Änzeigeklatt der Stadt Md des Regierungsbezirks Gieren. M Dienstag den 13 Mai 1S&9. Di-s-S Blatt ersch-mt wöchentlich zwei Mal; Dienstag and Sonnabend. Der PrLna nerationsbe^rag ist für ein ganzes yntjr für Ein- heimische I st. 30 fr-, für ein halbe» Zahr 45 ft.; für Aiajwstrtige i°el. Postaaffchlag 1 st. « fr., Halbjahr!. 51 kr. Laiwatt» abonmrt man sich bei den junädjft gelegenen (öbl. ,4}oftä>nic:n. In (Siepen bei der Ärpedition, Ennzleiberg Lit. ß. 'Jlc. 1. 'smrncknngsgebnhr rttr den ?Raum der gespaltenen Eorpa».Zeile 2 ft. Inserate mässen jedesmal Vormittags 9 Uhr an dem Tage vor dem Erscheinen dteses Blatte» an die Redaktion gelangt iepn. Amtlicher Theil. Gießen am 12. Mai 1849. Bet reffe n d: Die politischen Verhältnisse. Die Großherzoglich Hessische Regierullgs-Commissioll des Regierungsbezirks Gießen a n die Gr. Bürgermeister des Regierungsbezirks. In Beziehung auf die ernsten politischen Verhältnisse der Gegenwart hat das Gr. Hess. Staats- Ministerium die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung vom 8. d. M. erlassen. Wir empfehlen Ihnen, danach überallhin Ihre Wirksamkeit, verbunden mit besonnener Verständigung und Beruhigung eintreten zu lassen. Die Hingebung der Gr. Hess. Staatsregierung in der deutschen Sache ist über allen Zweifel erhaben. Sie war eine der Ersten, welche die Reichsverfassung unbedingt anerkannt hat. Was sie gebilligt und angenommen wird sie auch durchzuführen trachten. Wie aber die Reichsverfassung durch das gemeinsame Anerkenntniß der zustimmenden Regierungen vorzugsweise erst festen Boden und Stützpunkt gewonnen hat, so sind nur gemeinschaftliche Beschlüsse und Maßregeln dieser Regierungen geeignet, ihre Aufrccht- haltung und Durchführung zu' erringen. — Das gemeinsame Ziel erfordert einheitliche Mittel. Vorgrei- fendc Einzel-Bestrebungen - und Erregungen zersplittern die Kräfte und können nur so der guten Sache, als den Unternehmern selbst verderblich werden. — Lassen Sie es deßhalb Ihre besondere Ausgabe sein, wo möglich, im Vereine mit dem Gemeinderath davon zurückzuhalten, und treffen Sie namentlich Fürsorge, daß, wo der Wunsch nach Bewaffnung rege werden sollte, nur allein der Weg des Gesetzes eingehalten wird, welchen die Verordnung über die Bürgerwehr vom 1. Rov. 1848 vorgezeichnet hat. K ü ch l e r. Hallwachs. Bekanntmachung, Die aufregenden Verhältnisse der neuesten Zeit haben veranlaßt, daß der Staatsregierung eine große Menge von Adressen zugekommen, welche größtentheils von sehr achtungswerthen Ansichten «usgehen; zum Theil auch Vorschläge und Wünsche enthalten, deren Erfüllung großen Bedenken unterliegt. 420 Die Staatsregierung hat seit der Entstehung der National-Versammlung die Rechte derselben aner- kannt; sie bat die von dieser Versammlung und von der Centralgcwalt ausgegangenen Verfügungen be- kannt gemacht und zur Ausführung gebracht; sie ist entschlossen, auf diesem Wege fortzufahreri. Darum yait sie sich für berechtigt, auch zur Fortsetzung des bisherigen Vertrauens allgemein und um so vrinqen- dcr aiifzufordern, da die Verhältnisse ernst und gefahrdrohend, und deßhalb Eintracht um so nothwendiqer geworden. Die Staatsregierung wird nichts unterlassen, was geeignet ist, im gesetzlichen Wege den qe- meinsainen Zweck zu fördern. Um so gewisser wird sie zugleich etwa entstehende gesetzwidrige Bestrebiin- gen nicht dulden, sondern solche mit Ruhe und Kraft an der Hand der Gesetze in die gebührenden Schranken zurnckzuweisen wissen. Die Regierungs-Commissionen haben in diesem Sinne Weisungen erhalten. .Darmstadt den 8. Mai 1849. Großherzoglich Hessisches Staats-Ministerium. I a u p. Neuling. Zu Nr. R. C. 4980. Betreffend: Instruction für die Feldgeschwornen und deren Gebühren, insbesondere Nichtzulassung der B ürgcrmeistcr zu dem Amte eines Feld geschwornen. Gießen den 11. Mai 1849. Die Großherzoglich Hessische Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gieße» an sämmtliche Gr. Bürgermeister des Regierungsbezirks Gießen. Veranlassung des Bezirksraths bei der höchsten Staatsbehörde wegen Nicht;», astung er Bürgermeister zu dem Amte eines Feldgeschwornen Antrag gestellt und theilen die hierauf erlaßene Verfügung nachstehend im Abdruck mit. „ Diejenigen Gr. Bürgermeister, welche bisher das Amt eines Feldgeschworncn bekleideten, werden liche zu ter ^üderzulegen und wegen Wahl eines neuen Feldgeschwornen das Erfvrdcr- E ck st e i n. Pietsch. Darmstadt am 26. April 1849. Das Goßherzogtich Hessische Ministerium des Inner» an sämmtliche Großherzogliche Regierungs-Commissionen. ®rtra^t' baß die Großherzoglichen Bürgermeister nach Vorschrift des §. 