Ilnrrigebtatt der Stadt und des Regierungsbezirks Gießen. «,'jg, Es2-^Dienstag den 7. August 18ÄA. Ü)oftauftolacund Sonnabend. - Preis des Jahrgangs für Einheimische 1 ff. 30 fr., für Auswärtige incl. S ff- - Auswärts abonmrt man sich ber allen Postämtern. In Gießen bei der Erpedition (Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.) — Emruckungsgebuhr für dre gespaltene Corpuszeile 2 kr. 3 a ’ X| ,n|TT TTi~ii~iir riiFinnm ■iii—nTMiinMimimiiB Amtlicher Theil. Polizeiliche Bekanntmachung. Ein seidener Handschuh ist gefunden und auf Gr. Polizeibüreau dahier abgegeben worden. Gießen am 7. Slugust 1849. a Besondere Bekanntmachung. 1431) G ießen. Das im Monat Juli fällig gewesene 2. Ziel der Communalsteuer für 1849 ist binnen 8 Tagen zur hiesigen Sladtkasse zu bezahlen. Gießen den 6- Slugust 1849. Der Stadtrechner Enders. Versteigerungen. 1381) Gießen. Holzversteigerung zu Gießen. Donnerstag den 9. August l. I., Vormittags 9 Uhr, foll das in dem hiesigen Stadtwalde, District Weißerberg und Neuhege, noch zufällig aufgearbeitete Holz: 3 Stecken lerchen Stockholz 120 Wellen „ Reisholz 1825 „ kiefern ,, 2 kiefern Stämme von 21 Cbfß. 5 fichten Stangen von 20% Cbfß. 7 kiefern „ „ 54% „ 50 lerchen „ „ 288% u auf dem hiesigen Nathhause öffentlich versteigert werden. Wer das Holz vorher einschen will, kann sich an Forstschütz Flett dabier wenden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. October d. I. gestattet. Die Herren Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen am 24. Juli 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 1442) Gießen. Versteigerung von Bauarbeiten. Samstag den 11. August, Vormittags 10% Uhr, sollen die zur Herstellung deS Schleußenwärterhauses bei Naunbeim erforderlichen Arbeiten: 1) Maurerarbeit, veranschlagt zu 88 fl. 2) Zimmerarbeit, „ „ „ 23 „ 3) Schreinerarbeit, „ „ „ 26 „ 4) Schlosserarbeit, „ „ „ 33 „ 5) Weißbinderarbeit, „ „ „ 105 „ auf der Schleußenbaustelle daselbst an die Wenigst- nehmcnden versteigert werden. Gießen den 6. August 1849. Gr. Kreisbaumeister Holzapfel. 1392) Gießen. Dienstag den 7. August l. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung des Mctzgermeisters Heinrich dahier: Weißzeug, Bettzeug, Möbel, Kleider, Haus- und Küchengeräthschaften, 624 Metzgerhandwerkzeug und Wirthschaftsgegenstände rc. und Donnerstag den 9. August, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus die dem Metzger Heinrich Lenz dahier zustehende Grundb- Dfilftr. 7h45 27 Hofraithe in der Kühgaffe (jetzo Marklstraße) nochmals, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 28. Juli 1849. Der Beigeordnete Rühl. 1443) Gießen. Donnerstag den 9. d. M., Vormittags 10 Uhr, soll ein Theil des Baumagazins an der neuen Lahnbrücke auf Ort und Stelle auf den Abbruch versteigert werden. Gießen den 6. August 1849. Gr. Kreisbaumeister Holzapfel. 1441) Krofdorf. Am Freitag den 10. und am Sonnabend den 11. d M. sollen aus den Schlägen der Oberförsterei Krofdorf, Försterei Salzböden und Försterei Wismar nachstehende Hölzer an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden: Försterei Krofdorf. Distrikt Kühbett. 2 Cichenstämme, 67 Cbfß. enthaltend. Försterei Salzböden. Distrikt Hagelschlag. 385 Klafter Buchen-Scheidholz 48% n n Knüppelholz 1037» n ft Stockholz 355 » u Reiserholz; 15 ii Eichen-Scheidholz 7» u „ Knüppelholz 7% „ „ Stockholz 3 ii u Reiserholz. Distrikt Hasengarten. 