Ifnzcigrsslatt der Stadt und des Regierungsbezirks Gießen. Jtfc 29 Dienstag den io. April 18419. Dieses Blatt erscheint wöchentlich zwei Mal: Dienstag und Sonnabend. Der Pranumerationsbetrag ist für ein ganzes Fahr für Ein- yermlsthe < rL 30 fr., für cm naives Jahr 45 kr.; für Auswärtige iecl. Postaufschlag 1 st. 42 kr., yalbjährl. 51 kr. Auswärts abonnirt man Nch bei den zunächst gelegenen löbi. Postämtern. 3n Gießen bei ver Erpevinon, Eanzleiverg Lu. a. -)tr. 1. Einrückungsgebuyr für den Raum der gespaltenen Corvus-Zeile 2 kr. ö 9 9 Inserate müssen jedesmal Vormittags 9 Uhr an dem Tage vor dem Erscheinen dieses Blattes an die Redaktion gelangt sevn. Edictalladungen. 604) Gießen. Fuhrmann Jacob Simon dahier, welchem die Verwaltung seines Vermögens entzogen wurde, ist unter Curatel der hiesigen Bürger Andreas Möhl und Georg Heinrich Lony gestellt worden; was zur Folge Hal, daß von nun an Rechtsgeschäfte ohne Zustimmung der genannten Cu- ratoren von Jacob Simon gültig nicht abgeschlossen werden können. Zugleich werden alle, welche irgend Forderungen an Jacob Simon haben sollten, anfge- sordert, solche so gewiß binnen 14 Tagen bei unterzeichnetem Gerichte anzuzeigen und zu begründen, als sonst bei Regulirung der Vermögensverhältnisse des Jacob Simon darauf keine Rücksicht genommen werden wird. Gießen den 30. März 1849. Gr. Hess. Stadtgericht. Muhl. Wörner. 465) Grün berg. Die Kinder der vorlängst verstorbenen Franz Bauers Eheleute von Lauter, namentlich Anna Catharina Bauer, Johann Daniel Bauer, Elisabetbe Bauer, Anna Maria Bauer und Anna Margaretha Bauer, sind schon seit vielen Jahren abwesend, ohne daß bezüglich ihres Aufenthaltsortes das Mindeste bekannt wäre. Da dieselben fämmtlich das 70. Lebensjahr überschritten haben, so werden auf den Antrag der Präsumtiverben die genannten Franz Bauers Kinder oder deren etwaige Leibeserben aufgefordert, in Zeit 3 Monaten von heute au, sich zu Empfangnahme der in einigen Hundert Gulden bestehenden, seither curatorisch verwalteten, Vermögensmasse, dahier anzumelden, widrigenfalls dieselbe den sich legitimirenden nächsten Scitenverwandten erblich überlassen werden wird. Grünberg den 21. Februar 1849. Gr. Hess. Landgericht daselbst. 1 Welcker. '----------- --------------------- - ...... ... _ ■ ■ - Besondere Bekanntmachung. Es ist nothwendig gewesen die von der ehemaligen Kreisvcrwaltung in Nr. 91 des 1847r Anzeigeblatts veröffentlichte Friedhofs-Ordnung in mehreren Beziehungen einer Abänderung zu unterwerfen. Die auf solche Art zu Stande gekommene neue Friedhofs-Ordnung, wird nunmehr nachstehend zur Kenntnis) des hiesigen Publikums gebracht. Gießen den 4. April 1849. Der Bürgermeister. Gg. Reiber. 314 Friedhofs Ordnung für die Stadt Gießen. 8 1. Der Stadtvorstand von Gießen als Vertreter der Gemeinde führt die Aufsicht aus den städtischen Friedhof und leitet die dahin gehörende Angelegenheit innerhalb der Grenzen dieser Friedhofs-Ordnung. Derselbe überträgt dtese Aufsicht an eine aus dem Gr. Bürgermeister und drei Gemeinderathsmitglie- dern bestehende Commission unter Zuziehung eines Bautechnikers, wo sie geboten ist. Diese Friedhoss-Com- misston bringt die erforderlichen dahin gehörigen Anträge an den Gemeinderath und besorgt überhaupt beziehungsweise die Beschlüsse desselben. §. 2. Der Friedhof wird in acht durch breite Wege von einander getrennte Vierecke eingetheilt. Außerdem soll ein, ebenfalls durch einen breiten Weg von den Vierecken zu trennender zwölf Fuß tiefer Beerdigungsraum innerhalb der Umfangsmauern an diesen herziehen. Letztgedachter Raum ist zu Erbbegräbnissen I. Kl. (§. 