Anzeigrblatt für die Stadt Gießen und die Kreise Gießen, Grünberg und Hungen. JS 46 1848 Sonnabend de« 27. Mai für Ü>öchentlich drei Mal: Montag, Mittwoch und Sonnabend. Der Pränumerationsbctrag ift für ein ganzes Jahr m!n fiÄSri'S» !"r "".Ub-s Jahr «fr., für Auswärtige in°l. Postaufschlag 1 st. 42 kr., halbjährl. Mit. AuSwärt« abonuirt SSaurn der g«spaltene»ErvuS-Zett"e 2° fr d^stämtern. jn Gießen bei der Erpedition, Canzlerberg Lit. B. Nr. 1. Einrückungsgebühr für .den Inserate müssen j-deSmal an dem Tage vor dem Erscheinen diese« Blatte« an die Redaktion gelangt sehn. __Biktualienprei s- Fleischtaxe. Giesien s s c s । Grünberg 1 den 16. Mai Hungen den 16. Mar Büdingen den 16. Mai | Nidda | den 16. Mar Friedberg 1 den 16. Mai 1 l Brodtaxe. Gießen den 16. Mai Grün berg n o s Hungen den 16. Mai Büdingen den 16. Mai Nidda den 16. Mai Friedberg n den 16. Mai j| per Pfund tr-lvf. kr. pf. kr. Pf. kr. Pf. kr. I 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 I 1 kr. Pf. K kr. ps. kr. Pf. kr. Pf. kr. Pf. kr. h>f. kr. pf. ■3 2 Q 3 Pf- Ochfenfleisch Kuhfleisch . Rindfleisch . Kalbfleisch . Schweinefl. . Hammelfl. . Schaaffl. . . Leberwurst . gern. Wurst. Bratwurst . Schwarten».. Blutwurst . geräuch.Speck Schinken . . Dörrfleisch . Rindsfett Hammelsfett Schweineschmalz, ausgelassenes . dgl., unauSgel. 12 10 9 6 14 10 12 8 18 18 16 28 20 20 20 20 26 24 1 1 1 1 1 1 1 1.1 1 1 1 1 1 1 1 1 II J 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 H । 11111 1111 mti i i i । 12 10 9 6 14 10 7 12 8 18 18 16 28 20 20 20 20 26 24 1 ■ 1 1 । I 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 II ?2 9 9 7 14 10 7 15 10 16 15 15 24 20 20 18 18 24 20 LU i i i i i i i i i i i i i i i iil 12 10 8 6 14 10 7 14 12 17 14 12 24 20 20 18 18 20 12 — 10 — 8 — 6 — 13 — 9 — 16 — 10 — 18 — 15 — 16 _ 28 — 20 2 4 6 2 4 6 ;i **• UM 8 jGrünberg )zK. ßG.M ® ^aus | Waizen - und Kvrnmehl besteh. Für 1 kr. Wasserweck. . „ 1 kr. Milchbrod . . Marktpreise. 4 9 14 5 10 15 6 5 kr. 6 16 17 8 _4 || -Sil) 1 11 1 _ ?________U 1 I I i "ch au^g^sch^ossen^^' W' ®etau6' mt «"ch die ganz blutigen und nicht Frachtpreise. Frucht- gat- Gießen 19. Mai Grünberg | 13. Mai 1 Hungen 131. Dezbr Friedberg 10. Mai Büdingen 26. April Lauterbach 22. April Darmstadt 1. Jan. | Mainz 15. April Marburg 6 Mai Wetzlar 13. Mai t»ng. — — Ri a l t e r. M ö tt Scheffel "»» ..... fl. JL fl kr. fl. kr. ff. kr. ff. fr. jr. |Jn_ ff. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. Pf. Waizen Korn. Gerste Hafer Erbsen Linsen 9 6 5 4 7 48 30 25 8 6 5 4 45 20 40 10 1 I 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 9 6 5 4 20 35 20 30 9 6 5 4 8 30 36 50 9 6 5 4 20 20 36 48 — 1 1 1 1 1 1 | 9 6 5 3 14 44 27 30 8 5 4 3 42 12| 3 2 2 1 53 43 20 59 1 1 l ” 1 1 368 Amtlicher T h e L l. Bekanntmachung. Betreffend die Aufhebung der Stationsgeldabgabe int Kursürstenthum Hessen. Die nach §. 4. der Kurfürstlich Hessischen Ertrapost-Ordnung vom 14. October 1815 bisher unter dem Namen „Atationsgeld" bestandene Abgabe, welche auf den Postrouten im Kurfürstenlhum Hessen von allen Lohnführen ,erhoben wurde, mittelst welchen-Reisende befördert worden sind, ist nunmehr durch Gesetz vom 13. Mai 1848 aufgehoben, was hiermit allen Betheiligten insbesondere den Lvhnkutschern bekannt gemacht wird. Gießen den 22. Mai 1848- ., - , . r Der Gr. Hess. Kreisrath des Kreises Gießen. 'n"' Prinz. Gefundene Gegenstände. Ein Kinderschuh, eine Tuchkappe, eine Halskette, ein Gebetbuch, eine Kindertasche mit einem Sach tiich und ein Schlüssel sind gefunden und auf Gr. Polizeibüreau dahier abgegeben worden. Gießen am 23. Mai 1848. Edictalladungen. 905) Gießen. Das Vermögen des verstorbenen Forstschützen Scherer von Königsberg ist mit 962 fl. 23 kr. überschuldet. Zur Abwendung eines förmlichen Concursverfahrens haben die Gottfried Sche- rer's Wittwe und der für die Kinder bestellte Vormund darauf angetragen, die Gläubiger zum Zwecke eines Arrangements- vorzuladen. Es werden deßhalb alle Diejenigen, welche an den Nachlaß des Gottfried Scherer Ansprüche zu bilden glauben, anfge- fordert, im Termine Montag den 5. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr, zu erscheinen, und ihre Ansprüche geltend zu machen. In diesem Termine soll die Güte versucht, und im Falle des Zustandekommens eines Vergleichs wird es so angesehen, als hätten sich die nicht erschienenen Gläubiger dem Beschlüsse der . Mehrheit der Erschienenen angeschlossen. Gießen den 2. Mai 1848. Gr. Hess. Stadtgericht. Muhl. H a b e r k o r n. 969) Laubach. Johann Jost Fried, geboren am 13. November 1757 zu Traishorloff, Johann Michel Fried, .geboren, am 27. Januar 1761 zu Traishorloff und Maria Magdalena Friev, geboren den 20. April 1777 zu Wohnbach, die drei Kinder eines herumziehenden, am letzteren Orte verstorbenen Fremdlings sind' schon seit langer Zeit aus ihrer Heimath entfernt, und es haben ihre nächsten Jn- testaterben um Ueberlassung des Vermögens nachgesucht. Es ergeht daher an die gedachten Fried'- schen Geschwister oder deren etwaige noch unbekannte Leibeserben die Aufforderung, so gewiß binnen drei Monaten ihre Ansprüche an das bisher kuratorisch verwaltete Vermögen bei der unterzeichneten Gerichtsstelle anzumelden und zu begründen, als sonst dem Anträge der ausgetretenen Erben willfahrt werden wird. Laubach den 15. Mai 1848 Gr. Hess. Gräfl. Solms. Landgericht. Brumhard. Versteigerungen. 977) Naunheim. Dienstag den 30. Mai l. I, Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Naunheimer Gemeindewald, Distrikt Homberg und Sichel 43 Stück Eichen-Baustämme 3270 Cbkf. enthaltend, versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im Distrikt Homberg an der sog. Wolfskaute. Naunheim am 23. Mai 1848. Der Bürgermeister Schäfer. 907) Alleudorf a. d. Lumda. Mittwoch den 31. Mai l. I-, Vormittags 9 Uhr, soll aus dem Rathhaus dahier das Aufführen eines Brunncngestells, sowie das Belegen des Brunnens mit Plattsteinen im Quadrat nach dem bereits vorliegenden Grundriß unter den im Termin noch näher bi den Wei Der < Kostende rechnet i neten zu Alle«) 978). Holzt sollen ii und Zel lend ver ! 31! 5 19 Di auf dein G< lungsfri Gießi 950) soll in rangirte versteig« Gieß 979) soll in 369 >er unter i Hessen hr durch Rutschern m Sacf' ch unbe- ß binnen her kura- zeichnelen ven, als >eu will- zericht. Distrikt »bkf. ent* Homberg ister ven eines Vrunuens eeits vor- m'n noch näher bekannt gemacht werdenden Bedingungen an den Wenigstnchmcnden versteigert werden. Der Grundriß, sowie der Voranschlag über den Kostenbetrag, welch' letzterer zu 161 ft. 19 fr. berechnet ist, liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten zu eines jeden Emsickt offen. Allendorf a. d. Lumda den 13. Mai 1848. Der Beigeordnete Wagner. 978) Gießen. Holzversteigernng im Revier Schiffenberg. Freitag den 2. Ium, fetten in den Domanialwald, Distrikten Brauhof und Zellreth, nachstehende Holzsortimente meistbietend versteigert werden: 47 Stecken Buchen-Scheidholz, 49 „ Eichen- n 1 „ Aspen- » 1 „ Obstbaum- » 84 n Buchen-Prügelholz, 16 „ Eichen- „ 2 „ Aspen- „ 3 „ Nadel- » 68 n Buchen-Stockholz, 47 V. „ Eichen- " 3SA u Nadel- n 3125 Wellen Buchen-Reißbolz, 510 ii E'chen- „ 1935 „ Nadel- und Dorn-Reisholz, 6 Nadelstangcn, enthaltend 20 Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist Morgens 9 Uhr auf dem Schiffenbcrger Weg am Forstgarten. Gegen vorschriftsmäßige Bürgichaft wird Zahlungsfrist bis Martini d. I. gestattet. Gießen am 24. Mai 1848. Der Gr. Hess. Revrerforster des Reviers Schiffenberg. Dr. Draudt. 950) Gießen. Pserdeversteigerung. Dienstag den 30. d. M., Morgens 10 Uhr, soll in dem Gendarmeriecaserne dahier ein aus- rangirtes Dienstpferd gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen den 17. Mai 1848. Scheerer, Rittmeister. 979) Gießen. Montag den 29. Mai 1848, Nachmittags 2 Uhr, soll in hiesigem Bürgerhospital die Lieferung von 50 K Hammelwolle an die W steigert werden. Gießen am 25. Mai 1848. ver- Dcr Rechner Lauer. 971) Watzenborn. Montag den 28. Mai, Mittags 1 Uhr, soll die Reparatur von Zimmerarbeit an der Schul- scheuer zu Watzenborn, veranschlagt zu 28 fl. 18 kr. an den Wenigstfordernden dahier versteigert werden. Watzenborn am 24. Mai 1848. Der Bürgermeister Philipp. Feilgeboten. », 970) Gießen. , (fjf In frischer Füllung sind ||' 1 Nassauer-, Selters, Emser Krän- chril- und Kessel-Brunnen, Fachin- aer Wasser angekommen, von Ludwigsbrunncn und Schwalheimer Wasser treffen wöchentlich frische Zufuhren ein Gießen den 25. Mai 1848. L. T. Felsing. 