstsorderttden in Accord gegeben werden. Voranichläge und Steigbedingungen liegen auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Eitisicht offen. Gießen den 14 Juni 1849 Der Gr. Kreisbaumeister Holzapfel. 1134) Reiskirchen. Donnerstag den 21. Juni l. I., Morgens 10 Uhr, soll das Heu und iheilweise Grummet-Gras von den Gemeindewiesen öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist auf der Pfingstweide. Reiskirchen am 15. Juni 1849. Der Bürgermeister Schäfer. 1135) Heuchel hei m. Donnerstag den 21. Juni, Mittags um 1 Udr, soll das HeugraS von der s. g. Pferdsweide, circa 18 Normalmorgen, in Loosabiheilungen meistbietend an Ort und Stelle versteigert werden. Heuchelheim am 18. Juni 1849. Der Bürgermeister Sieinmüll er. F e i l q e b o k e n. 1142) Gießen. Einige Ohm besten, selbst producirten Apfelwein sind Lit. B. Nr. 33. zu verkaufen. 1126) Gießen. Herbstrübsamen (langer und halblanger Art), krauses und breites Endivien, sowie Winterkopf-Salat- und Spinat-Samen, habe ich in ganz frischer Sendung bezogen und empfehle solchen meinen geehrten Abnehmern bestens. Wild. L ö b er'ö Wittwe an der Hintergasse. 1158) Gießen. Zwei Dachshunde sind zu verkaufen. Wo? ist in der Erpedition zu erfragen. Zu vernuetben- 1122) Gießen. Ein Logis bestehend aus 3 biö 4 Stuben u. s. w. ist auf der Mäusburg Lit. B. .A£ 30 zu verwiethen. 1107) Gießen. Eine Familienwohnung ist zu vermielhen bei Jacob Möhls Wtw. 1120) Gießen. Die zweite Etage in meinem Wohnhaus, sowie die Wohnung in meinem Nebengebäude, sind beide anderweit zu vermiethen. Dr. Mettenheimer. 1114) Gieße». In dem Hause der Frau Advokat W i e ß e l l vor dem Sellersthor ist die obere ober untere Etage zu vermiethen. 1105) Gießen. Eine Familienwohnung, bestehen aus 2 Stuben, 1 Kammer, Küche, Keller, Holzplatz ist zu vermiethen bei Ehr. Schmall. Drechsler. 1144) Gießen. Die dritte Etage in meinem Hause auf der Mäusburg steht zu vermiethen und sogleich zu beziehen. L. C. Burckhardt. 1140) Gießen. Das von Peter Ruckstuhl bewohnte Logis, bestehend aus 2 Stuben, Küche, Boden und Miststätte, ist zu vermiethen, und kann den 10. Juli bezogen werden- Ehr. D. Fillmann. 1106) Gießen. Von 2X Morgen Wiesen ist die dießjährige Heu- und Grummeternte zu verpachten, Das Nähere zu erfragen bei I. Möhls Wtw. 512 & r e i Freunde. Plötzlich den weichen Novelle »on Eheodor Mügge. (Fortsetzung ) M er im Hintergründe des Zimmers von Klssen einer großen Bergöre eine weiße Vermischte Nachrichten. MAft39’ h ®ieoi"'. Zn ein hiesiges Detail-Ge- NWb"W» ** ®“s w i{3ß) G ie ßen. Herrn Julius Stiebel INN Banquier und Hauptcollecteur, diene zur Antwort' d.'ß .ch in dessen eignem Interesse ihm auf dem Gebiete der Oeffentlichkeit nicht zu folgen gesonnen bm, und daß ich demselben mit seiner^reellen Forderung anheim gebe, mich gerichtlich zn belangen weil F gew.ge Gründe babe, nur meiner eompet'eMen Behörde dem Herrn Banquier und Hauptcollecteur die nothigen Aufschlüsse zu geben, auch mich gebührend zu vertheidigen. 'Zf. Holberg «wMi?' "■ Wohnhaft bei Bäckermeister Helmold , nuf dem Neuenweg. furt /'Gottschaick'v. Decker v. Frank- bürg. /' Stein Ä Ä Nth ». Lnbmm Äf#' Karlsruhe. % ^Firch ^Lond-n.