8.) bestimmt; die Vierecke dagegen dienen mit Ausnahme eines an ihrer Umfangsgrenze herziehenden zu Erbbegräbnissen II. und III. Kl. reservirten Raumes von der oben angegebenen Tiefe zu Begräbnissen in die Reihenfolge. 8. 3. Diese Reihenfolge der Beerdigungen in den Vierecken darf in keiner Weise unterbrochen werden. Von der einen Seite her werden die Leichen der Gewachsenen, von der andern Seite her diejenigen der Kinder unter 14 Jahren in der nämlichen ununterbrochenen Reihenfolge beerdigt und ein anderes Viereck darf erst dann zu Begräbnissen benutzt werden, wenn das früher benutzte keinen Raum zu Beerdigungen darbietet. 8- 4. Vor Ablauf von 30 Jahren darf kein Grab wieder geöffner und zu einem andern Begräbnisse verwendet werden. Wenn sich innerhalb dieser Zeit auch bei einem Erbbegräbnisse ergeben sollte, daß dasselbe, welches nur für höchstens 6 Särge Raum hat, bereits mit einer solchen Zahl besetzt ist, so kann dem Eigcnthümcr nicht gestattet werden, noch mehr Leichen darin zu beerdigen. Es hat derselbe vielmehr in der Reihe aus den Quartieren beerdigen zu lassen oder ein neues Erbbegräbniß zu erwerben. §. 5. Alle Gräber der Erwachsenen, sowohl in der Reihe als in den Erbbegräbnissen, erhalten eine Tiefe von 7 Fuß Normalmaas. Ihre Breite und Länge richtet sich nach der Beschaffenheit des Sarges; die Gräber der Kinder dagegen werden nur 5 Fuß tief angAegt. Das Tieferlegen der Leichen in Erbbegräb- nißen, in der etwaigen Absicht um dadurch Raum zu einer größeren Anzahl Särge zu gewinnen, ist verboten. 8. 6. Das Anfertigen der Gräber auf dem Friedhöfe darf lediglich nur von dem dazu bestellten städtischen Todtengräber geschehen, der sich genau nach den desfalls vorliegenden Bestimmungen zu richten, und über die Reihenfolge, so wie über Tag und Datum der Beerdigungen ein genaues Verzeichniß zu führen hat. §. 7. Seppanjen der Gräber mit Blumen und kurzen Ziersträuchen ist erlaubt, Pflanzungen von größerem Gehölz und von Bäumen dagegen sind untersagt. Gleichfalls ist gestattet die Errichtung anständiger Denkmäler, (Epithaphien) und das Umgeben der Graber mit feststehenden Einfassungen. Die Letzteren dürfen aber die Höhe von 2% Fuß und in ihrem Umjanße die Größe ber Gräber nicht überschreiten und müssen stets sorgfältig unterhalten werden. Ge- jchicht dieses nicht, so ist die städtische Behörde befugt, dergleichen Einfassungen entfernen zu lassen, wenn auf vorhergegangcne Ermahnung der Friedhoss-Commission die sofortige Herstellung solcher Einfassungen nicht in zu bestimmender Zeit erfolgt. c , d^ch Ablauf von 30 Jahren, von der Zeit der Beerdigmig an gerechnet, müssen sämmtliche Grab- emmaler, Einfasfungen und Gesträuche in derjenigen Ordnung und Reihenfolge entfernt werden, in wel- ('er die alten Begräbnißftellcn zu neuen Beerdigungen verwendet werden. Eine Belassung derselben auf 315 weitere 30 Jahre ist jedoch Ausnahmsweise gegen Erlegung einer Summe von 5 fl. zur städtischen Kasse gestattet. Das Ausmauern oder Ueberwölben der Gräber ist verboten. §. 8. Erbbegräbnisse dürfen nur aus den im §. 2 bezeichneten Räumen und nur unter Beobachtung nachfolgender Vorschriften angelegt werden: a) Gewölbte Erbbegräbnisse sind nicht gestattet. , b) Jedes Erbbegräbniß ist von dem angrenzenden der Länge der Särge nach durch eine Mauer zu trennen. „ „„ , , c) Diese Mauer darf nicht höher als zur Oberfläche des Bcgräbnißplatzes aufgefuhrt, kann m- deffcn dazu benutzt werden, um eiserne durchbrochene Einfassungen und Gelände darauf zu setzen. d) Die Beerdigung in solche Erbbegräbnisse geschieht aus die nämliche Weise wie in den Gräbern in der Reihe (§§. 