Änzeigrblatt der Stadt und des Regierungsbezirks Gießen. Jt£ 14» Sonnabend den 17. Februar 1849. Dieses Blatt erscheint wöchentlich zwei Mair Dienstag und Sonnabend. Der PränumerationSbetraa ist für ein ganze- Jahr für Einheimische 1 st. 30 fr., für ein halbes Jahr 45 kr.; für Auswärtige incl. Poftaufschlag 1 st. 43 kr., yalbjährl. 51 fr. Auswärts abonnirt man stch bei den zunächst gelegenen löbl. Postämtern. 3n Gießen bei der Expedition, lLanzleiberg Lit. b. Nr. 1. EinrückungSgebuhr für den Raum der gespaltenen EorvuS-Zeile 2 fr. Inserate müssen jedeSmal Vormittags 9 Uhr an dem Tage vor dem Erscheinen dieses Blattes an die Redaktion gelangt sehn. ..... II. I ■■■■■—i-i» BI■■■! ........ ■■■■■■■■r—-------------------——— Amtlicher Th eil. Auszug aus dem Gr. Regierungsblatt Rr. 9, vom 10. Februar 1849. Inhalt: 1) Bekanntmachung, die Großh. Obcrsinanzkammer l. Section betr.; — 2) Bekanntmachung, die Wahl der Gcschworncn für die Sitzungen des dritten und vierten Quartals 1849 in der Provinz Rheinhessen betr.; — 3) Bekanntmachung, die Niederschlagung eines Theils der Umlagen der israelitischen Religionsgemeinve zu Lollar für das Jahr 1818 betr.; — 4) Berzeichniß rechtskräftig gewordener, nach Art. 30 des Strafgesetzbuchs bekannt zu machender Strafurthcile der Gerichte der Provinz Rheinhessen; — 5) Dienstnachrichten; — 6) Versetzungen in Pen Ruhestand. Nr. R. C. 1554. Gießen am 14. Februar 1849. Betreffend: Die Verwaltung des Rentamts Gießen. Die Großherzoglich Hessische Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gießen an die Gr. Bürgermeister derjenigen Gemeinden, welche zum Rentamtsbezirk Gießen gehören. Wir benachrichtigen Sie, daß der Gr. Oberfinanzkammer-Accessist Siebert, zum Vikar deS Rentamts Gießen bestellt worden ist und beauftragen Sie, dessen Bcstestung in geeigneter Weise, in Ihren Gemeinden bekannt zu machen. K ü ch l e r. Gießen den 15. Februar 1849. Betreffend: Die Musterung des Jahres 1849. Der Großherzoglich Hessische Regierungsrath Eckstein zu Gießen. an die Gr. Bürgermeister des früheren Kreises Gießen. Sie werden in Ihren Gemeinden alsbald zur öffentlichen Kenntniß bringen, daß die Bezirksmusterungsliste des früheren Kreises Gießen vom Jahre 1849 vom 19. Februar bis zum 5. März d. I. zu Jedermanns Einsicht in der Registratur der Gr. Regierungs-Commission dahier offen liege. Neber den Befolg dieser Auflage haben sie binnen 8 Tagen Bericht zu erstatten. Eckstein. 142 m „ u , Gießen den 15. Februar 1849, Betrefend: Die Musterung des Jahrs 1849. Der Großherzoglich Hessische Regimmgsrath von Will ich zu Gießen an die Gr. Bürgermeister des Recrutirungsdistricts Grünberg. Die diesjährige Bezirksmusterliste für den Necrutirungsdistrict Grünberg liegt vom 19 Februar bis zum 5. Marz L I. auf dem Bureau des Gr. Bürgermeisters zu Grünberg zu Jedermanns Einsicht offen, welches sie in ihren Gemeinden zur öffentlichen Kenntniß zu bringen und den Befolg innerhalb acht Tagen anher anzuzeigen haben. I. A. des Gr. Regiernngsraths v. Willich, der Gr. Regierungsrath Eckstein. «.MH..., «Mi»»., im 3.H “ 16' S,6,Mr ,849- , Die Großherzoglich Hessische Regierungs-Eommlsston des Regierungsbezirks Gießen an sämmtliche Gr. Bürgermeister des Regierungsbezirks Gießen. m . von den Gr. Ministerien des Innern und des Kriegs ausgestellten Repartition hat die Provinz Oberheffen zur Truppenerganzung für 1849 1936 Mann zu stellen, welche in der Ihnen besonders zugehenden Tabelle auf die verschiedenen Regierungsbezirke vcrtheilt worden sind. Diese Tabelle haben Sie in Ihrer Bürgermeisterei anzuheften und aus solche Weise zur öffentlichrn Kenntniß zu bringen. K ü ch l e r. 41) Gießen. Protokoll der Sitzungen des Bezirksraths zu Gießen. Fünfte Sitzung vom 3. Januar 1849. Nachmittags 3 Uhr. Anwesend r Reg.-Rath Küchler und 10 Mitglieder des Bezirksraths. (Fortsetzung.) WEM eine allgemeine Lehrer-Conferenz durch Deputirte beschickt. Server schließt sich Steinberger an. ' ' "beif Engel bei. Am Ende müßte man ja doch die Ansichten, welche in den einzelnen Lehrer-Conserenzen austauchep,) zusammenstellen und zu einem Ganzen zu vereinigen suchen. Lieterlch schließt sich Steinberger an. nomnmu $°rf* W Debatte und es wird der Antrag so wie er in dem Bericht gestellt, ange- kommt der Antrag Steinbergers, daß der Entwurf über das Schulwesen in den einzelnen Lchrer-Eonferenzeu durchdebattirt siverde, zur Abstimmung gebracht und ebenfalls angenommen. sodann kommt der zweite Zusatz Engels, daß der Entwurf hieraus durch Deputirte beratben werde zur Abstimmung gebracht und wird angenommen. J P Verot^n 143 Der 2. Vors. läßt nun den Antrag Bermbecks, die Errichtung von Fortbildungsschulen in den Landgemeinden für die reifere Jugend betreffend, verlesen. Steinberger erstattet hierüber mündlichen Bericht. Beleuchtet in klarem Vortrag diese so höchst wichtige Sache ausführlich und empfiehlt den Antrag mit großer Wärme. Beruh eck dankt dem Berichterstatter für seine so gründliche, alles erschöpfende Beleuchtung und Empfehlung seines Antrags, wodurch er im Grunde nichts zu bemerken habe, um so weniger als er glaube, daß die ganze Versammlung das, was der Berichterstatter gesagt habe, theile. Engel glaubt, daß zwar in den meisten Gemeinden diese Sache Anklang finden würde, allein er ist auch der Ansicht, daß sich manche Schwierigkeit finden werde, da so viele Lehrer noch gar zu schlecht gestellt seien. Der Vors. schließt die Debatte und läßt über den Antrag abstimmen, welcher einstimmig angenommen wird. Vors. läßt nun den Antrag Dieterichs wegen Aufhebung der Ordonanzen der Oberbchörden vorlesen. Steinberger erstattete mündlichen Bericht darüber, beantragt den Zusatz, diejenigen Ordonanzen, welche den Grundgesetzen widersprechen, aufzuheben. Reg.