Anzeigeblatt der Stadt und des Regierungsbezirks Gießen. M 112. Sonnabend den 3V December 18Ä8. Dieses Blatt erscheint wöchentlich zwei Mal: Montag und Sonnabend. Der PränumerationSbetrag ist für-in ganzes Jahr für Ein. heimische 1 st. 30 kr., für ein Kalbes Jahr 45 fr.; für Auswärtige incl. Poftaufschlag 1 st. 43 kr., haibjahr.. 5l kr. Auswärts abonmrt man sich bei den zunächst gelegenen löbl. Postämtern. Zn Gießen bei der Erpedrtron, Canzlerberg Lit. B. Jcr. 1. Ernruaungsgebuhr für den Raum der gespaltenen Corpus-Zeile 2 kr. , Inserate müssen jedesmal an dem Tage vor dem Erscheinen dieses Blattes an dte Redaktton gelangt seyn. Amtlicher Theil. Polizeiliche Bekanntmachung. Betr: Die Fremdenpolizei in der Stadt Gießen. Wir haben im Einvernehmen mit dem Stadtvorstande dahier, die bisher in obigem Betreffe geltenden, theils allzu beengenden, tbeils veralteten Vorschriften aufgehoben, und verordnen an deren Statt, wie folgt: Art. 1. Sowohl die zum Beherbergen von Fremden berechtigten Wirthe, als auch sonstige Privatpersonen, welche wissentlich Dienst oder Arbeit Suchende, oder solche Leute, welche durch öffentliche Darstellungen ihren Nnterbalt gewinnen, die mit keinen Legitimationspapieren versehen sind, über Nacht in ihre Wohnung aufnehmen, sind verpflichtet, hiervon sogleich nach deren Aufnahme, und, wenn diese zur Nachtzeit stattfiudet, am andern Morgen der Stadtpolizeibehvrde die Anzeige zu machen. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldbuße von 1 — 3 fl. bestraft. Art. 2. Die Gastwirthe haben das vorschriftsmäßige Fremdenbuch zu führen, sowie die gebräuchlichen Nachtzettel regelmäßig noch denselben Abend oder den andern Morgen bis 9 Uhr an die Stadtpolizcibehörde abzugeben. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldbuße von 1 — 3 fl. bestraft. Art. 3. Wenn Jemand, der in einem Gasthause sein Abstcigquartier genommen hat, bei dem Eintrag in das Fremdenbuch, um die Stadtvolizcibehörde zu täuschen, sich einen falschen Namen beilegt, oder andere unwahre Umstände angibt, sei es, daß er die deßfallsigen unrichtigen Einträge in das Fremdenbuch selbst macht, oder dem Gastwirthe zuni Zwecke dieses Eintrags falsche Angaben macht, so wird derselbe mit einer Geldbuße von 1 — 3 fl. bestraft. Art. 4. Die zum gewerbsmäßigen Beherbergen von Fremden nicht berechtigten Einwohner haben von der Ankunft und Abreise der von ihnen über Nacht in ihren Wohnungen aufgenommenen Fremden für den Fall bei der Stadtpolizeibehvrde Anzeige zu machen, wenn sich dieselben länger als 8 Tage dahier aufhalten. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldbuße von 30 kr. — 1 fl. bestraft. Art. 5. Die Hauseigeuthümer und Aftervermiether sind verpflichtet, von dem Einziehen und Abzüge Fremder (NichteinheimischerP welchen sie Wohnungen vermieihet haben, der Stadtpolizcibehörde binnen 8 Tagen nach dem Einziehen oder Verlassen der Wohnung die Anzeige zu machen. Diejenigen, welche Andere 884 bei sich in Schlafstellen aufnehmen, sind verpflichtet, binnen 24 Stunden der Stadtpolizeibehörde Anzeige zu machen. Zuwiderhandlungen werden mit 30 fr. — 1 fl. bestraft. Art. 6. Wer ein ortsfremdes Kind in Pflege bei sich aufnimmt und unterläßt, davon der Stadtpolizeibchörde binnen 24 Stunden die Anzeige zu machen, verfällt in eine Geldbuße von 1 — 10 fl. Wer ein solches Kind dem ausdrücklichen Verbote der Stadtpolizeibchörde zuwieder in Pflege aufnimmt, ist mit einer Geldbuße von 5 — 15 fl. zu bestrafen. Art. 7. Wenn ein auswärtiger Handwerksgeselle, Lehrling oder Fabrikarbeiter in einer dieser Eigenschaften in einen Dienst wirklich eintritt, oder wenn er aus einem solchen Dienste austritt, so ist er bei Vermeidung einer Strafe von 30 fr. verpflichtet, davon binnen 24 Stunden nach erfolgtem Diensteintritte oder Austritte der Stadtpolizeibchörde die Anzeige zu machen. Art. 8. Ebenso sind die betreffenden Dienstherrschaften verpflichtet, diese Anzeige binnen 2 mal 24 Stunden zu machen und sowohl den Tag des Dienstcintritts als den Tag des Dienstaustritts ihrer Dienstboten in deren Dienstbücher einzutragen. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden mit einer Geldbuße von 30 fr. bis 2 fl. bestraft. Art. 9. Gewerbtreibende oder Dienstherrschaften, welche sich zur Zeit des Dienstaustrikts ihrer Ge- werbsgehülfcn oder Dienstboten im Besitze der Legitimationspapicre derselben (Pässe, Wanderbücher, Heimath- scheine, Dienstbücher) befinden sollten, sind verpflichtet, solche bei Vermeidung einer Strafe von 3 — 5 fl. auf Verlangen der Stadtpolizeibehörde an diese unverzüglich auszuliefern. Diese Vorschriften treten mit dem 1. Januar 1849 in Kraft. Gießen den 18. December 1848. Die Gr. Hess. Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gießen. K ü ch l e r. v. W i l i ch. E ck st e i n. Pietsch. B e k et rr n t m a n u g ? die Leitung der Recrutirungs - Angelegenheiten betreffend. Nachdem in der Bekanntmachung des Gr. Ministeriums des Innern vom 12. December l. I., betr. die Leitung der Recrutirungs-Angelegenheiten (Nr. 69 des Regierungsblatts de 1848) der Regierungsbezirk Gießen zum Zweck der Musterung und Loosziehnng a) in den Recrutirungsdistrict Gießen und b) „ „ „ „ Grüuberg abgetheilt worden ist, so bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß a) zu dem Recrutirungsdistrict Gießen alle Gemeinden des Stadt- und Langerichis Gießen, und b) zu dem Recrulirungsdistrict Grünberg alle Gemeinden der Landgerichte Grünberg, Laubach und Lich, soweit sie in unserem Regierungsbezirk belegen sind, gehören sollen. In dem Recrutirungsdistricte Gießen wird der Gr. Regierungsrath Eckstein, in dem Rccrutirungs- districte Grünberg aber der Gr. Regierungsrath v. Will ich die Recrutirungs-Angelegenheiten selbstständig leiten. Gießen den 22. December 1848. Die Gr. Hess. Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gießen. K ü ch l e r. v. W i l l i ch. E ck st e i n. Pietsch. 885 Die vierte Sitzung des Bezirksraths wirb; am 2- Januar 184=9 ausnahmsweise erst um 10 Uhr Vormittags beginnen. Auf die Tagesordnung wird kommen : 1) Gesuch des Wilhelm Killer von Wahlen um Aufnahme als Orlsbürger in Großenbuseck. 2) Gesuch des Balthasar Walther von Daubringen um Aufnahme als Ortsbürger in Gießen. Grünberg den 23. Decb. 1848. i 2446) Der Vorsitzende des Bez.-Raths F. Steinberger. 2448) Grünberg. Verein zur Unterstützung nnd Beaufsichtigung der aus den Gr. Hess. Landes- und Provinzial- Straf-Anstalten Entlassenen. In Nr. 100 dieser Blauer wurden die Bildung einer Bezirks-Vercins-Commission für den Landge- richlsbezirk Grünbcrg, sowie die Ergebnisse des letzten, die Jahre 1846 und 1847 umfassenden Rechenschaftsberichtes in obigem Betreffe verkündigt. Unter Bezugnahme auf diese Mitthcilungen bringe ich nach dem Wunsche Gr. Cenlralbehörde des Vereins hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß die Vereins-Commission für den hiesigen Landgerichtsbezirk aus folgenden Mitgliedern gebildet worden ist: 1) Herrn Carle, Bürgermeister in Niederohmen, 2) „ Degen, Pfarrer daselbst, 3) „ Ebel, Jnspector zu Grünberg, 4) „ Ebel, Pfarrer zu Winnerod, 5) „ Ebel, Pfarrer zu Queckborn, 6) ii Erb, Bürgermeister zu Lehnheim, 7) ii Glaser, Rector zu Grünberg, 8) „ Hartmann, früher Bürgermeister zu Atzenhain, Grünberg den 25. December 1848. 9) Herrn Kreuder, Steuereinneh. zu Grünberg, 10) I, Oeser, Dekan zu Londorf. 11) H Ott erb eilt, Bürgermeister zu Ruppertenrod. 12) ii Schmidt, Kaufmann und Gemeinde- rarhsmilglied zu Oberohmen, 13) „ Steinberger, Pfarrer zu Grünberg, 14) ii Welcher, Landrichter zu Grünberg. Welcher. Gefundene Gegenstände. Eine Brille ist gefunden und auf Gr. Polizeibüreau dahier abgegeben worden. Gießen den 27. .December 1848. Edictalladungen. 2847) Kirchhain. Nachdem der Ackermann und Metzger Heinrich Gleißer von Schweinöberg angezeigt hat, daß er sich dermalen außer Stande befinde seine Gläubiger zu befriedigen, so ist Termin zur summarischen Schuldenliquidalion und zum Güteversuch, wie auch zur Bestimmung des Con- curs - Kurators auf den 25. Januar k. I., Morgens 9 Uhr angesctzt worden. In diesem Termine haben die Gläubiger ihre Forderungen summarisch, jedoch wo möglich unter Vorlage der deßhalbigcn Beweisurkunden in Person oder durch gehörig legitiniirte Bevollmächtigte anzugeben, widrigenfalls die bekannten Gläubiger als dem Beschluß der Mehrzahl der Erscheinenden beitrelend angesehen werden, die unbekannten aber unberückstchtigt bleiben sollen. Kirchhain am 22. December 1848. Kurfürstliches Justiz-Amt Glimm. vdt. Fritzen. 2441) Grünberg. Rechtsansprüche jeder Art an die Concursmasse des Gotthard Wallenfels von Londorf, sind in dem auf den 6. März k. I. Vormittags 9 Uhr bestimmten Liquidationstermine bei Meidung des stillschweigend einlretenden Ausschlusses von der Masse dahier anzuzcigen und zu begründen. 886 Von den persönlich nicht erscheinenden Gläubigern wird unterstellt, daß sie allen Beschlüssen der Mehrzahl der Erschienenen zustimmen. Grünbcrg den 21. Dccemb. 1848. Gr. Hess. Landgericht daselbst. Welcker. Besondere Bekanntmachungen. 2445) Trais. Ich der unterzeichnete Gärtner Balthaser Schmidt von Wiseck int Großherzogthnm Hessen, Landgerichtsbezirk Gießen, erkläre hierdurch diejenige Cession, welche ich heute bezüglich des mir nach gerichtlichem Vertrag vom löten dieses Monatö und 21 teil December d. I. an folgenden Kausgeldsbeträgen: 1) von Friedrich Wagner zu Trais a. v. L. für das Grundstück D, 2809 26 ’/, Ruthen Erbland in der Sandgrube mit 28 Thlr. 8. Sgr. 7 Pf. 2) von Gerichtsdiener Friedrich Wilhelm Bornemann zu Trais a. d. L. für das Grundstück E. 3039, 1974 Ruthen Erbland zu Holzhausen mit 24 Thlr. 17 Sgr. 2 Pf. 3) von Müller Wilhelm Hoffmann zu Trais a. d. L. für das Grundstück 0. 