3 und 4.) jedoch dürfen Särge der Kinder zur Raumbenutzung quer gegen die Särge der Erwachsenen gestellt werden. §. 9. Wer ein Erbbegräbniß zu erlangen wünscht, wendet sich desfalls an den Stadtvorstand, von welchem ihm eine die näheren Bestimmungen enthaltende Legitimationsurkunde über den Besitz des erworbenen Begräbnisses behändigt werden wird. ~ m „ r . Der Preiß eines Familienbegräbnisses I.Kl. von 15 Fuß Länge und 12 Fuß Brette ift auf 75 fl. eines eben so großen Erdbegräbnisses II. Kl. auf 40 fl. und eines solchen III. Kl. von 7% Fuß Lange und 6 Fuß Breite aus 28 fl. nebst 1 fl. für die Legitimationsurkunde festgesetzt. 8. 10. Vor den anzubringendcn Einfassungen der Erbbegräbnisse oder von den zu errichtenden Denkmälern re. ist jedesmal eine vollständige Zeichnung der städtischen Behörde Behufs der Genehmigung einzurcichen. Gießen den 4. April 1849. Versteigerungen. zu Pumpenmacherarbeit, 34 der Bürgerinei- 23 50 40 49 42 30 II II tl . II n ii n ii ii ii ii ii n ii ii fr. ti tr n ti ti ti ii ii ■ n 66 33 87 24 11 12 7 60 16 11 Maurerabeit, Zimmerarbeit Schlosserarbeit, Schreinerarbeit, Spenglerarbeit, Weisbinderarbeit, versteigert werden, als: veranschlagt II II II II II II Lieferung einer Gußpumpe verans. n Handarbeit » ,, Fuhrlohn ii n Die Voranschläge können auf 639) G ieß en. Donnerstag den 12. d. M>, Morgens 10 Uhr, sollen auf hiesigem Rachhaus nachfolgende zur Vollendung des Schulhauses im Oßwald'schen Garten erforderlichen Arbeiten an die Wenigstfordernden sterei eingesehen werden. Gießen den 4. April 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 656) M arburg. Holz-Verkaus. Mittwoch den 18. d. M., und die folgenden Tage, sollen in den Freiherrlich v. Milchling'schen Waldungen bei Trais 70—80 Klafter Buchen-Scheidholz Ulld 20 Schock Reiser an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verkauft werden. Die Ausbietung beginnt in dem Forstrevier „Reuewald" bei Nummer 26, Vormittags 9 Uhr. Marburg den 7. April 1849. A. Schenk, v. Milchling'scher Rev.- Rendant. 655) Gießen. Holzversteigerung im Gießer Stadtwalde. Donnerstag den 19. April l. I., von Morgens 9 Uhr an, soll in dem hiesigen Stadtwalde, Distrikt Heegstrauch, Oberhag, Alterpflanzgarten und Eulenfeld, nachvcr- zeichnetes Holz öffentlich versteigert werden: 1 Stecken buchen Scheidholz, 1 „ « Prügelholz, 1 u „ Stockholz, 50 Wellen „ Reisholz, 50% Stecken eichen Scheidholz, 10% ti u Prügelholz, 104% ii n Stockholz, 3700 Wellen n Reisholz, 316 1 Stecken birken Prügelholz, 12 s /4 kiefern „ Sckeidholz, 20 ii ii Prngelholz, 12® 4 ii ii Stockholz, 3274 Wellen n Reisholz, 57. Stecken fichten Stockholz, 225 Wellen ii Reisbolz, 1 Stecken lerchen Prügelholz, 1 U II Stockholz, 225 Wellen ii Reisbolz, 12 Stecken dorn Stockholz, 73 eichen Stämme von 1748 Cubikfuß 1 birken » ,, 7 „ . 20 liefen ii ii 573 ii 9 fichten ii ,, 221 212 eichen Stangen n 283% „ 224 lerchen n u 165 ii 31 fichten ii ii 63 ii 426 kiefern u » 3477. „ 9 eichen Pflugswellen, 1450 Stück bucken Erbsenreiscr. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. October b. I- gestaltet. Die Zusammenkunft ist auf der alten Steinbacher Straße am Heegstrauch. Hie Herrn Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen den 9. April 1849. Der Bürgermeister I. d. V. der Beigeordnete R ü h l. 645) Steinbach. Donnerstag den 12. April d I., Mittags 12 Uhr, soll auf dahiesiger Bürgermeisterei, eine Quantität Heu von 40 Ct., der Gemeinde Steinbach gehörend, öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Steinbach den 4. April 1849. Der Bürgermeister Horn. 625) Oden hausen. Montag den 16. April, Vormittags 9 Uhr, soll in dem Gemeindewald der Gemeinde Odenhausen, Distrikt Kreuz: 110 Stecken Buchen-Scheid- und Prügelholz, 22 u /, Stockbvlz, 83 » „ Reisholz, an die Meistbietenden unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Der Anfang und Zusammenkunstsort ist bei Nr. 1. des Prügelholzes. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird CredU bis zum 1. September d. I. gestattet. Odenhausen den 4. April 1849. Der Bürgermeister Bott. 619) Gießen. Holzversteigerüng im Gießer Stadtwalde. Donnerstag den 12. April l. I., von Morgens 9 Uhr an, soll in dem hiesigen Stadtwalde, Distrikt Hegstrauch, Birkengarten und Fichtenkopf, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden: 18 Stecken eichen Scheidholz, 72% If II Prügelhotz, 4072 II II Stockholz, 2164 Wellen II Reisholz, 1 Stecken birken Prügelholz, 10 II kiefern Sckeidholz, 13 II II Prügelholz, 11 II II Stockholz, 1250 Wellen II Reisholz, 3 7« Stecken fichten Prügelholz, 32 Ti ii „ Stockholz, 4650 Wellen „ Reisholz, 57i Stecken lerchen Prügelhptz, 271 ii ii Stockholz, 125 26 Wellen n eichen Stämme Reisholz, von 581 Cbikf., 101 fichten u II 2622 11 14 kiefern u II 243 II 10 lerchen u II 153 II 126 eichen Stangen II 1317. II 422 fichten ii II 671 II 38 kiefern >, II 417i II 89 lerchen „ II 2547, n 1 eichen Pflugsreh und 1 eichen Jochstange. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. October d. I. gestattet. Die Zusammenkunft ist auf der alten Steinbacher Straße im Heegstrauch. Die Herrn Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen am 4. April 1849. Der Bürgermeister. I. d. V. der Beigeordnete R ü h l. 621) Hausen. Donnerstag den 12. April l. I., Mittags 12 Uhr, solle» auf der Bürgermeisterei dahier die der evangelischen Kirche zu Hausen zugehörigen Güterstücke, welche wieder leihfällig sind, als: 1) 359 lUKlftr. Wiese am hintersten Loh, 2) 268 n Wiese in der Au, 3) 443 ii Acker hinter dem Kuhberg, 4) 353 ii Acker im Winkel am Helchen- acker, 5) 396 n Acker bei der Windmühl, 6) 624 u Acker am Streitacker, 7) 125 ii Acker, die kleinen Oberweidsäcker, 8) 338 „ Acker am Häusermühlweg, 9) 575 ii Wiese, die Schülerswiese, in der Gemarkung Watzenborn, nochmals öffentlich meistbietend, auf eine sechsjährige Leihzcit, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen, verpachtet werden. Hausen am 4. April 1849. Der Bürgermeister D e r ii. 616) Gießen. Folgende, dem Jakob Simon, Jakob Sohn II. und dessen Ehefrau gehörige Immobilien, nämlich: 1) 518 HiKlftr Acker aus dem Hadergraben, 2) 303 u Acker an der Weilburger Grenze, am Laufcrtsrod, 3) 744 ii Acker an dem Gleiberger Weg, 4) 278 ii Acker an dem kleinen und großen Steinweg, 5) 1136 „ Acker am Leihgestcrncr Weg, 6) 86 ii Garten am langen Steg, 7) 288 „ Wiese am Erdkanter Weg, in den Rödern. 8) 337 n Wiese hinter der Burg am Gänseacker, 9) 164 ii Acker am Krofdorfer Weg, 10) 166 ii Acker über dem Fabrizischen Acker, 11) 276 „ Acker am Läufertsrölder Weg, 12) 533 „ Acker rechts am Erdkautcr Weg, 13) 2 Morgen städtische Wüstung, sodann 14) Scheuer und Stallung, in der Mühlgasse gelegen, sollen Mittwoch den 11. April, Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhause dahier auf 6 Jahre verpachtet werden. Gießen den 3. April 1849. Die für denselben bestellten Curatoren Gg. Heinr. Lony. Andr. Möhl. 653) Königsberg. Holzversteigenmg im Revier Königsberg. Montag den 16. April d. I., Von