-Co mm. glaubt, daß mit dem Antrag so nichts bezweckt werde. Man müsse die Vorschriften, welche dem Gesetze widersprechen, bezeichnen. Dieterich bemerkt, daß er in seinem verlesenen Antrag einige Ordonanzen genannt habe. Alle spc- ciell zu bezeichnen sei nicht möglich. Der Reg.-Comm. bestreitet, daß Ordonanzen bestünden, wonach wie Dieterich bemerkt, Menschen von den Forstviencr todtgeschossen werden dürften und wie solche angewiesen seien, nur im Falle des Angriffs von den Waffen Gebrauch zu machen. Dieterich widerspricht dieses und glanbt das Gesetz sei zu weit ausgelegt von der Obersorstdirection. Re g.-Comm. führt seine Behauptung aus und behält sich vor, daß Gesetz vorzulegen. Steinberger meint, man solle wenigstens die wichtigsten Vorschriften bezeichnen. Er verliest eine Stelle eines Gesetzes bezüglich der Lehrer und beantragt: man solle einen Zusatz machen und die wichtigsten Vorschriften angeben. Der Vors. schließt die Debatte und läßt über den Antrag des Ausschusses abstimmen, welcher angenommen wird. Der Reg.-Comm, erörtert auf die Interpellation 1) wegen des Gesuchs des PH. Walters von Beuern, um Aufnahme als Ortsbürger nach Altenbuseck: »daß der Bittsteller entsprechend bedeutet worden sei." 2) Wegen Ablösung der Grundrenten in den Standesherrlichen Bezirken »die entsprechende Verfügung ist erlassen worden." 3) Herstellung von Reg. Comm. zu Grünbcrg, Laubach und Lich. Dieterich wünscht Erläuterung darüber, warum gerade die Bürgermeister zu Lich, Laubach und Grünberg zu Commissärcn ernannt, die Erncnnnng im Anzcigeblatt publicirt rind die spätere Rücknahme dieser Bestellung nicht so veröffentlicht worden sei? Reg.-Comm. gibt die Erläuterung dahin, daß man blos im Interesse der Bezirks-Einwohner gerade die Bürgermeister an den Landgerichtsorten hierzu ernannt, keineswegs eine andere Absicht dabei gehabt habe. Durch eine allgemeine Entschließung des Ministeriums sei man veranlaßt worden diese Aufträge zurückzunehmen, die Bürgermeister hätten davon Kenntniß erhalten, wie es scheine aber diese Rücknahme nicht veröffentlicht. Wenn dies nicht geschehen wäre, so woll^er diesem Mangel abhelfen, und eine öffentliche Bekanntmachung im Anzeigeblatt dieferhalb erlassen. <$ Bitte des Johs. Diehl zu Wcickardsheim um rhme als Ortsbürger zur besagten Gemeinde. — An den II. Ausschuß. J (Schluß folgt.) Polizeiliche Bekanntmachung. Ein Fausthandschuh und ein buntes Sacktuch, sind gefunden und auf dem Pvlizeibüreau dahier abgegeben worden. Gießen am 15. Februar 1849. 144 Versteigerungen. 246) Gießen. Main - Weser - Eisenbahn. Versteigerung von Bauarbeiten. Montag den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Gasthause zum Promenadehaus dahier, die bei Erbauung der nachgenannten Uebergangs- werke erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, als: I. bei Erbauung einer Brücke über die Wieseck bet Gießen. 1) Maurer - und Steinhauerarbeit, ohne Material, veranschlagt zu 8776 fl. 40 fr. 2) Lieferung von 350 Bütten Wasserkalk, veranschlagt zu . . . 875 fl. — II. bei Erbauung eines Viaducts am Neustädter Thor bei Gießen. 1) Maurer- und Steinhauerarbeit, ohne Material, veranschlagt zu 6315 fl. 26 fr. 2) Zimmerarbeit veranschl. zu 669 „ 23 » 3) Lieferung von 800 Bütten Wasserkalf, veranschlagt zu .... 2000 fl. öffentlich an die Wenigstforderden versteigert werden. Risse, Voranschläge und Versteigerungsbedingungen liegen vom 19. d. M. an, auf dem Büreau deö Unterzeichneten, zur Einsicht offen. Gießen den 11 Februar 1849. Der Gr. Sections-Jngenieur der Section Gießen. Eickemeier. 262) Gießen. Montag den 26. d. M., Nachmittags 2 Uhr, sollen, auf freiwilligen Antrag der Erben der Andreas Loos'schen Ehefrau dahier, die denselben zustehenden Immobilien, wie solche im Wochenblatt vom 10. d. M., 12, näher beschrieben sind, auf dahiesigem Raihhaus, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 7. Februar 1849. Der Beigeordnete R ü h l. 267) Gießen. ,er Montag den 26. d. M., Nachmittags 2 Uhr, soll, auf freiwilligen Antrag deS Kürfermeisters Joh. Phil. Bachertö Erben dahier, der denselben zustehende Grundb. EWtr. 4o/jo8-9-io- 158 Garten im Gartenseld, auf dahiesigem Rathhaus, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 15. Februar 1849. Der Beigeordnete R ü h l. 263) Gießen. Dienstag den 20. d. M., Nachmittas 2 Uhr, sollen, auf freiwilligen Antrag des Schuhmacher- meister Jacob Dörr dahier, die demselben zustehenden Immobilien als: Grundb. iüKlftr. */33c. 10 l Hofraithe in der Mühlgasse, 7?2 2! Hofraum mit Stall daselbst, '/33a. 3 ) Grabgarten daselbst, 7iso 17 Acker, Gewann-Lappen am Wismarerweg an der Lahn, 15/72 157 Acker in den krummen Gräben, 2%23 180 Acker zwischen dem Aul- uud Lcih- gesternerweg (mit Korn besät), 3%, 266 Wiese, jetzt Acker am Atzelbusch auf den Weg (halb mit Waizen b sät) auf dahiesigem Rathhauö öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 7. Februar 1849. Der Beigeordnete Rühl. 266) M a u l b a ch. Hvlzversteigerung i m Revier Maulba ch. Donnerstag den 22. u. Freitag den 23. d. M., jedeSmal Morgens 9 Uhr anfangend, sollen im Distrikt Rübgarten: 281 Kiefern-, Bau- und Schnittholz-Stärnme von 10 — 17" Durckmesser und bis zu 85' Länge, zusammen 17250 Cbikfß. enthaltend, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird bis zum 1. October d. I. Zahlungsfrist gestattet. Die Zusammenkunft ist im Holzschlage am Vicinalwege von Dannenrod nach Lehrbach. Maulbach am 11. Februar 1849. Der Gr. Hess. Revierförster des Reviers Maulbach. Em melius. 