1100, 34'4 Ruthe Erb- wiese über der Tannenwiese mit 27 Thlr. 4) von der Wittwe des Leinenweber Conrad Op- per2r Catharine geb. Mesel und deren Kinder, a. Philipp, b. Catharine, c. Balthaser zu Trais a. d. L. für das Grundstück E. 308), 19’/2 Ruthe Erbland zu Holzhausen zu dem wir mit einem Drittheil bestehenden An- theil an den Kaufmann Georg Spruck zu Gießen haben gerichtlich aufnehmen lassen, sowie überhaupt eine Jede von mir bezüglich dieser Kaufgelder bereits bewirkte Cession hiermit für ungültig und erloschen, willige auch ein, daß diese Erklärung öffentlich namentlich zu Gießen zur Realistrung dieses Verzicht« und der Ungülti.keitserkiärung, bekannt gemacht werde. Zugleich bevollmächtige ich hierdurch den Bürgermeister Becker zu Treis a. d. L. den mir zustehenden Antheil an den bezeichneten Kaufgeldern, insoweit an demselben nicht die nach Verabredung zu ersetzenden Kaufbriefskosten, sowie die auf dem verkauften Grundvermögen haftenden Darlehnsschulv von 90 Gulden an den Balthaser Benner zu Treis a d. L. zum bezüglichen zu berechtigen sind, namentlich die beiden Letzten, zu Martini 1849 und Martini 1850 fälligen Ziele der Kaufgelder, für noch rechtsgültig von den Käufern in Empfang zu nehmen und allein über diese Kaufgelder zu quittiren. Der Bürgermeister Becker dahier soll sodann weiter beauftragt sein, die hier für mich einzunehmende Kaufgelder alsbald bei dem Justizamte Trais zu hinterlegen, und bestimme ausdrücklich, daß dieser solcher Gestalt hinterlegte Antheil der Kaufgelder nicht eher aus den gerichtlichen Deposttum wieder ausbezahlt werden soll, bis die in der Prozeßsache der Ehefrau des Mar- tin Silber, geb. Baum zu Trais gegen die Erben des Heinrich Schmidt von hier wegen Erbschaft zur Sprache gekommenen Erbschastsverhältnisse namentlich auch bezüglich der Prozeßkosten, hinsichtlich deren des Ehemann der mitverklagten Catharine Schmidt, Johannes Geiß, Zimmermann zu Trais sich verbürgt hat, ihre endliche Erledigung erhalten haben. Ich bestimme deßhalb weiter, daß die deponirten Kaufgelder zur Sicherheit, sowohl der berührten Erbschaftsansprüche, als auch insbesondere den von Johannes Geiß persönlich übernommenen Kosten des gerichtlichen Verfahrens und namentlich auch zur Sicherheit wegen der von meinem Bruder Georg Schmidt von Trais gegen mich noch besonders geltend gemachten Rechtsansprüche dienen soll und deren Auszahlung nur nach Verfügung des Gerichts nach übereinstimmendem Anträge anderweiten Betheiligten Geschwister resp. deren Vertreter erfolgen kann. Geschehen Trais, den 28. Dez. 1848. Valth. Schmidt. Zur Beglaubigung, Heinrich, Actuar. 2440) Gießen. Für das Landgericht Gießen suche ich ein Geschäftslocal, das aus vier geräumigen heizbaren Zimmern und aus einer Par- thiestube bestehen muß. Wer mir ein solches Local geben kann, beliebe sich alsbald darüber mit mir zu benehmen. Gießen den 26. Decemb. 1848. Ploch, Landrichter. 2414) Offenbach. Die Inhaber hiesiger Stadtcasse-Obligationen werden hierdurch benachrichtigt, daß die neuen Zins-Coupons bis 1. October 1858 gegen Vorzeigung der betreffenden Obligationen täglich Vormittags von 10 bis 12 Uhr aus der Bürgermeisterei dahier in Empfang genommen werden können. Offenbach den 18. December 1848. , Der Bürgermeister-Beigeordnete Fr. Mutzbauer. 887 2438) Gießen. Mit Bezugnahme auf die zeigeblattes haben die Kleinkinderschule mit milden G Dr. Balser, prakt. Arzt. Brühl I., Buchdrucker. Dr. Dietz, Geheimerath. Dr. Engel, Kirchenrath. Frau Advokat Faber. Dr. Frankenfeld, Stallmeister. Dr. Fritzsche, Privatdocent. Fulda, Tabacksfabrikaüt. Gail, Vater, Tabacksfabrikant. Dr. Geist, Gymnasial-Director. von Grolmann I., Hofgerichtsrath. Dr. Hesse, Professor. Kempf, Vater, Postmeister. Klingelhöffer, Criminalrichter. Klipstein, Hofgerichts-Director. Dr. Knobel, Professor. Knorr, Geheimerath. von Krug, OberappellationSgerichtsrath. Dr. von Krug, Stadtgerichts-Assessor. Küchler, Regierungsrath. Dr. Löhnis, Professor. Die Namen der etwa noch weiter Beitretenden Bekanntmachung in Nr. 109, 110 und 111 dieses Anbedacht : Dr. von Löhr, Geheimerath. Noll, Vater, Kaufmann. Pietsch, Regierungs-Secretär. Reiber, Bürgermeister. s Ricker, Buchhändler. Rumpf, Hofgerichtsadvokat. Dr. Rumpf, Gymnasiallehrer. Dr. Scharpff, Professor. Dr. Schaum, Gymnasiallehrer. Dr. Schilling, Professor. Frau Schirmer. Heinrich Schirmer, Kaufmann. Dr. Schmid, Professor. Schön, Postmeister. Dr. Stammler, Physicats-Arzt. Dr. Sundheim, Syndikus. Dr. Trygophorus, Universitätsrichter. Dr. Umpfenbach, Professor. Weher. Hofgerichtsrath. Dr. Wehn, Hofrath. Dr. Wippermann, Professor. im nächsten Anzeigeblatt bekannt gemacht werden. Versteigerungen. 2450) Gießen. Montag den 12. Februar 1849, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhaus, die dem Konrad Euler dahier zustehenden, nachfolgenden Immobilien als: Grundb. fUKlftr. Vioels 277 Grabgartenhint. dem Arresthaus. 