Vormittags 9 Uhr an, 317 sollen in den untengenannten Domanialdistrikten versteigert werden: 1) im Distrikt Meilhardt: 29 V2 Stecken Buchen-Scheidholz, 56 ii „ Prügelholz, 210'/, „ n Stockholz, 2) im Distrikte vorderster Eulenkopf: 199 Stecken Buchen-Scheidholz, 16% " " Prügelholz, 65% „ " Stockholz und 775 ' Wellen „ Reisholz. Die Zusammenkunft ist im Distrikte Meilhardt. Gegen vorschriftmäßige Bürgschaft wird bis Martini d. I. Zahlungsfrist gestattet. Königsberg den 4. April 1849. Der Großherzogl. Hess. Revierförster des Reviers Königsberg. L. D i t t m a r. 654) Ruttershausen. Bauholz-Versteigerung. Die am 30. v. M. im Ruttcrshauser Gcmeinde- waid, Distrikt Mausberg versteigerten 17 Stück Ei- chen-Baustämme von 10—35" Durchmesser, 14—56 Länge, sollen wegen zu niederen Preisen Montag den 16. April des Morgens um 9 Uhr, nochmals versteigert werden, wozu aufs Neue Steigliebhaber eingeladen werden. , Das Holz ist ächter Qualität und theilweise besonders zu Streckholz geeignet. Ruttershausen den 7. April 1849. Der Bürgermeister K l i n k e l. Feilgeboten. 637) Gießen. Bei dem Unterzeichneten ist zu verkaufen: Gießer Hopfen 1848r Gewächs, sowie Korn- und Waizenstroh in größeren und kleineren Parthieen. G g. Reiber. in der Neustadt. 560) Frankfurt a. M. Wei «verkauf. Hiermit empfehle ich meine reingchaltenen ausgezeichnet guten 1846r Deidesheimer pr. Ohm 34 Thaler, pr. % Ohm 4% Thaler Pr. C., von dem daher die Flasche franco Gießen kaum 28 fr. zu stehen kommt, und an Qualität gewiß entsprechen wird. M. Gastell Wittwe, in Frankfurt a. M. 623) Gießen. Ganz wollener Sommer-Buckskins, das Beinkleid a 2 bis 4 fl. empfiehlt S. Hirsch Sohn. 318 662) Gießen. Eine pereussionirte Stechbüchse und eine pereussionirte Gänse-Mnte, beide in gutem Zustande, sind zu verkaufen bei Salomon Vogel in der Flügelsgasse. 622) G ie ße n. Mein Lager in Tücher, Hosen- und Rockstoffen, neueste Herrn-Cravatten, ist wieder vollständig assortirt und empfehle ich dasselbe zu äußerst billigen festgesetzten Preisen. S. Hirsch Sohn. 647) Kleinlinde n. (Kalkberg.) Guter gebrannter Kalk, die Bütte 250 Pfd. zu 2 fl., ist jeden Vormittag zu haben bei C. Jung, in Kleinlinden. 63^) Gießen. Verbesserte Rheumatismnsableiter von Wilhelm Maier & C"- in Breslau. ä Stück 1 Thlr. 15 u. 10 Sgr. sowie Amerikanische galvano elektrische N h e u m a t i s m n s - A e t t e n . ä Ercmplar 1% Thlr. 1 Thlr. 15 Sgr. ’***,crc Präservativ- »nd Heilmittel gegen alle Arten chronischer und acntischer Gicht, Rheumatismen, Nervenleiden und Congestionen ic. re. über deren vortreffliche Wirkungen mehr denn 70 Atteste rennomirter Aerzte und gegen 200 dergleichen von glaubwürdigen Privatpersonen einzusehen, sind in Gießen nur allein ächt zu haben bei Z. G Appel. Zu vermiethen. 624) Gieß en. Ein möblirtes Zimmer im ersten Stock ist zu vermiethen bei L. Hirsch, am Lindenplatz. §38) Gießen. Ein Logis, bestehend aus 4 Stuben, 2 Kammern, Küche, Keller und Holzstall ist zu vermiethen bei G g. R e i b e r in der Neustadt. Vermischte Nachrichten. 657) Gießen. Eine Stube mit Kamnier, mit ordinären Möbels wird zu miethen gesucht. Näheres zu erfragen im Gasthaus zur Sonne. 658) Friedrichöhütte bei Laubach. Auf der Braunkohlengrube Buderus bei dem Hessenbrücker Hammer, können bis auf weitere Anzeige keine Kohlen abgegeben werden. 