Anzeigtblatt der Sta-t mb des Negierungsbezirks Gieren. Jfä IO» Sonnabend den 3 Februar 18Ä9. , . Dieses Blatt erscheint wöchentlich zwei Mal; Dienstag und Sonnabend. Der PränumerationSbctrag ist für ein ganzes Jahr für Einheimische 1 ff. 30 fr., für ein halber Jahr 45 fr.; für Auswärtige incl. Postaufschlag 1 ff. 42 fr., halbjährl. 51 fr. Auswärts abonnirt man sich bei den zunächst gelegenen löbl. Postämtern. In Gießen bei der Erxedition, Canzleibcrg Lit. B. Nr. 1. ElirrückunqSgebübr für den Raum der gespaltenen EorpuS.Zeile 2 fr. Inserate müssen jedcSmal Vormittags 9 Uhr an dem Tage vor dem Erscheinen dieses Blattes an die Redaftion gelangt sehn. Amtlicher Theil. Verordnung, bte Wahl der Geschwornen für das Jahr 1849 in den Provinzen Starkenburg und Oberhcssen betreffend. 8ttDWJG III. Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. rc. Da cs unmöglich ist, die Geschwornen für das Jahr 1849 in den Provinzen Starkenburg und Oberhcssen innerhalb den durch die Art. 37 bis 43 des Gesetzes d. d. 28. October 1848, betreffend: die Einführung des mündlichen und öffentlichen Strafverfahrens mit Schwurgericht, bestimmten Fristen zu erwählen, und Unsere getreuen Stände Uns deßhalb überlassen haben, diese einmalige Erwählung in abgekürzten Fristen im Wege der Verordnung zu verfügen, so verordnen wir hiermit, wie folgt : 8. 1. Die Art. 30 bis 52 des ebenbezeichneten Gesetzes (Abschnitt: „von der Wahl der Geschwornen") treten, vorbehaltlich der in nachfolgenden §. §. vorzuschcnden Abänderungen, sofort mit dem Erscheinen der gegenwärtigen Verordnung im Regierungsblatte in Kraft. §. 2. Die Regicrungs-Commissioncn zu Darmstadt und Gießen haben alsbald nach Verkündigung dieser Verordnung die im Art. 31 des Gesetzes vom 28. October 1848 bezüglich der Höchstbesteucrtcn ihnen aufgetragene Vcrtheilung vorzunchmcn und binnen 10 Tagen bekannt zu machen. §. 3. Der Regierungs-Commission cincs jeden Regierungs-Bezirks liegt es ob, innerhalb vierzehn Tagen, von dem Erscheinen dieser Bekanntmachung an, die in dem Art. 35 jenes Gesetzes vorgeschricbcne Lifte zusammenzuftellen, und nach Maßgabe des Art. 36 sämmtlichcn Bürgermeistern ihres Bezirks mitzu- theilen, §. 4. Der Bürgermeister einer jeden Gemeinde hat, sobald ihm von der Regierungs-Commission feines Bezirks die Liste der Höchstbestcnerten nach Maßgabe des Art. 36 des obigen Gesetzes zugckommen ist, binnen vierzehn Tagen zur Aufstellung und Offenlegung des Verzeichnisses der zu Geschwornen zulässigen Personen, wie dieß im Art. 37 ebendaselbst vorgeschriebcn ist, zu schreiten, und hicrnächst kommen die Art. 38 und 39 desselben Gesetzes sofort in Anwendung. §. 5. Die Regierungs-Commission des Haupt orte s der Provinz läßt aus den bis zum 15. März 1849 eingelaufencn sämmtlichen Gemeindelisten daö im Art. 40 des genannten Gesetzes erwähnte Verzeichnis binnen acht Tagen aufstellen. 8. 6. Die im Art. 41 vorbestimmtcn Fristen von acht und von vierzehn Tagen werden auf vier beziehungsweise acht Tage herabgesetzt. 96 §. 7. Nach Erledigung der etwaigen Recurse und nach Aufstellung des im §. 5 erwähnten besonderen Verzeichnisses hat die RegierungS-Commisnon des Hauptortes der Provinz binnen vier Tagen dem Art. 42 des ostgedachten Gesetzes zu entsprechen. §. 8. Jede einschlägige Regierungs-Commission beruft hierauf binnen drei Tagen den Bezirksrath zusammen, um zur Wahl der geschwornen-Candidaten nach Anleitung des Art. 43 jenes Gesetzes zu schreiten. Diese Wahl hat innerhalb vierzehn Tagen, von Ablauf jener dreitägigen Frist an, zu geschehen. §. 9. Sobald diese Wahl erfolgt ist, ist von den einschlägigen Behörden ohne allen Aufschub den Artikeln 44, 45 und 46 des Gesetzes vom 28. October 1848 gemäß zu verfahren. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und des beigedrückten Staatssiegels. Darmstadt am 6. Januar 1849. (l. S.) LUDWIG. Kilian. Bekanntmachung, die Wahl eines Bisthumöverwesers und eines Verwalters der bischöflichen Dotation betreffend. Nachdem der bischöfliche Stuhl zu Mainz durch das am 30. v. M. erfolgte Ableben des Herrn Bischofs Petrus Leopold Kaiser erledigt worden ist, hat das Domcapitel zu Mainz für die interimistische Verwaltung der Diöcese und der bischöflichen Dotation, den Landes- und Kirchengesetzen gemäß, Vorsorge getroffen und am 7. d. M. den Herrn Dvmcapitulator Caspar Grimm zum Bisthumsverweser und den Herrn Domdecan Tobias Höfer zum Verwalter der bischöflichen Dotation gewählt. Diese Wahlen werden hierdurch zur Nachricht bekannt gemacht. Darmstadt am 8. Januar 1849. Großherzoglich Hessisches Ministerium des Innern. I a u p. C. Schmidt. Nr. R. C. 976. Gießen am 1. Februar 1849. Betreffend: Die regelmäßigen Audienzen bei Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge. Die Großherzoglich Hessische Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gießen an sämmtliche Gr. Bürgermeister des Regierungsbezirks. Es wird höchsten Orts zweckmäßig erachtet, wenn die Gesuche um Geldunterstützung nicht von den Bittstellern, sondern von den Regierungs-Commissionen an das Kabineis-Secretariat Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs eingesendet werden. Sie wollen dies ungesäumt in den Gemeiuden bekannt machen. K ü ch l e r. 41) Gießen. Protokoll der Sitzungen des Bezirksralhs zu Gießen. Fünfte Sitzung vom 3. Januar 1849. Vormittags 9/4 Uhr. Anw esend: Reg.