9 der Instruction tm ue Ftldgeschwoinen vom 23. Februar 1833 die jedesmaligen Vorstände der Feldgeschwornen sind und insel ,n die ei forderlichen Aufträge zu ertheilen haben, durch diese Vorschrift jedoch keineswegs mit den Functionen eines Feldgeschwornen bekleidet erscheinen, sowie in Erwägung der Bedenklichkeiten, welche gegen K ü ch l e r. Zu Nr. D. 5239. Betreffend: Wie oben. die Vereini dem ein L der Fcldgö vorgesetzter werden kon 1) ke 2) B geschwornc schworncn Feststellune auf die ct Wir sofortige 3 doch in je Feldgeschw Anw esi 1) 2) 3) außerordl Gemeind» von ctnai Die sämi De 1) 2) 3) bestimmt, 4) schnittsbei 5) geringere N' betheiligt, 421 selben einer-' igungen be- n. Darum so Dringen« othweudiger ege den ge- Bestrebuii- gebührendc» eul ing. 4849. n Nichtzu« herauf er- n, werden Erfordere \ ( 1849. Instruction i sind und S mit den lche gegen Gießen. der Sitzungen des Bezirksraths zu Gießen. Zwölfte Sitzung vom 11. Januar 1849. Nachmittags 3 Uhr. . Anwesend; Reg.-Rath v. Millich und 10 Mitglieder des Bezirksraths. n Steinberger verliest das Protocoll vom Vormittag des 10. Januars. 21 Dieterich verliest das Protocoll vom Vormittag des 8. Januars. J Dieterich erstattet Bericht im Namm des vereinigten ersten und zweiten Ausschusses vier die außcrordeMlichn Ä«ffir. Ä Neg.-Commiff. hatte nämlich dem Bez -Rath d e Gesuche vergebener 2 p ™ 5 die E?böbuna der Einzuasqclder zum Gutachten mitgcthcilt. Die e Gesuche wichen bedeutend JÄ Smsche ütetrin, d-steme Wl >«»■>■ ** M f* Di. samrutlichen Sieten niitiii Len erwähnte» verewigten Anoschusseri zur Begutachtung mitgecheelt wer en. Der atmeinfame Bericht stellte folgende Punkte als wunschenswerth auf. 1) Bei Berechnung der Einzugögcldcr sollten angenommen werden folgende Nutzungen: a. Loosholz, L. Geldtheilung. c. Leseholz, d. Slreunutzung, e. Grasnutzung, 2) Di? NutzuMw In Geld berechnet, sollen in dreifachem Betrage die Receptionssumme bestimmen. 3) Diese einfache, d. h. einjährige Summe soll durch eme Durchschnittsberechnung der letzten 5 ^ahre bestimmt, e Summe soll jedesmal nur für 3 Jahre gelten und dann wieder durch eine Durchschnittsberechnung ^gelt^^ «E öcn Männern erhoben, aber niemals auf Frauen (auch nicht in 9enn9e^™)längeren6 aK9«ndnen Debatte, woran die meisten Mitglieder, sowie der Reg.-Comm. sich betheiligten brachte der Dorf, nach und nach folgende Fragen zur Abstumnung. die Vereinigung des Bürgermeisteramts mit dem Amte eines Feldgeschworncn erhoben werden können, indem ein Bürgermeister, welcher in seiner Eigenschaft als Feldgeschworner an den eigentlichen Geschäften der Feldgeschworncn Thcil nimmt und hierfür gleich diesen Gebühren bezieht, bei der ihm als unmittelbar vorgesetzter Behörde zukommendcn Ueberwachung der Feldgeschwornen nicht als völlig unbethciligt betrachtet werden konnte, haben wir bestimmt, daß 1) fein Bürgermeister fernerhin zum Feldgeschworncn ernannt wcideu soll und daß 2) Bürgermeister, welche vor dem Antritt ihres Bürgermeisteramts bereits mit der Stelle eines Feld- geschworncn bekleidet waren, wahrend der Tauer ihrer Verwaltung sich der Verrichtungen eines Fcldge- sthweucuen zu cn»«lto h-den *r I» Sem-O,il M «rt. « »,« GestheS m> *. Cd*r «*>.** Feststellung und Erhaltung der inneren Gräuzru betreffend, ehe cd Sliutd als Fetdgeschwornc nut struckffcht auf die oben bemerkten Bedenken aus Eründeir der Verwaltung zu entlassen sind. Wir beauftragen Sie, die Ortsvorstände von dieser Verfügung in Kcuntuiß zu sitzen und für deren sofortige Ausführung besorgt zu fein, hierbei jedoch auch daraus zu achten, daß in jeder Gemeinde oder doch in jeder Bürgermeisterei die im Artikel 12 des Gesetzes vom 23. October 1830 festgesetzte Zahl der Feldgeschworncn «orh-nde» ist. „„ Ministerch Maurer. v. Lehmann. 422 a Sollen die außerordentlichen Einzugsgelder überhaupt beibehalten werden? Einstimmig bejaht. h. W-ll der Bez -Nach, daß dieselben lediglich nach den eigentlichen Nutzungen berechnet werden. Einstimmig bejaht. c. Will der Bez.-Rath dem Antrag des Ausschusses beitreten, wornach als solche Nutzungen die nachstehenden anzusehen sind: 1) Loosholz, 2) Geldtheilung, 3) Leseholz, 4) Streunutzung, 5) Grasnutzung, 6) Wcideberechtigung? Angenommen. Bernbeck bemerkt, daß im Protocoll angeführt werden möge, er habe gegen diesen Thcil des Antrags gestimmt. d Will der Bez.