635) Wieseck. Für Auswanderer nach Nord-Amerika. Die Herren /. I. Wichelhansen u. Comp. in Wremen, Schiffs-Rheder und Schiffs-Befrachter, lassen am 1. und 15. eines jeden Monats nach New-York, Baltimore, New-Orleans, Galvcrs- ton iii Texas, St. Franzisco in Californien u. s. w. große geräumige elegante kupferfeste und gekupferte Segelschiffe abgehen, welche besonders.zur Aufnahme für Pasagiere sehr zweckmäßig eingerichtet sind. Ich bin von obigen Herrn bevollmächtigt, fortwährend zu den möglichst billigen Pasagepreißen feste Con- tracte abzuschließen. Diejenigen welche sich derer reellen Vermittlung bedienen wollen, ersuche ich, sich bald möglichst bei mir melden zu wollen. Wieseck im April 1849. Carl Kliebe 319 WW 660) Gießen. Wohnungs-Veränderung. Ich wohne von heute an beim Herrn Schlossermeistcr Burckhardt in den Neuenbäuen in dem ehemaligen Gymnasialgebäude. B. F a l k e n b e r g. 662) Gießen. Am 2. Feiertag ist mir mein weißer Hühnerhund mit braunem Kopf und Behang entwendet worden, wer hierüber Auskunft ertheilt, erhält eine gute Belohnung. Ad o lph Heimreich. 659) Friedrichshütte bei Laubach. Auf der Friedrichshütte bei Laubach liegen Masseln, die nach Hanau gefahren werden sollen. Unbekannte Fuhrleute müssen sich legitkniren können. Angekommene und abgereiste Fremden vom 7. bis 9. April 1849. I n den Gasthäusern. Im Rappen: Hrn. Kfl. Deines »Carlsruhe u. Stroh- meper v. Eisenach. Hr. Weflmg, Regier.-R. v. Hannover. Hr. Backmeper, Cass. v. Pforzheim. Hr. Meperfeld, Kfm. v. Leipzig. Hr. Wühl, Stud u. Hr. Wühl, Cand. theol. v. Tübingen. Hr. Schneider, Secret, v. Wetzlar. Hr. v. Siebrecht, Apoth. v. Hamburg. Hr. Döll, Lehr. v. Ortenberg. Hr. Breitenbach, Beamt, v. Cassel. Hr. Schlierbäcker, ©ter. v. Schlitz. Hr. Geber, Kfm. v. Coblenz. Hr. Schleierberg, Oberbaur. v. Carlsruhe. Hr. Both m. Fr., Privatm. v. Langenberg. Frl Geller v. Frankenbach. Hrn. Kfl.Schulken v. Barmen, Leidig v. Halle u. Haffelmann v. Hanau. Hr. Köhler, Privatm. v. Heppenheim. Im Einhorn - Hr. Budrich, Fabrik, v. Halle. Hr. Fill- mann, Dr. med. v. Göttingen. Hr. Schlotter, Kfm. v. Würzburg. Hr. Tillmann, Rent. v. Mannheim. Hr. Hors- meper, Privatm. v. Dietz. Hr. Gollenstein, Dr. jur. v. Merseburg. Fr. v. Bapore m. Fam. u. Bedien, v. Metz. Hr. Hofmann, Partie, v. Düsseldorf. Hr. Krämer, Archit. v. Hannover. Hr. Bobenhauser, Kfm. v. Emmingshausen. Hr. Springmühl, Kfm. v. Constanz. Hr. Springmühl, Affeff. v. Ehrenbreitenstein. Hr. Jäger, Gcom. v. Pohlgöns. Hr. Adolph, Liter, v. Mainz. Hr. v. Thorhaus, Oisiz. v. Würzburg. Hr. Vorwinkel, Hauptm. v. Darmstadt. Hr. Seipel, Kfm. v. Constanz. Im Prinz Carl: Hr. Spatz, Seil. v. Lauterbach. Hr. Borger, Spedit. v. Offenbach. Hr. Klug, Wal. v. Königstein. Hr. Klausmann, Uhrm. v. Triebcrg. Hr. Mohr, Geschäftsm. v. Nicderohmen. Hr. Höhr, Uhrm. v. Schönach. Hr. Lick, Kfm. ».Frankfurt. Hr. Baumann, Lehr. v. Coll- mar. Hr. Schmitt, Pacht, v. Altenschlirf. Hr. Kaufmann, D u n Drei Freunde. Novelle von Theodor Mügge. (Fortsetzung.) Aurel preßte entzückt ihre Hand an seine klopfende Brust und beugte sein Knie. Eine unwiederstehliche Macht lag in ihren schönen glänzenden Augen, die feurig auf ihm ruthen und ihm ein Glück zu verheißen schiene», nach welchem er als Knabe schon geschmachtet hatte. „Alles für meine Gebieterin," sagte er, „mögen ihre Befehle auch schwer zu erfüllen ssi«." Lithogr. v. Carlsruhe. Hrn. GeschäftSl. Masearaine u. Mar- schette v. Bargen, Kalkbrenner u. Schneider v. Alsfeld. Im Darmstaedter Baus: Hm, Geschäfts!. Hilbrecht v. Fridberg, Schneider v. Braunschweig, Eschle v. Fort- Wangen, Weisenbach v. Elberfeld, Zirkham v. Marburg u. Schmitt v. Engelbach. Hrn. Handelst. Gronner v. Dorfeck u. Buch v. Alsfetd. im Siem: Hr. Lamberts, Handelsm. v. Belnhausen. Hr. Schwener, Geschäftsm. v. Frankenberg. Fr. Leng