268) Großenbuseck. Holzversteigerung zu Großenbuseck. Dienstag den 20. Februar 184.9, Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Gemeindewald der Gemeinde Großen- buseck: 145 10 Stecken Kiefern-Scheidholz, 13 „ „ Prügelholz, 19'A „ h Stockholm, 1075 Stück „ Reißholzwellen, 170 „ „ Bauholz, 4444 Cblkfß. enthaltend, öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist in obigem District. Großenbuseck am 14. Februar 1849. Der Beigeordnete Siegfried. 242) Daubringen. Montag den 19. Februar d. I., Vormittags 9 Uhr, soll in dem hiesigen Gemeindewalo, eine ansehnlich Quantität Bau-, Werk- und Nutzholz, bestehend: 1) in Eichen-Baustämmen von 80 bis 257 Cbikfß. Inhalt, 2) in Buchen-Werkholz, für Wagner und Müller, 3) in FichteN'Werkholz, für Wagner, Müller und Oeconomeu sich eignend, 4) in 5700 Stück Bohnenstangen, öffentlich an die Meistbietenden versteigert werden. Der Versammlungsort ist in dem District Pil- zenbach, präcis Morgens 9 Uhr, Daubringen den 9. Februar 1849 Der Bürgermeister .Dort. 259) Rod he im. Montag den 19. d. MtS., Vormittags um 9 Uhr, sollen dahier folgende, der Gemeinde gehörige Früchte, einer Versteigerung ausgesetzt werden, nämlich 32 Malter Korn und 1 » Waizen. Die Gr. Bürgermeister der nahe gelegenen Orte werden ersucht, dieses im Interesse ihrer Gemeinden bekannt machen zu lassen. Rodheim den 12. Februar 1849. Der Bürgermeister Dudenhöfer. 260) Langgöns. Holzversteigenmg im Langgönser Gkmcindewald. Dienstag den 20. Februar d. I., Vormittags von 9 Uhr an, soll im hiesigen Gemeindewald, District Hütten- berg, uachverzeichnetes Holz versteigert werden. 6 Stecken Buchen-Scheidholz, 154 „ u Stockholz, 300 Stück H Reißholzwellen, 17 Stück Buchen-Stämme, worunter sich mehrere von 22 — 26' Durchmesser befinden. Die Zusammenkunft ist am Eingang des Waldes an der Niederkleer-Chausse. Langgöns am 12. Februar 1849. Der Beigeordnete Dern. 281) Gießen. Am 1. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, lasse ich eine leichte zweispännige Chaise in meiner Wohnung vor dem Walllhor, versteigern. Gießen den 13. Februar 1849. Georg Noll. 265) Wieseck. Mittwoch den 21. Februar, sollen folgende Gegenstände im Schulhause zu Wieseck versteigert werden: 2 Kühe, Heu, Stroh, Mist, ein Fortepiano, Bücher, Betten, Schränke, Comoden und andere Hausgeräthes. Hofmann, Lehrer. 272) Rodheim. Dienstag den 20. d. M., Morgens 9 Uhr, lassen die Erben des verstorbenen Engelhardt Kammer zu Rodheim, ihre Mobilien als: eine Partie gutes Heu, 21/, Fuder Stroh, eine tragbare Kuh, ein neu beschlagener Wagen mit eisernen Aren, ein Pullwägelche», einen Pflug, eine Egge, 12 — 14 Malter Kartoffeln und sonstige Hausgeräthe, gegen gleich baare Bezahlung, meistbietend versteigern. Zugleich werden alle Diejenigen, welche Forderungen an dessen Erben zu machen haben, aufgefordert, dieselben binnen 14 Tagen bei dem Un- rerzeichneten einzureichen. Gießen den 17. Februar 1849. K. Kammer. Feilgeboten. 199) Gießen. Von holländischen Vollbückingen, Häringen, Sardellen, Labberdan, Capern, Citronen, Schweizer-, Limburger- und Ramkäse, Tafclessig, Walluüssen, Hasselnüssen, Tafelmandeln und Tafelrosinen, habe ich wieder neue Sendung erhalten. L. Jahreis. 227) Gießen. Meinen auf der Neuenweger Schoor gelegenen Garten bin ich Willens zu ver- miethcn oder aus freier Hand zu verkaufen. L. Mergott, wohnhaft bei Hrn. Hutm. Gail aus der Mäusburg. 146 200) Eießen. Aechtes Bairisches Bier, in Fässern und Flaschen bei L. I a h r e i s. 279) Gießen. Bei der Wallpf örter Schäfereigesellschaft ist eine noch in gutem Zustande besindliche Schäferhütte zu verkaufen. Das Nähere bei Balih. Spruch 198) Gießen. Feinsten Braunschweiger- und Brabanter-Flachs, letzterer in der beliebten Pöpp- chessorte, empfiehlt L. Jahreis, am Markt. 282) Gießen. Ein guter Gemäß- und Obstgarten, y2 Morgen haltend, am Neuweger Thor, nahe der Stadt gelegen, ist zu verkaufen. Das Nähere bei Ausgeb. d. Blatts. 240) Marburg. Der an der Frankfurter Straße vor Marburg gelegene Gasthof zum „Schützenpfuhl," mit Scheuer, Remise (beides ist so eingerichtet, daß es auch zur Stallung dienen kann), Stallung für circa 50 Pferde, Backhaus, Waschhaus, Kuh- und Schweineställe, sowie Gemüse- und Mrthschafts- gärien, daran stoßende Wiese, Ackerland und Obststücke, nebst großem Fischteiche, stehet zum sofortigen Verkaufe, welches mit dem Bemerken bekannt gemacht wird, daß das Kaufgeld nicht gleich bezahlt zu werden braucht, sondern gegen genügende Sicherheit, unter noch zu bestimmenden Bedingungen, stehen bleiben kann und weitere Auskunft hierüber im Gasthofe selbst ertheilt wird. 271) Gießen. Gutes Gerstenstroh ist zu haben bei W. R ü h l. 278) Gießen. Den vormals I. Wallen- fellö'schcn Garten vor dem Neuenweger Thor, rechts und links der Grünberger Chaussee, an dem Garten des Hrn. Adv. Rumpf liegend, jetzt dem Actu- argehülfen Engel gehörig, habe ich in Auftrag zu verkaufen und können sich Liebhaber an mich wenden. Gießen den 13. Februar 1849. Carl Keck. 287) Burggem ünden. Der Unterzeichnete ist Willens sein Wohnhaus mit Scheuer, Stallung, Hofraum, zwei Gärten und 30 Morgen Wiesen und Ackerland aus freier Hand zu verkaufen. Burggemünden den 15. Februar 1849. P. Fischer. 