Ilincigcl'tatt für die Stadt Gießen und die Kreise Gießen, Grünberg und Hungen. JVs. 68.' Montag den 22. Znli 18^8. Dieses Blatt erfaeuit wöcheittN» zwei Mal : Ltontag und Sonnabend Der Prannm-ra-wnsb-traq ist sur cm 8«njcä jab«• für Em heimische 1 fl. SO fr., für ein baldes Jahr 45 fr., ritr Lnswar-iq- incl. Postau schlaa t ft. 42 ft halbiahrl. Lt^kr LuSwartS KE» «im fich bei Den zunächst qeteqei.en lädt. Postänne u. In «ie,en bei der Erpedilion, Canzleiberg L>t. B. Nr. 1. ILmructungsgeonur mr den maum Inserate müssen jedesmal an dem Taqe vor dem Erscheinen dieses Blattes an die Redaktion qelanqt sehn. ------—---— Zu Nr. K. G. 3250. Grünberg am 22. Juli 1848. Betreffend: Die Arretirung des Georg Böhning, Oswald Diez, Dr Friedrich Gräfe, dessen Bruder Carl Gräfe, Gustav Werren, Wilhelm Knecht, Romanns Borini und Jacob Horlacher von Wiesbaden. Der Großherzoglich Hessische Kreisrath des Kreises Grünberg an sämmtliche Gr. Bürgermeister des Kreises. Auf Ersuchen des Herzog!. Nass. Stadt-Polizei-Amts zu Wiesbaden, weise ich Sie an, nach den Rubrikaten, deren Signalements unten folgen, genau fahnden, sie im Detretungsfalle verhaften und hierher abliefern zu laffen. O u v r i e r. Steckbrief. Uhrmacher G e o r g Böhning, Oswald Diez, Nr. Friedrich Gräfe, dessen Bruder Carl Gräfe, Architekt Gustav Werren, Wilhelm Knecht, Zinngießer Borini, Jacob Hör- lacher von hier, haben sich der Verhaftung in einer gegen sie eingeleiteten Untersuchung, wegen versuchter Befreiung von Militärgefangenen und versuchten Aufruhrs, durch die Flucht entzogen. Man fügt ein Signalement derselben an und ersucht die betreffenden Behörden auf diese Flüchtlinge fahnden, sie im Betretüngöfalle verhaften und hierher vorführen zu lassen. Wiesbaden, den 19. Juli 1848. Herzogs. Nass. Stadt-Polizei-Amt. R e i ch m a n n. Signal Georg Böhning. Stand: Uhrmacher. Ver- hcirathet. Alter: 60 Jahre. Gröhe: 5 Schuh 8 Zoll rheinländisch Maas. Farbe der Haare: grau. Schnitt der Haare: lang. Form der Stirne: hoch Augen: grau. Augeilbraunen: grau. Bildung der Nase: lang gebogen, und des Mundes klein. Zähne: mangelhaft. Kinn: oval. Bart: grau und lang. GesichtSsorm: oval. Gesichtsfarbe: blaß. Besondere charakteristische Zeichen: gebt vorgebeugt. Oswald Diez. Stand: Architekt. Unver- e m e n t s : heirathet. Alter: 24 Jahre. Größe: 5 Schuh 4 Zoll rheinländisch Maas. Farbe der Haare: weißblond. Schnitt der Haare: kurz. Form der Stirne: rund. Augen: blau. Augenbrauen: weiß. Bildung der Nase: stark, und dcS Mundes: gewöhnlich. Zähne: gut. Kinn: rund. Bart: weißblond. Gesichlsform: oval. Gesichtsfarbe: gesund. Besondere charakteristische Zeichen: hat eine Hiebwunde auf dem linken Backen und an der rechten Hand 2 steife Finger. 528 »r. Friedrich Gräfe. Stand: Dp. nted. Unverheirathet. Alter: 33 Jahre. Größe: 3 Schuh 4 Zoll rheinländisch Maas. Farbe der Haare: Jbmun* Schnitt der Haare: lang.