-Rath dem Antrag des Ausschusses lcitreten, daß auf den Grund dieser in Geld anzuschlagenden Nutzungen im dreifachen Betrag die Summe des Einzuggeldes zu bestimmen sei? Angenommen c Spricht sich der Bez -Rath dafür aus, daß die einfache Summe durch eine Durchschnittsberechnung der letzten 5 Jahre zu ermitteln sei? Angenommen. Bei dem vierten Punkt des Ausschußantrags entspann sich eine weitläufige Debatte, worin vom Reg.- Comm, geltend gemacht wurde, daß eine öftere Abänderung dieser Bestimmungen nur neue Kämpfe und Reibungen in den Gemeinden Hervorrufen würbe, daß aber auch eine erneuerte Regelung alle drei Jahre un nöthig erscheine, indem die Vermögensverhältnisse der Gemeinde geregelt seien und sich im Wesentlichen gleich bleiben würden, in einzelnen Fällen wie bisher, Abänderungen getroffen werden möchten. Dagegen wurde aber auch hervorgehoben, daß die Einkünfte vieler Gemeinden nach wenigen Jahren bedeutend höher sein würden als jetzt, was an bestimmten Beispielen erläutert ward. Daher fragt der Bors, f. Soll das Einzugsgelv jetzt auf immer ein für allemal festgestellt werden? Diese Frage wird einstimmig verneint. ff. Soll dasselbe jetzt vorerst zwar geregelt werden, aber mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß, wo be- sondre Umstände eintrcten, auf Antrag des Geineinderaths eine Abänderung statt finden kann? Diese Frage wird bejaht. li. Soll das Einzugsgcld nur von Männern, nie von Frauen erhoben werden? Diese Frage wird bejaht. Diese Ansichten des Bez -Raths sollen der Großh. Reg.-Coinmiff. als Gutachten mitgetheilt werden. Als Gründe zu diesen Abstimmungen wurden theilö in dem Bericht, theilö in der Discuffion folgende geltend gemacht: ad a. Die Anordnung außerordentlicher Einzugsgelder beruht auf der Ansicht, daß die Gemeinde gleich einer jeden Gesellschaft ein Recht habe, für die besondern Vortheile welche sie ihren Ortsbürgern gewahrt, eine angemessene Vergütung zu beanspruchen ad li. Solche Gelder können nur auf den Grund der eigentlichen Nutzungen erhoben werden. Wenn manche Gemeinden auch andere Vorthcile als die Benutzung öffentlicher Anstalten in Anrechnung bringen wollten, so ist dies nicht ausführbar, indem solche Vortheile mehr oder weniger in allen Gemeinden geleistet werden. ad c Die hier genannten Nutzungen sind als außerordentliche Vortheile anzusehcn und es wird dagegen nichts einzuwcnden sein. Was die Weidebercchtigung betrifft, so «st dieselbe nur insoweit gemeint, als die Gemeinde eine völlig oder thcilweise freie Benutzung von Gemcindegütern einräumt. ad d. Bei dieser schon bisher angenommenen Berechnungsart ist Rücksicht genommen auf die Freiheit der Einzelnen, aber zugleich auch auf die wohl erworbenen Rechte der Gemeinden selbst, da ohne eine solche Einrichtung manche Orte in schädlicher Weise überhäuft werden würden. ad e. Bei einer fünfjährigen Durchfchnittöberechnung wird am sichersten die rechte Summe ermittelt werden; obgleich andere Vorschläge gemacht sind, dürfte doch immerhin dies Verfahren empfohlen werden müssen. 423 ad f. Im Lauf der Discussion war hinsichtlich der Zeit, für welche die Bestimmungen gelten sollen, eine Meinungsverschiedenheit kund geworden, daher ließ der Vors. zuerst über die am weitesten gehende Frage abstimmen. ad g. Es erschien zweckmäßig eine Aenderung dieser Bestimmungen möglich zu machen, aber man wollte nicht eine ganz bestimmte Zeit festsetzen, nach deren Ablauf eine neue Regulirung vorgenommen werden solle. In der einen Gemeinde wird das Bcdürsniß einer solchen Regulirung früher, in der andern später sich äußern, und es muß daher von den besonderen Umständen abhängig bleiben, wann eine Aenderung statt finden soll. . „ ad h. Frauen sollen kein außerordentliches Einzugsgcld bezahlen, weil sie nicht Ortsbürgerrechte erlangen können, und die besonderen Vorrheile nur insoweit genießen, als ihre Männer dazu berechtigt sind. Dagegen ist es nicht angemessen, wenn solche Männer, welche Wittwen heirathin, die bereits ein eigenes Geschäft betreiben, von dem Einzugsgeld befreit werden. 