204) Gießen. 33^ Ergebene Nachricht, „jsrg Die erwartete neue Consignation der K. K. allerh. privil. Goldberaer'schen qalvano- | electnfchen Rheumatismus-Ketten ist so eben eingetroffen, und liegen die bestellten Erem- plare zur geneigten Abholung bereit. Mit dieser Sendung empfing ich auch wieder eine Anzahl der günstigsten Zeugnisse und Atteste über die heilkräftige Wirksamkeit der NheumatiSmus-Ketlen, von denen ich nachstehend einige als Beleg für die Vortrefflichkelt der Goldberger schen Ketten folgen lasse. Atteste. Seit vielen Jahren litt ich an heftigen Alterschmerzen, nämlich am Gesichtsschmerz. Weder innerliche noch äußerliche Mittel vermochten denselben zu besiegen. Jede Bewegung im Gesichte durch Sprechen und Essen, jede Veränderung des Wetters, besonders vor und während eines Gcwit- ters, jedes Lüftchen im Freien verursachte denselben mehr oder weniger aufs Neue. Auf die Bekannrmachung der Goldberg e r'schen galvano-elektrischen Rheumatismus-Ketten ließ ich mir eine solche kommen, legte sie nach Vorschrift an und, Gott sei Dank! schon nach 14 Tagen fühlte ich Linderung und jetzt, nach 3 Monaten, bin ich beinahe ganz von diesem Hebet befreit, nur noch eine kleine Stelle unter dem linken Auge zeigt mir beim Waschen des Gesichts noch an, daß hier der Schmerz hauste, was aber von gar keiner Bedeutung ist. Friedberg, im Gr. Hessen, den 11. October 1848. Roller, Director der Taubstummen-Anstalt dahier. Carl Frech in Gießen. Seit einigen Monaten, lesen wir in unfern Blätter verschiedene Bescheinigungen über die Heilkraft der Goldberg- ger'schen galvano-electrischen Rheumatismus-Ketten. Diese zeigten jedoch immerhin an, daß sie in so und so viel Zeit i dem Leidenden geholfen haben. Neber die Heilkraft wäre also überflüssig noch Mehreres mitzutheilen, indem die durch die so viel sprechenden Beweise längstens erwiesen ist. Ich kann jedoch nicht jübergehen, die so auffallende schnelle Wirkung dieser Ketten, wie sich dieselbe bei meiner Frau erwiesen, dem Publicum mitzutheilen. — Meine Frau ist schon seit länge- ! rer Zeit mit einem Kopfgichte behaftet, welches sich piriodisch einstellte; in dem Augenblicke, als die so grenzenlosen j Schmerzen sich einstellten, legte man ihr eine Goldber- g e r'sche Kette um den Hals, und binnen einer Stunde war i ste gänzlich ihrer Schmerzen befreit und konnte die ganze Nacht ruhig schlafen. Dieses bescheinigt Wiesbaden den 15. Januar 1849. P. Wolff, Gemeinderathsmitglied. 225) stehend in Holzplatz, mieihcn in 276) i vermiethen 280) । 4 Stuben, platz nebst miethen in 283) < Herzberger miethen ui werden. • 285) ( noch mehre 251) ( stehend in Holzplatz u gebrauch de sogleich bez 290) < ist eine Sk I. der Aul 21) drei auch 4 stall, ist in beziehbar. V< 274) Die S sehr reich : entrichtet, s digungen n Wer diese t beliebe es Gießen anzi 147 it gemacht »ezablt zu ie Sicher- ingungen, i hierüber ch ist zu : ü h l. Wallen- lor, rechts Dem Gar- >em Actu- lustrag zu mich wen- eck. erzeichnete Stallung, Siefen und her. galvano- en Erem- ieber eine unfeit der einige als Gießen. Hatter ver- oidberg- ten. Diese so viel Zeit : wäre also e durch die Ich kann !e Wirkung »iefen, dem feit länge» h piriodisch renzenlosen oldber- Stunbe war die ganze Zu vermiethen. 225) Gießen. Eine Familienwohnung bestehend in 2 Zimmern, einer Kammer, Küche, Keller, Holzplatz, Mitgebrauch der Waschküche, ist zu ver- mieihen und kann alsbald bezogen werden bei C. Steinberger in der Löwengasse. 276) Gießen. Eine Familienwohnung ist zu vermiethen und sogleich beziehbar bei Philipp Brück, aus dem Seltersweg. 280) Gießen. Ein Logis, bestehend in 3 bis 4 Stuben, einem Kabinet, Küche, Keller und Holzplatz nebst Mitgebrauch der Waschküche ist zu ve» miethen und kann alsbald bezogen werden bei Ehr- Busch, im Darmstädter Haus. 283) Gießen. Das von Herrn Registrator Herzberger bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen und kann bis den 1. April d. I bezogen werden. Ph. Oppermann. - 285) Gieße n. Jur Buschischen Garten sind noch mehrere möblirte schöne Zimmer zu vermiethen. 251) Gießen. Eine Familienwohnung, bestehend in 4 bis 5 heizbaren Zimmern, 2 Kammern, Holzplatz und Keller, beide verschließbar, sowie Mitgebrauch der Waschküche, ist zu vermiethen, und kann sogleich bezogen werden. Sil bereisen. 290) Gießen. iFür das nächste Semester ist eine Stube mit Cabinet zu vermiethen bei Brühl I. der Aula gegenüber. 21) Gießen. Ein Logis, bestehend aus drei auch 4 Zimmern, Kammer, Küche, Keller, Holz- uall, ist m meinem Hause zu vermiethen und gleich beziehbar. W. Dickore, Reallehrer. Vermischte Nachrichten. 