1 Klafter gemischtes Knüppelholz 2% u „ Stockholz 16%// // Reiserholz. Försterei Wismar. Distrikt Hauptmannsstrauch. I1/» Klafter Kiefern-Stockholz 5 „ n Reiserholz. Die Versteigerung beginnt im Waldhäuschen, Morgens 9 Uhr und werden Kaufliebhaber zu derselben hiermit eingeladen. Krofdorf, den 2, August 1849. Der Königliche Oberförster Passow. 1405) Gießen. Iagdverpachtung in der Gemeinde Beuern. Regierungsbezirk Gießen. Künftigen Samstag den 11. d. M., gegen 3 Uhr Nachmittags, wird auf dem Bureau des Unterzeichneten, die Feld- und Waldjagd hiesiger Gemarkung, enthaltend circa 4000 Morgen, worunter 1222 Morgen Wald, auf die nächsten 3 Jahre von obigem Datum angehend, unter de» im Termin weiter bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich meistbietend versteigert, wozu man zahlreichen Besuch einlader. Beuern am 1. August 1849. Der Bürgermeister Otto. Feilgeboten. 1435) Gießen. Vorzüglicher Weinessig zum Einmachen, weißer Stampfzucker und ächtes Bairisches Bier empfiehlt Louis Lind. 1412) Gießen. Schwarze Seiden- und Filzhüte empfiehlt PH. Lüdeking. 1437) Gießen. Weiße Kleiderstoffe in Ja- connet, Batist und Mull, glatt und facionirt, zu den billigsten Preißen empfiehlt M. Heß. 1440) Gießen. Zwei Paar neue Fensterläden und drei Wagen guter Dünger sind zu verkaufen. Näheres zu erfragen bei der Erped. d. Blttö. 1445) Gießen. Verkauf von chirurgischen Instrumenten. Theils neue und noch in gutem Zustand befindliche chirurgische Instrumente: Geburtszangen, Besteck, Lancetten rc., sind zu verkaufen. Wo? sagt die Erped. d. Bltts. Zu vermiethen- 1415) Gießen. In dem von mir erkauften, neu eingerichteten, ehemals Hoch'schen Hause, Lit. D. AS 10 auf der Mäusbnrg, sind zwei Familienwohnungen zum Preise von 65 fl. und 55 fl. zu vermiethen und gleich beziehbar. Joh. Balth. Noll. 1411) Gießen. Mehrere Familienwohnungen sind zu vermiethen bei Jacob Möhl's Wwe. 1434) Gießen. In meinem Nebenhaus ist eine Familienwohnung zu vermiethen und den 1. November zu beziehen. ‘ M. H e ß. 625 1439) Gießen. Das von Frau Pfarrer Winkler bewohnte LogiS in dem ehemaligen Gasthaus zum Löwen am Neuenweg ist am 12. September d. I. anderweit zu vermielhen. Gg. PH. Gail. 1433) Gießen. Das von dem verstorbenen Herrn Professor Fleck bewohnte Logis in dem Balserschen Hause auf dem Seltersberg, ist, Michaeli dieses Jahrs beziehbar, zu vermiethen. Nähere Auskunft in dem Hause selbst. 1432) Gießen. Ein möblineö Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei Wilhelm Rühl, Flügelsgasse. 1430) Gießen. In der Wallthorstraße ist ein Logis in der mittelsten Etage, bestehend in 4 bis 5 Zimmern, Küche, Holzstall u. s. w. zu vermiethen; dasselbe hat durch den dabei befindlichen Garten die Bequemlichkeit, daß gebleicht werden kann. Ausgeber dieses Blatts sagt wo. 1292) Gießen. Die zweite Etage in meinem Hause ist anderweit zu vermiethen. Dr. Mettenheimer. Vermischte Nachrichten. 1444) Gießen. Wohnungsgesuch. Ein einzelner Herr sucht eine anständige möblirte stille und nach Morgen oder Mittag gelegene Wohnung von Zimmer und Kabinet. Mit Adressen oder Anfragen beliebe man sich an die Erped. d. Bltts. zu wenden. Bekanntmachung. 1429) Grünberg, Im Interesse, derjenigen Personen, welche den Alsfeld-Friedberger Postcourir von dem Hessenbrücken Hammer bei Grünberg auS zu benutzen pflegen, ist die Einrichtung getroffen worden, daß daselbst Beichaisen zu erwähntem Wagen gegeben werden, wodurch dort sich meldende Personen stets auf unbedingte Weiterbeförderung rechnen können. In Auftrag Gr. Hess. Posterpedition Grünberg Voneyff. 