-Rath v. Willich und 8 Mitglieder des Bez irksraths. Abg. Bernbeck hatte sich durch Unwohlsein entschuldigen lassen. Der Präsident fragt bei der Versammlung an, ob die Protokolle in Zukunft nicht kürzer gefaßt wer- 97 den könnten. Man war jedoch allgemein der Ansicht, das; die Protokolle in ihrer seitherigen Vollständigkei auch ferner fortzuführen seien. Da man den Vorsitzenden aber nicht gar zu sehr belästigen wolle, so wurde beschlossen mit der Restaction des Protokolls abzuwechseln. Der Vors. verliest das Protokoll von der gestrigen Vormittagssitzung. Einige Berichtigungen wurden von Dieterich und Engel veranlasst. Während der Protokolls-Verlesung wurde über die Verhältnisse der Bezirksräthe, durch Regierungsrath v. Willich einige Erläuterungen gegeben, und namentlich auf Beharrung der gesetzlichen Bestimmungen hingewiesen, um wo möglich spätere Widersprüche zu vermeiden. Engel sucht sich dagegen mit Einwendungen zu verwahren, und glaubt, wenn wir allerdings an die gesetzlichen Bestimmungen gebunden seien, doch mehr als Jury das Gesetz interpretiren dürften, und zwar nach früheren Erörterungen des Regierungsraths. Präs, berief sich auf die neuen Ideen hinsichtlich der Bürgeraufnahmen. Schmand ergreift auch das Wort in Bezug der Grundsätze auf Bürgeraufnahmen und glaubt, auf speciellen Nachweis des Vermögens sehen zu müssen. M enkel will im Geiste der ncnen Behörde, (Bezirksrath) sich nicht mehr auf die alte Gemeinde-Ordnung bindend halten. Lindenstruth und Schmand widersprechen dieser Ansicht. Wegen der im gestrigen Protokoll enthaltenen Aeußerungen zwischen Regierungsrath v. Willich und Engel verständigen sich Beide in friedlicher Weise. Um % auf 10 Uhr tritt Ferber ein. Negierungsrath v. Willich macht aufmerksam, dass int Protokoll noch gewahrt werde, wie Ferber in der Neccptionssache von Giessen nach Vorschrift nicht mitgestimmt habe. Hierauf wurde das Protokoll genehmigt. Der Vors. lies nun den Ausschußbericht wegen der Wahl der Ersatzmänner zum Bezirksrath für den I. Bezirk durch Dieterich verlesen. Der Bericht will einen Anstand in der Wahl von Giessen übersehen wissen, dagegen die Umstände von Heuchelheim, weil die Wahl nur 2 Tage vor der Wahl bekannt gemacht, auch die am 5. Dccbr. ernannte Commission schon Handlungen vom 4. beurkundet hat, auf Ungültigkeit der Wahl hin beantragen. Der Reg.-Comm. erklärt, die Regierungs-Commission sei mit dem Ausschußantrag bezüglich der Wahl von Gießen und Heuchelheim einverstanden. Ferber will eine allcnfallsigc Wahl baldigst vorgcnommcn wissen, was der Reg.-Comm. zusichert. Der Vors. lies, nachdem in dieser Sache Niemand mehr das Wort ergreifen wollte, über den Ausschußantrag bezüglich der Wahl in Gießen abstimmen. Angenommen. Hierauf lies er über den Antrag von Heuchelheim abstimmcn. Ebenfalls angenommen. Es wurde nun von Dieterich der Ausschussbericht wegen der Wahl im X. Wahlbezirke verlesen. Nach Bürgcrmeisterbcricht sind außer dem vor einigen Jahren gestorbenen Heinrich Erb II. noch ein Heinrich Erb III. und Heinrich Erb IV. in Weitcrshain wohnhaft. Der Ausschuss glaubt, da er sich nicht berechtigt fühlt, im Sinne der Reclamantcn die streitigen Stimmen dem Heinrich Erb III. beizuzählen, und das Wahlgeheimnis; zu verletzen, die Reclamation abzuwciscn. Vors. erklärt, er habe nur darum den Antrag gestellt, dass man untersuchen solle, ob es ein Heinrich Erb II. gäbe oder nicht, weil man bei diesen Sachen möglichst erschöpfend zu Werke gehen solle. Nachdem Niemand das Wort in dieser Sache ergreifen wollte, lies der Vors. über den Ausschussantrag abstimmen, der dann angenommen wurde. Abg. Kliebe enthielt sich als Betheiligter, der Abstimmung. Es ging nun die Berathung über die Wahl im II. Bezirk vor sich, und gab Engel hierin mündliche Erläuterung. Da die Sache, (namentlich die Wahlacten) nicht ganz klar war, so wurde nach längerer Diskussion beschlossen, daß die Acten an den Wahlausschuß, der sich durch 2 Mitglieder (Ferber und Lindenstruth) verstärken, zurückgehen solle, um eine neue Zählliste anfzustellcn, um die Namen Selten II und Velten Käse- fabrikant gehörig zu unterscheiden. Gleichzeitig erbot sich der Reg.-Comm. allenfalls weiter eingelangte Recla- mationen wegen dieser Wahl vorlegen zu lassen. Der Vors. lies nun durch Kliebe den Ausschußbericht wegen des Gesuchs der Gemeinde Wctterfeld, bezüglich ihrer Gemarkungsverhältnisse vorlegen. Nachdem dies geschehen, ersuchte der Vors. den Abg. Franziskus nähere Erläuterungen darüber zu geben. Franziskus glaubt, etwas Besonderes hierüber vorzubringen nicht erforderlich. 98 Schmand erwähnt der Gemarkungsverhältnisse zu Watzenborn und Steinberg, und glaubt, daß es auch möglich sei, wie hier in Wetterfeld zwei verschiedene Gemarkungen bestehen könnten. Der Reg.-Comm. bezweifelt die Compctenz des Bezirksraths und schlägt vor, die Sache vorerst an die Reg.-Commiss. abzugeben, da dieselbe bis jetzt noch gar keine Kenntniß davon erhalten habe. Er verspricht möglichste Abhülfe. Franziskus erwähnt die standesherrschaftlichen Verhältnisse. Dieterich erläutert das eigentliche Verhältniß, und weist nach wie ein Theil der Gemarkung Wet- terfeld und von Münster von jeher unter Staatshoheit gestanden hätten, und glaubt auf die Ansicht des Reg.-Comm. eingehen zu können, da sich dieser Umstand seit Aufhebung der Standesverhältnisse leicht heben lassen werde. , n v Vors. ist auch damit einverstanden, gibt noch einige Erläuterungen und läßt über den Ausschußantrag abstimmen, nachdem zuvor Reg.-Comm. aufmerksam macht, den Betreff Beschwerde in Bitte umwandeln zu lassen. Wird an die Reg.-Commiss. zur Abhülfe abgegeben. Vors. ersucht den Reg.-Comm. auf die gestrigen Interpellationen zu antworten. Dieser erklärt sich hierzu bereit und antwortet demgemäß, bezüglich der Jagdverpachtung in Lardenbach und Ilsdorf, wie die StandeSherrschaft Laubach gegen die Jagdverpachtnng Einsprüche erhoben und Verhandlungen veranlaßt habe, die bis jetzt nicht-zum Ende geführt hätten. Er hoffe jedoch demnächstige baldige Beseitigung. Wegen der Bürgermeisterwahl in Gonterskirchen. Er weist aus den Acten nach, wie die betr. Wahl vor dem 20. Januar 1850 nicht vorgenommcn werden dürfe, und sich hiernach die Interpellation nicht begründet finde. Franziskus findet sich hiernach zufrieden gestellt. Wegen der Holzkultur in der Allendörfer Gemeinde. Reg.-Comm. erläutert den Gegenstand gründlich, verliest mehrere Verfügungen und weist nach, wie die Anforderungen der Gemeinde keine Berücksichtigung mehr verdiente, wie jedoch bei besserem Wetter, vor einer weiteren Verfügung, noch ein Augenschein an Ort und Stelle eingenommen werden solle. Engel versichert, wie er, wenn ihm die letzte Verfügung bekannt gewesen, die Interpellation gar nicht gemacht haben würde. Reg. Comm. übergibt die Akten. „Gesuch des Caspar Kausmann von Niederohmen um Aufnahme als Ortsbürger nach Lchnheim," an den II. Ausschuß. Da die Tagesordnung erledigt war, so beantragte der Vors. über die Compctenzsrage des Bez.-Raths eine Diskussion zu eröffnen. Er führt in ausführlicher Rede die Rechte des Bez.-Raths an. Reg.