4) Menkel erstattet Bericht über das Gesuch des Anton Dickel von Grünberg, um Aufnahme als Ortsbürger zu Laubach. , Dem Bittsteller war aufgegeben ein Sittcnzeugniß beizubringen. Das von chm emgereichte Wanderbuch wurde von Menkel als genügend angesehen Die Mehrzahl des Bez -Raths sah das Wanderbuch nicht als genügend an und entschied überhaupt, daß der von dem Bürgermeister zu Laubach bezweifelte gute Ruf nicht hinlänglich dargethan sei. 5) Dieterich erstattet über das Gesuch von 50 Bürgern zu Wieseck Bericht. Die Bittsteller wünschten die Verwendung des Bez-Raths bei der Finanzbehörde, daß ihnen gestattet werde, verschiedene an das Rentamt zu leistende Zahlungen in einzelnen Zielen zu entrichten. Der Bericht hebt hervor, daß das Gesuch zwar Berücksichtigung verdiene, daß aber der Bez.-Rath außer Stand sei in dieser Sache etwas zu thun. Die Vorstellung der Petenten an das Finanzministerium solle ihnen zurückgegebcn werden. Der Antrag des Berichts wird angenommen. 6) Die Tagesordnung für den 12 Januar wird festgesetzt. Schluß 5% Uhr. Der Vorsitzende: F. Steinberger. Dreizehnte Sitzung vom 12. Januar 1849. Nachmittags 4 Uhr. Anwesend: Reg.-Rath v. Willich und 10 Mitglieder des Bezirksraths. 1) Ferber verlas das Protokoll von der Nachmittags-Sitzung des 10. Januar. 2) Kli ebe verlas das Protokoll von der Vormittags-Sitzung des 12. Januar. 3) Vors. erklärte, daß, nachdem die Ausschüsse alle Arbeiten vollendet, die Verhandlungen des Bez- Raths geschlossen werden könnten. Er zeigt dem Neg.-Comm. officiell an, daß der Bez -Rath seine Sitzungen nunmehr beenden könne und schließt mit einigen an seine College« gerichteten Worten. 4) Reg.-Comm. erklärt kraft seines Amtes die Sitzungen des Bez.-Raths für 1848 für geschlossen. Er erkennt an, daß, wenn auch im Lauf der Verhandlungen Verschiedenheit der Ansichten hervorgetreten sei, doch stets ein jeder auch die Meinung des Andern geehrt habe und Persönlichkeiten nicht vorgekommen seien. Derselbe fügte sofort einige Worte des Abschiedes bei. Die Sitzung wurde hiermit geschlossen. F. Steinberger. Polizeiliche Bekanntmachung. Zwei Sackmesser, zwei Gewehre und zwei Messer sind gefunden und auf Gr. Polizeibüreau dahier abgeliefert worden. Gießen am 15, Mai 1849. 424 Edictattadung. 917) Gießen. Johannes Huber von der Scheidenmühle bei Großenbuseck hat zur Abwendung des Concursver- fahrens sein Vermögen an seine Frau und seine bekannten Gläubiger abgetreten und haben die Letzteren eine gerichtliche Üebereinkunft über die Verwendung des abgetretenen Vermögens zur Schuldentilgung getroffen. Es werden hiernach etwaige unbekannte Gläubiger aufgefordert, im Termine Freitag den 8. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr, sogewiß ihre Forderungen an den Johs. Huber dahier anzumelden und zu begründen, auch sich über ihren Beitritt zu dem getroffenen Arrangement zu erklären, widrigenfalls dasselbe ohne Rückstchl auf sie zur Vollstreckung gebracht werden wird. Gießen den 9. Mai 1849. Gr. Hess. Landgericht Ploch. Besondere Bekanntmachung. 931) Gießen. Die Schulgelder für das I. Quartal d. I. sind binnen 14 Tagen zur hiesigen Stadtkasse zu bezahlen. Gießen den 11. Mai 1849. Der Stadtrechner Enders. Versteigerungen. 926) Gießen. Arbeits-Versteigerung. Die zur Erbauung des Vicinalwegs von Gießen nach Heuchelheim erforderlichen Arbeiten als: Planierarbeit, veranschlagt zn 271 fl. 7 fr. Steinbrecherlohn, „ n 330 „ 48 if Fuhrlohn, „ 582 ii 15 ii Setzerlohn, „ „ 44 ii 22 ii Chaussierarbeit, „ I, 450 ii — ii Maurerarbeit, » ii 20 » 42 ii sollen Donnerstag den 24. d. M., Vormittags 10 Uhr, auf hiesigem Rathhaus versteigert und können die Voranschläge auf der Bürgermeisterei eingesehen werden. Gießen den 14. Mai 1849. Der Bürgermeister G g. Reiber. 813) Gießürn. Donnerstag den 21. Juni l. I., Nachmittags 2 Uhr, hause zur Gießen soll die dem Metzger Heinrich Lenz von hier zustehende Hosraithe nebst Wohnhaus, 440/i8i ’/ius 27 fJKlstr. in der Kuhgasse, auf dem hiesigen Rathöffentlichen Versteigerung gebracht werden, den 20. April 1849. Gr. Hess. Stadtgericht. Muhl. Haberkorn. 895) Gießen. Freitag den 18. d. M., Vormittags um 10 Uhr, soll auf der Universitäts-Canzlei, die Lieferung von 325 Stecken Buchen-Scheitholz in die hiesige Universitäts-Anstalten an den Wenigstnehmenden versteigert werden, was hierdurch zur öffentlichen Kennt« niß gebracht wird. Gießen den 8- Mai 1849. Gr. Hess. Universitäts-Reutamt Martin. 905) Gießen. Die zur Herstellung einer Einfriedigungsmauer nebst Spalier, zwischen dem Garten des Gr. Hofgerichtsadvokaten Busch und dem Hofe der städtischen Mädchenschule erforderlichen Arbeiten als: Maurerarbeit, veranschlagt zu 131 st. 9% fr. Schreinerarbeit, „ ,, 23 u 24 „ Schlosserarbeit, „ » — » 48 u Weißbinderarbeit, u » 17 « 34% « sollen Freitag den 18. d. M., Morgens 11 Uhr, auf dem Rathhaus versteigert werden. Gießen den 8. Mai 1849. Der Bürgermeister G g. Reiber. 