1441) Gießen. Sämmtliche Mitglieder des Liederkranzes werden zu einer General-Versamlung auf Samstag den 11. August l. I Abends 8 Uhr in den Schulsaal eingeladen. Gießen den 7. August 1849. Der Vorstand. 1402) Gießen. Mehrere Zimmergesellen können dauernde Beschäftigung erhalten bei Grube, Zimmermeister. 1442) Großenlinden. Kirch weihe findet Sonntag den 12. und Montag den 13. August dahier statt; hierzu ladet mit dem Bemerken, daß bei Unterzeichneten gut besetzte Tanz-Mu f i k anzutreffen und für gute Speisen und Getränke gesorgt worden sei, höflichst ein. Auch findet bei dieser Gelegenheit die Einweihung des von G. Schmelz erbauten Tanzsaales statt. Großenlinden den 8. August 1849. G. Schmelz, Joh. Keßler, zum fröhlichen Mann. zur Krone. 1406) Gießen. Einladung der Schühengesellschaft ju Gießen, zu einem Scheibenschießen nm Geldpreise, welches mit Büchsen, die nicht unter 18 Kugeln auf das Pfund schießen, Sonntag den 12. und Montag den 13. August 1849 auf dem Hardthof bei Gießen abgehalten wird, und wofür 90 Preise ausgesetzt sind, das Nähere besagt der Ladbrief. Mit freundlicher Einladung zur Theilnahme an diesem Vergnügen, verbinden wir die Bitte um baldige Aufgabe der gewünschten Schußzahl bei dem Platzmeister Will). Stein zu machen. Der Schützenvorstaud. 626 1384) Gießen. Für Auswanderer. Centralverein für Auswanderer zu CSln und Düsseldorf, constituirt mit Genehmigung und unter dem Schutze der Königlich Preußischen Staatsregierung. Wir erpediren vorzügliche gekupferte Dreimaster-Schiffe erster Classe: Von Antwerpen nach New-Bork am 10., 2 0 und 3 0. jeden Monats; I über Rotterdam ) pr. Dampfboot nach New Bork am 5., 13. bis Havre. ) u. 23. jeden Monats. // Bremen nach New-Bork, Baltimore, Philadelphia am 1. und 13. jeden Monats; y „ . nach New-Orleans am 15. August; v v nach Galveston und Texas am 13. September; „ Hamburg nach New-Bork am 1. und 13. jeden Monats; Die Preise sind auf's Billigste, von den verschiedenen Sammelplätzen ab, inclusive aller Beförderungskosten und des amerikanischen Kopfgeldes, gestellt. — CöLN, im Juni 1849. Der Central-Verein für Auswanderung, J. A. Aoeder, Ehr. Fremery, £. Spiegelthal. Wegen Prospectus sowie näherer Auskunft beliebe man sich zu wenden - an den Haupt-Agenten Ang. Hoffmann. (Schloßgasse) in Gießen. 627 1428) Gießen. An meiner Gartenmauer kann Schutt abgcladen werden, gegen Vergütung von 6 fr. für den Wagen- Gg. Fulda. 1438) Brauukohlen-Bergwerk bei dem Hessen brücken Hammer. Bis auf weitere Anzeige können keine Braunkohlen mehr abgegeben werden. A u s z u l e i h e n. 1436) Leihgestern. Aus dem von Herrn von Firnbaber-Jordis für die Gemeinde Leihgestern gestifteten Armenfonds sind 5000 fl. in Parlhieen von 400 bis 500 fl. gegen gerichtliche Sicherheit auszuleihen. K. Wolf, Pfarrer. Leihgestern den 1 August 1849. Verzeichnis der Untersuchungs-Sachen, welche vor den Assisen der Provinz Oberhessen vom 8. bis 10. August zur Verhandlung und Aburtheilung kommen: Angeklagte. Vcrtheidiger. Termin zur mündlichen Verhandlung. Angekommene und abgereiste Fremden vom 4. bis 7. August 1849. 