u. Fr. Schmitt v. Oberndorf. Hr. Schuster, Fuhrm. v. Frankenhatu. Jungfer Vetter v. Bruchkehl. Hr. Eschenschütz, Geschäftsm. v. Paris. Hrn. Fuhrt. Hillebrand u. Siebert v. Trubenhausen. in der Sonne: Hr. Hofmann, Handelsin. v. Andreas- berg. Fr. Hesse v. Erfurt. In den Privathäusern. Bei Hrn Tagt. Kalbfleisch: Jungfer Strack v. HernS- bach. — Bei Hm. Gymn -Lehr. Dr. Rumpf: Fr. Hoppi v. Albing — Bei Hrn. Realped. Reiß: Hr. Wagner, Privatm. v. Alsfeld. - Bei Hrn. Bäckermstr. Noll im Stern: Fr. Hain v Darmstadt. — Bei Wiltwe Frech: Frl. Eckstein v. Hungen. — Bei Hrn. Mas. Königer: Hr. Kramer, Pharm. v. Rodheim. — Bei Hm. Schneidermstr. Weil: Fr. Constant v: Wetterfeld. — Bei Hrn. Louis Pimper II.: Hr. Winter, Schreinermstr. v. Battenberg. — Bei Kfm. Worms Wttw.: Hr. Orth, Cand. theol. v. Butzbach. — Bei Hrn. Lehr. Beck: Hr. Beck, Aceeff. v. Darmstadt. — Bei Hrn. Jar. Schreiber: Frl. Becker v. Nidda. — Bei Hrn. Schrein. Gerhard: Hr Oestrich, Schrein, v. Lich. — Bei Hrn. Schnei- dermstr. Walther: Hr. Belte, Lehr. v. Battenberg. t e s. „Sie werden also pünktlich Folge leisten?" „Wie der Diener eines absoluten Monarchen." „Nun," erwiederte Johanna, ihm einen Blick des Dankes sendend, „so lassen Sie mich noch eine Minute in dieser Rolle bleiben. — Sie haben gestern durch mich einen Brief erhalten. Was enthält er?" „Eine sonderbare mysteriöse Einladung in der Hauptstadt zu erscheinen, wo ich Weiteres erfahren winde. — Hier ist das Billet, lesen Sie selbst, ich werde nicht klug daraus und weiß nicht von wem es kommt. Denn sollte Richard es dictirt haben, warum schrieb er nicht selbst, — aber was geht in Ihnen vor? Sie scheinen plötzlich erschreckt und krank zu sein'" 320 „Nehmen Sie mir den Brief ab," rief das Fräulein von Corbin mit sichtlicher Anstrengung, „meine Finger erstarren an dem glatten Papiere und nun reichen Sie mir Ihren Arm und lassen Sie uns umkehren." — Der letzte falbe Duft des Abends beleuchtete ihre bleiche Stirn und das nervöse Zucken ihrer Lippen. Sie ging mit schweren Schritten neben Aurel her, in dessen Brust ein banges Gefühl aufstieg, das seine Worte erstickte. Auch Johanna schwieg und erst nach einiger Zeit als sie in der Nähe des Hauses waren, sagte sie: Jetzt ist mir wohler. Sein Sie überzeugt, Aurel, dieser Brief ist von Richard, auf sein Geheiß geschrieben worden und von ihm selbst hierher befördert. Es gehört mit zu dem, was Sie meine Krankheit nennen, daß ich empfinde, was andern verborgen bleibt. Gestern schon, als ich den Umschlag dieses Briefes 6e- rührte, drang ein empfindlicher Schmerz durch die Fingerspitzen, den ganzen Arm hinauf, bis in mein Herz und machte es zu Eis. Jetzt wäre es mir fast eben so gegangen. Seine Hand hat darauf geruht, sein Äthern hat es angeweht. Ich ahne seine schreckliche Nähe, die an allem, was er berührt, hasten bleibt, wie der Pesthauch, der tausend Meilen weit und nach Jahren noch nicht von dem zu trennen ist, was er einmal durchdrungen." „Aber, theure Johanna," erwiederte Aurel erschrocken, „wenn Ihre Nerven diese krankhafte entsetzliche Empfänglichkeit besitzen, wie wollen Sie den Anblick dessen ertragen, der Ihnen dies Grauen schon aus weiter Ferne einstoßt?" „Ich hoffe, Sie bald davon zu überzeugen," versetzte das Fräulein mit Gelassenheit, „und sage Ihnen vorher, Sie werden mich nicht zucken sehen, selbst wenn ich ihm die Hand reichen müßte." „Dann beim Himmel!" rief Aurel, „vermögen Sie mehr als ich, denn nie würde ich mich so weit überwinden können." „Mein Beispiel wird Sie dazu ermuntern und was ich als Gebieterin