896) Gießen. Freitag den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, soll auf der Universitäts-Canzlei die Lieferung von 45 Stecken Buchen-Scheitholz in das Gymnasium an den Wenigstnehmenden versteigert werden, was hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Gießen am t8. Mai 1849. Gr. Hess. Gymnasialkasse Martin. 906) Gießen. Die Gras- und Kleenutzungen auf der Schoor und Wieseckböschungen, sowie auf den Chausseeböschungen sollen Freitag den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause an die Meistbietenden versteigert werden. Gießen den 8. Mai 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 425 veranschlagt zu 2210 675) 2000, 1000, 250 54 12 23 55 40 ii ii ii ii n ii 257 2573 433 908 584 315 39 32 59 25 24 36 54 u II 11 II II II II II II II II II II II II II II II II II II II II II Maurerarbeit, Steinhauerarbeit, Zimmerarbeit, Dachdcckerarbeit, Schreinerarbeit, Schlosserarbeit, Glaserarbeit, II II II II II n 40,000 35,000 15,000 12,000 10,000 5,000 fr. II n u ii ii ii Feilgeboten. Frankfurt a. M. II 11 u II II II Comtoir I. Rieck, Morgen Trisch mit Klee und Gras bewachsen, auf ein oder mehrere Jahre öffentlich verpachtet werden. Liebhaber wollen sich bei der Wohnung deö Bleichers Schürz dahier einfinden. Morgens 10 Uhr, sollen auf dem Bureau deS Unterzeichneten die zur Erbauung eines neuen Schulhauses zu Heuchelheim erforderlichen Arbeiten, bestehend in: Lotterie-Ankün-igung, betreffend die am nächsten 31. Mai dieses Jahres in Carlsruhe stattfindende Serie-Ziehung des Großherzogl. Badischen Anlehens de 14 Millionen Gulden, ferner fl. 4900, 4000 u. s. w, der geringste Preis ist fL 42. — Für die obenbenannte Ziehung sind bei dem unterfertigten Comtoir Ganze Original Certif. Loose, jedock nur gegen Franco-Einsendung der Einlage von fl 1 30 kr per Stück, nebst 4 kr. für Post-Einschreibgebühr, direct zu haben. Das enthält. Die Haupt-Preise dieses Anlehens sind: 14 Preise, jeder von fl. 50,000 Weisbinderarbeit, „ „ 541 „ 9 n Spenglerarbeit, „ » 82 „ 4 » __________ an die Wenigstfordernden versteigert werden. 6>jrei, Loos-Nummern alle ohne Ausnahme Voranschlag und Risse können auf meinem gewinnen muffen, da dasselbe keine Nieten Bureau eingesehen werden. Heuchelheim den 8. Mai 1849. Der Bürgermeister 891) Heuchelheim. Samstag den 19. d. M., Steinmüller. 923) Gießen. Montag den 21. Mai, Morgens 9 Uhr, lasse ich im Gasthaus zum Schwanen mein vollständiges Werkzeug, bestehend: in 3 neuen Hobelbänken, mit 4 vollständigen Sätzen Werkzeug, Schraubböcke, Schraubzwingen, Kehlhvbel, 2 Windelbohrwinden nebst Bohrer, Klopsäge und sonstiges Werkzeug, öffentlich meistbietend aus freier Hand versteigern. Zu gleicher Zeit kommt verschiedenes Hausgeräthe, als Kleider- und Küchenschrank, Tisch, Bettlade und dergleichen zur Versteigerung. I. Kürschner. Schreinermeister. 918) Leihgestern. Mittwoch den 23. Mai l. I., Mittags um 12 Uhr, soll die Möblirung deS dahier erneuerten Schul- saalö und zwar, Schreinerarbeit, einschläglich des Materials veranschl. zu 209 fl. 24 fr. Weißbinderarbeit, » u 8 „ — n öffentlich wenigstfordernd in Accord gegeben werden, Voranschläge und Zeichnungen liegen auf dem Bür- germeistcrei-Büreau zur Einsicht offen. Leihgestern den 11. Mai 1849. Der Bürgermeister Heß. 924) Gießen. Samstag den 19. Mai d. I., Nachmsttags 6 Uhr, so« auf den s. g. Bleichgärten dahier, 1'/, Viertel Markt Nr. 46 in Frankfurt a. M. Bemerkung. Bei Uebernahme von 6 Stück wird Eins gratis bewilligt. 889) Gießen. Montag den 4. Juni, Nachmittags 2 Uhr, beginnt die diesjährige Bücherver- steigerung und ist das Verzeichniß derselben, welches unter andern werthvollen Werfen auch die Bibliothek des verstorbenen Geh. Justizraths Professor Dr. Stickel enthält, bei dem Unterzeichneten zu erhalten. Gießen den 8. Mai 1849. Ehr. PH. Vogel, wohnhaft in dem Kratz'schen Hinterhause in den Neuenbäuen 899) Gießen. Ein noch gut erhaltenes Pianoforte steht im 4. Stock der Mettenheimer'schei, Apotheke zu verleihen oder auch billig zu verkaufen. 