274) Biedenkopf. Die Stadt Biedenkopf, welche als Gemeinde «ehr reich ist und pünktlich vierproeentige Zinsen entrichtet, sucht zur Deckung verschiedener Aufkün- eigungen noch eine Summe von 3 — 4000 fl. 4ber diese theilweise oder ganz vorzustrecken gedenkt, veüebe es bei Buchdrucker G. D. Brühl zu Gießen anzuzeigen. 216) Frankfurt a. M. Das vom Staat errichtete und von den Landesständen garantirte Badische Staats - Eisenbahn - Änlehen von 14 Millionen fl. ist rückzahlbar durch Gewinne von 14 mal 30,000, 54 mal 40,000, 12 mal 33,000, 23 mal 13,000, 2 mal 12,000, 55 mal 10,000. Niedrigste Prämie ift 42 fl. Die nächste Verloosung findet am 28. Februar 1849 statt, uijb find hierzu bei unterzeich- uetem Handlungshause Driginaüose für alle Ziehungen gültig ä 31 fl. 30 fr. und für die bevorstehende Ziehung allein ä 1 fl. 30 fr. zu beziehen. Plan liegt auf dem Comptoir des Anzeigeblatts der Stadt uud des Regierungsbezirks Gießen zur Einsicht offen. Jede Auskunft wird daselbst gratis erlheilt. Julius Stiebet junior, Banquier in Frankfurt am M. Büreau Wollgraben. Solide Männer, die eine Agentur zu übernehmen gesonnen sind, belieben sich zu melden, 183) Gießen. An die Besitzer von Anlehens-Loosen. Durch mein früheres Anerbieten, Anlehens-Loose aller Art unentgeldlich nachzuschlagen, ist mancher Gewinn zur Erhebung gekommen. — Da indessen viele mitunter Haupt-Treffer aus der Neuzeit wieder mierhoben sind, so ergibt sich, daß wie damals die Inhaber solcher Loose keine Kenntniß von ihrem Gewinne erlangt haben. — Ich fordere daher alle diejenigen, die über das Schicksal ihrer Loose in Ungewißheit sind, auf, mir dieselben zum Nachschlagen aufzugeben, und der promptesten Benachrichtigung gewärtigt zu sein. — Schneider-Hoff, Effeeten-Handlung. Frankfurt a. M 182) Wetzlar. Engelbert Leonhardt, Sieinhauermeister und Manuorirer, wohnhaft im Michelischen Hause in der Silhöferstraße, empfiehlt sich mit feinen aller Arten feinen Marmorir- und Bildhauer-Arbeiten, als Grabsteine, Altäre ic. in Marmor aller Qualitäten und Couleure. Durch gute und billige Bedienung wird derselbe das Zutrauen seiner geehrten Gönner stets zu rechtfertigen suchen. 277) Gießen. Künftigen Sonntag den 18. d. M. spielt die Bürgergarde-Musik im Busch'schen Garten. Eintrittspreis für jede Person 12 fr Anfang Mittags 3 Uhr. 284) Gießen. Eine tüchtige Hausmagd mit guten Zeugnissen, welche einfach fachen fann’, wird Sit Ostern in Dienst gesucht. Das Nähere sagt die Erptt. d. Bltts. 1 a zmitglied. 148 Gießen. 269) -und Viktualisnpreise V i ft ualie n P r eise. a eo o eo Brodtaxe. Fleischtaxe Ei s © K t» -- © kr. Vf. fr. | Vf. ft. | pf. ~ ~T "4! — ” “ ft.; vf. fr. Vf- S| ft.; vf. per Pfund fr.|vf. ft.;Vf. 2 2 lK 4 x 8, 2 3 Ochfenfleisch >2, 8 9 D.\ 8. 8. 6 — 5 5 2 5 2 Pf- Marktpreise. fr. Vf- fr. fr. Pf. Pf. 1 3 20 Gattungb-st-h-n, undzwar auf w Pch.nicht m-hr al-> e i s e. I Büdingen 1 10. Februar. | 10. Februar. fr. fc 2 Frucht- g»t- tung. 6 2 4 6 8 12 6 16 16 14 24 18 18 18 16 24 — 20 — 8. 6 5 fr.! vf. Warzen Kvrn . Gerste. Hafer . Erbsen Linsen. N S Mainz 10. Februar. Q 1 8. 5 & Q 2 1 37 51 28 st. 8 6 4 3 jt 3 2 1 1 8.1 Ct 51 2 fr. 30 15 30 5 fr. 6 24 — 20 — frJvf- 12;- 10 — 9; — 81- 13 - 9 - 8 - 14 - 12 - Wetzlar 3. Februar. Scheffel 4- 2; 9 — —)— 5 10) Gießen 15. Februar. | Kuhsteisch . U Rindfleisch . t Kalbfleisch • | Schweinefl. . Hammclfl. . Schaaffl. . . 8eberwurst . gern. Wurst. Bratwurst . Schwarten,.. Blutwurst . geräch. Ssteck Schinfen . . Dörrfleisch . Rindsfett Hammelsfett Schweineschmalz, ausgelassenes . dgl., unauszel. Anschaffung von Sämereien durch den landwirthschastl. Verein von Oberhessen pro 1849. Zur Aussaat im Jahre 1849 wird die Anschaffung des ewigen Klee's, Esparsette und des Obern- dörfer Runkelrübrosamens vermittelt. Die Unterstützung von Seiten des Vereins besteht zunächst in der Uebernahme sämmtlicher Bezugskosten bis nach Gießen, einer mit dem Ankaufspreise im Verhältnisse stehenden Minderung deö Verkaufspreises und in dem pfllchtmäßigen Bestreben, Samen von bester Qualität zu erlangen. Diejenigen, welche von unserem Anerbieten Gebrauch machen wollen, haben ihre Bestellungen spätestens bis zum 15. März entweder hierher oder den betreffenden Herren Bürgermeistern zur Beförderung an das hiesige Vereinsbüreau einzureichen. Oeconomen, welche ein größeres Bedürfniß als 16 Pf. Luzerne, 1 Mltr. Esparsette, 5 Pfv. Runkelrübensamen (Aussaat auf den Normalmorgen von 400 Klftrn.) haben, können zwar auf Vermittlung zur Befriedigung ihres Bedürfnisses Anspruch machen, werden es aber für billig erachien, wenn ihnen der volle Anschaffungspreis berechnet wird. Gießen den 20. Januar 1849. In Erledigung der Präsidenten-Stelle: Schneider. Maas Milch . Pfund Butter auch Handfäse . .. 10 10 30 10 1\- 12| 2 91— B-l 200 190 170 181 19 | 4 4 fr.! Vf. 12 — 9 — 8 — 6 — 12 — 8 — L 10 — 16 — 16 — 14 — 19 — 19 — 19 — 24 — 16 — 9 49 56 «z 14 - 8 - 18 - 18 - 16 26 !9’ 19 20 20 Für 1 fr. Wasserweck. „ 1 kr. Milchbrod . 24 — 19 — 20 — 24- 16 — M « t e r. Grimberg I Friedberg 0. Februar. I 10. Februar. , 1 zGerste- ) ®ie^n \ |Äorn, < Mehl Grünberg ) £.R. ) aus | Waizen- und | Kurnmehl besteh. NB. Di- Zugaben zum Fleiw dürfen nur in folchemg i°L°t"auS,nachn"Nf-?'Füßi/^ auch di-'ganz Äutig-N und mcht st. 7 4 3 2 24 — 20—1 Marburg 27 Jan. Mött 9 6 4 3 9 — Ü= 12 - 8 — 7 — 14 — l K. 200 190 170 Pf. 200 200 170 3 (Sicv <••••♦ 1 Pfund Waizenmehl . . „ Gcschw. Vorschuß st. fr. Pf.! st. ft. Pf. st- ft. 8 / 20 8 55 200 8 56 5 48 _ 5 52 200 5 34 4 35 _ 5 34 200 4 52 3 20 — 3 2 200 3 30 —- — — — . —- — — —- — 149 Vermischte Nachrichten. 