^Sr?P^ dach. Hr. ©cribo Ä? " ®?e“erma"n B Langenschwal. ät «* ... M&rkVr auftlchten, die in halb liegender Stellung ^ betrachtete und an den tiefblonde., Locken, dn i übe, Nacken und Schultern fielen, erkannte er daß Sa.a se,n muffe. - Ein Gesicht mit stark ausaeprä en Zugen wandte sich ihm zu, die männlich genannt werden konnten und welche durch ihre Bestimmtheit meist «n » so großen Eindruck auf Männer machen. Die hol e brette Stirn und Augen von jenem langen kühnen hr“432 ^^ßen. In der Nähe des Markt- platzes werdm noch ein oder zwei Mitleser auf das kKMMK "s-ch.. wem? f„,t A«. 1141) Gießen. Zum Frankfurter Zournal ■,or6 gesucht. Wo? sagt die Erped. d. Bltts. bin in den Stand "gc- s wie auch Üa7 S ^schlagenden Arbeit?», l,nic auch das Ofensetzen und Ofenputzen re ... übernehmen und empfehle mich dem verehrten Publikum unter reeller und billiger Behandlung ®»öib Gckensberger wohnhaft bei Wittwe Dörr dem Clubsaale gegenüber ____ Lit B. 52. S: MMcr, Forst- Sanße, Geschäftsm. ». Odenkirchen? Hr" Bopp^Fabrik ^v' ÄT A. TÄn v Vilbel. Hr. Schmidt, Oecon t Geschäftsm. Bergheün ** Schuchardt, Bmval?^ Hrn. Geschältsl. Wolf v Leisel' Stor?«"^?' Nlederursel. Hering v. Marburg ' ^'orß v. Obermockstadt u. Ä?,“’1’- *m- ’• «-«"■ *. •** ’• »-• p-LHqL £;s 3" b e n P r i v a t h ä u f e r n. v. LamIrL' -°&i1S ©L 6r' ° Furp, Gpmn. u. B Mainz v grantsurt «?".bTr: 2 3rl8' 3 Mainz HrKlipstein, Droguist o. Münchbrüch d Wein: «gekommene und abgereifte Fremden vom 16. bis 18. Juni 1849 / F-'l n 6 P " »-««Mü fetn haus 7 Ll 7r7^L k^^^^en v. Bremen, öerg, »rt "• H^lo g. Mal. v. Düsseldorf Hr En £>r' Lüßow, Äff. Mattheis v. Franffurt ^VonZn?' 7 Ackbäw' mann v. Berlin u. Reuter # J Kwschbach, Hoff- Fabrik. v. Hannover * ^™6ur8 Spring, Fr. &■£; 6Tr‘8'Jr1£flfm- ö' Me'seburg. Hannover 6rn ot Hermann, Lieutn. v. Haberkorn v.^Brenwn. Hecht v. Frankfurt ... 513 Schnitt, der stolzen Charakter» eigen ist, zeugten von Gedankenfülle und Kraft, aber dem Ganzen fehlte die Harmonie; Nase und Mund -waren stark und schlaff und widerlich wurde Aurel von der Wahrnehmung berührt, daß riese Dame, die Göttin des unersättlichen Richard, Cigarren rauchte und in einen Nymbus von Dampf sich einhüllte. — Es fiel ihm bei diesem Anblicke die ganze -Reibe emancipirter Damen ein, welche ihre Frei- gebung aus dem Männerjoche und ihre Ebenbürtigkeit mit ven Herren der Schöpfung dadurch beweisen wollen daß sie ihre zartere weibliche Natur abstreifen und mit Rauchen, Trinken unv leidenschaftlichem Zerbrechen aller Frauensitte sich zum Zerrbilve des Mannes machen. Diese da schien ihm um kein Haar besser zu sein. Ein rascher Gang seiner Gedanken rollte ihm ihr ganzes Leben auf unv während Richard ihn zum Sopha der freien Frau führte, begriff er vollkommen das Treiben, weiches sie umgab und wie es kam, daß der wilde schrankenlose Richard in ihr sein Ideal gefunden hatte. „Hier Sara," rief Herr von Corbin, „hier bringe ich Dir die Sehnsucht Deiner Wünsche. Nimm ihn von meiner Hand, rein und unschuldig wie er ist, tugendhaft gleich einem Karthäuser, fleckenlos wie ein Prinz, charakterstark wie ein Philosoph und hartnäckig im Glauben