3 n den Gasthäusern. Ordn. Nr. Hütte. Hk. Vanhausen, Cand. jur. v. Nauenstadt. Hr. Wedcmeper, Registr v. Darmstadt. Graf Boden m. Bedien, v. Dresden. Hr. v. Gerliß, Rittcrgutsbes. v. Mecklenburg. Hr. Zager, Just-R. v. Werthheim. Hrn. Kfl. Spieß u. Hartmann v. Hamburg. Hrn. Stud. Dippel u. Wendelstedt v. Wetzlar Hrn. 8ft. Löhr, Rottmann u v. Mers v. Frankfurt u. Obertshausen v. Opladen. Im Prinz Carl: Hr. Schiff, Pr. Arzt v. Frankfurt. Hr Gerhardt, Bürgermstr. v. Kestrich. Hr. Lampert, Bez. Rath v. pahnhcim. Hr. Nathan, Kfm. v Bingen. Hr. G.scheldl, Schrein, v. Butzbach. Hr. Schudt, Müll. v. Hof- schwalheuri. Hr. Plitt, Kfm. ». Biedenkopf. Hr. Altes, Rent. v. Munzenberg Hr. Soth, Oecon. v. Nidda. Hr. Mohr- bach' Fadnk v. Marburg. Hr. Helfrich, Oecon. v Fauerbach. Hr Muller, Privatm v. Wimpfen. Hr. Bär, Geschäflsm. v. Bobenhausem Hr. Kutt, Kfm. v Offenbach. Hr. Schott, Geschaftüm v. Grünberg. Hr. Reichard, Färb, v Herborn. Fr. Karl m. Tocht. v. Stumpertenrod. Hrn. Geschäfts! Idstein, Strauß u. Oppenheimer v. Kambera u Roßbach v. Nidda. ° im barmstaedter Haus: HkN Gkschäftsl Jung v. Freienseen, Falck, Rühl, Hammel, Hetterich, Heil u. Müller Udbnhausen. Hrn Handelst Rahn v. Idstein, Oppen v. Bisses, Metz, Franck u. Pipp v. Niederursel. ’mJtaPPen‘ Hr. Hügel, Oberstn.-R v. Darmstadt. Fr. Kirchner -. Marburg. Hr. Dietrich, Oecon. v. Nidda. Hr. Gunst, Postsecr. v Cassel. Hr. Dauth, Archit. v Die- Är Dec01r v. Okarben Hrn Kfl Schaad, Feidel u. Heilbronn v. Frankfurt, Schwab v. Cötn, Heo- mann v. Cronbcrg u Albrecht v. Schlierbach. Hrn Gutsbes Mttch v. Rinteln u. Gergens v. Winkel. Hr. Müller, Just -9t v-Rordhausen. Hr Horst, Gastw. v Heidelberg Hr Bever' ™uU-0 «'klingen Hr. Groß, Gastw. v Lautenburg. Hrn. £L™crft »• Frankfurt, Prenk u. Stumpf v. Mannheim, «chmz v. Neuenburg, Heddinger v. Barmen, Danqern v. Langenberg u. Jmper v. Fosfeid. im Einhorn: Hr. v. Kundeln, Partie v. Dresden. Hr. Husch, Comm v. Frankfurt. Hr. Hennrich, Kfm. v. Hamvurg. Hr. Fischer, Just-R. v. Würzburg. Hr. Speyer, «J™ ", Hanau. Frl Düvois v. Frankfurt. Graf Deqen- feld v. Laubach. Fr. Geh. R. v. Grübet in. Bedien, v. Lan- dau Hr. Zoller, Oecon.-R. ».Darmstadt, su-stin Kantroawiß nr Bedien, v Riga. Hr. Langenfeld, Co.nm. v. Frankfurt. 6 b' v. Arnsberg. Hr. Schnatter, Partie. ft"nburg. Hr. Heinzerling, Stud. v. Berlin. Hr. Mor- Partie v. Metz. Hr. Rcuschling, Kfm. v. Düsseldorf. mc' D- Frankfurt. Hr. Gieberler, Berg- Access. v. Dillenburg. Hr, Gieberler, Hüttenbes. v. Adolphs- (Urtheile vom 3 und 6. August: Adam Schäfer von Burkhards, wegen Körperverletzung des Johannes tLchafer mit wdtllchem Erfolg, wurde zu 3 Jahre CorrectionshauSstrafe verurtheilt, und Peter Bern» ges zu Grebenau, wegen Meineids, freigcsprochen.) 16. Anna Margaretha Schmidt von Freicnseen, wegen KindeSmord Hfg.-Adv.Or.Sundheim 8. August. 17. Valentin Hildebrand und Heinrich Otterbein von Willofs, wegen 18. Meineids Dietrich Euler und 12 Consorten von Staufenberg, wegen KörperHofger.-Adv. Frank 9. August. verletzung und Eigenthums-Beschädigung Hofg.-Adv. Dr. Diehm 10. August. 628 im Stern: Hr. Müller, Privat«, v. Steinbach. Hr. Schneider, Fuhrm. v. Marburg. Hr. Franck, Kelln v Wolfhagen. In den Privathäusern. Bei Hrn. Geh. R. Knorrn Hr. v. Wehrbach v. Düsseldorf u. Hr. Knorr, Oberapp-Ger-R. v Darmstadt. — Bei Hrn. Reut. Becker: Frl. Hoffmann v. Grünberg. — Bei Hrn. Access. Calmberg: Hr. Renker, Baumstr. v. Lauterbach. — D n n An die Arbeiter. (Ein Sendschreiben.) Einen Brief richte ich an Euch, der wohl ausgenommen werden wird als guter Rath von Vielen, mißachtet von Manchen, die Brod ohne Arbeit verlangen! In böser Zeit trete ich auf und fordere vor Gericht jene falschen Propheten, welche dem Volke Aufruhr und Verrath predigen, um eine goldene Zeit herbeizuführen. Deutschlands