5? 973) Gießen. Empfehlung. Zu den bevorstehenden Pfingstfeiertagen empfiehlt sich der Unterzeichirete mit einer großen Auswahl Uhren, Gold- und Silberwaaren zu den billigsten Preisen, besonders in Öhringen, Broschen, Coliers ic., als für Confirmanden passenden Gegenständen, und bemerkt zugleich, daß er alle nicht vorräthige in dieses Fach einschlagende Artikel auf Bestellung so schnell als möglich anfertigt. I. Hanau, Seltersweg Lit. C. 21. 975) Gießen. Zuckererbsenreiser können noch abgegeben werden. Bei wem? sagt d. Expedition d. Bltts. 941) Gießen. Ein noch gutes Gartenspalier ist billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Erped. d. Bl. 982) Gießen. Ich empfehle mich einem hochzuverehrenden Publikum mit meinen schon längst berühmten und anerkannten Offenbacher Pfeffernüssen in 2 Sorten, magenstärkendcs Magenbrodt, ächte Ackermännische Brustbabilotten, Thee-Lebkuchen, Nürnberger Mandel-Lebkuchen und Baseler Lebkuchen, sehr zu empfehlenden ächten Wurmkuchcn und sonst noch schöne Couditoreiwaaren Meine Bude ist vor dem Lahnthor mit Firma A. Urff und Sohn, Conditor. 370 Zu vermiethen. 980) Gießen. Eine Familienwohnung ist zu vermiethen und sogleich beziehbar bei N. Kratz. 959) Gießen. Eine Familienwohnung ist zu vermiethen und kann bis Anfangs Juli bezogen werden. Karl Steinberger hi der Löwengasse. 972) Gießen. In meinem Hause ist der obere Stock, bestehend in 3 Stuben, 2 Kammern Küche, Holzstall und Keller zum 10. August zu vermiethen und auf Verlangen kann eS früher abgegeben werden. Gießen den 23. Mai 1848. L- Scharmann, in der Schloßgasse. Vermischte Nachrichten 968) Gießen. Bei günstiger Witterung findet Sonntag den 28. und Montag den 29. d. Mts jedesmal von Mittags 2 Uhr an ein großes Silberschießen auf dem Hardthof statt. «um rti r . Hierzu sind 24 Preis - Gaben in Gold- und Silberwaaren ausgesetzt: j. - : ÄU,«, :* : * ?* * 1 " retr« i" ohne EtuiS 18„ „ 1 „ Zuckerzange, " Eßlöffel, 19„ „ 1 „ „ o" " \ " 20,, „ i gold. Vorstecknadel, 11» 'm 3 " M«r°nffpr 22" " 1 ltlber. Zuckcrschübchen, 12 ß " Tbeeloffel, , 23,, „ 1 „ Eigarrenröhrchen, 12" " 6 " Desertmesser mit EtuiS. 24,, „ 1 „ Milchlöffel. elÄ.ÄÄ®*’ ,0|i'1 i,t,r e*uf 15 "• R-s-ln «I- m reducitt^^" 3C9Cn $mnut^n nic^ aöe Schüsse verkauft werden, so werden die Gaben nach Verhältniß Gichm d«?23 f6nnCn 6i6 $um Sonntag Vormittag bei Unterzeichnetem gemacht werden. 252) Gießen. Für Auswanderer. Die Schifffahrt ist wieder im Gange und die Beförderung der Aus- wanderer geschleht durch Herrn Carl Traub in Bremen nach wie vor. Zum Abschluß von Ueberfahrtsverträgen habe ich den Auftrag und lade deshalb Äuswanderungslusttge em. I. G. Appel in Gießen. 371 951) Gießen. Deutscher IPhiinia^ Versicherungs - Gesellschaft in Frankfurt a. M. Folgendes sind die Resultate der in der dritten General-Versammlung am 26. April 1848 abgelegten Rechnung des JahreS 1847. Grundkapital 572 Millionen Gulöen Reserven (ausschließlich der für noch nicht rcgulirke Brandschäden zurückgesetzten Betrage) Versicherte Summen vom 1- Januar bis 31. Dezember 1817. Feuerversicherungen von Anfangs Januar bis Ende Dezember fl. 168,370,713. Land- und Wassertransport - Versicherungen desgleichen „62,327,479" 230,698,194. Der Protokollauszug und Rechnungsabschluß können von Jedermann bei dem unterzeichneten Hauptagenten, sowie bei dem nachbemerktcn Bezirksagenten Herrn Kaufmann vom Berg in Grünberg eingesehen werden. Gießen im Mai 1848. Hauptagent des deutschen Phönir 976. Gießen. Die Mitglieder deS vaterländischen, constitntionell-demokratischcn Vereins werden hierdurch benachrichtigt, daß das regelmäßige Zusammenkommen der Vereinsmitgliede'r jeden Montag, Abends 7 Uhr, im Saale deS Gasthauses zum Prinzen Carl, der zu diesem Zwecke gemiethet wurde, staltfindet. Gießen den 25 Mai 1848. Di. C redner. Dr. Eckstein. 