5/339 279 Acker auf dem Hadergraben. 30/1S0 224 Acker bei der Erdkaut. 237 i Acker und Wiese im Altenfeld " /io'? 237 f auf das Bruch. 33/63 427 Acker im Altenfeld an den Gärten, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 5. December 1848. Der Beigeordnete Rühl. 3453) Gießen. Montag den 12. Februar 1849, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigcm Rarhhaus, die dem Wirth Friedrich Sch mall dahier zustehende Grundb. HiKlftr. 7g77 31 Hofraithc auf dem Asterweg. öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 5. December 1848. Der Beigeordnete Rühl. 2451) Gießen. Montag den 12. Februar 1849, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Raihhaus nachfolgende dem Metzgermeister Friedrich Möhl l. dahier zustehenden Immobilien als: öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 5. December 1848. Grundb. IHKlflr. Tut 7 Hofraithe in der Judengasse. 71133 10 Hofraum mit Stall an der Stadt« pforte neben der Bach. 1 56/4 1 Hofraum daselbst. 6/ /15 9 48 Acker an der Weilburgergrenze. 6/ /1 60 48 Acker daselbst. 6/ /161 48 Acker daselbst. 6/ 7162 48 Acker daselbst. 23/ /9 5 299 Acker am Schlangenzahl auf den Aulweg. 26/lIl 384 Acker in den Günthersqräbcn. 6/ / 2 40 64 Acker an der herrschaftlich Weil- burgischen Wiese Der Beigeordnete Rühl. 2436) Gießen. Mailt e Weser - Eisenbahn, Section Gießen. Die Lieferung von ca. 60 Eubikklafter Lahnsand, zur Erbauung der Wieseckbrücke und des Reu- 888 städterthor-Viaducts dahier, soll den 8. Januar k. I deö Bormittags 10 Uhr, auf dem Bureau deS Unterzeichneten durch öffentliche Versteigerung an den Wenigstfordernden veraecordirt werden. Gießen den 28. Decb. 1848. Der Gr. SectionS-Jngenieur E i ck e ui e y e r. 2452) Gießen. Montag den 12. Februar 1849, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhaus die dem Metzgermeister Konrad Euler dahier zustehenden Immobilien, als: Grundb. HiKlftr. 3/i5 10 Acker, Gewann-Lappen am Wiß- marerweg. 3/14 7 Acker daselbst. %5 154 Acker an der alten Leimenkaut am Wißmarerweg. -3/36 214 Acker daselbst. %4o 279 Acker auf dem Hadergraben. 13/a 228 Acker am Schlangenzahl beim Zollstock. -4442 211 Acker am Steinbrunnen auf den Leihgesternerweg. 24/i4i 392 Acker am Hasenköppel diesseits des Hasenköppelsweg. 30/i75 179 Wiese über der Erdkaut auf den Weg hinter den Fluthgraben. 37i76 180 Wiese daselbst. s8/77 130 Acker im alten Feld links auf Weg. so/i 84 373 Acker bei der Erdkaute an der Grenze. Grundb. HMftr. 3%5 76 Acker im alten Feld links auf den Weg. 3y85 76 Acker daselbst. 2S/47 304 Acker im Altenfeld auf das Bruch. 26/75 183 Acker in den Gnnthersgräben am Leihgesternerweg. öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 5. December 1848. Der Beigeordnete Rühl. 2433) Gießen. Dienstag den 2. k. Mts., Morgens 11 Uhr, soll auf hiesigem Rathhaus die Anfuhr des Holzes aus dem Stadtwald und dem Magazin, die vorkom- mendcn Armenfuhrcn und Eisfuhrcn an die Wenigft- nehmenden versteigert werden. Gießen den 20. December 1848. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 2434) Gießen. Dienstag den 2. k. Mts., des Vormittags 9 Uhr, soll auf hiesigem Rathhauö das Reinigen der Schulstube und Schulabtritte, der Ocfcn, Straßen und öffentlichen Plätzen, der städtischen Kanäle, sowie das Kleinmachen des Holzes für die Realschule u. s. w. für das Jahr 1849 an die Wenigstfordernden versteigert werden. Gießen den 19. December 1848. Der Bürgermeister Gg. Reiber. Feilgebote n. 2137) _ , Gießen. vielen Sanitätsbehörden, renommirten Aerzten und Chemikern geprüft. (SolfcbetQet’d K. K. allerh. privilegirte Galvano elektrische Rheumatismus - Ketten -> Stück mit Gebrauchs-Anweisung la Sgr.; stärkere Sorten ä 1 Thlr. und 1 Thlr. 13 Sgr. Diese nach chemisch-physikalischen Grundsätzen construir- ten galvano-klectrischen Ketten sind ein sehr bewahrtes Heilmittel gegen nervöse, rheuma- tische und gichtische Nebel aller Art als: Gesichts-, Hals-, und Zahnschmerzen, Kopf-, Hand-, Knie- und Fußgicht, Augenfluß, Ohrenstechen, Harthörigkeit, Sausen und Brausen in den Ohren, Brust-, Rücken- und Lendenweh, Gliederreißen, Lähmungen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit u. s. w. und haben diese so wohlthäligen und leicht anwendbaren Apparate bei ihrer großen Verbreitung in Deutschland, Dänemark, Norwegen und Schweden, Rußland, Holland, Belgien, Frankreich, England, Schweiz und den ».reinigten nordamerikanischen Staaten schon Tausenden von Leidenden Hilfe und vollständige Genesung gebracht, sodaß ich dieselben mit vollkommenem Rechte Allen, die mit obengenannten Nebeln behaftet sind, gewissenhaft anempfehlen kann. Die beste Bürgschaft für die heilkräftige Wirksamkeit der Gold berge r'schen galvano-electrischen Ketten sind wohl auch die attestirten Erfahrungen und äußerst günstigen Zeugnisse von mehr denn zwei Hundert geachteten Aerzten und glaubwürdigen Privatpersonen die in einer gedruckten Brochiire zusam- 889 menqestellt, in meinen sammttichen Depots (in Gießen bei Herrn Carl Frech) gratis verausfolgt werden und entkalke ich mich daher jeder weiteren Anpreißung dics.