wie ein Naiurkind. — Nimm ihn hin, Priesterin der Aufklärung uut> weihe ihn ein in Deine Eleusinischen Geheimnisse, auf daß die Schuppen von seinen Augen fallen und er erkenne, was daS Leben Wahres und Würdiges enthält." Die Dame reichte, dem Neophiten die Hand und erwiederte lächelnd: „Setzen Sie sich zu mir, Aurel, ich kenne Sie längst und, wie ich glaube, besser als Richard, obwohl ich Sie jetzt zum ersteti Male sehe. Gebt ihm ein. Glas," fuhr sie fort, „nehmen Sie eine Cigarre, wenn es Ihnen gefällt und nun fahrt fort zu thun, was Euch beliebt, macht Musik, sprecht etwas Gescheidtes, wenn Ihr könnt oder hört zu wie wir den Faden abwickeln." Ohne sich weiter au die Antworten ihrer Gäste zu kehren, begann sie mit Aurel ein Gespräch, das vornehmlich ihn selbst zum Gegenstände hatte und nach wenigen Minuten wußte sie durch ihre Art der Unterhaltung seine Theilnahme lebendig zu machen. Ihre Worte waren einfach unv natürlich und drückten das, was sie empfand, mit solcher Klarheit, aber auch mit solcher Offenheit aus, daß Aurel auf wunderbare Weise davon ergriffen und fortgerissen wurde. Er konnte nicht einen Augenblick daran zweifeln, daß sie alles sagte, was sie dachte, daß nicht die leiseste Verstellung oder ein gemachtes angekünsteltes Wesen ihr Benehmen leitete und er war nach einer Viertelstunde überzeugt, daß er noch nie ein Weib kennen gelernt hatte, die so kühne, seltsame und anregende Gedanken auszusprechen wagte; ja er gestand sich zuletzt, daß diese Frau jedenfalls viel Geist besitze, mehr wie irgend eine, mit der er jemals geredet und daß sie einen Zauber der Unterhaltung ausübe, der hinreißend und betäubend sei. — Was er von ihr hörte entsetzte ihn zuweilen, denn es lief gegen die Moral an, welche er bisher für allein wahr gehalten und in deren Lehren er auferzogen war. Er vernahm aus ihrem Munde die Grundsätze, welche Richard einst aufstellte, aber sie that es noch viel schärfer und, wie Aurel sich sagte, gotteslästerlicher und ver- ruchter. — Sie faßte seine Einwürfe dagegen nicht wie Richard mit Spott, sondern mit stolzer Ueberlc- genheit auf und bewies ihm Vie Wahrheit vurch eine Kette kalter Verstandesgründe. Dennoch aber blitzte ihr großes Auge feurig dabei und wenn ste ihn heiß und lange anblickte, kam es dem armen Aurel vor, als verwirrten sich seine Gedanken und es ging ihm beinahe wie dem Kolibri unter dem Drucke der Schlangenaugen: er stotterte Antworten, die keine waren und gab sich gefangen. — Sara erzählte ihm, wie Richard alles, was er selbst von Aurel wußte, ihr nach und nach mitgetheilt hatte und wie sie sich daraus ein Bild von ihm zusammensetzte, das auf ein Haar sich richtig erwies. — „(®>ie waren unter den Dreien der beste," sagte sie lachend, „und darum der Unglücklichste. Sie liebten diese Johanna mit aller Zärtlichkeit einer schülerhaften Jugendliebe und sahen sich verschmäht um diesen Dornbusch Richard, der die Rache für Sie übernahm." (For tsctzung folgt.) Schweinezucht und S ch w e i n e h a n d e l in Cincinnati. (Schluß.) In deu in und vor Cincinnati gelegenen, sehr zweckmäßig eingerichteten ungeheuren Schlachthäusern werden von der Mitte November an