- Form der Stirne: gewölbt. Augen: grau. Äugenbraunen: braun. "Bildung der Nase: gebogett'lang, und des Mundes: gewöhnlich. Zähne: gesund. K-inn: oval. Bart-'schwarz und laug. Gesichtsform: oval. Gesichtsfarbe : blaß. Besondere charakteristische Zeichen : bat eine -Hiebwunde, aus dem linken Backen. Carl Gräfe. Stand: Hutmacher. Unver- hewathet. Alter: 22 Jahre. Gröhe: 5 Schuh 8 Zoll rheinländisch Maas. Farbe der Haare: braun. Schnitt der Haare: kurz. Form der Stirne: bedeckt. Augen: braun. Augenbraunen: braun. Bildung der Nase: spitz, und des Mundes: gewöhnlich. Zähne: gut. Kinn: oval. Bart: braun. Gesichtsform: oval. Gesichtsfarbe: gesund. Besondere charakteristische Zeichen: geht etwas vorgebeugt. Gustav Werren. Stand: Architekt. Un- verheirathek. Alter: 26 Jahre. Größe: 5 Schuh 3 Zoll rheinländisch Maas. Farbe der Haare: blond. Schnitt der Haare: lang. Form der Stirne: offen. Augen: blau. Augenbraunen: blond. Bildung der Nase: groß, und des Mundes: groß. Zäbne: gut. Kinn: oval. Bart: röthlich. Gesichtsform: oval. Gesichtsfarbe: gesund. Besondere charakteristische Zeichen: keine. Wilhelm Knechr. Stand: Landmann. Un- verbeirathek. Alter: 21 Jahre. Größe - 5 Schuh 4 Zoll rheinländisch Maas. Farbe der Haare: braun. Schnitt der Haare: kurz. Form der Stirne- nieder. Augen: blau. Äugenbraunen: braun. Bildung der Nase: spitz, und des Mundes: gewöhnlich. Zähne: gut. Kinn: rund. Bart: braun. Gesichtsform: rund. Gesichtsfarbe: gesund. Besondere charakteristische Zeichen: keine. Romanus Borini. Stands Ziungießer. Unverheirathet. Alter: 26 Jahre. Größe: 5 Schuh 8 Zoll rheinländisch Maas. Farbe der Haare: braun. Schnitt der Haare: kurz. Form der Stirne: hoch. Augen: braun. Augenbraunen: braun. Bildung der Nase: stark, und des Mundes: gewöhnlich. Zähne: gut. Kinn: oval. Bart: braun. Gesichtsform: oval. Gesichtsfarbe: gesund. Besondere charakteristische Zeichen: keine. Jacob Horlacher. Stand: Bürstenmacher. Unverheirathet. Alter: 32 Jahre. Größe: 5 Schuh 8 Zoll rheinländisch Maas. Farbe der Haare: braun. Schnitt der Haare: kurz. Form der Stirne: hoch. Augen: grau. Augenbraunen: braun. Bildung der Nase: dick, und des MundeS: gewöhnlich. Zähne: gut. Kinn: oval. Bart: braun und lang. Gcsichtsform: oval. Gesichtsfarbe: gesund. Besonder^- charakteristische Zeichen: Schußwunde am rechten Unterarm und trägt demselben ui der Binde. Besondere Bekanntmachungen. 1453) Gieß em Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß der evangelische Universi- tätsgottesdienst, nachdem dazu unter dem 7. d. M. die höchste Genehmigung ertbeilt worden ist, am 30. Juli d. I Vormittags 10 Uhr eröffnet werden wird. — Die Theilnahme an diesem neu errichteten Gottesdienste ist, wie sich von selbst versteht, nicht eine auf die Angehörigen der Universität beschränkte. Wir werden uns vielmehr aufrichtig freuen, wenn sich sämmtliche Einwohner hiesiger Stadt daran ebenso zahlreich als nachhaltig beiheiligen. Für den Eröffnungstag jedoch dürfen wir wohl den Wunsch aussprechen, daß, nach Maasgabe ähnlicher Gelegenheiten, die Plätze im untern Raume (im Ehor) der Kirche zu beiden Seiten deS Altars, sowie die erste Reihe auf beiden unteren Emporbühnen für die Angehörigen der Universität und die von ihr besonders Eingeladcnen frei gelassen werden mögen. Gießen am 28. Juni 1848. Die Gr. Landcsuniversität evang. Thcils. Dr. Schäfer, d. Z. Reetor. Künftigen Sonntag, den 30 Juli wird, wegen der, um 10 Uhr Stakt findenden, Eröffnung des Universitäts-Gottesdienstes und der Ordination deS Universitätspredigerö, die Kirche Morgens schon um 8, und Nachmittags erst um 2 Uhr ihren Anfang nehmen. Dieses ist jedoch nur ausnahmsweise bloS an diesem Sonntage der Fall, an allen übrigen Sonntagen beginnt, wie bisher, die Kirche um 9, und Nachmittags um halb zwei Uhr, während in Zukunft der Universitätsgottesdienst alle 14 Tage, jedesmal Bormittags um 11 Uhr seinen Anfang nimmt. Gießen den 24 Juli 1848. Der evang. Kirchenvorstaud. 