426 7i4) C. Frech in Gießen empfiehlt sein erstes und alleiniges Depot der auch schon auf hiefigem Platze und dessen Umgegend vortdeilhaft bekannten mnd erprobten Goldberger'schen Kaiser!, König!. Allerhöchst pnvilegirten Galvano eleetrifchsn Nhenmatismus Ketten ä Stück mit Gebrauchs-Anweisung 1 Rthlr., stärkere WMM 1 Rthlt. flS Sgr , m,d einfache schwächste Sorte a 15 Sar. welche das bis fetzt bewährteste und H-WWW vorzüglichste Heckni tel gegen nervöse, gichtische und rheumatische Uebel aller Art sind, worüber ich viele hundert attestirte Erfahrungen und günstige Zeugnisse geachteter Aerzte und glaubwürdiger Privatpersonen vorzulegen im Stande bin. Jede ächte Gold- beracr'sche RheumatiSmus-Kette ist in einem Lüstchen wohl verpackt, das auf der Borderseüe die Frrma „3 4. Gold berger" und auf der Rückseite den K. K. östreich. Adler und das Wappen der fieren Bergfiadt Larnowrtz trägt, worauf genau zu achten bitte, va die Goldberger'schen Ketten bereits vielfach nachgebüdet und anderwertrg ange- kündigt werden 923) Gießen. Ich beehre mich einem verehrten Publikum die ergebenste Anzeige zu machen, daß ich mit meinen schon längst berühmten, anerkannten guten Offenbacher Pfeffernüssen in 2 Sorten, ferner magenstärkendem Mageubrod für schwache Leute, Thee, Lebkuchen, Baseler Mandel-Lebkuchen und noch mehreren neuen Conditoreiwaaren den bevorstehenden Markt wieder besuchen werde und bitte um geneigten Zuspruch. Meine Bude ist vor dem Neustädter Thor mit der Firma: A. Ur ff und Sohn, Conditor. 933) Gießen. Ein einspänniges Chaischen steht zu verkaufen. Wo? sagt die Erped. d. Bltts. 930) Gießen. Eine noch ganz gute eichene Bettlade ist dahier zu verkaufen. Die Erpedition dieses Blatts sagt wo. 925) Gießen. Ein einjähriger Dachshund, reiner guter Race, ist zu verkaufen. Bei wem? ist bei der Erped. d. Lltts zu erfragen. 934) Altenbuseck. Bom 1. März d. I. an, sind nach Übereinkunft Steine jeder Art aus dem Gießncr Hangelstein, den ich von der Stadt gepachtet, stets zu haben und die dafür zu leistenden Zahlungen an mich zu berichten. Ich bitte um geneigten Zuspruch. Kaspar Becker, Maurermeister auS Altenbuseck. Zu vermiethen- 932) Gießen. Eine Familienwohnung steht zu vermiethen bei A. Silbereisen. 900) Gießen. In Lit. E. M. 18 vor dem SelterSthor ist ein freundliches FamilienlogiS zu vermiethen. 935) Gießen. Eine kleine Familienwohnung ist in Lit. C. «AS 60 in der Wolkengasse zu vermiethen. Vermischte Nachrichten. 877) Gießen. A. Meyer, wohnhaft jm Prinzen Carl, hat die Ehre, sich als Zahnarzt bestens zu empfehlen, auf die vorzüglichste Weise Zähne einzusetzen, die Emaillc-Zäyne zu reinigen, zu ersetzen, auszufeilen und zu plombiren; Alles ohne den mindesten Schmerz zu verursachen. Er ist anzutreffen von Morgens 8 bis 9 Uhr und Mittags von 12 bis 2 Uhr in seinem Logis. 927) Gießen. Der Bewaffnungsausschuß, indem er beschloß, die Namen der Geber und Nichtgeber von Spenden für seine Zwecke zu veröffentlichen, wollte dadurch kein allgemeines Mißtrauen in den patriotischen Sinn der Bewohner Gießens aussprechen. Er glaubte auch nicht, daß Jemand in diesem so wichtigen Zeitpunkte seine Unterstützung dem Vaterlande vorenthalten werde, blos um zu beweisen, daß er eine solche Drohung nicht fürchte. Das Comite wollte vielmehr Anlaß nehmen, daß, dem Wunsch Vieler gemäß, Einzelne, welche zu gemeinnützigen Zwecken, nie etwas beisteuern, der öffentlichen Verachtung Preis gegeben würden, und zwar sollten diese vorher noch gewarnt werden. Haben in unserer Sache Die, welche Nichts geben, Verfolgung zu besorgen, so bleibt sie ihnen auch nicht aus, selbst wenn ihre Namen nicht öffentlich bekannt gemacht werden. Der Bewaffnungsausschuß. Der Präsident: Der Schriftführer: Dr. Schmitthenncr. R. Koch. 920) Gießen. Die Eröffnung meiner Badeanstalt bringe ich hiermit dem verchrlichen Publikum mit dem Anfügen zur Kenniniß, daß ich die Wellenbäder noch um einige vermehrt habe, und sehe recht zahlreichem Zuspruch entgegen. Daniel Wirth. (Hierzu eine Beilage.) Beilage zu M 39. des Anzeigeblattes. 928) Gießen. Einige von dem unterfertigten Ausschüsse erlassene Proclamationen fuhren irr- thnmlich die Unterschrift: Lnndesvertheidignngsaus- schuß. Indem mir diesen Jrrthum berichtigen, erklären wir, daß das aus den Vertretern der Bürgerwehr , dem Gemeinderach und allen politischen Vereinen zusammengesetzte Comite den Namen Bewaffnungsausschuß führt. Der Bewaffnungsausschuß. In dessen Namen und Auftrag I)e. Schmitthenner. Rudolph Koch. Präsident. Schriftführer. 929) Schiffenberg. Am Himmelfahrtstagc H a r m o u L s - M u s i k daselbst. t* Gi 921) Staufenberg. Ich beehre mich g % einem resp. Publicum die ergebene Anzeige g g zu machen, baß auf Himmelfahrtstag gut be- g g setzte * g ;» Harmonie-Musik g bei mir auzutreffen ist. & S Staufenberg den 9. Mai 1849. 