von meinem geschworenen Untertha- nen begehre, wird dem Freunde um so leichter zu erfüllen sein. Sie standen an der Schwelle des Gartensalons und mit der einen Hand auf dem Drücker der Thüre, reichte sie die andere nochmals ihrem ernstblickenden Begleiter. „Ich sage Ihnen hier mein Lebewohl, Aurel," begann sie leise, „und nun kein Wort mehr über die Sache. — Zwingen kann ich Sie nicht, auch fordere ich keine erneuten Versprechungen. — Kommen Sie nicht, so entlasse ich Ihnen alle Verbindlichkeiten Ihres Wortes, kommen Sie aber, so ist mir dies ein Zeichen, daß Sie einen Bund mit mir schließen wollen, statt mit dem Treubrüchigen und ich schwöre Ihnen, daß ich ihn fester halten will als er. -— Jetzt seien Sie heiter und unbefangen, man merkt hier auf uns beide." — Sie traten ein und. während des Abends war Johanna zur Freude ihrer Verwandten theilnehmender und froher wie seit Jahren. — Spät ging Aurel nach Hause, aber ein Gefühl der Zufriedenheit und Hoffnung war es nicht, das seine Stirn mit Falten bedeckte. 3. Ain nächsten Tage fand er sich allein und da Geschäfte immer die besten Ableiter unmuthiger Gedanken und wahrhaften Kuinmers sind, so erprobte sich dies auch an dem jungen Herrn Dahlberg, der einen weiten Kreis für seine Thätigkeit fand, als ihm sein Erbe cin- gehändigt ward und er mit dem Besitze auch die Sorge um denselben zu tragen hatte. — Szin Onkel war allerdings ein viel zu guter Rechner gewesen, um seine Eapitalien schlecht anzulegen; alles war in bester Ordnung und eine Pünktlichkeit, der nichts vorzuwerfen war, erleichterte die Einsicht in sämmtliche vorhandene Einzelheiten der Hinterlassenschaft. Dennoch aber gab es so Vieles zu erfragen und zu überlegen, um den Zusammenhang aufzufinden; Berathungen mit geschickten Anwälten Ansprüche des Gerichts und einzelner Personen, Forderungen an andere, vie sich gern ihrer Verbindlichkeit entziehen möchten, kleine Reisen und Besuche, so daß Aurel mehrere Wochen vollauf zu thun hatte und wenig an die Familie Eorbin denken konnte. — Man suchte ihm dagegen seinen Aufenthalt und das Unangenehme, das mit der Abwickelung der zuweilen wucherisch genug betriebenen Geschäfte des alten Herrn verbunden war, mannigfaltig zu versüßen. Ein Paar nachsichtige Handlungen, die er im Gefühle des Unrechts übte, das sein verstorbener Verwandter begangen, ein Paar Wohlthaten, welche er bereitwillig spendete, wurden überall mit Ruhm erzählt und wo er erscheinen mochte, fand er eine Theilnahme, die freilich weniger ihm wie seinem Gelde galt. Man drängte sich nach seiner Bekanntschaft, überhäufte ihn mit Einladungen und speculirte mit seiner Person, ohne daß er etwas davon wußte, denn alle sorgsamen Mütter, alle bedächtigen Familienväter und die ganze Schaar hei- rathsfähiger sittsamer Jungfrauen bewachten ihn mit eifersüchtigen Blicken und beuteten jedes freundliche zuvorkommende Wort zu Klatschgeschichten über seine bevorstehende Wahl einer würdigen Lebensgefährtin aus. Der Einzigen aber, an welche Aurel dachte, gedachte Niemand. Die blasse kranke Töchter des Präsidenten, welche man als tiefsinnig und halb toll behandelte und lieblose Urtheile um so weniger sparte, weil Johanna immer mit souverainer Verachtung sich über den Haufen gestellt hatte, fiel keiner der jungen Prophetinnen ein, welche ihre Weisheit vernehmen ließen. Sie war fort- gezogen in die Hauptstadt, wo sich vielleicht, in irgend einer Anstalt untergebracht, ihr Gemüthsleidcn besser verstecken ließ. (For tsetzung folgt.) Druck und Verlag der G. D. Bühl'scheu Buch- und Steindruckerei.