und etwa vier Monate lang Tausende von Schweinen täglich geschlachtet ; das Fleisch und der Speck von mehr als */, der Gesammlheit dieser Thiere wird eingesalzen, in große Tonnen gepackt, und Nach den Hafenstädten Nordamerikas, vorzugsweise zur Verproviantirung von Schiffen, so wie in das Innere, aber auch in großen Quantitäten nach Westindien und Südamerika und, wenngleich nicht in bedeutender Menge, nach Deutschland ausgeführt. In Bremer Zeitungen liest man nicht ganz selten, daß eingesalzenes amerikanisches Schweinefleisch zum Verkauf angezeigt wird. Die geräucherten Schinken der Schweine werden ebenfalls in das Innere und nach Westindien und Südamerika in großer Menge versandt. Ein sehr wichtiges Product der geschlachteten Schweine, sowohl , zur Ausfuhr als zur einheimischen Industrie, ist das daraus gewonnene Schmalz. In Kisten von Holz oder Blech gepackt, gehen sehr beträchtliche Quantitäten Schmalz jährlich von Cincinnati 514 nach Westindien, hauptsächlich nach Havanna, wo cs zum Schmelzen der Speisen gebraucht wird, weil dort Butter ein rarer und theurer Artikel ist. In Nordamerika, welches Butter überall in Menge erzeugt, bedient man sich des Schmalzes sehr wenig. Eine große Quantität Schmalz, im festen oder flüssigen Zustande als Del, geht von Cincinnati nach Frankreich und England, so wie in die östlichen Vereinigten Staaten. In den Hafenstädten dieser letzteren Staaten, aber auch in Cincinnati, ist die Verfertigung des Schmalzöls ein wichtiger Industriezweig. In einer der größten Schlachtereien zu Cincinnati, welche jährlich wohl 30,000 Schweine fast ausschließlich dazu verbraucht, um das Fett derselben herauszuziehen, wirft man die geschlachteten Thiere, nachdem nur die Schinken davon abge- schnittcn sind, in sieben große runde Butte», von welchen sechs jede 15,000 Pfd. und eine 6000 Pfv. enthalten. Diese Massen von Schweinefleisch, Fett und Knochen werden mittels einer Dampsmaschlene, welche einen Druck von 70 Pfd. auf einen Quadratzoll ausübt, so zusammengepreßt, daß selbst die Knochen pul- verisirt werden; das aus der ganzen Masse sich sammelnde Fett wird durch Röhren mit Hähnen in besondere Gefäße abgeführt, und das Zurückbleibcnde zu Dünger oder Bereitung von Farbestoff verwendet. So werden in dieser Fabrik einen Tag in den andern gerechnet 600 Schweine täglich verarbeitet, außer dem aus andern Schlachthäusern angekauften Abfall von geschlachteten Schweinen, als: Köpfe, Knochen, Rippen u. s. iu. Die auf solche Weise gewonnene Fettmasse wird durch einen Dampfproceß zu dem reinsten und schönsten Schmalz geläutert; daraus wird Schmalzöl bereitet, indem man dem Schmalz das ihm eigenchüm- liche Stearin entzieht. In Cincinnati sind gegen 30 Fabriken von Schmalzöl, von welchen die größte und wohl die bedeutendste in ganz Nordamerika bislang jeden Monat 140,000 Pfd. Schmalzöl und Stearin producirt hat und im zunehmenden Betriebe ist. Im Jahre 1847 wurden in Cincinnati 11 Millionen Pfd. Schmalz zur Oelfabrikation verbraucht; davon wurden % zu 24,000 Fässer Del, jedes von 41—42 Gallonen und die übrigen % zu Stearin. Das Schmalzöl dient in den östlichen Staaten Nordamerikas zur