1449) Gießen. Aufforderung. Der ersten Aufforderung zur Ablieferung der durch hiesige Einwohner vom Ralhhause weggchol- ten städtischen Gewehre ist nur von einigen genügt worden. 529 Es wird daher diese Auffoderung ernstlich und Mit dem Anfügen wiederholt, daß diejenigen, welche die Gewehre binnen 8 Tagen nicht ab liefern, sich unangenehmer Maasregeln gewärtigen müssen. Gießen den 20. Juli 1848. Der Bürgermeister Gg. Reiber. Versteigerungen. 1454) Gießen. Mittwoch den 2. August d. I., Vormittags 10 Uhr soll daS den Johann Trieberts Erben zu Freiensxen, Kreises Grünberg, zugehörige zweistöckige Wohnhaus nebst Scheuer, in der Wohnung des GastwirthS Conrad Hoffmann daselbst, aus den Abbruch an den Meistbietenden versteigert werden. Die näheren Bedingungen sind vorher bei Herrn Carl Ebel auf dem Kreuz dahier zu erfahren. Gießen den 23. Juli 1848. 1455) Krofdorf. Jagd Verpachtung. Am Montag den 31. d. M. soll die Fiscalifche Jagd auf dem 2ten Jagdreviere der Oberförsterei Krofdorf auf den Feldmarken Lützellinden, theilweife von Hörnsheim, Hochelheim, Klein- und Großrechtenbach an den Meistbietenden vom 1. Juni d. I. bis ebendahin 1852 auf vier Jahre unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen verpachtet werden. Pachtlustige werden hierzu eingeladen und steht Termin am obigen Tage Morgens 9 Uhr im Gasthofe zum Herzoglichen Hause in Wetzlar an. Krofdorf den 21. Juli 1848. Der Oberförster Passow. 1371) Feilgebolen. Gießen. Mineral-Wasser, namentlich Schwalheimcr, Lubwigsbrunner, Schwaibas. Stahl- und Weinbrunnen, Emser - Kränchen und^Kchelbrunnen,WeUbachn-Sch f - brunnen, Salchänscr-Soolbrunnen, Selterser, Fachmger, «chmger Pu- monier und Weilburgerbrunnen in fr tsch er FuLmg^btt $ 1407) Gießen. Ein noch ganz neues Ladenfenster mit Bekleidung und sonstigem Zugehör, ist wegen Mangel an Raum billig zu verkaufen bei Philipp Hellwig, Drechslermeister. 1459) Gießen. Holländische Häringe und Sardellen, Tafel- und Mostfenf, Senf in Töpfen, Kapern, Limburger Käse, Chokolade, Bischoff- und Cardinal-Essenz, Arrac, Cognac, Rum 2c. bei Höstereich, auf der Mäusburg. 1457) Gießen. Sehr gute Frühkartoffeln sind in ganzer, halber und viertel Meste in dem Garten des Dr. Köhler vor dem Asterweger Thore zu verkaufen. 1460) Gießen. Neue (1848r) Holländische Wollhäringe und Sardellen sind angekommen bet L. I ahreis. 1451) Butzbach. Ein erprobter, guter, neuer tafe.förmiger Flügel, über 6 Octaven, steht bei Herrn Meier an der Stadtkirche in Gießen billig zu verkaufen oder zu vcrmiethen. Liebhaber hierzu belieben sich au Andreas Marguth an der Caserne in Butzbach zu wenden. 1456) Grünberg. Es stehen bei mir circa 40—45 Malter Hafer im Auftrag zu verkaufen. Joh. Hoffmann, im Hirsch. 1458) Willingen. Ein erst vor einigen Jahren auö eichen Holz neu erbauter Stall, 22 Fuß lang und 20 Fuß breit, ist von Johannes Zimmer XII. in Olingen, Kreises Hungen, zu verkaufen. Zu vermiethm. 