Anzcigestlatt für die Stadt Gietzen und die Kreise Gießen, Grünberg und Hungen. .HZ 44. Montag den 22 Mai 1848. , ?^seSBlatt erscheint jeden Montag, Mittwoch und Freitag, AbendS. Der Pränumerationsbetrag ist jährlich für Einheimische 1 fl. 30 kr., ä? 45 n., mr Auswärtige incl. Postaufschlaq 1 ff. 42 kr., halbjährl. 51 kr. Auswärts abonnirt man sich bei den zunächst gelegenen löbl. Popamlerw Gießen bei der Expedition, Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. EinrücknngSgebühr für den Raum der gespaltenen Corpus-Zerle 2 kr. Inserate muffen jedesmal an dem Tage vor dem Erscheinen dieses Blattes bis Morgens 9 Uhr längstens an die Redaktion gelangt seyn. Amtlicher Theil. Gesetz, die Ausnahme eines Anlehens zum Zweck der Bestreitung außerordentlicher Bedürsniste des Staats betreffend. 8uDWJG von Gottes Gnaden Erbgroßherzog und Mitregent von Hessen und bei Rhein 2 c. 2 c. Um die außerordentlichen, namentlich durch die Ausrüstung und -den vermehrten Dienststand des Militärs dermalen auf Unserer Hauptstaatskasse lastenden Ausgaben zu bestreiten, und ferner die zur Fortsetzung der ungeordneten öffentlichen Arbeiten, insbesondere des Baues der Main-Weserbahn, erforderlichen Mittel aufzübrkngc», haben Wir, mit Zustimmung Unserer getreuen Stände, verordnet und verordnen hiermit, wie folgt: Artikel 1. Es soll im Wege der freiwilligen öffentlichen Subscription ein Anlehen bis zum Betrage von Einer Million Gulden durch Vermittelung Unserer Staatsschulden-Tilgungskasse ausgenommen werden. Artikel 2. Zu diesem Behufe sollen alsbald Subscriptionslisten sowohl bei der Staatöschulden-Tilgungskasse dahier als bei der Centralkasse zu Mainz und bei sämmtlichen auswärtigen Obereinnehmereien und Rentämtern aufgelegt werden. Artikel 3. Ueber die subcribirten Kapitalien werden Obligationen zu Fünf vom Hundert verzinslich ausgefertigt, solche vom Tage der Einzahlung an halbjährig verzinst und gegen Zahlung des Nominalwerthes abgegeben. K Artikel 4. Es werden Subscriptionen von 50 st., 100 fl. und von beliebigen höheren Beträgen, die sich jedoch immer auf 50 fl. oder 100 fl. abrnnden müssen, angenommen. Artikel 5. Es werden, je nach dem Wunsche der Snbscribenten, Obligationen auf Inhaber und dergleichen auf Namen lautend ausgeferiigt und abgegeben. Die Ausfertigung der Obligationen erfolgt in Stücken von 50 fl., 100 fl., 200 fl., 500 fl. u. 1000 fl. Den ausgefertigten Obligationen werden Zinseoupons beigefügt, jedoch kann auf Verlangen die Zin- senzahlung von den Obligationen auf Namen auch gegen besondere Quittung gestattet werden. Artikel 6. Die Einzahlung der subscribirten Beträge kann alsbald geschehen und muß längstens inneihalb drei Monaten vom Tage der Subscription an entweder bei der Staatsschulden-Tilgungskasse dahier oder hei der Kasse, bei welcher die Subscription erfolgte, geleistet werden. 356 als ein werden (L. S.) Z t in in ermann. ^'"^D^^Staatsschulden-Tilgungskaffe steht es aber frei, in den einzelnen Jahren.auchmehr Artikel 7. , m „ Den Subscribenten ist gestattet, Abschlagszahlungen zu leisten, welche jedoch m Betragen von mindestens 100 ft. bestehen und sich immer auf 100 abrunden müssen. Sänmüliche Subscriptionen sind bindend und bei Subscriptionen größerer Betrage kann eine verhält- uißniäßige Sicherheit für die richtige Einzahlung verlangt und, wenn diese nicht geleistet wird, d>e Annahme der Subscription verweigert werden. 