953) Gießen. Wellenbad Nächsten Montag den 29. d. M. wird unser, aus zwei Zellen bestehendes und auf's bequemste eingerichtetes Wellenbad eröffnet, was wir hiermit dem verehrten Publikum empfehlen. Wir bemerken zugleich, daß falls sich die gehörige Anzahl Abonnentinnen (Damen) vorfinden sollten, diese Bäder dann lediglich als Frauenbäder verwendet werden. Gießen den 21. Mai 1848. Franz Peppler & Comp. 983) Gießen. Da mich cingctretenc Kränklichkeit leider verhindert, mit meinen Sämereien die hiesigen Wochenniärkte zu beziehen, so bitte ich meine geehrten Abnehmer, bei vorkommendeni Bedarf niich in meiner Wohnung besuchen zu wollen. Zugleich füge ich das Bemerken bei, daß so eben eine frische Sendung Herbstrübcn - Samen bei mir äuge- kommen ist. W. Löber's Wittwe, wohnhaft an der Hintergasse. I. G. Appel. 965) Gießen. Ein goldner Siegelring mit rothem Steine, auf der Innenseite mit F. K. bezeichnet, ist gestern vom Wellenbade bis Wieseck verloren worden. Der redliche Finder erhält eine gute Belohnung. Dr. Klein. 966) Gießen. Der bekannte Musikus Herz mit seiner Gesellschaft von Darmstadt, gibt nächsten Samstag den 27., sowie Sonntag den 28. Mai Abend Unterhaltung im Buschischen Garten. 981) Gießen. Ich suche einen ganz leichten einspännigen Wagen zu kaufen. L. T. Fel sing. 985) Gießen. Sonntag den 28. Mai findet Harmonie -Mnsil< auf dem Hardthof statt. 974) Großen! in den. Nächsten Sonntag findet Scheibe re schießen zu Großenlinden Statt, wozu mit dem Bemerken höflichst eingeladen wird, daß für prompte Aufwartung und für einen sehr guten Borsdorfer Aepfel- wein, den Schoppen zu 3 fr., sowie für gute Speisen gesorgt worden ist. Georg Schmelz zum fröhlichen Mann. 372 984) Gießen. Die Familie Kittler ist dahier angekommen und wird das hiesige verehrliche kunstliebcnde Publicum Dienstag den 30 Mai durch die Production der ausgezeichnetsten musikalischen Piecen auf der von Ihr selbst erfundenen und gefertigten Fclfen - HarmoIIica auf das Angenehmste überraschen. Dieses Justrunient wurde zuerst in London im Hannover Square- Coucert-Saale und im Royal Vauxhall-©arten mit dem größten Beifall daselbst producict und gespielt. Cs sind Felssteine aus dem Skid o w - Gebirge in Cumberland von 6 Zoll bis 3‘/2 Fuß Länge, die vollkommen den tiefen Tonen der Orgel bis zu den hohen und schrillsten Tönen der Piccolo-Flöte entsprechen; es wird sechshändig gespielt und werden Ouvertüren, Oper-Piecen und Tanz-Stücke in mehreren Abtheilungen zur Aufführung kommen. Die Bewunderung und den Beifall, den sie bisher ernteten, läßt sie hoffen, daß auch ein hochgeehrtes Publicum hier diese Gelegenheit benutzen werde, da cs jedem Naturfreunde und Kenner, sowie Musikliebhaber gewiß einen hohen Genuß verschaffen wird. Eben so überraschend werden sie die DISSOLVING VIEWS oder magische Nebelbilder aus dem Royal Polnitechnic Institution zu London zeigen. Das Nähere besagen die Anschlagezettel. Frischbäcker zu Gießen. Sonntag den 2 8. Mai. Wilhelm Löber an der Brandgaffe Georg Busch auf dem Kreuz. Karl Noll in den Nenenbäuen Heinrich Noll in der Neustadt. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst. Am 2 8. Mai. Morgens: Kirchenrath Dr. Engel. Nachmittags: Pfarrer Bonhard. Getauft. Den 22. Mai. Eine uneheliche Tochter, Elise, geboren den 5. April. Beerdigt. Susanne Kolb, des verstorbenen Invaliden, Konrad Kolb, eheliche Tochter, alt 63 Z., gestorben den 19. Mai. Die Pfarrgeschäste in der nächsten Woche besorgt Kirchenrath Dr. Engel. Angekommene und abgereiste Fremden vom 24. bis 25. Mai 1848. I n den Gasthäusern. Im Happen: Hr. Möbus, Gerb. v. Lauterbach. Frl. Schweißgut v. Wetzlar. Hrn. Kfl. Dernburg v. Offenbach u. Schmidt v. Frankfurt. Hr Hartmann, Partie, v. Hannover. Hr v. Witte, Oberfin.