- Comm. erklärt, da dieser Gegenstand nicht auf der Tagesordnung stehe, so müsse er sich gegen eine Einlassung erklären. Lindenstrnth glaubt die Competenzfrage wegen der Verhandlung, in Sachen der politisch Ange« schuldigten, schon für entschieden. Präs, will die Ansicht des Bez.-Raths nicht bestreiten, und einen besonderen Antrag demnächst auf die Tagesordnung bringen. Reg.-Comm. erläutert, wie er durch seine früheren Aeusserungen ausdrücklich erklärt habe heute einen Competenzstreit nicht herbei führen zu wollen. Ferber verliest hierauf eine Eingabe der Branntweinhändler zu Gießen, bezüglich der Rückvergütung von Octroi, an den I. Ausschuß. Ferber übergibt gleichzeitig jedem Mitgliedc des Bez -Raths ein Exemplar der Brochüre: „Beleuchtung des Gesetzes vom 25. September 184=8 betr- Octroi-Erhebung der Stadt Gießen, insbesondere Rückvergütung auf Branntwein, bearbeitet von G. Noll und Cons. Vors. verliest sodann die Rubriken einer Anzahl von Anträgen und vertheilt sie an die betreffenden Ausschüsse, als 1) Eingabe der Gemeinde Wetterfcld, betr. Entschädigung für beschädigte Chausseebäuinc, an den III. Ausschuß. 2) Antrag von Steinberger, die Bürgerwehr, an III. Ausschuß. 3) Antrag von Linde nstruth, die Vieh-Assecurrauzgesellschaften, an III. Ausschuß. 4) Gesuch der Gemeinde Zeilbach, den Hirtenlohn betr. an I. Ausschuß. 99 5) Gesuch der Gemeinde Ermenrod, Spritzenfuhrlohn, an I. Ausschuß. 6) Gesuch der Gemeinde Zeilbach, verschiedene Gemeindesachen, an III. Ausschuß. 7) Gesuch der Gemeinde Niederohmen, Anstellung eines zweiten Lehrers, insbesondere Zusatz aus Staatsmitteln dazu, an III. Ausschuß. 8) Gesuch des Gotthard Böcking zu Allendorf, Reparatur eines Strohdachs, an I. Ausschuß. 9) Gesuch des Conrad Stohl von Garbenteich, um Ortsbürgeraufnahme nach Kleinlinden an II. Ausschuß. 10) Gesuch deS Registrator Drechsler zu Lich, um Aufnahme als Ortsbürger dahin, an II. Ausschuß. 11) . Gesuch des Joh. Möller zu Ettingshausen, entzogenes Loosholz, an 1. Ausschuß. 12) Gesuch des Bürgervereins zu Ettingshausen betr. die Geld-Einnahmen, an I. Ausschuß. 13) Gesuch des Lehrer Walz in Obcrbessi'ngen, Erbauung einet? Holzschoppens, an I Ausschuß. 14) Gesuch des Joh. Velten VIII. zu Langgöns Gehalt der Gemeindebeamten, an I. Ausschuß. Vors. bemerkt, es sei ihm von Menkel ein Antrag wegen des Ankaufs der Genödarmerie-Pferde zugekommen, über dessen Dringlichkeit entschieden werden müsse. Menkel verliest denselben und will die Dringlichkeit begründen, die jedoch bei der Abstimmung verworfen wird Der Antrag geht deßhalb an den III. Ausschuß. Reg.-Comm. übergibt noch Akten. Gesuch des Heinrich Kutscher von Beuern, um Ortsbürger-Aufnahme nach Mainzlar an den III. Ausschuß. Gesuch der Gemeinde Allerthausen, die Katastrirung der Gemarkung, an den I. Ausschuß. Hierauf wurde Tagesordnung auf den Nachmittag beschlossen. 1) Die Prüfung der Bez-NathSwahl in 2. Bezirk. 2) Gesuch deS G. B. K. Ebert von Coburg um Aufnahme als Ortöbürger nach Großenbuseck. 3) Gesuch des Caspar Kaufmann von Niederohmen um Aufnahme als Ortsbürger nach Lehnheim. 4) Antrag auf Gründung einer Viehversicherungsanstalt für Qberhessen oder doch für den Reg-Bez. Gießen. 5) Antrag auf Gründung einer Realschule zu Lich. 6) Antrag betr. die Organisation der Schulen. 7) Antrag betr. die Errichtung von Fortbildungsschulen für die erwachsene Jugend auf dem Lande. 8) Antrag auf Aufhebung der Ordonnanzen der Oberbehörden. Die Sitzung wurde um 11'/, Uhr geschlossen. F. Steinberger. Dieterich. Polizeiliche Bekanntmachung. Ein kleines seieenes fHalstuch und mehrere kleine Schlüssel sind gefunden und auf Gr Polizei- büreau dahier abgegeben worden. Gießen am 31. Januar 1849. Besondere Bekanntmachungen. 146) Gießen. Seither besorgte den Maul- wurfsfang in hiesiger Gemarkung ein Auswärtiger gegen die Vergütung von 150 fl. jährlich, weil sich zur Zeit der Vergebung dieses Geschäfts hier Niemand fand, welcher Geschick und Neigung dafür gehabt hatte. Der Stadtvorstand, welcher diesen Verdienst einem hiesigen Einwohner zuwenden mögte hat beschlossen, abermals Coneurrenz für jene Stelle zu eröffnen. Indem dieses hiermit geschieht, bemerkt mau, daß Anmeldungen bis zum 6. Februar curr. auf der Bürgermeisterei entgegen genommen werden. Gießen den 26. Januar 1819. Der Bürgermeister G g. Reiber. 166) G ießen. Die Audienzen bei seiner Königlichen Hohei^ dem Grvßherzoge. Mit Beziehung auf die letzte Bekanntmachung in obigem Betreffe bringe ich weiter zur Kennt- niß des hiesigen Publieums, daß die Audienzen bei Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog m t dem 1. Februar l. I. wieder beginnen. Gießen den 30. Januar 1849. Der Bürgermeister G g. Reiber. 167) Gießen. Das Brückchen über den Lohmühlsbach, zunächst der Balser'schen Bleiche, ist schadhaft geworden, weshalb dasselbe vorerst nicht 100 gefahren werden kann, was zur öffentlichen Kennt- niß hiermit gebracht wird. Gießen den 31. Januar 1849. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 148) Gießen. Die Schulgelder vom IV. Quartal 1848 sind binnen 14 Tagen zur hiesigen Stadtcasse zu bezahlen. Gießen am 27. Januar 1849. Der Sladtrechner Enders. Versteigerungen. 143) Altenbuseck. Holzversteigenmg im Revier Buseck. Moniag den 5. Februar d. I, sollen in dem herrschaftl. District Burgwald, nachgenannte Holzsortimcnte meistbietend öffentlich versteigert werden, nehmlich: 8 Stecken Buchcn-Scheidholz 1087- » Eichen- ,, 3 ii Aspen- ii 54 u Buchen-Prügelholz 50 ii Eichen- und Birken-Prügelholz 8 „ Aspen-Prügclholz 65 „ Buchen-Stockhvlz 80 ii Eichen- u 18 ii Aspen- „ 5000 Stück Buchen-Wellcn 3100 ii Eichen- „ ’ 1200 „ Aspen- ii 3114 Cbikfß. Eichen- Bau- und Werkholz, vorzüglicher Qualität 38 Cbikfß. Buchen Werkholz und 13 n ii Stangenholz. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird bis Johanni d. I. Zahlungsfrist gestattet. Die Zusammenkunft und der Anfang der Versteigerung ist Morgens um 7,9 Uhr, in dem Tiefenbach am Schlag selbst. Zugleich wird bemerkt, daß das Bau- und Werkholz zuletzt zur Versteigerung kommt. Altenbuseck den 24. Januar 1849. Der Gr. Hess. Revierförster des Reviers Buseck B o e tz. 145) Maulbach. Holzversteigerung im Revier Maulbach. Dienstag den 6 u. Freitag den 9. Februar d. I., sollen im Districte Struth 410 Stämme Kiefern-, Bau- und Werkholz, von 8 — 10" Durchmesser und bis zu 80' Länge zusammen 22457 Cbikfß. enthaltend, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird bis zum 1. October d. I. Zahlungsfrist gestattet. Die Zusammenkunft ist an beiden Tagen in genanntem Distrikt, am Vicinalwege von Niederge- münden nach Kirtorf, jedesmal Morgens 9 Uhr, Maulbach am 26. Januar 1849. Der Gr. Hess. Revierförster deö Reviers Maulbach E m m e l i u s. 169) Gießen. Montag den 12. Februar d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf freiwilliges Ansuchen des Wirth Konrad Euler, B. S., dahier, die demselben zustehenden Immobilien, als: Grundb. mKlftr. y42 31 Hofraithe in der Neustadt. 72-4 66 Hofraithe in der Sandgasse. 7122s 34 Grabgarten daselbst. yi4 7 Acker, Gewann-Lappen am Wiß- marermeg. 3/|S 10 Acker daselbst. 3/3S 154 Acker an der alten Leimcnkaut, am Wißmarerweg, mit Waizen besät. 3/36 2 1 4 Acker daselbst, mit Waizen besät. 733g 279 Acker auf dem Hadergraben, mit Waizen besät. 734o 279 Acker daselbst, mit Waizen besät. 7/40 484 Acker auf den Länfertsröder Weg. y43 135 Acker zwischen dem Sladtgut und dem großen Grasweg. 228 Acker am Schlangenzahl beim Zollstock. $3/n 238 Acker am Schlangenzahl auf den Aulweg. 24/67 756 Acker auf dem Barreögrabeu, mit Korn besät. 24/14l 392 Acker am Hasenköppel diesseits des Hasenköppelsweg, mit Korn besät. 2%42'3-4* 211 Acker am Steinbrunnen auf den Leihgesternerweg, mit Waizen besät 2%5 183 Acker in den Günthersgräben, am Leihgesternerweg. 3*7 75 179 Wiese über der Erdkaut auf den Weg hinter den Flulhgrabcn. 34/176 180 Wiese daselbst. 3O/28O 224 Acker bei der Erdkaute an der Grenze mit Korn besät. 37,84 3 73 Acker bei der Erdkaute an der Grenze, mit Waizen besät. 101 Grundb. üüKlftr. Acker im alten Feld links auf den Weg. 33/ 177 130 33/ /85 76 Acker daselbst. 33, ' 87 76 Acker daselbst. 2 8, '47 304 Acker im alten Feld auf das Bruch. Äo61'5 277 Grabgarten hint. dem Stockhans. 2SI /19 n 232 Acker / im Altenfeld auf das Bruch, 232 Wieset mit Waizen besät. 33/ '63 427 Acker im Altenfeld zwischen den Gärten. öffentlich meistbietend versteigert werden. Zugleich wird bemerkt, daß sich die Hofraithe in der Neustadt Nr. 1 zum Betrieb eines jeden großen Geschäfts eignet, sowie Nr. 2 in der Sandgasse gelegene Hofraithe sich vorzüglich zur Oeco- nomie und zur Anlegung einer Färberei qualificirt. Gießen den 29. Januar 1849. Der Beigeordnete Rühl. 147) Gießen. Montag den 19. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, sog auf dahiesigem Rathhans der dem Ludwig Jungk, Mechanikus dahier zustehender Grundb. sJKlftr. 7ll54 3 Hofraum mit Stall und Hinterhaus an der Stadtpforte neben der Bach, öffenilich meistbietend versteigert werden. Gießen den 15. Dccember 1849. Der Beigeordnete R ü h l. 144) Climbach. Holzversteigcrung zu Climbach. Momag den 5. Februar sollen in dem Climbacber Gemeindewald, District Langenbruch, folgende Ban- und Werkholzsortimente als: 33 Stämme Eichen Bau- und Werkholz von 20 — 50' Länge und 6 — 14" Durchmesser, 538 Cbikfß. haltend, 325 Stämme Fichten- und Kiefern-Bauholz von 30 — 80' Länge, und 6 — 15" Durchmesser, 6831 Cbikfß. haltend, 151 Slück Fichten- und Kiefern - Stangenholz von 20 — 60' Länge und 4 — 5" Durchmesser, 865 Cbikfß haltend, öffentlich meistbietend unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr, an dem Fußweg von Beuern nach Allertshausen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird bis zum 25. Juli d. I. Credit gegeben. Climbach am 27. Januar 1849. Ter Bürgermeister Schmidt. 168) Oppenrod. Holzversteigerung. Montag den 5. Februar d. I., sollen in dem Oppenröder Gemeindewald, District Gründchen, folgende Holzsortimente, als: 31 Stecken Buchen-Scheidholz, 12 u ii Prügelholz, 1272 „ n Stockholz, 9 u Eichen - Scheid - und Prügelholz, 3% ii u Stockholz, 1475 Stück Buchen- und Eichenwellen, 1956 n Kiefern- und Fichtenwellen, 9 Stecken Kiefern-Prügelholz, 8 „ Fichten-Stockholz, 9 Buchenstämme, 257 Cbikfß. halt. 19—20" Durchmesser und 15—20' lang, 39 Eichenstämme, 605 Cbikfß. haltend, 16 Kiefernstämme, 166 „ „ 51 Fichtenstämme, 1430 u „ 6—13" Durchmesser und 50—60' lang, 28 Eichenstangen 1272 Cbikfß. hqltend, 1431 Kiefern n 538 » „ 1110 Fichten „ 403 „ „ 1 Birken „ 4 « „ 20 Pflugswellen und Pflugsrehe, öffentlich meistbieiend, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, versteigert werden. Der Anfang ist Morgens um 9 Uhr, im Gründchen. Oppenrod am 30. Januar 1849. Der Bürgermeister Weis. 170) Gießen. Folgende Feldgüter bin ich gesonnen Montag den 12. Februar, Nachmittags 2 Uhr, in meinem Wohnhause mittelst öffentlicher Versteigerung auf 6 Jahre zu verpachten: 1%. Morgen Acker, am Leihgesternerweg. l*/4 „ Acker, am Sieinborn. 3/4 n 4 Ruth. Acker, am Leihgesternerweg. 2% H Acker daselbst, ein Theil mit Hopfen bepflanzt. 102 3/4 Morgen Acker, daselbst. 1 ii - Acker, in der Lichlenau. % z, 20 Rmh., 11 Sch. Acker, auf der Waid. y4 „ 25 Ruth., 5 Sch. Acker, an der Hardt. '/4 ii 8 Ruth., 14 Sch., Acker am Riegelpfab. */2 „ Acker, am Riegelpfab. n 7 Ruch Acker, am Nahrungsberg. y4 „ Acker, auf der Stcphansmark. y4 Morgen 19 Ruth., 3 Sch. Acker, an der Kleinlinden Straße. *z4 „ Acker, am Mittelweg. y2 „ 15 Ruth., 3 Sch. Acker, in der Schwarzlach. Sollte sich ein Liebhaber zur Pachtung sammt- sicher Güterstäcke finden, so können auch 12'/, Morgen Wiesen in Pacht gegeben werden. Georg Becker, im Promenadehaus. Frucht- und Viktualisupreise Viktualien preise. Brodtaxe N Mehl Marktpreise. F r u ch t preise Büdingen 3. Januar. Gießen 2. Februar. Waizen Karn . Gerste. Hafer. Erbsen Linsen. 2 4 3 3 1 1 1 i Wetzlar 27. Januar. Marburg 6. Jan. und | Kornmehl besteh Frucht- g«t- tung. Maas Milch .... Pfund Butter . . . auch . . Handkäse ..... Gier...... Pfund Waizenmebl . . „ Geschw. Vorschuß __ 4 I Grünberg I Friedberg I 27. Januar. I 24. Januar. | Für 1 fr. Wafferweck. „ 1 fr. Milchbrod . Mainz | 3. Januar. „ I ZGerste- G>-ß-n i jKorn- Grünberg } |.it. j®. aus | Waizen - NB. Die Zugaben zum Fleisch dürfen nur in solchem von derselben Gattung bestehen, und zwar auf 10 Pfd. nicht mehr als anderthalb Pfund ic. nach Proportion, welches auf 1 Pfd. nicht völlig 5 Loth ausmacht. Köpfe, Füße, Geraub, wie auch die ganz blutigen und nicht genießbaren Stücke vom Hals find von der Zugabe gänzlich ausgeschlossen. 