1 ti t c l 9» Die in Gemäßheit dieses Gesetzes aufgenommene Summe soll bis zum Schluffe des Jahrs 1849 so« aber beiden Theilen ÄerteWri-eWMMmg^M^M jährlich mindestens ein Zchntheil des Gesammt-Kapitals abgetragen werden, so daß längstens mit Ablauf des Jahres 1859 die ganze Summe wieder abgetragen sein muß. , 3 Die von Seiten der Gläubiger stattfindenden Aufkündigungen werden in das abzutragende Zehnihetl an den Fälligkeitsterminen der Zinseouponö zu erfolgen. Artikel 10. , Die Ausmitteluug der Kapitalien, welche von der Staatsschuldeii-Tilguttgskasse alffgekundlgt ^e"D^Mn!chMgÄEigM'K§ikä8n^ worüber Obligationen aus Inhaber ausgestellt sind, erfolgt " ä'r quittirtcn OriiMoÄTL dazu gehörigen nicht fälligen Zinseoupons in Empfang genommen werden. Ihre Verzinsung hört mit dem ersten Tage des vierten Monats auf. z Slrtifel 11. Die in Gemäßheit dieses Gesetzes aufgenommenen Summen werden von den Ständen des Groß- herzoqthums als Staatsschuld anerkannt, und es sollen die zur Verzinsung und Tilgungld gelbeni erfor- derliclen Beträae jährlich aus dem Einkommen an Chausseegeld, welches zu diefem Bchufe speciell ver- unter^Pfäudet fft^ von Unserer Haupt-Staatskasse der Staatsschulden-Tilgungskasse vergütet werden. Artikel 12. Unser Ministerium der Finanzen ist mit der Vollziehung dieses Gesetzes beauftragt. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und des beigedruckten Staatssiegels. Darmstadt den 19. Mai 1848. Zehntheil ^id fichst den ^ BettL;^ Schuld auf einmal abzutragen. Die Abtragung hat immer Bekanntmachung, die Aufnahme -im- AnIchenS m Emer Million Gulden zur B-streitnn, außerordenllich« Bedürfnisse des Staats betreffend. In Gemäßheit des mit den Ständen vereinbarten vorstehend abgedruckten Gesetzes vom 19 d.^ soll An Anlehen von Einer Million Gulden zur Bestreitung außerordentlicher Bedurfulpe des Staats Juli d. I. endet. Darmstadt den 20. Mar 1848. , Großherzoglich Hessisches Ministerium der Finanzen. Zimmermann. Ewald. 357 m min- verhält- die An- s 1849 hen und Ablauf jehntheil als ein immer werden erfolgt piittirten mommen s Groß- ! n erfor- :ie(I ver- n. X tt n. »entlicher 9. d. M. Staats $u : näheren iten, auf daß vom criptions- Großber- i am 31. d. Versteigerungen. 930) Königsberg. Holzversteigerung tm Revier Königsberg. Donnerstag den 25. Mai d. 3*, von Vormittags 9 Uhr an, sollen in dem Domanialwald-Distrikte Bleidenberg, 607, Stecken Buchen-Scheidholz, 33 „ » Prügelholz, 75 n n Stockholz und 800 Wellen n Reisholz versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im oben genannten Distrikte, auf dem Bubenroder Wege. Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird Zahlungsfrist bis Martini d. I. gestattet. Königsberg den 16. Mai 1848. Der Gr. Hess. Revierförster des Reviers Königsberg. C. Dittmar. 934) Gießen. H o lz v e r st e i g e r u n g. Freitag den 26. Mai, sollen in den Districten Tempel und Brauhof nachstehende Holzsortimente versteigert werden: 25 Stecken Buchen-Scheidholz, 42 „ Eichen- » 70 ii Buchen-Prügelholz, 6 ii Eichen- n 43 „ Bnchen-Stockholz, 43 „ Eichen- u 1325 Wellen Buchen-Reisholz, 400 u Eichen- » 19 Buchen-Stämme mit 143 Cubrkf., 12 Eichen- ii v 1202 » 23 Buchen- „ u 34 n 4000 Bohnenstangen, Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr int Tempel, wo der alte Schiffenberger Weg auf die Ebanssee stößt. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini d. I. gestattet. Gießen den 18. Mai 1848. Der Gr. Hess. Revierförster des Reviers Schiffenberg. Dr. 2)raubt. *924) Grünberg. Grasversteigerung. Der diesjährige Grasertrag von den Gräben und Böschungen der Chausseen des hiesigen Bezirks soll in nachstehenden' Terminen auf Ort und Stelle an die Meistbietenden öffentlich verpachtet werden: 1) Freitag den 26. Mai, auf der Straße von Lindenstruth über Grünberg bis M. 100 zunächst der Kreuzburg. Anfang Vormittags 8 Uhr bei Lindenstruth; 2) Samstag den 27. Mai, auf der Straße von Grünberg nach Schellnhausen. Anfang Vormittags 8 Uhr bei JVa 100 am sogen. Kammerwald; 3) Montag den 29. Mai, auf der Straße von Grünberg nach Hungen, sowie auf der fiskalischen Wieie bei der Neumühle. Anfang Vormittags 8 Uhr vor Grünberg; 4) An demselben Tage, auf der Straße von Hungen nach Berstadt. Anfang Nachmittags 2 Uhr vor Hungen; 5) Dienstag den 30. Mai, Straße von Lich nach Butzbach. Anfang Vormittags 8 Uhr vor Lich; 6) Freitag den 2. Juni, Straße von Grünberg über Londorf bis an die kurhessische Grenze. Anfang Vormittags 8 Uhr vor Grünbcrg; 7) Samstag den 3. Juni, Straße vom Hessenbrücker Hammer über Laubach gegen Schotten. Anfang Vormittags 8 Uhr am Knotenpunkt, zunächst dem Hessenbrückcr Hammer; 8) Montag den 5. Juni, Straße vom Hessenbrückcr Hammer nach Lich. Anfang wie ad 7. 9) An demselben Tage, Straße von Steinbach über Lich nach Hungen. Anfang Nachmittags 2 Uhr bei M. 40 unweit Steinbach. 10) Dienstag den 6. Juni, Straße von Grünberg nach Homberg. Anfang Vormittags 8 Uhr bei der Kreuzburg; 11) Mittwoch den 7. Juni, Straße von Ruppertenrod im Ohmthal dis zum Einschnitt in die Straße von Schotten nach Herbstein. Anfang Vormittag 8 Uhr vor Ruppertenrod; 358 12) Donnerstag den 8. Juni, Straße von Flensungen über Freiensee» bis zur Straße bei Laubach. Anfang Vormittags 8 Uhr bei Flensungen. Indem man Vorstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringt, werden zugleich die Gr. Bürgermeister ersucht, dieses im Interesse ihrer Gemeinden durch die Schelle veröffentlichen zu lassen. Grimberg den 17. Mai 1848. Der Gr. Kreisbaumeister des Baubezirks Grünberg. Noak, Vikar. 923) Niederweidbach. Holzversteigerung in dem Revier Weidbach, Forst's Biedenkopf. Nachbenannte Holzsortimente sollen an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden: 1) Mittwoch den 24. Mai, Vormittags 9 Uhr, in dem Domanialwald-Distrikteii Hahnskopf und Wolfsgarten: 92 Stecken Buchen-Scheidholz, 32 „ n PrügelHolz, 63 n u Stockholz, 153 ii n Astreisholz, 205 n » Stammreisholz, 8 n Eichen-Scheidholz, 13 n u Prügelholz, 20 n ii Stockholz, 20 H ii Reisholz, 39 Eichenstämme von 11—23 Zoll mittleren Durchmesser und von 10—56 Fuß Länge. 2) Donnerstag den 25. Mai, Vormittags 9 Uhr, in dem Domanialwalddistrikt Schneeberg an der sog. Tiefgrundseite: 80 Stecken Buchen-Scheidholz, 26'/2 ii « Prügelholz, 34 „ ii Stockholz, 108 ii ii Reisholz, 1 ii Eichen-Prügelholz, 3 n „ Reisholz; 3) Freitag den 26. Mai, Vormittags 9 Uhr, in dem Domanialwald-Distrikt Oberweidbacher Hege: 39 Stecken Buchen-Prügelholz, 63 ii ii Stockholz, 59 ii ii Reisholz. Die Zusammenkunft findet in vorbezeichneter Stunde an den vorbenannten Tagen jedesmal in dem betreffenden Holzschlage statt. Niederweidbach am 14, Mai 1848. Der Gr. Hess. Revierförster des Reviers Weidbach. Eckstro m. 950) Gießen Pferdeverfteigcrung. Dienstag den 30. d. M., Morgens 10 Uhr, soll in dem Gendarmeriecaftrne dahier ein aus- rangirtes Dienstpferd gegen gleich baarc Zahlung versteigert werden. Gießen den 17. Mai 1848. Scheerer, Rittmeister. 