5J g Joh. Stingel. g 919) Wetzlar. Am Himmelfahrtstage, Donnerstag den 17. d. M. findet im Hinkci'schen Garten Harmonie - Musik statt, wozu ergebenst einlabet Wetzlar den 11. Mai 1849. Anton Hinckel. Ängekvmniene und abgereifte Fremden vom In den Gasthäusern. Im Rappen: Baron v. Spdow m. Fam. u Bedien, Privatm ». München. Hrn. Kfl. Jäger o. Biedenkopf, Fei- senberger v. Frankfurt, Herzog o. Braunfels, Chembell v. Bingen, Weins v. Langendrucken u. Pflug v Speper. Hrn. Privatl. Hallenhorst d. Braunfels u. Francke v. Frankfurt. Stirlitz, Rent. e. Preßburg Hrn. Partie. Zimmermann v. Luuttgart u. Bermann v. Rothenburg. Hr. Zllan, Obrist v. Nidda. Hrn. Kfl. Rath v. Frankturt Linck v. Limburg, Wüster v. Elberfeld, Birnbaum v Berlin, GläSner m Fr. v. Offenburg, Büchler v. Worms, Seiberl v. Ettlingen, Löwenstein v. Minden, Reinhardt v. Offenbach, Leinitz v. Regensburg, Klingler v. Cöln u. Hausmann v. Hanau. Hr. Heinitz, Apoth. v. Leipzig. im Einhorn- Hrn Kfl. Müller v. Erfurt, Rohe v. Rendsburg u. Ostermann v. Zsarlohn. Hr. Schräger, Först, v. Lehdenwald. Hr. Weidenbusch, Doct. v. Berlin. Hrn. Kfl. Goldhöfer v. Mannheim, Carri v. Fernambuk u. Jahreis v. Marburg. Hr. Nuppel, Gastw. v. Cassel Hrn. Kfl. Braun u. Barst v. Cöln, Engelhardt v. Deidesheim, Schmitz v. Dillenburg, Strecker v Darmstadt, Feldmann v. Berlin, Wolf v. Frankfurt u. Henrichs v. Düsseldorf. Im Prinz Carl: Hr. Kalchner, Mechan. v. München. Hr. Koch, Oecon. v. Eichelsdorf. Hr. Schmtit, Schneid, v. Sellnrod. Hr. Kehhaus, Fabrik, v Worms. Hr. Grimmel- bein, Oecon. v. Lauterbach. Hr. Meper, Zahnarzt v. Ostho- 12. bis 15. Mai 1849. fett. Hr. Kornmann, Gastw. v. Rüddingshausen. Hr. Schäfer, Werkführ. v. Höchst. Hrn. Geschäfts!. Meper u. Hermann v. Hettenheim. Hr. Schimpf, Privatm v Offenbach. Hr. Hutt, Färb. v. Darmstadt. Hr. Kleeberger, Oecon. v. Vöhl. Hrn. Geschäftsl. Map v. Großkarben, Bentheim v. Griedel, Rosenberg v. Ortenberg u. Goldenberg v. Köstlich. Im Darmstaedter Haus: Hrn Geschäfts!. Sänger v. Oberursel, Glock v Atzbach, Schirckel v. Cassel u. Schreiber v. Schwenningen. Hrn. Handelsl. Fap v. Holzhausen, Braun, Wunderlich u. Schmidt v. Winterberg. Hrn. Geschäftsl. Spiegal v. Hanau, Russer v. Neulingen, Ruppert v. Nidda, Berger v Freienseen, Katzenstein v. Häringshausen, Ester u. Schneider v Solingen. im Siem: Hr. Mannheim, Tuchm. v. Biedenkopf. Hr. Walther, Privatm. v. Dudenhofen. Hr. Hellwig, Fuhrm. v. Langensalza Hrn. Privat!. Becker u. Schnell v. Kesselbach. Jungfer Weißhaupt v. Bromskirchen. Hr. Brendc- geper, Hanvelsm. v. Schmalkaldern. In den Privathäusern. Bei Conr. Leng's Wittwe: Fr. Rappolt v. Altenburg,— Bei Fr. Forstrentmstr. Schott : Hr. Schott m. Fr., Consul v. Gibraltar. — Bei Hrn. Kfm. Gertig: Frl. Schmidtborn v Kröge u Hr. Rößchen, Cand v. Roßbach. — Bei Hrn. Weißd. Petri: Hr. Ockel, Privatm. v. Friedberg. — Bei Kfm. Felsing's Wittwe: Fr. Rühl v. Homberg u. Frl. Rühl v. Haimühle. D « n Drei Freunde. Novelle von Theodor Mügge. (Fortsetzung.) Nach einigen Minuten, in denen Johanna ihm ihre Hand ließ, blickte er voll Entzücken auf zu ihr, t e s. aber was er sagen wollte erstarb auf seinen Lippen. Er hatte erwartet, Augen zu finden, die den seinen begegneten, Blicke, in denen ein Strahl desselben Feuers brannie, das sein ganzes Herz füllte; aber das Fräulein von Corbin saß vor ihm ruhig und mit so ausdruckslosen Zügen, als sei ihr Geist eben weit entfernt, ihre Gedanken mit ganz anderen Gegenständen beschäftigt und als er langsam ihre Finger aus den 428 seinen gleiten ließ und die Freude in seinem Gestchte einem trüben beleidigten Ernste wich, bemerkte sie die Veränderung so wenig, wie sein Schweigen und Zurückweichen. So verging eine martervolle Pause, die für Aurel unerträglich wurde und welche er doch nicht zu unterbrechen wagte. Endlich erhob er sich und diese Bewegung erst schien Johanna seine Gegenwart itt’g Ge- dächtniß zurückzurufen. Sie legte die Hand auf seinen Arm und sagte lächelnd: „Nun, wie ich es treibe, wissen Sie und welche Abendteuer ich täglich bestehe, werden Sie selbst hören und sehen. Doch wie steht es mit Ihnen, mein Freund und was beginnt Ihre ge- hcimnißvolle Unbekannte? — Ich müßte mich täuschen, oder Sie haben heute schon eine Nachricht von ihr erhalten." „Sie besitzen ein glückliches Ahnungsvermögen, erwiederte