Einheit ist ein großer Gedanke, allein Bürgerkrieg und Meineid sind wahrlich ein schlechter Kitt für die edle Sache. Wählet gesetzliche Mittel, um des Landes Stimmung auszusprechen, unv bessere Männer werden auf Eurer Seite fein. Wer die wahre Freiheit will, der muß durch Sinn für Gesetz und Ordnung sich ihrer würdig machen. Selbstverleugnung heißt die edle Tugend, toelche wahre Eintracht schaffen kann; die übe, wer hoch steht oder niedrig, Jeder in 'einem Stande. . Die Wühler haben Euren Eigennutz aufgestachelt gegen Jene, welche die Früchte des Fleißes und der Sparsamkeit besitzen. Bedenkt doch, wenn das Eigen- thum nicht mehr sicher ist, so wird aller Verkehr erliegen und Verwilderung und Mangel das Loos Aller sein. Seid vernünftig, bedenkt, daß Niemand Geld verdienen kann, ohne Andere mitverdienen zu lassen. Wenn ein Kaufmann für 100 Thaler Tuch verkauft, so verdient er 10 Thaler und 90 Thaler die Arbeiter und Jene, so die Wolle und Farbe geliefert haben. Nicht ein Ring zieht den Eimer aus dem Brunnen, sonvern eine lange Kette, und aus ihm füllen sich viele Becher für Durstige! Selbst der Reichste, und wenn er Milionen besitzt, kann nur ein Hemd tragen, unv nicht mehr essen und trinken als wie ein Mann; das klebrige vertheilt sich durch mancherlei Kanäle für Viele. Wäre das Kapital an Alle zu gleichen Theilen vertheilt, so würde in Mangeljahren Niemand int Stande sein, ein Schiff zu befrachten, um auf seine Kosten und Gefahr Korn aus fremden Ländern zu holen und dem Hunger zu wehren. Wer würde die feine Leinwand oder die Spitzen der Bei Frl. Koch: Hr. Koch, Forstcand v. Münchhof. — Bei Hrn. Reg.-R. Eckstein: Frl. Römheld v. Marburg. — Bei Hrn. Kfm. Tasche: Hr. Eberhardt, Protoc. v. Darmstadt. — Bei Hrn. Prof. Dr. v Klipstein: Frl. Lichthammer «.Darmstadt. — Bei Hrn Kirchenr. vr. Engel: Fr. Posterp. Hennemann v Berstadt. — Bei Hrn. Fabrik. Homberger: Fr. Stern v Bielefeld. — Bei Hrn. Forstmstr. Kempf- Hr. Krug, Oberapp.-R. v. Darmstadt. — Bei Hrn. Sodenmstr. Zeller: Hr. Eckhardt, Gastw. v. Steinau. — Bei Hrn. Fuhrm. Roll: Fr. Ehrhardt v. Königstätten. r e s. armen Spinnerinnen kaufen, oder die Gemälde des Malers? Wer könnte 100,000 Thlr. daran wagen, um ein Unternehmen zu gründen, welches mehrere hundert Menschen ernährt? Vertheilt die Habe, und das Land wird eine Armencolonie, die ohne Kunst, Wissenschaft und Bildung der Barbarei anheimfüllt! Giebt es nicht unter uns Fabrikanten, Handwerker und Bauern, die früher Arbeiter waren und sich emporgeschwungen haben durch Fähigkeit, Glück und den Fleiß ihrer Hände? Keinem unter Euch ist derselbe Weg verschlossen. Jeder ist berufen, seinen Platz mit Ehren auszufüllen. Gönnet jedem Eurer Mitbürger das Seine. Zufriedenheit heißt das edle Kraut, welches die Wünsche der Menschen stillt: das pflanze Jeder in seinen Garte», und es wird besser stehen mit uns Allen! Herrscht Ordnung und Gesetz im Lande, so geht viel Gelv um, Jeder kauft, und es blüht das Handwerk und der Lohn steigt für die Fleißigen. Wenn aber Barrikaden die Städte schließen und Freischärler durch die Dörfer schweifen, wo wird dann Arbeit zu finden sein? Wenn ein Volk Mangel und Armuth schaffen will, so fange es nur Unruhen an: das Mittel ist sicherer als Waffersnoth und Feuersbrunst. Macht jeden Arbeiter fieißig und verständig, und ich bürge dafür, daß Alle zu leben haben. Die, welche Euch verführen wollen, predigen den Haß gegen die Fürsten und die Pfaffen. Die