1421) Gießen. Im Hause des Hm. Dr. B a n sa vor dem Walllhore sind zwei Stuben, zusammen oder einzeln, mit oder ohne Möbel, zu venniethen. 530 1447) Gießen. Zwei freundliche Familien- wohnungen, oder auch ein ganzes Haus mit Hintergebäude in einer frequenten Lage, sind unter billigen Bedingungen zu vermiethen. Näheres bei Neallehrer Dr. Stein Lit. A. JVa 36. Vermischte Nachrichten. 1452) Gießen. Auf mehrere Anfragen diene die Anzeige, daß täglich Backsteine von meiner Fabrik am Hardtberge abgefahren werden können. Näheres in meiner Wohnung am Marktplatze. F. E. Pimper. 1444. Gießen. Der im März v. I. erfolgte Tod meines Vaters des Hof- und Universitätsbuchhändlers Georg Friedrich Heyer Vater und die damit verbundene Erbschafts-Auseinandersetzung zwischen mir und meinen Geschwistern , veranlaßten mich, meinen Antheil an der Handlung, G. F. HEIM VERLAG am 1. Jan. d. I. an meinen Schwager und seitherigen Associe Herrn Heinrich Flinsch in Frankfurt a. M- käuflich zu überlassen, der das Geschäft von jenem Tage an mit allen Acli- ven und Passiven übernommen hat und für seine alleinige Rechnung fortführen wird. Ich werde dagegen mein seit 1827 betriebenes Sorti- mentsgefchäft unter der seitherigen Firma G. F. HEYER SOHN nach wie vor, sortführen und bitte meine verehr- lichen Geschäftsfreunde um die Fortdauer des mir seither zu Theil gewordenen Wohlwollens und Vertrauens, welches zu rechtfertigen ich stets bemüht sein werde. Friedrich Wilhelm Heyer. Seit 1827 Firma: „G. F. Heyer Sohn" Frankfurt a. M. 1423) Wohnungsverändernng Unter Bezugnahme auf meine Anzeige in Au 110 der Darmstädter Zeitung d. I. und Vorstehendes widme ich meinen verehrten Geschäftsfreunden die Nachricht, daß ich meine Buchhandlung G. F. HEYER’S VERLAG i n G t c f; c n unter heutigem Tage nach Frankfurt a. M. verlegt habe und von hieraccö unter der alten Firma sortführen werde. Sie wollen deshalb alle Zuschriften und Sendungen unter der Adresse ,,G. F. Heyers Verlag in Frankfurt a. M-" oder auch an meine eigene Firma adresstreu. Ich bitte alle meine verehrten Geschäftsfreunde um Fortdauer ihres geschätzten Wohlwollens unter Versicherung meiner aufrichtigsten Hochachtung und Ergebenheit. Frankfurt a. M. 15. Juli 1848. Heinrich Flinsch, Eigenthümer der Buchhandlung G. F. Heyer's Verlag und der Handlung Ferd. Flinsch. 1437) Gießen. Für jeden Wagen Schutt, der auf meinem Bauplatze abgeladen wird, vergüte ich sechs Kreuzer. Gg. Fulda. 1406) Gießen. Meinen verehrten Freunden und Kunden zeige ich ergebenst an, daß ich nicht mehr auf der Mäusburg, sondern auf dem Neuenweg wohne. Auch bringe ich bei dieser Gelegenheit in Erinnerung, daß mein Lager mit Pfeisenköpfen und sonstigen in dieses Fach einschlagenden Artikeln gut versehen ist. Prompte und billige Bedienung versprechend, empfehle ich mich dem verehrten Publikum bestens. Philipp Hellwig, Drechslermeister. Geld Cours vom 23. Juli- Gold- und Silber-Sorten. I st. Neue Louisd'or .... Friedrichs'dor .... Ducaten ...... 20 Frank-Stücke . . . Holl. 10 fl. Stücke , . Engl. Souverains . . Laubthaler..... Preußische Thaler . . . Fünf-Franken-Thaler . . Hochhaltiges Silber . . Gering-mittelhaltigeS Silber 11 9 5 9 10 12 2 1 2 24 24 fr. T 54 .16 37 4 2 43i 45 20 24 18 Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.