Aurel, „denn ich habe wirklich heute Abend kurz vorher ehe ich zu Ihnen kam, abermals ein Billet empfangen." „Man wünscht Sie zu sehen, zu sprechen, Sie kennen zu lernen," rief das Fräulein sich lebhaft aufrichtend, während ihre schöne Stirn sich röthete und ihr Gesicht einen Ausdruck empfing, der eine hohe Theil- nahme ausdrückte. „So ist es," sagte Aurel. „Man wünscht mir Glück zu meiner Ankunft und bittet mich dem Führer zu folgen der sich bei mir einfinden werde." „O, er wird kommen," rief Johanna und ihre Augen strahlten, „er wird kommen und sein Versprechen lösen." Aurel preßte die Zähne zusammen und schüttelte finster den Kopf. Nie so sehr wie in diesem Augenblicke war ihm Richards Andenken verhaßt. Ein alter Verdacht stieg neu in seiner Seele auf und seine argwöhnischen Blicke durchirrten Johannas Gesicht, das vor Hoffnung und Verlangen glänzte. Er wußte, daß sie Richerd meinte, daß sie an Richard dachte und diese Gewißheit füllte ihn mit Schmerz und Wuth. — „Ich," sagte er mit Heftigkeit, „ich will nie weder mit ihm reden, noch mit seiner Vertrauten in Berührung gerathen." «Sie sollen, Sie müssen!" rief Johanna mit derselben leidenschaftlichen Bewegung , „ich befehle es Ihnen, ich will es so und ich mahne Sie an beschworene Treue, Aurel. — Ja, wenn irgend ein Gefühl der Freundschaft, ein Zug Ihres Herzens, Sie an mich bindet, so gehen Sie wohin er sie führt. Thun Sie was er will, lernen Sie seine Geheimnisse kennen, und dann, dann wollen wir beide überlegen, was weiter geschehen darf, daß er das Elend empfinde, was mich quält." „O, Johanna," rief Dahlberg, „welchen Blick lassen Sie mich jetzt in Ihr Inneres thun! Sie leiden, Sie find unglücklich, und alles das noch immer um den Mann, der nur Ihre Verachtung verdient." „Kann ich es ändern?" sagte sie hastig. „Wissen Sie ein Mittel, einen Trank, einen Meister, der Hilfe verschafft? — O, Thorheit, es sitzt so tief wie kein Senkblei reicht. Aber was wollen Sie? Ich lese da in Ihren Augen etwas, was rote Schmerz und Vorwurf aussieht; warum können Sie mir zürnen, mein lieber Freund? — Sie hassen diesen Elenden, nicht wahr Aurel? Nun gut, ich hasse ihn aus tiefster Seele und mitten in meiner Brust brennt eine Stelle wie Höllenfeuer, ich weiß keinen andern Namen dafür. Aber sie giebt mir Leben, reißt mich fort, treibt mick an, beschäftigt meine Tage, meine Nächte, mein ganzes Denken, meine Gebete und meine Träume, und wunderbar, ich glaube an eine Zukunft, ich hoffe wieder, wie Sie sagen." — Langsam hob sie die Augen zu ihm auf und mit einem unbeschreiblichen, sanften, bittenden Blicke fuhr sie fort: „doch alle diese Hoffnungen stützen sich auf Sie, Aurel, auf Ihre treue edle Freundschaft. Ich habe Niemanden auf dieser Welt, der mir beistände und dem ich vertrauen möchte, als Sie; wenn Sie mich verlassen, bleibt mir nichts übrig als der Tod." „Was soll ich thun, was kann ich thun, theuerste Johanna?" rief Aurel in großer Aufregung. „Thun Sie, was Ihr Herz Ihnen heißt," erwiederte sie. „Sie kennen mich jetzt, Aurel, Sie wissen was ich will und wenn wir am Ziele sind, dann— sie neigte sich zu ihm und ein langer glänzender Blick flog über ihn hin — dann fordern Sie Ihren Lohn." In diesem Augenblicke trat Gesellschaft ein und während des ganzen Abends war Johanna die liebenswürdige und unbefangene Dame von gutem Tone, welche geistvoll anzuregen wußte und die Huldigungen lächelnd in Empfang nahm, welche ihr von Allen gebracht wurden. — Sie schien eS zu vermeiden Aurel in irgend einer Art zu bevorzugen und als nach einigen Stunden wirklich der Baron Plettenberg erschien, war der galante Cavalier bald ganz und gar mit dem Fräulein von Corbin beschäftigt. — Manche der Anwesenden lächelten sich bedeutungsvoll zu und Aurel empfand den heftigsten Unmuth. Er begriff nicht, wie Johanna die Reihen seiner platten Scherze und die geschniegelten und so trostlos inhaltsleeren Worte ertragen konnte, mit denen er verschwenderisch umging. Alles war Form, alles eingelernt, nichts Natur, und heimlich zürnend und doch lachend ging Aurel endlich von dannen, denn er war ganz überzeugt, daß ein solcher Nebenbuhler ihm nicht gefährlich werden könnte. (Fortsetzung folgt.) Gießen. Am 14. d. M. ist eine trächtige Hühnerhündin, weiß, mit braunem Behang, entlaufen. T)er jetzige Besitzer wird gebeten, solche gegen Belohnung in der Erpcd. d. Bltts. abznliefern. Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.