-e jo rühmlichst erprobten Heilmittels.—^ede ^°ldberger- schc K. Ä. a. privit. galvano-electrische Rheumatismus-Kette (nicht zu verwechseln mit den soqcnannten Rheu- matismus-Abi eitern" oder Amuletten", die weder ihrer Form noch ihrem Wesen nach irgend- >vie eine Achnlichkeitmit meinem Fabrikat- haben) ist in einem Kästchen wohl verpackt, das auf der Vorderseite meinen Namen und auf der Rückseite K. K. östreich. Adler und das Wappen der freien Bergstadt Tarnowrtz tragt und sind nur derartige verpackte Exemplare als echt zu betrachten. . „ In Gießen habe ich Herrn Kfm. Carl Frech das alleinige Depot meiner K. K. a. prwil. RheumatismuS- Ketten übergeben, und ihn in den Stand gesetzt zu den festgestellten Fabrikpreisen zu verkaufen. I. T. Goldberger in Tarnowitz, im Oberschl. B-rgveziek, Fabrik von elektro-magnetischen Apparaten. 2442) Gießen. Feines Jagdpulver bei Burckhardt in den Neuenbäuen. 2435) Gießen. Eine noch wenig gebrauchte, ausgezeichnet schießende Jagdflinte mit doppelten Rohren zur Buchsflinte, ist für den äusserst billigen Preis von 55 fl. zu verkaufen. Die Erp. d. Bltis. sagt bei wem. 2456) Gießen. Ganz vorzügliche Gewürz- und GesundheitS-Chocolade von 24 fr. bis zu 1 fl. 12 fr. per Pf. sowie ganz achten Punsch-Essenz zu äußerst billigen Preisen empfiehlt Carl M a y l ä n d e r. 2460) Feinsten Punsch-Essenz -> 48 und 36 fr. per Schoppen bei Louis Lind. 2399) Gießen. Eine frische Sendung Stockfische, sowie Häringe per Stück 3 fr. bei Wich. Schwall. 2398) Gießen. Eine neue Sendung Bielc- ftlver Leinen von 23 bis 48 fl. per Stück, sowie Taschentücher von dergleichen Leinwand mit und ohne Borden, habe ich wieder erhalten. Wich. Schwall. Zu vermiethen- 2443) Gießen. In dem Steindecker Roth- aug'scheu Vorderhause in der Woifengasse ist "ein Mansardcnzimmer mit oder ohne Meublement zu vermiethen und kann alsbald bezogen werden. Da die zu einer kleinen Aamilien- wohnnng nöthigen Räume, als Keller k. abgegeben werden können, so sind diese nebstdem obigen Zimmer, auch zu einer solchen passend. Das Nähere ist in dem Hause selbst zu erfahren. 2417) Gießen. Ein Logis ist zu vermiethen bei Jacob Möhls Wittwe. Vermischte Nachrichten. 2454) Gießen Viehassecuranz der Stadt Gießen. Bei der am 28. Decb. d. I. statt gehabten Wahl wurden folgende Personen zum Vorstand bestimml: als Präsident: Herr Fr. Müller, Kaufmann. „ Vorsteher ,, G. L. Spruck, Kaufmann. „ „ „ G. Lony 118. Metzger. „ „ „ G. Beppler Metzger. „ „ „ Ehr. Burckhardt, Oeconom. „ „ „ Ehr. Lampus, Bäcker. „ „ „ Fr. Noll, Wirth. „ „ „ I. Malkomesius, Metzger. „ „ „ A. Plank, Gerber. „ „ „ G. M. Schwan, Oceonom und „ Rechner H Louis Ferber, Wirth. Bemerkt wird noch, daß die Rechnung bei dem Präsidenten acht Tage lang offen liegt. Gießen den 29. Decb. 1848. Der V or stand. 2449) Gießen. Mittwoch den 13. Dec. ist in dem Klubbsaal ein Taschentuch mit Brabanter Spitze verloren worden. Man bittet den Finder dasselbe an die Erp. d. Bltts. abzugeben. 2439) Offenbach. 838 hat das erste und 275 das zweite Oelgemälde gewonnen. Jean Gardoll. 2444) Gießen. Zum Frankfurter Journal können noch einige Mitleser vom Wallthor bis zu den Neuen- bäuen sich betheiligen. Näheres in Lit. A Nr. 189. 2389) Gießen. Unterzeichneter beabsichtigt Unterricht im Violinspielen zu geben. W. Langsdorfs, sind. cain. 2415) Gießen. Bei Kunst- und Handels- gärtncr I. Schaum vor dem Seltersthor, kann ein solider Junge die Gärtnerei erlernen und alsbald eintreten. 890 Einladung jiiut Abonnement auf den Reuen jünfteu Tag. von AuguDecker. Mit dem 1. Januar 1849 erscheint unter der Nedaction von August Becker obiges neue Blatt, welches derselbe ganz im Sinne des seither von ihm redigirten Blattes führen wird. Abonnementspreis 1 fl. 30 fr. pro Quartal. Diejenigen, welche sich zu abonniren gesonnen sind, wollen sich bei der Erp. des neuen jüngsten Tags (Kaufmann I. Wahl auf dem Lindenplatz) melden. 2412) Greß en. Beim Schluffe des Jahres erlaube ich mir, aus meinen Journal I e s e z i r k e l aufmerksam zu machen und denselben geneigter Theilnahme zn empfehlen : Nachstehende Zeitschriften: Abendzeitung. Anzeiger, allgemeiner. Ausland. Blätter aus der Gegenwart. Blätter, fränkische. Blätter für Itter. Unterhaltung. Blätter, fliegende. Charivari. Dorfzeitung. Erheiterungen. Gaenzboten. Komet. Leuchtkugeltr. Literaturzeitung, Haller. Minerva. Miscellen. Modenzeitung. Monatshefte, Düsseldorfer. Morgenblatt mit Lit. und Kunstblatt. sowie eine Anzahl Taschenbücher werden' im Jahre 1849 darin miigetheilt. Das Abonnement beträgt jährlich 8 fl. und wird vierteljährlich mit 2 fl. vorausbezahlt. Gießen den 20. December 1848. Heyer's Universitäts-Buchhandlung. Heinemann. 