219) Hopfgarten. a Schiffsgelegenheit. für Auswamderer über Bremen noch den vereinigten Stnnten von Nordamerika. Diejenigen Auswanderungslustige, welche nach den vereinigten Staaten Nordamerikas über Bremen passiren wollen, diene hiermit zur Nachricht, daß das Dreimaster Bremische Packet-Schiff Magdalena Capitatn Kuhlmann den 1. März nach New-tzork erpedirt wird. Die Personen im Zwischendeck mit freier Verköstigung zu 60 fl. nach Baltimore 62 fl. welches den 15. März erpedirt wird. , Den 15. April wird das Dreimaster-Bremische-Schiff lason, Capitain D. Schilling nach New-Uork erpedirt und zwar für deu Passage-Preis wie auf den 1. März zu 60 fl. für Familie mit Kinder unter 12 Jahren. Einzelne Personen 2 fl. mehr und Armengeld außerdem. Diejenigen Personen, welche reisefertig sind, wird diese Ueberfahrtsgelegenheit gewiß willkommen sein und beliebe» sich dieselben baldigst bei mir zu melden, indem ich in den Stand gesetzt bin derartige Contrakle abzuschließen und auch Beförderung bis Bremen mit meinem eigenen Fuhrwerk übernehmen kann. Hopfgarten bei Alsfeld am 6. Februar 1849. H. Gebhard, Agent. 255) Gießen. Der deutsche Phönix Versicherimgsgcsi'llschast in Fmnkfnrt a. M. (Vcrsicherungs - Capital 5 */2 Millionen Gulden) versichert alle bewegliche Gegenstände gegen feste billigst gestellte Prämien., Der unterzeichnete Haupt-Agent ist zum Abschlüsse von Versicherungen ermächtigt und ertheilt gerne Auskunst auf Anfragen. Gießen im Februar 1849. 3- ®- Appel. Frankfurt a. M. M- Für Auswanderer. „Die Hoffnung." Conressionirle deutsche Büreaur für Auswanderer nach Amerika von M» ISielefeld in Mannheim. Regelmäßige Fahrten vom nächsten März an, mit gekupferten Dreimaster erster Klasse, sogenannte Packetbote nach New-Work und New-Orleans Rotterdam und London. Zur näheren Erkundigung, sowie zum Abschluß von Ueberfahrts-Verträgen, beliebe man sich an Unterzeichneten zu wenden. Heinrich Klippel, General-Agent in Frankfurt a. M. 75) 150 264 E. C- Rühl. schließung der möglichst billigsten (Sontracte. Gießen im Februar 1819. Gießeu. Für Auswanderer! Die Herrn Carl Po ckrautz X Comp. in Bremen erpediren vom 15. März an, regelmäßig 2 mal des Monats (1. und 15.) gute schnellseqelnde Dreimaster nach New-York, Baltimore, New-Orleans, Galveston, (Texas,) Kalifornien & St. Francisco, und haben mir die Agentur für hiesige Gegend übertragen. Indem ich die resp. Auswanderungslustigcn hiervon in Kenntniß setze, erbiete ick mich zur Ab- 270) Gießen. Mehrere Personen, welche nächsten Herbst nach Nordamerika auszuwandern beabsichtigen, wollen sich zuvor Unterricht im Englischen nehmen, da ihnen die Kenntniß dieser Sprache von ihren bereits dahin ausgewanderten Freunden und Verwandten zu einem guten Fortkommen übereinstimmend, als höchst nützlich uud unentbehrlich geschildert wurde. Sie laden daher Diejenigen, welche etwa die gleiche Absicht haben, hiermit ein, an diesem sobald als möglich zu beginnenden Unterrichte Tbeil zu nehmen, wodurch derselbe zugleich für jeden Einzelnen um so wohlfeiler werden würde. Bei der Erped. d. Bltts. das Nähere. 273) Gießen. Diejenigen Mitglieder der hiesigen Leichenkassegesellschafi, welche sich im Rückstände befinden, werden hiermit aufgefordert, ihre Beiträge spätestens bis Ostern d. I. an den Rechner der Ge- sellschalt zu berichtigen, widrigenfalls die Säumigen nach Beschluß der Generalversammlung, vom 4. d. M., mit Bezug auf §. 18 der Statuten, von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Gießen den 15. Februar 1849. Der Vorstand. 286) Gießen. Es wird ein gewandtes Bürschchen von 14 bis 16 Jahren in Dienst gesucht. Die Erpd. d. Bltts sagt wo? 275) Gießen. Es wird doch wohl gewiß sein, daß der Vorstand der Aktienbäckerei seine Rechnung nunmehr gestellt habe; denn der 4wöchentliche Termin,'den er sich selbst dazu gestellt, ist doch längst herum. Mehrere Aktionär. 289) Gesuchte Stelle Ein junger Mann, erfahren im Stcuerfache und mit den besten Zeugnissen versehen, sucht baldigst eine Gehülfenstelle, (wo möglich auf einem Rentamte oder Steuercommissariat. Das Nähere bei der Erpd. d. Bltts. 250) Lick). Der hiesige Singverein beabsichtigt, zur Fc-'er seines Gründungstags, Dienstag den 20. Februar d. I. Abends 7 Uhr, im Saale des Gasthauses zum Einhorn dahier ein C o m c e r t zu geben, nach dessen Beendigung ein ' ISetU folgen soll, wozu Freunde des Gesanges und des geselligen Vergnügens höflichst eingeladen werden. Es wäre um so mehr zu wünschen, daß dieses Concert wieder recht zahlreich besucht würde, da der Ertrag desselben zum Besten wohlthätiger Zwecke bestimmt ist. Lich den 10. Februar 1849. Namens dcö Singvcreins H. Di etz. Frischbäcker zu Gießen. Sonntag den 18. Februar. Christian Löber in der Neustadt. Christian Wallenfels in der Wallthorstraße. Christian Lampus aus dem Seltersweg. Heinrich Noll im Stern. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Am 18 Februar. Morgens: Pfarrer Bonhard. Nachmittags: Candidat Heß aus Nidda. (Probepredigt.) Universitäts-Gottesdienst. Nm 11 Uhr: Professor Dr. Hesse. Getaufte Den 11- Februar. Eine uneheliche Tochter, Katharine Johannctte Christiane Konradine, geboren den 28. Januar. Denselben Dem Ortsbürger in Rendel und Mechaniker bei dem Eisenbahnbau dahier, Johannes Kirstein, ein Sohn, Hermann Konrad, geboren den 3 December 1848. Beerdigte. Den 9. Februar. Charlotte Sophie Bach, des hiesigen Bürgers und Schneidermeisters, Johann 151 Philipp Bach, Ehefrau, gcborne Franz, alt 46 3. 11 M., gestorben den 7- Februar. Den 12. Februar. Theodor Friedrich, ein unehelicher Sohn, alt 2 I. 1 M., gestorben den IO. Februar. Den 14. Februar. Anna Maria Schlegel, des verstorbenen OrtSbürgers, Johannes Schlegel zu Hitzkirchen im Regierungsbezirk Nwda, eheliche Tochter, alt 33 I., gestorben den 18. Februar. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath I)r. Engel. Katholische Gemeinde. Beerdigte. Den 12. Februar. Joseph Kronenberger, Stud. theol. et phil., ehelicher Sohn des verstorbenen Seifensieders, Johannes Kronenberger zu Seligenstadt, alt 19 I. 7 M. 27 T, gestorben den 10. Februar. Den 1 3. Februar. Anna Maria Faustmann, geborne Meisel, Wittwe des zu Bensheim verstorbenen penflonirten Militärarztes, Johann Philipp Faustmann, alt 69 I., ge- storbtn den 10 Februar Hr. Reiber, Handelsm. v. Hr. Bücking, Geschäftsm. Hr. Krinck, delsm v Gönningen. Hr Reiß, Geschäftsm. v. Ulrichstein. Hr. Rausch, Spcdit. v Großeneichen. Hrn. Oecon. Kalbfleisch u Löhning v. Altenburg. Hr Koch, Einnehm. v. Rennertehausen. Hr. Dörr, Oeeon. v. Lirfeld. Hr. Rosen- v. Homberg. Hr. Rothschild, Hanvelsm v. Ostheim. Hr. Kirchhof, Buchdr. v. Cassel. Hrn. Geschäfts! Pfeiffer v. Altenkirchen u. Schmidt v. Breidenstein. Hr. Damm, Fuhrm. v. Gladenbach. Hrn. Geschäfts!. Vogel v. Trais, Stahl v. Wetzlar, Wagner v. Gladenbach, Vogt v. Romberg u. Ditschler v. Büdingen. Hannover. Hr Franck, Kfm. v Frankfurt. In den Privathäusern Bei Hrn. Chr. Jughardt: Hrn. Bäck. Straub v. Bie- berich u Westphal v. Münden. — Bei Hrn. Dr. Koch •• Fr. Kronenbergcr v. Seligenstadt — Bei Hrn Mas. Peppler: Hr. Peppler, Lieutn. v. Worms. — Bei Hrn. Obcriuspect. Z ietz: Frl. Weiß v. Nidda. — Bei Hrn. Chr. Ph. Vogel: Hr Schlörb, Privatm v. Schotten. — Bei Fr Landr. Knorr: Hr. Knorr, Affeff. v Nidda. — Bei Fr. Hofkamm.- Rath Hoffmann: Hr. v. Nehfuß m. Fr. v. Bonn. In den G a st » 2 u : e r u. Im Ei, körn-, Hr. Löwenstein, Kfm. v. kich. Hr. Fränkel, Pferdch. v. Würzburg Hr. Himmelreich, Bürgcrmstr. v. Odereschbach Hrn. Sri. Langeuschrein v Amsterdam u Weilenftls v. Münden Hr Stockhausen, Kreisbaumstr. v. Fr edberg. Hr. v. Heydewolf, Mutöbes. r, Marburg Hr. v. Elz, Gcncr. v. Breslau. Hr. Hornhäuten, Capit. v Ncw-OrleanS Hr. Marquardt, Rent a. Amerika. Hr. Seng, Kfm. v. Mainz. Hr Matthias, Fabrik, v. Offenburg. Hr. Charlvtt, Mechan. v. Cöln. Hrn. Kfl. Rutrmann v. Frankfurt, Moll v. Mannheim u Landberger v. Stuttgart. /», Rapvr« Hrn flfl. Hofmann v. Bremen, Buch y Hungen, Spier v. Alsfeld u. John v. Cöln. Fräul. v. Schenck v. Frohnhausen Hr. v. Kühn, Stallmstr. v. thal, Metzger v. Nauheim. Gönningen. bn Oarmstaedter linus: Rent. v. Münden. Hr. Reinhardt, Orgclb. v. Romrod. Hr Amcndt, Lehr. v. Vöhl. Hr. Scriba, Hauptm. v Darmstadt. Hrn Kfl. Bcrgcntbal v. Warstein, Paschke u. Spahn v. Frankfurt, Weiß v. Stuttgart u. Berck v. Alsfeld. Hr. Koppen, Ingen, u. Hr. Schnabel» Bauaufsch v Marburg. Hrn. Kfl. Schröder v. Bremen, Hassenschlag v. Hanau u von der Krone v. Lüdenscbeid 'm frin Carl: Hrn. Geschäfts!. Fröhlich, Wcrthheim u. Meper v. Ulrichstein u. Elias v. Werthheim Hr. Reuter, Oecon. v Klosterhaina. Hr. Böger, Fabrik v. Freienseen. Hr Stroh, Bereit, v. Weilburg? Hr. Brückmann, Oecon. Anqekommcne und abgereiste Fremdbn vom 13. bis 1.7). Februar 1849. v. Florstadt Hr. Höhr, Uhrm. v. Schönach Hr. Schmitt, Fabrik v AltenselS. Hr. Schlörb. Metzg. v. Schotten Hr. Rudolph, Spcdit. v. Ruppertenrod. Hr. Haubensack, Han- D n n Drei freund e. Novelle von Theodor Mügge. (Fortsetzung.) „Mit ihr vermählt!" rief Eduard finster blickend und mit harter Stimme, „was sagst Du da? — Nein, nie! Aber Du kannst es nicht wissen, Aurel," fuhr er milder fort, „weil Du nicht weißt, was sich hier zugetragen hat, und doch, — 0, ich erinnere mich jetzt eben der Worte, die Du an jenem Abende sprachst, wie Du mich vor ihm warntest. Du kanntest diesen Elenden beffer wie ich und wie wir alle, der meinen Vater ins Grab gebracht und meiner Schwester Lebensglück und Gesundheit für immer zerstörte." Aurel stand betäubt von dem was er hörte. Eduard legte die Hand auf seine Schultern und deutete t e s. auf den Platz, welchen Richard an jenem Abende einnahm. „Erinnerst Du dich," sagte er, „seiner Worte über Liebe und Ehe, die er damals sprach? Ich nahm sie als eine seiner gewöhnlichen übermüthigen Prahlereien, Du nanntest sic schlechte leichtsinnige Grundsätze, welche der Wein, der zur Wahrheit treibt an ven Tag brachte Du hattest nur zu sehr Recht. Er wollte einen Tag später reisen als Du, aber nach jenem Balle am SplvesterabeNde war er heimlich ohne Abschied auf und davon gegangen, selbst ohne durch Brief oder Karte Lebewohl zu jagen. Dieses Benehmen war auffallend, doch wir hielten es für eine seiner genialen Narrheiten. Er hatte an jenem Abende mit Johanna sich, wie gewöhnlich gestritten und