933) Winnerod. Dienstag u. Mittwoch, als den 23. u. 24. d. M., Morgens 9 Uhr, sollen in den Freih. v. Zwierleinischen Forst zu Winnerod, nachstehende Holzsortimente, als: 267% Steck. Buchen-, Eichen- u. Nadel-Scheidholz, 82 „ „ „ „ „ Prügelholz, 144 n „ u II n Stockholz, 6375 Wellen Reisholz, 714 Cubikfuß Bau-, Werk- und Nutzholz, an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden. Winnerod am 16. Mai 1848. Der Freih. v. Zwierleinische Förster Sänger daselbst. 948) Gießen. Donnerstag den 25. Mai 1848, Vormittags 11 Uhr, soll im hiesigen Bürgerhospital die Lieferung von 80 Stecken Bucheu-Scbeidholz an die Wenigstneh- mendeil versteigert werden. Feilgeboten. 940) Gießen. Mehrere große Wirthstafeln sind billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Er- pedition d. Bltts. 942) Gieße n. Eine gute Drehbank steht zu verkaufen. Bei wem? sagt d. Erped. d. Bltts... 941) Gießen. Ein noch gutes Gartenspalier ist billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Erped. d. Bl. 359 952) Vermischte Nachrichten. Gießen. Für Auswanderer. Die Schifffahrt ist wieher im Ganqc und hie Beförherung her Aus- wanhercr geschieht hurch Herrn Carl Traub in Bremen nach wie vor □um Abschluß von Ueberfahrtsverträgen habe ich hen Auftrag und labe Heshalb Answanberungslnstige ein. in iNiepen. 951) Gießen. »ewteeher Phöniac, gesehen werden. Gießen int Mai 1848. Hauptagent des deutschen Phönix I. G. A p p r l. llcrsichermigs - Gesellschaft in Frankfurt a. M. Folgendes sind die Resultate der in der dritten General-Versammlung am 26. April 1848 abge. legten Rechnung des Jahres 1847. Grundkapital 572 Millionen Gulden Reserven (ausschließlich der für noch nicht regulirte Brandschäden zurückgesctzten Beträge) fl. 241,870 pCt. , t Versicherte Summen vom 1. Januar bis 3:. Dezember 1847. Feuerversicherungen von Anfangs Januar bis Ende Dezember fl. 168,370,715. Land- und Wassertransport - Versicherungen desgleichen „62,327,479 230,698,194. Der Protokollauszug und Rechnungsabschluß können von Jedermann bei dem unterzeMreten Haupt- agenten, sowie bei dem nachbemerktcn Bezirksagenten Herrn Kaufmann vom Berg tn Grunberg ein- 949) Berlin.^ Berlinische Lebens - Versicherungs - Gesellschaft. Die auf einen Actien-Fonds von Einer Million THaler Preuß. Cour, gegründete, von Sr. Majestät des Königs von Preußen bestätigte und privilegirte Berlinische Lebens Berflcher»mgs- Gesellschaft hat gegenwärtig auch in Laubach eine Agrn nr errichtet, und den Herrn Stadtrechner Zöckler daselbst zu ihrem Agenten ernannt, bei welchem die nähern Bedingungen c'ngesehen und Versicherungs- Anträge angcmeldet werben können. Berlin den 22. April 1848. Dircction der Berlinischen Lebensversicherungs- Gesellschaft. L ü t ck e. L o b e ck, Director. General-Agent. 953) Gießen. Wellenbad. Nächsten Montag den 29. d. M. wird unser, aus zwei Zellen bestehendes und auf's bequemste eingerichtetes Wellenbad eröffnet, was wir hiermit dem verehrten Publikum empfehlen. Wir bemerken zugleich, daß falls sich die gehörige Anzahl Abonnentinnen (Damen) vorfinden sollten, diese Bäder dann lediglich als Frauenbäder verwendet werden. Gießen den 21. Mai 1848. Franz Peppler & Comp. 935) Gießen. Meine freien Stunden wünsche ich durch Ertheilung von Privatunterricht in den verschiedenen Zweigen der Mathematik und des architektonischen Zeichnens auszufüllen. DaS Nähere beliebe man in meiner Wohnung im Klubb zu erfragen. Renß, O.-B.-D.-S.-Acceffist. 460 939) Gießen. Überzeichneter empfiehlt sein unterhalb der neuen Lahnbrücke stehendes Badehaus und zeigt zugleich an, daß die Einrichtung getroffen worden ist, den verehrlichen Abonnenten ihre Tücher zu trocknen und auszubewahren. Gießen, den 17. Mai 1848. Balth. Herbert. 