2457) Einem geehrten Publicum erlaube ich mir anzuzeigen, daß ich meinen Panoramen-Ciklus in hiesiger Stadt auf einige Tage aufstellen werde. Derselbe enthält meistens Uebersichten aus der neuesten Zeit, namentlich die Revolutionen von Paris, Prag und Berlin und die Erstürmung Wiens am 31 Oct Da diese Darstellungen überall den größten Beifall erhielten, so hoffe ich solchen nicht minder von hiesigem kuustliebenden Publicum zu erndten, eine rege Theilnahme zu finden und mit einem recht zahlreichen Besuch beehrt zu werden. Der Schauplatz ist im Saale des Herrn Becker iin Prome- nadehaus. W. Philipp. 2458) Gießen. Am Neujahrstage findet lEiitree-S8a.il im Busch'schen Garten-Saale statt. 2359) Gießen. Am Neujahrstage findet Entree - Ball int Prinzen Carl Statt. Das Entröe kostet 18 fr. und wird als Zahlung wieder angenommen. Frischbäcker zu Gießen. Sonntag den 3t. December. Christian Löber in der Neustadt. Christian Wallenfels in der Wallthorstraße. Christian Lampus auf dem Seltersweg. Heinrich Noll im Stern. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gotresdienst. Am 31. December. Morgens: Pfarrer Bonhard. Nachmittags: streiprediger Balser. Am Neujahrstage 1849. Morgens: Kirchcnrath Vr. Engel. Nachmittags: Pfarrer Bonhard. Kr Christiai hiesigen Sohn; binderm De ger und Rcntam Hanna S Ortsbii, sm zu S De Wilhelm Bürgers Sohn: : des hies Tochter. 0>c und Zin Adolph, De nasialleh Ludwig, De geschwor geboren De dermeiste hardine' De geboren Im Dontzen Hr Mu Hr. Hoc Hr. Eul Magdeb der, Oe Schmitt Hr. Alt Hr. Reg mcrbes. Cassel. Hr. v. S v Berlii Lieutn. u forst, v. Claus, Marburg Wester, v. Set Hi v Prag, mott, R u. Schm Hr. v. H v. Strel v. Darn bäum v. menthal, Wallschm v. Danz Paderbo 891 Kopulrrte. Den 24. December. Johann Philipp Chnklan Äraillng, Bürger und Schreinermeiffer dahier, des hiesigen Bürgers und Fuhrmanns, Konrad Krailing, ehelicher Sohn; und Augusie Petri, des hiesigen Bürgers und Weißbindermeisters, Anton Balthasar Petri, eheliche Tochter. Den 2 6. December. Johann Heinrich Haßler, Bürger und Schuhmachermeister dahier, des verstorbenen hiesigen Rentamtsdieners, Jacob Haßler, ehelicher Sohn; und Johanna Wilhelmine Friedericke Katharine Leferinghausen, des Ortsbiirgers und Oeconomen, Johann Heinrich Referinghausen zu Külte, im Fürstenthum Waldeck, eheliche Tochter. Denselben. Martin Leonhard Hermann Christian Wilhelm Zinßer, Bürger und Lakirer dahier, des hiesigen Bürgers und Schönfärbermeisters, Walther Zinßer, ehelicher Sohn: und Johannette Marie Susanne Christiane Stollmer, des hiesigen Bürgers, Johann Wilhelm Stollmer, eheliche Tochter. Getaufte. Den 23. December. Dem Bürger und Zimmermann, Friedrich Graf, ein Sohn, Wilhelm Karl Adolph, geboren den 3. December. Den 2 4. December. Dem Großherzoglichen Gpm- nasiallehrer, Dr. Wilhelm Gottlieb Soldan, ein Sohn, Ernst Ludwig, geboren den 23. September. Denselben. Dem Bürger, Metzgermeister und Fcld- geschwornen, Konrad Vogt, eine Tochter, Karoline Georgine, geboren den 29. November. Den 2 5. December. Dem Bürger und Schneidermeister, Georg Friederich Schleuning, eine Tochter, Wern- hardine Dorethea Catharine Konradine, geboren den 20. Nov. Denselben. Ein unehelicher Sohn, Karl Friedrich, geboren den zweiten December. Denselben. Dem Bürger und Landgerichts-Actuari- ats Gehülfen dahier, Karl Lang, eine Tochter, Hennriette Christine Jacobine Eliese Johannette, geboren den 4. Deck. Den 28. December Dem Bürger und Mechanikus Ludwig Jungk, eine Tochter, Karoline Theodore Hermine geboren den 1. Deck. Denselben. Dem Ortsbürger in Beffungen bei Darmstadt, und Bauaufseher 1. Klaffe dahier, Daniel Becker eine Tochter, Gertrude Auguste, geboren den 7. Decb. Beerdigte. Den 23. December. Johann Michel, Bürger und Mechanikus in Butzbach, alt 46 Jahr 9 M. 27 T. gestorben den 20. December. Den 24. December. Maria Elisabeth« Wurmes, des hiesigen Bürgers Johannes Wurmes, Ehefrau, geborne Bores, alt 84 I. 5 M. 18 T, gestorben den 22 Decb. Den 2 6. December. Anna Maria Blechle, des verstorbenen Ortsbürgers Nicolaus Blechle in Oberflorstadt, eheliche Tochter, alt 66 I. 9 M. 20 T. gestorben den 24. Decemb. Den 2 8. December. Maria Amalia Hirsch, des Gr. Steuer-Commiffärs, Georg Hirsch, Ehefrau', geborne Freimuth, alt 43 I. 6 M gestorben den 27. Decb. Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Bonhard. Katholische Gemeinde. Beerdigt. Den 2 6. December. Wilhelm Weitzel, stu und 5 10 Hammclff. . Schaaffl. . . Leberwurst . gem. Wurst. Bratwurst . Schwartem.. Blutwurst . geräch. Speck Schinken . . Dörrfleisch . Rindsfett 8 14 8 18 18 2 1 1 II 1 1 — - 8 7 14 10 17 17 14 24 19 19 24 II Mil 9 8 14 12 1 1 1 1 1 1 *5 C M CO i i i iT i 6 Für ) j Kornmehl besteh. 