1 Gießen und Autinpn 1 den 3, Februar [ Grün berg. Butzbach s den 26. Jan. Nidda den 26. Jan. I Friedberg den 26. Jan. fr. pf. fr. Pf. fr. Pf. fr. Pf. fr. Pf. ■MH ■ nia — .■ ■MV ■■ II 4 2 —.. 4 2 4 — 4 2 9 — 9 8 3 8 — 8 3 — — — — — - 12 — __ — 5 — — — 6 _ — 10 — — — — — — — — — — — — — _ — Q Q Q Q T. 6 1 6 — 6 — & 2 & • - - & — 5 3 5 2 & 1 fr. Pf. fr. Pf. kr. Pf. fr. Pf- fr. Pf. 6 — 18 19 — — —■ — — — — — 4 — -— — — — —. —» — 4 - — — — —- — — — — — —— — — 4 — — — — — — 5 _ — — Fleischtaxe. Gießen und Hunqen i ! den 19. Januar 1 1 Grünberg 1 1 Butzbach 1 den 26. Jan. Nidda den 26. Jan. Friedberg * den 26. Jan. | per Pfund kr/pf. •—1 — fr.'Df. fr.1 Vf. kr. pf. — i-— fr.! Df. Ochsenfleisch 12 — 12 — 12 — 12 — Kuhfleisch . 9 2 — - 9 — 10 — 9 — Rindfleisch . 8 2 — 8l — 9 — 8 — Kalbfleisch . 7 — — 6|- 8 — 1 6 — Schweinefl. . 12 2 — — 12 - 13 - |2 _ Hammelfl. . 8, 2 — 8 — 9 - 8 — Schaaffl. . . —.— — .— 7 — 8 — 7 - Leberwurst . 14 — — 14 — 14 — 14 _ gem. Wurst. 8 — —. — — 12 — 110 — Bratwurst . 18 — — — 16 — — — [16 — Schwartem.. 18 — — — 16 — — — |6 — Blutwurst . 16 — — — —_ 114 — 'n“ geräch. Speck Schinken . . 26 — 19 — — 124 — 19 — 24 - !18 — 19 — - -- Dörrfleisch . 19 — — 20 — 118 — 19 — RindSfett 20 — — — 124 — 118 — 24 — Hammelsfett 20 — — 16 — 16 — 16 — Schweineschmalz, ausgelassenes . 1 1 24 — 1 24 — 20 — 24 — dgl., unauSgel. 20 — — 20 — — — 120 — M a l t e r. M ü t t Scheffel Pf.I fl. kr Pf. st. .fr. Pf. ff. JL Pf. st. fr. Pf. ff. fr. ff. fr. ff- fr. Df- 200 9 10 200 8 45 200 8 20 — 8 36 200 9 21 7 3 53 200 6 10 190 6 20 190 5 40 — 5 45 200 6 21 4 312 2 39 ___ 170 4 45 170 4 30 170 4 35 — 5 15 200 5 54 4 5 1 54 2 — 3 10 — 3 — — 3 20 — 3 10 200 6 4 2 91 1 28 — 103 Versteigerung. 171) L i ch. Holzversteigerung im Licher Stadtwalde. Donnerstag den 8. Februar 6. I., soll in dem hiesigen Stadtwalde, Districl Klcinhäu- serberg, nachverzeichnetes Holz, öffentlich versteigert werden. 4 Stecken Buchen-Scheidholz, 36 „ Eichen- „ 24 u u Prügelholz 70 n Bucken-Stockholz, 30 h Eicken- u 125 Haufen Reißer, 190 Eichen-Stämme, von 8200 Cbikfß. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Mariini l. I. gestattet. Die Zusammenkunft ist in der Kohlenschneiße am Erlesberg. Die Herren Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen lassen. Lich am 31. Januar 1849. Der Bürgermeister Bingmann. Feilgeboten. 187) Gießen. Neues bewährtes, kräftig wirkendes Haarmittel! Msectu ä Flacon % Rthlr. Dieses in neuerer Zeit in Frankreich entdeckte Mittel, wirkt so außerordentlich auf das Wacbs- thum der Haare, daß bei fortgesetztem Gebrauch, sogar bei älteren Leuten ein kräftiger Haarwuchs wieder he-rvorgebracht roirb. Noch überraschender ist die Wirkung bei jüngeren Personen, das jetzt so häufig vorkommende Ausfallen der Haare hört sofort auf, binnen Kurzem entstehen eine Fülle junger Haare, und nach Verlauf weniger Monate, wird Jedermann, der dieses ganz reine, durchaus unschädliche Mittel, gebraucht , sich des üppigsten Haarwuchses erfreuen. Allein zu haben bei Carl Frech. 172) Gießen. Patentzündhütchen, Jagdpulver und Schrote, sowie Zündhütchen und fertige Patronen für Bürgergardisten-Gewehre, zu den billigsten Preisen bei C. I. Herbert. 173) Gießen. Sechs Gärten verschiedener Größe in bester Lage sind zu verkaufen. Näheres ist bei I. Wilker zu erfahren. 174) Nieder ohmen. Ein 2 stockiges Gebäude von 50' Länge und 45' Breite von Holz, welches sich sowohl zu einem Oeconomiegebäude als auch zu einem Wohnhause eignet, ist dahier aus freier Hand auf den Abbruch zu verkaufen. Niederohmen den 1. Februar 1848. F. L. W. Katz, Papierfabrikant. 176) Gießen. Unterzeichneter ist Willens sein Wohnhaus nebst Garten, Stallung und Waschküche aus freier Hand zu verkaufen. Die Hälfte des Kaufgeldeö kann darauf stehen bleiben. Das Garne ist auch zu vermiethen. Gießen den 1. Februar 1849. PH. Heinbach, Instrumentenmacher vor dem Sellersthor. 175) Gießen. Kleiderschränke, Tische, Bettladen und Nachttische sind billig zu verkaufen bei H. Herrmann. 179) Gießen. Ein Mistbeetgestell von zwei- zölligen eichenen Bohlen, 14' lang und 5' breit, mit Oelfarbe angestrichen, sowie eine eiserne Pferdekrippe sind billig zu verkaufen. Die Erpd. d. Bltts. sagt wo. 165) Gießen. Schweizerkäse von sehr vorzüglicher Qualität empfiehlt I G. Appel. 154) Gießen. Ich bin Willens einen von meinen, bei dem Buschischen Garten liegenden, zwei Gärten aus freier Hand zu verkaufen. Lusttragende belieben sich mit nur darüber zu benehmen. Heinrich Pimper, in der Weidengasse. Zu vernuethen- 189) Gießen. Das seither von Hrn. Rent- annsoicar Kotb bewohnte Logiö, ist durch dessen Versetzung anderweit zu vermiethen bei Chr. I u g b a r d an der Brandgasse. 178) Gießen. In einem an der Hauptstraße gelegenen Hause ist ein Logis zu vermiethen, bcste- henb ans 9 Piecen und den 1. April beziehbar. Wo? sagt die Erpd. d. Bltts. 180) Gießen. Eine kleine Familienwohnung ist zu vermiethen und am 1. Mai beziehbar. Lit. C. Nr. 42 auf dem Seltersweg. 133) Gießen. Ein Logis aus einer großen und einer kleinen, oder auch aus drei Stuben, Küche, Kammern, Kellerabtheilung und Holzplatz bestehend, 104 ist in Mitten der Stadt an der Hauptstraße gegen Ostern oder früher zu vermiethen. Näheres bei Ausgeber dieses Blattes. 160) Gießen. In dem Hause der Frau Ad- vocat Wiessell vor dem Seltersthore, ist die obere Etage mit 6 Zimmern, 2 Kammern, Küche, Keller, Holzschoppen und Mitgebrauch der Waschküche, oder die untere Etage mit 5 Zimmern, 2 Kammern, Küche mit Speisekammer, Keller ic. zu vermiethen und Ende des Monats April zu beziehen. Auch kann ein Pfcrdestall mit Heuboden zu den bezeichneten Logis gegeben werden. 130) Gießen. Ein Zimmer mit der Aussicht auf den Brand, mit oder ohne Möbel, wozu auch Küche und Kammer gegeben werden kann, ist zu vermiethen bei H. Höchst ätter. 157) Gießen. In dem vormals Hering'schen Hause in den Neuenbäuen, ist der untere Stock zu vermiethen und kann Ende April bezogen werden. 135) Gießen. Eine Familienwohnung bestehend in 4 auch 5 heizbaren Zimmern ist zu vermiethen auch kann solches an 2 Parthieen vermie- thet und baldigst bezogen werden bei G. Lampus am Kreuz Lit. C Nr. 1. 