955) Gießen. Ich Endesunterzeichneter, ein alter armer Mann, der vermöge seiner Jahre und seiner zerrütteten Körpercvnstitution nicht im Stande ist, jede körperliche Arbeit zn verrichten, beabsichtiget zur Sicherung seiner traurigen Subsistenz und um Beschäftigung zu haben, Wolle zu spinnen und zu schlumpfen oder zu streichen, sowohl zu Couverten, als zu andern nützlichen Zwecken, wie es gerade verlangt wird Indem er gute und schöne dauerhafte Arbeit verspricht, wollte er vcrehrliches Publikum gütigst gebeten haben, ihn alsbald mit Aufträgen fraglicher Arbeit beglücken zu wollen. Seine Wohnung ist bei Christian Stohr, Schuhmachermeister in der Löwengasse, JLit. C. AS 89. Johannes Wurmes. 956) Gießen. Ein junger Mensch, welcher die Bäckerprofession zu erlernen wünscht, kann dahier in die Lehre treten. Bei wem? sagt Ausgeber d. Bl. 954) Gießen. Nach 43. d. Bltts. empfiehlt ein hiesiger Schlossermeister L. eine probehaltige, selbst gefertigte (auch selbst erfundene?) Kiste, welche derselbe einer technischen Probe unterwerfen und nach Anerkennung ihrer Tüchtigkeit bei der höchsten Staatsbebörde um ein Patent einkommen will. Der Unterzeichnete, im Einverständmß mit mehreren Andern, legt Verwahrung dagegen ein; denn schrecklich wäre es für uns, Herrn Lang hier als feuerfesten patentisirten Geldkistenmacher auftreten zu sehen. Um nun denr hiesigen geehrten Pu- plikum Concurrenz zu eröffnen, so wollte ich gleichzeitig mich mit einer Geldkiste, welche dieselbe Tugenden besitzt als die des Herrn L. rekommandiren, mit dem Vorzug noch, daß die Meinige bereits jetzt schon ein halbes Jahr alt sey. Hiermit glaube ich Herrn Lang von seiner ihn überkommenen Patentkrankheit geheilt zu haben. Ph. Hirschfeld, Schlosfermeister. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Kopulirt. Den 21. Mai. Hermann Schwalb, Bürger und Dachdcckermeister dahier, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Dachdeckermeisters, Christian Schwalb, ehelicher Sobn; und Johanne Regine Karoline Wicke, des Oeconomen, Julius Gottlieb Wicke zu Lagershausen im Königreich Hannover, ebeliche Tochter. Getaufte. Den 18. Mai Dem Bürger und Kaufmann, Franz Peppler, eine Tochter, Marie Auguste Luise Karoline, geboren den 11 April Den 21. Mai. Dem Bürger und Tapezierer, Heinrich Hochstätter, ein Sohn, Maximilian Heinrich, geboren den 25. April. Denselben. Dem Ortsbürgcr zu Leihgestern, m Diensten bei Hast und Eckstein dahier, Johann Paulus Bender, eine Tochter, Eberhardine Wilhelmine Marie, geboren den 5. Mai , u Denselben. Dem Bürger und Metzqermeister, Friedrich Möhl, Friedrichs Sohn, ein Sohn, Karl Julius, geboren den 10. Mai. , Beerdigte Den 18. Mai Katharine Elisabeths Opfer, des verstorbenen Ortsbürgers, Johann Kaspar Opfer zu Steinbach, eheliche Tochter, alt 71 I. 4 M 20 T., gestorben den 16. Mai Denselben. Marie Anschütz, des verstorbenen Latcr- nenwärters, Georg Anschütz dahier, hinterlassene Wittwe, geborne Spieß, alt 68 I. 10 M. 5 T., gestorben den 16. Mai. Angekvmmme und abgereiste Fremden In den Gasthäusern. Im Happen: Hr. Richard, Baumeister v. Osnabrück. Hr. Bader, Buchhalter v. Darmstadt. Hr. Bader, Cand. v. Darmstadt. Hr. Schulz, Obrist v. Darmstadt. Hr. Price, Dr. Cb em. v. London. Hr. Grimm, Kfm. v. Butzbach. Hr. Schneider, Oeconom v. Marburg. Hr. Boshamer, Pfarr. v. Frankenberg. Hr. Walther, Gutöbes. v. Hanau. Hr. Schmolz, Verwalter