1 kr. Wafferweck..... 1 kr. Milchbrod ..... 15 6 5 Q 1 1 5 Q ■ 5 5 Q 2 Q 3 T. 5 5 1 1 16 26 19 19 20 — — — __ 14 24 18 18 18 — 14 — 24 — 19- 19 — 24 — Marktpreise. kr. Vf. kr. Vf. kr. Vf- kr. Vf- fr. Vf- — — — 1 Maas Milch....... 1 Pfund Butter...... 6 20 — — — — — — — — Hammelsfett Schweineschmalz, ausgelassenes . 20 24 1 — — 16 24 16 20 16 — 24 — auch..... 4 Handkäse........ 3 Eier......... 1 Pfund Waizenmehl ..... 21 8 4 — — — — Ti Ti — T- Illi —■ dgl., unausgel. „20 — — — 20 — — — 20 — ---—_____ —- F r u ch t V r e i f t. Gießen I Grünberg Friedberg Büdingen Mainz Marburg Wetzlar Frucht- 30. December. | 16. December. 1 28. December. 22. November 1 18. November 2 Dec. 16. Decembr. gat- M a l t e r Mütt Schesfel Pf. fl. | kr Pf. ff. kr. Pf. JL „kr. Pf^. fl. fr. Pf. 1 fl. kr. fl. ! fr. fl. kr. j pf. Waizen . 200 8 1 30 200 8 5 200 8 10 — 9 6 200 9 21 7 52| 3 41 1 2 Korn . . 200 6 I 30 190 5 50 190 5 20 — 6 20 200 6 21 4 27 2 20 | — Gerste. . 170 4 ; 30 170 4 — 170 4 19 — 5 18 200 5 54 4 26 1 46 j 3 Hafer . . 1 — 3 — — 3 — — 3 15 — 3 24 200 6 4 2 32 1 28 — Erbsen . | — 893 Dun Neujahr 18LS. Horch, Mitternacht verhallt vom hohen Dome; Ein altes Jahr verschwimmt im Zeitenstrome, Ein altes Jahr, das immer neu wird sein. Ein Jahr, deß Lenz uns Himmelsblüten brachte, Um deren Flor die Morgenröthe lachte Und auf die Au mit wundergoldnem Schein. Doch wo, so frag ich, ist's all' hingekommen, Was unsrer freien Seele, konnte frommen: Die Blütenpracht, der Frühlingssonnenblick? Die Blüten hat der Sturmwind abgerissen, Und hinter nebeloichten Finsternissen Zieht weinend sich das Morgenroth zurück. — Ja, Sturmwind war's, der durch die Ebne sauste, Der eichensplitternd durch die Wälder brauste Im alten Jahr — Gott sei Vas Leid geklagt! — Der Donner war's, der seine Blitze sandte In manches Herz, das heiß für Freiheit brannte, Dem Volk und Gott im Himmel sei's geklagt! O, ewig wird es eine Narbe brennen Und ewig wird die Weltgeschichte nennen Die Heldennamen dieser neuen Zeit! Manch wackre Blüte ist zu Staub geworden, Dock konnte man das Irdische nur morden Die Gottheit lebet bis in Ewigkeit! Und immerfort ein Ringen und ein Treiben Von Volk und Volk — und wer wird Sieger bleiben? Das schreibt das neue Jahr vielleicht mit Blut. Denn großes Unheil foderl große Sühne Und die nur schweigt, wenn unterm Rasengrüne Der wackre Kämpfer auf dem Blachfelv ruht. So komm denn, neues Jahr, im Morgenrothe, Geleite, ob zum Leben oder Tode, Uns Allesammt mit deinem Zauberschein. Und muß es sein, muß deutsches Blut noch rinnen, Wohlan, doch möge Frieden dann gewinnen, Das deutsche Volk, und frei und glücklich sein! F. Hüne. (Die Räuber des Herzogs von Ossuna.) Alerander Dumas beschreibt seine so viel besprochene spanische Reise und erzählt varin unter anderm auch die nachstehende Aneevote: Der Herzog von Osiuna ist Einer der großen Herren, deren es in unserer Zeit nicht viele mehr giebt, dreizehn oder vierzehn Mal Grand von Spanien, in Besitz von mehr Orden als seine Brust tragen kann, und der Vertreter der drei les. großen Lerma, Venevente und Jnfantado, die sämmt- lich mit ihm erlöschen, da er keine Kinder hat. Sein Einkommen ist unermeßlich und man behauptet, erkenne den eigentlichen Betrag desselben gar nicht. Er besitzt in den Niederlanden Schlösser, die schöner sind, als die des Königs, in Spanien Burgen und Festen; in denen er sich mit seinen Dienstleuten ein Jahr lang gegen die spanische Armee Vertheidigen könnte; er besitzt ferner Ebenen, Wälder, ganze Bergketten und in dielen — Räuber. Er ist aber nicht etwa Hauptmann einer Räuberbande, sondern die Räuber sind eben — seine Räuber. Als die Räuberbanden in Spanien vernichtet wurden, flüchtete sich eine Schaar in die Wälder von Alamine. Diese gehören dem Herzoge, und nachdem dessen Leute lange mit den Räubern scharmützelt hatten, wurde ein Waffenstillstand abgeschlossen, nach welchem die Räuber gelobten, keinen Verwandten des Herzogs auszuplündern, die Leute des Ossuna's dagegen sich verbindlich machten, die Räuber in deren Industrie nicht weiter zu stören. Der Vertrag wurde gegenseitig gewissenhaft gehalten. Im vorigen Jahre nun überfielen die Räuber des Herzogs von Ossuna den Wagen der schönen Marquise von E., die natürlich ohnmächtig wurde, und nahmen ihr alles Geld und allen Schmuck, doch mit völliger Artigkeit, ab. In Madrid klagte die Marquise über diesen Unfall gegen den Herzog, der sie zuerst fragte, ob sie den Räubern nicht gesagt habe, daß sie seine Cousine seq. Die Marquise entgegnete, sie habe nichts sagen können, da sie ohnmächtig geworden sey, und der Herzog entließ sie mit den Worten, daß sie von ihm hören würde. Nach neun Tagen wurde sie ersucht, sich in den Palast Ossuna's zu bemühen. Hier erwartete sie der Herzog