versöhnt und nichts berechtigte zu der Bcrmuthung, baß er planmäßig sie für immer verlassen wollte. — Was soll ich Dir weiter sagen?" fuhr er fort. „Wochen und Monate vergingen, ohne daß wir Nachricht empfingen. Johannas Zorn, Angst und Gram überstie 152 qen alle Grenzen. Eine Gemüthskrankheit setzte sich fest, mein Vater, dessen Liebling sie war, verfiel sittlich unter seinem Kummer und so gingen die Zetten hin bis auf diese Stunde." „Aber Er?" rief Aurel mit Heftigkett. „Er gab nie wieder eine Nachricht? „Nie." erwiederte Eduard. „Und Du, ihr Alle, Keiner sucht ihn aus?" „Was muthest Du mir zu?" versetzte Herr von Corbin stolz. „Sollte ich diesem Menschen Vorwürfe machen, ihm meine Schwester an den Hals werfen und um Liebe für sie bitten?! Ich hörte, daß er lebe, erfuhr, daß er sein ererbtes Vermögen in Paris verschwende, daß er in jeder Beziehung die Grundsätze wahr mache, welche er uns vortrug, was konnte ich weiter thun als ihn verachten und vergessen ! „Hätte Johanna dies wie ich gekonnt," sagte er mit gefalteter Stirne, „so war nichts verloren, aber sie vergißt nicht und dies schreckliche Gedächtniß, diese Narrheit möchte ich sagen, welche eine Teufelshand in ihr Gehirn gebannt hat, ist der Quell unsäglichen Kummers geworden." „Er schwelgt also noch in Paris, ohne einen Gedanken an die Vergangenheit?" sagte Aurel nach einer trüben Pause. nein," ctiDw'ocrtß (Sfounrb, „Du tvivji tuuni glauben, aber seit einem halben Jahre ist er zurückge» kehrt und lebt in der Hauptstadt. Die französische Luft behagt ihm nicht mehr, er sehnt sich nach Deutschland und erschien plötzlich mitten unter uns. Denke Dir, daß er die Frechheit hatte sich mir nähern zu wollen, mit so unbefangener Miene, als lei nichts zwischen uns vorgefallen." „Und dahin willst Du jetzt Deine Schwester fuhren?" fragte Aurel erstaunt. (Forts, folgt.) tem Kampfe erst konnte bei Seite geschasst werden, wieder heraufbeschwören aus der Vergessenheit, der Gegenwart aufzudrängen, was schon mit Recht die Schwelle der Vergangenheit überschritten hat. Suchet nickt weit und ihr werdet sehen, wie der alte lutherische Katheckismus, diese für die armen Kleinen schwer verdauliche Speise, einen Triumpf feiert über die in allen Schulen des Landes eingefuhrten neuen Lehrbücher, wie er vertheilt wird unter der Jugend bei Festen u. f. w. Höret die Lieder, dtt mancher Herr Pfarrer seine Confirmanten lernen läßt, wollt ihr sie nachschlagen, so durchsucht erst das^Haus nach einem alten Gesangbuche denn ihr findet ,u selten in demjenigen, das ihr benutzt, woraus ihr euch erbauet in der Andachtsstunde am Sonntage. Sollten euch die jetzt einmal eingeführten Bucher nicht ganz ohne Fehler sein, (und wo findet man dies je) so ist es doch eine große Frage, ob jene alten Werke besser dem Zweck enisprechen, als die neuen, ob sie nützlicher sinv und passender für unsere Zeit ? Und was hat es für Folgen, wenn die Kinder, die natürlich während ihrer ganzen Schulzeit nach den eingeführten Lesebüchern unterrichtet wurden, ,ich gefallen lassen müssen, daß, wenn sie zum Herrn Pfarrer kommen, Alles mit Stumpf und Stiel über Bord geworfen, daß nun ganz anders, vielleicht nach entgegengesetzten Grundsätzen und Meinungen gearbeitet wird an dem Werke, das nach verschiedenen Planen erbaut wanken und zerfallen muß! Jene Herrn würden wohl auch zufrieden fein, wenn nur in den neueren Büchern, auch mehr geklagt und qeseufzet würde von „armen in Sünden empfangenen und geborenen Menschen" von Erbsünde, Reue, Zerknirschung ic." — Wir wollen noch eine Zeitlang zn- sehen unv dann werden wir bald hören, wie in manchen Kirche», worin jetzt schon ein schöner Anfang gemacht ist, gesungen wird nach jenem alten Gelangbuch : (Ei ugesend et). Q Jesu, nimm mich Hund beim Ohr Wirf mir den Gnadenknochen vor, O zieh mich Sündenlümmel In deinen Gnadenhimmel. Ei n L aie. Kuriosum. . Eln seltenes und zugleich interessantes. Beispiel der Ersparniß und der Vereinigung der verschiedenartigsten Talenie in einer Person liefert das Dörfchen Winne- rod im Regierungsbezirke Gießen. Der Burgermeiste im genannten Orte ist ein zünftig gelernter Maurer, ein Besenbinder und Holzmacher, außerdem aber mm, Nachtwächter, Kuhhirt Schweinhirt und Ortsvien . Als Bürgermeister bezieht er 50 st. Bureaukosten, als Küh- und Schweinehirt 5 Maller Korn un • Malter Gerste, als Nachtwächter und Ortsdiener Die gute alte Zeit kommt hoffentiich bald wieder, und man ist wohl im Jrrthume, wenn man meint, daß Etwas, das durch die Zeit verdrängt, das wie man sagt, aus der Mode gekommen ist, für die Nachwelt verloren, für immer vom Schauplatze des LebenS verdrängt sei. Man hält manches für veraliet, für unpassend und mit großem Recht schiebt man es oft bei Seite, damie es Platz mache dem Neuen, dem Besseren und Nützlicheren ; aber es gibt immer mitleidige ^Seelen, die das einmal Eingeführte nicht können sinken llaffen, die zurückgreifen und das Alte immer wieder hervorziehen ans Tageslicht, nicht, weil es vielleicht besser wäre als das Neue, sondern weil es besser in ihren Kram paßt. — So findet man namentlich auch in der neuesten Zeit Geistliche, meist ganz junge Männer, die sich eifrig bemühen, das Alte, das nach har- ' Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Bach- und Sleinvruckerei.