v. Hanau. Hrn. Kfl. Schmidt v. Frankfurt u. Klein v. München. im Einhorn. Hr. Wenzel, Apotheker v. Neuwalden. Hr. Rosenhagel, Privatm. v. Chemnitz. Hr. Rademacher, Fabrikant v. Philadelphia. Hr. Lünemann, Bauaufseher v. Großschönau. Hr. von Wettern, Offitcier v. Münster. Hr. Faz- rodp, Hofmedicus v. Hannover. Hr. Streiker, Kfm. v. Mainz. Hr. Vorwinkel, Kfm v. Kirspe. Hr. Hellmann, Kfm. vom 19. bis 21. Mai 1848. Lohco Hr. Schütz, Kfm. v. Frankfurt. Hrn. Kfl. Lüncker v. Audenschmidt u. Franck v. Frankfurt. Fr. Mcper, Dort, v. Leipzig. Hr. Laurenz, Gastwirth v. Hannover. Hr. Sic- gesmont, Verwalt, v. Dürckheim. Hr. v. Valette, General v. Bruchsal. Hr. Wehrmann, Juwel, v. Rotterdam. Hrn. Rcnt. Jahnson u. Börde v London. Hr. Lindemann, Jnsp. v. Berlin. Hr. Behrens, Commiff. v. Osnabrück. Hr. Har- rinson, Seecap. v. Baltimore. Hr. Stiefel, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Kilian, Hüttenbes v. Marburg. Fr. Dehwald v. Coblenz. Hr. Martinez, Kfm. v. Frankfurt. In den P r i o a t h ä u s e r n. Bei Hrn. Unioersitäts-Renamtm. Martin: Fräul. Köhler v. Darmstadt. — Bei Hrn. Kürschn. Jac. Köhler: Frl. Sommer v. Butzbach. — Bei Hrn. Rothgerb. Veßberger- Frl. Hildmann v. Mainz. — Bei Hrn. Hofger.-R. Langsdorf: Fr. Kißner v. Niedergemünden. 361 Miseelle rr. Es sind mir von vielen achtbaren Bürgern und anderseits beschwerende Bemerkungen gemacht worden, daß an mehreren Orten meines Bezirks die Leute nicht allein einzeln, sondern sogar Massenweise auf die Jagd gehen, ohne Waffenpässe und Jagdrecht zu besitzen. Ich habe mich von der Nichtigkeit dieser Beschwerden überzeugt; auch bin ich wie oben aufgefordert worden, dieser Ungesetzlichkeit durch die Steueraufsicht sachlich zu begegnen, wozu ich gehalten bin. Ich ersuche daher Alle die es angeht, von dem ungehörigen Jagdgehen abzustehen, gegenfalls zu bedenken, welchen augenblicklichen Nachtheilen, welchen nachhaltigen schädlichen Folgen sie sich und ihre Mitbürger durch die Ungehörigkeiten aussetzen, welches nachtheilige Licht auf ihnen haften wird, wenn heute und später ihre Mitbürger sagen müssen: Diese haben die Freiheit in Gesetzlosigkeit umge- waudclt — und sie in deren Achtung auch anderweitig verlieren. Ich ersuche Sie ferner, den Aufruf vom 21- März d. I. Regier.-Bl. Nr. 14, sowie den Grundsatz zu beherzigen, daß die Gesetze fo lange gehandhabt werden müssen, bis sie gesetzlich wieder aufgehoben sind. Alle Herren Bürgermeister und andere Mtt- bürgcr jener Orte, wo das ungebührliche Jagdgehen geübt wird, bitte ich freundlichst, Ihren Einfluß in obigem Sinne zur Erhaltung der Freiheit, des Rechts und der Ordnung bei den bezüglichen Leuten geltend zu machen, dieselben von ihrem unrechten Thun zu überzeugen und davon abzuhalten, damit nicht die unangenehme und unvermeidliche Noth- wendigkeit cintreten muß. Alle, welche ermittelt werden, auf ungesetzliche Weise Jagdwaffen geführt zu haben, zur Anzeige zu bringen. Gießen im Mai 1848. Der Steuereontroleur des Controlebezirks Gießen. Bertram. Großenlinden am 18. Mai 1848. Herrn Buchdrucker B r ü h l in Gießen. Ich habe Ihnen unterm 3. Mai d. I. die Bc- kanutuiachung einer Holzversteigerung zur Aufnahme in das Anzeigeblatt zugehcn lassen. Es mußte mich indeß sehr befremden, daß diese Anzeige wider meinen Willen ganz nutzlos gleichzeitig auch im „jüngsten Tag" erschien, welches, wie ich nicht anders glauben kann, durch Ihre Anordnung geschehen seyn muß. Ich muß Ihnen in Bezug hierauf