Fürsten sind Menschen, wie wir; allein es ist nicht fein, von ihren Fehlern mit Uebertreibung zu reden und die Tugenden zu verschweigen; solches geschieht aber von vielen undankbaren Gesellen, welche ihre Wohlthateu genossen haben. Wenn Ihr auf dem Throne säßet, täglich umlagert von Tausenden von Bitten und Beschwerden, Querköpfen, Augendienern und redlichen Leuten, Ihr würdet bald inne werden, daß auch ein König saures Brod ißt! Kein regiment gedeiht, wo nicht Einer befiehlt: das schauet Ihr täglich im eigenen Hause, in der Fabrik und in der Gemeinde; also sei es auch im Staate. 629 Es kann und darf nicht Alles beim Alten bleiben; Vieles kann besser werden, wenn man es vernünftig angreift, nichts Unmöglicher verlangt, und Jeder seine Schuldigkeit thut. Da spricht man viel von Proletariern, ohne das Wort zu deuten. Einen Proletarier nenne ich den, welchen seine Eltern in der Jugend verwahrlost, nicht gewaschen, nicht gestriegelt, weder zum Guten erzogen, noch zur Kirche und Schule angehalten haben. Er hat sein Handwerk nicht erlernt, hei- rathet ohne Brod und setzt seines Gleichen in die Welt, welche stets bereit sind, über anderer Leute Gut herzufallen , und den Krebsschaden der Gemeinden bilden. Ferner heiße ich Proletarier: Leute, die, von braven Eltern erzogen, durch die Verführung der großen Städte zu Grunde gegangen sind; Wüstlinge und Zecher, die den blauen Montag heiliger halten, als den Sonntag; verlorne Söhne ohne Reue, denen Gesetz und Orv- nung ein Gräuel ist. Diese Klassen bilden die echten Hilfstruppen der Aufwiegler, bestehenv aus verdorbenen Schreibern und Kaufleuten, schlechten Haushältern und andern Taugenichtsen, die ohne Mühe zu Ehren und Ansehen gelangen wollen!! Sagt mir, wer von Euch hätte wohl gedacht, daß Deutschland so reich sei an solch sauberer Gesellschaft? Nicht aber rechne ich zu den Proletariern den braven Arbeiter, dem Gott durch die Kraft seiner Hände und den gesunden Menschenverstand ein Kapital verlieh, welches ihm Niemand rauben kann, es sei denn Krankheit oder Alter. Der wird schon durchkommen, wenn jene bösen Buben die Ruhe und öffentliche Wohlfahrt nicht stören. Diesen ehrenwerthen Leuten muß geholfen werden durch Hebung der Gewerbe, Vorschußkassen, guten Unterricht für die Kinder und Sicherstellung gegen Krankheit und Invalidität. Um dahin zu gelangen, schafft Ruhe im Lande und wählt Leute in die Kammer, so nicht erbittert mit der Regierung zanken, sondern zum Wohle Aller aufrichtig Hand an das Werk legen. Fast zwei Jahre habt Ihr es versucht mit Schreiern: macht jetzt einmal die Probe mit Männern von gemäßigter Gesinnung, so die Freiheit wollen, gesichert durch gesetzliche Schranken nach unten und oben, und dann fällt ein unpartheiisches Uriheil! Gebraucht das einfache Hausmittel und heilt selbst den Schaden ohne kostspielige politische Quacksalber. Seid Ihr anderer Meinung, so bedaure ich Blut, Geld und verlorene Zeit; allein die bittere Erfahrung führt uns später sicher zusammen: bleiben wir deshalb Freunde nach wie vor. Drei Freunöe. Novelle. (Fortsetzung.) Aber aus diesem Kampfe der Leidenschaften, die seine Brust füllten, hatte sich doch der Entschluß hervorgerungen, nie mehr zu Sara zurückzukehren. — Ob es Wahrheit war, was der höhnende Warner ihm erzählte, ob Lüge, er wußte jetzt gewiß, daß er nicht weiter könne. — Ihm war es, als sei er plötzlich, wie die Verwandelten in den arabischen Märchen, er> löst ivoiden von dem Zauber einer bösen