Versetzung des Spermacetiöls, in Frankreich aber in großen Quantitäten zur Verfälschung des Dlivenöls. Die Geschicklichkeit französischer Chemiker hat es dahin gebracht, daß sic ihrem Del sogar 65 — 70 Procent Schmalzöl ersetzen können, ohne daß die Fälschung so leicht zu erkennen ist, Es läßt sich aber dieser Betrug an dem Niederschlag winziger Partikel von Stearin, welche sich auf dem Boden der Flasche sammeln, entdecken. Um Ltchter aus dem Stearin verfertigen zu können, wird letzteres mittels der hydraulischen Presse bis auf % der Masse zusammengedrückt; die übrigen %, welche als unreines Dlein abgehen, werden in den Seifensiedereien verbraucht. Bis 1847 wurden mindestens drei Millionen Pfd. Stearin jährlich in den Fabriken von Cincinnati zu Lichter und Seife verarbeitet, und hoffen die Lichtfabrikanten ihren Betrieb so ausdehnen zu können, daß sie künftig jeden Tag durchschnittlich 6000 Pfd. Lichter werden liefern können. Aus dem zu andern Zwecken unbrauchbaren Abfall geschlachteter Schweine, so wie aus dem verdorbenen Fleische gestorbener Thiere wird das Fett, worin etwa 80 Procent Schmalz enthalten sind, herausgezogen und zur Seifefabrikation benutzt. Daraus werden in Cincinnati wöchentlich 100,000 Pfd. ordinäre Seife zu einem Werthe von jährlich 200,000 Dollars und außerdem so viele feinere Seife verfertigt, daß dadurch jener Werth um fast */4 erhöht wird. Wenngleich der ans den Füßen der Schweine gezogene Leim unbedeutend an Werth ist, so beträgt der Werth der jährlich in Cincinnati gewonnenen Schweineborsten 50,000 Dollars. Gegen 100 Menschen beschäftigen sich dorr mir Bereitung der Borsten, und diese werden lediglich in das Innere ausgeführt. Endlich wird aller auf keine der angeführten Arten, zu verwendende Abfall, wie der Rückstand $u Schmal; ausgepreßten Schweine, die hart-„ Theile der Füße u. s. w. , zu blaugesäuerf^ Pottasche in den Fabriken von Cincinnati verarbeitet. Dieser Farbestoff wird nach Neuengland versandt, wo er in den bedeutenden Kattnndruckereien sehr begehrt ist; außerdem wird aus dem Blute der Schweine sog. Berlinerblau verfertigt. Von den sämmtlichen in Cincinnati aus den Schweuien gezogenen Producten geht mehr als % nach Südamerika und Westindien. Was aber allen den aus dem Schlachten der Schweine in Cincinnate hervorgehcnden verschiedrnartigen Industriezweigen einen sehr hohen Werth, wir möchten sagen den Hauptwerth verleiht, sind die dazu erforderlichen Arbeitskräfte, indem dort dadurch mehr als 6000 Mensa en (darunter etwa 1500 Böttcher) in den Win- tcrmonaten beschäftigt werden, wo sie sonst wenig und manche gar nichts verdienen könnten. Außer den bei Bau und Besserung der zu jener Industrie nothwendi- gen Gebäude, bei Verfertigung von Maschinen und Werkzeugen beschäftigten Künstler und Handwerker, werden dadurch Ackerbauer, Schweinetreiber, Fuhrleute, Schlächter, Borstenbereiter, Böttcher, Tischler, Blechschmiede u. a. m., besonders aber als Arbeiter in den verschiedenen Fabriken: Ziegelbrenner, Maurer, Steinhauer , Pflasterer u. s. w. beschäftigt, deren Gewerbe zur Winterszeit ihnen kein Brod verschafft. Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.