bemerken, daß es durchaus nicht mein Wunsch war, diese Anzeige auch durch den jüngstem Tag veröffentlichen zu lassen und es sich deßhalb von selbst versteht, daß ich die Einrückungsgebühr hierfür nicht bezahlen werde. Der Bürgermeister Menges. Die Aufnahme der betreffenden Annonce in den jüngsten Tag, Herr Bürgermeister, wurde nicht durch mich veranlaßt. Dies als Erwiderung auf vorstehende Zuschrift. G. D. Brühl I. Kultur-Verfahren des Dr. I. F. Klotzlch, um die Kartoffeln gegen Krankheiten zu schützen. (Schluß.) Alles dies erwägend, geht hieraus hervor, daß die Kartoffelpflanze einer größeren Pflege bedarf, als man ihr durchschnittlich angedeihen läßt. Bisher bestand die ganze Pflege darin, daß man sie vom Unkraut reinigte und die Stengel behäufelte. Beides ist für die Kartoffelcultur zwar nöthig, aber uicht ausreichend; denn wir cultiviren sie nicht ihrer Früchte, sondern ihrer Knollen wegen, und müssen hiernach unser Culturverfahren einrichten. Hauptniomente für die Erftrebung dieses Zweckes sind: . 1) Vermehrung des Wnrzclvermögenö und 2) Hemmung der Blaitmetamorphose. Beides erzielen wir gleichzeitig, wenn wir in der fünften, sechsten und siebenten Woche nach dem Auslegcn der Kartoffelknollen und in der vierten und fünften Woche nach dem Auslegen bewurzelter Keime, oder zu einer Zeit, wo die Kartoffelpflanzen den Erdboden um sechs bis neun Zoll überragen, die äußersten Zweigspitzen mittelst des Daumens und Zeigefingers einen halben Zoll tief anskneifen oder einstutzen *) und dies an sämmtlichen Zweigspitzen in der zehnten und eilften Woche, gleichviel zu welcher Tageszeit, wiederholen. Folge dieser Hemmung in der Entwickelung des Stengels oder Zweiges ist: eine Reizung der in der Pflanze befindlichen, nährenden, assimilirbaren Stoffe auf das Wurzelvermögen sowohl, wie auf die Verästelung deS überirdischen Stengels, welche nicht allein daS Wurzelvermögen begünstigt, sondern auch die Blätter und den Stengel dermaßen er- kräftigt, daß die durch die physiologische Thätigkeit *) Man winde sich in seinen Hoffnungen bitter täuschen, wollte mutt, t on der Ansicht ausgehend - viel hilft viel, mehr als angegeben von den Zweigspitzen abnehmen, um es als Futter zu benutzen. 362 dieser Pflanzentheile bereiteten Stoffe vermehrt auf Ausbildung der Knollen verwendet werden, gleichzeitig auch die direkte Einwirkung der Sonnenstrahlen auf den Erdboden durch die dichte Belaubung verhindert und somit das Austrocknen wie die nachtheiligen Folgen davon verhütet werden. Hemmung der Blattmetamorphose ist: die Unterbrechung der von der Natur gebotenen Umwandlung der Blätter in Kelche, Blumenkronen, Staubgefäße und Stempel, welche auf Kosten der, in der Pflanze angesammelten näbrenden Stoffe geschieht, die durch Aufhebung dieser Blattmodificatio- nen der Knollenentwickelung zu Gute kommen. Bon diesen Ansichten geleitet, machte ich im Jahre 1846 an einzelnen Kartoffelstauden, die ich mir genau bezeichnete, Versuche mit dem Einstutzen der äußersten Zweigspitzen. Sie zeichneten sich in ihrem weiteren Wachsthum so vortheilhaft vor den benachbarten Stauden, namentlich durch eine stärkere Verästelung, größere und dunklere Belaubung aus, das es in der That keiner Bezeichnung von meiner Seite zur Wiedererkennung derselben bedurft hätte, Der Ertrag an Knollen war reichlich, letztere vollkommen gesund, während die danebenstehenden Stauden, an denen die Manipulation nicht verrichtet wurde, durchgängig einen geringeren Ertrag lieferten und die Knollen