177) Gießen. Im Hause der Frau Seer. Bapst ist eine Wohnung, bestehend aus 4 heizbaren Stuben, einem Cabinette, Küche, Vorrathskammer, Schwarzzeugkammer, Keller und Holzplatz nebst Mitgebrauch der Waschküche, eines Trockenbodens und des Bleichplatzes im Hausgarten zu vermiethen. 125) Gießen. In Lit. C. Nr. 158 auf dem Seltersweg ist ein Logis, bestehend aus einer Stube mit Ladeneinrichtung, ferner zwei Stuben mit Kabine t, Küche, Keller, Holzstall, Bodenkammer, und ist bis zum 1. Mai beziehbar. Dasselbe bewohnte bisher Spenglermeister Bosholm. G. M. Vogt. Vermischte Nachrichten. 188) Gießen. Der Unterzeichnete bringt hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß er von dem Hessischen Zweigverein des „Naiionalvereins für deutsche Auswanderung und Ansiedelung" zum Geschäftsführer für den Stadt- und Lanvgerichtsbezirk Gießen ernannt worden ist, und daß der von dem Verein entworfene deßfallsige Plan sowohl bei den betreffenden Gr. Bürgermeister, als auch bei dem Unterzeichneten eingesehen werden kann. Gießen den 1. Februar 1849. Walther, Katastergeometer. Zahnärztliche Anzeige. 190) Gießen. Unterzeichneter wird noch acht Tage hier verweilen und ist des Morgens bis 10 und des Nachmittags bis 2 Uhr zu sprechen. Seine Wohnung ist bei Instrumentenmacher Sartorius auf dem Seltersweg. A. W e i n e r t, Zahnarzt aus Mainz. 186) Gießen. Nr. 228 hat den Glasschrank gewonnen. C. Lengs Wtw. 181) Gießen. Feuerversicherungsbank für Deutschland in Gotha. Ich beehre mich hierdurch zur Kenntniß des bei der Feuerversicherungbank f. D. zu Gotha versicherten Publikums zu bringen, daß die Dividende pro 1848 nach einer vorläufigen Berechnung 43 bis 47 Procent betragen wird. Sobald der Rechnungsabschluß für das vergangene Jahr definitiv festgestellt sein wird und die Auszahlung der Dividende erfolgen kann, werde ich nicht unterlaffen, nähere Anzeige zu machen. Gießen im Januar 1849. Hofgerichts-Advocat Krauskopf, Agent der Feuerversicherungsbank f. D. in Gotha. 153) Gießen. Die Mitglieder der hiesigen Leichenkaffegcsellschaft, werden hiermit ersucht, sich Sonntag den 4. Februar l. I., gleich nach beendigtem Nachmittagsgottesdienste, in dem Gasthaus zum Rappen dahier, zur Erledigung folgender Punkte einzufinden. 1) Abhör der Rechnung pro 1848, 2) Vorstandöwahl, 3) Ausschluß mehrerer Mitglieder auö dein Vereine. Gießen den 26. Januar 1848. Der Vorstand. 155) Gießen. ES wird ein braves Dienstmädchen gesucht. Die Erp. d Bltis. sagt bei wem. 182) Wetzlar. Engelbert Leonhardt, Steinbauermeister und Marmorirer, wohnhaft im Michelischen Hause in der Silhöierstraße, empfiehlt sich mit seinen aller Arten feinen Marmorir- und Bildhauer-Arbeiten, als Grabsteine, Altäre rc. m Marmor aller Qualitäten und Couleure. Durch gute und billige Bedienung wird derselbe das Zutrauen seiner geehrten Gönner stets zu rechlfertlgen suchen. 105 160) Gießen. Ein Mädchen vom Lande, welches in häuslichen Arbeiten erfahren ist, wird auf Ostern in Dienst gesucht. 183) Gießen. An die Besitzer von Anlehens-Loosen. Durch mein früheres Anerbieten, Anlehens-Loose aller Art unentqeldlich nachzuschlagen, ist mancher Gewinn zur Erhebung gekommen. — Da indessen viele mitunter Haupt-Treffer aus der Neuzeit wieder unerhoben sind, so ergibt sich, daß wie damals die Inhaber solcher Loose keine Kenntniß von ihrem Gewinne erlangt haben. — Ich fordere daher alle diejenigen, die über das Schicksal ihrer Loose in Ungewißheit sind, auf, mir dieselben zum Nachschlagen aufzugeben, und der promptesten Benachrichtigung gewärtigt zu sein. — Schneider-Hoff, Effecten-Handlung. Frankfurt a. M 123) Gießen. M" Für Auswanderer. „Die Hoffnung." Eoneessionirle deutsche Büreaur für Auswanderer nach Amerika von *5® M. Wellefeld in $Iminlieim» Regelmäßige Fahrten vom nächsten März an, mit gekupferten Dreimaster erster Klasse, sogenannte Packetbote nach New-Work und New-Orleans über Rotterdam und London. Zur näheren Erkundigung, sowie zum Abschluß von Ueberfahrts-Verträgen, beliebe man sich an Unterzeichneten zu wenden. H Elkan, Agent der concessionirten General-Agentur für das Großh. Hessen, wohnhaft bei Metzgermeister Plank auf der Mausburg. Vermischte Nachrichten. 149) Gießen. Für Auswanderer. Die Herren von Buttel und Stisser, Schiffseigner und Schiffsbesrachter in Bremen erpediren vom 1. May an regelmäßig am 1, und 15. eines jeden Monats nach New-Jork. Baltimore, Philadelphia und New- Orleans, kupferfeste und gekupferte mit hohen geräumigen Zwischendecken und eleganten Cajüicn versehene Schiffe, welche zur Aufnahme von Passagieren gut eingerichtet sind, und sind wir von obigen Herrn bevollmächtigt, fortwährend zu den möglichst billigen Pasage-Preisen feste Contracte abzuschließen. Diejenigen, welche sich also der Vermittlung der Herren von Buttel und Stisser von deren Reellität wir überzeugt sind bedienen wollen, ersuchen wir sich bald möglichst bei uns zu melden. Gießen im Januar 1849. Franz Peppler & Comp. 150) Gieße» Schiffsgelegenheit zur Neise nach Nord-Amerika. Da die Beförderung von Auswanderer nach Nordamerika im März d. I. wieder ihren Anfang nimmt so unterlasse ich nicht ein resp. Publicum zu benachrichtigen, daß ich für Herrn I. H- Buschmann in Bremen, welcher das von dem verstorbenen Carl Traub betriebene Auswanderungsgeschäft käuflich an sich 106 gebracht hat, Verträge abzuschließen, beauftragt bin. Diejenigen also, welche dahin auszuwandcrn beabsichtigen ersuche ich mich mit ihrem Vertrauen zu beehren und sich überzeugt zu halten, daß sie in jeder Beziehung reell bedient und behandelt werden. Zugleich füge ich eine Uebersicht über die im Jahr 1848 über Bremen stattgehabte Auswanderung bei und es stellt sich diese wie folgt: nach New-Iork ...... 14151 Personen. „ Baltimore ...... 6043 » n Charleston . . . . * • 303 „ „ New-Orleans. . . . . 7440 „ „ Philadelphia ..... 925 „ „ Port Adelaide ..... 579 „ „ Gal Version . . . . • . 313 u ii Qu ebeck . ...... 547 n „ Newbersord. . . . . - » 30301 ii Gießen im Januar 1849. 2- ®* Appel. Frischbäcker zu Gießen. Sonntag den 4. Februar. Christian Jughard in der Wallthorstraße. Johannes gughard auf dem Seltersweg. Balthaser Noll in der Neustadt. Balthaser Wallenfels an der Wettergasse. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gotresdienst Am 4. Februar. Morgens: Pfarrer Bonhard. Nachmittags: Freiprediger Siebert. Universitäts-Gottesdienst. Um HUHr: Professor vr. Veste. Hospital-Gottesdienst. Um halb 11 Uhr: Frei- Prediger Siebert. Kopulirte. Den 29. Januar. Johann Philipp Kaltwaster, Oderwachtmeister bei dem Großherzoglichen Gendarmerie-Corps, des Ortsbürgers, Adam Kaltwaffer zu Hochstätten, im Regierungsbezirk Heppenheim, ehelicher Sohn; und Christiane Albertine Maria Schmidt, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Wirths, Christoph Schmidt, hinterlassene Witlwe, geborne Schn.ider. Den 31 Januar Theodor Betzbergcr, Bürger und Schneider dahier; und Eva Rosina Haa , des verstorbenen Bürgers und Schneidermeisters, Philipp Theodor Haas, hinterlassene Wittwe geborne Hütter. wetourte Den 28. Januar. Dem Bürger und Maurer, Philipp Schwan, eine Tochter, Wilhelmine Karo- line, geboren den i3 Januar Denselben. Ein unehelicher Sohn, Georg Ludwig Peter Christian Martin Heinrich, geboren den 5 Dec .818. Denselben. Dem Bürger und Schloüermeister, Ludwig Weber, eine Tochter, Luise Wernhardme Georgine Johanna Elisaoethe Margarethe Friedencke, geboren den 7. Januar. Denselben. Dem Bürger und Sattlermetster, Friedrich Kühne, eine Tochter, Maria Katharine Christiane Johanna. geboren den 7 Januar. Den 2 9. Januar. Eine uneheliche Tochter, Friedericke Susanne, geboren den 25. Januar. Beerdigte. Den 2 6. Januar. Ein unehelicher Sohn, Melchior, alt 4 I 6 M., gestorben den 25. Januar. Denselben. Marie Johannette Katharine Hilgardt, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Stadibleichers, Jo- Hannes Hilgardt, hinterlassene Wittwe, geborne Schürz, alt 68 I. 7 M. 7 T, gestorben den 24. Januar Denselben. Johanna Wilhelmine Sensfelder, des hiesigen Bürgers, Balthasar Sensfelder, eheliche Tochter, alt 2 I. 4 M. 6 T, gestorben den 25. Januar. Den 27. Januar. Maria Elisabethe Schlörb, des verstorbenen Bürgers und Metzgermcisters, Nicolaus Schlörb in Schotten, eheliche Tochter, alt 23 I. 1 M 24 T., gestorben den 25. Januar. Den 28 Januar. Christine Hartmann, des hiesigen Bürgers und Schuhmachermeisters, Johannes Hartmann, Ehefrau, geborne Wehrum, alt 84 I. 6 M , gestorben den 26. Januar. Den 29. Januar. Ein unehelicher Sohn, Jacob, alt 4 M. 9 T , gestorben den 28. Januar. Den 30. Januar. Friedrich Arnold, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Leinewebermeisters, Hartmann Balthasar Arnold, ehelicher Sohn, alt 19 I. 9 M 19 T., ge- gestorben den 28. Januar Den 31. Januar. Maria Katharine Johannette Muhl, des hiesigen Bürgers und Schneidermeisters, Johannes Mubl, Ehefrau, geborne Pimpert, alt 32 I. 10 M. 15 T., gestorben den 28. Januar. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. Katholische Gemeinde. Getauft. Den 1. Februar. Dem Großh. Secretär bei der Eisenbahnbau-Direction dahier und Bürger zu Mainz, Ulrich Joseph Moyat, eine Tochter, Anna Marie Georgine, geboren den 19. Januar. Israelitische Gemeinde. Sonntag den 4. Februar. Morgens 9 Uhr findet deutscher Gottesdienst in der Synagoge Statt. Religiöser Vortrag von Accessist Kaufmann. 107 Angekommene und abgereiste Fremden vom 3L Zanuar bis 3. Februar 1849. In den Privathäusern. Bei £rn. Crimin -Richt Hopfner: 6r. v Schenck, Ritt, meist o. Rülfenrod. — Bei Hrn. Schichtmstr Maus: Frl. Henrich v. Hungen. — Bei Hrn Balth. Tensfelder: Fr. Marburger v Vilbel - Bei Hrn. Schuhm. Wagner: Hr. Schmidt, Privatm. v. Ostbeim. — Bei Hrn Kfm. Lob: Fr. Levi v Oberurf. — Bei Wittwe Poseiner^ Fr Caspar v. Grünberg. - Bei Hrn Kfm. Heusler: Sr. Pechel, Privatm. v Hanau. - Bei Hrn Lehr Schmidt: Hr. Beith, Zollaufseh. v Mainz. In den Gasthäusern. 1m Rauv'n: Hrn. Fabrik. Oettinz v. Darmstadt u. Rüffel v. Hanau. Hrn. Kst. Mcttner v. Coln, Rwdskopf ii Rrtfcben v Frankfurt. Hr. Schröder, Cand v. Chemnitz. Hr.^Borck, Fabrik » Alsfeld. Hrn. Kst Roth v. Frank, furt, Schnitter v. Mainz, Meperfeld v. Pforzheim, Lwck v. Limburg u Wallach v. Weilburg. Hr. Swmons, Lieutn. v. Berlin. Hr. Grieße, Partie, v. Breslau. Hr. Leutnant Oecon. v. Dauernheim. Hr. Dehwald, Cand. ». Satmftabt. 6r Löffel, Oecon. v. Seibelsdorf. Hrn. Kst. Herre v. Rech, Müller u. ^ung v. Barmen. Hr. Schenck, Bergr. v. Lud- wigshütte. ^Hr. Traulein, Kfm. v. Sachsenberg. Hr. Stem» metz, 8tuä. v. Mainz. Hr. Bengel, Rent. v. Amsterdam. Im Einhorn: Hr. Hüffe!, Doct ».Braunschweig. Hr. Braun, Kfm. v. Trier. Hr. Franzky, Offtz. v. Prag. Hr. Weber, Secret, v. Coblenz. Hr. Bohm, Control v. Creuz- nach. Hrn Kfl. Zitz v. Mainz u. Schulz v. Frankfurt. Hr. Brandt, Gutsbes. a. Schlesien. Hr Stumpf, Kreissecret. v Biedenkopf. Hr. Siebert, Rentamtsdien v. Gleßen. Hr. Fuhr Rechm-Kamm.-R. v. Darmstadt Hrn. M Freftmus ». Aschaffenburg u. Wegel v Gießen. Hr v. Hombesch, 8rud. v Leidelbera. Hrn. Kst. Graff v. Bremen u Höfch v. 3)ü» rcn Hr. Hübner, Gutsbes v. Altenkirchen. Hr. Kleiner, Partie v. Teffau Hr Lenzen, Amtm. v. Weilburg. Hr. Ar, Kfm. v. Rheidt. Hr. Josten, Amtm. v. Lindheim. Hr. Fritzsche, Fabrik, v. Bielefeld. Hrn. Kfl. Göße v. Neuwied u. Nagel v. Cöln. trn Prinz Carh Hrn. Geschäfts!. Becker u. Bär v. Niederohmen. Hr Rudolph, Spedit. v Ruppertenrod Hr. Groß, Cand. v. Butzbach. Hr Horst, Oecon. v. Leisel. Hr Rausch, Spedit. v. Großeneichen. Hr. Bernhardt, Bur. qermstr. v. Annerod. Fr Weber v. Hopfgarten. Hr. Herber, Privatm u Hr. Katz, Färb v. Niederohmen Hr. Meez, Lehr v. Liederbach Hr Habicht, Pouh. v. Engelrod. Hrn. Geschäfts!. Dieb! u. Schmidt v. Dautphe. 