Fee. Schamvoll brannte sein Gesicht vor den Erinnerungen seiner Handlungen und qualvoller noch war die Reue, welche er empfand, wenn er bedachte, was er dadurch verloren hatte. — Seit vierzehn Tagen beinahe hatte er jetzt das Haus der Präsidentin vermieden. Er hatte Einladungen abgelehnt, Billete ungelesen in den Ofen geworfen , hatte gewaltsam jede Regung unterdrückt, die ihn an Johanna mahnte und jetzt kamen sie alle plötzlich und traten vor ihn hin mit strafender verächtli- Schärfe. Seufzend deckte er beide Hände über Stirn und Augen, aber entsetzt vor dem Wiederhalle, der ihm Antwort zu geben schien, riß er sie zurück und sprang auf. — Das Licht brannte düster und vor ihm an der andern Seite des Tisches stand eine dunkle Gestalt, ganz verhüllt im deckenden Mantel, einen schwarzen Schleier über Kopf und Gesicht gezogen. „Johanna!" rief er erschüttert nach einem Augenblicke starren Schweigens. Die Dame warf den Schleier zurück und blickte ihn fragend und forschend an. „Ich komme selbst," sagte sie, „weil ich wissen muß, was in Ihnen und um Sie vorgeht. — Haben Sie mich verlassen, Aurel, haben Sie mich vcrrathen? Ich will Alles wissen, es ist besser das Acrgste zu hören, als in solcher Pein langsam zu verschmachten. — Reden Sie," fuhr sie fort, als er schwieg. „Ich weiß, daß Sie Richards Haus bei Tag und Nacht besuchten, daß Sie in wilver Genossenschatt sich wohl fühlten, daß die Frau, Sara heißt sie, welche dort herrscht, auch Sie umstrickte, daß Sie — o, Sie sehen wie viel ich weiß! — sie liebten, sie anbeken — „Nein," rief er sic unterbrechend, „ich liebe sie nicht, es ist eine Lüge, deren Gewißheit ich ganz fühle, aber ich will di.se Nähe zerreißen, auf immer mich dem Sclbstbetruge entziehen und die Strafe meiner Schwäche dulden. Ich muß fliehen, Johanna, denn ich weiß, was ich verschuldete, weiß wie unwerlh ich des Glückes bin, das mir nahe war. — Leben Sie wohl, meine edle gütige Freundin, erlassen Sie mir, was ich bekennen müßte, aber glauben Sie, daß meine Seele mit ihren Erinnerungen bei Ihnen sein wird, bis ich aufhöre zu sein." Er hatte ihre Hände.ergriffen und plötzlich stürzte er zu ihren Füßen und bedeckte ihre Finger mit seinen Küssen und Thränen, als die Thüre sich aufthat und Eduard langsam und lächelnd über die Schwelle des Zimmers trat." 630 Aurel erhob sich in heftiger Bewegung, aber der Regierungsrath legte den Finger auf den Mund und sagte mit gedämpfter Stimme: „Ich suche meine Schwester, finde sie in Deinem Zimmer und Dich zu ihren Füßen. Ich hätte nicht vermuthen können, daß das Fräulein von Cprbin ihren nächtlichen Spaziergang hierher richten würde, hätte vielmehr weit eher erwarten müssen, daß Eure Verlobung im Hause und unter den Augen meiner Mutter stattfinden würde. Jndeß, verliebten Leuten ist manches zu vergeben, darum mag es selbst sein, daß vielleicht auch Andere bemerkten, was ich sah, will ich doch meine Vorwürfe zurückhalten, allein ich erwarte jetzt von Dir, Aurel, daß Du auf der Stelle mich begleitest und meiner Mutter Dich entdeckst, die sich freuen und Dich segnen wird, weil sie Dir von alter Zeit her herzlich gewogen ist. — Meinen Glückwunsch nimm auf der Stelle, lieber theurer Freund. — Du weißt, welche Absichten ich hatte, das ist vorbei, abgebrochen und beseitigt. Von ganzem Herzen also sei mir willkommen; laß uns treue unzertrennliche Freunde bleiben." Er umarmte Aurel, welcher mechanisch sich ihm überlieferte und keine Antwort mehr zu geben