derselben auf der Oberfläche uneben und häufig von der grasstrenden Seuche befallen waren. Dieser Versuch war unvollständig, ohne sicheres Resultat, aber ermulh gend für mich. Mitte April des Jahres 1847 wurde dieser Versuch auf einem niedrig gelegenen Stück Ackerlandes milden weißen, runden, hier häufig kullivir- ten Knollen, welche nur wenig von der im ^ahre 1845 hier zuerst auftretenden Krankheit zu leiden hatten, gemacht; sie wurden in der üblichen Art von einem der Sache kundigen Bauernknechte gelegt. Nachdem sie Ende Mai vom Unkraut gereinigt waren, erneuerte ich an den Stauden der je zweiten Reihe durch Einstntzen der äußersten Zweigspitzen meine Versuche, und wiederholte dieselben zu Ende Juni. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen. Die Stengel der ungepflegten Stauden waren lang, mager und spärlich belaubt, die Blätter selbst klein und von Heller Farbe. , Auf dem benachbarten Acker war von derselben Saatknolle an demselben Tage ausgesetzt. Das Kraut davon blieb der Natur überlassen; es zeigte sich in den ersten sechs Wochen gesund, ja ktäfng, bekam dann nach und nach ein dürftigeres Anschn, Druck und Verlag der G, D. Br je näher die Zeit der Blüthe und Fruchtreife heranrückte, und verhielt sich genau wie das Kraut in den Reihen der nicht eingestutzten Stauden deS Ackers, auf welchem, ich meine Versuche angeftellt hatte. ' , Der Anfang der Ernte auf den benachbarten Ackerstücken begann Mitte August. Sie fiel sehr mittelmäßig auS. Die Knollen waren durchschnitt, lich kleiner als gewöhnlich, sehr pockig und in der Peripherie der Aecker in einem minderen Grade von der nassen Fäule ergriffen. Ende August zeigten sich die Unterschiede zwischen den von mir behandelten und nicht behandelten Reihen so auffallend, daß es den in der Nähe beschäftigten ArdeiiSleuten allgemein auffiel, die deS Fragens nach der Ursache nicht müde wurden; denn die Stengel' der sich selbst überlassenen Reihen waren sämmtlich, theils vertrocknet, theils abgestorben; dagegen die wie angegeben behandelten Reihen üppig und in voller Kraft, die Stauden buschig, dicht belaubt und die Blätter groß und dunkelgrün, so daß die meisten Leute glaubten, die behandelten Reihen seyen später nachgelegt. Aber auch der Unterschied in den Knollen trat nun entschieden hervor. Die Knollen der Stauden in den behandelten Reihen waren zwar nicht größer, aber ungleich zahlreicher, weder pockig, noch von irgend einer Krankheit ergriffen, nur selten ausgewachsen, was einem späten Regen beizumessen, und augenscheinlich unvollendet in ihrer Entwickelung; während an den Knollen der nicht behandelten Stauden, die sich bei der vorsichtigsten Handhabung von der Pflanze lösten, Pocken und nasse Fäule mehr und mehr um sich griffen. Obgleich ich nun weit entfernt bin, zu glauben, ich fei im Stande, das Wesen der Kartoffelkrank- heit, von der wir in der neuesten Zeit heimgesucht wurden, zu erklären, so bin ich doch sicher, ein Mittel ausfindig gemacht zu haben, das die Kartostel- pflanze dermaßen erkrästigt, daß sie den Einflüssen, die derartige Krankheiten bedingen, widersteht. Wer sich durch die angegebene Manipulation, welche selbst durch Kinder ausgeführt werden kann, abschrecken lassen sollte, den Anbau der Kartoffel fortzusetzen, dem erlaube ich mir in Erinnerung zu bringen, daß von demselben Felde mit Kartoffeln bepflanzt, noch einmal so viel Menschen ernährt werden können, als wenn es mit Weizen besäet worden. h l' scheu Buch- und Steindruckerei.