-N. v. Düren. Hr. Durier, Privatm. v. Paris. Hr. Dörpstede, Partie, v. Bracke. Hr. Dieffenbach, Pfarrvic. v. Staufenberg. Hr. Langloß, Kfm. v. Freudenberg Hr. May, Gutsbes. v. Bodenwerden. Hr. Rüdiger, Partie, v. Regensburg. Hr. Mosler, Apoth. v. Berlin. Hr. Hundeshagen, Oberinspect. v. Hannover. Im Einhnm: Hrn. Kst. Trautnicht v. Düsseldorf u. Wallach v. Mainz. Hr. v. Frankenfelden, Rittergutsbes. v. Holstein. Hr. v. Choladewiß, Ritlmstr. a. Ungarn Hr v. Thrcist m. Bedien., Gener v. Dettmold. Hr. Gutmann, Kfm. v. Frankfurt. Fr. Hilgardt m. Fam. u. Bedien, v. Darmstadt. Hr Fischer, Rechn v. Schierstein Hrn. Kfl. Schwarz v. Fulda, Kittelheck v. Neukirchen, Wenzel v. Frankfurt, Strauß v. Lich u. Hausenbelz v. Mainz. im Prinz Carl: Hr. H. Rausch, Spedit. II Hr. M. Rausch, Occon. v. Großeneichen. Hr. Fuchs, Geschältsm. v. Sellnrod. Hr. Schäfer, Kfm. v. Wehrhcim. Hr Sack, Privatm. v. Hadamar. Hr. Lampert, Geschäftsm. v. Ockersheim Hrn. Kfl. Laich u. Golz v. Frankfurt. Hr. Höhr, Uhrm. v. Schönach. Hr. Braun, Oecon. v. Wickstadt. Im Darmstacdter Haus'. Hrn. Gefchäftsl. Kübel v. Herbstein u. Bär v. Landau Fr. Grau v Offenbach u. Fr. Soldan v. Marburg. Jungfer BontengS v. Hof. Hr Sal- berg, Handclsm. v. Villmar. Im Stem: Hr Lindebrandt, Privatm. v. Waldkappel. Jungfern Leininger v. Buchenrod u. Dach v. Zelle. Hr. Liß, Handelsm. ». Alsfeld Frl Jung v. Ockershausen. Hr. Haubitzer, Buchdr. v Großgromdorf. Hr Windmüller, Färb. v. Böckum. Hr Weimer, Fuhrm v. Marburg. In der Hose. Hr. Hagen, Zinngieß. v. Regensburg. Hr. Dohse, Kupserschm v. Stargard. In den Privathäusern. Bei Hrn. Hofger.-Advoc Pfannmüller I.: Frl Schweißgut v. Buscnborn — Bei Hrn. Bäckermstr. Lampus: Hr. Sehrt, Privatm v. Grünberg. — Bei Fr. Regier.-R. Heß: Hr. Heß, Gpmn. v. Mainz. — Bei Hrn. Schuhm. Selzer: Frl. Mappes v. Wetzlar. — Bei Hrn. Reallehr. Dr. Weigand: Fr. Först. Weigand u, Irl. Weigand v. Steinfurt. 373 Miseellen. Wie sieben Todsünden von Gugen Sue. I. A b t h e i l u n g. Pie K o f f a r t I), oder: Die Herzogin. 1. (Fortsetzung.) Vier oder fünf Jahre nach diesem denkwürdigen Ereignisse,, bedurfte der Commandant Bernard, dem seine alten, wieder aufgegangenen Wunden große Schmerzen verursachten, einer Wärterin; man empfahl ihm Madame Barbanson, mit deren Behandlung er so zufrieden war, daß er ihr den Vorschlag machte, in seine Dienste zu treten. Madame Barbanson willigte mit Freuden ein, erhob sich selbst zum Vertrauten des Herrn Comman- danten, und nach unv nach wurde aus der Dienerin eine Gebieterin. In der That, wenn man sah, mit welcher Engelsgeduld er die Tyrannei seiner Haushälterin ertrug, so hätte man den alten Seemann eher für einen friedlichen Rentier, als für einen der tapfersten Soldaten Les Kaiserreichs gehalten. Der Commandant liebte die Gärtnerei leidenschaftlich; er verwendete besonders viele Sorgfalt auf eine kleine Sommerlaube, die er eigenhändig verfertigt hatte, und welche mit Waldreben, Hopfen und Geißblatt überzogen war. Dort saß er besonders gern nach seinem einfachen Mittagsmahle, um seine Pfeife zu rauchen, und an seine Feldzüge und seine ehemaligen Waffenbrüder zu denken. Diese Sommerlaube deutete zugleich die Grenze der Besitzungen des Commandanten an; denn obgleich der Garten sehr klein, war er dennoch in zwei Lheile abgciheilt. Der eine Theil war der Sorgfalt der Madame Barbanson überlassen, und erhob seine Ansprüche bis zum Nutzen; der andere Theil, dessen Direction der Veteran sich allein vorbehalten hatte, war dem Vergnügen gewidmet. Die genaue Abgrenzung dieser zwei Erdguadrate war die Ursache eines wortlosen aber erbitterten Kampfes zwischen dem Commandanten und seiner Haushälterin gewesen, und war es noch. Nie haben zwei Grenzstaaten, die Alles aufbieten, ihre Grenzen einer auf Unkosten des andern, zn erweitern, mehr List angewandt, größere Geschicklichkeit, mehr Ausdauer in der Verstellung, um ihre gegenseitigen Eroberungsversuche zu vereiteln oder auszuführen. Eine andere Ursache zn oft possirlichem Streite zwischen dem Commandanten und Madame Barbanson war der unversöhnliche Haß, welchen die Letztere gegen Napoleon hegte, denn sie konnte ihm den Tod eines jungen Gardesoldaten, welchen sie in ihrer Jugend leidenschaftlich geliebt hatte, nicht vergeben. Darauf entstand ein unversönlicher Haß gegen den Kaiser, welchen sie mir nichts dir nichts einen ehrgeizigen Despoten, den Währwolf von Corsika nannte, und dem sie kaum einige militairische Ueber- legcnheit zugestand, was die Heiterkeit des Veteranen im höchsten Grade erregte. Trotz dieser bedeutenden Uneinigkeit in politischer Beziehung, trotz des dauerhaften und heftigen Grenzstreites der beiden Gärtchen, war Madame