wagte. — Eduards Worte waren eben so freundlich wie bestimmt, aber seinen lächelnden Lippen gesellte sich ein strenger Blick zu, der Genug- thuung für die beleidigte Ehre der Familie zu fordern schien. „Sie sehen, Aurel," rief Johanna, indem sie sich neben ihn stellte und ihn ermuthigend freundlich ansah, „mein Bruder ist ein strenger Hüter meiner Ehre, er weiß, was sich für uns schickt, dennoch wird er nichts einzuwenden haben, wenn ich ihn bitte uns jetzt noch einige Minuten allein zu lassen. Er wird uns beide genugsam kennen, um völlig ruhig zu sein; wir wollen ihm dagegen geloben, so bald als möglich ihm zu folgen, um meiner Mutter unfern Besuch zu machen." „Das ist wieder einer von Deinen wunderlichen Einfällen," erwiederte Eduard, „und ich sowohl wie Aurel sollten ihn nicht dulden. Aber er mag sein, daß ihr Geheimnisse auszutauschen habt in dieser Stunde, so hoffe ich doch, daß es nicht lange dauert. Ich will vorangehen und die Mutter vorbereiten, ich will es beschwören, daß Eurer Zärtlichkeit kein Zwang geschehen soll." Er entfernte sich und stieg die Treppe hinab, aber er kehrte leise wieder um und lauschte draußen an der Thüre; doch bei aller Anstrengung konnte er nicht genau verstehen. — (For tsetzung folgt.) Die Kapelle bei Ottbergen. Was stehet die Kapelle so einsam und allein? — Das muß fürwahr ein Denkmal aus alten Zeiten sein! Wie auch die Wetter tobten, es blieb noch immer stehn Die Kapelle bei Ottbergen gar fest auf Bergeshöhn. Deß Name ist verschollen der die Kapell' erbaut, Doch ist im Mund des Volkes noch eine Sage laut; Die ging von Mund zu Munde traun, bis auf diese Zeit, Drum ist noch die Kapelle geheiligt weit und breit. Vor Alters, heißt die Sage, lebt' hier ein Rittersmann, Der immer auf gottlose und böse Streiche sann; Es war im ganzen Stifte gefürchtet seine Hand, Sein Name ward mit Schrecken von Jedermann genannt. Zu Hildesheim vom Dome scholl feierlicher Klang, Der weithin in die Ferne zu gläub'gen Herzen drang. Und alles Volk kniet' nieder im gläubigen Gebet, Da rauscht es durch die Waldung, wie wenn ein Sturmwind weht. Das war der böse Ritter, den frommt kein Glockenklang, Kein reuig Knien und Beten, kein heiliger Gesang; Durch Feld und Wald zu jagen, allein ist seine Lust, Im Äug' wohnt kein Erbarmen, kein Glaub in seiner Brust. Ein Hirsch rennt dnrch's Gehege mit strotzendem Geweih; Am Kreuz und Christusbilde in wilder Hast vorbei, „Und trüg'st du", rief der Ritter, „am Haupt ein Christusbild, Nicht rast' ich bis dein Blut mir des Jagens Müh vergilt. Da tritt aus tiefem Dickicht der Hirsch —nicht mit Geweih — Ein Kreuz auf seinem Haupte gar majestätisch frei; Noch scholl vom fernen Dome der feierliche Klang. Dem Ritter wird's im Busen so wupderbar, so bang. Er steigt vom schweiß'gen Roste und kniet und betet an: „Das hast du Gott im Himmel als Zeichen mir gethan; Hier will ich dich verehren, will predigen dein Wort Und will eiü Bethaus bauen an diesem heil'gen Ort. Da baut er aus dem Berge ein Bethaus ganz allein, Hinfort sein irdisch Leben dem Gottesdienst zu weihn; Und wenn vom fernen Dome die Glocke dumpf erklang, Kniet' er demüthig nieder mit Beten und Gesang. Noch schauet die Kapelle gar weit ins Land hinein: Kein Blitz noch sollte stürzen dies mahnende Gestein, Kein Zeitstrom sollte reißen die Sag'aus Landmanns Mund: Ein Beispiel sollt' es bleiben dem Volk bis diese Stund. F. Hüne. Druck und Verlag der G. D. Brühl'schm Buch- und Steindruckerei.