6t Archit. v. Frankfurt. Hr Köhler, Oecon. v Mockstadt. Hr. Frech, Bäck. v. Büdingen. Breitens)ein"'n" § N 0 llHMzbaustn." Hrw Handes Eschle H LaW »^Becker w Alsfeld. ^Hr" Herzog? Handelsm. v. Wchlm ^Hrn Geschäftsl. Geitz v. Bromskirchen, Llnne v. Ershausen u. Löffler v. Berlin. St.rn. Hx. Mölle, Künstl. v. Coblenz. Hr. Vo. , v^Semmt Hrn. Oecon Bart v. Sinkers- Schneider, Fuhrm. v. Marburg. In der Sonne ■■ Hrn. Handels! Zopfmann u. Gürte! v. Andreasberg. Fr. Goldmann v. Ershausen. Hr Sender, Papiermüll. v. Stockheim. In der Rose - Hrn Privat!. Klinckel v. Wohnfeld, Rinck v Wommelshausen, Müller u. Becker v. Endbach Hr. Launspach, Schneid, v Nwda Hr. Werner, Bote v. Bic- dmfopf Sr. Backhaus, Kupferschm. v. Weimar. Hr ©»«»art, Domän.'Bote v Nidda Hr. Wagner, Schuhm. v Schotten. Hr Bremer, Geschäftsm. v. Stcinfurt. Hr. Horst, Oecon. v. Leisel. Dun Drei Freunde. Novelle von Theodor Mügge. (Fortsetzung.) Eitelkeit regte sich in seiner Brust dabei, denn der Tod seines Onkels hatte ihn reich und unabhängig gemacht. Er betrachtete seine Gestalt im Spiegel. Er war jung, die drei Jahre hatten ihn zum Manne gereift und seine Kraft, wie alle seine körperlichen Borzüge vortheilhast etnwickelt. Seine Angen hesteten les. sich prüfend auf seine Züge und mit geheimem Beifalle hörte er eine Stimme flüstern, die ihm sagte, daß er vreist es wagen dürfe neben Richard hinzutreten. Ein rachsüchtiges Verlangen erfüllte ihn zuweilen bei dem Gedanken, daß Johanna nicht glücklich sein möge, und wie der bittere Stahl der Reue sich in ihre Brust bohren würde, wenn sie ihn jetzt wiedersehe. Er malte sich Tage der Vergeltung aus, die mit ihren Triumphen ihm sein früheres Leid bezahlten, aber auch den Beweis führten, daß die Neigung, welche er einst empfunden und, wie er wähnte, längst getötet hatte, noch immer in ihm fortlebte und seinen Träumen Nahrung ga6. — Baid genug kehrten' sie ihren Stachel gegen ihn selbst. Er fragte sich, was geschehen sein würde, wenn er vor drei Jahren wie jetzt vor Johanna geire- 108 ten wäre und er bildete sich ein, daß er dann ein glücklicheres Loos gezogen haben würve. Was nutzte es ihn» jetzt reich unv frei zu sein? Was half es ihm, wenn er die Frau, welche er geliebt, jetzt an der Sei e ihres Gatten ein freudenloses, Leben führen sah, und wenn ne glücklich war, dann um so sdlimmer. Er fühlte sich unfähig ein Zeuge dieses Glucks zu sein unv doch war er evel genui, ihr es zu wünschen, ja er würve kein Opfer gescheut haben, wenn Opfer schöneres Glück begrünven konnten. Lange ging er in seinem Zimmer auf und ab, ohne sich einen Entschluß abzurmgen. @r_ wagte es nicht die Leute im Haufe nach dem Prifttventen zu fragen und Erkundigungen einzuziehen, denn er sürch- tele sich vor den Aniworten, welche zu hören er gewiß war. Der Präsident gab feit langen Zeilen am letzten Tage des Jahres einen Ball, jo war es ohne Zweifel auch dies Mal und Aurel sah vor seinen Augen das Fest, welchem er so oft selbst bcigewohnt hatte. Er sah die Tänzer , sah seine Freunde, sie waren sämmtlich gekommen, und er durfte Hinblicken, wohin er wollte, er fand bekannte Gestalten, die ihn fragend, verwundert, erfreut oder mißbilligend und spöttisch anblickten. — Dann erinnerte er stck, daß drei Jahre vergangen waren, ohne daß sich einer dieser Menschen um ihn gekümmert hatte und ein bitteres Gefühl ver Verlast-n- heit füllte sein- Brust. Haß stieg brennend darin auf, als seine lebhaft erregte Phantasie ihm das Bild eines Mannes aufzauberte, der ihm am wehesten gethan hatte. Richard war immer ein Gegenstand der wechselndsten Gefühle für ihn gewesen. Bald bewunderte er seine ritterlichen, kühnen und edlen Eigenschaften, seinen Muth, seinen stolzen Sinn, seinen beweglichen empfänglichen Geist, bald wieder stießen ihn die anmaßenden absprechenven Formen, die Heftigkeit dieses Charakters unv die Zügellosigkeit seiner Behauptungen znrück. — Aurel empfand zuweilen einen eben so heftigen Widerwillen vor ihm, wie er ihn zu anderen Zeiten mit warmer Hing bung liebte, und selbst als eifersüchtige Schmerzen sein Herz zerrissen, war dieses Wiverspiel der Gefühle nur heftiger dadurch geworden. Haß und Liebe wuchsen unter den Dornen, die ihm |eü» fruchtloses Hoffen brachten unv eben so oft, wie er das Herz seines Nebenbuhlers mit Freuden durchbohrt hätte, stand er still und vemüihig an dessen Seite und reichte ihm mit zärtlichen Freundschaftsblicken die Hand, fest überzeugt, daß dieser schöne, großmüthige, nut so vielen Vorzügen begabte Mensch weit ivürdiger sei geliebt zu werven. — Und in dieser Stunde voll Erinnerungen trat Plötzlich Rickarv vor ihn. Er sah seine hohe Gestalt, die alle «nieten überragte. Das glänzend dunkle Haar umschattete sein scharfgeschnittenes Gesicht, mit großen seurigen Augen sah er ihn starr und drohend an. Ein kurzer U-berwurk von dunklem Zeuge, in weichen er den Körper gewickelt hatte, hing auf seinen Schultern, sein Hut mit breiten Krempen saß auf feinem Kopfe der sieb darunter halb versteckte, so stanv er eine Minute, dann streckte er die Hand aus unv klopfte leise auf Aurels Schultern. Es ist Zeit, Aurel, was zögern wir? sagte er mit seiner tiefen melodischen Stimme, die dem Träumenven sowohl bekannt wat. Aurel öffnete die Augen bestürzt und nachvenkenv, dann riß er vle Uhr aus der Tasche, es war eine Viertelstunde vor Mitternacht. (Forts, folgt.) Gemeinnütziges. Woher heißt Januar und Februar der große und kleine Hornung? Die alten Deutschen feierten in diesen Monaten große Feste und leerten dabei fleißig die Hörner der Auerochsen, welche ihnen statt der Becher dienten. Die Feste, zu denen sie mittelst det Hörner zusammengerufen wurden, begannen den 4 Januar und währten bis 31. desselben. Im Februar waren nur vier Tage. Bewährtes Mittel gegen das rothe Wasser des Rindviehs. Es werden 4 Loth Schwefelbalsam mit 2 Loth Terpentinöl und '/2 Loth Ziegelsteinöl gemischt, und von dieser Mischung dem kranken Viche, und zwar einem einjährigen Rinde 50, einem zweijährigen 60, einem noch älteren 70, einer Kuh 80 und einem Ochsen 90 Tropfen auf einem Stück Roggenbrot» von der Größe eines Hühnereies eingegeben. Nach dem Eingeben lasse man das Vieh zwei Stunden fasten, gebe dann etwas Heu oder sonstiges trockenes Futter unv demnächst Saufen. Wird das Blutharnen zeitig entdeckt, so darf man die obige Gabe nur zwei Mal, Morgens unv Abenvs, reichen; ist ter Blutabgang jedoch schon von vuukler Farbe, so muß man das Mittel täglich drei Mal anwenden. (Ein gesen det.) 185) Kleinlinden. Ich erkläre denjenigen, welcher mich in Nr. 9 des Gießner Anzeigeblatlö mit einem Schimpfnamen (Ludwig Kratz) benannt, für ein schlechtes Subjeet und einen Lügner obendrein , indem er mich in Gesellschaft eines Seckel« Goldschmidls den ick nicht kenne, den Verein von Leihgestern besuchen läßt. L. Reuschling II. Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch« und Steindruckerei.