mit einem Fremden, und führte sie an einen Tisch, auf dem ein Sack mit Gelv nebst vielen Schmucksachen lag. „Wie viel Geld hatten sie in Ihrem Wagen?" fragte er. — „Vier tausend Realen." — Das Geld wurde hingezählt, und es fehlte nichts daran, wie auch unter dem Schmucke nicht ein mal eine goldene Nadel vermißt wurde. „Wie aber haben Sie Ließ alles so schnell wieder erlangt?" fragte die Marquise. — „Durch den Herrn da," antwortete der Herzog; er ist der Hauptmann der Räuber, die Sie anhielten. Ich beschwerte mich bei ihm und sagte ihm, daß sie meine Cousine wären. Er bedauert sehr, daß Sie ihm das nicht sogleich gesagt, weil er Sie in diesem Falle nicht nur nicht angehalten, sondern Ihnen sogar eine Bedeckung mitgegeben haben würde und bittet um Ihre Verzeihung." Der Räuberhauptmann vcrbeugie sich galant, die Marquise verzieh und wollte ihm die Schmucksachen überlassen, aber er versicherte, 894 daß ihm seine Ehre verbiete, dies anzunehmen, und war mit vieler Mühe endlich zu bewegen, als Andenken einen einfachen goldenen Ring an seinen Finger zu stecken. — Seit Diesem Tage ist kein ähnliches Versehen vorgekommen, und der Herzog hat demnach alle Ursache, mit seinen Räubern zufrieden zu seyn. Späße. — In der Gegend des Schiffenbergs bei Gießen ist ein so eigenes Echo, daß es die gesprochenen Worte in einer fremden Sprache wieder zurückwirft. So führt ein Jäger, um die Gedanken seines Jagdhundes zu erforschen, diesen oftmals in die Gegend, läßt ihn bellen, und das Echo antwortet in menschlicher Sprache. — Ein Landwirth hatte eine so außerordentlich scharfe Sense. Sie war so scharf, daß sich, als er sie in einer Hellen Mondnacht an einen Baumast aufgehangen, ein vorübergehender armer Mann mittelst ihres Schattens das Bein durchschnitt. Ein Neger war so sehr schwarz, daß die Hühner, wenn er auf den Hof trat, schlafen gingen, weil sie das Dunkel, welches von ihm ansging, für eine Folge de« Soynenuntergangs hielten. Für All' und Jedermann. Schon im Anfänge dieses Jahres sprachen wir die Absicht aus, den Besprechungen öffentlicher Angelegenheiten des ganzen Regierungsbezirks sowohl, als auch den Mittheiluugen vom Schönen und Nützlichen einen besonder« Platz in unserm Blatte einzuräumen und zur Ausnahme solcher Zuschriften einen Briefkasten auszuhängen. — Die eiugctretene politische Krisis hinderte uns, diesen Plan auszusühren. — Mit Beginn des Jahres 1849 wollen wir iudeß diese Idee unsererseits zu verwirklichen suchen; wir werden, wie wi?s bisher glauben gethan zu haben, mit allen Kräften im Interesse der Gesammtheit arbeiten, keine Mühe und kein Opfer scheuen, wenn es gilt, zur Belehrung, Bildung und Wohlfahrt unserer Mitmenschen beizutragen. Von Neujahr an werden wir nun unter der Rubrik „Buntes" unfern Lesern geeignete Mittheilungen aus dem Gebiete des Nützlichen und Schönen in diesem Blatte liefern, und bitten Jeden der hierfür Interesse fühlt, um Mitwirkung. — Zur Ausnahme von Mit- theilungen werden wir alltäglich von Morgens 9 bis Abends 9 Uhr einen Briefkasten aushängen und können in denselben alle beliebigen Mitthcilungeu (auch ohne Namensunterschrist) gelegt werden. Bemerken müssen wir jedoch, daß die unter „Persönlichkeiten" gewöhnlich verstandenen Streitsragen nicht berücksichtigt werden können. In Hinsicht auf unfern guten Willen glauben wir die Hoffnung hegen zu dürfen, uns von allen Freunden des Nützlichen und Schönen thatkrästig unterstützt zu sehen. Unser Blatt wird dann, wir sind dessen versichert, seinen Lesekreis wohlthuend erweitern und durch jene Mittheilungen ein Blatt sein „sür All und Jedermann!" Die Redaction. Das Anzeigeblatt sür die Stadt und den Regierungsbezirk Gießen erscheint auch im nächste», Jahr wöchentlich 2 Mal, am Dienstag und Sonnabend. Avertissements jeder Art, welche längstens bis Montag Morgens 9 Uhr an die Erpedition eingesendet werden, werden in das am Dienstag erscheinende Blatt ausgenommen, und diejenigen, welche längstens bis Freitag Morgens 9 Uhr eingehen, in das am Sonnabend erscheinende Blatt ausgenommen. Die Pränummeration für das ganze Jahr ist sür Einheimische 1 st. 30 kr., sür das halbe Jahr 45 fr. incl. Bringerlohn; für Answärtige für das ganze Jahr incl- des Portos und Postgebühren 1 st. 42 kr., sür das halbe Jahr 51 kr. Da das Abonnement aus dieses Blatt sür das lausende Jahr mit dem 31. d. M. zu Ende geht, so belieben sich diejenigen auswärtigen Abonnenten, welche solches auch für das folgende Jahr fort zu halten wünschen, wegen Anbestellung desselben, an die ihnen zunächst gelegenen löbl. Postämter oder Posterpeditionen und Einheimische an die unterzeichnete Erpedition zu wenden und dm Pränummeratwnsbetrag franco einzusenden. Die Expedition des Anzeigeblatts für die Stadt und den Regierungsbezirk Gießen.____________ Druck und Verlag der G. D. Brühl'schm Buch- und Steindruckerei.