Barbanson dennoch von Aufmerksamkeit und Zuvorkommenheit für ihren Herrn erfüllt und der Veteran seinerseits würde t seine sorgsame Haushälterin schmerzlich vermißt haben. Der Frühling des Jähes 1844 war bald zu Ende,, der Monat 'Kai bedeckte Alles mit seinem glänzend frischen Grün; es war drei Uhr Nachmittags. Obgleich der Tag warm und die Sonne glühend strahlte, bewies der angenehme Duft des benetzten Grases und einiger kleiner Flieder- und Syrin zensträuche, die in Blüihe standen, welche große Sorgfalt der Comman- dank seinem kleinen Gärtchen wivmete. In seiner Gärtnertracht, welche in einer runden Jacke von grauem Zwillich und breitem Strohhute bestand; ruhte er aus von der Anstrengung des Begießens, und in der Sonimerlanbe sitzend, welche sich schon mit den kräftigen Schößlingen des Hopfens und der Waldrebe bedeckte, trocknete er den Schweiß, der von seiner kahlen Stirne floß; seine von der Sonne verbrannten Züge hatten einen seltenen Ausdruck von Freimüthigkeit und Güte, trugen jedoch das Gepräge eines gewissen kriegerischen Charakters, vermöge seines dichten Schnurrbartes, welcher, sowie seine kurz geschnittenen Haare, weiß war. (Forts, folgt.) Landwir thschaftliches. Naturgeschichte. Die K o r ii m o t t e. Die Kornmotte, der Kornschmetterling, die Kornfliege, die Roggenfliege, der Kornwolf, die Kornschabe oder der weiße Kornwurm, hat weißgraue Vorderflügel, welche in der Sonne glänzend und im Schatten matt sind. Darauf liegen 4—5 hellbraune , große Flecken. Leib und Hinterflügel sind weißgrau. Die Flügel bilden hinten ein rundliches Dach, und oben sind sie mit einem halben Hahnen- schwanze versehen. Der innere Rand ist gefranzt; vorn auf dem Kopfe steht ein dicker Haarschopf, gleich einem Turban. Man findet diese Motten an den Säulen und 374 Wänden der Kornböden oft in großer Menge; sie richten großem Schaden an, als'die Kornkäfer. In den Monaten Mai und Juni fliegen diese Motten gegen Abend sehr häufig umher, namentlich die Weibchen, und legen ihre Eier ans Getreide, so daß an ein Korn 1—2 Eier kommen. Die Eier sind so klein, daß man sie mit bloßen Augen nichl sehen kann. Nach 12—14 Tagen hat das Räupchen das Ei verlassen und sich so in das Korn einge- freffen, daß man ein Klümpchen bemerkt, welches aus dem mit seinen Fädchen zusammengewebten Miste der Raupe besteht, und den Eingang bedeckt. Dieser Haufen nimmt mit der Zeit zu, und wenn ein Korn ausgefressen ist, verbindei die Raupe damit ein zweites, später ein drittes u. s. w. Bis gegen den Monat September, wo die Molle ausgewachsen ist, sind große Klumpen zusammengewebt und mit Misthäufchen besetzt. Die Raupe ist 4—5 Linien lang, unbehaart, schlank. Der Kopf ist braunroth, auf dem Halse sind ein Paar kleine Querstriche. Die Raupen verlassen ihre Wohnungen, kriechen unruhig auf dem Kornhaufen umher, ziehen dabei Fäden, und bedecken so, wenn ihrer viele sind, die Haufen mit einem dichten, weißgrauen Schleier, durch den man nicht durchsehen kann; dann gehen sie an den Wänden empor, setzen sich an die Balken und Ritzen, nagen feine Holzspänchen ab, verweben diese in ihr Gespinnst, bleiben darin den Winter unverändert, und verwandeln sich erst im März, April oder Mai in eine braune Puppe. Ungefähr drei Wochen später setzt sich die Puppe in Bewegung, schiebt sich bis zur Hälfte aus dem Gespiunste heraus, und nach etwa einer halben Stunde schlüpft aus ihr die Motte hervor, welche, wie es fctjeint, feine Nahrung zu sich nimmt, und höchstens einen Monat lebt. Außer den bekannten Mitteln gegen die Kornkäfer, welche auch hier in Anwendung gebracht werden könnten, gibt es noch folgende: a) Man schütte daö gefährdete Getreide in einen heißen Backofen, in dem zwei Stunden gebacken worden, und lasse es allda 48 Stunden lang verschlossen liegen. Durch die Wärme finden die Larven des Käsers ihren Tod, das Getreide nimmt aber keinen Schaden, denn es kamt eine Wärme von 90 Grad vertragen. 1>) Man lasse die Kornhaufen wenigstens einen Monat über täglich kurz ausstechen, vorher aber mit scharfen Besen stark fegen, und die von den Raupen zusammengeklebten Kornklumpen so viel möglich mit den Händen auseinander reiben, wodurch viele dieser Schädlinge gelobtet werden. c) Die LandwirthschaftSgesellschaft zu Meaur empfiehlt folgendes Mittel: Man stecke Stengel von Bilsenkraut in den Korn- Haufen, worauf die Larven nach und nach das Getreide verlassen und leicht getödtet werde» können. cl) Ein weiteres sehr zweckmäßiges Mittel zur Bectilgung des weißen KornwurmS vom Monat October bis Monat Mai, als der Wanderungsund Verpuppungszeit derselben, sind die großen Kohlmeise», die de» Spechte» gleich an Bäumen umherkletteru, um Insekten aufzusuchen. Von diesen lasse man einige einfangen und auf die Kornböden bringen, Wenn man nur fünf Kohlmeisen einfängt, und jede täglich nur 40 Würmer verzehrt, so wird schon dadurch eine große Menge vertilgt. Uebrigens muß der Boden die gehörige Helle haben, damit die Meisen die Insekten auffinden können. Die Kohlmeisen sind bekanntlich dem Roggen nicht schädlich, da sie außer den Insekten nur einige Sämereien, mitunter auch Hafer, aber keinen Roggen fressen. e) Man grabe einige gläserne Weinflaschen mit engen Hälsen bis an die Oeffuung in die Kornhau- fen. Da diese Würmer ebenso wie die Bohrkäfer sich gern in enge Röhren verkriechen, so läßt sich dadurch in wenig Tagen ein ganzer Kornhaufen von ihnen befreien. f) Man räuchere die Kornböden ost mit Schwefel, insbesondere zu der Zeit, wo sich diese Motten einfinden. g) Ma» mache 2—3 Schichten Garbe», streue feinen Sand darüber und dann wieder so viele Schichten mit Sand, bis der Garbenhaufen fertig ist. Ist der Sand trocken und fein, so zieht er die Feuchtigkeit des Kornes an sich. h) Korn Hausen während des Fluges des Kornmotte gut mit Tüchern belegt und nur an einem besonder» Platze einiges Getreide frei hingeschüttet, bewirkt, daß die Motten ihre Eier alle an de» bloßen Hansen legen, der, sobald als der Flug der Motte aufhört, zu irgend einem wirthschaft- lichen Zwecke verbraucht wird, wodurch viele Korn« Würmer vernichtet werde». i) Sind Kortihaufen von der Kornmotte angegriffen, so bedeckt man sie fest mit Tücher» und nimmt diese nach zwei Tagen ab, wo man dann die Kornwürmer in Menge an dem untern Theile der Tücher findet, die dann auf den Hof gelegt, begierig von den Hühnern gefressen werden. k) Kochsalz unter die Frucht gemengt, soll die Kornwürmer sehr bald vertreiben; auch daö Bespritzen der Wände, Balken und Kornhaufen mit Salzwasser soll die Kornwürmer sicher »erdigen. H, S. Druck und Verlag der G. D. Brühl'schon Buch- und Stettidruckerei. Beleuchtung. Auf die Ansprache der hiesigen Metzgerzunft unter der Aufschrift: „Man verdamme Niemand, ehe ihn gehört zu haben," erwiedert der Vorstand Folgendes: Der größte Theil desjenigen, was jene Ausführung enthält, ist von den Metzgern dem Stadtvorvorstand und der Volksversammlung vorgebracht und als ungeeignet und ungegründet abgewiesen worden. Zeder unbefangene Leser jener Ansprache wird die Sache in gleichem Sinne beurtheilen. Man hält daher eine förmliche Beantwortung desselben für völlig überflüssig und will nur einige Verdrehungen des Sachverhältnisses und unpassende Ausfälle auf den Stadtvorstand in dem wahren Lichte darstellen. Es ist in jenem Aufsatz gesagt, man habe eine Ungerechtigkeit gegen die Metzger begangen, weil man ihrem Verlangen bei dem Stadtvorstand und der Volksversammlung nicht willfahrt habe. Dec Stadtvorstand hatte es im Jahr 1843 für nöthig erachtet, für die immer steigenden Bedürfnisse der Stadt die Octroi-Einnahme zu erhöhen und namentlich auch noch andere Gegenstände hierbei anzuziehen. In Folge dieses hat sich dieselbe um jährlich 3—4000 fl. erhöht und da nun die Bedürfnisse seit dieser Zeit sich eher gemehrt als vermindert haben, so kann der Stadtvorstand nicht jetzt wieder auf Verminderung dieser Abgaben antragen, um so weniger, da Fleisch derjenige Artikel von den mit Octroi belegten Gegenständen ist, wo der Reiche mehr consumirt als der Unbemittelte, diesem also die Last, die durch andere Umlagen auferlegt werden müßte, erleichtert wird. Der Stadtvorstand will, daß den Metzgern bei Regulierung der Polizeitare voller Ersatz für die vorgelegten Abgaben werde, und hat deßhalb ausgesprochen, sein Verwenden bei der betreffenden Behörde eintreten lassen zu wollen, sowie, sollten die Metzger es wünschen, bei freier Concurrenz die Preise versuchsweise selbst zu bestimmen, auch dann das Geeignete zu veranlassen. Nachdem dies alles den Metzgern nicht passen wollte und will, sprechen sie aus „es sey gegen sie Ungerechtigkeit geübt worden." Wir überlassen nun das Urtheil dem Publicum, sind aber gewiß, daß das Unrecht auf der andern Seite gefunden werden wird. Ebenso wird dem Bürgermeister der Vorwurf gemacht, daß er die Sache der Metzger in der Volksversammlung, der er übrigens nur als Theilnehmer, wie jeder anderer, beiwohnte, nicht recht vorgetragen und den Anwesenden einen Butzenmann vorgegaukelt habe. Hierin liegt eine unwürdige Beschuldigung. Der Bürgermeister hat nichts gcthan, als was die Noth- wendigkeit gebot: die Sachverhältnisse klar darzulegen, damit sich das Publicum ein richtiges Urtheil bilden könne. Dies paßt freilich nicht in den Kram der Metzger, welche lieber gesehen hätten, wenn die Sache zu ihren Gunsten vorgetragen worden wäre, ob wahrheitgetreu oder nicht, darauf scheinen sie weniger zu achten als auf ihr Interesse. . - Bei dem Schlüsse der Ansprache führen die Metzger die Gründe des Gemeinderaths an, aus welchen ihr Gesuch abgeschlagen sey, scheuen sich aber dabei nicht, den Sinn gänzlich zu entstellen, und ihm eine gewaltsame Auslegung zu geben, Auf den 4tefl Grund wird mit großem Aushängeschild hingewiesen, er lautet in genanntem Flugblatt: „es würde, wollte man uns Metzgern Gerechtigkeit gewähren, das ganze Octroigesetz in Frage kommen," also der Gemeinderath übt lieber eine Ungerechtigkeit, als daß er eine gerechte Beschwerde würdigt und nachgiebt. In dem Gemeinderathsprotocoll und in der Antwort an die Metzger heißt aber jener 4te Grund wörtlich folgendermaßen: „4tens: Weil eine Heruntersetzung des Fleischoctrois zur unausbleiblichen Folge haben würde, daß die Verminderung der Abgaben von andern dringenden Lebensbedürfnissen, Holz, Brod u. s. w. beansprucht werden würden und dadurch der Bestand des Octroi-JnstitutS in Frage käme." Wenn die Metzger übrigens nicht begreifen wollen, wie durch Heruntersetzung des Octrois von Fleisch das ganze Institut gefährdet werden könne, so ist dies unsere Schuld nicht. Wir wollen ihnen zur Berichtigung ihrer Begriffe nur andeuten, daß bereits die Bäcker ein ähnliches Gesuch wie sie eingereicht haben und die übrigen Gewerbtreibenden, Wirthe und Bierbrauer nachfolgen werden, wenn sie sehen, daß der Stadtvorstand ohne Gründe, wie die Metzger verlangen, alles gewährt, wenn es nur mit der nöthigen Entschiedenheit sind Androhung gewaltsamer Maasregeln gefordert wird. — Könnte der Stadtvorstand, wenn die Aufhebung des ganzen Octrois von den erwähnten Gewerbtreibenden später gefordert würde, dieses abwehren, wenn er die Basis, worauf das Octroi ruht, zum Theil früher schon aufgegeben hätte. Wir sagen nein, und deßwegen werden wir das Institut, welches erst 1843 neu regulirt worden ist, so lange zu erhalten suchen, als wir eS im Interesse der Stadt für nöthig erachten. Indem wir diese unsere Darlegung hiermit veröffentlichen, dürfen wir des Urtheils jedes Unbefangenen gewärtig fein. Gießen, den 24. Mai 1848. Namens des Stadtvorstandes der Bürgermeister G. Reiber. -8 ti'j'li - ■ ■: Hilf: *Vn': yifiac i > L! J 13 <* «i 9 - i'/iiiiMßßrrtfiHf isd d 6i !■:■;• rrMcki inauni soll ßelfl wer ri 5 ■! i ; • 7.’! 5 C t-!. 9- Wie S) 11< Gesetz außer fünf ' Milli ich zu liste offen Ei ebens müiit Ai lande & Der ;ö dar iVa'S.'Vt die 5 abzu! erful H .Crifff Hfriihhil - 4 i':d - ff-K' OTfif . .'toi? 1i(? -'NfMW •jftin'pik ■ -if r : i< 4L nhf f 1b:,f<|}ri)8 rrJ Ssj!i (iffjf iisgfa'bi o :••• i MF ■ ill 'ä-'JfiijS . I-HJ ■ ubir, rchftulö hnfiii ni -rät LL8.il idfct iv.; lat: ii 3i’ ■ hümiSM -hst wil 07 - ’ V ii.'. rW»Xbfo .? •.■•■Uli» .Hin bi’rt’ < -.•■■•b'fi Misti.m nnh n 3 . TV;. *:!:> 3l1 yj'ir M D!e für Einl man fid Raum 1 Ins irS’’ ': j i3g.;i’4(<:' ',!■> Mistel .. "i- ,/bin I.-' 4 n '? rn-LdSuK uufi'n.o .i;iö i«sn>7 in !■_ ;nfi 9 ii. ! J7-J®> |N7!:tz,K?' Uiu L .nr '!;■■<> . ' st j dh 1 . : formt 177 ati. adr, '>! -8 ) : ;Wrt6i ■ ■T;< U'.